Sie sind auf Seite 1von 9

DEUTSCHE NORM März 2000

Rohre und Formstücke aus thermoplastischen Kunststoffen {


mit profilierter Wandung und glatter Rohrinnenfläche
Teil 2: Technische Lieferbedingungen 16961-2
ICS 23.040.20; 23.040.45 Ersatz für Ausgabe 1989-02

Pipes and fittings of thermoplastics materials


with profiled wall and smooth pipe inside —
Part 2: Technical delivery specifications
Tuyaux et éléments de tuyauterie formés en matières plastiques thermoélastiques
avec parois à profil et paroi intérieure lisse —
Partie 2: Conditions techniques de livraison

Inhalt
Seite Seite
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 5.3.1 Ringsteifigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
5.3.2 Kriechmodul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
5.4 Wasserdichtheit der Rohrverbindungen . . . . . . . . 6
2 Normative Verweisungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 5.4.1 Prüfung bei innerem Überdruck . . . . . . . . . . . . . . 6
5.4.2 Prüfung bei äußerem Überdruck . . . . . . . . . . . . . 6
3 Werkstoff (Formstoff) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
5.5 Wurzelfestigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
4 Anforderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 5.6 Schmelzindex bei PE-HD und PP . . . . . . . . . . . . . . 6
4.1 Beschaffenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 5.7 Oberflächenbeschaffenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.2 Festigkeitseigenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 5.8 Farbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.2.1 Ringsteifigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 5.9 Maße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.2.2 Kriechmodul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 5.10 Schweißbarkeit bei PE-HD und PP . . . . . . . . . . . . 7
4.2.3 Schweißnähte bei PE-HD und PP . . . . . . . . . . . . 4
4.3 Wasserdichtheit der Rohrverbindungen . . . . . . . . 4 6 Überwachung (Güteüberwachung) . . . . . . . . . . . . 7
4.3.1 Dichtheit bei innerem Überdruck . . . . . . . . . . . . . 4 6.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.3.2 Dichtheit bei äußerem Überdruck . . . . . . . . . . . . 4 6.2 Eigenüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.4 Wurzelfestigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 6.2.1 Art, Umfang und Häufigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
4.5 Schmelzindex bei PE-HD und PP . . . . . . . . . . . . . . 4 6.2.2 Mängel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
4.6 Oberflächenbeschaffenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 6.2.3 Ergebnisse der Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
4.7 Farbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 6.3 Fremdüberwachung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
4.8 Maße . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 6.3.1 Art, Umfang und Häufigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
4.9 Schweißbarkeit bei PE-HD und PP . . . . . . . . . . . . 4 6.3.2 Probenahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
5 Prüfung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 6.3.3 Nachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
5.1 Allgemeines . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 7 Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
5.2 Beschaffenheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
5.3 Prüfung der Festigkeitseigenschaften . . . . . . . . . . 5 Anhang A (informativ) Erläuterungen . . . . . . . . . . . . . 9

Fortsetzung Seite 2 bis 9

Normenausschuß Kunststoffe (FNK) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V.


Seite 2
DIN 16961-2 : 2000-03

Vorwort
Diese Norm wurde vom FNK-Arbeitsausschuß 504.6 „Profilierte Rohre aus thermoplastischen Kunststoffen mit glatter
Innenwand“ erarbeitet.
DIN 16961-2 : 1989-02 wird im Hinblick auf die Europäische Normung bzw. auf die gleiche Identifizierung der in Deutsch-
land hergestellten Rohre überarbeitet.
Dieser Teil der Norm enthält Anforderungen, Prüfverfahren und Festlegungen zur Kennzeichnung und Überwachung für
Rohre und Formstücke aus thermoplastischen Kunststoffen mit profilierter Wandung und glatter Rohrinnenfläche.
Die DIN 16961 „Rohre und Formstücke aus thermoplastischen Kunststoffen mit profilierter Wandung und glatter Rohrin-
nenfläche“ besteht aus folgenden Teilen:
— Teil 1: Maße
— Teil 2: Technische Lieferbedingungen

Änderungen
Gegenüber der Ausgabe Februar 1989 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Redaktionell und fachlich überarbeitet.
b) Festlegungen zum Schmelzindex wurden den Ergebnissen der Europäischen Normung angepaßt.

