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DEUTSCHE NORM April 1999

Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen


Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der {
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 1: Allgemeingültige Regeln
Deutsche Fassung EN 1946-1 : 1999 EN 1946-1

ICS 91.100.01; 91.120.10

Thermal performance of building products and components – Specific


criteria for the assessment of laboratories measuring heat transfer
properties – Part 1: Common criteria;
German version EN 1946-1 : 1999
Performance thermique des produits et composants pour le bâtiment –
Critères particuliers pour l'évaluation des laboratoires mesurant les
propriétés de transmission thermique – Partie 1: Critères communs;
Version allemande EN 1946-1 : 1999

Die Europäische Norm EN 1946-1 : 1999 hat den Status einer


Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 1946-1 : 1999 ist vom Technischen Komitee CEN/TC 89
„Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen“ (Sekretariat: Schweden) unter
deutscher Mitwirkung erarbeitet worden.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuß im DIN Deutsches Institut
für Normung e.V. ist der als Spiegelausschuß zu CEN/TC 89 eingesetzte
Arbeitsausschuß 00.89.00 „Wärmeschutz" des Normenausschusses Bauwesen
(NABau).

Fortsetzung 6 Seiten EN

Normenausschuß Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


– Leerseite –
EUROPÄISCHE NORM EN 1946-1
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Januar 1999

ICS 91.100.01; 92.120.10

Deskriptoren: Bauprodukte, Wärmeübertragung, wärmetechnische Eigenschaften, Prüfung, Begutachtung von


Laboratorien, Dokumentation

Deutsche Fassung
Wärmetechnisches Verhalten von Bauprodukten und Bauteilen
Technische Kriterien zur Begutachtung von Laboratorien bei der
Durchführung der Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften
Teil 1: Allgemeingültige Regeln

Thermal performance of building products and Performance thermique des produits et composants
components – Specific criteria for the assessment of pour le bâtiment – Critères particuliers pour
laboratories measuring heat transfer properties – l'évaluation des laboratoires mesurant les propriétés
Part 1: Common criteria de transmission thermique – Partie 1: Critères
communs

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 13. Dezember 1998 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen,
in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne
jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren
bibliographischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied
auf Anfrage erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied
in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und
dem Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die
offiziellen Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der
Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 1999 CEN – Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref. Nr. EN 1946-1 : 1999 D
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EN 1946-1 : 1999

Inhalt
Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Einleitung .................................................. 2
1 Anwendungsbereich ........................................ 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Begutachtung ............................................. 4
5 Dokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 89 „Wärmeschutz von Gebäuden und Bauteilen"
erarbeitet, dessen Sekretariat von SIS gehalten wird.
Diese Europäische Norm muß den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis Juli 1999, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis Juli 1999 zurückgezogen werden.
Die Reihe Europäischer Normen EN 1946 besteht aus mehreren Teilen. Der erste Teil legt allgemeingültige Regeln,
die für alle Messungen von Wärmeübertragungseigenschaften gelten, fest. Alle folgenden Teile legen ergänzende
technische Kriterien, die in der jeweiligen Norm für die Messung spezifischer Wärmeübertragungseigenschaften
gelten, fest.
Die Reihe der Normen besteht aus folgenden Teilen:
Teil 1: Allgemeingültige Regeln
Teil 2: Messung nach dem Verfahren mit dem Plattengerät
Teil 3: Messung nach dem Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät
Teil 4: Messung nach dem Heizkasten-Verfahren
Teil 5: Messung nach dem Rohrprüfgerät-Verfahren
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen:
Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und das Vereinigte
Königreich.

