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DEUTSCHE NORM Januar 2004

DIN EN 13155
X
ICS 53.020.30

Krane –
Lose Lastaufnahmemittel;
Deutsche Fassung EN 13155:2003
Cranes –
Non-fixed load lifting attachments;
German version EN 13155:2003
Appareils de levage à charge suspendue –
Équipements amovibles de prise de charge;
Version allemande EN 13155:2003

Gesamtumfang 66 Seiten

Normenausschuss Maschinenbau (NAM) im DIN


DIN EN 13155:2004-01

Die Europäische Norm EN 13155:2003 hat den Status einer Deutschen Norm.

Beginn der Gültigkeit


EN 13155:2003 wurde am 17. November 2001 angenommen.

Nationales Vorwort

Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.


Sie beinhaltet die Deutsche Fassung der von der Arbeitsgruppe WGP 11 „Lose-Lastaufnahmemittel“ im
Technischen Komitee CEN/TC 147 „Krane — Sicherheit“ des Europäischen Komitees für Normung (CEN)
ausgearbeiteten EN 13155:2003.
Die nationalen Interessen bei der Erarbeitung wurden vom Koordinierungsausschuss „DIN-CEN/TC 147–
ISO/TC 96 — Krane“ des Normenausschusses Maschinenbau (NAM) im DIN wahrgenommen.
Für die Anwendung wird darauf hingewiesen, dass unter dem Begriff „Kran“ alle Maschinen zum zyklischen
Heben oder zum zyklischen Heben von an Haken oder anderen Lastaufnahmeeinrichtungen hängenden
Lasten verstanden werden. Das bedeutet, dass diese Norm auch z. B. für Winden, die diese Definition
erfüllen, anzuwenden ist.
Diese Europäische Norm konkretisiert einschlägige Anforderungen von Anhang I der EG-Maschinenrichtlinie
98/37/EG an erstmals im EWR in Verkehr gebrachte lose Lastenaufnahmemittel für Krane, Winden und von
Hand gesteuerte Manipulatoren, um den Nachweis der Übereinstimmung mit diesen Anforderungen zu
erleichtern.
Ab dem Zeitpunkt ihrer Bezeichnung als Harmonisierte Norm im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften
kann der Hersteller bei ihrer Anwendung davon ausgehen, dass er die von der Norm behandelten
Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten hat (so genannte Vermutungswirkung).
Für die in Abschnitt 2 zitierten Europäischen Normen sind als DIN-EN-Normen mit gleicher Zählnummer
veröffentlicht.

2
EUROPÄISCHE NORM EN 13155
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juli 2003

ICS 53.020.30

Deutsche Fassung

Krane
Lose Lastaufnahmemittel

Cranes — Appareils de levage à charge suspendue —


Non-fixed load lifting attachments Equipements amovibles de prise de charge

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 17. November 2001 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland,
Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, der Slowakei, Spanien, der
Tschechischen Republik, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2003 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 13155:2003 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 13155:2003 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort................................................................................................................................................................ 3
Einleitung ............................................................................................................................................................ 4
1 Anwendungsbereich............................................................................................................................. 4
2 Normative Verweisungen ..................................................................................................................... 5
3 Begriffe und Definitionen ..................................................................................................................... 6
4 Liste der signifikanten Gefährdungen .............................................................................................. 11
5 Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen........................................................................... 18
6 Feststellung der Übereinstimmung mit den Sicherheitsanforderungen
und/oder Maßnahmen......................................................................................................................... 25
7 Benutzerinformation ........................................................................................................................... 30
Anhang A (normativ) Allgemeine Prüfverfahren ........................................................................................... 35
Anhang B (normativ) Prüfverfahren für Blechklemmen ............................................................................... 40
Anhang C (normativ) Prüfverfahren für Vakuumheber................................................................................. 44
Anhang D (normativ) Prüfverfahren für Lasthebemagnete.......................................................................... 50
Anhang E (normativ) Prüfverfahren für Traversen ....................................................................................... 55
Anhang F (normativ) Prüfverfahren für Krangabeln ..................................................................................... 57
Anhang G (normativ) Prüfverfahren für Klemmen ........................................................................................ 58
Anhang H (informativ) Auswahl einer geeigneten Reihe von Krannormen für
eine bestimmte Anwendung .............................................................................................................. 62
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang dieser Europäischen Norm mit EU-Richtlinien ........................ 63
Literaturverzeichnis ......................................................................................................................................... 64

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EN 13155:2003 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 13155:2003) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 147 „Krane — Sicherheit“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Januar 2004, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Januar 2004 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der
EU-Richtlinien.

Zum Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokumentes
ist.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich,
Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und Vereinigtes
Königreich.

Bezüglich des Zusammenhanges mit anderen Europäischen Krannormen siehe informativen Anhang H.

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EN 13155:2003 (D)

Einleitung
Diese Europäische Norm wurde erarbeitet, um als harmonisierte Norm die Anforderungen für lose
Lastaufnahmemittel im Kranbetrieb festzulegen, um die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der
Maschinenrichtlinie in der geänderten Fassung zu erfüllen.

Diese Norm ist eine C-Norm entsprechend EN 1070.

Auf die betreffenden Maschinen und die behandelten Gefährdungen wird im Anwendungsbereich dieser Norm
hingewiesen.

Sofern die Anforderungen dieser Typ C-Norm von den in Typ A- oder B-Normen beschriebenen Anforde-
rungen abweichen, haben die Anforderungen dieser Typ C-Norm Vorrang für lose Lastaufnahmemittel, die
nach den Anforderungen dieser Typ C-Norm konstruiert und hergestellt wurden.

1 Anwendungsbereich
Diese Norm legt Anforderungen fest für folgende lose Lastaufnahmemittel für Krane, Winden und von Hand
gesteuerte Manipulatoren:

 Blechklemmen;

 Vakuumheber;

 Selbstansaugend,

 Nicht Selbstansaugend (Pumpe, Venturi, Gebläse);

 Elektromagnete (batteriegespeiste und netzgespeiste);

 Permanentmagnete;

 Elektropermanentmagnete;

 Traversen;

 C-Haken;

 Krangabeln;

 Klemmen (Zangen);

wie sie in Abschnitt 3 definiert sind.

Diese Norm legt keine zusätzlichen Anforderungen fest für:

 lose Lastaufnahmemittel, die in direktem Kontakt stehen mit Lebensmitteln oder pharmazeutischen
Produkten, die aus Hygienegründen hohe Sauberkeitsanforderungen haben;

 Gefährdungen, die bei der Handhabung spezieller gefährlicher Materialien auftreten (z. B. Explosivstoffe,
feuerflüssige Massen, radioaktive Materialien);

 Gefährdungen durch den Einsatz in explosionsfähiger Atmosphäre;

 Gefährdungen durch Lärm;

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EN 13155:2003 (D)

 Elektrische Gefährdungen;

 Gefährdungen durch hydraulische und pneumatische Komponenten.

Diese Norm deckt nicht die Gefährdungen ab im Zusammenhang mit der mechanischen Festigkeit von
Lastaufnahmemitteln, die für mehr als 20 000 Lastwechsel bestimmt sind.

ANMERKUNG Durch den in 5.1.1 festgelegten Belastungskoeffizienten ist eine Ermüdungsberechnung für
Lastwechselzahlen unter 20 000 nicht erforderlich. Dies steht im Einklang mit anerkannten Berechnungsverfahren,
z. B. FEM 1001.

Diese Norm findet keine Anwendung auf Lastaufnahmemittel für den Transport über Personen hinweg.

Diese Norm gilt nicht für Anschlagmittel, Pfannen, Spreizdorne, Kübel, Greifer oder Kübelgreifer.

Die durch diese Europäische Norm abgedeckten Gefährdungen sind in Abschnitt 4 aufgeführt.

Diese Europäische Norm deckt nicht die Gefährdungen ab im Zusammenhang mit dem Heben von Personen.

Diese Norm findet Anwendung auf lose Lastaufnahmemittel, die nach dem Datum der Annahme durch CEN
gefertigt werden.

2 Normative Verweisungen
Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen
Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die
Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder
Überarbeitungen dieser Publikationen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder
Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug
genommenen Publikation.

EN 292-1:1991 Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 1:


Grundsätzliche Terminologie, Methodik.

EN 292-2:1991 Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze — Teil 2:


Technische Leitsätze und Spezifikationen.

EN 292-2:1991/A1:1995 Sicherheit von Maschinen — Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze —


Teil 2: Technische Leitsätze und Spezifikationen (Änderung A1).

EN 287-1 Prüfung von Schweißern — Schmelzschweißen — Teil 1: Stahl.

EN 349:1993 Sicherheit von Maschinen — Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von
Körperteilen.

EN 457 Sicherheit von Maschinen — Akustische Gefahrensignale – Allgemeine Anforderungen, Gestaltung


und Prüfung.

EN 818-4 Kurzgliedrige Rundstahlketten für Hebezwecke — Sicherheit — Teil 4: Anschlagketten,


Güteklasse 8.

EN 818-5 Kurzgliedrige Rundstahlketten für Hebezwecke — Sicherheit — Teil 5: Anschlagketten,


Güteklasse 4.

EN 842 Sicherheit von Maschinen — Optische Gefahrensignale — Allgemeine Anforderung, Gestaltung und
Prüfung.

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EN 13155:2003 (D)

EN 981 Sicherheit von Maschinen — System akustischer und optischer Gefahren- und Hinweissignale.

EN 1070 Sicherheit von Maschinen — Terminologie.

EN 1492-1 Hebebänder — Sicherheit — Teil 1: Anforderungen an flachgewebte Hebebänder aus


Chemiefasern für allgemeine Verwendungszwecke.

EN 1492-2 Hebebänder — Sicherheit — Teil 2: Anforderungen an Rundschlingen aus Chemiefasern für


allgemeine Verwendungszwecke.

ENV 1993-1-1:1992 Eurocode 3: Bemessung und Konstruktion von Stahlbauten — Teil 1-1: Allgemeine
Bemessungsregeln und Bemessungsregeln für den Hochbau.

EN 10025 Warmgewalzte Erzeugnisse aus unlegierten Baustählen – Technische Lieferbedingungen.

EN 10045-1 Metallische Werkstoffe — Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy — Teil 1: Prüfverfahren.

prEN 13414-1 Anschlagseile aus Stahldrahtseilen — Sicherheit — Teil 1: Anschlagseile.

prEN 13557:1999 Krane — Stellteile und Steuerstände.

EN 25817 Lichtbogenschweißverbindungen an Stahl — Richtlinie für die Bewertungsgruppen von


Unregelmäßigkeiten.

3 Begriffe und Definitionen


Im Sinne dieser Norm werden die in EN 1070:1998 sowie die nachfolgend aufgeführten Begriffe und
Definitionen herangezogen:

3.1
Saugkraft
erforderliche Kraft zum Lösen der Last von einem Vakuumheber

3.2
Baustelle
Bereich, in dem Gebäude, Brücken, Straßen, usw. erstellt, erneuert oder abgerissen werden

ANMERKUNG In diesen Bereichen unterliegt die Umgebung einem ständigen Wechsel. Es liegen größere Risiken vor
als in Fabriken oder Lagerhäusern.

3.3
C-Haken
Lastaufnahmemittel in C-Form zum Heben von Lasten mit Öffnungen, wie z. B. Coils, Rohre

Bild 1 — Beispiel eines C-Hakens

6
EN 13155:2003 (D)

3.4
Belastungskoeffizient
arithmetisches Verhältnis zwischen der maximalen vom Lastaufnahmemittel gehaltenen Last und der
Tragfähigkeit

3.5
Klemmen
Lastaufnahmemittel zum Handhaben der Last durch Klemmen an einer bestimmten Stelle der Last

ANMERKUNG Klemmen werden auch als Zangen bezeichnet. Bezüglich der Definition von Blechklemmen siehe 3.12.

Bild 2 — Beispiel einer Klemme

3.6
Einzelprüfung
Prüfung, die an jedem hergestellten Teil durchgeführt wird

3.7
Traversen
Lastaufnahmemittel, die aus einem oder mehreren Teilen bestehen und mit Anschlagpunkten ausgerüstet
sind, um die Handhabung von Lasten zu vereinfachen, die an mehreren Punkten angeschlagen werden
müssen

Bild 3 — Beispiel einer Traverse

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EN 13155:2003 (D)

3.8
Krangabeln
Lastaufnahmemittel, bestehend aus zwei oder mehr Armen, die an einem mit einem oberen Arm verbundenen
Ständer befestigt sind, welches im Wesentlichen der Handhabung palettierter oder ähnlicher Lasten dient

Bild 4 — Beispiel einer Krangabel

3.9
Lasthebemagnete

Bild 5 — Beispiel eines Lasthebemagneten

3.9.1
Elektromagnete
Lastaufnahmemittel mit einem durch elektrischen Strom hervorgerufenen Magnetfeld, das eine ausreichende
Kraft für die Aufnahme, das Halten und das Handhaben von Lasten mit ferromagnetischen Eigenschaften
erzeugt

3.9.2
Permanentmagnete
Lastaufnahmemittel mit einem permanenten Magnetfeld, das eine ausreichende Kraft für die Aufnahme, das
Halten und das Handhaben von Lasten mit ferromagnetischen Eigenschaften erzeugt. Das Magnetfeld wird
über ein mechanisches System kontrolliert

3.9.3
Elektro-Permanentmagnete
Lastaufnahmemittel mit einem permanenten Magnetfeld, das eine ausreichende Kraft für die Aufnahme, das
Halten und das Handhaben von Lasten mit ferromagnetischen Eigenschaften erzeugt. Das Magnetfeld wird
durch einen elektrischen Strom kontrolliert, der für die Aufrechterhaltung des Magnetfeldes nicht erforderlich
ist

ANMERKUNG Elektro-Permanentmagnete können über das Netz, über eine Batterie oder über einen unabhängigen
Generator gesteuert werden.

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EN 13155:2003 (D)

3.10
abgesicherter Bereich
Bereich, in dem der Aufenthalt von Personen während des normalen Betriebes ausgeschlossen ist

3.11
loses Lastaufnahmemittel
Lastaufnahmemittel, das vom Anwender direkt oder indirekt am Haken oder an einem anderen
Verbindungselement eines Kranes, einer Winde oder eines handgesteuerten Manipulators befestigt werden
kann, ohne dabei die Integrität des Kranes, der Winde oder des handgesteuerten Manipulators zu
beeinflussen

3.12
Blechklemmen
nicht kraftbetriebene Lastaufnahmemittel zur Handhabung von Blechen durch Ergreifen mit Klemmteilen

Bild 6 — Beispiel für Blechklemmen

3.13
formschlüssige Halteeinrichtung
Einrichtung mit einer direkten mechanischen Verbindung zur Last, die nicht nur auf Reibung, Saugkraft oder
Magnetkraft beruht

3.14
zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung
Einrichtung, die die Last beim Versagen der primären Halteeinrichtung hält und nicht nur auf Reibung,
Saugkraft oder Magnetkraft beruht

3.15
Abreißkraft
Kraft senkrecht zur Ebene der Magnetpole, die erforderlich ist, um die Last vom eingeschalteten Magneten zu
lösen

3.16
Steuerung mit Zweifachbetätigung
Steuerung, die zur Aktivierung zwei unabhängige Betätigungen mit einer oder zwei Händen erforderlich
macht, wie z. B.

a) Verwendung zweier unabhängiger Steuerorgane ohne Selbsthaltung;

b) Durchführung zweier aufeinanderfolgender Bewegungen des selben Steuerorgans;

c) vorherige Entriegelung des Steuerorgans mit automatischer Verriegelung in der neutralen Stellung

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EN 13155:2003 (D)

3.17
Bauartprüfung
Prüfung, die an einem oder mehreren repräsentativen Baumustern einer bestimmten Konstruktion und
Produktgröße durchgeführt wird, bevor das Produkt erstmalig in Verkehr gebracht wird

ANMERKUNG Obwohl der Ausdruck „Bauartprüfung“ in der Regel mit in Serie hergestellten Lastaufnahmemitteln in
Verbindung gebracht wird, findet er in dieser Norm auch für einzeln hergestellte Lastaufnahmemittel Anwendung.