Frühere Ausgaben
DIN 16961-2: 1977-09, 1989-02

1 Anwendungsbereich DIN 8074


Rohre aus Polyethylen (PE) PE 63, PE 80, PE 100,
Diese Norm gilt für Rohre mit profilierten Wandungen und
PE-HD — Maße
glatten Rohrinnenflächen aus
DIN 8075
— Polyethylen hoher Dichte (PE-HD),
Rohre aus Polyethylen (PE), PE 63, PE 80, PE 100,
— weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-U), PE-HD — Allgemeine Güteanforderungen, Prüfungen
— Polypropylen (PP), Homo- und Copolymerisaten DIN 8078
sowie für aus diesen Rohren hergestellte Formstücke. Rohre aus Polypropylen (PP) — PP-H (Typ 1), PP-B
Profilierte Rohre im Sinne dieser Norm sind Rohre mit (Typ 2), PP-R (Typ 3) — Allgemeine Güteanforderun-
Außenprofil, mit aufgelösten Querschnitten, aus einem gen, Prüfung
Profil (Flachband) hergestellte Wickelrohre sowie kernge- DIN 16961-1
schäumte Rohre. Rohre und Formstücke aus thermoplastischen Kunst-
ANMERKUNG 1: Für den Einbau in Rohrleitungen können stoffen mit profilierter Wandung und glatter Rohrin-
auch Formstücke verwendet werden, die nach ande- nenfläche — Teil 1: Maße
ren Verfahren hergestellt wurden. DIN 18200
Rohre nach dieser Norm können auch als Halbzeuge im Überwachung (Güteüberwachung) von Baustoffen,
Apparatebau Anwendung finden. Bauteilen und Bauarten — Allgemeine Grundsätze
In technischen Lieferbedingungen für bestimmte Anwen- DIN 19537-1
dungsgebiete können einzelne Anforderungen dieser Rohre und Formstücke aus Polyethylen hoher Dichte
Norm wegfallen oder ergänzt werden. (HDPE) für Abwasserkanäle und -leitungen — Maße
ANMERKUNG 2: Geltende anwendungsbezogene Euro- DIN EN 1610
päische Normen sind zu beachten. Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und
-kanälen; Deutsche Fassung EN 1610 : 1997
DIN EN ISO 178
2 Normative Verweisungen Kunststoffe — Bestimmung der Biegeeigenschaften
(ISO 178 : 1993); Deutsche Fassung EN ISO 178 : 1996
Diese Norm enthält durch datierte oder undatierte Verwei-
DIN EN ISO 899-2
sungen Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese
Kunststoffe — Bestimmung des Kriechverhaltens —
normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen
Teil 2: Zeitstand-Biegeversuch bei Dreipunkt-Bela-
im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend
stung (ISO 899-2 : 1993); Deutsche Fassung
aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere
EN ISO 899-2 : 1996
Änderungen oder Überarbeitungen dieser Publikationen
nur zu dieser Norm, falls sie durch Änderung oder Überar- DIN EN ISO 9969
beitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen Thermoplastische Kunststoffe — Bestimmung der
gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publi- Ringsteifigkeit (ISO 9969 : 1994); Deutsche Fassung
kation. EN ISO 9969 : 1995
DIN 8061 DIN ISO 1133
Rohre aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid — Kunststoffe — Bestimmung des Schmelzindex (MFR)
Allgemeine Qualitätsanforderungen und des Volumen-Fließindex (MVR) von Thermopla-
sten; Identisch mit ISO 1133 : 1991
Seite 3
DIN 16961-2 : 2000-03

ATV A 127 1) 4.2 Festigkeitseigenschaften


Richtlinie für die statische Berechnung von Abwasser- 4.2.1 Ringsteifigkeit
kanälen und -leitungen
Bei Rohren mit einer vorgegebenen Ringsteifigkeit nach
DVS 2203-12) Tabelle 1 darf die mittlere Änderung des inneren Rohr-
Prüfen von Schweißverbindungen aus thermoplasti- durchmessers (D div) in vertikaler Richtung 24 h nach Auf-
schen Kunststoffen — Prüfverfahren, Anforderungen bringen der Prüfkraft nach 5.3.1 die Größe von 0,03 · d i ,
DVS 2203-52) bezogen auf den Ausgangsdurchmesser (unmittelbar vor
Prüfen von Schweißverbindungen an Tafeln und Roh- Aufbringen der Prüfkraft gemessen), nicht überschreiten.
ren aus thermoplastischen Kunststoffen — Techno-
logischer Biegeversuch
Tabelle 1: Ringsteifigkeit
DVS 2207-12)
Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen — Profilrohr-Reihe 1 2 3 4 5 6 7
Heizelementschweißen von Rohren, Rohrleitungs-
teilen und Tafeln aus PE-HD Ringsteifigkeit S R 24
DVS 2207-112 kN/m2, 2 4 8 16 31,5 63 125
Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen — min.
Heizelementschweißen von Rohren, Rohrleitungs-
teilen und Tafeln aus PP
Die vorhandene Ringsteifigkeit wird errechnet:
DVS 2209-12)
Schweißen von thermoplastischen Kunststoffen — Ec 24 · I
Extrusionsschweißen — Verfahren, Merkmale SR 24 = (1)
r3
Dabei ist:
E c 24 der Kriechmodul, ermittelt nach 5.3.2, in kN/m2 ;
m4
I das Trägheitsmoment des Rohrprofils, in ;
3 Werkstoff (Formstoff) m
Die Rohre und Formstücke werden aus folgenden Form- r der Radius bis zur neutralen Faser der Rohrwan-
massen hergestellt: dung, in m.
— Polyethylen hoher Dichte (PE-HD) nach DlN 8075; Die Anwendbarkeit der Prüfung zur Bestimmung der
— weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC-U) nach Ringsteifigkeit ist für jede Rohrkonstruktion durch eine
DIN 8061; Statik mit Spannungsnachweis und Praxisversuchen im
Sandkasten nachzuweisen.
— Polypropylen (PP), Homo- und Copolymerisat nach
DIN 8078. ANMERKUNG: Die Ringsteifigkeit S R 24 entspricht nicht
der Ringsteifigkeit S der DIN EN ISO 9969. Aufgrund
Die zur Formgebung von Hohlprofilen eingeschlossenen unterschiedlicher Meß- und Berechnungsmethoden
Formelemente dürfen aus anderen geeigneten Werkstof- sind die Werte nicht vergleichbar.
fen bestehen.

