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Bachelor Bauingenieurwesen BT 1

Baustofflehre I

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur


Leipzig,
p g Fakultät Bauwesen
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Lehrgebiet
g Baustofflehre

HTWK Smd
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 2

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 3

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
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Lehrinhalte (2)
• Vorlesung (Baustofflehre – Bauchemie)
• Seminar
• Praktikum
• Belege (Gesteinskörnungen; Beton)
• Prüfungen (nach dem 1. und 2. Semester )

 Anforderungen ( Zulassung zur Prüfung!)

 Die ausgegebenen Lehrunterlagen sind nur für den


Gebrauch während der Ausbildung an der HTWK Leipzig
b ti
bestimmtt ! Zur
Z Erarbeitung
E b it wurde
d die
di auff den
d Folien
F li 4
und 5 angegebene Literatur verwendet.

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Lehrinhalte (3) – Literatur (1)

• Skripten
• Praktikumanleitungen
• Fragenkomplexe

• Literatur: (Zur Erarbeitung der Vorlesung verwendet !)


[1] Scholz; Hiese: Baustoffkenntnis; Werner Verlag 2007
[2] Ettel:
Ett l Baustoffe
B t ff – gestern
t unddhheute;
t BBauwerkkVVerlag
l
GmbH, Berlin 2006
[3] Hegger u.a.:
u a : Baustoff Atlas; Birkhäuser – Verlag für
Architektur Basel – Boston – Berlin; Edition Detail München
[[4]] Leydecker:
y Nanomaterialien; Birkhäuser – Verlagg für
Architektur Basel – Boston – Berlin 2008

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Lehrinhalte (4) – Literatur (2)

[5] Nachtigall: Bau-Bionik, Springer – Verlag Berlin 2003


[6] Oksanovic: Der unsichtbare Konflikt; VEB Verlag für
Bauwesen Berlin, 1985
[7] Stark; Wicht: Der Baustoff als Werkstoff - Zement und Kalk;
Birkhäuser 2000
[8] Stark; Wicht: Der Baustoff als Werkstoff – Dauerhaftigkeit
von Beton; Birkhäuser 2001
[9] Röbert
Röb t u.a.: Systematische
S t ti h Baustofflehre,
B t ffl h B Bandd1
1:
Grundlagen; VEB Verlag für Bauwesen
[10] Schulze,
Schulze Tischer
Tischer, Ettel: Ber Baustoff Beton
Beton, Band 2; VEB
Verlag für Bauwesen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 7

Lehrinhalte (4) – Literatur (3)

[11] Zement-Taschenbauch; VDZ; Verlag Bau + Technik


Düsseldorf; 51. Ausgabe 2008;
[12] Beton-Kalender (erscheint jährlich); Ernst&Sohn Berlin
[13] Röhling; Eifert; Kaden: Betonbau – Planung und
Ausführung, Verlag für Bauwesen Berlin 2000
[14] Deplazes u.a.: Architektur Konstruieren – vom Rohmaterial
zum Bauwerk; Birkhäuser Basel Boston Berlin 2008
[15] Benedix:
B di BBauchemie,
h i ViVieweg + TTeubner,
b Wi
Wiesbaden
b d 2008
[16] Wagenbreth; Steiner: Geografische Streifzüge, Verlag für
Bauwesen Berlin
Berlin, 1987

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 8

Geschichtliches (1)

• 5000v.u.Z. Naturstein, Holz, Lehm als Baustoff


• 4000v.u.Z. glasierte Ziegel in Ägypten
• 3000v.u.Z. Kalk zur Herstellung von Bindemitteln in Ägypten
• 2000v.u.Z. Eisen- und Bronzeklammern zur Verbindung von
Naturstein in Griechenland
• 2000v.u.Z. Glas und Glasuren in Ägypten
• 580v.u.Z. farbig glasierte Ziegel in Babylon (Ischtartor)
• 500v.u.Z. Ziegel in Rom
• 300v.u.Z. Römer verwenden kleine Glasplatten für Fenster

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 9

Geschichtliches (2)
• 0 Römer brennen Kalk in Schachtöfen
• 80 Beginn des Betonbaus in Rom
• 600 Kalk
Kalk-Luftmörtel
Luftmörtel
• 1000 Dachziegel (später Mönch und Nonne)
• 1196 erste Glashütte in Thüringen
g
• 1200 erste Sakralfenster in Mitteleuropa
• 1200 Backsteingotik in Norddeutschland
• 1708 Porzellan in Meißen (Böttger)
• 1756 Smeaton  mergeliger Kalk in England gebrannt
• 1800 Aufschwung der Stahlproduktion und der Walztechnik
• 1824 Aspdin  Patent zur Zementherstellung, „Portlandzement“
• 1844 Johnson  gesinterter Portlandzement (Portlandzementklinker)
• 1848 Frankreich  erster Dppel-T-Träger gewalzt

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 10

Geschichtliches (3)
• 1850 keramische Feuerfeststeine, Erfindung des
Tunnelofens
• 1867 Siemens
Si  erste regenerativ
i bbeheizbare
h i b
Glasschmelze
• 1880 Michaelis  Patent zur Herstellung von
Kalksandsteinen
• 1892 Hennibique  Plattenbalken aus Eisenbeton
• 1906 Backerland  Beginn der Kunstharzindustrie
• 1912 Hüttenbims
• 1930 Aluminiumlegierungen
• 1960...
1960 Faserverbunde...
Faserverbunde
• ....UHPC, SVB, ....

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 11

0. Einführung (1)

• Begriff / Baustoffwissenschaft
• Bedeutung der Baustoffe für das Bauwerk
• Nutzungsdauer – Gebrauchstauglichkeit – Dauerhaftigkeit
• Baustoffe – Herkunft – Region
• B
Baustoffauswahl
ff hl - Baustoffeinsatz
B ff i

• Aktuell  theoretischer E-Schein (!!!!!!!!)


• Würfelwettbewerb (!!!!!!!!)
• Betonbootregatta (!!!!!!!!)
• Praktikum Studienarbeiten (Bachelor
Praktikum, (Bachelor, Master ... Dr
Dr.-Ing
Ing. ...))

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 12

Theoretischer E-Schein
Antragstellung im Juni 2009
Beim Ausbildungsbeirat „Beton“ des Deutschen Beton- und
Bautechnik-Vereines e.V.
seit Juli 2009
Anerkennung der Fakultät Bauwesen als Ausbildungsstätte
für die theoretische erweiterte betontechnologische
Ausbildung

 Erlangung „theoretischer“ E-Schein !!!!!!!! (nach DIN 1045)


durch erfolgreiche Teilnahme an Vorlesung (fakultativ)
„AK Baustofftechnik“ (Prof. Dr. Schmidt) (3. + 4. Semester)
 Aushang neben Raum G 203
 Informationen: www.betonverein.de

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 13

Würfelwettbewerb der Studenten

• seit vielen Jahren....


• zu Beginn
g  Ziel: „Würfel höchster Festigkeit“
g
• 1. Platz: 200 €; 2. Platz: 150 €; 3. Platz: 100 €;
4. – 10. Platz: Fachbücher

2010
• Zielfestigkeit: 35 N/mm²
• Zielwert / Rohdichte: 2,4 kg/dm³ (Würfel, lufttrocken)
• Würfel;
Wü f l 15 cm K Kantenlänge
t lä
• Bindemittel: Zement
Teilnahmemeldung bis 9 9.11.2010;
11 2010;
Wettbewerb: 9.12.2010, ab 17.00 Uhr

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 14

Würfelwettbewerb 2008

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 15

Exkursion  Zementwerk Deuna (1)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 16

Exkursion  Zementwerk Deuna (2)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 17

Exkursion  Zementwerk Deuna (3)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 18

13. Deutsche Betonkanu-Regatta 24. u. 25.6.2011 in


Magdeburg, Salbker See II

• Ausschreibung
 www.betonkanu-regatta.de
www betonkanu-regatta de

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 19

0. Einführung (2)

Baustoffauswahl - Baustoffeinsatz
• „Moderne“ , „Innovative“ Baustoffe  Nanotechnologie
• Energieeffizienz
• Nachhaltigkeit

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 20

Begriff / Baustoffwissenschaft (1)

• Umfassende und solide Baustoffkenntnisse sind


unerlässlich für die Lösungg aller Bauaufgaben.
g
• Wo sie fehlen, kann es zu Bauschäden und zur
Einschränkung der Nutzung, sowie zur Verringerung der
Nutzungszeit der Bauwerke kommen.

• Erfassung der Eigenschaften verschiedener Bau- und


Werkstoffe als Voraussetzung zur Planung und Bemessung
von Baukonstruktionen.
B k t kti
 zugesicherte Eigenschaften sind Vertragsgrundlagen
 Werkvertrag;
W k t Liefervertrag
Li f t

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 21

Begriff / Baustoffwissenschaft (2)

• Beschreibung der Mikro- und Makrostruktur der Bau- und


Werkstoffe
• Erläuterung der Zusammenhänge zwischen Struktur und
Eigenschaften
f
• Abschätzung der Eigenschaften und ihrer Grenzen bei
b k
bekannter
t Struktur
St kt
• Optimale Auswahl der Bau- und Werkstoffe für
bestimmte Anwendungen
• Weiterentwicklung der Bau- und Werkstoffe und deren
verfahrenstechnische Anwendung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 22

Bedeutung der Baustoffe für das Bauwerk

• Abgrenzung des Raumes (Sicherung der Nutzung über eine


geforderte Zeit zu vernünftigen Kosten) durch Baustoff
• Wechselseitige Auseinandersetzung zwischen
Umgebung und Nutzung ( ( Dauerhaftigkeit)
f ) mit dem
Baustoff
• Ertüchtigung,
E tü hti Wartung,
W t Instandhaltung
I t dh lt undd
Instandsetzung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 23

Nutzungsdauer – Gebrauchstauglichkeit – Dauerhaftigkeit

• Bauherr  Nutzungskonzept (Ziel  Gewinn)


• Baukosten – Baustoffkosten  Optimierung
• Nutzungskonzept  Nutzungszeit
• Sicherung der Gebrauchstauglichkeit über gewünschte
Nutzungszeit bei optimalen Aufwand
• Dauerhaftigkeit

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 24

Beispiel: Dauerhaftigkeit von Beton, Stahl- und Spannbeton

Einwirkungen Widerstände
Dauerhaftigkeit
Nutzung (Aufgabe) gegen Karbonatisierung
Belastungen
Nutzungszeit  Alkalität, Passivität
Grenzwerte
hinzunehmende
Häufigkeit
Eigenschaftsänderungen gegen Chloride
Einwirkungszeit
Tragfähigkeit gegen Frost-
Frost und
Umgebung
U b
Gebrauchstauglichkeit Taumittelangriff
Herstellung
Instandhaltung, Wartung
Standort gegen chemischer
h i h A Angriff
iff
Gestaltung Angriffsgrad ( AKR)
Klima
Konstruktion
Bauweise gegen mechanischen
Geometrie Verschleiß
Betondeckung, Rissbreite

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 25

Baustoffe – Herkunft – Region

• „Bauen heißt transportieren !“


• Baustoffe werden i.d.R. regional gewonnen und verwendet.
• Baustoffe prägen die Bauweisen der Region.
• Baustoffe bestimmen regional die Tradition des Bauens.
• „Straße der Romanik“
• „Backsteingotik“
• „Umgebindehäuser“
g
• „Fachwerkarchitektur“
• ...

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 26

Norddeutschland

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 27

Natursteinmauerwerk - Mitteldeutschland

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 28

Naturstein

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 29

Ziegelmauerwerk - Norddeutschland

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 30

Ziegelmauerwerk - Norddeutschland

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 31

Mitteldeutschland - Umgebinde

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 32

Mitteldeutschland - Fachwerk

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 33

Salzburg - Konglomerat

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 34

„Parkhöhlenkonglomerat“ im Park an der Ilm in Weimar

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 35

Alpen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 36

„Wachsende“ Bauwerke bzw. bauliche Anlagen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 37

Lagerungsformen der Gesteine  Baustoffe

Magmatite: 1 Batholith; 2 Lakkolith; 3 Intrusivlager; 4 Gänge; 5 Vulkanschlot; 6 Vulkankegel; Deckenerguss


Sedimente: 8 terrestrisch-fluviatil: Flussablagerungen in einem Tal; 9 terrestrisch-äolisch: Dünenbildung
durch Wind; 10 marin: Meeressedimente;
Metamorphite (schraffiert):11 kristalliner Schiefer (senkrecht schraffiert); 12 u
u. 13 Kontaktgesteine
(schräg schraffiert); 12 Plutonitkontakt; 13 Vulkanitkontakt; 14 Tuffe: schichtförmig an Vulkan

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 38

Baustoffauswahl - Baustoffeinsatz

1. Definition von Konstruktionsart und


Umgebungsbedingungen (statisches SystemSystem, Geometrie
Geometrie,
Umweltbedingungen, Belastungen, geografische Lage...)
2 Ableitung der Anforderungen an den Baustoff (Festigkeit
2. (Festigkeit,
Steifigkeit, Gewicht, Formbarkeit, Alterung, Widerstand,...)
3. Vergleich
g der Anforderungen
g mit Baustoffeigenschaften
g ((
Baustoffkenngrößen)
4. Auswahl der Baustoffe mit optimaler Übereinstimmung (
Kosten für Herstellung – Nutzungsdauer – Dauerhaftigkeit –
Kosten für Erhaltung)
 Optimierung auf der Basis eines Variantenvergleichs

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 39

Beispiel: Stahlbeton  Expositionsklassen im Hochbau

Binnenland
Bi
Binnenland
l d Meeresnähe

XF1
XF3 XC1 XC4
XC4
XC4 XF2
XS1 XC4
XD1 XF4
XD3
XC4, XF3 XM2

XC3,
XC3 XC4, XF4,
XC2
Süßwasser XD1 XS3, XA2
Solebad
X0 XC2
Meerwasser
XC2,, XD2
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 40

Beispiele für Baustoffanwendungen – Städtischer Tiefbau

Geschäftshaus

Tiefgarage
Regenwassersammler

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 41

Beispiele für Baustoffanwendungen – Kabel, Rohrleitungen


1 Kupfertelefonkabel
2 Glasfaserkabel mit Kunststoff
3 Stromkabel
4 Stahlrohre (Wasser)
5 Gusseisenrohre (Wasser)
6 Keramikrohre (Abwasser)
7 Betonrohre (Abwasser)
8 Kanäle aus Ziegeln (Abwasser)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 42

Beispiele für Baustoffanwendungen

Kaianlagen

Pumpwerke
Regenwassersammler

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 43

„Moderne“ , „Innovative“ Baustoffe  z.B. Nanotechnologie [4]


Tragkonstruktion; Verstärkung
• Faserverbunde (Kohlenstoff-Fasern; Glasfasern)
• Selbstreinigend  Lotos-Effekt
• Selbstreinigend  Photokatalyse Fassade; Keramik
• Leicht zu reinigen  Easy-to-clean (ETC)
( C)
• Wärmedämmend  Vakuum-Isolations-Paneele (VIPs)
• Wä
Wärmedämmend
dä d  Aerogel
A l
• Temperaturregulierend  Phase Change Material (PCM)
• UV Schutz
UV-Schutz F
Fassade;
d Dämmstoffe
Dä t ff
• feuerbeständig
• antigraffiti
• antibakteriell, antireflex

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 44

Nanotechnologie [4]

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 45

Nanotechnologie [4]

transparent trotz
50 % Feststoffanteil

Sand abnehmende Partikelgröße


Nanopartikel

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 46

Nanotechnologie – Lotos-Effekt [4]

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 47

Nanotechnologie – Lotoseffekt [4]

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 48

Hydrophobierung der Betonoberfläche

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 49

Energieeffizienz  Öko-Bilanz

• Gesamtenergieaufwand für Herstellung und Einbau

• Wärmedämmung
• Wärmeleitfähigkeit
• Temperaturleitfähigkeit
• Wä
Wärmekapazität
k ität
• Wärmespeichervermögen
• R fl kti
Reflektionsvermögen
ö

Wichtige
Wi hti PParameter:
t Z Zusammensetzung,
t Gefüge,
G fü Porosität,
P ität
Feuchtegehalt, Temperatur

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 50

Wärmedämmung – VIPs [4]

Vakuum-Isolations-Paneele (VIPs)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 51

Nachhaltigkeit

• Umweltschonende Herstellung und Gewinnung der


Baustoffe
• Umweltschonende Anwendung der Baustoffe ( Energie)
• Herstellung – Bau – Rückbau – Wiederverwendung
• Instandhaltung
• Instandsetzung
• „Kreisläufe“

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 52

Branntkalktreiben in Mauerziegeln

Kalktreiben

Treiben - Schrumpfen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 53

Branntkalktreiben in Mauerziegeln

K lk ib
Kalktreiben

Treiben - Schrumpfen
p

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 54

Frostschäden an Ziegelmauerwerk

Feuchtegehalt

Frostwiderstand

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 55

Setzungen im Fachwerk  Abdrücken keramischer Wandplatten

Verformung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 56

Frost- und Korrosionsschäden an Stahlbeton in Kühlbetrieb

Betondeckung

Bewehrungskorrosion

Frostwiderstand

Expositionsklasse

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 57

Schäden durch ungenügende Betondeckung

Betondeckung
g

Expositionsklasse
p

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 58

„Rostabsprengung“ an Sandsteinmauerwerk

K
Korrosion
i

Korrosionsschutz

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 59

Überbelastung an Natursteinauflager

Festigkeit - Spannung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 60

Bruch an überbelasteten Holzbalken

Festigkeit - Spannung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 61

„Selbstzerstörung“ starr eingespannter Glasbausteine

Verformung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 62

„Abrutschen“ an aufgeklebter Bitumendachpappe durch zu


hohe Dachneigung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 63

Ablösen keramischer Platten durch Schwinden des Untergrundes

Schwinden - Quellen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 64

Verformungen und Trockenrisse in einer Holzkonstruktion

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 65

Schwindriss in einer Betonfahrbahn


S h i d - Quellen
Schwinden Q ll

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 66

Gefüge

• Als Gefüge wird die Ausbildung der Form und die


Anordnung der Gefügeelemente eines Stoffes in dessen
Volumen bezeichnet.
• Baustoffgefüge  Art des Baustoffes;  Art der
Verfestigung  Verständnis der Baustoffeigenschaften
• Gefügeelemente: Feststoffteilchen (Körner; Körper), Poren
und
dHHohlräume
hl ä (Lü
(Lücken;
k K
Kavernen; Bl
Blasen),
) GGrenzflächen
flä h
(Fugen; Korngrenzen; Klüfte)
• Koordinatensystem
• Phasensysteme  Zustandsformen der Stoffe (fest, flüssig,
gasförmig) in Abhängigkeit von Temperatur
Temperatur, Druck und
Konzentration

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 67

Räumliche Darstellung eines Gefüges


Materielle Gefügeelemente:

k Körner;; t Körper,
p , Teile

Nichtmaterielle, sichtbare Gefügeelemente:

c Poren;
d Lücken, Kavernen;
e Blasen;

f Grenzflächen;

f1 zwischen
i h Kö Körpern u. T
Teilen,
il
f2 Schichtfläche (vorwiegend bei
Natursteinen),
f3 Klüfte,
Klüfte Kluftflächen
(nur bei Natursteinen)
Koordinatensystem: a, b, c – Bezugsachsen für Gefügeanisotropie

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 68

Zustandsdiagramm eines Einkomponentensystems

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 69

Zustandsdiagramm Eisen – Eisenkarbid 1 δ-Eisenmischkristalle und


(Eisen-Kohlenstoff-Diagramm) Schmelze
2 δ-Eisenmischkristalle
δ Eisenmischkristalle
3 γ- und δ-Eisenmischkristalle
4 γ-Eisenmischkristalle
(Austenit)
5 γ-Eisenmischkristalle und
Schmelze
6 Primärzementit und Schmelze
7 γ-Eisenmischkristalle,
Sekundärzementit und Ledeburit
8 γγ-Eisenmischkristalle
Eisenmischkristalle und
Sekundärzementit
9 γ-Eisenmischkristalle

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 70

Gefüge – PUR-Schaum (PUR  Polyurethan)

geschlossener Porenraum

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 71

Gefüge - Zementbeton

gefügedicht

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 72

Gefüge - Gassilikatbeton

porig

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 73

Holz - Gefüge

Rinde

Bast Splintholz

Kernholz

Markröhre
Kiefer – (Quer- und Hirnschnitt)
Jahresringbildung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 74

Holz - Gefüge

Radialschnitt mit Tangential-


Tangential und Sehnenschnitt

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 75

Holz - Gefüge

weitlumiges
il i F
Frühholz
ühh l

 Leitungsgewebe
englumiges Spätholz

 Festigungsgewebe

Kiefer - Rasterelekronenmikroskopie

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 76

Gefüge - Schaumglas

Alkali-Erdalkali-Silikatglas mit geschlossenen Porenraum


Rohdichte: 140 ± 20 kg / m³

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 77

Gefüge – Zementstein (Bruchfläche)

Mikrorisse

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 78

Gefüge – dichter Silikatbeton

C-S-H-Phasen

Quarzsand

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 79

Gefüge – Stahl (unlegierter Stahl)

ferritische Phase

perlitische Phase

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 80

Gefüge – Naturstein (Granit)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 81

Gefüge – Stahl (wabenartiger Bruch)

starke plastische Verformung vor dem Bruch

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 82

Gefüge - Quarzporphyr

F ld
Feldspat
t

Quarzeinsprenglinge

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 83

Gefüge – Quarzsandstein (klastisches Sediment)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 84

Gefüge – Keramik (ungebrannte keramische Masse)

plattenförmig
l tt fö i  Tonmineral
T i l

Hartbestandteile  grobkörnig

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 85

Gefüge – Glas (Borosilikatglas)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 86

Gefüge – Keramik (Anschliff Mauerklinker)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 87

Gefüge – Keramik (Hartporzellan  Mullit)

nadeliger Mullit

schuppiger Mullit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 88

Verfestigungsarten ( Bauchemie)

Bildung von Festkörpern:


• Chemische Verfestigung (Gipsbinder; Baukalk;
Magnesiabinder; Zement, Kunststoffe)
• Mechanische Verfestigung (Grenzflächenkräfte;
Deformation von Kristallstrukturen; textilartige Strukturen)
• Thermische Verfestigung (Sinterung; Kristallisation)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 89

Kraftwirkungen zwischen Atomen und Ionen

E: Elastizitätsmodul
r0: Abstand der Atome
∆r0: Abstandsänderung

Maßgebend
ß für
f z.B.
Festigkeit
Elastizität
Wärmedehnung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 90

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 91

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 92

Begriff / Kenngrößen

• Begriffliches Verständigungsmittel  wird mit Messvorschrift


bzw. Prüfvorschrift definiert ( Reproduzierbarkeit;
Vergleichbarkeit)  z.B. DIN EN ....; DIN....; ISO...
• Funktionen beschreiben
• Eigenschaften beschreiben

• Intension  Einheit: N (Newton); W (Watt)


• Extension  Umfang, Maßzahl, Kennwert

Beispiel: 10 N / mm² bzw. „frostbeständig“ ( Erfüllung


eines Kriterium /Grenzwertes)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 93

Arten der Baustoffprüfung – nach Zerstörungsgrad


• den Prüfling zerstörende Prüfung:
Festigkeitsprüfungen (Druckfestigkeit, Zugfestigkeit…)
chemische Prüfungen (Beständigkeit…)

• zerstörungsfreie Prüfverfahren
Ultraschallprüfmethoden
Impact-Echo-Prüfung
Durchstrahlung (Röntgen, Gammastrahlen)
Mikrowellenprüfverfahren
Messen  Vergleichen mit einem Normal !
Prüfen  Messen von Kennwerten, Vergleich
mit genormten SOLL-Werten
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 94

Arten der Baustoffprüfungen – nach Art der Eigenschaften

• Mechanische Prüfverfahren (Festigkeitsprüfungen, Verformung)

• Physikalische Prüfverfahren (Massekenngrößen, elektrische K.)

