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Base excess (BE)

Der Base excess (BE) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse
im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Der Base-excess-Wert kann positiv
(Überschuss an Basen) bzw. negativ (Überschuss an Säuren) sein und drückt somit das
Ausmaß von Verschiebungen innerhalb des Gleichgewichtes im Säure-Basen-Haushalt aus.

Warum wird der Base excess im Blut bestimmt?


Der Base excess im Blut ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommen arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch der Sauerstoffstatus des Körpers.

Zur Aufrechterhaltung eines normal funktionierenden Stoffwechsels ist im Körper ein


ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Säuren und Basen wichtig:

 sogenannter Säure-Basen-Haushalt bzw. Säure-Basen-Gleichgewicht.

Die insgesamte Menge an Säuren im Blut (bzw. Körper) spiegelt sich anhand der
Konzentration von Wasserstoffionen wider, die mithilfe des folgenden Laborwerts
ausgedrückt werden:

 dem pH-Wert des Blutes.

Zur Regulation des Blut-pH-Wertes stehen dem Körper unterschiedliche System zur
Verfügung. In diesem Zusammenhang ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut
das wichtigste System, welche vor allem durch die folgenden beiden Organe gewährleistet
wird:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt, welches das wichtigste Puffersystem des Körpers darstellt.

Neben Bikarbonat gibt es im Blut aber auch noch die folgenden weitere Systeme, welche
Wasserstoffionen aufnehmen können („Puffer“):

 Hämoglobin,
 Bluteiweißstoffe (sogenannte „Plasma-Proteine“) sowie

 Phosphat.

Die Summe all dieser Pufferysteme beträgt im Durchschnitt ca. 48 mmol/l, wobei die
Abweichung von diesem „Normalwert“ durch die Labormessgröße des Base
excess ausgedrückt wird. Der Base excess wird meist durch Kalkulation ermittelt und
kann

 positiv (als Ausdruck eines Basenüberschusses) bzw.


 negativ (als Ausdruck eines Säureüberschusses) sein.

Wie ist der Base excess im Blut zu interpretieren?


Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Der Base excess dient genau so wie der Bikarbonatwert im Blut in erster Linie zur
Beurteilung der

 sogenannten metabolischen Komponente (bzw. nicht-respiratorischen Komponente)


des Säure-Basen-Haushalts, welche in erster Linie durch die Funktion der Nieren
bestimmt wird.

Als Ursachen für eine Abweichung der Base-excess-Werte im Blut können die folgenden
Störungen zugrunde liegen:

 Störungen des Stoffwechsels (z.B. Diabetes mellitus),


 Nierenfunktionsstörungen,

 Säureverlust bei z.B. übermäßigem Erbrechen (Verlust von Magensaft),

 Leberversagen,

 Erkrankungen der Nebennierenrinde u.v.m.

Generell bedeutet ein erhöhter Base-excess-Wert auf der einen Seite eine Verschiebung
des Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Alkalose“ (Basenüberschuss bzw. Säureverlust).

Auf der anderen Seite bedeuten erniedrigte Base-excess-Werte eine Verschiebung des
Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Azidose“ (Basenverlust bzw. Säureüberschuss).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
„Oxygenierung“) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin bzw. dem Patienten
arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird beim Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.
Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der sogenannten „respiratorischen Funktion“ (sprich: der Atmung),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte „Azidose“ bzw. „Alkalose“).
Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten „Atempumpe“ (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung
durch Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (sogenannte „kausale“
Therapie) erfolgen sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei
respiratorischer Insuffizienz meist eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken)
durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Daneben existiert das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem,


welches die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –


übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Basenabweichung
LOINC: 1925-7, 1926-5
Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmol/l (Millimol pro
(-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l
Liter)

HinweisDie an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation
eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich
dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt.
Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und
Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe
von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer
nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische
Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das
Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom
Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch
von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche
Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

ctO2
Der Sauerstoffgehalt im Blut (auch Sauerstoffkonzentration genannt) ist eine
Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut
bestimmt wird. Dieser ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der
Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Warum wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffgehalt ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffgehalt ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der


Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffgehalts durch Kalkulation aus einer Reihe
anderer Messgrößen erfolgt (Oxyhämoglobinfraktion, Hämoglobinkonzentration,
Sauerstoffpartialdruck sowie gebundenem und gelöstem Sauerstoff im Blut).

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoffgehalts im Blut zu


interpretieren?
Ein erniedrigter Blutsauerstoffgehalt kann ein Risiko für die Unterversorgung der
peripheren Gewebe des Körpers durch Sauerstoff darstellen und in folgenden Fällen
auftreten:

 Dyshämoglobine im Blut (Kohlenmonoxidvergiftung, Methämoglobinbildung bei


Vergiftungen).

Ein erhöhter Blutsauerstoffgehalt kann beispielsweise bei zu hohen Hämoglobinwerten im


Blut auftreten und zu einer übermäßigen Belastung des Herzens führen.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Daneben gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, welches
die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Sauerstoffgehalt (O2CT), Sauerstoffkonzentration


LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18
Männer bis 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
Jahre
ml/dl (Milliliter pro
20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl
Deziliter)
O2-SAT
Die Sauerstoffsättigung ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Sie gibt an, in welchem Ausmaß (Prozent) der
rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Die Sauerstoffsättigung
kann mittels CO-Oxymetrie exakt gemessen, oder aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
berechnet werden. Eine Abschätzung der Sauerstoffsättigung ist über ein sogenanntes
Pulsoxymeter (Messung der Lichtabsorption bei Durchleuchtung eines Fingers) möglich.

Warum wird die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmt?


Die Sauerstoffsättigung wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Sauerstoffsättigung beziffert das Ausmaß (Prozent), wie stark der rote Blutfarbstoff
(Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Sie beschreibt somit das Verhältnis
zwischen sauerstoffreichem (oxygeniertem) und sauerstoffbindungsfähigem Hämoglobin.

Zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung gibt es im Wesentlichen die folgenden


Möglichkeiten:

 exakte Messung der Sauerstoffsättigung (sO2) mittels CO-Oxymeter; bzw.


 Berechnung der Sauerstoffsättigung (O2-SAT) aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
unter Einbeziehung weiterer Parameter (Hämoglobinkonzentration, Temperatur, pH-
Wert sowie pCO2).
Beide Verfahren kommen in sogenannten Blutgasanalysesystemen zum Einsatz. Hierbei
handelt es sich um hoch automatisierte Laborgeräte, die eine Reihe von Messgrößen
liefern.

Die Sauerstoffsättigung kann aber auch mit dem folgenden Gerät abgeschätzt werden:

 Pulsoxymeter.

Bei diesem Verfahren wird die Sauerstoffsättigung durch Messung der Lichtabsorption bei
Durchleuchtung beispielsweise eines Fingers abgeschätzt. Der Vorteil dieser Methode ist,
dass der Patientin/dem Patienten dabei kein Blut abgenommen werden muss. Darüber
hinaus kann die Pulsoxymetrie zur kontinuierlichen Patientenüberwachung eingesetzt
werden.