4.2.2 Kriechmodul
Bei Ermittlung des Kriechmoduls des Rohres müssen
mindestens die Werte nach Tabelle 2 erreicht werden.
4 Anforderungen Ist aus den Rohren aufgrund ihrer Profilgebung kein Pro-
4.1 Beschaffenheit bekörper für die Bestimmung des E-Moduls zu entneh-
men, so muß die Langzeit-Ringsteifigkeit nachgewiesen
Die Rohre sollten möglichst gerade sein und einen werden.
möglichst kreisrunden Querschnitt haben. Die Rohr- Mit Hilfe des E-Moduls kann bei gleicher Profilgeometrie
wandungen müssen frei sein von Blasen, Lunkern und der Einfluß verschiedener Formmassen sowie der Einfluß
Inhomogenitäten. Die Rohrenden müssen senkrecht zur der Temperatur auf die Ringsteifigkeit untersucht werden.
Rohrachse stehen. Eine Bestimmung der Ringsteifigkeit über den E-Modul ist
nur möglich, wenn das Trägheitsmoment exakt bestimmt
1)
Zu beziehen durch: Abwassertechnische Vereinigung ist.
e. V., Markt 71, 5205 St. Augustin 1 Ab dem Durchmesser von 1 200 mm für ID- und AD-
2)
Zu beziehen durch: Verlag für Schweißen und Rohre kann der Kriechmodul an entsprechenden Probe-
verwandte Verfahren, DVS-Verlag GmbH, Post- körpern nachgewiesen werden, um die Ringsteifigkeit zu
fach 1019 65, 40010 Düsseldorf ermitteln.
Seite 4
DIN 16961-2 : 2000-03

Tabelle 2: Kriechmodule

Kriechmodul (Prüfspannung 2 N/mm2 ; 23 9C)


Prüfdauer kN/m2
min.
PP 2)
PE-HD 1) PVC-U 23 9C
Homopolymere Copolymere

1 min (Kurzzeit) E ck ö 8 × 105 36 × 105 12,5 × 105 8 × 105

24 h E c 24 ö 3,8 × 105 30 × 105 5,1 × 105 3,6 × 105

2000 h E c 2000 ö 2,5 × 105 23 × 105 4,2 × 105 2,1 × 105

50 Jahre E c 50 ö 1,5 × 105 3)


17,5 × 105 3) 2,7 × 105 1,2 × 105

Prüfung nach Abschnitt 5.2.2


1)
Ein höherer Wert für E c 50 muß durch eine amtlich anerkannte Prüfanstalt nachgewiesen werden.
2)
Höhere Werte müssen durch eine amtlich anerkannte Prüfanstalt nachgewiesen werden.
3)
Siehe auch ATV-A 127.

4.2.3 Schweißnähte bei PE-HD und PP innere Oberfläche haben. Geringfügige Riefen und
Die Schweißungen der aus Rohrabschnitten hergestellten Wellungen sind zulässig, soweit die vom Hersteller ange-
Formstücke aus PE-HD und PP müssen den in gebene Mindestwanddicke nicht unterschritten wird bzw.
DVS 2207-1 und DVS 2209-1 festgelegten Bedingungen die Ringsteifigkeit nicht nachteilig beeinflußt wird.
entsprechen,