Einleitung
Auf dem Gebiet der Prüfung von Wärmeübertragungseigenschaften sind von den Laboratorien viele Prüfgeräte
entwickelt worden, die in ihrem Einzelaufbau voneinander abweichen, so daß jedes Gerät wie ein Prototyp
begutachtet wird.
Die Abschätzung der Meßunsicherheit der Geräte ist demzufolge sehr kompliziert und erfordert einschlägige
Fachkenntnisse und ein gutes Urteilsvermögen für die entsprechenden Prüfeinrichtungen und -verfahren und der
Faktoren, die die Meßunsicherheit der Ergebnisse beeinflussen können. Angesichts der Vielfalt der genormten
Verfahren zur Abschätzung der Meßunsicherheit der Geräte wurde beschlossen, diese aus den Normen über
Gerätebeschreibungen und Prüfverfahren, die zur täglichen Praxis von Prüfern gehören, auszugliedern.
Es gibt deshalb eine Notwendigkeit, eine Verbindung zwischen den Normen der Reihe EN 45000 und jedem
einschlägigen genormten Prüfverfahren herzustellen, indem genormte Begutachtungsverfahren geschaffen werden,
die sich für die Messung der Wärmeübertragungseigenschaften eignen.
Während sich die Europäischen Normen der Reihe EN 1946 größtenteils mit der Festlegung von Normverfahren zur
Abschätzung der Meßunsicherheit von Geräten befassen, wird durch die Anwendung dieser Verfahren für die Begut-
achtung eines Laboratoriums nach den Normen der Reihe EN 45000 der geforderte Kompetenzgrad für das
Personal des Laboratoriums festgelegt.
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1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt die technischen Kriterien fest, die nach den allgemeingültigen Kriterien von EN 45001
und EN 45002 zur Begutachtung von Laboratorien bei der Durchführung der Messung von Wärmeübertragungs-
eigenschaften von Bauprodukten und Bauteilen nach den genormten Prüfverfahren zu erfüllen sind. Sie gilt sowohl
für die interne wie auch die grundsätzlich von einer Akkreditierungsstelle durchgeführte Begutachtung und ist als
Hilfestellung für alle Beteiligten konzipiert.
Sie legt den Inhalt der Dokumentation (Gerätehandbuch, Kalibrier- und Wartungskartei, Verfahrensanweisung über
die Messung) nach EN 45001 und die Verfahren zur Begutachtung der Meßgenauigkeit von Geräten und die
Funktionsprüfung fest. Für alle weiteren Anforderungen an Messungen der Wärmeübertragungseigenschaften, die
von Laboratorien durchzuführen sind, gilt EN 45000.
EN 1946-1 legt die allgemeingültigen Anforderungen an die Begutachtung der unterschiedlichen Prüfverfahren fest.
Alle folgenden Teile legen ergänzende technische Kriterien, die in der jeweiligen Norm für die Messung spezifischer
Wärmeübertragungseigenschaften gelten, fest. Die Anwendung dieser Norm erfordert einschlägige Fachkenntnisse
des beteiligten Personals.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publika-
tionen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen dieser
Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei
undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation.
EN 45001
Allgemeine Kriterien zum Betreiben von Prüflaboratorien
EN 45002
Allgemeine Kriterien zum Begutachten von Prüflaboratorien
EN 45020
Normung und damit zusammenhängende Tätigkeiten – Allgemeine Begriffe (ISO/IEC-Guide 2 : 1996)