• Metallographische Prüfverfahren (Gefüge der Metalle)

• Chemische Prüfverfahren (chemische Zusammensetzung)

• Technologische Prüfverfahren (nutzerbezogene Kenngrößen)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 95

Arten der Baustoffprüfungen – nach der Dauer der Prüfung

• Schnellprüfungen (Prüfergebnisse sofort verfügbar)


Zeitrafferuntersuchungen

• Kurzzeitprüfungen (Prüfergebnisse liegen nach kurzer Zeit


vor)

• Langzeitprüfungen (Prüfergebnisse liegen nach Monaten


oder Jahren vor)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 96

Arten der Prüfungen – zeitliche Zuordnung im Herstellprozess

• Erstprüfung (Nachweis der Konformität)


• Eignungsprüfung
g g p g
• Güte- bzw. Konformitätsprüfung, Identitätsprüfung
• Erhärtungsprüfung
• Kontrollprüfung

 Überwachung auf der Baustelle


 Pflicht zur Dokumentation
 Abrechnung der Leistung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 97

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 98

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen

Geometrische Kenngrößen  Volumen


• Länge, Breite, Höhe bzw. Dicke
• Durchmesser
• Unregelmäßige Formen  Verdrängung von definierter
Flüssigkeit (Pyknometer)

• Reindichte
• Rohdichte
• Schüttdichte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 99

Längenmessung - Schiebelehre

N i
Nonius

Noniuseinstellung: 0,6

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 100

Längenmessung - Feinmessuhr

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 101

Längenmessung - Setzdehnungsmesser

Messhebel:
H2 / H1 = 10

Feinmessuhr: 1/100 mm

Messanzeige für l = 1/1000 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 102

Setz-Dehnungsmesser

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 103

Volumenmessung - Pyknometer

Messung der Dichte von Flüssigkeiten


und p
pulverförmigen
g Stoffen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 104

Volumenmessung - Kolbenpyknometer
Messung der Dichte von Flüssigkeiten
und körnigen
g Stoffen

1 körniger Stoff
2 Flüssigkeit (z.B. Wasser)
3 Metallbrücke mit Nadel
4 Pipette

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 105

Volumenmessung - Topfpyknometer
1 Zementlauge
2 Messgefäß
3 umhüllte
mhüllte Betonscholle
4 Rührer
5 Gitterkelle
6 Feinmessschraube
7 Halterung
s = (VP / V) 100 %

s = (HP / HS) 100 %

Messung der Betondichte und des Frischbetonporengehaltes

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 106

Prüfverfahren Festbeton
Volumen:
Dichte (DIN EN 12390-6)
12390 6)
Wasserverdrängung
Istmaße
angegebene Maße

F
Feuchtezustand:
ht t d

wie angeliefert
wassergesättigt
ofentrocken

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 107

Prüfverfahren Festbeton

• Dichte (DIN EN 12390-7)


12390 7)
– Beschreibung der Bestimmung ausführlicher als in DIN 1048-5
– Unterscheidung nach unterschiedlichen Feuchtegehalten
• wassergesättigt
• bis zur Massekonstanz getrocknet
• „wie angeliefert“

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 108

Prüfverfahren Festbeton

• Dichte
Di ht (DIN EN 12390
12390-7)
7)
– 3 Verfahren zur Bestimmung des Volumens
• Bestimmung durch Wasserverdrängung als Referenzverfahren
• Berechnung aus den gemessenen Maßen
• Berechnung aus angegebenen Maßen von kalibrierten Formen

BT 2009 / S. 164

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 109

Dichte (auch: Reindichte)

• Reindichte: Masse eines Stoffes bezogen auf sein


porenfreies Volumen

m
ᵨ = ___
V
porenfreies Volumen  Aufmahlen des Feststoffes
Masse  i.d.R. nach Trocknung bis zur Massekonstanz bei 105 °C
• Zement: 2 2,90
90 … 3
3,20
20 kg/dm³
• Kalkhydrat: 2,20 … 2,30 kg/dm³
• Granit: 2
2,62
62 … 22,85
85 kg/dm³
• Stahl: 7,80 … 7,90 kg/dm³

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 110

Rohdichte

• Masse eines Stoffes je Volumeneinheit, einschließlich der


vorhandenen Poren

• Granit: 2,60 … 2,65 kg/dm³


• Normalbeton: 2,00 … 2,80 kg/dm³
• Kalksandstein: 1,60 … 1,90 kg/dm³
• Mauerziegel: 1,80 … 2,20 kg/dm³
• Porenbeton: 0,40 … 0,80 kg/dm³
• Holz: 0,10 … 1,30 kg/dm³

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 111

Abhängigkeit der Rohdichte vom Wassergehalt

Verdichtungsverhalten von Erdbaustoffen


 ff
Wopt = optimaler Wassergehalt  max. Rohdichte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 112

Schüttdichte
• Masse eines Schüttstoffes je Volumeneinheit Schüttvolumen
• Die Schüttdichte wird durch Kornform, Korngrößenverteilung
und Feuchtigkeit des Schüttgutes beeinflusst. Von Einfluss
ist auch der Schüttvorgang.

Kies: 1,40 … 1,80 kg/dm³


Sand: 1,50 … 1,70 kg/dm³
Gips: 1
1,50
50 … 1
1,60
60 kg/dm³
Zement: 1,20 … 1,40 kg/dm³

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 113

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 114

1.2 Porositätskenngrößen

• Gesamtporosität
• offene Porosität
• Geschlossene
Porosität
• Porengrößen-
verteilung
t il

 Gefüge

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 115

Beispiel: Gesamtporenraum von Beton

• Rohdichte des Betons: ᵨ R=2200 kg/m³

• Reindichte des Betons


Betons: ᵨ =2650
2650 kg/m³

2650 - 2200
VP = • 100 % = 17 %
2650
• Gesamtporenraum, Frischbeton: 0,5 … 6,0 %
• Gesamtporenraum, Festbeton: 10 … 25 %
• dichter Naturstein: < 0,5 %

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 116

Porenarten im Beton

• Mikrogelporen < 1 nm
• Gelporen 1 nm … 10 nm
• Kapillarporen 10 nm … 100 µm
• Luftporen 1 µm … 1 mm

• (Größe des Wassermoleküls: 0,3 nm)

•  Tafel / Berechnungsgleichungen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 117

Prüfverfahren für Frischbeton

BT 2009 / S. 158 ff

Norm
Probenahme von Frischbeton DIN EN 12350-1
Setzmaß (Slump Test) DIN EN 12350-2
Setzzeit (Vebe‘-Verfahren) DIN EN 12350-3
Verdichtungsmaß DIN EN 12350-4
Ausbreitmaß DIN EN 12350-5
Frischbetonrohdichte DIN EN 12350-6
Luftgehalt
g DIN EN 12350-7

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 118

Porositätsmessung – Luftgehaltsprüfer für Frischbeton

1 Messtopf
2 Befestigungsschrauben
3DDeckel
k l
4 Wasserzufuhr
5 Druckluftzufuhr
6 Manometer
7 Wasserstandrohr

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 119

Porositätsmessung – Luftgehaltsprüfer (Druckausgleich)

1 Manometer (in Vol.-%)


2 Luftpumpe
3 Ventil
4 Entlüftungshahn
5 Wasser (aufgefüllt)
6 Frischbeton (porenfrei)
7 Frischbetonporen

BT 2009 / S. 161

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 120

Korrekturfaktor der Gesteinskörnung

Der Luftgehalt der geprüften Probe ergibt sich aus:


LP tats. = LP abgel. - G

LP abgel.
b l : scheinbarer
h i b L
Luftgehalt
ft h lt (Abl
(Ablesewert)
t)
G: Korrekturfaktor der Gesteinskörnung, unter
Berücksichtigung der Wasseraufnahme unter Druck

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 121

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 122

1.3 Feuchtekenngrößen

• Wasseraufnahme
• Feuchtegehalt
• Gleichgewichtsfeuchte
• Sättigungsfeuchte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 123

Wasseraufnahme
 Wasseraufnahmefähigkeit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 124

Feuchtegehalt

Der Feuchtegehalt FG eines Stoffes ist die Differenz zwischen


der Masse des lufttrockenen (feuchten) Stoffes und der
Masse des bis zur Massenkonstanz getrockneten Stoffes
bezogen auf die Masse des getrockneten Stoffes
Stoffes.

FG

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 125

Gleichgewichtsfeuchte

Die Gleichgewichtsfeuchte ist der Feuchtegehalt, der sich in


einem porösen Baustoff in Abhängigkeit von der Temperatur
und der relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft einstellt.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 126

Gleichgewichtsfeuchte einiger Baustoffe bei 20 °C in Vol.-%

Baustoff 60 % rel. Feuchte 90 % rel. Feuchte 100 % rel. Feuchte


Mauerziegel 0,2 … 1,0 0,2 … 1,0 0,6 … 4,0
zement- und 0,6 … 9,0 1,0 … 12 2,0 … 13
kalkgeb.
g Steine
Normalbeton 1,2 … 1,6 1,7 … 2,0 3,0 … 4,0
Leichtbeton 1,0 … 5,5 2,0 … 8,0
Porenbeton 18…2
1,8 2,0
0 30…5
3,0 5,0
0
Holz 3,5 … 11 6,5 … 20 12 … 35
organ. Dämmstoff 1,0 … 17 2,0 … 28 9,0 … 55

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 127

Sättigungsfeuchte (SF)

Die Sättigungsfeuchte bei Atmosphärendruck ist der Feuchtegehalt,


der sich in einem Stoff bei maximaler Füllung des offenen
Porensystems einstellt.

(Sättigungswert i.d.R. bei 150 bar)

 Gesamtdurchfeuchtungsgrad DFGges = FG / SF • 100 %


FG aktueller
FG: kt ll tatsächlicher
t t ä hli h F
Feuchtigkeitsgehalt
hti k it h lt

 Hygroskopischer
H k i h D Durchfeuchtungsgrad
hf ht d DFGhygr = FH / SF • 100 %
FH: hygrische Gleichgewichtsfeuchte ( Klimaschrank)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 128

Feuchtegehalt des Betonuntergrundes

• Klassifizierung nach „nass“, „feucht“ und „trocken“


• Prüfung durch Erwärmung der Oberfläche
• Quantitative Bestimmung durch Darren oder mittels elektronischer
Geräte

• Quantitative Bestimmung mittels CM-Gerät:

- Zermörsern der Bruchstücke


- Absieben,
Absieben Einwiegen und Einfüllen
- Zugeben der Stahlkugeln und Calciumcarbid-
Ampullen
- Ablesen der Druck und Umrechnung mittels
Tabellenwerk

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 129

Messung der Feuchteverteilung an Bauteilen mit


Mikrowellentechnik (zerstörungsfrei)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 130

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 131

Beispiel: Holzfeuchte = f (Temperatur; rel. Luftfeuchte) (1)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 132

Beispiel: Holzfeuchte = f (Temperatur; rel. Luftfeuchte) (2)

Einbaufeuchte: 9 %
Schwinden infolge Heizung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 133

Beispiel: Holzfeuchte = f (Temperatur; rel. Luftfeuchte) (3)

Quellen infolge Feuchteaufnahme

Einbaufeuchte: 9 %

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 134

Beispiel – Holzfeuchte - Parkett

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 135

Zustandsdiagramm feuchter Luft

Abkühlung feuchter Luft

Kondensation

Taupunkttemperatur

Nebelgebiet

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 136

Überprüfung der klimatischen Randbedingungen

Thermohygrograph

Beispiel Betoninstandsetzung:
• Luft- und Bauteiltemperatur > 8°C
• L ftfe chtigkeit
Luftfeuchtigkeit < 75 % (85%)
• Bauteiltemperatur > Taupunkt + 3 K
• Bauteilfeuchte < 4 % (CM)
• max. Klebertemperatur 30 °C
• min. Klebertemperatur 15 °C
(vor dem Mischen)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 137

Taupunkttabelle
Luft- Taupunkttemperaturen in °C bei einer relativen Luftfeuchte von
tempe-
ratur
t Angabe, bei welchen
Angabe
45% 50% 55% 60% 65% 70% 75% 80% 85% 90% 95%
[°C]
2 -7,77 -6,56 -5,43 -4,40 -3,16 -2,48 -1,77 -0,98 -0,26 0,47 1,20
Oberflächentemperaturen Kondensat
4
6
-6,11
-4,49
-4,88
-3,07
-3,69
-2,10
-2,61
-1,05
-1,79
-0,08
-0,88
0,85
-0,09
1,86
0,78
2,72
1,62
3,62
2,44
4,48
3,20
5,38 auftritt, in Abhängigkeit von der
8
10
-2,69
-1,26
1 26
-1,61
0 02
0,02
-0,44
1 31
1,31
0,67
2 53
2,53
1,80
3 74
3,74
2,83
4 79
4,79
3,82
5 82
5,82
4,77
6 79
6,79
5,66
7 65
7,65
6,48
8 45
8,45
7,32
9 31
9,31 Lufttemperatur und der relativen
Luftfeuchtigkeit
12 0,35 1,84 3,19 4,46 5,63 6,74 7,75 8,69 9,60 10,48 11,33
14 2,20 3,76 5,10 6,40 7,58 8,67 9,70 10,71 11,64 12,55 13,36
15 3,12 4,65 6,07 7,36 8,52 9,63 10,70 11,69 12,62 13,52 14,42
16 4 07
4,07 5 59
5,59 6 98
6,98 8 29
8,29 9 47
9,47 10 61
10,61 11 68
11,68 12 66
12,66 13 63
13,63 14 58
14,58 15 54
15,54
17 5,00 6,48 7,92 9,18 10,39 11,48 12,54 13,57 15,50 15,36 16,19
18
19
5,90
6,80
7,43
8,33
8,83
9,75
10,12
11,09
11,33
12,26
12,44
13,37
13,48
14,49
14,56
15,47
15,41
16,40
16,31
17,37
17,25
18,22
Beispiel:
20 7,73 9,30 10,72 12,00 13,22 14,40 15,48 16,46 17,44 18,36 19,18
Lufttemperatur 20 °C
21 8,60 10,22 11,59 12,92 14,21 15,36 16,40 17,44 18,41 19,27 20,19
22
23
9,54
10,44
11,16
12,02
12,52
13,47
13,89
14,87
15,19
16,04
16,27
17,29
17,41
18,37
18,42
19,37
19,39
20,37
20,28
21,34
21,22
22,23 relative Luftfeuchtigkeit 70 %
24 11,34 12,93 14,44 15,73 17,06 18,21 19,22 20,33 21,37 22,32 23,18
25 12,20 13,83 15,37 16,69 17,99 19,11 20,24 21,35 22,27 23,30 24,44
Kondensat auf nichtsaugenden
26 13,15 14,84 16,26 17,67 18,90 20,09 21,69 22,32 23,32 24,31 25,16 Oberflächen mit Oberflächen-
27 14,08 15,68 17,24 18,57 19,83 21,11 22,23 23,31 24,32 25,22 26,10
28 14,96 16,61 18,14 19,38 20,86 22,07 23,18 24,28 25,25 26,20 27,18 temperaturen unter 14,4 °C
29 15,85 17,58 19,04 20,48 21,83 22,97 24,20 25,23 26,21 27,26 28,18
30 16,79 18,44 19,96 21,44 23,71 23,94 25,11 26,10 27,21 28,19 29,09

32 18,62 20,28 21,90 23,26 24,65 25,79 27,08 28,24 29,23 30,16 31,17
34 20,42 22,19 23,77 25,19 26,54 27,85 28,94 30,09 31,19 23,13 33,11
36 22,23 24,08 25,50 27,00 28,41 29,65 30,88 31,97 33,05 34,23 35,06
38 23,97 25,74 27,44 28,87 30,31 31,62 32,78 33,96 35,01 36,05 37,03
40 25,79 27,66 29,22 30,81 32,16 33,48 34,69 35,86 36,98 38,05 39,11

45
50
30,29
34,76
32,17
36,63
33,86
38,46
35,38
40,09
36,85
41,58
38,24
42,99
39,54
44,33
40,74
45,55
41,87
46,75
42,97
47,90
44,03
48,98 Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 138

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 139

Gasdruckmessung – U-Rohr-Manometer

1 Gasbehälter
2 Sperrflüssigkeit
p Gasdruck
H Druckanzeige

Absolutdruck: p = H + B

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 140

Kraftmessung - Kraftmessbügel

Elastische Zusammendrückung des Stahlbügels


Ist der Kraft p
proportional
p !

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 141

Definition der Festigkeitskenngrößen nach Art der


Beanspruchung

Spannung - Festigkeit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 142

Abhängigkeit vom Spannungszustand

1 achsig
1-achsig

2-achsig

3-achsig

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 143

Materialverhalten – linear-elastisch

Hook`sches Gesetz

Spannung ~ Dehnung
σ ~ ε

σ = F/A0 ε = ∆l /l0
σ = E• ε

E = tan α

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 144

Materialverhalten – nicht-linear-elastisch

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 145

Materialverhalten – nicht-linear-elastisch

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 146

Materialverhalten - elastisch - plastisch

irreversibel (plastisch)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 147

Materialverhalten - elastisch - plastisch

irreversibel (plastisch)
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 148

Zugspannung – linear-elastischer Werkstoff

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 149

Zugspannung – elastisch-plastischer Werkstoff

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 150

Elastizität

• Eigenschaft eines Werkstoffes, nach einer Belastung auf


seine Ausgangsform zurückzukehren, d.h. die Verformung
ist reversibel.