4.7 Farbe
4.3 Wasserdichtheit der Rohrverbindungen
Die Einfärbung der einzelnen Schichten der Rohre und
4.3.1 Dichtheit bei innerem Überdruck Formstücke muß durchgehend gleichmäßig sein. Die
Alle nach 5.4.1 geprüften Rohrverbindungen müssen Außenschicht sollte die Farbe Schwarz, Orange-braun
dicht sein. (vergleichbar mit RAL 8023) 3) oder Staubgrau (vergleich-
bar mit RAL 7037) 3) aufweisen. Die Verwendung anderer
4.3.2 Dichtheit bei äußerem Überdruck Farbtöne ist zulässig.
Alle nach 5.4.2 geprüften Rohrverbindungen müssen
dicht sein.
4.8 Maße
4.4 Wurzelfestigkeit Die Maße der Rohre und Formstücke müssen den Festle-
Rohrverbindungen für erdverlegte, flüssigkeitsführende gungen in DIN 16961-1 entsprechen.
Rohrleitungen müssen bei Prüfung nach 5.5 wurzelfest
sein.
4.9 Schweißbarkeit bei PE-HD und PP
4.5 Schmelzindex bei PE-HD und PP Rohre und Formstücke aus PE-HD und PP müssen bei
Prüfung nach 5.10 die Anforderungen nach DVS 2203-1
Der Schmelzindex MFR 190/5 des Formstoffes von Roh- erfüllen.
ren und Formstücken muß bei Prüfung nach 5.6
— bei PE-HD ß 1,6 g/10 min,
— bei PP ß 1,5 g/10 min
betragen. 5 Prüfung
Nach der Verarbeitung zum Rohr darf sich der Schmelz- 5.1 Allgemeines
index des Formstückes um nicht mehr als
Die Prüfungen sind an Rohren, Formstücken und Rohr-
— 0,2 g/10 min bei PE-HD, verbindungen, wenn nicht anders angegeben, frühestens
— 0,4 g/10 min bei PP 15 h nach ihrer Herstellung durchzuführen.
vom Schmelzindex der unverarbeiteten Formmasse
unterscheiden.
5.2 Beschaffenheit
4.6 Oberflächenbeschaffenheit Die Beschaffenheit der Rohre ist visuell zu prüfen.
Die Rohre und Formstücke müssen bei Prüfung nach 5.7
3)
eine dem Herstellverfahren entsprechende äußere und Nach Farbregister RAL 840-HR.
Seite 5
DIN 16961-2 : 2000-03

5.3 Prüfung der Festigkeitseigenschaften des Probekörpers ausgebildet (siehe Bild 1). Die Form
5.3.1 Ringsteifigkeit des Auflagers kann auch dem in Bild 2 dargestellten ent-
sprechen: das Rohrprofil darf dabei nicht beschädigt wer-
Von jedem zu prüfenden Rohrtyp werden drei Rohr- den. Der Auflager-Abstand bzw. die Auflagerbreite e darf
abschnitte von Länge l ö 2 × d i , jedoch nicht länger als dann nicht größer als 0,05 × d i sein. Beispiele zur Ausbil-
1 m entnommen. Die Rohrabschnitte müssen so bemes- dung der Auflager in der Sohle siehe Bilder 1 und 2. Vor
sen sein, daß Randeffekte (Durchschneiden der Profile) Beginn der Beanspruchung und 24 h nach Aufbringen der
vermieden werden, indem beidseitig eine volle Profildre- Kraft wird der Innendurchmesser in vertikaler Richtung
hung zugegeben wird. Der zu prüfende Rohrabschnitt mit einer Fehlergrenze von 1 %, jedoch nicht größer als
wird senkrecht zur Rohrachse beansprucht. Die Prüfung t 1 mm, bezogen auf eine Änderung des Rohr-Innen-
erfolgt bei Raumtemperatur (23 t 2) 9C. durchmessers, gemessen.
Der Rohr-Innendurchmesser ist jeweils in einem Abstand
von 0,2 d i , jedoch nicht mehr als 50 mm, von den Enden
des Rohrabschnitts und in dessen Mitte zu messen. Die
Meßstellen sind vor Beginn der Messung zu kennzeichnen.
Angegeben wird der Mittelwert aus den drei Messungen.
Die Prüfkraft wird nach folgender Gleichung errechnet:
SR 24 · 0,03 d i · l
F= (2)
j
Dabei ist:
F die Prüfkraft, in kN;
S R 24 der effektive Rohrinnendurchmesser, in m;
l die effektive Länge des Rohrabschnitts,
– in m;
D d iv
j der 0,1548 Verformungsbeiwert für o 0,03 · d i
(nach Tabelle 3). di
Bild 1: Ebene Flächen
Tabelle 3: Verformungsbeiwert j

