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Externe Unternehmensrechnung FU Berlin Script Übungen

Das Dokument beschreibt die Grundlagen der externen Unternehmensrechnung wie Inventur, Inventar und Bilanz. Es enthält Definitionen dieser Begriffe und erklärt die Zusammenhänge zwischen ihnen. Außerdem werden Beispiele für Inventarerstellung und Bilanzerstellung auf Basis eines Inventars gegeben.

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Skript mit Aufgaben

zur Übung

Grundlagen externer Unternehmensrechnung (Bachelor)

im Wintersemester 2023/2024

Disclaimer: Das HGB und andere Gesetze verwenden stets die männliche Form (z.B. Kaufmann, Gesellschafter). In diesen
Fällen gilt die verwendete Form für alle Geschlechteridentitäten (m/w/d). In allen anderen Fällen gilt eine verwendete männ-
liche Form auch für die weibliche Form (und umgekehrt). Wir sprechen uns ausdrücklich für eine gleichberechtigte Teilhabe
aller Geschlechter aus.

Anregungen, Kommentare, Kritik & Fehler bitte an

Michael Dillhage

FACTS-Department,
Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung
Prof. Dr. Ruhnke
Thielallee 73, Raum 214
E-Mail: [Link]@[Link]
Tel.: 838-52901

Michael Dillhage Seite 1


1. Grundlagen
▪ Nach § 240 HGB ist der Kaufmann verpflichtet, Vermögen und Schulden seines Unternehmens anzuge-
ben.
1. Inventur (Tätigkeit)

2. Inventar (Bestandsverzeichnis)

3. Bilanz

▪ Inventur (Tätigkeit)

o Verfahren zur Aufstellung des Inventars:

➢ Körperliche Inventur:
Alle körperlichen Gegenstände werden durch Zählen, Messen oder Wiegen aufgenom-
men.
➢ Buchinventur:
Alle nichtkörperlichen Vermögensgegenstände und Schulden werden hier mit Hilfe von
Belegen und buchhalterischen Aufzeichnungen aufgenommen.
➢ Stichprobeninventur:
Der Bestand an Vermögensgegenständen und Schulden wird anhand einer Stichprobe
(unter Zuhilfenahme anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren) ermittelt (§ 241
Abs. 1 HGB).
o Inventurarten in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Durchführung:

➢ Stichtagsinventur:
Die Bestandsaufnahme erfolgt vollständig an einem bestimmten Stichtag.
➢ Ausgeweitete Stichtagsinventur:
Durchführung der Inventur innerhalb einer Frist von zehn Tagen vor oder nach dem
Stichtag.
➢ Zeitverschobene Stichtagsinventur:
Die Bestandsaufnahme erfolgt hier nicht für den Stichtag, sondern für einen Tag inner-
halb der letzten drei Monate vor oder der beiden ersten Monate nach Ende des Ge-
schäftsjahres (§ 241 Abs. 3 Nr. 1 HGB).
➢ Permanente Inventur:
Die Bestandsaufnahme erfolgt nicht für alle Vermögenswerte und Schulden an einem
einzigen Tag, sondern die Inventurarbeiten werden über einen längeren Zeitraum, unter
Umständen sogar das ganze Geschäftsjahr verteilt. Eine permanente Inventur ist eine
körperliche Bestandaufnahme, insbes. des Vorratsvermögens, an einem beliebigen
Stichtag, bei ordnungsmäßiger Fortschreibung nach Art, Menge und Wert auf den Bi-
lanzstichtag. (§ 241 Abs. 2 HGB).
▪ Inventar (Bestandsverzeichnis)

o Das Inventar ist die Grundlage der Bilanz, es dokumentiert die Ergebnisse der Inventur.
o Die Gliederung des Inventars ist nicht gesetzlich kodifiziert, aus dem Prinzip der Klarheit und
Übersichtlichkeit (GoB) wird jedoch eine Orientierung an das Bilanzgliederungsschema gem.
§ 266 HGB abgeleitet:
Vermögen (nach steigender Liquidität)
Schulden (nach abnehmender Fristigkeit)
Ermittlung des EK = Reinvermögens = Vermögen – Schulden
Michael Dillhage Seite 2
▪ Bilanz

o Pflicht zur Aufstellung: § 242 Abs. 1 HGB


o Die Bilanz ist eine kurz gefasste, überschaubarere Darstellung des Inventars in Kontenform (es
findet eine Zusammenfassung einzelner Posten statt [bspw. „BGA“: Tische, Stühle, Computer
etc.])

Aktiva Bilanz zum [Link] Passiva


EK = Reinvermögen
Vermögen .

Schulden (FK)
Σ Aktiva Σ Passiva
= Mittelverwendung = Mittelherkunft

o Jede Bilanz lässt sich mit den folgenden Gleichungen beschreiben:

Aktiva = Passiva
Vermögen = Kapital
Vermögen = AV + UV
Kapital = FK + EK
Vermögen = FK + EK

➢ mit:

1. AV = Anlagevermögen = alle Vermögensgegenstände, die bestimmt sind, dauernd dem


Geschäftsbetrieb zu dienen (§ 247 Abs. 2 HGB)
2. UV = Umlaufvermögen = Vermögen, das nicht dem AV zuzuordnen ist
3. EK = Eigenkapital = Vermögen – Schulden = Reinvermögen
→ steht unbefristet zur Verfügung
4. FK = Fremdkapital = Schulden
→ steht befristet zur Verfügung

Michael Dillhage Seite 3


Aufgabe 1: Inventur / Inventar / Bilanz

Die Stumpf GmbH – ein führender Händler und Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und Insektenvernichtern –
ermittelt am 15.10.t1 den Warenbestand des Insektenvernichters ‚Ökokill’ (insgesamt 250 Stück zu einem
Durchschnittspreis von 7,50 € netto je Stück). Dies wird in einem besonderen Inventar festgehalten. Bis zum
31.12.t1 werden noch 600 Stück angeschafft (Anschaffungspreis 7,50 € netto je Stück) und 730 Stück veräußert
(Verkaufspreis 7,50 € netto je Stück).

a) Wie lautet der Wert, der in das Inventar zum 31.12.t1 aufzunehmen ist?

b) Wie wird diese Art der Inventur genannt? Nennen Sie die Rechtsgrundlage!

c) Zusätzlich zum Insektenvernichter von Aufgabe a) werden bei einer Inventur zum Jahresende noch fol-
gende Informationen ermittelt. Erstellen Sie das Inventar zum 31.12.t1. Ermitteln Sie das Reinvermö-
gen!

Menge Art Gesamtwert


2.000 Fliegenklatschen 1.000 €
250 Unfertige Moskitonetze 1.200 €
2 Maschinen 38.000 €
7 Verbindlichkeiten aus L & L 9.000 €
3 Computer 3.000 €
4 Stühle 600 €
1 Bankguthaben Sparkasse 2.500 €
1 Bankguthaben Volksbank 6.000 €
300 Fertige Moskitonetze 3.100 €
15 Forderungen aus L & L 18.000 €
1 Kredit Sparkasse 25.000 €
2 Schreibtische 1.000 €
2 Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.500 €
(bereits enthalten in Bankguthaben Spar-
kasse)
4 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 6.000 €

Michael Dillhage Seite 4


Inventar zum 31.12.t1

Menge Art Preis

Menge Art Preis

d) Entwickeln Sie aus dem Inventar die Bilanz und errechnen Sie das Eigenkapital.

Aktiva Bilanz zum 31.12.t1 Passiva

Michael Dillhage Seite 5


Aufgabe 2: Rechenelemente in der Finanzbuchführung

a) Definieren Sie folgende Begriffe:


Auszahlung / Einzahlung, Ausgabe / Einnahme, Aufwand / Ertrag

Michael Dillhage Seite 6


b) Entscheiden Sie bei den Geschäftsvorfällen, in welcher Höhe eine Einzahlung / Auszahlung, Einnahme
/ Ausgabe, Ertrag / Aufwand der laufenden Periode (t1) vorliegt. Tragen Sie hierzu den jeweiligen Be-
trag in die Felder der Matrix ein.

Hinweise:
- Mehrfachnennungen sind möglich
- die Geschäftsvorfälle beziehen sich auf die laufende Periode (t1)
- Die USt wird vernachlässigt

Beispiel: Bareinkauf von Waren i.H.v. 200 €.

