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DEUTSCHE NORM Juli 2000

Rückhaltesysteme an Straßen
Teil 3: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen D
und Prüfverfahren für Anpralldämpfer
Deutsche Fassung EN 1317-3:2000 EN 1317-3
ICS 13.200; 93.080.30

Road restraint systems — Part 3: Performance classes, impact test


acceptance criteria and test methods for crash cushions;
German version EN 1317-3:2000
Dispositifs routiers de retenue — Partie 3: Atténuateurs de choc —
Classes de performance, critère d’acceptation des essais de choc et
méthodes d’essais;
Version allemande EN 1317-3:2000

Die Europäische Norm EN 1317-3:2000 hat den Status einer


Deutschen Norm.

Nationales Vorwort
Diese Europäische Norm wurde von CEN/TC 226 „Straßenausstattung“ (Sekretariat:
Frankreich) Arbeitsgruppe 1 „Rückhaltesysteme“ (Federführung: Frankreich) unter deut-
scher Mitwirkung erarbeitet.
Der für die deutsche Mitarbeit zuständige Arbeitsausschuss im DIN Deutsches Institut für
Normung e. V. ist der als Spiegelausschuss zu CEN/TC 226 WG 1 eingesetzte Arbeitsaus-
schuss NABau/FGSV 10.06.01 „Passive Schutzeinrichtungen“ des Normenausschusses
Bauwesen.
Für die im Abschnitt 2 zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entspre-
chenden Deutschen Normen hingewiesen:
ISO 6487 siehe DIN ISO 6487

Nationaler Anhang NA (informativ)


Literaturhinweise
DIN ISO 6487
Straßenfahrzeuge — Messmethoden für Aufprallversuche — Messgeräte

Fortsetzung 12 Seiten EN

Normenausschuss Bauwesen (NABau) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V.


— Leerseite —
EUROPÄISCHE NORM EN 1317-3
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Mai 2000

ICS 13.200; 93.080.30

Deutsche Fassung

Rückhaltesysteme an Straßen
Teil 3: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen
und Prüfverfahren für Anpralldämpfer

Road restraint systems — Part 3: Performance classes, Dispositifs routiers de retenue — Partie 3: Atténuateurs
impact test acceptance criteria and test methods for de choc — Classes de performance, critère d’accepta-
crash cushions tion des essais de choc et méthodes d’essais

Diese Europäische Norm wurde von CEN am 10. April 2000 angenommen.
Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in
der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede
Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist.
Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliogra-
phischen Angaben sind beim Zentralsekretariat oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.
Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch,
Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in
eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem
Zentralsekretariat mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen
Fassungen.
CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutsch-
land, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, der Tschechischen
Republik und dem Vereinigten Königreich.

CEN
EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG
European Committee for Standardization
Comité Européen de Normalisation

Zentralsekretariat: rue de Stassart 36, B-1050 Brüssel

© 2000 CEN — Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren,
sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten. Ref.-Nr. EN 1317-3:2000 D
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EN 1317-3:2000

Inhalt
Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3 Abkürzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
4 Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
5 Leistungsklassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
6 Abnahmekriterien für Anprallprüfungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
7 Prüfverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Vorwort
Diese Europäische Norm wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 226 „Straßenausstattung“ angefertigt, dessen Sekreta-
riat von AFNOR geführt wird.
Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines iden-
tischen Textes oder durch Anerkennung bis 2000-11 und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis
2000-11 zurückgezogen werden.
Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder gehal-
ten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland,
Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, die
Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich.
Diese Europäische Norm besteht aus den folgenden Teilen unter dem Haupttitel: Rückhaltesysteme an Straßen:
– Teil 1: Terminologie und allgemeine Kriterien für Prüfverfahren
– Teil 2: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Schutzeinrichtungen
– Teil 3: Leistungsklassen, Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Anpralldämpfer
Die folgenden Teile sind noch nicht verfügbar, jedoch in
Vorbereitung:
– Teil 4: Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und Prüfverfahren für Anfangs-, Endkonstruktionen und Übergänge von
Schutzeinrichtungen
– Teil 5: Dauerhaftigkeit, Konformitätsverfahren und -bescheinigung
– Teil 6: Fußgängerrückhaltesysteme, Brückengeländer

