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Fassung

August 2005

Programm

RF-STANZ
Durchstanzen nach DIN 1045-88,
DIN 1045-01, EC2 und ÖNORM

Programm-
Beschreibung

Alle Rechte, auch das der Übersetzung,


vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung
der Ingenieur-Software Dlubal GmbH ist es nicht
gestattet, diese Programm-Beschreibung oder
Teile daraus auf jedwede Art zu vervielfältigen.

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Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


Inhalt

Inhalt Seite Inhalt Seite

1. Einleitung 5 4.2 Masken 67


1.1 Über RF-STANZ 5 4.3 Eingabemasken 68
1.2 Das Team 5 4.3.1 Maske „1.1 Geometrie“ 68

2. Installation von RF-STANZ 6 4.3.2 Maske „1.2 Material der Flächen“ 70

2.1 Installationsvorgang 6 4.3.3 Maske „1.3 Zusätzliche Öffnungen“ 73

3. Theoretische Grundlagen 9 4.3.4 Maske „1.4 Längsbewehrung“ 76

3.1 Ermitteln der Durchstanzlast 9 4.3.5 Maske „1.5 Durchstanzknoten-


Eigenschaften“ 77
3.1.1 Durchstanzlast aus einem Knotenlager 11
4.3.5.1 Bemessungsprogramm des
3.1.2 Durchstanzlast aus Knotenlasten 17 Dübelleistenherstellers DEHA-HALFEN 78
3.1.3 Durchstanzlast aus Stabnormalkräften 19 4.3.5.2 Detailtabelle zur Bemessung nach DIN
3.2 Durchstanznachweis nach den 1045-88 80
einzelnen Normen 21 4.3.5.3 Detailtabelle zur Bemessung nach DIN
3.2.1 Durchstanzen nach DIN 1045-88 21 1045-01 83

3.2.1.1 Ermittlung der Beanspruchung 21 4.3.5.4 Detailtabelle zur Bemessung nach EC2 88

3.2.1.2 Ermittlung der Beanspruchbarkeit 22 4.3.5.5 Detailtabelle zur Bemessung nach


ÖNORM 89
3.2.1.3 Durchstanznachweis bei beidseitigem
Lastangriff 25 4.4 Ergebnismasken 90

3.2.2 Durchstanzen nach DIN 1045-01 25 4.4.1 Maske „2.1 Nachweise“ 90

3.2.2.1 Nachweis der Mindestmomente 25 4.4.1.1 Maske 2.1 „Nachweise“ für DIN 1045-
88 91
3.2.2.2 Ermittlung der Beanspruchung VEd 34
4.4.1.2 Maske „2.1 Nachweise“ für DIN 1045-
3.2.2.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeiten 37 01 94
3.2.2.4 Programmablauf bei schräger 4.4.1.3 Maske „2.1 Nachweise“ für EC2 105
Durchstanzbewehrung 50
4.4.1.4 Maske „2.1 Nachweise“ für ÖNORM 111
3.2.2.5 Durchstanznachweis bei beidseitigem
Lastangriff 54 4.4.2 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“ 116

3.2.3 Durchstanzen nach EC2 55 4.4.2.1 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“


für DIN 1045-88 117
3.2.3.1 Nachweis der Mindestmomente 55
4.4.2.2 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“
3.2.3.2 Ermittlung der Beanspruchung 56 für DIN 1045-01 119
3.2.3.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeit 56 4.4.2.3 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“
für EC2 121
3.2.3.4 Durchstanznachweis bei beidseitigem
Lastangriff 60 4.4.3 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“
für ÖNORM 122
3.2.4 Durchstanzen nach ÖNORM 61
4.5 Pulldownmenüs 124
3.2.4.1 Nachweis der Mindestmomente 61
4.5.1 Datei 124
3.2.4.2 Ermittlung der Beanspruchung 62
4.5.2 Hilfe 126
3.2.4.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeit 62
5. Ergebnisauswertung 127
3.2.4.4 Durchstanznachweis bei beidseitigem
Lastangriff 65 5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM 127
4. Arbeiten mit RF-STANZ 66 5.1.1 Darstellung für DIN 1045-88 127
4.1 RF-STANZ starten 66 5.1.2 Darstellung für DIN 1045-01 132

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3
Inhalt

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5.1.3 Darstellung für EC2 136


5.2 Ausdrucken 137
6. Beispiele 142
6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN
1045-88 142
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN
1045-01 148
6.3 Beispiel 3: Innenstütze nach DIN
1045-01 bewehrt mit Schrägstäben 169
6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2 178
6.5 Beispiel 5: Innenstütze nach EC2
bewehrt mit Schrägstäben 185
A: Literatur 191
B: Beispiele 192

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1.1 Über RF-STANZ

1. Einleitung
1.1 Über RF-STANZ
Sehr verehrte Anwender von RF-STANZ,

Die Ing.-Software Dlubal GmbH erweitert mit dem Programm RF-STANZ nun ihre
umfassende RFEM-Familie um ein notwendiges Werkzeug für die Bemessung im
Stahlbetonbau. Die bereits bekannte Anwenderfreundlichkeit der RFEM-Familie bietet
gerade hier den großen Vorteil, die Bemessung mit den neuen Normen DIN 1045-01 und
EC2 schnell zu verinnerlichen und fehlerfrei anzuwenden.

Mit dem Modul RF-STANZ kann die Sicherheit gegen das Durchstanzen einer
Stahlbetonplatte durch punktuell eingeleiteten Lasten nach folgenden drei Normen
nachgewiesen werden:

- DIN 1045-88: 1988-07


- DIN 1045-01: 2001-07
- DIN V ENV 1992-1-1: 1992-06
- ÖNORM B 4700: 2001-06-01

Dabei kann die Längsbewehrung definiert und nachgewiesen oder ausgelegt werden. Die
erforderliche Durchstanzbewehrung wird gegebenenfalls quantitativ ermittelt. Die
Bemessungssoftware eines Dübelleistenherstellers (DEHA/Halfen) ist integriert.

Zögern Sie bitte nicht, Ihre Hinweis und Anregungen an uns weiterzuleiten.

Viel Spaß bei der Arbeit mit RF-STANZ wünscht Ihnen

Ihr Team von Ing.-Software Dlubal GmbH

1.2 Das Team


Folgende Personen waren an der Entwicklung von RF-STANZ beteiligt:

• Programmkoordinierung:
Dipl.-Ing. Georg Dlubal
Dipl.-Ing.(FH) Peter Konrad
• Programmierung:
Mgr. Jaroslav Krul
Dipl.-Ing.(FH) Peter Konrad
• Programmkontrolle:
Dipl.-Ing.(FH) Peter Konrad

• Handbuch und Hilfesystem:


Dipl.-Ing.(FH) Peter Konrad

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2.1 Installationsvorgang

2. Installation von RF-STANZ


Folgende Mindestvoraussetzungen sollten für die Nutzung von RFEM erfüllt sein:

Betriebssystem Windows NT 4.0 (ab SP3) / 2000 / XP,


• Prozessor mit 800 MHz,
• 128 Megabyte
• CD-ROM- und 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk für die Installation,
• 10 GByte Gesamtfestplattenkapazität, davon zirka 200 MByte für die Installation,
Grafikkarte mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel.

Mit Ausnahme des Betriebssystems sprechen wir aber bewusst keine Produktempfehlungen
aus, da RFEM und seine Zusatzmodule grundsätzlich auf allen Systemen laufen, die
vorgenannte Leistungsanforderungen erfüllen. Da RFEM in der Regel sehr rechenintensiv
genutzt werden, soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass in einem vernünftigen
Rahmen gilt: Je mehr desto besser!

Um effektiv mit RFEM zu arbeiten, empfehlen wir folgendes System:

Betriebssystem Windows 2000 oder XP


• AMD- oder Intel-Prozessor mit ca. 1,6 GHz
• 512 Megabyte Hauptspeicher
• Grafikkarte mit OpenGL-Hardwarebeschleunigung
• CD-ROM- und 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk
40 Gigabyte Festplattenkapazität

Wenn große Systeme bearbeitet werden, dann fallen sehr umfangreiche Datenmengen an.
Wenn der Hauptspeicher nicht mehr ausreicht, die Daten aufzunehmen, dann werden diese
auf die Festplatte ausgelagert. Das bremst den Rechner erheblich. Deswegen beschleunigt
ein Hauptspeicherausbau die Berechnung meist mehr als ein schnellerer Prozessor.

Von SMP-Systemen profitiert RFEM nur wenig.

2.1 Installationsvorgang
Die Programmfamilie RFEM wird auf CD geliefert. Auf dieser CD befindet sich nicht nur das
Hauptprogramm RFEM, sondern auch sämtliche zur Programmfamilie RFEM gehörenden
Zusatzprogramme, wie RF-STANZ. Es sind somit alle Programme auf der CD enthalten, die
mit RFEM zu tun haben.

Zur uneingeschränkten Lauffähigkeit der Programme als Vollversion gehören ein ent-
sprechender Hardlock, auch Dongle genannt, und eine passende Autorisierungsdiskette. Auf
dieser Autorisierungsdiskette sind die codierten Informationen ganz speziell und nur für
Ihre Zulassung(en) enthalten. Ein Hardlock ist ein Stecker, der an der Druckerschnittstelle
oder an einen USB-Anschluss Ihres Computers angebracht wird. Das Druckerkabel kann
dann am Hardlock befestigt werden. Die Arbeit des Druckers wird durch den Hardlock nicht
beeinflusst.

Man benötigt deshalb für jeden Hardlock die Autorisierungsdiskette. Auf dem Aufkleber der
Autorisierungsdiskette befindet sich ein Vermerk, zu welchem Hardlock beziehungsweise
welchen Hardlocks (bei Mehrfachlizenzen) diese Diskette gehört. Die Autorisierungsdiskette
kann beliebig oft kopiert werden. Sollte jedoch der Inhalt in irgendeiner Weise geändert
werden, so wird sie zur Autorisierung unbrauchbar. Erhalten Sie nach Erwerb des
Programms später eine neuere Version als Update, so kann in der Regel die frühere
Autorisierungsdiskette wieder verwendet werden. Wenn jedoch zusätzliche Programm-

6 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


2.1 Installationsvorgang

Module erworben wurden, dann erhalten Sie eine neue Autorisierungsdiskette. Die alte darf
dann nicht mehr verwendet werden.

Schließen Sie alle Anwendungen vor jedem Installationsvorgang. Bringen Sie, falls eine er-
worbene Vollversion installiert werden soll, jetzt den mitgelieferten Hardlock an eine be-
liebige Druckerschnittstelle des lokalen Computers an.

Beachten Sie unter Windows NT, Windows 2000 und Windows XP, dass Sie bei der
Installation als Administrator angemeldet sein müssen bzw. Administratorrechte besitzen
müssen.

Für die normale Arbeit mit RFEM reichen Benutzerrechte aus.

Lesen Sie zunächst die Informationen auf der Hülle der RFEM-CD. Dort finden Sie auf der
Rückseite eine komplette Installationsanweisung.

Legen Sie die RFEM-CD in Ihr CD-ROM-Laufwerk.


• Die Installationsroutine startet automatisch.
Klicken Sie im Eröffnungsbildschirm [RFEM installieren].

Bild 2.1

Folgen Sie den Anweisungen des Setup-Assistenten.

Wenn die Installation nicht selbständig startet, so ist bei Ihrem CD-ROM-Laufwerk die Auto-
play-Option deaktiviert. Doppelklicken Sie in diesem Fall zuerst mit der linken Maustaste
[Arbeitsplatz] auf dem Desktop und dann im Arbeitsplatz-Ordner das Symbol Ihres CD-
ROM-Laufwerkes, welches nach Einlegen der RFEM-CD das Aussehen des RFEM-Logos
angenommen hat. Im sich hierauf öffnenden CD-ROM-Ordner doppelklicken Sie
abschließend [setup.exe].

Sie können die Installation auch von einem beliebigen Laufwerk Ihres Computers oder eines
Netzwerkrechners aus starten. Kopieren Sie dazu den Inhalt der CD und eventuell auch den
Inhalt der Autorisierungsdiskette einfach in ein beliebiges Verzeichnis. Starten Sie dann vom
Zielrechner aus die ausführbare Datei [setup.exe]. Im weiteren Ablauf werden Sie keinen
Unterschied zur Installation von der Liefer-CD feststellen.

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2.1 Installationsvorgang

Auf der CD befindet sich außerdem das komplette Handbuch als PDF-Dokument. Zum An-
schauen und Drucken des Handbuches wird der Acrobat-Reader benötigt. Falls dieser auf
Ihrem System noch nicht installiert ist, können Sie die Installation mit der Staltfläche [Acro-
bat Reader installieren] starten. Durch einen Klick auf die Schaltfläche [RFEM-Handbuch]
wird das Handbuch im Acrobat-Reader geöffnet und kann hier angesehen und gedruckt
werden. Zu Erleichterung der Einarbeitung stehen auf der CD einige Videos zur Verfügung.
Zum Abspielen muss der Windows-Media-Player oder der Real-Player installiert sein.

Die Schaltfläche [Software-Informationen] öffnet ein PDF-Dokument mit den neusten


Informationen zur Software der Firma Dlubal.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

3. Theoretische Grundlagen
3.1 Ermitteln der Durchstanzlast
Mit dem Programm RF-STANZ soll nachgewiesen werden, dass eine Stahlbetonplatte dazu
in der Lage ist, mit oder ohne zur Hilfenahme einer Durchstanzbewehrung eine
konzentrierte Einzellast aufzunehmen. Für die einzelnen Bemessungsnorm (DIN 1045-88,
DIN 1045-01, EC-2, ÖNORm) können die Längsbewehrung und gegebenenfalls die
Durchstanzbewehrung unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit ausgelegt werden.

Diese konzentrierten Einzellasten können im Programm RFEM folgende Lasten sein:

• Auflagerkräfte von Knotenlagern


• Knotenlasten
• Normalkräfte in lotrecht an die Platte anschließenden Stäben

Beim Nachweis der Durchstanzsicherheit ist es von entscheidender Bedeutung, welches die
lastabgewandte bzw. lastzugewandte Seite ist, da hiervon abhängt, ob die Netzbewehrung
der Plattenunter- oder der Plattenoberseite zur Ermittlung der Durchstanzbeanspruchbarkeit
herangezogen wird. In RFEM wird jene Seite einer Platte als Plattenunterseite bezeichnet,
auf die die z-Achse des lokalen Plattenkoordinatensystems zeigt.

Lokales Plattenkoordinatensystem

Bei dieser dargestellten Ausrichtung des lokalen Plattenkoordinatensystems wird somit


folgende Plattenseite als Plattenoberseite bzw. Plattenunterseite bezeichnet.

Plattenoberseite und Plattenunterseite

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Wenn also in diesem Modul oder in einem anderem der RFEM-Familie von der
Plattenoberseite bzw. Plattenunterseite gesprochen wird, so ist die gemeinte Seite stets
durch einen Blick auf das lokale Plattenkoordinatensystem zu identifizieren.

Soll in RFEM die kraftschlüssige Verbindung zwischen einem Einzelauflager, einer Stütze
oder einer Einzellast modelliert werden, so ist dazu stets ein gemeinsamer Knoten zwischen
der konzentrierten Lasteinleitung und der Platte erforderlich. Somit lassen sich alle Stelle,
die eine konzentrierte Lasteinleitung erhalten, ganz einfach durch die Auswahl dieses
Knotens bestimmen. Nachdem der Ort der konzentrierten Lasteinleitung feststeht, müssen
noch ihre Richtung und ihre Größe bestimmt werden, um letztendlich die maßgebende
Durchstanzlast zu erhalten, die dann zum Nachweis an das Modul RF-STANZ übergeben
wird. Vorab sei erwähnt, dass es sich bei der maßgebenden zu untersuchenden
Durchstanzlast eines Lastfalls, einer Lastfallgruppe oder einer Lastfallkombination, um die
größte, senkrecht auf die Platte wirkende Einzellast handelt, die auf eine Seite der zu
untersuchenden Platte wirkt. Wichtig ist hierbei zu verstehen, dass nach der größten
Durchstanzlast pro Seite der Platte gesucht wird. Dies ist deshalb von Bedeutung, da es bei
allen Möglichkeiten der konzentrierten Lasteinleitung dazu kommen kann, das an einen
ausgewählten Knoten, die Vorzeichen der dort angreifenden Lasten wechseln. Wechselnde
Vorzeichen bedeutet, dass die Lasteinleitungsfläche tatsächlich einmal die Plattenoberseite
und dann wieder die Plattenunterseite ist, die eine Druckkraft erhält. Oder dass die Last
zwar stets an einer Plattenseite angreift, aber dort einmal eine Druckkraft und ein anderes
Mal eine Zugkraft ist. Eine Zugkraft wird durch eine entsprechende Bewehrung auf die
andere Seite der Platte geführt und von dort aus führt sie quasi einer Druckkraft gleich zur
Ausbildung des Druckstrebengewölbes. Führt die Ermittlung der Kräfte an einem Knoten
nun zu zwei maßgebenden Durchstanzlasten, von denen eine die Platte hin zur
Plattenunterseite durchstanzen möchte, während die andere ein Durchstanzen zur
Plattenoberseite verursachen würde, so sind quasi zwei getrennte Durchstanznachweise zu
führen. Welchen Einfluß die Ergebnisse aufeinander haben, soll nach der Vorstellung der
Nachweise der jeweiligen Norm etwas näher beleuchtet werden.

Zunächst soll jedoch die Ermittlung der pro Seite maßgebenden Durchstanzlast getrennt für
die verschiedenen Möglichkeiten der konzentrierten Lasteinleitung in RFEM vorgestellt
werden.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

3.1.1 Durchstanzlast aus einem Knotenlager


Wie ein Knotenlager an einem gemeinsamen Knoten mit der zu stützenden Platte zu
erzeugen ist, wird hier vorausgesetzt. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass jedes Auflager
ein eigenes Koordinatensystem (X',Y',Z') besitzt, dessen Orientierung über Größe und
Richtung der Auflagerkräfte entscheidet.

Dialog „Knotenlager bearbeiten“

Obige Darstellung erhält man, indem mit der rechten Maustaste auf eines der Knotenlager
geklickt und dann die entsprechende Auswahl getätig wird. Im Hintergrund ist das globale
Koordinatensystem dargestellt. Wird ein neues Knotenlager gesetzt, dann sind die Achsen
seines Auflagerkoordinatensystems richtungsindentisch mit den Achsen dieses globalen
Koordinatensystems. Jedoch kann die Ausrichtung der Achsen des Auflagerkoordinaten-
systems über denn Button „Edit“ beliebig verändert werden.

Dialog „Knotenlager bearbeiten“ – Veränderte Darstellung des Auflagers

Ist das Auflagerkoordinatensystem des Auflagers nicht gedreht, also noch


richtungsidentisch mit den globalen Koordinatensystem, so sind die globalen Auflagerkräfte
...

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Globale Auflagerkräfte

... und die lokalen Lagerkräfte identisch.

Lokale Auflagerkräfte

Dreht man jedoch das Auflagerkoordinatensystem, so verändern sich die lokalen


Lagerkräfte.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Lokale Auflagerkräfte bei gedrehtem Koordinatensystem

Die in der Tabelle ausgegebenen Lagerkräfte jedoch bleiben die gleichen, da es sich hierbei
stets um die globalen Lagerkräfte handelt.

Darstellung der globalen Lagerkräfte in der Tabelle

Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch zu verstehen, dass es sich in der Tabelle um
Lageraktionskräfte handelt. Lageraktionskräfte sind jene Kräfte, die von der Struktur auf das
Auflager gebracht werden. In der Grafik hingegen werden stets die Lagerreaktionskräfte,
also jene Kräfte, die das Auflager zur Aufnahme der Belastung entgegenbringen muß,
dargestellt. Die Lageraktionskräfte (Werte in der Tabelle) erhalten ein positives Vorzeichen,
wenn sie als globale Lageraktionskräfte in Richtung des globalen Koordinatensystems
orientiert sind. Die Lagerreaktionskräfte (dargestellt in der Grafik) haben stets ein positives
Vorzeichen, sind dafür jedoch auch immer in die Richtung orientiert, in die sie wirken. Um
dies zu verdeutlichen, werden die globalen Lagerreaktionskräfte, sowie die globalen
Lageraktionskräfte in der Tabelle bei umgedrehten Vorzeichen der Belastung dargestellt.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Globale Lagerreaktionskräfte bei negativer Belastung

Globale Lageraktionskräfte bei negativer Belastung

Welche Last wird nun dem Programm RF-STANZ nach Auswahl eines Knotens mit einem
Auflager und den zu bemessenden Lastfällen, Lastfallgruppen und Lastfallkombinationen
übergeben? Bei dieser Last handelt es sich stets um eine Lagerreaktionskraft.
Lagerreaktionskräfte sind in RFEM nicht tabellarisch gegeben, sondern können nur in der
Grafik als grüner Pfeil dargestellt betrachtet werden. Verlaufen die Achsen des lokalen
Plattenkoordinatensystems in die gleiche Richtung wie die Achsen des globalen
Koordinatensystems, dann entspricht die übergebene Durchstanzlast der globalen
Lagerreaktionskraft in z-Richtung des globalen Koordinatensystems. Im folgenden mit
Belastung dargestelltem System erhält das Modul RF-STANZ eine maßgebende
Durchstanzlast Q = 18.75 kN. Die lastabgewandte Seite ist die Plattenoberseite.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Maßgebende Durchstanzlast, Auflagerkoordinatensystem gleich globalem Koordinatensystem

Bei umgekehrten Vorzeichen der Belastung wird dem Modul RF-STANZ ebenfalls eine
maßgebende Durchstanzlast von Q = 18.75 kN übergeben. Die lastabgewandte Seite ist
jedoch die Plattenoberseite.

Maßgebende Durchstanzlast, negative Belastung

Besteht zwischen den Achsen dieser beiden Koordinatensysteme (gobales und


Auflagerkoordinatensystem) keine Parallelität, aber jedoch zwischen den Achsen des
Auflagerkoordinatensystems und den Achsen des lokalen Plattenkoordinatensystems, so
handelt es sich bei der übergebenen Durchstanzlast um die lokale Lagerreaktionskraft in Z-
Richtung des Auflagerkoordinatensystems. Im folgenden mit Belastung dargestelltem
System erhält das Modul RF-STANZ eine maßgebende Durchstanzlast Q = 18.15 kN für das
rechte fordere Auflager. Die lastabgewandte Seite ist die Plattenoberseite.

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Maßgebende Durchstanzlast, Auflagerkoordinatensystem gleich lokalem Koordinatensystem

Diese beiden Fälle, nämlich dass entweder die Achsen des globalen oder des
Auflagerkoordinatensystems parallel mit den Achsen des Plattenkoordinatensystems sind,
wird bei der täglichen Arbeit mit RFEM einen Großteil der zu untersuchenden Fälle
ausmachen. Der Vorteil hiervon ist, dass die Durchstanzlast bereits in RFEM selber
betrachtet werden kann oder dabei ganz leicht aus ihrer Orientierung ersichtlich wird,
welches die lastabgewandte und welches die lastzugewandte Seite der Platte ist. So ist
beispielsweise die Plattenunterseite die lastzugewandte Seite, wenn der dargestellte Pfeil für
die Lagerreaktionskraft in die entgegengesetzte Richtung wie die z-Achse des lokalen
Plattenkoordinatensystems zeigt.

Wie wird jedoch die maßgebende Durchstanzlast ermittelt, wenn die Parallelität zwischen
den Koordinatensystemen nicht gegeben ist? In solchen Fällen werden die Werte der
globalen Lageraktionskräfte, die in der Tabelle gegeben sind, genommen und zunächst mal
deren Vorzeichen vertauscht, um die Lagerreaktionskräfte zu erhalten. Anschließend werden
sie in Richtung des lokalen Plattenkoordinatensystems transformiert, weil als Durchstanzlast
nur jener Kraftanteil zu berücksichtigen ist, der senkrecht auf der Platte steht. Nachdem
man so die am lokalen Plattenkoordinatensystem orientierten Lagerreaktionskräfte hat,
kann an Hand des Vorzeichens der Last in z-Richtung entschieden werden, welches die
lastzugewandte und welches die lastabgewandte Seite der Platte ist. Lastzugewandt ist
dann die Plattenunterseite, wenn der Vektor der transformierten Lagerreaktionskraft in z-
Richtung in entgegengesetzte Richtung wie der Vektor der z-Achse des lokalen
Plattenkoordinatenssystems zeigt. Im folgenden mit Belastung dargestelltem System erhält
das Modul RF-STANZ eine maßgebende Durchstanzlast Q = 18.11 kN für das rechte fordere
Auflager. Die lastabgewandte Seite ist die Plattenoberseite.

16 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Maßgebende Durchstanzlast, Auflagerkoordinatensystem nicht gleich lokalem Koordinatensystem

Die maßgebende Durchstanzlast von 18.11 kN hat sich bei einer Neigung der Ebene von 15°
ermittelt zu:

Qmaß = Q global ⋅ cos15° = 18.75 ⋅ cos15° = 18.11 kN


Lastfälle bzw. Lastfallgruppen führen zu einer Auflagerkraft, während bei Auswahl von
Lastkombinationen jeweils für jede Auflagerschnittgröße der maximale und minimale Wert
bestimmt wird. Sofern einer der beiden nicht Null ist und sie zudem unterschiedliche
Vorzeichen haben, findet dann mit diesem maximalen bzw. minimalen Wert der
Durchstanznachweis statt (sh. Nachweis nach den einzelnen Normen).

3.1.2 Durchstanzlast aus Knotenlasten


Knotenlasten sind Einzellasten an einem zuvor erzeugten Knoten, der innerhalb der auf
Durchstanzen zu untersuchenden Fläche liegt.

Knotenlast

Die Richtung und Positivdefinition einer Knotenlast wird wieder mit Hilfe des globalen
Koordinatensystems definiert. Demzufolge ist eine Knotenlast dann positiv, wenn sie in
Richtung einer der Achsen des globalen Koordinatensystems geht. Ist das lokale

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3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Plattenkoordinatensystem nicht richtungsidentisch mit dem globalen Koordinatensystem, so


gilt für Knotenlasten das gleiche wie für die Auflagerreaktionskräfte: Von den einzelnen
Knotenlasten in Richtung des globalen Koordinatensystems ist jener Kraftanteil zu
bestimmen, dessen Vektor parallel zur Z-Achse des lokalen Plattenkoordinatensystems läuft.
Diese Kraftanteile aus den Kräften in die jeweiligen Achsen des globalen
Koordinatensystems sind dann aufzuaddieren, um die Durchstanzlast zu erhalten.

Angemerkt muss hierzu noch werden, dass es möglich ist, innerhalb eines Lastfalles am
gleichen Knoten mehrere Knotenlasten zu definieren.

Mehrere Knotenlasten am gleichen Knoten

In solchen Fällen wird zunächst die Summe der Knotenlasten gebildet, die parallel zu einer
der Achsen des globalen Koordinatensystems verlaufen, und anschließend findet mit dieser
Summe die Transformation in Richtung der Z-Achse des lokalen Plattenkoordinatensystems
statt. Werden im Programm selber mehrere Lastfälle (LF) zur Bemessung ausgewählt, dann
werden diejenigen beiden Lastfälle bestimmt, deren Summe der Knotenlast in Z-Richtung
des lokalen Plattenkoordinatensystems einmal zur größten Durchstanzlast in Richtung der
Plattenunterseite und einmal zur größten Durchstanzlast in Richtung der Plattenoberseite
führen.

Wie wird im Programm nun die maßgebende Durchstanzlast aus einer Lastfallkombination
(LK) bzw. einer Lastfallgruppe (LG) bestimmt? Einfacher ist dies zunächst für die
Lastfallgruppe zu verstehen. Durch eine Lastfallgruppe werden ausschließlich Lastfälle unter
Berücksichtigung der für jeden Lastfall definierten Faktoren zusammenaddiert, für die dann
die Schnittgrößen ermittelt werden. Im Falle einer Knotenlast bedeutet dies nun nichts
anderes, dass auch hier die resultierenden Knotenlasten der einzelnen Lastfälle unter
Berücksichtigung der, in der Gruppenbildung definierten, Faktoren addiert werden. Eine
Kombination hingegen unterscheidet sich schon alleine dadurch von der Gruppe, dass die
einzelnen Elemente nicht ausschließlich Lastfälle sein müssen, sondern Gruppen bzw.
weitere Kombinationen sein können. Zudem ist neben der Verknüpfung mit „und“ eine
Verküpfung mit „oder“ möglich. Darüber hinaus wird bei einer Kombination die, bereits
beim Anlegen des Lastfalls definierte, Überlagerungsart berücksichtigt. Ein weiterer
wesentlicher Unterschied jedoch ist, dass die Belastung nicht kombiniert wird, um dann die
Summe von Belastungen für die Ermittlung von Schnittgrößen zu erhalten, sondern dass die
Schnittgrößen selber kombiniert werden. Sieht man einen statischen Nachweis so, dass aus
einer Belastung zunächst Schnittgrößen ermittelt werden, mit denen dann ein Bauteil zu
bemessen ist, dann erübrigt sich für den Durchstanznachweis der Schritt, dass aus einer
Belastung zunächst Schnittgrößen zu ermitteln sind, da die Belastung identisch mit der
Schnittgröße ist. Deshalb werden zur Ermittlung der maßgebenden Durchstanzlast pro
Plattenseite die ermittelten maßgebenden Durchstanzlasten aus den Lastfällen, den
Lastfallgruppen und Lastfallkombinationen dieser Kombination bestimmt.

18 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

3.1.3 Durchstanzlast aus Stabnormalkräften


Die maßgebende Durchstanzlast ermittelt sich bei einem an eine Platte über einen
gemeinsamen Knoten angeschlossenen Stab aus der in ihm vorherrschenden Normalkraft.

Normalkraft im Stab

Als Druckkraft wird diese Normalkraft in RFEM rot dargestellt. Ihr Wert erhält ein negatives
Vorzeichen. Die Vorzeichen und die Richtung aller Schnittgrößen werden durch das lokale
Stabkoordinatensystem des anschließenden Stabes definiert. Schließt die Stütze an der
Plattenunterseite an und erhält sie eine Druckkraft, so geht die Durchstanzwirkung in
Richtung der Plattenoberseite. Bei gleicher Anschlussseite, jedoch Zugkraft in der Stütze,
geht die Durchstanzwirkung in Richtung der Plattenunterseite. Der in der Praxis häufig
vorkommende Fall, dass eine Stütze über mehrere Stockwerke geht, soll hier ebenfalls
betrachtet werden.

Maßgebende Durchstanzlast bei richtungsidentischer Stütze an Plattenober- und Unterseite

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19
3.1 Ermitteln der Durchstanzlast

Herrschen in beiden Stützen im gleichen Lastfall bzw. Lastfallgruppe Druckkräfte vor, so


heben sich diese in ihrer durchstanzenden Wirkung teilweise auf. Es wird deshalb nur die
Differenzkraft als maßgebende Durchstanzlast angenommen. Die Richtung der
durchstanzenden Wirkung wird dadurch entschieden, an welcher Plattenseite die Stütze mit
der betragsmäßig größeren Stützennormalkräften angreift. In Richtung der Plattenseite, die
der Anschlussseite dieser Stütze gegenüber liegt, wird dann die Durchstanzrichtung
angenommen.

Bei verschiedenen Vorzeichen der Stützennormalkräfte werden die Kräfte betragsmäßig


addiert. Die Richtung ergibt sich wieder aus dem Vorzeichen und der Anschlussstelle der
einzelnen Stützen.

Maßgebende Durchstanzlast bei verschiedenen Vorzeichen in den anschließenden Stützen

Das bisher zu Gesagte gilt uneingeschränkt, sofern die Normalkräfte in den Stützen aus den
gleichen Lastfällen bzw. Lastfallgruppen stammen. Sind die Schnittgrößen jedoch mit Hilfe
einer Lastfallkombination ermittelt worden, so können die Summe bzw. die Differenz der
Normalkräfte in den Stützen benachbarter Stockwerke eigentlich nur dann gebildet werden,
wenn sie aus den gleichen LF, LG oder LK stammen. Jedoch ist es programmtechnisch zur
Zeit noch nicht möglich zu dokumentieren, welche LF, LG bzw LK zu den maximalen bzw.
minimalen Schnittgrößen geführt haben. Es bleiben deshalb nur folgende Möglichkeiten.
Entweder könnte ausgeschlossen werden, dass Kombinationen zur Bemessung auswählbar
sind oder es könnte dennoch die mit den maximalen bzw. minimalen Normalkräften der
beiden Stützen gearbeitet werden, obwohl diese nicht bei der selben gleichzeitig wirkenden
Belastung auftritt, weil RFEM zu ihrer Ermittlung andere LF, LG bzw. LK als maßgebend
miteinander kombiniert.

Gewählt wurde die zweite Variante, da Kombinationen eine wesentliche Rolle spielen und
da diese Vorgehensweise auf der sicheren Seite liegt, allerdings zu dem Preis einer
unwirtschaftlichen Lösung.

Im weiteren werden die Besonderheiten bei der Bemessung nach den einzelnen Normen
vorgestellt.

20 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

3.2 Durchstanznachweis nach


den einzelnen Normen

3.2.1 Durchstanzen nach DIN 1045-88


Im Gegensatz zur DIN 1045-01 und dem EC2 ist beim Durchstanznachweis gemäß DIN
1045-88 nur einer Beanspruchung eine Beanspruchbarkeit gegenüber zu stellen. Bei der
Beanspruchung handelt es sich um die rechnerische Schubspannung τr. Die
Beanspruchbarkeit ist die jeweilige Schubspannungsgrenze mal einem Beiwert, der von der
eingelegten Längsbewehrung abhängt. Abhängig davon, ob der Benutzer es zugelassen
hat, dass eine Durchstanzbewehrung verwendet wird, sieht der Nachweis folgendermaßen
aus.

Ohne Durchstanzbewehrung:

τ r ≤ χ 1 ⋅ τ 01
Mit Durchstanzbewehrung:

τ r ≤ χ 2 ⋅ τ 02

3.2.1.1 Ermittlung der Beanspruchung


Die rechnerische Schubspannung τr ermittelt sich gemäß DIN 1045-88 Abs. 22.5.1.1 (1)
nach folgender Formel.

max Qr
τr =
u ⋅ hm
mit:

max QR = Q − A ⋅ q ⋅ Anteil
max QR = Größte Querkraft innerhalb des Rundschnittes

Q = Durchstanzlast

A = Fläche des Rundschnittes

q = Gleichflächenlast über den Rundschnitt verteilt

Anteil = Abzugsfähiger Gleichflächenlastanteil

u = u0 für Innenstützen

= 0.6u0 für Randstützen

= 0.3u0 für Eckstützen

u0 = Umfang des um die Stütze geführten Rundschnittes mit dem Umfang dr

dr = dst + hm

dst = Durchmesser bei Rundstützen

= 1.13 a ⋅ b bei rechteckigen Stützen mit den Längenausdehnungen a


und b. Dabei darf für die größere Seitenlänge nicht mehr als der 1.5fache
Betrag er kleineren in Rechnung gestellt werden.
hm = Mittlere Nutzhöhe der Platte im betrachteten Rundschnitt

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


21
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Dem Absatz 22.5.1.1 ist unter (2) zu entnehmen, dass, sobald der Abstand einer Stütze zum
Plattenrand mindestens die Hälfte des Abstandes zur nächsten innenliegenden Stütze
beträgt, bei der Berechnung von τr der gleiche Umfang u0 wie für innenliegende Stützen
verwendet werden kann.

Zur Berücksichtigung einer nicht rotationssymmetrischen Biegebeanspruchung der Platte


bei Rand- und Eckstützen wird gemäß Absatz 22.5.1.1 (3) die rechnerische Schubspannung
um 40% erhöht.

Wird eine Stützenkopfverstärkung ausgebildet, deren Länge ls<=hs (bei rechteckiger


Stützenkopfverstärkung) oder deren Verjüngung größer 45° (bei konischer
Stützenkopfverstärkung) ist, so ist ein Nachweis der Sicherheit gegen Durchstanzen im
Bereich der Verstärkung nicht erforderlich.

Die rechnerische Schubspannung τr ist außerhalb der Stützenkopfverstärkung mit dem


Durchmesser dra zu ermitteln. Er bestimmt sich nach folgender Formel:

d ra = d st + 2 ⋅ l s + hm
Auch bei flacher geneigten Stützenkopfverstärkungen (< 45°) oder bei
Stützenkopfverstärkungen bei denen ls>hs ist, darf die Stützenkopfstärkung gemäß Absatz
22.5.1.1 (2) mit berücksichtigt werden, sofern gilt: ls <= 1.5(hm + hs).