Geschäftsvorfälle:
1. Aufnahme eines Barkredits von 1.000 €.
2. Barverkauf von Waren i.H.v. 1.000 €. (Einstandswert der Waren 1.000 €)
3. Warenverkauf auf Ziel i.H.v. 600 €. (Einstandswert der Waren 600 €)
4. Banküberweisung von Löhnen (der aktuellen Periode t1) i.H.v. 2.500 €.
5. Barverkauf einer Maschine, die mit 2.000 € in den Büchern steht, zum Preis von 2.000 €.
6. Barverkauf einer Maschine mit Buchwert 5.000 € für 3.300 €.
7. Privatentnahme aus der Kasse 4.000 €.
8. Begleichung einer Verbindlichkeit durch Banküberweisung i.H.v. 500 €.
9. Vornahme der bilanziellen Abschreibungen auf Maschinen i.H.v. 7.000 €.
10. Aufgrund eines Bankguthabens werden 500 € Zinsen gutgeschrieben.
11. Zu Beginn der Periode sind Wertpapiere, die ursprünglich zu 5.000 € gekauft worden sind, aufgrund von
Kursverlusten mit 3.000 € bewertet. Am Ende der Periode beträgt der Börsenkurs 4.000 €. Die Wertpa-
piere werden mit dem höheren Marktwert bewertet.

Geschäfts-
Einzahlung Auszahlung Einnahme Ausgabe Ertrag Aufwand
vorfall in t1
Beispiel 200 € 200 €
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.

Michael Dillhage Seite 7


c) Geben Sie Beispiele an für (bezogen auf eine Periode):

- Auszahlungen, die keine Ausgaben sind:

- Einzahlungen, die keine Einnahmen sind:

- Ausgaben, die keine Auszahlungen sind:

- Einnahmen, die keine Einzahlungen sind:

- Ausgaben, die keine Aufwendungen sind:

- Einnahmen, die keine Erträge sind

- Aufwendungen, die keine Ausgaben sind:

- Erträge, die keine Einnahme sind:

Michael Dillhage Seite 8


Aufgabe 3: Rechenelemente in der Finanzbuchführung

Geben Sie für die folgenden Geschäftsvorfälle an, ob und in welcher Höhe es sich um eine Ausgabe, Auszah-
lung, Einnahme, Einzahlung und/oder Aufwand / Ertrag aus Sicht des Kaufmanns handelt (Hinweis: Die USt
wird vernachlässigt):

Nr. Vorfall Einzahlung (+) Einnahme (+) Ertrag (+)


Auszahlung (-) Ausgabe (-) Aufwand (-)
1 Einer Kundin wird bei Lieferung eine
Rechnung über 1.000 € gestellt. Der
Buchwert der Ware beträgt 400 €.
2 Die Kundin zahlt die Rechnung per
Überweisung.
3 Der Kaufmann bestellt Waren.

4 Der Kaufmann leistet dazu eine Anzah-


lung in Höhe von 500 €.
5 Zum Kontenausgleich werden 2.000 €
vom Landeszentralbank- auf das Bank-
konto transferiert.
6 Wir zahlen Kreditzinsen in Höhe
788 €.
7 Wir kaufen Rohstoffe gegen bar in
Höhe von 1.200 €.
8 Aufnahme eines Bankkredites
10.000 €.
9 Verkauf einer Maschine gegen Rech-
nung zum Preis von 5.500 €, Buchwert:
5.000 €.
10 Die Miete (200 €) für eine vermietete
Garage wird fällig, der Mieter zahlt
noch nicht.
11 Der Mieter zahlt aus Nr. 10 zahlt per
Überweisung.

Michael Dillhage Seite 9


2. Technik der Buchführung
▪ Buchführungspflicht: § 238 HGB
▪ Buchführung ist das Festhalten aller wirtschaftlich bedeutsamen Vorgänge, die sich im Unternehmen
ereignen (Geschäftsvorfälle), in chronologischer Reihenfolge, lückenlos und systematisch geordnet.
▪ Merkmale der doppelten Buchführung („Doppik“):
1. Jeder Geschäftsvorfall wird im Soll und Haben gebucht.
2. Doppelte Ergebnisermittlung: zum einen über die GuV der aktuellen Berichtsperiode und
zum anderen durch Eigenkapitalvergleich (zum Ende und zu Beginn der Berichtsperiode)
▪ Ein Buchungssatz spricht grundsätzlich mindestens zwei Konten an, gebucht wird immer:

SOLL an HABEN

▪ Jeder Bilanzposten erhält ein eigenes Bestandskonto (aktiv oder passiv).


▪ Geschäftsvorfälle lassen sich grundsätzlich als erfolgsneutral (kein Einfluss auf die GuV) oder erfolgs-
wirksam (Einfluss auf die GuV) klassifizieren.
▪ Erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle lassen sich in vier Grundtypen darstellen:

o Aktivtausch, z.B. Barabhebung vom Bankkonto zugunsten der Kasse


o Passivtausch, z.B. Umwandlung Verbindlichkeit ggü. KI in eine Hypothekenverb.
o Bilanzverlängerung (Aktiv-/Passivmehrung), z.B. Kauf einer Schreibmaschine auf Ziel
o Bilanzverkürzung (Aktiv-/Passivminderung), z.B. Bankkredit-Tilgung aus der Kasse

▪ Es lassen sich Bestandskonten und Erfolgskonten unterscheiden. Bestandskonten werden über das
Privatkonto
Schlussbilanzkonto abgeschlossen, Erfolgskonten (Aufwendungen und Erträge) werden in der GuV ge-
genübergestellt und über das Eigenkapital abgeschlossen.
▪ Eine Besonderheit stellt das Privatkonto dar, welches (bei Personengesellschaften) direkt (erfolgsneut-
== Unterkonto
Unterkonto
ral) über das Eigenkapitalkonto des
des Eigenkapitalkontos
Eigenkapitalkontos
abgeschlossen bei
bei Personengesell-
wird und Einlagen Personengesell-
und Entnahmen der Gesellschafter
darstellt. schaften
schaften zur Erfassung von Entnahmen und Einlagen.
zur Erfassung von Entnahmen und Einlagen.

Privatkonto GuV-Konto
Einlagen Aufwendungen
Entnahmen Erträge
Saldo Gewinn

Eigenkapitalkonto

Nettoentnahmen Gewinn

▪ Die Eröffnung der Bilanz erfolgt über das folgende Buchungsschema, wodurch ein der Vorjahres-End-
bilanz gespiegeltes Eröffnungsbilanzkonto entsteht (Übernahme der Vorjahres-Endbilanz gem. Grund-
satz der Bilanzidentität § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB):

Aktivkonten
Aktivkonten Passivkonten
Passivkonten
Aktivkonten
Aktivkonten an
an Eröffnungsbilanzkonto
Eröffnungsbilanzkonto Eröffnungsbilanzkonto
Eröffnungsbilanzkonto an
an Passivkonten
Passivkonten

S Eröffnungsbilanzkonto H

AB Passivkonten AB Aktivkonten

S Aktivkonten H S Passivkonten H

AB AB

Michael Dillhage Seite 10


Aufgabe 4: Buchung von erfolgsneutralen Geschäftsvorfällen:

Bilden Sie die Buchungssätze für folgende Geschäftsvorfälle und geben Sie an, um welchen Grundtyp von Ge-
schäftsvorfall es sich handelt:

a) Barabhebung vom Bankkonto i.H.v. 8.500 € zugunsten der Kasse.

b) Eine Verbindlichkeit gegenüber einem Kreditinstitut (60.000 €) wird in eine Hypothekenverbindlichkeit um-
gewandelt.

c) Die Neutrum-AG gleicht eine Verbindlichkeit aus einer Lieferung in Höhe von 100.000 € zu 95.000 € per
Bank und zu 5.000 € in bar aus.

d) Kauf eines Laptops auf Ziel für 1.300 €.

e) Eine Maschine der Neutrum-AG wechselt im Geschäftsjahr für 30.000 € den Eigentümer. Die Kundin hat
im vergangenen Geschäftsjahr eine Anzahlung in Höhe von 10.000 € geleistet. Der Restbetrag soll im Laufe
des folgenden Geschäftsjahres gezahlt werden.

f) Kauf eines Kopierers gegen Banküberweisung für 5.000 €.

g) Bestellung von Rohstoffen im Wert von 70.000 €.

h) Die Restzahlung aus dem Verkauf der Maschine aus Geschäftsvorfall e) geht auf dem Bankkonto ein.

Michael Dillhage Seite 11


Aufgabe 5: Bestandskonten

Handelt es sich bei den folgenden Konten um ein Aktiv- oder ein Passivkonto? Führen Sie den Kontenabschluss
durch. Auf welcher Kontenseite finden sich die Endbestände?

