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Analytische Chemie

ACII TC
Vorlesung AC II

Technische Chemie
Lehramt Chemie
WS 2015/16

1
Analytische Chemie

ACII TC
G.D.Christian, D.C.Harris D.S.Hage, J.R.Carr G.Schwedt
Analytical Chemistry Quantitative Chemical Analysis Analytical Chemistry and Analytische Chemie
Quantitative Analysis

David T. Harvey, Analytical Chemistry


http://www.asdlib.org/onlineArticles/ecourseware/

Wikipedia
usw.
Analytische Chemie

ACII TC
Voltammetrie

Das Wort Voltammetrie ist ein Kunstwort aus Volt-


und Amperometrie und zeigt auf, dass die Grundlage
der Voltammetrie Strom-Spannungs-Kurven sind. Bei
der Messung der Stromstärke zwischen zwei
Festkörperelektroden wird die Spannung mit der Zeit
variiert. (Im Gegensatz dazu wird bei der Voltametrie
(mit einem „m“) die Spannung U gemessen.)
Wikipedia
Analytische Chemie

ACII TC
Galvanische Zelle EMK

Pt Ag

AgCl

Fe2+ Fe3+ KCl (3M)

EMK: maximale Spannung der galvanischen Zelle bei Stromlosigkeit


Würde man Stromfluss zulassen, so würde Fe3+ zu Fe2+ reagieren und Ag zu AgCl
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Analytische Chemie

ACII TC
Elektrolyezelle

Spannung anlegen!

Pt Ag

AgCl

Fe2+ Fe3+ KCl (3M)

Um die umgekehrte Reaktion von Fe2+ zu Fe3+ und AgCl zu Ag zu erzwingen,


muss eine Spannung angelegt werden. Die Elektrolysespannung muss
gegenüber der EMK das umgekehrte Vorzeichen aufweisen und außerdem um 5
den Spannungsabfall IR in der Lösung größer sein.
Analytische Chemie

ACII TC
Elektrolyezelle

Elektrolys espannung  EMK  IR

Voltammetrische Verfahren beruhen auf Elektrolysevorgängen. Eine Spannung U


wird vorgegeben und dadurch werden elektrochemische Vorgänge an den
Elektroden erzwungen. Der dabei fließende Strom wird gemessen. Dieser Strom
hängt von der Konzentration der elektrochemisch umsetzbaren Substanzen
(Analyt) ab.

In der Voltammetrie ist die angelegte Spannung eine Funktion der Zeit.

In der Amperometrie ist die angelegte Spannung konstant.

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Analytische Chemie

ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurven

Messung des Stromes, welcher auf Grund einer


elektrochemischen Reaktion (Elektrolysereaktion) bei einer
bestimmten angelegten Spannung U fließt. U ist ein Funktion
der Zeit, im einfachsten Fall linear ansteigend mit der Zeit

U
Pt Ag/AgCl
Arbeitselektrode (Bezugselektrode)

Cd2+ Cl-

poröse
Membran 7
Analytische Chemie

ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurven
U
Pt Ag/AgCl (Bezugselektrode)

Arbeitselektrode
Wird eine Spannung angelegt (mit der
Pt-Elektrode als Katode), so fließt erst
dann ein Elektrolysestrom, wenn die
angelegte Spannung größer (jedoch
Cd2+ Cl- mit entgegengesetztem Vorzeichen) ist
als die EMK der galvanischen Zelle,
poröse
Membran
die sich durch die Elektrolysereaktion
bildet nämlich Cd/Cd2+ und
Ag/AgCl/KCl, d.h. bei einer Spannung
größer als etwa -0.60 V
Cd/Cd2+ E°=-0.40 V
Ag/AgCl/KCl(3M) E =+0.20 V
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Analytische Chemie

ACII TC / WITECH
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer stationären
Elektrode
* Wir rühren die Lösung nicht (der Transport von
Cadmium-Ionen durch Konvektion ist daher
vernachlässigbar)

* Weiters wird der Analysenlösung ein elektrochemisch


inaktives Salz zugefügt (Leitelektrolyt), welches den
Stromtransport in der Lösung übernimmt, aber an der
Elektrode nicht reagiert (an der Elektrode reagiert nur
Cd2+). Die Wanderung der Cadmium-Ionen im scheibenförmige
elektrischen Feld (Migration) ist damit vernachlässigbar. Pt-Arbeitselektrode

* Die Nachlieferung von Cadmium-Ionen zur Elektrode (wo sie reduziert


werden und den Stromfluss ergeben) ist nur durch Diffusion möglich. Wenn
bei genügend hoher Spannung jedes zur Elektrode gelangende Cadmium-
Ion sofort reduziert wird, verarmt die Umgebung an Cadmium-Ionen wegen
der nur langsamen Nachdiffusion und der Strom wird wieder sinken.
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Analytische Chemie

ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer stationären
Elektrode

Spannung Strom

Ip

Zeit Spannung

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ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer stationären
Elektrode

Ab jener Spannung, bei der jedes an die scheibenförmige


Elektrode gelangendes Cadmium-Ion sofort Pt-Arbeitselektrode
reduziert wird, spricht man vom
Grenzstrombereich (Diffusionsgrenzstrom)

Strom

Stationäre Elektrode
Ip
Ip = prop Konzentration(Analyt)

Spannung
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ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer stationären
Elektrode

Das Absinken des Grenzstromes im Verlauf der voltammetrischen Strom-


Spannung-Kurve lässt sich auch über die Konzentrationsprofile des Analyten
(Cadmium-Ionen) an der Elektrodenoberfläche veranschaulichen. Die
Diffusionsgeschwindigkeit für die Nachlieferung nimmt ab, da der
Konzentrationsgradient abnimmt. Daher können pro Zeiteinheit weniger
Ionen reduziert werden und der Strom sinkt.

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ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer rotierenden
Scheibenelektrode

An einer rotierenden Scheibenelektrode tritt in der Lösung Durchmischung


durch Konvektion auf. Allerdings verbleibt an der Elektrodenoberfläche eine
dünne Flüssigkeitsschicht ohne Konvektion. In dieser Schicht ist wiederum
nur Diffusion der Analyte möglich. Da aber der Konzentrationsgradient gleich
bleibt, bleibt auch der Nachtransport pro Zeiteinheit und damit der
Diffusionsgrenzstrom konstant.
Rotierende Elektrode
Strom
Id = prop Konzentration(Analyt)

Id

Spannung 13
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ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer tropfenden
Quecksilberelektrode (Polarographie)

* typische Tropfzeiten liegen bei 1 s. Daher erneuert sich die


Elektrode ständig während der Aufnahme der Strom-Spannung-
Kurve. Im Mittel kommt es zu keiner Verarmung der zu
bestimmenden Analyte an der Elektrode, da nach Abfallen eines
Tropfens der neue Tropfen ein praktisch neue Umgebung vorfindet.
Somit ergibt sich im Mittel ein konstanter Diffusionsgrenzstrom

* Quecksilber zeichnet sich durch eine hohe


Wasserstoffüberspannung aus, d.h. Wasserstoff entwickelt sich
erst bei wesentlich negativeren Spannungen als es gemäß dem
E°-Wert zu erwarten wäre

* durch das Erneuern der Elektrode kommt es zu keinen


„Vergiftungs-erscheinungen“ der Elektrodenoberfläche durch die
Elektrolyseprodukte
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ACII TC
Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer tropfenden
Quecksilberelektrode (Polarographie)

DME dropping mercury electrode


SMDE static mercury drop electrode

I diff  prop n c D1/ 2 m 2 / 3  1/ 6


Strom
(gemittelt I diff mittlerer Diffusions grenzstrom
über
n Zahl der umgesetzten Elektronen
Tropfzeit)
c Konzentration des Analyten in der Lösung
Id D Diffusions koeffizien t des Analyten
m Ausströmgeschwindigk eit des Hg (mg / s )
 Tropfzeit der Elektrode 15
Spannung
(Heyrovsky-Ilkovic Gleichung für DME)
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Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer tropfenden
Quecksilberelektrode (Polarographie)

* Halbstufenpotential: Spannung, bei der die polarographische Stufe die


halbe Höhe erreicht hat. Es ist annähernd gleich mit dem E° des
betreffenden Redoxpaares. Daraus ergibt sich die qualitative Information.

* Gelöster Sauerstoff stört, da er zu Wasserstoffperoxid und Wasser


reduziert werden kann. Daher muss die Analysenlösung vor der Aufnahme
des Polarogramms mit Stickstoff gespült werden.

* der verfügbare Spannungsbereich ist katodisch vorwiegend durch die


Reduktion von Protonen zu Wasserstoff limitiert. Anodisch ist der Bereich
durch die Oxidation des Elektrodenmaterials Quecksilber limitiert. Daher sind
nur sehr leicht oxidierbare Analyte oxidativ bestimmbar. Meistens arbeitet
man im reduktiven Bereich.
* störend wirkt der sogenannte kapazitive Strom; die Phasengrenzfläche
Elektrode/Lösung verhält sich wie ein Kondensator, dessen Kapazität sich
beim Anwachsen des Tropfens ändert, sodass ein Strom zum Aufladen fließt.
Der kapazitive Strom hängt auch von der Höhe der angelegten Spannung 16
ab.
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Voltammetrische Strom-Spannung-Kurve an einer tropfenden
Quecksilberelektrode (Polarographie)

Anwendungen der Polarographie:

Metallionen Pb2+ Cd2+ Zn2+ (Konzentrationsbereich mM bis µM)

Reduzierbare organische Verbindungen


Aromatische Nitroverbindungen (Reduktion zu Aminen)
Chinone (Reduktion zu Hydrochinonen)
N-N Doppelbindungen (Reduktion zu N-N Einfachbindungen)
usw.

Oxidierbare organische Verbindungen (Ausnahmefälle)


Ascorbinsäure (Vitamin C)

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ACII TC
Gleichstrompolarographie (DC)
Differenzpulspolarographie (DP)

Die beiden Pfeile bezeichnen die Zeitpunkte der beiden


Strommessungen an jeweils einem Tropfen. Auswertet wird die 18
Differenz der beiden Strommessungen
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Voltammetrische Stripping-Analyse (Inversvoltammetrie)

Die voltammetrische Stripping-Analyse ist z.B. anwendbar auf die


Spurenbestimmung von Metallionen, die an Quecksilber reduzierbar sind.
Die Instrumentierung entspricht der Polargraphie, jedoch wird eine Elektrode mit
einem hängenden Quecksilbertropfen verwendet.

Die Analyse erfolgt in zwei Schritten:


* zunächst wird eine konstante negative Spannung angelegt und unter Rühren
das zu bestimmende Metallion reduktiv an der Hg-Elektrode abgeschieden
(angereichert).
* anschließend wird ohne Rühren die Spannung zu positiveren Werten verändert
und der Strom gemessen, der infolge der Wiederauflösung der Metalle fließt
(Reihenfolge entspricht den E°-Werten). Die Höhen der dabei entstehenden
Strompeaks sind proprotional der ursprünglichen Analytionzentration.

Dieses Verfahren wird auch anodic stripping voltammetry genannt.


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ACII TC
Voltammetrische Stripping-Analyse (Inversvoltammetrie)

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Analytische Chemie

ACII TC
Voltammetrische Stripping-Analyse (Inversvoltammetrie)

In der voltammetrischen Stripping Analyse existieren neben der anodic stripping


voltammetry noch etliche andere Varianten, wie zum Beispiel die
cathodic stripping voltammetry.

Bei dieser Variante liegt dem Bestimmungsschritt ein katodischer


Elektrolysevorgang zugrunde.