Ist ls größer als 1.5(hm + hs), so sind zweierlei Durchstanznachweise zu führen. Der erste
geht von einer Lastausbreitung von der Stelle aus, wo die Stütze in die
Stützenkopfverstärkung übergeht. Beim zweiten Nachweis beginnt die Lastausbreitung am
Ende des Stützenkopfes. Stützenköpfe werden in der zweiten Version des Programms für
alle vier Normen möglich sein.

3.2.1.2 Ermittlung der Beanspruchbarkeit


Die Beanspruchbarkeit setzt sich aus den Grenzen der Grundwerte der Schubspannung τ01
bzw. τ02 und den Beiwerten ξ1 bzw. ξ2 zusammen. Die Grenzen der Grundwerte der
Schubspannung sind der Tabelle 13 der DIN 1045-88 zu entnehmen.

Grenzen der Grundwerte der Schubspannung τ0 in N/mm² für die


Zeile Bezeichnung Festigkeitsklassen des Betons
B 15 B 25 B 35 B 45 B 55
1a τ011 0,25 0,35 0,40 0,50 0,55
1b τ011 0,35 0,50 0,60 0,70 0,80
2 τ02 1,20 1,80 2,40 2,70 3,00

Die Werte der Zeile 1a sind bei gestaffelter, d.h. teilweise im Zugbereich verankerter
Feldbewehrung zu verwenden.

22 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Die Beiwerte ξ1 bzw. ξ2 ermitteln sich wie folgt.

χ 1 = 1,3 ⋅ α s ⋅ µ g

χ 2 = 0,45 ⋅ α s ⋅ µ g (µg ist in % einzusetzen)

Mit:

αs = 1,3 für Betonstabstahl III S

= 1,4 für Betonstahl IV S und Betonstahlmatten IV M

µg = Vorhandener Bewehrungsgrad

as
=
hm

β WN
≤ 25
βS

≤ 1.5%
as = das Mittel der Bewehrungen pro Meter, die sich über der Stütze kreuzen.

Die DIN 1045 geht wieder von zwei aufeinander senkrecht stehenden
Bewehrungsbahnen aus. Bei drei Bewehrungsbahnen oder zwei, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, wird im Programm ebenfalls das arithmetische
Mittel gebildet.

hm = Mittlere statische Höhe

Für die DIN 1045-88 soll der Programmablauf durch einen Programmablaufplan verdeutlicht
werden.

Programmablaufplan: Programmbeginn - I

Der erste Teil des Programmablaufs sieht so aus, dass zunächst festgestellt wird, ob
Schubbereich 1 vorliegt. In diesem Bereich ist keine Schubbewehrung erforderlich (linker
Strang). Liegt nicht Schubbereich 1 vor, so teilt sich der Programmablauf je nachdem, ob
die Längsbewehrung veränderbar ist oder nicht. Ist die Längsbewehrung veränderbar, so
wird versucht diese so weit zu erhöhen bis die Schubtragfähigkeit des Schubbereichs 1
größer ist als die rechnerisch aufzunehmende Schubspannung. Damit kann eine
Durchstanzbewehrung umgangen werden. Ist die Längsbewehrung jedoch definiert worden

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


23
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

und somit nicht durch das Programm veränderbar, dann wird zunächst kontrolliert, ob eine
Durchstanzbewehrung laut Benutzervorgabe zulässig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so
wird das Programm hier beendet.

Programmablaufplan: I - Programmende

Der linke Strang im restlichen Programmablaufplan zeigt den Programmablauf im


Schubbereich 1. War es möglich, die Längsbewehrung so weit auszulegen, dass die
aufnehmbare Schubspannung im Schubbereich 1 größer wurde als die rechnerisch
aufzunehmende Schubspannung, so wird auch für diesen mittleren Strang das Programm
erfolgreich beendet. Ansonsten wird abgefragt, ob eine Durchstanzbewehrung laut
Benutzervorgabe zulässig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird das Programm mit der
Fehlermeldung verlassen, dass eine Durchstanzbewehrung erforderlich ist. Ist sie jedoch laut
Benutzervorgabe zulässig, so muss die Längsbewehrung so weit verändert werden, damit
die aufnehmbare Schubspannung im Schubbereich 2 kleiner als die rechnerisch
aufzunehmende Schubspannung ist. Auch hier wird wieder kontrolliert, ob der
Höchstbewehrungsgrad nicht überschritten wurde. Ist dies der Fall, so teilt die
entsprechende Fehlermeldung mit, dass der Durchstanznachweis nicht zu führen ist. Auch
für die definierte Längsbewehrung entscheidet ein Vergleich zwischen aufnehmbarer
Schubspannung im Schubbereich 2 und rechnerisch aufzunehmender Schubspannung, ob
das Programm auf Grund zu geringer Längsbewehrung beendet wird oder die erforderliche
Durchstanzbewehrung ermittelt werden kann. Dazu ist zunächst einmal der
Bemessungswert QR zur Ermittlung des erforderlichen Schubspannungsquerschnitt erf Asbü
zu bestimmen. Der Bemessungswert QR bestimmt sich gemäß DIN 1045-88 Abs. 22.5.2 (3)
nach folgender Formel.

QR = 0,75 ⋅ max QR

Dabei ist max QR die zu übertragende Querkraft, die sich ermittelt aus der
Stützennormalkraft weniger der entgegengesetzt gerichteten Gleichflächenlast innerhalb
des Durchstanzkegels.

24 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Den erforderlichen Durchstanzbewehrungsquerschnitt erhält man dann auf folgende Weise.

QR
erf Asbü =
σs
γ
Mit:

σs = Streckgrenze des verwendeten Stahls

= 50 kN/cm² (BSt 500)

= 42 kN/cm² (BSt 420)

γ = Sicherheitsbeiwert

= 1.75

Auch die Durchstanzkegel mehrer Durchstanzknoten unterliegen einer Kollisionsprüfung.

3.2.1.3 Durchstanznachweis bei beidseitigem Lastangriff


Im einer beidseitigen Durchstanzbeanspruchung gilt das für die anschließenden Normen
gesagte. Es wird eine Hauptlast ermittelt, für die der Nachweis mit einer eventuellen
Durchstanzbewehrung geführt wird.

3.2.2 Durchstanzen nach DIN 1045-01


Nach DIN 1045-01 sind folgende Nachweise zu führen.

Nachweis bei Platten mit und ohne Durchstanzbewehrung

Nachweis einer Mindestlängsbewehrung in Abhängigkeit von der einwirkenden Querkraft


gemäß Abs. 10.5.6

Nachweis bei Platten ohne Durchstanzbewehrung

VRd,ct >= VEd

Die aufnehmbare Querkraft VRd,ct ohne Durchstanzbewehrung muß größer gleich der
einwirkender Querkraft VEd sein.

Nachweis bei Platten mit Durchstanzbewehrung

1. VRd, max >= VEd (Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd, max muss größer sein als die
einwirkende Querkraft VEd)

2. VRd,sy >= VEd (Tragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd,sy muss größer

sein als die einwirkende Querkraft VEd)

3. VRd,ct,a >= VEd (Tragfähigkeit VRd,ct,a außerhalb des durchstanzbewehrten

Bereichs muss größer sein als die einwirkende Querkraft VEd)

3.2.2.1 Nachweis der Mindestmomente


Um gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.6 die Querkrafttragfähigkeit sicherzustellen, sind die
Platten im Bereich der Stützen für Mindestmomente mEd zu bemessen.

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25
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Gemäß Tabelle 14 der DIN 1045-01 ergeben sich die Momentenbeiwerte η, mit denen dann
die Mindestmomente gemäß Abs. 10.5.6 (2) zur Sicherstellung der Durchstanzsicherheit
ermittelt werden.

DIN 1045-01-Bild 46

m Ed ,1 = η1 ⋅ VEd

m Ed , 2 = η 2 ⋅ VEd

Um diese Tabelle besser zu verstehen, muss erklärt werden, was unter „Zug an der
Plattenoberseite“ bzw. „Zug an der Plattenunterseite“ zu verstehen ist. „Zug“ bedeutet
zunächst einmal, dass eine Biegezugbewehrung für ein, mit Hilfe dieser Tabelle ermitteltes,
Mindestmoment an einer bestimmten Seite einer Platte einzulegen ist. An welcher Seite
hängt nun von der Definition von „Plattenoberseite“ bzw. „Plattenunterseite“ ab. Unter
„Plattenoberseite“ ist gemäß Anmerkung c der Tabelle 14 der DIN 1045-01 jene Seite zu
verstehen, die der Lasteinleitungsfläche gegenüber liegt. Entsprechend bezeichnet man jene
Seite der Platte, auf der die Lasteinleitungsfläche liegt, als Plattenunterseite. In RFEM
hingegen wird durch die Ausrichtung des lokalen Plattenkoordinatensystems festgelegt,
welche Seite die Plattenoberseite bzw. Plattenunterseite ist. Dort bezeichnet man die
Plattenseite, die in jener Richtung zu finden ist, in die die Z-Achse des lokalen
Plattenkoordinatensystems zeigt, als Plattenunterseite. Nach der DIN 1045-01 hängt es also
von der Orientierung der einwirkenden Einzellast ab, welche Seite mit „Plattenoberseite“
bzw. „Plattenunterseite“ bezeichnet wird. Greifen nun an der selben Platte, aber an zwei
verschiedenen Stellen, zwei entgegengerichtete Einzellasten an, so hat nach der Definition
der DIN 1045-01 diese Platte an einer Stelle einmal jene Seite als Oberseite und an einer

26 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

anderen Stelle die andere. Da die Definition der Plattenseite in RFEM aber lastunabhängig
für jede Platten sein soll, wird im Programm der Faktor η so unterschieden, indem einmal
vom Faktor ηab für die lastabgewandten Seite und einmal vom Faktor ηzu für die
lastzugewandte Seite die Rede ist .

Im Programm werden diese Faktoren automatisch aus der Tabelle 14 der DIN 1045-01 unter
Berücksichtigung der Stützenlage (Rand-, Eckstütze oder mittige Stütze) ermittelt, sofern die
Platte und die auf ihnen angeordneten Durchstanzknoten eine sinngemäße Anordnung
gemäß Bild 46 der DIN 1045-01 ergeben. Sinngemäße Anordnung bedeutet eine
rechteckige Platte mit orthogonal angeordneten Durchstanzknoten. Sollte diese Anordnung
nicht gegeben sein, so werden die Faktoren ηab, ηzu nicht vom Programm ermittelt, können
jedoch nach ingenieurmäßige Annahmen durch den Benutzer definiert werden. Diese
beiden Faktoren sind jeweils für eine erste Richtung und eine zweite Richtung zu definieren.
Die Richtung definiert die Richtung, in welche die, sich aus diesen Mindestmomenten
ergebende, Biegebewehrung einzulegen ist. Die Richtung selber kann auch definiert
werden. Unabdingbar jedoch bleibt für den Benutzer, dass die Mindestmomente
entsprechend der Definition, die durch das Bild 46 der DIN 1045-01 gegeben ist,
aufeinander senkrecht stehen müssen. Es können also für zwei Richtungen der
Mindestmomentenbewehrung jeweils zwei Faktoren definiert werden. Da diese Faktoren
positiv sein müssen, kann ein Durchstanzknoten je nach Wert der Faktoren zwischen keiner
Längsbewehrung und zwei sich kreuzenden Längsbewehrungen pro Plattenseite erhalten.
Voraussetzung jedoch dafür, dass das Programm RF-STANZ für die so definierten
Mindestmomente eine Bewehrung ermittelt, ist, dass ein Bewehrungsrichtung in diese
Richtung definiert wurde. Die Richtung der Bewehrungsbahnen werden in Maske 1.4
Längsbewehrung festgelegt. Deshalb wird noch vor der eigentlichen Bemessung
kontrolliert, dass sowohl für die Richtungen der Mindestmomente auf der
lastabgewandten, als auch für die Mindestmomente auf der lastzugewandten Seite eine
Bewehrungsbahn in der entsprechenden Richtung vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, so
bricht das Programm die Bemessung bereits hier unter Mitteilung der entsprechenden
Meldung ab. Ansonsten werden die definierten Richtungen für die Bewehrungsbahnen mit
den definierten Richtungen der Mindestmomente verglichen und eine erforderliche
Biegezug- und, unter bestimmten Voraussetzungen, auch eine Biegedruckbewehrung
ermittelt. Um zu verstehen, in welchen Fällen dies der Fall sein könnte, wird kurz der
Algorithmus zur Biegebemessung vorgestellt.

Bestimmen der inneren Kräfte (Nachweis der Betondruckzone)

Es wird ausgehend von den zulässigen Bruchdehnungen des Betons versucht, ein
Dehnungszustand zu finden, bei dem ein inneres Moment mit dem Bruchmoment im
Gleichgewicht steht.

Dabei wird von einer parabelförmigen Betondruckspannungsverteilung gemäß Bild 23 der


DIN 1045-1, Abs. 9.1.6 ausgegangen.

Parabelförmige Spannungs-Dehnungs-Linie

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


27
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

σc = Druckspannung im Beton

fcd = Bemessungswert der einaxialen Druckfestigkeit des Betons

εc = Dehnung des Betons

εc2 = Dehnung des Betons bei Erreichen der Festigkeitsgrenze

εc2u = Bruchdehnung des Betons

In Abhängigkeit von der gewählten Festigkeitsklasse finden sich in der DIN 1045-1, Tabelle
9 folgende Formänderungskennwerte und Festigkeiten.

Festigkeitsklasse εc3 [%o] εc3u [%o] fck [kN/cm²]


C12/15 -1.35 -3.50 1.2
C16/20 -1.35 -3.50 1.6
C20/25 -1.35 -3.50 2.0
C25/30 -1.35 -3.50 2.5
C30/37 -1.35 -3.50 3.0
C35/45 -1.35 -3.50 3.5
C40/50 -1.35 -3.50 4.0
C45/55 -1.35 -3.50 4.5
C50/60 -1.35 -3.50 5.0
C55/67 -1.35 -3.10 5.5
C60/75 -1.40 -2.70 6.0
C70/85 -1.50 -2.50 7.0
C80/95 -1.60 -2.40 8.0
C90/105 -1.65 -2.30 9.0
C100/115 -1.70 -2.20 10.0

Tabelle 9 der DIN 1045-01

Der Eurocode kennt nur die ersten neun Festigkeitsklassen. Auch hier wird von einer
parabelförmigen Spannungsverteilung ausgegangen.

Der Bemessungswert der Betondruckfestigkeit fcd berechnet sich nach folgender Formel:

f ck
f cd = α ⋅
γc
mit:

α = 0.85 = Beiwert

fck = Charakteristische Zylinderdruckfestigkeit

γc = 1.5 = Teilsicherheitsbeiwert der Betons

28 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Die rechnerische Spannungs-Dehnungs-Linie des Betonstahls sieht gemäß Bild 27 der DIN
1045-1 so aus:

Rechnerische Spannungs-Dehnungs-Linie des Betonstahls für die Bemessung

σs = Zugspannung im Betonstahl

fyk = Charakteristischer Wert der Streckgrenze des Betonstahls

ftk,cal = Charakteristischer Wert der Zugfestigkeit des Betonstahls für die Bemessung

γs = 1.15 = Teilsicherheitsbeiwert der Betonsstahls

εs = Dehnung des Betonstahls

εsu = Rechnerische Bruchdehnung des Betonstahls (Begrenzt auf 25 ‰)

Die Dehnung der Stahls darf gemäß den einzelnen Normen folgende Werte nicht
überschreiten:

25 ‰ (DIN 1045-01)

10 ‰ (EC 2 bei Berücksichtigung des Anstiegs der Stahlspannung von der


Streckgrenze fyk zur Zugfestigkeit ftk,cal)

Daraus ergeben sich folgende Festigkeiten:

DIN 1045-1

Stahlgüte fyk [N/mm²] ftk,cal [N/mm²] Stahldehnung an der Streckgrenze [‰]


BSt 500 500 525 2.38

EC 2

Stahlgüte fyk [N/mm²] ftk,cal [N/mm²] Stahldehnung an der Streckgrenze [‰]


BSt 500 500 525 2.38
BST 420 420 441 2.10

Es = E-Modul des Betonstahls = 200.000 N/mm²

Liegt die ermittelte Stahldehnung über der Stahldehnung an der Streckgrenze, so ergibt
sich die vorhandene Spannung zu:

⎛ f tk ,cal − f yk ⎞
σ S = f yk + ⎜⎜ ⎟ ⋅ (ε s − ε sy )

⎝ εu − ε y ⎠

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29
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Ist die ermittelte Stahldehnung εs kleiner als die Stahldehnung an der Streckgrenze, so
ergibt sich die vorhandene Spannung zu:

σ S = Es ⋅ ε s

Wie funktioniert nun der Algorithmus zur Querschnittsbemessung?

Nachweis der Betondruckzone

Zunächst muss überprüft werden, ob der Beton in der Lage ist, die nötige Druckkraft zu
liefern, mit der sich ein Bemessungswert des aufnehmbaren Moments MRd erzeugen lässt,
das größer ist, als der Bemessungswert des einwirkenden Biegemoments MEd. Folgende
Darstellungen sind für die Bemessung nach DIN 1045-01 gemacht. Die Vorgehensweise ist
für den EC2 analog.

Iterationsbeginn

Die Betonstauchung εc wird beginnend von 0 %o erhöht. Dabei stellen sich folgende
signifikante Dehnungszustände und deren Spannungsverläufe ein.

Betonstauchung εc <= εc3

Lineare Betonspannungsverteilung

In Abhängigkeit von der Betonstauchung εc baut sich eine Betondruckspannung fcd auf.

Aus dem Druckspannungskörper über die Betondruckzone wird die resultierende


Betondruckkraft Fcd bestimmt. z ist der Abstand des Schwerpunkts dieses
Druckspannungskörpers zur Lage des Bewehrungsstahls. Das Produkt aus Fcd und z ist der
Bemessungswert des aufnehmbaren Moments MRd, den der Beton bei diesem
Dehnungszustand aufbauen kann.

M Rd = Fcd ⋅ z
Nach jeder Erhöhung der Betonstauchung εc wird der Bemessungswert des aufnehmbaren
Moments MRd mit dem Bemessungswert des einwirkenden Biegemoments MEd verglichen. Ist
MRd kleiner MEd wird die Betonstauchung weiter gesteigert.

30 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Betonstauchung εc3 <= εc <= εc3u

Bruchdehnungszustand des Betons

Ab einer Betonstauchung εc2 bleibt die Betonspannung konstant. Diese Betonspannung


entspricht dann dem Bemessungswert fcd, der einaxialen Festigkeit des Betons.

Ist MRd immer noch kleiner MEd wird die Betonstauchung nicht mehr verändert und statt
dessen wird die Stahldehnung reduziert, um die Höhe der Betondruckzone zu vergrößern.

Betonstauchung min εs < εs < εsu

Verkürzung der Stahldehnung

Die Mindestdehnung min εs ergibt sich aus dem maximal zulässigem Verhältnis x/dmax, der
statischen Bauteilhöhe d und der Bruchdehnung εc2u des Betons.

1 − xd max
min ε s = ε c 2u ⋅
xd max
Findet sich selbst bei einer Stahldehnung min εs kein Bemessungswert des aufnehmbaren
Moments MRd, der größer ist als der Bemessungswert des einwirkenden Biegemoments MEd,
so ist der Beton alleine nicht in der Lage die Belastung aufzunehmen. Die Tragfähigkeit der
Druckzone des Querschnitts muss deshalb durch eine Druckbewehrung verstärkt werden.
Eine solche Druckbewehrung ist jedoch nur dann möglich, wenn für die entgegengesetzte
Plattenseite eine richtungsidentische Bewehrungsbahn definiert wurde. Ansonsten wird die
Bemessung hier abgebrochen und die Ursache in einer Fehlermeldung benannt. Ist das
Einlegen einer Druckbewehrung möglich, muss zunächst die erforderliche Druckkraft Fso,d
bestimmt werden.

Dies geschieht nach folgender Formel.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


31
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

M Ed − M Rd
Fso =
zo

MEd = Einwirkendes Moment

MRd = Wiederstandsmoment, das alleine vom Beton erbracht wird

zo = Abstand zwischen der Zug- und der Druckbewehrung

Anschließend kann der erforderliche Querschnitt der Zugbewehrung und der einer
möglichen Druckbewehrung ermittelt werden.

Bemessung des Stahls

Aus Gleichgewichtsgründen muss die Zugkraft im Stahl gleich der erforderlichen


Betondruckkraft Fcd sein, sofern keine Druckbewehrung ermittelt wurde:

Gleichgewicht der inneren Kräfte ohne Druckbewehrung

Fsd = Fcd

Ist eine Druckbewehrung vorhanden, so ermittelt sich der Bemessungswert der


Stahlzugkraft in der unteren Bewehrung zu:

Gleichgewicht der inneren Kräfte mit Druckbewehrung

Fsd = Fcd + Fso,d

Bei bekannter Stahldehnung εs und bekannter Zugkraft Fsd errechnet sich der erforderliche
Stahlquerschnitt erf as in Abhängigkeit von der Spannung σs im Bewehrungsstahl zu:

Fsd
erf as =
σs

32 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Auch ein möglicher Druckbewehrungsquerschnitt erf as,o kann bei bekannter Stauchung
der Druckbewehrung und damit bekannter Spannung σso ermittelt werden zu:

Fso ,d
erf aso =
σ so
Somit liefert der vorgestellte Algorithmus stets einen Bewehrungsquerschnitt, es sei denn,
er wird vorzeitig abgebrochen, weil eine Druckbewehrung erforderlich, jedoch nicht
möglich ist. Der erste Teil der Programmablaufplanes zeigt die Stelle eines möglichen
Programmabbruchs, sofern eine Druckbewehrung nicht möglich ist.

Programmablaufplan: Programmbeginn - I

Allerdings bedeuten gefundene Bewehrungsquerschnitte nicht zwangsläufig eine


brauchbare Lösung. Abschließend ist noch zu kontrollieren, ob diese Querschnitte nicht
dazu führen, dass der zulässige Bewehrungsgrad überschritten wurde. Da der Algorithmus
sinngemäß für alle beide Normen (DIN 1045-01 und EC 2) verwendet wird, soll auch gleich
der maximalen Bewehrungsgrade für den EC2 genannt werden.

DIN 1045-01 EC 2
Max. Gesamtbewehrungsgrad 0,08 Ac 0,08Ac
Max. Zugbewehrungsgrad keiner 0,04Ac
Max. Druckbewehrungsgrad keiner 0,04Ac

Maximal zulässiger Bewehrungsgrad

Der zweite Teil des Programmablaufplanes zeigt die Stelle eines möglichen
Programmabbruchs, sobald der zulässige Längsbewehrungsgrad überschritten wurde.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


33
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: I - II

3.2.2.2 Ermittlung der Beanspruchung VEd


Als nächstes muss der eigentliche Durchstanznachweis geführt werden. Dazu ist der
Bemessungswert der gesamten aufzunehmenden Querkraft VEd mal einem Faktor durch den
Umfang ucrit des kritischen Rundschnittes zu teilen. Man erhält den Bemessungswert der
aufzunehmenden Querkraft VEd,krit für den kritischen Rundschnitt gemäß DIN 1045-01 Abs.
10.5.3 (2).

β ⋅ VEd
VEd ,crit =
u crit
Mit:

β = Beiwert zur Berücksichtigung der nichtrotationssymmetrischen


Querkraftverteilung im Rundschnitt bei Rand- und Eckstützen sowie bei
Innenstützen in unregelmäßigen Systemen.

= 1,05 (Innenstütze)

= 1,40 (Randstütze)

= 1.,50 (Eckstütze)

VEd = Gesamte aufzunehmende Querkraft

ucrit = Umfang des kritischen Rundschnittes

34 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Da die DIN 1045-01 keine konkreten Vorgaben macht, wann eine Stütze eine Innen-, Rand-
oder Eckstütze ist, muss der Benutzer definieren, worum es sich handelt und gegebenenfalls
als Eigenschaft des Durchstanzknotens dem Programm die Randnummern mitteilen. Das
Programm ermittelt dann selbstständig den, für die weitere Berechnung maßgebenden,
Randabstand.

Der kritische Rundschnitt ist gemäß Bild 39 der DIN 1045-01 auf folgende Art und Weise bei
Innenstützen zu ermitteln.

Um die Lasteinleitungsfläche wird im Abstand der 1,5-fachen statischen Höhe der


Rundschnitt angelegt. Dabei ist unter der statische Höhe die mittlere statische Höhe zu
verstehen, die sich aus der Bewehrung auf der lastabgewandten Seite ergibt. Befindet sich
eine Öffnung in einem Abstand von weniger als sechsmal der statischen Höhe in der Nähe
des kritischen Rundschnittes, so ist dieser Öffnung durch Erhöhung der Durchstanzlast
Rechnung zu tragen. Dies geschieht, indem der Umfang des kritischen Rundschnittes
gemäß Bild 40 der DIN 1045-01 reduziert wird.

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35
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Im Programm RF-STANZ ist natürlich eine beliebige Ausrichtung der Öffnung gegenüber der
Lasteinleitungsfläche möglich. Der, mit der sechsfachen statischen Höhe zu vergleichende,
Abstand der Öffnung ist dann in diesem Fall der geringste Abstand zwischen der nächsten
Ecke der Öffnung und der Außenseite der Lasteinleitungsfläche. Bei gedrehten Öffnungen
sind die Verbindungsgeraden zwischen dem Mittelpunkt der Lasteinleitungsfläche und den
am weitesten von einander entfernten Ecken der Öffnung zu ziehen. Natürlich sind auch die
Anordnung mehrerer Öffnungen, sowie kreisrunder bzw. beliebig polygonaler Öffnungen
möglich.

Außer durch Öffnungen kann eine längliche Form bei rechteckigen Lasteinleitungsflächen
dazu führen, dass der Umfang gemäß Bild 38 zu reduzieren ist.

Im Programm RF-STANZ können die Verringerung des Umfang des kritischen Rundschnittes
bei länglichen Lasteinleitungsflächen und aus Öffnungen gleichzeitig berücksichtig werden.

In Bild 41 gibt die DIN 1045-01 Auskunft darüber, wie der kritische Rundschnitt auszubilden
ist, wenn sich die Lasteinleitungsfläche in einem geringerem Abstand als der dreifachen
statischen Höhe vom einem freien Plattenrand befindet. Gleichzeitig gilt, dass eine solche
Form des kritischen Rundschnitts zu einem kleinerem Umfang führen muß, als wenn dieser
komplett um die Lasteinleitungsfläche geführt werden würde.

Die DIN 1045-01 gibt nur eine Auskunft darüber, wie der kritische Rundschnitt bei Rand-
bzw. Ecklage auszubilden ist, sofern die Lasteinleitungsfläche kreisförmig ist. Konkret ist das
Bild 41 so zu interpretieren, dass, sobald das Lot auf einen Plattenrand, das durch den
Mittelpunkt der Lasteinleitungsfläche geht und deren Schnittpunkt mit dem
Lasteinleitungsflächenrand weniger als die dreifache statische Plattenhöhe vom
Lotfußpunkt entfernt ist, der Rundschnitt tangential so zu verlängern ist, das er senkrecht
auf diesem Plattenrand steht. Bei einer rechteckigen Form der Lasteinleitungsfläche
entscheidet der Abstand der Ecke der Lasteinleitungsfläche, die dem Plattenrand am
nächsten ist, ob der kritische Rundschnitt einmal ganz um die Lasteinleitungsfläche zu
führen ist oder auf den Plattenrand verlängert werden muss. Es ergeben sich also folgende
Formen des kritischen Rundschnittes für rechteckige Lasteinleitungsflächen.

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3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Kritischer Rundschnitt für randnahe, rechteckige Lasteinleitungsflächen

3.2.2.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeiten


Anschließend wird die aufnehmbaren Querkraft VRd,ct ohne Durchstanzbewehrung
bestimmt. Sie errechnet sich gemäß Formel (105) in Abs. 10.5.4 der DIN 1045-01 zu:

VRd ,ct = 0,14 ⋅ η1 ⋅ κ ⋅ (100 ⋅ ρ l ⋅ f ck ) ⋅ d


mit:

200
κ = 1+ ≤ 2,0
d
Dabei ist:

ηl = 1,0 für Normalbeton

d = mittlere statische Nutzhöhe

d1 + d 2
=
2
Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen oder zwei Bewehrungsbahnen, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, muß auch hier der Benutzer entscheiden, ob er es
für zulässig hält, dass die mittlere statische Nutzhöhe als arithmetisches Mittel der
einzelnen Nutzhöhen errechnet wird.

ρl = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2

f cd
≤ 0.4 ⋅
f yd

≤ 0.02
mit:

as1
ρ l ,1 =
1,0m ⋅ d1

as 2
ρ l ,2 =
1,0m ⋅ d 2

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37
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen existieren keinerlei Vorschriften wie der
vorhandene Längsbewehrungsgrad zu ermitteln ist. Da die Formel (105) empirisch
ermittelt wurde, kann also nicht ausgeschlossen werden, dass sie nach Wegfall der
Voraussetzung von genau zwei senkrechten Bewehrungslagen nicht mehr gültig
ist. Dies zu entscheiden, bleibt dem Benutzer vorbehalten. Er kann sich den
Längsbewehrungsgrad in diesem Fall unter der Voraussetzung, dass er diese
Vorgehensweise für gültig erachtet, wie folgt vom Programm ermitteln lassen

ρ l = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2 ⋅ ρ l ,3

fck = Charakteristische Festigkeit des Betons

Die aufnehmbare Querkraft VRd,ct wird nun der aufzunehmenden Querkraft VEd, crit gegenüber
gestellt. Erweist sich VRd,ct als größer, so ist der Nachweis hier bereits erfüllt und das
Programm beendet die Bemessung erfolgreich.

Sollte VRd,ct jedoch kleiner sein als VEd und der Benutzer hat die Längsbewehrung definiert,
so wird der Nachweis erfolglos beendet. Wurde das Auslegen der Längsbewehrung jedoch
dem Programm überlassen, so wird der Längsbewehrungsgrad bis auf den maximal
zulässigen Längsbewehrungsgrad von 0,02Ac erhöht. Ist die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct
dann immer noch kleiner als aufzunehmende Querkraft VEd,crit, dann ist eine
Durchstanzbewehrung erforderlich. Hat der Benutzer vorgegeben, dass der Nachweis ohne
Durchstanzbewehrung zu führen ist, dann wird das Programm nach erfolgloser Bemessung
beendet.

Im Programmablaufplan sieht der eben beschriebene Teil dann so aus.

Programmablaufplan: II -III

Sollte Durchstanzbewehrung laut Benutzervorgabe zulässig sein, so sind für eine


durchstanzbewehrte Platte drei Nachweise zu führen:

- Nachweis der Tragfähigkeit der Betondruckstrebe (VRd,max ≥ VEd)


- Nachweis der Durchstanzbewehrung (VRd,sy ≥ VEd)
- Nachweis der Querkrafttragfähigkeit außerhalb des durchstanzbewehrten
Bereichs (VRd,cta ≥ VEd)

38 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max ermittelt sich nach folgender Formel:

VRd ,max = 1.5 ⋅ VRd ,ct

VRd,ct ist, wie bereits oben erwähnt, die aufnehmbare Querkraft ohne Durchstanz-
bewehrung. Sie kann durch Vergrößerung der eingelegten Längsbewehrung ebenfalls
vergrößert werden. Die eingelegte Längsbewehrung wird nun gemäß den Vorgaben des
Benutzer solange verändert, bis die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max größer als die
einwirkende Querkraft VEd,krit des kritischen Rundschnittes ist. Dabei wird stets kontrolliert,
ob der zulässige Längsbewehrungsgrad nicht überschritten wurde. Ist dies der Fall, dann
bricht das Programm mit der entsprechenden Fehlermeldung ab. Als Programmablaufplan
sieht dieser Schritt dann so aus:

Programmablaufplan: III – IV

Der weitere Nachweis sieht nun so aus, dass, sobald feststeht, dass eine
Durchstanzbewehrung erforderlich ist, da die aufnehmbare Querkraft VRd,ct größer als die
einwirkende Querkraft VEd ist, die Größe der Durchstanzbewehrung für eine iterativ zu
ermittelnde Anzahl innerer Rundschnitte um die Lasteinleitungsfläche zu bestimmen ist.
Diese inneren Rundschnitte sind deshalb mit Bewehrung zu versehen, weil sie die
Zugstreben innerhalb des räumlichen Fachwerks sind, dass als gedankliches Modell der
Lastabtragung einer punktuell eingeleiteten Einzellast in eine Platte gewählt wurde.

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39
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Räumliches Fachwerkmodell im Stützenbereich

Der erste innere Rundschnittes ist nach der DIN 1045-01 im Abstand der halben statischen
Plattenhöhe von der Lasteinleitungsfläche anzulegen. Alle weiteren inneren Rundschnitte
dürfen nicht mehr als 0.75d auseinanderliegen.

Anordnung der Rundschnitte nach DIN 1045-01

40 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Nach dem letzten bewehrten, inneren Rundschnitt ist dann nochmals ein äußerer,
unbewehrter Rundschnitt anzulegen, dessen Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a größer zu sein
hat, als die auf ihn einwirkende Querkraftbeanspruchung.

Er wird iterativ gefunden, dass heißt es werden nacheinander die Anzahl der inneren
Rundschnitte vergrößert. Bei jedem neuen Rundschnitt wird im Abstand von 1.5d ein
äußerer Rundschnitt angelegt und geprüft, ob die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a größer ist
als die aufzunehmende Querkraft VEd,a des äußeren Rundschnittes. Die
Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a ermittelt sich gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (4) nach
folgender Formel:

V Rd ,ct ,a = κ a ⋅ VRd ,ct


Mit:

VRd,ct = Aufnehmbaren Querkraft ohne Durchstanzbewehrung

κa = Beiwert zur Berücksichtigung des Übergangs zum Plattenbereich mit der

Tragfähigkeit von VRd,ct,a

0.29 ⋅ ∑ sw
= 1− ≥ 0.71
3.5d
Σsw = Summe der Abstände der inneren Rundschnitte

Die aufzunehmende Querkraft VEd,a ermittelt sich in gewohnter Weise nach folgender
Formel.

β ⋅ VEd
V Ed ,a =
ua
Vergleicht man beide Formeln, so kommt man zu dem Schluss, dass mit wachsender Größe
des äußeren Rundschnittes die aufnehmbare Querkraft VRd,ct,a zwar zunächst abnimmt bis
der Beiwert κa den Wert von 0.71 erreicht hat. Danach jedoch bleibt sie konstant, während
die aufzunehmende Querkrafttrag VEd,a kontinuierlich abnimmt, da der im Nenner
stehenden Umfang ua des äußeren Rundschnitts mit jedem weiter angelegten inneren
Rundschnitt ja wächst. Das Abbruchkriterium für die Beendigung des Hinzufügen weiterer
innerer Rundschnitte ist also dann gegeben, wenn gilt, dass VRd,ct,a >= VEd,a ist .Bevor es
soweit ist, muss jedoch mindestens ein erster innerer Rundschnitt angelegt werden. Im
Programmablaufplan sieht dieser Schritt so aus.

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41
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: IV-V

Die erforderliche Durchstanzbewehrung im ersten inneren Rundschnitt (Abstand 0.5d)


ergibt sich für eine senkrecht stehende Durchstanzbewehrung zu:

(VEd ,1 − V Rd ,c ) ⋅ u1
erf Asw =
κ s ⋅ f yd
Mit:

VEd,1 = Aufzunehmende Querkraft im ersten inneren Rundschnitt

VRd,c = Aufnehmbare Querkraft ohne Durchstanzbewehrung

u1 = Umfang des ersten inneren Rundschnittes

sw = Abstand des ersten inneren Rundschnittes zum Stützenrand

κs = Beiwert zur Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe auf die

Wirksamkeit der Bewehrung

d − 400
= 0,7 + 0,3 ⋅ (d in mm)
400
>= 0,7

<= 1,0

fyd = Bemessungswert der Streckgrenze des Betonstahls

d = Statische Höhe der Platte

42 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Es ist,gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5(5), eine Mindestbewehrung min Asw nicht zu
unterschreiten. Diese beträgt bei senkrecht ausgerichteter Durchstanzbewehrung

min Asw = ρ w ⋅ sw ⋅ u

Der Mindestbewehrungsgrades ρw ist gemäß Abschnitt 13.2.3 (5) so zu ermitteln:

min ρ w = 1.0 ⋅ ρ

Dabei sind die Werte für ρ der Tabelle 29 der DIN 1045-01 zu entnehmen. Sie hängen ab
von dem Mittelwert der zentrischen Zugfestigkeit des Beton (fctm) und dem
charakteristischen Wert der Streckgrenze des Betonstahls (fyk). Der Wert ρ wird somit aus
folgender Formel bestimmt.

f ctm
ρ = 0.16 ⋅
f yk
Soll bei einer vorhandenen Bewehrung die aufnehmbare Querkraft VRd,sy bestimmt werden,
so geschieht das nach folgenden Formeln.