Darlehensver-
Soll Kasse Haben Soll bindlichkeiten Haben
4.000 € 3.500 € 1.500 € 20.000 €
3.000 € 1.800 € 1.500 €
2.100 €

Forderungen aus Verbindlichkeiten


Lieferungen und aus Lieferungen
Soll Leistungen Haben Soll und Leistungen Haben
12.000 € 4.700 € 7.200 € 18.300 €
3.500 € 2.500 € 1.800 €

Michael Dillhage Seite 12


Aufgabe 6: Verbuchung erfolgsneutraler Geschäftsvorfälle

Die Kauffrau Lilo Lichtblau handelt mit Malerbedarf (Pinsel, Farben, Tapeten). Die Inventur zum 31.12.t1 hat für
das Einzelunternehmen folgende Bestände ermittelt:

- Kasse 2.000 €
- Bankguthaben Dresdner Bank 33.000 €
- Waren 6.000 €
- Grundstücke und Gebäude 130.000 €
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.000 €
- Verbindlichkeiten gegenüber Lieferantin Sonja Sonnengelb 20.000 €
- Langfristige Verbindlichkeiten bei der Deutschen Bank 80.000 €
- Forderungen gegenüber Kunde Fredi Pinsel 4.000 €
- Forderung gegenüber Kunde Günter Grasgrün 14.000 €

Im Geschäftsjahr t2 haben sich folgende Geschäftsvorfälle ereignet:

1. Barabhebung von 1.000 € vom Bankkonto und Einzahlung in die Kasse.

2. Teilweise Begleichung (10.000 €) der Verbindlichkeit gegenüber Lieferantin Sonja Sonnengelb durch
Banküberweisung.

3. Frau Lilo Lichtblau kauft die neue Herbstkollektion (Tapeten) von Frau Sonnengelb für 2.000 € (davon
in bar: 800 €; per Bank: 1.200 €) ein.

4. Verkauf eines Computers im Januar t2 für 2.500 € (zum Restbuchwert), Geldeingang auf dem Bank-
konto.

Michael Dillhage Seite 13


5. Kauf eines neuen Computers für 4.500 €. Der Kaufpreis wird überwiesen.

6. Lilo Lichtblau begleicht einen Teil der langfristigen Verbindlichkeit mittels Banküberweisung
(12.000 €).

7. Der Kunde Fredi Pinsel begleicht die fällige Rechnung in bar.

8. Herr Günter Grasgrün überweist 7.000 €.

Aufgabe:

a) Richten Sie die benötigten Konten ein und nehmen Sie die entsprechenden Eröffnungsbuchungen vor.

b) Verbuchen Sie die Geschäftsvorfälle im Hauptbuch (auf den T-Konten). Bilden Sie zu den Buchungen auch
die Buchungssätze.

c) Schließen Sie die Konten ab.

Michael Dillhage Seite 14


Soll Kasse Haben Soll Bank Haben Soll BGA Haben

Soll Waren Haben Soll Grundstücke & Geb. Haben Soll Ford. aus LuL Haben

Soll Verb. aus LuL Haben Soll Langf. Verb. ggü. KI Haben Soll Eigenkapital Haben

Soll EBK Haben Soll SBK Haben Soll Haben

Michael Dillhage Seite 15


Aufgabe 7: Buchung von erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Geschäftsvorfällen:

a) Die Fibu-OHG erhält eine Zinszahlung in Höhe von 10.000 € in bar.

b) Ein Kunde bezahlt eine Forderung der Fibu-OHG: 12.000 € per Überweisung.

c) Die Miete für die Geschäftsräume ist fällig. Die Fibu-OHG zahlt 4.000 € in bar.

d) Für die Vermittlung eines größeren Auftrages erhält die Fibu-OHG eine Provision von 9.000 € in bar.

e) Zur Tilgung eines Bankkredites zahlt die Fibu-OHG aus der Kasse 20.000 €.

f) Ein Gesellschafter der Fibu-OHG nimmt 399 € aus der Kasse, um sich eine Playstation 4 zu kaufen.

g) Der Pächter eines Grundstückes der Fibu-OHG bezahlt 3.000 € in bar.

h) Die Zinszahlung aus Geschäftsvorfall a) wurde versehentlich zu hoch bemessen. Daher muss die Fibu-
OHG 2.000 € zurückzahlen (auch in bar).

Michael Dillhage Seite 16


Aufgabe 8: Verbuchung erfolgswirksamer Geschäftsvorfälle

Herr W. Schauble ist als Steuerberater tätig. Er berät seine Kunden und fertigt für sie Steuererklärungen gegen
Gebühren an. Er arbeitet in gemieteten Büroräumen und beschäftigt mehrere Angestellte. Zum 1.1.t1 ergeben sich
folgende Anfangsbestände:

- Betriebs- und Geschäftsausstattung 50.000 €


- Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber der Commerzbank 5.000 €
- Kasse 1.500 €
- Forderungen (gegenüber Kunden) 10.000 €
- Bank 20.000 €

Neben den Bestandskonten werden folgende Erfolgskonten geführt:


Mietaufwand, Löhne und Gehälter, Büroaufwand, Zinserträge, Erträge aus Gebühren.

Im Jahr t1 ereignen sich folgende Geschäftsvorfälle:

1. Herr Schauble fertigt mehrere Steuererklärungen an, für die er insgesamt 6.000 € Gebühren verlangt.
2.000 € werden bar bezahlt, der Rest wird gestundet.

2. Die Angestellten erhalten per Banküberweisung 3.000 €.

3. Herr Schauble entnimmt für eine Wochenendreise 2.000 € der Kasse.

4. Für das Geschäftsjahr t1 erhält er 500 € Zinsen auf dem betrieblichen Bankkonto gutgeschrieben.

5. Ein neuer Computer im Wert von 1.000 € wird angeschafft. Die Bezahlung erfolgt per Bankscheck.

Michael Dillhage Seite 17


6. Eine Kundin überweist eine ausstehende Rechnung von 2.000 €. Sie muss zusätzlich 500 € Verzugs-
zinsen bezahlen, die ebenfalls per Bank eingehen.

7. Herr Schauble bringt einen Schreibtisch, der bisher in seinem Privatbesitz war, in den Betrieb ein.
Wert: 1.200 €

8. Per Banküberweisung gehen 5.000 € Gebühren für Steuerberatung aus ausstehenden Rechnungen ein.

9. Büromaterial im Wert von 250 € wird gegen bar gekauft.

10. Die Miete für die Büroräume wird i.H.v. 1.000 € abgebucht.

Aufgabe:

a) Richten Sie die benötigten Konten ein und nehmen Sie die entsprechenden Eröffnungsbuchungen vor.

b) Verbuchen Sie die Geschäftsvorfälle im Hauptbuch (auf den T-Konten). Bilden Sie zu den Buchungen
auch die Buchungssätze.

c) Schließen Sie die Konten ab.

Michael Dillhage Seite 18


Soll Kasse Haben Soll Bank Haben Soll Ford. LuL Haben

Soll EK Haben Soll Langf. Verb. gg. KI Haben Soll BGA Haben

Soll Privatkonto Haben Soll Büroaufwand Haben Soll Mietaufwand Haben

Soll Löhne u. Gehälter Haben Soll Zinserträge Haben Soll Erträge aus Gebühren Haben

Soll GuV-Konto Haben Soll EBK Haben Soll SBK Haben

Michael Dillhage Seite 19


3. Verbuchung laufender Geschäftsvorfälle im Handelsbetrieb
▪ Abschluss der Warenkonten (Bruttomethode, ohne Berücksichtigung der Verbuchung der USt):

▪ Abschluss der Warenkonten (und Rohstoffkonten)

Skontraktionsmethode: laufende Verbuchung des Wareneinsatzes im dafür eingeführten Wareneinsatz-Konto


(Buchungssatz: Wareneinsatz an Wareneinkauf/Rohstoffe), das über die GuV abgeschlossen wird. EB des Wa-
reneinkauf/Rohstoffe-Kontos ist rechnerisch als Saldo des Wareneinkauf/Rohstoffe-Kontos ermittelbar. Den-
noch ist mind. eine Inventur pro Geschäftsjahr durchzuführen.

▪ Verbuchung der Umsatzsteuer (Drei-Konten-Modell) (alle Angaben in der Kontodarstellung in €):

Michael Dillhage Seite 20


▪ Verbuchung von Preisnachlässen (Rabatten/ Boni):

▪ Verbuchung von Skonti (alle Zahlenangaben in €, sofern nicht anders angegeben):

10.000

Michael Dillhage Seite 21


Aufgabe 9: Warenkonten – Umsatzsteuer

Ein Produkt durchläuft von der Urerzeugung bis zum Endverbraucher mehrere Stufen. Der Urerzeugungsbetrieb
verkauft es für 2.000 € an einen Industriebetrieb, der es wiederum für 5.000 € an den Einzelhandel weiterveräußert.
Der Einzelhändler schließlich verkauft das Produkt für 10.000 € an einen Endverbraucher. Auf diese Nettowaren-
werte entfällt noch zusätzlich die Umsatzsteuer von 19 %.

a) Ermitteln Sie für den Urerzeugungsbetrieb, den Industriebetrieb und den Einzelhändler die jeweilige Vorsteuer,
berechnete Umsatzsteuer und Zahllast. Zeigen Sie weiter, dass die von allen Unternehmen zu entrichtende
Zahllast gerade der Steuer auf die Wertschöpfung entspricht.