BT 2009 / S. 142

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 151

Plastizität

• Eigenschaft eines Werkstoffes, auch nach der Entlastung die


Form beizubehalten, die ihm durch die Wirkung der äußeren
Kraft aufgezwungen wurde, d.h. die Verformungen sind
bleibend irreversibel
bleibend-irreversibel.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 152

Sprödigkeit

3500

• Ein Werkstoff wird als spröde 3000


bezeichnet, wenn bei einer Niedermodulige Lamelle

Belastung der Bruch plötzlich 2500


Hochmodulige

m²]
eintritt und nicht durch große

ung in [N/mm
L
Lamelle
ll
2000
Verformungen unmittelbar vor
dem Bruch angekündigt wird. 1500

Spannu
zulässige rechnerische
Bruchdehnung: 0,85 %

1000
Stahl

500

0
0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 1,2 1,4 1,6 1,8 2

Dehnung in [%]

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 153

Zähigkeit (Duktilität)

• Ein Werkstoff ist zäh (duktil), wenn vor dem Bruch große
plastische Verformungen auftreten.
• Parameter: Zusammensetzung; Bindungsart; Struktur;
Porosität; Temperatur

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 154

Kriechen - Relaxation

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 155

Kriechen - Relaxation

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 156

Kriechen - Relaxation

• Kriechen: Anstieg der Verformung mit der Zeit bei


konstanter Spannung

• Relaxation: Abfall der Spannung mit der Zeit bei konstanter


Länge

• abhängig von: Werkstoffstruktur; Belastungsdauer;


S
Spannung; T
Temperatur
t

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 157

1.4 Festigkeitskenngrößen

• Zugfestigkeit
• Druckfestigkeit
• Biegezugfestigkeit
• Spaltzugfestigkeit
• Verbundfestigkeit
g
• Oberflächenzugfestigkeit
• Dauerschwingfestigkeit
g g

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 158

Festigkeit (allgemein)

• Unter Festigkeit versteht man das Verhältnis der maximal


vom Werkstoff aufgenommenen Kraft bezogen auf die
belastete Werkstoffquerschnittsfläche vor der Belastung
(Ausgangsquerschnitt).
(Ausgangsquerschnitt)

• Ri
Risse entstehen,
t t h wenn di
die vorhandene
h d S
Spannung di
die
Festigkeit des Werkstoffes überschreitet.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 159

Zugversuch

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 160

Zugversuch

1 Stahl (gehärtet)
2 Stahl (weich)
3 Gusseisen
4 Kupfer (weich)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 161

Prüfverfahren für Festbeton

Norm
Anforderung an Probe- DIN EN 12390-1
ö pe und
körper u d Formen
o e
Herstellung u. Lagerung DIN EN 12390-2
von Probekörpern
p
Druckfestigkeit von DIN EN 12390-3
p
Probekörpern
Anforderungen an DIN EN 12390-4
p
Druckprüfmaschinen
BT 2009 / S. 161 ff

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 162

Prüfverfahren Festbeton - Probekörper (DIN EN 12390-1)

Nennmaße
benannte Maße dmin= 3,5 GK
kalibrierte Formen

d
d

2 d
d

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 163

Verdichtung der Proben

Stocherstab Stampfer
Stahl: Ø 16 mm Querschnitt: ca
ca. 25 mm x 25 mm
Länge: ca. 600 mm Länge: ca. 380 mm

Pro Schicht sind mindestens 25 Stöße auszuführen. Nach dem Verdichten


jeder Schicht ist mit dem Schlägel leicht an die Seitenwände des Behälters
zu klopfen.
Art und Anzahl der Stöße im Prüfbericht festhalten.

BT 2009 / S
S. 161

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 164

Verdichtung der Proben

Rütteltisch Innenrüttler

Mindestfrequenz: 40 Hz Mindestfrequenz: 120 Hz

Rütteln bis keine großen Blasen mehr an der Oberfläche erscheinen und
die Oberfläche relativ glatt und eben ist.
Art und Dauer in Sekunden im Prüfbericht festhalten.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 165

Prüfverfahren Festbeton

Herstellung
H t ll und
dLLagerung von P
Probekörpern
b kö fü
für
Festigkeitsprüfungen (DIN EN 12390-2)
– PK sind
i d iin mindestens
i d t 2S
Schichten
hi ht zu verdichten
di ht
– Druckfestigkeitsanforderungen in DIN 1045-1 und DIN 1045-2 beziehen
sich auf Probekörper
Probekörper, die bis zur Prüfung im Wasser gelagert werden

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 166

Prüfkörperlagerung

Nasslagerung Trockenlagerung

Lagerung in (16 – 72) h (24  2) h


der Form (20  5) °C (15 – 22) °C

Nasslagerung bis zum Prüftermin 6 Tage


nach dem Ent- (20  2) °C
formen
Trockenlagerung bis zum Prüftermin
(15 – 22) °C

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 167

Prüfverfahren Festbeton

BT 2009 / S. 162

Herstellung und Lagerung von Probekörpern für


Festigkeitsprüfungen (DIN EN 12390-2)
– in Deutschland kann weiterhin die in DIN 1048-5 beschriebene
„Trockenlagerung“ angewendet werden, dabei ist ein Umrech-nungsfaktor
von
0,92 (bis C50/60) bzw. 0,95 (ab C55/67) zu berücksichtigen

fc,cube = 0,92 x fc,dry bzw. fc,cube = 0,95 x fc,dry

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 168

Prüfverfahren für Festbeton

Norm
Biegezugfestigkeit von DIN EN 12390-5
Probekörpern
Spaltzugfestigkeit von DIN EN 12390-6
Probekörpern
Dichte von Festbeton DIN EN 12390-7

Wassereindringtiefe DIN EN 12390-8


unter Druck

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 169

Prüfverfahren Festbeton

BT 2009 / S. 162
Druckfestigkeit (DIN EN 12390-3)
– ist die erforderliche Ebenheit des PK nicht g
gegeben,
g , so g
gibt es neben
dem Abschleifen 3 unterschiedliche Abgleichverfahren
– Laststeigerung: 0,2 - 1,0 N/mm² je sec.
– ein ungewöhnliches Bruchbild ist im Prüfbericht unter Angabe des Typs
zu notieren

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 170

Kritische Verformungen und Bruchzustände (Prisma, Würfel)

c) Zugbelastung am Prisma

d) Druckbelastung Prisma

e) Druckbelastung mit behinderter


Querverformung
f)) Druckbelastung
g bei möglicher
g
Querverformung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 171

Festigkeitsprüfung – Druck-Zug-Prüfmaschine

1 Öldruck
2 zur Kraftanzeige
3 Prüfkörper /Prisma; Zylinder
(Druckversuch)
4 Prüfkörper /Balken
(Biegeversuch)
5 Prüfkörper /Zugstab
(Zugversuch)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 172

Festigkeitsprüfung – Pendelmanometer (schematisch)

Die Pressenkraft ist dem Druck proportional !

F2 ~ p

M · g · a1 = F2 · a2

F2 = M · g · a1 / a2

F2 = p · A1

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 173

Kritische Verformungen und Bruchzustände (Stahlbetonbalken)

Rissbildung in der Zugzone

εbZ,kr: kritische Dehnung

 Trennbruch

Bruchstauchung in der Druckzone

εbd,kr: kritische Stauchung

 Druckkeile

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 174

Elastische und plastische Verformung

EO: Elastizitätsmodul
ET: Tangentenmodul

εel: elastische Dehnung


εpl: plastische Dehnung
εges: Gesamtdehnung

Beton  BT 2009 / S. 142

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 175

Zeitabhängigkeit der Kriechverformung

εel: elastische Verformung


εkr,t, : Kriechverformung

φt: Kriechzahl

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 176

Prüfverfahren Festbeton

• Wassereindringtiefe
g ((DIN EN 12390-8))
– keine Änderung bei Geräten und Prüfbedingungen
– als g
größte Wassereindringtiefe
g wird nicht mehr der Mittelwert der
Maximalwerte von 3 Prüfungen, sondern lediglich der Maximalwert von
einer Prüfung betrachtet
– Verlauf der Wassereindringung ist auf dem Probekörper zu kennzeichnen

BT 2009 / S. 164

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 177

Prüfverfahren Festbeton
Wassereindringtiefe
(DIN EN 12390-8)

Geräte und Prüfbedingungen


bleiben (auch Würfel prüfbar)
Verlauf des Wassereindringens
kennzeichnen
g
Ergebnis ist Maximalwert
einer Prüfung Wassereindringwiderstand

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 178

Wassereindringung nach Karsten

• Aufbringen einer Wassersäule von


100 mm (entspricht Windruck bei
Orkanstärke) zur Simulation einer
Schlagregenbeanspruchung
• Bei Absinken des Wasserspiegels
Auffüllen des Röhrchens
• Ablesung der eingedrungenen
Wassermenge je Zeiteinheit und
Umrechnung in Wassereindring-
koeffizienten

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 179

Betonprüfung am Bauwerk

BT 2009 / S. 167
Norm
Bohrkernentnahme u. DIN EN 12504-1
-prüfung
Bestimmung g der DIN EN 12504-2
12504 2
Rückprallzahl
Bestimmung der DIN EN 12504
12504-3
3
Ausziehkraft
Bestimmung der Ultra
Ultra- DIN EN 12504
12504-4
4
schallgeschwindigkeit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 180

Prüfung von Beton in Bauwerken


Bohrkernproben (DIN EN 12504-1)

Anwendungsbereich: Entnahme
Untersuchung
Prüfung
Keine Anleitung zur Auswahl der Prüffläche!

Regelungen zu Gestalt, Bohren, Bewehrung identisch,


Kennzeichnungg mit Angabe
g der Lage;
g ;
Lagerungsbedingungen: angeben (nicht vorgeschrieben)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 181

Bestimmung der Betongüte

• Prüfung mit Rückprallhammer nach DIN


1048 Teil 2(alt)
( )
Mindestens 9 Schlagstellen a 200 cm²
mit jjeweils 10 Messstellen
Ablesung der Skalenteile Umwandlung in
Druckfestigkeiten mittels Tabelle

 DIN EN 13791

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 182

Bestimmung der Betongüte

• Bohrkernentnahme und Prüfung der


Druckfestigkeit
3 BK  Ø 100 mm bzw. 6 BK Ø 50 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 183

Bewertung der Druckfestigkeit von Bauwerksbeton

Die Druckfestigkeit eines luftgelagerten Bohrkerns mit dem


Nenndurchmesser 100 mm darf der Druckfestigkeit eines
wassergelagerten Würfels mit 150 mm Kantenlänge
gleichgesetzt werden
werden.

Die A
Di Anzahlhl d
der aus d
dem B
Bauwerk k zu entnehmenden
t h d B Bohrkerne
hk
mit einem Durchmesser von 100 mm richtet sich
nach
BT 2009 / S
S. 168

 DIN EN 12504 und DIN EN 13791

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 184

Statistische Auswertung von Prüfergebnissen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 185

Prüfverfahren mit erhöhten Anforderungen

Gerät Prüfung Ergebnis

Betondeckungsmeß- Ortung Lage und Durchmesser


gerät Betondeckung der Bewehrung

Rückprallhammer Rückprallprüfung der Druckfestigkeit des Betons


nach Schmidt Oberfläche

Haftzugprüfgerät
gp g Oberflächenzugfestigkeit
g g Haftzugfestigkeit
g g von
Schichten
auf Beton
K f
Kupfersulfatelektrode
lf t l kt d P t ti l
Potentialmessungen Feststellen
F t t ll von Korrosion
K i
an der Bewehrung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 186

Rissaufnahme

Verputztes Mauerwerk p
Bodenplatte
Riss mit Gipsmarke

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 187

Erfassung von Rissen / Hohlräumen

• Erfassen der Rissmerkmale:

- Rissart
Ri t (oberflächennah
( b flä h h oder
d T Trennriss)
i )
- Rissverlauf
- Rissbreite
- Rissbreitenänderung
- Zustand der Risse / Rissflanken
- Vorangegangene Maßnahmen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 188

Kameravorsatz zum Messen der Rissbreite

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 189

Optische Dokumentation der Rissbreite

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 190

Potentiometrische – Wegtaster Typ 68712 - 10

Rissbreitenänderung

Meßbereiche: 0...10 mm
Linearität: bis 0,1 % v.E.
Lebensdauer: 108 Bewegungen
Auflösung: 0,01 mm
www.burster.de

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 191

Datenlogger

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 192

Messung der Betondeckung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 193

Betondeckung  FERROSCAN von HILTI

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 194

Schichtdickenmessung auf Stahluntergrund

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 195

Prüfverfahren mit erhöhten Anforderungen

G ät
Gerät P üf
Prüfung E b i
Ergebnis

Messuhren,, ind. Verformungen


g Quantitative Bestimmung
g
Wegaufnehmer Bewegung der Bewegung von Fugen
DMS und Rissen
Bohrgeräte Entnahme von Bohrkernen Druckfestigkeit, E-Modul
Bohrmehlentnahme Chloridprofil, WU

Permeabilitätsmessgerät Gasdurchlässigkeit Durchlässigkeit


oberflächennaher
Schichten
Andere: CM – Gerät, Feuchtigkeitsgehalt Wassergehalt
Gitterschnitt Beschichtungen Haftung
Indikatorenflüss. Bruchflächen KT

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 196

Prüfverfahren mit erhöhten Anforderungen

G ät
Gerät P üf
Prüfung E b i
Ergebnis

Messuhren,, ind. Verformungen


g Quantitative Bestimmung
g
Wegaufnehmer Bewegung der Bewegung von Fugen
DMS und Rissen
Bohrgeräte Entnahme von Bohrkernen Druckfestigkeit, E-Modul
Bohrmehlentnahme Chloridprofil, WU

Permeabilitätsmessgerät Gasdurchlässigkeit Durchlässigkeit


oberflächennaher
Schichten
Andere: CM – Gerät, Feuchtigkeitsgehalt Wassergehalt
Gitterschnitt Beschichtungen Haftung
Indikatorenflüss. Bruchflächen KT

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 197

Karbonatisierungstiefe

• Einsprühen einer frischen Bruchfläche


mit Phenolphthalein
 Beton mit pH-Wert  10 färbt sich violett

• Messen des unverfärbten Bereiches


ergibt die Dicke der karbonatisierten
Betonschicht

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 198

Endoskopie

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 199

Impuls-Echo-Verfahren

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 200

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 201

Kombination von Verfahren

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 202

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 203

1.5 Formänderungskenngrößen

• Dehnung und Stauchung


• Gleitung und Schiebung
• Elastische Verformung
• Plastische Verformung
• Schwinden und Quellen
• Kriechen
• Relaxation
• Elastizitätsmodul

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 204

Materialverhalten – linear-elastisch

Hook`sches Gesetz

Spannung ~ Dehnung
σ ~ ε

σ = F/A0 ε = ∆l /l0
σ = E• ε

E = tan α

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 205

Einteilung der Formänderungenskenngrößen

spannungsabhängig spannungsabhängig spannungsunabhängig


sofort auftretend zeitabhängig

umkehrbar (reversibel) elastisch verzögert elastisch Wärmedehnung


ɛT
ɛel ɛvel
Feuchtedehnung
ɛf
nicht umkehrbar Setzen Fließen chemische Dehnung
(i
(irreversibel)
ib l) (bl ib d)
(bleibend) viskos,
i k plastisch
l ti h
ɛbl ɛv ɛc

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 206

Formänderung einiger Baustoffe im Gebrauchszustand

Baustoff elastisch elastisch bleibend bleibend Wärmedehnung Feuchtedehnung


sofort verzögert sofort verzögert
ɛel ɛvel ɛbl ɛv ɛT ɛf
Beton + + + + + +

Mauerziegel + + + + + +

and. Wandbaustoffe + + + + + +

Glas + - - - + -

Baustahl + - - - + -

Spannstahl + + - + + -

Holz + + + + + +

Kunststoffe + + + + + -

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 207

Temperaturdehnung

BT 2009 / S. 141
• Temperaturänderung ∆T  ɛT = αT • ∆T

• Beton: αT = 10 · 10 -6 K -1 = 10 µm / m · K

• Eine Brücke hat eine länge


g von 60 m. Wie g
groß ist die
Längenänderung bei
a) ∆T = 15 K  ∆l = 9 mm
b) ∆T = 40 K  ∆l = 24 mm

• ɛT = ∆l / l = αT · ∆T
• ∆l = l · αT · ∆T = 60 · 10 · 10 -6 · 15 · 1000 mm/m = 9 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 208

Wärmedehnzahlen und E-Modul bei 20 … 100 °C

Baustoff Wärmedehnzahl E – Modul


αT [ 10 -6 K -1] [N / mm²]
Zementstein CEM I 32,5R 10 20 000 … 30 000
w/z = 0,5, Normlagerung
Sandstein 4,6 20 000 … 40 000
Granit 3,1 50 000 … 90 000
Kalkstein 1,3 50 000 … 80 000

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 209

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 210

1.6 Härtekenngrößen

• Brinellhärte
• Vickershärte
• Rockwellhärte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 211

Härtemessung nach Brinell

HB = F / A

F: Prüfkraft
A: Eindruckoberfläche

a) Belastung b) Entlastung

1 Prüfkugel; 2 Prüfling

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 212

Härteprüfung nach Vickers


3

HV = F / A

A = d2 / 1,8544

1 Prüfkörper
2 Prüfling
g
3 Draufsicht des Prüfkörpereindruckes

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 213

Härteprüfung nach Rockwell

• Härtewert wird aus Eindringtiefe des Prüfkörpers festgelegt


• Rockwell-B-Verfahren  Prüfkörper: Stahlkugel (für weiche
Materialien)
• Rockwell-C-Verfahren  Prüfkörper: Diamantkegel (für sehr
harte Materialien)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 214

Mohs – Härte (Ritz – Härte) ( Minerale)

1 Talk 6 Feldspat

2 Gips 7 Quarz

3 Kalkspat 8 Topas

4 Flussspat 9 Korund

5 Apatit 19 Diamant

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 215

Kerbschlagbiegeversuch  Kerbschlagzähigkeit von Stahl


Scholz[1], S. 437

DIN EN 10 045 - 1

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 216

Kerbschlagbiegeversuch (Scholz[1], S. 437)

„Aus der gemessenen Differenz der Ausgangs- und


Durchschlagshöhe des Pendelhammers wird die verbrauchte
Kerbschlagarbeit AV in Joule(J) berechnet.“[1]

AV = f (Prüftemperatur)

AV wird mit kleiner werdender Temperatur kleiner


AV fällt im best. Temperaturbereich stark ab  Übergangstemperatur Tü

Beurteilung der Zähigkeit und Sprödbruchempfindlichkeit in


Abhängigkeit von der Temperatur und Schweißeignung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 217

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 218

1.7 Beständigkeitskenngrößen

• Flüssigkeitsdichtigkeit
• Gasdurchlässigkeit
• Korrosionsgeschwindigkeit
• Frostbeständigkeit
• Kavitationsbeständigkeit
g
• Erosionsbeständigkeit
• Medienbeständigkeit
g ((chemische Beständigkeit)
g )
• Alterungsbeständigkeit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 219

Beanspruchung der Werkstoffe

• Je nach Beanspruchungsart muss der Werkstoff


widerstandsfähig sein gegen:

• Chemischen Angriff: z.B. Säuren, Öle; Gase


(Konzentration; Temperatur; Druck; Zeitdauer...)

• Physikalischer Angriff: z.B. Frost; Temperatur;


S h i
Schwingungen, F
Feuer...

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 220

1. Baustoffkenngrößen

1.1 Masse- und Volumenkenngrößen


1.2 Porositätskenngrößen
1.3 Feuchtekenngrößen
1.4 Festigkeitskenngrößen
1.5 Formänderungskenngrößen
g g
1.6 Härtekenngrößen
1.7 Beständigkeitskenngrößen
g g
1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 221

1.8 Bauphysikalische Kenngrößen

• Wärmeleitfähigkeit
• Wärmedurchlasswiderstand
• Spezifische Wärmekapazität
• Diffusionswiderstand

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 222

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 223

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder und Gipstrockenmörtel


2.2 Calciumsulfat-Binder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 224

Nichthydraulische – Hydraulische Bindemittel

• hydraulisch: Erhärtung unter Anlagerung von Wasser –


über und unter Wasser - zu einem wasserbeständigen
Feststoff
• nicht hydraulisch: Erhärtung mit Wasser – über oder unter
Wasser – zu einem nicht wasserbeständigen Feststoff
• Hydraulische
H d li h Bi Bindemittel
d itt l  enthalten
th lt „Hydraulefaktoren“:
H d l f kt “
Kieselsäure (SiO2)
T
Tonerde
d (Al2O3)
Eisenoxid (Fe2O3)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 225

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder und Gips-Trockenmörtel


2.2 Calciumsulfat-Binder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 226

2.1 Baugipse ([1]; S.151 ff; [2]; S.14 ff)

• Bindemittel auf der Basis von CaSO4


• Gipsbinder und Gips-Trockenmörtel (i.d.R. werkgemischt)

• DIN EN 13279-1 (2005): Gipsbinder und Gips-


Trockenmörtel; Begriffe und Anforderungen
• Herstellung
g durch Temperaturbehandlung
p g von
Calciumsulfatdihydrat (CaSO4 · 2H2O) aus Calciumsulfat in
seinen verschiedenen Hydratationsphasen, z.B. Halbhydrat
CaSO4 · ½ H2O und Anhydrit CaSO4.
• Gipsbinder sind nichthydraulische Bindemittel, obwohl sie
g
durch Anlagerungg von Wasser erhärten. Erhärteter Gips
p ist
nicht wasserbeständig.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 227

Entwässerung von Gipsstein

• Bei δ ~ 40 °C Trocknung von Gipsstein (ρ = 2,3 g/cm³)


• Bei δ = 110 …130 °C Abgabe von Kristallwasser 
Calciumsulfathalbhydrat (α- bzw. β – Modifikation)
• Bei δ = 170…190 °C  löslicher Anhydrit (langsamere
Erhärtung)
• Bei δ > 240 °C  „totgebrannter“ Gips, ohne Annregung
keine Bindemitteleigenschaften

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 228

Wasserlöslichkeit verschiedener Arten von Calciumsulfat

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 229
Lö li hk it von
Löslichkeit
natürlichem Anhydrit,
Gips und Halbhydrat 5
Halbhydrat
(CaSO 4 • ½ H2O)
4

2 natürl. Anhydrit
(CaSO4)

1
Gipsstein
((CaSO4 • 2 H2O))

10 15 20 25 30 35

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 230

Allgemeine Verarbeitungseigenschaften

• Einstreuen von Gipsbinder  Rühren zu Gipsbrei


• Versteifungsbeginn und –ende von Grad der Entwässerung
abhängig
• Verfestigung durch Hydratisierung (Wasseranlagerung) 
die damit verbundene Verfestigung geht mit
V l
Volumenzunahmeh einher
i h
• Die Festigkeit ist vom Wasser-Gips-Wert abhängig.
• Gipsstein
Gi t i hat
h t i.d.R.
i d R eine
i höhere
höh Porosität.
P ität Durch
D h
Einlagerung von Feuchte ist die Festigkeit des Feststoffes
geringer durch Trocknung kann sie steigen
geringer, steigen.

