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Satzgefüge

Ein Satzgefüge ist ein komplexer Satz, der aus mindestens einem Hauptsatz und einem oder mehreren Nebensätzen (auch Gliedsätze genannt) gebildet wird. Da die Nebensätze dem Hauptsatz untergeordnet sind, handelt es sich um eine so genannte Hypotaxe. Der Hauptsatz ist innerhalb des Satzgefüges jener Teil oder jenes Satzstück, das keine Formmerkmale der Abhängigkeit trägt. Man kann die Nebensätze nach ihrem Satzgliedwert, ihrer Einleitung, dem Strukturtyp, der Position gegenüber dem übergeordneten Satz oder dem Grad der Abhängigkeit zum Hauptsatz klassifizieren.

dem Grad der Abhängigkeit zum Hauptsatz klassifizieren. Ein Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und einem

Ein Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz (= Gliedsatz). Die Gliedsätze unterteilt man in Relativsätze und Adverbialsätze.

· Adverbialsatz des Grundes (Kausalsatz)

(

warum?

wegen,

aus, weil, da, weshalb, warum, weswegen )

·

der

Bedingung (Konditionalsatz)

(

unter welcher Bedingung?

Im Falle, bei, wenn, falls, dann)

·

des

Zweckes/der Absicht (Finalsatz)

( wozu?

· der

(mit welcher Folge?

· der

(trotz welcher Hindernisse?

· der

(wie? In welcher Form? Auf welche Art und Weise?

· der

(wann?

· des

(wo?

zu,

für, damit, um

zu,

dazu, dafür)

dass,

Folge (Konsekutivsatz)

zu, so, dass, so

so dass

)

Einräumung (Konzessivsatz)

trotz,

Art und Weise (Modalsatz)

Zeit (Temporalsatz)

nach,

obwohl, obgleich, trotzdem, dennoch)

indem)

bis, seit, vor, während, nachdem, bevor, wenn, seit, danach, vorher, bisher)

Ortes (Lokalsatz)

in , vor, über, zwischen, wo, dort, da, hier)

Nebensatz

Nebensätze sind Teilsätze (siehe auch Satz), die in einem übergeordneten Teilsatz (sog. Matrixsatz) eingebunden sind und von ihm abhängen. Teilsätze lassen sich in Hauptsätze und Nebensätze unterteilen. Während im Deutschen in Hauptsätzen das Prädikat (die Satzaussage) oder bei mehrteiligen Prädikaten zumindest die finite Verbform (das konjugierte Verb) gewöhnlich an der zweiten Stelle im Satz steht (hinter dem ersten Satzglied (z. B. dem Subjekt (Satzgegenstand), einer Adverbialbestimmung oder dem Objekt (Liste nicht abschließend))(ausgenommen geschlossene Fragen und Aufforderungssätze), unterscheidet sich die Satzstellung im Nebensatz davon erheblich:

Dort findet man das Prädikat (die Satzaussage) grundsätzlich am Satzende. Wenn das Prädikat z. B. bei bestimmten Vergangenheitsformen oder im Futur (Zukunft) aus mehreren Teilen besteht, setzt man im Nebensatz dessen finites Verb in der Regel ans Ende (siehe aber auch Sonderfälle). Dabei befindet sich ein infinites Verb (Partizip oder Infinitiv) im Nebensatz (Infinitiv- und Partizipialsatz ausgenommen) direkt vor dem finiten Verb, wohingegen in Hauptsätzen infinite Verben oft am Satzende stehen. Teilsätze ohne finite Verbform (Infinitivsatz, Partizipialsatz) können ebenfalls zu den Nebensätzen gezählt werden. Da ein Nebensatz einen Matrixsatz voraussetzt, kann er im Gegensatz zu einem Hauptsatz nie alleine stehen. Nebensätze kann man weiter in Gliedsätze und Attributsätze unterteilen. Gliedsätze übernehmen im Matrixsatz die Funktion eines Satzglieds. Attributsätze übernehmen im Matrixsatz die Funktion eines Attributes; sie erweitern also ein dort bereits bestehendes Satzglied.