Wie ist das Messergebnis der Sauerstoffsättigung im Blut zu


interpretieren?
Da sich die Sauerstoffsättigung auf die Anreicherung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)
mit Sauerstoff bezieht, ist diese Labormessgröße eine Kennzahl für die Funktion der
Lungen, das Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Bei der Beurteilung der Sauerstoffsättigung im Rahmen der Blutgasanalyse sind daher
insbesondere erniedrigte Werte der Sauerstoffsättigung von diagnostischem Interesse:

 Störung der Lungenfunktion (ungenügende Oxygenierung des Blutes z.B. im Rahmen


einer respiratorischen Insuffizienz).

Erhöhte Werte der Sauerstoffsättigung sind beim Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalyse-Geräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie
 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Sauerstoffsättigung berechnet (O2SAT)


LOINC: 51733-4, 51732-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 94–98 % 94–98 % 94–98 % 94–98 %
pCO2
Der Kohlendioxidpartialdruck (pCO2) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der pCO2 spiegelt die
Menge des im arteriellen Blut gelösten Kohlendioxids wider. Da Kohlendioxid vornehmlich
über die Lungen durch Abatmung ausgeschieden wird, ist der pCO2-Wert eine wichtige
Kenngröße für die Lungenfunktion.

Warum wird der Kohlendioxidpartialdruck (pCO2) im Blut bestimmt?


Der Kohlendioxidpartialdruck des Blutes ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Kohlendioxid kommt im Blut in folgenden Formen vor:

 gelöstes Kohlendioxid (Kohlendioxidpartialdruck),


 Kohlensäure (H2CO3) sowie

 Bikarbonat (HCO3).

Dabei ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut für ein Gleichgewicht im Säure-
Basen-Haushalt des Körpers wichtig. Die Regulation dieses Säure-Basen-Gleichgewichts
erfolgt vor allem durch die folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt – das wichtigste Puffersystem des Körpers.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Bestimmung des Kohlendioxidpartialdrucks mittels des folgenden
Sensors erfolgt:

 Elektrode nach Severinghaus.

Wie ist das Messergebnis des Kohlendioxidpartialdrucks (pCO2) im


Blut zu interpretieren?
Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,
 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Im Hinblick auf den Kohlendioxidpartialdruck des Blutes bedeuten erhöhte Werte eine
verminderte Abatmung von Kohlendioxid über die Lungen, was im Rahmen von
Lungenerkrankungen der Fall sein kann:

 die verminderte Kohlendioxidabatmung führt zu einem Säureüberschuss, was als


respiratorische Azidose bezeichnet wird.

Erniedrigte Werte des Kohlendioxidpartialdrucks im Blut können z.B. bei der folgenden
Störung auftreten:

 Durch zu rasches Atmen (Hyperventilation) kann es zu einem Verlust an Säuren


(Verlust an Kohlensäure [CO2]) kommen (respiratorische Alkalose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,


o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.


Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Kohlendioxidpartialdruck (PCO2) LOINC: 2019-8, 2020-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Jahre Jahre Jahre Jahre
mmHg (Millimeter
35–45 mmHg 35–45 mmHg 35–45 mmHg 35–45 mmHg
Quecksilber)
pO250
Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Sie beziffert jenen
Sauerstoffpartialdruck, bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur Hälfte mit
Sauerstoff beladen ist. Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von
Sauerstoff aus dem Blut ins Gewebe gezogen werden.

Warum wird der Sauerstoffhalbsättigungsdruck im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck beziffert jenen Sauerstoffpartialdruck (Menge des im


arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs), bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur
Hälfte mit Sauerstoff beladen ist.

Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von Sauerstoff aus dem Blut
ins Gewebe gezogen werden. Somit kann die Bestimmung des
Sauerstoffhalbsättigungsdrucks zur exakten Steuerung des Sauerstoffgehalts im Rahmen
einer Beatmungstherapie nützlich sein.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffhalbsättigungsdruckes durch Kalkulation aus
Sauerstoffpartialdruck sowie Sauerstoffsättigung erfolgt.

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoff-Halbsättigungsdruckes im


Blut zu interpretieren?
Erhöhte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können in folgenden Fällen auftreten:

 respiratorische Insuffizienz,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Azidose),

 Fieber,

 Blutarmut sowie

 Schwangerschaft.

Erniedrigte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können u.a. in folgenden Fällen


auftreten:

 Kohlenmonoxidvergiftung,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Alkalose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie
 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: p50, Sauerstoffhalbsättigungsdruck (PO250)


LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmHg
(Millimeter 26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg
Quecksilber)
Sauerstoffkonzentration
Der Sauerstoffgehalt im Blut (auch Sauerstoffkonzentration genannt) ist eine
Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut
bestimmt wird. Dieser ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der
Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Warum wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffgehalt ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffgehalt ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der


Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffgehalts durch Kalkulation aus einer Reihe
anderer Messgrößen erfolgt (Oxyhämoglobinfraktion, Hämoglobinkonzentration,
Sauerstoffpartialdruck sowie gebundenem und gelöstem Sauerstoff im Blut).

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoffgehalts im Blut zu


interpretieren?
Ein erniedrigter Blutsauerstoffgehalt kann ein Risiko für die Unterversorgung der
peripheren Gewebe des Körpers durch Sauerstoff darstellen und in folgenden Fällen
auftreten:

 Dyshämoglobine im Blut (Kohlenmonoxidvergiftung, Methämoglobinbildung bei


Vergiftungen).

Ein erhöhter Blutsauerstoffgehalt kann beispielsweise bei zu hohen Hämoglobinwerten im


Blut auftreten und zu einer übermäßigen Belastung des Herzens führen.
Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),
o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Daneben gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, welches
die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);


 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: ctO2, Sauerstoffgehalt (O2CT)


LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
ml/dl (Milliliter pro
20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl
Deziliter)

Sauerstoffsättigung gemessen (O2S)


Die Sauerstoffsättigung ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Sie gibt an, in welchem Ausmaß (Prozent) der
rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Die Sauerstoffsättigung
kann mittels CO-Oxymetrie exakt gemessen oder aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
berechnet werden. Eine Abschätzung der Sauerstoff-Sättigung ist über ein sogenanntes
Pulsoxymeter (Messung der Lichtabsorption bei Durchleuchtung eines Fingers) möglich.

Warum wird die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmt?


Die Sauerstoffsättigung wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Sauerstoffsättigung beziffert das Ausmaß (Prozent), wie stark der rote Blutfarbstoff
(Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Sie beschreibt somit das Verhältnis
zwischen sauerstoffreichem (oxygeniertem) und sauerstoffbindungsfähigem Hämoglobin.

Zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung gibt es im Wesentlichen die folgenden


Möglichkeiten:

 exakte Messung der Sauerstoffsättigung (sO2) mittels CO-Oxymeter bzw.


 Berechnung der Sauerstoffsättigung (O2-SAT) aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
unter Einbeziehung weiterer Parameter (Hämoglobinkonzentration, Temperatur, pH-
Wert sowie pCO2).

Beide Verfahren kommen in sogenannten Blutgasanalysesystemen zum Einsatz. Hierbei


handelt es sich um hoch automatisierte Laborgeräte, die eine Reihe von Messgrößen
liefern.

Die Sauerstoffsättigung kann aber auch mit dem folgenden Gerät abgeschätzt werden:

 Pulsoxymeter.