Ein Beispiel für eine cathodic stripping voltammetry wäre die Spurenbestimmung
von Iodidionen mit einer metallischen Silberelektrode in wässrigen Proben.
Der Anreicherungsschritt besteht in der Reaktion
Iodid + metallisches Silber reagiert durch Elektrolyse zu Silberiodid.
Im Bestimmungsschritt wird das gebildete Silberiodid wieder zu Iodid und
metallischem Silber reduziert.
(zur Beachtung: bei diesem Verfahren wird nicht der Analyt elektrolytisch
umgesetzt, sondern das Elektrodenmaterial in Anwesenheit des Analyten!)

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Analytische Chemie

ACII TC
Amperometrie, Amperometrische Sensoren

Die amperometrische Methode ist gekennzeichnet durch


die Messung eines Elektrolysestroms an einer
Arbeitselektrode, während eine zeitlich konstante
Spannung anliegt. Damit leitet sich die Amperometrie
von der Voltammetrie ab, bei welcher die
Elektrolysespannung mit der Zeit verändert wird.
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Analytische Chemie

Sauerstoffelektrode („Clark-Elektrode“)

ACII TC
Amperometrischer Sensor mit Diffusionsbarriere

Silber-Anode Gold- oder Platin-Katode

KCl-Elektrolyt

Sauerstoff-durchlässige
Membran
Elektrodenreaktionen:
Katode: O2 + 2 H2O + 4 e- D 4 OH-
Anode: 4 Ag + 4 Cl- D 4 AgCl + 4 e-

(konstante angelegte Spannung, welche groß genug ist, um obige


Elektrolysereaktionen ablaufen zu lassen)
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ACII TC
Amperometrische Biosensoren

Beispiel: Glucose-Sensor

Glucoseoxidase (mit dem gebundenen Kofaktor Flavinadenindinukleotid (FAD)


katalysiert die Umsetzung von Glucose zu Gluconsäure (bzw. Gluconolacton).
Gleichzeitig wird FAD zu FADH reduziert.
Die Reoxidation von FADH erfolgt üblicherweise durch Sauerstoff, welcher zu
H2O2 reduziert wird.

Das gebildete H2O2 kann an einer Platin-Arbeitselektrode, welche mit


Glucoseoxidase beschichtet ist, oxidativ amperometrisch bestimmt werden.

Glucose-Sensor
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ACII TC
Glucose-Sensor

Ein Nachteil der Detektion des gebildeten H2O2 ist die relativ hohe notwendige
Detektionsspannung, sodass Störungen durch andere oxidierbare
Komponenten der Analysenlösung nicht auszuschließen sind.

Als Alternative werden Mediatoren verwendet, welche anstelle von Sauerstoff


die Reoxidation von FADH der Glucoseoxidase ermöglichen. Die Oxidation der
reduzierten Form des Mediators an der Elektrode liefert das analytische Signal.
Bei richtiger Auswahl eines passenden Mediators liegt die Detektionsspannung
wesentlich niedriger als für die Oxidation von H2O2.
Auf diesem Prinzip basieren kommerzielle Einmalsensoren zur Blutzucker-
bestimmung.

Glucose-Sensor
mit Mediator
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ACII TC
Amperometrie /
Amperometrische
Titration

Messung des Stromes bei


konstanter angelegter
Spannung (welche sich im
Grenzstrombereich des
Analyten befindet).
Als Elektrode wird meist eine
inerte stationäre Elektrode
eingesetzt.

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ACII TC
Biamperometrische Titration

Während bei der amperometrischen Titration eine Arbeitselektrode


(Indikatorelektrode) und eine Bezugselektrode verwendet werden, setzt man bei
der biamperometrischen Titration zwei Arbeitelektroden (z.B. zwei
Platinelektroden)
Beispiel: Titration von Iod mit Thiosulfat
2 S2O32- + I2 D S4O62- + 2 I-
Thiosulfat Tetrathionat

Vor dem Äquivalenzpunkt liegt das komplette Redoxpaar Iodid/Iod an beiden


Arbeitselektroden vor. Es liegen also zwei idente Halbzellen vor, deren EMK
Null ist. Eine kleine angelegte Spannung führt daher schon zu einer Elektrolyse-
Reaktion und zu einem Stromfluss.
Nach dem Äquivalenzpunkt liegt an beiden Elektroden das komplette
Redoxpaar Thiosulfat/Tetrathionat vor. Die EMK ist ebenfalls Null. Allerdings
bewirkt nunmehr eine kleine angelegte Spannung keinen Elektrolysenstrom, da
die katodische Reaktion von Tetrathionat zu Thiosulfat gehemmt ist.
Am Äquivalenzpunkt sinkt der Strom auf Null („dead-stop-Methode“). 27
Analytische Chemie

ACII TC
Biamperometrische Titration

Weiteres Beispiel: Titration von Fe2+ mit Ce4+

Fe2+ + Ce4+ D Fe3+ + Ce3+

Vor dem Äquivalenzpunkt liegt das komplette Redoxpaar Fe2+ / Fe3+ an beiden
Arbeitselektroden vor. Es liegen also zwei idente Halbzellen vor, deren EMK
Null ist. Eine kleine angelegte Spannung führt daher schon zu einer Elektrolyse-
Reaktion und zu einem Stromfluss.
Nach dem Äquivalenzpunkt liegt an beiden Elektroden das komplette
Redoxpaar Ce4+ / Ce3+ vor. Die EMK ist ebenfalls Null. Auch in diesem Fall
bewirkt eine kleine angelegte Spannung einen Elektrolysestrom. Die Größe des
Elektrolysestroms hängt von der Konzentration von Ce4+ bzw. Ce3+ ab.

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ACII TC
Biamperometrische Titration

Titrationskurven

Ce4+ + Fe2+ D Ce3- + Fe3+ 2 S2O32- + I2 D S4O62- + 2 I-


Thiosulfat Tetrathionat

Bei der Titration von Fe2+ mit Ce4+ beginnt nach Das Strommaximum ergibt sich dann, wenn
dem Äquivalenzpunkt der Strom wieder oxidierte UND reduzierte Form des Redospaares
zusteigen, da das reversible Redoxpaar in maximaler Menge vorliegen
Ce4+/Ce3+ vorliegt.
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ACII TC
Biamperometrische Titration

Endpunktserkennungsverfahren für Karl-Fischer-Titration

CH3OH + SO2 + RN D [RNH]SO3CH3


H2O + I2 + [RNH] SO3CH3 + 2 RN D [RNH]SO4CH3 + 2 [RNH]I

Nach dem Äquivalenzpunkt tritt ein Stromfluss auf (vor dem Äquivalenzpunkt
liegt ein irreversibles Redoxpaar vor)

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ACII TC
Coulometrie

Die Coulometrie beruht auf der Messung der


elektrischen Ladung bzw. Elektrizitätsmenge, die an
einer Arbeitselektrode umgesetzt wird.
Gemäß dem Faradayschen Gesetz ist die elektrische
Ladung proportional zur umgesetzten Stoffmenge. Bei
vollständigem elektrochemischen Umsatz des zu
bestimmenden Stoffes (des Analyten) und fehlenden
elektrochemischen Nebenreaktionen kann mittels der
Faradaykonstante die Analytmenge ausgerechnet
werden.
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Analytische Chemie

ACII TC
Coulometrie

Coulometrische Analysenverfahren beruhen auf Messungen der Ladungsmenge,


welche bei der vollständigen elektrolytischen Überführung eines Analyten in eine
andere Oxidationsstufe umgesetzt wird.
Zwischen Stoffmenge und Ladungsmenge besteht in Form des Faraday-
Gesetzes in direkter Zusammenhang.

Q
m m elektrolytisch umgesetzte Stoffmenge
nF Q Ladungsmenge
n Zahl der pro Formeleinheit umgesetzten Elektronen
F Faraday-Konstante (96487 Coulomb / mol)
t
1
m 
nF 0
Idt

Voraussetzung ist, dass die Elektrolysereaktion vollständig und eindeutig abläuft,


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d.h. dass keine Nebenreaktionen ablaufen.
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ACII TC
Coulometrie

Coulometrische Analysenverfahren können grundsätzlich bei konstanter


Spannung oder bei konstanter Stromstärke durchgeführt werden. Letztere
Variante wird auch für coulometrische Titrationen angewendet, bei denen das
Titrationsmittel elektrolytisch im Titrationsgefäß erzeugt wird.

Beispiele einer coulometrischen Titration:

Coulometrische Karl-Fischer-Titration
Das Titrationsmittel Iod wird elektrolytisch an einer Platinelektrode aus Iodid
erzeugt.
Angewendet wird die coulometrische Variante der Karl-Fischer-Titration vor
allem dann, wenn kleine Wassermengen titriert werden müssen.
Die coulometrische Titration benötigt eine zusätzliche Endpunktserkennung!

Coulometrische Titration von Chlorid


Das Titrationsmittel Ag+ wird elektrolytisch aus einer metallischen
Silberelektrode erzeugt
Die coulometrische Titration benötigt eine zusätzliche Endpunktserkennung!
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Analytische Chemie

ACII TC
Konduktometrie
Analytische Chemie

ACII TC
Grundlagen der Konduktometrie
Konduktometrische Verfahren beruhen auf Messungen der elektrischen
Leitfähigkeit von Lösungen.
Die Leitfähigkeit G ist der Reziprokwert des elektrischen Widerstandes R, für den
das Ohm´sche Gesetz gilt (R=U/I)
Die Leitfähigkeit G wird in Siemens angegeben (1 Siemens = 1 W-1)

Die Leitfähigkeit G ist direkt proportional zur Fläche A der Messelektroden und
indirekt proportional zum Abstand d der Messelektroden:
A
G 
d
 spezifisch e elektrische Leitfähigk eit 
d
A
G
d
A

Zellkonstante cm -1 

Die spezifische Leitfähigkeit hängt ab von:


*Gesamtionenkonzentration
*Art der Ionen
*Temperatur 35
*Lösungsmittel
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ACII TC
Die Bestimmung der spezifischen elektrischen
Leitfähigkeit wird beispielsweise zur
Charakterisierung von Wässern verwendet.