Erster innerer Rundschnitt (Abstand 0.5d):

κ s ⋅ Asw ⋅ f yd
VRd , sy ,1 = VRd ,ct +
u

Der erste innere Rundschnitt kann also nur in einem ganz klar in der DIN 1045-01
definiertem Abstand angelegt werden. Die weiteren inneren Rundschnitt und der äußere
Rundschnitt können innerhalb bestimmte Vorschriften im Hinblick auf ihre
Zwischenabstände beliebig angeordnet werden. Um die Lage des äußeren Rundschnittes zu
erhalten, gib es zwei Möglichkeiten:

1. Möglichkeit: Der Benutzer gibt den äußeren Rundschnitt über den Abstand lwa vor

2. Möglichkeit: Der äußere Rundschnitt ergibt sich durch iterative Ermittlung

Was dies für die Ermittlung der Lage der weiteren inneren Rundschnitte bedeutet, wird als
nächstes erklärt.

Zur 1. Möglichkeit:

Da in Bild 45 der DIN 1045-01 genau vorgeschrieben ist, dass der erste innere Rundschnitt
im Abstand von 0.5d und der äußere Rundschnitt im Abstand von 1.5d vom letzten inneren
Rundschnitt zu führen ist, kann bei vorgegebenen Abstand lwa des äußeren Rundschnitts
der verbleibende Abstand x berechnet werden.

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43
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Dieser verbleibende Abstand x berechnet sich wie folgt:

x = lwa − 2 ⋅ d
Ist nun x kleiner Null, so ist der vom Benutzer vorgegebene Abstand des äußeren
Rundschnittes zu gering. Dies wird noch vor der eigentlichen Berechnung überprüft. Eine
Berechnung findet dann nicht statt. Ist x gleich Null, dann fallen erster und letzter innerer
Rundschnitt zusammen und es sind keine weiteren inneren Rundschnitte mehr möglich. Ist
nun x größer als Null, stellt sich die Frage, wie viele innere Rundschnitte untergebracht
werden sollen. Hier gibt es drei Varianten:

1. Variante: Der Benutzer hat die Anzahl ni und die Lage jedes einzelnen inneren
Rundschnittes über den Abstand lwi zur Lasteinleitungsfläche vorgegeben.

2. Variante: Der Benutzer hat die Anzahl ni, nicht jedoch die Lage vorgegeben.

3. Variante: Der Benutzer hat weder die Anzahl noch die Lage vorgegeben.

Zu Variante 1:

Hierbei ist die Lage der inneren Rundschnitte klar vorgegeben. Es muss nur noch kontrolliert
werden, ob folgende Vorschriften der DIN 1045-01 eingehalten wurden:

- Der Abstand des ersten inneren Rundschnittes beträgt gemäß Bild 45 genau 0.5d

- Der Abstand der inneren Rundschnitte untereinander überschreitet nicht den


zulässigen Höchstabstand gemäß 10.5.5 2(b) von 0.75d

- Da der Abstand lwa des äußeren Rundschnittes ja ebenfalls definiert wurde, ist noch
zu kontrollieren, ob sich zwischen dem letzten inneren Rundschnitt und dem
äußeren Rundschnitt ein Abstand von 1.5d befinden.

Alle Abstände werden dann als korrekt betrachtet, wenn ihre Abweichung vom exakten
Wert weniger als einen Zentimeter beträgt.

44 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Zu Variante 2:

Bei vorgegebener Anzahl der inneren Rundschnitte und vorgegebenem Abstand des
äußeren Rundschnittes ist zu ermitteln, wie groß der Abstand zwischen den inneren
Rundschnitten zu sein hat. Dieser Abstand ist konstant für alle Rundschnitte.

x
swi =
ni − 1

Zu Variante 3:

Die Anzahl der inneren Rundschnitte ni erhält man hier, indem der verbleibende Abstand x
durch den maximalen Abstand swmax =0.75d geteilt wird.

x
ni =
swmax
Die Anzahl der inneren Rundschnitte, die man dann erhält ist nur zufallsbedingt ganzzahlig.
Deshalb wird die gefundene Anzahl ni einfach aufgerundet.

Mit dieser aufgerundeten Anzahl ni ergibt sich dann folgender gleicher Abstand sw der
inneren Rundschnitte.

x
sw =
ni

Zur 2. Möglichkeit:

Hier hat der Benutzer die Lage des äußeren Rundschnittes nicht vorgegeben. Iterativ wird
nun die optimale Lage des äußeren Rundschnittes bestimmt, für die gilt, dass die
Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a zum ersten mal größer als die aufzunehmende Querkraft VEd
ist.

Sobald die optimale Lage des äußeren Rundschnittes feststeht, ermittelt sich die Lage
entsprechend den Varianten der 1. Möglichkeit (äußerer Rundschnitt definiert).

Zur Vervollständigung muss hier jedoch noch erwähnt werden, dass sofern der Benutzer die
Lage der inneren Rundschnitte definiert hat (Variante 1) natürlich keine Bestimmung der
optimalen Lage des äußeren Rundschnittes mehr stattfinden kann. Dieser ist dann einfach
im Abstand von 1.5d vom letzten inneren Rundschnitt anzuordnen.

Die eben beschriebenen Möglichkeiten 1 und 2, sowie die Varianten 1,2 und 3 sehen im
Programmablaufplan so aus.

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45
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: V-VI

Im linken Teil findet die Kontrolle der vom Benutzer vorgegebenen Abstände der inneren
Rundschnitte untereinander bzw. zur Lasteinleitungsfläche oder zum äußeren Rundschnitt
statt, während im rechten Teil die wirtschaftlichste Lage des äußeren Rundschnittes
bestimmt wird. Im anschließendem Teil des Programmablaufplans ist zu sehen, was noch zu
ermitteln ist, sofern die Lage der inneren Rundschnitte nicht definiert wurde.

Programmablaufplan: VI-VII

Nachdem nun klar ist, wie viele innere Rundschnitte benötigt werden und in welchem
Abstand diese anzuordnen sind, kann die erforderliche Durchstanzbewehrung in den
einzelnen Rundschnitten ermittelt werden. Gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (2) b) ermittelt
sich die Querkrafttragfähigkeit nach folgender Formel für jeden weiteren inneren
Rundschnitt:

κ s ⋅ Asw ⋅ f yd ⋅ d
V Rd , sy ,i = V Rd ,ct +
u ⋅ sw

46 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Formt man diese Formel entsprechend um, so erhält man die erforderliche
Durchstanzbewehrung.

(VEd ,i − VRd ,c ) ⋅ u i ⋅ sw
erf Asw,i =
κ s ⋅ f yd ⋅ d
Mit:

VEd,i = Aufzunehmende Querkraft im inneren Rundschnitt

VRd,ct = Aufnehmbare Querkraft ohne Durchstanzbewehrung

u1 = Umfang des inneren Rundschnittes

sw = Abstand des vorherigen inneren Rundschnittes zum Stützenrand

κs = Beiwert zur Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe auf die

Wirksamkeit der Bewehrung

d − 400
= 0,7 + 0,3 ⋅ (d in mm)
400
>= 0,7

<= 1,0

fyd = Bemessungswert der Streckgrenze des Betonstahls

d = Statische Höhe der Platte

Als Programmablaufplan gestaltet sich die Ermittlung der erforderlichen


Durchstanzbewehrung wie folgt.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


47
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: VII-VIII

Die letzte Fehlermeldung Nr. 14 ist für eine spätere Programmversion gedacht, die es
ermöglichen soll, die Größe der Durchstanzbewehrung zu verändern und damit Einfluss auf
die Querkrafttragfähigkeit der einzelnen Rundschnitte zu nehmen.

Im letzten Teil des Programmablaufs wird dann ein äußerer Rundschnitt im Abstand von
1.5d vom inneren Rundschnitt angelegt und der Nachweis der Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a
außerhalb des durchstanzbewehrten Bereichs wird geführt. Die Querkrafttragfähigkeit
VRd,ct,a ermittelt sich gemäß DIN 1045-01, Abs. 10.5.5, (4) nach folgender Formel.

V Rd ,ct ,a = κ a ⋅ VRd ,ct

Mit:

VRd,ct = Aufnehmbare Querkraft ohne Durchstanzbewehrung

u1 = Umfang des inneren Rundschnittes

sw = Abstand des vorherigen inneren Rundschnittes zum Stützenrand

κa = Beiwert zur Berücksichtigung des Übergangs zum Plattenbereich mit


Schubbelastung

0.29 ⋅ l w
= 1− (d in mm)
3.5 ⋅ d
>= 0,71

48 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

lw = Breite des Bereichs mit Durchstanzbewehrung (Abstand zwischen


Lasteinleitungsfläche und letztem inneren Rundschnitt)

d = Statische Höhe der Platte

Der letzte Teil des Programmablaufplanes gestaltet sich dann wie folgt.

Programmablaufplan: VIII-Programmende

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


49
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

3.2.2.4 Programmablauf bei schräger Durchstanzbewehrung


Der vorgestellte Programmablauf zeigt die Bemessung einer vertikalen
Durchstanzbewehrung wie sie die DIN 1045-01 im Bild 72a vorschlägt.

Anordnung vertikaler Durchstanzbewehrung

Hier wird für jeden Rundschnitt eine Bewehrung bestimmt. Da die Rundschnitte, sieht man
ab von diversen Vorschriften hinsichtlich des Abstands des ersten Rundschnittes sowie der
Zwischenabstände, beliebig angeordnet werden können, ist der Abstand der Durchstanz-
bewehrung von der Lasteinleitungsfläche somit frei wählbar. Anders ist dies sobald anstelle
von vertikaler Durchstanzbewehrung Schrägeisen verwendet werden. Gemäß Abs. 10.5.5
(3) dürfen diese nur im Bereich von 1.5d der statischen Plattenhöhe eingesetzt werden. Die
Neigung darf zwischen 45° und 60° zur Plattenebene betragen.

Anordnung schräger Durchstanzbewehrung

50 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Im Programm wird der Abstand zwischen Lasteinleitungsfläche und dem Aufbiegepunkt der
Schrägeisen automatisch mit 0.5d angenommen. Bei einer Neigung α der Schrägeeisen,
ergibt sich die Stelle der zweiten Biegung als Ende des durchstanzbewehrten Bereichs. Um
den Abstand lw,a des äußeren Rundschnittes von der Lasteinleitungsfläche zu ermitteln, ist
zu diesem Ende des durchstanzbewehrten Bereichs gemäß DIN 1045-01 Bild 45 noch die
1,5-fache mittlere statische Höhe der Platte hinzu zu zählen. Der Abstand lw,a des äußeren
Rundschnittes zur Lasteinleitungsfläche ergibt sich in diesem Beispiel zu:

d
l w, a = l w + + 1,5 ⋅ d
tan α °
Dies bedeutet nun einen wesentlichen Unterschied im Programmablauf. Und zwar ist die
Lage des äußeren Rundschnittes nicht mehr iterativ zu finden, sondern sie ist bei der Wahl
einer schrägen Durchstanzbewehrung bereits definiert. Somit kann die Beanspruchung VEd
dieses äußeren Rundschnittes nicht durch Vergrößerung seines Abstandes zur Lasteinlei-
tungsfläche verändert werden. Um dennoch den Nachweis zu erbringen, dass die
Beanspruchbarkeit VRd,ct,a des äußeren Rundschnittes größer als die Beanspruchung VEd ist,
kann dies hier nur durch Vergrößerung der Beanspruchbarkeit VRd,ct,a geschehen. Dazu ist
dann die Längsbewehrung wieder entsprechend zu vergrößern. Es werden also für mit
Schrägeisen bewehrte Durchstanzknoten nicht mehrere zu bewehrende Rundschnitte
angelegt, sondern für einen maßgebenden Rundschnitt wird der erforderliche
Durchstanzbewehrungsquerschnitt ermittelt. Gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5(3) ist die
erforderliche Querkrafttragfähigkeit VRd,sy mit Durchstanzbewehrung in einem Schnitt im
Abstand 0.5d vom Stützenrand nach Gleichung (111) der DIN 1045-01 nachzuweisen.

Durchstanzbewehrung unter 45°<= α <= 60°

1.3 ⋅ Asw ⋅ sin α ⋅ f yd


V Rd , sy ,1 = VRd ,ct +
u
Die erforderliche Bewehrung ergibt sich demnach zu.

(VEd − VRd ,c ) ⋅ u
erf Asw =
1.3 ⋅ sin α ⋅ f yd

Die so ermittelte Durchstanzbewehrung darf nicht geringer sein als die


Mindestdurchstanzbewehrung, die nach folgender Formel zu bestimmen ist.

ρ w ⋅ sw ⋅ u
min Asw =
sin α
Der Mindestbewehrungsgrades ρw ist gemäß Abschnitt 13.2.3 (5) zu ermitteln:

min ρ w = 1.0 ⋅ ρ

Dabei sind die Werte für ρ der Tabelle 29 der DIN 1045-01 zu entnehmen. Sie hängen ab
von dem Mittelwert der zentrischen Zugfestigkeit des Beton (fctm) und dem
charakteristischen Wert der Streckgrenze des Betonstahls (fyk). Der Wert ρ wird somit aus
folgender Formel bestimmt.

f ctm
ρ = 0.16 ⋅
f yk

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


51
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Auch für den Fall einer schrägen Durchstanzbewehrung wird der Programmablaufplan
vorgestellt. Der Programmablauf ist bis zum Verzweigungspunkt IV identisch, danach
gestaltet er sich so.

Programmablaufplan: IV-Va

Zunächst wird die Beanspruchung VEd,a und die Beanspruchbarkeit VRd,ct,a ermittelt. Falls
diese Beanspruchbarkeit VRd,ct,a kleiner als die Beanspruchung VEd,a ist und der Benutzer es
zugelassen hat, dass die Längsbewehrung vergrößert werden darf, wird die
Längsbewehrung so lange vergrößert, bis die Beanspruchbarkeit gleich der Beanspruchung
ist oder der zulässige Längsbewehrungsgrad ermittelt wurde. Der nächste Teil des
Programmablaufplans zeigt, wie für diesen Längsbewehrungsgrad die zugehörige
Durchstanzbewehrung ermittelt wird.

52 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: Va-Vb

Abschließend wird noch überprüft, ob der Nachweis der Tragfähigkeit des äußeren
Rundschnittes erbracht wurde. Wenn nicht, wird das Programm mit der entsprechenden
Fehlermeldung beendet.

Programmablaufplan: Vb-IV

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


53
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Nachdem nun der komplette Nachweis des Durchstanzens gemäß DIN 1045-01 vorgestellt
ist, bleibt noch zu ergänzen, dass beim Anlegen eines Rundschnittes stets kontrolliert wird,
ob dieser die Rundschnitte von bereits zuvor nachgewiesenen Durchstanzknoten schneidet.
Sollte dies der Fall sein, bricht dass Programm die Berechnung nicht ab, weißt aber dann
über eine Meldung auf einen unzulässigen Schnitt zweier Rundschnitte hin.

Ebenfalls unerwähnt ist bei der Vorstellung des Programmablaufs die Möglichkeit des
Programms geblieben, zusätzliche äußere Rundschnitte nachzuweisen. Der Nachweis eines
solchen zusätzlichen äußeren Rundschnittes gestaltet sich auf die gleiche Weise, wie der
Nachweis des äußeren Rundschnittes im Abstand von 1.5d vom letzten inneren
Rundschnitt.

3.2.2.5 Durchstanznachweis bei beidseitigem Lastangriff


Abschließend soll noch die Vorgehensweise bei Durchstanzknoten erwähnt werden, für die
sich aus den zugewiesenen LF, LG bzw. LK zwei maßgebende Durchstanzlasten ergeben,
von denen eine die durchstanzende Wirkung zur Plattenoberseite und die andere zur
Plattenunterseite hat. Beide müssen getrennt von einander nachgewiesen werden. Sollen
für beide die Mindestmomente nachgewiesen werden, so kann die umhüllende
Längsbewehrung als der jeweils größte Bewehrungsquerschnitt pro Plattenseite als Lösung
ermittelt werden. Im Falle der Durchstanzbewehrung ist dies nur unter Einschränkungen
denkbar.

Nächste Abbildung zeigt die Ausbildung des Druckgewölbes bei einem Lastangriff von der
Plattenoberseite bzw. von der Plattenunterseite.

Druckgewölbe bei beidseitigem Lastangriff

Für die Zugstreben, die sich aus der Belastung an der Plattenoberseite ergeben, wird eine
vertikale Durchstanzbewehrung pro innerer Rundschnitt bestimmt.

Das gleiche geschieht für die inneren Rundschnitte aus der Belastung an Plattenunterseite.

54 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Unter der Voraussetzung, dass die inneren Rundschnitte für Belastung an Plattenoberseite
und Plattenunterseite im gleichen Abstand von der Lasteinleitungsfläche liegen, könnte die
dort einzulegende Durchstanzbewehrung wieder miteinander verglichen werden und nur
die größere als umhüllende Lösung ermittelt werden. Die inneren Rundschnitte liegen aber
nur dann im gleichen Abstand von der Lasteinleitungsfläche, wenn die statischen Höhe für
Plattenoberseite und Plattenunterseite identisch ist. Im Falle von schräge
Durchstanzbewehrung ist kein massgebender Querschnitt der Durchstanzbewehrung zu
ermitteln, da diese für beide Belastungen senkrecht aufeinander stehe.

Deshalb wird im Programm so vorgegangen, dass aus den als maßgebend ermittelten
Durchstanzlasten die größere als diejenige bestimmt wird, für die eine
Durchstanzbewehrung ermittelt werden soll. Sie wird als Hauptlast bezeichnet. Für die
kleinere der beiden Lasten wird ein Durchstanznachweis ohne Durchstanzbewehrung
geführt.

3.2.3 Durchstanzen nach EC2


Nach EC2 sind folgende Nachweise zu führen.

Nachweis bei Platten mit und ohne Durchstanzbewehrung

Nachweis einer Mindestlängsbewehrung in Abhängigkeit von der einwirkenden Querkraft


gemäß Abs. 4.3.4.5.3

Nachweis bei Platten ohne Durchstanzbewehrung

VRd1 >= Vsd

Die Querkrafttragfähigkeit VRd1 ohne Durchstanzbewehrung muss größer gleich der


einwirkender Querkraft Vsd sein.

Nachweis bei Platten mit Durchstanzbewehrung

Obligatorische Nachweise:

1 VRd2 >= Vsd (Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 muss größer sein als die
einwirkende Querkraft Vsd)

2 VRd3 >= Vsd (Tragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd3 muss größer sein als die
einwirkende Querkraft Vsd)

Fakultative Nachweise:

3 VRd1>=Vsd,w (Aufnehmbare Querkraft außerhalb des schubbewehrten Bereichs


muss größer sein, als die dort einwirkende Querkraft Vsd,w)

3.2.3.1 Nachweis der Mindestmomente


Der Nachweis der Mindestlängsbewehrung erfolgt im Ablauf analog dem entsprechendem
Ablauf der DIN 1045-01, jedoch mit dem wesentlichen Unterschied, dass im EC2 neben dem
Gesamtbewehrungsgrad sowohl der Zug-, als auch der Druckbewehrungsgrad einem
bestimmten Anteil an der Querschnittsfläche nicht überschreiten dürfen. Deshalb wird
zusätzlich kontrolliert, ob der Zugbewehrungsgrad den Wert von 0,04Ac gemäß 5.4.2.1.1
nicht überschreitet. Der gleiche maximale Bewehrungsgrad ist gemäß 5.4.2.1.1 für die
Druckbewehrung einzuhalten. Ist dies nicht der Fall, wird dass Programm mit einer
entsprechenden Fehlermeldung beendet. Ansonsten gilt auch für den EC2 das bereits zur
DIN 1045-01 gesagte.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


55
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

3.2.3.2 Ermittlung der Beanspruchung


Sodann kann mit dem eigentlichen Durchstanznachweis fortgefahren werden. Dazu ist der
Bemessungswert der gesamten aufzunehmenden Querkraft Vsd durch den Umfang ucrit des
kritischen Rundschnittes zu teilen. Man erhält Bemessungswert der aufzunehmenden
Querkraft Vsd,krit für den kritischen Rundschnitt gemäß EC2 Abs. 4.3.4.3 (4.5).

β ⋅ Vsd
Vsd ,crit =
u crit
Mit:

= Beiwert zur Berücksichtigung der Auswirkungen von Lastausmitte.

= 1,15 (Innenstütze)

= 1,40 (Randstütze)

= 1.,50 (Eckstütze)

Vsd = Gesamte aufzunehmende Querkraft

ucrit = Umfang des kritischen Rundschnittes

Da im Normalfall nur die aufzunehmende Querkraft Vsd,crit betrachtet wird, wird im


Ablaufplan und in der weiteren Beschreibung auf den Index „crit“ verzichtet und die
aufzunehmende Querkraft mit Vsd bezeichnet.

3.2.3.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeit


Anschließend wird die aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne Durchstanzbewehrung bestimmt.
Sie errechnet sich gemäß Formel (4.56) in Abs. 4.3.4.5.1 des EC2 zu:

VRd 1 = τ Rd ⋅ k ⋅ (1,2 + 40 ⋅ ρ ) ⋅ d
mit:

τRd = Grundwert der Bemessungsschubfestigkeit in N/mm² gemäß Tabelle 4.8 für


Teilsicherheitsbeiwert γc = 1.5

fck 12 16 20 25 30 35 40 45 50
τRd 0,18 0,22 0,26 0,30 0,34 0,37 0,41 0,44 0,48

k = 1,6 − d ≥ 2,0 (d in m)

Dabei ist:

d = mittlere statische Nutzhöhe

d1 + d 2
=
2
Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen oder zwei Bewehrungsbahnen, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, muss auch hier der Benutzer entscheiden, ob er es
für zulässig hält, dass die mittlere statische Nutzhöhe als arithmetisches Mittel der
einzelnen Nutzhöhen errechnet wird.

ρl = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2

≤ 0.015

56 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen oder zwei Bewehrungsbahnen, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, gilt das bereits weiter oben, im Teil zu Bemessung
nach DIN 1045-01 zu dieser Problematik, Gesagte.

Der EC2 schreibt explizit keinen Nachweis der Querkraftfähigkeit außerhalb des
durchstanzbewehrten Bereichs vor. Unter 4.3.4.5.2 (2) jedoch ist zu entnehmen, dass,
sofern erforderlich, die aufnehmbare Querkraft außerhalb des Bereichs, in dem
Schubbewehrung angeordnet wird, unter Berücksichtigung weiterer kritischer Schnitte,
untersucht werden soll. Deshalb wurde es im Programm vorgesehen, dass durch den
Benutzer zusätzliche Rundschnitte angelegt werden können, für die dann kontrolliert wird,
ob die aufnehmbare Querkraft VRd1 größer als die dort aufzunehmende Querkraft Vsd,w ist.
Ist dies nicht der Fall, so kann durch Vergrößerung der eingelegten Längsbewehrung VRd1
noch gesteigert werden.

Zunächst ist jedoch die Querkrafttragfähigkeit des kritischen Rundschnittes nachzuweisen.


Im Programmablaufplan sieht das so aus.

Programmablaufplan: II - III

Ob überhaupt Durchstanzbewehrung erforderlich ist, hängt davon ab, ob die aufnehmbare


Querkraft VRd1 im kritischen Rundschnitt größer als die aufzunehmenden Querkraft Vsd, an
gleicher Stelle ist. Erweist sich VRd1 als größer, so ist der Nachweis hier bereits erfüllt und
das Programm beendet die Bemessung erfolgreich. Ist VRd1 kleiner als Vsd, dann ist
Durchstanzbewehrung erforderlich. Hat der Benutzer vorgegeben, dass der Nachweis ohne
Durchstanzbewehrung zu führen ist, dann wird das Programm nach erfolgloser Bemessung
beendet. Dieser Teil sieht dann im Programmablaufplan wie folgt aus.

Sollte die Querkrafttragfähigkeit VRd1 ohne Durchstanzbewehrung selbst bei maximalen


oder vorgegebenem Längsbewehrungsgrad immer noch kleiner sein als die aufzunehmende
Querkraft Vsd, so ist eine Durchstanzbewehrung erforderlich.

Sollte eine Durchstanzbewehrung laut Benutzervorgabe zulässig sein, so sind für eine
durchstanzbewehrte Platte zwei Nachweise zu führen:

- Nachweis der Tragfähigkeit der Betondruckstrebe (VRd2 > Vsd)

- Nachweis der Durchstanzbewehrung (VRd3 > Vsd)

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57
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,2 ermittelt sich nach folgender Formel:

VRd 2 = 1.6 ⋅ VRd 1

VRd1 ist, wie bereits oben erwähnt, die aufnehmbare Querkraft ohne Durchstanzbewehrung.
Die eingelegte Längsbewehrung wird nun gemäß den Vorgaben des Benutzer solange
verändert, bis die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 größer als die einwirkende
Querkraft Vsd des kritischen Rundschnittes ist. Dabei wird stets kontrolliert, ob der vom
Benutzer vorgegebene Bewehrungsgrad nicht überschritten wurde. Der
Programmablaufplan zeigt folgendes.

Programmablaufplan: III - IV

Sobald gewährleistet ist, dass VRd2 größer als Vsd ist, kann die erforderliche
Durchstanzbewehrung ermittelt werden. Dies geschieht gemäß Formel 4.58 des EC2.

(Vsd − VRd 1 ) ⋅ u
∑A sw =
f yd⋅ sin α
Mit:

u = Umfang des kritischen Rundschnittes

fyd = Bemessungswert der Betonfestigkeit

α = Neigung der Durchstanzbewehrung

Auch der Eurocode sieht eine Mindestschubbewehrung vor. Gemäß Abschnitt 5.4.3.3 (2)
gilt, dass eine erforderliche Schubbewehrung nicht kleiner sein darf als 60% des
Mindestschubbewehrungsgrades in Tabelle 5.5. Dieser Tabelle im Abschnitt 5.4.2.2 ist ein

58 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Mindestschubbewehrungsgrad ρw in Abhängigkeit von der Betonfestigkeitsklasse und der


Festigkeit des Betonstahls zu entnehmen.

Festigkeit des Betonstahles


Betonfestigkeitsklasse
S 220 S 400 S 500
C 12/15 und C 20/25 0,0016 0,0009 0,0007
C 25/30 bis C 35/45 0,0024 0,0013 0,0011
C 40/50 bis C 50/60 0,0030 0,0016 0,0013

Mit der Formel gemäß Abschnitt 4.3.4.5.2(4) ermittelt sich dann die
Mindestschubbewehrung aus dem Mindestschubbewehrungsgrad ρw zu:

0.6 ⋅ ρ w ⋅ ( Acrit − Aload )


min Asw =
sin α
Mit:

Acrit = Fläche des kritischen Rundschnittes

Aload = Lasteinleitungsfläche

α = Neigung der Durchstanzbewehrung

Die Querkrafttragfähigkeit VRd3 ermittelt sich mit Durchstanzbewehrung nach folgender


Formel.

ΣAsw ⋅ f yd ⋅ sin α
V Rd 3 = VRd 1 +
u
Als nächstes wird im Programmablauf noch einmal die Querkrafttragfähigkeit VRd3 der
Durchstanzbewehrung mit der zu übertragenden Querkraft Vsd verglichen.

Programmablaufplan: IV - V

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59
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Abschließend werden noch die vom Benutzer definierten weiteren äußeren Rundschnitte
untersucht.

Programmablaufplan: V-Programmende

Da im EC2 die erforderliche Durchstanzbewehrung stets im kritischen Rundschnitt ermittelt


wird, sieht der Programmablauf für lotrechte Durchstanzbewehrung und geneigter
Durchstanzbewehrung identisch aus.

Natürlich wird auch beim Programmablauf nach EC2 kontrolliert, ob der kritische
Rundschnitt oder weitere äußere Rundschnitte sich mit Rundschnitten von bereits vorher
nachgewiesenen Durchstanzknoten schneiden.

3.2.3.4 Durchstanznachweis bei beidseitigem Lastangriff


Auch der Nachweis eines Durchstanzknotens, bei dem es zu einer zweiseitigen
Durchstanzbeanspruchung kommt, wird so gelöst, dass für die größere der beiden
(Hauptlast) eine Durchstanzbewehrung (falls erforderlich) ermittelt wird, während für die
kleinere der beiden (Nebenlast) ausschließlich die Querkrafttragfähigkeit ohne
Durchstanzbewehrung untersucht wird.

60 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

3.2.4 Durchstanzen nach ÖNORM


Nach ÖNORM sind folgende Nachweise zu führen.

Nachweis bei Platten mit und ohne Durchstanzbewehrung

Nachweis einer Mindestlängsbewehrung in Abhängigkeit von der einwirkenden Querkraft


gemäß Abs. 3.4.5.3.

Nachweis bei Platten ohne Durchstanzbewehrung

VRdc >= Vsd

Der Durchstanzwiderstand VRdc ohne Durchstanzbewehrung muss größer gleich dem


Bemessungswert der Querkraft Vsd sein.

Nachweis bei Platten mit Durchstanzbewehrung

VRds >= Vsd

Der Durchstanzwiderstand VRds mit Durchstanzbewehrung muss größer gleich dem


Bemessungswert der Querkraft Vsd sein.

Dabei gilt:

VRds <= 1.4 VRdc

3.2.4.1 Nachweis der Mindestmomente


Beim Nachweis der Mindestlängsbewehrung wird im Gegensatz zum entsprechendem
Ablauf der DIN 1045-01 und EC2 keine Mindestmomente ermittelt, sondern die
erforderliche Mindestbewehrung direkt aus der Formel (47) in Abs. 3.4.5.3 (4) bestimmt.

VSd e
as , min = ⋅
0.9 ⋅ d ⋅ f yd bef
Die bezogenen Ausmitte e/bef ermittelt sich nach Tabelle 7 im Abs. 3.4.5.3(4).

Im Gegensatz zu den anderen Normen wird auf eine Überprüfung der Einhaltung der
zulässigen Höchstbewehrungsgrade verzichtet. Als Programmablaufplan sieht der Nachweis
der Mindestmomente wie folgt aus:

Programmablaufplan: Beginn - I

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61
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

3.2.4.2 Ermittlung der Beanspruchung


Sodann kann mit dem eigentlichen Durchstanznachweis fortgefahren werden. Dazu ist der
Bemessungswert der gesamten aufzunehmenden Einzellast durch den Umfang u des
kritischen Rundschnittes zu teilen. Man erhält den Bemessungswert der aufzunehmenden
Querkraft VSd. Bei ausmittigen Lastangriff ist an Stelle der aufzunehmenden Querkraft VSd
der Wert VSd,max anzusetzen. Er ermittelt sich gemäß Formel (43) in Absatz 3.4.5.2 wie folgt.

Vsd , max = κ e ⋅ Vsd


Wird eine Lastexzentrizität nicht genauer nachgewiesen, so gilt für κe

= 1,15 (Innenstütze)

= 1,40 (Randstütze)

= 1.,50 (Eckstütze)

3.2.4.3 Ermittlung der Beanspruchbarkeit


Anschließend wird der Durchstanzwiderstand VRdc ohne Durchstanzbewehrung bestimmt. Er
errechnet sich gemäß Formel (44) in Abs. 3.4.5.3 der ÖNORM zu:

d
VRdc = 1.2 ⋅ τ d ⋅ κ c ⋅ (1,2 + 2000 ⋅ ⋅ ρ) ⋅ u ⋅ d
l
mit:

τd = Grundwert der Bemessungsschubfestigkeit in N/mm² gemäß Tabelle 4.8 für


Teilsicherheitsbeiwert γc = 1.5

fck 12 16 20 25 30 35 40 45 50
τRd 0,18 0,22 0,24 0,26 0,27 0,30 0,31 0,32 0,33

κ c = 1,6 − d ≥ 1,0 (d in m)
Dabei ist:

d = mittlere statische Nutzhöhe

d1 + d 2
=
2
Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen oder zwei Bewehrungsbahnen, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, muss auch hier der Benutzer entscheiden, ob er
es für zulässig hält, dass die mittlere statische Nutzhöhe als arithmetisches
Mittel der einzelnen Nutzhöhen errechnet wird.

ρ = ρx ⋅ ρ y

≤ 0.015
Bei mehr als zwei Bewehrungsbahnen oder zwei Bewehrungsbahnen, die nicht
aufeinander senkrecht stehen, gilt das bereits weiter oben, im Teil zu Bemessung
nach DIN 1045-01 zu dieser Problematik, Gesagte.

l = bei Flachdecken größte an die Stütze anschließende Stützweite, bei


Einzelfundamenten die doppelte größere Grundrissabmessung. Da dies nicht
automatisch durch das Programm ermittelt werden kann, muß der Wert für l im
Programm eingegeben werden.

62 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Im Gegensatz zu EC2 Abs. 4.3.4.5.2 (2) sind in der ÖNORM keine Angaben über eventuell
zu berücksichtigende weiterer kritischer Schnitte gemacht. Deshalb wurde es nicht im
Programm vorgesehen, dass durch den Benutzer zusätzliche Rundschnitte angelegt werden
können.

Zunächst ist jedoch der Durchstanzwiderstand des kritischen Rundschnittes nachzuweisen.


Im Programmablaufplan sieht das so aus.

Programmablaufplan: II - III

Ob überhaupt Durchstanzbewehrung erforderlich ist, hängt davon ab, ob der


Durchstanzwiderstand VRdc im kritischen Rundschnitt größer als die aufzunehmenden
Querkraft VSd bzw. VSd,max, an gleicher Stelle ist. Erweist sich VRdc als größer, so ist der
Nachweis hier bereits erfüllt und das Programm beendet die Bemessung erfolgreich. Ist VRdc
kleiner als VSd bzw. VSd,max, dann ist Durchstanzbewehrung erforderlich. Hat der Benutzer
vorgegeben, dass der Nachweis ohne Durchstanzbewehrung zu führen ist, dann wird das
Programm nach erfolgloser Bemessung beendet.

Sollte die Durchstanzwiderstand VRdc ohne Durchstanzbewehrung selbst bei maximalen oder
vorgegebenem Längsbewehrungsgrad immer noch kleiner sein als die aufzunehmende
Querkraft VSd bzw. VSd,max, so ist eine Durchstanzbewehrung erforderlich.

Sollte eine Durchstanzbewehrung laut Benutzervorgabe zulässig sein, so ist im Gegensatz


zum EC2 für eine durchstanzbewehrte Platte nur ein Nachweise zu führen:

- Nachweis der Durchstanzwiderstand mit Durchstanzbewehrung


VRds > VSd bzw. VSd,max)

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63
3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Die Durchstanzwiderstand mit Durchstanzbewehrung VRds ermittelt sich nach folgender


Formel:

VRds = VRdc + κ s ⋅ Asv ⋅ f yd ⋅ sin α ≤ 1,4 ⋅ VRdc


Mit:

VRdc = Durchstanzwiderstand ohne Durchstanzbewehrung

κs = Wirkungsbeiwert, abhängig von der gewählten Anordnung der


Durchstanzbewehrung. Für lotrechte Bügel, die mindestens eine Lage der oberen und
unteren Biegebewehrung umschließen, und für Aufbiegungen mit α ] 35° gilt κs = 0,50.

Stellt man in dieser Formel den Durchstanzwert VRdc gleich dem Bemessungswert VSd der
Querkraft und stellt die Formel anschließend nach der erforderlichen Durchstanzbewehrung
AsW um, so erhält man folgende Gleichung.

V Rds − VSd
Asv =
κ s ⋅ f yd ⋅ sin α
Auch die ÖNORM sieht eine Mindestdurchstanzbewehrung Asv,min vor. Gemäß Abschnitt
3.4.5.3(2) gilt, dass eine erforderliche Durchstanzbewehrung nicht kleiner sein darf als der
nach Formel (46) ermittelte Wert.

f ctm ⋅ u ⋅ d
Asw, min = 0.15
f yd ⋅ sin α
Mit:

fctm = mittlere Betonzugfestigkeit

fyd = Bemessungswert der Streckgrenze des Bewehrungsstahls

u = Umfang des kritischen Rundschnittes

d = Mittlere statische Höhe der Platte

α = Winkel zwischen Wirkungsrichtung der Bewehrung und der Trägerachse bzw.


Mittelebene.

Im Programmablauf sieht Nachweis des Durchstanzwiderstand VRds mit


Durchstanzbewehrung wie folgt aus.

64 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


3.2 Durchstanznachweis nach den einzelnen Normen

Programmablaufplan: III - Programmende

Natürlich wird auch beim Programmablauf nach ÖNORM kontrolliert, ob sich der kritische
Rundschnitt mit Rundschnitten von bereits vorher nachgewiesenen Durchstanzknoten
schneiden.