Kennzeichen des Nebensatzes:

Ein Nebensatz (NS) kann nicht alleine stehen, er ist vom Hauptsatz (HS) abhängig.

Der flektierte Teil des Prädikates steht im Deutschen an letzter Stelle.

Zu Beginn des NS steht meist eine Konjunktion (Einleitewort): wo, wer, dass, weil/da, ob, falls, wenn, als, bevor, nachdem, seitdem, während, obwohl, damit, sodass/so dass, bis usw.

Es kann aber auch ein Relativpronomen beim Beginn des NS stehen: der, die, das, dessen, deren, dem, den, denen, welcher, welche, welches, welchem, welchen.

Der NS ist vom HS aus erfragbar, jedoch nicht umgekehrt (Bsp.: „Wir wissen alle, dass er unschuldig ist“ – „Was wissen wir alle?“).

Zusammengesetzter (komplexer) Satz

Ein zusammengesetzter Satz (auch: komplexer Satz) ist ein Satz, in dem mehr als ein finites Verb vorkommt oder – mit anderen Worten – der aus einfachen Sätzen (Teilsätzen) zusammengesetzt ist. Sind die Teilsätze eines zusammengesetzten Satzes gleichgeordnet, so nennt man sie Hauptsätze und bezeichnet den Satz insgesamt auch als Satzreihe oder Parataxe.

Im Fall der Über- und Unterordnung bezeichnet man den komplexen Satz auch als Satzgefüge (auch Hypotaxe) und unterscheidet zwischen den Hauptsätzen (HS) und Nebensätzen (NS). Der Nebensatz ist der einem anderen inhaltlich untergeordnete Teilsatz – der etwa die Aussagen eines anderen Teilsatzes näher bestimmt. Der Teilsatz, der keinen anderen Teilsatz näher beschreibt, ist ein Hauptsatz. Von einem Nebensatz kann ein weiterer Nebensatz abhängen.

Beispiel: Ich ging spazieren (HS), da die Sonne scheinen sollte (NS 1), die jedoch ausblieb (NS 2).

Ein komplexer Satz mit Satzreihen und Satzgefügen nennt man auch Satzperiode. Sätze können mit Konjunktionen (syndetisch) oder ohne Konjunktionen (asyndetisch) miteinander verbunden werden.

Beispiel (syndetisch): Ich kam und sah und siegte. Beispiel ((auch) asyndetisch): Ich kam, sah und siegte.

Der Nebensatz ist (im Deutschen) formal in der Regel auch an der Stellung der gebeugten (finiten) Verbform erkennbar. Ein Teilsatz mit Einleitewort (Relativpronomen, Fragewort, unterordnende Konjunktion) und finiter Verbform am Ende ist ein Nebensatz. Steht die finite Verbform an zweiter Stelle, ist der Satz ein Aussagesatz. Die erste Stelle kann ein Satzglied oder ein Nebensatz besetzen. Steht die finite Verbform an erster Stelle, ist es ein Fragesatz ohne Fragewort oder ein Aufforderungssatz.

Adverbialsatz

Als Adverbialsatz wird ein Nebensatz bezeichnet, der eine adverbiale Bestimmung als Satzglied in einem Satz ersetzt bzw. in eine adverbiale Bestimmung umgeformt werden kann. Da er ein Satzglied ersetzen kann, ist er auch ein Gliedsatz.

Adverbialsätze stehen an der Stelle von Adverbialen Bestimmungen (Umstandsergänzungen), wie folgendes Beispiel erläutert:

Als es Abend wurde,

Beates Brief kam zurück, weil die Anschrift unvollständig war (der unvollständigen Adresse wegen).

Am Abend wurde es dunkel. Abends

Von Ausnahmen abgesehen (s. u.) wird ein Adverbialssatz durch eine unterordnende Konjunktion eingeleitet, und ist daher auch ein Konjunktionalsatz (oder: Konjunktionaler Gliedsatz). Unterordnende Konjunktionen werden auch als Subjunktionen bezeichnet.

