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Bedeutung (Sprachphilosophie)

Bedeutung ist in der Sprachphilosophie und der Linguistik ein grundlegender Begriff. Wichtig ist der
Begriff zudem in der Informatik, speziell auch in der KI-Forschung, und in der Kognitionswissenschaft.

Inhaltsverzeichnis
Ansätze zur Bestimmung des Begriffs „Bedeutung“
Aspekte des Begriffs Bedeutung
Überblick und Abgrenzung
Bedeutung in der Philosophiegeschichte
Eine Grundsatzfrage bei Platon
Aristoteles’ Zeichenlehre
Sextus Empiricus
Vorstellung und Bedeutung bei John Locke
Kants Analyse der Begriffe und Urteile
Sprachphilosophie im 20. Jahrhundert
Bedeutung und Wahrheit als Sinnkriterium
Grundlegung durch Gottlob Frege
Kennzeichnung bei Bertrand Russell
Abbildtheorie bei Ludwig Wittgenstein (I)
Rudolf Carnaps Konzept einer Idealsprache
Der Einwand der Präsuppositionen von Peter F. Strawson
Bedeutung und Sprachgebrauch
Bedeutung und Semiotik bei Charles S. Peirce
Sprachgebrauch und Regeln bei Ludwig Wittgenstein (II)
Das Konzept der Sprechakte von John L. Austin
Sprechakte und Intentionen bei John Searle
Sprechakte als Grundlage der Universalpragmatik von Habermas
Bedeutung aus behavioristischer Sicht
Bedeutung als Reiz-Reaktions-Schema
Der Holismus von Willard Van Orman Quine
Bedeutung und Intentionalität
Bedeutung und Meinen bei Paul Grice
Konvention und Intentionalität bei David Lewis
Erneuter Fokus auf Bedeutung und Wahrheit
Donald Davidsons Interpretationstheorie
Michael Dummetts Anti-Realismus
John McDowells Rückverweis auf Wittgenstein
Externalistische Bedeutungstheorien
Starre Designatoren bei Saul A. Kripke
David Kaplans Untersuchung der Indexikalität
Die These sprachlicher Arbeitsteilung von Hilary Putnam
Robert Stalnakers zweidimensionale Perspektive
Robert Brandoms inferentielle Semantik
Postmoderne und Dekonstruktion
Postmodernes Denken bei Lyotard
Derridas Konzept der Dekonstruktion
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Ansätze zur Bestimmung des Begriffs „Bedeutung“


Unter Bedeutung versteht man

das Wissen über die übliche Verwendung eines Wortes oder Ausdrucks innerhalb einer
Sprachgemeinschaft und eines jeweils gegebenen Kontextes.
das, was jemand aufgrund eines Zeichens oder eines sprachlichen Ausdrucks versteht.
Unter Referenztheorie versteht man die Auffassung, dass Bedeutung das Objekt ist, das mit
einem Wort bezeichnet wird.
In der lexikalischen Bedeutungstheorie drückt man die Bedeutung aus durch eine Liste von
Eigenschaften, die einen Begriff umfasst.

Bedeutungstheorien sind ein wesentlicher Teil der Semiotik.

Das Wort Bedeutung verwendet man in der gegenwärtigen deutschen Sprache vielfältig:

1. für die Definition eines Begriffs; Beispiel: „Die Bedeutung von ‚Junggeselle‘ ist ‚unverheirateter
Erwachsener‘.“
2. für die Übersetzung von einem Zeichensystem in ein anderes. Beispiel: „Das englische Wort
‚meaning‘ bedeutet im Deutschen sowohl ‚Bedeutung‘ als auch ‚meinend‘.“
3. für einen impliziten Sinn einer Mitteilung. Beispiel: Eine Frau sagt zu ihrem Ehemann ‚Die
Ampel ist rot‘ und fordert ihn damit auf anzuhalten.
4. für Implikationen. Beispiel: „Die Beförderung bedeutete für sie einen wesentlichen
Karriereschritt.“
5. für die Bedeutsamkeit von etwas. Beispiel: „Dieses Erlebnis war von großer Bedeutung.“
6. für das Verursachende in einem kausalen Zusammenhang. Beispiele: „Rauch bedeutet Feuer“
oder „Die vielen Fehler bedeuten, dass er unter Stress steht“.
7. als Handlung im Sinne von „jemandem etwas zu verstehen geben, andeuten, befehlen“.
Beispiel: „Sie bedeutete ihm ihr Einverständnis“.
8. für einen vermuteten Sachverhalt.

Die Sprachphilosophie befasst sich insbesondere mit den ersten vier Punkten. Für die Bestimmung der
Bedeutung maßgeblich sind dabei

Wort- und Satzstruktur (Syntax)


Inhalt des Ausdrucks (Semantik)
der Verwendungszusammenhang einer Äußerung (Pragmatik).

Eine allgemein anerkannte Explikation (erläuternde Bestimmung des Begriffs) existiert nicht. Die
philosophischen Auffassungen reichen von der Meinung, dass Bedeutung ein eigener Gegenstand im
Bewusstsein ist (eine kognitive Entität), über die Sichtweise, dass Bedeutung nur pragmatisch durch ihren
Gebrauch erschlossen werden kann, bis hin zur Ablehnung einer näheren Bestimmbarkeit.

(1) Bedeutung als besonderer Gegenstand: der Gegenstand, auf den Bezug genommen wird, der
Referenzgegenstand (Gottlob Frege, Bertrand Russell, Peter Strawson, Saul Kripke und Hilary Putnam), die
Vorstellung, die ein Sprecher mit dem Zeichen assoziiert (John Locke) oder ein abstrakter Gegenstand, wie
beispielsweise die Intension (Rudolf Carnap).

(2) Bedeutung als besonderer Gebrauch: der von einer Regel in einem Sprachspiel bestimmte Gebrauch
eines Zeichens (Ludwig Wittgenstein, Michael Dummett) oder die kommunikative Absicht, mit welcher das
Zeichen gebraucht wird (Paul Grice, John Searle oder David Lewis).

(3) Bedeutung als undefinierbarer Begriff (Willard Van Orman Quine).

Eine andere Sichtweise auf die Frage, was die Bedeutung eines Satzes ausmacht, geben die Antworten

seine Wahrheitsbedingungen (Frege, Wittgenstein I, Donald Davidson)


seine Verifikationsbedingungen (Carnap)
sein Gebrauch (Wittgenstein II)

Auch unter dieser Perspektive zeigt die Diskussion zwar immer differenziertere Positionen, aber am Ende
keine inhaltliche Entwicklung. In der neueren Debatte vertritt (unter anderen) Donald Davidson die Position
der Wahrheitsbedingungen, Michael Dummett den Verifikationismus und John McDowell die
Gebrauchsauffassung.

Aspekte des Begriffs Bedeutung


Im Folgenden werden unterschiedliche theoretische Problemstellungen, Unterscheidungen, Merkmale und
Relationen des sprachphilosophischen Begriffs der Bedeutung vorgestellt und die verwendeten Fachbegriffe
erläutert.

Zeichen und Sprache

Die Bedeutung sprachlicher Zeichen hängt davon ab, von welcher Art die Zeichen sind. Man unterscheidet:

singuläre Termini (Zeichen, mit welchen auf einen ganz bestimmten Gegenstand als solchen
Bezug genommen wird), siehe Kennzeichnung, Eigennamen.
Prädikate (Zeichen, mit welchen einem Gegenstand eine Eigenschaft zugeschrieben wird),
siehe Begriff, Prädikation.

Schon bei Platon, dann auch in den späteren bedeutenden sprachphilosophischen Werken von Ockham, John
Locke oder Leibniz wurde Sprache als Menge oder System von Zeichen aufgefasst, die zwischen
Gegenständen und Gedanken vermitteln. In der Diskussion über den Dreiklang Sprache – Denken –
Wirklichkeit (vox – intellectus – res) ist dabei umstritten, ob Sprache als Menge oder System von Zeichen
einen direkten Bezug zu den Gegenständen hat (Ikonizität), ob also Zeichen von Natur aus eine eigene
Bedeutung besitzen, oder ob Sprache willentlich gesetzt und nur Ausdruck von Gedanken ist (Arbitrarität).
Als kleinste bedeutungstragende Einheit eines Sprachsystems bezeichnet man ein lexikalisches Morphem,
also den Wortstamm, wie in „träumt, Trauma, Traum“, wo das Morphem „traum“ lautet. Morpheme können
in Kombinationen gebunden sein, wie in „Philo-soph“ die Bestandteile eine Kombination der Bedeutungen
von Freund und Weisheit sind. Die Bedeutung von Bezeichnungen wird in der Semasiologie untersucht.
Diese ist damit Teilgebiet der Semiotik als der allgemeinen Lehre von den Zeichen. Sprachzeichen mit
derselben Bedeutung bezeichnet man als Synonyme (Aufzug – Fahrstuhl – Lift).

Synkategorem

Bereits in der Scholastik[1] gab es die Unterscheidung von kategorematischen und synkategorematischen
Begriffen. Kategorematisch ist ein Begriff, wenn er mit einer Bedeutung unmittelbar verbunden ist.
Synkategorematische Ausdrücke haben hingegen für sich selbst keine Bedeutung, sondern nur als
Bestandteil eines komplexen Ausdrucks oder im Satzzusammenhang wie „alle, jeder, etwas, einige, danach,
auch, noch, sowie“. Hierzu zählen auch Junktoren (logische Bindewörter wie und/oder) und deiktische
(hinweisende) Ausdrücke (du, hier, dann).

Denotation und Konnotation

Die Unterscheidung von Denotation und Konnotation geht auf John Stuart Mill zurück. In seinem „System
der Logik“ unterschied er die Hauptbedeutung (Denotation) eines Begriffs, zum Beispiel „Mensch“, von
seinen mitgemeinten Nebenbedeutungen (Konnotationen), zum Beispiel „zweibeinig, sprachbegabt usw.“.
Während die Denotation der allgemeine Begriff ist, mit dem alle Individuen, die zu dem Begriffsumfang
gehören, bezeichnet werden, sind Konnotationen alle die Attribute, die zur Bestimmung des Grundbegriffs
geeignet sind. Konnotationen können im Kontext wechseln, sind also nicht notwendig mit dem bezeichneten
Gegenstand verbunden.

Die Bezeichnungen Denotation und Konnotation sind nur auf allgemeine Begriffe anwendbar, die als
Prädikate und Bezugnahmen auf Eigenschaften Klassen von Objekten bestimmen. Eigennamen zur
Bezeichnung von Individuen sind singuläre Begriffe, die ausschließlich zur Bestimmung konkreter
singulärer Objekte dienen.

Intension und Extension

Auf Rudolf Carnap geht die Unterscheidung zwischen Begriffsinhalt (Intension) und -umfang (Extension)
zurück. Die Bedeutung eines Begriffs der Intension nach ergibt sich aus den mit dem Begriff gedachten
Eigenschaften. Welche Merkmale werden mit dem Begriff einer Brücke verbunden? Die Extension
bezeichnet indes alle Gegenstände, auf die die Merkmale des Begriffs, hier Brücke, zutreffen.

Metasprache und Objektsprache

Bei der Rede über die Bedeutung eines Begriffs ist zu unterscheiden, aus welcher Perspektive man einen
Begriff verwendet. Das Wort „Duisburg“ ist der Name einer Stadt. Die Aussage „Duisburg liegt im
Ruhrgebiet“ ist eine Aussage über den Gegenstand, der mit dem Namen bezeichnet wird. Die Aussage
„Duisburg hat zwei Silben“ ist eine Aussage über das Wort Duisburg, unabhängig davon, welcher
Gegenstand damit verbunden wird. Das Wort Duisburg hat je nach Kontext eine unterschiedliche
Bedeutung. Wenn es den Gegenstand selbst (die Stadt) bezeichnet, so wird es in der Objektsprache
verwendet. Wenn aber nur der Begriff oder ein Satz Gegenstand einer Aussage ist, so erfolgt die Aussage
auf der Ebene der Metasprache. Als Metasprache kann man sich eine zweite Sprache, zum Beispiel
Englisch, vorstellen, in der die Objektsprache untersucht wird. Diese für eine Sprachanalyse relevante
Unterscheidung liegt auch Buchtiteln wie „Die Bedeutung von Bedeutung“ zugrunde. Sie ist wichtig für den
semantischen Wahrheitsbegriff von Alfred Tarski.

Syntax, Semantik und Pragmatik

Für die Sprachwissenschaft ist die Unterscheidung von Syntax, Semantik und Pragmatik bedeutsam, die auf
die Zeichenlehre von Charles W. Morris zurückgeht. Syntax ist danach die Relation von sprachlichen
Zeichen innerhalb eines Ausdrucks untereinander. Semantik gibt die Bedeutung von sprachlichen
Ausdrücken als Beziehung zu den bezeichneten Gegenständen an, und Pragmatik ist der Teil der Bedeutung
eines Ausdrucks, der sich aus den im jeweiligen Kontext gegebenen Relationen ergibt. So ist im Satz: „Gib
mir mal den Schlüssel“ nicht klar, ob es sich um einen Türschlüssel oder um ein Werkzeug handelt. Die
tatsächliche Bedeutung ergibt sich erst aus dem Kontext.

Sprecher und Interpret

In der Bedeutungstheorie wird unterschieden zwischen der sprachlichen Bedeutung und der so genannten
Sprecherbedeutung, die sich aus dem ergibt, was der Sprecher meint, was er mit einer Aussage mitteilen
möchte, sowie derjenigen Bedeutung, die der Empfänger des sprachlichen Ausdrucks diesem aufgrund
seiner Interpretation beimisst. Eine erfolgreiche Kommunikation erfordert, dass eine gemeinte Bedeutung
auch verstanden wird. Bedeutungstheorien werden daher oftmals als Theorien des Verstehens aufgefasst.

Natürliche und nicht-natürliche Bedeutung

Seit dem Erscheinen des Aufsatzes „Meaning“ (1957)[2] des englischen Philosophen Paul Grice ist es
üblich, natürliche und nicht-natürliche Bedeutung voneinander abzugrenzen. Dabei ist zu beachten, dass das
englische „Meaning“ im Deutschen alternativ mit „Bedeuten“ oder „Meinen“ übersetzt werden kann. Grice
veranschaulicht den Unterschied an folgenden Beispielen:

1. Diese Flecken bedeuten (bedeuteten) Masern.


2. Dieses dreimalige Läuten der Klingel (im Bus) bedeutet, dass der Bus voll ist.

Im ersten Fall besteht ein kausaler, naturwissenschaftlich erklärbarer Zusammenhang zwischen dem Zeichen
und seiner Bedeutung. Im zweiten Fall erhält das Zeichen seine Bedeutung aufgrund von menschlichen
Absichten: Der Busfahrer beabsichtigt, mit dem Klingeln anzuzeigen, dass der Bus voll ist. Wir können auch
sagen: Der Busfahrer meinte mit dem Klingeln, dass der Bus voll ist. Aber wir können nicht sagen, die
Flecken meinten, dass es Masern sind.

Überblick und Abgrenzung


„Bedeutung“ ist insbesondere ein Fachbegriff der Sprachphilosophie, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts
als eigenständige philosophische Disziplin entstanden ist. Sprache ist seit den Ursprüngen der Philosophie
einer ihrer Gegenstände. Bei Platon findet sich die Überlegung, ob die Bedeutung von Wörtern einen
natürlichen Ursprung hat, oder ob sie nur auf Konventionen beruht. Dieses Problem wird im Diskurs des 20.
Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts noch in ähnlicher Weise erörtert. In der Stoa wurde differenziert zwischen
Bezeichnung, Bedeutung und Bezug. John Locke untersuchte den Zusammenhang von Zeichen und
Bedeutung und setzte Vorstellung, Zeichen und Gegenstand miteinander in Bezug. John Stuart Mill
unterschied zwischen Denotation und Konnotation und prägte den Begriff der singulären Termini.

Vor allem Gottlob Frege eröffnete eine neue Sichtweise auf die Sprache. Da der Gedanke ein sprachlicher
Ausdruck ist, hielt er es für notwendig, zunächst einmal die Sicht auf die Sprache zu klären, um dann eine
bereinigte Wissenschaftssprache entwickeln zu können. Grundlegend ist seine Unterscheidung von der
Bedeutung eines Ausdrucks (bei Frege: Sinn) und den Gegenständen, auf die sich ein Ausdruck bezieht (bei
Frege: Bedeutung). Weit verbreitet unter Sprachphilosophen ist die Auffassung, dass Bedeutung erst im
Kontext von Sätzen entsteht. Umstritten ist, ob Begriffe eine eigenständige Bedeutung haben. Bertrand
Russell führte das Thema der Kennzeichnung ein und fragte nach der Bedeutung von Eigennamen. Ludwig
Wittgenstein entwickelte eine Abbildtheorie zwischen Sprache und Wirklichkeit, die er als Grundlage einer
idealen Wissenschaftssprache auffasste. Hierauf aufbauend präzisierte Rudolf Carnap die theoretischen
Begriffe und arbeitete an einem Konzept der Idealsprache. In seiner Spätphilosophie machte Ludwig
Wittgenstein den Einwand, dass die Bedeutung von Äußerungen sich aus ihrem Gebrauch ergibt, der nach
Regeln erfolgt und von Sprachspielen abhängig ist. Er begründete damit die Philosophie der normalen
Sprache. Peter Strawson wies darauf hin, dass Aussagen implizite Annahmen (Präsuppositionen) enthalten.
Mit der Gebrauchstheorie der Sprache wird bisweilen die Sprechakttheorie in Zusammenhang gebracht, die
von John L. Austin konzipiert und von John Searle weiterentwickelt wurde. Hierzu wurde von Jürgen
Habermas eine eigene Variante entwickelt, die er seiner Theorie des kommunikativen Handelns zugrunde
legte.

Ein grundsätzlich abweichender Ansatz findet sich bei Charles S. Peirce, der die Frage der Bedeutung in
seiner pragmatischen Maxime erklärte und in eine Semiotik einband. Sein Verständnis von Bedeutung kann
man als Vorläufer der Auffassung ansehen, dass die Bedeutung eines Begriffs in seinem Gebrauch liegt.
Ausgehend von Peirce entwickelte Charles W. Morris ein behavioristisches Konzept, nach dem die
Erklärung von Bedeutung auf rein Beobachtbares beschränkt bleiben muss. Den Behaviorismus verknüpfte
Willard Van Orman Quine mit einem grundsätzlichen Skeptizismus. Er bezweifelte, dass Bedeutung
überhaupt zu erklären ist. Sprache kann demnach als holistisches System nur ganzheitlich betrachtet werden.

Eine besondere Berücksichtigung der Situation von Sprachäußerungen (der Pragmatik) findet sich bei Paul
Grice, der den Zusammenhang von Bedeutung und Meinen in Hinblick auf die Sprecherbedeutung
untersuchte, sowie bei David Lewis, der das Thema der Konventionen innerhalb von
Sprechergemeinschaften weiterentwickelte. Unter Berücksichtigung der weitergeführten Diskussion
knüpften Donald Davidson und Michael Dummett wieder an die Konzepte zur Entwicklung von
Bedeutungstheorien an, wobei Davidson eine realistische Position mit dem Kriterium der Wahrheit als
Bestimmungsmerkmal von Bedeutung einnahm, während Dummett sich für eine anti-realistische Position
mit dem Kriterium der Verifizierbarkeit einsetzte. John McDowell vertrat in Anlehnung an Wittgenstein
dagegen erneut die Position, dass Bedeutung durch den Gebrauch innerhalb einer Sprechergemeinschaft
bestimmt wird und der Begriff der Bedeutung nicht auf eine Bedeutungstheorie reduzierbar ist.