Bei diesem Verfahren wird die Sauerstoff-Sättigung durch Messung der Lichtabsorption bei
Durchleuchtung beispielsweise eines Fingers abgeschätzt. Der Vorteil dieser Methode ist,
dass der Patientin/dem Patienten dabei kein Blut abgenommen werden muss. Darüber
hinaus kann die Pulsoxymetrie zur kontinuierlichen Überwachung einer Patientin/eines
Patienten eingesetzt werden.

Wie ist das Messergebnis der Sauerstoffsättigung im Blut zu


interpretieren?
Da sich die Sauerstoffsättigung auf die Anreicherung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)
mit Sauerstoff bezieht, ist diese Labormessgröße eine Kennzahl für die Funktion der
Lungen, das Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Bei der Beurteilung der Sauerstoffsättigung im Rahmen der Blutgasanalyse sind daher
insbesondere erniedrigte Werte der Sauerstoffsättigung von diagnostischem Interesse:

 Störung der Lungenfunktion (ungenügende Oxygenierung des Blutes z.B. im Rahmen


einer respiratorischen Insuffizienz).

Erhöhte Werte der Sauerstoffsättigung sind bei Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:
 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),
 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);
o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –
übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: sO2
LOINC: 2708-6, 2709-4

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 94–98 % 94–98 % 94–98 % 94–98 %

Basenabweichung
Der Base excess (BE) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse
im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Der Base-excess-Wert kann positiv
(Überschuss an Basen) bzw. negativ (Überschuss an Säuren) sein und drückt somit das
Ausmaß von Verschiebungen innerhalb des Gleichgewichtes im Säure-Basen-Haushalt aus.

Warum wird der Base excess im Blut bestimmt?


Der Base excess im Blut ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommen arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch der Sauerstoffstatus des Körpers.

Zur Aufrechterhaltung eines normal funktionierenden Stoffwechsels ist im Körper ein


ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Säuren und Basen wichtig:

 sogenannter Säure-Basen-Haushalt bzw. Säure-Basen-Gleichgewicht.

Die insgesamte Menge an Säuren im Blut (bzw. Körper) spiegelt sich anhand der
Konzentration von Wasserstoffionen wider, die mithilfe des folgenden Laborwerts
ausgedrückt werden:

 dem pH-Wert des Blutes.

Zur Regulation des Blut-pH-Wertes stehen dem Körper unterschiedliche System zur
Verfügung. In diesem Zusammenhang ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut
das wichtigste System, welche vor allem durch die folgenden beiden Organe gewährleistet
wird:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt, welches das wichtigste Puffersystem des Körpers darstellt.

Neben Bikarbonat gibt es im Blut aber auch noch die folgenden weitere Systeme, welche
Wasserstoffionen aufnehmen können („Puffer“):

 Hämoglobin,
 Bluteiweißstoffe (sogenannte „Plasma-Proteine“) sowie

 Phosphat.

Die Summe all dieser Pufferysteme beträgt im Durchschnitt ca. 48 mmol/l, wobei die
Abweichung von diesem „Normalwert“ durch die Labormessgröße des Base
excess ausgedrückt wird. Der Base excess wird meist durch Kalkulation ermittelt und
kann

 positiv (als Ausdruck eines Basenüberschusses) bzw.


 negativ (als Ausdruck eines Säureüberschusses) sein.

Wie ist der Base excess im Blut zu interpretieren?


Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Der Base excess dient genau so wie der Bikarbonatwert im Blut in erster Linie zur
Beurteilung der

 sogenannten metabolischen Komponente (bzw. nicht-respiratorischen Komponente)


des Säure-Basen-Haushalts, welche in erster Linie durch die Funktion der Nieren
bestimmt wird.

Als Ursachen für eine Abweichung der Base-excess-Werte im Blut können die folgenden
Störungen zugrunde liegen:

 Störungen des Stoffwechsels (z.B. Diabetes mellitus),


 Nierenfunktionsstörungen,

 Säureverlust bei z.B. übermäßigem Erbrechen (Verlust von Magensaft),

 Leberversagen,

 Erkrankungen der Nebennierenrinde u.v.m.

Generell bedeutet ein erhöhter Base-excess-Wert auf der einen Seite eine Verschiebung
des Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Alkalose“ (Basenüberschuss bzw. Säureverlust).


Auf der anderen Seite bedeuten erniedrigte Base-excess-Werte eine Verschiebung des
Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Azidose“ (Basenverlust bzw. Säureüberschuss).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
„Oxygenierung“) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin bzw. dem Patienten
arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird beim Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),
o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der sogenannten „respiratorischen Funktion“ (sprich: der Atmung),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte „Azidose“ bzw. „Alkalose“).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten „Atempumpe“ (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung
durch Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (sogenannte „kausale“
Therapie) erfolgen sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei
respiratorischer Insuffizienz meist eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken)
durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Daneben existiert das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem,


welches die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.


Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –


übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Base excess (BE)


LOINC: 1925-7, 1926-5

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmol/l (Millimol pro
(-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l (-2)–(+2) mmol/l
Liter)
FO2Hb
Die Oxyhämoglobinfraktion ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse
im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Die Oxyhämoglobinfraktion beziffert das
Verhältnis zwischen sauerstoffreichem rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und der
Hämoglobingesamtmenge im Blut. Die Interpretation dieses Messwertes muss in
Zusammenschau mit der Sauerstoffsättigung erfolgen.

Warum wird die Oxyhämoglobinfraktion im Blut bestimmt?


Die Oxyhämoglobinfraktion wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Oxyhämoglobinfraktion beziffert das Verhältnis zwischen sauerstoffreichem roten


Blutfarbstoff (Hämoglobin) und der Hämoglobingesamtmenge im Blut, welche sich aus
folgenden Komponenten zusammensetzt:

 oxygeniertes Hämoglobin (O2Hb),


 nicht oxygeniertes Hämoglobin (HHb),

 Dyshämoglobine (Methämoglobin [MetHb], Carboxyhämoglobin [COHb]).

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung der Oxyhämoglobinfraktion oxymetrisch bestimmt wird.

Wie ist das Messergebnis der Oxyhämoglobinfraktion im Blut zu


interpretieren?
Die Interpretation der Oxyhämoglobinfraktion muss stets in Zusammenschau mit der
Sauerstoffsättigung erfolgen. Abweichungen zwischen Oxyhämoglobinfraktion und
Sauerstoffsättigung legen die Vermutung nahe, dass Dyshämoglobine im Blut der
Patientin/des Patienten vorhanden sind:

 Kohlenmonoxidvergiftung (Carboxyhämoglobin),
 Methämoglobinbildung im Rahmen von Vergiftungen.

In diesen Fällen finden sich u.U. stark erniedrigte Werte der Oxyhämoglobinfraktion sowie
eine erhebliche Differenz zwischen Oxyhämoglobinfraktion sowie Sauerstoffsättigung.
Erhöhte Werte der Oxyhämoglobinfraktion sind bei Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),
o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);
o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Oxyhämoglobinfraktion (FO2H)


LOINC: 2714-4, 2715-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) >96 % >96 % >96 % >96 %

Oxyhämoglobinfraktion (FO2H)
Die Oxyhämoglobinfraktion ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse
im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Die Oxyhämoglobinfraktion beziffert das
Verhältnis zwischen sauerstoffreichem rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) und der
Hämoglobingesamtmenge im Blut. Die Interpretation dieses Messwertes muss in
Zusammenschau mit der Sauerstoffsättigung erfolgen.