3.2.4.4 Durchstanznachweis bei beidseitigem Lastangriff


Auch der Nachweis eines Durchstanzknotens, bei dem es zu einer zweiseitigen
Durchstanzbeanspruchung kommt, wird so gelöst, dass für die größere der beiden
(Hauptlast) eine Durchstanzbewehrung (falls erforderlich) ermittelt wird, während für die
kleinere der beiden (Nebenlast) ausschließlich der Durchstanzwiderstand ohne
Durchstanzbewehrung untersucht wird.

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65
4.1 RF-STANZ starten

4. Arbeiten mit RF-STANZ


4.1 RF-STANZ starten
Das Modul RF-STANZ kann entweder aus dem RFEM Pulldownmenü
Zusatzmodule → RF-STANZ aufgerufen werden ...

Abbildung 4.1 Aufruf von RF-STANZ über das Pulldownmenü Zusatzmodule

oder über den entsprechenden Eintrag unter [Zusatzmodule] im Positions-


beziehungsweise im Projektnavigator.

Abbildung 4.2 Aufruf von RF-STANZ über den Navigator

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4.2 Masken

4.2 Masken
Sowohl die Eingaben zur Definition der RF-STANZ-Fälle, als auch die numerische Ausgabe
der Ergebnisse auf dem Bildschirm geschehen in sogenannten Masken.

Die Ansteuerung der verschiedenen Masken kann wahlweise durch Anklicken des
entsprechenden Eintrages im RF-STANZ-Navigator (dieser befindet sich auf der linken Seite)
oder durch sequentielles Durchblättern geschehen. Geblättert werden kann entweder mit
den Tasten [F2] und [F3] oder durch Anklicken dieser beiden Schaltflächen.

Button (Blättern]

Über dem RF-STANZ-Navigator befindet sich eine Pulldownliste mit den eventuell bereits
vorhandenen Bemessungsfällen. Durch Drücken von [Pfeil-nach-unten] wird die Liste
aufgerollt, sodass der gewünschte Bemessungsfall durch Anklicken aktiviert werden kann.

Bemessungsfall auswählen

Mit der Schaltfläche [Berechnung] wird nach Abschluss aller Eingaben die Berechnung
gestartet und die Ergebnisse in den Ausgabemasken und in der Grafik von RFEM dargestellt.

[Grafik] aktiviert die Darstellung der Ergebnisse in RFEM.

[OK] sichert vor dem Verlassen von RF-STANZ die Eingaben und Ergebnisse, während
[Abbruch] RF-STANZ verlässt, ohne zuvor die RF-STANZ Daten zu sichern.

[Hilfe] beziehungsweise die Taste [F1] aktivieren die Online-Hilfe.

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67
4.3 Eingabemasken

4.3 Eingabemasken
In den Eingabemasken sind alle für den Nachweis notwendigen Angaben zu machen und
die gewünschten Parametereinstellungen vorzunehmen.

4.3.1 Maske „1.1 Geometrie“


Nach dem Aufruf von RF-STANZ wird das RF-STANZ-Fenster mit der Maske „1.1
Basisangaben“ eingeblendet.

Maske 1.1 Basisangaben

Zu Beginn dieser Maske befindet sich eine Listbox, aus der der Benutzer die Norm
auswählen kann, nach der die Bemessung stattfinden soll. Darunter befindet sich ein
Textfeld, in dem die Nummer der Knoten, für die ein Durchstanznachweis geführt werden
soll, eingetragen werden können. Sie sind durch ein Komma zu trennen. Oder diese
Nummern erscheinen dann dort automatisch, sobald sie in der grafischen
Benutzeroberfläche ausgepickt wurden. Um zulässige Knoten auszupicken, ist der Button
hinter dem Textfeld zu drücken. Es erscheint die in RFEM erzeugte Struktur mit folgendem
Dialog.

Dialog zum Auspicken der Knoten

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4.3 Eingabemasken

Nun können Knoten in beliebiger Reihenfolge aus einer zuvor angelegten Struktur
ausgepickt werden. Bereits ausgepickte Knoten erhalten eine andere Farbe. Über den
Button [OK] des zuletzt genannten Dialogs wird dann in das Modul RF-STANZ zurück
gekehrt. Ist von vorne herein klar, dass an allen Knoten ein Durchstanznachweis geführt
werden soll, so kann ein Haken [Alle] gesetzt werden. Da es jedoch unwahrscheinlich ist,
dass an allen Knoten ein Durchstanznachweis geführt werden soll, kann [Alle] zunächst
benutzt werden, um die Nummer jedes Knoten im Textfeld zu erfassen. Anschließend wird
[Alle] wieder deaktiviert und es bleiben jedoch die Nummern der Knoten im Textfeld
erhalten. Über den Button zum Auspicken der Knoten, können nun die nicht relevanten
Knoten wieder entfernt oder sie können direkt aus dem Textfeld gelöscht werden.

Als nächstes muss die Belastung gewählt werden, aus der die Durchstanzlast an den zuvor
ausgewählten Knoten ermittelt werden soll. In den beiden Fenstern auf der linken Seite
befindet sich die in RFEM angelegten Lastfälle (oberes Fenster) und angelegten Lastfall-
gruppen bzw. Lastfallkombinationen (unteres Fenster).

Auswahl von Lastfällen, Lastfallgruppen oder Lastfallkombinationen

Über den Button [>] wird der markierte Inhalt des entsprechenden Fensters dem rechten
Fenster für die zu bemessenden Belastung zugewiesen.

Über den Button [>>] wird der komplette Inhalt des entsprechenden linken Fensters zur
Bemessung verwendet.

Über die Button [<] bzw. [<<] unterhalb des rechten Fensters können die Lastfälle,
Lastfallgruppen und/oder Kombinationen, die bereits für eine Bemessung ausgewählt
wurden, wieder aus der Bemessung ausgeschlossen werden.

Textfeld zur Eingabe von Kommentaren

Im Textfeld [Kommentar] kann jeder RF-STANZ-Fall separat mit Anmerkungen versehen


werden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


69
4.3 Eingabemasken

4.3.2 Maske „1.2 Material der Flächen“

Diese Maske besteht unter anderem aus zwei Tabellen.

Maske „1.2 Material der Flächen“

In der oberen Tabelle [Materialien] erscheinen die verschiedene Materialsätze bestehend aus
einer Betonklasse und einer Stahlgüte. Sie wurden zuvor in RFEM angelegt. Durch Klicken in
die Zelle mit der voreingestellten Betongüte erscheint in einer Listbox, mit den, für die
jeweilige Norm zur Vorfügung stehenden, Betongüten.

Maske „1.2.1 Materialien“ – Auswahl der Betongüte

Auf die gleiche Art und Weise kann in der nächsten Spalte eine Stahlsorte ausgewählt
werden.

Dieser Materialsatz wird dann durch die Materialnummer in der ersten Spalte identifiziert.

70 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Diese Materialnummer kann dann ein oder mehreren Flächen in der unteren Tabelle
[Flächen] zugeordnet werden. Dort ist auch in der Spalte C zu entscheiden, welche Dicke die
Fläche für die Bemessung in RF-STANZ haben soll. Standardmäßig findet sich dort die Dicke
der Fläche, wie sie bei der Erzeugung in RFEM festgelegt wurde.

Außerdem existieren auf dieser Maske noch drei Button. Wird der unten abgebildete Button
unterhalb der Spalte A gedrückt, so erscheint die Beton-Bibliothek der jeweiligen Norm.

Button [Beton-Bibliothek]

...] erfolgen. Es erscheint folgender Dialog.

Beton-Bibliothek

Dieser Dialog besteht aus drei Bereichen. Links befinden sich sogenannte [Filter], die aber im
Falle der Nutzung dieser Bibliothek über das Modul nicht verfügbar sind, da durch bereits
vorher getätigte Eingaben die gewünschten Materialien angezeigt werden. In einer Tabelle
links oben befinden sich alle Materialien, von denen eines durch Anklicken mit der rechten
Maustaste ausgewählt werden kann. Die untere Tabelle ist eine reine Ansichtstabelle, die
die Eigenschaften des Materials anzeigt.

Über die Schaltfläche [Neues Material anlegen ...] könnte ein eigener Beton definiert
werden. Da jedoch beispielsweise der Mindestschubbewehrungsgrad in Tabelle 5.5 sowohl
vom gewählten Beton, als auch von der gewählte Bewehrung abhängen und für

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


71
4.3 Eingabemasken

selbstdefinierte Betone keine Mindestschubbewehrungsgrade vorliegen,ist es im Modul RF-


STANZ zwar möglich selbstdefinierte Betone anzulegen, aber eine Berechnung ist für sie
dennoch nicht möglich.

Weitere Schaltflächen

Jeder Betonfestigkeitsklasse muss eine Bewehrungsstahlsorte zugewiesen werden. Die


Auswahl der Stahlsorte für den Bewehrungsstahl erfolgt analog. Mit der Schaltfläche
[Betonstahl-Bibliothek ...] wird die Bibliothek aufgerufen.

Betonstahl-Bibliothek

Es erscheint dann folgender Dialog.

Betonstahl-Bibliothek

72 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

4.3.3 Maske „1.3 Zusätzliche Öffnungen“


In dieser Maske können Öffnungen in einer Fläche definiert werden, die auf die Steifigkeit
der RFEM-Struktur keinen Einfluß haben, da diese Öffnungen nur für den Durchstanz-
nachweis berücksichtigt werden. Umgekehrt werden Öffnungen, die als wirkliche
Aussparung in der RFEM-Struktur erzeugt wurden, natürlich beim Durchstanznachweis auch
berücksichtigt. Diese Maske 1.3 besteht aus einer Tabelle, in der die Eigenschaften jeder
Öffnung festgelegt werden können.

Maske „1.3 Öffnungen“

Links darunter befindet sich eine erläuternde statische Grafik, die verdeutlicht was unter
den einzelnen Eigenschaften der Tabelle zu verstehen ist. Rechts befindet sich eine
interaktive Grafik, die die Fläche, für die sie gerade eine neue Öffnung anlegen wollen, mit
allen angelegten Öffnungen, sowie den wirklichen Aussparungen zeigt.

Zunächst präsentiert sich die Maske 1.3 wie oben dargestellt. Das rechte Grafikfenster
enthält noch keine Fläche, da diese noch nicht einer Öffnung (identifiziert durch die
Nummer in der ersten Spalte der oberen Tabelle) zugewiesen wurde.

Um also dem Programm mitzuteilen, in welcher Fläche sich die Öffnung befinden soll, ist in
der zweiten Spalte entweder die Nummer der jeweiligen Fläche einzutragen oder es ist der
Button [...] zu drücken.

Fläche für die Öffnung auswählen

Sofern der Button [...] gedrückt wird, erscheint die RFEM-Struktur und der Benutzer wird
durch folgenden Dialog aufgefordert eine Fläche durch Anklicken mit der linken Maustaste
auszuwählen.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


73
4.3 Eingabemasken

Dialog zum Auspicken der Fläche

Sobald dies geschehen ist, erscheint die Nummer der ausgepickten Fläche in der Tabelle.
Und im unteren linken Grafikfenster wird diese Fläche dargestellt.

Darstellung der Fläche für die Öffnung

In exponierter Darstellung sind dort auch jene Knoten zu sehen, für die ein
Durchstanznachweis erfolgen soll (hier Knoten in Flächenmitte).

In die beiden folgenden Spalten ist nun die Lage der Öffnung auf der zuvor ausgewählten
Fläche einzutragen. Dazu kann in Spalte B die Nummer eines Bezugsknotens eingeben oder
dieser kann über den Button [...] aus RFEM ausgepickt werden.

Position der Öffnung

Ein Bezugsknoten ist einer jener Knoten der gerade betrachteten Fläche. Die Koordinaten
des Mittelpunkts der noch zu definierenden Öffnung werden dann relativ zu diesem
Bezugsknoten in den nächsten beiden Spalten eingegeben.

Definition des Bezugsknotens

Wurde als Bezugsknoten die „0“ stehen gelassen, dann beziehen sich die Angaben der
Position auf den Abstand in x- und y-Richtung des lokalen Plattenkoordinatensystems.

74 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Alternativ kann die Lage auch über [...] durch Klicken mit der linken Maustaste auf die
entsprechende Stelle der zuvor ausgewählten Platte definiert werden. Die Koordinaten der
Öffnung erscheinen dann automatisch in der Tabelle.

In die nächste Spalte ist aus einer Listbox die Form der Öffnung auszuwählen.

Form der Öffnung

Entscheidet sich der Benutzer für eine rechteckige Form, so kann er in die nächsten zwei
Felder Länge und die Breite der Öffnung eintragen. Bei einer runden Form hingegen sind die
nächsten beiden Felder ausgegraut, dass heißt hier können keine Werte eingetragen
werden. Nach diesen ausgegrauten Feldern jedoch schließt ein Feld an, in das der
Durchmesser der runden Öffnung eingetragen werden kann.

Bei einer rechteckigen Öffnung ist es noch möglich, die Drehung zu definieren. Die
Positivdefinition der Drehung ist festgelegt im Uhrzeigersinn, ausgehend von der positiven
x-Achse des lokalen Plattenkoordinatensystem.

Eigenschaften der Öffnung

Nachdem alle Eigenschaften der Öffnung definiert worden sind, erscheint diese in der
Fläche des rechten unteren Grafikfensters.

Darstellung der definierten Öffnungen

Unterhalb dieser Darstellung befindet sich ein Button, auf dem ein Auge abgebildet ist.
Wird dieser Button gedrückt, erscheint ein eigenes großes Fenster für die Grafik.

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75
4.3 Eingabemasken

Grafik der angelegten Öffnung

Über die Tastenkombination [Strg+y] kann diejenige Öffnung wieder gelöscht werden, in
deren Zeile sich der Cursor befindet.

4.3.4 Maske „1.4 Längsbewehrung“


In dieser Maske können für jede Fläche die Anzahl der Bewehrungsbahnen, die Größe der
Betondeckung und die Richtung der Bewehrungsbahnen getrennt für Plattenober- und
Plattenunterseite festgelegt werden.

Maske 1.4 Längsbewehrung

Unter der Tabelle verdeutlichen zwei interaktive Grafiken, worauf sich die gemachten
Angaben beziehen. Die linke Grafik zeigt einen Schnitt durch die Platte. Wird nun die
Betondeckung einer Lage eingegeben, so erscheinen die dort schematisch dargestellten

76 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Bewehrungsstäbe in einer roter Farbe. In der rechten Grafik wird ihre Ausrichtung durch
einen Pfeil versinnbildlicht.

4.3.5 Maske „1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften“


Diese Maske enthält zwei Tabelle sowie ein Grafikfenster im rechten unteren Teil, das die
Lage des gerade betrachteten Durchstanzknotens durch exponierte Darstellung wiedergibt.
Im Grafikfenster werden die, für den Durchstanznachweis vorgesehenen, Knoten etwas
größer in grüner Farbe dargestellt. Der aktuell betrachtete Knoten wird in gelb dargestellt.
Alle weiteren Knoten, die nicht für einen Durchstanznachweis ausgewählt wurden, werden
in rot dargestellt.

Maske „1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften“

Die obere Tabelle zeigt eine Übersicht der, für das Durchstanzen in Maske 1.1 Basisangaben,
ausgewählten Knoten. In dieser oberen Tabelle befinden sich bereits die wichtigsten
Eigenschaften dieser Knoten. Weitere Eigenschaften für einen bestimmten Knoten lassen
sich dadurch definieren, indem in dieser oberen Tabelle auf eine bestimmte Zeile geklickt
wird. Nun können in der unteren Detailtabelle weitere Angaben je nach Bemessungsnorm
zu diesem bestimmten Durchstanzknoten in den weiß hinterlegten Textfeldern gemacht
werden. Bevor die Detailtabelle für die verschiedenen Bemessungsnormen vorgestellt
werden soll, wird zunächst noch einmal auf die Haupttabelle eingegangen.

Haupttabelle zur Festlegung der Eigenschaften der Durchstanzknoten

Die ersten vier Spalten dienen rein der Information und können nicht durch den Benutzer
verändert werden. In der fünften Spalte kann sich der Benutzer über eine Listbox zwischen
einer rechteckigen und einer runden Form der Lasteinleitungsfläche entscheiden. Bei einer
rechteckigen Form der Lasteinleitungsfläche sind noch die Längenausdehnungen a und b,

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


77
4.3 Eingabemasken

sowie die Drehung β zu bestimmen. Eine runde Form der Lasteinleitungsfläche erfordert die
Angabe des Durchmessers d.

Von großer Bedeutung ist noch die Art der Durchstanzbewehrung.

Haupttabelle zur Festlegung der Eigenschaften der Durchstanzknoten

Wählt der Benutzer hier [Keine] aus, so gestaltet sich der Nachweis der Platte so, dass
kontrolliert wird, ob die Querkrafttragfähigkeit der Platte alleine ausreichend ist. Die
Angabe, ob die Durchstanzbewehrung vertikal oder schräg angeordnet wird, hat
besonderen Einfluss auf den Nachweis nach DIN 1045-01. Als letzte Auswahlmöglichkeit
kann der Benutzer HDB wählen. Dies bedeutet dann, dass die Bemessung mit der
Bemessungssoftware des Dübelleistenherstellers HALFEN-DEHA erfolgt. Um diese
Bemessungssoftware aufzurufen ist [...] mit der linken Maustaste zu klicken.

Aufruf des Bemessungsprogramms des Dübelleistenherstellers DEHA-HALFEN

4.3.5.1 Bemessungsprogramm des Dübelleistenherstellers DEHA-HALFEN


Es erscheint die erste Maske dieses Bemessungsprogramms.

Erste Maske des Bemessungsprogramms des Dübelleistenherstellers DEHA-HALFEN

Dort ist [Start] zu drücken. Anschließend erscheint folgender Dialog.

78 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Erster Dialog im Bemessungsprogramm des Dübelleistenhersteller DEHA-HALFEN.

Hier muss der Button [Übernehmen] gedrückt werden, um ...

Button [Übernehmen]

... zur Hauptmaske zu gelangen.

Hauptmaske des Bemessungsprogramms des Dübelleistenherstellers DEHA-HALFEN

Von hier aus kann dann mit der Bemessung gemäß der HDB-Zulassung begonnen werden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


79
4.3 Eingabemasken

Bevor vorgestellt wird, welche einzelnen Angaben in der Detailtabelle bei der Bemessung
nach den verschiedenen Normen zu machen sind, soll eben noch die Kopfzeile der
Detailtabelle etwas näher erläutert werden.

Kopfzeile der Detailtabelle für die Eigenschaften der Durchstanzknoten

Zunächst findet sich hier die Information, für welchen Knoten diese Details gelten. In
diesem Beispiel Knoten Nr. 8, weil zu letzt in die Zeile des Knotens Nr. 8 in der oberen
Tabelle der Maske 1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften geklickt wurde. Will man nun die
Details für einen anderen Knoten bestimmen, so kann entweder in der obigen Tabelle die
Zeile des entsprechenden Knotens durch Anklicken ausgewählt werden oder über Button
[Pick] am Fuße der Detailtabelle ...

Button [Pick]

... kann dieser Knoten in RFEM mit der linken Maustaste angeklickt und somit ausgewählt
werden. Die Detailtabelle selber ist nach einer sogenannten Baumstruktur aufgebaut. In
allen Zellen, die einen weißen Hintergrund besitzen, kann eine Eingabe gemacht werden.

4.3.5.2 Detailtabelle zur Bemessung nach DIN 1045-88


Als erstes Eigenschaft in dieser Tabelle ist die Form der Lasteinleitungsfläche des
Durchstanzknotens zu definieren.

Detailtabelle – Form des Durchstanzknotens

Diese Eingabe kann hier oder bereits in der oberen Tabelle geschehen.

Anschließend muss durch den Benutzer festgelegt werden, ob es sich gemäß DIN 1045-88
Abs.22.5.1.1 (1) um eine Innenstütze, eine Randstütze oder ein Eckstütze handelt.

Detailtabelle – Lage des Durchstanzknotens (Mitte)

Wird nun aus der Listbox Rand für eine Randstütze ausgewählt, so verändert sich die
Detailtabelle in folgender Weise.

Detailtabelle – Lage des Durchstanzknotens (Rand)

In eine weitere Zeile kann nun die Nummer der Linie eingegeben werden, die für den
betrachteten Durchstanzknoten den nächsten Rand darstellt. Über den Button [...] gelangt
man in RFEM. Dort kann der Rand (die Linie) durch Anklicken mit der linken Maustaste
einfach ausgewählt werden. Nachdem der Rand definiert worden ist, erscheint der Abstand
der Lasteinleitungsfläche von diesem Rand in der nächsten Zeile.

80 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Wird aus der Listbox [Ecke] für eine Eckstütze ausgewählt, so müssen demzufolge zwei
Ränder (Liniennummern) bestimmt werden.

Detailtabelle – Lage des Durchstanzknotens (Ecke)

Als nächstes erfolgt die Definition der Durchstanzbewehrung.

Detailtabelle – Durchstanzbewehrung

Diese Eingabe ist gleichbedeutend mit der Eingabe in der Haupttabelle.

Als nächstes erfolgen Angaben zur Längsbewehrung der Platte, die nur auf den Bereich
dieses Durchstanzknotens zutreffen. Angabe, die die ganze Platte betreffen wie
beispielsweise die Anzahl, Richtung und Betondeckung der Bewehrungsbahnen wurden
bereits in der Maske 1.4 Längsbewehrung getätigt.

Detailtabelle – Durchstanzbewehrung

In der ersten Zeile dieses Überpunktes kann der Benutzer durch Anklicken der Schaltfläche
bestimmen, ob er die Größe des eingelegten Längsbewehrungsquerschnittes bereits
vorgeben möchte. Wird diese Schaltfläche angeklickt, so verändert sich die Tabelle wie
folgt.

Detailtabelle – Längsbewehrung definieren

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


81
4.3 Eingabemasken

Die Anzahl der Bahnen ergeben sich hier so, wie sie in der Maske 1.4 Längsbewehrung für
die Plattenoberseite und die Plattenunterseite definiert wurden. Die 1. Bahn verläuft in der
dort festgelegten Bahnrichtung φ1, die restlichen Bahnen entsprechend in den weiteren
Bahnrichtungen. Für jede Bahn kann nun die Größe der eingelegten Längsbewehrung in
cm²/m eingetragen werden. Eine vorgegebene Längsbewehrung bedeutet nun, dass
versucht wird, mit dieser eine Lösung zu ermitteln.

Im unteren Abschnitt der letzten Abbildung ist zu sehen, dass neben der Größe des
eingelegten Längsbewehrungsquerschnittes für jede Bahn auch noch die Breite (senkrecht
zur Richtung der verlegten Stäbe) definiert werden muss. Die Länge (parallel zur Richtung
der verlegten Stäbe) ergibt sich aus dem Umfang des Durchstanzkegels (DIN 1045-88) bzw.
des äußeren Rundschnitts (andere Normen). Sie definieren den Bereich, in dem diese
Längsbewehrung vorhanden sein muss und wird vom Programm automatisch ermittelt.

An die Definition der Lage und Größe der Längsbewehrung schließt die Definition der
Durchstanzlast an, die punktuell in die Fläche eingeleitet werden soll.

Detailtabelle – Durchstanzlast ermitteln

Diese kann wie hier voreingestellt aus den Auflagerkräften, den definierten Einzellasten
bzw. den Normalkräften der anschließenden Stäbe vom Programm selbstständig ermittelt
werden oder durch den Benutzer definiert werden. Dazu muß einfach in die Zelle mit
[Ermitteln] geklickt und aus der Listbox [Eingeben] ausgewählt werden.

Detailtabelle – Durchstanzlast eingeben

Daraufhin erscheinen in der Tabelle zwei neue Zeilen, in die dann die Größe und die
Richtung der definierten Durchstanzlast eingetragen werden können.

Detailtabelle – Durchstanzlast eingeben

In [+Z] bedeutet, dass die Orientierung der Durchstanzlast in Richtung der Z-Achse des
lokalen Koordinatensystems der Platte erfolgt.

Der letzte Punkt der Detailtabelle ist zur Definition einer entgegengesetzt zur Durchstanzlast
orientierten Gleichflächenlast. Nach DIN 1045-88 Abs. 22.7 darf beispielsweise bei der
Bemessung von Fundamenten diese Gleichflächenlast von der Durchstanzlast abgezogen
werden.

Detailtabelle – Durchstanzlast eingeben

82 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

4.3.5.3 Detailtabelle zur Bemessung nach DIN 1045-01


In der folgenden Programmbeschreibung werden nur noch jene Teile der Detailtabelle
vorgestellt, die sich von der Detailtabelle zur Bemessung nach DIN 1045-88 unterscheiden
bzw. dort gar nicht enthalten sind.

Der erste Punkt in der Detailtabelle, der sich von der Detailtabelle der DIN 1045-88
unterscheidet, bezieht sich auf die, gemäß Abs. 10.5.6 der DIN 1045-01, anzusetzenden
Mindestmomente zur Sicherstellung einer ausreichenden Längsbewehrung.

Detailltabelle – Beachten von Mindetmomenten

Falls der Benutzer diesen Nachweis der Mindestmoment für erforderlich hält, da die
reguläre Bemessung für die Schnittgrößen zu einer kleineren Längsbewehrung geführt
haben kann, so ist dies durch einen Klick mit der linken Maustaste auf die Checkbox in der
zuletzt genannten Zeile möglich.

Sofern diese Checkbox abgehakt wurde, kontrolliert das Programm zunächst, ob die
Anordnung der, für das Durchstanzen ausgewählten, Knoten identisch mit der Anordnung
gemäß Bild 46 der DIN 1045-01 ist. Ist dies nicht der Fall, so kann die Ermittlung der
Momentenbeiwerte ηx und ηy nicht automatisch nach Tabelle 14 der DIN 1045-01 erfolgen.
Die Voraussetzung zur automatischen Ermittlung der Momentenbeiwerte sind ein
orthogonales Stützenraster und Plattenränder, die dazu parallel verlaufen. Das heißt, alle
zur Bemessung ausgewählten Knoten müssen sich durch aufeinander senkrecht stehenden
Linien verbinden lassen können und es muss sich entlang einer solchen Linie an jedem
Kreuzungspunkt mit einer senkrecht zu ihr verlaufenden Linie ein Knoten befinden.
Folgende Beispiele verdeutlichen diesen etwas komplizierten Zusammenhang.

Die erste Abbildung zeigt ein orthogonales Stützenraster. Die Momentenbeiwerte η und die
Verteilungsbreite der Momente können nach Tabelle 14 ermittelt werden.

Grafik – Orthogonales Stützenraster

Die Richtung βs der zur Aufnahme dieses Mindestmoments erforderlichen Längsbewehrung,


ihre Verteilungsbreite b, sowie die Momentenbeiwerte ηab und ηzu zur Bestimmung des
Mindestmoments an der lastabgewandten bzw. lastzugewandten Seite werden in den
folgenden Zeilen der Detailtabelle für das erste und das zweite Mindestmoment
ausgegeben.

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83
4.3 Eingabemasken

Detailtabelle – Ermittelte Parameter zur Bestimmung der Mindestmomente

Würde man nun den Knoten in der Mitte ein Stück nach links rücken, so liegt kein
orthogonales Stützenraster gemäß Bild 46 der DIN 1045-01 vor.

Grafik – Kein orthogonales Stützenraster

Leicht zu erkennen ist dies, sofern beim Verbinden der ausgewählten Knoten durch Linien
sich Schnittpunkte dieser Linien ergeben, bei denen die Linien nicht aufeinander senkrecht
stehen oder keinen Knoten enthalten.

Grafik – Kein orthogonales Stützenraster

Somit sind die Voraussetzungen für eine automatische Ermittlung der Mindestmomente
nicht gegeben. Die Detailtabelle stellt sich in diesem Punkt wie folgt da.

Detailtabelle – Mindestmomente definieren

84 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Soll jedoch ein einzelner Knoten für das Durchstanzen nachgewiesen werden, so kann das
Programm natürlich kein Stützenraster erkennen und somit die Parameter zur Ermittlung
der Mindestmomente nicht automatisch ermitteln. Diese können dann jedoch durch den
Benutzer definiert werden. Dazu ist einfach die Checkbox in der letzten Zeile der zuletzt
gezeigten Darstellung abzuhaken. Die Detailtabelle ändert sich wie folgt.

Detailtabelle – Mindestmomente definieren

Sämtliche Parameter können nun verändert werden. Die Bewehrungsrichtungen müssen mit
den in Maske 1.4 Längsbewehrung definierten Bewehrungsrichtungen identisch sein, da
sonst keine Bemessung für die Mindestmomente stattfinden kann.

Der nächste Punkt der Detailtabelle, wie er nur für die DIN 1045-01 existiert, ist dazu da ,um
Einfluss auf die Ausbildung der Rundschnitte zu nehmen. Dies macht dann Sinn, wenn
bestehende Durchstanznachweise mit der gleichen Anordnung von Rundschnitten
nachgewiesen werden sollen. Oder die maximale Größe des letzten Rundschnittes aus
konstruktiven Gründen oder um Kollisionen mit anderen Rundschnitten zu vermeiden
begrenzt werden soll. Soll die Anzahl und die Lage der einzelnen Rundschnitte jedoch vom
Programm ermittelt werden, so ist dieser Teil der Tabelle, wie er sich in der unteren
Darstellung zunächst zeigt, nicht zu verändern.

Detailtabelle – Rundschnitte auslegen

Wird nun durch Anklicken der Checkbox in dieser Zeile mit der linken Maustaste das
Kreuzchen entfernt, so kann sich die Detailtabelle je nach Art der Durchstanzbewehrung
(vertikal oder schräg) wie folgt verändern. Die folgende Abbildung zeigt zunächst mal die
Veränderung der Detailtabelle für eine vertikale Durchstanzbewehrung, bei der mehrere
innere Rundschnitte auszubilden sind.

Detailtabelle für vertikale Durchstanzbewehrung

Detailtabelle – Rundschnitte definieren

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


85
4.3 Eingabemasken

Zunächst erhält der Benutzer hier den Abstand swcrit von der Lasteinleitungsfläche und den
Umfang ucrit des wichtigsten, in seiner Form und Größe durch die DIN 1045-01 genau
vorgegebenen, kritischen Rundschnitts. Alle weiteren Rundschnitte sind gemäß Abs.10.5.2
(5) affin zu diesem kritischen Rundschnitt auszubilden.

Die Angaben zum kritischen Rundschnitt wurden normenkonform ermittelt und können
nicht durch den Benutzer verändert werden. Einfluss jedoch kann der Benutzer auf die
inneren Rundschnitte nehmen. Dazu ist einfach die Checkbox in der entsprechenden Zeile
mit der linken Maustaste abzuhaken. Die Tabelle ändert sich darauf hin wie folgt.

Detailtabelle – Anzahl innere Rundschnitte definieren

In der obigen Abbildung ist zu sehen, das nun zwei weitere Zeilen für die inneren
Rundschnitte erschienen sind. In die erste dieser beiden kann die Anzahl der inneren
Rundschnitte eingetragen werden. Voreingestellt ist die Mindestanzahl innerer Rundschnitte
gemäß 13.3.3 (7) für eine vertikale Durchstanzbewehrung. In der anschließenden Zeile kann
er zudem bestimmen, ob er die Abstände jedes dieser inneren Rundschnitte definieren
möchte. Dazu muss er einfach die Checkbox in dieser Zeile durch Anklicken mit der linken
Maustaste mit einem Kreuzchen versehen. Die Tabelle ändert sich dann wie folgt.

Detailtabelle – Anzahl und Abstand der inneren Rundschnitte definieren

Es erscheinen weitere Zeilen, in die für jeden inneren Rundschnitt der Abstand von der
Lasteinleitungsfläche eingetragen werden kann. Dabei sind die Vorschriften hinsichtlich der
zulässigen Abstände gemäß DIN 1045-01 genau einzuhalten. Zum einen ist dort in Absatz
10.5.5 (2a) vorgeschrieben, dass der Abstand des ersten inneren Rundschnittes genau die
halbe mittlere statische Höhe der Platte zu betragen hat. Zum anderen kann Absatz 10.5.5
(2b) entnommen werden, dass der Abstand zwischen den inneren Rundschnitten maximal
0.75d betragen darf. Zur Laufzeit kontrolliert das Programm, ob diese Abstände eingehalten
sind. Ist dies nicht der Fall so wird der Nachweis abgebrochen (sh. Flussdiagramm in
entsprechenden Teil dieses Handbuchs).

Als nächstes könnte der äußere Rundschnitt definiert werden. Da dieser jedoch gemäß
jedoch gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5(4) im Abstand von 1.5d vom letzten inneren
Rundschnitt zu liegen hat, macht es bei definierter Lage dieses letzten inneren Rundschnitt
keinen Sinn, den äußeren Rundschnitt definieren zu wollen. Würde dort ein anderer
Abstand von der Lasteinleitungsfläche eingetragen werden, als derjenige, der sich ergibt,

86 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

sobald zum Abstand der letzten inneren Rundschnittes 1.5d hinzugezählt würden, würde
das Programm dies zur Laufzeit erkennen und den Nachweis beenden.

Definieren des Abstands der äußeren Rundschnittes über Anklicken der Checkbox in der
entsprechenden Zeile mit der linken Maustaste, ist dann sinnvoll, wenn entweder die
inneren Rundschnitte gar nicht definiert wurden ...

Detailtabelle – Definieren des äußeren Rundschnittes bei nicht definierten inneren Rundschnitten

... oder nur ihre Anzahl festgelegt wurde.

Detailtabelle – Definieren des äußeren Rundschnittes bei definierter Anzahl innerer Rundschnitte

Definiert man den Abstand des äußeren Rundschnittes bei nicht definierter Anzahl der
inneren Rundschnitte, so wird vom Programm die Anzahl und der Abstand der inneren
Rundschnitte zur Laufzeit so gewählt, dass die Durchstanzbewehrungsmenge für die
inneren Rundschnitte möglichst gering wird und gleichzeitig die zulässigen Abstände
eingehalten werden.

Definiert man den Abstand des äußeren Rundschnittes bei definierter Anzahl der inneren
Rundschnitte, so wird vom Programm zur Laufzeit der Abstand der inneren Rundschnitte
selbst bestimmt. Lässt die definierte Anzahl der inneren Rundschnitte nur einen unzulässig
großen Abstand zwischen den einzelnen inneren Rundschnitten zu, so bricht das Programm
mit dem entsprechenden Hinweis die Bemessung ab.

Schließlich können noch weitere äußere Rundschnitte definiert werden. In Ihnen wird die
Querkrafttragfähigkeit der Platte untersucht und durch sie kann sichergestellt werden, dass
die erforderliche Längsbewehrung so weit geführt wird, dass sie noch über den letzten
weiteren äußeren Rundschnitt hinaus verläuft. Die Definition weiterer äußerer Rundschnitte
ist unabhängig von der Definition vorheriger Rundschnitte. Teilt man dem Programm durch
Anklicken der Checkbox mit der linken Maustaste in der entsprechenden Zeile mit, dass
weitere äußere Rundschnitte definiert werden sollen, so kann dies durch folgende
Veränderung geschehen.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


87
4.3 Eingabemasken

Detailtabelle – Definieren weiterer äußerer Rundschnitte

Zunächst ist in der ersten, sich ergebenden Zeile die Anzahl der weiteren äußeren
Rundschnitte festzulegen. Anschließend erscheint für jeden dieser weiteren äußeren
Rundschnitte eine Zeile, in die sein Abstand zur Lasteinleitungsfläche eingeleitet werden
kann.

Als nächstes soll die Ausbildung der Detailtabelle für schräge Durchstanzbewehrung
vorgestellt werden.

Detailtabelle für schräge Durchstanzbewehrung

Diese Detailtabelle ist wesentlich einfacher aufgebaut, da bei schräger Durchstanz-


bewehrung gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (3) die Bewehrung in einem Schnitt im
Abstand von 0.5d von der Lasteinleitungsfläche nachzuweisen ist. So besteht diese
Detailtabelle nur aus der Ausgabe der Eigenschaften des kritischen Rundschnittes und der
Möglichkeit, weitere äußere Rundschnitte nachzuweisen. Diese weiteren äußeren
Rundschnitte sind analog der Detailtabelle für vertikale Durchstanzbewehrung zu
definieren.

Detailtabelle – Definieren von Rundschnitten für schräge Durchstanzbewehrung

Der Aufbau der restlichen Detailtabelle unterscheidet sich nicht vom Aufbau der Detail-
tabelle nach DIN 1045-88.

Als nächstes kann der Aufbau der Detailtabelle für den Durchstanznachweis nach EC2
vorgestellt werden.