Eine alternative Sicht entwickelte Saul A. Kripke mit der These, dass Namen starre Designatoren (d. h.
unveränderliche Bezeichnungen singulärer Termini) sind. Er hielt eine erneute Unterscheidung der Begriffe
a priori (als die epistemische Ebene betreffend) und notwendig (als die ontologische bzw. metaphysische
Ebene betreffend) für sinnvoll. David Kaplan ergänzte die Diskussion um die Betrachtung indexikalischer
Ausdrücke. Hilary Putnam machte schließlich mit dem Konzept der sprachlichen Arbeitsteilung darauf
aufmerksam, dass der Einzelne normalerweise nicht über den vollen Umfang der Bedeutung von Begriffen
verfügt, sondern dass Bedeutung von der gesamten Sprachgemeinschaft und von äußeren Umständen
abhängig ist. Als Reaktion auf diesen Externalismus wurden zum Beispiel von Robert Stalnaker semantische
Konzepte entwickelt, die sowohl externe als auch interne Aspekte der Bedeutung berücksichtigen. Eine
völlig andere Sichtweise vertritt Robert Brandom in seiner inferentiellen Semantik, indem er Sprache als
einen Prozess von Schlussfolgerungen auffasst und die Idee der Referenz als sekundär betrachtet.

Als kritische Position zur überwiegend analytisch orientierten Sprachphilosophie entwickelte sich in
Frankreich eine stärker auf die Literatur ausgerichtete Sichtweise. Als Vertreter der Postmoderne orientierte
sich Jean-François Lyotard an den Sprachspielen Ludwig Wittgensteins. Auf verborgene Implikationen und
kontextabhängige Bedeutungsverschiebungen verweist das Konzept der Dekonstruktion von Jacques
Derrida.

Dieser Artikel ist begrenzt auf den Bereich der Sprachphilosophie. Bedeutung spielt daneben auch in
anderen philosophischen Fragestellungen eine grundlegende Rolle, so in der Phänomenologie Edmund
Husserls, bei Ernst Cassirer in der Philosophie der symbolischen Formen, in Noam Chomskys generativer
Grammatik oder in den Interpretationstheorien der Ästhetik. In der Hermeneutik ist Bedeutung als
Gegenbegriff zum Verstehen wesentlich. Jacques Lacan sah auch das Unbewusste als sprachlich strukturiert
an, wobei er in Anlehnung an Ferdinand de Saussure Bedeutung nicht als Referenz, sondern als Differenz
zwischen Sprachzeichen auffasste. Michel Foucault schließlich erfasste Bedeutung ebenfalls in der Tradition
des Poststrukturalismus aus der Perspektive historischer Veränderungsprozesse am Beispiel von Macht und
Sexualität.
Eine ganz andere – ebenfalls nicht weiter behandelte – Linie entwickelte sich in der Philosophie des Geistes,
in der Bedeutung gleichgesetzt wird mit mentalen Zuständen, die in den sprachlichen Zeichen ihren
Ausdruck finden. Zu nennen sind hier die Arbeiten von Jerry Fodor, der wie sein Lehrer Chomsky von
angeborenen Sprachfähigkeiten ausgeht und sich mit Fragen richtiger Repräsentation befasst, Fred Dretskes
informationstheoretischer Ansatz zur Erklärung von Vorgängen des Lernens oder die beispielsweise von
David Chalmers oder Robert Stalnaker entwickelten „Zweidimensionalen Semantiken“.

Bedeutung in der Philosophiegeschichte

Eine Grundsatzfrage bei Platon

Sprachphilosophische Überlegungen gibt es seit den Anfängen der Philosophie. So hat sich Platon in seinem
Dialog Kratylos mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks
zustande kommt. Kratylos behauptet in diesem Dialog, dass jedes Ding von Natur aus einen richtigen
Namen hat. Als Gegenspieler vertritt Hermogenes die Auffassung, dass ein Begriff dadurch richtig wird,
dass seine Bedeutung durch eine Vereinbarung hergestellt wird. Kratylos argumentiert, dass Sätze und damit
auch Wörter wahr oder falsch sein können. Die richtige Bedeutung erkennt man an der Wahrheit einer
Aussage. Hermogenes hält dagegen, dass man eine Sprache erfinden kann, in der es möglich ist, wahre
Aussagen zu machen.

Sokrates, der von den beiden als Schiedsrichter aufgefordert wird, verweist schließlich darauf, dass man die
Wirklichkeit bereits kennen muss, um zu beurteilen, ob eine Aussage richtig ist beziehungsweise ob ein
Begriff in der richtigen Bedeutung verwendet wurde. Entsprechend sind Begriffe nur Namen des Erkannten.
Sprache aus sich heraus ist danach ohne Bedeutung. Gegen Hermogenes spricht, dass die Konventionen
nicht beliebig sind, sondern dass die Namen der Dinge oftmals eine zeichenhafte Entsprechung haben.
Gegen Kratylos ist einzuwenden, dass manche Namen für die Dinge als Zeichen wenig geeignet sind. Offen
bleibt auch die Frage, woher der Erfinder wusste, dass er mit ihnen die natürlichen Eigenschaften eines
Dinges bezeichnet. Den Ausweg aus diesem Dilemma suchte Platon, indem er anstelle der Namen das
Wesen der Dinge (eidos) für die Erkenntnis als grundlegend ansah.

Die von Platon angesprochene Problematik findet sich fast unverändert in der sprachwissenschaftlichen
Diskussion des 20. Jahrhunderts. Es wurde also bisher keine Lösung in Richtung der Meinung des Kratylos
oder der des Hermogenes gefunden. Ferdinand de Saussure vertrat die These, dass sprachliche Zeichen auf
Konventionen innerhalb einer Sprachgemeinschaft beruhen. Sprachwissenschaftlich ist das die Annahme
der Arbitrarität. Dagegen steht die These der Ikonizität der Zeichen, die auf den Philosophen Charles S.
Peirce und die von ihm entwickelte triadische Semiotik zurückzuführen ist. Das Ikon ist ein
wahrnehmungsnahes Zeichen mit bildhaftem Charakter. Das Bezeichnende (Saussure: signifiant) weist
oftmals Ähnlichkeiten zum Bezeichneten (Saussure: signifié) auf. Das Bezeichnete wird durch ein Zeichen
wahrnehmbar. Ein klassisches Beispiel ist das Nachahmen von Tierlauten in der Sprache wie das Bellen
eines Hundes (Wau Wau) oder das Muhen einer Kuh (siehe auch Onomatopoesie). Ikonische Ähnlichkeiten
finden sich auch in Wort- und Satzstrukturen (Morphologie und Syntax). Einen weiteren Typ der Ikonizität
findet man in der Metapher. Vor dem Hintergrund dieser Beispiele entspricht die offene Haltung Platons zu
dem dargestellten Dilemma der, allerdings differenzierteren, Sichtweise der modernen Sprachwissenschaft.

Aristoteles’ Zeichenlehre

In seiner Schrift De interpretatione vertrat Aristoteles eine konventionalistische Auffassung, nach der
sprachliche Ausdrücke auf Vorstellungen oder Begriffe verweisen und nicht unmittelbar auf Gegenstände
Bezug nehmen. Der Name ist ein „Laut, der konventionell etwas bedeutet, ohne eine Zeit einzuschließen,
und ohne dass ein Teil von ihm eine Bedeutung für sich hat“ (De Interpretatione. 16a). Ein Wort erhält erst
in einem Satz eine Bedeutung, über die man aussagen kann, ob sie wahr oder falsch ist:

„Wie aber die Gedanken in der Seele bald auftreten, ohne wahr oder falsch zu sein, bald so,
dass sie notwendig eins von beidem sind, so geschieht es auch in der Rede. Denn
Falschheit und Wahrheit ist an Verbindung und Trennung der Vorstellungen geknüpft. Die
Nomina und Verba für sich allein gleichen nur dem Gedanken ohne Verbindung und
Trennung, wie z. B. das Wort Mensch oder weiß, wenn man sonst nichts hinzusetzt: Hier
gibt es noch nicht Irrtum und Wahrheit. Dafür haben wir einen Anhaltspunkt z. B. an dem
Wort Tragelaphos (Bockhirsch): es bedeutet zwar etwas, aber doch nichts Wahres oder
Falsches, solange man nicht hinzusetzt, dass das Ding ist oder nicht ist, schlechthin oder zu
einer bestimmten Zeit.“ (De Interpretatione. 16a)

Sextus Empiricus

Bereits in der Stoa gab es nach einer Darstellung des Sextus Empiricus eine Unterscheidung zwischen
Bezeichnetem, Bedeutetem und Bezug.

„Die Anhänger der Stoa sagen, dass folgende drei Dinge zusammengehören: Das
Bedeutete, das was bedeuten soll, und das Ding. Das, was die Funktion des Bedeutens hat,
soll der (sprachliche) Laut selbst sein, z. B. „Dion“. Das Bedeutete ist die Sache selbst, die
durch das Bedeutende verständlich gemacht wird und die wir deshalb begreifen, weil sie in
unserem Verstande existiert, die aber die Barbaren [Fremden] nicht verstehen, obwohl sie
den gesprochenen Laut ebenfalls hören. Das Ding selbst ist das außerhalb (unseres
Bewusstseins) Bestehende, z. B. Dion selbst. Von den genannten Gegebenheiten sollen
zwei körperlicher Natur sein, nämlich der Laut und das Ding, und eine unkörperlich, nämlich
das Bedeutete, das Lekton [das Ausgesagte], welches auch die Eigenschaft der Wahrheit
und der Falschheit besitzt.“[3]

Vorstellung und Bedeutung bei John Locke

Für John Locke war Bedeutung die Vorstellung, die ein Sprecher mit einem Zeichen assoziiert. Dabei
unterschied er eigentliche Bedeutung, die sich auf eigene Ideen aufgrund von Erfahrung bezieht, von
uneigentlicher Bedeutung, die sich auf Ideen bezieht, die dem Menschen nicht unmittelbar bekannt sind.
Insbesondere entsteht die uneigentliche Bedeutung durch Konvention zwischen mehreren Sprechern.

„Da Wörter willkürliche Zeichen sind, können sie als solche von niemandem unbekannten
Dingen beigelegt werden. Damit würde man sie zu Zeichen für nichts, zu Lauten ohne
Bedeutung stempeln. Niemand kann seine Wörter zu Zeichen für Eigenschaften von Dingen
oder für Vorstellungen im Geiste eines anderen machen, von denen sich in seinem eigenen
nichts findet. Bevor man nicht eigene Ideen besitzt, kann man nicht vermuten, dass sie den
Vorstellungen eines andern entsprechen. Man kann auch keine Zeichen für sie verwenden;
denn das wären Zeichen für etwas Unbekanntes, das heißt tatsächlich Zeichen für nichts.
Wenn man sich dagegen auf Grund vorhandener eigener Ideen die Ideen anderer vorstellt,
wenn man damit einverstanden ist, ihnen dieselben Namen beizulegen, die sie von andern
bekommen, so vollzieht sich dies eben immer noch an den eigenen Ideen, das heißt an
Ideen, die man besitzt, nicht aber an solchen, die man nicht besitzt.“[4]

Kants Analyse der Begriffe und Urteile


Kant ging bei der Bestimmung von Bedeutung von der Logik eines Begriffes aus. Empirische Begriffe
entstehen durch einen Denkprozess, den Kant in Komparation, Reflexion und Abstraktion untergliederte.[5]
Der Inhalt eines Begriffs (die Intension) wird dabei durch die Zusammenfügung verschiedener Merkmale
mithilfe des Vermögens der Einbildungskraft erzeugt. Die Unterscheidung zwischen Begriff und
Anschauung ist für Kant grundlegend. „Wenn man den Begriff nicht von Bildern absondern kan; so wird
man niemals rein und fehlerfrey denken können.“[6] Der Inhalt der Begriffe kann nicht ohne Erfahrung
gewonnen werden. „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“[7] Begriffe
sind zunächst abstrakt. Sie erhalten ihren Wirklichkeitsbezug als Prädikat möglicher Urteile, indem sie auf
Gegenstände der Anschauung (die Extensionen) bezogen werden. „Daher erfordert man auch, einen
abgesonderten Begriff sinnlich zu machen, d.i. das ihm correspondierende Object in der Anschauung
darzulegen, weil ohne dieses der Begriff (wie man sagt) ohne Sinn, d.i. ohne Bedeutung bleiben würde.“
(KrV B 299) Diese Korrespondenz wird nach einem Schema hergestellt. Dies ist ein „Verfahren der
Einbildungskraft, einem Begriff sein Bild zu verschaffen.“ (KrV B 179–180, siehe auch KdU § 49) Der
Begriff des Hundes ist zunächst leer. Es ist ein Strukturkonzept.[8] Durch die Anwendung der Merkmale des
Begriffs auf einen Gegenstand kann festgestellt werden, ob man einen Hund sieht. Das Schema verschafft
dem Begriff im Urteil seine Bedeutung.

Neben den empirischen Begriffen bilden die reinen Verstandesbegriffe, die auf das bloße Denken beschränkt
sind, eine zweite Gruppe von Begriffen. Dies sind zum einen die für den konstruktiven Erkenntnisprozess
maßgeblichen Kategorien (der Quantität, Qualität, Relation und Modalität) und zum anderen die reinen
Ideen der Unsterblichkeit, Freiheit und Unendlichkeit. Die Verstandesbegriffe erhalten ihre Bedeutung durch
die „bloße Regel der Reflexion“ (KdU § 59) über bestehende Anschauungen, also indirekt.[9] Ein Problem
der kantischen Vorstellung, wie Bedeutung entsteht, liegt darin, dass er auf die Konzepte der Vernunft, der
Einbildungskraft und des Schemas zurückgreift, ohne unmittelbar den Einfluss der Sprache zu
berücksichtigen.[10]

Sprachphilosophie im 20. Jahrhundert


Während die Sprachphilosophie den Begriff der Bedeutung bis ins 19. Jahrhundert nur implizit behandelte,
der Begriff selbst also nur im Rahmen von breiteren Betrachtungen der Sprache eine Rolle spielte, wurde er
um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert zu einem ausdrücklichen Untersuchungsgegenstand der
Philosophie.[11] Als Ausgangspunkt dieser Überlegungen gelten allgemein die philosophischen Arbeiten
von Gottlob Frege zur Sprache, in denen alle grundlegenden Themen der nachfolgenden (analytischen)
Sprachphilosophie aufgeworfen sind.

Bedeutung und Wahrheit als Sinnkriterium

Grundlegung durch Gottlob Frege

Aufgrund der dynamischen Entwicklung in seinen Fächern Mathematik und Logik (so in der
nichteuklidischen Geometrie, der Mengenlehre, der Algebra oder der Prädikatenlogik) sah sich Gottlob
Frege mit einer Vielzahl neuer, unsystematischer und unklarer Begriffe konfrontiert. Ein Kern seiner
Überlegungen galt daher der Entwicklung einer Wissenschaftssprache, mit der mathematische und logische
Theorien klar und deutlich zu formulieren sind. Neben seinen ebenfalls grundlegenden Leistungen in der
Logik gilt Frege als Begründer der modernen Sprachphilosophie, der den Anstoß zum „Linguistic Turn“
gegeben hat. Sein Aufsatz Über Sinn und Bedeutung (1892) nimmt dabei eine herausragende Stellung ein.

Bereits vorher hatte Frege in Die Grundlagen der Arithmetik drei Prinzipien formuliert, die für sein
Verständnis wichtig sind:
I. „Es ist das Psychologische von dem Logischen, das Subjektive von dem Objektiven scharf
zu trennen“;
II. „nach der Bedeutung der Wörter muss im Satzzusammenhang, nicht in ihrer Vereinzelung
gefragt werden“;
III. „der Unterschied zwischen Begriff und Gegenstand ist im Auge zu behalten.“[12]

Für eine klare Wissenschaftssprache müssen Begriffe eine Bedeutung haben, die unabhängig von
subjektiven Vorstellungen gilt. Bei der Bedeutung eines Ausdrucks ist der Kontext seiner Verwendung
maßgeblich. Die Unterscheidung zwischen Begriff und Gegenstand zielt darauf ab, dass Gegenstände mit
Namen (singulären Termini) bezeichnet werden, während Begriffe die Eigenschaften von Gegenständen
bezeichnen. Begriffe kann man nach Frege als Funktionen auffassen. Beispielsweise kann man für x in der
Funktion f(x); x = „ist Mutter von Sandra“ verschiedene Namen einsetzen. Je nachdem, ob Ingrid, Sabine
oder Marianne tatsächlich der Name der Mutter ist, ergibt sich der Wahrheitswert „wahr“ oder „falsch“.

In der Schrift „Über Sinn und Bedeutung“ untersuchte Frege zunächst die Frage der Identität von
Ausdrücken:

„ist ein Junggeselle“ ist (trivialerweise) identisch mit „ist ein Junggeselle“ (a=a)
„ist ein Junggeselle“ ist (inhaltlich) identisch mit „ist ein unverheirateter Mann“ (a=b)

Freges Rätsel: Frege fragte sich, wie es sein kann, dass zwei
Aussagen eine identische Bedeutung haben, die eine
Identität jedoch inhaltsleer ist, während die andere eine
informative Unterscheidung enthält. a=a ist analytisch nach
Kant. a=b ist erkenntniserweiternd (synthetisch) und a priori
nicht begründbar. Freges Lösung lautet, dass zwei Begriffe
zwar dieselbe Bedeutung, aber einen unterschiedlichen Sinn
haben können. Die Bedeutung eines Begriffs bestimmte
Frege dabei als den Gegenstand der Aussage. In der späteren
Sprachphilosophie wurde hierfür die Bezeichnung Referenz
oder Bezug üblicherweise verwendet. Sinn hingegen war für
Frege der Aussagegehalt, also das, was im späteren
Sprachgebrauch allgemein unter Bedeutung verstanden wird.
„Der Sinn eines Eigennamens wird von jedem erfasst, der
die Sprache oder das Ganze von Bezeichnungen hinreichend
kennt, der er angehört […].“[13] Man findet daher in
sprachphilosophischen Arbeiten gelegentlich die
Schreibweisen SinnFrege, auch als Intension bezeichnet,
sowie BedeutungFrege, auch Extension.[14]
Semantisches Dreieck nach Gottlob Frege
„Es liegt nun nahe, mit einem Zeichen (Namen,
Wortverbindung, Schriftzeichen) außer dem
Bezeichneten, was die Bedeutung des Zeichens heißen möge, noch das verbunden zu
denken, was ich den Sinn des Zeichens nennen möchte, worin die Art des Gegebenseins
enthalten ist.“[13]

Frege erläuterte seine Unterscheidung mit dem berühmten Beispiel von Morgenstern und Abendstern. Die
Bedeutung beider Namen ist der Planet Venus. Der Sinn beider Namen ist jedoch unterschiedlich. Der
Morgenstern (Phosphoros) ist der Stern, der am Morgenhimmel am stärksten leuchtet. Der Abendstern
(Hesperus) ist hingegen der Stern, der als Erster am Abendhimmel deutlich zu erkennen ist. Dass beide eine
identische Bedeutung (Extension) haben, ist eine zusätzliche Erkenntnis, die nur durch empirische
Beobachtung festgestellt werden kann. Die Bedeutung eines Eigennamens ist der Gegenstand, der damit
bezeichnet wird. Gegenstand kann dabei sowohl etwas Konkretes als auch etwas Abstraktes wie eine Zahl,
eine geometrische Figur oder eine Klasse von Individuen sein. Fiktives wie Odysseus oder Momo hat keine
Bedeutung. Jedoch haben Aussagen über solche Namen nach Frege durchaus einen Sinn. Wesentlich für den
Sinn ist, dass Aussagen mit Sinn von anderen Teilnehmern einer Sprechergemeinschaft verstanden werden.
Sinn ist intersubjektiv, hat also den Charakter des Objektiven. Vorstellungen hingegen liegen auf der rein
psychologischen, subjektiven Ebene. Vorstellungen enthalten Färbungen, die man auch über
Differenzierungen wie „Hund“ und „Köter“ oder „gehen“, „schreiten“, „schlendern“ und „wandeln“ nur
unscharf erfassen kann.