3 Definitionen
Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die Definitionen der Begriffe „Prüfung“, „Prüfverfahren“ und
„Eignungsprüfung (im Laboratorium)“ nach EN 45020 und die folgenden Definitionen:
3.1 Messung der Wärmeübertragungseigenschaft: Bestimmung einer Wärmeübertragungseigenschaft nach
einem genormten Prüfverfahren.
3.2 Gerätehandbuch: Dokument, das Angaben zu Anforderungen an die Gerätefunktion, Beschreibungen, Aufbau,
Meßabweichungsanalyse und Abnahmeprüfung enthält.
3.3 Verfahrensanweisung zur Messung: Dokument, das Angaben über die Handhabung und Vorbereitung von
Probekörpern, Prüfverfahren, Prüfbericht, zeitlich festgelegte Gerätekontrollen und Wartung enthält.
3.4 Kalibrier- und Wartungskartei: Ablage, zum Nachweis aller Kalibrierungen und Kalibrierergebnisse sowie aller
Wartungstätigkeiten für jedes Gerät.
3.5 Prüfnachweisregister des Prüflaboratoriums: Register oder Ablage, das für jede Prüfung die gesamte
Dokumentation und Korrespondenz zur Identifizierung des Probekörpers, der Meßdaten, Grobberechnungen, Rech-
nerausdrucke und ein Exemplar des Abschlußberichtes enthält.
3.6 Referenzmaterial: Werkstoff oder Substanz, von dem eine oder mehrere Eigenschaften soweit festgelegt sind,
daß sie zur Kalibrierung eines Gerätes, für die Gültigkeit einer Kalibrierung, Begutachtung eines Meßverfahrens oder
quantitativen Bestimmung von Werkstoffeigenschaften verwendet werden können (ISO-Guide 30 : 1992).
3.7 zertifiziertes Referenzmaterial: Referenzmaterial, von dem ein oder mehrere Eigenschaftswerte nach
einem technisch gültigen Verfahren zertifiziert sind, und die begleitet werden von einem oder zurückverfolgt werden
können auf ein Zertifikat oder eine andere Dokumentation, die von einer Zertifizierungsstelle erteilt wurde (ISO-
Guide 30 : 1992).
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3.8 Normal: Maßverkörperung, Meßgerät, Referenzmaterial oder Meßeinrichtung zum Zweck, eine Einheit, einen
oder mehrere Größenwerte festzulegen, zu verkörpern, zu beschreiben oder zu reproduzieren [Internationales
Wörterbuch für Basis und allgemeine Begriffe in der Metrologie, ISO, 1993].
3.9 Transfernormal: Normal, das als Zwischenträger zum Vergleich von Normalen benutzt wird [Internationales
Wörterbuch für Basis und allgemeine Begriffe in der Metrologie, ISO, 1993].
ANMERKUNG: Der Begriff „Transfergerät“ sollte verwendet werden, wenn die Transferstufe kein Meßnormal
ist.

4 Begutachtung
4.1 Anforderungen der Reihe EN 45000
Diese Norm setzt voraus, daß:
a) die für die Begutachtung zuständige Akkreditierungsstelle die in EN 45000 angegebenen allgemeingültigen
Kriterien erfüllt sowie Arbeitsweise und Begutachtungsverfahren den allgemeinen Kriterien von EN 45000
entsprechen.
b) die Prüflaboratorien nach den in EN 45001 festgelegten allgemeinen Kriterien organisiert sind und geführt
werden;
c) die von dem Laboratorium zur Messung der Wärmeübertragungseigenschaften und die verwendeten
Meßverfahren den Anforderungen der einschlägigen Norm-Prüfverfahren entsprechen;
d) die Begutachtung der Gerätegenauigkeit und die weiteren Funktionsprüfungen und die Eignungsprüfung dem
einschlägigen Teil der Reihe EN 1946 entsprechen und hierüber der entsprechende Nachweis geführt wird.

4.2 Dokumentation
Im Sinne dieser Norm und in Übereinstimmung mit EN 45001 ist das Laboratorium zur Erstellung einer aus-
sagefähigen Dokumentation verpflichtet. In dieser Dokumentation müssen die Angaben, die in den betreffenden
Teilen von EN 1946 verbindlich festgelegt sind, enthalten sein. In Abschnitt 5 dieser Norm wird eine allgemeine
Anleitung zum Inhalt dieser Dokumente für die Messung der Wärmeübertragungseigenschaft gegeben; in den
Abschnitten 4, 5 und 6 des jeweiligen Teils der Reihe EN 1946 sind konkrete Angaben zum Inhalt dieser Dokumente
für jede Art der Messung der Wärmeübertragungseigenschaft aufgeführt.

4.3 Personal des Laboratoriums


Das für die Prüfung, Wartung und Kalibrierung verantwortliche Personal muß in der Lage sein, alle im Geräte-
handbuch und in der Verfahrensanweisung zur Messung enthaltenen Festlegungen, einschließlich ihrer Wechsel-
beziehung zur Meßgenauigkeit des genormten Prüfverfahrens, zu erläutern und zu überprüfen.
Das für die Prüfung verantwortliche Personal muß entscheiden können, ob ein Probekörper mit dem vorhandenen
Laborgerät geprüft werden kann und muß auch eine geeignete Vorentscheidung über Prüfbedingungen und
Handhabung des Probekörpers treffen können, sofern dies nach dem jeweiligen genormten Prüfverfahren gefordert
wird.