Trinkwasser hat typischerweise eine spezifische


elektrische Leitfähigkeit von etwa 100 - 1000 µS cm-1

Hochreines Wasser hat bei 18°C theoretisch eine


spezifische elektrische Leitfähigkeit von
3.71 10-8 S cm-1
Die Qualität von hochreinem Wasser wird häufig
auch über den spezifischen elektrischen Widerstand
ausgedrückt (Kehrwert der spezifischen elektrischen
Leitfähigkeit). Ein typischer Wert für hochreines
Wasser im Labor ist 18 MW cm

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ACII TC
Reinstwasser: „18 MW Wasser“
(theoretisch 0.0548 µS / cm bei 25 °C)

Regenwasser: 10 – 100 µS / cm

Trinkwasser: 100 – 1000 µS / cm

Natürliche Mineralwässer: > 1000 µS / cm


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ACII TC
Molare Leitfähigkeit /Aquivalenzleitfähigkeit

Unterschiedliche Elektrolyte sind über die molare Leifähigkeit Lm bzw. besser


über die Äquivalenzleitfähigkeit Leq vergleichbar:

 1000
Lm  W 1mol 1cm 2
c

 1000 Die Äquivalentzahl z ist die


L eq  W 1eq 1cm 2
ceq Absolutzahl der pro Elektrolytmolekül
bei dessen Dissoziation freigesetzten
positiven oder negativen Ladungen

Mit steigender Konzentration nehmen die interionischen Wechselwirkungen. Im


Fall von schwachen Elektrolyten nimmt die Dissoziation mit steigender
Konzentration ab. Daher ist die Äquivalenzleitfähigkeit nur in stark verdünnten
Lösungen weitgehend unabhängig von der Konzentration.
Die auf unendliche Verdünnung extrapolierte Äquivalenzleitfähigkeit (L0) nennt
man Grenzleitfähigkeit. Sie setzt sich additiv auf den Grenzleitfähigkeiten von
38
Anion und Kation zusammen: L0 = l+0 + l-0
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Grenzleitfähigkeiten von Ionen

Proton 349.8 W-1 eq-1 cm2


OH- 197
K+ 73.5
Na+ 50.1
Li+ 38.7
Ag+ 62.2

Cl- 76,4
Azetat 40.9

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Konduktometrische Titration

Säure-Base-Titrationen Titration von Silberionen mit


Kaliumchlorid, Natriumchlorid, oder
Lithiumchlorid

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Spektroskopische Analysenverfahren
Unter Spektroskopie (Spektralphotometrie)
verstehen wir solche Verfahren, welche
elektromagnetische Strahlung zur Bestimmung von
Konzentrationen von Probenkomponenten
verwenden
(Wechselwirkung zwischen Strahlung und Materie)
Analytische Chemie

ACII TC
Spektroskopie

- Strahlung wird üblicherweise charakterisiert durch:

E = hn = hc/l = hcn
E............Energie c=ln
h.............Planck Wirkungsquantum (6,6 10-34 Js-1)
n.............Frequenz [Hz]
l..............Wellenlänge [cm]
c...............Lichtgeschwindigkeit (2,99 1010 cms-1 im Vakuum)
c = c°/n (c° Lichtgeschw. im Vakuum, n Brechungsindex)
n...............Wellenzahl [cm-1]
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ACII TC
Spektroskopie

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Analytische Chemie

ACII TC
Spektroskopie

Energie der Strahlung bestimmt welche Wechselwirkungen möglich sind:

- NMR Spektroskopie Umkehr des Kernspins


- ESR Spektroskopie Umkehr des Spins ungepaarter Elektronen
- Mikrowellenspektroskopie Anregung von Molekülrotationen
- IR/Raman Spektroskopie Anregung von Molekülschwingungen
- UV/vis Spektroskopie Anregung von Valenzelektronen
- Röntgenstrahlen Anregung Kern-naher Elektronen
- Mößbauerspektroskopie Kernübergänge

zunehmende
Energie 44
Analytische Chemie

ACII TC
Spektroskopie
In dieser Vorlesung sollen Analysentechniken besprochen werden, welche
auf folgenden Phänomenen beruhen
• Absorption von Strahlung durch Moleküle im UV-visible Bereich
(durch die aufgenommene Energie werden Valenzelektronen des Moleküls in höhere
Energiezustände überführt)
• Emission von Strahlung durch Moleküle im UV-visible Bereich
(die abgegebene Energie resultiert von Valenzelektronen, welche aus einem
angeregten Zustand des Moleküls in einen niedrigeren Zustand übergehen)
• Absorption von Strahlung durch Moleküle im IR Bereich
(durch die aufgenommene Energie geht das Molekül in energetisch höhere
Schwingungszustände über)
•Absorption von Strahlung durch Atome im UV-visible Bereich
(durch die aufgenommene Energie werden Valenzelektronen des Atoms in höhere
Energiezustände überführt)
•Emission von Strahlung durch Atome im UV-visible Bereich
(die abgegebene Energie resultiert von Valenzelektronen, welche aus einem
angeregten Zustand des Atoms in einen niedrigeren Zustand übergehen) 45
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülspektroskopie im UV-visible Bereich

Molekülabsorptionsspektroskopie
im UV-visible Bereich

Molekülemissionsspektroskopie
im UV-visible Bereich
Analytische Chemie

ACII TC
Absorption von Strahlung

Wenn Strahlung (Photonen) durch ein Molekül oder ein Atom


absorbiert wird, erhöht sich die Energie des Moleküls. Das Molekül
oder Atom wird aus einem Grundzustand in einen angeregten
Zustand überführt.
Im Fall der Wechselwirkung von Molekülen oder Atomen mit
Strahlung im UV-visible Bereich werden Elektronen in einen
angeregten Zustand übergeführt.
Im Fall der Wechselwirkung von Molekülen mit Strahlung im IR
Bereich werden Schwingungszustände in einen angeregten
Zustand übergeführt.

Wenn Licht durch die Probe absorbiert wird, verringert sich die
Intensität (Zahl der Photonen pro Sekunde und Flächeneinheit).

47
Analytische Chemie

ACII TC
Absorption von Strahlung

Probe

Intensität I0 Intensität I

d
Schichtdicke (dabei soll keine Streuung
der Strahlung auftreten !)

Transmission T = I/I0 prozentuelle Transmission = T x 100

Extinktion E = -log T (E = 1 wenn 10% der Strahlung


(Absorbance A) durchgehen) 48
Analytische Chemie

ACII TC
Absorption von Strahlung

Lambert-Bouguer Gesetz E Extinktion (Absorbance)


e (molarer) Extinktionskoeffizient,
E = prop d
abhängig von der Wellenlänge
Beer Gesetz
d Schichtdicke (cm)
E = prop c c Konzentration (mol / L)

Lambert-Beer Gesetz a (spezifischer) Extinktionskoeffizient


abhängig von der Wellenlänge
E=edc
c Konzentration (g / L)
oder E = a d c
Die Auftragung von E gegen l wird Spektrum genannt

Enthält eine Probe mehrere verschiedene Komponenten X, Y, …, welche Strahlung absorbieren,


so setzt sich die Gesamtextinktion additiv aus den Extinktionen der einzelnen Komponenten
zusammen (solange keine Interaktionen zwischen den verschiedenen Komponenten auftreten):
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Egesamt = EX + EY = eX d cX + eY d cY
Analytische Chemie

ACII TC
Absorption von Strahlung

Generell ist zu berücksichtigen dass an einer Grenzfläche zweier Medien mit


unterschiedlichen Brechungsindices n1 und n2 (z.B. Luft / Glas der
Probenküvette) Reflexion und Beugung auftreten, d.h. ein Teil der Lichtintensität
wird reflektiert und der andere Teil nach Eintritt in das zweite Medium gebeugt
(hinsichtlich Beugung siehe Gesetz von Snellius: n1 sin q1 = n2 sin q2).
Auch bei senkrechtem Auftreffen des Lichtstrahles wird ein Teil reflektiert, sodass
grundsätzlich die Intensität des durchgehenden Lichtes verringert wird. Das
Verhältnis von auftreffender zu reflektierter Intensität hängt von den
Brechungsindices der beiden Lösungen ab. Die Änderung der Lichtintensität
durch Reflexion wird aber dadurch kompensiert, dass man üblicherweise mit
Kalibrierlösungen arbeitet, deren Extinktion unter denselben Bedingungen wie
die Proben gemessen wird.

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Analytische Chemie

ACII TC
Absorption von Strahlung

Abweichungen vom Lambert-Beer Gesetz

* mangelnde Monochromasie des verwendeten Lichtes

* konzentrationsabhängige (Dissoziations-)Gleichgewichte des Analyten

* mangelnde Linearität des Detektors bei kleinen Intensitäten, d.h. hohen


Extinktionen

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Analytische Chemie

ACII TC
Isosbestischer Punkt
Bisweilen tritt die Situation auf, dass während einer chemischen Reaktion eine Licht-
absorbierende Verbindung X in eine andere Licht-absorbierende Verbindung Y
umgewandelt wird, wobei sich die Spektren der reinen Verbindungen X und Y bei einer
bestimmten Wellenlänge schneiden. In diesem Fall gehen alle während der
chemischen Reaktion aufgenommenen Spektren ebenfalls durch diesen Schnittpunkt,
den man als isosbestischen Punkt bezeichnet.
Eine derartige Situation liegt z.B. auch vor, wenn man einen Säure/Base Indikator HA
durch Zugabe von Base in die andere Farbform A- überführt.
E  e A c d  e HAc1   d
Wenn für eine bestimmte Wellenlänge die beiden e für HA und A- gleich sind, so ergibt sich:

E  e (c d  c1   d )  e cd (unabhängig vom pH-Wert!)

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Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Absorption von Licht im UV-vis Bereich (ca. 190 – 780 nm) durch
Moleküle.

Im sichtbaren Bereich ist ein Farbvergleich zwischen Probe und Standard


oder Farbskala mit dem Auge möglich, soferne keine sehr hohen
Anforderungen an die Richtigkeit gestellt werden.
Ansonsten sind instrumentelle Messungen mit einem Spektralphotometer
notwendig.
Analyte, die im sichtbaren Bereich keine Lichtabsorption zeigen, können
durch Derivatisierungsreaktionen in farbige Verbindungen übergeführt
werden.
z.B. Fe2+ Umsetzung mit 1,10-Phenanthrolin
Nitrit Diazotierung und Kupplung zu einem Azofarbstoff
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Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Absorption von Licht im UV-vis Bereich (ca. 190 – 780 nm) durch
Moleküle.

Visueller Farbvergleich z.B. für Testkits in der Wasseranalytik

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Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich - Spektralphotometer

Geräteaufbau:

Licht- Monochromator Detektor


quelle (Wellenlängen- Probe
selektion) (bzw. „Leerwert“, „Blindwert“)

Sequentielles Einstrahlgerät
Mit dem Leerwert wird die Durchlässigkeit auf
100% (E=0) eingestellt.
Jede Änderung der Messwellenlänge erfordert ein
neuerliches Einstellen der Durchlässigkeit auf 100
55
% mit dem Leerwert.
Analytische Chemie

ACII TC
rotierender
Sektorspiegel halbdurchlässiger
Probe Spiegel

Licht- Monochromator
Detektor
quelle (Wellenlängen-
selektion)

Spiegel Spiegel

„Leerwert“
„Blindwert“

Sequentielles Zweistrahlgerät

Aufnahme von Spektren möglich (E = f(l) ) 56


Analytische Chemie

ACII TC
Photodiode

Licht- Monochromator
Probe (Wellenlängen-
quelle Mehrere Detektoren
(bzw. „Leerwert“ selektion)
„Blindwert“) (Photodiodenarray)

Diodenarray-Gerät (Einstrahlgerät)
(simultane Messung bei verschiedenen Wellenlängen
bzw. simultane Aufnahme des gesamten Spektrums)
57
Analytische Chemie

ACII TC
Diodenarray-Gerät

58
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Lichtquellen:

Kontinuumstrahler: Wolframlampe, Wolfram-Halogenlampe (visible Bereich)


Deuteriumlampe (UV Bereich)
Xenonlampe (UV Bereich, visible Bereich)

Linienstrahler: Quecksilberdampflampe (254 nm)


Laser

Bandstrahler: LEDs (Licht-emittierende Dioden)

59
Analytische Chemie

ACII TC
Monochromatoren:

* Filter Absorptionsfilter
z.B. Gläser, die nur einen bestimmten
Wellenlängenbereich durchlassen
Interferenzfilter

* Gitter Transmissionsgitter
Reflexionsgitter

* Prisma

60
Analytische Chemie

ACII TC
Monochromatoren:

Interferenzfilter

61
Analytische Chemie

ACII TC
Monochromatoren:

Reflexionsgitter

Gitter

konstruktive Interferenz: nl = d(sinq – sinf)


62
Analytische Chemie

ACII TC
Reflexionsgitter als Monochromator
(jede reflektierende Gitterfurche wirkt wie ein Spalt eines Transmissionsgitters)

63
Analytische Chemie

ACII TC
Auflösungsvermögen R eines Gitter-Monochromators:

R gibt an, wie klein der Unterschied Dl zwischen zwei Wellenlängen sein darf,
damit diese gerade aufgetrennt werden (R=l/Dl):
R=nN (N Anzahl der Linien oder Gitterfurchen, die angestrahlt werden)

Dispersion eines Gitter-Monochromators:

Dispersion charakterisiert die Fähigkeit, Wellenlängen, welche sich durch Dl


unterscheiden, durch Unterschiede in den Winkeln DF zu trennen:
Dispersion = DF / Dl

64
Analytische Chemie

ACII TC
Monochromatoren:

Prisma

Weißes Licht
rot

blau

Die Lichtbrechung (und die Dispersion) ist abhängig von der Wellenlänge.
Je kürzerwellig das Licht, umso stärker die Ablenkung durch das Prisma 65
Analytische Chemie

ACII TC
Auflösungsvermögen R eines Prisma-Monochromators:

R gibt an, wie klein der Unterschied Dl zwischen zwei Wellenlängen sein darf,
damit diese gerade aufgetrennt werden (R=l/Dl):
dn dn
Rb Wellenläng enabhängig keit des Brechungsi ndex n
dl dl

Vergleich der Dispersion von Gitter- und Prismamonochromator

Die Dispersion eines Gittermonochromators ist im gesamten Wellenlängenbereich


konstant, während die Dispersion eines Prismamonochromators mit zunehmender
Wellenlänge abnimmt.