Adverbialsätze nennt man auch Verhältnissätze.

Wie jeder Nebensatz ist auch ein Adverbialsatz Bestandteil eines Satzgefüges, hier bestehend aus einem Hauptsatz und mindestens einem Adverbialsatz.

Kausalsatz (Begründungssatz)

Frage: Warum

Angaben über: Grund, Begründung für etwas

Konjunktionen: weil, da (nicht örtlich) , denn

Beispiele:

?

Aus welchem Grund

?Aus

welcher Ursache

?

o

Wir müssen jetzt gehen, da wir einen Arzttermin haben.

o

Es wurde empfindlich kalt, weil die Heizung abgestellt werden musste.

o

Die Eisdiele musste im Winter schließen, weil keine Kunden mehr kamen.

o

Weil ich eine Erkältung hatte, konnte ich leider nicht am Sportfest teilnehmen.

o

Der Apfelbaum blüht, da wir ihn immer gegossen haben.

Konsekutivsatz (Folgesatz)

Frage: Mit welcher Folge?, Mit welcher Wirkung?

Angaben über: Folge

Konjunktionen: sodass, so (

Beispiele:

) dass, so

konnte, als dass

o

Ich mache meine Hausaufgaben, so dass ich eine gute Zensur bekomme.

o

Der Installateur kam schließlich um 9 Uhr am nächsten Morgen, sodass wir hoffen durften.

o

Er arbeitete lange, ohne dass er fertig wurde.

Modalsatz (Art und Weise)

Frage: Wie? Wodurch?

Angaben über: Art und Weise, Begleitumstände

Konjunktionen: dadurch dass, indem, (sogut, soweit, sofern)

Zu den Modalsätzen wird meistens auch der Komparativsatz gerechnet.

Beispiele:

o

Er wird stärker, indem er Krafttraining macht.

o

Indem er den Fußboden mit dem Hammer aufstemmte, legte er die Bruchstelle frei.

o

Er wird in der Technik besser, sofern er mehr übt.

Konditionalsatz (Bedingungssatz)

Frage: Unter welcher Bedingung?, Wann

Angaben über: Bedingung

Konjunktionen: wenn, falls, sofern

Beispiele:

?

o

Falls es regnet, verschieben wir den Ausflug.

o

Falls es schneit, trage ich eine Pelzjacke.

o

Wenn wir den Rohrbruch nicht bald finden, werden wir frieren müssen.

Konzessivsatz (Einräumungssatz, Gegengrundsatz)

Frage: Trotz wem?, Trotz welcher Gegengründe…? Welcher Gründe…? Trotz was

Angaben über: Einschränkung, unzureichenden Gegengrund

Konjunktionen: obgleich, obwohl, obschon, wenngleich, wenn auch

Beispiele:

?

o

Obwohl es regnet, schickt mich meine Mutter in den Garten.

o

Obwohl mir mein Bein weh tut, gehe ich zum Training.

o

Obwohl wir den Handwerker verständigt haben, müssen wir den Fehler zunächst einmal selbst suchen.

Adversativsatz (Gegenüberstellung)

Frage: Anstatt was? Im Gegensatz wozu?

Angaben über: Gegensatz

Konjunktionen: während, wo(hin)gegen, anstatt (dass)

Beispiele:

o Anstatt dass sie ihre Hausarbeiten macht, spielt sie im Garten Fußball.

o

Anstatt dass er den Bruch schweißte, setzte er ein neues Stück ein.

o

Anstatt die Gelder sinnvoll zu investieren, kauft sich Max Mustermann ein Auto.

Komparativsatz (Vergleichssatz)

Frage: Womit vergleichbar?

Angaben über: Vergleich

Konjunktionen: wie, als, als ob, je

Beispiele:

desto

o

Das Auto fährt so, als ob es nur drei Räder hätte.

o

Du zitterst, als ob du aufgeregt wärst.

Instrumentalsatz/Modalsatz (Mittel, Werkzeug)

Frage: Womit? Wodurch ?