Einleitung
Um die Sicherheit zu erhöhen, kann der Entwurf von Straßen die Errichtung von Anpralldämpfern an bestimmten Stellen
erfordern. Diese Anpralldämpfer sind konstruiert, um die Heftigkeit eines Fahrzeuganpralls an ein widerstandsfähigeres
Objekt zu verringern.
Das Ziel dieser Norm ist die Harmonisierung von bestehenden nationalen Normen und/oder Regelwerken für Anpralldämp-
fer sowie deren Einordnung in Leistungsklassen.
In dieser Norm sind die Leistungsstufen für Anpralldämpfer festgelegt, die für das Aufhalten und/oder Zurückleiten anpral-
lender Fahrzeuge erforderlich sind.
Die Anprallheftigkeit von Fahrzeugen an Anpralldämpfer wird durch die Indizes Theoretische Anprallgeschwindigkeit des
Kopfes (THIV), Kopfverzögerung nach dem Anprall (PHD) und Index für die Schwere der Beschleunigung (ASI) beurteilt
(siehe EN 1317-1).
Die verschiedenen Leistungsstufen ermöglichen den nationalen und örtlichen Stellen für die Verwendung von An-
pralldämpfern die Leistungsstufen festzulegen. Hierbei sind die Art oder Kategorie der Straße, ihre Lage, ihre Geometrie
sowie das Vorhandensein einer ungeschützten Konstruktion oder einer möglicherweise eine Gefährdung darstellende, an
die Straße angrenzende Fläche als Faktoren zu berücksichtigen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Anerkennung eines Anpralldämpfers den erfolgreichen Abschluss einer Reihe von
Prüfungen erfordert (siehe Tabellen 1, 2, 3 usw.).
Zusätzliche sensible Gebiete, einschließlich Übergänge zu einem Hindernis oder einer Schutzeinrichtung, sollten für
Prüfungen in Betracht gezogen werden.
Um die einwandfreie Anwendung dieses Teils dieser Norm sicherzustellen, ist es notwendig, alle anderen Teile dieser
Norm zu berücksichtigen, insbesondere Teil 5.
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1 Anwendungsbereich – Ablösung und Streuung von Trümmern des Prüffahr-


Diese Europäische Norm bestimmt Anforderungen für die zeugs und Anpralldämpfers;
Leistungsfähigkeit von Anpralldämpfern beim Anprall von – Aufhaltestufe;
Fahrzeugen. Sie bestimmt Leistungsklassen und Abnah- – Auslenkung des Anpralldämpfers.
mekriterien für Anprallprüfungen. ANMERKUNG 1: Siehe Abschnitt 6 für weitere Details.

2 Normative Verweisungen 5.2 Geschwindigkeitsklassen


Anprallgeschwindigkeitsklassen müssen sein:
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder un-
datierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publi- – 50 km=h;
kationen. Diese normativen Verweisungen sind an den je- – 80 km=h;
weiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind – 100 km=h;
nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen – 110 km=h.
gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen die-
ser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls
sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet 5.3 Arten von Anpralldämpfern
sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe Die Arten von Anpralldämpfern müssen unterschieden
der in Bezug genommenen Publikation. werden nach:
EN 1317-1 – zurückleitend (R): Anpralldämpfer, der Fahrzeuge
Rückhaltesysteme an Straßen — Teil 1: Terminologie anhält und zurückleitet,
und allgemeine Kriterien für Prüfverfahren – nicht zurückleitend (NR): Anpralldämpfer, der Fahr-
ISO 6487 zeuge anhält aber nicht zurückleitet.
Road vehicles — Measurement techniques in impact Die Abnahmekriterien für die Fahrzeuganprallprüfungen
tests — Instrumentation müssen denen in Tabelle 1 aufgeführten entsprechen.
ISO 10392 Die Leistungsstufen der Anpralldämpfer müssen den in
Road vehicles with two axles — Determination of Tabellen 2 und 3 angegebenen entsprechen. Diese sind
centre of gravity entsprechend einer steigenden Kapazität zur Absorption
der Anprallenergie klassifiziert. Ein in einer Leistungsstufe
erfolgreich geprüfter Anpralldämpfer muss so betrachtet
3 Abkürzungen werden, als wenn er auch die Prüfbedingungen der niedri-
ASI Index für die Schwere der Beschleunigung geren Stufen erfüllt, sofern es sich nicht um ein System
THIV Theoretische Anprallgeschwindigkeit des Kopfes handelt, das bei einer geringeren Anprallgeschwindigkeit
nicht einwandfrei funktioniert. In diesem Fall ist eine
PHD Kopfverzögerung nach dem Anprall zusätzliche Prüfung erforderlich, um seine Leistungsfähig-
keit nachzuweisen. Diese zusätzliche Prüfung muss durch
die akkreditierte Stelle entschieden werden, die verant-
4 Definitionen wortlich ist für die Erstprüfung dieses Produktes.
Für die Anwendung dieser Norm gelten die folgenden
Definitionen:
5.4 Anprallheftigkeit
4.1 Die Anprallheftigkeit für Fahrzeuginsassen muss durch
Hindernis die Indizes ASI, THIV und PHD nachgewiesen werden.
Der Gegenstand, der durch den Anpralldämpfer gegen Diese Indizes sind in EN 1317-1 erläutert.
den Anprall eines Fahrzeugs geschützt wird. Es müssen zwei Anprallheftigkeitsstufen, wie in Tabelle 4
dargestellt, als Funktion der Werte der ASI-, THIV- und
4.2 PHD-Indizes festgelegt werden.
Stirnseite Bei einer Serie von Anprallprüfungen an einem speziellen
Die Stirnseite des Hindernisses ist die Oberfläche, die der Anpralldämpfer müssen alle ermittelten Stufen der An-
Ebene am nahesten liegt, die normal und senkrecht zur prallheftigkeit im Prüfbericht angegeben werden.
Mittelachse des Anpralldämpfers steht.
5.5 Prüfungen für systemgeprüfte
4.3 Anpralldämpfer
Systemtypgeprüfte Anpralldämpfer
Eine Gruppe von Modellen kann aus einem einzigen
Ein multifunktionales Produkt, das so zusammengesetzt ursprünglichen Anpralldämpfer entwickelt werden, wenn
werden kann, dass unterschiedliche Modelle aus dem dieser erfolgreich nach dieser Norm geprüft worden ist.
gleichen Satz von Komponenten entstehen. Man erhält Die Modelle einer Gruppe decken einen Bereich von Ge-
unterschiedliche Formen und Funktionen bei gleichen schwindigkeitsklassen, Breiten und Winkeln ab. Voraus-
Verhaltensmechanismen des Systems und seiner Kompo- setzungen für die Modelle einer Gruppe sind:
nenten.
– Zusammensetzung aus dem gleichen Satz von Kom-
ponenten,
5 Leistungsklassen – gleiche Produktbezeichnung,
– gleiche Verhaltensmechanismen des Systems und
5.1 Abnahmekriterien der Komponenten.
Die Abnahme eines Anpralldämpfers muss als Funktion Die Gruppe, die durch Zeichnungen aller Modelle festzu-
der folgenden Kriterien der Leistungsfähigkeit bestimmt legen ist, kann als ein Einzelprodukt mit multifunktionalen
werden: Eigenschaften geprüft werden. Wenn die durch die Grup-
– Anprallheftigkeit des Fahrzeugs; penprüfungsmatrix festgelegten Prüfungen bestanden
– Fahrverlauf des Fahrzeugs; sind, ist der Anpralldämpfer als multifunktionales Produkt
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akzeptiert, zum Beispiel wird jedes Modell in der zutreffen- Wenn der ursprüngliche Anpralldämpfer den kleinsten
den Leistungsklasse akzeptiert. Alle Anpralldämpfer einer Winkel/Breite hat, zur 100-km=h-Klasse gehört und die
Klasse müssen vom selben Typ sein, zum Beispiel alle Gruppe zusätzlich die 110-km=h-Klasse mit abdeckt, trifft
zurückleitend oder alle nicht zurückleitend. die Prüfmatrix der Tabelle 9 zu.
Wenn der ursprüngliche Anpralldämpfer den kleinsten Wenn der ursprüngliche Anpralldämpfer den größten
Winkel und die kleinste Breite hat und zur höchsten Winkel/Breite hat, zur 100-km=h-Klasse gehört und die
Geschwindigkeitsklasse gehört, trifft die Prüfmatrix in den Gruppe zusätzlich die 110-km=h-Klasse mit abdeckt, trifft
Tabellen 5, 6, 7 oder 8 zu, abhängig von der höchsten die Prüfmatrix der Tabelle 10 zu.
Geschwindigkeit der Gruppe.