66
Analytische Chemie

ACII TC
Probeküvetten für Lösungen:

Durchlässigkeitsgrenzen der Lösungsmittel beachten!


Richtwerte: Wasser 190 nm, Methanol 205 nm, Chloroform 245 nm, n-Hexan 200 nm,
Aceton 330 nm, Acetonitril 190 nm, Benzol 280 nm, Essigsäureethylester 255 nm
67
Analytische Chemie

ACII TC
Messung von gasförmigen Proben

Küvetten für Gase

Küvettenlose Messung Gasen in der Atmosphäre:


z.B. Bestimmung der Gesamtmenge von stratosphärischem Ozon
über der Erdoberfläche

68
Analytische Chemie

ACII TC
Detektoren für UV-vis Strahlung:

* Photozelle

* Photoelektronenvervielfacher (Sekundärelektronenvervielfacher, SEV)

* Photodiode (Photodiodenarray)

* Charge coupled device (CCD)

69
Analytische Chemie

ACII TC
Photozelle
Sie beruht auf dem „äußeren Fotoeffekt“ und besteht aus einer Katode (Material
z.B. Alkalimetall), aus der im Vakuum durch auftreffende Photonen Elektronen
herausgeschlagen werden. Diese fließen auf Grund der angelegten Spannung zur
Anode und ergeben einen Strom.

Sekundärelektronenvervielfacher (SEV)
Wie bei der Photozelle werden durch Photonen Elektronen aus der Katode
herausgeschlagen. Diese werden durch ein elektrisches Feld beschleunigt und
treffen auf Dynoden, wo jeweils pro Elektron mehrere Sekundärelektronen
herausgeschlagen werden.
SEV

70
Analytische Chemie

ACII TC
Photodiode (Photodiodenarray)
Halbleiterbauelement, die auf dem „inneren Photoeffekt“beruhen (Erhöhung der
Leitfähigkeit eines Halbleiters durch Licht)

Charge coupled device (CCD)


Der Bauteil besteht aus einer Matrix mit lichtempfindlichen Elementen (Pixels),
welche auf Halbleitern basieren.

71
Analytische Chemie

ACII TC
Optimaler Messbereich bei Extinktionsmessungen
Würde man einen Messfehler des Gerätes bei der Lichtintensitätsmessung (d.h. bei der
Durchlässigkeitsmessung) von 1 % annehmen, so würde sich ein Minimum des Fehlers
der Konzentrationsbestimmung dann ergeben, wenn man eine Durchlässigkeit von 37%
misst. Bei höheren oder niedrigeren Durchlässigkeiten nimmt der Fehler der
Konzentrationsbestimmung zu (1 % Messfehler bei 37 % Durchlässigkeit bedeutet
2.7% Fehler der Konzentrationsbestimmung. 1 % Messfehler bei 80 % Durchlässigkeit
bedeutet 5.6 % Fehelr der Konzentrationsbestimmung).
Ein günstiger Messbereich liegt daher zwischen Extinktionen von 0.2 bis 0.8.

Optimaler Messwellenlänge

Die höchste Empfindlichkeit (DE/Dc) erhält man, wenn man bei der Wellenlänge misst,
die dem Maximum des Absorptionsspektrums entspricht. Allerdings ist zu bedenken,
dass zur Vermeidung von Störungen durch Matrixkomponenten eine Messwellenlänge
abseits des Absorptionsmaximums sinnvoll sein kann. Es sollte jedoch nicht bei
Wellenlängen gemessen werden, welche an steilen Flanken des Absorptionsspektrums
liegen.

72
Analytische Chemie

ACII TC
Kalibrierung
Quantifizierung durch externe Mehrpunkt-
Kalibration

Kalibrierlösungen Die Abhängigkeit der Messgröße von


der Konzentration wird über einen
µg / mL Extinktion linearen Ansatz behandelt („lineare
Regression“).
Es werden folgenden Kenngrößen
Labor 1 Labor 2 berechnet:
0 0.038 0.039 * Steigung m der Geraden
0.25 0.134 0.121 * Ordinatenabschnitt b
0.50 0.239 0.261 * Geradengleichung y=kx+d
0.75 0.342 0.340 * Reststandardabweichung sy
1.00 0.429 0.415 * Verfahrensstandardabweichung sx0
1.25 0.533 0.549
1.50 0.640 0.656
1.75 0.731 0.710 Wenn notwendig kann auch ein
2.00 0.839 0.850 quadratischer Ansatz
herangezogen werden:
y=nx2+mx+d 73
Analytische Chemie

ACII TC
Kalbrierkurven
Reihe1 Linear (Reihe1)

0,9
y = 0,3992x + 0,0369
2
0,8 R = 0,9997

0,7

0,6

0,5

0,4

0,3

0,2

0,1

0
0 0,5 1 1,5 2 2,5

74
Analytische Chemie

ACII TC
Reihe1 Linear (Reihe1)

0,9
y = 0,4007x + 0,0372
2
0,8 R = 0,9955

0,7

0,6

0,5

0,4

0,3

0,2

0,1

0
0 0,5 1 1,5 2 2,5

75
Analytische Chemie

ACII TC
Lineare Kalbrierkurven

Die Summe aller Quadrate der Abweichungen der Messwerte in y-Richtung


von der Ausgleichsgeraden muss ein Minimum werden

 y x 
Qxy  ( xi  yi )   i i  Qxx  xi
2

xi 
2

 n  n
Qxy
Steigung k der Kalibrierkurve: k
(Empfindlichkeit des Verfahrens) Qxx

Ordinatenabschnitt d: d  y  kx
( yi  yˆ i ) 2
Reststandardabweichung: sy 
(Streuung der Residuen, d.h. n2
Streuung der Signalwerte in y-Richtung um die Ausgleichsgerade)

sy s x 0 100%
Verfahrensstandardabweichung: s x 0  Rel.Verf.Stand.Abw.: Vx 0 
k 76x
Analytische Chemie

ACII TC
Lineare Kalbrierkurven

Korrelationskoeffizient r
(Zahl, welche angibt ob und wie ein Variablenpaar x und y miteinander
verknüpft ist („korreliert“). Der Korrelationskoeffizient kann Werte zwischen -1
und +1 annehmen)
xi  x    yi  y 
r
xi  x    yi  y 
2 2

Liegen alle Messwerte exakt auf der berechneten Regressionsgeraden, so wird


r entweder den Wert -1 oder +1 annehmen (Abhängig vom Vorzeichen der
Steigung).

Der Korrelationskoeffizient r kann nicht dazu verwendet werden, um die


Linearität der Abhängigkeit der Messgröße von der Konzentration
nachzuweisen !

77
Analytische Chemie

ACII TC
Drei Regressionsgeraden mit r = 0.85 !!

78
Analytische Chemie

ACII TC
Wann ist der Zusammenhang zwischen Messwerten und
Konzentrationen linear ?

* Wie ist die Optik des Zusammenhanges ?

* Auftragen von yi/ci gegen ci


Diese Punkte sollten parallel zur x-Achse verlaufen

79
Analytische Chemie

ACII TC
0,6

0,5

0,4

0,3 Reihe1

0,2

0,1

0
0 0,5 1 1,5 2 2,5

80
Analytische Chemie

ACII TC
Kalibrierung

Auswertung durch Standardaddition (Aufstocken)

Messdaten müssen
Blindwert-korrigiert
sein !

0.50 0.25 0 0.25 0.50 0.75 1.00

81
Analytische Chemie

ACII TC
Kalibrierung

Auswertung durch Standardaddition (Aufstocken)


Die beschriebene Standardaddition kann klarerweise nur angewendet werden,
wenn für den theoretische Zusammenhang zwischen Signal und Konzentration
gilt y= kx gilt (d.h. Ordinatenabstand d=0!)

Daher können Messungen mit Ionenselektiven Elektroden nicht nach dieser


Weise ausgewertet werden
E = E° + S log g[Analyt]

Man könnte zwar log g[Analyt] als x verwenden, aber E° wäre als
Ordinatenabstand d ungleich 0 !
In einem derartigen Fall hilft mitunter eine Umformung:

E/S = E°/S + log g[Analyt]


10^E/S = 10^(E°/S + log g[Analyt])
10^E/S = 10^(E°/S) x 10^(log g[Analyt])
10^E/S = k g[Analyt]

Daher 10^E/S gegen [Analyt] auftragen, und die beschriebene Methode ist 82
anwendbar !
Analytische Chemie

ACII TC
(Spektral)Photometrische Titrationen

Messung der Extinktion als


Funktion des Volumens an
zugesetztem Titrationsmittel

Messvolumen

83
Analytische Chemie

ACII TC
(Spektral)Photometrische Titrationen

Messung der Extinktion als Funktion des Volumens an zugesetztem


Titrationsmittel
Extinktion

Extinktion
mL Titrationsmittel
Titration der Wasserhärte mit
EDTA unter Verwendung von
Titration von Cu2+ mit EDTA bei Eriochromschwarz T als
745 nm Farbindikators (610 nm)
84
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Absorption von Licht im UV-vis Bereich (ca. 190 – 780 nm) durch
Moleküle. Elektronenübergang eines Elektrons aus einem Molekülorbital
in ein Orbital höherer Energie

85
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Mögliche Übergänge:

n a p* (benötigen die geringste Energie)

p a p* (benötigen etwas mehr Energie)

s a s* (benötigen die meiste Energie, daher meist nur im kurzwelligen


UV Bereich beobachtbar, d.h. unter 190 nm, somit analytisch
wenig interessant)

Gruppen in einem Molekül, die zu Lichtabsorption im (analytischen) UV-vis Bereich führen,


nennt man Chromophore. Die Substitution durch einen Chromophor an einem
Kohlenwasserstoff führt zu einer bathochromen Verschiebung der Lichtabsorption.