Warum wird die Oxyhämoglobinfraktion im Blut bestimmt?


Die Oxyhämoglobinfraktion wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:
 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der
Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Oxyhämoglobinfraktion beziffert das Verhältnis zwischen sauerstoffreichem roten


Blutfarbstoff (Hämoglobin) und der Hämoglobingesamtmenge im Blut, welche sich aus
folgenden Komponenten zusammensetzt:

 oxygeniertes Hämoglobin (O2Hb),


 nicht oxygeniertes Hämoglobin (HHb),

 Dyshämoglobine (Methämoglobin [MetHb], Carboxyhämoglobin [COHb]).

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung der Oxyhämoglobinfraktion oxymetrisch bestimmt wird.

Wie ist das Messergebnis der Oxyhämoglobinfraktion im Blut zu


interpretieren?
Die Interpretation der Oxyhämoglobinfraktion muss stets in Zusammenschau mit der
Sauerstoffsättigung erfolgen. Abweichungen zwischen Oxyhämoglobinfraktion und
Sauerstoffsättigung legen die Vermutung nahe, dass Dyshämoglobine im Blut der
Patientin/des Patienten vorhanden sind:

 Kohlenmonoxidvergiftung (Carboxyhämoglobin),
 Methämoglobinbildung im Rahmen von Vergiftungen.

In diesen Fällen finden sich u.U. stark erniedrigte Werte der Oxyhämoglobinfraktion sowie
eine erhebliche Differenz zwischen Oxyhämoglobinfraktion sowie Sauerstoffsättigung.

Erhöhte Werte der Oxyhämoglobinfraktion sind bei Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.
Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).
Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: FO2Hb
LOINC: 2714-4, 2715-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) >96 % >96 % >96 % >96 %

pH arteriell/ kapillar (PHA/C)


Der pH-Wert des Blutes ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der pH-Wert ist eine wichtige Kenngröße zur
Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers, wobei erniedrigte Werte eine
Übersäuerung des Stoffwechsels (sogenannte Azidose) bedeuten, während erhöhte Werte
für einen Verlust von Säuren bzw. Überschuss an Basen (sogenannte Alkalose) sprechen.

Warum wird der pH-Wert des Blutes bestimmt?


Der pH-Wert des Blutes ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt)

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Höhe des pH-Wertes im Blut steht in einem indirekten Verhältnis zur Menge an
Wasserstoff-Ionen in dieser Körperflüssigkeit:

 niedriger pH-Wert (hohe Wasserstoff-Ionen-Konzentration) bei einem Überschuss an


Säuren bzw. einem Verlust an Basen;
 hoher pH-Wert (niedrigere Wasserstoff-Ionen-Konzentration) bei einem Verlust an
Säuren bzw. einem Überschuss an Basen;

Die Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper erfolgt vor allem durch die
folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoff-Ionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt – das wichtigste Puffersystem des Körpers.

Für die Messung von Blut-pH-Wert sowie Blutgasen kommen hoch automatisierte
Blutgasanalysesysteme zum Einsatz, wobei die Bestimmung des pH-Werts mittels
spezieller pH-Elektroden erfolgt.

Wie ist das Messergebnis des Blut-pH-Wertes zu interpretieren?


Der pH-Wert des Blutes steht in einem unmittelbaren, direkten Verhältnis mit der
Wasserstoff-Ionen-Konzentration innerhalb der Körperzellen. Die Beurteilung des Säure-
Basen-Haushalts muss aber immer in Zusammenschau der folgenden Laborwerte erfolgen:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Im Hinblick auf den pH-Wert des Blutes werden erniedrigte pH-Werte „Azidose“ genannt
und können beispielsweise im Rahmen der folgenden Erkrankungen und Störungen
auftreten:

 Erkrankungen der Lungen mit verminderter Atemleistung können zu einer


respiratorischen Azidose führen;
 Erkrankungen der Nieren wie z.B. Nierenversagen können zu einer metabolischen
Azidose führen.

Erhöhte pH-Werte des Blutes werden „Alkalose“ genannt und können beispielsweise im
Rahmen der folgenden Erkrankungen und Störungen auftreten:

 Durch zu rasches Atmen (Hyperventilation) kann es zu einem Verlust an Säuren


(Verlust an Kohlensäure [CO2]) kommen (respiratorische Alkalose);
 ein Verlust von z.B. Magensäure (übermäßiges Erbrechen) kann eine metabolische
Alkalose zur Folge haben.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.
Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoff-Status zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).
Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: pH-Wert
LOINC: 2744-1, 2745-8

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
7,36–7,44 7,36–7,44 7,36–7,44 7,36–7,44
Sauerstoffgehalt (O2CT)
Der Sauerstoffgehalt im Blut (auch Sauerstoffkonzentration genannt) ist eine
Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut
bestimmt wird. Dieser ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der
Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Warum wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffgehalt ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffgehalt ergibt sich aus dem Sauerstoffpartialdruck, der


Hämoglobinkonzentration sowie der Hämoglobinaffinität für Sauerstoff und ist somit eine
globale Messgröße für die Sauerstoffversorgung der Gewebe des Körpers durch das Blut.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffgehalts durch Kalkulation aus einer Reihe
anderer Messgrößen erfolgt (Oxyhämoglobinfraktion, Hämoglobinkonzentration,
Sauerstoffpartialdruck sowie gebundenem und gelöstem Sauerstoff im Blut).

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoffgehalts im Blut zu


interpretieren?
Ein erniedrigter Blutsauerstoffgehalt kann ein Risiko für die Unterversorgung der
peripheren Gewebe des Körpers durch Sauerstoff darstellen und in folgenden Fällen
auftreten:

 Dyshämoglobine im Blut (Kohlenmonoxidvergiftung, Methämoglobinbildung bei


Vergiftungen).

Ein erhöhter Blutsauerstoffgehalt kann beispielsweise bei zu hohen Hämoglobinwerten im


Blut auftreten und zu einer übermäßigen Belastung des Herzens führen.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird
 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.
Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden
Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Daneben gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, welches
die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.
Synonyme: ctO2, Sauerstoffkonzentration
LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
ml/dl (Milliliter pro
20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl 20 ml/dl
Deziliter)

Sauerstoffpartialdruck (PO2)
Der Sauerstoffpartialdruck (pO2) ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Der pO2 spiegelt die Menge
des im arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs wider und ist somit eine Kennzahl für die
Funktion der Lungen, das Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Warum wird der Sauerstoffpartialdruck (pO2) im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffpartialdruck (pO2) ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).
Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatuses des Körpers.

Die Höhe des Sauerstoffpartialdrucks spiegelt die Menge des im arteriellen Blut gelösten
Sauerstoffs wider und ist somit eine Kennzahl für die Funktion der Lungen, das Blut mit
Sauerstoff anzureichern.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Bestimmung des Sauerstoffpartialdrucks mittels des folgenden Sensors
erfolgt:

 „Elektrode nach Clark“ (Platin-Kathode/Silber-Anode).

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoffpartialdrucks (pO2) im Blut


zu interpretieren?
Bei der Beurteilung des Sauerstoffpartialdrucks im Rahmen der Blutgasanalyse sind
insbesondere erniedrigte pO2-Werte von diagnostischem Interesse, die folgendes
bedeuten können:

 Eine Störung der Lungenfunktion (ungenügende Oxygenierung des Blutes z.B. im


Rahmen einer respiratorischen Insuffizienz).