Tabelle 1: Abnahmekriterien für Fahrzeuganprallprüfungen für Anpralldämpfer

Prüfung 1) Anprall Gesamtmasse des Geschwindigkeit Bild 1 Prüfung Nr


Fahrzeugs
kg km=h

TC 1.1.50 0 900 050 1


TC 1.1.80 080
TC 1.1.100 100
frontal, Mitte
TC 1.2.80 1 300 080 1
TC 1.2.100 100

TC 1.3.110 1 500 110 1

TC 2.1.80 frontal, 1=4 Fahrzeug 000900 2) 080 2


TC 2.1.100 versetzt 100

TC 3.2.80 Front (Mitte) mit 15° 1 300 080 3


TC 3.2.100 1 300 100
TC 3.3.110 1 500 110

TC 4.2.50 seitlicher Anprall 1 300 050 4


TC 4.2.80 mit 15° 1 300 080
TC 4.2.100 1 300 100
TC 4.3.110 1 500 110

TC 5.2.80 seitlicher Anprall 1 300 080 5


TC 5.2.100 mit 165° 1 300 100
TC 5.3.110 1 500 110

ANMERKUNG 1: Die Fahrzeugspezifikationen und Toleranzen sind in EN 1317-1 festgelegt.


ANMERKUNG 2: Die Prüfung Nr 5 wird für Anpralldämpfer mit nicht paralleler Form nicht durchgeführt, falls am
maßgebenden Anprallpunkt der Winkel (a) zwischen dem Fahrzeugweg und der Verkehrsseite des Anpralldämpfers
weniger als 5° beträgt.

