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Beratungsleitfaden

Reizmagen

Definition Reizmagen:
Als Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) werden wiederkehrende oder chronische Schmerzen und/oder Unwohlsein
im oberen Bauchbereich ohne organische Ursache bezeichnet.

Symptome:*
Völlegefühl, Oberbauchschmerzen (auch krampfartig), Blähungen, Übelkeit, Aufstoßen und Sodbrennen

Fragen für das Beratungsgespräch:


Für wen ist das Mittel? Seit wann liegen die Beschwerden vor? Treten die Beschwerden öfter in Zusammenhang mit
dem Essen auf? Wann treten die Schmerzen auf? Wie stark und wo sind die Schmerzen? Wurden bereits Arzneimittel
eingenommen? Schwangerschaft oder Stillzeit? Bestehen Medikamentenunverträglichkeiten oder Vorerkrankungen?

Wann zum Arzt?*


Nächtliches Auftreten, Auftreten auf nüchternen Magen, Sofortschmerz nach Nahrungsaufnahme,
unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Bluterbrechen, starke Schmerzen (evtl. ausstrahlend bis Rücken),
anhaltende Beschwerden trotz Medikamenten

Therapie in der Selbstmedikation:

Hemmung der Entspannung und Neutralisation oder Eiweißverdauung und


Magensäuresekretion Schmerzlinderung Bindung der Magensäure Magenstimulation

Protonenpumpen- Phytotherapeutika Antazida Pepsin + Aminosäure-


inhibitoren (PPI) (z. T. Rx) Hydrochlorid
Einnahme jeweils 30 Min. Einnahme 1–2 Std. nach
Einnahme auf leeren vor der Mahlzeit der Mahlzeit und vor dem 3-mal tägl. 1 Tabl. zu den
Magen (30 Min. vor der Schlafengehen Mahlzeiten
• Pfefferminzöl
Mahlzeit); i. d. R. 1-mal tägl.; • Magaldrat
Als Aktivkur: 4–6 Wochen
max. 14 Tage • Bittere Schleifenblume, • Carbonat
• Omeprazol Schöllkraut, Angelikawurzel • Hydroxid
• Esomeprazol u. a.
• Pantoprazol
H2-Antihistaminika (z. T. Rx)
Bei Bedarf, max. 2 Tabl. / Tag
• Ranitidin

* Lennecke, K., Hagel, K. Selbstmedikation; Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung; 6. Auflage 2016; Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

Hinweis: Ggf. einen Einnahmeabstand von 2 Std. zu anderen Arzneimitteln einhalten! Diese können durch eine Verände-
rung des pH-Wertes verzögert oder vermindert resorbiert werden.
Zusatztipp: Auslöser vermeiden! Dazu zählen: NSAR, Alkohol, Nikotin, Kaffee, übermäßige Nahrungszufuhr, psychischer
Foto: © Styfouphoto – stock.adobe.com

Stress und Bewegungsmangel


Stand: Dezember 2019

DeutschesApothekenPortal