3.18
Vakuumheber (Saugplatten)
Lastaufnahmemittel mit einer oder mehreren Saugplatten, die mit Vakuum arbeiten

3.18.1
selbstansaugende Vakuumheber
Vakuumheber, die die Last zur Erzeugung des Vakuums nutzen

Bild 7 — Beispiel eines selbstansaugenden Vakuumhebers

3.18.2
nicht selbstansaugende Vakuumheber
Vakuumheber mit externer Energiequelle

Bild 8 — Beispiel eines nicht selbstansaugenden Vakuumhebers

3.19
Tragfähigkeit
maximale Last, die das lose Lastaufnahmemittel unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen heben
kann

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EN 13155:2003 (D)

4 Liste der signifikanten Gefährdungen


Die Tabellen 1 bis 7 enthalten eine Liste signifikanter Gefährdungssituationen und Gefährdungsereignisse, die
bei bestimmungsgemäßer Verwendung und vorhersehbarem Missbrauch zu Risiken für Personen führen
können. Sie enthalten auch die relevanten Abschnitte dieser Norm, die erforderlich sind, um die mit diesen
Gefährdungen verbundenen Risiken zu reduzieren oder zu eliminieren.

ANMERKUNG Die Zahlen in der linken Spalte entsprechen denen aus der EN 1050: 1996 „Sicherheit von Maschinen —
Grundsätze für die Risikobewertung", Anhang A.

Tabelle 1 — Blechklemmen  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
Mechanische Gefährdungen
1 Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2,
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3
8.6 Menschliches Fehlverhalten 5.2.1.2
15 Fehlerhafte Montage 5.2.1.4, 5.2.1.6
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.5
5.2.1.1, 5.2.1.2, 5.2.1.3,
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen
5.2.1.4,
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.2.1.4, 5.2.1.5, 7.1.1, 7.1.2
5.1.1.1
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl/Einbau von Ketten, Seilen,
27.6 5.1.4, 5.2.1.6
Hebeeinrichtungen und Zubehör
Durch abnormale Bedingungen für
27.8 5.2.1.5, 5.2.1.6, 7.1 bis 7.2
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

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EN 13155:2003 (D)

Tabelle 2 — Vakuumheber  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2,
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1 h) Unterdruck 5.2.2
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.6 Menschliches Fehlverhalten 5.2.2.1 bis 5.2.2.10
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2
Unerwarteter Anlauf, unerwartetes
10 5.1.6
Durchdrehen/Überdrehen
13 Ausfall der Energieversorgung 5.2.2.5, 5.2.2.6, 5.2.2.7
14 Ausfall des Steuer- bzw. Regelkreises 7.1.1, 7.1.2
15 Fehlerhafte Montage 7.1.1, 7.1.2
5.2.2.1, 5.2.2.2, 5.2.2.3,
17 Herabfallende Gegenstände
5.2.2.4
18 Verlust der Standfestigkeit des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.2
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 5.1.1.1, 7.1.1
Kippmomente
27.1.3 Unkontrollierten Bewegungsausschlägen 5.2.2.10
5.2.2.1, 5.2.2.2, 5.2.2.3,
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen 5.2.2.4, 5.2.2.5, 5.2.2.6,
5.2.2.9, 5.2.2.10, 7.2.3
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.2.2.1, 7.1.1, 7.1.2
5.1.1.1
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen,
27.6 Hebeeinrichtungen und Zubehör und deren ungeeigneten 5.1.4
Einbau in die Maschine
Durch abnormale Bedingungen für Montage/
27.8 5.2.5, 5.2.6, 7.1, 7.2
Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

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EN 13155:2003 (D)

Tabelle 3 — Lasthebemagnete  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2,
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.6 Menschliches Fehlverhalten 5.2.2.1 bis 5.2.2.10
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2
5.2.3.3, 5.2.3.4.2, 5.2.3.4.3,
13 Ausfall der Energieversorgung
5.2.2.7
14 Ausfall des Steuer- bzw. Regelkreises 7.1.1, 7.1.2
15 Fehlerhafte Montage 7.1.1, 7.1.2
5.2.3.3, 5.2.3.4, 5.2.3.5,
17 Herabfallende Gegenstände
5.2.3.6
18 Verlust der Standfestigkeit des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.2
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 5.1.1.1, 7.1.1
Kippmomente
5.2.3.1, 5.2.3.3, 5.2.3.4,
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen
5.2.3.5, 5.2.3.6, 7.2.3
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.2.3.2, 7.1.1, 7.1.2
5.1.1.1
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl/Einbau von Ketten, Seilen,
27.6 5.1.4
Hebeeinrichtungen und Zubehör
Durch abnormale Bedingungen für
27.8 5.2.5, 5.2.6, 7.1, 7.2
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

13
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 4 — C-Haken  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2,
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3, 5.2.4.1
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2
17 Herabfallende Gegenstände 5.2.4.2
18 Verlust der Standfestigkeit des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.2
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 5.1.1.1, 7.1.1
Kippmomente
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen 5.2.4.2
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.2.4.1, 7.1.1, 7.1.2, 7.2.3
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen,
27.6 Hebeeinrichtungen und Zubehör und deren ungeeigneten 5.1.4
Einbau in die Maschine
Durch abnormale Bedingungen für
27.8 7.1, 7.2
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

14
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 5 — Krangabeln  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2, 5.2.5.6
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdung durch Herausspritzen von Flüssigkeiten unter
1.9 5.1.7
hohem Druck
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3, 5.2.5.1
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2
5.2.5.2, 5.2.5.3, 5.2.5.4,
17 Herabfallende Gegenstände
5.2.5.5, 7.1.1, 7.2.3
18 Verlust der Standfestigkeit/Umkippen des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.2
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 5.1.1.1, 7.1.1
Kippmomente
5.2.5.2, 5.2.5.3, 5.2.5.4,
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen
5.2.5.5
5.2.5.2, 5.2.5.3, 5.2.5.4,
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen
5.2.5.5, 7.1.1, 7.1.2, 7.2.3
5.1.1.1, 5.2.5.6
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen,
27.6 Hebeeinrichtungen und Zubehör und deren ungeeigneten 5.1.4
Einbau in die Maschine
Durch abnormale Bedingungen für 5.2.5.3, 5.2.5.4, 5.2.5.5, 7.1,
27.8
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung 7.2

15
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 6 — Traversen — Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2, 5.2.6.3.1
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
5.1.3, 5.2.6.1.3, 5.2.6.2,
1.1 Gefährdung durch Quetschen
5.2.6.3.4, 7.1.1, 7.1.2
5.1.3, 5.2.6.1.3, 5.2.6.2,
1.2 Gefährdung durch Scheren
5.2.6.3.4, 7.1.1, 7.1.2
1.3 Gefährdung durch Schneiden oder Abschneiden 5.2.6.3.4, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2
Unerwarteter Anlauf, unerwartetes
10 5.2.6.3.3
Durchdrehen/Überdrehen
17 Herabfallende Gegenstände 5.2.6.2, 5.2.6.3.2
18 Verlust der Standfestigkeit des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1 5.1.1.2, 5.2.6.1.3, 5.2.6.3.3
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.1, 7.1.1
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 7.1, 7.2
Kippmomente
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen 5.2.6, 7.2.3
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen 5.1.4, 7.1.1, 7.1.2
5.1.1.1
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen,
27.6 Hebeeinrichtungen und Zubehör und deren ungeeigneten 5.1.4
Einbau in die Maschine
Durch abnormale Bedingungen für
27.8 5.2.5, 5.2.6, 7.1, 7.2
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

16
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 7 — Klemmen  Liste der signifikanten Gefährdungen und zugehörige Maßnahmen

Relevante(r) Abschnitt(e)
Gefährdung
dieser Norm
1 Mechanische Gefährdungen
Durch Maschinenteile oder Werkstücke, hervorgerufen z. B.
durch:
5.1.1.1, 5.1.1.2, 5.2.7.6
1 e) Unzureichende mechanische Festigkeit
Ermüdung wird nicht behandelt
1 c) Standsicherheit 5.1.5, 7.1.1
1.1 Gefährdung durch Quetschen 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
1.2 Gefährdung durch Scheren 5.1.3, 7.1.1, 7.1.2
Gefährdungen durch Vernachlässigung ergonomischer
8
Grundsätze
8.1 Ungesunde Körperhaltung 5.1.3
8.2 Ungenügende Berücksichtigung der Anatomie von Hand/Arm 5.1.2
8.6 Menschliches Fehlverhalten 5.2.7.4, 5.2.7.5, 5.2.7.7
8.7 Ungeeignete Konstruktion von Stellteilen 5.1.2, 5.2.7.4
15 Fehlerhafte Montage 5.2.7.2, 7.1.1, 7.1.2
17 Herabfallende Gegenstände 5.2.7, 7.1.1, 7.2.3
18 Verlust der Standfestigkeit des Gerätes 5.1.5
27 Mechanische Gefährdungen und Gefährdungsereignisse
Durch herabfallende Lasten, Zusammenstöße, Anstoßen der
27.1
Maschine wegen:
27.1.1 Mangelnder Stabilität 5.1.1.2
Falscher Beladung, Überlastung, Überschreiten der
27.1.2 5.1.1.1, 7.1.1, 7.2.1
Kippmomente
5.2.7.1, 5.2.7.2, 5.2.7.3,
27.1.4 Unerwarteten/unbeabsichtigten Lastbewegungen
5.2.7.4, 7.2.3
5.2.7.2, 5.2.7.3, 5.2.7.5,
27.1.5 Ungeeigneten Befestigungsmitteln/Zubehörteilen
5.2.7.7, 7.1.1, 7.1.2, 7.2.3
5.1.1.1, 5.2.7.6
27.4 Durch ungenügende mechanische Festigkeit von Bauteilen
Ermüdung wird nicht behandelt
Durch ungeeignete Auswahl von Ketten, Seilen,
27.6 Hebeeinrichtungen und Zubehör und deren ungeeigneten 5.1.4
Einbau in die Maschine
Durch abnormale Bedingungen für
27.8 5.2.7.5, 7.1, 7.2
Montage/Prüfung/Nutzung/Instandhaltung

17
EN 13155:2003 (D)

5 Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen

5.1 Allgemeine Anforderungen

Das Lastaufnahmemittel muss mit den Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen dieses Abschnittes
übereinstimmen. Darüber hinaus muss das Lastaufnahmemittel hinsichtlich der relevanten aber nicht
signifikanten Gefährdungen, die in dieser Norm nicht behandelt werden, nach den Grundsätzen der EN 292
konstruiert sein.

5.1.1 Mechanisch lasttragende Teile

5.1.1.1 Die mechanisch lasttragenden Teile müssen bezüglich der mechanischen Festigkeit folgenden
Anforderungen genügen:

1) Das Lastaufnahmemittel muss so bemessen sein, dass es einer statischen Belastung mit dem
3fachen der Tragfähigkeit standhält und die Last gehalten wird, auch wenn dabei bleibende
Verformungen auftreten.

2) Das Lastaufnahmemittel muss so bemessen sein, dass es ohne bleibende Verformungen einer
statischen Belastung mit dem 2fachen der Tragfähigkeit standhält.

5.1.1.2 Lastaufnahmemittel, die bestimmungsgemäß gekippt werden, müssen für einen Neigungswinkel
bemessen sein, der den maximalen Arbeitswinkel um mindestens 6 überschreitet. Lastaufnahmemittel, die
bestimmungsgemäß nicht gekippt werden, müssen für einen Neigungswinkel von mindestens 6° bemessen
sein.

5.1.2 Stellteile

Die Stellteile des Lastaufnahmemittels müssen, sofern anwendbar, den folgenden Abschnitten der
prEN 13557:2003 entsprechen:

5.1.1, 5.1.10, 5.2.3.1.1, 5.2.3.1.2, 5.2.3.1.3, 5.2.3.2.1, 5.2.3.2.2, 5.2.3.2.3, 5.2.3.2.4, 5.2.3.2.5, 5.2.3.2.6.

5.1.3 Handgriffe

Ein Lastaufnahmemittel, das dafür bestimmt ist, von Hand geführt zu werden, muss mit Handgriffen
ausgerüstet sein, die so ausgeführt sind, dass Fingerverletzungen vermieden werden. Handgriffe sind nicht
erforderlich, falls die Konstruktion gleichwertige Greifmöglichkeiten bietet.

5.1.4 Anforderungen an integrierte Anschlagmittel

Anschlagmittel, die integrierter Bestandteil des Lastaufnahmemittels sind, müssen mit der zugehörigen
nachfolgenden Norm übereinstimmen:

 EN 818-4;

 EN 818-5;

 prEN 13414-1;

 EN 1492-1;

 EN 1492-2.

18
EN 13155:2003 (D)

5.1.5 Standsichere Lagerung

Wenn das Lastaufnahmemittel nicht eingesetzt wird, muss es standsicher abgestellt und gelagert werden
können. Es gilt als standsicher gelagert, wenn es in keiner Richtung bei einem Neigungswinkel von 10°
umfällt. Dies kann durch die Gestaltung des Lastaufnahmemittels oder durch eine zusätzliche Einrichtung,
z. B. ein Gestell, erreicht werden.

5.2 Spezielle Anforderungen für einzelne Bauarten von Lastaufnahmemitteln

5.2.1 Blechklemmen

5.2.1.1 Unter den vom Hersteller vorgegebenen Einsatzbedingungen darf sich die Last nicht
unbeabsichtigt lösen, insbesondere unter folgenden Einwirkungen:

a) Anstoßen der Blechklemme, insbesondere der Sicherungseinrichtung, an ein Hindernis;

b) Gewicht des Kranhakens, der Unterflasche oder anderer Verbindungsmittel, die auf das Lastaufnahme-
mittel drücken;

c) beabsichtigtes Kippen und/oder Drehen.

5.2.1.2 Blechklemmen für den vertikalen Transport von Blechen müssen mit Einrichtungen versehen
sein, die ein unbeabsichtigtes Lösen der Last verhindern, wenn diese abgesetzt wird.

5.2.1.3 Der Sicherheitsfaktor, um ein Abgleiten der Last zu verhindern, muss mindestens 2 betragen.

5.2.1.4 Bei Blechklemmen, deren Greifbereich nicht bei 0 beginnt, ist unterhalb der kleinsten
angegebenen Greifweite ein Sicherheitsbereich erforderlich, in dem die Haltekraft noch nicht unter den in
5.2.1.3 angegebenen Wert absinkt, um Fertigungstoleranzen, elastische Verformungen oder dergleichen
ausgleichen zu können.