Ein Absinken des Sauerstoffpartialdrucks unter 40 mmHg kann Bewusstlosigkeit zur Folge
haben und stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar.

Erhöhte pO2-Werte sind bei Erwachsenen bedeutungslos. Bei Neugeborenen liegt der
obere pO2-Grenzwert bei 75 mmHg. Erhöhte Werte können bei Neugeborenen zu einer
Lungenschädigung führen (Sauerstofftoxikose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird beim Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär - sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie
 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch für die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist in Folge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

LOINC: 2703-7, 2704-5

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmHg (Millimeter 75–100 mmHg
75–100 mmHg 75–100 mmHg 75–100 mmHg
Quecksilber)
sO2
Die Sauerstoffsättigung ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Sie gibt an, in welchem Ausmaß (Prozent) der
rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Die Sauerstoffsättigung
kann mittels CO-Oxymetrie exakt gemessen oder aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
berechnet werden. Eine Abschätzung der Sauerstoff-Sättigung ist über ein sogenanntes
Pulsoxymeter (Messung der Lichtabsorption bei Durchleuchtung eines Fingers) möglich.

Warum wird die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmt?


Die Sauerstoffsättigung wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Sauerstoffsättigung beziffert das Ausmaß (Prozent), wie stark der rote Blutfarbstoff
(Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Sie beschreibt somit das Verhältnis
zwischen sauerstoffreichem (oxygeniertem) und sauerstoffbindungsfähigem Hämoglobin.

Zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung gibt es im Wesentlichen die folgenden


Möglichkeiten:

 exakte Messung der Sauerstoffsättigung (sO2) mittels CO-Oxymeter bzw.


 Berechnung der Sauerstoffsättigung (O2-SAT) aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
unter Einbeziehung weiterer Parameter (Hämoglobinkonzentration, Temperatur, pH-
Wert sowie pCO2).

Beide Verfahren kommen in sogenannten Blutgasanalysesystemen zum Einsatz. Hierbei


handelt es sich um hoch automatisierte Laborgeräte, die eine Reihe von Messgrößen
liefern.

Die Sauerstoffsättigung kann aber auch mit dem folgenden Gerät abgeschätzt werden:

 Pulsoxymeter.
Bei diesem Verfahren wird die Sauerstoff-Sättigung durch Messung der Lichtabsorption bei
Durchleuchtung beispielsweise eines Fingers abgeschätzt. Der Vorteil dieser Methode ist,
dass der Patientin/dem Patienten dabei kein Blut abgenommen werden muss. Darüber
hinaus kann die Pulsoxymetrie zur kontinuierlichen Überwachung einer Patientin/eines
Patienten eingesetzt werden.

Wie ist das Messergebnis der Sauerstoffsättigung im Blut zu


interpretieren?
Da sich die Sauerstoffsättigung auf die Anreicherung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)
mit Sauerstoff bezieht, ist diese Labormessgröße eine Kennzahl für die Funktion der
Lungen, das Blut mit Sauerstoff anzureichern.

Bei der Beurteilung der Sauerstoffsättigung im Rahmen der Blutgasanalyse sind daher
insbesondere erniedrigte Werte der Sauerstoffsättigung von diagnostischem Interesse:

 Störung der Lungenfunktion (ungenügende Oxygenierung des Blutes z.B. im Rahmen


einer respiratorischen Insuffizienz).

Erhöhte Werte der Sauerstoffsättigung sind bei Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.
Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-
Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:

o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –


übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Sauerstoffsättigung gemessen (O2S)


LOINC: 2708-6, 2709-4

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 94–98 % 94–98 % 94–98 % 94–98 %
Bikarbonat (BIK)
Die Höhe von Bikarbonat (HCO3) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der Bikarbonatwert spiegelt
die Fähigkeit des Blutes wider, einen Überschuss an Wasserstoff-Ionen auszugleichen (zu
puffern). Abweichungen des Bikarbonatwertes im Blut bedeuten daher eine Störung im
Säure-Basen-Haushalt.

Warum wird Bikarbonat im Blut bestimmt?


Die Höhe des Bikarbonatwertes im Blut ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Bikarbonat ist eine der Formen, in welcher Kohlendioxid im Blut vorkommt:

 gelöstes Kohlendioxid (Kohlendioxidpartialdruck),


 Kohlensäure (H2CO3) sowie

 Bikarbonat (HCO3).

Dabei ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut für ein Gleichgewicht im Säure-
Basen-Haushalts des Körpers wichtig. Die Regulation dieses Säure-Basen-Gleichgewichts
erfolgt vor allem durch die folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt, welches das wichtigste Puffersystem des Körpers darstellt.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei es zur Kalkulation des Bikarbonatwertes die folgenden zwei Möglichkeiten
gibt:

 Das sogenannte „aktuelle Bikarbonat“ wird aus dem pH-Wert sowie dem
Kohlendioxidpartialdruck berechnet.
 Das sogenannte „Standard-Bikarbonat“ berechnet sich aus Hämoglobinwert (roter
Blutfarbstoff), Sauerstoffsättigung sowie Basenüberschuss.

Wie ist das Ergebnis der Bikarbonatmessung im Blut zu


interpretieren?
Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.


Da die Höhe des Bikarbonatwertes im Blut vor allem durch die Nieren reguliert wird,
bezeichnet man das Bikarbonat auch als

 sogenannte metabolische Komponente (bzw. nicht-respiratorische Komponente) des


Säure-Basen-Haushalts, welche in erster Linie durch die Funktion der Nieren
bestimmt wird.

Dabei bedeuten erhöhte Bikarbonatwerte auf der einen Seite eine Verschiebung des Säure-
Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Alkalose“ (Basenüberschuss bzw. Säureverlust).

Auf der anderen Seite bedeuten erniedrigte Bikarbonatwerte eine Verschiebung des Säure-
Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Azidose“ (Basenverlust bzw. Säureüberschuss).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
„Oxygenierung“) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin bzw. dem Patienten
arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird beim Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können:

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),
o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der sogenannten „respiratorischen Funktion“ (sprich: der Atmung),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte „Azidose“ bzw. „Alkalose“).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten „Atempumpe“ (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung
durch Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (sogenannte „kausale“
Therapie) erfolgen sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei
respiratorischer Insuffizienz meist eine Beatmungsbehandlung (Mund/Nasen-Masken)
durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.
Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –


übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: Standard-Bikarbonat
LOINC: 1960-4, 1961-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmol/l (Millimol pro
22–26 mmol/l 22–26 mmol/l 22–26 mmol/l 22–26 mmol/l
Liter)
Kohlendioxidpartialdruck (PCO2)
Der Kohlendioxidpartialdruck (pCO2) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der pCO2 spiegelt die
Menge des im arteriellen Blut gelösten Kohlendioxids wider. Da Kohlendioxid vornehmlich
über die Lungen durch Abatmung ausgeschieden wird, ist der pCO2-Wert eine wichtige
Kenngröße für die Lungenfunktion.

Warum wird der Kohlendioxidpartialdruck (pCO2) im Blut bestimmt?