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 231

Wasser-Gips-Wert

• Halbhydrat  Dihydrat
• Theoretischer Wasser-Gips-Wert : ωtheoret = 0,186

• Praxis  aus Verarbeitbarkeitsgründen: ω = 0,7…0,8


• 120…140 g Gipsbinder
p jje 100 ml Wasser
• Überschüssiges Wasser  Poren (vorwiegend Makroporen,
Poren- Ø > 5 μm mit 47…55 Volumen-%)
• Einlagerung von Feuchte ( Trocknung)
• Wassereinlagerung  hoher Feuerwiderstand

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 232

Festigkeitsentwicklung von Stuckgips [10]

1 Druckfestigkeit
2 Biegezugfestigkeit

I Versteifungsende
II Hydratationsende
H d t ti d

ω = Wassermasse / Gipsmasse

ω: Wasser-Gips-Wert

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 233

Volumenänderung bei der Hydratisierung [10]

von Branntgips und Anhydrit II (A II)


((ω = 0,5)
, )

1 100 % Halbhydrat
2 70 % Halbhydrat; 30 % A II
3 40 % Halbhydrat; 60 % A II
4 100 % Anhydrit II (A II
II, bei 700 °C
C
gebrannt)

Volumenzunahme des Feststoffes

Schrumpfen im plastischen Zustand

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 234

Eigenschaften von Gips = f (Wasser-Gips-Wert) [10]

4 Druckfestigkeit
5 Quellmaß
6 Rohdichte
7 Wasseraufnahme

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 235

Eigenschaften von Gips = f (Wasser – Gips –Wert) [10]

1 Versteifungsbeginn
2 Fließmaß
3 Druckfestigkeit nach 2 h

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 236

Stuck- und Gipsputz; Festigkeits- u. Temperaturentwicklung

____ Festigkeit

------- Temperatur

1 Putzgips 4 Putzgips
2 St k i (verzögert)
Stuckgips ( ö t) 5 St k i
Stuckgips
3 Stuckgips

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 237

Hauptarten der Gipsbinder und Trockenmörtel (1)

Hauptart Bezeichnung Kurzzeichen

A Gipsbinder A1
Gipsbinder für direkte Verwendung auf Baustelle A2
Gipsbinder zur Weiterverarbeitung A3

B Gips-Putztrockenmörtel B1
gipshaltiger Putztrockenmörtel B2
Gipskalk-Putztrockenmörtel B3
Gipsleicht-Putztrockenmörtel B4
gipshaltiger Leicht-Putztrockenmörtel B5
Gipskalkleicht-Putztrockenmörtel B6
Gips-Putztrockenmörtel für Putz B7
Mit erhöhter Oberflächenhärte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 238

Hauptarten der Gipsbinder und Trockenmörtel (2)

Hauptart Bezeichnung Kurzzeichen

C Gips-Putztrockenmörtel für spezielle C1


Anwendungen
Gips-Mauermörtel C2
Gi T k
Gips-Trockenmörtel
ö t l fü
für ffaserverstärkte
tä kt C3
Gipselemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 239

Hinweise zu den Arten [2]

• Gipsbinder (A)  Versteifungsbeginn > 5 min


(Leistungsklasse T1)
• Gipsbinder (A3) zur Weiterverarbeitung wird durch das
Hinzufügen
f von Zusätzen modifiziert.
f
• Gips-Putztrockenmörtel (B1) enthält min. 50 %
C l i
Calciumsulfatbinder
lf tbi d als
l H
Hauptbindemittel
tbi d itt l sowie
i Z
Zusatzstoffe
t t ff
und Zuschläge
• Gipskalk-Putztrockenmörtel
Gipskalk Putztrockenmörtel (B3) besteht aus weniger als 50
% Calciumsulfatbinder und über 5 % Baukalk sowie
Zusatzstoffen und Zuschlägen
g

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 240

Leistungsklassen

Leistungsklasse Versteifungsbeginn Anwendungshinweis


In min
T1 >5 Gipsbinder für Baustelle
T2 >20 per Hand zu verarb.
verarb Gips
Gips-Putztrockenm.
Putztrockenm
T3 > 50 maschinell zu verarb. Gips-Putztrockenm.
Druckfestigkeit
In N / mm²
Nach 7 d 1)
S1  0,5 z.B. Dämmputz
S2  2,0 z.B. normaler Gipsputz
S3  6,0 für spezielle Anforderungen
1) nach Trocknung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 241

Beispiel

Gipskalk – Putztrockenmörtel EN 13279-1-B3/T3/S2

B3 Gipskalk-Putztrockenmörtel
T3 Versteifungsbeginn: > 50 min
S2 Druckfestigkeit
g g)  2 N/mm²
((Normprüfung):
p

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 242

Verarbeitung von Gips

• Gipsbinder in sauberes Anmachwasser einstreuen.


• Abgebundene Gipsreste verkürzen die Verarbeitungszeiten.
• Wassertemperatur: 15…21°C (Wassermenge des
Herstellers einhalten !)
• Gipsbinder innerhalb von 1…2 min einstreuen bis Wasser
den Gips überdeckt.
• Rührzeit: 20…60 s
• sulfatisch und basische Bindemittel sind nur begrenzt zu
mischen,  „Sulfattreiben“, mangelhafte Haftung von
Putzgips auf Betonuntergründen ! (Vorbehandlung nötig !!!)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 243

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder und Gips-Trockenmörtel


2.2 Calciumsulfat-Binder und Calciumsulfat-Compositbinder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 244

2.2 Calciumsulfat-Binder und - Compositbinder

• Bindemittel auf der Basis von CaSO4


• Calciumsulfat-Binder (CAB) undCalciumsulfat-Compositbinder
(CAC)
• Calciumsulfat-Werkmörtel (CA)  Herstellung von Estrichen im
Innern von Gebäuden (früher Anhydritestrich mit Anhydritbinder)
• CAB  Anteil CaSO4  85 M.-% (Zusatzstoffe, Zusatzmittel)
• CAC  Anteil CaSO4 zwischen 50 und 85 M.-%, Zugabe von
Füll t ff
Füllstoffen, Puzzolanen,
P l Pigmenten,
Pi t Kunstharzen
K th
(Dispersionspulver)
• CA  CAB bzw bzw. CAC + Zuschläge

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 245

Hinweise

DIN EN 13454 Calciumsulfat-Binder, Calciumsulfat-


Compositbinder und Calciumsulfat-Werkmörtel für Estriche
- 1: Definition und Anforderungen
- 2: Prüfverfahren

 nichthydraulisches Bindemittel aus natürlichen oder


synthetischen Anhydrit und Anregern (basisch: Kalkhydrat,
Z
Zement, Z b  5M
t Zugabe: M.-%% bbzw.
Salze,z.B. K2SO4 bzw. Na2SO4; Zugabe:  2 M.%

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 246

Festigkeitsklassen von CAB und CAC

Festigkeitsklasse Biegezugfestigkeit Druckfestigkeit


in N/mm² in N/mm²
nach 3d nach 28d nach 3d nach 28d

20 1,5 4,0 8,0 20,0

30 2,0 5,0 12,0 30,0

40 2,5 6,0 16,0 40,0

Die Festigkeitsklasse entspricht dem charakteristischen Wert


der Normdruckfestigkeit
de o d uc est g e t nachac 288 d in N/mm².
/

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 247

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder
2.2 Calciumsulfat-Binder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 248

2.3 Magnesiabinder ([1] S.163; [2] S.21)

• Bindemittelwirkung beim Magnesiabinder  wird durch die


Reaktion von kaustischen Magnesia ( 80 % MgO) mit wäßriger
Magnesiumchloridlösung verursacht. (kaustisch: ätzend, scharf)
• sauer reagierendes MgCl
C 2 wird vom basischen MgO
O neutralisiert
und gebunden
• Bindemittel
Bi d itt l fü
für M
Magnesiaestrichmörtel
i ti h öt l

• DIN EN 14016
14016-1:
1 Bi
Bindemittel
d itt l fü
für M
Magnesiaestriche;
i ti h K Kaustische
ti h
Magnesia und Magnesiumchlorid, Begriffe und Anforderungen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 249

Hinweise

• Herstellung aus Magnesit, gebrannt bei ca. 800 °C 


kaustisches Magnesia (reagiert mit Wasser)
• Bei 1600 °C  sintergebranntes MgO  Magnesitsteine
(
(Feuerfestmaterial)
f )
• Kaustische Magnesia + Salzlösungen  bildsame Massen
• + Füllstoffe: Sand, Bims, Korund bzw. Fasern,...,
Kork,...Holzspäne („Steinholz“)
• Freies
F i MgClM Cl2 fördert
fö d t di
die elektrochemische
l kt h i h K Korrosion.
i
( keine Verbindung mit Metallen !!!!!)
• Bindemittel  starke basische Reaktion (schädigt Gläser !!!)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 250

Beispiel: Specks`Hof in Leipzig

Hoher Chloridgehalt des zu sanierenden Stahlbetons


Durch große Durchfeuchtung des „Steinholz-Fußbodens“

 großer Abrostungsgrad der Bewehrung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 251

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder
2.2 Calciumsulfat-Binder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 252

2.4 Baukalke ([1] S.165 ff; [2] S.1 ff)


• Baukalk entsteht durch Brennen (bei 1000 ...1200
1200 °C
C unterhalb der
Sintergrenze) aus Kalkstein (CaCO3),
aus Dolomit (CaCO3 • MgCO3) oder aus Mergel (tonhaltiger Kalk)
• Kalkstein, Dolomit  Luftkalk (an der Luft erhärtend)
• Kalkmergel
g  Hydraulischer
y Kalk

• Brennen: CaCO3  CaO + CO2 

• Löschen: CaO + H2O  Ca(OH)


( )2

• Erhärten: Ca(OH)2 + H2O + CO2  CaCO3 + 2 H2O

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 253

Umwandlung von Kalziumkarbonat zu Kalziumoxid beim Brennen

1 CaCO3 ; ρ = 2,65 kg/dm3


2 CaO; ρ = 1,44 kg/dm3
(rhomboedrisch)
3 CaO; ρ = 3,40 kg/dm3

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 254

sog. „Kalkkreislauf“

• Brennen: CaCO3  CaO + CO2 


Kalkstein Branntkalk

• Löschen: CaO + H2O  Ca(OH)2


Branntkalk Wasser Kalkhydrat
y

• Erhärten: Karbonatisierung (Neutralisation)


Ca(OH)2 + H2O + CO2  CaCO3 + 2 H2O
Kalkhydrat Kohlensäure erhärteter Kalk Baufeuchte

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 255

Hinweise
• Weißkalk  Kalk ohne Zusatz hydraulisch wirkender Stoffe
• Dolomitkalk
 besteht aus CaO und MgO bzw. Ca(OH)2 und Mg(OH)2

• Ungelöschte bzw.
bzw halbgelöschte Kalke reagieren mit Wasser
exotherm zu Kalkhydrat unter Volumenzunahme

• Hydraulischer Kalk  enthält „Hydraulefaktoren“:


Kieselsäure (SiO2)
Tonerde (Al2O3)
Eisenoxid (Fe2O3)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 256

Zeitlicher Verlauf der Karbonatisierung

Feuchteanteil:
0,3 … 4 Masse
Masse-%%

Ca (OH)2 + H2CO3  CaCO3 + 2 H2O

Q = - 111,4 kJ / mol

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 257

Bezeichnung der Baukalke


Benennung Kurzzeichen

Weißkalk 90 CL 90
Weißkalk 80 CL 80
Weißkalk 70 CL 70
Dolomitkalk 85 DL 85
Dolomitkalk 80 DL 80

ungelöschte Kalke  Kurzzeichen: Q


Kalkhydrate
y  Kurzzeichen: S
Dolomitkalk, halbgelöscht  Kurzzeichen: S1
Dolomitkalk, vollständig gelöscht  Kurzzeichen: S2

CL - calcium lime; DL - dolomitic lime

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 258

Beispiele

• CL 90 – Q Weißkalk 90, ungelöschter Kalk

• DL 85 – S2 Dolomitkalk 85, vollständig gelöschter Kalk

Lieferformen

• dpp Pulver ((dry


yppowder))
• sl Teig (Kalkmilch)
• lu Klumpen
p
• pu Brei

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 259

Bezeichnung – Hydraulische Kalke


Kurzzeichen Druckfestigkeit in N/mm²
nach 7d nach 28d
HL 2; NHL 2 - 2 bis 7
HL 3,5; NHL 3,5 - 3,5 bis 10
HL 5; NHL 5 2 5 bis 15 1)

1) Bei einer Schüttdichte von < 0,90 kg/dm³ bis 20 N/mm²

HL - Hydraulischer Kalk
NHL - Natürlicher Hydraulischer Kalk
NHL – Z - Natürlicher Hydraulischer Kalk mit puzzolanischen
Zusätzen ( Trasskalk)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 260

Zeitlicher Verlauf der Absorption flüssigen Wasser [10]

durch Kalkputz mit:


1 Raufasertapete
2 Mit Anstrich 170 g/m²
3 Leimfarbe
4 Unbehandelt
5 Kalkfarbe
6 Latexfarbe
7 Emulsionswandspachtel
8 Ölfarbe

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 261

Zeitlicher Verlauf der Absorption von Wasserdampf [10]

durch Kalkputz mit:


1 Raufasertapete
2 Mit Anstrich 170 g/m²
3 Leimfarbe
4 Unbehandelt
5 Kalkfarbe
6 Latexfarbe
7 Emulsionswandspachtel
8 Ölfarbe

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 262

Wasseraufnahme von Außenputz [10]


1 SP Zementmörtel 1:3 fleckig; UP
und OP Kalkzementmörtel
2:1:8
2 SP wie 1; UP u. OP Kalk-
mörtel mit Zementzusatz
geglättet
3 SP wie 1; jedoch voll deckend
UP u. OP wie 2
4 SP wie
i 11, UP u. OP wie
i 2
2,
Kratzputz
5 Wie 1, jedoch UP und OP mit
wasserabweisenden Zusatzstoffen

SP Spritzputz; UP Unterputz; OP Oberputz

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 263

Austrockung von Außenputz [10]


1 SP Zementmörtel 1:3 fleckig; UP
und OP Kalkzementmörtel
2:1:8
2 SP wie 1; UP u. OP Kalk-
mörtel mit Zementzusatz
geglättet
3 SP wie 1; jedoch voll deckend
UP u. OP wie 2
4 SP wie
i 11, UP u. OP wie
i 2
2,
Kratzputz
5 Wie 1, jedoch UP und OP mit
wasserabweisenden Zusatzstoffen

Feuchte durch Saugen aufgenommen


SP Spritzputz; UP Unterputz; OP Oberputz

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 264

Austrocknung von Außenputz [10]


1 SP Zementmörtel 1:3 fleckig; UP
und OP Kalkzementmörtel
2:1:8
2 SP wie 1; UP u. OP Kalk-
mörtel mit Zementzusatz
geglättet
3 SP wie 1; jedoch voll deckend
UP u. OP wie 2
4 SP wie
i 11, UP u. OP wie
i 2
2,
Kratzputz
5 Wie 1, jedoch UP und OP mit
wasserabweisenden Zusatzstoffen

Feuchteabgabe der Wand durch die Putzschicht


SP Spritzputz;
p p ; UP Unterputz;
p ; OP Oberputz
p

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 265

Mauerwerksdruckfestigkeit = f (Festigkeit von Stein und Mörtel)

[10]

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 266

Wasseraufnahme von Kalksandstein

1 Steinrohdichte
2 Korngröße

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 267

Änderung der Druckfestigkeit von Kalziumsilikathydraten [10]

bei Lagerung in CO2:


1 C3S – Hydrat
2 C6S6H (Xonotlit)
3 C2SH(C)
4 CSH (B)
5 Tobermorit
6 C2SH (A)

Je nach Ausgangsgefüge
g g g g  unterschiedliche Vedichtung
g des Gefüges
g

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 268

Typische Sande zur Herstellung von Kalksandstein [10]

SiO2 – Anteil größer als 90 Masse-%

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 269

2. Mineralische Bindemittel

2.1 Gipsbinder
2.2 Calciumsulfat-Binder
2.3 Magnesiabinder
2.4 Baukalke
2.5 Zemente BT 2009 / S. 2 - 29
2.5.1 Portlandzementerhärtung
2.5.2 Zementarten - Eigenschaften
g der Zemente
2.5.3 Wasser-Zement-Wert-Gesetz
2.5.4 Hydratationsgrad
y g
2.5.5 Spezielle Zemente

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 270

2.5. Zement  hydraulisches Bindemittel

Kennzeichen: - Zement ist ein anorganischer, fein gemahlener Stoff


- Zement bildet mit Wasser Zementleim
- Zement erstarrt und erhärtet durch Hydratation
an der Luft oder unter Wasser zum Zementstein
- Zement ist langfristig raumbeständig und
unter Wasser beständig (unlöslich)

weitere Merkmale: - homogene Zusammensetzung


- ausreichend langeg Verarbeitungszeit
g
- Festigkeitsniveau wird sicher erreicht
- Anteil an reaktionsfähigem
[ CaO + SiO2 ] > 50 Masse
Masse-%%

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 271

Anwendung von Kalk-Ton-Gemischen im Bauwesen

Ton [M.-%]

30 40 75 90

hydrau-
h d feuer-
feuer
Luftkalk Portlandzement Ziegel-
lischer fester
ton
Kalk Ton

70 60 25 10

CaCO3 [M.-%]

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 272

Geschichte des Zements (1)

 Römerzeit gelöschter Kalk + Puzzolanerde


 1756 - J. Smeaton natürliches Gemisch aus
Kalkstein + Ton  Mergel
 hydraulischer Kalk
 Romankalk
 1820 - Vicat / John optimales Verhältnis von Kalkstein + Ton
 1824 - J.
J Aspdin sen
sen. Künstliche Mischung aus Kalkstein + Ton
 Portlandzement
 1843 - W. Aspdin jun. Kalkstein + Ton
bis zur Sinterung gebrannt

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 273

Geschichte des Zements (2)

 1824 bis 1881 - A. Bleibtreu


 1840 bis 1911 - W. Michaelis technische und wissenschaftliche
Entwicklung in Deutschland
 1855
18 - Zementwerk Stettin
S
 1858 - Zementwerk Bonn
 1877 gründeten 27 Zementwerke den
„Verein
Deutscher Cement-Fabrikanten“

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 274

Rohstoffe  Zementwerk Karsdorf

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 275

Portlandzement x CaO • y SiO2 • z Al2O3 (Fe2O3)

Rohstoffe oxidische Komponenten Klinkerminerale


Kalkstein CaO C3S
Ton SiO2/Al2O3/(Fe2O3) C2S
Mergel (Kalkstein + C O/S O2/Al
CaO/SiO / 2O3/(Fe
/( 2O3) C3A
Ton)

Sand SiO2 C4AF


Eisenerz Fe2O3
mit C = CaO
S = SiO2
A = Al2O3
F = Fe2O3

BT 2009 / S. 3
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 276

Zement: Analyse eines Rohmehls

Kalk (Calciumoxid) CaO 43,5 %


Ki
Kieselsäure
l ä (Sili i di id)
(Siliciumdioxid) SiO2 13 6 %
13,6
Tonerde (Aluminiumdioxid) Al2O3 4,6 %
Eisenoxid Fe2O3 2,3 %
Magnesia (Magnesiumoxid) MgO 1,0 %
Glühverlust CO2 34,6 %
(hauptsächlich aus kohlensaurem Kalk)

99,6 %

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 277

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 278

Steinbruch  Gewinnung
von Kalkstein

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 279

Kalksteinbruch (Gewinnung von Kalkstein)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 280

Brecher
(Zerkleinerung)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 281

Aufbereitung Rohschotter (Mischen und Homogenisierung)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 282

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 283

Rohmehlmahlanlage (Zerkleinerung)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 284

Brennen von Portlandzementklinker

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 285

Drehofen
Rohmehl mit Zyklonvorwärmer
Rohmühle
Elektrofilter undd Calcinator
C l i t
300-350 oC

Zyklon-
vorwärmer
Calcinator
Klinkerkühler-
abluft 350 oC
Brenn-
stoff
850 oC Tertiärluftleitung
700-1000 oC
1050-1150
1050 1150 C
o
Brenn
Brenn-
stoff

Drehrohrofen 2000 oC
Kühlerzuluft
Klinker
Klinkerkühler

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 286

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 287

Drehrohrofen
Sinterzone

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 288

Vorgänge beim Brennen von Portlandzement

Temperaturbereich
T t b i h V
Vorgang b t ili t Stoffe
beteiligte St ff
oC
< 450 Trocknung und Ton, Mergel, Kalk
Dehydratation
< 900 E t ä
Entsäuerung K lk
Kalk
> 700 C + A  CA Kalk, Ton,
2 C + S  C2S T
Tonschiefer
hi f
> 1000 CA + 2 C  C3S Kalk, Eisenoxyde,
2 C + F  C2F Z i h
Zwischenprodukte
d kt
> 1250 C2S + C  C3S Kalk,
Z i h
Zwischenprodukte
d kt

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 289

Überwachung und Prozesssteuerung

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 290

Zementmahlanlage (Zugabe von Zumahlstoffen und


gemeinsames Vermahlen mit dem PZ-Klinkers)

Zement

Portlandzementklinker

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 291

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 292

Verladung und Versand

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 293

Anteile der Zementklinkerminerale im Portlandzement

Mineral Anteil in Masse %


Trikalziumsilikat 50 - 60
Dikalziumsilikat 20 - 30
Trikalziumaluminat
a u au at 10
0 - 15
5
Kalk-Aluminat-Ferrit 5 - 10
Eine beliebige Mineralmischung ist im Allgemeinen besser als eine
Monomineralkultur.