Die folgenden Mindest-Sicherheitsbereiche sind erforderlich:

a) bei einer kleinsten Greifweite kleiner oder gleich 50 mm: 10 % der kleinsten Greifweite;

b) bei einer kleinsten Greifweite zwischen 50 mm und 100 mm: 5 mm;

c) bei einer kleinsten Greifweite über 100 mm 5 % der kleinsten Greifweite.

5.2.1.5 Sofern vorgesehen ist, für das Lastaufnahmemittel mehr als eine Blechklemme zu verwenden,
muss hinsichtlich der Tragfähigkeit jeder Blechklemme der Teil der Last berücksichtigt werden, der
vorhersehbar auf diese wirken kann (einschließlich der ungleichen Lastverteilung aufgrund der Steifigkeit der
Last) und aller zwischen den Blechklemmen und dem Kran angebrachten Lastaufnahmemittel, wie z. B. einer
Traverse.

5.2.1.6 Die Verbindungsart mit dem Kran oder mit einem Zwischenglied muss sicherstellen, dass die
Kräfte ordnungsgemäß auf die Blechklemme übertragen werden. Ist dies konstruktiv nicht möglich, muss die
Kennzeichnung und/oder die Bedienungsanleitung deutlich darauf hinweisen, wie die Verbindung auszuführen
ist.

5.2.2 Vakuumheber

5.2.2.1 Vakuumheber müssen so bemessen sein, dass sie am Ende des Arbeitsbereiches bzw. am
Anfang des Gefahrenbereiches bei allen vorgesehenen Neigungswinkeln noch mindestens die 2fache
Tragfähigkeit halten. Die maximalen Neigungswinkel müssen entsprechend 5.1.1.2 erhöht werden.

19
EN 13155:2003 (D)

ANMERKUNG Der Druckbereich, bei dem gearbeitet werden kann, wird Arbeitsbereich genannt. Der Gefahrenbereich
schließt sich an den Arbeitsbereich an. Bei einigen Vakuumhebesystemen, insbesondere bei selbstansaugenden
Vakuumhebern, ist der erzeugte Unterdruck vom Gewicht der Last abhängig.

5.2.2.2 Vakuumheber ohne Selbstansaugung müssen mit einer Druckmesseinrichtung ausgerüstet sein,
die den Arbeitsbereich und den Gefahrenbereich des Vakuums anzeigt.

5.2.2.3 Selbstansaugende Vakuumheber müssen mit einer Anzeige ausgerüstet sein, die dem Bediener
das Erreichen des Endes des Arbeitsbereiches anzeigt.

5.2.2.4 Die Messeinrichtung bzw. die Anzeige muss für den Anschläger oder, wenn kein Anschläger
vorhanden ist, für den Kranführer in seiner normalen Arbeitsposition vollständig einsehbar sein.

5.2.2.5 Es müssen Einrichtungen zur Vermeidung der Gefahren bei Vakuumverlusten vorhanden sein.
Dies sind:

a) bei Vakuumhebern mit Vakuumpumpe: ein Reservevakuum mit einem Rückschlagventil zwischen
Reservevakuum und Pumpe, das möglichst nahe am Reservevakuum liegt;

b) bei Vakuumhebern mit Venturisystem: ein Druckreservetank oder ein Vakuumreservetank mit einem
möglichst nahe am Reservevakuum liegenden Rückschlagventil zwischen Reservevakuum und Venturi-
system;

c) bei Vakuumhebern mit Ventilator: eine Stützbatterie oder eine zusätzliche Schwungmasse;

d) bei selbstansaugenden Vakuumhebern: ein Reservehub von mindestens 5 % des gesamten Kolbenhubs.

ANMERKUNG Vakuumverluste können z. B. durch Undichtigkeiten oder bei nicht selbstansaugenden Vakuumhebern
durch Ausfall der Energieversorgung auftreten.

5.2.2.6 Es muss eine Warneinrichtung vorhanden sein, die das Erreichen des Gefahrbereiches
automatisch anzeigt, wenn Vakuumverluste nicht mehr ausgeglichen werden können. Die Anzeige muss
optischer oder akustischer Art sein, in Abhängigkeit von den Einsatzbedingungen des Vakuumhebers und in
Übereinstimmung mit EN 981, EN 842 und EN 457. Die Warneinrichtung muss auch bei Energieausfall am
Vakuumheber funktionieren.

ANMERKUNG Die Warneinrichtung ist nicht gleichzusetzen mit der Druckmesseinrichtung aus 5.2.2.2 oder der Anzeige
aus 5.2.2.3.

5.2.2.7 Bei Ausfall der Energieversorgung muss der Vakuumheber in der Lage sein, die Last 5 Minuten
zu halten. Dies ist nicht erforderlich in abgesicherten Bereichen und dies ist nicht erforderlich für Vakuum-
heber mit Gebläse, wenn folgende Bedingungen eingehalten werden:

 Die Bedienungsperson kontrolliert die Last über Führungshebel, die sicherstellen, dass sich die
Bedienungsperson außerhalb des Gefahrenbereiches befindet, für den Fall, dass die Last herabfällt.

 Zusätzlich zu 5.2.2.6 muss bei Ausfall der Energieversorgung eine Warneinrichtung aktiviert werden.

 Der Hersteller muss das Heben des Flächenschwerpunktes der Saugteller über 1,8 m hinaus durch
Kennzeichnung und in der Betriebsanleitung untersagen.

5.2.2.8 Vakuumheber, die bestimmungsgemäß für den Einsatz auf Baustellen vorgesehen sind, müssen
mit einer zweiten formschlüssigen Halteeinrichtung ausgerüstet sein, oder das Reservevakuum einschließlich
Rückschlagventil muss zweifach vorhanden sein. Jedes Reservevakuum muss mit einem getrennten Satz von
Vakuumtellern verbunden sein. Jeder Satz der Vakuumteller muss die Anforderungen aus 5.2.2.1 erfüllen.

5.2.2.9 Das Lösen der Last muss über eine Steuerung mit Zweifachbetätigung erfolgen. Dies ist nicht
erforderlich, wenn das Lösen der Last vor dem Absetzen der Last nicht möglich ist oder in abgesicherten
Bereichen.

20
EN 13155:2003 (D)

5.2.2.10 Steuerungen für Kipp- oder Drehbewegungen müssen ohne Selbsthaltung ausgeführt sein.

5.2.2.11 Die Form der Saugteller muss derjenigen der aufzunehmenden Last(en) angepasst werden.
Sofern mehr als 1 Saugteller in Verbindung mit einer Traverse eingesetzt wird, muss die Bemessung und die
Tragfähigkeit der Saugteller derjenigen der aufzunehmenden Last(en) angepasst werden. Der Anteil der Last,
der vorhersehbar auf jeden Saugteller wirken kann, darf dessen Tragfähigkeit unter Berücksichtigung der
Steifheit der Last und des Vakuumhebers nicht überschreiten.

5.2.3 Lasthebemagnete

5.2.3.1 Allgemeines

5.2.3.1.1 Das Lösen der Last muss über eine Steuerung mit Zweifachbetätigung erfolgen. Dies ist nicht
erforderlich, wenn das Lösen der Last vor dem Absetzen der Last nicht möglich ist oder in abgesicherten
Bereichen.

5.2.3.1.2 Die Form des Magneten muss derjenigen der aufzunehmenden Last(en) angepasst sein. Bei
Verwendung mehrerer Magnete in Verbindung mit einer Traverse muss die Beschaffenheit und die
Tragfähigkeit der einzelnen Magnete der/den aufzunehmenden Last(en) angepasst werden. Der Lastanteil,
der vorhersehbar auf die einzelnen Magnete wirken kann, darf deren Tragfähigkeit unter Berücksichtigung der
Durchbiegung oder der Steifigkeit der Last und der Traverse nicht überschreiten.

5.2.3.2 Batteriegespeiste Lasthebemagnete

5.2.3.2.1 Die Abreißkraft muss mindestens das 2fache der Tragfähigkeit unter den vom Hersteller
angegebenen Bedingungen betragen.

5.2.3.2.2 Es muss eine automatisch wirkende Warneinrichtung vorhanden sein, die die Energiezufuhr
überwacht und mindestens 10 Minuten, bevor die Energiezufuhr so weit erschöpft ist, dass die Last abreißt,
eine Warnung hervorruft. Die Warneinrichtung muss optischer oder akustischer Art sein.

5.2.3.2.3 Es muss eine Sicherheitseinrichtung vorhanden sein, die nach dem Auslösen der
Warneinrichtung für das Unterschreiten des Batteriestromes und nach dem Abschalten des Magnetstromes
die Wiederinbetriebnahme verhindert, bis die Batterie einen Ladezustand erreicht hat, bei dem die
Warneinrichtung nicht ausgelöst wird.

5.2.3.2.4 Es muss eine Anzeigeeinrichtung vorhanden sein, die anzeigt, ob der Magnet eingeschaltet ist
(EIN/AUS).

ANMERKUNG Die Einrichtung zeigt nicht zwingend an, dass ein ausreichendes Magnetfeld vorliegt.

5.2.3.3 Netzgespeiste Lasthebemagnete

5.2.3.3.1 Die Abreißkraft muss mindestens das 2fache der Tragfähigkeit unter den vom Hersteller
angegebenen Bedingungen betragen.

5.2.3.3.2 Es muss eine automatisch wirkende Warneinrichtung vorhanden sein, die bei Ausfall der
Netzspannung eine Warnung hervorruft. Die Warneinrichtung kann optischer oder akustischer Art sein. Dies
ist nicht erforderlich in abgesicherten Bereichen.

5.2.3.3.3 Es muss eine Stützbatterie vorhanden sein, die bei Ausfall des Netzes die Energieversorgung
aufrecht erhält. Sie muss die Energieversorgung zum Halten der Tragfähigkeit für eine Zeitdauer von
mindestens 10 Minuten aufrechterhalten. Dies ist nicht erforderlich in abgesicherten Bereichen.

5.2.3.3.4 Die Anforderungen aus 5.2.3.3.2 und 5.2.3.3.3 sind nicht erforderlich, wenn die folgenden
Anforderungen erfüllt sind:

21
EN 13155:2003 (D)

 Der Hersteller muss das Heben des Flächenschwerpunktes der Pole über 1,8 m hinaus durch
Kennzeichnung und in der Betriebsanleitung untersagen;

 die Masse der Last ist kleiner als 20 kg.

5.2.3.3.5 In Fällen, in denen das Verlassen des Gefahrenbereichs erschwert ist (z. B. auf Baustellen oder
in Schiffen beim Stauen und Löschen) ist eine Redundanz der flexiblen Gleichstromleistungskabel zwischen
Steuerschrank und Lastaufnahmemittel (z. B. Traverse oder Einzelmagnet) und eine Redundanz der
Steuereinheit des Magnetsystems erforderlich. Alternativ ist eine zweite formschlüssige Halteeinrichtung
erforderlich.

5.2.3.3.6 Magnete zur Aufnahme gestapelter Lasten, wie Platten, Bleche oder Profileisen, müssen mit
einer Steuerung zur Reduzierung des Magnetstromes ausgerüstet sein, um es zu vereinfachen, zuviel
aufgenommene Lasten wieder abzusetzen. Nach dem Absetzen der zu viel aufgenommenen Lasten muss die
Zuschaltung der vollen Leistung möglich sein.

5.2.3.3.7 Das Magnetsystem muss mit einer Anzeigeeinrichtung versehen sein, die anzeigt, wenn der/die
Magnet(e) eingeschaltet ist/sind. Bei Magneten mit veränderlicher Leistungssteuerung muss die
Anzeigeeinrichtung zwischen der vollständigen und der partiellen Magnetisierung unterscheiden.

ANMERKUNG Die Einrichtung zeigt nicht zwingend an, dass ein ausreichendes Magnetfeld vorliegt.

5.2.3.4 Permanentmagnete

Permanentmagnete müssen folgenden Anforderungen genügen:

5.2.3.4.1 Die Abreißkraft muss mindestens das 3fache der Tragfähigkeit unter den vom Hersteller in der
Bedienungsanleitung angegebenen Bedingungen betragen.

5.2.3.4.2 Das Stellteil muss deutlich anzeigen, ob der Magnet sich in der EIN- oder AUS-Stellung befindet.

5.2.3.4.3 Das Stellteil des Permanentmagneten muss bezüglich des erforderlichen Freiraumes für die
Hände des Bedieners in Übereinstimmung mit der EN 349: 1993 ausgeführt sein.

5.2.3.5 Elektro-Permanentmagnete

5.2.3.5.1 Die Abreißkraft muss mindestens das 3fache der Tragfähigkeit unter den vom Hersteller in der
Bedienungsanleitung angegebenen Bedingungen betragen.

5.2.3.5.2 Die Magnete müssen mit einer Anzeigeeinrichtung versehen sein, die anzeigt, ob die Magnete
eingeschaltet sind. Bei Magneten mit veränderlicher Leistungssteuerung muss die Anzeigeeinrichtung
zwischen der vollständigen und der partiellen Magnetisierung unterscheiden.

5.2.4 C-Haken

5.2.4.1 Um die Lastaufnahme zu erleichtern, darf die Neigung des unteren Armes des unbeladenen
C-Hakens gegenüber der Horizontalen 5° nicht überschreiten.

5.2.4.2 Eine der folgenden Maßnahmen muss getroffen werden, um ein Verrutschen der Last auf dem
unteren Arm oder das Herabfallen der Last oder von Teilen der Last zu verhindern:

a) Neigung des C-Hakens nach hinten mit einem Neigungswinkel von 5° oder mehr im beladenen Zustand;

b) bei C-Haken für den Transport von Stahlcoils muss der untere Arm im beladenen Zustand eine
horizontale oder nach hinten geneigte Position einnehmen;

c) eine Kette, ein Band oder ein Riegel zum Schließen der Öffnung des C-Hakens;

22
EN 13155:2003 (D)

d) ein Klemmsystem zum Sichern der Last;

e) ein Endanschlag am unteren Arm;

5.2.5 Krangabeln

5.2.5.1 Um die Lastaufnahme zu erleichtern, darf die Neigung der unbeladenen Krangabeln gegenüber
der Horizontalen 5° nicht überschreiten.

5.2.5.2 Innerhalb des vorgesehenen Lastbereiches und der Schwerpunktlage müssen die Gabelarme mit
einem Winkel von 5° oder mehr nach hinten geneigt sein, um das Abrutschen der Last von den Gabelarmen
zu verhindern.

5.2.5.3 Krangabeln für loses Material (z. B. Bausteine und Dachziegel), die für den Einsatz auf Baustellen
bestimmt sind, müssen mit einer zusätzlichen formschlüssigen Halteeinrichtung versehen sein (z. B. Netz,
Käfig).

Die zusätzliche formschlüssige Einrichtung muss das Herabfallen der kompletten Last oder einzelner loser
Teile der Last verhindern.

Für die Handhabung loser Materialien (z. B. Bausteine und Dachziegel) darf die zusätzliche formschlüssige
Einrichtung (z. B. Netze oder Käfige) zur Seite hin und nach unten hin keine Öffnungen von mehr als 50 mm2
haben.

ANMERKUNG Es wird empfohlen, dass die zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung automatisch aktiviert wird.

5.2.5.4 Krangabeln, die mit einer zusätzlichen formschlüssigen Einrichtung wie in 5.2.5.3 gefordert,
ausgerüstet sind, müssen in der Lage sein, eine gleichförmig verteilte Last, die 50 % der Tragfähigkeit
entspricht, in allen 4 horizontalen Richtungen zu halten.