1) Die Notation der Prüfungen ist wie folgt:


TC1 280
Prüfung des Anpralldämpfers Anfahrweg Fahrzeugprüfmasse Anprallgeschwindigkeit
2) Für diese Situation muss der Dummy auf der am weitesten von der Mittelachse des Anpralldämpfers entfernten Posi-
tion platziert werden.
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1 Alternativer Ort für die Front des Hindernisses 6 Prüfung 3


2 Anpralldämpfer 7 Prüfung 4
3 1=4 Versatz der Fahrzeugbreite für Prüfung 2 8 Prüfung 5
4 Prüfung 1 9 1=2 Fahrzeugbreite
5 Prüfung 2

Bild 1: Fahrzeugannäherungswege für die Prüfungen 1 bis 5

Tabelle 2: Leistungsstufen für zurückleitende Anpralldämpfer

Stufe Abnahmeprüfung

50 TC 1.1.50 – – – TC 4.2.50 –

80/1 – TC 1.2.80 TC 2.1.80 – TC 4.2.80 –


80 TC 1.1.80 TC 1.2.80 TC 2.1.80 TC 3.2.80 TC 4.2.80 TC 5.2.80*

100 TC 1.1.100 TC 1.2.100 TC 2.1.100 TC 3.2.100 TC 4.2.100 TC 5.2.100*

110 TC 1.1.100 TC 1.3.110 TC 2.1.100 TC 3.3.110 TC 4.3.110 TC 5.3.110*

ANMERKUNG 1: Die mit * gekennzeichneten Prüfungen sind nicht erforderlich, wenn der Fahrzeuganprall nicht
möglich ist (z. B. wenn der Verkehr nur in eine Richtung fließt oder an Zahlstellen/-schranken).
ANMERKUNG 2: Die Anzahl der für Stufe 80/1 erforderlichen Prüfungen ist verringert und der Index für die Schwere
der Beschleunigung, die Verformung und das Fahrzeugverhalten sind nicht mit der Stufe 80 vergleichbar.

Tabelle 3: Leistungsstufen für nicht zurückleitende Anpralldämpfer

Stufe Abnahmeprüfung

50 TC 1.1.50 – – –

80/1 – TC 1.2.80 TC 2.1.80 –


80 TC 1.1.80 TC 1.2.80 TC 2.1.80 TC 3.2.80

100 TC 1.1.100 TC 1.2.100 TC 2.1.100 TC 3.2.100

110 TC 1.1.100 TC 1.3.110 TC 2.1.100 TC 3.3.110

ANMERKUNG: Die Anzahl der für Stufe 80/1 erforderlichen Prüfungen ist verringert und der Index für die Schwere der
Beschleunigung, die Verformung und das Fahrzeugverhalten sind nicht mit der Stufe 80 vergleichbar.
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Tabelle 4: Werte für die Fahrzeuganprallheftigkeit

Anprallheftigkeitsstufen Kennwerte

A ASI k 1,0 THIV k 44 km=h in PHD k 20 g


Prüfungen 1, 2 und 3
THIV k 33 km=h in
Prüfungen 4 und 5

B ASI k 1,4 THIV k 44 km=h in PHD k 20 g


Prüfungen 1, 2 und 3
THIV k 33 km=h in
Prüfungen 4 und 5

ANMERKUNG 1: Die Anprallheftigkeitsstufe A bietet für die Insassen eines von der Fahrbahn abkommenden Fahr-
zeugs eine höhere Sicherheitsstufe als die Stufe B und wird bevorzugt.
ANMERKUNG 2: Der Grenzwert für den THIV ist in den Prüfungen 1, 2 und 3 höher, weil Erfahrungen gezeigt haben,
dass höhere Werte in Frontanprallsituationen akzeptiert werden können (auch wegen der höheren passiven Sicher-
heit in diesen Situationen). Ein solcher Unterschied in der Akzeptanz zwischen frontalen und seitlichen Anprallen ist
bereits im Wert des ASI enthalten, der deswegen nicht angepasst werden muss.

Tabelle 5: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit kleinstem Winkel/Breite, 110 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

110 alle Prüfungen – TC 1.1.100


TC 4.3.110**

100 TC 1.2.100 – TC 4.2.100**

80 TC 1.2.80 – TC 4.2.80**

50 TC 1.1.50 – TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.

Tabelle 6: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit kleinstem Winkel/Breite, 100 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

100 alle Prüfungen – TC 1.1.100


TC 4.2.100**

80 TC 1.2.80 – TC 4.2.80**

50 TC 1.1.50 – TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.
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Tabelle 7: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit kleinstem Winkel/Breite, 80 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

80 alle Prüfungen – TC 1.1.80


TC 4.2.80**

50 TC 1.1.50 – TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.

Tabelle 8: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit kleinstem Winkel/Breite, 50 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

50 alle Prüfungen – TC 1.1.50


TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.

Tabelle 9: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit kleinstem Winkel/Breite, 100 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

110 TC 1.3.110 – TC 4.3.110**


TC 3.3.110

100 alle Prüfungen – TC 1.1.100


TC 4.2.100**

80 TC 1.2.80 – TC 4.2.80**

50 TC 1.1.50 – TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.

Tabelle 10: Ursprünglicher Anpralldämpfer mit größtem Winkel/Breite, 100 km=h

Geschwindigkeitsklasse Winkel/Breite

km=h Minimum dazwischen liegend Maximum

110 TC 1.3.110 – TC 4.3.110**


TC 3.3.110

100 TC 1.2.100 – alle Prüfungen


TC 4.2.100**
TC 5.2.100*

80 TC 1.2.80 – TC 4.2.80**

50 TC 1.1.50 – TC 4.2.50**

ANMERKUNG 1: Mit ** gekennzeichnete Prüfungen sind für nicht zurückleitende Anpralldämpfer nicht erforderlich.
ANMERKUNG 2: Mit * gekennzeichnete Prüfung ist nicht erforderlich, wenn der Fahrzeuganprall nicht möglich ist (zum
Beispiel wenn der Verkehr nur in eine Richtung fließt oder an Zahlstellen/-schranken).
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Jede Komponente in einem Komponentensatz muss min- 6 Abnahmekriterien für Anprallprüfungen