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 294

Verhalten der Minerale im Portlandzementklinker

Tricalcium- Dicalcium- Tricalcium- Calciumalu-


silikat silikat aluminat minatferrit
Ablauf der schnell langsam,
langsam anfänglich langsam,
langsam
Erhärtung stetig schnell stetig
Anfangs-
g hoch gering
g g gering
g g gering
g g
festigkeit
Endfestigkeit sehr hoch sehr hoch gering gering
Hydratations- hoch niedrig sehr hoch hoch
wärme
Sulfat
Sulfat- günstig günstig ungünstig günstig
widerstand
maßgebend
g hohe niedrige
g Erstarrung
g ---
für Anfangs- Anfangs-
festigkeit festigkeit

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 295

Reaktion der Zementklinkerminerale mit Wasser

2C3S + 6H  C3S2H3 + 3CH


2C2S + 4H  C3S2H3 + CH
C3A + 6H  C3AH6
C4AF + 2CH + 10H  C3AH6 + C3FH6

(festigkeitsbildende
f i k i bild d Phase
Ph  CSH-Phase)
CSH Ph )

Calcium-Silikat-Hydrate
Calcium Silikat Hydrate  CSH (chem: CaO • SiO2 • H2O)
Calciumhydroxid  CH (chem: Ca(OH)2)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 296

Druckfestigkeitsentwicklung der Klinkerphasen

80
C3S
mm²)

70
Druckfestigkeiit (N/m

60
β – C2S
50
40
30
20
C3A
10
C44(A,F)
7 28 90 180 360
Zeit (Tage)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 297

Zementnormen

 DIN EN 197-1:
Zement - Teil 1: Zusammensetzung, Anforderungen und
Konformitätskriterien von Normalzement
 DIN EN 197-2:
Zement - Teil 2: Konformitätsbewertung
 DIN 1164:
g ; Zusammensetzung,
Zement mit besonderen Eigenschaften; g,
Anforderungen, Übereinstimmungsnachweis

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 298

Europäische Prüfnormen Zement


DIN EN 196
 1 Festigkeit
 2 Ch
Chemische
i h A Analyse
l
 3 Erstarrungszeiten und Raumbeständigkeit
 4 Quantitative Bestimmung der Bestandteile
 5 Puzzolanität von Puzzolanzementen
 6 Mahlfeinheit
 7 Probenahme
P b h
 8 Hydratationswärme, Lösungsverfahren
 9 Hydratationswärme, Teiladiab. Verfahren

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 299

Zement-Hauptbestandteile und deren Reaktionsverhalten

Hauptbestandteile Reaktionsverhalten
PZ-Klinker K hydraulisch
Hüttensand S latent-hydraulisch
Silicastaub D puzzolanisch
Puzzolan
natürlich P puzzolanisch
 natürlich getempert Q
Flugasche
 kieselsäurereich V puzzolanisch
 kalkreich W
Gebrannter Schiefer T hydraulisch
Kalkstein L inert
LL

BT 2009 / S. 3

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 300

Hauptbestandteile im Zement (außer Portlandzementklinker)

Herkunft latent puzzolanisch inert


hydraulisch
natürliche  vulkanische Aschen,  Kalkstein
Vorkommen Gesteine (Trass) P LL/L
 thermisch aktivierte
Tone, Schiefer Q
industrielle  Hüttensand  gebrannter Schiefer T
Nebenprodukte S  Flugaschen V, W
 Silicastaub D

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 301

Zement- und betonrelevante Wirkungen des Hüttensandes

 langsamere Erhärtung, geringere 2- und 7-Tage-Festigkeit


 gute Nacherhärtung
 späterer Erstarrungsbeginn („Sommerzement“)
 geringere
ge ge e Konsistenzänderung
o s ste ä de u g im Frischbeton
sc beto während
ä e d de
der
Verarbeitung
 geringere Hydratationswärme (zwischen CEM I und CEM II)
 b
besserer K
Kontakt
t kt Zementstein
Z t t i - Gesteinskörnung
G t i kö
 geringere Basizität des Zementsteins
 geringe Auswirkung auf Carbonatisierung und Frost-Taumittel-
Frost Taumittel
Widerstand von Beton gegenüber CEM I
 längere Nachbehandlung erforderlich
 NA-Charakter erreichbar bei CEM II/B und CEM III

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 302

DIN EN 197-1: Hauptzementarten, Bezeichnungen

Hauptzementart Bezeichnung Hauptbestandteile


CEM I Portlandzement K
CEM II Portlandhüttenzement K+S
Portlandsilicastaubzement K+D
P tl d
Portlandpuzzolanzement
l t K + P unddK+Q
Portlandflugaschezement K + V und K + W
Portlandschieferzement K+T
Portlandkalksteinzement K + L und K + LL
Portlandkompositzement K + (S,D,P,Q,V,W,T,L,LL)
CEM III Hochofenzement K+S
CEM IV Puzzolanzement K + (D,P,Q,V,W)
CEM V Kompositzement K + S + (P,Q,V)

BT 2009 / S. 6 - 7
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 303

Zementarten (1)

Zementart Kurzbezeichnung
Portlandzement CEM I
Portlandsilikatstaubzement CEM II/A
II/A-D
D
Portlandhüttenzement CEM II/A-S o. CEM II/B-S
Portlandschieferzement CEM II/A-T o. CEM II/B-T
Portlandkalksteinzement CEM II/A-LL
Portlandpuzzolanzement CEM II/A-P
Portlandflugaschezement CEM II/A-V

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 304

Zementarten (2)

Zementart Kurzbezeichnung
Portlandkompositzemente CEM II/A-M (S,D,P,V,T,LL)
Portlandkompositzemente CEM II/A
II/A-M
M (S
(S-D,
D SS-T,
T D-T)
D T)
Hochofenzement CEM III/A
Hochofenzement CEM III/B bis 70% S

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 305

Zement: Festigkeitsklassen und Kennzeichnung

Festig- Druckfestigkeit [N/mm2] Kenn- Farbe des


keits- Anfangsfestigkeit Normfestigkeit farbe 1)
Aufdruck
s
klasse 2 Tage 7 Tage 28 Tage
32,5 N -  16 schwarz
 32,5  52,5 hellbraun
32,5 R  10 - rot
42,5 N  10 - schwarz
 42,5  62,5 grün
42,5 R  20 - rot
52,5 N  20 - schwarz
 52,5 - rot
52,5 R  30 - weiß
1) Farbe des Sacks bzw. bei losem Zement des Silo-Anheftblattes

BT 2009 / S. 14

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 306

Festigkeitsklassen
D kf ti k it in
Druckfestigkeit i N / mm²²
Anfangsfestigkeit Normfestigkeit
Festigkeitskla Norm 2 Tage 7 Tage 28 Tage 28 Tage
sse DIN EN Min. Min. Min. Max.
22 5
22,5 14216 - - 22 5
22,5 42 5
42,5

32,5 L 197 – 4 - 12,0 32,5 52,5

32,5 N 197 – 1 - 16,0 32,5 52,5

32 5 R
32,5 197 – 1 10 0
10,0 - 32 5
32,5 52 5
52,5

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 307

Festigkeitsklassen

D kf ti k it in
Druckfestigkeit i N / mm²²
Anfangsfestigkeit Normfestigkeit
Festigkeitskla Norm 2 Tage 7 Tage 28 Tage 28 Tage
sse DIN EN Min. Min. Min. Max.
42 5 L
42,5 197 - 4 - 16 0
16,0 42 5
42,5 62 5
62,5

42,5 N 197 – 1 10,0 - 42,5 62,5

42,5 R 197 – 1 20,0 - 42,5 62,5

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 308

Festigkeitsklassen

D kf ti k it in
Druckfestigkeit i N / mm²²
Anfangsfestigkeit Normfestigkeit
Festigkeitskla Norm 2 Tage 7 Tage 28 Tage 28 Tage
sse DIN EN Min. Min. Min. Max.
52 5 L
52,5 197 – 4 10 0
10,0 12 0
12,0 52 5
52,5 -

52,5 N 197 – 1 20,0 16,0 52,5 -

52,5 R 197 – 1 30,0 - 52,5 -

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 309

LH - Zemente mit niedriger und sehr niedriger ( VLH)


Hydratationswärme
BT 2009 / S. 5 und 12
Kurzzeichen Norm Zementart Anforderung

LH DIN EN197 – 1 CEM I bis nach 7 d


+ A1 CEM V max. 270 J/g
g

LH DIN EN 197 - 4 CEM III 32,5 L; 42,5 L; 52,5 L


nach 7 d
max. 270 J/g

VLH DIN EN 14216 VLH III/B + /C nach 7 d


VLH IV/A + /B max. 220 J/g
VLH V/A + /B

LH: Low Heat of Hydratation; VHL: Very Low Heat of Hydratation

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 310

HS - Zemente mit hohem Sulfatwiderstand


BT 2009 / S. 9
Kurzzeichen Norm Zementart Anforderung

HS DIN 1164 - 10 CEM I C3A-Gehalt  3 M.-%


(SR 3) 1) Al2O3-Gehalt  5 M.%

HS DIN 1164 -10 CEM III/B -


(SR S) 1) CEM III/C

1) SR nach DIN EN 197 E A2


SR 0  C3A – freier Zement

C3A = 2,65 • Al2O3 - 1,69 • Fe2O3

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 311

NA - Zemente mit niedrigen wirksamen Alkaligehalt (DIN 1164 – 10)

Kurzzeichen Zementart Anforderung

Hüttensandgehalt
g Na2O-Äquivalent
q
(Masse.-%) ( Masse-%)
NA CEM I bis CEM V -  0,60

NA CEM II/B-S 21 bis 35  0,70

NA CEM III/A 36 bis 49  0,95


0 95
50 bis 65  1,10
NA CEM III/B 66 bis 80  2,00

NA CEM III/C 81 bis 95  2,00

Gesamtalkaligehalt: Na2O-Äquivalent = Na2O + 0,658 • K2O

BT 2009 / S. 10
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 312

Zemente mit frühem Erstarren (DIN 1164 – 11)


BT 2009 / S. 11
Kurzzeichen Zementart Anforderung

Festigkeitsklasse Erstarrungsbeginn (min)

FE CEM I bis CEM 32,5 N / 32,5 R  15 ... 75


V
42,5 N / 42,5 R  15 ... 60

52,5 N / 52,5 R 15 ... 45

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 313

Normative Festlegungen in DIN EN 197-1

N
Normbezeichnung
b i h (B
(Beispiele)
i i l )
CEM I 42,5 R BT 2009 / S.
S 8
„schnell“ (hohe Anfangsfestigkeit)
Festigkeitsklasse des Zementes
Portlandzement

CEM II / A - M (S-V-L) 32,5 N


„normal“ (übliche
Anfangsfestigkeit)
Festigkeitsklasse des Zementes
Anteil Kalkstein (6 - 20 M.-%)
Flugascheanteil (6 - 20 M.-%)
Hüttensandanteil (6 - 20 M.-%)
Portlandkompositzement

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 314

Anforderungen an die Druckfestigkeit von Zement nach DIN EN 197-1

Festigkeit nach
70 2 Tagen

Druckffestigkeitt in N/mm

7 Tagen
60
28 Tagen
50

40

30

20

10

0
32,5 N 32,5 R 42,5 N 42,5 R 52,5 N 52,5 R
Festigkeitsklasse

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 315

DIN 1164: Zement mit besonderen Eigenschaften


Zementart Anforderung
g
niedrige Hydratations- Zement-LH Lösungswärme in den
wärme LH (früher:NW) ersten 7 Tagen  270 J/g
Zement
hoher Sulfatwiderstand Portlandzement-HS  3 M.-% C3A und
HS (SR)  5 M.-% Al2O3
Hochofenzement-HS CEM III/B
Hüttensand- wirksamer
gehalt Alkaligehalt
M.-% %Na2O-Ä.
niedrig wirksamer Zement-NA ---  0,60
Alkaligehalt NA CEM II/B-S-NA
II/B S NA 21 - 35  0,70
0 70
CEM III-NA 36 - 49  0,95
50 - 65  1,10
 66  2,00
2 00

oder Zulassung
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 316
Anwendungsbereiche für Zement
Bewehrungskorrosion Betonangriff
kein
Expositionsklassen durch durch Chloride verursachte Korrosion Frostangriff Aggressive Verschleiß

Spannsttahlver-
Korrosions- Karbonatisierung chemische

träglicchkeit
Angriffs- verursachte Korrosion andere Chloride als Umgebung
X = gültiger
ülti A
Anwendungsbereich
d b i h risiko Chloride aus
Meerwasser Meerwasser
 = für die Herstellung nach dieser
Norm nicht anwendbar XC XC XC XC XD XD XD XS XS XS XF XF XF XA XA XA XM XM XM
X0
1 2 3 4 1 2 3 1 2 3 1 2 3 1 2d 3d 1 2 3
4
CEM I X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
S A/B X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
g
D X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
P/Q A/B X X X X X X X X X X X X  X  X X X X X X 
A X X X X X X X X X X X X  X  X X X X X X X
V B X X X X X X X X X X X X    X X X X X X X
A X X X                   
mente nach DIN EN 197-1

W
B X  X                   
CEM II
T A/B X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
A X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
LL
B X X X                   X
A X X X X X X X X X X X     X X X X X X X
L
B X X X                   X
e A X X X                   
M B X X
Zem

                   
b
A X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
c
CEM III B X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X
C X  X    X   X      X X X    
e A X  X                   
CEM IV
B X  X                   
e A X  X                   
CEM V
B X  X                   
a g
bis siehe Fußnoten in Tabelle F.3.3

BT 2009 / S
S. 20
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 317

Normbezeichnung der Zemente nach DIN EN 197-1 und DIN 1164

Kurzzeichen Festigkeits- Anfangs- besondere


der Zementart klasse festigkeit Eigenschaften

Beispiele :
Portlandzement DIN EN 197-1 - CEM I 42,5 R
Portlandkalksteinzement DIN 1164 - CEM II/A-L 32,5 N-LH
Portlandkompositzement DIN 1164 - CEM II/A-M (S-V) 32,5 R-SR
Kompositzement DIN EN 197-1 - CEM V/A (S-V) 32,5
32 5 N

NW  LH; HS  SR …; NA

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 318

EG-Konformitätszeichen und Übereinstimmungszeichen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 319

CO2-Emissionen bei der Zementherstellung

CEM I 32,5
32 5 R CEM II/B
II/B-S
S
( = 100 %) 30 % Hüttensand
( = 72,2 %)
31 3 %
31,3 30,4 %
52,7 %
54 4 %
54,4 16 9 %
16,9

CEM III/A
14,3 %
50 % Hütt
Hüttensand
d 29,4 %
( = 53,3 %) 51,0 %

Entsäuerung: 0,55 t CO2 je tKl CEM III/B 19,6 %


75 % Hüttensand
Elektrische Energie: 651 g/kWh ( = 29,7 %)) 26,4 %
45 8 %
45,8
27,8 %

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 320

CO2-Emissionen und Zementindustrie

 Minimierung Brennstoffbedarf zur Senkung der Herstellkosten


für Zement
 politische Forderung nach konkreten Klimaschutzzielen
(EU-Lastenverteilung burden sharing, Kyoto-Protokoll)
 1995 Selbstverpflichtung der deutschen Zementindustrie
zur Senkung der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2012:
- 28% energiebedingt
i b di t
- 16% insgesamt (unter Berücksichtigung rohstoffbedingter
Anteile)
entspricht -3,4 Mio. t CO2
 12.2002
12 2002 / 7
7.2003
2003 Richtlinien der EU zu einem europäischen
Handelssystem für CO2-Emissionsrechte ab 2005

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 321

Mögliche Strategien zur Reduzierung der CO2 - Emission

 Optimierung der Verfahrenstechnik zur Zementherstellung


 Einsatz von Sekundärbrennstoffen
 ((Verringerung
e ge u g de der Produktionsmengen)
odu o s e ge )
 Verringerung des Klinkeranteils im Zement zugunsten
anderer Hauptbestandteile (Hüttensand, Kalkstein, Flugasche)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 322

Sekundärrohstoffe: Voraussetzungen für die Verwendung als


Brennstoff

 Bautechnische Eigenschaften von Zement und Beton


dürfen sich nicht verschlechtern
 Umweltverträglichkeit von Zement und Beton
muss gegeben sein
 Umweltbelastung bei der Herstellung
darf nicht entstehen
 Gleichmäßigkeit des Endprodukts
darf nicht beeinträchtigt werden
 Wirtschaftlichkeit
muss gegeben sein

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 323

Anteil der Zementarten in Deutschland 2002

CEM III CEM I


14% (14%) 54%
(68%)

CEM II
32% (18%) CEM II/S 22%
CEM II/ LL 8%
CEM II/T, CEM II/P
CEM II u. CEM III 64 %(2007) CEM II/V

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 324

Marktrelevante neue CEM II - Zemente

 CEM II/B-LL (bis 35% Kalkstein) 32,5R


 CEM II/M (S-LL) (A bis 20%, B bis 35%)
C
CEM II/M
/ (V-LL)
( )
 CEM II/M (S-V)
 CEM II/B
II/B-S
S 42
42,5
5 oder
d 5252,5
5
 CEM III/A 52,5

 CEM IV und CEM V ??

