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Entwurf für den gekoppelten ersten Unterrichtsbesuch im

Modul 6/7 und Modul 9

Fachdidaktik Musik – Erziehen, Beraten, Betreuen

1. Lerngruppenanalyse

1.1 Rahmenbedingungen

Die Musikstunden finden mittwochs in der 2. und donnerstags in der 1. Stunde statt. Dies ist
optimal, da die Konzentrationsfähigkeit zu diesen Zeiten sehr gut ist.

Die räumliche Situation der Fachschaft Musik ist nachwievor als katastrophal zu bezeichnen
(bedingt durch Bauschäden dürfen bestimmte Räume seit nunmehr zwei Jahren nicht
benutzt werden - erhebliche Einsturzgefahr). Es fehlen zwei Unterrichtsräume und das
gesamte Musikinventar musste komplett auf die Unterrichtsräume verteilt werden. Dadurch
kommt es häufig zu Störungen und Behinderungen im Unterrichtsablauf: Kollegen
unterbrechen die Musikstunden durch die Ausleihe von Instrumenten, bestimmte
Unterrichtsformen, z.B. Klassenmusizieren, sind in manchen Räumen unmöglich.

Der Raum S214, in dem die Klasse 5a von mir unterrichtet wird ist ein für die Klassengröße
(31 SuS) viel zu kleiner Raum, die SuS sitzen teilweise hinter Säulen und müssen sich für
OHP-Visualisierungen oder Tafelbildern zu anderen MitsuS an die Tische drängen. Dies ist
auch wiederum hinderlich, weil sich die Tische nicht verschieben lassen.

Ich unterrichte die Klasse 5a seit Beginn des Schuljahres eigenverantwortlich.

1.2 Sozialkompetenz und Selbstkompetenz

Das Sozialverhalten der Klasse ist insgesamt positiv. Der Umgang der SuS untereinander ist
im Musikunterricht als freundschaftlich zu bewerten. Natürlich gibt es in dieser Klasse 5 auch
die üblichen Neckereien zwischen Jungen und Mädchen bzw. kleine Rangeleien zwischen
den Jungen, diese sind allerdings niemals bösartiger Natur. Kleinere Unterrichtsstörungen
(meist von S1, S9, S13, S23) dieser Art sind daher oft schon nonverbal zu beseitigen. Das
gute Sozialverhalten zeigt sich auch dadurch, dass diejenigen SuS die einen schlechten
Sitzplatz haben, von den anderen Unterstützt werden (durch Sitzplatzwechsel oder
Abschreibenlassen vom eigenen Heft). Beim gemeinsamen Musizieren zeigt sich, dass die
SuS nicht immer aufeinander hören und schwer aufeinander Bezug nehmen. Diese zu
Anfang des Schuljahres kaum ausgeprägte Kompetenz habe ich in den vergangenen
Stunden z.B. dadurch gefördert, dass die SuS selbst ausgedachte Rhythmen von MitsuS
nachmachen sollten. Dies wird auch durch das heutige Klassenmusizieren (insbesondere
durch die kleinen Registerproben) weiter gefördert. Da es einzelnen SuS noch mitunter
schwerfällt, ihre Instrumente nicht zu spielen, wenn sie nicht dran sind bzw. bis einen
Moment komplette Ruhe eingekehrt ist, soll das heutige Klassenmusizieren auch hierfür
einen Ansatz bieten.

Altersbedingt haben die SuS, in dieser Klasse besonders die Jungen, einen großen
Bewegungsdrang. Sie können sich streckenweise sehr gut konzentrieren, der Unterricht wird
aber von mir immer wieder aufgelockert durch Praxisphasen, in denen auch Bewegung mit
eingegliedert ist. So versuche ich auch in dieser Stunde durch die Mitspiel- und
Mitsingphasen einen variantenreichen Musikunterricht zu konzipieren, der dem
altersgemäßen Entwicklungsstand der SuS entspricht.

1.3 Fachkompetenz

Das Leistungsvermögen der Klasse ist sehr heterogen. In der Klasse spielen über die Hälfte
der SuS ein Instrument oder singen im Chor. Angesichts dieses privaten
Ausbildungshintergrundes verfügt dieser Teil der SuS über gute musikalische
Fachkenntnisse. Hinzukommt, dass die Grundschulen, aus denen die Kinder in diese Klasse
gekommen sind, unterschiedlich starke Vorarbeit geleistet haben: während einige SuS
bereits seit der dritten Klasse Noten schreiben können, sind andere damit noch überfordert.
Trotz dieser Heterogenität ist das Interesse und die Freude am Musikunterricht sehr hoch.
Die SuS singen sehr gerne und spielen sehr gerne auf den Keyboards oder den
Schlaginstrumenten. Bisweilen fordern sie diese Praxisphasen sogar bereits vor Beginn der
Musikstunde.

Die hohe Motivation für das Fach Musik zeigt sich allerdings auch in anderen Bereichen. So
zeigen die SuS bei programmmusikalischen Inhalten lebhafte Fantasie. Gerade bei
emotionalen Zugängen zur Musik sind viele SuS sehr daran interessiert, ihre Gefühle und
Sichtweisen zu äußern. Ich erwarte, auch wegen der alterstypischen Faszination für die
Weihnachtszeit, daher für die Unterrichtsstunde ein lebhaftes Unterrichtsgespräch, in dem
viele SuS zu Wort kommen möchten.
2. Lernausgangslage

Die SuS beschäftigen sich seit Beginn des Schuljahres immer wieder mit Liedern. Über das
gemeinsame Singen und Klassenmusizieren entwickelten die SuS einen emotionalen und
praktischen Zugang zur Musik.