destens in einer Prüfung vorhanden sein. Wenn nicht, sind
zusätzliche Prüfungen innerhalb der Geschwindigkeits-
6.1 Allgemeines
klasse des ursprünglichen Modells durchzuführen. Der Grundriss aller zu prüfenden Anpralldämpfer muss in-
Die Tabellen 5, 6, 7 und 8 treffen zu, wenn Modelle für ge- nerhalb eines trapezförmigen Umrisses liegen, der wie in
ringere Geschwindigkeit aus Modellen der nächst höheren Bild 2 gezeigt ein Minimum der ebenen Fläche darstellt,
Anforderungsklasse entstanden sind, indem eine Kompo- auf der alle wesentlichen Konstruktionsteile enthalten
nente aus dem letzten Drittel des ursprünglichen Modells sind.
entnommen wurde. In anderen Fällen müssen die Prüfun- Für den erfolgreichen Abschluss einer Prüfung müssen
gen mit Annäherungsweg 1 mit einem leichten Fahrzeug die folgenden Abnahmekriterien für Anprallprüfungen und
zur ersten Spalte der betreffenden Prüfmatrix hinzugefügt Messungen, wie in 6.2 bis 6.5 angegeben, angewendet
werden. werden.
Wenn ein Modell mit der Anprallheftigkeitsstufe B aus
einem mit Anprallheftigkeitsstufe A entstanden ist, werden 6.2 Verhalten des Anpralldämpfers
einfach einige Komponenten aus dem letzten Drittel des Teile vom Anpralldämpfer dürfen nicht in den Fahrzeugin-
ursprünglichen Modells entnommen. Das neue Modell nenraum eindringen. Verformungen des Anpralldämpfers
kann mit einer einzigen Prüfung mit Annäherungsweg 1 oder ein Eindringen in den Fahrzeuginnenraum, wodurch
und mit dem schwersten zur Verfügung stehenden Fahr- ernsthafte Verletzungen der Insassen hervorgerufen wer-
zeug akzeptiert werden. den können, sind nicht zulässig.
Ein multifunktionales Produkt darf entsprechend einer Kein Hauptbestandteil des Anpralldämpfers mit einer fe-
oder mehrerer Zellen in der Prüfmatrix ein oder mehrere sten Masse von 2,0 kg oder mehr darf sich vollständig
Modelle auslassen; in diesem Fall können Zellen aus der lösen, es sei denn, es ist notwendig für die Funktionsweise
Matrix von unten und von oben mit folgenden Ein- des Anpralldämpfers. Kein Hauptbestandteil darf in den
schränkungen gelöscht werden: angrenzenden Verkehrsraum ragen. Für die Bestimmung
– die Reihe des ursprünglichen Modells darf nicht der Klasse der seitlichen Verschiebung muss die Endposi-
betroffen sein; tion des abgelösten Teils betrachtet werden (siehe 6.5).
– die Zelle in der ersten Spalte darf nicht gelöscht wer- Bodenanker und Befestigungen müssen den Entwurfsfest-
den, es sei denn die betreffende Zeile ist gelöscht. legungen der Anpralldämpfer und anderen im Prüfbericht
ANMERKUNG 1: Der kleinste und größte Winkel/Breite aufgeführten Anforderungen entsprechen. Der verformte
sind durch die Gestaltung des Systems festgelegt. Anpralldämpfer darf nicht in die Stirnfläche des Hindernis-
ANMERKUNG 2: Dazwischen liegende Winkel können ses hineindrängen.
mehr als einer sein oder können fehlen, wie durch die
Gestaltung festgelegt. 6.3 Verhalten des Prüffahrzeugs
ANMERKUNG 3: Wenn die Gestaltung nur einen Winkel Das Fahrzeug muss während und nach dem Anprall auf-
vorsieht, wird dieser Winkel als der kleinste angenom- recht bleiben, jedoch sind Gieren, eingeschränktes Rollen
men und die erste Spalte der betreffenden Tabelle trifft und Kippen zulässig. Der Fahrverlauf des Prüffahrzeugs
zu; Tabelle 10 trifft nicht zu. nach dem Anprall muss durch die Konturen der Abprall-

1 Alternativer Ort für die Stirnseite des Hindernisses 5 Umrisslinie für die Bemessung des Anpralldämpfers
2 Abprallseite 6 Anprallseite
3 Mittellinie des Anpralldämpfers ANMERKUNG 1: Bezüglich R, F, D, A, Za und Zd siehe
4 Bezugsachsen 6.3

Bild 2: Abprallbox
Seite 9
EN 1317-3:2000

Tabelle 11: Abprallbox Tabelle 13: Bereiche für die dauerhafte seitliche
Verschiebung (Da und Dd) von Anpralldämpfern
Prüfung Abprallbox Grenzlinien
Klassen Verschiebung
1 F, A, D, R
Da Dd
2 bis 4 F, A, D m m

