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BIM als Katalysator für besseres Bauen Dr. Jan Reinhardt, ADEPT Project Delivery Die Evolution von

BIM als Katalysator für besseres Bauen

Dr. Jan Reinhardt, ADEPT Project Delivery

besseres Bauen Dr. Jan Reinhardt, ADEPT Project Delivery Die Evolution von BIM in den USA In

Die Evolution von BIM in den USA

In Amerika ist BIM heute bereits weitverbreitet. Die Ursache sieht Dr. Jan Reinhardt vor allem darin, dass die Akteure nicht auf Regelwerke gewartet, sondern schrittweise Erfahrungen gesammelt haben. Seine Erfahrung: Auch mit kleinen Anwen- dungsfällen kann man schon große Erfolge erzielen.

www.brz.eu/forum2014

haben. Seine Erfahrung: Auch mit kleinen Anwen- dungsfällen kann man schon große Erfolge erzielen. www.brz.eu/forum2014

BRZ-Mittelstandsforum 2014

BRZ-Mittelstandsforum 2014 Dr. Jan Reinhardt ist Geschäftsführer von ADEPT Project Delivery, einer Beratungsgesell-

Dr. Jan Reinhardt ist Geschäftsführer von ADEPT Project Delivery, einer Beratungsgesell- schaft für Building Information Modeling mit Sitz in Philadelphia, USA.

BIM als kontinuierlicher Lernprozess

in Philadelphia, USA. BIM als kontinuierlicher Lernprozess Disney Concert Hall, 6 Jahre Verzug, $ 174 Mio.

Disney Concert Hall, 6 Jahre Verzug, $ 174 Mio. Mehrkosten (http://archrecord.construction.com/news/

daily/archives/060804disney.asp)

daily/archives/060804disney.asp) Denver Art Museum, im Zeit- und Kostenplan, AIA BIM Award

Denver Art Museum, im Zeit- und Kostenplan, AIA BIM Award (http://continuingeducation.construction.com/

article.php?L=19&C=213)

Zwei Projekte, die mit Building Information Modeling (BIM) gesteuert wurden, brachten zwei Ergebnisse, die kaum unterschiedlicher sein konnten. Sie sind ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Erfolge von BIM sich erst einstellen, wenn ausreichend Erfahrungen aufgebaut werden. Im ersten Projekt waren die BIM-Prozesse noch unerprobt.

Die Evolution von BIM in den USA

Die Disney Concert Hall und das Denver Art Museum waren zwei Pilotprojekte zur Einführung von BIM (Building Information Mo- deling) in den USA. Während die Ergebnisse anfangs noch weit hinter den Erwartungen lagen, konnten durch optimierte Prozesse im zweiten Projekt überzeugende Erfolge erzielt werden. Heute ist BIM Realität in Bauprojek- ten aller Art: Ob groß, klein, kompliziert oder einfach – auf die Vorteile der exakten Planung und effizienteren Bauausführung will in den USA heute niemand mehr verzichten.

Koordination der Gewerke

Aber worin liegt nun dieser Erfolg? Dr. Rein- hardt veranschaulichte dies an den wichtigs- ten Szenarien, wie BIM in bauausführenden Unternehmen zum Einsatz kommen kann. So helfen alleine die 3D-Visualisierungen der Gebäude und des Bauablaufes, Fehler in der Planung frühzeitig aufzudecken und spä- ter Störungen im Bauablauf zu vermeiden.

Das aber mit rund 90 % der Fälle in den USA am meisten genutzte Szenario liegt in der Koordination der Gewerke.

Kostenreduktion in der Bauausführung

Die Grundidee liegt darin, das Fachwissen der Bauausführung und das der Nachun- ternehmer in die Planung mit einzubezie- hen. So erstellt der Nachunternehmer das jeweilige Ausführungsmodell. Denn trotz guter Kenntnisse werden doch häufig in der Planungsphase wichtige technische Anforde- rungen nicht eingeplant, die der Fachspezi- alist jedoch beisteuern kann. Durch die neue Vorgehensweise entsteht eine geometrische Präzision, die enorme Effizienzsteigerungen im Bauprozess sicherstellt. So konnten beispielsweise durch ein präzises Planungs- modell Abhängungen schon in der Rohbau- phase berücksichtigt werden. Der Einbau der Haustechnik konnte so von zwei Wochen auf einen Tag pro Etage reduziert werden.

Effizienz durch Vorfertigung

Die geometrische Verlässlichkeit der derart abgestimmten Bauwerksmodelle erlaubt auch, bestimmte Bauteile vorzufertigen. Aus dem Planungsmodell werden Ferti- gungsmodelle abgeleitet. Beispielsweise für

Betonwände mit vorgefertigten und exakt vermessenen Durchlässen für die Haustech- nik. Diese muss auf der Baustelle nur noch eingebaut werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einerseits lassen sich durch die Vor- fertigung Kosten sparen (Arbeitskosten in der Werkstatt liegen rund 50 % unter denen der Baustellenfertigung). Andererseits konnten die Mehrkosten aus Störungen und Ände- rungen im Bauablauf (Erfahrungswert: rund 2 % der Auftragssumme) auf null reduziert werden.

BIM hat sich so in den USA als Türöffner für Automatisierung und Vorfertigung erwiesen.

Risiken im Griff

Durch die intensive Abstimmung der Planung und die Einbindung des Know-hows der Unternehmen der Bauausführung entsteht eine geometrische Verlässlichkeit der Planvorgaben, die hilft, Kosten in der Bauausführung zu reduzieren. Die Risiken im Bauprozess lassen sich eindrucksvoll in den Griff bekommen – Überraschungen und Kostenüberschreitungen aufgrund von Fehlplanungen gehören der Vergangenheit an.

Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Die Entwicklung in den USA zeigte zwei zentrale Erkenntnisse.

Erstens: Um die Erfolgspotenziale von BIM zu heben, ist eine intensive Projektkommuni- kation wichtig. Erfolge, aber auch Misserfolge müssen kommuniziert werden. Denn gerade aus den Fehlern lässt sich lernen. Durch die dokumentierbaren Erfolge entwickelte die BIM-Methode einen Sog-Faktor.

Und zweitens: BIM sollte als evolutionärer Prozess verstanden werden. Es bedarf nicht immer der allumfassenden Lösung. Werden zu früh Standards fixiert, könnte dies die Entwicklung in Teilen auch behindern.

Da sich auch mit „kleinen“ Anwendungsfällen schon große Erfolge erzielen lassen, ist es also ratsam, frühzeitig Erfahrungen aufzubau- en und an diesen zu lernen.

Und in diesem Sinne lautet die Empfehlung von Dr. Jan Reinhardt: „Einfach anfangen!“

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