Die Lieder, die ich bis jetzt im Unterricht eingesetzt habe, dienten allerdings nicht nur zum
Selbstzweck, über die gemeinsame Betrachtung und das gemeinsame Musizieren wurden
auch Aspekte der Elementarlehre aufgegriffen und erlernt. Die SuS sind es gewohnt, Lieder
durch einfache rhythmische Patterns zu begleiten und Bewegungen zu erfinden.

Die individuelle Betrachtung einzelner Lieder ist für die SuS neu. Dass Lieder durch ihren
Textinhalt musikalisch unterschiedlich sind ist den SuS zwar bekannt, der kausale
Zusammenhang zwischen Text, Charakter und musikalischen Merkmalen wurde bisher
allerdings nicht thematisiert und soll heute vorbereitet werden.

3. Didaktische Überlegungen zur Stunde

3.1 Begründung der unterrichtlichen Relevanz des Themas

Advents- und Weihnachtslieder gehören saisonal zur Erfahrungswelt der SuS. Sie sind
besonders geeignet, die Vielfalt musikalischer Lieder zu einem Thema aufzuzeigen, da sie
ein großes Themenspektrum enthalten. So sind Weihnachtslieder nicht nur religiöser Natur,
sie enthalten Elemente aus Naturbeschreibungen, aus menschlichem Miteinander (geht das
annersder?), aus dem Wunsch nach Frieden, usw. Insbesondere spielt in vielen
Weihnachtsliedern die Vorfreude der Kinder eine große Rolle oder es wird eine Geschichte
erzählt. Da Weihnachten in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich gefeiert wird, bieten
sich hier auch für Folgestunden sinnvolle Anknüpfungspunkte, sowie für
Fächerübergreifenden Unterricht (z.B. mit Religion).

Die Beschäftigung mit Weihnachtsliedern eignet sich saisonal bedingt zur Adventszeit, die
Behandlung der Sequenz erscheint auch nur im November und Dezember sinnvoll. In dieser
Zeit entstehen nämlich die meisten Berührungspunkte zwischen den SuS und der
weihnachtlichen Musik und bieten ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen mit dem
Thema Weihnachten und insbesondere den Weihnachtsliedern einfließen zu lassen.
Dadurch, dass jedes Kind individuelle Erfahrungen mit einbringen kann werden auch hier alle
SuS für die Thematik motiviert und können unabhängig von ihren musikalischen Fähigkeiten
den Musikunterricht bereichern.

Diese Überlegungen werden auch durch die curricularen Vorgaben getragen: Der Lehrplan
für die Jahrgangsstufe 5 im gymnasialen Bildungsgang G8 sieht vor, dass innerhalb des
Inhaltsbereichs „Lieder“ den Schülern „[…]Möglichkeiten zu kindgemäßer Stimmbildung, zu
einem unmittelbaren, erlebnishaften Zugang zur Musik, zu vielfältiger Reflexion und […] zum
Zugang zum Gruppenmusizieren“1 gegeben werden soll. Da Lieder jedoch einen zentralen
Stellenwert im Musikunterricht sind, können auch in der heutigen Stunde Verknüpfungen zu
anderen Unterrichtsreihen hergestellt werden. So wird im Themenfeld „Alltagswelt Musik“ auf
die „Erörterung der individuellen Berührungspunkte der Schülerinnen und Schüler mit Musik und ihren
musikalischen Aktivitäten im häuslichen Umfeld“2 hingewiesen.

2.2 Didaktische Analyse

3. Lernziele

Hauptlernziel:

Die SuS sollen erkennen, dass Texte von Weihnachtsliedern verschiedene Inhalte haben
und diese Inhalte musikalisch dargestellt werden können.

Feinlernziele:

Die SuS können anhand unbekannter Weihnachtslieder begründete Vermutungen darüber


äußern, welchen textlichen Inhalt das Weihnachtslied hat.

1
Lehrplan Musik, Gymnasialer Bildungsgang, Jahrgangsstufen 5G bis 12G, hrsg v. Hessichen Kultusministerium,
2008, S.12
2
Ebd. S. 13
Prognostizierter Stundenverlaufsplan

Phase / Zeit Inhalt Methode Medien Didaktischer Kommentar

Begrüßung /
Warm up
2‘ -> 2
Einstieg L zeigt kommentarlos Bild eines Stiller Impuls OHP / Folie Sensibilisierung
5‘ -> 7 Weihnachtsbaumes
Konkretisierung und
Die SuS äußern Vermutungen, L-S-Gespräch Strukturierung
worum es in der Stunde gehen
könnte

Die SuS nennen ihnen bekannte


Weihnachtslieder und
überschauen die Bandbreite der
textlichen Inhalte von
Weihnachtsliedern.
Erarbeitung / Einsingen Klassenmusizieren OHP/Folie Funktionale Stimmbildung
Praxis I Klavier
12‘ -> 19‘ Die SuS singen Ausschnitte aus Förderung der Sozialkompetenz
drei ihnen bekannten
Weihnachtslieder und überlegen, L-S-Gespräch Verknüpfung von Theorie und
wie der Textinhalt musikalisch Praxis / Aktivierung
Umgesetzt wurde.

Leise rieselt der Schnee


Jingle Bells
O Tannenbaum

Erarbeitung II/ Die SuS hören zwei ihnen EA / PA AB Sozialformwechsel


Ergebnissicherun unbekannte Weihnachtslieder und CD-Player
g überlegen, worum es in den Sicherung der Ergebnisse
12‘-> 31‘ Weihnachtsliedern gehen könnte

Praxisphase II Die SuS musizieren „Feliz Klassenmusizieren Noten Aktivierung


14‘ -> 45 Navidad“ Instrumente
Förderung der Sozialkompetenz