5.2.5.5 Krangabeln für Einzellasten (z. B. kunststoffverpackte, palettierte Lasten), die auf Baustellen
eingesetzt werden sollen, müssen mit einer Rückhalteeinrichtung (z. B. Kette, Band oder Riegel) versehen
sein, um zu verhindern, dass die Einzellast von den Gabeln rutscht.

5.2.5.6 Krangabeln mit einer Rückhalteeinrichtung wie in 5.2.5.5 gefordert, müssen in der Lage sein, eine
gleichförmig verteilte Last, die 50 % der Tragfähigkeit entspricht, zu halten.

5.2.6 Traversen

5.2.6.1 Verbindung der Traverse mit dem Kran

5.2.6.1.1 Jede Verbindung, die durch das Verschieben oder Bewegen eines Teils der Traverse erfolgt,
muss so ausgeführt sein, dass vor dem Anheben eine Verriegelung erfolgen kann, die ein unbeabsichtigtes
Lösen dieser Verbindung verhindert.

5.2.6.1.2 Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, um gefährliche Bewegungen und Beschädigungen der
hängenden Teile der Traverse bei der Lagerung, beim Verbinden mit dem Kran oder beim Lösen vom Kran zu
verhindern.

5.2.6.2 Anschlagen der Last an die Traverse

5.2.6.2.1 Traversen, die mit entlang dem Träger verschiebbaren Anschlagelementen ausgerüstet sind,
müssen mit Einrichtungen versehen sein, die ein unbeabsichtigtes Lösen von der Traverse verhindern.

5.2.6.2.2 Entlang dem Träger verschiebbare Anschlagelemente müssen mit Einrichtungen versehen sein,
die sie im beladenen Zustand in ihrer Lage sichern.

23
EN 13155:2003 (D)

5.2.6.2.3 Wird die Einrichtung zur Sicherung der Anschlagelemente von Hand eingelegt, muss deren Lage
für den Anschläger sichtbar sein.

5.2.6.3 Konstruktion

5.2.6.3.1 Sofern die Traverse dafür bestimmt ist, geneigt zu werden, muss der Hersteller den maximal
zulässigen Neigungswinkel gegenüber der Horizontalen angeben. Sofern die Traverse für den horizontalen
Einsatz bestimmt ist, muss bei der Konstruktion ein Neigungswinkel bis zu 6° gegenüber der Horizontalen
berücksichtigt werden.

5.2.6.3.2 Bewegliche Teile der Konstruktion müssen eine Einrichtung haben, mit der sie im belasteten
Zustand verriegelt werden können. Diese Einrichtungen müssen bis zu 6° über dem zulässigen maximalen
Neigungswinkel der Traverse wirksam sein. Wenn diese Einrichtungen nach dem Reibungsprinzip arbeiten,
muss der Sicherheitsfaktor mindestens 2 betragen.

5.2.6.3.3 Sofern die freie Beweglichkeit eine Gefährdung darstellt, müssen Traversen, die mit einem Dreh-
oder Neigemechanismus versehen sind, mit einer Einrichtung ausgerüstet sein, die die Bewegung unterbricht
und die Last in ihrer vorgesehenen Position hält.

5.2.6.3.4 Wird der Abstand zwischen beweglichen Teilen der Traverse kraftbetrieben gesteuert, müssen
Schutzeinrichtungen vorgesehen werden, um Quetsch- und Schergefahren nach EN 349:1993 zu verhindern.

5.2.7 Klemmen

5.2.7.1 Die Haltekraft reibschlüssiger Klemmen zur Vermeidung des Rutschens der Last muss
mindestens der 2fachen Tragfähigkeit entsprechen.

5.2.7.2 Bei reibschlüssigen Klemmen, deren Greifbereich nicht bei 0 beginnt, ist unterhalb der kleinsten
angegebenen Greifweite ein Sicherheitsbereich erforderlich, in dem die Haltekraft noch nicht unter den in
5.2.7.1 angegebenen Wert absinkt, um Fertigungstoleranzen, elastische Verformungen oder dgl. ausgleichen
zu können.

Die folgenden Mindest-Sicherheitsbereiche sind erforderlich:

a) bei einer kleinsten Greifweite kleiner oder gleich 50 mm: 10 % der kleinsten Greifweite;

b) bei einer kleinsten Greifweite zwischen 50 mm und 100 mm: 5 mm der kleinsten Greifweite;

c) bei einer kleinsten Greifweite über 100 mm: 5 % der kleinsten Greifweite.

ANMERKUNG Auf Grund der breiten Anwendungsmöglichkeiten für Klemmen ist es möglich, einen für alle Klemmen
geeigneten Sicherheitsbereich anzugeben. Die oben genannten Bereiche sollten daher überlegt gehandhabt und je nach
Anwendung erweitert werden.

5.2.7.3 Der Klemmmechanismus von reibschlüssigen Klemmen muss so ausgeführt sein, dass die
Klemmkraft im Fall der Verformung der Last (z. B. Nachgeben der Oberfläche und elastische und plastische
Deformation) beibehalten wird.

ANMERKUNG Dies kann z. B. erreicht werden durch einen schwerkraftbetätigten Scherenmechanismus oder durch
eine Druckspeichereinrichtung (z. B. Federn, Hydraulikspeicher) usw.

Klemmen, die die Last hydraulisch oder pneumatisch halten, müssen mit Einrichtungen zum Ausgleich von
Druckverlusten unterhalb des Betriebsdruckes ausgerüstet sein. Ist es nicht möglich, die Anforderungen aus
5.2.7.1 zu erfüllen, muss automatisch ein optisches oder akustisches Warnsignal erfolgen.

5.2.7.4 Bei nicht selbst schließenden Klemmen darf das Lösen der Last nur über eine Steuerung mit
Zweifachbetätigung erfolgen.

24
EN 13155:2003 (D)

Dies ist nicht erforderlich, wenn das Lösen der Last nur im abgesetzten Zustand möglich ist oder in
abgesperrten Bereichen.

5.2.7.5 Klemmen für den Einsatz auf Baustellen müssen formschlüssig sein oder mit einer zusätzlichen
formschlüssigen Halteeinrichtung (z. B. Schlingen, Netze, Käfige) ausgerüstet sein.

Die formschlüssige Halteeinrichtung oder die zusätzliche formschlüssige Einrichtung muss das Herabfallen
der Last oder einzelner loser Teile der Last verhindern.

Für die Handhabung loser Materialien (z. B. Bausteine und Ziegel) muss die formschlüssige Einrichtung oder
die zusätzliche formschlüssige Einrichtung (z. B. Netze oder Käfige) zur Seite hin oder nach unten keine
Öffnungen haben, die größer als 50 mm2 sind.

ANMERKUNG Es wird empfohlen, dass die zusätzliche formschlüssige Einrichtung automatisch aktiviert wird.

5.2.7.6 Zur Handhabung loser Materialien (z. B. Bausteine und Ziegel) muss die formschlüssige
Einrichtung oder die zusätzliche formschlüssige Einrichtung (z. B. Netze oder Käfige) in der Lage sein, eine
gleichmäßig verteilte Last, die in den vier horizontalen Richtungen 50 % der Tragfähigkeit und in vertikaler
Richtung 200 % der Tragfähigkeit beträgt, zu halten.

5.2.7.7 Die Anforderungen aus 5.2.7.5 und 5.2.7.6 sind nicht erforderlich, wenn die Klemme dazu
bestimmt ist, dass der unterste Punkt der Klemme nur bis zu einer Höhe von 1,8 m angehoben wird und
entweder:

 zum Bewegen einzelner Steine oder Baukomponenten mit Gewichten unter 50 kg oder

 zum Entladen von Lkws auf den Boden eingesetzt wird.

6 Feststellung der Übereinstimmung mit den Sicherheitsanforderungen


und/oder Maßnahmen
Die Übereinstimmung mit allen Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen (aus Abschnitten 5 und 7)
muss durch die in Tabelle 8 festgelegten und in den Anhängen A bis G beschriebenen Methoden festgestellt
werden.

Für einzeln konstruierte und gefertigte Produkte muss sowohl eine Bauart- als auch eine Einzelprüfung
durchgeführt werden. Für Serienprodukte muss die Bauartprüfung an einem oder mehreren repräsentativen
Produkten aus der Serie und die Einzelprüfung an jedem einzelnen hergestellten Produkt durchgeführt
werden.

25
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 8 — Anzuwendende Prüfverfahren zur Feststellung der Übereinstimmung


mit den Sicherheitsanforderungen und/oder Maßnahmen

Anforderung Prüfart
Lastauf-
nahmemittel Bauart- Einzel-
Benennung Abschnitt
prüfung prüfung
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.2 A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Unbeabsichtigtes Lösen verhindern 5.2.1.1 B.1
Blechklemmen Unbeabsichtigtes Lösen beim Absetzen
5.2.1.2 B.1
verhindern
Reibungsfaktor 5.2.1.3 B.2 + B.3
Toleranzen des Greifbereiches 5.2.1.4 B.4
Vorhersehbare Lastverteilung 5.2.1.5 A.4
Verbindung zum Kran 5.2.1.6 A.4
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
C.10 oder
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 C.9
A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
C.10 oder
Haltekraft 5.2.2.1
A.2
Druckmesseinrichtung 5.2.2.2 C.1
Leckanzeige 5.2.2.3 C.2
Vakuumheber Einsehbarkeit der Messeinrichtung bzw. der
5.2.2.4 C.3
Anzeige
Einrichtungen zur Vermeidung von Gefahren
5.2.2.5 C.4 und C.6
bei Vakuumverlusten
Warneinrichtung 5.2.2.6 C.5 und C.8
Haltezeit 5.2.2.7 C.4
Baustelle 5.2.2.8 A.4
Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.2.9 C.7
Stellteile zum Kippen oder Drehen 5.2.2.10 A.4
Ausführung geeignet für die Last 5.2.2.11 A.4
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4

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EN 13155:2003 (D)

Tabelle 8 (fortgesetzt)

Anforderung Prüfart
Lastauf-
nahmemittel Bauart- Einzel-
Benennung Abschnitt
prüfung prüfung
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Batteriegespeiste Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.3.1.1 D.2
Lasthebe- Ausführung geeignet für die Last 5.2.3.1.2 D.7
magnete Abreißkraft 5.2.3.2.1 D.1
Warneinrichtung 5.2.3.2.2 D.3 und D.4 D.3 und D.4
Sicherheitseinrichtung zur Verhinderung der
5.2.3.2.3 A.4 A.4
Wiederinbetriebnahme
Anzeige der Magnetisierung 5.2.3.2.4 D.5 D.5
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.3.1.1 D.2
Netzgespeiste Ausführung geeignet für die Last 5.2.3.1.2 D.7
Lasthebe- Abreißkraft 5.2.3.3.1 D.1
magnete Warneinrichtung 5.2.3.3.2 D.3 und D.4 D.3 und D.4
Entladezeit der Batterien 5.2.3.3.3 D.4 D.4
Ausnahme 5.2.3.3.4 A.4 A.4
Redundanz oder Zusatzeinrichtungen 5.2.3.3.5 D.6 D.6
Erneutes Absetzen 5.2.3.3.6 D.2
Anzeige der Magnetisierung 5.2.3.3.7 D.5 D.5
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Permanent-
Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.3.1.1 A.4
magnete
Ausführung geeignet für die Last 5.2.3.1.2 D.7
Abreißkraft 5.2.3.4 1 D.1
Lage der Stellteile 5.2.3.4 2 A.4 A.4
Erforderlicher Freiraum 5.2.3.4 3 A.4 A.4
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4

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EN 13155:2003 (D)

Tabelle 8 (fortgesetzt)

Anforderung Prüfart
Lastauf-
nahmemittel Bauart- Einzel-
Benennung Abschnitt
prüfung prüfung
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Elektro- Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Permanent-
Magnete Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.3.1.1 D.2
Ausführung geeignet für die Last 5.2.3.1.2 D.7
Abreißkraft 5.2.3.5.1 D.1
Anzeige der Magnetisierung 5.2.3.5.2 D.5 D.5
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
C-Haken Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Unbeladener Zustand 5.2.4.1 A.4 A.4
Vermeidung des Rutschens oder
5.2.4.2 A.4 A.4
Herabfallens der Last
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Unbeladener Zustand 5.2.5.1 A.4 A.4
Krangabeln Vermeidung des Rutschens oder
5.2.5.2 A.4 A.4
Herabfallens der Last
Baustelle 5.2.5.3 A.4 A.4
Bemessung der Zusatzeinrichtung 5.2.5.4 F.1
Halteeinrichtung für Einzellasten 5.2.5.5 A4
Bemessung des Haltesystems 5.2.5.6 A.1 oder A.2
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4

28
EN 13155:2003 (D)

Tabelle 8 (fortgesetzt)

Anforderung Prüfart
Lastauf-
nahmemittel Bauart- Einzel-
Benennung Abschnitt
prüfung prüfung
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 E.1 oder E.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Verbindung zum Kran 5.2.6.1.1 A.4
Beschädigung hängender Teile 5.2.6.1.2 A.4
Traversen Anschlagen der Last an die Traverse 5.2.6.2 A.4
Maximaler Neigungswinkel 5.2.6.3.1 E.1 oder E.2
Sicherung beweglicher Teile der
5.2.6.3.2 E.1 oder E.2
Konstruktion
Sicherung der Dreh- und
5.2.6.3.3 A.4
Neigemechanismen
Abstand zwischen beweglichen Teilen 5.2.6.3.4 A.4
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4
Mechanisch lasttragende Teile 5.1.1.1 A.1 oder A.2 A.1 oder A.3
Maximaler Neigungswinkel 5.1.1.2 A.1 oder A.2
Stellteile 5.1.2 A.4
Handgriffe 5.1.3 A.4
Integrierte Anschlagmittel 5.1.4 A.4
Standsichere Lagerung 5.1.5 A.4
Sicherheitsfaktor 5.2.7.1 G.1 + G.2
Klemmen Greifbereich 5.2.7.2 G.5
Verformung der Last 5.2.7.3 A.4 A.4
Steuerung mit Zweifachbetätigung 5.2.7.4 A.4 A.4
Halteeinrichtungen 5.2.7.5 A.4 A.4
Bemessung der Halteeinrichtungen 5.2.7.6 A1 oder A.2
Ausnahme 5.2.7.7 A.4 A.4
Benutzerinformation 7.1 A.4 A.4
Kennzeichnung 7.2 A.4 A.4

29
EN 13155:2003 (D)

7 Benutzerinformation

7.1 Betriebsanleitung

7.1.1 Allgemeine Informationen

Um den Abnehmern eine sichere Auswahl, Installation, Verwendung und Instandhaltung ihrer
auswechselbaren Lastaufnahmemittel während der normalen Lebensdauer zu ermöglichen, müssen die
Hersteller in einer Betriebsanleitung mindestens die nachfolgend aufgeführten, für das gelieferte
Lastaufnahmemittel spezifischen Informationen und Anleitungen angeben:

a) Kurze Beschreibung;

b) Tragfähigkeit;

c) Bestimmungsgemäße Verwendung;

d) Eigenschaften der Last einschließlich der Güte und der Anzahl der Teile, die auf einmal umgeschlagen
werden können;

e) Festlegung des Anwendungsbereiches;

f) Anleitungen zur Anwendung und Verwendung;

g) Befestigung, Sicherung, Anbau/Abbau und Ausrichten des Lastaufnahmemittels am Kran;

h) Handhabung und Lagerung der Lastaufnahmemittel;

i) Standsicherheit (sofern zutreffend);

j) Der Temperaturbereich, in dem das Lastaufnahmemittel eingesetzt werden kann;

k) Einschränkung des Einsatzes in besonderer Atmosphäre (hohe Feuchtigkeit, explosionsfähig, salzig,


ätzend, basisch);

ANMERKUNG Wegen der Gefahr der Wasserstoffversprödung werden Kettenschlingen nach EN 818-4 nicht für
die Verwendung in Beizbädern empfohlen.

l) Einschränkung des Einsatzes bei der Handhabung gefährlicher Güter (z. B. feuerflüssige Massen,
radioaktive Materialien);

m) sofern zutreffend, Verbot des Transportes über Personen hinweg;

n) Besondere Schulung der Bediener, sofern erforderlich.