D d iv
Verformung j
di
%
0 0,1488

1 0,1508

2 0,1528

3 0,1548

4 0,1568

5 0,1588

6 0,1608

7 0,1628

8 0,1648 Auflager-Abstand e ß 0,05 · d i

9 0,1668 Bild 2: Winkelstahl-Auflager


10 0,1688

11 0,1708 Anschließend wird der Rohrabschnitt kontinuierlich und


stoßfrei innerhalb von 10 min bis zur Prüfkraft F belastet.
12 0,1728 Die Durchmesseränderung d i wird 1 h, 6 h und 24 h nach
Aufbringen der Prüfkraft ermittelt.
13 0,1748
Sofern eine Extrapolation auf 50 Jahre vorgenommen
14 0,1768 werden soll, ist die Ringsteifigkeit bis 2000 h zu messen.
Hierzu ist eine ausreichende Anzahl Meßpunkte fest-
15 0,1788 zulegen.
ANMERKUNG: Statische Kenngröße dieser Rohre ist die
Zwischenwerte sind linear zu interpolieren Ringsteifigkeit
E·J
SR = , (3)
r3
Die Krafteinleitung erfolgt linienförmig im Rohrscheitel
über die gesamte Rohrlänge. Das Auflager an der Rohr- die durch Verformungsmessungen ermittelt bzw.
sohle ist ebenfalls linienförmig über die gesamte Länge überprüft wird.
Seite 6
DIN 16961-2 : 2000-03

Dabei ist: h2 · b
E der Elastizitätsmodul des Werkstoffs, in kN/cm2 ; mit W = (7)
6
m4
J das Trägheitsmoment der Rohrwandung in ; Dabei ist:
m
M b das Biegemoment, in kN/m;
r der Radius bis zur neutralen Faser der Rohrwan-
dung, in m. s b die Biegespannung, in kN/m2 (hier: s b = 2 000 kN/m2);
W das Widerstandsmoment, in m3 ;
Ermittlung der Ringsteifigkeit aus Beanspruchungs- h die Probestabhöhe, in m;
versuchen.
b die Probestabbreite, in m (hier b = 10 m).
Bei Linienauflagerung in der Sohle und linienförmiger
Der Faktor C wird mit Hilfe der Elastizitätstheorie wie folgt
Krafteinleitung im Scheitel liegt ein einfacher, in der
errechnet:
rechnerischen Ableitung voll erfaßbarer Beanspru-
3
chungsfall vor. Hierfür gilt die Gleichung: 3 l2
F
C=
2 ·h
· ¨h 2–m ¿ (8)
SR = – ·j (4)
D d iv · L Dabei ist:
Dabei ist: C der Faktor, in 1/m;
F die Prüfkraft, in kN; h die Probestabhöhe, in m;
D d iv die mittlere vertikale Verformung des Probekör- lq die Einspannlänge des Meßbügels, in m (hier: lq = 60 m);
pers, in m; m die Querkontraktionszahl (bei Kunststoffen m = 0,4).
L die Länge des Probekörpers, in m; Nach Messung von f k und Berechnung von E ck wird unter
j der Verformungsbeiwert unter Berücksich- der Einwirkung der konstanten Biegespannung von
tigung der Einflüsse aus der Rohrverformung 2 000 kN/m2 die Zunahme der Durchbiegung beobachtet
D d iv/d i (Theorie 2. Ordnung). und die Durchbiegung f(t) nach 24- und 2 000stündiger
In dieser durch Versuche ermittelten Ringsteifigkeit Belastungsdauer ermittelt.
werden gleichzeitig das wirksame Trägheitsmoment Der E c(t)-Kriechmodul für 24 h und für 2 000 h wird nach
bei profilierten Rohrwandungen sowie Elastizitäts- folgender Gleichung errechnet:
moduln, z. B. von Verbundwerkstoffen, erfaßt. Sie fk
liefert deshalb für unterschiedliche konstruktive Ec(t) = Eck · (9)
Gestaltungen der Rohrwand eine zuverlässige Kenn- f(t)
größe.
Ec(t) in kN/m2
5.3.2 Kriechmodul
Die Prüfung wird an Probestäben durchgeführt, die —
wenn möglich — in Extrusionsrichtung (Probenlänge l) 5.4 Wasserdichtheit der Rohrverbindungen
der Rohrwand entnommen werden. Die Probestäbe, 5.4.1 Prüfung bei innerem Überdruck
deren Oberflächen planparallel zu bearbeiten sind, müs- Schweißverbindungen und Steckmuffenverbindungen mit
sen folgende Maße haben: Elastomer-Dichtungen sind mit Wasser von Raumtempe-
Länge l = 120 mm ratur zu füllen und nach DIN EN 1610 15 min einem Druck
Breite b = 10 mm von 0,5 bar auszusetzen.
Höhe h = 3 bis 4 mm Wenn kein Wasser aus der Verbindung austritt, gilt diese
als dicht.
Die Breite b und die Höhe h des Probestabes sind an
mehreren Stellen zu messen, wobei der Mittelwert auf
0,01 mm zu bestimmen ist. Bei der Durchführung der Prü- 5.4.2 Prüfung bei äußerem Überdruck
fung entspricht die Zugzone der Rohraußenschicht. Diese Prüfung ist nur an solchen Rohrverbindungen
Bestimmt wird der Kriechmodul im 4-Punkt-Biegeversuch durchzuführen, bei denen aufgrund der Konstruktion des
in Anlehnung an DIN EN ISO 899-2. Dichtelements bei äußerem Überdruck ein anderes Ver-
halten zu erwarten ist als bei innerem Überdruck (z. B.
Innerhalb von 10 s wird eine Biegespannung von Rohrverbindungen mit Lippendichtung).
2000 kN/m2 aufgebracht und anschließend nach Ablauf
einer min die Durchbiegung f k ermittelt. Der Kurzzeit- Ein Probekörper von 2 m Länge, der in der Mitte eine
Kriechmodul E ck wird nach folgender Gleichung errech- Rohrverbindung enthält, gilt als dicht, wenn er bei einem
net: Unterdruck von 0,5 bar nach 15 min einen Druckanstieg
von max. 0,05 bar aufweist.
l Mb
E ck = · ·C (5)
fk b 5.5 Wurzelfestigkeit
Dabei ist: Geschweißte Rohrverbindungen sind wurzelfest. Bei
E ck der Kurzzeit-Kriechmodul, in kN/m2 ; Steckmuffenverbindungen mit Elastomer-Dichtungen gilt
der Nachweis der Wasserdichtheit nach 5.4.1 als Nach-
f k die Probestabdurchbiegung, in m (auf 0,01 mm); weis der Wurzelfestigkeit.
M b das Biegemoment, in kN/m;
b die Probestabbreite, in m;
C der Faktor, der nur von der Höhe h des Probestabes 5.6 Schmelzindex bei PE-HD und PP
abhängig ist, in 1/m (siehe Gleichung 5). Die Prüfung ist nach DIN ISO 1133 bei PE-HD mit einer
Das Biegemoment M b wird wie folgt errechnet: Prüfkraft von (50 t 2) N bei 190 9C (Prüfbedingung T) und
bei PP mit einer Prüfkraft von 21,6 N bei 230 9C (Prüf-
M b = sb · W (6) bedingung M) durchzuführen.
Seite 7
DIN 16961-2 : 2000-03