Absorption auf Grund von Übergängen von d-Elektronen im UV-vis Bereich sind u.a. in
Metallkomplexen zu beobachten, wobei Elektronenübergänge zwischen besetzten und
nicht besetzten d-Orbitalen auftreten, da die d-Orbitale unter dem Einfluss der Liganden 86
verschiedene Energieniveaus annehmen.
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich

Beispiel: Formaldehyd

Im Molekülorbitaldiagramm ist eines der nichtbindenden Orbitale des Sauerstoffs


vollständig mit den drei bindenden Sigmaorbitalen vermischt. Diese vier (s1, s2,
s3, s4) Orbitale sind von je einem Elektronenpaar mit entgegengesetztem Spin
besetzt. Das nächsthöhere (mit zwei Elektronen besetzte) Molekülorbital ist das
p-Orbital, welches aus den py-Atomorbitalen des Kohlenstoffatoms und des
Sauerstoffatoms gebildet wird. Danach kommt das nichtbindende
Sauerstofforbital. Das nächste ist das (nichtbesetzte) antibindende p*-Orbital. Die
Molekülorbitale mit der höchsten Energie sind die (nichtbesetzten) antibindenden
s*-Orbitale.

87
Analytische Chemie

ACII TC
88
Analytische Chemie

Molekülemissionsspektroskopie

ACII TC
im UV-vis Bereich

Chininhaltiges Getränk unter


normalem Licht und unter UV-
Licht

Lichtemission nach
Absorption von Licht kürzerer
Wellenlänge

89
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (Jablonski Termschema)
IC Schwingungs-
Energie

relaxation
IC interne Konversion (strahlungsloser
Jeder Elektronenzustand
EC (strahlungsloser Übergang)
besteht aus mehreren
Übergang)
energetisch verschiedenen interne Konversion
Schwingungszuständen externe Konversion
(strahlungsloser Übergang) ISC Intersystem Crossing
S2 (strahlungsloser Übergang)
2. angeregter
Elektronenzustand
(Singulett-Zustand)
IC
S1
1. angeregter
Elektronenzustand ISC
(Singulett-Zustand)
IC Anr. Anr.
Fl. T1
EC Ph. 1. angeregter
Elektronenzustand
S0 (Triplett-Zustand)
Elektronen-
Grundzustand 90
Anr. Anregung Fl. Fluoreszenz Ph. Phosphoreszenz
Analytische Chemie

ACII TC
Instrumentierung für Fluoreszenz/Phosphoreszenz-Messungen
(Lumineszenzmessungen)

ILumineszenz = prop c
Lichtquelle Monochromator I Probe

Herleitung:
I
 10 edc Xenonlampe
I0 Laser
Ia I0  I
I a absorbiert e Intensität :   1  10 edc
I0 I0 Monochromator II
I Lumineszenz I
 F a  F (1  10 edc )
I0 I0
I Lumineszenz  FI 0 (1  10 edc )
Anwendung einer M cLaurin Reihenentw icklung :
f ´(0) f ´´(0) 2
f ( x)  f (0)  x x  ...
1! 2!
I0 Intensität des Anregungsstrahlung Detektor
(2,303edc) 2
1  10 edc  2,303edc   ... e Extinktionskoeffizient bei
2!
Bei entsprechendem Abbruch der Reihe ergibt sich :
Anregungswellenlänge
d Schichtdicke
1  10 edc  2,303edc
c Konzentration
F Quantenausbeute 91
d .h. I Lumineszenz  FI 0 2,303edc
Analytische Chemie

ACII TC
Lumineszenz

Anregungsspektrum:
Messung der Intensität der Lumineszenz bei einer festen
Wellenlänge unter Veränderung der Wellenlänge der anregenden
Strahlung

Emissionsspektrum:
Messung der Intensität der Lumineszenz als Funktion der
Emissionswellenlänge bei einer festen Wellenlänge der anregenden
Strahlung

92
Analytische Chemie

ACII TC
Chemilumineszenz

Funktionsweise eines Leuchtstabs:


1. Kunststoffröhrchen
2. Wasserstoffperoxid im Glasröhrchen
3. Phenyloxalat und Farbstofflösung
4. Aufbrechen des Glasröhrchens
5. Nachdem das Glasröhrchen gebrochen
ist und die Stoffe sich mischen, leuchtet
der Leuchtstab

93
Analytische Chemie

ACII TC
Chemilumineszenz

Erzeugung von angeregten


Elektronenzuständen durch chemische
Reaktionen
z.B. NO + O3 g NO2* + O2

NO2* g NO2 + Licht

(Anwendung zur Messung von NOx in der Luft)

Biolumineszenz

Erzeugung von angeregten


Elektronenzuständen durch biochemische
Reaktionen

94
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülspektroskopie im IR Bereich

Molekülabsorptionsspektroskopie
im IR Bereich
Analytische Chemie

ACII TC
IR-Spektroskopie

Absorption von Strahlung im Infrarot-Bereich

Bereiche:

NIR 14.000 cm-1 – 4.000 cm-1 oder 720 nm –2,5 mm


MIR 4.000 cm-1 – 400 cm-1oder 2,5 mm – 25 mm
FIR 400 cm-1 – 20 cm-1 oder 25 mm - 500 mm

Geräte:

Gittergeräte (meist in 2-Strahlausführung

FT-IR Geräte (fast immer 1 Strahl) - werden in ACIII-Vorlesung 96


besprochen
Analytische Chemie

ACII TC
Molekülabsorptionsspektroskopie IR Bereich

Im IR-Bereich ist die Strahlungsenergie nicht mehr groß genug um Übergänge von
Elektronen zwischen verschiedenen Energieniveaus im Molekül anzuregen. Stattdessen
können jedoch Übergänge zwischen verschiedenen Schwingungszuständen (sowie
zwischen verschiedenen Rotationszuständen) des Moleküls angeregt werden

97
Analytische Chemie

ACII TC
Zum Verständnis der unterschiedlichen Schwingungszustände kann man als
einfachstes System ein zweiatomiges Molekül heranziehen, dessen beide
Atome durch eine Feder (chemische Bindung) verbunden sind.
Werden die beiden Atome um eine bestimmte Strecke aus der Ruhelage
ausgelenkt, so wird die Energie des Systems erhöht (potentielle Energie).
Überlässt man anschließend das System sich selbst, werden die beiden
Atome entlang der Bindungsachse um die Gleichgewichtslage schwingen
(potentielle Energie wird in kinetische Energie überführt und umgekehrt).

In atomaren / molekularen Systemen ist allerdings die Energie gequantelt. Es


können also nicht alle beliebigen Energiezustände eingenommen werden,
d.h. es kann nicht Auslenkungen um alle beliebigen Strecken stattfinden. Es
gibt lediglich ganz bestimmte (gequantelte) Energiezustände, die vom
Molekül eingenommen werden können. Bei Energieaufnahme
(Lichtabsorption) kann das Molekül von einen Schwingungszustand in einen
höheren Schwindungszustand übergehen.

Als Modell kann der harmonische Oszillator (vereinfacht) sowie der


anharmonische Oszillator dienen
Analytische Chemie

ACII TC
Schwingungsenergiezustände eines zweiatomigen Moleküls beschrieben
durch einen harmonischen Oszillator (links) bzw. exakter durch einen
anharmonischen Oszillator (rechts).

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Analytische Chemie

ACII TC
IR-Spektum

„fingerprint“ (<1200)

100
Analytische Chemie

ACII TC
Atomspektroskopie im UV-visible Bereich

Atomabsorptionsspektroskopie (AAS)

Atomemissionsspektroskopie (AES)
Analytische Chemie

Atomspektroskopie

ACII TC
AAS AES

Messung der Messung der


Lichtabsorption Lichtemission
(Atom im (Atom in einem
Grundzustand geht durch hohe
in einen höheren Temperatur
Elektronenzustand angeregten Energiezustände der Atomorbitale
über) Elektronenzustand im Natrium-Atom
geht in den
Grundzustand über
Analytische Chemie

ACII TC
Atomabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AAS)
Die AAS beruht auf der Absorption von Strahlung durch Atome. Dabei werden
äußere Elektronen in höhere Energieniveaus überführt.
(Grundsätzlich können Elektronen, die z.B. durch thermische Energie in höhere
Energieniveaus überführt wurden, wieder in den Grundzustand übergehen und
Strahlung aussenden. Dies wird bei der Atomemissionsspektroskopie genützt -
siehe späteres Kapitel).
Für das Verhältnis der Zahl der Atome im Grundzustand N0 zur Zahl der Atome im
angeregten Zustand NJ gilt:
DE
gJ g0 statistische Gewichte der beiden Zustände (zusammenhängend mit
N J g J  kT Zahl der Quantenzustände in einem Energienieveau)
 e DE Energiedifferenz zwischen zwei Zuständen
N0 g0
K Boltzmann-Konstante T Temperatur

Bei 2000 - 3000 K (Flammentemperaturen) sind die meisten Atome im Grundzustand. Die
Wahrscheinlichkeit für Absorption von Strahlung ist daher wesentlich höher als für Emission

103
Analytische Chemie

Atomabsorptionsspektroskopie im

ACII TC
UV-vis Bereich (AAS)
AAS-Instrumentierung

Einstrahlgerät

Atomisator
Lichtquelle mit Proben- Mono- Lichtdetektor
zufuhr chromator

Zweistrahlgerät

z.B. Hohlkatoden-
lampe Flamme z.B. Gitter
(Linienstrahler) Graphitofen SEV
oder Hydridtechnik
Kontinuumstrahler

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Analytische Chemie

ACII TC
Atomabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AAS)
Hohlkathodenlampe

Wird eine genügend hohe Spannung zwischen den Elektroden angelegt, so kommt es zu
einem Stromfluss durch das Gas. (Elektronen und Argonkationen). Beim Auftreffen der
Argonkationen auf die Hohlkatode schlagen sie Metallatome aus der Kathodenoberfläche
heraus (engl.„sputtern“). Die Metallatome werden im Hohlraum ihrerseits durch
105
Wechselwirkung mit Elektronen oder Stöße mit Ionen angeregt und senden Strahlung aus.
Analytische Chemie

ACII TC
Atomabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AAS)
Elektrodenlose Entladungslampe

106
Analytische Chemie

ACII TC
Atomabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AAS)
Flamme als Atomisator

Probenan-
saugung

107
Flamme als Atomisator
mit Sprühkammer

108
Analytische Chemie

ACII TC
Atomabsorptionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AAS)

Graphitrohr als Atomisator

ca. 3 cm Länge
bis 2500-3000 K
5 –µL
100 µL Probenlösung

Graphitrohr Heizprogramm

L´vov platform
109
Analytische Chemie

Atomabsorptionsspektroskopie im

ACII TC
UV-vis Bereich (AAS)

Hydridtechnik und Kaltdampftechnik


Analytische Chemie

ACII TC
Gängige Atomisierungstechniken

• Flammen-AAS: günstig, hoher Probenbedarf (ml), Nachweisgrenzen mg/kg;


• Graphitrohr-AAS: günstig, geringer Probenbedarf, Nachweisgrenzen mg/kg;
• Hydrid-AAS: günstig, hohe Selektivität, hoher Probenbedarf,
Nachweisgrenzen mg-mg/kg;
• Flammen AES: nur wenige Elemente, hoher Probenbedarf (ml);
• ICP-AES: hoher Probenbedarf (ml), Multi-elementanalytik,
Nachweisgrenzen mg/kg;
• ICP-MS: hoher Probenbedarf (ml), Multi-elementanalytik,
Nachweisgrenzen mg/kg, kaum Interferenzen
(siehe MS-Teil)
Analytische Chemie

AAS

ACII TC
Interferenzen:

Transport-Interferenzen

Chemische-Interferenzen
Verdampfungsinterferenzen

Gasphasen-Interferenzen

Spektrale-Interferenzen
Analytische Chemie

AAS

ACII TC
Transport-Interferenzen
Diese Interferenz entsteht durch den Einfluss physikalischer Probeneigenschaften wie Dichte,
Viskosität, Oberflächenspannung auf die Zerstäubung. Das eigentliche Problem ist dabei ein
unterschiedliches Verhalten von Probe und Kalibrierlösungen.
Abhilfe: Kalibrierung mit Standardaddition

Chemische Interferenzen / Verdampfungsinterferenzen


Sie resultiert aus der Bildung schwerflüchtiger, thermisch stabiler Verbindungen in der Flamme, etwa
Oxide, Carbide oder Phosphate. Hierzu gehört zum Beispiel die Störung in Calcium- und Phosphat-
haltigen Proben oder in Ca- und Al-haltigen Proben.
Abhilfe: Erhöhung der Temperatur oder Zugabe von La3+ oder Sr2+ Salzen, welche mit Phosphat
reagieren

Chemische Interferenzen / Ionisationsinterferenzen (Gasphaseninterferenzen)


Wenn der Analyt in der Flamme in signifikantem Ausmaß ionisiert vorliegt (insbesondere bei hohen
Flammentemperaturen und bei leicht ionisierbaren Metallen wie Alkali- oder Erdalkalimetalle), so
sinkt der Anteil der neutralen Atome, deren Extinktion gemessen wird.
Abhilfe: Zugabe von Ionisationspuffern im Überschuss. Dies sind Salze von Metallen, die ihrerseits
leicht ionisiert werden und so durch hohes Elektronenangebot den Analyten in die neutrale Form
überführen. Oft werden Cs-Salze eingesetzt.

Spektrale Interferenzen
In seltenen Ausnahmefällen liegen Linien zweier Elemente übereinander. Abhilfe: andere Linie
wählen.
Häufig treten Interferenzen durch Lichtabsorption durch Moleküle und aufgrund der Lichtstreuung
durch Partikel (Ruß, schwerflüchtige Oxide, usw.) in der Flamme auf. Abhilfe: Untergrundkorrekturen.
Analytische Chemie

AAS

ACII TC
Untergrundkorrekturen

Deuteriumkorrektur (im Fall von Linienstrahlern als Lichtquelle)

Korrektur mittels Zeeman-Effekt (im Fall von Linienstrahlern als Lichtquelle)

Smith-Hieftje Korrektur (im Fall von Linienstrahlern als Lichtquelle)

Messung neben der Linie (im Fall von continuum source AAS)

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Analytische Chemie

ACII TC
Deuteriumkorrektur
Deuteriumlampe als Kontinuumstrahler
Hohlkatodenlampe als Linienstrahler
Analytische Chemie

ACII TC
Korrektur mittel Zeeman -Effekt
Aufspaltung von Spektrallinien beim Zeeman-Effekt (gilt sowohl
für Emissions- als auch für Absorptionslinien)

Die π-Komponente absorbiert bzw. emittiert nur Strahlung, deren


Polarisationsebene parallel zum externen Magnetfeld ist, während bei den σ-
Komponenten die Polarisationsebene senkrecht zur Feldrichtung ist.
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Analytische Chemie

ACII TC
Korrektur mittel Zeeman -Effekt

Für die Zeeman-Untergrundkompensation ist grundsätzlich eine Reihe von


Möglichkeiten denkbar, wobei drei verschiedene Parameter variiert werden können:
* Magnetfeld an Strahlungsquelle (Aufspaltung der Emissionslinie) oder an
Atomisator (Aufspaltung der Absorptionslinie, so genannter inverser Zeeman-Effekt),
* Magnetfeld parallel oder senkrecht zur Strahlungsführung
* Permanentes Feld oder Wechselfeld

In der Praxis wird fast ausschließlich der inverse Zeeman-Effekt genutzt, bei dem das Magnetfeld an
der Atomisierungseinheit anliegt (meistens für Graphitrohr-AAS eingesetzt). Dabei ist zu
unterscheiden zwischen Geräten mit konstantem oder gepulstem Magnetfeld.
Analytische Chemie

ACII TC
Korrektur mittel Zeeman -Effekt

Wenn die Polarisationsebene parallel zum


Feld liegt, findet spezifische und
unspezifische Absorption durch die π-
Komponente statt, wobei Absorptionslinien
grau dargestellt sind, der unspezifische
Untergrund orange. Bei senkrechter
Stellung der Polarisationsebene findet
keine Absorption durch den Analyten statt,
weil nur die σ-Komponenten auftreten, die
nicht bei der Wellenlänge λ0 der
Hohlkatodenlampe absorbieren.

Zeeman-Untergrundkorrektur mit konstantem


Magnetfeld und rotierendem Polarisator
Analytische Chemie

ACII TC
Korrektur mittel Zeeman -Effekt

Bei Geräten mit gepulstem Magnetfeld


findet zunächst bei ausgeschaltetem Feld
die Messung der Gesamtabsorption der
nicht aufgespaltenen Linie statt. Bei
eingeschaltetem Feld wird anschließend
nur die Absorption des Untergrundes
gemessen

Zeeman-Untergrundkorrektur mit gepulstem


Magnetfeld (und feststehendem Polarisator)
Analytische Chemie

ACII TC
Smith-Hieftje Untergrund-Korrektur

Korrektur mittels Hochstrompuls (Smith-Hieftje)


Analytische Chemie

ACII TC
Untergrund-Korrektur durch Messen neben der Linie

In der Continuum Source AAS (CS-AAS) ist es Der Ausdruck "Messen neben der Linie" bezieht
möglich, die spektrale Umgebung einer Absorptions- sich dabei auf die Möglichkeit, die Pixel, die sich
linie direkt und mit hoher Auflösung abzutasten. außerhalb der eigentlichen Linie befinden, für eine
Voraussetzung für dieses Verfahren ist der Einsatz Untergrundkorrektur heranzuziehen.
von Xenon-Lampen als kontinuierliche
Strahlungsquelle und von CCD-Zeilen (Charge
Coupled Device) als Detektor.
http://www.chemgapedia.de
Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AES)

Zur Lichtemission muss eine genügend große Anzahl von Atomen im


angeregten Zustand vorliegen, was durch entsprechend hohe Temperaturen
des Atomisators erreicht wird.
Während für Alkalielemente bereits Flammentemperatur ausreicht, sind für
andere Elemente Temperaturen von 6000 - 10000 K notwendig. Solche hohen
Temperaturen lassen sich in einem Argongas-Plasma (ionisiertes Gas)
erreichen. Diese Technik wird mit ICP bezeichnet (inductively coupled plasma)

122
Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AES)
Probe- Zer-
lösung stäuber

Anregung
(Flamme oder Plasma)

Plasma

Inductively coupled plasma -


123
optical emission spectroscopy
Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AES)

Plasma
http://www.icp-ms.de/tech/plasma.html 124
Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AES)

Sequentielle Analyse

Czerny-Turner Monochromator
Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis
Bereich (AES)

Simultane Analyse

Paschen-Runge Polychromator mit Rowland Ring


Analytische Chemie

ACII TC
Atomemissionsspektroskopie im UV-vis Bereich
(AES) für direkte Analyse fester Proben

Funkenemissionsspektrometer
Analytische Chemie

ACII TC
Einführung in Immunoassays
Analytische Chemie

Immunoassays

ACII TC
Antigen + Antikörper D Antigen/Antikörper

Substanzen, welche eine Antikörperbildung induzieren, sind üblicherweise


höhermolekulare Moleküle.
Niedermolekulare Verbindungen induzieren meist keine Antikörper.

Hapten: Substanz (normalerweise von niedrigem Molekulargewicht), die in


einem zuvor nicht mit diesem Stoff in Berührung gekommenen Organismus
nur unter bestimmten Bedingungen eine Immunantwort auslösen kann, so
besonders dann, wenn sie an einen (hochmolekularen) Träger, z.B. ein
Protein, gekuppelt ist.
Ein Hapten ist jedoch in der Lage, mit bereits gebildeten Antikörpern
spezifisch zu reagieren.
Analytische Chemie

ACII TC
Direkter kompetitiver
„Mikrotiter-
Enzym-Immunoassay
platte“
(ELISA)

In einem kompetitiven
Immunoassay
konkurriert das
Antigen (Analyt) der
Probelösung mit
markiertem Antigen
(Tracer) um
Bindungen des
immobilisierten
Antikörpers. Die
Menge von Tracer
wird dann z.B. Messung der
Extinktion
photometrisch
bestimmt. Der
Response ist
umgekehrt
proportional zur
Konzentration des
Antigens in der
Probelösung. genome.tugraz.at/molecularDiagnostics/ELISA%20(VO5).ppt
Analytische Chemie

ACII TC
Analyt
Analytische Chemie

ACII TC
Indirekter kompetitiver
Enzym-Immunoassay
(ELISA) Analysenlösung mit Analyt und
definierter Antikörpermengemenge

Definierte immobilisierte
Antigenmenge
Analytische Chemie

ACII TC
Nicht-kompetitiver
Immunoassay
Analysenlösung mit Analyt

Immobilisierte Antikörpermenge
Analytische Chemie
Immunologische Schnelltests

ACII TC
(z.B. Schwangerschaftstest)

Der Schnelltest ist ein


immunchromatographischer Test.
Wird der Teststreifen mit Urin
benetzt, so bindet das hCG-Antigen
(humanes Choriongonadotropin)
(grün) an einen Farbstoff-
markierten hCG-Antikörper (rosa).
Der Antigen-Antikörper-Farbstoff-
Komplex wandert zur Testzone, in
der ein zweiter hCG-Antikörper
(grau) fixiert ist. Der immobilisierte
Antikörper bindet den wandernden
Antigen-Antikörper-Farbstoff-
Komplex in dieser Zone und färbt
diese an. Überschüssiger Farbstoff-
markierter hCG-Antikörper (rosa)
wandert weiter zur Kontrollzone, in
der ein anti-Fc-Antikörper
(dunkelgrau) fixiert ist. Der
immobilisierte anti-Fc-Antikörper
bindet den überschüssigen
Farbstoff-markierten hCG-
Antikörper (rosa) in dieser Zone
und färbt diese an. wikipedia
Analytische Chemie

ACII TC
Einführung in chromatographische
Trennverfahren

Stationäre
Phase Analyt 2

Analyt 1

Mobile Phase
Analytische Chemie

ACII TC
Was ist Chromatographie ?

Technik zur Trennung von Komponenten einer Probe basierend auf


unterschiedlichen Verteilungen zwischen einer mobilen und einer stationären
Phase.

Chromatographie kann als Säulenchromatographie (stationäre Phase in einer Säule


(Rohr, Kapillare) oder als Dünnschichtchromatographie (stationäre Phase als dünne
Schicht auf einer Platte) durchgeführt werden.