Stufe Einkaufs- Vorsteuer Verkaufs- Berechnete. Wertschöp- Zahllast


preis preis Umsatzsteuer fung
Urerzeugung
Industrie
Einzelhändler

Summe

b) Buchen Sie nun die Umsatzsteuer für den Einzelhändler (Einkaufspreis 5.000 €, Verkaufspreis 10.000 €) und
schließen Sie anschließend die Umsatzsteuerkonten auf dem folgenden Kontenblatt ab.

Warenbestand Umsatzerlöse
Soll (Wareneinkauf) Haben Soll (Warenverkauf) Haben

Soll Vorsteuer Haben Soll Berechnete Umsatzsteuer Haben

Soll Bank Haben

Soll Umsatzsteuerverrechnung Haben

Michael Dillhage Seite 22


Aufgabe 10: Umsatzsteuer

Die Vorjahresbilanz des Softwareunternehmens Softmax OHG hat folgendes Aussehen:

Aktiva Bilanz zum 31.12.t0 Passiva


BGA 6.000 € EK 32.000 €
Bank 24.000 €
Kasse 2.000 €
32.000 € 32.000 €

1. Eröffnen Sie die Konten zum 1.1.t1 und buchen Sie die Anfangsbestände.

2. Bilden Sie die Buchungssätze zu den folgenden Geschäftsvorfällen und stellen Sie die Entwicklung der Konten
dar:

a) Ein Schreibtisch im Wert von 800 € netto zuzüglich 19 % USt wird bar eingekauft.

b) Die Softmax bestellt einen Server zur Verarbeitung eigener Firmendaten für 23.800 € brutto und zahlt sofort
3.570 € per Banküberweisung an.

c) Der Server (b) wird geliefert und per Bank bezahlt.

Michael Dillhage Seite 23


d) Die Softmax erbringt eine Dienstleistung. Der Kunde zahlt 11.900 € brutto auf das Bankkonto ein.

e) Ein nicht mehr benötigter PC wird bar am Markt verkauft: Netto Verkaufspreis 2.000 €; Buchwert 200 €.

f) 1.500 € Zinsen werden vom Bankkonto abgebucht.

3. Schließen Sie die USt-Konten ab und buchen Sie den Saldo.

4. Schließen Sie die restlichen Konten ab.

Michael Dillhage Seite 24


Soll BGA Haben Soll Bank Haben Soll Kasse Haben

Soll Berechnete USt. Haben Soll Vorsteuer Haben Soll USt.-Verrechnung Haben

Soll EK Haben Soll Geleistete Anzahlun- Haben Soll Forderungen FA Haben


gen

Soll Dienstleistungserträge Haben Soll G/V aus Verkauf von Haben Soll Zinsaufwand Haben
AV

Soll EBK Haben Soll SBK Haben Soll GuV-Konto Haben

Michael Dillhage Seite 25


Aufgabe 11: Verbuchung des Warenverkehrs

Für das Geschäftsjahr t1 wurde folgende Schlussbilanz der Warenhandels OHG aufgestellt:

Aktiva Bilanz zum 31.12.t1 Passiva


BGA 5.000 € EK 15.000 €
Bank 10.000 €
Summe 15.000 € Summe 15.000 €

Folgende Geschäftsvorfälle sind im Verlauf des Geschäftsjahres t2 zu berücksichtigen:

a) Es werden 5.000 Mengeneinheiten an Waren zum Preis von 1,10 € (netto) eingekauft und sofort per Bank
bezahlt.

b) Wegen geltend gemachter Qualitätsmängel an den gelieferten Waren aus a) erhält die OHG eine Gutschrift in
Höhe von 595 € (brutto) auf dem Bankkonto.

c) Es werden 2.500 Mengeneinheiten der im Betrieb befindlichen Waren zu 4 € (netto) pro Stück verkauft. Die
Kundin zahlt sofort per Überweisung.

d) Die Warenhandels OHG bucht den Wareneinsatz nach dem Skontraktionsverfahren. [Hinweis: Nach Gutschrift
beträgt der Warenwert pro Stück nur noch 1 €]

Michael Dillhage Seite 26


e) Bei der obligatorischen Jahresend-Inventur t2 des Waren-Bestandes wird ein Schwund von 500 Mengenein-
heiten, also ein Zählbestand von 2.000 Mengeneinheiten - bewertet mit 2.000 € -festgestellt.

Aufgaben:

1. Eröffnen Sie die Konten zum 1.1.t2.

2. Bilden Sie die Buchungssätze zu den Geschäftsvorfällen und führen Sie die Konten.

3. Erstellen Sie das Gewinn- und Verlustkonto vom 1.1.t2 bis 31.12.t2 sowie das Schlussbilanzkonto und die
Schlussbilanz. Schließen Sie auch die USt-Konten ab. Bilden Sie die entsprechenden Buchungssätze.

Michael Dillhage Seite 27


Soll WEK Haben Soll Wareneinsatz Haben Soll Warenverkauf Haben

Soll EK Haben Soll Bank Haben Soll BGA Haben

Soll Vorsteuer Haben Soll Berechnete USt. Haben Soll USt.-Verrechnung Haben

Soll Sonst. betr. Aufw. Haben Soll GuV-Konto Haben Soll Verb. gg. Finanzamt Haben

Soll EBK Haben Soll SBK Haben Aktiva Schlussbilanz Passiva

Michael Dillhage Seite 28


Aufgabe 12: Warenkonten - Rabatte, Boni, Skonti

Buchen Sie die folgenden Geschäftsvorfälle im Handelsbetrieb jeweils aus Sicht des Käufers und des Verkäufers:

a) Warenumsatz von 20.000 € zzgl. 19 % USt, zahlbar innerhalb von 30 Tagen oder unter Abzug von 2 % Skonto
innerhalb von 7 Tagen. Der Kunde zahlt innerhalb einer Woche nach Rechnungsdatum durch Banküberwei-
sung.

b) Dem Käufer wird ein Bonus von 200 € wegen Erreichung einer bestimmten Umsatzsumme gewährt und die
200 € werden per Bank überwiesen.

c) Abschluss der Konten Lieferantenboni, Kundenboni, Lieferantenskonto, Kundenskonto.

Michael Dillhage Seite 29


Aufgabe 13: Skontoentscheidung

Der Rechnungsbetrag einer Eingangsrechnung lautet auf 5.000 €. Sie können die Rechnung binnen 10 Tagen
unter Abzug von 2 % Skonto oder innerhalb von 30 Tagen netto Kasse bezahlen. Der Zinssatz für die Aufnahme
eines Kredites (mit einer Laufzeit von bis zu 40 Tagen) beträgt 10 % (Jahreszinssatz).
Lohnt es sich, den Skonto-Abzug in Anspruch zu nehmen, wenn bis Ablauf der Skontofrist nicht ausreichend
liquide Mittel zur Verfügung stehen, sodass ein Bankkredit in Anspruch genommen werden müsste?

Michael Dillhage Seite 30


Aufgabe 14: Warenkonten - Rabatte, Boni, Skonti

Die Bilanz der „Klapptnix“ OHG lautet wie folgt:

Aktiva Bilanz zum 31.12.t1 Passiva


BGA 50.000 € EK 45.000 €
Bank 20.000 € Sonstige Verb. 30.000 €
Kasse 5.000 €
Summe 75.000 € Summe 75.000 €

Der Geschäftszweck der OHG ist der Handel mit Computern und entsprechendem Zubehör.

Aufgabe:

1. Eröffnen Sie die Konten für das Jahr t2.


2. Buchen Sie die Geschäftsvorfälle aus Sicht der „Klapptnix“ OHG. Führen Sie die Warenkonten nach der
Skontraktionsmethode und die Umsatzsteuerkonten nach der 2-Konten-Methode.
3. Schließen Sie die Konten mit einer nachvollziehbaren Kennzeichnung jeder einzelnen Buchung auf dem
Kontenblatt ab und stellen Sie die Bilanz zum 31.12.t2 auf.

Geschäftsvorfälle:

a) Die OHG kauft zehn 19-Zoll-Bildschirme zum Preis von 500 € (Listenpreis) netto auf Ziel ein. Der Lieferant
gewährt einen Rabatt in Höhe von 15 % auf den Listenpreis. Als Zahlungsziel werden 3 % Skonto innerhalb
von 10 Tagen oder 30 Tage netto Kasse eingeräumt.

b) Die OHG zahlt die Rechnung aus Buchungssatz (a) innerhalb von 10 Tagen per Banküberweisung.

c) Aufgrund der zahlreichen Bestellungen erhalten wir vom Lieferanten der Bildschirme einen Umsatzbonus in
Höhe von 2.000 € brutto per Banküberweisung.