5 A D1 0,5 0,5

D2 1,0 1,0
Tabelle 12: Maße für den Zurückleitungsbereich
(Za und Zd) D3 2,0 2,0

Klassen für Z Anfahrseite Abprallseite D4 3,0 3,0

Za Zd D5 0,5 U 0,5 Prüfung 3,


m m Bild 1

Z1 4 4 D6 1,0 U 1,0 Prüfung 3,


Bild 1
Z2 6 6
D7 2,0 U 2,0 Prüfung 3,
Bild 1
U 4 Prüfung 3,
Z3 4
Bild 1
D8 3,0 U 3,0 Prüfung 3,
U 6 Prüfung 3, Bild 1
Z4 6 Bild 1

box kontrolliert werden, wie in Bild 2 dargestellt. Die Ab- ermitteln. Diese Werte müssen im Prüfbericht angegeben
prallbox ist begrenzt durch: werden (siehe EN 1317-1).
– die Rückpralllinie F, senkrecht zur Anpralldämpfermit- Die Höchstwerte des ASI, THIV und PHD dürfen die in
telachse, 6 m vor der Anpralldämpferbox; Tabelle 4 genannten Werte nicht überschreiten.
– die beiden Seitenlinien A und D, parallel zu den bei-
den Seiten des trapezförmigen Umrisses, festgelegt in
Abschnitt 6, in den Abständen Za auf der Anprallseite 6.5 Seitliche Verschiebung des
und Zd auf der Abprallseite; Anpralldämpfers
– die Linie R senkrecht zur Mittelachse am Ende des Die acht Klassen D1 bis D8 für die seitliche dauerhafte
Anpralldämpfers; Verschiebung des Anpralldämpfers müssen den in
– eine gestrichelte Linie, siehe Bild 2, die die Stirnseite Tabelle 13 angegebenen entsprechen. Die dauerhafte
des Hindernisses, das zu schützen ist, darstellt. Diese seitliche Verschiebung muss gemessen werden und im
Linie muss bei der Gestaltung des Anpralldämpfers Prüfbericht angegeben werden. Zur Erfüllung der Klassen
festgelegt werden und im Prüfbericht aufgeführt sein. D1 bis D4 muss der zur Prüfung vorgestellte Anpralldämp-
Sie kann etwas innerhalb oder außerhalb des Umris- fer in den Prüfungen 1, 2, 3, 4 und 5 innerhalb der Entfer-
ses des Anpralldämpfers liegen. nungen Da und Dd vom Umriss bleiben. Die Positionen
Für unterschiedliche Prüfungen muss der Fahrverlauf des von Da und Dd sind durch die Linien Aa und Ad in Bild 3
Fahrzeugs nach dem Anprall durch die folgenden Krite- dargestellt.
rien eingeschränkt werden: Bezüglich der Klassen D5 bis D8 muss der Anpralldämp-
– bei keiner der Prüfungen darf das Fahrzeug die gestri- fer die gleichen Prüfbedingungen wie für die Klassen D1,
chelte Linie überqueren, die die Stirnseite des Hinder- D2, D3 und D4 erfüllen, mit der Ausnahme, dass der An-
nisses darstellt, pralldämpfer bei der Prüfung 3 auf der Abprallseite eine
– bei den Prüfungen 1 bis 5 dürfen die Räder des Fahr- nicht festgelegte Entfernung zurücklegen darf, wie in
zeugs (nach dem Anprall) die Linien der Abprallbox, Bild 3 dargestellt.
die in Tabelle 11 bestimmt sind, nicht berühren, es sei
denn, die Geschwindigkeit des Schwerpunktes des
Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Überfahrens beträgt 7 Prüfverfahren
weniger als 10 % der vorgeschriebenen Anprallge-
schwindigkeit. 7.1 Prüfgelände
Die Klassen der Anpralldämpfer Z1, Z2, Z3 und Z4 Die Prüffläche muss größtenteils flach sein, mit einer Nei-
müssen hinsichtlich der Entfernungen Za und Zd nach gung, die 2,5 % nicht übersteigen darf. Sie muss eine ebe-
Tabelle 12 und wie in Bild 2 dargestellt gereiht sein. ne, befestigte Oberfläche aufweisen und zum Prüfzeit-
punkt frei von stehendem Wasser, Eis oder Schnee sein.
Sie muss eine ausreichende Größe aufweisen, damit das
6.4 Heftigkeitsindex Prüffahrzeug auf die geforderte Geschwindigkeit be-
Der ASI, THIV und PHD sind mindestens mit Hilfe der in schleunigt und so kontrolliert werden kann, dass seine An-
7.6 angegeben Anzahl an Messgeräten im Fahrzeug zu fahrt an den Anpralldämpfer stabil erfolgen kann.
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1 Abprallseite
2 Umrisslinien für die Bemessung des Anpralldämpfers
3 Anprallseite