* Flüssigkeitschromatographie (liquid chromatography, LC)


Mobile Phase flüssig
Stationäre Phase fest (selten flüssig)
(durchführbar als Säulenchromatographie oder Dünnschichtchromatographie)

* Gaschromatographie (gas chromatography, GC)


Mobile Phase gasförmig
Stationäre Phase flüssig (polymer) oder fest
136
(durchführbar als Säulenchromatographie)
Analytische Chemie

ACII TC
Arbeitsablauf in der Dünnschichtchromatographie (DC, TLC) (1)

Auf die Dünnschichtplatte (Format z.B. 20x20cm, Dicke der stationären Phase
0.25 mm) werden am unteren Rand einige µL von den verschiedenen
Probenlösungen und eventuellen Kalibrierlösungen aufgetragen
Anschließend wird die Platte in eine Kammer gestellt, in welcher sich die mobile
Phase befindet. Die Kammer ist oft mit Filterpapier ausgekleidet um eine Sättigung
der Kammer mit dem Dampf der mobilen Phase zu gewährleisten. Durch
Kapillarwirkung fließt die mobile Phase über die stationäre Phase nach oben und
nimmt die zu trennenden Komponenten mit. Je nach Wechselwirkung mit der
stationären Phase werden die einzelnen Komponenten verschieden weit wandern.

mobile Phase mobile Phase


Analytische Chemie

ACII TC
Arbeitsablauf in der Dünnschichtchromatographie (2)

Wenn die mobile Phase bis fast zum oberen Rand gelaufen ist, wird die Platte aus
der Kammer genommen. Man markiert die Stelle der Platte, bis der der die mobile
Phase gelaufen ist.

Weiters markiert man die „spots“ der getrennten Komponenten.

Als Rf-Wert einer getrennten Komponente Laufmittel- DC-Platte


bezeichnet man das folgende Verhältnis: front

Strecke Start  Spot


Rf 
Strecke Start  Front

Der Rf-Wert ist die qualitative Information über Auftrage-


eine Substanz linie
Analytische Chemie

ACII TC
Stationäre Phasen in der Dünnschichtchromatographie

Kieselgel polare stationäre Phase


(oder Aluminiumoxid) mobile Phase: unpolar

Normalphasenchromatographie

je polarer die mobile Phase, umso stärker die Elutionskraft


der mobilen Phase (größerer Rf-Wert)

Kieselgel, oberflächenmodifiziert unpolare stationäre Phase


mit C8 oder C18 Kohlenwasserstoffketten mobile Phase: polar

Umkehrphasenchromatographie
(reversed-phase RP)

je unpolarer die mobile Phase, umso stärker die Elutionskraft


der mobilen Phase (größerer Rf-Wert) 139
Analytische Chemie

ACII TC
Halb-quantitative Auswertung von Dünnschichtchromatogrammen

Visueller Vergleich der Intensitäten der Spots


der Proben mit den Spots von Kalibrierproben

Wenn die Substanzen keine Eigenfarbe aufweisen,


kann der stationären Phase ein Fluoreszenzindikator
zugegeben werden, welcher beispielsweise
Fluoreszenzlicht im sichtbaren Bereich aussendet,
wenn die Platte mit UV Licht von 254 nm bestrahlt
wird.
UV-absorbierende Substanzen absorbieren dann
das eingestrahlte UV-Licht, sodass an dieser Stelle
kein Fluoreszenzlicht ausgesendet werden kann.
Damit ergeben sich dunkle Spots auf hellem
Hintergrund.

140
Analytische Chemie

ACII TC
Quantitative Auswertung von Dünnschichtchromatogrammen durch
Remissionsmessungen

Lichtquelle

Monochromator

Detektor

Intensität
Peakfläche
proportional zur
Menge

Ort 141
Analytische Chemie

ACII TC
Säulenchromatographie

Stationäre Phase befindet sich in einer „Säule“, durch welche die mobile
Phase strömt

Säule gepackt mit „Open tubular“ Säule


Partikeln als innen beschichtet mit
stationäre Phase Film als stationäre
Phase

142
Analytische Chemie

ACII TC
Einführung in die Säulenchromatographie

Die mobile Phase kann ein Gas, eine Flüssigkeit oder eine überkritische
Flüssigkeit sein
(Gaschromatographie,
Flüssigkeitschromatographie
supercritical fluid Chromatographie)

Die stationäre Phase kann flüssig oder fest sein

Mögliche Wechselwirkungen zwischen Analyt (in der


mobilen Phase) und stationärer Phase:

* Verteilung
* Adsorption
* Ionenaustausch
143
* ….
Analytische Chemie

ACII TC
tr2
tr1
Detektor-

tm
Signal

tr1

injection Zeit (oder Volumen an mobiler Phase)

tm = Zeit, in der die mobile Phase vom tr = Retentionszeit


Anfang zum Ende der Säule stromt (Totzeit)

tr = Nettoretentionszeit = tr - tm  = tr2/tr1 = relative Retention


Trennfaktor
144
Analytische Chemie

ACII TC
tr2
tr1
Detektor-

tm
Signal

tr1

injection Zeit (oder Volumen an mobiler Phase)

tm = Zeitspanne, während der sich der


Analyt in der mobilen Phase aufhält

tr = Zeitspanne, während der sich der


Analyt in der stationären Phase aufhält
145
Analytische Chemie

ACII TC
Retentionsfaktor k

t´r tr - tm
k= tm = t
m

tr = tm (1 + k)

146
Analytische Chemie

ACII TC
Peakverbreiterung

Zeit Zeit

Während der Trennung kommt es in der Säule zu Peakverbreiterungen


(z.B. auf Grund von Diffusion,...). Üblicherweise nimmt der Peak eine
Gauss-Form an.

Die Effizienz einer Trennung ist umso höher, je geringer die


Peakverbreiterung ist.

147
Analytische Chemie

ACII TC
Peakverbreiterung / Gauss´sche Peakform

s s
h
w1/2=2.35s
1/2h
w=4s

tr
Zeit 148
Analytische Chemie

ACII TC
Zahl der theoretischen Böden N einer Säule

Die Trenneffizienz (möglichst geringe Peakverbreiterung) einer Säule


wird durch die Zahl der theoretischen Böden N angegeben.

N = 16 (tr/w)2 = 5.54 (tr/w1/2)2

Bodenhöhe H (HETP height equivalent of a theoretical plate):

H=L/N L Länge der Säule

149
Analytische Chemie

ACII TC
Auflösung R

Die Auflösung R (Qualität der Trennung zweier Substanzen) hängt von


Unterschied der Retentionszeiten sowie von der durchschnittlichen
Peakbreite ab.

Dtr
R =
wavg

Dtr = Unterschied der Retentionszeiten zweier Peaks = (tr2 - tr1)


wavg = mittlere Peakbreite an der Basis ( 4s)
= (w1 + w2) / 2 150
Analytische Chemie

ACII TC
Auflösung R

Die Auflösung zweier Substanzen auf einer bestimmten


Säule hängt ab von:

N (Maß für die Effizienz)


 (Maß für die Selektivität)
k (Maß für die Retention)

151
Analytische Chemie

ACII TC
Abhängigkeit der Bodenhöhe H von der linearen
Fließgeschwindigkeit u der mobilen Phase

Van Deemter Gleichung:

H = A + (B/u) + Cu

H B Cu
u
Hmin
A

uopt 152
u lineare Geschwindigkeit
Analytische Chemie

ACII TC
Aufbau eines Gerätes für die
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC high-
performance liquid chromatography

Pumpe Injektor (z.B. 20 µL)

Säule (z.B.
Detektor
250 x 4 mm)
(z.B.: UV-vis)
Mobile
Phase
Datenaufnahme
und
Auswertung
153
Analytische Chemie

ACII TC
HPLC

Säule gepackt mit Partikeln der stationären Phase (3-10 µm Durchmesser)

stationäre Phase:

Kieselgel (polar)
mobile Phase: apolar, Retentionszeit sinkt mit
steigender Polarität der mobilen Phase
Normalphasenchromatographie

C8- oder C18 modifiziertes Kieselgel (unpolar)


mobie Phase: polar, Retentionszeit sinkt mit
abnehmender Polarität der mobilen Phase
Umkehrphasenchromatographie 154
Analytische Chemie

ACII TC
HPLC Detektoren

z.B. UV-vis Absorptionsdetektoren

Fixwellenlängendetektoren (254 nm, Quecksilberlampe !)

Detektoren mit variabler Wellenlänge


(Lichtquelle - Monochromator – Durchflusszelle – Photomultiplier)

Photodioden- Array (PDA) Detektoren


(Lichtquelle – Durchflusszelle – Monochromator – Array von Photodioden)

155
Analytische Chemie

ACII TC
Aufbau eines Gerätes für die Gaschromatographie (GC)

Detektor (z.B.
mobile Phase (z.B. Helium) Flammen-
ionisationsdetektor
Septum

Injektor

Trennsäule
Säulenofen (konstante oder
156
(programmierbare T)
Analytische Chemie

ACII TC
Gaschromatographie (GC)

– Mobile Phase: gasförmig (He, N2, oder H2)


– Stationäre Phase:
nicht-flüchtige Flüssigkeit (Polymer)
(gas/flüssig Verteilungschromatographie)
(seltener) feste Partikel
(gas/fest Adsorptionschromatographie)

– Analyte müssen bei der Probeneinspritzung unzersetzt verdampfbar


sein

157
Analytische Chemie

ACII TC
Fused-silica Kapillaren als Trennsäulen in der GC

(außen zum Schutz mit Polyimid beschichtet)

10-100 m Länge

Innendurchmesser
zwischen 0.1 und 0.5 mm

Open-tubular Säule, innen beschichtet mit


stationärer Phase
(Filmdicke zwischen 0.1 und 5 µm)

158
Analytische Chemie

ACII TC
Stationäre Phasen in der GC

Beispiel für flüssige (polymere) stationäre Phase

Polysiloxane R R
(unpolar)
O Si O Si
R = methyl
R R n

159
Analytische Chemie

ACII TC
GC Ofen
für konstante Temperatur oder Temperatur-Programmierung
Response Response Response

C6 C7 C8
Low T
C9

C6 C7 C8 C9 C10 High T
C11 C12

C6 C7 C8 C9 C10 C11C12 C13

T
time

160
Analytische Chemie

ACII TC
GC Detektoren

Ein häufig verwendeter Detektor in der GC ist der


Flammenionisationsdetektor FID

Katode (sammelt die


gebildeten
CHO+ Ionen)
Anode
Wasserstoff / Luft Flamme
Luft
H2
161
von Säule
Analytische Chemie

ACII TC
Quantitative Auswertung von Chromatogrammen

Peakfläche = prop Menge (Konzentration)


t ( Peakende)

Peakfläche   Detektorsignal dt
t ( Peakbeginn)
Näherungsweise gilt:
Peakfläche = Höhe x Breite in halber Höhe

A) Quantifizierung durch externe Mehrpunkt-Kalibrierung

Kalibrierlösungen herstellen und messen, Kalibrierkurve durch lineare


Regression erstellen (Fläche = k Konz + d), Probenflächen entsprechend der
Kalibrierkurve auswerten.
Konzentration ( Menge)
Response Faktor RF:
Fläche

162
Analytische Chemie

ACII TC
Quantitative Auswertung von Chromatogrammen

B) Quantifizierung durch externe Einpunkt-Kalibrierung

Geht die Kalibrierkurve durch den Null-Punkt (innerhalb des zufälligen Fehlers)
und ist die Linearität gegeben, so ist auch die Kalibrierung mit einer einzigen
Konzentration (Menge) ausreichend.