4.3.5.4 Detailtabelle zur Bemessung nach EC2


Zunächst gilt es jedoch noch zu erwähnen, dass sich auch die Haupttabelle für die
Bemessung nach DIN EC2 unterscheidet. Zum Zeitpunkt der Erstellung unseres Programms
existiert die bauaufsichtliche Zulassung des Dübelleistenherstellers DEHA/HALFEN für die
DIN 1045-88 und die DIN 1045-01. Hat der Benutzer sich in RF-STANZ für die Bemessung
nach EC2 oder ÖNORM entschieden, ist es nicht möglich, als Durchstanzbewehrung
Dübelleisten von DEHA/HALFEN zu wählen.

Hauptltabelle – Mögliche Durchstanzbewehrung für EC2 bzw. ÖNORM

88 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.3 Eingabemasken

Diese Detailtabelle unterscheiden sich von der Detailtabelle für die DIN 1045-01 nur bei der
Definition der Rundschnitte. Beim Durchstanznachweis nach EC2 erfolgt die Ermittlung der
erforderlichen Durchstanzbewehrung unabhängig davon, ob sie vertikal oder horizontal
geneigt ist, ausschließlich für den kritischen Rundschnitt. Im Absatz 4.3.4.5.2(3) des EC2
wird die Möglichkeit eingeräumt, die Querkrafttragfähigkeit in weiteren äußeren
Rundschnitten zu untersuchen. So können diese weiteren äußeren Rundschnitte im
Programm wieder analog der Vorgehensweise der Detailtabelle für die DIN 1045-01
definiert werden.

Detailtabelle – Definieren weiterer äußerer Rundschnitte

Damit sind alle Eingabemasken erschöpfend beschrieben. Es kann sich den Ausgabemasken
zugewandt werden.

4.3.5.5 Detailtabelle zur Bemessung nach ÖNORM


Diese Detailtabelle unterscheiden sich von der Detailtabelle für den EC2, weil nach den
beiden Punkten [Form] und [Lage] eine zusätzliche Zeile erscheint, in der der Benutzer die
größte Stützweite gemäß 3.4.5.3 (1) eintragen kann.

Anschließende Stützweite

Beim Durchstanznachweis nach ÖNORM wird anstelle eines Mindestmomentes gleich die
Mindestbewehrung mit Hilfe der bezogenen Ausmitte bestimmt.

Mindestbewehrung

Die restliche Detailmaske zur Bemessung nach der ÖNORM unterscheidet sich nicht von den
Detailmasken der bereits vorgestellten Normen.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


89
4.4 Ergebnismasken

4.4 Ergebnismasken

4.4.1 Maske „2.1 Nachweise“


Das Erscheinungsbild dieser Maske variiert für die verschiedenen Normen. Bevor es für die
einzelnen Normen vorgestellt werden soll, wird der prinzipielle Aufbau dieser Maske 2.1
Nachweise vorgestellt.

Abbildung 4.3: Maske „2.1 Nachweise“

Die Maske besteht aus zwei Tabellen und einem interaktivem Grafikfenster. In der oberen
Tabelle, der Haupttabelle, sind in der ersten Spalte alle Knoten aufgelistet, die zuvor vom
Benutzer für einen Durchstanznachweis ausgewählt wurden. In der anschließenden Spalte
ist der Lastfall, die Lastfallgruppe oder die Lastfallkombination eingetragen, die die
maßgebende Durchstanzlast ergab. Die darauffolgende Spalte gib die Bezeichnung der
Einzelnachweise wieder, die für den Gesamtnachweis des Durchstanzknotens erforderlich
waren. Ein quantitative und qualitative Aussage darüber, ob der Nachweis erfolgreich
geführt werden konnte, vermittelt die Spalte „Nachweiskriterium“. Das Kriterium stellt den
Quotient aus Beanspruchung durch Beanspruchbarkeit dar. Ein Kriterium kleiner gleich eins
bedeutet demzufolge, dass der Nachweis erfüllt werden konnte. Ein Kriterium größer eins
deutet auf eine Nichterfüllung des Nachweises hin. In der letzten Spalte der Haupttabelle
erscheinen für gewisse Zeilen gegebenenfalls Nummern bestimmter Anmerkungen. Die
Anmerkung selber ist in dann am unteren Rand dieser Maske zu lesen und kommentiert das
Ergebnis der Bemessung. Diese Haupttabelle ist mit der interaktiven Grafik verbunden.
Befindet man sich in einer Zeile für einen bestimmten Knoten, so wird dieser samt der
zugehörigen Platte mit Nummerierung im interaktiven Grafikfenster dargestellt.

Die zweite Tabelle auf dieser Maske ist die Detailtabelle. Sie zeigt sämtliche Zwischenschritte
desjenigen Nachweises an, der durch einen Klick mit der linken Maustaste in der
Haupttabelle ausgewählt wurde. Diese Detailtabellen sind aufgebaut wie eine
handgerechnete Statik. Sie beginnen im Allgemeinen mit der Ermittlung der maßgebenden
Belastung aus RFEM. Daraus wird eine Beanspruchung ermittelt. Es schließt die Bestimmung
der Beanspruchbarkeit an. In einem abschließenden Nachweis werden diese beiden Größen

90 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

gegenübergestellt und aus ihnen das Nachweiskriterium bestimmt. Diese Detailtabelle ist
nach dem Prinzip der Informationsverdichtung hierarchisch aufgebaut. Das heißt, dass sich
die Endergebnisse einer Berechnung auf einer höheren Darstellungsebene befinden, als die
Zwischenergebnisse, die zu ihrer Ermittlung erforderlich waren. Zu einer tieferen
Darstellungsebene gelangt man, indem mit der linken Maustaste auf eines der Pluszeichen
geklickt wird. Es erscheinen unter dieser Zeile die Zwischenergebnisse in weiteren etwas
eingerückten Zeilen. So kann man sich bis zur untersten Darstellungsebene durchklicken, die
dann erreicht ist, sobald zu Beginn einer Zeile keine Pluszeichen mehr vorhanden sind oder
diese durch Minuszeichen ersetzt worden sind. Präsentiert sich die Detailtabelle in dieser
Darstellungsform, so sind alle Eingangsgrößen und die sich aus ihnen ergebenden
Zwischenergebnisse einer Berechung sichtbar. Sollten nicht alle Zeilen auf einmal in der
Detailtabelle dargestellt werden können, so ist der Balken am rechten Rand der Detailtabelle
mit der linken Maustaste anzuklicken. Anschließendend kann bei gedrückt gehaltener linken
Maustaste, diese so nach oben bzw. unten verschoben werden, bis die gewünschte Zeile
der Detailtabelle auf dem Bildschirm erscheint. Sollen nicht alle Darstellungsebenen
präsentiert werden, so ist einfach auf das Minuszeichen zu Beginn einer Zeile mit der linken
Maustaste zu klicken. Die Zeilen der nächsten Darstellungsebene, die sich unter dieser Zeile
befinden, verschwinden dann wieder und das angeklickte Minuszeichen wird zu einem
Pluszeichen, dass signalisiert, dass für das Ergebnis dieser Zeile weitere Zwischenergebnisse
vorliegen.

Eine Spielart dieser Darstellung sämtlicher Zwischenergebnisse einer Berechnung kann es


sein, dass eine Darstellungsebene nur die Bezeichnung eines Zwischenergebnisses enthält.
Um den Wert des Zwischenergebnisses zur erhalten, muss dann die nächsttiefer gelegene
Darstellungsebene angezeigt werden, in dessen letzter Zeile sich dann der gesuchte Wert
befindet. Diese Spielart wird vor allem auf der obersten Darstellungsebene verwendet.

Klickt man nun in eine bestimmte Zeile der Detailtabelle, so wird je nach Zeile im
Grafikfenster eine Abbildung erscheinen, die das in der Detailtabelle ausgegebenen
Zwischenergebnis verständlicher erscheinen lässt.

Bevor nun näher auf den Aufbau der Tabellen für die verschiedenen Normen eingegangen
wird, soll noch die Funktionsweise des Buttons [Pick] am Fuß der Detailtabelle erklärt
werden.

Detailtabelle – Auspicken des gewünschten Knotens

Wird dieser Button gedrückt, so erscheint die Grafik der in RFEM angelegten Struktur. Pickt
man dort einen jener Knoten, die zuvor in der Maske 1.1 Basisangaben für einen
Durchstanznachweis ausgewählt wurden, so spring das Programm automatisch wieder
zurück in das Zusatzmodul RF-STANZ und es wird die Detailtabelle des zuvor ausgepickten
Knotens angezeigt.

4.4.1.1 Maske 2.1 „Nachweise“ für DIN 1045-88


Die Hauptmaske besteht für einen Knoten mit einseitiger Belastung aus maximal zwei
Nachweisen.

Maske 2.1 Nachweise - Haupttabelle

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


91
4.4 Ergebnismasken

Im ersten Nachweis wird die zulässige Schubspannung im Schubbereich 1 ermittelt und mit
der vorhandenen Schubspannung verglichen. Ist diese größer als die vorhandene
Schubspannung (Nachweiskriterium <=1) so ist die Querkrafttragfähigkeit der Platte
ausreichend und der Nachweis der Tragfähigkeit im Schubbereich 2 braucht nicht mehr
geführt werden. Deshalb erscheint dieser Nachweis dann auch nicht mehr in der
Haupttabelle. Anders ist dies, sobald das Nachweiskriterium der Tragfähigkeit
Schubbereich 1 größer als eins ist. Dann erscheint in der zweiten Zeile dieses Knotens der
Nachweis der Tragfähigkeit Schubbereich 2, es sei denn, der Benutzer hat eine
Durchstanzbewehrung für diesen Knoten nicht zugelassen. In einem solchen Fall wird die
Tragfähigkeit für den Schubbereich 2 selbst dann nicht geführt, da diese Tragfähigkeit das
Vorhandensein von Durchstanzbewehrung erfordert. Nur bei einem fehlerfreien
Durchstanznachweis erscheint in der Zeile für den Nachweis Tragfähigkeit Schubbereich 1
die Anmerkung 50) oder 51). Konnte der Durchstanznachweis nicht erfüllt werden,
erscheinen diverse Fehlernummer in der Spalte [Anmerkung].

Anschließende Tabelle gibt eine Übersicht der möglichen Nummern möglicher


Anmerkungen, ihre Bedeutung und ihre Auswirkungen für die Darstellung der Nachweise.

Nachweis
Nr. Bedeutung
N1 N2

1) Vorhandene Schubspannung übersteigt zulässige Schubspannung im


Schubbereich 1 gemäß 22.5.2. Es ist eine Durchstanzbewehrung x o
erforderlich.

2) Vorhandene Schubspannung übersteigt zulässige Schubspannung im


x x
Schubbereich 2 gemäß 22.5.2. Längsbewehrung zu gering definiert.

3) Vorhandene Schubspannung übersteigt zulässige Schubspannung im


x x
Schubbereich 2 gemäß 22.5.2.

50) Die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß 22.5.2 ist ausreichend.


x o
Keine weiteren Nachweise erforderlich.

51) Die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß 22.5.2 ist nicht


x x
ausreichend. Weitere Nachweise erforderlich.

N1 = Tragfähigkeit Schubbereich 1, N2 = Tragfähigkeit Schubbereich 2


x = Nachweis geführt, o = Nachweis nicht mehr geführt, da Programm abgebrochen

Bevor nun die Detailtabellen der einzelnen Nachweise zu betrachten sind, soll noch das
Erscheinungsbild der Haupttabelle bei beidseitigem Lastangriff vorgestellt werden.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle bei beidseitigem Lastangriff

Die ersten beiden Zeilen zeigen den Durchstanznachweis in zuvor beschriebener Weise für
jene Seite, an der die absolut größte Durchstanzlast angreift. In einer weiteren Zeile ist der
Lastfall genannt, der zu einer Durchstanzbelastung von der anderen Seite führt. Für diese
Belastung wird nur, wie im Handbuch beschrieben, kontrolliert, ob die Querkrafttrag-
fähigkeit der Platte ausreichend ist. Es wird also ausschließlich der Nachweis Tragfähigkeit
Schubbereich 1 geführt.

Als nächstes werden die Detailtabellen der einzelnen Nachweise beschrieben.

92 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Detailtabelle zum Nachweis „Tragfähigkeit Schubbereich 1“

Maske 2.1 Nachweise – Detailtabelle Tragfähigkeit Schubbereich 1

Die Detailtabelle beginnt mit der Ermittlung der Maßgebenden Durchstanzlast.


Anschließend werden alle Parameter zur Bestimmung der Beanspruchung Vorhandene
Schubspannung genannt. Es schließt die Ermittlung der Beanspruchbarkeit Zulässige
Schubspannung im Schubbereich 1 an. Letztendlich wird mit diesen beiden Werten der
Nachweis geführt.

Detailtabelle zum Nachweis „Tragfähigkeit Schubbereich 2“

Maske 2.1 Nachweise – Detailtabelle Tragfähigkeit Schubbereich 2

Diese Detailtabelle ist prinzipiell identisch im Aufbau wie die vorherige Detailtabelle, jedoch
werden für die Beanspruchbarkeit die Parameter zur Ermittlung der zulässigen
Schubspannung im Schubbereich 2 genannt.

Damit ist die Maske 2.1 Nachweise für die DIN 1045-88 erschöpfend beschrieben. Die
gleiche Maske soll nun für die DIN 1045-01 vorgestellt werden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


93
4.4 Ergebnismasken

4.4.1.2 Maske „2.1 Nachweise“ für DIN 1045-01


Die Hauptmaske besteht für einen Knoten bei einseitiger Belastung aus maximal sechs
Nachweisen.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Einseitige Belastung)

Für beidseitige Belastung schließen noch die Nachweis der Mindestmomente und die
Querkrafttragfähigkeit der Platte von der anderen Seite an.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Beidseitige Belastung)

Mindestmomente

Mit dem Nachweis in der ersten Zeile wird bei, vom Benutzer vorgegebener,
Längsbewehrung nachgewiesen, ob die definierte Längsbewehrung größer ist als die
erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.6. Ist dies
nicht der Fall so erscheint die Fehlernummer 3) in der Spalte [Anmerkung]. Der restliche
Nachweis wird trotzdem fortgesetzt. Ist die definierte Längsbewehrung sogar so groß, dass
der zulässige Längsbewehrungsgrad gemäß DIN 1045-01 Abs. 13.1.1 (4) überschritten ist,
wird der Nachweis hier abgebrochen und es erscheint die Fehlernummer 46). Soll die
erforderliche Längsbewehrung vom Programm ermittelt werden, so wird kontrolliert, ob ein
erforderlicher Bewehrungsquerschnitt zu finden ist, der nicht zu einer Überschreitung des
zulässigen Längsbewehrungsgrads führt. Ansonsten erscheint Fehlernummer 45) bzw. 41)
in der Spalte [Anmerkung]. Der restliche Nachweis wird nicht fortgesetzt. Bevor jedoch
diese Nachweise geführt werden können, wird zunächst kontrolliert, ob die vom Benutzer
vorgegebene Bewehrungsrichtung richtungsidentisch mit der vorgegebenen Richtung für
die Mindestmomentenbewehrung ist. Ist dies nicht der Fall, so kann dieser erste Nachweis
nicht geführt werden. Die Fehlernummern 1) bzw. 44) in der Spalte [Anmerkung] weisen
dann darauf hin. Soll dieser erste Nachweis laut Benutzervorgabe in Maske 1.5
Durchstanzknotene-Eigenschaften nicht geführt werden, so erscheint diese erste Zeile gar
nicht auf der Maske 2.1 Nachweise.

Eine vollständige Übersicht möglicher Nummern in der Spalte [Anmerkung] und ihre
Bedeutung findet sich in tabellarischer Form, sobald alle Nachweise kurz vorgestellt wurden.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis der Mindestmomente sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

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4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Übersicht Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente

Unter Maßgebende Durchstanzlast finden sich die maßgebende Belastung, die Richtung
der maßgebenden Durchstanzlast und natürlich ihre Größe.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Maßgebende Durchstanzlast

Die nächsten beiden Überpunkte Beton und Stahl enthalten alle Eigenschaften der
verwendeten Materialien.

Es schließt der Überpunkt Erstes Mindestmoment an, unter dem sich alle Details zur
Ermittlung der Mindestmomente für die Längsbewehrung an der Plattenober- und
Plattenunterseite in der vom Programm ermittelten oder vom Benutzer festgelegten
Richtung des ersten Mindestmoments befinden.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Erstes Mindestmoment

Gleich im Aufbau sind die Zwischenergebnisse des Überpunkts Zweites Mindestmoment.

Nachdem die Mindestmomente ermittelt worden sind, kann mit der Bemessung der
Längsbewehrung für die verschiedenen Bewehrungsrichtungen begonnen werden. Wie im
Theorieteil bereits beschrieben, ist einem einwirkenden Moment mEd ein aufnehmbares
Moment mRd gegenüberzustellen. Auf der nächsttieferen Darstellungsebene finden sich
zunächst die betrachtete Plattenseite und eine Ebene tiefer dann diese Momente
(Mindestmoment und Wiederstandsmoment).

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95
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Bemessungsrichtung Phi1

Alle Zwischenergebnisse, die sich bei der Ermittlung des Wiederstandsmoment mRd
ergeben haben, erhält man, wenn man sich die entsprechenden Darstellungsebenen
anzeigen lässt.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Bemessungsrichtung Phi1

Unter dem Überpunkt Zugbewehrung findet sich in der Zeile Bewehrungsquerschnitt der
erforderliche Biegezugbewehrungsquerschnitt asZug. Wäre das einwirkende Moment so groß
gewesen, dass zusätzlich eine Druckbewehrung erforderlich gewesen wäre, so hätte sich in
der Tabelle ein zusätzlicher Überpunkt Druckbewehrung befunden. Die dort aufgeführte
erforderliche Bewehrung ist jedoch nicht zwangsläufig diejenige, die an dieser Plattenseite
einzulegen ist, da sich für den eigentlichen Durchstanznachweis noch ein größerer
erforderlicher Längsbewehrungsquerschnitt ergeben kann.

Welches der erforderliche Längsbewehrungsquerschnitt ist, findet sich im übernächsten


Überpunkt Bewehrung und Bewehrungsgrad.

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4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Bewehrung und Bewehrungsgrad

Die Tabelle zeigt hier zunächst einmal den zulässigen Gesamtbewehrungsgrad max ρTotal
nach DIN 1045-01. Anschließend wird für die jeweilige Bemessungsrichtung Φ der
vorhandene Gesamtbewehrungsgrad vorh ρTotal und der erforderliche
Bewehrungsquerschnitt für die jeweilige Plattenseite benannt. Will man nun genauer
nachhaken, wie beispielsweise der erforderliche Stahlbetonquerschnitt in
Bemessungsrichtung φ1 an der Plattenoberseite zustande kommt, so sind einfach die
anschließenden Ebenen des entsprechenden Überpunkts zu betrachten.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Bewehrung und Bewehrungsgrad

Dort findet sich dann die Biegelängsbewehrung des Mindestmoments, das an dieser
Platteseite Zug erzeugt (Zugbewehrung), die Biegedruckbewehrung des Mindestmoments,
das an der gegenüberliegenden Plattenseite Zug erzeugt (Druckbewehrung) und die Größe
der Längsbewehrung, die sich aus dem Durchstanznachweis ergibt
(Durchstanzlängsbewehrung). Die größte von allen ist die einzulegende Bewehrung.
Wurde vom Benutzer vorgegeben, dass die Längsbewehrung auszulegen ist, so wird als
vorhandene Bewehrung für den weiteren Nachweis gleich diese erforderliche Bewehrung
angenommen. Ergab sich bei der Bemessung der Längsbewehrung für die Mindestmomente
jedoch, dass eine Längsbewehrung erforderlich ist, mit der der zulässige
Längsbewehrungsgrad überschritten werden würde, so wird dies dem Benutzer durch die
Fehlernummer 41) in der oberen Tabelle in der Spalte [Anmerkung] mitgeteilt. Einen
Hinweis darauf, dass die Bemessung zu diesem Ergebnis kam, findet er dann auch in der
Detailtabelle.

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97
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Bewehrung und Bewehrungsgrad

Schließlich kann der letzte Überpunkt Nachweise der Detailtabelle für den Nachweis der
Mindestmoment vorgestellt werden.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Nachweise

Für die verschiedenen Bemessungsrichtungen wird nun, getrennt für die Plattenoberseite
und die Plattenunterseite, jeweils die erforderliche Bewehrung zur Aufnahme des
Mindestmoments der vorhandenen Bewehrung gegenüber gestellt. Der Quotient ergibt
dann ein Nachweiskriterium. Das größte dieser vier Kriterien (jeweils Plattenoberseite und
Plattenunterseite für zwei Bemessungsrichtungen) bildet dann das
Gesamtnachweiskriterium, dass sich am Ende dieser Detailtabelle und in der
entsprechenden Spalte der oberen Tabelle dieser Maske befindet.

Will man genauer nachhaken, wie das Nachweiskriterium zustande kommt, so ist einfach
die entsprechenden Darstellungsebene der entsprechenden Plattenseite zu betrachten z.B.
für die Plattenoberseite in die Bemessungsrichtung φ1.

Maske 2.1 Nachweise –Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Nachweise

Querkrafttragfähigkeit Platte

In der zweiten Zeile wird die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct der Platte ohne
Durchstanzbewehrung gemäß Abs. 10.5.4 nachgewiesen. Ist diese nicht ausreichend und
hat der Benutzer eine Durchstanzbewehrung nicht zugelassen, so erscheint in der Spalte
[Anmerkung] die Fehlernummer 6) und das Programm wird beendet.

98 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Querkrafttragfähigkeit Platte sieht auf der
obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich alle Parameter zur
Ermittlung der pro Meter des kritischen Rundschnitts wirkenden aufzunehmenden
Querkraft. Der kritische Rundschnitt selber wird im Grafikfenster dargestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Aufzunehmende Querkraft

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit der Platte zeigt, wie sich die Tragfähigkeit
der Platte ohne Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Querkrafttragfähigkeit der Platte

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten, Größen einander gegenüber gestellt.

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99
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Nachweis

Ein Kriterium größer als eins bedeutet, dass der Durchstanznachweis nicht allein durch die
Querkrafttragfähigkeit der Platte geführt werden kann. Es ist eine Durchstanzbewehrung
erforderlich. Darauf weißt auch die Nummer 51) hin, die in der Spalte [Anmerkung] der
oberen Tabelle erscheint.

Kritischer Rundschnitt

Der Nachweis Kritischer Rundschnitt bezeichnet den Nachweis der maximalen


Querkrafttragfähigkeit VRd,max gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (1) In dieser nicht erfüllt, so
erscheint in der Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 7) (bei definierter Längsbewehrung)
bzw. 8) (bei ausgelegter Längsbewehrung) und der Nachweis wird beendet.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Kritischer Rundschnitt sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Kritischer Rundschnitt

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich das Selbe wie unter dem
gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

Der nächste Überpunkt Maximale Querkrafttragfähigkeit zeigt, wie sich die Tragfähigkeit
der Platte mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Kritischer Rundschnitt – Maximale Querkrafttragfähigkeit

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten, Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Kritischer Rundschnitt – Nachweis

Ist das Kriterium größer als eins, so zieht dies die erwähnten Fehlernummern 7) und 8) in
der Spalte Anmerkung der oberen Tabelle nach sich.

100 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Innere Rundschnitte

Der Nachweis dieser Zeile steht stellvertretend für den Nachweis der Querkrafttragfähigkeit
VRd,sy gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (2) aller angelegten inneren Rundschnitte. Ist er für
einen dieser Rundschnitte nicht erfüllt, so erscheint in der Spalte [Anmerkung] die
Fehlernummer 14).

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Innere Rundschnitte sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Innere Rundschnitte

Dort ist zu erkennen, wie viele innere Rundschnitte angelegt wurden. Will man nun
Informationen zum Nachweis eines entsprechenden Rundschnittes haben, so sind einfach
seine nächsten Darstellungsebenen zu betrachten. Diese sind für den ersten Rundschnitt auf
oberster Darstellungsebene:

Maske 2.1 Nachweise – Innere Rundschnitte – 1.Rundschnitt

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich das selbe wie unter dem
gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit mit Durchstanzbewehrung zeigt, wie sich


die Tragfähigkeit der Platte mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Innere Rundschnitte – 1.Rundschnitt – Querkrafttragfähigkeit mit Durchstanzbewehrung

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Innere Rundschnitte – 1.Rundschnitt – Nachweis

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101
4.4 Ergebnismasken

Das Grafikfenster zeigt die Darstellung des inneren Rundschnittes in blauer Farbe.

Maske 2.1 Nachweise – Innerer Rundschnitt – Darstellung im Grafikfenster

Diese drei zuletzt genannten Darstellungsebenen finden sich als Unterpunkten unter jedem
der angelegten Rundschnitte. Somit ergibt sich für jeden Rundschnitt ein
Nachweiskriterium. Diese Nachweiskriterien werden noch einmal übersichtlich unter dem
letzten Überpunkt der obersten Darstellungsebene dargestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Innere Rundschnitte – Nachweis

In der letzten Zeile dieser Tabelle findet sich dann das Gesamtkriterium als größtes
Kriterium der einzelnen inneren Rundschnitte.

Äußerer Rundschnitt

Hier ist der Nachweis der Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a des äußeren Rundschnittes gemäß
DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (4) zu finden. Ist dieser nicht erfüllt, so erscheint in der Spalte
[Anmerkung] die Fehlernummer 13).

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Äußerer Rundschnitt sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Äußerer Rundschnitt

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich das selbe wie unter dem
gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

102 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit zeigt, wie sich die Tragfähigkeit der Platte
mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Äußerer Rundschnitt – Querkrafttragfähigkeit

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten, Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Äußerer Rundschnitt – Nachweis

Das Grafikfenster zeigt die Darstellung des äußeren Rundschnittes in grüner Farbe.

Maske 2.1 Nachweise – Äußerer Rundschnitt – Darstellung im Grafikfenster

Im Zusammenhang mit den Nachweisen Innere Rundschnitte und Äußerer Rundschnitt


können weitere Fehlernummern hinsichtlich unzulässiger Größen und Abstände der inneren
und des äußeren Rundschnitts auftauchen, die sich aus den Vorgaben des Benutzers
ergeben. Eine vollständige Auflistung dieser Fehlernummern findet sich im Anschluss.

Weitere äußere Rundschnitte

In der letzten Zeile befindet sich der Nachweis stellvertretend für die
Querkrafttragfähgigkeit VRd,ct,a gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 (4) aller durch den Benutzer
zusätzlich definierter weiterer äußerer Rundschnitte. Fehlernummer 21) in der Spalte
[Anmerkung] weißt auf das Misslingen dieses Nachweises hin.

Der Aufbau der nächsten Darstellungsebenen erfolgt im vorgestellten Prinzip.

Die folgende Tabelle stellt eine vollständige Auflistung aller Nummern der Spalte
[Anmerkung], ihre Bedeutung und ihre Konsequenz für die anschließenden Nachweise dar.

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103
4.4 Ergebnismasken

Nachweis
Nr. Bedeutung
N1 N2 N3 N4 N5 N6

1) Die Richtung der Mindestmomente ist nicht mit der


Bewehrungsrichtung identisch. Kein Nachweis der o o o o o o
Mindestmomente gemäß 10.5.6 möglich.

3) Vorhandene Längsbewehrung kleiner als


erforderliche Längsbewehrung zur Aufnahme der o x x x x x
Mindestmoment gemäß 10.5.6.

6) Alleine die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß


10.5.4 ist nicht ausreichend. Durchstanzbewehrung x x o o o o
erforderlich.

7) Die erforderliche maximale Querkrafttragfähigkeit


max VRd,ct ist bei dieser definierten Längsbewehrung x x x o o o
zu gering.

8) Selbst nach Erhöhung der Längsbewehrung bleibt


die erforderliche maximale Querkrafttragfähigkeit x x x o o o
VRd,max gemäß 10.5.5(1) zu gering.

10) Ein angelegter innerer Rundschnitt scheidet bereits


x x x x x x
bestehende Rundschnitte anderer Durchstanzknoten.

11) Der kritische Rundschnitt scheidet bereits


x x x x x x
bestehende Rundschnitte anderer Durchstanzknoten.

12) Der äußere Rundschnitt scheidet bereits bestehende


Rundschnitte von zuvor nachgewiesenen x x x x x x
Durchstanzknoten.

13) Die Querkrafttragfähigkeit des äußeren


x x x x x x
Rundschnittes VRd,ct,a gemäß 10.5.4 ist zu gering.

14) Die Querkrafttragfähigkeit des inneren Rundschnittes


x x x x x x
VRd,sy gemäß 10.5.5(2) ist zu gering.

15) Vorgegebene Anzahl der inneren Rundschnitten ist


zu gering. Es ergeben sich deshalb unzulässig große x x x o o o
Abstände zwischen den inneren Rundschnitten.

16) Der Abstand des 1. Rundschnitts ist unzulässig. Der


x x x o o o
Abstand muß 0.5d nach Bild 45 in 10.5.5 betragen.

17) Der Abstand zwischen zwei inneren Rundschnitte


wurde zu groß gewählt. Maximal zulässiger Abstand x x x o o o
0.75d gemäß 10.5.5(b).

18) Der Abstand zwischen dem letzten inneren


Rundschnitt und dem äußeren Rundschnitt beträgt
x x x o o o
nicht den nach Bild 45 in 10.5.5. vorgeschriebenen
Abstand von 1.5d.

19) Der definierte Abstand des äußeren Rundschnittes


x x x o o o
unterschreitet den Mindestabstand von 2d.

20) Ein weiterer äußerer Rundschnitt schneidet bereits


x x x x x x
bestehende Rundschnitte anderer Durchstanzknoten.

104 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

21) Die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a gemäß 10.5.5 (4)


x x x x x x
eines weiteren äußeren Rundschnittes ist zu gering.

22) Die erforderliche Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a des


äußeren Rundschnittes gemäß 10.5.5 (4) ist bei x x x x x x
dieser definierten Längsbewehrung zu gering.

23) Die erforderliche Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a des


äußeren Rundschnittes gemäß 10.5.5 (4) ist durch
x x x x x x
Vergrößerung der Längsbewehrung nicht zu
erreichen.

30) Keine Bemessung der Querkraftbewehrung, da


Längsbewehrung zur Aufnahme der
o i i i i i
Mindestmomente gemäß 10.5.6. nicht ermittelt
werden konnte.

31) Kritische Rundschnitt nicht nachgewiesen. Es werden


x x o i i i
keine weiteren Rundschnitte angelegt.

32) Innere Rundschnitte nicht nachgewiesen. Es werden


x x x o i i
keine weiteren Rundschnitte angelegt.

41) Zulässiger Gesamtbewehrungsgrad 0.08AC gemäß


x o o o o o
13.1.1 (4) kann nicht eingehalten werden.

44) Druckbewehrung erforderlich, aber nicht möglich, da


gegenüberliegende Bewehrung nicht x o o o o o
richtungsidentisch.

50) Die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß 10.5.4


ist ausreichend. Keine weiteren Nachweise x x x o o x
erforderlich.

51) Die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß 10.5.4


ist nicht ausreichend. Weitere Nachweise x x x x x x
erforderlich.

N1 = Mindestmomente, N2 = Querkrafttragfähigkeit Platte, N3 = Kritischer Rundschnitt, N4 = Innerer Rundschnitt,


N5 = Äußerer Rundschnitt, N6 = Weitere äußere Rundschnitte x
= Nachweis geführt, o = Nachweis nicht mehr geführt, da Programm abgebrochen, i= Information in der Zeile eines
Nachweises, der nicht ausgeführt werden konnte, da vorheriger Nachweis misslungen

4.4.1.3 Maske „2.1 Nachweise“ für EC2


Die Hauptmaske besteht für einen Knoten bei einseitiger Belastung aus maximal fünf
Nachweisen.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Einseitige Belastung)

Für beidseitige Belastung schließt noch die Nachweis der Mindestmomente und die
Querkrafttragfähigkeit der Platte von der anderen Seite an.

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105
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Beidseitige Belastung)

Mindestmoment

Mit dem Nachweis in der ersten Zeile wird, bei vom Benutzer vorgegebener
Längsbewehrung, nachgewiesen, ob die definierte Längsbewehrung größer ist als die
erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente gemäß EC2 Abs. 10.5.6. Ist dies nicht der
Fall so erscheint die Fehlernummer 3) in der Spalte [Anmerkung]. Der restliche Nachweis
wird trotzdem fortgesetzt. Ist die definierte Längsbewehrung sogar so groß, dass der
zulässige Gesamtlängsbewehrungsgrad gemäß EC2 Abs. 5.4.2.1.1(2) überschritten ist, wird
der Nachweis hier abgebrochen und es erscheint die Fehlernummer 45). Im Gegensatz zur
DIN 1045-01 begrenzt der EC2 explizit den zulässigen Zug- und Druckbewehrungsgrad
gemäß 5.4.2.1.1(2). Bei Überschreitung des zulässigen Zugbewehrungsgrades erscheint die
Fehlernummer 46) und bei Überschreiten des zulässigen Druckbewehrungsgrads erscheint
die Fehlernummer 47). Soll die erforderliche Längsbewehrung vom Programm ermittelt
werden, so wird kontrolliert, ob ein erforderlicher Bewehrungsquerschnitt zu finden ist, der
nicht zu einer Überschreitung des zulässigen Gesamtlängsbewehrungsgrads führt.
Ansonsten erscheint Fehlernummer 41) in der Spalte [Anmerkung]. Ebenfalls kontrolliert
wird der Zugbewehrungsgrad (Fehlernummer 42)) und Druckbewehrungsgrad
(Fehlernummer 43)). Der restliche Nachweis wird nicht fortgesetzt. Bevor jedoch diese
Nachweise geführt werden können, wird zunächst kontrolliert, ob die vom Benutzer
vorgegebene Bewehrungsrichtung richtungsidentisch mit der vorgegebenen Richtung für
die Mindestmomentenbewehrung ist.. Ist dies nicht der Fall, so kann dieser erste Nachweis
nicht geführt werden. Die Fehlernummern 1) bzw. 44) in der Spalte [Anmerkung] weisen
dann darauf hin. Soll dieser erste Nachweis laut Benutzervorgabe in Maske 1.5
Durchstanzknoten-Eigenschaften nicht geführt werden, so erscheint diese erste Zeile gar
nicht auf der Maske 2.1 Nachweise.

Eine vollständige Übersicht möglicher Nummern in der Spalte Anmerkung und ihre
Bedeutung findet sich in tabellarischer Form, sobald alle Nachweise kurz vorgestellt wurden.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis der Mindestmomente sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Übersicht Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente

Er unterscheidet sich damit nicht vom Aufbau und Inhalt der bereits beschriebenen
Detailtabelle dieses Nachweis nach DIN 1045-01 (sh. 4.4.1.2). Als einzigster Unterschied

106 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

jedoch muss der Inhalt des Überpunktes Bewehrung und Bewehrungsgrad erwähnt
werden.

Maske 2.1 Nachweise –Nachweis der Mindestmomente – Bewehrung und Bewehrungsgrad

Hier wird nämlich noch neben dem zulässigen Gesamtbewehrungsgrad (Gesamtgrad max
ρTotal) der zulässige Zugbewehrungsgrad (Zuggrad max ρZug) und der zulässige
Druckbewehrungsgrad (Druckgrad max ρDruck) kontrolliert.

Querkrafttragfähigkeit Platte

In der zweiten Zeile wird die Querkrafttragfähigkeit VRd1 der Platte ohne
Durchstanzbewehrung gemäß EC2 Abs. 4.3.4.5.1 nachgewiesen. Ist diese nicht ausreichend
und hat der Benutzer eine Durchstanzbewehrung nicht zugelassen, so erscheint in der
Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 6) und das Programm wird beendet.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Querkrafttragfähigkeit Platte sieht auf der
obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich alle Parameter zur
Ermittlung der pro Meter des kritischen Rundschnitts wirkenden aufzunehmenden
Querkraft. Der kritische Rundschnitt selber wird im Grafikfenster dargestellt.

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107
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Aufzunehmende Querkraft

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit der Platte zeigt, wie sich die Tragfähigkeit
der Platte ohne Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Querkrafttragfähigkeit der Platte

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten, Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte – Nachweis

Ein Kriterium größer als eins bedeutet, dass der Durchstanznachweis nicht allein durch die
Querkrafttragfähigkeit der Platte geführt werden kann. Es ist eine Durchstanzbewehrung
erforderlich. Darauf weißt auch die Nummer 51) hin, die in der Spalte [Anmerkung] der
oberen Tabelle erscheint. Soll der Nachweis laut Benutzervorgabe ohne
Durchstanzbewehrung geführt werden, so ist dies nicht möglich und es erscheint
Fehlernummer 6).

Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe

Der Nachweis Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe bezeichnet den Nachweis der


maximalen Querkrafttragfähigkeit VRd2 gemäß EC2 Abs. 4.3.4.5.2 In dieser nicht erfüllt, so

108 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

erscheint in der Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 7) (bei definierter Längsbewehrung)


bzw. 8) (bei ausgelegter Längsbewehrung) und der Nachweis wird beendet.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe sieht auf
der obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich die selben Unterpunkte wie
unter dem gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit der Druckstrebe zeigt, wie sich die
Tragfähigkeit der Platte mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe – Querkrafttragfähigkeit der Druckstrebe

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe – Nachweis

Ist das Kriterium größer als eins, so zieht dies die erwähnten Fehlernummern 7) und 8) in
der Spalte [Anmerkung] der oberen Tabelle nach sich.

Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe

Der Nachweis Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe bezeichnet den Nachweis der maximalen


Querkrafttragfähigkeit VRd3 gemäß EC2 Abs. 4.3.4.5.2 In dieser nicht erfüllt, so erscheint in
der Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 14).

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe sieht auf
der obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich die selben Unterpunkte wie
unter dem gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit der Zugstrebe zeigt, wie sich die
Tragfähigkeit der Platte mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

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109
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe – Querkrafttragfähigkeit der Zugstrebe

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten Größen, einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe – Nachweis

Weitere äußere Rundschnitte

In der letzten Zeile befindet sich der Nachweis stellvertretend für die
Querkrafttragfähgigkeit VRd1 gemäß EC2 Abs. 4.3.4.5.1 aller durch den Benutzer zusätzlich
definierten weiteren äußeren Rundschnitte. Fehlernummer 21) in der Spalte [Anmerkung]
weißt auf das Misslingen dieses Nachweises hin.

Der Aufbau der nächsten Darstellungsebenen erfolgt im vorgestellten Prinzip.

Die folgende Tabelle stellt eine vollständige Auflistung aller Nummern der Spalte
[Anmerkung], ihre Bedeutung und ihre Konsequenz für die anschließenden Nachweise dar.

Nachweis
Nr. Bedeutung
N1 N2 N3 N4 N5

1) Die Richtung der Mindestmomente ist nicht mit der


Bewehrungsrichtung identisch. Kein Nachweis der o x x x x
Mindestmomente gemäß 4.3.4.5.3 möglich.

3) Vorhandene Längsbewehrung kleiner als erforderliche


Längsbewehrung zur Aufnahme der Mindestmoment x x x x x
gemäß 4.3.4.5.3.

6) Die Querkrafttragfähigkeit VRd1 gemäß 4.3.4.5.1 der Platte


ist nicht ausreichend. Durchstanzbewehrung erforderlich, x x o o x
jedoch laut Benutzervorgabe nicht zulässig.

7) Die Querkrafttragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2


gemäß 4.3.4.5.2 ist bei dieser definierten x x x i x
Längsbewehrung zu gering.

8) Selbst nach Erhöhung der Längsbewehrung bleibt die


Querkrafttragfähigkeit VRd2 gemäß 4.3.4.5.2 der x x x i x
Betondruckstrebe zu gering.

11) Der kritische Rundschnitt scheidet bereits bestehende


Rundschnitte anderer Durchstanzknoten. x x x x x

14) Die Querkrafttragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd3


gemäß 4.3.4.5.2 ist zu gering. x x x x x

110 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

20) Ein weiterer äußerer Rundschnitt scheidet bereits


bestehende Rundschnitte anderer Durchstanzknoten. x x x x x

21) Die Querkrafttragfähigkeit VRd1 der Platte gemäß 4.3.4.5.1


ist in einem äußeren Rundschnitt ist zu gering. x x x x x

30) Dieser Nachweis wurde nicht geführt, da Nachweis


Mindestmomente nicht erfüllt. x i i i i

31) Die Querkrafttragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2


gemäß 4.3.4.5.2 konnte nicht nachgewiesen werden. x x x i x
Nachweis Zugstrebe deshalb nicht mehr geführt.

N1 = Mindestmomente, N2 = Querkrafttragfähigkeit Platte, N3 = Querkrafttragfähigkeit Druckstrebe, N4 =


Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe, N5 =Weitere äußere Rundschnitte
x = Nachweis geführt, o = Nachweis nicht mehr geführt, da Programm abgebrochen, i= Information in der Zeile
eines Nachweises, der nicht ausgeführt werden konnte, da vorheriger Nachweis misslungen

4.4.1.4 Maske „2.1 Nachweise“ für ÖNORM


Die Hauptmaske besteht für einen Knoten bei einseitiger Belastung aus maximal fünf
Nachweisen.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Einseitige Belastung)

Für beidseitige Belastung schließt noch die Nachweis der Mindestmomente und die
Querkrafttragfähigkeit der Platte von der anderen Seite an.

Maske 2.1 Nachweise – Haupttabelle (Beidseitige Belastung)

Mindestbewehrung

Mit dem Nachweis in der ersten Zeile wird, bei vom Benutzer vorgegebener
Längsbewehrung, nachgewiesen, ob die definierte Längsbewehrung größer ist als die
erforderliche zur Mindestbewehrung gemäß ÖNORM Abs. 3.4.5.3 (4). Ist dies nicht der Fall
so erscheint die Fehlernummer 3) in der Spalte [Anmerkung]. Der restliche Nachweis wird
trotzdem fortgesetzt. Bevor jedoch diese Nachweise geführt werden können, wird zunächst
kontrolliert, ob die vom Benutzer vorgegebene Bewehrungsrichtung richtungsidentisch mit
der vorgegebenen Richtung für die Mindestbewehrung ist. Ist dies nicht der Fall, so kann
dieser erste Nachweis nicht geführt werden. Die Fehlernummern 1) in der Spalte
[Anmerkung] weisen dann darauf hin. Soll dieser erste Nachweis laut Benutzervorgabe in
Maske 1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften nicht geführt werden, so erscheint diese erste
Zeile gar nicht auf der Maske 2.1 Nachweise.

Eine vollständige Übersicht möglicher Nummern in der Spalte Anmerkung und ihre
Bedeutung findet sich in tabellarischer Form, sobald alle Nachweise kurz vorgestellt wurden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


111
4.4 Ergebnismasken

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis der Mindestmomente sieht auf der obersten
Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Übersicht Detailtabelle Nachweis der Mindestbewehrung

Unter dem Überpunkt Maßgebende Durchstanzlast befinden sich der LF, die Richtung
bezogen auf die Plattenseite und der Wert angreifenden Last.

Unter dem Überpunkt Erste Mindestbewehrung findet der Benutzer sämtliche


Informationen zur Bestimmung der Mindestbewehrung in die erste Bewehrungsrichtung.

Maske 2.1 Nachweise – Nachweis der Mindestbewehrung in die erste Bewehrungsrichtung

In der dritten Zeile wird festgestellt, welches die lastabgewandte Seite ist. Anschließend
werden unter zwei weiteren Überpunkten die Parameter genannt, die zur Ermittlung der
Mindestbewehrung an der lastabgewandten bzw. lastzugewandten Seite benutzt wurden.
Für die Ermittlung der Mindestbewehrung in die zweite Bewehrungsrichtung, finden sich
die sinngemäß gleichen Parameter im anschließenden Überpunkt.

Maske 2.1 Nachweise – Nachweis der Mindestbewehrung in die zweite Bewehrungsrichtung

112 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Die Details schließen mit dem Nachweis der Mindestbewehrung. Dazu werden das Kriterium
als der Quotient aus der erforderlichen Mindestbewehrung zur vorhandenen
Längsbewehrung gebildet. Wie die einzelnen Kriterien zu Stande kommen, lässt sich durch
betrachten der nächsttieferen Darstellungsebenen ermitteln.

Maske 2.1 Nachweise – Nachweis der Mindestbewehrung

Widerstand ohne Durchstanzbewehrung

In der zweiten Zeile wird die Querkrafttragfähigkeit VRdc der Platte ohne
Durchstanzbewehrung gemäß ÖNORM Abs. 3.4.5.3 (1) nachgewiesen. Ist diese nicht
ausreichend und hat der Benutzer eine Durchstanzbewehrung nicht zugelassen, so erscheint
in der Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 6) und das Programm wird beendet.

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Querkrafttragfähigkeit Platte sieht auf der
obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Querkrafttragfähigkeit Platte

Unter dem Überpunkt Aufzunehmende Querkraft finden sich alle Parameter zur
Ermittlung der pro Meter des kritischen Rundschnitts wirkenden aufzunehmenden
Querkraft. Der kritische Rundschnitt selber wird im Grafikfenster dargestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand ohne Durchstanzbewehrung – Aufzunehmende Querkraft

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113
4.4 Ergebnismasken

Der nächste Überpunkt Querkrafttragfähigkeit der Platte zeigt, wie sich die Tragfähigkeit
der Platte ohne Durchstanzbewehrung ermittelt.

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand ohne Durchstanzbewehrung – Querkrafttragfähigkeit der Platte

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten, Größen einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand ohne Durchstanzbewehrung – Nachweis

Ein Kriterium größer als eins bedeutet, dass der Durchstanznachweis nicht allein durch die
Querkrafttragfähigkeit der Platte geführt werden kann. Es ist eine Durchstanzbewehrung
erforderlich. Darauf weißt auch die Nummer 51) hin, die in der Spalte [Anmerkung] der
oberen Tabelle erscheint. Soll der Nachweis laut Benutzervorgabe ohne
Durchstanzbewehrung geführt werden, so ist dies nicht möglich und es erscheint
Fehlernummer 6).

Widerstand mit Durchstanzbewehrung

Der Nachweis Widerstand mit Durchstanzbewehrung bezeichnet den Nachweis der


maximalen Querkrafttragfähigkeit VRds gemäß ÖNORM 3.4.5.3 (2) In dieser nicht erfüllt, so
erscheint in der Spalte [Anmerkung] die Fehlernummer 14).

Der Aufbau der Detailtabelle zum Nachweis Widerstand mit Durchstanzbewehrung sieht
auf der obersten Darstellungsebene wie folgt aus.

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand mit Durchstanzbewehrung

Der nächste Überpunkt Widerstand mit Durchstanzbewehrung zeigt, wie sich die
Tragfähigkeit der Platte mit Durchstanzbewehrung ermittelt.

114 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


4.4 Ergebnismasken

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand mit Durchstanzbewehrung – Widerstand mit Durchstanzbewehrung

Unter dem Überpunkt Widerstand ohne Durchstanzbewehrung finden sich die selben
Unterpunkte wie unter dem gleichen Überpunkt des vorherigen Nachweises.

Im letzten Überpunkt Nachweis werden die, in den beiden genannten Überpunkten


ermittelten Größen, einander gegenüber gestellt.

Maske 2.1 Nachweise – Widerstand mit Durchstanzbewehrung – Nachweis

Die folgende Tabelle stellt eine vollständige Auflistung aller Nummern der Spalte
[Anmerkung], ihre Bedeutung und ihre Konsequenz für die anschließenden Nachweise dar.

Nr. Bedeutung Nachweis

N1 N2 N3

1) Die definierte Richtung der Mindestbewehrung ist nicht


mit der definierten Bewehrungsrichtung in Maske 1.4
o x x
identisch. Kein Nachweis der Mindestbewehrung gemäß
3.4.5.3 (4) möglich.
3) Vorhandene Längsbewehrung kleiner als
x x x
Mindestbewehrung gemäß 3.4.5.3 (4).
6) Der Durchstanzwiderstand V-Rdc der Platte ohne
Schubbewehrung gemäß 3.4.5.3 (1) ist nicht ausreichend.
x x o
Schubbewehrung erforderlich, jedoch laut
Benutzervorgabe nicht zulässig.
11) Der kritische Rundschnitt scheidet bereits bestehende
x x x
Rundschnitte anderer Durchstanzknoten.
14) Der Durchstanzwiderstand mit Durchstanzbewehrung V-
x x x
Rds gemäß 3.4.5.3 (2) ist zu gering.
50) Die Querkrafttragfähigkeit der Platte gemäß 3.4.5.3 (1) ist
x x o
ausreichend. Keine weiteren Nachweise erforderlich.
51) Der Durchstanzwiderstand ohne Durchstanzbewehrung V-
Rdc gemäß 3.4.5.3 (1) ist nicht ausreichend. x x x
Durchstanzbewehrung erforderlich.

52) Nach Abzug der definierten abzuziehenden Flächenlast


ergibt sich keine Durchstanzlast mehr. Berechnung o o o
beendet.

N1 = Mindestbewehrung, N2 = Querkrafttragfähigkeit Platte ohne Durchstanzbewehrung, N3 = =


Querkrafttragfähigkeit Platte ohne Durchstanzbewehrung,

x = Nachweis geführt, o = Nachweis nicht mehr geführt, da Programm beendet, i= Information in der Zeile eines
Nachweises, der nicht ausgeführt werden konnte, da vorheriger Nachweis misslungen

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115
4.4 Ergebnismasken

4.4.2 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“


Auch diese letzte Ausgabemaske gestaltet sich je nach Bemessungsnorm unterschiedlich.
Der prinzipielle Aufbau jedoch ist für alle drei Bemessungsnormen wieder identisch und soll
deshalb als erstes vorgestellt werden.

Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung

Diese Maske besteht wieder aus einer oberen Übersichtstabelle, einer links unten
angeordneten Detailtabelle und einem der Veranschaulichung dienenden interaktivem
Grafikfenster. In der ersten Spalte der oberen Tabelle befindet sich wieder die Nummer des
Knotens an dem der Durchstanznachweis geführt wurde. Der anschließenden Spalte kann
entnommen werden, welche Belastung zur maßgebenden Durchstanzlast geführt hat. Die
nächste Spalte gibt die Bezeichnung der Bewehrung wieder. Die Anzahl der
Bewehrungsbahnen hat der Benutzer in der Eingabemaske 1.4 Längsbewehrung festgelegt.
Hat er sich dort für zwei Bewehrungsbahnen an der Plattenoberseite entschieden, so finden
sich in den ersten beiden Zellen dieser Spalte die Bezeichnung der Längsbewehrung an der
Plattenoberseite in die zuvor festgelegten Bewehrungsrichtungen Φ1 und Φ2. Hat er sich für
drei Bewehrungsbahnen an der Plattenoberseite entschieden, so schließt eine weitere Zelle
an die beiden zuvor genannten an, in der die Bezeichnung für die Längsbewehrung an der
Plattenoberseite in die festgelegten Bewehrungsrichtungen Φ3 zu finden ist. Die weiteren
Zellen enthalten dann die Bezeichnung der Längsbewehrung für die Plattenunterseite. Auch
ihre Anzahl hängt wieder davon ab, ob der Benutzer sich zuvor für zwei oder drei
Bewehrungsbahnen an der Plattenunterseite in der Eingabemaske 1.4 Längsbewehrung
entschieden hat. Nachdem nun alle Bezeichnungen einer Längsbewehrungen an
Plattenoberseite und anschließend an Plattenunterseite in dieser Spalte aufgeführt wurden,
schließt die Bezeichnung der Durchstanzbewehrung an. Für die Normen DIN 1045-88 und
EC2 wird nur eine weitere Zelle benötigt, da aus es für sie, im Gegensatz zur DIN 1045-01,
nur einem Rundschnitt gibt, in dem eine Durchstanzbewehrung zu verlegen ist.

In der nun folgenden Spalte findet sich die Größe der einzulegenden Bewehrung. Die
vorletzte Spalte gibt die Einheit des einzulegenden Bewehrungsquerschnitts wieder. So ist
die Ausgabe der erforderlichen Plattenlängsbewehrung stets als Querschnitt in cm² bezogen
auf einem Meter Plattenbreite angegeben, während die Durchstanzbewehrung als absolute
Größe in cm² ausgegeben wird.

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4.4 Ergebnismasken

Auch in der oberen Übersichtstabelle dieser Maske 2.2 Längsbewehrung findet sich wieder
eine letzte Spalte [Anmerkung] in der Nummern erscheinen, denen eine Mitteilung an den
Benutzer zugeordnet ist, die dann dem unteren Rand dieser Maske entnommen werden
können. Die möglichen Nummern und die dazu gehörenden Meldungen entsprechen denen
zuvor für die Maske 2.1 Nachweise beschriebenen Meldungen und werden deshalb hier
nicht noch einmal explizit erläutert.

Auch die Detailtabelle funktioniert in analoger Weise zur Detailtabelle der Maske 2.1
Nachweise. Sie zeigt stets die Details der Ermittlung jenes Knotens und jener Bewehrung, in
dessen Zeile der Benutzer in der oberen Übersichtstabelle geklickt hat. Am Kopf dieser
Detailtabelle befindet sich wieder der Button [Pick]. Wird er gedrückt, so erscheint wieder
die in RFEM angelegte Struktur und der Benutzer kann sich unter den zuvor für einen
Durchstanznachweis ausgewählten Knoten jenen auspicken, für den er die Details zur
Ermittlung einer bestimmten Bewehrung gerne in der Detailtabelle angezeigt haben
möchte.

Abschließend soll noch kurz das Grafikfenster als leistungsstarkes Hilfsmittel zur
Veranschaulichung des gerade betrachteten Ergebnisses vorgestellt werden.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Grafikfenster

Durch Darstellung der Fläche des auf Durchstanzen untersuchten Knotens und des gerade
betrachteten Knoten selber in exponierter Weise einschließlich Knotennummer, ist es sehr
leicht, die richtigen Ergebnisse eines Knotens in der Tabelle zu finden. Ebenso ist es sehr
leicht festzustellen, welche Bewehrung gerade betrachtet wird, da diese schematisch in die
zuvor festgelegte Bewehrungsrichtung dargestellt wird. Zur Darstellung des Grafikfensters
in vergrößerter Form ist die Schaltfläche mit dem abgebildeten „Auge“ zu drücken.

4.4.2.1 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“ für DIN 1045-88


Die obere Übersichtstabelle sieht wie folgt aus.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Obere Tabelle

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117
4.4 Ergebnismasken

Falls keine Durchstanzbewehrung erforderlich ist, erscheint die Zeile


Durchstanzbewehrung der obigen Tabelle nicht.

Die Detailtabelle für die Längsbewehrung, die während des Durchstanznachweises


ausgelegt wurde, sieht wie folgt aus.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle für erforderliche Längsbewehrung

Auf der zweiten Darstellungsebene wird zunächst der erforderliche Längsbewehrungsgrad ρ


gezeigt, wie er sich aus dem Durchstanznachweis ergab. Aus welchen einzelnen
Längsbewehrungsgraden der einzelnen Bewehrungsrichtungen sich dieser zusammensetzt,
kann den anschließenden Darstellungsebenen entnommen werden. In der letzten Zeile auf
der zweiten Darstellungsebene ist zu entnehmen wie groß die erforderliche
Längsbewehrung für die Querkrafttragfähigkeit jener Bewehrungsrichtung sein muss,
dessen Detailtabelle hier gerade angezeigt wird.

Die Detailtabelle für die Längsbewehrung, die durch den Benutzer definiert wurde, sieht wie
folgt aus.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle für erforderliche Längsbewehrung

Der obere Teil der Detailtabelle zeigt wieder die erforderliche Längsbewehrung, wie sie vom
Programm ermittelt wurde. Unter dem Überpunkt Definierte Längsbewehrung sind noch
einmal die Angaben zu finden, die der Benutzer zur eingelegten Längsbewehrung gemacht
hat. Der dort zu findende Bewehrungsquerschnitt vorh as ist auch derjenige, der bei
definierter Längsbewehrung in der oberen Tabelle der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung
auftaucht und mit dem sämtliche statische Nachweise geführt worden sind. Im Falle der
definierten Längsbewehrung wird der erforderliche Querschnitt erf asquer nur in dieser
Tabelle ausgegeben, um zu zeigen wie groß die wirtschaftlichste Bewehrung im Vergleich
zur definierten Bewehrung ausfällt.

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4.4 Ergebnismasken

Abschließend wird nun noch die Detailtabelle zur ermittelten Durchstanzbewehrung


vorgestellt.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle für erforderliche Durchstanzbewehrung

4.4.2.2 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“ für DIN 1045-01


Das Erscheinungsbild der oberen Maske unterscheidet sich je nachdem, ob der Benutzer
schräg oder vertikal ausgerichtete Durchstanzbewehrung in der Maske 1.5
Durchstanzknoten-Eigenschaften eingestellt. Bei einer schrägen Durchstanzbewehrung wird
nur eine Zeile in der oberen Tabelle für die Ausgabe der erforderliche Durchstanzbewehrung
vorgesehen, da diese nur für einen, den kritischen Rundschnitt ermittelt wurde. Bei einer
vertikalen Durchstanzbewehrung hingegen wird für jeden inneren Rundschnitt eine weitere
Zeile angelegt, die Auskunft über die Größe der, in ihm einzulegenden,
Durchstanzbewehrung gibt. In diesem Fall sieht die obere Tabelle so aus.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Obere Tabelle bei vertikaler Durchstanzbewehrung

Die Detailtabelle für die Längsbewehrung wurde um einen Überpunkt Für


Mindestmomente erweitert, unter dem ersichtlicht wird, welcher Längsbewehrungsgrad
sich für diese Bemessungsrichtung aus der Biegebemessung für das Mindestmoment ergibt.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Erforderliche Längsbewehrung

Klappt man den Überpunkt Wiederstandsmoment auf, so erhält man alle


Zwischenergebnisse zur Ermittlung des Wiederstandsmoments.

Natürlich kann in dieser Detailtabelle wieder noch der zusätzlicher Überpunkt Definierte
Längsbewehrung auftauchen, sofern der Benutzer die Größe der Längsbewehrung
vorgegeben hat.

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119
4.4 Ergebnismasken

Die Detailtabelle zur Ermittlung der vertikalen Durchstanzbewehrung der einzelnen


Rundschnitte hat folgenden Aufbau.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Erforderliche Durchstanzbewehrung

Die Detailtabelle hat vier Überpunkte auf der obersten Darstellungsebene. Unter dem ersten
Überpunkt finden sich alle Daten zu der aufzunehmende Querkraft. Der nächste Überpunkt
auf gleicher Darstellungsebene zeigt wie sich die Querkrafttragfähigkeit der Platte ermittelt.
Derjenige Anteil der aufzunehmenden Querkraft, der größer ist, als die
Querkrafttragfähigkeit der Platte muss dann von einer Durchstanzbewehrung
aufgenommen werden. Ihrer Ermittlung ist unter dem dritten Überpunkt auf der obersten
Darstellungsebene ersichtlich. Die dort ermittelte statisch erforderliche
Durchstanzbewehrung erf asw wird mit der Mindestdurchstanzbewehrung min asw
verglichen, wie sie unter dem letzten Überpunkt auf der obersten Darstellungsebene zu
finden ist. Die größere der beiden ist diejenige Durchstanzbewehrung, die einzulegen ist
und die als erforderliche Durchstanzbewehrung in der Zeile ihres inneren Rundschnitts in
der oberen Übersichtstabelle dieser Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung zu finden ist.
Natürlich ist die größere dieser beiden Durchstanzbewehrungen auch diejenige, mit der die
Nachweise in Maske 2.1 Nachweise geführt werden.

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4.4 Ergebnismasken

Abschließend noch ein Blick auf die Darstellung im Grafikfenster. Dort ist der entsprechende
Rundschnitt und die in ihm einzulegende Durchstanzbewehrung zu sehen.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Grafikfenster

4.4.2.3 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“ für EC2


Die Ausgabe für den EC2 unterscheidet sich nur geringfügig in den Detailtabellen von
derjenigen für die DIN 1045-01. Der Aufbau der oberen Übersichtstabelle ist identisch.

In den Detailtabelle der Längsbewehrung ist der zulässige Bewehrungsgrad ρmax ein
anderer.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Längsbewehrung

Und natürlich berechnet sich die Querkrafttragfähigkeit der Platte nach EC2 anders als nach
der DIN 1045-01. Sie stellt sich in der Detailtabelle zur Ermittlung der
Durchstanzbewehrung wie folgt dar.

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121
4.4 Ergebnismasken

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Durchstanzbewehrung

4.4.3 Maske „2.2 Erforderliche Bewehrung“


für ÖNORM
Die Ausgabe für die ÖNORM unterscheidet sich nur geringfügig in den Detailtabellen von
derjenigen für den EC2. Der Aufbau der oberen Übersichtstabelle ist identisch.

Die Detailtabelle zur Ermittlung der Längsbewehrung ist wie folgt aufgebaut.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Längsbewehrung

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4.4 Ergebnismasken

Die Detailtabelle zur Ermittlung der Durchstanzbewehrung hat gegenüber den anderen
Normen ein etwas anderes Erscheinungsbild.

Maske 2.2 Erforderliche Längsbewehrung – Detailtabelle Durchstanzbewehrung

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123
4.5 Pulldownmenüs

4.5 Pulldownmenüs
Die Pulldownmenüs enthalten alle notwendigen Funktionen zum Verwalten der RF-STANZ-
Fälle und deren Resultate. Sie aktivieren ein Pulldownmenü durch Anklicken des
Menünamens oder Drücken von [Alt] gefolgt von der Taste des im Menütitels
unterstrichenen Buchstabens. Im Falle des Pulldownmenüs Datei wäre dies also die
Tastenfolge [Alt+D]. Die im Pulldownmenü enthaltenen Funktionen rufen Sie dann analog
dazu auf, indem Sie wiederum die Taste des im Funktionsnamen unterstrichenen
Buchstaben drücken.

4.5.1 Datei
...dient der Handhabung der RF-STANZ-Fälle.

Pulldownmenü Datei

Neuer [Strg+N]

... erlaubt das Anlegen eines neuen RF-STANZ-Falls.

Menüpunkt [Neuer Fall] nicht verfügbar

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4.5 Pulldownmenüs

Vergeben Sie dazu für den neuen RF-STANZ-Fall eine Nr. und eine Bezeichnung. [Pfeil-nach-
unten] listet alle bereits verwendeten Bezeichnungen auf. Sie können auch auf eine davon
zurückgreife. [OK] legt den neuen Fall an.

Umbenennen

... können Sie den aktuellen RF-STANZ-Fall, indem Sie die Bezeichnung ändern und eventuell
auch eine andere Nr. wählen.

Neuer RF-STANZ- Fall

RF-STANZ-Fall umbenennen

In letzterem Fall ist nur darauf zu achten, dass keine Nummer zugewiesen werden kann, die
bereits anderweitig vergeben ist.

Kopieren

... ermöglicht das Kopieren eines bereits angelegten RF-STANZ-Falls. Den zu kopierenden RF-
STANZ-Fall kann man mit den [Pfeil-nach-unten] aus den bereits angelegten RF-STANZ
Fällen wählen, wobei die Bezeichnung (lässt sich ebenfalls mit dem Button [Pfeil-nach-
unten] aus einer Liste wählen) als auch die Nr. neu definiert werden kann.

RF-STANZ- Fall kopieren

Auch hier ist darauf zu achten, dass keine Nummer zugewiesen werden kann, die bereits
anderweitig vergeben ist. [OK] legt den kopierten Fall an.

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125
4.5 Pulldownmenüs

Löschen

... zeigt nach Aufruf zunächst alle vorhandenen RF-STANZ-Fälle in einer Liste an.

RF-STANZ-Fälle löschen

Den zu löschenden Fall markieren Sie durch Anklicken, um ihn dann mit [OK] zu löschen.

4.5.2 Hilfe
...öffnet die Hilfefunktion.

126 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

5. Ergebnisauswertung
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM
Zur Darstellung der Ergebnisse gelangt man, indem das Modul RF-STANZ entweder über
den Button [Grafik] oder den Button [OK] verlassen wird. Wurden mehrer RF-STANZ-Fälle im
Modul angelegt, so kann der gewünschte aus der Listbox am oberen Bildschirmrand
ausgewählt werden. Dort kann auch wieder die Darstellung einer bestimmten Belastung
(definiert durch Lastfälle, Lastfallgruppen oder Lastfallkombinationen) ausgewählt werden.

RF-STANZ- Fall oder Belastungsdarstellung auswählen

Am linken Bildschirmrand befindet sich der Datennavigator, der Zeigennavigator und der
Ergebnisnavigator. Diese Navigatoren können durch Anklicken der linken Maustaste auf
eines der Registerblätter am unteren Rand des Navigatorfensters erreicht werden.

Ansteuern der Navigatoren

Dieser Ergebnisnavigator und somit die Möglichkeiten der Darstellungen, die durch ihn
ausgewählt werden können, unterscheidet sich je nach Bemessungsnorm. Die
verschiedenen Möglichkeiten der Darstellung sollen deshalb individuell für jede
Bemessungsnorm dargestellt werden.

5.1.1 Darstellung für DIN 1045-88


Für die DIN 1045-88 sieht der Ergebnisnavigator wie folgt aus.

Ergebnisnavigator für die DIN 1045-88

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127
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Unter dem Überpunkt Durchstanzlast kann durch Anklicken des Kreises mit der linken
Maustaste die Hauptlast und die Nebenlast maßstäblich in ihrer Wirkungsrichtung
angezeigt werden. Wie im Theorieteil dieses Handbuches bereits beschrieben ist bei einer
Belastung, die zu einem beidseitigen Lastangriff am Durchstanzknoten mit
entgegengesetzter Richtung führt, diejenige die Hauptlast, die den betragsmäßig größeren
Wert hat. Nur für diese Hauptlast wird, falls erforderlich, eine Durchstanzbewehrung
ermittelt. Für die Nebenlast wird der Durchstanznachweis ausschließlich über die
Querkrafttragfähigkeit der Platte geführt.

Die nächsten beiden Punkte sind zur Darstellung der Bewehrung. Unter dem Überpunkt
Netzbewehrung befinden sich sämtliche Bewehrungsbahnen.

Darstellung der erforderlichen Längsbewehrung

Empfehlenswert ist es hierzu, sich das Ergebnis-Steuerpanel anzeigen zu lassen, durch das
mit Hilfe einer Farbskala, der Werte zugeordnet sind, die farbig dargestellte
Längsbewehrung quantitativ in Relation gesetzt werden kann.

Ergebnis-Steuerpanel

128 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Aufgerufen werden kann dieses Ergebnis-Steuerpanel durch das Anklicken des folgenden
Buttons in der Menüleiste.

Aufruf des Ergebnis-Steuerpanel

Natürlich kann der Wert einer jeden farbigen Darstellung ebenfalls angezeigt werden.

Wert in der Grafik anzeigen lassen

Wie dies funktioniert, wird später allgemein für sämtliche Darstellungen erklärt. Neben der
Längsbewehrung ist es noch möglich, sich die Durchstanzbewehrung darstellen zu lassen.
Dargestellt werden dazu die einzelnen Rundschnitte. Sie sind mit einer Farbe bis zur
Lasteinleitungsfläche gefüllt, die der Größe der erforderlichen Durchstanzbewehrung laut
Ergebnis-Steuerpanel entspricht.

Darstellung der erforderlichen Durchstanzbewehrung in den inneren Rundschnitten

Auf die gleiche Weise werden die aufzunehmende Schubspannung und die aufnehmbare
Schubspannung dargestellt, die sich in den nächsten Punkten des Ergebnisnavigators
finden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


129
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Nachdem sämtliche Funktionen zur Darstellung der Flächen-Ergebnisverläufe des


Ergebnisnavigators vorgestellt wurden, kann nun auf den letzten Punkt Werte des
Navigators eingegangen werden.

Ergebnisnavigatorabschnitt „Werte“

Dieser Teil des Ergebnisnavigators besteht auf der obersten Darstellungsebene aus
Radiobutton und Checkboxen. Ihrer Bedeutung lässt sich durch drei Fragen erklären.

Ergebnisnavigatorabschnitt „Werte“

In der ersten Gruppe kann man zwischen zwei Radiobutton wählen. Bei Auswahl des ersten
werden die Werte zu den weiter oben im Navigator ausgewählten Ergebnisfarbverläufen
dargestellt. Das Pluszeichen vor dem zweiten Radiobutton versinnbildlicht, dass sich unter
ihm weitere Darstellungsebenen befinden.

Ergebnisnavigatorabschnitt „Werte“

130 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Auf diesen Darstellungsebenen können nun ein oder mehrer Flächenergebnisse durch
Anklicken der, sich vor ihnen befindlichen, Checkboxen zur Anzeige ausgewählt werden.
Nachdem nun erklärt wurde, dass die ersten beiden Radiobutton dazu da sind, um zu
entscheiden, was dargestellt werden soll, kann auf die zweite Gruppe eingegangen
werden.

Ergebnisnavigatorabschnitt „Werte“

Hier kann der Benutzer entscheiden, wo er die zuvor ausgewählten Werte angezeigt haben
möchte. Bei Aktivierung der Checkbox Extremwerte durch Anklicken mit der linken
Maustaste, werden die Werte nur in jenen Orten (FE-Netzknoten oder Rasterpunkt)
dargestellt, in denen sie maximal bzw. minimal sind. Ob diese Vorgaben sich auf das
gesamte Modell oder für jede Fläche extra beziehen, kann alles auf dieser Darstellungsebene
bestimmt werden.

Darstellung der Extremwerte

Die Werte können stattdessen auch in den den vom Benutzer definierten Rasterpunkten
angezeigt werden. Dazu ist einfach der Radiobutton vor In Rasterpunkten zu aktivieren.
Auf der nächsttieferen Ebene kann sich der Benutzer dann noch entscheiden, ob er
zusätzlich die Werte in den automatisch generierten Rasterpunkten des Flächenrasters
dargestellt haben möchte.

Darstellung der Extremwerte

Allerdings werden die Werte dann nicht in allen Rasterpunkten angezeigt, sondern nur in
denjenigen, die innerhalb der aktuellen Darstellung des farbigen Ergebnisverlaufes liegen.

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, sich die Werte in den FE-Netz-Punkten durch
Aktivieren des letzten Buttons dieser Gruppe anzeigen zu lassen.

Damit sind die Fragen dannach, was dargestellt und wo es dargestellt werden soll,
eindeutig beantwortet. Es bleibt zu klären, wie es dargestellt werden soll. Darüber kann mit
Hilfe der letzten drei Checkboxen entschieden werden.

Auswahl der Darstellungsart

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


131
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Ohne Aktivierung einer dieser Checkboxen wird der Wert innerhalb einer sogenannten
Bubble (engl. Blase) wie folgt dargestellt.

Bubble bei Grundeinstellung

Setzt man nun in die Checkbox Symbol durch Anklicken mit der linken Maustaste einen
Haken, so erscheint die Bezeichnung des Wertes zusätzlich in der Bubble.

Darstellung des Wertes mit Bezeichnung

Durch Abhaken der Checkbox Nummerierung erhält man zusätzlich noch den Ort (FE-
Knoten oder Rasterpunkt) links oben in der Bubble angezeigt.

Darstellung des Wertes mit Bezeichnung und Ort

Dabei steht N für FE-Netzknoten und R für Rasterpunkt.

Über die letzte Checkbox Transparent kann der Benutzer entscheiden, ob der Wert, die
Bezeichnung und der Ort in einer Bubble oder ohne sie dargestellt werden sollen.

5.1.2 Darstellung für DIN 1045-01


Für die DIN 1045-01 sieht der Ergebnisnavigator wie folgt aus.

Ergebnisnavigator für die DIN 1045-01

Zur Funktionsweise des Überpunkts Durchstanzlast gilt das im vorherigen Kapitel gesagte.

132 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Unter dem nächsten Überpunkt Netzbewehrung können, durch Auswahl der


entsprechenden Bezeichnung, die einzelnen Längsbewehrungen in die verschiedenen
Bewehrungsrichtungen an den verschiedenen Platteseiten dargestellt werden.

Darstellung der erforderlichen Längsbewehrung

Empfehlenswert ist es hierzu, sich das Ergebnis-Steuerpanel anzeigen zu lassen. Dieses


Ergebnis-Steuerpanel und wie es aufgerufen wird, wurde in der vorherigen Norm
beschrieben.
Zunächst soll noch einmal auf das Zustandekommen der dargestellten Längsbewehrung
eingegangen werden. Die Farbe (entspricht der einzulegenden Längsbewehrung) ergibt sich
aus der Bemessung für die Mindestmomente. Die Verteilung (Länge, Breite und Anordnung)
resultiert teilweise aus dem Bild 46 der DIN 1045-01 oder sie ergibt sich aus der Größe des
äußersten Rundschnitt. Liegen die gleichen Voraussetzung wie in Bild 46 der DIN 1045-01
vor, so wird für die Breite senkrecht zur Richtung der eingelegten Bewehrung der Wert
verwendet, wie er sich gemäß Bild 45 ergibt. Die Länge ergibt sich, indem die Bewehrung
einfach so weit geführt wird, damit sie außerhalb des äußeren Rundschnittes endet. Um
dies zu verdeutlichen wird in der nächsten Abbildung die Längsbewehrung und der äußere
Rundschnitt gezeigt (diese Darstellung ist im Programm nicht möglich).