7.1.2 Spezifische Informationen

Zusätzlich zu den oben genannten allgemeinen Informationen muss der Hersteller folgende spezifische
Informationen angeben über:

7.1.2.1 Blechklemmen

a) Vertikales Heben eines einzelnen Teiles;

b) Wenden von Blechen, die sich auf dem Boden befinden;

c) Betätigung der Sicherheitsverriegelung;

d) Zustand der Oberfläche (Fett, Anstrich oder Beschichtung) des zu handhabenden Teiles;

e) einzuhaltende Greifweiten;

30
EN 13155:2003 (D)

f) Oberflächenhärte der zu handhabenden Teile;

g) Maßnahmen zur Vermeidung des unbeabsichtigten Lösens der Last aufgrund des Gewichtes des
Kranhakens, der Unterflasche oder der Verbindungselemente, das auf die Blechklemme wirkt (z. B. kurze
Kettenlänge).

7.1.2.2 Vakuumheber

a) Überprüfung des Unterdruckes;

b) Zu treffende Maßnahmen beim Ansprechen der Warneinrichtung;

c) Prüfung des Zustandes der Vakuumverbindungen und Vakuumschläuche;

d) Prüfung des Zustandes der Saugteller;

e) Haltezeit bei Energieausfall;

f) Vorgesehener maximaler Umgebungsgeräuschpegel, bis zu dem die Warneinrichtungen wirksam sind.

7.1.2.3 Batterie- und Netzgespeiste Lasthebemagnete

a) Zu treffende Sicherheitsmaßnahmen beim Ansprechen der Warneinrichtung;

b) Prüfung des Zustandes der Kabel;

c) Hinweise zur Wartung und Prüfung des Ladezustandes und der Kapazität der Batterie;

d) Haltezeit bei Energieausfall (sofern zutreffend);

e) Vorgesehener maximaler Umgebungsgeräuschpegel, bis zu dem die Warneinrichtungen wirksam sind.

7.1.2.4 C-Haken und Krangabeln

a) Überprüfung der Eignung der Last;

b) Zulässiger Lastbereich und zulässige Lastschwerpunktslage, um ein Verrutschen der Last zu verhindern;

c) Beim Einsatz von Krangabeln auf Baustellen ist zu überprüfen, dass die zusätzliche Sicherungs-
einrichtung vorhanden ist.

7.1.2.5 Traversen

a) Der Hersteller der Traverse muss in der Betriebsanleitung über die Befestigungsarten der Last
informieren, damit der Verwender in der Lage ist, sicherzustellen, dass die Kombination aus Traverse und
Last nach dem Anheben stabil ist.

Die Information muss Angaben enthalten über die kranseitigen und die lastseitigen Drehpunkte der
Traverse und den vertikalen Abstand zwischen den Drehpunkten. Dies ist für den zweidimensionalen Fall
schematisch in Bild 9 dargestellt, zusammen mit analogen Darstellungen für die Drehpunkte an den
Anschlagpunkten der Last und dem vertikalen Abstand zum Lastschwerpunkt.

ANMERKUNG Ein Gegenstand mit schmaler Basis und hohem Schwerpunkt ist leichter umzukippen als ein
Gegenstand mit breiter Basis und niedrigem Schwerpunkt. Da die Höhe des Schwerpunktes relativ zur Breite der
Basis ansteigt, wird ein Punkt erreicht, an dem der Gegenstand umkippt, falls er nicht durch äußere Maßnahmen
gestützt wird. An diesem Punkt wird der Gegenstand als instabil betrachtet; je größer die erforderliche Abstützung ist,
desto instabiler ist der Gegenstand. Eine ähnliche Situation besteht bei einer hängenden Last. Es sind unvermeidlich
Kräfte vorhanden, die versuchen, die Last umzukippen (z. B. Wind, Beschleunigung, Bremsen). Es ist daher wichtig,
beim Anschlagen einer Last sicherzustellen, dass die Last ausreichend stabil ist, um diesen Kippkräften
standzuhalten. Eine Last ist aus sich heraus stabil, wenn die Anschlagschlinge oberhalb des Schwerpunktes
angelegt ist und korrekt darum herum angeordnet ist.

31
EN 13155:2003 (D)

In Bild 9 hat Traverse 1 eine positive Stabilitätshöhe, Traverse 2 hat eine negative Stabilitätshöhe. Last 1
hat eine positive Stabilitätshöhe, Last 2 hat eine negative Stabilitätshöhe. Die Stabilität aus der
Kombination Traverse und Last muss positiv sein. Obwohl nur der zweidimensionale Fall dargestellt ist,
kann das Prinzip auf alle horizontalen Drehachsen angewendet werden. Das Ergebnis der
Kombinationen ist wie folgt:

Traverse 1 + Last 1: ist immer stabil

Traverse 1 + Last 2: ist stabil, wenn A>D*

Traverse 2 + Last 1: ist stabil, wenn C>B

Traverse 2 + Last 2: ist immer instabil

Die Last muss in mehr als einer vertikalen Ebene gehalten werden, um in Richtung beider horizontalen
Achsen stabil zu sein.

b) Maximal zulässige Neigungswinkel der Traversen.

Legende
1 Traverse 1
2 Traverse 2
3 Last 1
4 Last 2
 Kennzeichnung des Schwerpunktes
Kennzeichnung der Drehpunkte

Bild 9 — Drehpunkte von Last und Traverse

32
EN 13155:2003 (D)

7.1.2.6 Klemmen

a) Zustand der Oberfläche (Fett, Anstrich oder Beschichtung) des zu handhabenden Teiles;

b) Einzuhaltende Greifweiten;

c) Oberflächenhärte der zu handhabenden Teile;

d) Maßnahmen zur Vermeidung des unbeabsichtigten Lösens der Last aufgrund des Gewichtes des
Kranhakens, der Unterflasche oder Verbindungselemente, das auf die Klemme wirkt (z. B. kurze
Kettenlänge).

7.1.3 Instandhaltungsanleitung

Der Hersteller muss ausreichende Informationen für eine bestimmungsgemäße Instandhaltung des
Lastaufnahmemittels liefern, insbesondere:

a) Anleitungen zur regelmäßigen Instandhaltung;

b) Reparaturanleitung;

c) Maßnahmen, die bei Reparaturarbeiten zu treffen sind;

d) Verwendung von Originalersatzteilen;

e) Aufzeichnungen über die Instandhaltung, sofern erforderlich;

f) Liste von Bauteilen, die eine besondere Vorgehensweise und Inspektion erfordern;

g) Verwendung besonderer Schmierstoffe.

7.1.4 Prüfungen und Inspektionen

Der Hersteller muss Angaben zu den Prüfungen und Inspektionen machen, die erforderlich sind:

a) vor der Inbetriebnahme;

b) nach einer Reparatur oder einem erneuten Zusammenbau;

c) während der Lebensdauer des Lastaufnahmemittels.

Der Hersteller muss ebenso beifügen:

1) Liste von Teilen, die eine besondere Vorgehensweise und Inspektion erfordern;

2) Schäden, auf die zu achten ist.

7.2 Kennzeichnung

7.2.1 Mindest-Kennzeichnung

An jedem Lastaufnahmemittel muss an gut sichtbarer Stelle eine dauerhafte Kennzeichnung mit folgenden
Angaben vorhanden sein:
a) Kenndaten des Herstellers (oder seines Bevollmächtigten oder des Importeurs);
b) Typ;
c) Seriennummer;

33
EN 13155:2003 (D)

d) Eigengewicht des Lastaufnahmemittels, sofern dieses 5 % seiner Tragfähigkeit oder 50 kg überschreitet,


wobei vom kleineren Wert auszugehen ist;

e) Baujahr;

f) Tragfähigkeit in Tonnen oder kg. Sofern das Lastaufnahmemittel in unterschiedlichen Konfigurationen


eingesetzt wird, müssen auch die zugehörigen Tragfähigkeiten angegeben sein.

7.2.2 Zusätzliche Kennzeichnungen

7.2.2.1 Die Angaben aus 7.2.1 müssen zutreffendenfalls um die nachfolgenden ergänzt werden:

a) die zulässige Greifweite bei Lastaufnahmemitteln, bei denen die Lastaufnahme über Klemmkräfte erfolgt;

b) die Mindestlast bei selbstansaugenden Vakuumhebern;

c) Hinweis auf den an der Last angebrachten Verbindungselementen bei Lastaufnahmemitteln, die mit der
Last mechanisch verbunden sind (z. B. in Betonfertigteile integrierte Verbindungselemente);

d) Die Grenze des Lastschwerpunktabstandes bei C-Haken und Krangabeln;

e) Die Mindestlast bei Krangabeln, bei denen eine Mindestlast erforderlich ist, um die Gabel entsprechend
5.2.5.2 zu neigen.

7.2.2.2 Bei Vakuumhebern mit Gebläse, deren Haltezeit bei Energieausfall weniger als 5 Minuten
beträgt, muss folgende Kennzeichnung angebracht werden:
„Achtung — die Last darf nicht über 1,8 m gehoben werden“

7.2.2.3 Abschnitt 7.2.1 Buchstabe f) gilt nicht für Lasthebemagnete, sofern die Tragfähigkeit aus den
Unterlagen am Einsatzort entnommen werden kann.

Bei Magneten hängt die Tragfähigkeit ab u. a. vom Material, aus dem die Last besteht, von ihrer Dicke und
Oberfläche sowie vom Luftspalt zwischen der Last und dem Magneten. Es ist daher erforderlich, die maximale
Last in Abhängigkeit dieser unterschiedlichen Parameter anzugeben. Ferner muss berücksichtigt werden,
dass die Tragfähigkeit nicht nur von den Magnetkräften abhängt, sondern auch durch die Tragfähigkeit der
Aufhängung begrenzt sein kann.

7.2.3 Zusätzliche Schilder mit Sicherheitshinweisen

Es wird empfohlen, zusätzliche Hinweisschilder oder Piktogramme anzubringen mit z. B. folgenden


grundlegenden Sicherheitshinweisen:

a) Personen dürfen sich nicht in gefährdeten Bereichen aufhalten;

b) Nur solche Lasten mit dem Lastaufnahmemittel handhaben, die aufgrund ihrer Beschaffenheit hierfür
geeignet sind;

c) Verbot der Verwendung auf Baustellen, wenn das Lastaufnahmemittel den Anforderungen für Baustellen
nach Abschnitt 5 nicht entspricht.

Der Bediener sollte sich mit der vom Hersteller des Lastaufnahmemittels erstellten Betriebsanleitung vertraut
machen.

34
EN 13155:2003 (D)

Anhang A
(normativ)

Allgemeine Prüfverfahren

A.1 Prüfung der mechanischen Festigkeit ohne statische Versuche


Dieses Verfahren ist für unlegierte Baustähle nach EN 10025 anwendbar.

A.1.1 Lastfall

Folgender Lastfall wird angenommen:

S DL € 2  S WLL

Dabei ist

S DL Lasten durch das Eigengewicht des Lastaufnahmemittels

S WLL Lasten durch die Tragfähigkeit

Der Faktor 2 berücksichtigt den dynamischen Einfluss beim Heben und den statischen Versuch. Dieser Faktor
berücksichtigt keine Windlasten.

A.1.2 Prüfung der Streckgrenze

Für diesen Lastfall müssen die Normalspannungen i und die Schubspannungen in den Bauteilen kleiner
oder gleich der in Tabelle A1 angegebenen zulässigen Spannung sein.

Bei kombinierten Spannungen muss auch die Gleichung (A.1) erfüllt werden.

2 2 2
… x‚ … ‚ ‡ … ‚
ƒ € †ƒ y € ˆ x y
† 3ƒƒ € 1 (A.1)
ƒ fy € ƒ fy € f y2 €
„  „  „ fy 

Tabelle A.1 — Zulässige Spannung

Dicke Zulässige Zug/Druckspannung Zulässige Schubspannung


Stahl
mm fy in MPa fy /!3 in MPa
t " 16 235 135
S 235
16 < t " 40 225 130
t " 16 275 160
S 275
16 < t " 40 265 153
t " 16 355 205
S 355
16 < t " 40 345 200

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EN 13155:2003 (D)

Für diesen Lastfall müssen die Normalspannungen in Schweißnähten wi kleiner oder gleich der zulässigen
Spannung fy/ .sein und die Schubspannungen in Schweißnähten w müssen kleiner oder gleich der
zulässigen Spannung s fy/ mit = 1.1 sein.

Bei kombinierten Spannungen muss auch die Gleichung (A.2) erfüllt werden.

2 2 2
… † wx ‚ … † wy ‚ † wx ˆ † wy … † ‚
ƒ € ‡ƒ € ‰ ‡ ƒƒ w € 1 (A.2)
ƒ † fy € ƒ † fy €  † fy 2 † f y €
„  „  „ s

Tabelle A.2 — Zulässige Spannung in der Schweißnaht

Art der Schweißnaht Güteklasse   s


Spannungsart
ENV 13001-3-1, 4.4 EN 25817 Zug Druck
Durchgeschweißt oder gegengeschweißt B,C 1 1 1/!2
" Stumpfnaht Spannung quer zur
Schweißrichtung D 0,9 1 1/!2
" Doppelte Semi-V-Naht, Semi-V-Naht
für T-Verbindung
Durchgeschweißt oder gegengeschweißt B,C 0,9 1 1/!2
" Naht mit kleinem Steg Spannung quer zur
Schweißrichtung D 0,8 0,9 1/!2
" Doppelte Semi-Y-Naht, Semi-Y-Naht
für T-Verbindung
Nicht durchgeschweißt
" Doppelte Semi-Y-Naht, Semi-Y-Naht
für T-Verbindung Spannung quer zur
B,C,D 0,7 0,8 1/!2
Schweißrichtung
" Doppelkehlnaht
" Kehlnaht
Spannung in
Alle Arten von Schweißungen B,C,D 1 1 1/!3
Schweißrichtung

A.1.3 Prüfung der Stabilität von Bauteilen

Die seitliche Stabilität von Bauteilen muss in Übereinstimmung mit ENV 1993-1-1, 5.5.4 Knickung und 5.5.2
Drehknicken für den in A.1.1 definierten Lastfall geprüft werden.

Die Prüfung der Stegknickung durch Schub muss in Übereinstimmung mit ENV 1993-1-1, 5.6 durchgeführt
werden, außer für Träger ohne Aussteifungen, wenn Folgendes erfüllt ist:


d/tw € 69  235 /f y €0,5 (A.3)

Dabei ist

d Steghöhe in mm

tw Stegdicke in mm

fy Streckgrenze in MPa

36
EN 13155:2003 (D)

Bild A.1 – Träger ohne Aussteifung

A.1.4 Prüfung der Sprödbruchempfindlichkeit

Der Widerstand gegen Sprödbruch muss in Übereinstimmung mit ENV 1993-1-1, Anhang C oder mit Hilfe von
Tabelle A.3 geprüft werden.