„Die Bedeutung eines Eigennamens ist der Gegenstand selbst, den wir damit bezeichnen;
die Vorstellung, welche wir dabei haben, ist ganz subjektiv.; dazwischen liegt der Sinn, der
zwar nicht mehr subjektiv wie die Vorstellung, aber auch nicht der Gegenstand selbst ist.“[15]

Die Bedeutung und der Sinn


einzelner Ausdrücke sind
entsprechend dem
Kontextprinzip abhängig
vom Satzzusammenhang.
Ein ganzer Satz als solcher
drückt nach Frege einen
Gedanken aus. Als Sinn des
Satzes ist der Gedanke
intersubjektiv gültig. Um die
Identität von SinnFrege und
BedeutungFrege eines
Eigennamens oder eines
Begriffes zu erkennen,
schlug Frege vor, in einem
Satz die verwendeten Namen
durch gleichbedeutende
andere Namen
auszutauschen. Bleibt der
Sinn des Satzes unverändert, Sinn und Bedeutung nach Gottlob Frege
sind die ausgetauschten
Namen identisch
(Substitutionsprinzip). Das Prädikat eines Satzes ist kein Name, sondern ein Begriffswort, das für einen
Begriff steht. Auch das Prädikat unterliegt dem Substitutionsprinzip.

Ein Satz setzt sich aus Namen und Begriffen und verschiedenen Regeln, nach denen er angeordnet ist,
zusammen. Die Logik eines Satzes entspricht nach Frege nicht der grammatischen Form von Subjekt und
Prädikat. Vielmehr ist ein Satz als eine Funktion aufzufassen. In dieser Funktion sind die Eigennamen und
Begriffe als Variable zu verstehen. Der Satz „Lutz liebt Ingrid“ wird nach der traditionellen Logik in das
Subjekt „Lutz“ und das Prädikat „liebt Ingrid“ aufgeteilt. Nach Frege bestehen die Elemente des Satzes aus
„X liebt Y“. Die Namen Lutz und Ingrid sind dabei austauschbar und könnten auch durch Christoph und
Janina ersetzt werden. Die Anordnung des Satzes ist ebenfalls für den Sinn relevant. Die Umkehrung
„Ingrid liebt Lutz“ ergibt einen anderen Sinn (Kompositionalitätsprinzip, auch Frege-Prinzip). Sinnvoll ist
ein solcher Satz, wenn er einen Wahrheitswert hat. Der Gedanke ist die Bedingung dafür, ob eine Aussage
wahr oder falsch ist. Leere Namen ohne Referenz wie Odysseus können nicht wahrheitsfähig sein.

Die Wirkung von Kontextprinzip und Kompositionalitätsprinzip wird an folgendem Beispiel anschaulich:

„Klaus sah den Mann auf dem Berg mit dem Fernrohr.“
Ohne Kenntnis des Kontextes lässt sich aus diesem Satz nicht erkennen, wer sich auf dem Berg befindet und
wer im Besitz des Fernrohres ist. Es ist möglich, dass Klaus einen Mann sah, der sich auf dem Berg befand
und ein Fernrohr hatte. Dabei ist es möglich, aber nicht notwendig, dass Klaus sich ebenfalls auf dem Berg
befand. Es ist aber auch möglich, dass Klaus durch ein Fernrohr einen Mann auf dem Berg sah. Schließlich
könnte es sein, dass Klaus sich auf dem Berg befand und mit dem Fernrohr den Mann sah. Ausgeschlossen
ist hingegen die Interpretation, dass Klaus auf dem Berg war und einen Mann mit einem Fernrohr sah.
Dieser Sinn ergibt sich nur durch die veränderte Satzstellung:

„Klaus sah den Mann mit dem Fernrohr auf dem Berg.“

Ansonsten bedarf auch der zweite Satz einer Kenntnis des Kontextes für sein richtiges Verständnis. Ganz
anders verhält es sich mit den Varianten:

„Klaus sah mit dem Fernrohr den Mann auf dem Berg.“
„Klaus sah auf dem Berg den Mann mit dem Fernrohr.“
„Klaus sah auf dem Berg mit dem Fernrohr den Mann.“

Die Fähigkeit, die Satzkomposition zu interpretieren, das Beherrschen der Sprache, gibt den jeweiligen
Aussagen ihren Sinn.

Frege unterschied bei seiner Analyse von Sätzen subjektive und objektive Wahrheitswerte. So kann die
Aussage „Meike glaubt, dass Ingrid Lutz liebt“ auch dann wahr sein, wenn Ingrid Lutz nicht liebt.
Maßgeblich für den Sinn einer Aussage ist der subjektive Wahrheitswert. Die objektive Wahrheit wird in
jedem Aussagesatz implizit behauptet. Die Aussage „Die Kerze brennt“ ist identisch mit der Aussage, „Es
ist wahr, dass die Kerze brennt“. Jeder assertorische (behauptende) Satz enthält eine Proposition
(Aussagegehalt) und ein Behauptungsmoment. Ob die Kerze tatsächlich brennt, ist eine Frage von
Tatsachen. Die Erkenntnis der Wahrheit ist unabhängig von der behaupteten Wahrheit. Die Auffassung, dass
der Gedanke (eine Proposition) Maßstab für die Wahrheit einer Aussage ist, kann man auch mit dem Satz
ausdrücken: „die Intension bestimmt die Extension.“

Kennzeichnung bei Bertrand Russell

Bertrand Russell, der in engem Schriftkontakt mit Frege stand, nahm zu dessen Auffassung zu Bedeutung in
den beiden Aufsätzen „Über Kennzeichnung“ (On Denoting) und „Wissen durch Bekanntheit und Wissen
durch Beschreibung“ (Knowledge by Acquaintance and Knowledge by Description) Stellung. Als
problematisch erachtete er die weite Fassung von Freges Verständnis von Namen als sprachlicher Ausdruck
zur Bezeichnung von Gegenständen. Frege fasste hierunter sowohl Eigennamen als auch auf den
Gegenstand reflektierende Ausdrücke wie „der Olympiasieger über 100 m von 1960“ zusammen. Eine Frage
Russells lautete, was der Sinn eines Eigennamens ist. Was ist der Sinn von „Aristoteles“? Wenn die Antwort
lautet „ein Schüler Platons und der Lehrer Alexanders“, so muss man nach Russell weiterfragen: was ist der
Sinn von „ein Schüler von Platon“? und gerät so bei der Bestimmung der Bedeutung eines Eigennamens in
einen unendlichen Regress. Frege hätte es allerdings genügt, wenn die Bedeutung eines Ausdrucks
verstanden wird. Zum Verstehen der Bedeutung eines Namens ist es nicht notwendig, alle seine Sinne
(Intensionen) zu kennen.

Russell wies darauf hin, dass man die Bedeutung von Aussagen nur verstehen kann, wenn alle Elemente
einer Aussage bekannt sind.[16] Bekanntschaft beruht zunächst auf Erfahrung. Wenn man etwas sinnlich
wahrgenommen hat, versteht man den Sinn seiner Bezeichnung. Beim Wissen durch Beschreibung besteht
Bekanntschaft nicht mit Gegenständen, sondern mit Begriffen, die durch die Beschreibung gekennzeichnet
sind. Die Bedeutung von indirektem Wissen kann man nur verstehen, wenn die Kennzeichnung der
bekannten Beschreibung entspricht. Ist die Übereinstimmung gegeben, dann erkennt man eine Aussage als
wahr an.
Ferner unterschied Russell zwischen Eigennamen und Kennzeichnungen. Kennzeichnungen bezeichnen
einen Gegenstand durch Angabe einer (wesentlichen) Eigenschaft des Gegenstandes. Aristoteles ist der
Eigenname, der mit Kennzeichnungen wie „der Schüler Platons“, der „Stagirit“ oder „der Lehrer Alexander
des Großen“ verbunden ist.

Ein weiteres Problem, das Russell im Vergleich zu Frege aufwarf, war das der „negativen Existenzsätze“,
beispielsweise „Pegasus existiert nicht“. Nach Frege hat Pegasus keine BedeutungFrege (Extension) und ist
damit nicht wahrheitsfähig. Nach allgemeinem Verständnis ist der Satz mit der Verneinung aber wahr.
Russell nahm nun an, dass Kennzeichnungen grundsätzlich keine Bedeutung (SinnFrege) haben. Er
betrachtete Eigennamen als Abkürzungen für Kennzeichnungen. Damit sind Eigennamen gegen
Kennzeichnungen austauschbar, ohne den Wahrheitswert einer Äußerung zu verändern („salva veritate“,
d. h. wahrheitserhaltend). Man kann genauso gut sagen „Ein geflügeltes Pferd existiert nicht“.

Kennzeichnungen, die keine Referenz (Bezug) auf einen Gegenstand haben, sind nach Russell nicht sinnlos,
sondern falsch. Er diskutierte das an seinem bekannten Beispiel:

„Der gegenwärtige König von Frankreich ist kahl.“

Dieser Satz hat eine Bedeutung (ist wahr), gerade dann, wenn

(1) es gibt einen König von Frankreich (Existenzbedingung)


(2) es gibt genau einen König von Frankreich (Einzigkeitsbedingung)
(3) jeder gegenwärtige König von Frankreich ist kahl (Prädikation)

Wenn einer der drei Bestandteile der Bedeutung (Existenzbedingung, Einzigkeitsbedingung oder
Prädikation) falsch ist, dann ist der gesamte Satz falsch.

Eine der grundsätzlichen von Russell aufgeworfenen Fragen ist, ob Kennzeichnungen mit Eigennamen
synonym sind. Russell selbst beantwortete sie positiv, hielt also die Austauschbarkeit von Kennzeichnungen
als ein gültiges Kriterium für die Identität von Bedeutung.

Abbildtheorie bei Ludwig Wittgenstein (I)

Die von Ludwig Wittgenstein im Tractatus logico-philosophicus (TLP) vertretene Auffassung von
Bedeutung ist nur unter Berücksichtigung der Arbeiten von Frege und Russell zu verstehen. Hinzu kommt
die ontologische Annahme Wittgensteins, dass es eine Wirklichkeit gibt und dass Sprache eine (funktionale)
Abbildung der Wirklichkeit ist. Wie Frege ging es Wittgenstein um eine sinnvolle Wissenschaftssprache.
Sinnvolle Aussagen waren für Wittgenstein nur solche Sätze, in denen die Bedingungen angegeben sind,
anhand derer man prüfen kann, ob der jeweilige Satz wahr oder falsch ist. Aussagen, die sich nicht auf die
Wirklichkeit beziehen, kann man nicht überprüfen. Hierzu zählten für Wittgenstein auch die Sätze der
Philosophie. Sie sind unsinnig. Aussagen der Logik sind tautologisch und daher sinnlos (ohne Sinn).

Nur ein Satz kann sinnvoll sein. Wörter haben keine eigenständige Bedeutung. Wörter dienen der
Bezeichnung von Dingen oder Sachverhalten. Oder andersherum gesehen: „Der Name bedeutet den
Gegenstand. Der Gegenstand ist seine Bedeutung.“ (TLP 3.203) Allerdings entsteht die Bedeutung nur im
Satzzusammenhang: „Nur der Satz hat einen Sinn; nur im Zusammenhang des Satzes hat der Name
Bedeutung.“ (TLP 3.3) Wahre Sätze haben nach der frühen Auffassung von Wittgenstein aufgrund der
„Abbildungsfunktion“ die gleiche Struktur wie die dargestellten Tatsachen. Wahre Sätze sind logische
Bilder der Wirklichkeit. Im Gegensatz zu Frege vertrat Wittgenstein damit eine streng nominalistische
Position.

Rudolf Carnaps Konzept einer Idealsprache


Rudolf Carnap hat das Konzept der Idealsprache am weitesten vorangetrieben. Ausgehend von Frege und
Wittgenstein vertrat er ebenfalls eine Abbildtheorie. Die Grundlage der Erfahrung sind
„Elementarerlebnisse“. Anhand dieser werden die Begriffe gebildet, mit denen die wissenschaftliche
Beschreibung der Welt erfolgt. Dabei hat Carnap den Begriff der Intension mit dem Konzept der logischen
Äquivalenz verbunden. Die Intension von Namen bestimmte er als Individualbegriff, deren Extension als
Gegenstand. Die Intension von Prädikaten, mit denen Eigenschaften bezeichnet werden, definierte er als
Begriff mit der Extension der Klasse der Objekte, die unter das Prädikat fallen. Für die Intension von Sätzen
führte er die Bezeichnung Proposition ein. Die propositionale Extension bestimmte er wie Frege als
Wahrheitswert. Aussagen sind nur dann sinnvoll, wenn sie sich empirisch überprüfen lassen (Sinnkriterium).
Sätze der Philosophie handeln nach Carnap von Scheinproblemen, wenn sie dem Sinnkriterium (wahr durch
Beobachtung) nicht genügen, sich also nicht mit empirischen Gegenständen oder Tatsachen befassen.

Vor allem ging es Carnap darum, eine Wissenschaftssprache in Form eines Kalküls zu konstruieren. Dabei
suchte er ein Verfahren wie man reinen Symbolen, die zunächst uninterpretiert sind, Bedeutung verleihen
kann. Den sprachlichen Ausdruck, der etwas bezeichnet, nannte er Designator, die bezeichnete Entität
Designatum. Carnap unterschied weiterhin zwischen der Semantik für empirische Aussagen und der
Semantik für rein logische Ausdrücke, die er als L-Semantik bezeichnete. Die Unterscheidung nicht-
logischer (deskriptiver) von logischen Prädikatoren erfolgt aufgrund des Kriteriums der „Analytizität“, das
heißt danach, ob die Äußerungen analytisch oder synthetisch sind. Nach seiner Auffassung erreicht man eine
vollständige Beschreibung der Welt, indem man für einen Zustand die jeweils möglichen Prädikate bildet
und jeweils bestimmt, ob die Aussagen wahr oder falsch sind. Carnaps formaler Ansatz wurde sowohl von
seinem Schüler Quine als auch von Wittgenstein mit unterschiedlichen Argumenten abgelehnt. Dennoch
gelten seine Arbeiten aufgrund der analytischen Strukturierung der Fragestellung als wichtig für die
Sprachphilosophie und für die Linguistik.

Der Einwand der Präsuppositionen von Peter F. Strawson

Peter F. Strawson löste sich von der Vorstellung der Idealsprache und prägte in seinem Aufsatz „On
Referring“ (1950) den Ausdruck Präsupposition zur Kennzeichnung von in Äußerungen enthaltenen
Bedeutungen, die nicht unmittelbar ausgesagt werden. Präsuppositionen sind implizite Annahmen, die in
einer Aussage enthalten sind, ohne dass sie der Sprecher erwähnt. Präsuppositionen stehen für den
Realitätsbezug einer Aussage in der normalen Sprache. Dies gilt im Beispiel von Russell über den
glatzköpfigen gegenwärtigen König von Frankreich für die Annahme der Existenz des Königs von
Frankreich. Ein Satz als solcher hat eine Bedeutung. Die Frage der Referenz und Wahrheit stellt sich nach
Strawson erst, wenn der Satz als Aussage verwendet wird. Im Jahr 1830 oder 1860 wäre die Aussage
wahrheitsfähig gewesen, aber nicht zum Zeitpunkt des Aufsatzes von Russell (1905), da es zu diesem
Zeitpunkt keinen König von Frankreich gab. Die Bedeutung einer Aussage ist demnach abhängig von der
historischen Situation, in der sie gebraucht wird. Erst dann erhält ein Satz seine Referenz. Die Wahrheit der
Präsupposition gilt unabhängig von der Wahrheit der präsupponierten Aussage. Dies zeigt sich an der
Negation der Aussage:

„Es ist nicht wahr, dass der gegenwärtige König von Frankreich eine Glatze hat.“

Der Satz kann bedeuten, dass es keinen gegenwärtigen König von Frankreich gibt, oder dass dieser keine
Glatze hat. Wenn es keinen gegenwärtigen König von Frankreich gibt, ist der Satz nach Strawson (und
Frege) nicht falsch, sondern er hat keinen Sinn. Die Wahrheit des Satzes bezieht sich auf den Gebrauchsfall,
das heißt, sie wird von der Verwendung bestimmt und nicht vom Satz an sich. Formal lautet die These
Strawsons: Eine Proposition P präsupponiert logisch eine Proposition Q genau dann, wenn es keine
mögliche Welt w gibt, in der P wahr oder falsch ist, Q jedoch nicht wahr.

Bedeutung und Sprachgebrauch


Bedeutung und Semiotik bei Charles S. Peirce

Charles S. Peirce formulierte 1878 in dem Aufsatz „Über die Klarheit unserer Gedanken“[17] seine
erkenntnistheoretischen Überlegungen als „Pragmatische Maxime“:

„Überlege, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben können, wir
dem Gegenstand unseres Begriffs in unserer Vorstellung zuschreiben. Dann ist unser Begriff
dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffs des Gegenstandes.“ (CP 5.402)

Die Bedeutung eines Gedankens liegt nach Peirce also darin, welche Verhaltensweise er erzeugt.
Verhaltensweise ist dabei nicht als tatsächliches Verhalten, sondern als Disposition zu einer möglichen
Handlung zu verstehen. Die Bedeutung einer Äußerung ist dabei für Peirce auf die Zukunft ausgerichtet, da
sie dazu dient, durch Selbstkontrolle eine Überzeugung zu festigen und eine Verhaltensgewohnheit zu
erzeugen.

„Für den Pragmatizisten ist es die Form, in der eine Proposition für ein menschliches
Verhalten anwendbar wird, nicht unter diesen oder jenen besonderen Umständen, noch bei
Verwendung dieser oder jener besonderen Konstruktion, sondern die Form, die möglichst
unmittelbar auf Selbstkontrolle in jeder Situation und für jeden Zweck anwendbar ist.“ (CP
5.427)

Neben der Unterscheidung von Typ und Token arbeitete Peirce die Wichtigkeit von indexikalischen
Ausdrücken für die Analyse von Bedeutung heraus: „Keine Proposition kann ohne den Gebrauch von
Indizes ausgedrückt werden.“ (CP 4.544). Begriffe sind nicht fixiert, sondern können sich im Verlaufe von
Erfahrungen verändern, wenn man neue praktische Wirkungen entdeckt. Peirce praktisches Beispiel war der
Begriff der Elektrizität, der sich seit Benjamin Franklin bis zu seiner Zeit erheblich verändert hatte.