Angabe über: Mittel, Werkzeug

Konjunktionen: indem, dadurch dass

Beispiele:

o

Wir setzten uns trotzdem in Sommersonnenlaune, indem wir ein großes Eis aßen.

o

So ist es ein gewaltiger Fehler zu glauben, den Konflikt lösen zu können, indem man negative Klischees durch positive ersetzt.

Finalsatz (Absicht, Zweck)

Frage:Wozu? Mit welcher Absicht?

Angabe über: Zweck

Konjunktionen: damit, dass, auf dass

Beispiele:

o

Ich lerne, damit ich gut in der Schule bin.

o

Der Fußball erhält einen Drall, dass der Torwart irritiert wird.

Attributsatz

Der Attributsatz ist ein Nebensatz, der die Funktion eines Attributs im übergeordneten Satz einnimmt. Er kann sich mit Ausnahme des Prädikats auf jedes Satzglied beziehen, auch auf den gesamten Hauptsatz. Wie in jedem anderem Nebensatz wird in einem Attributsatz im Deutschen die Satzstellung so verändert, dass das Prädikat die Endstellung einnimmt.

Im engeren Sinne entsprechen Attributsätze den Relativsätzen. Im weiteren Sinne gehören auch diejenigen Sätze zu den Attributsätzen, die nur der Form nach die Funktion eines Attributs im übergeordneten Satz übernehmen.

Attributsatz im weiteren Sinne

Ein Relativsatz wird mit einem Relativpronomen, einem Relativadverb oder einem Pronomialadverb eingeleitet; oder ist eine Partzipialkonstruktion. Der Form nach gehören ebenfalls die folgenden Sätze zu den Attributsätzen, sofern sie die Funktion eines Attributs einnehmen; sie können in Subjektsätze oder Objektsätze umgeformt werden:

(1) einige mit "dass" eingeleitete Sätze

(2) einige Infinitivkonstruktionen

(3) einige mit "ob" oder Fragewort eingeleitete Sätze der indirekten Rede

(4) einige nichteingeleitete Nebensätze

Nachweise

1. Vgl. Tugendhat/Wolf, Logisch-semantische Propädeutik (1983), S. 22: „die kleinste Verständigungseinheit“, womit eine Sprechhandlung vollzogen wird.

2. Volmert, Sprache und Sprechen, in: Volmert (Hrsg.), Grundkurs Sprachwissenschaft, 5. Aufl. (2005), ISBN 3-8252-1879-1, S. 25

3. Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, Tübingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 1

4. So Gadler, Praktische Linguistik, 3. Aufl. (1998), S. 107

5. Pelz, Linguistik (1996), zu 8.1, S. 147

6. Duden, Die Grammatik, 7. Aufl. (2005), ISBN 3-411-04047-5, Rn. 1163

7. Langemann/Felgentreu (Hrsg.), Duden, Basiswissen Schule: Deutsch, 2. Aufl. (2006), ISBN 3-411-71592-8, S. 130

8. So Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, Tübingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 1

9. Homberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000)/Satz

10. So (referierend und zweifelnd) Tugendhat/Wolf, Logisch-semantische Propädeutik (1983), S.

22

11. Nach Gadler, Praktische Linguistik, 3. Aufl. (1998), S. 109 muss ein einfacher Satz mindestens ein Subjekt und ein Prädikat enthalten, siehe aber unten zu Kurzformen

12. Vgl. Pospiech, Syntax, in: Volmert (Hrsg.), Grundkurs Sprachwissenschaft, 5. Aufl. (2005) ISBN 3-8252-1879-1, S. 119

13. Gadler, Praktische Linguistik, 3. Aufl. (1998), S. 109

14. Vgl. Kürschner, Grammatisches Kompendium, 4.Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 206 (mehr als ein Prädikatverb enthaltend)

15. Pospiech, Syntax, in: Volmert (Hrsg.), Grundkurs Sprachwissenschaft, 5. Aufl. (2005) [ISBN 3-8252-1879-1], S. 119

Literturverzeichniss

1. Duden

2. www.wikipedia.de