Michael Dillhage Seite 31


d) Die OHG verkauft 3 Bildschirme zum Preis von 700 € netto je Stück an ihren Stammkunden Berni Brumm.
Sie gewährt ein Zahlungsziel von 10 Tagen mit 2 % Skonto bzw. 20 Tagen netto Kasse.

e) Berni Brumm bezahlt überraschend innerhalb von 10 Tagen die Rechnung per Scheck.

f) Durch einen Großauftrag können wir weitere 6 Bildschirme zum Preis von 700 € netto je Stück verkaufen.
Wir räumen der Kundin einen Rabatt in Höhe von 10 % ein. Das Zahlungsziel entspricht 2 % Skonto innerhalb
von 10 Tagen bzw. 20 Tage netto Kasse.

g) Die Kundin bezahlt am 15. Tag die Rechnung aus Geschäftsvorfall (f) bar.

In Bezug auf den Abschluss der Konten ist festzustellen, dass der Endbestand der Waren laut Inventur zum
31.12.t2 244,18 € beträgt.

Michael Dillhage Seite 32


Soll WEK Haben Soll Bank Haben Soll Forderungen Haben
LuL

Soll Kasse Haben Soll EK Haben


Soll BGA Haben

Soll Sonst. Verb. Haben Soll Verb. LuL Haben Soll Lieferantenboni Haben

Soll WVK Haben Soll Kundenskonto Haben Soll Lieferantens- Haben


konto

Soll Berechnete USt. Haben Soll Vorsteuer Haben Soll WES Haben

Soll EBK Haben Soll SBK Haben Soll GuV-Konto Haben

Michael Dillhage Seite 33


Aufgabe 15: Interpretation von Buchungssätzen im Handelsbetrieb

Geben Sie für die folgenden Buchungssätze jeweils an, was für ein Geschäftsvorfall hierdurch abgebildet wird.

a)
Wareneinkauf 6.400 € an Verbindlichkeiten aus LuL 7.616 €
Vorsteuer 1.216 €

b)
Forderungen aus LuL 21.420 € an Warenverkauf 18.000 €
berechnete USt 3.420 €

c)
Bank 20.991,60 € an Forderungen aus LuL 21.420 €
Kundenskonto 360,00 €
berechnete USt 68,40 €

Michael Dillhage Seite 34


d)
Warenverkauf 12.000 € an Bank 14.280 €
berechnete USt 2.280 €

e)
Lieferantenskonto an Wareneinkauf 300 €

f)
Forderungen 220.150 € an Warenverkauf 370.000 €
Erhaltene Anzahlungen 185.000 € berechnete USt 35.150 €

Michael Dillhage Seite 35


4. Verbuchung laufender Geschäftsvorfälle im Industriebetrieb
▪ Systematische Darstellung Gesamtkostenverfahren:

GuV-Rechnung gem. § 275 Abs. 2 HGB:

Gesamtleistung (alle Erträge, ggf. inkl. Bestandserhöhung uE/fE, sofern saldiert Produktion auf Lager)
- Gesamtaufwand (alle Aufwendungen, ggf. inkl. Bestandsminderung uE/fE, sofern saldiert Lagerabgang)
= Jahresergebnis (Gewinn/Verlust)

➢ Zunahme (= Ertrag, Bestandserhöhung) oder Abnahme (= Aufwand, Bestandsminderung) von Lagerbe-


ständen wird explizit in der GuV gezeigt.
➢ Alle Aufwendungen und Erträge werden in der GuV erfasst (auch jene, die auf nicht abgesetzte Men-
gen, sog. Lagerbestandserhöhungen, entfallen).

▪ Buchungsvorgänge des Gesamtkostenverfahrens (alle Angaben in der Kontendarstellung in €):

Beispiel für Buchungsvorgänge:

Anfangsbestand der fE = AB = 50 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 500 €


Produktion der fE im Geschäftsjahr = xp = 100 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 1.000 €
Absatz der fE im Geschäftsjahr = xa = 60 Stück mit einem Verkaufspreis von 20 €/Stück = 1.200 €
Endbestand der fE = EB = 90 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 900 €

(a) SBK an fE 900


S fertige Erzeugnisse H (b) fE an Bestandsänderung fE 400
AB 500 EB 900 (c) Umsatzeröse an GuV-Konto 1200
(a) SBK (d) GuV-Konto an Div. Aufwendungen 1000
Bestandserhöhung fE (e) Bestandsänderung fE an GuV-Konto 400
400
(b)
S Div. Aufwendungen H S Bestandsänderung fE H
Aufwand xp 1.000 Saldo 1.000 Saldo 400 Bestandserhöhung fE
400

S Umsatzerlöse H
Saldo 1.200 Erlöse xa 1.200
(d)

S GuV-Konto H
Aufwand xp 1.000 Umsatzerlöse xa
1.200
(e)
(c)

Gewinn 600
Bestandserhöhung fE
400

Michael Dillhage Seite 36


▪ Systematische Darstellung Umsatzkostenverfahren:

GuV-Rechnung gem. §275 Abs. 3 HGB:

Umsatzerlöse
- Umsatzbezogene Herstellungskosten (Aufwand zur Erstellung der abgesetzten Menge)
+ weitere (nicht dem Umsatz zuzuordnende) Erträge
- weitere (nicht direkt dem Herstellungsprozess zuzuordnende) Aufwendungen
= Jahresergebnis (Gewinn/Verlust)

➢ Es werden lediglich die Umsatzerlöse und die Aufwendungen für die im Geschäftsjahr abgesetzten Pro-
dukte erfasst (nur das was auf den erzielten Umsatz entfällt).
➢ Hinzu kommen weitere, nicht direkt dem Herstellungsprozess zuzuordnende Aufwendungen (z.B. allge-
meine Verwaltungskosten, Vertriebskosten,…) und weitere nicht dem Umsatz zuzuordnende Erträge
(z.B. Erträge aus Wertpapieren, sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,…).
➢ Lagerbestandserhöhungen sind nicht in der GuV ersichtlich, sondern in der Bilanz.
➢ Abgänge vom Lager, die durch den Verkauf von Produkten entstehen, fließen in die umsatzbezogenen
Herstellungskosten ein.
➢ Abgänge vom Lager (z.B. Rohstoffe, uE), die im Produktionsprozess anfallen, um uE/fE herzustellen,
die am Ende des Geschäftsjahres noch auf Lager liegen, werden nicht in der GuV erfasst, sondern die
Aufwendungen, die für die Lagerbestandserhöhung angefallen sind, werden aktiviert. Der Herstellungs-
prozess ist bis auf wenige Spezialfälle erfolgsneutral (Prinzip der eingeschränkten Ergebnisneutralität).

▪ Buchungsvorgänge des Umsatzkostenverfahrens (alle Angaben in der Kontendarstellung in €):

Beispiel für Buchungsvorgänge:

Anfangsbestand der fE = AB = 50 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 500 €


Produktion der fE im Geschäftsjahr = xp = 100 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 1.000 €
Absatz der fE im Geschäftsjahr = xa = 60 Stück mit einem Verkaufspreis von 20 €/Stück = 1.200 €
Endbestand der fE = EB = 90 Stück mit Herstellungskosten von 10 €/Stück = 900 €

S fertige Erzeugnisse H
AB 500 Abgang 600
(a) SBK an fE 900
(b) fE an Div. Aufwendungen 1000
Zugang 1.000
EB 900 (c) GuV-Konto an fE 600
(a) SBK (d) Umsatzerlöse an GuV-Konto 1200

(b)
S Div. Aufwendungen H S Umsatzerlöse H
Aufwand xp 1.000 Saldo 1.000 Saldo 1.200 Umsatzerlöse xa
1.200
(c)

S GuV-Konto H (d)
Herstellungsaufwand xa Umsatzerlöse xa
600 1.200

Gewinn 600

Michael Dillhage Seite 37


▪ Vergleich GKV/UKV:

Gesamtkostenverfahren Umsatzkostenverfahren
Bestandsverände- Erhöhungen und Minderungen des kein Bestandsveränderungskonto vor-
rungskonto Bestandes an fE und uE werden im Be- handen
standsveränderungskonto erfasst
Gliederung der Gliederung nach Aufwandsarten: Gliederung nach Funktionsbereichen:
Aufwendungen
➢ Materialaufwand ➢ Umsatzbezogene Herstellungs-
➢ Personalaufwand kosten
➢ … ➢ Vertriebskosten
➢ Verwaltungskosten

→ kostenartenorientiert → kostenstellenorientiert
Gewinn/ Verlust/ … sind bei beiden Verfahren identisch!
Umsatzerlöse

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Aufgabe 16: Verbuchung des Werkstoffverbrauches und der Bestandsveränderungen im Gesamt-
und Umsatzkostenverfahren

Die Table AG ist ein Industrieunternehmen, das sich auf die Herstellung von Tischen spezialisiert hat. Die Ti-
sche werden in einem zweistufigen Produktionsprozess gefertigt, in dem zuerst die Tischbeine hergestellt wer-
den (unfertige Erzeugnisse/Halbfertigfabrikate) und diese anschließend unter Einsatz von weiterem Holz zu fer-
tigen Tischen weiterverarbeitet werden (fertige Erzeugnisse, Fertigfabrikate).