Bild 3: Grenzen der dauerhaften Durchbiegung des Anpralldämpfers

Es sind geeignete Vorkehrungen zu treffen, um die Staub- Alle Ballastgewichte sind so am Fahrzeug sicher zu befe-
bildung durch die Prüffläche während der Anprallprüfung stigen, dass die Vorgaben des Herstellers bezüglich der
auf ein Mindestmaß zu beschränken, damit fotografische horizontalen und vertikalen Lastverteilung nicht über-
Aufzeichnungen nicht beeinträchtigt werden. schritten werden.
Es sind geeignete Vorkehrungen zu treffen, um sicher-
zustellen, dass das Prüffahrzeug im Auslaufbereich 7.3 Anpralldämpfer
nicht mit freistehenden Hindernissen kollidiert, die zu- 7.3.1 Allgemeines
sätzliche Verformungen des Prüffahrzeugs verursachen
Genaue Beschreibungen und Entwurfsfestlegungen des
könnten.
Anpralldämpfers sind im Prüfbericht (siehe EN 1317-1)
anzugeben, um eine Überprüfung der Übereinstimmung
7.2 Prüffahrzeug des zu prüfenden, aufgestellten Systems mit den Ent-
wurfsfestlegungen zu ermöglichen.
Die für die Prüfung zu verwendenden Fahrzeuge müssen
für den Verkehr in Europa gängige Modelle der Produktion
7.3.2 Aufbau
sein, deren Eigenschaften und Maße müssen innerhalb
der Fahrzeugspezifikationen liegen, wie sie in EN 1317-1 Der Aufbau des Anpralldämpfers muss für die Prüfung den
festgelegt sind. Einzelheiten der konstruktiven Entwurfseinzelheiten sowie
den Einzelheiten für den Straßenaufbau entsprechen, wie
Die Reifen müssen auf den von den Herstellern angege-
sie in den Entwurfsfestlegungen vorgegeben sind.
benen Druck aufgepumpt werden. Der Zustand des Fahr-
zeugs muss bezüglich Reifen, Federung, Radstand und
Aufbau den Anforderungen an die Verkehrszulassung ent- 7.3.3 Lage des Anprallpunktes
sprechen. Es dürfen keine Reparaturen oder Änderungen Der für die Anprallprüfungen 1 bis 5 geforderte Anprall-
vorgenommen werden, die die allgemeinen Eigenschaften punkt muss dem in Bild 1 angegebenen entsprechen.
des Fahrzeugs ändern oder dessen Zulassung aufgeben
würden. Das Fahrzeug muss sauber sein und Schlamm 7.4 Verfahren für die Aufzeichnung
oder Rückstände, die beim Anprall Staub verursachen der Prüfdaten
könnten, sind vor der Prüfung zu entfernen.
Folgende Prüfeigenschaften müssen aufgezeichnet wer-
ANMERKUNG 1: Markierungspunkte können außen am den:
Prüffahrzeug angebracht werden, um die Auswertung
zu unterstützen. 7.4.1 Daten vor der Prüfung
Das Fahrzeug darf während des Anpralls und während es Die folgenden Prüfeigenschaften müssen aufgezeichnet
sich im Zurückleitungsbereich befindet, wie in 6.3 festge- werden:
legt, nicht durch die Betätigung der Lenkung oder anderer
Mittel (z. B. durch Bremsen, Antiblockiersysteme, Blockie- – Fahrzeugmasse und Lage des Schwerpunkts des
ren oder Feststellen) zwangsgeführt werden. Falls das Fahrzeugs bei Prüfbedingung einschließlich zusätz-
Fahrzeug ein Automatikgetriebe besitzt, müssen zuverläs- lichem Ballast (siehe ISO 10392);
sige Vorkehrungen getroffen werden, dass der Motor un- – Fotografien des Fahrzeugs von innen und außen;
mittelbar vor dem Anprall vom Fahrzeug gelöst wird und – Fotografien der Lage und Konstruktion des Anprall-
so während des Anpralls verbleibt. dämpfers.
Alle Flüssigkeiten müssen in der Gesamt-Prüfmasse ent- Es sollten die Trägheitsmomente des Fahrzeugs angege-
halten sein. ben werden.
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Bild 4: Aufbau der Kameras für die Aufzeichnung der Prüfungen