Konzentration (Probe) = Fläche x Response Faktor

C) Quantifizierung durch externe Mehrpunkt-Kalibrierung mit internem


Standard

Sowohl zur Probe als auch zu den Kalibrierstandards wird die gleiche Menge
einer Substanz (interner Standard) zugegeben, die in der Probe selbst nicht
vorhanden ist und im Chromatogramm durch keinen anderen Peak gestört wird.
Für jedes Chromatogramm wird die Fläche des Analyten durch die Fläche des
internen Standards dividiert.
RF(Analyt)
Relativer Response Faktor RRF: RF(interner Standard)
163
Analytische Chemie

ACII TC
Quantitative Auswertung von Chromatogrammen

D) Quantifizierung durch externe Einpunkt-Kalibrierung mit internem


Standard

Konzentration(Probe) = Fläche(Analyt) / Fläche(interner Standard) x relativer Response


Faktor x Konzentration(interner Standard)

Methoden mit internem Standard sind dann vorteilhaft, wenn Injektionsvolumina


nicht ausreichend reproduzierbar sind oder wenn nach der Probenaufarbeitung
das Volumen nicht auf einen exakt bekannten Wert gebracht werden kann.

E) Quantifizierung durch Standardaddition (Aufstockmethode)


Anwendbar, wenn linearer Response nachgewiesen ist und kein Blindwert
vorliegt.
Probe messen, anschließend Standard zur Probe zufügen und nochmals
messen (Standardzugabe am besten mehrfach wiederholen)

164
Analytische Chemie

ACII TC
Kinetische Analysenverfahren
Analytische Chemie

ACII TC
Reaktionsgeschwindigkeiten

Reaktion 1.Ordnung Reaktion 2.Ordnung

Wenn die Konzentration von B


gegenüber A sehr groß ist, so bleibt
sie parktisch konstant, und die
Reaktion ist pseudo-1.Ordnung
Analytische Chemie

ACII TC
Katalysierte Reaktionen

Katalysatoren können die Reaktionsgeschwindigkeit erhöhen.


Die Messung der Reaktionsgeschwindigkeit kann eventuell herangezogen
werden, um die Menge des als Katalysator wirkenden Analyten zu
bestimmen:

Beispiel:

Spurenbestimmung von Iodid:

As(III) reagiert mit Ce(IV) zu As(V) und Ce(III). Die Reaktion wird durch Iodid
katalysiert.
Ce(IV) Lösungen sind gelb, Cer(III) Lösungen sind farblos. Eine Messung
der Geschwindigkeit der Entfärbung (Lichtabsorption bei 410 nm) erlaubt die
Bestimmung der Iodid-Konzentration.
Analytische Chemie

ACII TC
Enzym-katalysierte Reaktionen

Enzyme sind Proteine, welche als Katalysatoren selektiv bestimmte Stoffe


(Substrate) mit hoher Ausbeute umsetzen können.

E Enzym
S Substrat
ES Enzym-Substrat Komplex

R Reaktionsgeschwindigkeit

Bereich für Bestimmungen


der Konzentration
des Enzyms

(Enzymkonzentrationen werden
meist als Umsatzaktivität
Bereich für Bestimmungen ausgedrückt, u.zw. als
der Konzentration international units (I.U.). 1 I.U. =
des Substrates Menge Enzym, welche 1 µmol
Substrat pro Minute umsetzt)
Analytische Chemie

ACII TC
Enzym-katalysierte Reaktionen

Km Michaelis Konstante

Michaelis Konstante
entspricht der Substratkonzentration
bei halber maximaler Reaktionsgeschwindigkeit
Analytische Chemie

ACII TC
Enzym-katalysierte Reaktionen

Beispiel:

Bestimmung von Lactat-Dehydrogenase (LDH)


Analytische Chemie

ACII TC
Nicotinamidadenindinukleotid
Analytische Chemie

ACII TC
Enzym-katalysierte Reaktionen

Weiteres Beispiel:

Bestimmung von Glucose


Analytische Chemie

ACII TC
Nicotinamidadenindinukleotidphosphat
Analytische Chemie

ACII TC
Probenvorbereitung

Lösen, Aufschließen, Veraschen


Analytische Chemie

Probenvorbereitungsschritte

ACII TC
Lösen bzw. Extrahieren / Aufschließen / Veraschen

175
Analytische Chemie

ACII TC
Probenvorbereitungsschritte

Lösen / Aufschließen / Veraschen

Umwandlung der Probe in eine Lösung, in welcher die zu


analysierenden Komponenten möglichst störungsfrei bestimmt werden
können.

Aufschluss: Lösen bei erhöhter Temperatur (Siedepunkt des


Lösungsmittel). Teilweise fließender Übergang zwischen Lösen und
Aufschluss.

Veraschung: Zerstörung von (störenden) Matrixbestandteilen während


des Probenvorbereitungs / Lösungsschritt. Teilweise fließender
Übergang zwischen Aufschluss und Veraschung.

176
Analytische Chemie

ACII TC
Probenvorbereitungsschritte

Lösen / Aufschließen / Veraschen

Lösen in Wasser bzw. Mischungen von Wasser und organischen


Lösungsmitteln, eventueller Zusatz von Säuren oder Basen.
Beschleunigung durch Ultraschall,...

Oxidierende Nassaufschlüsse mit „nichtoxidierenden“ Säuren


(z.B. Salzsäure, Phosphorsäure, Essigsäure), deren Oxidationskraft nur
auf die Protonen zurückzuführen sind

Oxidierender Aufschluss mit Salpetersäure

z.B. Cu + 4 H3O+ + NO3- g Cu2+ + NO + H2O


Organische Kohlenstoffverbindungen g CO2
177
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Oxidierender Aufschluss mit Salpetersäure / HCl

Die Wirksamkeit von Salpetersäure-Aufschlüssen kann durch Zugabe von


HCl (oder HF) verbessert werden, weil

a) durch Komplexierung mit Chlorid (Fluorid) das Redoxpotential


der zu bestimmenden Komponente erniedrigt wird (z.B. Lösen von
Au)

b) durch die Oxidationswirhung des entstehenden


Nitrosylchlorids und freiem Chlor (Königswasser: HCl : HNO3 3:1)

HNO3 + 3 HCl g NOCl + Cl2 + 2 H2O

Aufschluss mit Flusssäure

hauptsächlich für Si-haltige Proben g H2SiF6


178
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen Melamin

Aufschlüsse mit Schwefelsäure

z.B. Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl


Verfahren zur Bestimmung des Gesamtstickstoffgehaltes in biologischen
Proben (Milch, Proteine,...). Beim Aufschluss werden Stickstoffverbindungen
in (NH4)2SO4 umgewandelt. Nach Einstellung eines basischen pH-Wertes
wird NH3 abdestilliert, in einer wässrigen Absorptionsflüssigkeit aufgefangen
und anschließend durch eine Säure/Base-Titration bestimmt

Aufschluss mit Perchlorsäure

nur für anorganische Materialien


Mit organischen Materialien kann Perchlorsäure explosionsartig reagieren!
Perchlorsäuredämpfe können im Abzugssystem mit organischem Material zu
heftigen Explosionen führen !

179
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Aufschlüsse mit Säure / Peroxiden

Als Peroxid wird meist H2O2 in salzsaurer oder salpetersaurer Lösung


eingesetzt.
Anwendbar für anorganische Proben wie auch für biologische Proben
(organische Kohlenstoffverbindungen g CO2 )

Säureaufschlüsse unter Druck

Ein Aufschluss in einem geschlossenen System hat den Vorteil, dass


Kontaminationen leichter vermieden werden und Analytverluste nicht
auftreten.
Vielfach wird Salpetersäure für den Aufschluss eingesetzt.
Durch den Aufschluss unter Druck können wesentlich höhere Temperaturen
angewendet werden (bis 200°C, eventuell auch höher).
Die Energiezufuhr erfolgt häufig durch Mikrowelle.
180
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Druckaufschlusssystem

Tiegelmaterial:
Polytetrafluorethylen (PTFE)
Quarzglas
Glaskohlenstoff
181
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Trockenes Veraschen

Oxidation der Probe in einem offenen Tiegel an Luft bei Temperaturen bis
ca. 600 °C. Anwendbar z.B. für biologische Proben oder Pflanzenteile,
wobei die organische Matrix zu Kohlendioxid zerstört wird. Der Rückstand
kann z.B. in einer Säure gelöst werden.

Aufschluss durch UV-Licht

z.B. Bestimmung von Spurenelementen in Wässern; der angesäuerten


Probe wird eine kleine Menge H2O2 zugegeben, anschließend wird mit
UV-Licht bestrahlt

182
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Oxidation mit Sauerstoff

a) Verbrennung im Sauerstoffkolben
z.B. Halogenbestimmung nach Schöniger; die Probe wird in einem
Platinhalter in einem geschlossenen, mit Sauerstoff gefüllten
Erlenmeyerkolben verbrannt und die Verbrennungsgase (u.a. HCl) in
einer im Kolben befindlichen Absorptionsflüssigkeit absorbiert.

b) Verbrennung in einer Knallgasflamme


z.B. Bestimmung des Gesamt-Schwefelgehaltes in flüssigen Proben; diue
Verbrennungsprodukte (u.a. SO2) werden in einer Absorptionslösung
absorbiert.

c) TOC (total organic carbon) Bestimmungen in Wässern


Verbrennung der Probe und Oxidation der organischen
Kohlenstoffverbindungen zu Kohlendioxid, welches anschließend in der
Gasphase mittels IR-Absorptionsmessung bestimmt werden kann
183
Analytische Chemie

ACII TC
Analytische Chemie

ACII TC
Oxidation mit Sauerstoff (Fortsetzung)

d) Elementaranalyse (CHN oder CHNS Elemental Analyser)


Die Probe wird mit Sauerstoff verbrannt und die Verbrennungsgase mit einem Heliumstrom
über feste Reagenzien/Katalysatoren geleitet, welche den Überschuss an Sauerstoff binden
und die Verbrennungsprodukte quantitativ in N2, CO2, H2O und SO2.
Die Verbrennungsprodukte werden mit dem Heliumstrom nun durch einer Serie von
mehreren Wärmeleitfähigkeitsdetektoren geleitet, wobei sich zwischen den einzelnen
Detektoren selektive Adsorbenzien befinden, die eine bestimmte Komponente der
Verbrennungsprodukte absorbieren. Durch Differenzbildung der Signale der Detektoren
kann somit auf die Menge der verschiedenen Verbrennungsprodukte und damit auf die
Elementarzusammensetzung der Probe geschlossen werden.
Alternativ können die Verbrennungsprodukte
auch durch Gaschromatographie getrennt
und quantifiziert werden (z.B. auch in Form der eher
selten verwendeten Frontalchromatographie).

185
Analytische Chemie

ACII TC
Oxidation mit Sauerstoff (Fortsetzung)

e) AOX (adsorbable organic X) und EOX (extractable organic X)


Bestimmungen in Wässern (X = Cl, Br, I)
Halogenhaltige organische Verbindungen werden an Aktivkohle adsorbiert
(AOX) oder mit einem organischen Lösungsmittel extrahiert (EOX).
Aktivkohle bzw. Extrakt werden dann verbrannt, wobei die organischen
Halogenverbindungen in HCl, Hbr bzw. HI überführt werden, welche in
einer wässrigen Absorptionslösung absorbiert werden. Anschließend
können sie durch coulometrische Titration bestimmt werden.

188
Analytische Chemie

ACII TC
Lösen / Aufschließen / Veraschen

Schmelzaufschlüsse

Festes Na2CO3 oder KNaCO3 anwendbar für schwerlösliche


Sulfate, Silikate,
Aluminiumoxid, Phosphate,...

Festes Na2CO3 oder KNaCO3 mit oxidierenden Zusätzen (Na2O2,...)


anwendbar für Chromoxid,...

Festes Na2CO3 und Schwefel (sulfurierender Schmelzaufschluss)


anwendbar für Proben, welche
As, Sb oder Sn enthalten (z.B.
sulfidische Erze)

usw.

189