Erster Schritt des zweistufigen Produktionsprozesses:


Für die Herstellung eines Tischbeins benötigt die Table AG Holz mit einem Einkaufspreis von 1 € pro Tisch-
bein und es muss ein Mitarbeiter des Unternehmens aus der Produktion eingesetzt werden, sodass Lohnkosten
von 0,50 € pro Bein anfallen.

Zweiter Schritt des zweistufigen Produktionsprozesses:


Das Holz für die Tischplatten der fertigen Tische und deren Befestigung an den Tischbeinen bezieht die Table
AG für 2 € pro fertigen Tisch. Jeder Tisch, der von der Table AG gefertigt wird, hat 4 Beine. Weiterhin fallen
Lohnkosten i.H.v. 1 € pro Stück für die Verarbeitung des Holzes und der bereits erstellten Tischbeine zu fertigen
Tischen an. Hierzu kommt eine Maschine zum Einsatz, die planmäßig leistungsgemäß abgeschrieben wird und
hierdurch pro Tisch einen Aufwand von 1 € verursacht.

Die Lohnzahlungen für das in der Produktion beschäftigte Personal erfolgen in der gesamten Aufgabe stets per
Banküberweisung. Der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung, Lohnsteuer, etc. wird aus Vereinfachungs-
gründen bei allen Lohnzahlungen in der Aufgabe vernachlässigt.
Die Umsatzsteuer wird nach der 2-Konten-Methode abgeschlossen und etwaige Steuerzahlungen oder Rücker-
stattungen erfolgen sofort gegen Überweisung vom bzw. auf das Bankkonto.

Die Bilanz der Table AG zum Schlussbilanzstichtag des Geschäftsjahres t0 enthält die folgenden Posten:

Aktiva Bilanz zum 31.12.t0 Passiva


Techn. A. & Maschinen 1.000 € Eigenkapital 5.000 €
Fertigfabrikate 1.000 €
Halbfertigfabrikate 1.000 €
Rohstoffe 1.000 €
Bank 1.000 €
Summe 5.000 € Summe 5.000 €

Das Eröffnungsbilanzkonto zur Eröffnung der Bestandskonten der Table AG in t1 ergibt sich demnach wie
folgt:

Soll EBK Haben


EK 5.000 € TA & M 1.000 €
FF 1.000 €
HFF 1.000 €
Rohstoffe 1.000 €
Bank 1.000 €
Summe 5.000 € Summe 5.000 €

Michael Dillhage Seite 39


Im Laufe des Geschäftsjahres t1 ereignen sich bei der Table AG die folgenden Geschäftsvorfälle:

1) Es werden Rohstoffe (Holz) für 100 € netto eingekauft.


2) Es werden 300 Tischbeine hergestellt und in das Lager gelegt.
3) Es werden 100 fertige Tische hergestellt und in das Lager gelegt.
4) Es werden 40 fertige Tische zum Verkaufspreis von 50 € netto pro Stück verkauft. Die Kundin bezahlt
sofort per Banküberweisung.
5) Herrn Stromberg aus der Verwaltung (i.H.v. 100 €) und Frau Kaufrausch aus dem Vertrieb (i.H.v.
300 €) werden Löhne per Banküberweisung bezahlt.
6) Eine Inventur ergibt die folgenden Endbestände für die nachstehend aufgeführten Posten: Rohstoffe =
600 €, Halbfertigfabrikate = 850 €, Fertigfabrikate = 1.600 €.
Gesamtkostenverfahren
A) Bilden Sie die Buchungssätze nach dem Gesamtkostenverfahren unter Anwendung der Skontraktionsme-
thode für die Konten Rohstoffe, Halbfertigfabrikate und Fertigfabrikate. Verbuchen Sie die Geschäftsvor-
fälle im untenstehenden Kontenblatt und schließen Sie die Konten ab.
Umsatzkostenverfahren
B) Bilden Sie die Buchungssätze nach dem Umsatzkostenverfahren unter Anwendung der Skontraktionsme-
thode für die Konten Rohstoffe, Halbfertigfabrikate und Fertigfabrikate. Verbuchen Sie die Geschäftsvor-
fälle im untenstehenden Kontenblatt und schließen Sie die Konten ab.

Michael Dillhage Seite 40


Michael Dillhage Seite 41
Soll Bank Haben Soll SBK Haben Soll GuV Haben
AB 1.000

Soll Rohstoffe Haben Soll Halbfertigfabrikate Haben Soll Fertigfabrikate Haben


AB 1.000 AB 1.000 AB 1.000

Soll TA & Maschinen Haben Soll Eigenkapital Haben Soll Umsatzerlöse Haben
AB 1.000 AB 5.000

Soll Haben Soll Materialaufwand Haben Soll Personalaufwand Haben

Soll Abschreibungen Haben Soll Vorsteuer Haben Soll Berechnete USt. Haben

Michael Dillhage Seite 42


Soll Bank Haben Soll SBK Haben Soll GuV Haben
AB 1.000

Soll Rohstoffe Haben Soll Halbfertigfabrikate Haben


AB 1.000 AB 1.000 Soll Fertigfabrikate Haben
AB 1.000

Soll TA & Maschinen Haben Soll Eigenkapital Haben


AB 1.000 AB 5.000 Soll Umsatzerlöse Haben

Soll Haben Soll Materialaufwand Haben Soll Personalaufwand Haben

Soll Abschreibungen Haben Soll Vorsteuer Haben Soll Berechnete USt. Haben

Soll Haben Soll Haben Soll Haben

Michael Dillhage Seite 43


5. Abschlussbuchungen
▪ Abschreibungen:

• Idee der planmäßigen Abschreibung: Verteilung der Anschaffungs-/Herstellungskosten auf


Grund betriebsüblicher Abnutzung zwecks periodengerechter Erfolgsermittlung; weiterhin
ist ggf. (auch) außerplanmäßig abzuschreiben.
• Umlaufvermögen: nur außerplanmäßig (strenges Niederstwertprinzip)
➢ § 253 Abs. 4 HGB
• Anlagevermögen: planmäßig und außerplanmäßig (gemildertes Niederstwertprinzip)
➢ § 253 Abs. 3 HGB
• Planmäßige Abschreibung: nur auf abnutzbares Anlagevermögen; monatsgenau

Abschreibungs- linear geometrisch- leistungsmäßig progressiv


methoden degressiv
Werte in €

Werte in €
Werte in €

Werte in €
Abschreibungen

t t t t
Werte in €

Werte in €

Werte in €
Werte in €

Restbuchwerte

t t t t

▪ Wertberichtigungen auf Forderungen:

• Ziel: Forderungen sollen am Bilanzstichtag richtig bewertet werden (ggf. ist auf den niedri-
geren beizulegenden Zeitwert abzuschreiben, der auch Ausfallrisiken beinhaltet)
• Vorgehensweise:

a) Forderungen werden in Höhe des Nennwertes erfasst


b) Bei Zweifeln müssen Forderungen (auf zweifelhafte Forderungen) umgebucht und der Buch-
wert auf den wahrscheinlichen Zahlungseingang berichtigt werden.

zweifelhafte zweifelhafte Einzelwertberichtigung


Forderungen Forderungen Forderungen auf Forderungen

zweifelhafte Forderung Einzelwertberichtigung auf Forderungen


an Forderung an zweifelhafte Forderungen
(Aktivtausch!) (Abschreibung!)

Michael Dillhage Seite 44


c) Beim tatsächlichen Geldeingang werden die Forderungen ausgebucht und eine Differenz zwi-
schen erwartetem Zahlungseingang und tatsächlichem Zahlungseingang als Aufwand oder Er-
trag der Periode erfasst:

(1) für Geldeingang < Forderung nach Wertberichtigung:

→ erfolgswirksame Bilanzverkürzung = Aufwand

Buchungssatz:
Bank an zweifelhafte Forderung
berechnete Umsatzsteuer
Abschreibungen auf Forderungen

(2) für Geldeingang > Forderung nach Wertberichtigung:

→ erfolgswirksame Bilanzverlängerung = Ertrag

Buchungssatz:
Bank an zweifelhafte Forderung
berechnete Umsatzsteuer Ertrag aus Auflösung Wertberichtigung

• Warum werden Forderungen „netto berichtigt“ und nicht brutto abgeschrieben?

Forderungen sind mit ihrem Bruttowert (inkl. Umsatzsteuer) erfasst worden. Diese würden mit
der Steuerlast zusammen bei einer Abschreibung reduziert werden. Da der Forderungsausfall
allerdings noch nicht feststeht, sondern nur erwartet wird, besteht kein Recht dazu die Steuer-
zahllast gegenüber dem Finanzamt zu reduzieren. Die Steuerkorrektur erfolgt erst bei tatsächli-
chen Zahlungsausfällen.