5.7 Oberflächenbeschaffenheit Prüfung der Schweißbarkeit erfolgt durch den technologi-


Die innere und äußere Oberfläche der Rohre ist unter Ver- schen Biegeversuch nach Richtlinie DVS 2203-5.
wendung einer geeigneten Lichtquelle (Gegenlicht) zu
besichtigen.
6 Überwachung (Güteüberwachung)
5.8 Farbe 6.1 Allgemeines
Die Einfärbung wird durch Inaugenscheinnahme von Für die Überwachung gelten DIN 18200 und die folgenden
Oberflächen und Schnittflächen (Stirnflächen) geprüft. Festlegungen nach 6.2 bis 6.3.
Das Einhalten der in Abschnitt 4 genannten Anforderun-
gen ist durch eine Überwachung (Güteüberwachung),
5.9 Maße bestehend aus einer Eigen- und Fremdüberwachung, zu
Die Maße der Rohre und Formstücke sind mit zweckent- prüfen.
sprechenden Meßgeräten zu bestimmen.
6.2 Eigenüberwachung
5.10 Schweißbarkeit bei PE-HD und PP 6.2.1 Art, Umfang und Häufigkeit
Als Prüfschweißnaht ist eine Heizelement-Stumpf- Der Hersteller hat die Eigenschaften der Rohre und Form-
schweißverbindung nach Richtlinien DVS 2207-1 und/ stücke in jedem Werk zu überwachen. Art und Umfang
oder DVS 2207-11 an Rohrabschnitten auszuführen. Die werden in Tabelle 4 festgelegt.

Tabelle 4: Umfang und Häufigkeit der Eigenüberwachung

Lfd. Gegenstand der Prüfung zu prüfende Anforderung Prüfung


Werkstoff Häufigkeit
Nr. Rohre Formstücke Eigenschaft nach Abschnitt nach Abschnitt

1 PE-HD × — Schmelzindex bei jedem 4.5 5.6


Rohstoff-
PVC-U — — wechsel — —

PP × — 4.5 5.6

2 PE-HD × × Beschaffenheit ständig 4.1 5.2

PVC-U × × 4.1 5.2

PP × × 4.1 5.2

3 PE-HD × × Oberflächen- alle 2 h 4.6 5.7


beschaffenheit bzw. jedes
PVC-U × × Rohr/ 4.6 5.7
Formstück
PP × × 4.6 5.7

4 PE-HD × × Farbe ständig 4.7 5.8

PVC-U × × 4.7 5.8

PP × × 4.7 5.8

5 PE-HD × — Maße alle 2 h bzw. 4.8 5.9


jedes Rohr
PVC-U × — 4.8 5.9

PP × — 4.8 5.9

6 PE-HD × — Schweißbarkeit bei Änderung 4.9 5.10


von werkstoff-
PVC-U — — bedingten — 5.10
Parametern
PP × — 4.9 —

7 PE-HD × — Ringsteifigkeit 1 × je Monat sowie 4.2.1 5.3.1


S R 24 bei Änderung von
PVC-U × — werkstoffbedingten 4.2.1 5.3.1
Parametern und
PP × — Herstellverfahren 4.2.1 5.3.1
Seite 8
DIN 16961-2 : 2000-03