Länge der Längsbewehrung

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


133
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Neben der Längsbewehrung ist es noch möglich, sich die Durchstanzbewehrung darstellen
zu lassen. Wurden mehrere innere Rundschnitte angelegt, so werden diese in der farblichen
Intensität ihrer Belastung dargestellt.

Darstellung der erforderlichen Durchstanzbewehrung in den inneren Rundschnitten

Der nächste Überpunkt im Ergebnis-Steuerpanel heißt Mindestmoment. Dargestellt


werden hier als farbige rechteckige Flächen die anzusetzenden Mindestmomente, die zur
angesprochenen Mindestbewehrung geführt haben.

Als nächstes folgt der Überpunkt Aufzunehmende Querkraft. Dargestellt werden jeweils
die verschiedenen Rundschnitte. Bei der Isoflächendarstellung wird für alle bis auf die
inneren Rundschnitte der Bereich bis zur Lasteinleitungsfläche mit einer Farbe ausgefüllt, die
der Größe der Belastung in Relation zu den übrigen Durchstanzknoten entspricht.

Darstellung der aufzunehmenden Querkraft in den kritischen Rundschnitten

Bei den inneren Rundschnitten hingegen wird nur der Bereich zwischen den einzelnen
Rundschnitten mit dieser Farbe ausgefüllt.

134 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Darstellung der aufzunehmenden Querkraft in den inneren Rundschnitten - Isoflächendarstellung

In RFEM gibt es die Möglichkeit der Darstellung der Ergebnisse entweder als Isoflächen
(letzte Darstellung) oder als Isolinien (anschließende Darstellung) zu gestalten. Da es sich
bei einem Rundschnitt um eine Linie handelt, bietet sich die Darstellung als Isolinien an.

Darstellung der aufzunehmenden Querkraft in den inneren Rundschnitten - Isoliniendarstellung

Das Umschalten zwischen diesen beiden Darstellung geschieht in folgendem Dialog.

Auswahl der Darstellungsart

Dieser Dialog erscheint, wenn in der Menüleiste folgender Button gedrückt wird.

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135
5.1 Darstellung der Ergebnisse in RFEM

Button „Darstellungsart der Flächen-Ergebnisverläufe

Der letzte Überpunkt zur Darstellung der Flächen-Ergebnisverläufe heißt


Querkrafttragfähigkeit. Unter ihm kann für jeden Rundschnitt die Beanspruchbarkeit in
der gleichen Weise wie die Beanspruchung des vorherigen Überpunkts dargestellt werden.

Nachdem sämtliche Funktionen zur Darstellung der Flächen-Ergebnisverläufe des


Ergebnisnavigators vorgestellt wurden, bleibt noch zu erwähnen, dass der letzte Punkt
Werte des Navigators in seiner Funktionsweise identisch ist mit dem der vorherigen Norm.

5.1.3 Darstellung für EC2


Für den EC2 sieht der Ergebnisnavigator wie folgt aus.

Ergebnisnavigator für den EC2

Dieser Ergebnisnavigator unterscheidet sich in der Funktionsweise zur Darstellung der


farbigen Ergebnisverläufe und der Werte nicht von denen für die zuvor vorgestellten
Normen. Es wird deshalb auf eine erneute Beschreibung verzichtet.

136 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


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5.2 Ausdrucken
Um die numerischen Ergebnisse ausdrucken zu können, müssen Sie zunächst zurückkehren
nach RFEM kehren und dort das [Ausdruckprotokoll] aufrufen.

RFEM-Neues Ausdruckprotokoll

Dies kann beispielsweise über das Drücken des folgenden Buttons in der Menüzeile
geschehen.

Button zum Aufruf des Ausdrucksprotokolls

Beachten Sie bitte, dass das Ausdruckprotokoll insgesamt eine Einheit aller Daten aus RFEM,
und RF-STANZ ist. Beugen Sie deshalb auch im eigenen Interesse durch entsprechende
Selektion des Ausdruckprotokollinhalts einer eventuell von Ihrem Rechner nicht mehr zu
bewältigenden Datenflut vor!

RF-STANZ-Daten und -Ergebnisse im Ausdruckprotokoll

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


137
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Sie haben im Ausdruckprotokoll wieder sämtliche Bearbeitungs- und


Gestaltungsmöglichkeiten, wie Sie bereits ausführlich im RFEM-Handbuch beschrieben
wurden. Allerdings haben Sie mit RF-STANZ zusätzliche Selektionsregister im
Ausdruckprotokoll, die Sie mit dem Button für die Selektion aufrufen und bearbeiten
können.

Button zum Aufruf des Ausdrucksprotokolls

Zunächst muss im erscheinenden Fenster Selektion Ausdruckprotokoll zuerst noch im


linken Abschnitt Programm RF-STANZ aktiviert werden.

Auswahl des Programms RF-STANZ

Es erscheint folgende Maske.

138 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


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Selektion RF-STANZ – Haupt-Selektion

In der Haupt-Selektion legen Sie unter Anzeigen von sozusagen global die anzuzeigenden
Oberkapitel fest. Sofern Sie nicht Alle RF-STANZ-Fälle anzeigen lassen möchten, kann aus
der Liste Vorhandene RF-STANZ-Fälle eine Auswahl für Zu zeigende RF-STANZ-Fälle
vorgenommen werden. Das Hin- und Herschieben der Fälle von einer Liste in die andere
geschieht mittels der Schaltflächen mit den Pfeil bzw. den zwei Pfeilen drauf. Wird die
Schaltfläche mit den zwei Pfeilen gedrückt, so werden sämtliche RF-STANZ Fälle verschoben.

Auf dem nächsten Registerblatt Eingabedaten kann nun Einfluss auf die Ausgabe der in
den Eingabemaske 1.1 bis 1.5 gemachten Eingabedaten genommen werden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


139
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Selektion RF-STANZ – Eingabedaten

Die erste Checkbox Basisangaben dient zur Selektion der in der ersten Maske des Moduls
RF-STANZ gemachten Angaben.

In der Zeile mit den nächsten beiden Checkboxen befindet sich jeweils eine Listbox.
Voreingestellt ist dort „Alles“. Dies bedeutet, dass alle Materialen samt ihren Eigenschaften,
wie sie in der Bibliothek zu finden sind, auch im Ausdruckprotokoll erscheinen, sofern aus
ihnen eine der Flächen gemacht wurde, in denen sich die auf Durchstanzen
nachzuweisenden Knoten befinden. Der Benutzer hat jedoch die Möglichkeit, die Nummern
der Materialien direkt einzugeben, dessen Eigenschaften er im Ausdrucksprotokoll sehen
möchte.

In die Listbox der nächsten Zeile können die Nummern der Flächen eingetragen werden, zu
denen man sich die Details anzeigen lassen möchte. An diese Zeile schließt die Zeile zur
Bestimmung welche der, in Maske 1.3 Öffnungen definierten, Aussparungen der Platte im
Ausdrucksprotokoll erscheinen sollen.

In der Listbox nach Längsbewehrung ist dann die Nummer derjenigen Flächen einzutragen,
für die die definierten Eigenschaften der Längsbewehrung ausgegeben werden sollen.

In die letzte Listbox sind die Nummern der Knoten einzutragen, für die die definierten
Eigenschaften ausgegeben werden sollen.

Hinter jenen Listboxen, hinter denen sich eine Schaltfläche mit einem Pfeil befindet, kann
durch Anklicken dieser Schaltfläche mit der linken Maustaste auch die Nummer des
entsprechenden Objekts durch Anklicken ausgewählt werden.

140 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


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Auf dem nächsten Registerblatt befinden sich ebenfalls zwei Listboxen. Dort sind die
Nummern der Knoten einzutragen, für die ein Durchstanznachweis geführt wurde und für
die die Zwischenergebnisse dieses Nachweises (Erste Listbox) bzw. die Details zur Ermittlung
der erforderlichen Bewehrung (Zweite Listbox) ausgegeben werden sollen.

Abbildung 5.1 Selektion RF-STANZ – Ergebnisse

In jedem Register können Sie die Selektion mit [OK] übernehmen und gleichzeitig das
Fenster beenden. Mit [Abbruch] schließen Sie den Dialog ohne Übernahme eventuell
getätigter Selektionen.

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141
6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

6. Beispiele
6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88
Baustoffe

Beton B35 fck = 2.50 kN/cm²

τ011b = 0.060 kN/cm²

τ02 = 0.240 kN/cm²

Betonstahl BSt 500 fyk = 50.00 kN/cm²

Plattendicke

h = 30 cm

Betondeckung (Achsmaß)

Erste Bewehrungsrichtung: nom c = 2.5 cm

Statische Höhe der ersten Bewehrungsrichtung: h1 = d − nom c = 24 − 2.5 = 27.5 cm


Zweite Bewehrungsrichtung: nom c = 3.5 cm

Statische Höhe der zweite Bewehrungsrichtung: h2 = d − nom c = 24 − 3.5 = 26.5 cm

Vorhandene Längsbewehrung

Bewehrung in erste Bewehrungsrichtung: 16,1 cm² / m


Bewehrung in zweite Bewehrungsrichtung: 16,1 cm² / m

Typ der Durchstanzbewehrung

Schrägstäbe unter 60° aufgebogen.

Belastung

Die maßgebende Durchstanzlast Q = 574 kN wurde im Programm direkt in der Detailtabelle


auf der Maske 1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften definiert.

Maske 1.5: Detailtabelle – Definieren der Durchstanzlast

An gleicher Stelle wurde eine Gleichflächenlast q=12.250 kN/m² definiert, deren Anteil
innerhalb des Rundschnittes zu 100% von der maßgebenden Durchstanzlast Q abgezogen
werden darf.

142 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

Maske 1.5: Detailtabelle – Definieren der abzuziehenden Flächenlast

Form des Durchstanzknotens

Rechteckig, a = b = 35 cm

Lage des Durchstanzknotens

Plattenmitte

Damit kann der Nachweis wie folgt gestaltet werden.

Vorhandene Schubspannung vorh τ

Bevor die vorhandene Schubspannung bestimmt werden kann, sind zunächst die Fläche A
und der Umfang u0 des Rundschnittes zu bestimmen.

Zunächst ist für die rechteckige Lasteinleitungsfläche der Durchmesser einer flächengleichen
runden Lasteinleitungsfläche zu finden.

d st = 1.13 ⋅ a ⋅ b

d st = 1.13 ⋅ 0.35 ⋅ 0.35 = 0.40 m

Bevor der Umfang dr des um die Stütze geführten Rundschnittes bestimmt werden kann, ist
die mittlere statische Höhe hm zu bestimmen.

h1 + h2
hm =
2
26.5 + 27.5
hm = = 27.0 cm
2
Damit kann der Umfang dr des um die Stütze geführten Rundschnittes ermittelt werden zu:

d r = d st + hm

d r = 0.4 + 0.27 = 0.67 m

Daraus ermittelt sich der mittlere Umfang u0 zu:

u 0 = d r ⋅ π = 0.67 ⋅ π = 2.09 m

Für eine Innenstütze ermittelt sich der rechnerische Umfang u zu:

u = u0

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143
6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

Die Fläche A ermittelt sich zu:

d2 0.67 2
A= π= π = 0.35 m 2
4 4
Damit kann die größte Querkraft max QR innerhalb des Rundschnittes bestimmen werden
zu.

max QR = Q − A ⋅ q ⋅ Anteil

max QR = 574 − 0.35 ⋅ 12.25 ⋅ 1 = 579,7 kN

Anschließend kann die vorhandene Schubspannung vorh τr bestimmt werden zu:

max Qr
vorh τ r =
u ⋅ hm

569,7
vorh τ r = = 1009,29 kN / m²
2,09 ⋅ 0,27

In der Detailtabelle zur Tragfähigkeit im Schubbereich 1 der Maske 2.1 Nachweise sind alle
Zwischenergebnisse zur Ermittlung dieser vorhandenen Schubspannung vorh τr zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Tragfähigkeit im Schubbereich 1 – Vorhandene Schubspannung

Zulässige Schubspannung zul τ011b im Schubbereich 1

Zunächst muss der mittlere Bewehrungsgrad µg bestimmt werden.

⎛ a s1 a s 2 ⎞ ⎛ 16,1 16,1 ⎞
µ g = 0.5 ⋅ ⎜⎜ + ⎟⎟ = 0.5 ⋅ ⎜ + ⎟ = 0,006
⎝ h1 h2 ⎠ ⎝ 27.5 ⋅ 100 26.5 ⋅ 100 ⎠
β WN 2,5
≤ 25 = 25 = 0,013
βS 50
≤ 0,015

144 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

Der Wert αs ermittelt sich für Betonstahl zu 1.4. Somit ergeben sich die Beiwerte ξ1 wie
folgt.

χ 1 = 1,3 ⋅ α s ⋅ µ g = 1,3 ⋅ 1.4 ⋅ 0.6 = 1.406

Damit errechnet sich die zulässige Schubspannung zul τ011b im Schubbereich 1 zu:

zul τ 011 = χ 1 ⋅ τ 011b = 1.406 ⋅ 600 = 843,39 kN / m²

In der Detailtabelle zum Tragfähigkeit im Schubbereich 1 der Maske 2.1 Nachweise sind alle
Zwischenergebnisse zur Ermittlung dieser zulässige Schubspannung zul τ011b zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Tragfähigkeit im Schubbereich 1 – Zulässige Schubspannung

Nachweis:

vorh τ 1009,29
= = 1,197
zul τ 011 843,39

Da das Kriterium im Schubbereich 1 größer als eins ist, ist der Durchstanznachweis ohne
Durchstanzbewehrung nicht erfüllbar. Dieser Nachweis findet sich auch im Programm an
zuletzt genannter Stelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Tragfähigkeit im Schubbereich 1 – Nachweis

Zulässige Schubspannung zul τ02 im Schubbereich 2

Somit ergeben sich die Beiwerte ξ2 wie folgt.

χ 2 = 0,45 ⋅ α s ⋅ µ g = 0.45 ⋅ 1.4 ⋅ 0.6 = 0.487

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145
6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

Damit errechnet sich die zulässige Schubspannung zul τ02 im Schubbereich 2 zu:

zul τ 011 = χ 1 ⋅ τ 02 = 0.487 ⋅ 2400 = 1167,77 kN / m²

In der Detailtabelle zur Tragfähigkeit im Schubbereich 2 der Maske 2.1 Nachweise sind alle
Zwischenergebnisse zur Ermittlung dieser zulässige Schubspannung zul τ02 zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Tragfähigkeit im Schubbereich 2 – Zulässige Schubspannung

Nachweis:

vorh τ 1009,29
= = 0,864
zul τ 02 1167,77

Da das Kriterium im Schubbereich 2 kleiner als eins ist, ist der Durchstanznachweis mit
Durchstanzbewehrung erfüllbar. Dieser Nachweis findet sich auch im Programm an zuletzt
genannter Stelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Tragfähigkeit im Schubbereich 2 – Nachweis

Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung

Die Ermittlung des Bemessungswerts QR bestimmt sich gemäß DIN 1045-88 Abs. 22.5.2 (3)
nach folgender Formel.

QR = 0,75 ⋅ max QR

QR = 0,75 ⋅ 569,74 = 434,81 kN

Den erforderlichen Durchstanzbewehrungsquerschnitt erhält man dann auf folgende Weise.

146 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.1 Beispiel 1: Innenstütze nach DIN 1045-88

QR
erf Asbü =
σs
γ

427,30
erf Asbü = = 14.96 cm²
50
1.75

In der Detailtabelle zur Durchstanzbewehung der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung sind
alle Zwischenergebnisse zur Ermittlung dieser erforderlichen Durchstanzbewehrung zu
finden.

Maske 2.2: Detailtabelle Erforderliche Bewehrung

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147
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01


Statisches System

In RFEM wurde folgendes Modell erzeugt.

148 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Baustoffe

Beton C30/37 fck = 3.00 kN/cm²


Betonstahl BSt 500 S(B) fyk = 50.00 kN/cm²

Betondeckung (Achsmaß)

cnom = 3.00 cm

Belastung

Gleichflächenlast q = 21.354 kN/m²

Schnittgrößenermittlung

Es ergaben sich folgende Auflagerkräfte.

Durchstanzen

Die Auflager werden unterteilt in

- Innenauflager (Knoten Nr.8)


- Randauflager (Knoten Nr.9,12,7,14)
- Eckauflager (Knoten Nr. 5,6,13,15)

Aufnahme der Mindestmomente

Um gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.6 die Querkrafttragfähigkeit sicherzustellen, sind die
Platten im Bereich der Stützen für Mindestmomente mEd zu bemessen.

Gemäß Tabelle 14 der DIN 1045-01 ergeben sich die Momentenbeiwerte η mit denen dann
die Mindestmomente gemäß Abs. 10.5.6 (2) zur Sicherstellung der Durchstanzsicherheit
ermittelt werden.

Für eine innenliegende Stütze ergeben sich folgende Momentenbeiwerte:

Erstes Mindestmoment

Momentenbeiwert für die lastabgewandte Seite: ηab = 0.125


Momentenbeiwert für die lastzugewandte Seite: ηzu = 0.000

Zweites Mindestmoment

Momentenbeiwert für die lastabgewandte Seite: ηab = 0.125


Momentenbeiwert für die lastzugewandte Seite: ηzu = 0.000

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149
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Die gleichen Momentenbeiwerte ermittelt auch das Programm, sobald es festgestellt hat,
dass ebenfalls ein orthogonales Stützenraster gleich Bild 46 der DIN 1045-01 sind.

Maske 1.5: Vom Programm ermittelte Mindestmomentenbeiwerte

Da die Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN an der Plattenunterseite (= Seite in Richtung


der z-Achse des lokalen Plattenkoordinatensystems) angreift, ist die lastabgewandte Seite
die Plattenoberseite. Die bei der Bemessung zu verwendende statische Höhe ermittelt sich
somit aus der Plattendicke weniger der Betondeckung an der Plattenoberseite. Diese wurde
im Programm wie folgt definiert.

Maske 1.4: Definierte Betondeckung

Für die festgelegten Bewehrungsrichtungen Φ1 und Φ 2 ergeben sich somit folgende


Bemessungsmomente und statische Höhen.

Bewehrungsrichtungen Φ 1

m Ed 1,ab = η ab ⋅ VEd = 0,125 ⋅ 1975.00 = 246,875 kNm / m

d1 = h − c nom = 35 − 3 = 32 cm

150 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Bewehrungsrichtungen Φ 2

m Ed 2,ab = η ab ⋅ VEd = 0,125 ⋅ 1975.00 = 246,875 kNm / m

d 2 = h − d s − c nom = 35 − 2 − 3 = 30 cm

Bemessung für die Bewehrungsrichtungen Φ 1

Natürlich wird zur Bemessung innerhalb des Programms ein eigener Bemessungs-
algorithmus verwendet. Um jedoch die Richtigkeit dieses Algorithmus zu bestätigen, erfolgt
die Bemessung hier mit Hilfe von Bemessungstafeln. Dazu ist zunächst das bezogene
Moment µEds zu bestimmen.

m Ed 1,ab 24687,5
µ Eds = = = 0,141817
b ⋅ d1 ⋅ f cd
2
100 ⋅ 32 2 ⋅ 1,7

Dieses bezogene Moment µEds befindet sich so natürlich nicht in der Bemessungstafel.

Bemessungstafel

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


151
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Es werden statt dessen die Werte für ein unteres bezogenes Moment (µEds = 0,14) und für
ein oberes bezogenes Moment (µEds = 0,15) ermittelt und dann linear interpoliert.

µEds = 0,14 µEds = 0,1418 µEds = 0,15


ϖ 0,1518 0,1540 0,1638
x
ξ= 0,188 0,1905 0,202
d
z
ζ = 0,922 0,9209 0,916
d
εc2 in ‰ -3,50 -3,50 -3,50
εs1 in ‰ 15,15 14,91 13,80

Damit lässt sich der erforderliche Stahlquerschnitt erf as,min bestimmen zu:

1 1
a s ,1oben = ⋅ ω ⋅ b ⋅ d ⋅ f cd = ⋅ 0,1540 ⋅ 100 ⋅ 32 ⋅ 1,7 = 19,25 cm 2 / m
f yd 43,5
Die Höhe der Betondruckzone x errechnet sich zu:

x = ξ ⋅ d = 0,1905 ⋅ 32 = 6,10 cm

Im Programm wird als Ergebnis der Bemessung folgendes ausgegeben.

Maske 2.2: Längsbewehrung in Richtung ω1 für Mindestmoment

152 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Die minimalen Abweichungen zur Handrechnung lassen sich durch den unterschiedlichen
Ansatz des Verlaufs der Stahlspannung jenseits der Streckgrenze erklären. In der
Handrechnung wurde mit einer konstanten Stahlspannung im plastischen Bereich
gerechnet.

Zum Nachweis der Durchstanzsicherheit wurden als Längsbewehrung an der


Plattenoberseite Bewehrungsstäbe mit 20 mm Durchmesser in einem Abstand von 8 cm
eingelegt. Dies entspricht einer vorhandenen Bewehrung von vorh as = 39,27 cm²/m.

Somit ergibt sich der Nachweis für das erste Mindesmoment zu:

erf a s 18,773
= = 0,478 < 1,00
vorh a s 39,270
Die eingelegte Längsbewehrung an der Plattenoberseite in Richtung Φ 1 ist somit größer als
die statisch erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente. Dieser Nachweis wird auch
im Programm ausgegeben.

Maske 2.1: Nachweis des Mindestmoments in Richtung Φ 1

Bemessung für die Bewehrungsrichtungen Φ 2

Auch hierzu ist wieder zunächst das bezogene Moment µEds zu bestimmen.

m Ed 2,ab 24687,5
µ Ed = = = 0,161356
b ⋅ d1 ⋅ f cd
2
100 ⋅ 30 2 ⋅ 1,7

Dieses bezogene Moment µEds befindet sich so natürlich nicht in der Bemessungstafel.

Es werden statt dessen die Werte für ein unteres bezogenes Moment (µEds = 0,16) und für
ein oberes bezogenes Moment (µEds = 0,17) ermittelt und dann linear interpoliert.

µEds = 0,16 µEds = 0,1614 µEds = 0,17


ϖ 0,1759 0,1776 0,1882
x
ξ= 0,217 0,2191 0,232
d
z
ζ = 0,910 0,9090 0,903
d
εc2 in ‰ -3,50 -3,50 -3,50
εs1 in ‰ 12,61 12,46 11,56

Damit lässt sich der erforderliche Stahlquerschnitt erf as,min bestimmen zu:

1 1
a s , 2,oben = ⋅ ω ⋅ b ⋅ d ⋅ f cd = ⋅ 0,1776 ⋅ 100 ⋅ 30 ⋅ 1,7 = 20,82 cm 2 / m
f yd 43,5

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


153
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Die Höhe der Betondruckzone x errechnet sich zu:

x = ξ ⋅ d = 0,2191 ⋅ 30 = 6,57 cm

Im Programm wird als Ergebnis der Bemessung folgendes ausgegeben.

Maske 2.2: Längsbewehrung in Richtung Φ 2 für Mindestmoment

Die minimalen Abweichungen zur Handrechnung lassen sich durch den unterschiedlichen
Ansatz des Verlaufs der Stahlspannung jenseits der Streckgrenze erklären. In der
Handrechnung wurde mit einer konstanten Stahlspannung im plastischen Bereich
gerechnet.

Zum Nachweis der Durchstanzsicherheit wurden als Längsbewehrung an der


Plattenoberseite Bewehrungsstäbe mit 20 mm Durchmesser in einem Abstand von 8 cm
eingelegt. Dies entspricht einer vorhandenen Bewehrung von vorh as = 39,27 cm²/m.

Somit ergibt sich der Nachweis der für das zweiten Mindesmoment zu:

erf a s 20,385
= = 0,519 < 1,00
vorh a s 39,270
Die eingelegte Längsbewehrung an der Plattenoberseite in Richtung Φ 2 ist somit größer als
die statisch erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente. Dieser Nachweis wird auch
im Programm ausgegeben.

154 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Maske 2.1: Nachweis des Mindestmoments in Richtung Φ 2

Damit steht auch das Gesamtnachweiskriterium des Nachweises der Mindestmomente als
das größte Kriterium, das sich für die einzelnen Richtungen und Seiten ergibt, fest.

Durchstanznachweis für Innenauflager

Aufzunehmende Querkraft VEd

Der kritische Rundschnitt um ein Innenauflager ist wie folgt auszubilden.

Ausbildung des kritischen Rundschnittes um eine Innenstütze

Aus den beiden statische Höhe für die erste und zweite Bewehrungsrichtung ...

d1 = 32 cm

d 2 = 30 cm

... ergibt sich eine mittlere statische Höhe d von:

d1 + d 2 32 + 30
d= = = 31 cm
2 2
Damit errechnet sich der Umfang u des kritischen Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ d + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ 31 + 2 ⋅ (60 + 60) = 5,32 cm

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd des kritischen Rundschnittes zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 389,68 kN / m
u 5.32

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


155
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Dieses Zwischenergebnis findet sich auch auf der Maske 2.1 Nachweise innerhalb der
Detailtabelle für die Querkrafttragfähigkeit der Platte wieder.

Maske 2.1: Aufzunehmende Querkraft des kritischen Rundschnittes

Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd,ct

Orthogonal kreuzende Längsbewehrung (20/8):

vorh as = 39,27 cm²/m

Diese Längsbewehrung wurde in der Maske 2.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften in der


Detailtabelle definiert.

Maske 1.5: Detailtabelle -Definieren des eingelegten Längsbewehrungsquerschnitts

Damit ermittelt sich der mittlere Längsbewehrungsgrad ρl zu:

as1 39,27
ρ l ,1 = = = 0,012
100 ⋅ d1 100 ⋅ 32

as 2 39,27
ρ l ,2 = = = 0.013
100 ⋅ d 2 100 ⋅ 30

ρ l = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2 = 0,012 ⋅ 0,013 = 0,013

f cd 1.98
≤ 0.4 ⋅ = 0.4 ⋅ = 0,018
f yd 43.48

≤ 0.02
Bevor die aufnehmbare Querkraft VRd,ct ohne Durchstanzbewehrung bestimmt werden kann,
ist der Wert κ zu bestimmen.

156 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

200
κ = 1+ ≤ 2,0
d

200
κ = 1+ = 1,803 ≤ 2,0
310
Anschließend wird die aufnehmbaren Querkraft VRd,ct ohne Durchstanzbewehrung
bestimmt. Sie errechnet sich gemäß Formel (105) in Abs. 10.5.4 der DIN 1045-01 zu:

VRd ,ct = 0,14 ⋅ η1 ⋅ κ ⋅ (100 ⋅ ρ l ⋅ f ck ) ⋅ d

VRd ,ct = 0,14 ⋅ 1,0 ⋅ 1,803 ⋅ (100 ⋅ 0,013 ⋅ 30) ⋅ 0,31 = 0,263 MN / m

=263,16 kN/m

Alle nötigen Parameter zur Ermittlung dieser aufnehmbaren Querkraft VRd,ct ohne
Durchstanzbewehrung sind auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den
Nachweis der Querkrafttragfähigkeit der Platte zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte – Querkrafttragfähigkeit der Platte

Nachweis:

VEd 389,68
= = 1,481 > 1.0
VRd ,ct 263,16
Die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct der Platte ohne Durchstanzbewehrung ist nicht
ausreichend.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


157
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Dieser Nachweis findet sich auch im Programm an zuletzt genannter Stelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte –Nachweis

Maximale Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd,max

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max ermittelt sich nach folgender Formel:

VRd ,max = 1.5 ⋅ VRd ,ct

VRd ,max = 1.5 ⋅ 263,16 = 394,74 kN / m

Nachweis:

V Ed 389,68
= = 0,987 < 1.0
VRd ,max 394,74
Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max ist ausreichend. Es kann ein
Durchstanznachweis mit Durchstanzbewehrung geführt werden.

Gleiches findet sich in der Detailtabelle zum Nachweis des kritischen Rundschnittes auf der
Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Kritischer Rundschnitt

Aufzunehmende Querkraft VEd des 1. Inneren Rundschnittes

Der erste innere Rundschnitt ist in einem Abstand lw von 0.5d von der Lasteinleitungsfläche
zu führen.

l w = 0.5 ⋅ d = 0.5 ⋅ 31 = 15.5 cm

Damit errechnet sich der Umfang u des kritischen Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ l w + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 15,5 + 2 ⋅ (60 + 60 ) = 3,37 m

158 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd im ersten inneren Rundschnitt zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 614,65 kN / m
u 3,37
Die Details zur aufzunehmenden Querkraft VEd findet sich in der Detailtabelle zum Nachweis
der inneren Rundschnitte auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Aufzunehmende Querkraft

Erforderliche Durchstanzbewehrung erf asw längs des 1. inneren Rundschnitts

Zunächst muss der Beiwert κs zur Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe auf die
Wirksamkeit der Bewehrung ermittelt werden.

d − 400 310 − 400


κ s = 0,7 + 0,3 ⋅ = 0,7 + 0,3 ⋅ = 0,6325 (d in mm)
400 400
>= 0,7

<= 1,0

κ s = 0,7
Damit ermittelt sich der erforderliche Querschnitt erf asw einer senkrecht stehende
Durchstanzbewehrung zu:

(VEd ,1 − V Rd ,c ) ⋅ u1
erf Asw =
κ s ⋅ f yd

(614,65 − 263,16) ⋅ 337


erf Asw = = 38.96 cm²
0.7 ⋅ 43,5

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


159
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung auf
der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 1.Rundschnitt zu finden.

Maske 2.2: Detailtabelle 1.Rundschnitt – Erforderliche Durchstanzbewehrung

Bevor die Mindestbewehrung min Asw gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 bestimmt werden
kann, ist der Grundbewehrungsgrad ρ der Tabelle 29 der DIN 1045-01 zu entnehmen.

ρ = 0.93 %o
Der Mindestbewehrungsgrades ρw ist gemäß Abschnitt 13.2.3 (5) zu ermitteln:

min ρ w = 1.0 ⋅ ρ

min ρ w = 1.0 ⋅ 0,93 = 0,93 %o

Damit kann die Mindestbewehrung min Asw ermittelt werden zu:

0,93
min Asw = ρ w ⋅ sw ⋅ u = ⋅ 15,5 ⋅ 337 = 4,86 cm² < erf Asw = 38,96 cm²
1000
Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Mindestbewehrung ebenfalls auf der
Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 1.Rundschnitt zu finden.

Maske 2.2: Detailtabelle 1.Rundschnitt – Mindestdurchstanzbewehrung

Querkrafttragfähigkeit VRd,sy des 1. inneren Rundschnittes

In der erste Programmversion wird auf Grund der erforderlichen Durchstanzbewehrung kein
Bewehrungsvorschlag erzeugt. Die vorhandene Bewehrung Asw ist deshalb gleich der
erforderlichen Bewehrung erf Asw.

Asw = erf Asw

160 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Damit ermittelt sich die Querkrafttragfähigkeit gemäß Gleichung 108 der DIN 1045-01 (Abs.
10.5.5) zu:

κ s ⋅ Asw ⋅ f yd
VRd , sy ,1 = VRd ,ct +
u
0.7 ⋅ 38,96 ⋅ 43,5
VRd , sy ,1 = 263,16 + = 614,65 kN / m
3,37

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit mit


Durchstanzbewehrung auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den Nachweis
der inneren Rundschnitte zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Querkrafttragfähigkeit mit Durchstanzbewehrung

Nachweis:

V Ed 614,65
= = 1,00
VRd , sy ,1 614,65

Die Tragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd,sy,1 ist größer als die einwirkende Querkraft
VEd.

Im Programm ist dieser Nachweis an zu letzt genannter Stelle zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Nachweis

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


161
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Aufzunehmende Querkraft VEd des 2. Inneren Rundschnittes

Zunächst ist der Abstand des zweiten inneren Rundschnittes vom ersten inneren
Rundschnittes zu ermitteln. Dazu wird zunächst der iterativ ermittelte optimale Abstand lw,a
des äußeren Rundschnittes bestimmt, für den gilt, dass die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a
zum ersten mal größer als die aufzunehmende Querkraft VEd ist.

Der Abstand lw,a des äußeren Rundschnittes zur Lasteinleitungsfläche ergab sich zu:

l w,a = 1.16 m
Daraus kann der Zwischenabstand x bestimmt werden, innerhalb dessen die inneren
Rundschnitte zu verteilen sind.

x = l w,a − (0,5 ⋅ d + 1,5 ⋅ d )

x = 1,16 − (0,5 ⋅ 0,31 + 1,5 ⋅ 0,31) = 0,54 m

Die Anzahl der inneren Rundschnitte ni erhält man hier, indem der verbleibende Abstand x
durch den maximalen Abstand swmax =0.75d geteilt wird.

swmax = 0.75 ⋅ d = 0.75 ⋅ 0,31 = 0,2325 m

x 0,54
ni = = = 2,32
swmax 0,2325
Die Anzahl der inneren Rundschnitte, die man dann erhält ist nur zufallsbedingt ganzzahlig.
Deshalb wird die gefundene Anzahl ni einfach aufgerundet.

ni = 3
Mit dieser aufgerundeten Anzahl ni ergibt sich dann folgender gleicher Abstand sw der
inneren Rundschnitte.

162 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

x
sw =
ni

0,54
sw = = 0,18 m
3
Damit kann der Abstand lw,2 des zweiten inneren Rundschnittes von der Lasteinleitungs-
fläche mit Hilfe des Abstandes lw,1 des ersten inneren Rundschnittes und des Zwischen-
abstandes sw bestimmt werden zu:

l w, 2 = l w,1 + sw = 0,16 + 0,18 = 0,34 m

Damit errechnet sich der Umfang u des zweiten inneren Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ l w, 2 + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 34 + 2 ⋅ (60 + 60) = 4,50 m

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd für den zweiten inneren Rundschnitt zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 460,34 kN / m
u 4,50
Die Details zur aufzunehmenden Querkraft VEd findet sich in der Detailtabelle zum Nachweis
der inneren Rundschnitte auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Aufzunehmende Querkraft

Erforderliche Durchstanzbewehrung erf asw längs des 2. inneren Rundschnitts

Der Beiwert κs zur Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe ist der gleiche wie für
den ersten inneren Rundschnitt.

κ s = 0,7
Damit ermittelt sich der erforderliche Querschnitt erf asw einer senkrecht stehende
Durchstanzbewehrung zu:

(V Ed , 2 − VRd ,c ) ⋅ u 2 ⋅ sw
erf Asw, 2 =
κ s ⋅ f yd ⋅ d

(460,34 − 263,16) ⋅ 4,50 ⋅ 0,18


erf Asw, 2 = = 16,95 cm²
0,7 ⋅ 43,5 ⋅ 0,31

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


163
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung auf
der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 2.Rundschnitt zu finden.

Maske 2.2: Detailtabelle 2.Rundschnitt – Erforderliche Durchstanzbewehrung

Der Grundbewehrungsgrad ρ bleibt der gleiche.

ρ = 0.93 ‰
Somit auch der Mindestbewehrungsgrades ρw.

min ρ w = 1.0 ⋅ ρ

min ρ w = 1.0 ⋅ 0,93 = 0,93 %o

Damit kann die Mindestbewehrung min Asw für den zweiten inneren Rundschnitt ermittelt
werden zu:

0,93
min Asw = ρ w ⋅ sw ⋅ u = ⋅ 18 ⋅ 450 = 7,54 cm² < erf Asw = 16,95 cm²
1000
Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Mindestbewehrung ebenfalls auf der
Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 2.Rundschnitt zu finden.