Der Kohlendioxidpartialdruck des Blutes ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.
Kohlendioxid kommt im Blut in folgenden Formen vor:

 gelöstes Kohlendioxid (Kohlendioxidpartialdruck),


 Kohlensäure (H2CO3) sowie

 Bikarbonat (HCO3).

Dabei ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut für ein Gleichgewicht im Säure-
Basen-Haushalt des Körpers wichtig. Die Regulation dieses Säure-Basen-Gleichgewichts
erfolgt vor allem durch die folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt – das wichtigste Puffersystem des Körpers.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Bestimmung des Kohlendioxidpartialdrucks mittels des folgenden
Sensors erfolgt:

 Elektrode nach Severinghaus.

Wie ist das Messergebnis des Kohlendioxidpartialdrucks (pCO2) im


Blut zu interpretieren?
Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Im Hinblick auf den Kohlendioxidpartialdruck des Blutes bedeuten erhöhte Werte eine
verminderte Abatmung von Kohlendioxid über die Lungen, was im Rahmen von
Lungenerkrankungen der Fall sein kann:

 die verminderte Kohlendioxidabatmung führt zu einem Säureüberschuss, was als


respiratorische Azidose bezeichnet wird.

Erniedrigte Werte des Kohlendioxidpartialdrucks im Blut können z.B. bei der folgenden
Störung auftreten:

 Durch zu rasches Atmen (Hyperventilation) kann es zu einem Verlust an Säuren


(Verlust an Kohlensäure [CO2]) kommen (respiratorische Alkalose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).
Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten
arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.
Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden
Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).
Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: pCO2
LOINC: 2019-8, 2020-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmHg (Millimeter
35–45 mmHg 35–45 mmHg 35–45 mmHg 35–45 mmHg
Quecksilber)

p50
Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Sie beziffert jenen
Sauerstoffpartialdruck, bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur Hälfte mit
Sauerstoff beladen ist. Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von
Sauerstoff aus dem Blut ins Gewebe gezogen werden.

Warum wird der Sauerstoffhalbsättigungsdruck im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck beziffert jenen Sauerstoffpartialdruck (Menge des im


arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs), bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur
Hälfte mit Sauerstoff beladen ist.

Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von Sauerstoff aus dem Blut
ins Gewebe gezogen werden. Somit kann die Bestimmung des
Sauerstoffhalbsättigungsdrucks zur exakten Steuerung des Sauerstoffgehalts im Rahmen
einer Beatmungstherapie nützlich sein.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffhalbsättigungsdruckes durch Kalkulation aus
Sauerstoffpartialdruck sowie Sauerstoffsättigung erfolgt.

Wie ist das Messergebnis des Sauerstoff-Halbsättigungsdruckes im


Blut zu interpretieren?
Erhöhte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können in folgenden Fällen auftreten:

 respiratorische Insuffizienz,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Azidose),
 Fieber,

 Blutarmut sowie

 Schwangerschaft.

Erniedrigte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können u.a. in folgenden Fällen


auftreten:

 Kohlenmonoxidvergiftung,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Alkalose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.


 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.


Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: pO250, Sauerstoffhalbsättigungsdruck (PO250)


LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmHg (Millimeter
26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg
Quecksilber)

pH-Wert
Der pH-Wert des Blutes ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der pH-Wert ist eine wichtige Kenngröße zur
Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers, wobei erniedrigte Werte eine
Übersäuerung des Stoffwechsels (sogenannte Azidose) bedeuten, während erhöhte Werte
für einen Verlust von Säuren bzw. Überschuss an Basen (sogenannte Alkalose) sprechen.

Warum wird der pH-Wert des Blutes bestimmt?


Der pH-Wert des Blutes ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt)

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Höhe des pH-Wertes im Blut steht in einem indirekten Verhältnis zur Menge an
Wasserstoff-Ionen in dieser Körperflüssigkeit:

 niedriger pH-Wert (hohe Wasserstoff-Ionen-Konzentration) bei einem Überschuss an


Säuren bzw. einem Verlust an Basen;
 hoher pH-Wert (niedrigere Wasserstoff-Ionen-Konzentration) bei einem Verlust an
Säuren bzw. einem Überschuss an Basen;

Die Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper erfolgt vor allem durch die
folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoff-Ionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt – das wichtigste Puffersystem des Körpers.

Für die Messung von Blut-pH-Wert sowie Blutgasen kommen hoch automatisierte
Blutgasanalysesysteme zum Einsatz, wobei die Bestimmung des pH-Werts mittels
spezieller pH-Elektroden erfolgt.

Wie ist das Messergebnis des Blut-pH-Wertes zu interpretieren?


Der pH-Wert des Blutes steht in einem unmittelbaren, direkten Verhältnis mit der
Wasserstoff-Ionen-Konzentration innerhalb der Körperzellen. Die Beurteilung des Säure-
Basen-Haushalts muss aber immer in Zusammenschau der folgenden Laborwerte erfolgen:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Im Hinblick auf den pH-Wert des Blutes werden erniedrigte pH-Werte „Azidose“ genannt
und können beispielsweise im Rahmen der folgenden Erkrankungen und Störungen
auftreten:

 Erkrankungen der Lungen mit verminderter Atemleistung können zu einer


respiratorischen Azidose führen;
 Erkrankungen der Nieren wie z.B. Nierenversagen können zu einer metabolischen
Azidose führen.

Erhöhte pH-Werte des Blutes werden „Alkalose“ genannt und können beispielsweise im
Rahmen der folgenden Erkrankungen und Störungen auftreten:
 Durch zu rasches Atmen (Hyperventilation) kann es zu einem Verlust an Säuren
(Verlust an Kohlensäure [CO2]) kommen (respiratorische Alkalose);
 ein Verlust von z.B. Magensäure (übermäßiges Erbrechen) kann eine metabolische
Alkalose zur Folge haben.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoff-Status zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),
o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:
 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):
o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: pH arteriell/ kapillar (PHA/C)


LOINC: 2744-1, 2745-8

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
7,36–7,44 7,36–7,44 7,36–7,44 7,36–7,44
Sauerstoffhalbsättigungsdruck (PO250)
Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw.Kapillarblut bestimmt wird. Sie beziffert jenen
Sauerstoffpartialdruck, bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur Hälfte mit
Sauerstoff beladen ist. Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von
Sauerstoff aus dem Blut ins Gewebe gezogen werden.

Warum wird der Sauerstoffhalbsättigungsdruck im Blut bestimmt?


Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Der Sauerstoffhalbsättigungsdruck beziffert jenen Sauerstoffpartialdruck (Menge des im


arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs), bei dem der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zur
Hälfte mit Sauerstoff beladen ist.

Aus dieser Kenngröße können Rückschlüsse auf die Abgabe von Sauerstoff aus dem Blut
ins Gewebe gezogen werden. Somit kann die Bestimmung des
Sauerstoffhalbsättigungsdrucks zur exakten Steuerung des Sauerstoffgehalts im Rahmen
einer Beatmungstherapie nützlich sein.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei die Ermittlung des Sauerstoffhalbsättigungsdruckes durch Kalkulation aus
Sauerstoffpartialdruck sowie Sauerstoffsättigung erfolgt.
Wie ist das Messergebnis des Sauerstoff-Halbsättigungsdruckes im
Blut zu interpretieren?
Erhöhte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können in folgenden Fällen auftreten:

 respiratorische Insuffizienz,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Azidose),

 Fieber,

 Blutarmut sowie

 Schwangerschaft.