4.4 Eignungsprüfung
Für die Begutachtung müssen Eignungsprüfungen an Probekörpern durchgeführt werden, wenn deren Abmessungen
und aufgezeichnete Wärmeübertragungseigenschaften innerhalb des Bereiches liegen, für den das Laboratorium die
Akkreditierung beantragt hat.
ANMERKUNG 1: Im allgemeinen reicht ein guter Geräteaufbau und eine detaillierte Funktionsprüfung aus,
um den ordnungsgemäßen Betrieb des Gerätes innerhalb der erwarteten Meßgenauigkeit unter allen
vorgesehenen Prüfbedingungen sicherzustellen. Trotzdem kann der tatsächliche Nachweis für den ordnungs-
gemäßen Betrieb des Gerätes nur durch Eignungsprüfungen erfolgen. Probekörper für die Eignungsprüfung
sind nationale normale Transferstandards, siehe 3.9, die von einer nationalen physikalisch-technischen Prüf-
anstalt oder einer gleichwertigen Institution entwickelt worden sind.
Da Meßunsicherheit, höchste Genauigkeit und Wiederholpräzision stark von den Eigenschaften des Probekörpers
und den Prüfbedingungen abhängen, müssen die Probekörper für die Eignungsprüfungen die kritischsten Prüfbedin-
gungen erfüllen, und bei den von dem Laboratorium durchgeführten Funktionsprüfungen müssen alle vorauszuse-
henden Prüfsituationen berücksichtigt werden.
ANMERKUNG 2: Alternativ ist es möglich, daß von einem Laboratorium geprüfte Probekörper nochmals in
einer nationalen physikalisch-technischen Prüfanstalt oder einer gleichwertigen Institution geprüft werden,
vorausgesetzt, daß der Werkstoff des Probekörpers hierbei als ausreichend stabil angesehen werden kann.
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EN 1946-1 : 1999

5 Dokumentation
5.1 Allgemeines
In diesem Abschnitt werden konkrete Angaben gemacht, was die Dokumentation nach EN 45001 enthalten muß; sie
sollte in drei Teile gegliedert sein:
– Gerätehandbuch,
– Kalibrier- und Wartungskartei,
– Verfahrensanweisung über die Messung.

5.2 Gerätehandbuch
5.2.1 Allgemeines
Für jedes Gerät, das zur Messung einer Wärmeübertragungseigenschaft verwendet wird, muß ein Gerätehandbuch
geführt werden, das nach 5.2.2 bis 5.2.5 folgende Angaben enthalten muß:
a) Leistungsangaben des Gerätes;
b) Beschreibung des Gerätes, einschließlich elektrischer Komponenten und Meßgeräte;
c) Geräteaufbau und Meßabweichungsanalyse;
d) Funktionsprüfung des Gerätes.
Zusätzlich zu diesen Angaben müssen auch die ausführlichen Angaben enthalten sein, die in Abschnitt 4 des für das
spezielle Meßverfahren geltenden Teils dieser Norm festgelegt sind.
5.2.2 Leistungsangaben des Gerätes
Für jedes Gerät, das für ein genormtes Prüfverfahren verwendet wird, müssen Ober- und Untergrenzen für die
jeweils geprüften Eigenschaften und Prüfbedingungen festgelegt werden, z. B.:
– Wärmedurchlaßwiderstand;
– Abmessungen des Probekörpers;
– mittlere Prüftemperatur;
– Temperaturdifferenz über den Probekörper;
– Umgebungsbedingungen (Temperatur, relative Luftfeuchte) an den Randstirnflächen des Probekörpers.
ANMERKUNG: Einige dieser Eigenschaften oder Prüfbedingungen können Ober- und Untergrenze der
anderen Eigenschaften oder Prüfbedingungen beeinflussen, z. B. kann die größte Probekörperdicke durch die
Wärmeleitfähigkeit des Probekörpers beeinflußt werden.
Konkrete Angaben zu den zu messenden Eigenschaften und Prüfbedingungen sind in 4.2 des für das betreffende
Meßverfahren zutreffenden Teils der Reihe EN 1946 aufgeführt.
5.2.3 Gerätebeschreibung
Für jedes nach einem genormten Prüfverfahren benutzte Gerät muß folgendes angegeben werden:
– Arbeitsweise;
– Gerätetyp (z. B. Zweiplattengerät mit zusätzlichem Schutzring);
– Grundmaße des Gerätes;
– einfache Skizzen zur Darstellung des Geräteaufbaus;
– Lage und Numerierung von Temperatur-Meßfühlern;
– elektrische Komponenten/Geräte und Zusatzausrüstung;
– Einzelheiten des Datenerfassungssystems und zugehörige Rechnerprogramme für die Datenanalyse.
Um Doppelarbeit zu vermeiden, kann auf Betriebsanleitungen von Geräteherstellern oder auf einschlägige Abschnitte
der Norm, die das Verfahren beschreibt, verwiesen werden.
5.2.4 Geräteaufbau und Meßabweichungsanalyse
Genaue Angaben zum Geräteaufbau und der daraus abzuleitenden Meßabweichungsanalyse (beste Meßmög-
lichkeit), die Schätzwerte der Meßunsicherheiten bei unterschiedlichen Prüfbedingungen ergibt, sind bezüglich der
Grenzwerte der gemessenen Eigenschaften und der in 5.2.2 festgelegten Prüfbedingungen erforderlich.
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5.2.5 Funktionsprüfung des Gerätes