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 325

Überblick über europäischen Bindemittelnormen

Norm Titel Bezeichnung Bemerkungen

DIN EN Putz- und Mauerbinder MC Festigkeitsklassen


413 5/12,5/22,5,
mit / ohne LP-Zusatz
DIN EN Hydraulische HRB Festigkeitsklassen
13282 Tragschichtbinder 5/12,5/22,5/32,5

DIN EN Tonerdezemente CAC 40


14647

pr EN Hydraulische Binder für Schließen der Lücke zwischen Kalk-


xxx B
Bauwerke
k und
dZZementnormen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 326

Überblick über Änderungen der deutschen Zementrestnormen

Norm Titel Bezeichnung Bemerkungen

DIN 1164- Normalzemente mit HS NA


HS, gemeinsame Ausgabe mit DIN EN
10 besonderen Eigenschaften 197-1 A1
DIN 1164- Zemente mit verkürzten FE, SE 2003-11
11 Erstarrungszeiten
DIN Zemente mit Deklaration des 2003-10
1164-12 erhöhtem Anteil an organischen Maximalwerts
Zusätzen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 327

DIN 1164-12: Zemente mit erhöhtem Anteil an


organischen
g Zusätzen

 Ziel: Normenstand DIN 1164:1994 wieder herstellen   1,0 M.-%


v.z.
(bisher DIN 197-1:2001   0,5 M.-%)
 bei > 0,5 ...  1,0 M.-% v.z. Deklaration des Höchstwertes
 nicht zulässig für FE-, SE- Zemente
 Wirkstoffe nach DIN 934 mit Deklaration der Wirkung oder
Wirkstoffe nach DIN V 18998 Anhang gA

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 328

DIN 1164-11: Zemente mit verkürzten Erstarrungszeiten


Bezeichnung Erstarrungsbeginn Erstarrungsende Prüfverfahren
[min] [min]

FE  15  75 (32,5R, 32,5N) DIN EN 196-3


(CEM I bis V)  60 (42,5R, 42,5N)
 45 (52,5R, 52,5N)
SE  45 DIN 1164-11, Anhang A,
(CEM I bis V) Eindringversuch am
„kalten
kalten“ Zementleim

zum  75 (32
(32,5R,
5R 32
32,5N)
5N) DIN EN 196-3
196 3
Vergleich:  60 (42,5R, 42,5N)
DIN EN 197-1  45 (52,5R, 52,5N)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 329

Beispiel für die Anwendung von FE-Zementen


in der Fertigteilindustrie

 Ziel: mehrfacher Einsatz von Seitenschalungen


g in einer
Schicht
 Betonanforderungen:
• C 35/45
• Ausbreitmaß F5
• Verarbeitungszeit  45 min
• fc,2h  3 N/mm²
• breiter
b it T Temperaturbereich
t b i h
• hoher Frostwiderstand (Frost-Taumittel-Widerstand)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 330

Beispiel Druckfestigkeitsentwicklung eines Betons


mit FE-Zement

Druckfestigkeit
Zeit
[N/mm²]

2h 4

1d 17

7d 56

28 d 70

w/z = 0,50

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 331

DIN EN 197-1, Abschnitt 7: Anforderungen

BT 2009 / S. 14
 Mechanische Anforderungen Normfestigkeit
Anfangsfestigkeit
 Physikalische Anforderungen Erstarrungsbeginn
Raumbeständigkeit
 Chemische Anforderungen Glühverlust
unlöslicher Rückstand
Sulfatgehalt
Chloridgehalt
P
Puzzolanität
l ität
 Dauerhaftigkeitsanforderungen Nachweis an Mörteln und
Betonen

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 332
N d l ät nach
Nadelgerät h DIN EN 196
196-3
3
Zusatzgewicht

Stange
Stange

Tauchstab
Hartgummi- Nadel
ring
Glasplatte

mit Tauchstab mit Nadel

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 333

Bestimmung der Erstarrungszeiten


a) Nadelgerät

b) Einschnittversuch

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 334

Zement: Erstarrungsbeginn und Erstarrungsende

16

14 Beginn
32,5 = 75 Min.
12 42,5 = 60 Min.
52,5 = 45 Min.
10

2
DIN
0
0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 5 10 15 20 25 30 35 40
0
Temperatur in C

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 335

EN 197: Erstarrungsbeginn, Dehnungsmaß

Z
Zement-Festigkeitsklasse
t F ti k it kl E t
Erstarrungsbeginn
b i (min)
( i ) D h
Dehnungsmaß
ß (mm)
( )

32,5 N

32,5 R
 75

42,5 N

 60
42,5 R
 10
52,5 N
 45
52,5 R

BT 2009 / S. 15
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 336

EN 196, Teil 1
Prüfgröße: Druckfestigkeit Herstellung/
g - maschinelles Mischen
ggf. Biegezugfestigkeit Lagerung: - Prismenform mit
Aufsatz
Prüfkörper: Prisma
- Schocktisch
40 x 40 x 160 mm
- 24 h Lagerung bei
Mörtel- 1 Teil Zement 20 oC, f. L.
mischung: 3 Teile Normsand - Wasserlagerung bis
0,5 Teile Wasser 28 d
plastische Konsistenz
Prüfung:
g - Prüfzeitpunkt
p
- Feuchte
- Anforderung an
Prüfmaschine
- Belastungs-
geschwindigkeit
- Berechnung des
Prüfergebnisses

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 337

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 338

Herstellen der Prismen


Mischen
 Mörtelmischer

Verdichten
 Schocktisch

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 339

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 340

DIN EN 196-1
Wasserlagerung
g g
bei 20 oC ± 2 K

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 341

Festigkeitsentwicklung von Beton


in Abhängigkeit von der Zementfestigkeitsentwicklung
100
00

20 °C 5 °C
ckfestigkeit (%))

80

60
Druc

40

20
1 2 3 5 7 10 14 21 28 1 2 3 5 7 10 14 21 28
Alter (Tage)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 342

EN 197: Charakteristische Sulfatgehalte von Zement

Prüfnorm Zementart Festigkeits- Sulfatgehalt


klasse (SO3)1)
32,5 N
CEM I 32,5 R
CEM II 2)) 42 5 N
42,5
CEM IV 4,0 %
42,5 R
EN 196-2 CEM V 52 5 N
52,5
52,5 R
CEM III/A
45%
4,5
CEM III/B
CEM III/C 5,0 %
1) Oberer Grenzwerte für Einzelergebnisse als Massenanteil in % des Zements
2) CEM II/B-T darf für alle Festigkeitsklassen bis 5,0 % SO3 enthalten

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 343

Zementerhärtung  Hydratation

chemische Anlagerung von Kristall – Wasser

exothermer
th Vorgang
V  Hydratationswärme
H d t ti ä

Zementleim  Zementstein
Zementstein: Gefüge  Gelbildung hoher Porosität

Zementsteinporosität: Gelporenraum,
Schrumpfporenraum,
K ill
Kapillarporenraum

Größe und Verteilung der Zementsteinporosität abhängig


von Wasser-Zement-Wert und Hydratationsgrad

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 344

Erhärtungsregelung der Zemente


 durch Sulfatträger
g

Prinzip: gesteuerte Ettringitbildung nach dem Anmachen mit Wasser,


der gebildete Ettringit behindert temporär die Reaktion der
Zementminerale mit Wasser

3 CaO • Al2O3 + 3 CaSO4 + (30 ... 32) H2O 


3 CaO • Al2O3 • 3 CaSO4 • (30 ... 32) H2O

ohne
h S Sulfatträger
lf tt ä  „Löffelbinder“
Löff lbi d “
(sehr schnelle Verfestigung des PZ-Klinkers)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 345

Sulfatträger im Zement:

Gips CaSO4  2 H2O

Natürl. Anhydrit CaSO4

 Zugabe in der Zementmahlanlage

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 346

Schematische Darstellung der Hydratation von Zementstein

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 347

Zement vor der Hydratation

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 348

Klinkerkorn Reaktion des Sulfatträgers


g
mit dem C3A
 gesteuerte Ettringitbildung

Ettringitkristall
3CaO x Al2O3 x 3CaSO4 x 3
32H2O Monosulfat
10 µm

10 µm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 349

Sekundärer Gips

Sulfat

Flugasche

10 µm

10 µm

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 350

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 351

Zusammenhang zwischen w/z-Wert, Zementsteinporosität und


Hydratationsgrad α
I
I
I
I
I
I
I
I
I
I
I
I
I
I
w/z = 0
0,4
4 i
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 352

Wasserdurchlässigkeit von
Zementstein in
Abhängigkeit von
Kapillarporosität und
Wasser Zement Wert nach
Wasser-Zement-Wert
T.C. Powers

Hydratationsgrad α =
U
Umsetzungsrate
t t des
d Zementes
Z t

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 353

Wasserdurchlässigkeit von
Zementstein in
Abhängigkeit von
Kapillarporosität und
Wasser Zement Wert nach
Wasser-Zement-Wert
T.C. Powers

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 354

Gebundenes Wasser und Hydratationswärme der


Klinkermineralien bei vollständiger Hydratation des
Portlandzementes

Klinkermineral gebundenes Wasser Hydratationswärme


in Masse-% in J/g
Tricalciumsilikat 23,7 500
Dicalciumsilikat 20,9 250
Tricalciumaluminat 80,0 1340
Calciumaluminatferrit 33 4
33,4 420
Calciumoxyd 32,1 1150

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 355

Junger Beton: Versuchseinrichtung zur Messung des Verformungsverhaltens

12 cm

Spindel

Längsschnitt 75 cm 75 cm
a
50
0 cm

Schnitt a - a

Spindel

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 356

J
Junger B
Beton
t 6
Bruchverformung
in Abhängigkeit
gg fb
vom Alter 5
75 75

hbiegepffeil fb in mm
4
Beton
3
Zement: 270 kg/m
3
Wasser: 180 kg/m
3 Zuschlag: A/B 32
a: 50 cm
Bruch
2

1
fmin
= 0,2 mm

0
0 2 4 6 8 10 h
Alter des Betons

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 357
Junger Beton: Einfluss der Temperatur auf
die Bruchverformung
2
n mm
Temperatur
Biegepffeil fb in

1,5 + 20 °C
+ 5 °C

1
Bruch-B

0,5
B

0
0 4 8 12 16 20 24 h
Alter
te des Betons
eto s
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 358

Temperaturfeld in massigem Betonbauteil

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 359

Massenbeton: Temperaturverteilung und -spannung

Temperatur- Temperatur-
g
verteilung spannung
p g

4 Tage

emperattur-
unterschied
z. B. 20 K
Druck
2 Tage
Zug max

Te

z
Z

1 Tag

Frischbetontemperatur ca 4 m
ca.
z.B. 10 °C

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 360

Lösungs- Stativ
kalorimeter Motor
(DIN 1164, Teil 8)

Beckmann-
Thermometer

T i ht
Trichter

Korkstopfen
K k t f
Dewar-Gefäß Isolierung
Rührer Bl h fäß
Blechgefäß
Holzkasten Säuregemisch
Korkring (HNO3+ HF)
Zementstein

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 361

Adiabatisches
Kalorimeter
Thermistoren Aluminium
Aluminium-
behälter

3,5 cm
Doppelwandiger

23
Stahlblechbehälter BETON
Heizung Kühlung
Heizung,
Ventilator

16,5 cm
42 cm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 362

Hydratationswärme verschiedener Zemente unter adiabatischen


Bedingungen
BT 2009 / S. 15
500
ärme in J/g

400 CEM I 32,5


CEM III/A 42,5
42 5
Hydratationswä

300
CEM III/A 32,5
CEM III/B 32
32,5
5 LH
200

100

0
Zeit in Tagen 1 2 3 4 5

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 363

Luftdurchlässigkeitsgerät
nach Blaine

(DIN EN 196-6)

spezifische Oberfläche
in cm²/gg

BT 2009 / S
S. 16

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 364

Luftdurchlässigkeitsgerät Manometer
nach Blaine
V bi d
Verbindung fü
für di
die Z
Zelle
ll
(nach DIN EN 196-6)
Absperrhahn
p
Zelle Tauchkolben
Gummi-
Gummi
schlauch
zusammen-
Papier-
p gedrücktes
scheibe Luft-
L ft
Zementbett
schlitz
p
perforierte Gummi
Gummi-
Scheibe ballon

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 365

Zement: Mahlfeinheit ausgewählter, handelsüblicher Zemente

Zementart/ Rückstand in M. % Blaine-Wert


Zementfestigkeitsklasse (Sieb 100 µm) (spez. Oberfläche in cm2/g)

32,5 4 - 10 2600 - 3400


CEM I 42,5 2-7 3000 - 3800
52,5 0-1 4300 - 5300
32,5
32 5 3-7 3000 - 3800
CEM II/S
42,5 1-5 3500 - 4300
32,5 1-4 3400 - 4300
CEM III
42,5 0-2 3800 - 4600

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 366

Festigkeitsentwicklung einzelner Klinkerkorngruppen m

80

uckfesttigkeit iin N/mm

70
60
50
40
30 0/3
3/9
20
2/25
Dru

10 25/50
0
0 1 3 5 7 12 20 28 50 70 90
Alter in d

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 367

Weitere Zemente (Scholz[1], S. 194…202)

Bezeichnung Bemerkungen
CEM I 32,5 R-st- Zement nach DIN EN 197 für den Betondeckenbau
CEM I 52,5 R-ft- Zement nach DIN EN 197 für Fertigteilwerke
Sulfathüttenzement langsam abbindender Zement auf Basis eines CaSO4-
angeregten Hüttensandes (etwa 85 % + 15 %
Gips/Anhydrit) – nicht genormt
Tonerdeschmelz- Zement auf Basis von Calciumaluminaten – nicht
zement genormt, für tragende Bauteile nicht zugelassen
Tiefbohrzement Zement auf Basis Portlandzementklinker und
gebranntem Kalk – nicht genormt
Mikrozement feinstgemahlener Portlandzement
Pectacrete hydrophober
y p Portlandzement CEM I 32,5
, R
Weißzement Portlandzement mit reduz. Fe-Gehalt d. Rohstoffe

BT 2009 / S
S. 18 - 29
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 368

Sonderzemente

 Q
Quellzement
ll t
- erhöhter Aluminat- / Sulfatanteil
- künstlich erzeugtes Treiben beim Erhärten
- Anwendung
Schwindkompensierung (Quellen 0,3 ... 0,4 %)
V
Vorspannen, V düb l (Quellen
Verdübeln (Q ll 1 1,0
0 ... 2
2,5 %)
Sprengen
 Schnellzemente
- erhöhter Aluminatgehalt / Mischung mit Tonerdezement
- verringerte Sulfatkomponente
 Mischbinder  MC (DIN EN 413) und HRB (DIN 18506)
- Hydraulische Stoffe (Hüttensand
(Hüttensand, Puzzolane) + Anreger (PZ
(PZ, Kalk
Kalk,
Gips)
- fc  15 N/mm²
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 369

Entstehung von Ekzemen (schematisch)

Chronische Einwirkungen von hautreizenden Stoffen


(z.B. Sand, scharfkantige Materialen, alkalische Stoffe)
trockene, rissige Haut
(
(Abnutzungsdermatose)
g )

gestörte Barrierefunktion der Haut

erleichtertes Eindringen von Allergenen in lebende Hautschichten

Sensibilisierung

allergisches Kontaktekzem

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


BT 2009 / S. 17
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 370

Durch Zusatz von Eisen(II)Sulfat wird Chrom(VI) zu Chrom(III)

2+ 6+ 3+ 3+
3 Fe + Cr  3 Fe + Cr

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 371

Xi

Gefahrensymbol “Reizend”
gilt, wenn Stoffe und Zubereitungen “beim
Einbringen in das Auge von Versuchstieren
innerhalb von 72 Stunden nach der Ex-
position deutliche Augenschäden hervor-
rufen und 24 Stunden oder länger anhalten
anhalten.”

Reizend

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 372

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 373

GEFAHRENHINWEISE
 R 36/38 Reizt die Augen und die Haut
 R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich

SICHERHEITSRATSCHLÄGE
S2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
g g
 S 24 Berührung mit der Haut vermeiden
 S 25 Berührung mit den Augen vermeiden
 S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit
Wasser abspülen und Arzt konsultieren
 S 37 Geeignete Schutzhandschuhe tragen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 374

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 375

Mischbarkeit von Bindemitteln auf der Baustelle


Zement hydraul.
hydraul Luftkalk Gips Anhydrit Magnesia
Kalk
ja
(besondere
Zement Eigenschaften ja ja nein nein nein
können
verloren g
gehen))

hydraul.
ja ja nein nein nein
Kalk

Luftkalk ja ja ja nein

G
Gips j
ja ja nein
i
(z.B. Modellgips)

Anhydrit ja nein

Magnesia nein

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 376

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 377

3. Gesteinsbaustoffe - Gesteinskörnungen

• Rohstoffe für Baustoffe

• Natursteine  Werkstein, Dekorationsstein

• Gesteinskörnungeng ((klastische Sedimente  Sand und


Kies; zerkleinert  Brechsand, Splitt, Schotter)

BT 2009 / S
S. 30

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 378

Kreislauf der Gesteine (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 379

Magmatisches Gestein

• entstehen durch Erstarren einer Gesteinsschmelze (Magma)


• kann als Lava aus Vulkanen ausgestoßen werden
• oder erkaltet innerhalb der Erdkruste in riesigen
Magmakammern

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 380

Magmatisches Gestein - Basalt (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

häufigstes vulkanisches Gestein,


beim Abkühlen bilden sich sechseckige Säulen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 381

Magmatisches Gestein - Basaltlava (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

tritt bei Vulkanausbrüchen aus,


erstarrt nach und nach,
oberste Schicht zeigt Fließstrukturen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 382

Magmatisches Gestein - Granit (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

entsteht aus siliziumreicher Schmelze,


erstarrt kilometertief in Magmakammer
Magmakammer,
durch Hebung und Erosion
an Erdoberfläche freigelegt
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 383

Metamorphe Gesteine

• … bilden sich wenn Sedimentgesteine oder magmatische


Gesteine in größere Tiefe sinken und dort veränderten
Druck- und Temperaturbedingungen ausgesetzt werden.
• Unter dem Einfluss
f von Druck und Temperatur werden die
Minerale in andere umgewandelt.
• Es
E verändert
ä d t sich
i h di
die St
Struktur
kt d der G
Gesteine.
t i

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 384

Metamorphes Gestein - Gneis (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

- entsteht durch Metamorphose


aus Sedimentgestein oder aus
magmatischem Gestein
- zeigt nur grobe Schieferung
- hier aus Granit entstanden

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 385

Metamorphes Gestein - Marmor (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

- entsteht aus Kalkstein oder Dolomit


- deutlich härter als Ausgangsgestein

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 386

Sedimentgesteine

• Entstehen aus Verwitterungsprodukten – aus größeren und


kleineren Gesteinstrümmern; aus Mineralen, die aus
Gesteinen herausgewaschen oder herausgelöst wurden
• Gesteinsschutt
G wird von Flüssen, vom Wind, von Gletschern
G
oder Meeresströmungen abgelagert, das gelöste Material
wird chemisch oder durch Lebewesen in Meeren oder Seen
ausgefällt

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 387

Sedimentgestein - Kalkstein (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

entsteht,, wenn Kalziumkarbonat im


Wasser ausfällt
Ab- und Einlagerung kalkiger Schalentiere

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 388

Sedimentgestein - Gebändertes Eisenerz (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

entstand vor ca. 2 Mill. Jahren,


rote Eisenoxidschichten,,
enstand im Meer als Eisen durch Sauerstoff
aus der Photosynthese gebunden wurde

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 389

Sedimentgestein – Sandstein (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

Körnung (0
(0,06
06 … 2 mm)
Verwitterung durch Wind, Frost, Wasser

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 390

Metamorphes Gestein – Tonschiefer (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

entsteht durch Erwärmen von Ton unter


der Erdoberfläche,
Erdoberfläche
Neubildung plattenfärmiger Kristalle,
typische Schieferstrukturen
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 391

Zusammensetzung von Mylonit (GEO Kompakt Nr. 1/2004)

Zusammengesetzt aus verschiedenen


40 mm
Mineralen (dargestellt im polarisiertem Licht)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 392

3.1. Gesteine - Lagerungsformen der Gesteine

Magmatite: 1 Batholith; 2 Lakkolith; 3 Intrusivlager; 4 Gänge; 5 Vulkanschlot; 6 Vulkankegel; Deckenerguss


Sedimente: 8 terrestrisch-fluviatil: Flussablagerungen in einem Tal; 9 terrestrisch-äolisch: Dünenbildung
durch Wind; 10 marin: Meeressedimente;
Metamorphite (schraffiert):11 kristalliner Schiefer (senkrecht schraffiert); 12 u
u. 13 Kontaktgesteine
(schräg schraffiert); 12 Plutonitkontakt; 13 Vulkanitkontakt; 14 Tuffe: schichtförmig an Vulkan

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 393

 Praktikum

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 394

Gesteinsarten und deren Verwendung - Erstarrungsgesteine

Gestein Massivbau Fassade Bodenbelag Außenanlagen

Granit gute Eignung

Syenit

Di it
Diorit

Gabbro

Rhyolith (Porphyr)

Trachyt beschränkte
Eignung
Basalt

Diabas

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 395

Gesteinsarten und deren Verwendung - Ablagerungsgesteine

Gestein Massivbau Fassade Bodenbelag Außenanlagen

Brekzie beschränkte
Eignung
Konglomerat

Sandstein gute Eignung

Grauwacke

Kalkstein

Muschelkalk

Dolomit

Kalktuff

Travertin

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 396

Gesteinsarten und deren Verwendung - Umwandlungsgesteine

Gestein Massivbau Fassade Bodenbelag Außenanlagen

Orthogneis gute Eignung

Serpentinit eingeschränkte
Eignung
Migmatit

Paragneis

Quarzit

Glimmerschiefer

Tonschiefer

Marmor

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 397

3.2. Gesteinskörnungen für Beton und Mörtel

DIN EN 12620
Gesteinskörnungen
DIN 4226 „alt“ für Beton
Ausgabe 1983-04
1983 04
Zuschlag für
Beton DIN EN 13055
Leichte
Gesteinskörnungen

2000 2001 2004

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 398

Kennwerte normaler Gesteinskörnungen


BT 2009 / S
S. 48
Stoff Rohdichte in kg/dm³ Druckfestigkeit in
N/
N/mm² ²
Quarzitisches Gestein 2,60 … 2,70 70 … 240

Kalkstein 2,65 … 2,85 80 … 180

G it
Granit 2 60 … 2
2,60 2,80
80 160 … 240

Gabbro 2,80
, … 3,00
, 170 … 300

Diabas 2,80 … 2,90 180 … 250

Basalt 2,90 … 3,05 250 … 400

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 399

Kennwerte leichter Gesteinskörnungen


Stoff Kornrohdichte Schüttdichte 1) Reindichte Kornfestigkeit
kg/dm³ kg/dm³ kg/dm³
Naturbims 07…1
0,7 1,6
6 04…0
0,4 0,7
7 22…2
2,2 2,4
4 niedrig

Schaumlava 1,7 … 2,2 0,8 … 1,0 2,8 … 3,1 mittel … hoch

Hüttenbims 1,0 … 2,2 0,4 … 1,1 2,9 … 3,0 niedrig bis


mittel
Sinterbims 0,9 … 1,8 0,4 … 1,0 2,6 … 3,0 niedrig bis
hoch
Ziegelsplitt 12…1
1,2 1,8
8 10…1
1,0 1,5
5 25…2
2,5 2,8
8 mittel