7.4.2 Prüfdaten 7.5.3 Fahrzeuganprallwinkel


Die folgenden Prüfeigenschaften müssen aufgezeichnet Der Fahrzeuganprallwinkel ist entlang des Fahrzeugan-
werden: fahrweges nicht weiter als 6 m vor dem Anprallpunkt mit
– Fahrzeuggeschwindigkeit beim Anprall; einem geeigneten Verfahren zu messen. Die Gesamtge-
– Fahrzeuganfahrweg; nauigkeit muss innerhalb 0,5° liegen.
– Fahrzeugabprallgeschwindigkeit, falls benötigt; Der Anprallwinkel muss innerhalb einer Abweichung von
± 1,5° liegen.
– lineare Beschleunigungen und Winkelgeschwindig-
keiten;
7.5.4 Fahrzeuganprallpunkt
– dauerhafte Auslenkung des Anpralldämpfers, die
Die seitliche Verschiebung des Fahrzeuganfahrweges
10 min bis 15 min nach dem Anprall gemessen wer-
muss mit einer geeigneten Methode und einer Genauig-
den muss;
keit von 0,05 m gemessen werden. Die erlaubte Abwei-
– Fotografische Aufzeichnungen von Hochgeschwindig- chung für die seitliche Verschiebung des Fahrzeuganfahr-
keitsfilm- und/oder Hochgeschwindigkeitsvideokame- weges vom Sollkurs muss im Moment des Anpralls kleiner
ras, die so eingesetzt werden, dass sie eine voll- als ± 0,10 m sein.
ständige Aufzeichnung des Fahrzeugverhaltens und
des Verhaltens des Anpralldämpfers einschließlich
Verformungen und Auslenkungen ergeben; 7.6 Instrumentierung des Fahrzeugs
– Fahrzeugabprallgeschwindigkeit des Massenschwer- Die Mindestinstrumentierung im Fahrzeug für die Auf-
punktes, in dem Moment, in dem das erste Rad zeichnung der linearen Beschleunigungen und Winkelge-
eine der in 6.3 und Bild 2 dargestellten Linien über- schwindigkeiten muss aus einer Reihe von drei gegensei-
quert. tig orthogonalen linearen Beschleunigungsmessern, die
an der Fahrzeugachse ausgerichtet sind (in Längsrich-
7.4.3 Daten nach der Prüfung tung, in Querrichtung und vertikal), sowie einem Winkel-
geschwindigkeitsaufnehmer zum Aufzeichnen der Gier-
Allgemeine Schäden und Verformungen des Prüffahr-
winkelgeschwindigkeit bestehen, falls diese nicht aus den
zeugs:
Filmaufzeichnungen, wie in EN 1317-1 beschrieben, ge-
– Schäden des Anpralldämpfers; messen wird.
– Einzelbilder zur Unterstützung der Aufzeichnungen; Die drei Beschleunigungsmesser und der Gierwinkelsen-
– Umgebungstemperatur. sor sollten auf einem gemeinsamen Block montiert wer-
den und so nahe wie praktisch möglich am Fahrzeug-
schwerpunkt angebracht werden. Wenn dies nicht
7.5 Genauigkeiten und Abweichungen durchführbar ist, sollte auf EN 1317-1 verwiesen werden.
der Anprallgeschwindigkeiten und Die Beschleunigungs- und Winkelgeschwindigkeitsauf-
Anprallwinkel nehmer sowie die entsprechenden Aufzeichnungskanäle
7.5.1 Fahrzeuganprallgeschwindigkeit müssen mit ISO 6487 übereinstimmen, wobei als
Die Fahrzeuganprallgeschwindigkeit ist entlang des Fahr- Frequenzklasse CFC 180 gilt.
zeuganfahrweges, nicht weiter als 6 m vor dem Anprall- Die Frequenzklasse CFC 180 muss für die Datenauswer-
punkt zu messen. Die Gesamtgenauigkeit der Geschwin- tung verwendet werden. Bei der graphischen Darstellung
digkeitsmessung muss innerhalb 1 % liegen. der Ergebnisse sollte die Filterfrequenz angegeben wer-
Die Anprallgeschwindigkeit muss innerhalb der Abwei- den.
chung von ­ 0, 0 % und 7,0 % liegen.
7.7 Fotografische Erfassung
7.5.2 Fahrzeugabprallgeschwindigkeit Die Hochgeschwindigkeitsfilmkameras und/oder Hochge-
Die Fahrzeugabprallgeschwindigkeit muss mit einer Ge- schwindigkeitsvideokameras müssen mindestens 200 Bil-
nauigkeit von 5 km=h gemessen werden. der je Sekunde aufzeichnen können.
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Es müssen mindestens zwei Hochgeschwindigkeitskame- c) Eine schwenkbare Kamera mit normaler Geschwin-
ras und eine Kamera mit Normalgeschwindigkeit aufge- digkeit im rechten Winkel zum Fahrzeuganfahrweg.
stellt werden, um die Leistungsfähigkeit des Anpralldämp- d) (optional) Eine Hochgeschwindigkeitskamera, die
fers aufzuzeichnen. Der empfohlene Kameraaufbau muss den Bereich hinter dem Anprallpunkt erfasst, so dass
Folgendes umfassen (siehe Bild 4): das Rollen des Fahrzeugs, das vertikale Ansteigen,
a) Eine Hochgeschwindigkeitskamera, die senkrecht zur die Eindringung und der Ablauf der Vorgänge, wenn
Mittelachse des Anpralldämpfers ausgerichtet ist. der Anpralldämpfer getroffen wird, aufgezeichnet
b) Eine oder zwei Überkopf-Hochgeschwindigkeitskame- werden.
ras, die so aufgestellt sind, dass die Bewegung des
Fahrzeugs mindestens 6 m vor dem Anprallpunkt bis 7.8 Prüfbericht
zu einer Entfernung, bei der die Leistungsfähigkeit Der Prüfbericht muss mit dem in EN 1317-1 angegebenen
des Anpralldämpfers aufgezeichnet wird. Muster übereinstimmen.