Tabelle A.3 – Maximale Dicke in mm und Stahlgüte zur Verhinderung von Sprödbruch

Maximale Dicke in mm für die niedrigste Einsatztemperatur


Stahlgüte 0°C 20°C
S1 S2 S3 S1 S2 S3
S235 JR, JR G1 32 10 Keine 17 5 Keine
S355 JRG1 oder JR G2 32 10 Keine 17 5 Keine
S235 J0 40 24 10 40 13 5
S235 J2G3 oder J2 G4 40 40 27 40 30 14
S275 JR 22 6 Keine 11 Keine Keine
S275 J0 40 16 7 28 8 Keine
S275 J2G3 oder J2 G4 40 39 18 40 20 9
S 355 JR 11 Keine Keine 5 Keine Keine
S355 J0 28 8 Keine 15 Keine Keine
S355 J2 G3 oder J2 G4 40 21 9 37 11 5
S355 K2G3 oder K2G4 40 21 9 37 11 5
S1: ohne Schweißungen
S2: Geschweißte Konstruktion mit örtlichen Spannungen unter 0,67 fy
S3: Geschweißte Konstruktion mit örtlichen Spannungen über 0,67 fy
ANMERKUNG Diese Tabelle basiert auf der ENV 1993-1-1:1992, Anhang C.

Für die Güteklassen JR, JR G1 und JR G2 muss durch eine Prüfbescheinigung eine Kerbschlagzähigkeit von
mindestens 27 J nachgewiesen werden, solange für diese Güteklassen der Kerbschlagzähigkeitsversuch
nach EN 10045-1 optional ist.

37
EN 13155:2003 (D)

A.1.5 Prüfung der Schweißgüte

Es muss nachgewiesen werden, dass die Schweißungen durch nach EN 287-1 geprüften Schweißern
ausgeführt wurden.

Es muss geprüft werden, dass die Qualität der Schweißungen mit EN 25817 übereinstimmt hinsichtlich
Tabelle A.2.

A.2 Prüfung der mechanischen Festigkeit am Baumuster durch


einen statischen Versuch

A.2.1 Bedingungen

Beim Versuch muss eine statische Last F3 entsprechend der vorgesehenen Einsatzbedingungen des
Lastaufnahmemittels aufgebracht werden.

A.2.2 Vorgehensweise

Die Last muss über die Aufhängepunkte und Lastanschlagpunkte des Lastaufnahmemittels derart aufgebracht
werden, dass die durch diese Punkte verlaufenden Kraftlinien denen beim betriebsmäßigen Einsatz
entsprechen. Die Prüfkraft F ± 2 % muss stoßfrei für eine Mindestzeit von 1 Minute aufgebracht werden.

Sofern die bestimmungsgemäße Verwendung des Lastaufnahmemittels eine Neigung oder eine sonstige
Verschiebung zulässt oder erforderlich macht, so dass sich die Kraftlinien durch die Aufhänge- bzw.
Anschlagpunkte ändern, so muss der Versuch für mehrere Positionen im gesamten Bewegungsbereich
wiederholt werden. Diese Positionen müssen so ausgewählt werden, dass die ungünstigsten
Betriebsbedingungen simuliert und die in 5.1.1.2 geforderten Neigungstoleranzen berücksichtigt werden.

Nach dem Entlasten muss das Lastaufnahmemittel auf Verformungen, Risse oder andere Fehler hin
untersucht werden.

A.2.3 Akzeptanzkriterien

Ein Baumuster des Lastaufnahmemittels muss einer statischen Kraft F3 = 3 × Nennlast standhalten, auch
wenn hierbei bleibende Verformungen auftreten.

A.3 Prüfung der mechanischen Festigkeit an jedem einzelnen Lastaufnahmemittel


durch einen statischen Versuch

A.3.1 Bedingungen

Beim Versuch muss eine statische Last F2 entsprechend der vorgesehenen Einsatzbedingungen des
Lastaufnahmemittels aufgebracht werden.

A.3.2 Vorgehensweise

Die Last muss über die Aufhängepunkte und Lastanschlagpunkte des Lastaufnahmemittels derart aufgebracht
werden, dass die durch diese Punkte verlaufenden Kraftlinien denen beim betriebsmäßigen Einsatz
entsprechen. Die Prüfkraft F ± 2 % muss stoßfrei für eine Mindestzeit von 1 Minute aufgebracht werden.

Sofern die bestimmungsgemäße Verwendung des Lastaufnahmemittels eine Neigung oder eine sonstige
Verschiebung zulässt oder erforderlich macht, so dass sich die Kraftlinien durch die Aufhänge- bzw.
Anschlagpunkte ändern, so muss der Versuch für mehrere Positionen im gesamten Bewegungsbereich

38
EN 13155:2003 (D)

wiederholt werden. Diese Positionen müssen so ausgewählt werden, dass die ungünstigsten Betriebs-
bedingungen simuliert werden.

Nach dem Entlasten muss das Lastaufnahmemittel auf Verformungen, Risse oder andere Fehler hin
untersucht werden.

A.3.3 Akzeptanzkriterien

Jedes einzelne Lastaufnahmemittel einer Serie muss einer statischen Kraft F2 = 2 x Nennlast, ohne bleibende
Verformungen standhalten und nach dem Entlasten dürfen keine sichtbaren Schäden vorhanden sein.

A.4 Prüfung durch Inspektion

A.4.1 Vorgehensweise

Das Lastaufnahmemittel muss einer Sichtprüfung unterzogen werden, um das Vorhandensein und die
ordnungsgemäße Funktion aller Merkmale zu überprüfen. Bei der Bewertung der Übereinstimmung mit den
Anforderungen muss die Betriebsanleitung des Herstellers berücksichtigt werden.

Die Kennzeichnung an jeder Schlinge und die Bescheinigungen zu jeder Schlinge müssen auf
Übereinstimmung mit folgenden Normen überprüft werden:

EN 818-4
EN 818-5
prEN 13414-1
EN 1492-1
EN 1492-2

A.4.2 Akzeptanzkriterien

Das Lastaufnahmemittel muss den entsprechenden Anforderungen nach den Abschnitten 5 und 7
entsprechen.

39
EN 13155:2003 (D)

Anhang B
(normativ)

Prüfverfahren für Blechklemmen

B.1 Kein Lösen der Last beim Aufsetzen und beim Anstoßen

B.1.1 Bedingungen

Das Lastaufnahmemittel ist an einen Kran zu hängen. Das Gewicht der Prüflast muss mindestens der
Tragfähigkeit entsprechen.

B.1.2 Vorgehensweise

ANMERKUNG Beim Auslösen und Wiederverbinden der Verriegelungseinrichtung kann für den Prüfer eine Gefährdung
bestehen, da die Last auf ihn herabfallen kann, wenn die Blechklemme die Last nicht hält.

Die Last ist mit dem Lastaufnahmemittel aufzunehmen und die Verriegelungseinrichtung in die geschlossene
Position zu bringen. Die Last ist innerhalb einer Dauer von maximal 5 s anzuheben und wieder auf den Boden
abzusetzen. Die Last ist ohne Eingriff der Bedienperson auf das Lastaufnahmemittel wieder anzuheben.

Danach ist das Anstoßen des Lastaufnahmemittels gegen ein Hindernis zu simulieren. Sofern das
Lastaufnahmemittel mit einer Verriegelungseinrichtung ausgerüstet ist, muss der Stoß gegen diese
Einrichtung erfolgen.

Bei angehobener Last ist die Verriegelungseinrichtung in die geöffnete Stellung zu bringen und die
Blechklemme muss die Last halten. Die Verriegelungseinrichtung ist wieder in die geschlossene Stellung zu
bringen und die Last auf den Boden abzusetzen, bis die Verbindung zwischen Kranhaken und
Lastaufnahmemittel schlaff wird. Dies muss unter den in der Betriebsanleitung genannten Bedingungen
erfolgen (z. B. Länge der Kette), um ein Lösen der Last durch Einwirkung des Kranhakens auf das
Lastaufnahmemittel zu vermeiden.

B.1.3 Akzeptanzkriterien

Die Last darf sich zu keinem Zeitpunkt des Versuches vom Lastaufnahmemittel lösen.

B.2 Bestimmung des Reibungsfaktors

B.2.1 Bedingungen

Die Prüfeinrichtung muss bestehen aus:

a) der Last oder einem Prüfstück aus einem Material, das dem der Last entspricht mit den in der
Betriebsanleitung angegebenen Grenzwerten (z. B. Härte des Materials);

b) einem Aufnehmer, der mit dem Klemmenwerkstoff bestückt ist, der die Last berührt;

c) die Form der Klemmbeläge muss nachgebildet werden (z. B. Zähne der Klemmteile).

40
EN 13155:2003 (D)

Legende
1 Aufnehmer
2 Klemmbelag
3 Prüfkörper

Bild B.1 — Prüfeinrichtung und aufgebrachte Kräfte

Die tatsächlichen Umgebungsbedingungen, die für die Reibung von Bedeutung sind, (z. B. Verölung oder
Feuchtigkeit) müssen nachgestellt werden.

B.2.2 Vorgehensweise

Eine vertikale Kraft F ist auf den Aufnehmer aufzubringen, die einen Druck zwischen 2 und 3 erzeugt, der dem
beim Anheben der Last auftretenden Mindestdruck zwischen Blechklemme und Last entspricht. Eine
horizontale Zugkraft T ist zwischen 1 + 2 und 3 aufzubringen, bis sich das Teil 1 + 2 bewegt. Der Verlauf
dieser Zugkraft folgt im Allgemeinen der im nachfolgend dargestellten Diagramm gezeigten Kurve:

Legende
1 Übergangsbereich
2 stationärer Bereich (Bewegung)
3 Verschiebung

Bild B.2 — Verlauf der Zugkraft T

41
EN 13155:2003 (D)

B.2.3 Akzeptanzkriterien

Der für die Berechnung eingesetzte Reibungsfaktor µ ist das Verhältnis zwischen Tr (mittlere horizontale
Zugkraft im stationären Bereich) und der vertikalen Kraft F.

Es sind mindestens 3 Versuche erforderlich, wobei als Reibungsfaktor der kleinste der drei gemessenen
Werte angesetzt wird.

B.3 Kein Gleiten der Last – Klemmung durch Reibung oder Eindringen

B.3.1 Bedingungen

Die maximal mögliche Kraft zum Halten der Last wird als Haltekraft bezeichnet. Sie wird wie folgt ermittelt:

T € S  1   2

Dabei ist

S Klemmkraft der Blechklemme

1 Reibungsfaktor zwischen Last und dem einen Klemmteil

2 Reibungsfaktor zwischen Last und dem anderen Klemmteil

P Werkstück

Die Haltekraft wird durch Berechnung ermittelt. Die Berechnung muss für die ungünstigste Greifweite
erfolgen.

Bild B.3 — Klemmkräfte

B.3.2 Akzeptanzkriterien

Die Haltekraft T zum Halten der Last muss der 2fachen zu haltenden Last entsprechen.

Diese Anforderung muss während des gesamten Hebevorganges erfüllt werden, unabhängig davon, ob die
Klemmkraft S über lastschließende (proportional zum Lastgewicht) oder mechanisch wirkende Einrichtungen
aufgebracht wird.

42
EN 13155:2003 (D)

B.4 Greifbereich von Blechklemmen

B.4.1 Bedingungen

Die Blechklemme ist mit einem Prüfblech zu prüfen, dessen Dicke dem unteren Greifbereich abzüglich des
Sicherheitsbereiches entspricht.

Beispiel: Klemme mit einem Greifbereich von 30 mm bis 60 mm, Versuch mit einem Blech der Dicke von
30 mm  10 %, d. h. 27 mm Dicke.

B.4.2 Vorgehensweise

Das Prüfblech ist senkrecht zu heben.

B.4.3 Akzeptanzkriterien

Das Prüfblech darf sich nicht von der Klemme lösen.

43
EN 13155:2003 (D)

Anhang C
(normativ)

Prüfverfahren für Vakuumheber

C.1 Prüfung der Druckanzeige

C.1.1 Bedingungen

Versuch zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Druckanzeige. Die Prüfanordnung muss so
ausgeführt sein, dass bei Vakuumverlust keine Gefährdungen auftreten.

C.1.2 Vorgehensweise

Durch Reduzierung des Vakuums im Vakuumsystem wird eine Situation simuliert, für die die Einrichtung
gefordert wird.

C.1.3 Akzeptanzkriterien

Die Druckanzeige muss das Abnehmen des Vakuums anzeigen. Der Arbeitsbereich und der Gefahrenbereich
müssen deutlich angegeben sein.

C.2 Prüfung der Undichtigkeitsanzeige

C.2.1 Bedingungen

Versuch zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Undichtigkeitsanzeige. Die Versuchsanordnung
muss so ausgeführt sein, dass bei Vakuumverlusten keine Gefährdungen auftreten.

C.2.2 Vorgehensweise

Durch Erzeugung einer Undichtigkeit unter den Saugtellern ist eine Situation zu simulieren, für die die
Einrichtung erforderlich ist. Die Größe der Undichtigkeit muss auf die vereinbarte, in der Betriebsanleitung
angegebene Mindest-Haltezeit abgestimmt sein.

C.2.3 Akzeptanzkriterien

Bei der Simulation des Fehlers muss die Einrichtung den Anforderungen aus 5.2.2.3 genügen.

C.3 Prüfung der Einsehbarkeit der Messeinrichtung bzw. der Anzeige

C.3.1 Bedingungen

Versuch zur Prüfung der Einsehbarkeit der Messeinrichtung bzw. der Anzeige.

44
EN 13155:2003 (D)

C.3.2 Vorgehensweise

Es ist zu prüfen, ob die Messeinrichtung oder die Anzeige von der normalen Bedienposition des Bedienperson
oder des Kranführers einsehbar ist. Sofern die Position des Kranführers nicht bekannt ist, muss in der
Betriebsanleitung die bestimmungsgemäße Position des Lastaufnahmemittels in Bezug zum Kranführer
angegeben sein.

C.3.3 Akzeptanzkriterien

Die Messeinrichtung bzw. die Anzeige können deutlich eingesehen werden.

C.4 Prüfung der Einrichtungen zum Ausgleich von Vakuumverlusten

C.4.1 Bedingungen

Der Versuch dient zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Einrichtungen zum Ausgleich von
Vakuumverlusten. Die Versuchsanordnung muss so ausgeführt sein, dass beim Abfallen der Last keine
Gefährdungen auftreten.

C.4.2 Vorgehensweise

Der Vakuumheber muss an jedem Saugteller mit der Tragfähigkeit beaufschlagt werden, die in der
Betriebsanleitung angegeben sein muss. Die Materialien und andere Randbedingungen (z. B.
Verschmutzung), müssen mit denen der in der Praxis zu handhabenden Lasten vergleichbar sein. Bei
selbstansaugenden Vakuumhebern und bei nicht selbstansaugenden Vakuumhebern (die Energieversorgung
muss unterbrochen werden), muss die Haltezeit gemessen oder extrapoliert werden.