6.2.2 Mängel oder aus der freigegebenen Fertigung zu entnehmen; sie


Werden die Anforderungen nach Tabelle 4 nicht erfüllt, so sollen dem Durchschnitt der Erzeugung entsprechen.
sind vom Hersteller unverzüglich die erforderlichen Maß- Unbeschädigte Proben können auch aus dem Händlerla-
nahmen zur Beseitigung der Mängel zu treffen; wenn es ger oder in besonderen Fällen auf einer Baustelle ent-
zur Vermeidung etwaiger Folgeschäden erforderlich ist, nommen werden. Vom Hersteller als fehlerhaft bezeich-
sind die Abnehmer zu benachrichtigen. nete Erzeugnisse sind nur dann von der Probenahme
Nach Beseitigung der Mängel sind — soweit erforderlich auszunehmen, wenn sie als solche deutlich gekennzeich-
— die betreffenden Prüfungen zu wiederholen. Erzeug- net und getrennt gelagert sind (siehe 6.2.2). Die Proben
nisse, die den Anforderungen nicht entsprechen, sind sind sofort unverwechselbar zu kennzeichnen.
auszusondern. Über die Entnahme der Proben ist von dem Probenneh-
mer ein Protokoll anzufertigen, abzuzeichnen und vom
6.2.3 Ergebnisse der Prüfung Werkleiter oder seinem Vertreter gegenzuzeichnen. Das
Die Ergebnisse der Prüfungen sind aufzuzeichnen und Protokoll muß mindestens folgende Angaben enthalten:
— soweit möglich — statistisch auszuwerten. Die Auf- a) Hersteller und Werk;
zeichnungen sind mindestens 5 Jahre aufzubewahren b) gegebenenfalls Entnahmestelle;
und der fremdüberwachenden Stelle (siehe 6.3) auf
c) Bezeichnung des Erzeugnisses (z. B. Normbezeich-
Verlangen vorzulegen.
nung);
6.3 Fremdüberwachung d) Kennzeichnung der Proben;
e) Ort und Datum;
6.3.1 Art, Umfang und Häufigkeit
f) Unterschriften.
6.3.1.1 Die Fremdüberwachung erfolgt mindestens zwei-
mal jährlich. Die Prüfung ist durch eine geeignete Über-
wachungs- oder Güteschutzgemeinschaft oder aufgrund
eines Überwachungsvertrages durch eine hierfür aner- 6.3.3 Nachweis
kannte Prüfstelle vorzunehmen. Die durchzuführenden
Prüfungen sind in Tabelle 5 angegeben. Außerdem sind Die Ergebnisse der Fremdüberwachung sind in einem
die personellen und gerätemäßigen Voraussetzungen zu Überwachungsbericht, der auch aus einem Prüfzeugnis
prüfen. und einem Besuchsbericht bestehen kann, festzuhalten.
Der Überwachungsbericht muß unter Hinweis auf diese
6.3.1.2 Vor Aufnahme der Fremdüberwachung hat die Norm folgende Angaben enthalten:
fremdüberwachende Stelle eine vollständige Prüfung a) Hersteller und Werk;
nach Abschnitt 5 durchzuführen und festzustellen, ob die b) Bezeichnung des Erzeugnisses (z. B. Normbezeich-
Rohre und Formstücke den Anforderungen nach nung);
Abschnitt 4 entsprechen. Sie hat sich davon zu überzeu-
c) Umfang, Ergebnisse und Bewertung der Eigenüber-
gen, daß die personellen und gerätemäßigen Vorausset-
wachung;
zungen für eine ständige ordnungsgemäße Herstellung
einschließlich Eigenüberwachung gegeben sind. d) gegebenenfalls Angaben über die Probenahme;
Nach bestandener Erstprüfung setzt die Fremdüberwa- e) Ergebnisse der bei der Fremdüberwachung durch-
chung nach 6.3.1.1 ein. geführten Prüfungen und Vergleich mit den Anforde-
rungen;
6.3.1.3 Bei unzureichenden Prüfergebnissen der f) Gesamtbewertung;
Fremdüberwachung ist unverzüglich eine Wiederho-
g) Ort und Datum;
lungsprüfung durchzuführen, zu der eine gleiche Anzahl
von Prüfstücken zu entnehmen ist, die alle Anforderungen h) Unterschrift und Stempel der fremdüberwachenden
nach Tabelle 5 erfüllen müssen. Mängel, die im Rahmen Stelle.
der Eigenüberwachung festgestellt und unverzüglich Der Prüfbericht ist beim Hersteller und bei der fremdüber-
beseitigt worden sind, können unbeanstandet bleiben. wachenden Stelle mindestens fünf Jahre aufzubewahren.
Der Nachweis der Fremdüberwachung gilt auch als
6.3.2 Probenahme erbracht, wenn die Berechtigung zur Führung des Güte-
Die Proben sind vom Prüfer oder Beauftragten der fremd- zeichens einer anerkannten Güteschutzgemeinschaft
überwachenden Stelle aus einem möglichst großen Vorrat besteht.