Erniedrigte Werte des Sauerstoffhalbsättigungsdrucks können u.a. in folgenden Fällen


auftreten:

 Kohlenmonoxidvergiftung,
 bestimmten Störungen des Säure-Basen-Haushalts (respiratorische Alkalose).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.
Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: p50, pO250


LOINC: 19214-6, 19215-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer über 18 Frauen bis 18 Frauen über 18
Männer bis 18 Jahre
Jahre Jahre Jahre
mmHg (Millimeter
26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg 26,6 mmHg
Quecksilber)
Sauerstoffsättigung berechnet (O2SAT)
Die Sauerstoffsättigung ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der Blutgasanalyse im
arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Sie gibt an, in welchem Ausmaß (Prozent) der
rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Die Sauerstoffsättigung
kann mittels CO-Oxymetrie exakt gemessen, oder aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
berechnet werden. Eine Abschätzung der Sauerstoffsättigung ist über ein sogenanntes
Pulsoxymeter (Messung der Lichtabsorption bei Durchleuchtung eines Fingers) möglich.

Warum wird die Sauerstoffsättigung im Blut bestimmt?


Die Sauerstoffsättigung wird im Rahmen der folgenden Laboruntersuchung bestimmt:

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).

Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Die Sauerstoffsättigung beziffert das Ausmaß (Prozent), wie stark der rote Blutfarbstoff
(Hämoglobin) mit Sauerstoff angereichert ist. Sie beschreibt somit das Verhältnis
zwischen sauerstoffreichem (oxygeniertem) und sauerstoffbindungsfähigem Hämoglobin.

Zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung gibt es im Wesentlichen die folgenden


Möglichkeiten:

 exakte Messung der Sauerstoffsättigung (sO2) mittels CO-Oxymeter; bzw.


 Berechnung der Sauerstoffsättigung (O2-SAT) aus dem Sauerstoffpartialdruck (pO2)
unter Einbeziehung weiterer Parameter (Hämoglobinkonzentration, Temperatur, pH-
Wert sowie pCO2).

Beide Verfahren kommen in sogenannten Blutgasanalysesystemen zum Einsatz. Hierbei


handelt es sich um hoch automatisierte Laborgeräte, die eine Reihe von Messgrößen
liefern.

Die Sauerstoffsättigung kann aber auch mit dem folgenden Gerät abgeschätzt werden:

 Pulsoxymeter.

Bei diesem Verfahren wird die Sauerstoffsättigung durch Messung der Lichtabsorption bei
Durchleuchtung beispielsweise eines Fingers abgeschätzt. Der Vorteil dieser Methode ist,
dass der Patientin/dem Patienten dabei kein Blut abgenommen werden muss. Darüber
hinaus kann die Pulsoxymetrie zur kontinuierlichen Patientenüberwachung eingesetzt
werden.

Wie ist das Messergebnis der Sauerstoffsättigung im Blut zu


interpretieren?
Da sich die Sauerstoffsättigung auf die Anreicherung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)
mit Sauerstoff bezieht, ist diese Labormessgröße eine Kennzahl für die Funktion der
Lungen, das Blut mit Sauerstoff anzureichern.
Bei der Beurteilung der Sauerstoffsättigung im Rahmen der Blutgasanalyse sind daher
insbesondere erniedrigte Werte der Sauerstoffsättigung von diagnostischem Interesse:

 Störung der Lungenfunktion (ungenügende Oxygenierung des Blutes z.B. im Rahmen


einer respiratorischen Insuffizienz).

Erhöhte Werte der Sauerstoffsättigung sind beim Erwachsenen bedeutungslos.

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
Oxygenierung) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin/dem Patienten


arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird bei Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können.

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen:


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören:

o pH-Wert des Blutes,


o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.

Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalyse-Geräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der Atmung (respiratorische Funktion),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte Azidose bzw. Alkalose).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren
Kombination als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten Atempumpe (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung durch
Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (kausale Therapie) erfolgen
sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei respiratorischer Insuffizienz meist
eine Beatmungsbehandlung (Mund-Nasen-Masken) durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt es das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.


Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):


o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);

 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch übermäßiges Atmen – Hyperventilation –


meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.

Synonyme: O2-SAT
LOINC: 51733-4, 51732-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 94–98 % 94–98 % 94–98 % 94–98 %

Standard-Bikarbonat
Die Höhe von Bikarbonat (HCO3) im Blut ist eine Labormessgröße, die im Rahmen der
Blutgasanalyse im arteriellen bzw. Kapillarblut bestimmt wird. Der Bikarbonatwert spiegelt
die Fähigkeit des Blutes wider, einen Überschuss an Wasserstoff-Ionen auszugleichen (zu
puffern). Abweichungen des Bikarbonatwertes im Blut bedeuten daher eine Störung im
Säure-Basen-Haushalt.

Warum wird Bikarbonat im Blut bestimmt?

Die Höhe des Bikarbonatwertes im Blut ist eine Labormessgröße der sogenannten

 Blutgasanalyse – einer labordiagnostischen Methode zur Beurteilung der


Oxygenierungsleistung der Lungen sowie des Verhältnisses zwischen Säuren und
Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-Haushalt).
Für die Blutgasanalyse kommt arterielles bzw. Kapillarblut zum Einsatz. Bei Verwendung
von venösem Blut für diese Laboruntersuchung kann zwar eine Beurteilung des Säure-
Basen-Haushaltes erfolgen, nicht jedoch des Sauerstoffstatus des Körpers.

Bikarbonat ist eine der Formen, in welcher Kohlendioxid im Blut vorkommt:

 gelöstes Kohlendioxid (Kohlendioxidpartialdruck),


 Kohlensäure (H2CO3) sowie

 Bikarbonat (HCO3).

Dabei ist die Regulation des Kohlendioxidgehaltes im Blut für ein Gleichgewicht im Säure-
Basen-Haushalts des Körpers wichtig. Die Regulation dieses Säure-Basen-Gleichgewichts
erfolgt vor allem durch die folgenden beiden Organe:

 die Lungen (reagieren schnell auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):


Ausscheidung von Säuren durch Abatmung von Kohlendioxid (CO2); sowie
 die Nieren (reagieren träger auf ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt):
durch die Ausscheidung von Wasserstoffionen regulieren die Nieren den
Bikarbonathaushalt, welches das wichtigste Puffersystem des Körpers darstellt.

Für die Messung der Blutgase kommen hoch automatisierte Blutgasanalysesysteme zum
Einsatz, wobei es zur Kalkulation des Bikarbonatwertes die folgenden zwei Möglichkeiten
gibt:

 Das sogenannte „aktuelle Bikarbonat“ wird aus dem pH-Wert sowie dem
Kohlendioxidpartialdruck berechnet.
 Das sogenannte „Standard-Bikarbonat“ berechnet sich aus Hämoglobinwert (roter
Blutfarbstoff), Sauerstoffsättigung sowie Basenüberschuss.

Wie ist das Ergebnis der Bikarbonatmessung im Blut zu interpretieren?

Zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts des Körpers müssen immer die folgenden
Laborwerte in Zusammenschau beurteilt und interpretiert werden:

 pH-Wert des Blutes,


 pCO2-Wert des Blutes,

 Bikarbonatwert (HCO3) bzw. Basenüberschuss (BE) des Blutes.