C.4.3 Akzeptanzkriterien

Diese Zeit muss mindestens der in der Betriebsanleitung angegebenen Haltezeit entsprechen. Die Zeit muss
ausreichend lang sein, um es allen Personen zu ermöglichen, den Gefahrenbereich zu verlassen und den
Abschnitten 5.2.2.5 und 5.2.2.7 entsprechen.

C.5 Prüfung der Warneinrichtung

C.5.1 Bedingungen

Der Versuch dient zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Warneinrichtung, die das Erreichen der
Grenze des Arbeitsbereiches anzeigt.

C.5.2 Vorgehensweise

Mit dem Vakuumheber ist eine Last aufzunehmen und ein kleiner, nicht ausgeglichener Vakuumverlust im
Vakuumsystem ist hervorzurufen. Sobald die Grenze des Arbeitsbereiches erreicht ist, muss eine automatisch
wirkende Warneinrichtung wirksam werden.

C.5.3 Akzeptanzkriterien

Der Zeitpunkt, bei dem die Warneinrichtung wirksam wird, muss mit dem Erreichen der Grenze des
Arbeitsbereiches übereinstimmen.

Die Warneinrichtung ist optischer und/oder akustischer Art und muss für die Bedienungsperson leicht
sichtbar/hörbar sein.

45
EN 13155:2003 (D)

C.6 Prüfung des Rückschlagventils

C.6.1 Bedingungen

Der Versuch dient zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion des Rückschlagventils sowie seiner
Anordnung.

C.6.2 Vorgehensweise

Die Vakuumpumpe muss für eine gewisse Zeit betrieben werden, um mit Last ein Vakuum im Vakuumsystem
zu erzeugen. Nach dem Ausschalten der Vakuumpumpe muss durch Sichtprüfung festgestellt werden, ob
eine merkliche Abnahme des Vakuums auftritt.

C.6.3 Akzeptanzkriterien

Das Ventil muss den Anforderungen aus 5.2.2.5 entsprechen. Sofern keine merkliche Abnahme des Vakuums
auftritt, deutet dies auf ein luftdichtes Vakuumsystem hin einschließlich des Rückschlagventils.

C.7 Prüfung der Stellteile

C.7.1 Bedingungen

Eine Prüflast muss mit dem Vakuumsystem aufgenommen werden. Die Versuchsanordnung muss so
ausgeführt werden, dass bei Fehlfunktion der Stellteile keine Gefährdungen auftreten.

C.7.2 Vorgehensweise

Ein Baumuster jeder Art und jeder Größe muss geprüft und betätigt werden. Die Stellteile müssen in allen
möglichen, vom Hersteller vorgesehenen Kombinationen geprüft und betätigt werden. Darüber hinaus muss
der Ausfall der Energieversorgung simuliert werden, um festzustellen, ob hierdurch der Zustand des
Vakuumsystems verändert wird.

C.7.3 Akzeptanzkriterien

Das Vakuumhebesystem muss 5.2.2.9 entsprechen.

C.8 Prüfung der Warneinrichtung für den Ausfall der Energieversorgung

C.8.1 Bedingungen

Der Versuch dient zur Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion der automatischen Warneinrichtung. Der
Versuch wird im unbeladenen Zustand durchgeführt.

C.8.2 Vorgehensweise

Der Ausfall der Energieversorgung wird simuliert.

C.8.3 Akzeptanzkriterien

Bei Simulation des Ausfalls der Energieversorgung muss die Einrichtung 5.2.2.6 entsprechen.

46
EN 13155:2003 (D)

C.9 Prüfung der Position der Last

C.9.1 Bedingungen

Eine Versuchslast, die der Tragfähigkeit entspricht und vergleichbar ist mit den aufzunehmenden Lasten.

C.9.2 Vorgehensweise

Die Versuchslast muss angehoben und um den vorgesehenen Neigungswinkel plus 6° geneigt werden,
jedoch nicht über 90°.

Das Vakuum muss am Ende des Arbeitsbereiches bzw. am Anfang des Gefahrenbereiches sein.

C.9.3 Akzeptanzkriterien

Die Prüflast darf nicht abrutschen.

C.10 Prüfung der Haltekraft durch Berechnung

C.10.1 Vorgehensweise

Der Reibungsfaktor zwischen den Saugtellern und dem aufzunehmenden Material muss entsprechend C.11
ermittelt werden und die Komponenten der Haltekraft am Ende des Arbeitsbereiches müssen berechnet
werden.

Fa€  PS

Fa //  PS

P Vakuum in Pa

S  Si  Innere Gesamtfläche der Saugteller in m2

 Reibungsfaktor

C.10.2 Akzeptanzkriterien

Beide wirksamen Komponenten der Haltekraft müssen größer oder gleich dem 2fachen der entsprechenden
wirksamen Komponente der Tragfähigkeit sein.

Fa € PS  2WLL g cos 

Fa // € PS  2WLL g sin 

g Erdbeschleunigung in m/s2

WLL  Tragfähigkeit in kg

Die Berechnung muss für den maximalen Neigungswinkel plus 6° durchgeführt werden, außer bei
Vakuumhebern, deren Saugteller bestimmungsgemäß eine vertikale Position einnehmen.

47
EN 13155:2003 (D)

Durch obige Berechnungen werden die Komponenten der Haltekraft ermittelt. Um die Anforderung vollständig
zu erfüllen, müssen auch die aus der Schwerpunktslage der Last und der Geometrie der Vakuumheber
hervorgerufenen Momente berücksichtigt werden.

Bild C.1 — Haltekraft und wirksame Komponenten des Gewichtes der Tragfähigkeit

C.11 Bestimmung des Reibungsfaktors

C.11.1 Bedingungen

Die Prüfeinrichtung muss bestehen aus:

a) der Last oder einem Prüfstück, das der Last entspricht mit den in der Betriebsanleitung angegebenen
Grenzwerten;

b) dem mit einem System verbundenen Saugteller, das ein Vakuum erzeugen kann, das dem am Ende des
Arbeitsbereiches entspricht;

c) eine Kraftmesseinrichtung zur Ermittlung der zum Bewegen der Last erforderlichen Zugkraft.

Legende
1 Saugteller mit einem Vakuum, das dem am Ende des Arbeitsbereiches entspricht
2 Muster der Last
Tr Vertikale Zugkraft

Bild C.2 — Prüfapparat und aufgebrachte Kräfte

48
EN 13155:2003 (D)

Die tatsächlichen Umgebungsbedingungen, die für die Reibung von Bedeutung sind (z. B. Verölung oder
Feuchtigkeit), müssen nachgestellt werden.

C.11.2 Vorgehensweise

Ein Druckniveau entsprechend dem Ende des Arbeitsbereiches ist auf den Saugteller aufzubringen.

Zur Bewegung der Last ist eine vertikale Verschiebung durchzuführen. Die zum Verschieben der Last
erforderliche Zugkraft ist zu messen. Die erhaltene Kurve entspricht in der Regel dem folgenden Diagramm:

Legende
1 Übergangsbereich
2 stationärer Bereich
3 Verschiebung

Bild C.3 — Verlauf der Zugkraft T

C.11.3 Akzeptanzkriterien

Der für die Berechnung eingesetzte Reibungsfaktor µ ist das Verhältnis zwischen Tr (mittlere horizontale
Zugkraft im stationären Bereich) plus dem Gewicht des Musters der Last und der Saugkraft PS.

  Tr € m  g € / P  S

Dabei ist

m Eigengewicht des Musters der Last in kg

g Erdbeschleunigung in m/s2

Es sind mindestens 3 Versuche erforderlich, wobei als Reibungsfaktor der kleinste der 3 gemessenen Werte
anzusetzen ist.

49
EN 13155:2003 (D)

Anhang D
(normativ)

Prüfverfahren für Lasthebemagnete

D.1 Prüfung der Abreißkraft

D.1.1 Prüfung durch Zugversuch

D.1.1.1 Bedingungen (siehe Bild D.1):

a) Länge der Prüfplatte:

l 2 € l1  1,2 für Rechteckmagnete;

l 2 € d 1  1,1 für Rundmagnete.

b) Breite der Prüfplatte:

w2 € w1  1,2 für Rechteckmagnete;

w2 € d1  1,1 für Rundmagnete.

c) Dicke der Prüfplatte tmin mindestens gleich:

 dem halben Durchmesser des Mittelpoles bei Rundmagneten;

 der Breite des Mittelpoles bei dreipoligen Magneten;

 der doppelten Polbreite bei zweipoligen Magneten.

d) Form der Prüfplatte: Ebenheit kleiner als 0,1 mm/500 mm.

e) Material der Prüfplatte: Stahl mit geringem Kohlenstoffgehalt (wie z. B. S 235).

f) Man wählt einen der folgenden Werte für den Luftspalt, um die Abreißkraft zu ermitteln:

1) für Rundmagnete: kein Luftspalt, 1/300 oder 1/100 des Außendurchmessers;

2) für Rechteckmagnete: kein Luftspalt, 1/300 oder 1/100 der Polbreite.

Der gewählte Luftspalt muss mit der in der Betriebsanleitung angegebenen Verwendung des Magneten
übereinstimmen.

g) Die Speisespannung des Magneten muss der Nennspannung entsprechen.

h) Umgebungstemperaturbereich: von + 10 °C bis + 30 °C.

Alternativ kann der Hersteller die für eine spezielle Anwendung bestimmten Magnete unter Bedingungen
prüfen, die dem vorgesehenen Einsatz entsprechen.

50
EN 13155:2003 (D)

Es bedeuten:
d1 Poldurchmesser von Rundmagneten
d2 Durchmesser der Prüfplatte
l1 Länge der Pole bei Rechteckmagneten oder Bipolmagneten
w1 Breite der Pole bei Rechteckmagneten oder Bipolmagneten
l2 Länge der Prüfplatte
w2 Breite der Prüfplatte
t Dicke der Prüfplatte
1 Magnetpole
R Abreisskraft
2 Prüfplatte
 Luftspalt

Bild D.1 — Messanordnung für die Prüfung von Lasthebemagneten

D.1.1.2 Vorgehensweise

Der Magnet muss auf der Prüfplatte so angeordnet werden, dass alle Pole abgedeckt sind und dann die
zulässige Mindestspannung angelegt wird. Die Prüfkraft F ± 2 % muss stoßfrei und senkrecht zur Fläche
zwischen Magnet und Prüfplatte im Aufhängepunkt des Magneten aufgebracht werden.

D.1.1.3 Akzeptanzkriterien

Die Prüfkraft F muss die jeweilige in 5.2.3.2.1, 5.2.3.3.1, 5.2.3.4.1 oder 5.2.3.5.1 angegebene Abreißkraft
erreichen.

51
EN 13155:2003 (D)

D.1.2 Prüfung durch Messung des Magnetflusses und Berechnung

D.1.2.1 Bedingungen

Gleiche Bedingungen, wie in D.1.1 angegeben, nur immer ohne Spalt. Der Magnet muss direkt auf die Prüf-
platte aufgesetzt werden. Alternativ kann der Hersteller die für eine spezielle Anwendung bestimmten
Magnete unter Bedingungen prüfen, die dem vorgesehenen Einsatz entsprechen.

D.1.2.2 Vorgehensweise

Der Magnetfluss muss in der Kontaktfläche zwischen Magnet und Prüfplatte gemessen werden, bei Rund-
magneten und bei dreipoligen Magneten am mittleren Pol und bei Bipolmagneten an einem der Pole. Die Kraft
muss anhand des gemessenen Magnetflusses berechnet werden.

D.1.2.3 Akzeptanzkriterien

Die berechnete Kraft F erreicht die jeweilige in 5.2.3.2.1, 5.2.3.3.1, 5.2.3.4.1 oder 5.2.3.5.1 angegebene
Abreißkraft.

D.2 Prüfung der Stellteile

D.2.1 Bedingungen

Es ist eine Nennlast oder eine Prüfplatte zu beschaffen, an der der Magnet eingesetzt wird. Die
Prüfeinrichtung muss so ausgeführt sein, dass die Fehlfunktion eines Stellteils keine Gefährdung hervorruft.

D.2.2 Vorgehensweise

Ein Baumuster von Stellteilen jeder Art und jeder Größe muss in allen möglichen, vom Hersteller
vorgesehenen Kombinationen geprüft und betätigt werden.

D.2.3 Akzeptanzkriterien

Der Magnet entspricht jeweils 5.2.3.1.1 und 5.2.3.3.6.

D.3 Prüfung der Sicherheits- und Warneinrichtungen

D.3.1 Bedingungen

Der Versuch zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Sicherheits- und Warneinrichtungen muss
entweder nur auf die Steuerkreise und den Warneinrichtungen oder auf den gesamten Magneten bezogen
werden.

D.3.2 Vorgehensweise

Durch Reduzierung oder durch Abschalten der Energieversorgung ist der Fehler oder der Zustand, für den die
Einrichtung vorgesehen ist, zu simulieren.

D.3.3 Akzeptanzkriterien

Bei der Simulation des Fehlers oder Zustandes muss die Einrichtung den Anforderungen aus 5.2.3.2.2,
5.2.3.2.3, 5.2.3.3.2 und 5.2.3.3.3 entsprechen.

52
EN 13155:2003 (D)

D.4 Prüfung der Entladezeit der Batterien

D.4.1 Bedingungen

Die Versuche zur Prüfung der Entladezeit der Batterien müssen mit Batterien durchgeführt werden, die den
vom Magnethersteller angegebenen Mindestanforderungen bezüglich Kapazität und Ladezustand
entsprechen.

Der Magnet muss mit der in Verfahren D.1 vorgesehenen Prüfplatte geprüft werden. Alternativ kann der
Hersteller Magnete für spezielle Anwendungen mit einer Prüflast prüfen, die dem vorgesehenen Einsatz
entspricht.

D.4.2 Vorgehensweise

Der Magnet muss auf der Prüfplatte so angeordnet werden, dass alle Pole abgedeckt sind und dann
vollständig erregt werden. Die Prüfkraft F, die der Tragfähigkeit  2 % entspricht, muss stoßfrei und senkrecht
zur Fläche zwischen Magnet und Prüfplatte im Aufhängepunkt des Magneten aufgebracht werden. Der Fehler
oder der Zustand, auf den die Anforderung zutrifft, wird simuliert.

Ein Baumuster jeder Art und Größe des Magneten wird geprüft.

D.4.3 Akzeptanzkriterien

Der Magnet hält einer Prüfkraft F über die jeweils in 5.2.3.2.2 oder 5.2.3.3.3 angegebene Mindestzeit stand.

D.5 Prüfung der Anzeigeeinrichtungen

D.5.1 Bedingungen

Der Versuch zur Prüfung der Anzeigeeinrichtungen wird durch Anlegen der Nennspannung am/an den
Magnet(en) durchgeführt.

D.5.2 Vorgehensweise

Die Prüfung der Anzeigeneinrichtung muss gleichzeitig mit den Prüfungen D.2, D.3 und D.4 erfolgen.

D.5.3 Akzeptanzkriterien

Die Anzeigeeinrichtung muss die Magnetisierung anzeigen. Bei veränderlicher Leistungssteuerung muss die
Anzeigeeinrichtung entsprechend 5.2.3.2.4, 5.2.3.3.7 und 5.2.3.4.2 zwischen vollständiger und partieller
Magnetisierung unterscheiden.