„Symbole wachsen. Sie entstehen durch Entwicklung aus anderen Zeichen, besonders aus
Ikons oder aus gemischten Zeichen, die die Natur von Ikons und Symbolen gemeinsam
haben. Wir denken nur in Zeichen. Diese mentalen Zeichen haben eine gemeinsame Natur;
die symbolischen Teile von ihnen nennt man Begriffe. Wenn jemand ein neues Symbol
schöpft, geschieht dies durch Gedanken, die Begriffe einbeziehen. Nur aus Symbolen
können neue Symbole wachsen. ‚Omne symbolum de symbolo’ [Jedes Symbol durch ein
Symbol]. Ein Symbol, einmal geschaffen, verbreitet sich unter den Leuten. Im Gebrauch und
in der Erfahrung wächst seine Bedeutung. Solche Wörter wie ‚Kraft, Gesetz, Wohlstand,
Hochzeit’ beinhalten für uns sehr verschiedene Bedeutungen verglichen mit denen, die
durch unsere barbarischen Vorfahren geschaffen wurden.“ (CP 2.302)

Bereits Peirce wies darauf hin, dass die Bedeutung vom sozialen Kontext abhängt. Die volle Bedeutung
eines Begriffes bleibt dem einzelnen Forscher aufgrund seiner Beschränkung auf das Endliche verschlossen.
Erkenntnisfortschritt, und damit eine Annäherung an die Wahrheit, ist aber ein unendlicher Prozess. Peirce
betrachtete die Frage der Bedeutung nicht sprachphilosophisch, sondern eingebunden in ein umfassendes
Konzept der Semiotik und des Kontinuums. Für ihn war alles Denken ein Denken in Zeichen, das sich in
einem kontinuierlichen Bewusstseinsstrom ständig weiterentwickelt. Die Bedeutung eines Zeichens liegt in
den allgemeinen Möglichkeiten seiner Anwendung.

Seine Auffassung der Bedeutung weicht insofern von den (späteren) Bedeutungstheorien ab, als er als
Maßstab nicht ein Wahrheitskriterium sucht, sondern auf Überzeugungen (beliefs) abstellt. Ihr liegt die
Vorstellung zugrunde, dass der Mensch nicht an der Wahrheit an sich interessiert ist, sondern zufrieden ist,
wenn er zu einer Überzeugung gelangt, die seine Zweifel an einem Urteil beseitigt. Wenn der Mensch aus
Überzeugung zu einer sicheren Handlungsanleitung gelangt, macht er sich diese zu einer
(Denk-)Gewohnheit (habit) und legt sie seinem Handeln solange zugrunde, bis er erneut Zweifel an der
Richtigkeit seiner Überzeugung bekommt. Der gelingende Handlungsvollzug ist dann (vorläufiges)
Verifikationskriterium der Überzeugung. Die Frage der objektiven Wahrheit wird davon nicht berührt.
Bedeutung ist nur sinnvoll, wenn sie auf praktisches Handeln gerichtet ist.

„Die rationale Bedeutung jedes Satzes liegt in der Zukunft. Wieso? Die Bedeutung eines
Satzes ist selbst ein Satz. In der Tat ist es kein anderer als der Satz selbst, von dem er die
Bedeutung ist: Er ist eine Übersetzung von ihm. Aber welche der Myriaden von Formen, in
die ein Satz übersetzt werden kann, ist die eine, die seine Bedeutung genannt werden muß?
Für den Pragmatizisten ist es die Form, in der der Satz auf das menschliche Verhalten
anwendbar wird“ (CP 5.427).

Sprachgebrauch und Regeln bei Ludwig Wittgenstein (II)

In seinen „Philosophischen Untersuchungen“ (PU) distanzierte sich Wittgenstein insbesondere von seiner im
„Tractatus“ vertretenen Abbildtheorie. Die Gegenstände in der Welt sind dem Menschen nicht unabhängig
von der Sprache gegeben. Zusätzlich ist das Sprechen von den sozialen Gegebenheiten abhängig. Der
Mensch bestimmt die Regeln der Sprache. Die Regeln sind jedoch nicht fixiert. Die Sprache ist ein flexibles
Instrument, das den jeweiligen Gegebenheiten angepasst wird. Der Versuch, die Bedeutung formal zu
bestimmen, muss scheitern.

„Die Fragen „Was ist Länge?“, „Was ist Bedeutung?“, „Was ist die Zahl Eins?“ etc.
verursacht uns einen geistigen Krampf. […] (Wir haben es mit einer der großen Quellen
philosophischer Verwirrung zu tun: ein Substantiv lässt uns nach einem Ding suchen, das
ihm entspricht.)“[18]

Theoretische Konstruktionen einer Idealsprache müssen scheitern. Bedeutung kann man nicht durch
Definitionen bestimmen, sondern man muss die Verwendung von Begriffen erklären:

„Die Bedeutung eines Wortes ist das, was die Erklärung der Bedeutung erklärt.“ D.h.: willst
du den Gebrauch des Wortes „Bedeutung“ verstehen, so sieh nach, was man „Erklärung“
der Bedeutung nennt. (PU § 560)

Die Erklärung ist notwendig, weil sprachliche Ausdrücke keine feststehende Verwendung haben. Je nach
Sprachspiel und Gegebenheiten kann die Bedeutung schwanken.

„Das Wort 'Sprachspiel' soll hier hervorheben, dass das Sprechen der Sprache ein Teil ist
einer Tätigkeit, oder einer Lebensform.“ (PU § 23)

Zu den verschiedenen Sprachspielen zählte Wittgenstein Befehlen, Beschreiben, Berichten, Theater Spielen,
Witze machen, Erzählen, Bitten, Danken, Fluchen, Grüßen, Beten. Mit der Vielzahl der Beispiele machte
Wittgenstein darauf aufmerksam, dass Sprache überwiegend in Zusammenhängen gebraucht wird, die ihr
erst ihre Bedeutung geben.

„Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes „Bedeutung“ – wenn
auch nicht für alle Fälle seiner Benützung – dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines
Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache. […] Und die Bedeutung eines Namens erklärt man
manchmal dadurch, dass man auf seine Träger zeigt.“ (PU § 43)

Mehr noch als beim „Tractatus“ haben die „Philosophischen Untersuchungen“ zu einem neuen Ansatz in der
Philosophie geführt und gelten als Ausgangspunkt der Philosophie der normalen Sprache.

Das Konzept der Sprechakte von John L. Austin


John L. Austin kritisierte in seinen „William James Lectures“ in Harvard (1955),[19] dass die klassische
Bedeutungstheorie allein Propositionen untersuchte, die mit den Kriterien von wahr und falsch zu beurteilen
sind. Er verwies darauf, dass in der Praxis die meisten Äußerungen danach bedeutungslos wären, weil sie
nicht durch wahr oder falsch zu entscheiden sind. Die Ursache ist, dass bis dahin die Handlungsdimension
von Sprache unberücksichtigt war. In diesem Zusammenhang entwickelt er seine Theorie der Sprechakte.

„Haben wir uns einmal klargemacht, dass wir nicht den Satz, sondern die Äußerung in einer
Sprechsituation untersuchen müssen, dann können wir überhaupt nicht mehr übersehen,
dass eine Handlung vollzieht, wer eine Feststellung trifft.“[20]

Den Vollzug einer Sprachhandlung nannte Austin „performativ“ (befehlen, versprechen, beurteilen), die
reine Satzbedeutung („Lokution“) hingegen einen „lokutionären Akt“; beispielsweise „Er braucht ein
Skalpell“ bedeutet, dass ein Arzt für die nächste Tätigkeit bei der Operation ein Skalpell benötigt. Daneben
gibt es die Bedeutung, die mit dem Zweck der Äußerung verbunden ist. Im Beispiel die Aufforderung, dem
Arzt ein Skalpell zu reichen. Diese indirekte Bedeutung der Äußerung bezeichnete Austin als „Illokution“,
die entsprechende Äußerung einen „illokutionären Akt“. Wenn der Satz bewirkt, dass dem Arzt ein Skalpell
gereicht wird, ist der Handlungszweck erfüllt. Diesen vollziehenden Aspekt als Wirkung der Äußerung
nannte Austin „perlukotionären Akt“. Ein perlukotionärer Akt ist nicht notwendig Bestandteil einer
Äußerung.

Austin stellte in einer Vielzahl von Beispielen dar, dass jeweils in Sprechakten auch illokutionäre Rollen
enthalten sind. So unterschied er als Äußerungen verdiktive (z. B. beurteilen), exerzitive (z. B. befehlen),
kommissive (z. B. versprechen), konduktive (z. B. entschuldigen, danken) und expositive Sprechakte (z. B.
behaupten). Perlukotionäre Effekte können Lachen (nach einem Witz), Angst (nach einer Drohung) oder
Enttäuschung (nach der Ablehnung eines Heiratsantrages) sein. Der entscheidende Maßstab für die
Bedeutung ist nicht mehr nur die Wahrheit wie beim Satz, sondern das Gelingen eines Sprechaktes. Dieses
ist aber von den jeweiligen Umständen abhängig. Damit das „Ja“ bei der Hochzeit seine Bedeutung erhält,
bedarf es der Braut, des Bräutigams und eines Standesamtes. Austin analysierte mögliche Fehler, die zum
Misslingen eines Sprechaktes führen. Unter anderem zählt hierzu die Fähigkeit, sich in einer Sprache
ausdrücken zu können.

„Je genauer man sich in einer Sprache ausdrücken kann, desto klarer kommt heraus, was
gesagt wird – die Bedeutung der Äußerung; je expliziter in unserem Sinne man sich
ausdrücken kann, desto klarer kommt die Rolle der Äußerung heraus –‚ als was sie
aufzufassen ist‘“.[21]

Sprechakte und Intentionen bei John Searle

John Searle entwickelte die Sprechakttheorie von John L. Austin weiter. Searle unterschied drei Aspekte
eines Sprechaktes, den „Äußerungsakt“, den „propositionalen Akt“ und den „illokutionären Akt“. Alle drei
sind zeitgleiche Elemente einer Sprachhandlung. Die Bedeutung eines Sprechaktes ist in seinem
propositionalen Gehalt enthalten. Der propositionale Akt kann dabei je nach Situation und Kontext
unterschiedliche illokutionäre Rollen einnehmen, das heißt zum Beispiel als Aufforderung, Frage oder
Feststellung gemeint sein. Die Sätze „Sandra macht Hausaufgaben.“ und „Macht Sandra Hausaufgaben?“
haben für Searle den gleichen propositionalen Gehalt, aber eine abweichende Intention und damit eine
unterschiedliche illokutionäre Rolle. Searle unterschied also die rein lexikalische, nach Regeln bestimmte
Bedeutung der Proposition und die kontextabhängige, intentionale Bedeutung des illokutionären Aktes. Die
Proposition ihrerseits setzt sich zusammen aus Referenz, Prädikation und syntaktischer Struktur. In Bezug
auf die Referenz ist der Maßstab der Bedeutung das Kriterium von wahr und falsch.
Searles Bedeutungstheorie basiert auf dem Begriff der Regel sowie dem intentionalen Aspekt sprachlichen
Handelns. Regeln haben die Funktion, das Gelingen eines Sprechaktes sicherzustellen. Dabei gibt es
konstitutive Regeln (Konventionen), die die Grundlage von Sprache überhaupt ermöglichen. Diese kann
man mit den formalen Regeln eines Spiels, beispielsweise eines Schachspiels vergleichen. Zum anderen gibt
es regulative Regeln, die die Art und Weise des Sprachgebrauchs bestimmen, wie zum Beispiel Formen der
Höflichkeit (Grußformeln, Bitten) oder in welchen Zusammenhängen Kraftausdrücke akzeptiert werden.

„Die Regelmäßigkeiten der Sprache sind in der gleichen Weise durch Regeln zu erklären,
wie die Regelmäßigkeiten in einem Fußballspiel durch die Fußballregeln zu erklären sind;
ohne den Begriff der Regeln scheint eine Erklärung solcher Regelmäßigkeiten
unmöglich.“[22]

Die eingeschlagene Taktik, defensiv zu spielen, würde den regulativen Regeln entsprechen. Des Weiteren
beruht die Bedeutung von Sprechakten auf Konventionen wie dem des Versprechens, dem Einräumen von
Berechtigungen oder der Übernahme von Verpflichtungen.

„Unsere Hypothese, dass eine Sprache sprechen bedeutet, in Übereinstimmung mit


konstitutiven Regeln Akte zu vollziehen, ist demnach mit der Hypothese verknüpft, dass die
Tatsache, dass jemand einen bestimmten Sprechakt vollzogen hat – z. B. ein Versprechen
gegeben hat –, eine institutionelle Tatsache darstellt“[23].

Die Frage der Intentionalität betrachtete Searle ausgehend von Grice (siehe unten): „Der Satz, dass ein
Sprecher S mit X etwas meinte, ist gleichbedeutend mit dem Satz, dass S X in der Absicht äußerte, beim
Zuhörer H eine bestimmte Wirkung dadurch hervorzurufen, dass dieser S’ Absicht erkennt“[24] Das
Erkennen der Bedeutung, hier also der Absicht des Sprechers, beruht nach Searle auf der Kenntnis der
Regeln und Konventionen durch den Sprecher. Ohne diese findet der Hörer keinen Zugang zu dem
propositionalen Gehalt und zu der illokutionären Rolle einer Äußerung.

Weiterhin hat Searle einen Beitrag zur Theorie der Kennzeichnungen geleistet. Die Funktion der Bedeutung
eines Namens ist es, einen Gegenstand zu bestimmen. Ein Gegenstand ist aber nicht nur durch eine einzelne
Kennzeichnung bestimmbar. Vielmehr treffen verschiedene Kennzeichnungen auf einen Namen und damit
auf einen Gegenstand zu. Searle spricht von einem Bündel von Kennzeichnungen. Dabei ist es durchaus
möglich und sogar wahrscheinlich, dass ein einzelner Name seine Bedeutung von mehreren Sprechern
erhält, also das Bündel der Kennzeichnungen intersubjektiv in einer Sprachgemeinschaft entsteht.

Sprechakte als Grundlage der Universalpragmatik von Habermas

Sprechakte sind ein wesentlicher Baustein der Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen
Habermas. Durch Lernprozesse erwirbt der Mensch nach Habermas universelle Tiefenstrukturen der
Sprache, die ihm den Gebrauch von sprachlichen Symbolen ermöglichen. Äußerungen sind die
Oberflächenstrukturen, die anhand des in den Tiefenstrukturen vorhandenen Regelwerks gebildet werden.
Die Tiefenstruktur ist ein vortheoretisches Wissen, in dem sich die kommunikative Kompetenz eines
Sprechers verkörpert. Die Regeln sind nicht bloß Grammatik, sondern Grundlage für die Fähigkeit,
Gedanken in Äußerungen umzuwandeln. Diese Kompetenz ist nicht auf das Individuum ausgerichtet,
sondern eine Gattungskompetenz, die universell gültig ist. Die von Habermas „Universalpragmatik“
genannte Theorie der kommunikativen Kompetenz erklärt, wie mögliche Rede hervorgebracht wird. In der
Universalpragmatik wird eine Theorie entwickelt, welchen Regeln eine Äußerung genügen muss, damit sie
intersubjektiv anerkannt wird. Die Pragmatik kommt darin zum Ausdruck, dass Sprache in der
Kommunikation ein Handeln durch Sprechakte ist. Grundsätzlich gilt, dass ein Sprechakt der Verständigung
dient. Habermas betrachtet dies als ein Telos der Sprache. Sprache ist für ihn also an Zwecke gebunden.
Reine Sätze betreffen Erfahrungen und Sachverhalte und haben nur eine Inhaltsdimension. Sprachhandeln
beinhaltet aber immer auch eine Beziehungsdimension, ein intersubjektives Verhältnis. Hieraus ergibt sich
die Unterscheidung eines propositionalen und eines illokutionären Aspektes in einem Sprechakt, die
Habermas in Anlehnung an Austin/Searle vornimmt. Der proportionale Aspekt ist auf den Sachverhalt
gerichtet. Der illokutionäre Gehalt einer Äußerung ist immer mit einem Geltungsanspruch verbunden.

Unter dem Gesichtspunkt der Geltung unterscheidet Habermas drei universale Typen von Sprechakten, die
jeweils auf einem verschiedenen „Kommunikationsmodus“ beruhen:

Konstativa (beschreiben, berichten, erklären, voraussagen) beziehen sich auf die kognitive
Ebene. Sie dienen der Darstellung eines Sachverhaltes im Orientierungssystem der äußeren
Welt. Der Maßstab ihrer Geltung ist Wahrheit.
Expressiva, auch Repräsentativa (wünschen, hoffen, eingestehen) beziehen sich auf
Intentionen und Einstellungen. Sie sind Ausdruck eines Erlebens in einer subjektiven Welt. Der
Maßstab ihrer Geltung ist Wahrhaftigkeit.
Regulativa (entschuldigen, befehlen, warnen, versprechen) beziehen sich auf soziale Normen
und Institutionen. Sie dienen der Herstellung eines Zustandes in der gemeinsamen
Lebenswelt. Der Maßstab ihrer Geltung ist die Richtigkeit.

Als übergeordneten Geltungsanspruch, dem alle drei Typen von Sprechakten genügen müssen nennt
Habermas die Verständlichkeit. Ist eine sprachliche Äußerung nicht verständlich, kommt ein Sprechakt erst
gar nicht zustande. Um eine Verständigung zu erreichen bedarf es dann zunächst einer Klärung auf der
Sprachebene und ihrer Regeln. Damit Sprechakte gelingen, muss der Sprecher weiterhin die mit dem
Sprechakt verbundenen Geltungsansprüche erfüllen. Im Falle der Konstativa muss der Sprecher im Falle
von Zweifeln daher in der Lage sein, eine rational nachvollziehbare Begründung zu liefern. Expressiva
bedürfen der Bewährung durch glaubhafte spätere Handlungsvollzüge. Die Geltung von Regulativa ergibt
sich aus einer Rechtfertigung, die sozial anerkannt wird.