Tabelle 5: Umfang und Häufigkeit der Fremdüberwachung

Lfd. Gegenstand der Prüfung zu prüfende Häufigkeit Anforderung Prüfung


Nr. Rohre Formstücke Eigenschaften nach Abschnitt nach Abschnitt
1 × × Maße 4.8 5.9
2 × × Beschaffenheit 4.1 5.2
3 × — Ringsteifigkeit 2 × jährlich eine Nennweite 4.2.1 5.3.1
nach Wahl der fremd-
4 × × Oberflächen- überwachenden Stelle 4.6 5.7
beschaffenheit
5 × × Überprüfung 6.2 —
der Eigenüber-
wachung
6 × × Schmelzindex 4.5 5.6
Seite 9
DIN 16961-2 : 2000-03

7 Kennzeichnung — dem Formstoff (Werkstoff);


Rohre und Formstücke müssen deutlich sichtbar und — MFR-Gruppe;
dauerhaft mindestens mit folgenden Angaben gekenn- — dem Herstellerkennzeichen und
zeichnet sein: — dem Herstelljahr.
— DIN 16961-2; Bei Rohren ist die Kennzeichnung min. 1 × je Rohr anzu-
— der Profilrohr-Reihe; bringen.
— der Nennweite; Mit der Kennzeichnung bestätigt der Hersteller ver-
bindlich, daß die Rohre und Formstücke dieser Norm
— dem Rohr-lnnendurchmesser; entsprechen.

Anhang A (informativ)
Erläuterungen
Zulässige Biegespannung für die statische Berechnung Zum Vergleich der Ringsteifigkeit der Rohre nach dieser
Erdverlegte Rohrleitungen werden infolge der Erdlast auf Norm mit extrudierten vollwandigen Rohren (siehe z. B.
Biegung beansprucht. Die dabei auftretenden Biegespan- DIN 8074, DIN 19537-1) kann die äquivalente Wanddicke
nungen nehmen bei PE-HD-Rohren aufgrund des vis- säq mit folgenden Gleichungen bestimmt werden.
koelastischen Verhaltens thermoplastischer Kunststoffe

4 1 000E · s 4 12 ·ES
im Laufe der Zeit ab. In der statischen Berechnung sollte 3 3 3
R
daher der Spannungsnachweis — sofern erforderlich — in PN = · 12 SR = 10 · s · (A.1)
bezug auf zwei Werte vorgenommen werden: c c
— Kurzzeitbiegespannung
Der Mittelwert der Kurzzeitbiegespannung ergibt sich PN di
für PE-HD-Proben nach DIN EN ISO 178 zu säq = · (A.2)
10 PN
3 × 104 kN/m2. 2·s–
— Langzeitbiegespannung 10
Z. Z. existiert noch keine Prüfung, die eine sogenannte Dabei ist:
Langzeitbiegespannung liefert. s äq die Wanddicke des Vollwandrohres;
Für erdverlegte Kunststoffrohre kann auf den Spannungs- PN der Nenndruck;
nachweis in der Regel verzichtet werden, da die bei übli- d i der Innendurchmesser;
chen Belastungen auftretenden Spannungen weit unter- s die für Wanddickenberechnung zulässige Spannung
halb eines kritischen Wertes liegen. Wird jedoch ein
Spannungsnachweis geführt, so kann zur Abschätzung PE-HD nach DIN 8074: s = 5 000 kN/m2,
der zulässigen Langzeitspannungen auf die Werte der PVC-U nach DIN 8062: s = 10 000 kN/m2,
Innendruckzeitstandkurven Bezug genommen werden. PP nach DIN 8077: s = 5 000 kN/m2 ;
Kurzzeitwert: 17 000 kN/m2 E c der 50 a-Kriechmodul;
Langzeitwert: (50 Jahre bei 20 9C): 8 200 kN/m2 S R die Ringsteifigkeit.
Eine Langzeitbiegespannung läßt sich abschätzen, indem Der nach 5.3.2 an Probekörpern ermittelte Kriechmodul
die Kurzzeitbiegespannungen von 3 × 104 kN/m2 mit darf nicht zur Berechnung der Ringsteifigkeit nach 4.2.1
einem Zeiteinflußfaktor (8,2 : 17 = 0,48) gemindert werden. herangezogen werden, sondern dient zur Qualitätssiche-
Damit ergibt sich ein Wert von 14 400 kN/m2. rung.
Zusätzlich ist der Nachweis zu führen, daß das Profil bei
der möglichen Belastung nicht instabil wird.