Das Verfahren zur Validierung obiger Meßabweichungsanalyse durch eine Funktionsprüfung muß in allen Einzel-
heiten beschrieben werden, so daß es für spätere Überprüfungen erforderlichenfalls wiederholt werden kann.
Mit einem oder mehreren zertifizierten Referenzmaterialien oder Transfernormal muß nach dem betreffenden Teil
der Reihe EN 1946 eine abschließende Funktionsprüfung durchgeführt werden.
Über die Ergebnisse der Funktionsprüfung muß ein Nachweis geführt werden.

5.3 Kalibrier- und Wartungskartei


Absolute Prüfverfahren (z. B. Verfahren mit dem Plattengerät) erfordern keine Gerätekalibrierung, jedoch müssen
Temperatur-Meßfühler und Zusatzeinrichtungen, die die Meßgenauigkeit der Ergebnisse unmittelbar beeinflussen,
regelmäßigen Kalibrierkontrollen mit der Rückverfolgbarkeit auf nationale Normale unterzogen werden; siehe den
betreffenden Teil der Normenreihe EN 1946, der für das Meßverfahren der speziellen Wärmeübertragungseigen-
schaft gilt.
Bei vergleichenden Prüfverfahren (z. B. Verfahren mit dem Wärmestrommeßplatten-Gerät) ist zusätzlich zu den für
die Absolutprüfverfahren anzuwendenden Kalibrierungen eine Kalibrierung der Wärmestrommeßgrößenumformer
erforderlich.
Wartungsarbeiten an den Geräten und Ergebnisse von Kalibrierungen müssen in die Kalibrier- und Wartungskartei
eingetragen werden.

5.4 Verfahrensanweisung über die Messung


Für jedes Gerät muß die Verfahrensanweisung über die Messung genaue Hinweise enthalten, die der Prüfer zur
Durchführung der Messungen innerhalb der angegebenen Meßunsicherheit befolgen muß. Dies betrifft Arbeitsgänge,
die von dem betreffenden genormten Prüfverfahren oder der Produktnorm sowie internen Verfahren vorgegeben
sind. Im folgenden wird eine Prüfliste mit den Punkten angegeben, die bei dem Meßverfahren ausgeführt werden
müssen, siehe auch die Angaben in Abschnitt 6 des betreffenden Teils der Normenreihe EN 1946 der das
Meßverfahren für die konkrete Wärmeübertragungseigenschaft festlegt:
a) Handhabung des Probekörpers nach EN 45001;
b) Vorbereitung des Probekörpers für die Prüfung;
c) Prüfverfahren, einschließlich schrittweises Vorgehen beim Betrieb aller Geräte, die für die Durchführung der
Messungen nach einem genormten Prüfverfahren notwendig sind;
d) Prüfbericht;
e) entsprechende Kontrollen und Wartungsarbeiten zur Aufrechterhaltung der betreffenden Qualitätsstufe der
Messungen (einschließlich zeitlichem Ablauf und Eintragungen in die Kalibrier- und Wartungskartei);
f) Verweisung auf die Meßabweichungsanalyse, siehe 5.2.4, die die Meßunsicherheiten der Ergebnisse angibt.