„Die illokutionäre Kraft eines akzeptablen Sprechaktes besteht also darin, dass er einen
Hörer dazu bewegen kann, sich auf die sprechhandlungstypischen Verpflichtungen eines
Sprechers zu verlassen.“[25]

Bedeutung aus behavioristischer Sicht

Bedeutung als Reiz-Reaktions-Schema

Einen wesentlichen Beitrag zur Sprachwissenschaft aus behavioristischer Sicht leistete Charles W. Morris,
ein Schüler von George Herbert Mead. Bedeutung entsteht nach Morris durch den Gebrauch von
Sprachzeichen. Morris schlug in Anlehnung an Charles S. Peirce die triadische Unterteilung eines
semiotischen Zeichens in „interpretant“, „denotatum“ (auch designatum) und „significatum“ (auch „sign
vehicle“) vor.[26]

„Das, was als Zeichen operiert (d. h. was die Funktion hat, etwas zu bezeichnen), nennt man
Zeichenträger; die Handlung des mittelbaren Notiznehmens wird Interpretant genannt und
von einem Interpreten ausgeführt; das, wovon mittelbar Notiz genommen wird, nennen wir
Designat.“[27]

„Eine Sprache verstehen heißt, nur solche Zeichenkombinationen und


Zeichentransformationen verwenden, die nicht durch die Gebräuche der betreffenden
sozialen Gruppe gesperrt sind, heißt, Gegenstände und Sachverhalte genauso denotieren,
wie die Mitglieder dieser Gruppe es tun, heißt dieselben Erwartungen haben, die die
anderen bei der Verwendung eines bestimmten Zeichenträgers haben, und den eigenen
Zustand in derselben Weise ausdrücken wie die anderen – kurz eine Sprache verstehen
oder sie richtig gebrauchen heißt den in der gegebenen sozialen Gemeinschaft geläufigen
(syntaktischen, semantischen und pragmatischen) Gebrauchsregeln folgen.“[28]

Zeichen allgemein lösen ein Verhalten aus, das durch die Kenntnisnahme des Bezeichneten bestimmt wird.
Durch Bezug auf den Handlungsgegenstand (designat) wird die Bedeutung eines Zeichens als Bedingung
zur Erfüllung des Zeichengehalts (significatum) durch Interpretation (interpretant) zu einer regelgeleiteten
Verhaltensdisposition des Zeichenempfängers. Zwischen Zeichen und Verhalten besteht ein regelgeleitetes
Reiz-Reaktions-Schema.

„Das Reagieren auf Dinge durch die Vermittlung von Zeichen ist […] biologisch eine neue
Stufe in der Entwicklung, in deren Verlauf bei den höheren Tierarten die Entfernungssinne in
der Verhaltenskontrolle den Vorrang vor den Kontaktsinnen erhielten; durch Sehen, Hören
und Riechen reagieren diese Tiere schon auf weit entfernte Teile der Umgebung vermittels
gewisser Objekteigenschaften, die als Zeichen von anderen Eigenschaften fungieren.“[29]

Einen ähnlichen behavioristischen Ansatz verfolgte B.F. Skinner in seinem Werk „Verbal Behavior“, in dem
er die in Experimenten an Tieren und Menschen gewonnenen Erkenntnisse der Verhaltensanalyse auf das
sprachliche Verhalten anwendete. Als weiterer Vertreter des linguistischen Behaviorismus gilt Leonard
Bloomfield.

Der Holismus von Willard Van Orman Quine

Willard Van Orman Quine kritisierte in seinem Hauptwerk Wort und Gegenstand (Word and Object, 1960)
die herkömmlichen Theorien über sprachliche Bedeutung. Er lehnte seine Überlegungen zur Sprache eng an
den Behaviorismus Skinners an. Dabei stützte er sich nicht auf die theoretische Sprachphilosophie, sondern
vertrat eine naturalistische Erkenntnistheorie. Sprachphilosophie war für Quine nur als empirische
Wissenschaft sinnvoll. Als Schüler Carnaps strebte er einen Empirismus ohne Dogmen an. Für dogmatisch
hielt er die Grundannahmen des logischen Empirismus von der Möglichkeit analytischer Aussagen
(Analytizität) und der Bedeutungsgleichheit von Namen und Kennzeichnungen (Synonymität). Seine
grundlegende Ablehnung der Unterscheidung von analytischen und synthetischen Sätzen formulierte Quine
in seinem viel zitierten Aufsatz über die „Zwei Dogmen des Empirismus“ (1951). Quine kam zu dem
Schluss:

„Dass eine solche Abgrenzung überhaupt vollzogen werden sollte, ist ein unempirisches
Dogma der Empiristen, ein metaphysischer Glaubensartikel.“[30]

Stattdessen forderte Quine eine Erforschung der Realität ausschließlich aufgrund von Beobachtungen
anhand der hypothetisch-deduktiven Methode. Entsprechend ist demzufolge eine Untersuchung der Sprache
eine Frage der Beobachtung von Reizen und der durch diese ausgelösten Reaktionen. Seine Einwände gegen
eine Theorie der Bedeutung formulierte Quine mit dem Beispiel eines Sprachforschers, der eine ihm völlig
fremde indigene Sprache untersuchen möchte. Entsprechend seinem behavioristischen Ansatz entsteht
Bedeutung als „Reizbedeutung“ durch Beeinflussung von Sinnesrezeptoren.

„Die Reizbedeutung eines Satzes für eine bestimmte Person fasst ihre Dispositionen
zusammen, dem Satz in Reaktion auf einen gegenwärtigen Reiz entweder zuzustimmen
oder ihn abzulehnen.“ (Wort und Gegenstand, 72)

Reizbedeutung entsteht durch „Gelegenheitssätze“. Wenn der Sprachforscher bei der Beobachtung der
indigenen Sprache immer beim Auftreten eines Kaninchens die Äußerung „Gavagei“ wahrnimmt, so weiß er
dennoch nicht, ob damit das Kaninchen selbst bezeichnet wird oder zum Beispiel eine Gottheit, an die die
Einheimischen denken, wenn sie ein Kaninchen sehen. Vielleicht bezeichnet Gavagei aber auch nur
bestimmte Teile eines Kaninchens. Quine Schlussfolgerung war, dass jede Übersetzung unbestimmt ist und
dass eine Bezugnahme letztlich unerforschlich bleibt.

Jede Form einer strukturierten Bedeutungstheorie ist für Quine ein unzulässiger Reduktionismus. Sprache
charakterisierte er als ein „Netz von Erfahrungssätzen“, die „als ein Kollektiv vor das Tribunal der
sinnlichen Erfahrung treten.“[31] Begriffe als Bestandteile von Satzsystemen kann man nicht einfach
austauschen, ohne den Sinn zu verändern. Diese auf Duhem gestützte holistische (ganzheitliche)
Grundauffassung übertrug Quine auch auf die Wissenschaftstheorie (siehe Duhem-Quine-These), in der er
die Möglichkeit der Verifikation einzelner Protokollsätze (Carnap) oder der Falsifizierbarkeit von
Basissätzen (Popper) bestritt.

Bedeutung und Intentionalität

Bedeutung und Meinen bei Paul Grice

Herbert Paul Grice untersuchte insbesondere pragmatische Aspekte der Bedeutung. Auf ihn geht die
Unterscheidung von natürlicher und nicht-natürlicher Bedeutung zurück. Natürliche Bedeutung bezieht sich
auf Tatsachen, nicht-natürliche Bedeutung auf Intentionen eines Sprechers. Dass ein Zeichen eine nicht-
natürliche Bedeutung hat, heißt, dass damit etwas gemeint ist. Es besteht eine gedanklich gerichtete
Bezugnahme auf einen Sachverhalt. Ein Zeichen erhält durch seinen Gebrauch eine Sprecherbedeutung, die
sich wie folgt ergibt:

(1) Ein Sprecher S führt eine Äußerungshandlung in der Absicht aus, dass
(2) ein Hörer H daraufhin die Reaktion R zeigt,
(3) H erkennt, dass S die Reaktion R erwartet,
(4) H zeigt auf Grund dieser Erkenntnis die Reaktion R.

So ist die Bedeutung der Aussage „Dies ist ein schöner Strauß“ davon abhängig, welche
Ausdrucksbedeutung das Wort Strauß hat (Blumenstrauß, Vogel Strauß, ein Kampf oder eine Person namens
Strauß), welche Äußerungsbedeutung damit verbunden ist (dieser konkrete Blumenstrauß ist schön), und
schließlich was der Sprecher mit der Aussage als Sprecherbedeutung meint (Im Blumenladen: dieser Strauß
ist als Geschenk für einen geplanten Besuch geeignet, ich möchte ihn daher kaufen). Die Sprecherbedeutung
ist auf einen Zweck bezogen. Ausdrucksbedeutung und Äußerungsbedeutung sind konventionell und hängen
zugleich vom jeweiligen Kontext ab.

Die Elemente der Bedeutung einer Äußerung, die sich nicht aus der Semantik eines Satzes, sondern aus den
jeweiligen Rahmenbedingungen oder aus Zwecken der Äußerung ergeben, nannte Grice Implikatur. Die
Bedeutung in einer Kommunikation wird durch das Kommunikationsprinzip erreicht, nach dem jeder
Beteiligte an einem Gelingen der Kommunikation interessiert ist und deshalb grundsätzlich den folgenden
Konversationsmaximen (die Grice in Anlehnung an Kants Kategorien bildete) folgt beziehungsweise folgen
sollte, um das Gelingen der Kommunikation zu fördern:

Kategorie der Qualität: sage nichts Falsches oder etwas nicht hinreichend Belegbares.
Kategorie der Quantität: sei genauso informativ, wie erforderlich, aber nicht mehr.
Kategorie der Relation: formuliere so, dass die Äußerung relevant ist.
Kategorie der Modalität: formuliere präzise, klar, verständlich und vermeide Mehrdeutigkeiten,
Dunkelheiten, Weitschweifigkeiten und Ungeordnetheit.
Gegen die Bedeutungstheorie von Grice wurde der Einwand erhoben, dass ihr Gegenstand nicht die Frage
nach der Bedeutung, sondern nach gelingender Kommunikation unter Berücksichtigung psychologischer
Faktoren sei. Externalisten wie Hilary Putnam (siehe unten) kritisieren, dass Intentionen keine Bezugnahme
zur äußeren Welt herstellen, sondern einen solchen Bezug bereits voraussetzen. Intentionen seien daher nicht
geeignet, Bedeutung zu erklären.[32] Insbesondere aber bleibt die Grice'sche Erklärung von Bedeutung auf
die Sprecherabsichten begrenzt und bezieht den Faktor des Verstehens nicht mit ein.

Konvention und Intentionalität bei David Lewis

Ein wichtiger Beitrag von David Lewis bezieht sich auf das Verhältnis von Konventionen und
Intentionalität.[33] Er sieht Sprache als eine Funktion zwischen den Lautzeichen und den Bedeutungen.
Sprachliche Bedeutung ist eine faktische Information über die Welt, die an einem Wahrheitswert gemessen
wird. Durch ihren Gebrauch hat Sprache zugleich auch eine soziale Komponente, da sie jeweils zwischen
der Meinung des Sprechers und dem Verstehen des Hörers vermittelt. Konventionen in dieser Beziehung
führen zu gesetzesartigen Regelmäßigkeiten im Verhalten der am Sprachprozess Beteiligten.
Kommunikation ist durch Interessen bestimmt und sprachliche Bedeutung enthält daher immer einen
intentionalen Aspekt. Konventionen führen dazu, dass zwischen Sprecher und Hörer „Koordinationsspiele“
stattfinden, die oftmals durch aufeinander abgestimmte Ziele bestimmt sind. Die Teilnehmer der
Kommunikation streben in der Regel ein koordinatives Gleichgewicht an. Dieses Gleichgewicht wird bei
übereinstimmenden Erwartungen erreicht. Während Grice vor allem auf die Erklärung von Bedeutung durch
die Reduktion auf das Meinen des Sprechers abstellte, berücksichtigt Lewis auch das Verstehen des Hörers,
das er als Replikation des Gemeinten bezeichnet. Die Koordination geschieht durch gegenseitiges
Einvernehmen über Regularitäten, die damit zu Konventionen innerhalb einer Gemeinschaft werden.
Konventionen sind dabei pragmatisch und veränderlich.

Lewis bestimmt die Regeln für die Gültigkeit von (sprachlichen) Konventionen wie folgt:[34]

Eine Regel R, ob für eine Handlung oder eine Überzeugung, ist in einer Gemeinschaft G
eine Konvention dann und nur dann, wenn innerhalb von G die folgenden sechs
Bedingungen gelten:
1. Jeder stimmt mit R überein (alle halten sich an die Regel)
2. Jeder glaubt, dass auch die anderen mit R übereinstimmen
3. Der Glaube, dass die anderen mit R übereinstimmen, ist ein guter Grund, selbst mit R
übereinzustimmen.
4. Es besteht eine allgemeine Präferenz zur allgemeinen Übereinstimmung mit R
5. R ist nicht die einzige allgemeine Regel, mit der Nr. 3. und 4. erfüllt werden können
6. Die Bedingungen Nr. 1 bis 5. sind allgemein bekannt und jeder weiß, dass sie allgemein
bekannt sind.

Als Beispiel kann die Konvention, im Straßenverkehr rechts zu fahren, herangezogen werden. Das Einhalten
dieser Konvention ist im Interesse aller Beteiligten und ist nur sichergestellt, wenn alle o. g. Bedingungen
erfüllt sind. Die alternative Handlungsmöglichkeit ist die Konvention links zu fahren. Sprache wird
demnach durch den Gebrauch von Konventionen zu einem rationalen Instrument, mit dem der Mensch seine
Interessen im Rahmen von Kommunikation durchsetzen kann.

Beispielsweise Donald Davidson bemängelt an dieser Bestimmung einer Konvention,[35] dass keine
Klarheit darüber geschaffen wird, warum ein bestimmtes Wort regelkonform verwendet werden soll.

Erneuter Fokus auf Bedeutung und Wahrheit


Nachdem das Konzept der Entwicklung einer Idealsprache durch Wittgenstein und die Philosophie der
Normalsprache verdrängt worden war, kehrten Donald Davidson und Michael Dummett zu den
ursprünglichen Ansätzen von Frege und Carnap zurück; allerdings unter Berücksichtigung der
zwischenzeitlichen Diskussion und in Bezug auf eine Normalsprache. Man findet bei beiden Freges
Prinzipien der Kompositionalität und des Kontextes wieder. Ebenso lehnen beide die Intentionalität von
Bedeutung prinzipiell ab. Die Bedeutung ist also uneingeschränkt öffentlich erkennbar. Trotz der
gemeinsamen Basis entwickelten Davidson und Dummett jedoch sehr unterschiedliche
Bedeutungstheorien.[36]

Donald Davidsons Interpretationstheorie

Davidson, ein Schüler Quines, vertrat die Auffassung, dass man die Bedeutung von Äußerungen nicht
anhand einzelner Begriffe festmachen kann. Er hielt es aber für möglich, eine ganzheitliche Theorie der
Bedeutung für eine natürliche Sprache zu entwickeln. Wie es die Sprache mit einer endlichen Anzahl von
Wörtern ermöglicht, eine unendliche Anzahl von Sätzen zu bilden, so muss nach Davidson eine
Bedeutungstheorie mit einer begrenzten Anzahl von Axiomen auskommen, um die Struktur einer Sprache
zu erklären.

Seine Idee hierzu war, die semantische Theorie der Wahrheit von Alfred Tarski auf die Frage der Bedeutung
zu übertragen. Wenn „X“ ein Name eines beliebigen Satzes einer Objektsprache ist und „p“ dessen
metasprachliche Übersetzung, so gilt nach Tarski:

Die Aussage X: „Der Schnee ist weiß“ ist wahr genau dann, wenn p wahr ist, d. h. der
Schnee weiß ist.

Eine Aussage ist wahr, wenn ihr ein existierender Sachverhalt entspricht.[37] Tarskis Definition betrifft
wahre Aussagen einer formalen Sprache, nicht die Wahrheit an sich. Für natürliche Sprachen kann diese
Lösung nur einen annähernden Charakter haben. Während Tarski darauf abstellte, dass mit dieser Definition
der Begriff „wahr“ semantisch zu bestimmen ist, stellte Davidson die Perspektive gleichsam auf den
Kopf.[38] Die Bedeutung einer Äußerung ergibt sich daraus, dass geprüft werden kann, ob sie wahr ist. Ein
Interpret kann einen Satz nur verstehen, wenn er das Wahrheitskriterium der Aussage kennt. Deshalb ersetzt
Davidson „bedeutet, dass“ durch „ist wahr dann und nur dann, wenn“.[39] Gegen den Ansatz von Davidson
sind verschiedene Einwände erhoben worden. Einer davon stammt von Ian Hacking mit dem Beispiel eines
nicht-interpretativen Satzes[40]:

„Der Schnee ist weiß“ ist wahr dann und nur dann, wenn das Gras grün ist.

Die Äquivalenzaussage „dann und nur dann wenn“ gilt in der Aussagenlogik bikonditional (d. h. unter zwei
Bedingungen): sie ist gültig, wenn die beiden Teile der Aussage für sich gültig bzw. beide zugleich jeweils
ungültig sind. Entsprechend ist der semantische Wahrheitsbegriff für Hacking als Grundlage einer
Bedeutungstheorie nicht geeignet. Davidson wendete dagegen ein, dass die Gültigkeit dann erhalten bleibt,
wenn man die Bedingung einführt, dass es möglich sein muss, die entsprechenden Terme durch
indexikalische Ausdrücke zu ersetzen („Der Schnee ist weiß“ ist wahr dann und genau dann, wenn „dies“
weiß ist). Mit dieser Bedingung wird die Verletzung des Sprachzusammenhangs unterbunden.[41]

Ein anderes Problem ist das der Übersetzung. Die Übertragung des semantischen Wahrheitsbegriffs auf die
Bedeutungstheorie ist nicht gewährleistet, wenn Metasprache und Objektsprache in verschiedenen
natürlichen Sprachen ausgedrückt werden. So ist die Übersetzung von „meaning“ sowohl „Meinen“ als auch
„Bedeutung“. Die Übersetzung ist nicht eindeutig. Auf Grund dieser Überlegung nannte Davidson seine
Bedeutungstheorie später Interpretationstheorie.
Die Frage lautet nun, unter welchen Bedingungen ein Interpret eine Aussage für wahr hält. Davidson
schlussfolgerte, dass ein Satz nicht nur semantisch korrekt sein, sondern auch den Tatsachen entsprechen
muss, damit ein Interpret die Bedeutung versteht.[42] Die Bedeutung einer Äußerung wird erst akzeptiert,
wenn die Überzeugung entsteht, dass sie darstellt, was wirklich der Fall ist. Ähnlich wie Quine ging
Davidson davon aus, dass es ein Netz von kohärenten Überzeugungen gibt. Für ein Funktionieren von
Sprache postuliert Davidson darüber hinaus, dass ein Sprecher meint, was er äußert (Prinzip der
wohlwollenden Interpretation/principle of charity); denn Wahrheit und Bedeutung hängen demnach
gegenseitig voneinander ab. Um einen Zirkel zu vermeiden, muss man einen von beiden Begriffen als
gegeben annehmen. Dies geschieht durch das „Prinzip der wohlwollenden Interpretation“. Auf dieser Basis
werden Äußerungen des Sprechers so interpretiert, also in das vorhandene System von Wörtern (Namen,
Prädikate, Synkategoremata) und Regeln eingeordnet, dass der Hörer die Äußerung versteht. Bei Davidson
wandelt sich die Theorie der Bedeutung in eine Theorie des Verstehens und nähert sich damit
erkenntnistheoretischen Fragestellungen.

Ein gravierender Einwand gegen Davidson richtet sich dann auch dagegen, dass die erkenntnistheoretische
Grundauffassung, die er seiner Interpretationstheorie zugrunde legte, nicht klargelegt wurde. Unter
Verwendung des Begriffs „Triangulation“ verwies Davidson hierzu auf das semantische Dreieck, in dem
sich Sprecher, Hörer und Gegenstand in einer Beziehung gegenüberstehen und räumte ein, dass er implizit
von einem erkenntnistheoretischen Externalismus ausgegangen sei.[43] Die Gegenstände sind danach extern
gegeben und Bedeutung ergibt sich aus einem intersubjektiven Kommunikationsprozess. Davidson vertrat
somit indirekt eine realistische Position.