D.6 Prüfung anderer mechanischer Sicherheitseinrichtungen

D.6.1 Bedingungen

Der oder die Magnet(e) und gegebenenfalls die damit verbundene Traverse müssen mit einer repräsentativen
Prüflast geprüft werden, die der maximalen Tragfähigkeit des (der) Magneten entspricht, und unter
Voraussetzungen, bei denen der Ausfall der Energieversorgung und der Einsatz der Sicherungseinrichtung
ohne Gefährdung simuliert werden kann.

53
EN 13155:2003 (D)

D.6.2 Vorgehensweise

Der/die Magnet(e) müssen auf die Last aufgesetzt und vollständig erregt werden. Die Last muss soweit
angehoben werden, dass die mechanische Sicherungseinrichtung eingelegt werden kann. Nach dem
Einlegen muss der Magnet abgeschaltet werden.

D.6.3 Akzeptanzkriterien

Nach dem Lösen von dem/den Magneten wird die Last durch die Sicherungseinrichtung gehalten,
entsprechend 5.2.3.3.5.

D.7 Prüfung, dass der Magnet für die vorgesehene(n) Last(en) geeignet ist

D.7.1 Vorgehensweise

Bei Magneten für spezielle Anwendungen, bei denen dem Hersteller die Eigenschaften der vorgesehenen
Last(en) bekannt sind, muss die Ausführung des Magneten oder der Magnete und ggf. der damit
verbundenen Traverse nochmals geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen aus
5.2.3.1.2 entspricht.

D.7.2 Akzeptanzkriterien

Die nochmalige Prüfung der Ausführung bestätigt, dass der Magnet 5.2.3.1.2 entspricht.

54
EN 13155:2003 (D)

Anhang E
(normativ)

Prüfverfahren für Traversen

E.1 Prüfung der Verriegelungs- oder Halteeinrichtungen durch Versuch

E.1.1 Bedingungen

Der Versuch muss entweder durch Neigen einer tatsächlichen Prüflast oder durch das Aufbringen einer mit
einer Versuchseinrichtung aufgebrachten statischen Kraft durchgeführt werden.

Legende
1 & 2 Traverse in unterschiedlichen Arbeitswinkeln
3 bewegliches Teil
4 maximaler Arbeitswinkel der Traverse plus 6°
5 maximaler Arbeitswinkel der Traverse
F Prüfkraft

Bild E.1 — Winkel im Zusammenhang mit der Prüfung von Traversen

E.1.2 Vorgehensweise

Das bewegliche Teil muss in seiner Position mit Hilfe seiner Verriegelungseinrichtung verriegelt werden und
für einen Zeitraum von mindestens 1 Minute stoßfrei einer Kraft F ausgesetzt werden, die dem zweifachen der
statischen Kraft entspricht, die bei einem um 6° größeren als den vom Hersteller vorgesehenen Winkel zum
Halten der Last erforderlich ist, siehe Bild E.1. Der Versuch muss in beide Richtungen um jede horizontale
Achse und um beide Achsen gleichzeitig für alle möglichen Verriegelungspositionen durchgeführt werden.
Sofern das bewegliche Teil keine festgelegten Positionen hat, jedoch die Verriegelung über Reibung erfolgt,
so muss der Versuch in den beiden Endstellungen und in einer mittleren Stellung durchgeführt werden.

Nach der Entlastung müssen das bewegliche Teil und seine Verriegelungseinrichtung auf Verformungen,
Risse oder andere Fehler hin geprüft werden.

E.1.3 Akzeptanzkriterien

Das bewegliche Teil und seine Verriegelungseinrichtung hält der Prüfkraft F ohne zu verrutschen, sich zu
verformen oder zu versagen stand und nach der Entlastung sind keine sichtbaren Fehler vorhanden und das
bewegliche Teil und seine Verriegelungseinrichtung sind frei beweglich.

55
EN 13155:2003 (D)

E.2 Prüfung der Verriegelungs- oder Halteeinrichtungen durch Berechnung


Die mechanischen Teile müssen entsprechend Anhang A.1 für den maximalen Neigungswinkel plus 6°
berechnet werden außer bei Traversen, die bestimmungsgemäß eine vertikale Position einnehmen.

Sofern die beweglichen Teile der Konstruktion durch Einrichtungen auf der Grundlage von Reibungskräften
gehalten werden (z. B. aufgrund eines Bremsmomentes), muss die Berechnung nachweisen, dass die
Reibungskraft mindestens der zweifachen Kraft entspricht, die aufgrund des Eigengewichtes der Teile und der
Tragfähigkeit beim vorgesehenen Neigungswinkel plus 6° auftritt, außer bei Traversen, die bestimmungs-
gemäß eine vertikale Position einnehmen.

56
EN 13155:2003 (D)

Anhang F
(normativ)

Prüfverfahren für Krangabeln

F.1 Prüfung der mechanischen Festigkeit der zusätzlichen formschlüssigen


Halteeinrichtung für Krangabeln in horizontaler Richtung

F.1.1 Bedingungen

Beim Versuch ist eine gleichmäßig verteilte Last, die der halben Tragfähigkeit entspricht, auf die um 90°
gekippte Krangabel aufzubringen.

F.1.2 Vorgehensweise

Das leere Lastaufnahmemittel ist zu kippen und so zu befestigen, dass die zusätzliche formschlüssige
Halteeinrichtung nur mit der Krangabel oder der Prüflast Verbindung hat und genügend Freiraum für
eventuelle Verformungen vorhanden ist. Eine Last, die der halben Tragfähigkeit entspricht, ist auf die untere
Seite der zusätzlichen formschlüssigen Halteeinrichtung aufzubringen. Der Versuch muss mindestens für die
2 ungünstigsten Richtungen durchgeführt werden.

F.1.3 Akzeptanzkriterien

Die zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung muss der Kraft standhalten, auch wenn hierbei bleibende
Verformungen auftreten.

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EN 13155:2003 (D)

Anhang G
(normativ)

Prüfverfahren für Klemmen

G.1 Bestimmung des Reibungsfaktors

G.1.1 Bedingungen

Die Prüfeinrichtung muss bestehen aus:

a) der Last oder einem Prüfstück aus einem Material, das dem der Last entspricht mit den in der
Betriebsanleitung angegebenen Grenzwerten (z. B. Härte des Materials);

b) einem Aufnehmer, der mit dem Klemmenwerkstoff bestückt ist, der die Last berührt;

c) die Form der Klemmbeläge muss nachgebildet werden (z. B. Zähne der Klemmteile).

Legende
1 Aufnehmer
2 Klemmbelag
3 Prüfkörper

Bild G.1 — Prüfeinrichtung und aufgebrachte Kräfte

Die tatsächlichen Umgebungsbedingungen, die für die Reibung von Bedeutung sind (z. B. Verölung oder
Feuchtigkeit), müssen nachgestellt werden.

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EN 13155:2003 (D)

G.1.2 Vorgehensweise

Eine vertikale Kraft F ist auf den Aufnehmer aufzubringen, die einen Druck zwischen 2 und 3 erzeugt, der dem
beim Anheben der Last auftretenden Mindestdruck zwischen Klemme und Last entspricht.

Eine horizontale Zugkraft T ist zwischen 1 + 2 und 3 aufzubringen, bis sich das Teil 1 + 2 bewegt. Der Verlauf
dieser Zugkraft folgt im Allgemeinen der im nachfolgend dargestellten Diagramm gezeigten Kurve.

Legende
1 Übergangsbereich
2 stationärer Bereich
3 Verschiebung

Bild G.2 — Verlauf der Zugkraft T

G.1.3 Akzeptanzkriterien

Der für die Berechnung eingesetzte Reibungsfaktor µ ist das Verhältnis zwischen Tr (mittlere horizontale
Zugkraft im stationären Bereich) und der vertikalen Kraft F. Es sind mindestens 3 Versuche erforderlich, wobei
als Reibungsfaktor der kleinste der 3 gemessenen Werte angesetzt wird.

G.2 Kein Gleiten der Last — Klemmung durch Reibung oder Eindringen

G.2.1 Bedingungen

Die maximal mögliche Kraft zum Halten der Last wird als Haltekraft bezeichnet. Sie wird wie folgt ermittelt:
T € S 1  2

Dabei ist

S Klemmkraft der Klemme

µ1 Reibungsfaktor zwischen Last und dem einen Klemmteil

µ2 Reibungsfaktor zwischen Last und dem anderen Klemmteil

P Werkstück

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EN 13155:2003 (D)

Die Haltekraft wird durch Berechnung ermittelt. Die Berechnung muss für die ungünstigste Greifweite
erfolgen.

Bild G.3 — Klemmkräfte

G.2.2 Akzeptanzkriterien

Die Haltekraft T zum Halten der Last muss der 2fachen zu haltenden Last entsprechen.

Diese Anforderung muss während des gesamten Transportvorganges erfüllt werden, unabhängig davon, ob
die Klemmkraft S über lastschließende (proportional zum Lastgewicht) oder mechanisch wirkende
Einrichtungen aufgebracht wird.

G.3 Prüfung der mechanischen Festigkeit der zusätzlichen formschlüssigen


Halteeinrichtung für Klemmen in horizontaler Richtung

G.3.1 Bedingungen

Beim Versuch wird eine gleichmäßig verteilte Last, die der halben Tragfähigkeit entspricht, auf das um 90°
gekippte Lastaufnahmemittel aufgebracht.

G.3.2 Vorgehensweise

Das leere Lastaufnahmemittel ist zu kippen und so zu befestigen, dass die zusätzliche formschlüssige
Halteeinrichtung nur mit der Klemme oder der Prüflast Verbindung hat und genügend Freiraum für eventuelle
Verformungen vorhanden ist. Eine Last, die der halben Tragfähigkeit entspricht, ist auf die untere Seite der
zusätzlichen formschlüssigen Halteeinrichtung aufzubringen. Der Versuch muss mindestens für die
2 ungünstigsten Richtungen durchgeführt werden.

G.3.3 Akzeptanzkriterien

Die zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung muss der Kraft standhalten, auch wenn hierbei bleibende
Verformungen auftreten.

G.4 Prüfung der mechanischen Festigkeit der zusätzlichen formschlüssigen


Halteeinrichtung für Klemmen in vertikaler Richtung

G.4.1 Bedingungen

Beim Versuch ist eine gleichmäßig verteilte Last, die der 2fachen Tragfähigkeit entspricht, aufzubringen.

60
EN 13155:2003 (D)

G.4.2 Vorgehensweise

Eine gleichmäßig verteilte Last, die der 2fachen Tragfähigkeit entspricht, ist auf die zusätzliche formschlüssige
Halteeinrichtung aufzubringen. Die Klemmeinrichtung muss in geöffneter Stellung festgesetzt werden. Die
zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung darf nur mit der Klemme oder der Prüflast Verbindung haben,
damit genügend Freiraum für eventuelle Verformungen vorhanden ist.

G.4.3 Akzeptanzkriterien

Die zusätzliche formschlüssige Halteeinrichtung muss der Kraft standhalten, auch wenn hierbei bleibende
Verformungen auftreten.

G.5 Greifbereich von Klemmen

G.5.1 Bedingungen

Die Klemme wird mit einer Prüflast geprüft, dessen Dicke dem unteren Greifbereich abzüglich des
Sicherheitsbereiches entspricht.

Beispiel: Klemme mit einem Greifbereich von 30 mm bis 60 mm, Versuch mit einer Platte der Dicke von
30 mm – 10 %, d. h. 27 mm Dicke.

G.5.2 Vorgehensweise

Die Prüflast ist senkrecht zu heben.

G.5.3 Akzeptanzkriterien

Die Prüflast darf sich nicht von der Klemme lösen.

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EN 13155:2003 (D)

Anhang H
(informativ)

Auswahl einer geeigneten Reihe von Krannormen für


eine bestimmte Anwendung

Gibt es in der folgenden Liste eine produktspezifische Norm?


prEN 13000:1997 Krane — Fahrzeugkrane.
prEN 14439:2002 Krane — Turmdrehkrane.
WI 00147031 Krane — Auslegerkrane.
WI 00147032 Krane — Brücken- und Portalkrane.
prEN 13852-1:2001 Krane — Offshore-Krane — Teil 1: Offshore-Krane für allgemeine Verwendung.
prEN 13852-2:2002 Krane — Offshore-Krane — Teil 2: Schwimmkrane
WI 001470042 Krane — Kraftgetriebene Winden und Hubwerke — Teil 1: Kraftgetriebene Winden.
prEN 14492-2:2002 Krane — Kraftgetriebene Winden und Hubwerke — Teil 2: Kraftgetriebene Hubwerke.
EN 12999:2002 Krane — Ladekrane.
prEN 13157:1998 Krane — Handbetriebene Krane.
prEN 13155:1998 Krane — Lose Lastaufnahmemittel.
prEN 14238:2001 Krane — Handgeführte Manipulatoren.

JA
Direkt anwenden, dazu die NEIN
Normen, auf die verwiesen wird

Die folgenden Normen anwenden:


WI 00147005 Krane — Terminologie.
prEN 13001-1:1997 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 1: Allgemeine Prinzipien und Anforderungen.
prEN 13001-2:1997 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 2: Lasteinwirkungen.
Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.1: Grenzzustände und Sicherheitsnachweise von
WI 00147008
Stahltragwerken.
WI 00147049 Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.2: Grenzzustände und Nachweise Drahtseile.
Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.3: Grenzzustände und Nachweise Laufrad/Schiene-Kontakt.
WI 00147051
Krane — Konstruktion allgemein — Teil 3.4: Grenzzustände und Nachweise für Maschinenbauteile
prEN 13135-1:1998 Krane — Ausrüstungen — Teil 1: Elektrotechnische Ausrüstungen.
prEN 13135-2:2001 Krane — Ausrüstungen — Teil 2: Nicht-elektrotechnische Ausrüstungen.
prEN 13557:1999 Krane — Stellteile und Steuerstände
EN 12077-2:1998 Krane Sicherheit — Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen — Teil 2: Begrenzungs- und
Anzeigeeinrichtungen.
prEN 13586:1999 Krane — Zugang.
prEN 14502-1:2002 Krane — Einrichtungen zum Heben von Personen — Teil 1: Hängende Personenaufnahmemittel.
WI 00147046 Krane — Einrichtungen zum Heben von Personen — Teil 2: Höhenverstellbare Steuerstände.
WI 00147048 Krane — Einrichtungen zum Heben von Personen — Teil 3: Spreader.
prEN 12644-1:1998 Krane — Informationen für die Nutzung und Prüfung — Teil 1: Betriebsanleitungen.
prEN 12644-2:1998 Krane — Informationen für die Nutzung und Prüfung — Teil 1: Kennzeichnung.

62
EN 13155:2003 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang dieser Europäischen Norm mit EU-Richtlinien

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet und unterstützt grundlegende
Sicherheitsanforderungen von EU-Richtlinien:

Maschinenrichtlinie 98/37/EG, geändert durch die Richtlinie 98/79/EG

Die Übereinstimmung mit dieser Norm ist eine der Möglichkeiten, die relevanten grundlegenden
Anforderungen der betreffenden Richtlinie zu erfüllen.

WARNHINWEIS: Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EU-Richtlinien zutreffen.

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EN 13155:2003 (D)

Literaturverzeichnis

[1] EN 1050:1996, Sicherheit von Maschinen — Prinzipien der Risikobeurteilung.

[2] FEM 1001:1998, Berechnungsgrundlagen für Krane.

ANMERKUNG FEM ist Fédération Européenne de la Manutention.

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