Blähton 0,6 … 1,4 0,3 … 0,8 2,5 … 2,7 niedrig bis


Blähschiefer hoch

1) lose eingefüllt BT 2009 / S. 48


Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 400

Kennwerte leichter Gesteinskörnungen (wärmedämmend)


Stoff Kornrohdichte Schüttdichte 1) Reindichte Kornfestigkeit
kg/dm³ kg/dm³ kg/dm³
Blähglas 03…0
0,3 0,9
9 02…0
0,2 0,4
4 25…2
2,5 2,7
7 niedrig bis
mittel
Kiesegur 0,2 … 0,4 0,2 … 0,3 2,6 … 2,7 sehr niedrig

Blähperlit 0,1 … 0,3 0,05 … 0,15 2,1 … 2,4 sehr niedrig

Blähglimmer 0,1 … 0,35 0,06 … 0,17 2,5 … 2,7 sehr niedrig

Schaumsand 01…0
0,1 0,3
3 0 06 … 0
0,06 0,18
18 25…2
2,5 2,7
7 sehr niedrig
Schaumkies

1) lose
l eingefüllt
i füllt
BT 2009 / S. 48

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 401

Natürliche schwere Gesteinskörnungen

Stoff Rohdichte in kg/dm³ Strahlenschutzrelavante


Bestandteile
Baryt (BaSO4) 4,0 … 4,3 BaSO4 – Gehalt ≥ 85 %

Magnetit (Fe2O3) 4,65 … 4,8 Fe – Gehalt: 60 .. 70 %

Hämatit (Fe2O3) 4,7 … 4,9 Fe – Gehalt: 60 .. 70 %

Ilmenit (FeTiO3) 4,55 … 4,65 Fe – Gehalt: 35 .. 40 %

BT 2009 / S. 49

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 402

Künstliche schwere Gesteinskörnungen

Stoff Rohdichte in kg/dm³ Strahlenschutzrelavante


Bestandteile
Ferrophosphor 6,0 … 6,2 Fe – Gehalt: 65 .. 70 %

Ferrosilicium 5,8 … 6,2 Fe – Gehalt: 80 .. 85 %

Eisengranalien (Fe) 6,8 … 7,5 Fe – Gehalt: 90 .. 95 %

Stahlsand (Fe) 7,5 Fe – Gehalt: ~ 95 %

BT 2009 / S. 49

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 403

Zuschläge mit erhöhtem Kristallwassergehalt

Stoff Rohdichte Strahlenschutzrelavante


in kg/dm³ Bestandteile
Limonit (Fe2O3 · n H2O) 3,5 … 3,65 Kristallwassergehalt: 10 .. 12 %

Serpentin Ca. 2,6 Kristallwassergehalt: 11 .. 13 %


(Mg6[(OH)6Si4O11] · H2O)

BT 2009 / S. 49

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 404

Bezeichnungen der ungebrochenen Gesteinskörnungen

Sand; Kies
Gesteinskörnung mit Bezeichnung
ungebrochener Zuschlag
Kleinstkorn Größtkorn
in mm in mm
- 0,25 Feinst-
- 1 Fein- Sand
1 4 Grob-

4 32 Kies
32 63 Grobkies

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 405

Bezeichnungen der gebrochenen Gesteinskörnungen

Brechsand; Splitt; Schotter

Gesteinskörnung mit Bezeichnung


gebrochener Zuschlag
Kleinstkorn Größtkorn
in mm in mm
- 0,25
0 25 Feinst-
Feinst
- 1 Fein- Brechsand
1 4 Grob-

4 32 Splitt
32 63 S h tt
Schotter

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 406

Ziel der Gefügebildung  gefügedichter Beton

Gesteinskörnung

Zementstein

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 407

Korngrößenzusammensetzung  Regelsieblinien

Sieblinie A

Sieblinie B

Sieblinie C

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 408

Sieblinie – Größtkorn dmax = 16 mm

Durchgang + Rückstand = 100

D + R = 100

BT 2009 / S. 50

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 409

Sieblinie – Größtkorn dmax = 32 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 410

Bereiche zwischen den Grenzsieblinien (Beispiel: dmax = 8 mm)

1 – grobkörnig („zu grob“)


2 – Ausfallkörnung
3 – grob- bis mittelkörnig („günstig“)
4 – mittel
mittel- bis feinkörnig („brauchbar“)
(„brauchbar )
5 – feinkörnig („unbrauchbar – zu fein“)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 411

Siebversuch  Ermittlung der Korngrößenzusammensetzung

 Beispiel an der Tafel

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 412

Körnungsziffer (k-Wert)
BT 2009 / S. 52

k = Summe der Rückstände über den Sieben / 100

Gesteinskörnungen gleicher Körnungsziffer


besitzen den gleichen Wasseranspruch !

Die Körnungsziffer k einer Gesteinskörnung ermöglicht


unter Berücksichtigung der gewünschten Konsistenz
die Festlegung des Wasseranspruches eines Betongemenges
Betongemenges.
BT 2009 / S. 53 - 54
Aus dem Wasseranspruch ergibt sich unter Beachtung
des Wasser-Zement-Wertes der Zementgehalt.
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 413

Berechnung des k-Wertes (Körnungsziffer)


BT 2009 / S. 53

Rechenbeispiel  Tafel
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 414

Zusammenhang zwischen k-Wert, Wassergehalt und Konsistenz

 Tabelle,, S.54;; „Betontechnische


„ Daten 2009“
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 415

Zusammensetzen der Gesteinskörnung für Beton aus mehreren


Lieferkörnungen  Beleg „Gesteinskörnung
Gesteinskörnung“

aus 2 Lieferkörnungen: Lieferkörnung


g X mit kx
Lieferkörnung Y mit ky
(1) x + y = 1
(2) x • kx + y • ky = ksoll gesucht: Anteile x und y

aus 3 Lieferkörnungen: Lieferkörnung X mit kx


Lieferkörnung Y mit ky
( )x + y + z = 1
(1) Lieferkörnung
g Z mit kz
(2) x • kx + y • ky + z • kz = ksoll
gesucht: Anteile x und y

Rechenbeispiel  Tafel Bedingung: z = z0


 vorgegeben
g g oder g
gewählt
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 416

Beispiel: A/B 32 aus 0/4; 4/8;8/32

100
A/B 32

45%

Beachte:
B ht
55 Lieferkörnungen
20% ohne
35 Über- und
Unterkorn
35%

0/4 4/8 8/32


Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 417

Wassergehalt – Konsistenz - Zementleimgehalt

• Der für
fü eine geforderte
f Konsistenz notwendige
Zementleimgehalt wird beeinflusst von der
Korngrößenzusammensetzung der Gesteinskörnung und dem
Grösstkorn.

• Er nimmt zu bei feiner werdende Korngrößenzusammensetzung


((Tendenz von A nach C bzw. kleiner werdender k-Zahl)) und
abnehmenden Größtkorn.

Beachte: Mindestzementgehalt der Expositionsklassen zum


Korrosionsschutz der Bewehrung im Stahl- und Spannbeton !

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 418

Expositionsklassen für Bauteile ( max. w/z-Wert, min z)

BT 2009 / S. 129

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 419

Expositionsklassen für Bauteile ( max. w/z-Wert, min Z)

BT 2009 / S. 128

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 420

Freilegen der Gesteinskörnung  „Waschbeton“

Polierwiderstand; Griffigkeit der Fahrbahn

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 421

Normenübersicht: Gesteinskörnungen für Beton und Mörtel

DIN EN 12620 DIN 4226-100


Gesteinskörnungen für Beton Rezyklierte Gesteinskörnungen

DIN V 20000-103
Anwendung von Gesteinskörnungen nach DIN EN 13139
DIN EN12620 in Deutschland Gesteinskörnungen für Mörtel

DIN EN 13055-1
Leichte Gesteinskörnungen für Beton und
DAfStb-Richtlinie
Beton mit rezyklierten
Mörtel und
G
Gesteinskörnungen
ö
Einpressmörtel

DIN V 20000-104
20000 104 DAfStb Richtlinie
DAfStb-Richtlinie
Anwendung von leichten Vorbeugende Maßnahmen gegen
Gesteinskörnungen nach DIN EN 13055-1 schädigende Alkalireaktion

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 422

Einteilung der Gesteinskörnungen  Herkunft

natürlich:
• natürliches mineralisches Vorkommen
• ausschließlich mechanische Aufbereitung

industriell hergestellt:
• mineralischer Ursprung
p g
• thermischer o.a. Prozess

rezykliert:
• aufbereitetes anorganisches Material aus Altbaustoff
• rezyklierter Splitt und Brechsand

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 423

Einteilung der Gesteinskörnungen  Rohdichte

normal:
• Kornrohdichte >2000 kg/m³
g
• mineralischer Ursprung

leicht:
• Kornrohdichte  2000 kg/m³
g oder Schüttdichte  1200 kg/m³
g
• mineralischer Ursprung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 424

Einteilung der Gesteinskörnungen  Feinheit

grob: BT 2009 / S. 30
• D  4 mm und d  2 mm

fein:
• D  4 mm (Sand)

Feinanteil:
• Gesteinsanteil < 0,063 mm

Füller (Gesteinsmehl):
• überwiegender Teil < 0
0,063
063 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 425

Anwendungsbereich

 normale mineralische Gesteinskörnungen


(2000 kg/m³  Kornrohdichte < 3000 kg/m³)

 schwere mineralische Gesteinskörnungen


(3000 kg/m³  Kornrohdichte)

 natürliche mineralische Gesteinskörnungen

 industriell hergestellte mineralische


Gesteinskörnungen
g

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 426

Anforderungen an Gesteinskörnungen
BT 2009 / S. 32 ff

Anforderungen
an andere
Bestandteile

Chemische
Anforderungen
Geometrische
G ti h
Anforderungen
Physikalische
y
Anforderungen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 427

Begriffsdefinition

Einführung von Kategorien für die Einstufung der Gesteinskörnungen


BT 2009 / S. 32

=
charakteristisches Niveau für
die Eigenschaft einer
Gesteinskörnung, ausgedrückt
als Bandbreite von Werten
oder
als Grenzwert

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 428

Geometrische Anforderungen
BT 2009 / S. 33 ff
 Korngruppen; Bezeichnung (d/D)

 Kornzusammensetzung (Über-, Unterkorn) (GD)

 Kornform (Kennzahlen) (SI, Fl)

 Muschelschalengehalt für grobe Gesteinskörnungen (SC)

 Feinanteile ((f))
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 429

Geometrische Anforderungen

Anforderungen an die Korngruppen

 Angabe der Korngruppe durch d/D

(d – untere und D – obere Siebgröße)

 Korngruppenunterteilung nach D/d  1,4

 In Deutschland:
Korngruppen sind anzugeben unter Verwendung des
Grundsiebsatzes + Ergänzungssiebsatzes 1

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 430

Geometrische Anforderungen
Siebsätze zur Bezeichnung von Korngruppen BT 2009 / S. 31

Grundsiebsatz

0 1 2 4 8 16 31,5 63 125

Ergänzungsreihe
g g 1 5,6
, 11,2
, 22,4 45 90

Ergänzungsreihe 2 6,3 10 12,5 14 20 40

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 431

Geometrische Anforderungen
Allgemeine Anforderungen an die Kornzusammensetzung
Beispiel: grobe Gesteinskörnungen, Kategorie GD85
2 D: 100%
100 D/d  2 oder D: 85 – 99%
(Überkorn)
D  11,2 mm
ng in M.-%
%

80 Beispiel: 8/16 1,4


1 4DD: 98-
98
100%

60
durchgan

d: 0- 20%
40 (Unterkorn
)
Siebd

20 d/2: 0 – 5
%
0
2 2,8 4 5,6 8 11,2 16 22,4 31,5
Siebweite in mm

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 432

Geometrische Anforderungen
Grenzwerte / Grenzabweichung g für den Siebdurchgang
g g durch das mittlere
Sieb
Beispiel: grobe Gesteinskörnung

Beispiel: 8/16
100 D/d < 4
Mittleres Sieb: D/1,4  11,2 mm
g in M.-%

80

60 Grenzabweichung g für den Durchgang


g g
durchgang

der typischen Sieblinie


durch das mittlere Sieb: 25 bis 70 % absolut
40 ± 15 %
Siebd

20

0
2 2,8 4 5,6 8 11,2 16 22,4 31,5
Siebweite in mm

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 433

Geometrische Anforderungen
Grenzabweichung für den Siebdurchgang von feinen Gesteinskörnungen
Beispiel: Sand 0/2

100
Regelanforderung
80 ± 5%
ng in M.-%
%

60
± 20%
durchgan

40 ± 25%
Siebd

20
± 5% *
0
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4
*gilt
gilt nicht für f4 Siebweite in mm

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 434

Geometrische Anforderungen
Grenzabweichung für den Siebdurchgang von feinen Gesteinskörnungen
Beispiel: Sand 0/2

100
Regelanforderung
80 ± 5%
erhöhte Anforderung
ng in M.-%
%

± 10%
60
durchgan

40
± 15%
Siebd

20
± 5% *
0
0,063 0,125 0,25 0,5 1 2 4
Siebweite in mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 435

Geometrische Anforderungen
Kategorien für die Höchstwerte des Gehaltes an Feinanteilen

max. Anteile
Gesteinskörnung
g Kategorie
g
 0,063
0 063 mm in MM.-%
%

1,0 Regelanforderung f1,0


grobe Gesteinskörnung
g g 1,5
, f1,5
15
4 f4

2 Regelanforderung f2
Korngemisch
11 f11
4 Regelanforderung f4
10 f10
feine Gesteinskörnung 16 f16
22 f22
keine Anforderung fNR

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 436

Physikalische Anforderungen

 Widerstand gegen Zertrümmerung (SZ / LA)


 Festigkeit
 Widerstand gegen Verschleiß (MDE)
 Widerstand gegen Polieren (PSV), Abrieb
(AAV) und
Abrieb durch Spikereifen (AN)
 Frostwiderstand (F)
 Frost
Frost-Tausalz-Widerstand
Tausalz Widerstand (MS)
 Raumbeständigkeit

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 437

Physikalische Anforderungen
Begriffe

 SZ Schlagzertrümmerungswert
g g
 LA Los Angeles-Koeffizient
 MDE Micro Deval Koeffizient
Micro-Deval-Koeffizient
 PSV Polierwert (Polishing Stone Value)
 AAV Abriebwert (Aggregate Abrasion Value)
 AN nordischer Abriebwert
 F Frostwiderstand
 MS
S Magnesiumsulfat-Wert
f
(Frost-Tausalz-Widerstand)
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 438

Ermittlung des Polierwiderstandes (PSV)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 439

Physikalische Anforderungen

Anforderungen an den Frostwiderstand

Frostwiderstand
Kategorie F
(Masseverlust in %)

≤1 F1
≤2 F2
≤44 Regelanforderung F44

keine Anforderung FNR

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 440

Physikalische Anforderungen

Anforderungen an den Frost-Tausalz-Widerstand

Magnesiumsulfat-Wert Kategorie MS
(Masseverlust in %)

≤18 MS18

≤25 MS25

≤35
35 R
Regelanforderung
l f d MS35
MS 35
keine Anforderung MSNR

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 441

Physikalische Anforderungen
P üf th d Frost-
Prüfmethoden F t undd Tausalz-Widerstand
T l Wid t d

Frostprüfung an alternativ:
Ei
Eigenschaft
h ft Gesteinskörnung Frostprüfung an Beton

Frostprüfung mit Wasser


Frostversuch in Wasser an einem „Standardbeton“
Frostwiderstand
(3 Anforderungsklassen) (Ja/Nein-Prüfung mit festem
Grenzwert)

Magnesium-Sulfat-Versuch
(3 Anforderungsklassen) Frostprüfung mit 3%iger NaCl-

Lösung an einem
i „Standard-
St d d
Frost-Tausalz- alternativ: Luftporenbeton“
Widerstand
Prüfung in 1%iger NaCl-Lösung (Ja/Nein-Prüfung mit festem
Grenzwert))
(ab 8 M % Absplitterung 
M.-%
Betonversuch)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 442

Regelanforderungen an Gesteinskörnungen

2 4 1 2 2 2 3 0 0 0 0 0 0 0

GD8 MSN
5 R
FI50 LAN
R
f1,0 SZNR
Q0,10 MDEN
R
Cl0,0 PSVN
ani-

4
ung

en

R
AS0, AAVN
chtige orga
nreinigunge
mmensetzu

8
F4 R
ANNR
nen

Sulfatgehalt
Kornzusam

Chlorid Ion
sche Verun
Feinanteile
e

Leichtgewi
Kornform

Für diese Eigenschaften ist die als


derstand
Frostwi-

Regelanforderung festgelegte Kategorie „keine


Anforderung“.
C
K

F
d
F

L
s

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 443

Allgemeine Anforderungen an die Verwendung von


Gesteinskörnungen in Beton nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2

 Auswahl der Gesteinskörnung nach


Korngröße und Kategorien (z.B. plattige Kornform,
Frostwiderstand, Abriebwiderstand, Feinstoffe etc.)

 Kornzusammensetzung der
Gesteinskörnung g wird gekennzeichnet
g
durch Sieblinien

 Nichtaufbereitete Gesteinskörnung:
Verwendung nur für untergeordneten
Beton  C12/15

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 444

Allgemeine Anforderungen an die Verwendung von


Gesteinskörnungen in Beton nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2
 Wiedergewonnene Gesteinskörnungen:
DAfStb-Richtlinie
DAfStb Richtlinie „Herstellung
Herstellung von Beton unter
Verwendung von Restwasser, Restbeton und
Restmörtel“ beachten:
 aus Restwasser und Frischbeton
wiedergewonnene
Gesteinskörnung darf für Beton verwendet werden
 nicht getrennt aufbereitete wiedergewonnene
Gesteinskörnung darf mit max 5 % der
Gesamtmenge
der Gesteinskörnungen hinzugefügt werden
 Rezyklierte Gesteinskörnungen:
DAfStb-Richtlinie „Beton mit rezykliertem Zuschlag“
beachten! BT 2009 / S. 42

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 445

Allgemeine
All i A Anforderungen
f d an di
die V
Verwendung
d von
Gesteinskörnungen in Beton nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2
Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR)

 Vorsichtsmaßnahmen erforderlich bei:


empfindlich auf Alkalien reagierende Kieselsäure
und Feuchtezufuhr ausgesetztem Beton

 Beurteilung + Verwendung der


Gesteinskörnungen
g nach DAfStb-Rili
„AKR“ bei:
 schädlichen Mengen alkalilöslicher Kieselsäure
 Verdacht
V d ht auff mögliche
ö li h AKR-Reaktion
AKR R kti

geographische Verbreitung
 Für hochfesten Beton sind hinsichtlich
Alkalireaktion unbedenkliche
Gesteinskörnungen zu verwenden! BT 2009 / S. 43

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Bachelor Bauingenieurwesen BT 446

Anwendungsbereich
der
Alkali-Rili

HTWK Smd
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 447

Siliziumdioxid SiO2 [8]

Opal  amorph

Quarzkristalle  kristallin

Opalsandstein, geschädigt
Opalsandstein geschädigt, Dünnschliff
Dünnschliff,
120-fache Vergrößerung, polarisiert

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 448

Problem  Gesteinskörnungen (ungebrochen, gebrochen)


Struktur  unregelmäßiges Netz von SiO4 - Tetraedern

Q
Quarzkristall
k i t ll Struktur des
Quarzglases Struktur des
Natronsilikatglases
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 449

Extinktion = f (Kristallisationsgrad) [8]

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 450

Löslichkeit von SiO2 = f (Temperatur) [8]

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 451

Prinzip der Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR)

kieselsäurehaltige + Alkalihydroxid Alkali-


Gesteinskörnung (NaOH; KOH) Kieselsäure-
Kieselsäure
Gel

amorphes oder in der Porenlösung: Volumenzunahme


T ilk i t lli
Teilkristallines SiO2 aus dem Zement Treiben
z.B. Opal, Flint

Alkalizufuhr
von außen
z.B. Taumittel
(Na-; K-Verbindungen)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 452

Prinzip der Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR)

kieselsäurehaltige + Alkalihydroxid Alkali-


Gesteinskörnung (NaOH; KOH) Kieselsäure-
Kieselsäure
Gel

W
Wasser
amorphes oder in der Porenlösung: Volumenzunahme
T ilk i t lli
Teilkristallines SiO2 aus dem Zement Treiben
z.B. Opal, Flint
Zementart; Zementmenge
Alkalizufuhr
von außen
z.B. Taumittel
(Na-; K-Verbindungen)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 453

Schadensbild [8]

[8]Stark; Wicht: Dauerhaftigkeit


von Beton;Birkhäuser Verlag 2001

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 454

Prinzip der AKR [8]

2 NaOH + SiO2 + n H2O  Na2SiO3 • n H2O

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 455

Aufbau von Quelldruckspannungen durch AKR [8]

Wasser; Alkalien

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 456

Prinzip der Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR)

kieselsäurehaltige + Alkalihydroxid Alkali-


Gesteinskörnung (NaOH; KOH) Kieselsäure-
Kieselsäure
Gel
Alkaliempfindlichkeitsklasse
amorphes oder in der Porenlösung: Volumenzunahme
T ilk i t lli
Teilkristallines SiO2 aus dem Zement Treiben
z.B. Opal, Flint
Bauteil:
Na2O-Äquivalent Alkalizufuhr Feuchtigkeitsklassen
e e
NA-Zement von außen
WO; WF; WA; WS
Zementmenge z.B. Taumittel
(Na-; K-Verbindungen)

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Betontechnische Daten,
Bachelor Bauingenieurwesen AusgabeI
- Baustofflehre BT I 457
2009
Prinzip der Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR)

kieselsäurehaltige + Alkalihydroxid Alkali-


Gesteinskörnung (NaOH; KOH) Kieselsäure-
Kieselsäure
Gel
Alkaliempfindlichkeitsklasse Maßnahmen
S. 45 S. 45 - 47
amorphes oder in der Porenlösung: Volumenzunahme
T ilk i t lli
Teilkristallines SiO2 aus dem Zement Treiben
z.B. Opal, Flint
Bauteil:
Na2O-Äquivalent Alkalizufuhr Feuchtigkeitsklassen
e e S. 10 von außen
NA-Zement WO; WF; WA; WS
Zementmenge z.B. Taumittel
(Na-; K-Verbindungen) S. 44 S. 85
S. 47
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 458

Alkaliempfindlichkeitsklasse  Opalsandstein

Alkali- Beschreibung
empfindlichkeits-
klasse

E I-O unbedenklich hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein


einschl Kieselkreide
einschl.