Davidson lehnte die Auffassung ab, dass Konventionen eine grundlegende Bedingung von Sprache sind.
Eine Konvention, die die Absicht (Intention) des Wortgebrauchs in einer bestimmten Bedeutung mit dieser
bestimmten Bedeutung der Wörter verknüpft, erklärt nichts, sondern hängt von dem Begriff der bestimmten
Bedeutung ab (Zirkel). Ohne zu wissen, was Bedeutung bedeutet, kann man nicht über konventionelle
Bedeutung reden. Den Umfang der Überschneidung von Ideolekten (dem Sprachumfang des individuellen
Sprachvermögens) fasste Davidson als kontingent (nicht notwendig bestimmt) auf. Seine Theorie der
Interpretation nannte er in Anlehnung an Quines „radikale Übersetzung“ eine Theorie der „radikalen
Interpretation“. Dies beinhaltet, dass der Interpret nichts anderes zur Verfügung hat, als er beobachten kann.
Davidson verwendete auch das Beispiel des Sprachforschers, der eine ihm völlig unbekannte Sprache
untersucht. Um die Bedeutung einer Äußerung zu verstehen, bedarf es der Kenntnis des Ideolekts eines
Sprechers, nicht aber des Soziolektes (des Umfangs des Sprachvermögens einer Sprachgemeinschaft). Für
Davidson war durchaus denkbar, dass ein Interpret den Ideolekt nicht (vollständig) kennt, aber dennoch die
Bedeutung einer Sprecheräußerung versteht. Und allein darauf kommt es aus seiner Sicht an, wenn man
nach den Bedingungen der Möglichkeit von Sprache fragt. „Die Vorstellung, es gäbe eine klar umrissene
gemeinsame Struktur, die sich die Sprachbenützer zu eigen machen und dann auf Einzelfälle anwenden,
müssen wir aufgeben.“[44] Es ist vielmehr so, dass die Beteiligten aus ihrem je vorhandenen
Sprachverständnis situationsbezogen eine gemeinsame Übergangstheorie entwickeln, die für eine
Verständigung hinreichend ist. Nur die jeweilige Schnittmenge ist für eine erfolgreiche Kommunikation
erforderlich.

Michael Dummetts Anti-Realismus

Michael Dummetts philosophische Grundthese lautet, dass man die Sprache nicht durch Gedanken erfassen
kann, sondern dass die „Klärung“ der Sprache Voraussetzung für die „Klärung“ von Gedanken ist. Dummett
trat in der Frage der richtigen Bedeutungstheorie als Kritiker Davidsons auf und entwickelte ausgehend von
Frege eine anti-realistische Position. Die wesentlichen Einwände lauten:

Die Bedeutungstheorie von Davidson gibt nur an, wie eine Äußerung zu einer Extension (d. i.
ein Bezug) steht. Sie erläutert nicht, wie Bedeutung entsteht. Dummett bezeichnet eine solche
Theorie als „bescheidene“ Bedeutungstheorie.
Davidsons Bedeutungstheorie gründet auf einem realistischen Standpunkt. Nach Dummett
muss eine Bedeutungstheorie jedoch auf einem antirealistischen Standpunkt beruhen. Daraus
folgt, dass nicht die Wahrheit, sondern die Verifikation der Maßstab für das Verstehen von
Bedeutung ist.
Entgegen der Auffassung Davidsons, ist nicht der Ideolekt (der Umfang des Sprachvermögens
eines Einzelnen), sondern der allgemeine Sprachgebrauch die primäre Voraussetzung für das
Funktionieren von Sprache. Das Konzept der radikalen Interpretation ist nur ein konstruierter
Grenzfall. Die Bedeutung von Interpretation entspricht nicht der des Verstehens. Interpretieren
muss ein Hörer gerade dann, wenn er etwas nicht genau verstanden hat.

Ferner betont Dummett, dass die Begriffe Bedeutung und Wahrheit in einer wechselseitigen Abhängigkeit
stehen und nur gemeinsam erklärt werden können. Wenn man den Gehalt einer Äußerung kennt, so weiß
man noch nicht, ob eine Aussage auch wahr ist:

„Die Erde bewegt sich“ ist wahr genau dann und nur dann, wenn die Erde sich bewegt.

Damit man die vorstehende Aussage als wahr anerkennt, muss ein Teil der Aussage bei Davidson bereits als
bekannt vorausgesetzt werden. Damit ist aber nach Dummett das Funktionieren von Sprache noch nicht
erklärt. Erst wenn man unabhängig von der Sprache erklären kann, wie die Bedeutung von Begriffen
entsteht, erhält man demzufolge eine „vollwertige“ Bedeutungstheorie. Dieses Konzept enthält vier
Komponenten:

1. eine semantische Theorie der Referenz


2. eine Theorie des Sinns
3. eine Theorie der Kraft
4. eine Theorie der Färbung

Man kann diese vier Theorieelemente als Pyramide auffassen. In der semantischen Theorie wird der „Wert“
einer Äußerung bestimmt. Der „Wert“ ist das Merkmal eines Ausdrucks, aus dem sich ergibt, ob ein Satz als
wahr oder falsch beurteilt wird. In der Theorie des Sinns wird festgelegt, was ein Sprecher von der Sprache
wissen muss, um einer Äußerung Bedeutung zu verleihen. Die Theorien der Kraft und der Färbung
bestimmen sekundäre Aspekte, die sich insbesondere daraus ergeben, dass die Bedeutung in einer
natürlichen Sprache bestimmt wird. Die Theorie der Kraft bezieht sich auf den Modus des Satzes: Aussage,
Beschreibung, Frage, Befehl etc. Diese Unterscheidung entspricht in etwa der Differenzierung von
propositionalem Gehalt und illokutionärer Rolle bei Searle. Mit Färbung bezog sich Dummett schließlich
auf die subjektive Wertung, die in einem Satz enthalten ist. Die Färbung kennzeichnet den Unterschied, ob
man von einem Hund oder einem Köter spricht (Freges Beispiel). Durch die Färbung wird die Wahrheit oder
Falschheit einer Äußerung nicht beeinträchtigt. Es werden vielmehr sprachliche Nuancierungen
berücksichtigt wie sie z. B. zwischen gehen, wandern und schlendern bestehen.

Zu einer Theorie der Bedeutung gehört für Dummett schließlich die Pragmatik. Allein durch semantische
Bestimmungen kann man Bedeutung nicht erklären. Letztendlich zeigt das Wissen um den Sprachgebrauch,
wie es möglich ist, sprachliche Äußerungen zu verstehen. Daher ist eine Bedeutungstheorie Dummett
zufolge eine Theorie des Verstehens.

„Und hier möchte ich eine These wiederholen, die ich an anderer Stelle aufgestellt habe:
dass eine Bedeutungstheorie eine Theorie des Verstehens ist. Das heißt, was eine
Bedeutungstheorie erklären muss, ist das, was jemand weiß, wenn er die entsprechende
Sprache versteht, d. h. wenn er die Bedeutungen der Ausdrücke und Sätze dieser Sprache
kennt.“[45]
Das Beherrschen einer Sprache beruht dabei auf einem impliziten Wissen um die Regeln des
Sprachgebrauchs (Knowing how). Die expliziten Regeln, die zur Konstruktion einer Idealsprache notwendig
sind (Knowing that), sind für die natürlichen Sprachen bisher nur im Ansatz bekannt. Man kann die
Tätigkeit des Schwimmens beschreiben, aber wie man schwimmt, erfährt man wirklich erst durch die
Tätigkeit selbst. Sprachwissen ist aus Dummetts Sicht allerdings noch komplexer als die Kenntnis einer
Tätigkeit wie Schwimmen, Fahrrad fahren oder Kochen. Das sprachliche Wissen muss sich in der
praktischen Tätigkeit des Sprechens manifestieren.

„Doch wo es uns darum geht, eine praktische Fähigkeit in Begriffen propositionalen Wissens
darzustellen – und vor allem wo diese praktische Fähigkeit eben die Beherrschung einer
Sprache ist –, obliegt es uns, wenn unsere Darstellung Erklärungskraft haben soll, nicht nur
das anzugeben, was jemand wissen muss, um diese Fähigkeit zu besitzen, sondern auch,
was es für ihn bedeutet, über dieses Wissen zu verfügen, d. h. was wir als konstitutiv für
eine Äußerung der Kenntnis der betreffenden Propositionen auffassen; unterlassen wir dies,
so wird kein Zusammenhang hergestellt zwischen der theoretischen Darstellung und der
praktischen Fähigkeit, die sie darstellen soll.“[46]

In der Fachliteratur hat sich eingebürgert, diese Anforderung Dummetts an eine Bedeutungstheorie als
„Manifestationsforderung“ zu bezeichnen. Das Wissen über Sprache muss sich vollständig manifestieren.
Die Bedeutung einer Äußerung muss sich demnach in einem praktischen Vollzug demonstrieren lassen.
Davidsons Bedeutungstheorie erfüllt demgegenüber nur semantische Anforderungen.

Konventionen konstituieren für Dummett eine soziale Praxis. Wenn man diese Rolle von Konventionen
zurückweist, lehnt man auch ab, dass Sprache in diesem Sinne eine Praxis ist. „Wenn wir Wörter der
englischen Sprache verwenden, müssen wir für ihren sozial akzeptierten Gebrauch verantwortlich zeichnen,
bei Strafe einer missglückten Kommunikation.“[47] Ob eine Äußerung korrekt oder falsch ist, hängt vom
Gebrauch der Sprachgemeinschaft ab. Nur die gemeinsame Sprache ermöglicht Intersubjektivität.

John McDowells Rückverweis auf Wittgenstein

John McDowell ist in der Frage nach der Bedeutung als Anhänger Wittgensteins seinerseits ein gewichtiger
Kritiker der Konzepte Dummetts und Davidsons. Er wendet sich dabei insbesondere gegen die Auffassung
Dummetts, dass man eine „gehaltvolle“ Bedeutungstheorie entwickeln kann und gegen den antirealistischen
Wahrheitsbegriff. Für McDowell ist die Funktion der Sprache als Kommunikationsmittel ebenso sekundär
wie ihre Funktion als Träger von Gedanken. McDowell vertritt die These, dass Sprache primär die Funktion
hat, ein Speicher für angesammeltes Wissen über Gründe zu sein. Die Welt wird durch rationale Praktiken
erschlossen. Dabei ist der Mensch schon immer in ein Umfeld des Sprachhandelns eingebunden und hat ein
grundlegendes Vorverständnis davon, was eine Aussage zu einer wahren Aussage macht. Die Bedeutung
einer Aussage zeigt sich, wenn der Sprecher weiß, worauf sich die Aussage bezieht, also den Referenten der
Aussage (die Extension) kennt. Soweit besteht Übereinstimmung mit Dummett. Dummett vertritt insofern
bis zu diesem Punkt der Argumentation die gleiche Auffassung von Bedeutung wie Davidson:

„Die Erde bewegt sich“ ist wahr genau dann und nur dann, wenn die Erde sich bewegt.

Was der Satz inhaltlich bedeutet, kann nur durch Erfahrung festgestellt werden. Man kann den Satz zudem
nur verstehen, wenn man ein bereits vorhandenes Vorverständnis über das Verstehen hat, also weiß, dass
man die Beziehung zwischen Referenten und Aussage in Einklang bringen muss. Im Gegensatz zu
Dummett, vertritt McDowell die Auffassung, dass zur Erklärung des Inhalts von Bedeutung (der Intension)
eine erkenntnistheoretische Untersuchung ergänzend notwendig ist. Seine Schlussfolgerung ist damit
ähnlich wie die von Davidson.
In der Frage der Konventionen als Grundlage der Bedeutung stellt sich McDowell unter Bezug auf
Wittgenstein andererseits klar gegen Davidson[48] Bedeutung ist für McDowell bestimmt durch die
gemeinsame Praxis. Ein Sprecher ist immer schon Teilnehmer an einer Sprachgemeinschaft. Nicht der
mentale Zustand ist für die Bedeutung maßgeblich, sondern ob eine Äußerung in einer Praxis verstanden
wird. Auch der Hörer muss ohne Interpretation in der Lage sein, eine Äußerung zu verstehen. McDowell
bezieht sich hier auf Wittgenstein:

[…] „Dadurch zeigen wir nämlich, dass es eine Auffassung einer Regel gibt, die nicht eine
Deutung ist, sondern sich, von Fall zu Fall der Anwendung, in dem äußert, was wir ‚der
Regel folgen’, und was wir ‚ihr entgegenhandeln’ nennen. […]“ (PU § 201)
„Darum ist ‚der Regel folgen’ eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht: der
Regel folgen. Und darum kann man nicht der Regel ‚privatim’ folgen, weil sonst der Regel zu
folgen glauben dasselbe wäre, wie der Regel folgen.“ (PU § 202)

Ohne gemeinsame Praxis hat ein Wort keine Bedeutung (siehe „Privatsprache“). Es gäbe keinen Maßstab
dafür, ob eine Äußerung korrekt ist. Daraus kann man aber nach McDowell (entgegen Dummett) nicht
ableiten, dass eine positive Bedeutungstheorie aufgestellt werden kann. Der Begriff der Bedeutung ist nicht
reduzierbar. Jede Rekonstruktion des Begriffes setzt schon ein Verständnis von Bedeutung voraus.
McDowell weist wie Wittgenstein („Ich folge der Regel blind“ (PU § 219)) den Einfluss von Intentionen auf
die Bedeutung zurück. Eine Äußerung kann für die Praxis korrekt sein, auch wenn der Sprecher sich darüber
irrt.

McDowell nimmt unter Bezugnahme auf Wittgenstein und Richard Rorty die Position ein, dass eine
geschlossene philosophische Theorie nicht möglich ist und dass Philosophie eine therapeutische Aufgabe
hat, Verwirrungen in der Fragestellung aufzuklären. Dies gilt auch für die Frage der Bedeutung.

Externalistische Bedeutungstheorien

Starre Designatoren bei Saul A. Kripke

In seinem Buch „Naming and Necessity“ (Name und Notwendigkeit) entwickelte Saul Aaron Kripke
abweichend zu der Theorie der Kennzeichnung von Frege und Russell eine kausale Theorie der
Eigennamen. Namen sind für Kripke nicht synonym mit einer Kennzeichnung (Frege, Russell) oder einem
Bündel von Kennzeichnungen (Searle), sondern starre Designatoren. Man kann sie sich als das an einen
Gegenstand angebrachte Etikett vorstellen. Ein solcher Name mit einer festen Beziehung zu einem
Gegenstand entsteht durch einen „Taufakt“.

„Sagen wir, es wird jemand geboren, ein Baby; seine Eltern rufen es mit einem bestimmten
Namen. Sie reden mit ihren Freunden über es. Andere Leute kommen mit ihm zusammen.
Durch verschiedene Arten von Rede wird der Name von Glied zu Glied verbreitet wie durch
eine Kette. Ein Sprecher, der sich am entfernten Ende dieser Kette befindet, der zum
Beispiel über Richard Feynman auf dem Marktplatz oder irgendwo sonst gehört hat, könnte
auf Richard Feynman referieren, obwohl er sich nicht erinnern kann, durch wen er zum
ersten Mal von Feynman gehört hat […]. Eine bestimmte Kommunikationskette, die letztlich
bis zu dem Mann selbst zurückreicht, erreicht den Sprecher. Er referiert dann auf Feynman,
obwohl er ihn nicht durch Beschreibungen, die auf ihn als einzigen zutreffen, identifizieren
kann.“[49]

Kripke kritisiert weiterhin die in der Philosophie häufig zu findende Gleichsetzung von a priori, analytisch
und notwendig. A priori gilt eine Aussage, wenn sie unabhängig von jeder Erfahrung ist. Im Gegensatz zu
Kants Auffassung gilt a priori nicht absolut, sondern nur für das erkennende Subjekt. Eine Aussage a priori
gilt aber nicht notwendig. Kripke veranschaulicht das am Beispiel des Urmeters. Der Ausdruck „ein Meter“
bezeichnet die Länge eines bestimmten Stabes S zum Zeitpunkt t0. Dass dieses so ist, ist eine kontingente
Festlegung. Andererseits weiß man die Tatsache a priori, weil sie ja durch Festlegung bestimmt wurde.
Notwendigkeit hängt nicht von handelnden Personen ab. Die Aussage „Der Abendstern ist gleich dem
Morgenstern“ gilt notwendig, aber nicht a priori, weil man hierzu die empirische Forschung benötigt. Als
analytisch bezeichnet Kripke nun Aussagen, die sowohl a priori als auch notwendig gelten.

Diese Unterscheidung ist für Kripke wichtig, um den Begriff der Bedeutung besser analysieren zu können.
Eine Eigenschaft kommt einem Gegenstand notwendig zu, wenn sie ihm in allen möglichen Welten
zukommt. Kennzeichnungen sind nicht notwendig mit einem Gegenstand verbunden. „Der Verfasser der
Metaphysik“ ist eine Eigenschaft von Aristoteles, die ihm nicht notwendig zukommt. Die Person Aristoteles
ist historisch denkbar, auch wenn er die Schrift nicht verfasst hätte.

Bezeichnungen von Gegenständen durch Kennzeichnungen sind nicht starr. Namen sind hingegen mit dem
Gegenstand fest verbunden. Aristoteles wäre die gleiche Person gewesen, auch wenn er nicht Lehrer von
Alexander gewesen wäre. Die Relation eines Namens auf einen Gegenstand entsteht durch die Handlung des
Benennens. Niemand, der heute lebt, war jedoch beim Taufakt für Aristoteles zugegen. Der Name wurde
durch eine Kette von Benutzern des Namens überliefert. Der starre Charakter von Namen zeigt sich daran,
dass Namen gelernt werden müssen und dass sie auch beibehalten werden, wenn ein Text in eine andere
Sprache übersetzt wird. Starre Designatoren erfüllen immer die Bedingung der Identität, das heißt mit ihnen
ist ein Gegenstand immer zu identifizieren. Die Referenz hängt nicht davon ab, welchen Sinn ein Mensch
mit einem Namen verbindet, sondern von dem, was andere – die Sprachgemeinschaft – festgelegt haben.
Kripke spricht von einer Kausalkette, die dadurch nicht unterbrochen wird, dass jeder bemüht ist, die
Referenz auf den bezeichneten Gegenstand zu erhalten. Die Auffassung von Kripke wird daher auch
„Kausaltheorie der Benennung“ (Referenz) genannt.