Da die Höhe des Bikarbonatwertes im Blut vor allem durch die Nieren reguliert wird,
bezeichnet man das Bikarbonat auch als

 sogenannte metabolische Komponente (bzw. nicht-respiratorische Komponente) des


Säure-Basen-Haushalts, welche in erster Linie durch die Funktion der Nieren
bestimmt wird.

Dabei bedeuten erhöhte Bikarbonatwerte auf der einen Seite eine Verschiebung des Säure-
Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Alkalose“ (Basenüberschuss bzw. Säureverlust).

Auf der anderen Seite bedeuten erniedrigte Bikarbonatwerte eine Verschiebung des Säure-
Basen-Gleichgewichts in Richtung

 „Azidose“ (Basenverlust bzw. Säureüberschuss).

Blutgasanalyse (BGA)
Bei der Blutgasanalyse handelt es sich um eine einfache und rasch durchführbare
labordiagnostische Methode zur Beurteilung der folgenden Körperfunktionen:

 Die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (sogenannte
„Oxygenierung“) sowie
 das Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (sogenannter Säure-Basen-
Haushalt).

Zur Durchführung einer Blutgasanalyse muss von der Patientin bzw. dem Patienten
arterielles bzw. Kapillarblut gewonnen werden. Dabei wird

 arterielles Blut durch Punktion einer Arterie (z.B. der Arteria radialis am
Handgelenk) gewonnen;
 Kapillarblut wird beim Erwachsenen zumeist aus dem Ohrläppchen und bei
Neugeborenen sowie Säuglingen aus der Ferse ebenfalls durch Punktion der Haut
nach Hyperämisierung (Steigerung der Hautdurchblutung mittels nikotinsäureester-
haltigen Salben) gewonnen.

Zur Sammlung des Blutes für die Blutgasanalyse kommen spezielle Abnahmegefäße zum
Einsatz, die Lithium-Heparin zur Verhinderung der Blutgerinnung enthalten.

Die Analyse von Blut-pH-Wert (Säure-Basen-Haushalt) und Blutgasen muss immer sofort
nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials erfolgen. Idealerweise sollte das Blut
sogar noch Körpertemperatur haben. Ein Versand der Blutproben auch innerhalb eines
Krankenhauses ist nicht möglich, da dies die Messwerte verfälschen würde. Aus diesem
Grund sollte die Blutgasanalyse immer in der unmittelbaren Nähe der entsprechenden
Analysegeräte durchgeführt werden – v.a. in

 pulmologischen bzw.
 intermediär- sowie intensivmedizinischen Einrichtungen.

Die Blutgasanalyse selbst erfolgt mithilfe spezieller, hoch automatisierter Blutgasanalyse-


Messgeräte. Von diesen Messgeräten wird je nach Gerätetyp eine Reihe von Messwerten
erhoben, die in folgenden Gruppen zusammengefasst werden können:

 Zu den Messwerten des Sauerstoffstatus zählen


o Sauerstoffpartialdruck (pO2),

o Sauerstoffsättigung (sO2),

o Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), Hämatokrit,

o Oxyhämoglobinfraktion (FO2Hb),

o Sauerstoffgehalt (ctO2) u.v.m.

 Zu den Messwerten des Säure-Basen-Haushalts gehören

o pH-Wert des Blutes,

o Kohlendioxidpartialdruck (pCO2),

o Bikarbonat (HCO3),

o Gesamt-CO2 (tCO2),

o Basenabweichung (B.E.),

o CO2-Bindungskapazität etc.
Neben diesen Messwerten können mittels moderner Blutgasanalysegeräte oft auch eine
Reihe weiterer Laborwerte bestimmt werden, die vor allem in der Notfallmedizin wichtig
sind:

 Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium etc.),


 Glukose (Blutzucker),

 Laktat etc.

Zu den medizinisch-klinischen Einsatzgebieten der Blutgasanalyse zählen die folgenden


Bereiche und Fragestellungen:

 Beurteilung der sogenannten „respiratorischen Funktion“ (sprich: der Atmung),


 Überwachung einer Beatmungstherapie,

 Bestimmung des Schweregrades von Störungen im Bereich des Säure-Basen-


Haushaltes (sogenannte „Azidose“ bzw. „Alkalose“).

Eine Störung der Oxygenierung des Blutes wird unter dem Begriff der „respiratorischen
Insuffizienz“ zusammengefasst, wobei hier unterschiedliche Faktoren bzw. deren Kombination
als Ursachen infrage kommen können:

 Erkrankungen der Lunge,


 Störungen der sogenannten „Atempumpe“ (Atemmuskulatur, Atmungssteuerung
durch Gehirn und Rückenmark) sowie

 Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinsuffizienz und Lungenödem).

Je nach erkranktem Organ und Schwere der Störung kann es zu einer akuten (meist
lebensbedrohlichen) bzw.chronischen Ateminsuffizienz kommen, wobei im Hinblick auf die
Therapie in erster Linie eine Behandlung der Grunderkrankung (sogenannte „kausale“
Therapie) erfolgen sollte. Als symptomatische Therapiemaßnahme wird bei
respiratorischer Insuffizienz meist eine Beatmungsbehandlung (Mund/Nasen-Masken)
durchgeführt.

Sowohl für die Diagnose einer respiratorischen Insuffizienz als auch die weitere
Überwachung einer Beatmungsbehandlung kommt der Blutgasanalyse ein hoher
Stellenwert zu.

Die Blutgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) hängen aber auch unmittelbar mit dem Säure-
Basen-Haushalt zusammen. Insbesondere werden durch die Abatmung von Kohlendioxid
Säuren aus dem Körper ausgeschieden:

 sogenannte „respiratorische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts.

Weiters gibt das überwiegend durch die Nieren gesteuerte Bikarbonatsystem, das die

 sogenannte „metabolische Komponente“ des Säure-Basen-Haushalts darstellt.

Je nach dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Körper sowie dem Einfluss der
respiratorischen sowie metabolischen Komponente(n) des Säure-Basen-Haushalts werden
in der Medizin die folgenden Störungen unterschieden:

 Azidose (Säurenüberschuss im Körper):

o metabolische Azidose (z.B. bei diabetischem Koma oder Niereninsuffizienz);

o respiratorische Azidose (z.B. respiratorische Insuffizienz);


 Alkalose:

o metabolische Alkalose (z.B. durch Säureverlust bei Erbrechen von Magensaft,


hormonproduzierenden Nebennierenrindentumoren etc.);

o respiratorische Alkalose (z.B. durch sogenannte „Hyperventilation“ –


übermäßiges Atmen meist infolge psychischer Störungen).

Auch für die Abklärung dieser Störungen des Säure-Basen-Haushalts kommt der
Blutgasanalyse eine große Bedeutung zu. Dies betrifft sowohl die Diagnostik als auch die
Überwachung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Rahmen therapeutischer Maßnahmen.
Synonyme: Bikarbonat (BIK) LOINC: 1960-4, 1961-Referenzwert
Einheit Referenzbereich
Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmol/l (Millimol pro
22–26 mmol/l 22–26 mmol/l 22–26 mmol/l 22–26 mmol/l
Liter)

Hinweis