• Worin besteht der Unterschied zwischen Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichti-


gungen?

Eine Einzelwertberichtigung korrigiert den vermutlichen Zahlungsausfall einer bestimmten


Forderung. Da ein Unternehmen allerdings eine Vielzahl von Forderungen ggü. Schuldnern
besitzt, ist es nicht möglich, alle “faulen Eier“ zu entdecken. Daher berichtigt man aus Erfah-
rungswerten alle Forderungen pauschal um einen bestimmten Prozentsatz um diesen Umstand
zu berücksichtigen.

Wertberichtigung auf
Forderungen

Forderungen zweifelhafte uneinbringliche


Forderungen Forderungen

Pauschalwertberichtigung Einzelwertberichtigung Einzelwertberichtigung


(ohne USt-Korrektur) (mit USt-Korrektur)

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Aufgabe 17: Abschreibungen

Nennen Sie die möglichen Ursachen für den Wertverzehr eines Anlageguts und geben Sie je ein Beispiel.

Michael Dillhage Seite 46


Aufgabe 18: Abschreibungen

Ein Unternehmen erwirbt Anfang Januar t1 einen neuen Lkw. Der Nettokaufpreis beträgt 50.000 €. Als Ne-
benkosten fallen an: Überführungskosten 2.000 € und Zulassungskosten 1.000 €. Die Nutzungsdauer wird auf
5 Jahre geschätzt. Es ist zu erwarten, dass der Lkw eine Gesamtleistung von ca. 300.000 km hat. In t1 wurden
35.000 km, in t2 dagegen 67.000 km zurückgelegt.

a) Wie hoch ist die lineare Abschreibung in den Jahren t1 und t2?

b) Wie hoch ist die degressive Abschreibung in den Jahren t1 und t2? Gehen Sie von einem Abschreibungs-
satz von 24 % aus.

c) Wie hoch ist die leistungsgemäße Abschreibung in den Jahren t1 und t2?

d) Welche Abschreibungsmethode wird das Unternehmen wählen, wenn es in der ersten Periode
ein möglichst hohes Jahresergebnis aufweisen möchte?

Michael Dillhage Seite 47


Aufgabe 19: Abschreibungen auf Forderungen

Die Charlie Schien OHG hat ein vorläufiges Jahresergebnis von 300.000 €. Am Jahresende bestehen noch
folgende offene Forderungen gegenüber Kunden:
• A-Harper AG 59.500 € brutto
• Börta GmbH 17.850 € brutto
• Diverse Kleinkunden 41.650 € brutto
Über das Vermögen der A-Harper AG wurde ein Insolvenzverfahren geführt. Die Insolvenzverwalterin stellt
auf die Forderung der Charlie Schien OHG eine Quote von 25 % ihrer ursprünglichen Forderung fest. Bei der
Börta GmbH steht ein endgültiger Forderungsausfall noch nicht fest, die Charlie Schien OHG geht von einem
voraussichtlichen Forderungsausfall von 30 % aus. Die Forderungen gegenüber den Kleinkunden sind bisher
einwandfrei. Aus Erfahrungswerten der Vorjahre geht die Charlie Schien OHG davon aus, dass 2 % der
Kleinkunden ihre Rechnung nicht bezahlen.
a) Buchen Sie die Wertberichtigungen auf die Forderungen gegenüber der A-Harper AG und der Börta
GmbH.
b) Buchen Sie die Pauschalwertberichtigungen. Gehen Sie dabei davon aus, dass aus dem Vorjahr be-
reits eine Pauschalwertberichtigung von 1.000 € besteht.
c) Im folgenden Geschäftsjahr gehen auf dem Bankkonto der Charlie Schien OHG 90 % der ursprüng-
lichen Forderung gegen die Börta GmbH ein. Wie lautet der Buchungssatz?
d) Welchen Einfluss hatte die Forderungsbewertung auf das Jahresergebnis? Ändert sich auch der Ein-
zahlungsüberschuss?

Michael Dillhage Seite 48


Michael Dillhage Seite 49
▪ Rechnungsabgrenzung

Rechnungsabgrenzung

antizipative Rechnungsabgrenzung transitorische Rechnungsabgrenzung

transitorische Rechnungsabgrenzung:
Ausgabe / Einnahme Aufwand / Ertrag

Bilanzstichtag neues Jahr


altes Jahr

antizipative Rechnungsabgrenzung:

Aufwand / Ertrag Auszahlung / Einzahlung

Bilanzstichtag neues Jahr


altes Jahr

Konten Geschäftsvorfall Auswirkungen im Art der Abgrenzung


alten Jahr
im alten Jahr im neuen Jahr
(jetzt) (später)

Aktive Rechnungs- Ausgabe Aufwand Aufwand - transitorische


abgrenzung Buchungsposten
(§ 250 Abs. 1 HGB) (lat. transire = hinüber-
z.B. vorausbezahlte gehen)
Miete

Passive Rechnungs- Einnahme Ertrag Ertrag -


abgrenzung
(§ 250 Abs. 2 HGB)
z.B. vorab erhaltene
Zinsen

Sonstige Vermögensge- Ertrag Einzahlung Einnahme + antizipative


genstände Ertrag + Buchungsposten
z.B. noch zu erhaltende (lat. antizipare =
Zinsen vorwegnehmen)
Sonstige Verbindlichkei- Aufwand Auszahlung Ausgabe +
ten Aufwand +
z.B. noch zu zahlende
Miete

Michael Dillhage Seite 50


Aufgabe 20: Rechnungsabgrenzung

Bilden Sie die Buchungssätze zu folgenden Geschäftsvorfällen im alten und neuen Jahr und erstellen Sie alle
relevanten Abschlussbuchungen. Um welche Art von Rechnungsabgrenzung handelt es sich jeweils?

a) Die Prämie für eine Gebäudeversicherung, die die Fibu-GmbH für ein Lagergebäude abgeschlossen hat
(vierteljährlich zahlbar), wird für den Zeitraum November t1 bis Januar t2 am 22.2.t2 in Höhe von 39.000 €
per Bank überwiesen. USt fällt nicht an.

b) Die FiBu-GmbH zahlt am 10.10.t1 im Voraus für eine erwartete Rohstofflieferung 5.000 € in bar. Am
2.2.t2 erhält sie die Lieferung und zahlt den Restbetrag des Kaufpreises per Banküberweisung. Der Kauf-
preis beträgt brutto 58.000 €.

c) Am 12.12.t1 erhält die FiBu-GmbH sechs Monatsmieten (November t1 bis April t2) in Höhe von 6.900 €
(USt fiel nicht an) auf das Bankkonto überwiesen.

Michael Dillhage Seite 51


d) Der FiBu-GmbH werden am 2.1.t2 Darlehenszinsen für das Jahr t1 in Höhe von 5.000 € auf dem Bank-
konto gutgeschrieben.

e) Die FiBu-GmbH überweist am 30. Oktober t1 die Miete für ein angemietetes Gebäude für den Zeitraum
1.11.t1 - 30.04.t2 in Höhe von 9.000 €.

f) Die FiBu-GmbH nimmt einen 2-Jahres Kredit am 1.1.t1 in Höhe von 100.000 € auf, wobei die Bank
10.000 € (Disagio) einbehält. Weiterhin wurden jährliche Zinsen in Höhe von 2 % auf den Kreditbetrag
vereinbart. Die FiBu-GmbH möchte im Jahr t1 möglichst hohe Gewinne zeigen.

Michael Dillhage Seite 52


g) Auch die Bank verbucht die Darlehensaufnahme der FiBu-GmbH aus f)

Michael Dillhage Seite 53


Rückstellungen

• Definition: Rückstellungen sind Passivposten für bestimmte künftige Verpflichtungen eines Unterneh-
mens, die am Bilanzstichtag dem Grund (Zwang zur Leistung ist nicht sicher!) und/oder der Höhe nach
ungewiss sind, deren zugehöriger Aufwand der Verursachungsperiode zuzuordnen ist.

• Rückstellungen dienen der korrekten Periodisierung zukünftig anfallender Aufwendungen.

• Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfül-
lungsbetrages anzusetzen (§ 253 Abs. 1 S. 2 2. Alt. HGB).

• Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit
entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abzuzinsen,
bei Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen sind die vergangenen zehn Jahre heranzuzie-
hen. (§ 253 Abs. 2 S. 1 HGB).