Maske 2.2: Detailtabelle 2.Rundschnitt - Mindestdurchstanzbewehrung

Querkrafttragfähigkeit VRd,sy des 2. inneren Rundschnittes

Auch für den zweiten inneren Rundschnitt gilt:

Asw = erf Asw

164 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Damit ermittelt sich die Querkrafttragfähigkeit gemäß Gleichung 109 der DIN 1045-01 (Abs.
10.5.5) zu:

κ s ⋅ Asw ⋅ f yd ⋅ d
V Rd , sy ,i = V Rd ,ct +
u ⋅ sw
0.7 ⋅ 16,95 ⋅ 43,5 ⋅ 0,31
VRd , sy , 2 = 263,16 + = 460,335 kN / m
4,50 ⋅ 0.18

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit mit


Durchstanzbewehrung auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den Nachweis
der inneren Rundschnitte zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Querkrafttragfähigkeit mit Durchstanzbewehrung

Nachweis:

VEd 460,335
= = 1,00
VRd , sy , 2 460,335

Im Programm ist dieser Nachweis an zu letzt genannter Stelle zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Nachweis

Die Tragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd,sy,2 ist größer als die einwirkende Querkraft
VEd.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


165
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Die Schritte zur Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung und der Querkrafttrag-
fähigkeit des 3. und 4. inneren Rundschnittes sind analog den Schritten des 2. inneren
Rundschnittes zu führen. In tabellarischer Darstellung ergibt sich folgendes Ergebnis:

3. innerer Rundschnitt 4. innerer Rundschnitt


lw [m] 0,51 0,69
u [m] 5,64 6,77
VEd [kN/m] 367,96 306,46
VRd,ct [kN/m] 263,16 263,16
κs 0,70 0,70
sw [m] 0,18 0,18
u [m] 5,64 6,77
fyd [kN/cm²] 43,5 43,5
erf Asw [cm²] 11,27 5,59
min ρw [%o] 0,93 0,93
min Asw [cm²] 9,43 11,33
VRd,sy [kN/m] 367,96 350,90
Kriterium 1,00 0,873

Besonderes Augenmerk soll noch einmal kurz auf den 4. inneren Rundschnitt gelenkt
werden. Hier übersteigt die Mindestdurchstanzbewehrung min Asw die statisch erforderliche
Durchstanzbewehrung erf Asw. Deshalb wird als vorhandene Durchstanzbewehrung die
Mindestdurchstanzbewehrung angenommen, so dass die Querkrafttragfähigkeit die
aufzunehmende Querkraft übersteigt. Es ergibt sich deshalb ein Nachweiskriterium kleiner
eins.

Im Programm findet sich der Nachweis aller inneren Rundschnitte am Ende der Detailtabelle
für den Nachweis der inneren Rundschnitte auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Details Innere Rundschnitte - Nachweis

Abschließend muss noch die Querkrafttragfähigkeit eines äußeren Rundschnittes


nachgewiesen werden.

166 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Aufzunehmende Querkraft VEd des äußeren Rundschnittes

Es wird ein äußerer Rundschnitt im Abstand von 1.5d vom inneren Rundschnitt angelegt.
Der Abstand lw,a des äußeren Rundschnittes zur Lasteinleitungsfläche ergibt sich in diesem
Beispiel zu:

l w,a = l w, 4 + 1,5 ⋅ d

l w,a = 0,69 + 1,5 ⋅ 0,31 = 1,16 m

Damit ermittelt sich der Umfang des äußeren Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ l w, 2 + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 116 + 2 ⋅ (60 + 60) = 9,69 m

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd für den zweiten inneren Rundschnitt zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 214,04 kN / m
u 9,69
Die Details zur aufzunehmenden Querkraft VEd findet sich in der Detailtabelle zum Nachweis
des äußeren Rundschnitts auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitte – Aufzunehmende Querkraft

Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a des äußeren Rundschnittes

Bevor die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a ermittelt werden kann, ist der Beiwert κa zur
Berücksichtigung des Übergangs zum Plattenbereich mit Schubbelastung nach folgender
Formel zu ermitteln.

0.29 ⋅ l w
κ a = 1−
3.5 ⋅ d
0.29 ⋅ 690
κ a = 1− = 0,814 >= 0,71
3.5 ⋅ 310

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


167
6.2 Beispiel 2: Innenstütze nach DIN 1045-01

Die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a außerhalb des durchstanzbewehrten Bereichs ermittelt sich


gemäß DIN 1045-01, Abs. 10.5.5, (4) nach folgender Formel.

V Rd ,ct ,a = κ a ⋅ VRd ,ct

VRd ,ct ,a = 0,814 ⋅ 263,16 = 214,28 kN / m

Die Details zur Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a finden sich ebenfalls in der
zuletzt genannten Detailtabelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitt - Querkrafttragfähigkeit

Nachweis:

VEd 214,04
= = 0,999
VRd ,ct ,a 214,28

Die Tragfähigkeit des äußeren Rundschnittes VRd,ct,a ist größer als die einwirkende Querkraft
VEd.

Die Nachweis findet sich ebenfalls in der zuletzt genannten Detailtabelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitt – Nachweis

168 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01


(Schrägstäbe)
Im dritten Beispiel werden alle Angaben des ersten Beispiels verwendet, jedoch soll diesmal
die Durchstanzbewehrung anstatt mit vertikalen Bügeln mit Schrägeisen (Neigung 45°)
ausgebildet werden. Dazu wurde in der Maske 1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften in der
Detailtabelle des Durchstanzknotens 8 folgende Auswahl getroffen.

Maske 1.5: Detailtabelle-Definition der Durchstanzbewehrung

Anschließend werden die Berechnungsschritte des vorherigen Beispiels erneut ausgeführt,


um auf die Abweichungen der Berechnung, die sich aus dieser Auswahl ergibt hinzuweisen.

Aufnahme der Mindestmomente

Der Nachweis der Mindestmomente ist unabhängig von der Neigung der Durchstanz-
bewehrung, so dass man bei geneigter Durchstanzbewehrung das gleiche Nachweis-
kriterium erhält.

Maske 2.1: Detailtabelle Nachweis der Mindestmomente – Nachweis

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


169
6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Durchstanznachweis für Innenauflager

Aufzunehmende Querkraft VEd

Die aufzunehmende Querkraft VEd ist identisch zum Beispiel 1:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 389,68 kN / m
u 5.32

Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd,ct

Auch die aufnehmbaren Querkraft VRd,ct ohne Durchstanzbewehrung ist die gleiche, weil die
Längsbewehrung sich nicht von der Längsbewehrung des ersten Beispiels unterscheidet.

VRd ,ct = 0,14 ⋅ 1,0 ⋅ 1,803 ⋅ (100 ⋅ 0,013 ⋅ 30) ⋅ 0,31 = 0,263 MN / m

=263,16 kN/m

Nachweis:

VEd 389,68
= = 1,481 > 1.0
VRd ,ct 263,16
Die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct der Platte ohne Durchstanzbewehrung ist nicht
ausreichend.

Maximale Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd,max

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max ist ebenfalls identisch.

VRd ,max = 1.5 ⋅ VRd ,ct

VRd ,max = 1.5 ⋅ 263,16 = 394,74 kN / m


Nachweis:

V Ed 389,68
= = 0,987 < 1.0
VRd ,max 394,74
Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd,max ist ausreichend. Es kann ein
Durchstanznachweis mit Durchstanzbewehrung geführt werden.

Aufzunehmende Querkraft VEd des Inneren Rundschnittes

Gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5(3) ist die erforderliche Querkrafttragfähigkeit VRd,sy mit
Durchstanzbewehrung in einem Schnitt im Abstand 0.5d von der Lasteinleitungsfläche
nachzuweisen. Der Abstand lw zur Lasteinleitungsfläche und der Umfang u dieses inneren
Rundschnittes sind somit identisch mit dem Abstand und dem Umfang des ersten inneren
Rundschnittes aus Beispiel 1.

l w = 0.5 ⋅ d = 0.5 ⋅ 31 = 15.5 cm

u = 2 ⋅ π ⋅ l w + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 15,5 + 2 ⋅ (60 + 60 ) = 3,37 m

170 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd im ersten inneren Rundschnitt zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 614,65 kN / m
u 3,37

Erforderliche Durchstanzbewehrung erf asw längs des inneren Rundschnitts

Die erforderliche Bewehrung errechnet sich nach folgender Formel.

(VEd − VRd ,c ) ⋅ u
erf Asw =
1.3 ⋅ sin α ⋅ f yd

(614,65 − 263,16) ⋅ 3.37


erf Asw = = 29,67 cm²
1,3 ⋅ sin 45° ⋅ 43,5

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung auf
der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 1.Rundschnitt zu finden.

Maske 2.2: Detailtabelle 1.Rundschnitt – Erforderliche Durchstanzbewehrung

Bevor die Mindestbewehrung min Asw gemäß DIN 1045-01 Abs. 10.5.5 bestimmt werden
kann, ist der Grundbewehrungsgrad ρ der Tabelle 29 der DIN 1045-01 zu entnehmen.

ρ = 0.93 %o
Der Mindestbewehrungsgrades ρw ist gemäß Abschnitt 13.2.3 (5) zu ermitteln:

min ρ w = 1.0 ⋅ ρ

min ρ w = 1.0 ⋅ 0,93 = 0,93 %o

Damit kann die Mindestbewehrung min Asw ermittelt werden zu:

ρ w ⋅ sw ⋅ u 0,93 ⋅ 15,5 ⋅ 337


min Asw = = = 6,88 cm² <29,67 cm²/m
sin α 1000 ⋅ sin 45°
Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Mindestbewehrung ebenfalls auf der
Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung in der Detailtabelle für den 1.Rundschnitt zu finden.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


171
6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Maske 2.2: Detailtabelle 1.Rundschnitt - Mindestdurchstanzbewehrung

Querkrafttragfähigkeit VRd,sy des inneren Rundschnittes

Auch im zweiten Beispiel wird die vorhandene Bewehrung Asw gleich der erforderlichen
Bewehrung erf Asw gesetzt.

Asw = erf Asw


Damit ermittelt sich die Querkrafttragfähigkeit gemäß Gleichung 111 der DIN 1045-01 (Abs.
10.5.5(3)) zu:

1.3 ⋅ Asw ⋅ sin α ⋅ f yd


V Rd , sy ,1 = VRd ,ct +
u
1.3 ⋅ 29,67 ⋅ sin 45° ⋅ 43,5
VRd , sy ,1 = 263,16 + = 614,65 kN / m
3,37

Im Programm sind die Details zur Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit mit


Durchstanzbewehrung auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den Nachweis
der inneren Rundschnitte zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Querkrafttragfähigkeit mit Durchstanzbewehrung

Nachweis:

V Ed 614,65
= = 1,00
VRd , sy ,1 614,65

Die Tragfähigkeit der Durchstanzbewehrung VRd,sy,1 ist größer als die einwirkende Querkraft
VEd.

Im Programm ist dieser Nachweis an zu letzt genannter Stelle zu finden.

172 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Maske 2.1: Detailtabelle Innere Rundschnitte – Nachweis

Aufzunehmende Querkraft VEd des äußeren Rundschnittes

Der Abstand lw zwischen Lasteinleitungsfläche und dem Aufbiegepunkt der Schrägeisen


wurde automatisch mit 0.5d angenommen. Bei einer Neigung α der Schrägeeisen, ergibt
sich die Stelle der Biegung als Ende des durchstanzbewehrten Bereichs. Um den Abstand lw,a
des äußeren Rundschnittes von der Lasteinleitungsfläche zu ermitteln, ist zu diesem Ende
des durchstanzbewehrten Bereichs gemäß DIN 1045-01 Bild 45 noch die 1,5-fache mittlere
statische Höhe der Platte hinzu zu zählen. Der Abstand lw,a des äußeren Rundschnittes zur
Lasteinleitungsfläche ergibt sich in diesem Beispiel zu:

d
l w, a = l w + + 1,5 ⋅ d
tan α °

0,31
l w,a = 0,16 + + 1,5 ⋅ 0,31 = 0,935 m
tan 45°
Damit ermittelt sich der Umfang des äußeren Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ l w,a + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 93,5 + 2 ⋅ (60 + 60) = 8,24 m

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd für den zweiten inneren Rundschnitt zu:

β ⋅Q 1.05 ⋅ 1975
VEd = = = 251,56 kN / m
u 8,24

Die Details zur aufzunehmenden Querkraft VEd findet sich in der Detailtabelle zum Nachweis
des äußeren Rundschnitts auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitte – Aufzunehmende Querkraft

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


173
6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a des äußeren Rundschnittes

Bevor die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a ermittelt werden kann, ist der Beiwert κa zur
Berücksichtigung des Übergangs zum Plattenbereich mit Schubbelastung nach folgender
Formel zu ermitteln. Die Breite des durchstanzbewehrten Bereichs endet an der zweite
Aufbiegung des Schrägeisens. Sie ermittelt sich somit zu:

d
l w = 0.5 ⋅ d +
tan α °
0,31
l w = 0.5 ⋅ 0,31 + = 0,47 m
tan 45°
Damit kann der Beiwert κa bestimmt werden zu:

0.29 ⋅ l w
κ a = 1−
3.5 ⋅ d
0.29 ⋅ 465
κ a = 1− = 0,88 >= 0,71
3.5 ⋅ 310

Die Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a außerhalb des durchstanzbewehrten Bereichs ermittelt sich


gemäß DIN 1045-01, Abs. 10.5.5, (4) nach folgender Formel.

V Rd ,ct ,a = κ a ⋅ VRd ,ct

VRd ,ct ,a = 0,88 ⋅ 263,16 = 230,45 kN / m

Die Details zur Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a finden sich ebenfalls in der
zuletzt genannten Detailtabelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitt - Querkrafttragfähigkeit

Nachweis:

VEd 251,56
= = 1,09
VRd ,ct ,a 230,45

174 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Die Tragfähigkeit des äußeren Rundschnittes VRd,ct,a ist kleiner als die einwirkende Querkraft
VEd. Das bedeutet, dass die Ausbildung des Durchstanzknotens mit einer Bewehrung aus
Schrägeisen nicht möglich ist, da dies zu einem zu kleinen durchstanzbewehrten Bereich
führt.

Der Nachweis findet sich ebenfalls in der zuletzt genannten Detailtabelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Äußerer Rundschnitt – Nachweis

Auch im Programm selber erhält man eine Meldung darüber, dass der Nachweis nicht
erfolgreich zu führen war. In der letzten Spalte „Anmerkung“ erscheint die Nummer der
Meldung (22). Wird nun in die Zelle mit dieser Nummer geklickt, so erscheint in der
Statusleiste die entsprechende Meldung.

Maske 2.1: Anmerkung Nr. 22)

Auch auf der zweiten Ausgabemaske findet sich der Hinweis darauf, dass der Nachweis als
Ganzes nicht erfolgreich geführt werden konnte.

Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


175
6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

Maske 2.2: Anmerkung Nr. 22)

Es ist nach einer Berechnung deshalb stets zu kontrollieren, ob zu den Ergebnissen in Maske
2.1 Nachweise und Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung eine Anmerkung ausgegeben
wurde.

Für einen weiterer Versuch, um mit Schrägeisen die Durchstanzbewehrung zu gestalten,


wird es nun zugelassen, die Längsbewehrung vom Programm selber zu ermitteln. Dies
geschieht in der Detailtabelle der Maske 1.5 Durchstanzknoten Eigenschaften.

Maske 1.5: Detailtabelle – Längsbewehrung auslegen

Ein Blick in die Detailtabelle zum Nachweis des äußeren Rundschnitts auf der Maske 2.1
Nachweise zeigt, dass das Nachweiskriterium deutlich näher an 1,00 gerückt ist, weil die
Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a der Platte von ehemals 230,45 kN/m auf 247,50 kN/m
gesteigert werden konnte.

Maske 2.1: Detailtabelle – Nachweis äußerer Rundschnitt

Eine Antwort darauf, warum diese Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,a nicht so weit vergrößert
wurde, dass sie der aufzunehmenden Querkraft VEd = 251,56 kN/m entspricht, lässt sich
schnell finden, indem innerhalb der Detailtabelle auf das Pluszeichen vor „Querkrafttrag-

176 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.3 Beispiel 3: Innenstütze DIN 1045-01 (Schrägstäbe)

fähigkeit der Platte“ geklickt wird. Es werden alle Größen ersichtlich, die bei der Ermittlung
der Querkrafttragfähigkeit der Platte eingehen.

Maske 2.1: Detailtabelle – Zulässiger Längsbewehrungsgrad

Es ist zu sehen, dass der mittlere Längsbewehrungsgrad ρ auf 0,016 durch das Einlegen von
48,650 cm²/m (von ehemals definierten 29,67 cm²/m) gesteigert werden konnte. Es wurde
deshalb nicht mehr Längsbewehrung eingelegt, da vorhandene Längsbewehrungsgrad ρ
sonst einen maximal zulässigen Längsbewehrungsgrad ρmax,1 oder ρmax,2 überschreiten
würde.

Diese zulässigen Längsbewehrungsgrade sind gemäß Absatz 10.5.4 der DIN 1045-01 wie
folgt definiert.

f cd
ρ max,1 = 0,4
f yd

1,7
ρ max,1 = 0,4 = 0,016
43,48

ρ max,2 = 0,02

Sie finden sich auch in der zuletzt aufgeführten Detailtabelle. Auch auf dieses Misslingen
des Nachweises wurde durch eine Fehlernummer hingewiesen.

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177
6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2


Bei diesem Beispiel handelt es sich um die Wiederholung der Bemessung aus Beispiel 2,
allerdings findet diesmal die Bemessung nach dem Eurocode 2 statt.

Aufnahme der Mindestmomente

Um gemäß EC2 Abs. 4.3.4.5.3 die Querkrafttragfähigkeit sicherzustellen, sind die Platten im
Bereich der Stützen für Mindestmomente mEd zu bemessen.

Gemäß Tabelle 4.9 des EC ergeben sich die gleichen Mindestmomente wie bei Bemessung
nach DIN 1045-01 in Beispiel 2, so dass hier sofort mit der Bemessung begonnen werden
kann.

Bewehrungsrichtungen Φ 1

m Ed 1,ab = η ab ⋅ VEd = 0,125 ⋅ 1975.00 = 246,875 kNm / m

d1 = h − c nom = 35 − 3 = 32 cm

Bewehrungsrichtungen Φ 2

m Ed 2,ab = η ab ⋅ VEd = 0,125 ⋅ 1975.00 = 246,875 kNm / m

d1 = h − d s − c nom = 35 − 2 − 3 = 30 cm

Bemessung für die Bewehrungsrichtungen Φ 1

Dazu ist zunächst das bezogene Moment µEds zu bestimmen.

m Ed 1,ab 24687,5
µ Eds = = = 0,141817
b ⋅ d1 ⋅ f cd
2
100 ⋅ 32 2 ⋅ 1,7

Dieses bezogene Moment µEds befindet sich so natürlich nicht in der Bemessungstafel.

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6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Bemessungstafel mit dimensionslosen Beiwerten für den Rechteckquerschnitt ohne Druckbewehrung

Es werden statt dessen die Werte für ein unteres bezogenes Moment (µEds = 0,14) und für
ein oberes bezogenes Moment (µEds = 0,15) ermittelt und dann linear interpoliert.

µEds = 0,14 µEds = 0,1418 µEds = 0,15


ϖ 0,1544 0,1566 0,1668

x
ξ= 0,224 0,2272 0,242
d
z
ζ = 0,907 0,9056 0,899
d
εc2 in ‰ -3,50 -3,50 -3,50
εs1 in ‰ 12,10 11,89 10,94

Damit lässt sich der erforderliche Stahlquerschnitt erf as,min bestimmen zu:

1 1
a s ,1oben = ⋅ ω ⋅ b ⋅ d ⋅ f cd = ⋅ 0,1566 ⋅ 100 ⋅ 32 ⋅ 1,7 = 19,58 cm 2 / m
f yd 43,5
Die Höhe der Betondruckzone x errechnet sich zu:

x = ξ ⋅ d = 0,2272 ⋅ 32 = 7,27 cm

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179
6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Im Programm wird als Ergebnis der Bemessung folgendes ausgegeben.

Maske 2.2: Längsbewehrung in Richtung Φ 1 für Mindestmoment

Die minimalen Abweichungen zur Handrechnung lassen sich durch die unterschiedlichen
Bemessungsmethoden erklären.

Zum Nachweis der Durchstanzsicherheit wurden als Längsbewehrung an der


Plattenoberseite vorh as = 39,27 cm²/m eingelegt.

Somit ergibt sich der Nachweis der für das erste Mindestmoment zu:

erf as 19,30
= = 0,489 < 1,00
vorh as 39,270
Die eingelegte Längsbewehrung an der Plattenoberseite in Richtung Φ 1 ist somit größer als
die statisch erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente. Dieser Nachweis wird auch
im Programm ausgegeben.

Maske 2.1: Nachweis des Mindestmoments in Richtung ω1

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6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Bemessung für die Bewehrungsrichtungen Φ 2

Auch hierzu ist wieder zunächst das bezogene Moment µEds zu bestimmen.

m Ed 2,ab 24687,5
µ Ed = = = 0,161356
b ⋅ d1 ⋅ f cd
2
100 ⋅ 30 2 ⋅ 1,7

Dieses bezogene Moment µEds befindet sich so natürlich nicht in der Bemessungstafel.

Es werden statt dessen die Werte für ein unteres bezogenes Moment (µEds = 0,16) und für
ein oberes bezogenes Moment (µEds = 0,17) ermittelt und dann linear interpoliert.

µEds = 0,16 µEds = 0,1614 µEds = 0,17


ϖ 0,1795 0,1813 0,1924

x
ξ= 0,261 0,2637 0,280
d
z
ζ = 0,892 0,8909 0,884
d
εc2 in ‰ -3,50 -3,50 -3,50
εs1 in ‰ 9,92 9,79 9,02

Damit lässt sich der erforderliche Stahlquerschnitt erf as,min bestimmen zu:

1 1
a s ,1oben = ⋅ ω ⋅ b ⋅ d ⋅ f cd = ⋅ 0,1813 ⋅ 100 ⋅ 30 ⋅ 1,7 = 21,26 cm 2 / m
f yd 43,5
Die Höhe der Betondruckzone x errechnet sich zu:

x = ξ ⋅ d = 0,2637 ⋅ 30 = 7,91 cm

Im Programm wird als Ergebnis der Bemessung folgendes ausgegeben.

Maske 2.2: Längsbewehrung in Richtung Φ 2 für Mindestmoment

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181
6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Die minimalen Abweichungen zur Handrechnung lassen sich durch die unterschiedlichen
Bemessungsmethoden erklären.

Zum Nachweis der Durchstanzsicherheit wurden als Längsbewehrung an der Platten-


oberseite vorh as = 39,27 cm²/m eingelegt.

Somit ergibt sich der Nachweis für das zweiten Mindesmoment zu:

erf as 20,84
= = 0,53 < 1,00
vorh as 39,270
Die eingelegte Längsbewehrung an der Plattenoberseite in Richtung Φ 2 ist somit größer als
die statisch erforderliche zur Aufnahme der Mindestmomente. Dieser Nachweis wird auch
im Programm ausgegeben.

Maske 2.1: Nachweis des Mindestmoments in Richtung Φ 2

Damit steht auch das Gesamtnachweiskriterium des Nachweises der Mindestmomente als
das größte Kriterium, das sich für die einzelnen Richtungen und Seiten ergibt, fest.

Durchstanznachweis für Innenauflager

Aufzunehmende Querkraft VEd

Der kritische Rundschnitt um ein Innenauflager ist wie folgt auszubilden.

Aus den beiden statische Höhe für die erste und zweite Bewehrungsrichtung

d1 = 32 cm

d 2 = 30 cm

ergibt sich eine mittlere statische Höhe d von:

d1 + d 2 32 + 30
d= = = 31 cm
2 2
Damit errechnet sich der Umfang u des kritischen Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ d + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ 31 + 2 ⋅ (60 + 60) = 5,32 cm

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6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 1975.00 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


VEd des kritischen Rundschnittes zu:

β ⋅Q 1.15 ⋅ 1975
VEd = = = 426,93 kN / m
u 5.32
Dieses Zwischenergebnis findet sich auch auf der Maske 2.1 Nachweise innerhalb der
Detailtabelle für die Querkrafttragfähigkeit der Platte wieder.

Maske 2.1: Aufzunehmende Querkraft des kritischen Rundschnittes

Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd1

Bevor die aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne Durchstanzbewehrung bestimmt werden


kann, ist zunächst der Beiwert κ zu Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe zu
bestimmen.

k = 1,6 − d ≥ 1,0 (d in m)

k = 1,6 − 0,31 = 1,29 ≥ 1,0

Der mittlere Längsbewehrungsgrad ρl bestimmt sich wieder zu:

Orthogonal kreuzende Längsbewehrung (20/8): vorh as = 39,27 cm²/m

as1 39,27
ρ l ,1 = = = 0,012
100 ⋅ d1 100 ⋅ 32

as 2 39,27
ρ l ,2 = = = 0.013
100 ⋅ d 2 100 ⋅ 30

ρ l = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2 = 0,012 ⋅ 0,013 = 0,013

≤ 0.015
Anschließend wird die aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne Durchstanzbewehrung bestimmt.
Sie errechnet sich gemäß Formel (4.56) in Abs. 4.3.4.5.1 des EC2 zu:

VRd 1 = τ Rd ⋅ k ⋅ (1,2 + 40 ⋅ ρ ) ⋅ d

VRd 1 = 0,34 ⋅ 1,29 ⋅ (1,2 + 40 ⋅ 0,013) ⋅ 0,31 = 232,09 kN / m

Alle nötigen Parameter zur Ermittlung dieser aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne
Durchstanzbewehrung sind auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den
Nachweis der Querkrafttragfähigkeit der Platte zu finden.

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183
6.4 Beispiel 4: Innenstütze nach EC2

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte – Querkrafttragfähigkeit der Platte

Nachweis:

VSd 426,79
= = 1,839 > 1.0
VRd 1 232,09
Die Querkrafttragfähigkeit VRd1 der Platte ohne Durchstanzbewehrung ist nicht ausreichend.

Dieser Nachweis findet sich auch im Programm an zuletzt genannter Stelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte -Nachweis

Querkrafttragfähigkeit VRd2 der Betondruckstrebe

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 ermittelt sich nach folgender Formel:

VRd 2 = 1.6 ⋅ VRd 1

VRd 2 = 1.6 ⋅ 232,09 = 371,55 kN / m

Nachweis:

VEd 426,79
= = 1,149 < 1.0
VRd 2 371,55

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 ist nicht ausreichend. Es kann kein Durchstanz-
nachweis mit Durchstanzbewehrung geführt werden. Der ausstehende Nachweis der
Zugstrebe wird deshalb nicht mehr geführt. Damit ist auch gleichzeitig gezeigt, dass rein
von der Widerstandsseite betrachtet, die Querkrafttragfähigkeit im Eurocode 2 geringer
ausfällt als in der DIN 1045-01.

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6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)


Um nun dennoch den kompletten Durchstanznachweis nach EC2 zu zeigen wird ein neues
Beispiel aus der Literatur [5] nachgewiesen. Die Berechnung wird für folgende Eingaben
durchgeführt.

Baustoffe

Beton C25/30 fck = 2.50 kN/cm²


τRd = 0.30 kN/cm²

Betonstahl BSt 500 S(B) fyk = 50.00 kN/cm²

Plattendicke

h = 24 cm

Betondeckung (Achsmaß)

Erste Bewehrungsrichtung: nom c = 2.6 cm

Statische Höhe der ersten Bewehrungsrichtung: d1 = h − nom c = 24 − 2.6 = 21.4 cm


Zweite Bewehrungsrichtung: nom c = 3.7 cm

Statische Höhe der zweite Bewehrungsrichtung: d 2 = h − nom c = 24 − 3.7 = 20.3 cm

Vorhandene Längsbewehrung

Gewählt wurde eine BSt 500 M.

Bewehrung in erste Bewehrungsrichtung: 100 ⋅ 11,5d = 20,77 cm² / m


Bewehrung in zweite Bewehrungsrichtung: 100 ⋅ 9,5d = 14,17 cm² / m

Typ der Durchstanzbewehrung

Schrägstäbe unter 60° aufgebogen.

Belastung

Die maßgebende Durchstanzlast Q = 633,74 kN wurde im Programm direkt in der


Detailtabelle auf der Maske 1.5 Durchstanzknoten-Eigenschaften definiert.

Maske 1.5: Detailtabelle – Definieren der Durchstanzlast

Form des Durchstanzknotens

Rechteckig, a = b = 45 cm

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185
6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

Lage des Durchstanzknotens

Plattenmitte

Damit kann der Nachweis wie folgt gestaltet werden.

Aufzunehmende Querkraft Vsd

Der kritische Rundschnitt um ein Innenauflager ist wie folgt auszubilden.

Ausbildung des kritischen Rundschnittes um eine Innenstütze

Aus den beiden statische Höhe für die erste und zweite Bewehrungsrichtung ...

d1 = 21.4 cm

d 2 = 20.3 cm

... ergibt sich eine mittlere statische Höhe d von:

d1 + d 2 21.4 + 20.3
d= = = 20.85 cm
2 2
Damit errechnet sich der Umfang u des kritischen Rundschnittes zu:

u = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ d + 2 ⋅ (a + b ) = 2 ⋅ π ⋅ 1,5 ⋅ 20,85 + 2 ⋅ (45 + 45) = 3,77 m

Bei einer Auflagerreaktionskraft Q = 633,74 kN ergibt sich die aufzunehmende Querkraft


Vsd des kritischen Rundschnittes zu:

β ⋅Q 1.15 ⋅ 633,74
Vsd = = = 193,57 kN / m
u 3,77

Dieses Zwischenergebnis findet sich auch auf der Maske 2.1 Nachweise innerhalb der
Detailtabelle für die Querkrafttragfähigkeit der Platte wieder.

Maske 2.1: Aufzunehmende Querkraft des kritischen Rundschnittes

186 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

Querkrafttragfähigkeit der Platte VRd1

Bevor die aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne Durchstanzbewehrung bestimmt werden


kann, ist zunächst der Beiwert κ zu Berücksichtigung des Einflusses der Bauteilhöhe zu
bestimmen.

k = 1,6 − d ≥ 1,0 (d in m)

k = 1,6 − 0,2085 = 1,39 ≥ 1,0

Der mittlere Längsbewehrungsgrad ρl bestimmt sich zu:

as1 20,77
ρ l ,1 = = = 0,0097
100 ⋅ d1 100 ⋅ 21,4

as 2 14,17
ρ l ,2 = = = 0.0070
100 ⋅ d 2 100 ⋅ 20,3

ρ l = ρ l ,1 ⋅ ρ l , 2 = 0,097 ⋅ 0,070 = 0,00824

≤ 0.015
Anschließend wird die aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne Durchstanzbewehrung bestimmt.
Sie errechnet sich gemäß Formel (4.56) in Abs. 4.3.4.5.1 des EC2 zu:

VRd 1 = τ Rd ⋅ k ⋅ (1,2 + 40 ⋅ ρ ) ⋅ d

VRd 1 = 0,30 ⋅ 1,39 ⋅ (1,2 + 40 ⋅ 0,00824) ⋅ 0,2085 = 133,10 kN / m

Alle nötigen Parameter zur Ermittlung dieser aufnehmbaren Querkraft VRd1 ohne
Durchstanzbewehrung sind auf der Maske 2.1 Nachweise in der Detailtabelle für den
Nachweis der Querkrafttragfähigkeit der Platte zu finden.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte – Querkrafttragfähigkeit der Platte

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187
6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

Nachweis:

VSd 193,57
= = 1,454 > 1.0
VRd 1 133.10
Die Querkrafttragfähigkeit VRd1 der Platte ohne Durchstanzbewehrung ist nicht ausreichend.

Dieser Nachweis findet sich auch im Programm an zuletzt genannter Stelle.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Platte -Nachweis

Querkrafttragfähigkeit VRd2 der Betondruckstrebe

Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 ermittelt sich nach folgender Formel:

VRd 2 = 1.6 ⋅ VRd 1

VRd 2 = 1.6 ⋅ 133,10 = 212,96 kN / m

Nachweis:

VEd 193,57
= = 0,909 < 1.0
VRd 2 212,96
Die Tragfähigkeit der Betondruckstrebe VRd2 ist somit ausreichend. Es kann ein
Durchstanznachweis mit Durchstanzbewehrung geführt werden.

Im Programm findet sich dieser Nachweis in der Detailtabelle zum Nachweis der
Betondruckstrebe auf der Maske 2.1 Nachweise.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Betondruckstrebe –Nachweis

Ermittlung der erforderlichen Durchstanzbewehrung erf Asw

Sobald gewährleistet ist, dass VRd2 größer als Vsd ist, kann die erforderliche
Durchstanzbewehrung ermittelt werden. Dies geschieht gemäß Formel 4.58 des EC2.

(Vsd − VRd1 ) ⋅ u
∑A sw =
f yd⋅ sin α

(193,57 − 133,10) ⋅ 3,77 =6,05 cm²


∑A sw =
43,5 ⋅ sin 60°

188 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

Im Programm finden sich die Details zur Ermittlung der Durchstanzbewehrung in der
Detailtabelle Durchstanzbewehrung auf der Maske 2.2 Erforderliche Bewehrung.

Maske 2.2: Detailtabelle Durchstanzbewehrung – Statisch erforderliche Durchstanzbewehrung

Auch der Eurocode sieht eine Mindestschubbewehrung vor. Gemäß Abschnitt 5.4.3.3 (2)
gilt, dass eine erforderliche Schubbewehrung nicht kleiner sein darf als 60% des
Mindestschubbewehrungsgrades in Tabelle 5.5. Diese Tabelle ist in Abschnitt 5.4.2.2 zu
finden und ihr ist der Mindestschubbewehrungsgrad ρw von 0,0011 zu entnehmen.

Mit der Formel gemäß Abschnitt 4.3.4.5.2(4) ermittelt sich dann die
Mindestschubbewehrung aus dem Mindestschubbewehrungsgrad ρw zu:

0.6 ⋅ ρ w ⋅ ( Acrit − Aload )


min Asw =
sin α
0.6 ⋅ 0,0011 ⋅ (1.07 − 0.20)
min Asw = = 6,63 cm²
sin 60°
Im Programm findet sich an zuletzt genannter Stelle diese Mindestbewehrung.

Maske 2.2: Detailtabelle Durchstanzbewehrung – Mindestdurchstanzbewehrung

Da die Mindestschubbewehrung die statisch erforderliche Durchstanzbewehrung


übersteigt, wird für den weiteren Nachweis die vorhandener Durchstanzbewehrung gleich
der Mindestschubbewehrung angenommen.

vorh Asw = min Asw

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189
6.5 Beispiel 5: Innenstütze EC2 (Schrägstäbe)

Querkrafttragfähigkeit VRd3 der Zugstrebe

Die Querkrafttragfähigkeit VRd3 ermittelt sich mit Durchstanzbewehrung nach folgender


Formel.

ΣAsw ⋅ f yd ⋅ sin α
V Rd 3 = VRd 1 +
u

6,63 ⋅ 43,5 ⋅ sin 60


VRd 3 = 133,10 + = 199,43 kN / m
3,77

In der Detailtabelle zum Nachweis der Zugstrebe auf der Maske 2.1 Nachweise finden sich
diese Zwischenergebnisse ebenfalls wieder.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe – Querkrafttragfähigkeit der Zugstrebe

Nachweis:

VSd 193,57
= = 0,971
VRd 3 199,43

An zuletzt genannter Stelle findet sich auch der Nachweis.

Maske 2.1: Detailtabelle Querkrafttragfähigkeit Zugstrebe – Nachweis

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A: Literatur

A: Literatur
[1] DIN 1045: Beton- und Stahlbetonbau. Juli 1988.

[2] DIN 1045-1: Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 1:
Bemessung und Konstruktion. Juni 2001.

[3] DIN V ENV 1992-1-1 (Eurocode 2): Planung von Stahlbeton- und
Spannbetontragwerken – Teil 1: Grundlagen und Anwendungsregeln für den
Hochbau. Juni 1992.

[4] Reymendt Jörg.: DIN 1045 neu, Anwendung und Beispiele. Papenberg Verlag,
Frankfurt 2001.

[5] Deutscher Beton-Verein E.V.: Beispiele zur Bemessung von Betontragwerken nach
EC2. Bauverlag, Wiesbaden und Berlin 1994.

[6] Avak Ralf.: Stahlbetonbau in Beispielen, DIN 1045 und Europäische Normung, Teil
2 Konstruktion-Platten-Treppen-Fundamente. Werner Verlag, Düsseldorf 1992.

[7] Avak Ralf.: Stahlbetonbau in Beispielen, DIN 1045 und Europäische Normung, Teil
2 Bemessung von Flächentragwerken, Konstruktionspläne für Stahlbetonbauteile,
2.Auflage. Werner Verlag, Düsseldorf 2002.

[8] Schneider, Klaus-Jürgen.: Bautabellen für Ingenieure mit Berechnungshinweisen


und Beispielen, 15. Auflage. Werner Verlag, Düsseldorf 2002.

[9] Schneider, Klaus-Jürgen.: Bautabellen für Ingenieure mit Berechnungshinweisen


und Beispielen, 13. Auflage. Werner Verlag, Düsseldorf 1998.

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191
B: Beispiele

B: Beispiele
Zu Beispiel 1 aus [6]

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B: Beispiele

Zu Beispiel 2 aus [4]

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193
B: Beispiele

194 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


B: Beispiele

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195
B: Beispiele

196 Programm RF-STANZ © by Ingenieur-Software Dlubal GmbH


B: Beispiele

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197
B: Beispiele

Zu Beispiel 5 aus [5]

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B:

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199