E II-O bedingt brauchbar hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein


einschl. Kieselkreide

E III-O bedenklich hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein einschl.


Kieselkreide

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 459

Beurteilung der Alkaliempfindlichkeit von Gesteinskörnungen


mit Opalsandstein,
Opalsandstein einschließlich Kieselkreide

Grenzwerte in M
M.-%
% für die Alkaliempfindlichkeitsklasse
Bestandteile E I-O E II-O E III-O

Opalsandstein einschließlich Kieselkreide ≤ 0,5 ≤ 2,0 > 2,0


(über 1 mm) 1)

1)) In den Prüfkornklassen 1 mm bis 4 mm einschließlich


reaktionsfähigem Flint

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 460

Alkaliempfindlichkeitsklasse  Opal, Flint, Kieselkreide

Alkali- Beschreibung
empfindlichkeits-
klasse

E I-OF unbedenklich hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein einschl.


Kieselkreide u
u. Flint

E II-OF bedingt brauchbar hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein


einschl. Kieselkreide u. Flint

E III-OF bedenklich hinsichtlich Alkalireaktion durch Opalsandstein einschl.


Kieselkreide und Flint

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 461

Beurteilung der Alkaliempfindlichkeit von Gesteinskörnungen


mit Opalsandstein, einschließlich Kieselkreide und Flint
Grenzwerte in M.-% für die Alkaliempfindlichkeitsklasse
Bestandteile E I-OF E II-OF E III-OF

Opalsandstein einschließlich Kieselkreide ≤ 0,5 ≤ 2,0 > 2,0


(über 1 mm) 1)

reaktionsfähiger Flint (über 4 mm) ≤ 3,0 ≤ 10,0 > 10,0

5x Opalsandstein einschl. Kieselkreide + ≤ 4,0 ≤ 15,0 > 15,0


reaktionsfähiger Flint

1) In den Prüfkornklassen 1 mm bis 4 mm einschließlich reaktionsfähigem Flint

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 462

Prüfschema / Schnellprüfverfahren
bestanden
Schnellprüfverfahren
nicht bestanden

bestanden
Betonversuch, Nebelkammer (40°C)

nicht bestanden

Einstufung E III-S Einstufung E I-S

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 463

Beurteilung der Alkaliempfindlichkeitsklasse 1) , Betonversuch


mit Nebelkammerlagerung (40 °C) C)

Kriterium E I-S E III-S

Dehnung der Betonbalken Ԫ ≤ 0,6 Ԫ > 0,6


mm/m 2)

Rissbildung der Würfel keine stark 3)

1) maßgebend ist die ungünstigste Bewertung


2) nach 9 Monaten Nebelkammerlagerung einschl. Wärme- u.
Feuchtedehnung g
3) mit Rissbreiten w ≥ 0,2 mm

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 464

Allgemeine
All i A Anforderungen
f d an di
die V
Verwendung
d von
Gesteinskörnungen in Beton nach DIN EN 206-1 / DIN 1045-2
B i i l Expositionsklasse
Beispiel: E iti kl XF

Expositionsklasse des Betons Kategorie für die


nach DIN EN 206-1 Gesteinskörnung

mäßige Wassersättigung ohne Taumittel


XF1 („normale“ Außenbauteile) F4

mäßige Wassersättigung mit Tau-mittel (z.B.


XF2 Spritzwasserbereich
p von Verkehrsflächen)) MS25

hohe Wassersättigung ohne Taumittel


XF3 (z.B. offene Wasserbehälter) F2

XF4 hohe Wassersättigung mit Taumittel


(z.B. Verkehrsflächen) MS18

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 465

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt
Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 466

4. Betonzusätze

4.1. Betonzusatzstoffe
4.2. Betonzusatzmittel
4.3. Zugabewasser
g

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 467

4.1. Betonzusatzstoffe
• DIN EN 450 - Flugasche
Fl h
• DIN EN 12620 - Gesteinsmehle BT 2009 / S. 65 ff
• DIN 51043
10 3 - Trass
• DIN EN 12878 - Pigmente
• DIN EN 13263 - Silikastaub

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 468

Zusatzstoffe - Definition und Einteilung -

• Definition :
– anorganischer
i h ffeinverteilter
i t ilt StStoff,
ff dder iim B
Beton
t zur V
Verbesserung
b
oder Erreichung bestimmter Eigenschaften verwendet wird

 Typ I :  Typ II
- Gesteinsmehle - Steinkohlenflugasche
- Pigmente - Braunkohlenflugasche
- Stahlfasern - Trass
- Kunststofffasern - Silikastaub
- Glasfasern - Hochofenschlacke
- (Polymerdispersionen)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 469

Zusatzstoffe – Dreiphasendiagramm -
Dreiphasendiagramm
100 % SiO2
Silicastaub

Glas

saurer Traß
Hüttensand
Steinkohlenflugasche
sonstige natürliche
bas sc e
basischer Puzzolane
u oa e
Hüttensand
Braunkohlenflugasche
Portlandzement
hydr Kalk
hydr.
Weißkalk
100 % CaO 100 % Al2O3
ZEMENT und ZUSATZSTOFFE

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 470

Zusatzstoffe - Anforderungen für Liefervertrag -

• Steinkohlenflugasche

– SFA nach DIN EN 450


– puzzolainisches Reaktionsvermögen
( mit Kalziumhydroxid)
– zusätzlich :
• Festlegung des Wasseranspruches mit Toleranzen
(in der Regel ± 2 %)
• Eingrenzung
g g des Glühverlustes ((± 1 %))
• evtl. Definition „Mischasche“

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 471

Zusatzstoffe - Anforderungen aus Normentwurf -

• Silikastaub (amorphes Siliziumdioxid)

Silicastaub
Eigenschaften / Kennwerte Maßeinheit
Pulver Suspension
K
Kornanteil
t il < 0
0,04
04 mm M %
M.-%  85  85
Kornanteil < 0,02 mm M.-% -- --
spez. Oberfläche cm²/g  180.000 --
 250.000 --
Glühverlust M.-%  3,0  3,0
Sulfat (SO3) M %
M.-%  2,0
20  2,0
20
Chlorid (Cl) M.-%  0,10  0,10
Dichte 1) kg/dm³ ca. 2,2 ca. 1,4
Schüttdichte 1) kg/dm³ 0,3 – 0,6 --
1)
Richtwert für bisherige Erfahrungen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 472

Zusatzstoffe - Anforderungen für Liefervertrag -

• Silikastaub

– Silikastaub bzw Silika-Suspension nach allg. bauaufsichtlicher


Zulassung
– Puzzolanisches Reaktionsvermögen ( Kalziumhydroxid)
– zusätzlich :
• Festlegung des Feststoffgehaltes bei Verwendung von
Suspensionen mit Toleranzen (in der Regel ± 2 %) und Dichte
• evtl.
tl F
Farbe
b
• Dosiereinrichtung und Einrichtung zum Homogenisieren

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 473

Wirkung von Silikastaub im Zementstein

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 474

Anrechenbarkeit von Flugasche f und Silikastaub s zum


Bindemittel (k-Wert-Ansatz)
(k Wert Ansatz) [BT 2009/ S. 67]

Wasser-Zement-Wert: w/z = w / z (Massenverhältnis)

(w/z)eq = w / (z + 0,4 • f + 1,0 • s)

z + f + s ≥ min z z ≥ min z bei Anrechnung

Zement ohne P,V,D: max. f = 0,33 • z

Z
Zement
t mitit P oder
d V ohne
h D D: max. f = 0
0,25
25 • z

Zement mit D: max


max. f = 0
0,15
15 • z

max. s = 0,11 • s

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 475

4.2. Zusatzmittel

• Betonverflüssiger (BV) BT 2009 / S. 55 ff


• Fließmittel (FM)
• Luftporenbildner (LP)
• Verzögerer (VZ)
• Dichtungsmittel
g ((DM))
• Erstarrungsbeschleuniger (BE)
• Stabilisierer (ST)
( )
• Schaumbildner (SB)
• Sedimentationsreduzierer (SR)
( )

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 476

Betonverflüssiger (BV)

• Wirkungsweise: Verminderung des Wasseranspruches


u./o. Verbesserung der Verarbeitbarkeit des Betons

• Anwendung:
Einhaltung des vorgegebenen w/z – Wertes
Verbesserung der Pumpbarkeit
Erleichterung beim Rütteln
Erreichen besserer Sichtflächen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 477

Fließmittel (FM)

• Wirkungsweise: Verringerung des Wasseranspruches u./o.


Verbesserung der Verarbeitbarkeit (Konsistenzklasse ≥ F4
• Anwendung:
(1) Verflüssigung bis zum Fließbeton bei gleichem
w/z – Wert
 (filigrane Bauteile und Bauteile mit enger Bewehrung)
(2) Wassereinsparung bei gleicher Konsistenz
(3) Wassereinsparung bei gleichzeitiger Verflüssigung
(4) Verflüssigung ggf. mit Verzögerung des Erstarrens
k bi i
kombinieren (FM/VZ)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 478

Beispiel: Anwendungsmöglichkeiten von Fliessmittel

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 479

Beispiel: Nassspritzverfahren / Dichtstromförderung

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 480

Luftporenbildner (LP)

• Wirkungsweise: Einführung kleiner gleich verteilter


Luftporen
• Anwendung:
Verbesserung der Verarbeitbarkeit
Reduzierung des „Blutens“
Erhöhung der Stabilität des Frischbetons
Erhöhung des Frostwiderstandes ( Wasserbau)
Erhöhung des Frost-Taumittel-Widerstandes ( Parkhäuser,
Parkdecks, Anfahrrampen, Betonstraßen, Brückenbauteile)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 481

Verzögerer (VZ)

• Wirkungsweise: Verlangsamung der Hydratation des


Zementes; Verzögerung des Erstarrens und der
Hydratationswärmeentwicklung
• Anwendung:
Herstellung größerer monolithischer Bauteile (
M
Massenbeton);
b t ) Brückenbau,
Bü k b F
Fundamente,
d t BBodenplatten
d l tt von
„Weißen Wannen“
Transportbeton bei höheren Temperaturen und längeren
Transportentfernungen
Betonieren bei höheren Außentemperaturen

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 482

Dichtungsmittel (DM)

• Wirkungsweise: Verringerung der kapillaren


Wasseraufnahme des Betons, wasserabweisende
Veränderung der Bauteiloberflächen (hydrophob)
• Anwendung:
ggf. zusätzliche Abdichtung des Betons gegen aufsteigende
F
Feuchtigkeit
hti k it (i
(i.d.R.
d R nicht
i ht notwendig)
t di )

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 483

Erstarrungsbeschleuniger (BE)

• Wirkungsweise: Verringerung des Zeitpunktes des


Erstarrungsbeginns
• Anwendung:
Steigerung der Frühfestigkeit (z.B. Spritzbeton)
Steigerung der Frühfestigkeit (Fertigteile)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 484

Stabilisierer (ST)

• Wirkungsweise: Verringerung der Neigung des Betons zum


Bluten und Entmischen
• Anwendung:
Leichtbeton in weicher Konsistenz (Verhinderung des
Aufschwimmens leichter Gesteinskörnungen, Verbesserung
d P
des Pumpens))
Sichtbeton und Estrich: Verbesserung der Homogenität
U t
Unterwasserbeton:
b t H
Herstellung
t ll erosionsfester
i f t F Frischbetone
i hb t
(Unterwasser-Compound)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 485

Schaumbildner (SB)

• Wirkungsweise: Schaumerzeugung durch Schaumgerät 


Untermischen in den Frischbeton  Erzeugung gleichmäßig
verteilter Poren
• Anwendung:
Schaumbeton (leichte Konstruktionen; Vergrößerung der

Dämmwirkung),
ik ) porosierter
i t Z Zementstein
t t i
Porenleichtbeton

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 486

Sedimentationsreduzierer (SR)

• Wirkungsweise: Verhinderung des Sedimentierens von


Betonbestandteilen im Frischbeton
• Anwendung:
Selbstverdichtender Beton Verhinderung
des Entmischens; Verringerung der Wirkung von
S h
Schwankungen
k d
des W
Wassergehaltes
h lt

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 487

4.3. Zugabewasser

BT 2009 / S. 72 ff
- Trinkwasser (Prüfung nicht erforderlich)
- Restwasser aus Wiederaufbereitungsanlagen der
Betonherstellung (Prüfung erforderlich)
- Grundwasser (Prüfung erforderlich)
- Natürliches Oberflächenwasser (Prüfung erforderlich)
- Industrielles Brauchwasser (Prüfung erforderlich)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 488

Grenzwerte für die Beurteilung von Zugabewasser

Prüfung auf Prüfverfahren Brauchbarkeit


Farbe visuelle Prüfung im Messzylinder farblos bis schwach gelblich
Öl und Fett visuelle Prüfung höchstens Spuren
Detergentien Probe im halb gefüllten Schaumzerfall innerhalb von
Messzylinder kräftig schütteln 2 min
absetzbare Stoffe 80 cm³ Messzylinder, < 4 cm³
30 min absetzen
G
Geruch
h ansäuern
ä ohne
h bibis schwach
h h
pH-Wert pH-Papier >4
Chlorid Titration < 600 mg/l
Spannbeton darüber
Chlorid Titration < 2000 mg/l unbrauchbar
Stahlbeton

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 489

Grenzwerte für die Beurteilung von Zugabewasser

Prüfung auf Prüfverfahren Brauchbarkeit


Chlorid Beton Titration < 4500 mg/l
g
Sulfat Teststäbchen, Labor < 2000 mg/l
Zucker (Glukose
(Glukose, Teststäbchen Labor
Teststäbchen, < 100 mg/l
Saccar.)
Phosphat
p Labor < 100 mg/l
g
Nitrat Teststäbchen < 500 mg/l
Zink Teststäbchen < 100 mg/l
Huminstoffe 5 cm³ Wasser + 5 cm 3-%ige heller als gelbbraun
NaOH schütteln, Prüfung nach
3 min

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 490

Betontechnologische Vergleichsprüfung
bedingt brauchbaren Anmachwassers

Prüfkriterium Eignungskriterium als


Ab i h
Abweichung zum Prüfwert
P üf t
mit destilliertem Wasser
Erstarren
E t  25 % oder
d  30 min
i iinnerhalb
h lb
(an je 2 Zementleimproben) von 1 - 2 h
Raumbeständigkeit
R b tä di k it Dehnungsmaß
D h ß nach
h
(an je 2 Zementleimproben) DIN EN 196-3 < 10 mm
Erhärten Druckfestigkeit nach 28 Tagen
(Druckfestigkeit nach 28 Tagen  90 %
an 3 Mörtelprismen oder ggf. an
3 Betonproben)

Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt


Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 491

Restbeton, Restmörtel, Restwasser und Restbetongesteinskörnung


nach Rili DAfStb 8/95

Restbeton/Restmörtel Restwasser Restgesteins-


körnung

- Frischbeton- und - Anmachwasser Gesteinskörnung
Fi h öt l t
Frischmörtelreste mitit
- Reste aus Fahrmischern - Wasch- und Korngrößen
und Betonpumpen Spülwasser > 0,25 mm
- Reste aus Reinigung - Wasser, das beim
Betonwerk Sägen, Schleifen
und Strahlen anfällt
- Rückstände beim - Niederschlags-
Waschen und Strahlen wasser
von Beton

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 492

Anforderungen an Restwasser nach Rili 8/95

Anforderungen Prüfverfahren
Farbe farblos bis schwach visuell, 80 ml Wasser in
gelblich Messzylinder nach 30 min
Absetzzeit
Öl und Fett höchstens Spuren Prüfung nach Augenschein
Detergentien instabiler Schaum 50 ml Wasser 30 s heftig
schütteln, Beurteilung nach
5 min
Chlorid
- Spannbeton  600 mg/l - Aquamerck-Reagenzien
- Stahlbeton  2000 mg/l - Titration
- unbewehrter Beton  4500 mg/l - Potentiometrie
Huminstoffe heller als gelbbraun, Wasser mit verdünnter
kein Ammoniakgeruch NaOH versetzen, Augen
Augen-
scheinprüfung nach 30 min

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 493
A f d
Anforderungen an Restwasser
R t und
d Restbetongesteinskörnung
R tb t t i kö

Restwasser Restbetongesteinskörnung
Bestandteile entspr. nicht DIN 1045, dann Auswaschen soweit bis keine Kornbindung mehr
elektrochemische Prüfung wie ZM auftritt
Restwasser darf keine betonschädigenden/ Restbetongesteinskörnung wird der größten
korrosiven Anteile enthalten (z. B. Gips) Korngruppe zugegeben
Homogene Verteilung der Feinststoffe im Restwasser
Mehlkorngehalt im Beton gemäß Erstprüfung ist
einzuhalten
max. Feinststoffzugabe
F i ff b durch
d hR Restwasser =
1 Masse-% der Gesteinskörnung
(Ausnahmen bis 2 M.-% = 35 kg/m³)
Ausnahmen/Grenzen
mögliche besondere Anforderungen bei Sichtbeton Restbetongesteinskörnung muss gleiche
Anforderungen wie Normalgesteinskörnung
erfüllen
kein Restwasser bei Anwendung von Luftporenbeton
bei Beton mit hohem Sulfatwiderstand max. 1 %
Feinststoff
beachten, bei Dichte  1,1
Alkali-RiLi beachten 1 1 kg/l +
z  400 kg/m³ Sonderprüfung
Chlorideinträge, Sulfateinträge ausschließen
(Waschwasser Mörtel, Estriche erlaubt)

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 494

Lehrinhalte (1)
0. Einführung
1. Baustoffkenngrößen
2. Mineralische Bindemittel Baustofflehre I
3. Gesteinskörnungen (Gesteinsbaustoffe)
4 Betonzusätze
4. B t ät
5. Beton – Grundlagen
6 Leichtbeton
6.
7. Metalle – Korrosionsschutz
8 Keramik
8.
9. Glas Baustofflehre II
10. Holz, Holzschutz
11. Bitumen
12. Kunststoffe
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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 495

5. Beton - Zementbeton

5.1 Begriffe – Einteilung BT 2009 / S. 76 ff


5.2 Betonentwurf - Beispiele
5.3 Frischbetonzustand – Fördern - Einbringen
5.4 Nachbehandlung – Einfluss der Umgebungsbedingungen
5.5 Festbetonzustand – Festigkeit
g – Verformungg – Dauerhaftigkeit
g
5.6 Korrosion
5.7 Mörtel

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 496

Dauerhaftigkeit von Beton, Stahl- und Spannbeton

Einwirkungen Widerstände
Dauerhaftigkeit
Nutzung (Aufgabe) gegen Karbonatisierung
Belastungen
Nutzungszeit  Alkalität, Passivität
Grenzwerte
hinzunehmende
Häufigkeit
Eigenschaftsänderungen gegen Chloride
Einwirkungszeit
Tragfähigkeit gegen Frost-
Frost und
Umgebung
U b
Gebrauchstauglichkeit Taumittelangriff
Herstellung
Instandhaltung, Wartung
Standort gegen chemischer
h i h A Angriff
iff
Gestaltung Angriffsgrad ( AKR)
Klima
Konstruktion
Bauweise gegen mechanischen
Geometrie Verschleiß
Betondeckung, Rissbreite

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Bachelor Bauingenieurwesen - Baustofflehre I BT I 497

Widerstände  Eigenschaften = f (Gefüge)


G fü = f (Porosität;
Gefüge (P iä F Feststoff)
ff)

B i i l
Beispiele
hat Einfluss auf
Druckfestigkeit
g

Festigkeit Zugfestigkeit

Schwinden /Quellen
Formänderungen
Ki h
Kriechen

Flü i k it
Flüssigkeiten
Undurchlässigkeit
Gase
Prof. Dr.-Ing. Detlef Schmidt