David Kaplans Untersuchung der Indexikalität

David Kaplan legte 1989 eine ausführliche Untersuchung zu indexikalischen Ausdrücken vor.[50] Als
indexikalische Designatoren bezeichnet man Wörter, deren Extension an den Kontext einer Äußerung
gebunden ist, wie „ich“, „er“, „dieser“, „hier“ oder „jetzt“. Namen und Wörter wie „ich“ oder „heute“ nennt
Kaplan reine Indexikale, während er Wörter wie „dieser“ oder „dort“ als Demonstrativa bezeichnet. Die
Bedeutung von Demonstrativa erkennt man nicht allein aufgrund des Kontextes, sondern es bedarf eines
zusätzlichen Aktes, zum Beispiel einer Zeigegeste, um die Referenz festzulegen. Eine weitere grundlegende
Unterscheidung Kaplans ist die der Äußerungsebene, in der eine Äußerung rein semantisch betrachtet wird,
und der Auswertungsebene, in der die Referenz durch den Kontext bestimmt ist. Die Unterscheidung
entspricht in etwa dem Verhältnis von Objekt- und Metasprache. Im Beispielsatz „Ich bin jetzt hier“ ist die
Referenz direkt gegeben, ohne dass man bereits die Intension kennt. Entgegen der These Freges, die auch
von Dummett vertreten wird, legt in einem solchen Fall nicht der SinnFrege die BedeutungFrege fest, sondern
erst nach der Bestimmung der Referenz (wer ist „ich“, wann ist „jetzt“, wo ist „hier“) ergibt sich die
Bedeutung (SinnFrege). Auf der Äußerungsebene liegt die Referenz noch nicht fest, so dass es für
indexikalische Ausdrücke erst der Auswertungsebene bedarf, um die Bedeutung für alle möglichen Welten
als fest zu betrachten. Reine Indexikale wie „ich“ sind starre Designatoren, die allerdings für Kaplan
abweichend zu Kripke zumindest auf der Gebrauchsebene eine Bedeutung haben.

Kaplan bezeichnet weiterhin den Kontext eines Ausdrucks, der ihm seine jeweilige Bedeutung verleiht als
seinen Charakter. Der Charakter eines Ausdrucks wird nach Kaplan durch Konventionen und die Regeln des
Sprachgebrauchs festgelegt. Charakter eines Ausdrucks und seine Intension bestimmen seine Extension.
Während Wasser immer Wasser bezeichnet, egal in welchem Zusammenhang, haben die Indexikale einen
variablen Charakter. Durch die Angabe seines Charakters bestimmt man die kognitive Rolle eines Wortes.
Sätze wie „Ich bin jetzt hier“ erhalten nur auf der Auswertungsebene, in der der Kontext bestimmt ist, einen
Wahrheitswert. Sie haben also nicht notwendig eine Bedeutung. Da sie aber in jedem Kontext wahr sind,
sind sie a priori gültig.
Die These sprachlicher Arbeitsteilung von Hilary Putnam

Ein wichtiger Beitrag von Hilary Putnam zur Sprachphilosophie ist die These, dass „meaning just ain’t in
the head“ („Bedeutungen nun mal nicht im Kopf sind“). Die Kenntnis der Bedeutung eines Ausdrucks
beruht nicht (nur) auf propositionalen Einstellungen. Putnam verdeutlichte dieses mit dem
„Gedankenexperiment einer Zwillingserde“. Er geht davon aus, dass ein Erdenbewohner eine Flüssigkeit
sieht und diese „Wasser“ nennt, und ein Zwilling, der ihm bis ins letzte Detail gleicht, auf einem anderen
Planeten ebenfalls eine Flüssigkeit sieht und sie ebenfalls „Wasser“ nennt. Wenn nun die Flüssigkeit auf
dem anderen Planeten nicht H2O ist, sondern etwa XYZ, dann meinen die beiden mit „Wasser“ etwas
Unterschiedliches, obwohl Wasser für beide dieselbe Funktion hat. Diese Sichtweise beinhaltet die
kripkesche These starrer Designatoren, die Putnam auch auf natürliche Begriffe wie Wasser, Tiger oder Gold
anwendet. Wenn der Erdling wüsste, dass die Flüssigkeit auf der Zwerde nicht H2O, sondern XYZ ist,
würde er sie nicht Wasser nennen. XYZ ist eine zum Wasser der Erde unterschiedliche Extension und hätte
damit eine andere Bedeutung.

Putnam vertritt des Weiteren die These der „universellen sprachlichen Arbeitsteilung“. Den Begriff Gold
kennen sehr viele Mitglieder einer Sprachgemeinschaft. Nur einige davon sind jedoch in der Lage, Gold von
Katzengold aufgrund von chemischen Kenntnissen zu unterscheiden.

„Jede Sprachgemeinschaft weist die eben beschriebene Art von sprachlicher Arbeitsteilung
auf, das heißt, sie verwenden wenigstens einige Ausdrücke, für die gilt: Die mit diesen
Ausdrücken verknüpften Kriterien kennt jeweils nur eine Teilmenge der Menge aller
Sprecher, die diesen Ausdruck beherrschen, und ihre Verwendung durch andere Sprecher
beruht auf einer spezifischen Kooperation zwischen diesen und den Sprechern aus den
jeweiligen Teilmengen.“[51]

Eine genaue Bestimmung der Extension eines Ausdrucks ist damit oftmals nur einem Kreis darauf
spezialisierter Sprecher möglich.

Damit ist die in Anlehnung an Gottlob Frege vom logischen Empirismus (insbesondere Rudolf Carnap)
aufgestellte These, dass die Intension eines Ausdrucks dessen Extension bestimmt, nach Putnam nicht
zutreffend. Zugleich lehnt Putnam die von ihm selbst früher als Funktionalismus vertretene Auffassung ab,
dass Bedeutung einem mentalen Zustand entspricht. Bedeutung ist für Putnam (nach seiner neueren These
des internen Realismus) externalistisch zu beurteilen, das heißt auch durch materielle und soziale
Umwelteinflüsse bestimmt. Die Äußerungen und auch die Gedanken eines Subjekts entstehen nicht nur
aufgrund interner Vorgänge, sondern auch in Abhängigkeit von externen Gegenständen, Sachverhalten oder
Ereignissen. Die Sprachgemeinschaft bestimmt die Extension, die aber auch von der Umwelt abhängig ist.

Eine weitere Komponente der Putnamschen Sprachphilosophie ist die des Stereotyps. Danach kennt der
normale Sprecher die übliche Sprachverwendung eines Ausdrucks nur in einem begrenzten Umfang, der
ihm aber für eine gelingende Kommunikation ausreicht. So verbindet man üblicherweise mit dem Begriff
des Tigers eine große Katze mit einem gelben Fell und schwarzen Streifen, die im Dschungel lebt. Dass es
die größte Katzenart ist und dass es neun Unterarten gibt, ist den meisten Menschen nicht bekannt. Die
Verkürzung der Bedeutung auf ein Stereotyp gilt für eine Vielzahl von Begriffen, ob saurer Regen,
Konjunktur oder Himalaja. Die individuelle Sprachkompetenz spielt in einer Sprachgemeinschaft eine
untergeordnete Rolle. Allerdings gelingt es der externalistischen Erklärung von Bedeutung nicht darzulegen,
in welchem Verhältnis mentale Zustände auf die Bedeutung Einfluss haben. Das Argument Jerry Fodors,
eines Schülers von Putnam, lautet, dass funktional beim Wahrnehmen von H2O auf der Erde und XYZ auf
der Zwerde kein Unterschied besteht.

Robert Stalnakers zweidimensionale Perspektive


Auch Robert Stalnaker kritisiert Putnam. Eine externalistische Erklärung von Bedeutung, nach der
Bedeutungen „nicht im Kopf“ existieren, würde dazu führen, dass der Mensch seine Gedanken nicht
kontrollieren kann. Außerdem wird nicht klar, wie externe Relationen kausale Wirkung auf mentale
Zustände haben können. Man kann beobachten, dass eine Maus vor einer Katze flieht. Ohne Annahme eines
mentalen Zusammenhangs, kann man nicht darlegen, warum die Maus flieht. Erst die Überzeugung, dass es
besser ist, beim Anblick einer Katze zu fliehen, kann das Verhalten der Maus erklären.

Der Satz des Pythagoras ist danach sowohl „im Kopf“ vorhanden als auch in der Öffentlichkeit. Stalnaker
entwickelte daraufhin ein Konzept, das sowohl interne als auch externe Faktoren der Bedeutung
berücksichtigt.[52] Äußerungen haben einerseits einen propositionalen Gehalt, andererseits können sie auf
der Ebene der Überzeugungen bei verschiedenen Personen mit einem unterschiedlichen mentalen Zustand
verbunden sein. So ist die Aussage „Du bist ein Spinner“ beim Sprecher mit einem anderen Meinen
verknüpft, als beim Angesprochenen, der seinen gerade gemachten Vorschlag möglicherweise für
phantasievoll hält. Ein Dritter könnte die Aussage irrtümlich auf sich beziehen und über die
ungerechtfertigte Beschimpfung ärgerlich sein. Der Proposition werden auf der Auswertungsebene aufgrund
unterschiedlicher Präsuppositionen verschiedene Bedeutungen zugeordnet. Man kann hier von einem Set
des Kontextes sprechen, der in unterschiedlichen möglichen Welten unterschiedliche Intensionen zur Folge
hat.

Es ergibt sich eine zweidimensionale Semantik, in der sowohl den Propositionen als auch den Intentionen
ein Wahrheitswert zugeordnet werden muss. Die Theorie der Bedeutung wird hier übergeleitet in eine
Beschreibung von Überzeugungen und Denkvorgängen und damit Gegenstand der Philosophie des Geistes.

Robert Brandoms inferentielle Semantik

Robert Brandom sieht sich innerhalb der sprachphilosophischen Tradition eher auf der Seite der
Pragmatiker, d. h. auf der Seite derjenigen Theoretiker, die die soziale Praxis als Ausgangspunkt ihrer
Analyse betrachten, nicht die formale Struktur von Sprachen (Grammatik, Syntax). Er sieht Sprache als
primäre Ausdrucksform menschlichen Geistes an. Sie hat Vorrang vor der Idee geistiger Zustände oder der
Orientierung an Zwecken. Die Bedeutung eines Ausdrucks ergibt sich aus den (logischen) Beziehungen, die
er zu anderen sprachlichen Äußerungen hat. Sprache ist eine soziale Aktivität aus Begründen und
Rechtfertigen. Dies erfolgt in Sprechakten, also Handlungen. Die sprachliche Grundhandlung bzw. der
elementare Sprechakt ist die Behauptung. Jede Behauptungshandlung enthält folgende normative
Grundannahmen:

(a) eine Festlegung (commitment): Als Konsequenz einer Äußerung muss man bestimmte
andere Äußerungen akzeptieren. Mit der Feststellung, dass Essen westlich von Berlin liegt,
akzeptiert man die Aussage, dass Berlin östlich von Essen liegt (prinzipiell deduktiver
Zusammenhang).
(b) eine Berechtigung (entitlement): Mit einer Äußerung berechtigt man jemanden anderen,
in bestimmter Weise darauf zu reagieren. Aus der Aussage: „Dieses Möbel ist ein Tisch“
folgt, dass es auch andere Möbelarten gibt (prinzipiell induktiver Zusammenhang).
(c) einen Berechtigungsausschluss (precluded entitlement): Aufgrund einer Äußerung darf
eine Person auf bestimmte Weise nicht mehr reagieren. „Diese Rose ist rot“ schließt aus,
dass die Rose gelb ist (Ausschlussbeziehung[53]).

Die Bedeutung einer Äußerung hat Brandom zufolge immer einen normativen Aspekt, ihre Gültigkeit bedarf
der Begründung. Die diskursive Praxis ist ein Spiel von Geben und Nehmen von Gründen. Für Brandom
sind einzelne Äußerungen ohne Bedeutung. Ihre Bedeutung erschließt sich erst in der Beziehung zu
weiteren Äußerungen.

„Begriffe sind wesentlich inferentiell gegliedert. Sie in der Praxis zu begreifen, heißt sich bei
Richtigkeiten der Inferenzen und Inkompatibilität auszukennen, in die sie eingebunden sind.
Eine Klassifikation verdient begrifflich genannt zu werden aufgrund ihrer inferentiellen
Rolle.“[54]

Die laufenden inferentiellen Ergebnisse von Sprechakten werden von jedem Teilnehmer einer
Sprechsituation wie von einem „deontischen Kontoführer“ festgehalten.[55] Mit dieser für seine Theorie
zentralen Metapher des „Kontoführens“ meint Brandom, dass jeder Teilnehmer eines Gesprächs sich
fortlaufend merkt, worauf er selbst und alle anderen Teilnehmer sich durch ihre laufenden Behauptungen
festlegen, und worauf sie per Zuschreibung andere Teilnehmer festzulegen bzw. zu berechtigen versuchen.
Jeder Teilnehmer führt sein eigenes „Konto“, gleicht dies aber im laufenden Gespräch mit jenen der anderen
Teilnehmer ab. Dadurch ist es möglich, Differenzen zu beseitigen oder explizit aufrechtzuerhalten.

Zur Darstellung dieser Beziehungen bedarf es einer inferentiellen (schlussfolgernden) Semantik. Geltung
und Wahrheit von Äußerungen sind laut Brandom nur sekundär abhängig von Verweisen auf die
außersprachliche Wirklichkeit (Repräsentationen). Primär ergeben sie sich aus einem innersprachlichen
Netzwerk von behauptenden Bezügen auf vorangehende Behauptungen, durch die ein zeitlich erstreckter,
konsistenter Bedeutungszusammenhang entsteht. Diese innersprachliche Bezugnahme erfolgt methodisch in
den zwei Grundformen der Anapher und der Substitution. Beide Möglichkeiten sind grundlegend für die
sprachliche Expressivität. Insbesondere die Erzeugung neuer semantischer Gehalte ist ohne diese beiden
Anschlussformen an bereits gegebene Behauptungen nicht möglich. Die Substitution, d. h. die Ersetzung
vorangehender Ausdrücke durch andere Ausdrücke (z. B. „der Mensch dort“ durch „die Person da hinten“),
ermöglicht im Aneinanderreihen von Sprechakten eine ständige Weiterentwicklung des Gehalts dessen,
worüber gesprochen wird, weil jede Ersetzung auch eine Variation (z. B. eine Erweiterung oder Änderung)
des Gehalts ins Spiel bringt. Die Anapher, insbesondere sogenannte anaphorische Ketten[56] ermöglichen es
den Teilnehmern sprachlicher Interaktion dagegen, nicht nur sehr weitläufige Bedeutungszusammenhänge
zu konstruieren, sondern insbesondere über sogenannte indexikalische Ausdrücke (Personalpronomina wie
„ich“, „wir alle“ etc. und sprecherabhängige Orts- und Zeithinweise wie „hier“, „jetzt“, „dort links“,
„kürzlich“) jene Bedeutungsdifferenz zwischen verschiedenen Sprechern zu erhalten, die grundlegend für
das Verständnis sprecherrelativer Bedeutung ist.

Um Äußerungen eine Bedeutung zu verleihen, werden weniger Regeln befolgt, vielmehr verwendet man
sprachlich situatives Wissens über bereits vorhandene Äußerungen.

„Über die inferentielle Rolle eines Gehalts weiß man gar nichts, ohne wenigstens etwas über
andere Gehalte zu wissen, die aus ihm gefolgert werden können oder aus denen er
gefolgert werden kann.“[57]

Postmoderne und Dekonstruktion

Ausgehend vom Strukturalismus entstand seit den 1960er Jahren in Frankreich eine Bewegung, die sich
gegen die Formalisierungen und Schematisierungen der Sprachanalyse wandte. Dabei rückte oftmals unter
Bezug auf Martin Heidegger das Verhältnis von Sein und Sprache in den Blickpunkt. Die dabei entwickelten
Konzepte werden unter den Begriffen Poststrukturalismus, Postmoderne und Dekonstruktion diskutiert. Bei
einer gleichzeitig starken Rezeption in den Literaturwissenschaften, der Architektur oder der Kunst haben
diese Ansätze auch wesentliche Impulse für die Sprachphilosophie gegeben und den Begriff der Bedeutung
kritisch hinterfragt.

Postmodernes Denken bei Lyotard

Jean-François Lyotard betonte, dass Sprache als Zeichen sich nur auf andere Zeichen bezieht. Die
nichtsprachliche Wirklichkeit als Singularität wird durch Sprache als Zeichen nur unvollkommen
repräsentiert. Die Zeichen der Sprache bilden selbst die Grenze des Ausdrückbaren. Was jenseits der Grenze
liegt, bleibt entfernt und vage. Wichtig im Diskurs ist nicht nur das Ausgesagte, sondern auch das nicht
Ausgedrückte, das durch Schweigen oder Lücken in der Sprachfähigkeit entsteht. Treffen zwei
Auffassungen aufeinander, entsteht ein Widerstreit wie vor Gericht. Kläger und Beklagter stellen je ihre
Sicht der Dinge auf eine Weise dar, in der die Perspektive des Anderen nicht zum Ausdruck kommt. Anders
als vor Gericht, wo eine immer limitierte Entscheidung getroffen wird, ist die Meinungsverschiedenheit (Le
différand) nicht lösbar. Das Ganze ist nicht aus der Sicht des Einen darstellbar. Der Einzelne bewegt sich in
einer Vielzahl von Kontexten und nicht auflösbaren Konflikten.

Lyotard zitiert Wittgenstein: „unsere sprache kann man ansehen als eine alte stadt: ein gewinkel von
gässchen und plätzen, alten und neuen häusern mit zubauten aus verschiedenen zeiten; und dies umgeben
von einer neuen menge neuer vororte mit geraden und regelmäßigen straßen und einförmigen häusern.“[58]

Das angemessene Konzept des Umgangs mit Sprache ist für Lyotard Wittgensteins Auffassung der
Sprachspiele. Nicht mehr die großen Erzählungen des Christentums, der Aufklärung oder des Fortschritts
der Wissenschaften, aber auch nicht der Marxismus sind in der Postmoderne maßgeblich, sondern – auch
begünstigt durch die modernen Medien – das narrative, dezentrale Wissen. Im Unterschied zu Wittgenstein
bildete Lyotard Klassen von Sprachspielen und unterschied in Anlehnung an Searle denotative und
performative Sprachspiele. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass Sprachspiele in verschiedenen
Institutionen verschiedene Bedeutung haben:

„Hat das experimentelle Spiel der Sprache (Poesie) seinen Platz an der Universität? Kann
man im Ministerrat Geschichten erzählen? In einer Kaserne Ansprüche stellen?“[59]

Derridas Konzept der Dekonstruktion

Für Jacques Derrida gibt es keine feste Einheit von Wort und Sinn. Bedeutung ist unhintergehbar
sprachgebunden. Sie entsteht aber nicht durch Identität von Signifikat und Signifikant wie in den
Repräsentationstheorien oder durch eine stabile Differenz zweier Zeichen wie im Strukturalismus. Jeder
Signifikant ist für Derrida ein Nachfolger eines anderen Signifikanten in einem niemals abgeschlossenen
Zeichenprozess. Daher kann man die Bedeutung eines Textes nicht vollständig fixieren. Ein Text kann
immer noch erweitert werden. Er ist daher immer ein abgebrochener Vorgang und deshalb immer vage. Es
gibt keine statische Systemhaftigkeit der Sprache. Bedeutung und Wahrheit erscheinen daher niemals
endgültig.

Um dieser Einsicht Rechnung zu tragen, entwickelte Derrida das Konzept der Dekonstruktion (eine
Wortkombination aus Konstruktion und Destruktion), mit dem er vor allem philosophische Texte (unter
anderem Platon, Rousseau, Kant, Hegel, Nietzsche, Peirce, Husserl, Heidegger, Austin, Levinas) nach
Bedeutungen untersuchte, die sich im normalen Wege nicht erschließen. Er wollte insbesondere zeigen, dass
Texte phänomenologisch und hermeneutisch nicht vollständig erfassbar sind. Ziel ist es, auch Schichten
bloßzulegen, die dem Autor eines Textes nicht bewusst waren. Es sollen Voraussetzungen und Implikationen
erkennbar gemacht werden, die in einer konformen Interpretation ausgeblendet sind. Wie Heidegger wollte
Derrida die Vorstellung vom „Sein als Anwesenheit“ in Frage stellen. Sein Projekt war eine Kritik der
„Metaphysik der Präsenz“.

In der „Grammatologie“ kehrte Derrida die übliche Sichtweise auf das Verhältnis von Schrift und Sprache
um und erklärte die Schrift zum führenden Paradigma. „Wir werden zu zeigen versuchen, dass es kein
sprachliches Zeichen gibt, das der Schrift vorherginge.“[60] Bedeutung konstituiert sich losgelöst von der
gesprochenen Sprache und damit unabhängig vom Logos und vom Subjekt. Zwischen Sprache und Schrift
besteht eine nicht überschreitbare Differenz, die der Schrift eine genauso primäre Funktion gibt wie der
Rede. Der Laut (das Phonem) und das Schriftzeichen (das Graphem) stehen nebeneinander. Gestaltbildend
für die Schrift sind:[61]
Abwesenheit: Beim Schreiben ist der Empfänger des Textes nicht zugegen wie üblicherweise
beim Lesen der Autor nicht anwesend ist. Beim Lesen gehen Kontext, Erfahrung und Intention
des Autors möglicherweise vollständig verloren. Die Zeichen der Schrift verselbständigen sich:
„Es gehört zum Zeichen, schlechterdings lesbar zu sein, selbst wenn der Augenblick seiner
Produktion unwiederbringlich verloren ist.“
Iterabilität: Schrift als Code muss wiederholbar sein, sonst ist es keine Schrift. Jede
Wiederholung beinhaltet aber auch eine Andersheit, eine Iteration. Der Text als solcher ist wie
ein Type, wohingegen die konkrete Lesesituation mit einem Token vergleichbar ist.
Kontextwechsel: Durch die Dauerhaftigkeit der Schriftzeichen geraten sie in immer neue
Kontexte, so dass sie einem fortlaufenden Bedeutungswandel unterliegen.
Verräumlichung: Die räumliche und zeitliche Distanz zwischen Schreiber und Empfänger führt
zu einer „Differänz“ (differance), einer Verschiebung in der Bedeutung, die eine Abweichung zu
der Intention des Autors beinhaltet.

Die Instrumente, die Derrida – ohne systematischen Aufbau – zur Dekonstruktion verwendete, sind Begriffe
wie „Différance“ (statt: différence) als Verschiebung und Kennzeichnung von Andersartigkeit, „Spur“ als
Hinweis auf die Unauflöslichkeit von (unendlichen) zeitlichen Bezügen, die Anzeige des Abwesenden im
Anwesenden, „Dissemination“ als Kraft zur Zersetzung der Opposition dichotomischer Begriffspaare
(Körper/Geist, Subjekt/Objekt, Natur/Kultur, Sprache/Schrift, Wesen/Erscheinung) oder „Supplement“ als
das Verhältnis der Überordnung zweier Begriffe, wie beispielsweise die Schrift seit Platon (siehe: Phaidros)
als aus der Rede abgeleitet gilt. Diese Instrumente dienen dazu, den europäischen „Phonozentrismus“, der
einen „logoszentrierten“ Begriff der Vernunft erzeugt, zu destruieren. Denn die Bedeutung eines Textes ist
unabschließbar bis hin zur Zersetzung im Laufe der Zeit. Ein Metastandpunkt, der selbst immer sprachlich
ist, ist immer zirkulär. Jede Wiederholung im Lesen hat einen anderen Kontext und erzeugt so
immerwährend eine neue Bedeutung.

Literatur
Philosophiebibliographie: Bedeutung – Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema

Einführungen

Johannes Bergerhausen, Siri Poarangan: decodeunicode: Die Schriftzeichen der Welt


Hermann Schmidt, Mainz, 2011, ISBN 978-3874398138.
Christoph Demmerling/Thomas Blume: Grundprobleme der analytischen Sprachphilosophie.
Schöningh/UTB, Paderborn 1998, ISBN 3-8252-2052-4.
Sybille Krämer: Sprache, Sprechakt, Kommunikation. Sprachtheoretische Positionen des 20.
Jahrhunderts. Suhrkamp, 3. Aufl. Frankfurt 2006, ISBN 978-3-518-29121-4. (enthält Darstellungen
zur Postmoderne und Dekonstruktion)
Peter Prechtl: Sprachphilosophie. Metzler, 1998, ISBN 3-476-01644-7.
Helmut Rehbock: Bedeutung. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon
Sprache. Metzler Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5, S. 87–89. (Überblick)
Ernst Tugendhat: Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie.
Suhrkamp, 6. Aufl. Frankfurt 1994, ISBN 3-518-27645-X. (Für Fortgeschrittene)

Primärliteratur

John Langshaw Austin: Zur Theorie der Sprechakte, Reclam, 2. Aufl. Stuttgart 2002, ISBN 3-
15-009396-1
Robert Brandom: Expressive Vernunft: Begründung, Repräsentation und diskursive
Festlegung, Suhrkamp, Frankfurt 2000, ISBN 3-518-58360-3
Tyler Burge: Referenz und Eigennamen, in: Ursula Wolf (Hrsg.): Eigennamen.Dokumentation
einer Kontroverse, Suhrkamp, Frankfurt 1985, 252–273 (1973)
Rudolf Carnap: Bedeutung und Notwendigkeit, Springer, Wien 1972 (1947), ISBN 3-211-
81020-X
Donald Davidson: Wahrheit und Bedeutung, in: Wahrheit und Interpretation, Suhrkamp, 2.
Aufl. Frankfurt 1994, ISBN 3-518-28496-7
Jacques Derrida: Die différance, hrsg.: von Peter Engelmann, Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-
15-018338-3
Keith Donnellan: Referenz und Kennzeichnungen, in: Ursula Wolf (Hrsg.):
Eigennamen.Dokumentation einer Kontroverse, Suhrkamp, Frankfurt 1985, 179–207 (1966)
Michael Dummett: Was ist eine Bedeutungstheorie?, in: Wahrheit. Fünf philosophische
Aufsätze, Reclam, Stuttgart 1982 (1975), ISBN 3-15-007840-7, S. 94–155.
Gottlob Frege: Funktion, Begriff, Bedeutung, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1994 (1962)
Jürgen Habermas: Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns,
Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1984 (Insbesondere die Aufsätze „Wahrheit“ und
„Universalpragmatik“)
Andreas Kemmerling: Bedeutung und Sprachverhalten, in: Probleme der sprachlichen
Bedeutung, Hrsg. Eike von Savigny, Scriptor, Kronberg 1976, 73–100
Saul A. Kripke: Name und Notwendigkeit, Suhrkamp, 2. Aufl. Frankfurt 2005, ISBN 978-3-518-
28656-2
David K. Lewis: Konventionen. Eine sprachphilosophische Abhandlung, de Gruyter, Berlin
1975, ISBN 3-11-004608-3
Jean-François Lyotard: Das postmoderne Wissen, hrsg.: von Peter Engelmann, Passagen
Verlag, 5. Aufl. Wien 2006, ISBN 3-85165-683-0
Georg Meggle (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Frankfurt a. M.: Suhrkamp,
1993. (Aufsatzsammlung zur philosophischen Diskussion des Bedeutungsbegriffs.)
Hilary Putnam: Die Bedeutung von „Bedeutung“, Herausgegeben und übersetzt von Wolfgang
Spohn, Klostermann, 3., ergänzte Auflage 2004 (1975), ISBN 978-3-465-03231-1
Willard Van Orman Quine: Wort und Gegenstand, Reclam, Stuttgart 1980, ISBN 3-15-009987-
0
Bertrand Russell: Kennzeichen, in: Wolfgang Stegmüller (Hrsg.):Das Universalienproblem.
Darmstadt 1978, 21–40 (1905)
Eike von Savigny: Zum Begriff der Sprache. Konvention, Bedeutung, Zeichen, Reclam,
Stuttgart 1983, ISBN 3-15-007997-7
John R. Searle: Ausdruck und Bedeutung, Suhrkamp, Frankfurt 1998 (1979), ISBN 3-518-
27949-1
John R. Searle: Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay, Suhrkamp, Frankfurt 2003
(1970), ISBN 3-518-06740-0
Peter Strawson: Über Referenz, in: Ursula Wolf (Hrsg.): Eigennamen.Dokumentation einer
Kontroverse, Suhrkamp, Frankfurt 1985, 94–126

Weblinks
Primärtexte

Gottlob Frege: Über Sinn und Bedeutung (http://www.gavagai.de/HHP31.htm)


Bertrand Russell: On Denoting (http://cscs.umich.edu/~crshalizi/Russell/denoting/) (englisch)

Sekundärliteratur
Michael Esfeld: Normativität der Bedeutung und normative Wissenschaftsphilosophie (http://w
ww.unil.ch/webdav/site/philo/shared/DocsPerso/EsfeldMichael/2005/Gesang05.pdf) (PDF;
156 kB)
Michael Esfeld: Argumente für eine pragmatische Theorie der Bedeutung (http://www.unil.ch/w
ebdav/site/philo/shared/DocsPerso/EsfeldMichael/2002/AGPD9-02.pdf) (PDF; 152 kB)
Christian Gottschall: Freges Bedeutungstheorie (https://www.erpelstolz.at/~chris/skriptum/node
66.html)
Victoria Eicker: Über Bedeutung, Diss. Berlin 2005. urn:nbn:de:kobv:188-2005002353 (http://n
bn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:188-2005002353)
Gordon Gillespie: Dummett und die „Krankheit, erklären zu wollen“, Diss. Berlin 2002.
urn:nbn:de:kobv:188-2002002235 (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:188-2002002235)
Stefan Alexander Hohenadel: Internalistische Bedeutungstheorien, Magisterarbeit, Konstanz
1999 (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-opus-12133) (PDF)
Leif Frenzel: Bescheidene Bedeutungstheorie – John McDowells Kritik an Michael Dummett
und sein Verhältnis zur analytischen Sprachphilosophie (http://leiffrenzel.de/papers/mcdowell.p
df) (PDF; 158 kB)
Stevan Harnad: Symbol Grounding Problem (http://scholarpedia.org/article/Symbol_Grounding
_Problem). In: Scholarpedia. (englisch, inkl. Literaturangaben) Wie sind (ggf. funktionalistisch
verarbeitete) Symbole mit ihren Referenten wirklich verbunden, nicht nur gegründet in einer durch einen Turing Test
nicht unterscheidbaren Verwendungskompetenz?
Jeff Speaks: Theories of Meaning. (http://plato.stanford.edu/entries/meaning/) In: Edward N.
Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.

Einzelnachweise
1. zum Beispiel in der Summa Logica von Wilhelm von Ockham
2. dt. „Intendieren, Meinen, Bedeuten“ in Meggle 1979
3. „Adversos Mathematicos“ VIII,1, zitiert nach Franz von Kutschera, Sprachphilosophie, 2. Aufl.
München 1975, 45
4. John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Drittes Buch, 2.2.
5. Thomas Sent: Der Mensch ist schwarz oder der schwarze Mensch. Kants Urteils- und
Begriffslehre im Disput, in: Hans Werner Ingensiep, Heike Baranzke, Anne Eusterschulte: Kant
Reader, Königshausen & Neumann, Würzburg 2004, 55-77, hier 69, mit Verweis auf: Gottlob
Jäsche: Immanuel Kants Logik. Ein Handbuch zu Vorlesungen (Kurz: Jäsche-Logik),
Akademieausgabe AA IX, 1-150, 91
6. Immanuel Kant: Vorlesung über Metaphysik, Mitschrift Volck, AA XXVIII 369
7. Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft AA III, 75– B 75
8. Stephan Otto: Die Wiederholung und die Bilder: Zur Philosophie des Erinnerungsbewußtseins,
Meiner, Hamburg 2009, 84
9. Ludwig Jäger: Das schreibende Bewusstsein. Transkriptivität und Hypotypose in Kants
„Andeutungen zur Sprache“, in: Elisabeth Birk, Jan Georg Schneider (Hrsg.): Philosophie der
Schrift, de Gruyter, Berlin 2009, 97-122, 110
10. Ludwig Jäger: Das schreibende Bewusstsein. Transkriptivität und Hypotypose in Kants
„Andeutungen zur Sprache“, in: Elisabeth Birk, Jan Georg Schneider (Hrsg.): Philosophie der
Schrift, de Gruyter, Berlin 2009, 97-122, 99
11. Vgl. zur folgenden Darstellung etwa Prechtl, Sprachphilosophie, oder Demmerling/Blume,
Grundprobleme der analytischen Sprachphilosophie sowie Stefan Alexander Hohenadel,
Internalistische Bedeutungstheorien (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-opus-12133)
12. Gottlob Frege: Die Grundlagen der Arithmetik. Breslau 1884, Neudruck Stuttgart 1987, 23; dort
ohne römische Ziffern in einem Absatz
13. Frege, Über Sinn und Bedeutung, 41
14. Genau genommen ist die Bedeutung eines Prädikats der Begriff und nicht der Begriffsumfang.
Extension bezeichnet aber den Begriffsumfang. Vgl. Keller, Zeichentheorie, 48
15. Frege, Über Sinn und Bedeutung, 44
16. Vgl. Erkenntnis durch Bekanntschaft und Erkenntnis durch Beschreibung, in Die Philosophie
des logischen Atomismus, München 1976, 66–82, hier 73.
17. How To Make Our Ideas Clear („Popular Science Monthly“ 12/1878, 286 – 302 = CP 5.388 –
410)
18. Wittgenstein, Das Blaue Buch, 15, zitiert nach Blume/Demmerling, 109
19. Postum 1962 erschienen als Austin: „How to do things with words“, dt.: Zur Theorie der
Sprechakte.
20. Austin: Zur Theorie der Sprechakte, 158.
21. Austin: Zur Theorie der Sprechakte, 93.
22. Searle: Sprechakte, 83
23. Searle: Sprechakte, 88
24. Searle: Sprechakte, 68
25. Habermas, Was heißt Universalpragmatik?, in: Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des
kommunikativen Handelns, Frankfurt a. M. 1984, 432
26. Vgl. Foundations of the Theory of Signs (1938) (deutsch: Grundlagen der Zeichentheorie,
Frankfurt 1972, 20ff.)
27. Morris: Grundlagen der Zeichentheorie, 93
28. Morris: Grundlagen der Zeichentheorie, 60
29. Morris: Grundlagen der Zeichentheorie, 55
30. Quine: Zwei Dogmen des Empirismus, in: Von einem logischen Standpunkt, Frankfurt 1979,
42
31. Quine: Zwei Dogmen des Empirismus, 45
32. Hilary Putnam: Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp, Frankfurt 1990, 67/68
33. David Lewis: Convention, Cambridge/MA 1969
34. Vgl. Lewis, Konventionen, 71
35. Davidson:Communication and Convention, in: Inquiries into Truth and Interpretation, Oxford
1984, 265–280, hier 276.
36. vgl. zusätzlich zur angegebenen Literatur Doris Gerber: Bedeutung als Brücke zwischen
Wahrheit und Verstehen, Mentis, Paderborn 2005, Christoph Demmerling: Sinn, Bedeutung,
Verstehen, Mentis, Paderborn 2002, sowie Leif Frenzel: Bescheidene Bedeutungstheorie (http
s://web.archive.org/web/20070101220041/http://leiffrenzel.de/papers/mcdowell.pdf) (Memento
des Originals (https://giftbot.toolforge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fleiffrenzel.de%2Fpa
pers%2Fmcdowell.pdf) vom 1. Januar 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde
automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne
dann diesen Hinweis. (PDF; 162 kB)
37. Alfred Tarski: Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik, in:
Gunnar Skribbek (Hrsg.): Suhrkamp, Frankfurt 1977, 140–188, hier 143
38. Sybille Krämer: Sprache, Sprechakt, Kommunikation, Suhrkamp, Frankfurt 2001, S. 180, mit
dem Verweis auf Karsten Stüben: Donald Davidsons Theorie sprachlichen Verstehens,
Athenäum, Frankfurt 1993, 48
39. Donald Davidson: Wahrheit und Bedeutung, in: Wahrheit und Interpretation, Suhrkamp, 2. Aufl.
Frankfurt 1994, 47–48
40. Ian Hacking: Why Does Language Matter to Philosophy?, Cambridge/Mass. 1976, 140–141,
zitiert nach Christoph Demmerling: Sinn, Bedeutung, Verstehen, mentis, Paderborn 2002, 29
41. Thomas Blume/Christoph Demmerling: Grundprobleme der analytischen Sprachphilosophie,
Schöningh, Paderborn 1998, 205, mit Verweis auf Donald Davidson: Wahrheit und Bedeutung,
in: Wahrheit und Interpretation, Suhrkamp, 2. Aufl. Frankfurt 1994, 52
42. Albrecht Wellmer: Sprachphilosophie, Suhrkamp, Frankfurt 2004, 158
43. Vgl. Davidson: Externalisierte Erkenntnistheorie, in: subjektiv, intersubjektiv, objektiv,
Suhrkamp, Frankfurt 2004, 321–338
44. Davidson: Eine hübsche Unordnung von Epitaphen, in: Die Wahrheit der Interpretation.
Beiträge zur Philosophie Donald Davidsons, hrsg. von Eva Picardi und Joachim Schulte,
Suhrkamp, Frankfurt 1990, 203–228, hier 227, zitiert nach Sybille Krämer: Sprache,
Sprechakt, Kommunikation. Sprachtheoretische Positionen des 20. Jahrhunderts, Suhrkamp,
Frankfurt 2006
45. Dummett, Wahrheit, 97
46. Dummett, Wahrheit, 129
47. Dummett. The Social Character of Meaning, in: Truth and other Enigmas, Cambridge/MA
1978, 420–430, hier 429; zitiert nach Glüer, 26
48. Vgl. hierzu zusätzlich Kathrin Glüer: Sprache und Regeln, Akademie, Berlin 1999.
49. Kripke, Name und Notwendigkeit, 107
50. David Kaplan: Demonstratives, in: Almog,J., Perry,J., Wettstein,H. (Hrsg.): Themes from
Kaplan, Oxford 1989, 481–563
51. Putnam, Die Bedeutung von Bedeutung, 39
52. Vgl. Hohenadel: Internalistische Bedeutungstheorien, 109–112 (http://nbn-resolving.de/urn:nb
n:de:bsz:352-opus-12133)
53. Brandom: Expressive Vernunft, S. 256
54. Brandom: Expressive Vernunft, S. 152
55. Brandom: Expressive Vernunft, S. 272 ff.
56. Brandom: Expressive Vernunft, S. 443 ff.
57. Brandom: Expressive Vernunft, S. 153
58. PU § 18 = Lyotard, Das Postmoderne Wissen, Passagen, Wien 1994, 119
59. Lyotard, Das Postmoderne Wissen, 61, Anm. 2
60. Derrida, Grammatologie, Frankfurt, Suhrkamp 1974, 29
61. Vgl. Derrida, Signatur Ereignis Kontext, in: Limited Inc., Wien 2001, abgedruckt in Peter
Engelmann: Jacques Derrida. Ausgewählte Texte, Stuttgart 2004, 68–109

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