• Rückstellungen dürfen nicht für andere Zwecke als in § 249 Abs. 1 HGB angesetzt werden.
→ Ansatzverbot (§ 249 Abs. 2 S. 1 HGB)

Rückstellungsart Ansatz Beispiel


Rückstellungen für ungewisse Ver- Pflicht Laufender Schadensersatzprozess
Außenverpflichtung

bindlichkeiten
§ 249 Abs. 1 S. 1 1. Alt HGB
Rückstellungen für drohende Ver- Ein bereits geschlossener Vertrag
luste aus schwebenden Geschäften kann nur mit Verlust erfüllt werden
§ 249 Abs. 1 S. 1 2. Alt. HGB
Kulanzrückstellungen Gewährleistungen, die über das ge-
§ 249 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 HGB setzliche Mindestmaß hinausgehen
Rückstellung für unterlassene Ab- Pflicht Unterlassene Abraumbeseitigung
raumbeseitigungen (innerhalb des vor geplanten Baubeginn eines
Innenverpflichtung

nächsten Geschäftsjahres) Grundstücks


§ 249 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 2. Alt HGB
Rückstellung für unterlassene In- Pflicht Wartung einer Maschine
standhaltung (innerhalb 3 Monate)
§ 249 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 1. Alt HGB

→ Bildung: ergebniswirksam

➢ z.B. sonstiger betrieblicher Aufwand an Rückstellungen

→ Auflösung: § 249 Abs. 2 S. 2 HGB: „soweit der Grund (…) entfallen ist“.
Ergebniswirksam oder erfolgsneutral, je nachdem ob die Schätzung des Erfüllungsbetrags
mit dem tatsächlichen Erfüllungsbetrag übereinstimmt.

➢ z.B. Rückstellungen an Bank


(richtige Schätzung)
➢ z.B. Rückstellungen und sonstiger betrieblicher Aufwand an Bank
(Betrag zu niedrig geschätzt)
➢ z.B. Rückstellungen an Bank und sonstiger betrieblicher Ertrag
(Betrag zu hoch geschätzt)

Michael Dillhage Seite 54


Aufgabe 21: Rückstellungen

Für eine im Jahr t1 unterlassene Wartungsarbeit rechnet die Meier AG mit künftigem Reparaturaufwand in
Höhe von ca. 11.900 € brutto. Die Reparatur soll direkt im Anschluss an die Karnevalsfeierlichkeiten im
Februar t2 durchgeführt werden. Daraufhin beschließt der Vorstand unter Berufung auf das Vorsichtsprinzip
am Jahresende, eine Rückstellung in Höhe von 50.000 € zu bilden.

a) Um was für eine Art von Rückstellung handelt es sich? Nennen Sie die gesetzliche Grundlage für die
Bildung. Würde sich Ihre Antwort ändern, wenn auch noch Himmelfahrt abgewartet werden soll?

b) Wie beurteilen Sie die vorgeschlagene Höhe? Auf welche handelsrechtliche Norm berufen Sie sich, wenn
der Vorstand auf § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB verweist?

Michael Dillhage Seite 55


c) Buchen Sie die Rückstellung zum 31.12.t1.

d) Lösen Sie die Rückstellung im nächsten Jahr auf für die Fälle, dass
da) die Reparatur unterbleibt;

db) die Reparatur 10.000 € netto beträgt;

dc) die Reparatur 11.000 € netto beträgt;

dd) die Reparatur 5.000 € netto beträgt.

Michael Dillhage Seite 56


Aufgabe 22: Prozesskosten-Rückstellungen

Für einen schwebenden Prozess, den die Meier-AG voraussichtlich verlieren wird, bildet sie zum 31.12.t1
eine Prozesskostenrückstellung, die im Mai t2 durch Zahlung an die Gerichtskasse und den Prozessgegner in
Anspruch genommen wird. Buchen Sie, wenn:

a) die Rückstellung in Höhe von 2.400 € gebildet wird und später 2.100 € überwiesen werden.

b) die Rückstellung in Höhe von 1.900 € gebildet wird und später 2.200 € überwiesen werden.

Um was für eine Art Rückstellung handelt es sich? Nennen Sie die gesetzliche Grundlage für die Bildung.

Michael Dillhage Seite 57


Aufgabe 23: Rückstellungen

Die PetroGasHandels AG kauft am 20.11.t1 Heizöl zu Handelszwecken: Die Anschaffungskosten betragen


1.000.000 € zzgl. 19 % USt. Lieferung und Kaufpreiszahlung sollen vereinbarungsgemäß im Januar t2 erfol-
gen. Der Preis für Heizöl am Markt sinkt am 31.12.t1 (Bilanzstichtag) unerwartet auf 700.000 €.

a) Um was für eine Art Rückstellung handelt es sich? Nennen Sie die gesetzliche Grundlage für die Bil-
dung.

b) Wie ist in den betreffenden Geschäftsjahren zu buchen, wenn sich der Heizölpreis in t2 nicht erholt?

Michael Dillhage Seite 58


Aufgabe 24: Rechnungsabgrenzung/Rückstellungen

Entscheiden Sie für die nachfolgenden Sachverhalte aus Sicht der FiBu GmbH zum Bilanzstichtag 31.12.t1,
um welche Form der Rechnungsabgrenzung es sich handelt. Gehen Sie davon aus, dass bisher keine Abgren-
zungen vorgenommen worden sind.

Tragen Sie hierzu den abzugrenzenden Betrag in der betreffenden Spalte ein. Handelt es sich nicht um ei-
nen Fall der Rechnungsabgrenzung oder Rückstellungsbildung, kreuzen Sie die Spalte „keines dieser Kon-
ten“ an.
Sachverhalt

Verbindlichkeit
(alle Angaben in T€)

Keines dieser
Rückstellung
Forderung
Sonstige

Sonstige

Konten
ARAP

PRAP
a) Am 30. November t1 überweist die FiBu
GmbH für die drei kommenden Monate die
Miete in Höhe von 18 T€ an den Vermieter
b) Eine Kundin der FiBu GmbH begleicht ihre
aus dem Vorjahr (t0) stammende Rechnung in
Höhe von 12 T€ bar.
c) Die FiBu GmbH erhält am 16. Dezember t1
eine Rechnung für Büromaterial über 1 T€, die
erst am 15. Januar t2 fällig ist.
d) Für ein am 1. Dezember t1 erworbenes Fahr-
zeug hat die FiBu GmbH noch keine Versiche-
rung gezahlt. Die Prämien in Höhe von 6 T€
sind jeweils halbjährlich im Voraus zu zahlen
(Bezahlung ist in t1 unterblieben).
e) Die FiBu GmbH hat mit einem Kunden einen
Wartungsvertrag abgeschlossen. Die Bezahlung
in Höhe von 24 T€ erfolgte für 1 Jahr im Vo-
raus am 1. September t1.
f) Am 16. November t1 wurde eine Maschine
der FiBu GmbH durch einen Unfall beschädigt.
Die Reparatur soll im Februar erfolgen und soll
lt. Kostenvoranschlag 15 T€ kosten.
g) Für einen von der FiBu GmbH aufgenom-
men Kredit ist am 1. Februar t2 die nächste
Rate der Kredittilgung (100 T€) fällig.
h) Die FiBu GmbH wurde am 1. Dezember t1
auf 60 T€ Schadenersatz aus Produkthaftung
verklagt. Die FiBu GmbH geht davon aus, den
Prozess zu verlieren.
i) Am 1. Juni t1 wurde durch die FiBu GmbH
die Kfz-Steuer in Höhe von 1,2 T€ für ein Jahr
im Voraus bezahlt.

Michael Dillhage Seite 59


▪ Erfolgsverbuchung bei Kapitalgesellschaften

I. Gezeichnetes Kapital
II. Kapitalrücklage
III. Gewinnrücklagen
IV. Gewinnvortrag/Verlustvortrag (aus dem Vorjahr)
V. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

ERGEBNISERMITTLUNG
(Gesamtkostenverfahren oder Umsatzkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 u. 3 HGB)

Erträge
- Aufwendungen
= Jahresüberschuss/-fehlbetrag (Jahresergebnis)
(§ 275 Abs. 2 Pos. 17 u. Abs. 3 Pos. 16 HGB)

ERGEBNISVERWENDUNG
(§ 268 Abs. 1 HGB i.V.m. § 158 Abs. 1 AktG)

 Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr


+ Entnahmen aus der Kapitalrücklage
+ Entnahmen aus Gewinnrücklagen
- Einstellungen in die Gewinnrücklagen
= Bilanzgewinn/-verlust (zum Bilanzstichtag)
- auszuschüttender Betrag
= Gewinnvortrag/Verlustvortrag (für die Folgeperiode)

Michael Dillhage Seite 60


Aufgabe 25: Ergebnisverwendungsrechnung

Aktiva vorläufige Bilanz der Duff AG zum 31.12.t1 Passiva


Eigenkapital
Anlagevermögen 100.000 € Gezeichnetes Kapital 50.000 €
Kapitalrücklagen 10.000 €
Gewinnrücklagen 30.000 €
Umlaufvermögen 50.000 € Verlustvortrag - 20.000 €
Jahresüberschuss 30.000 €
Schulden
Verbindlichkeiten 50.000 €

Summe 150.000 € Summe 150.000 €

Welcher Betrag kann ausgeschüttet werden (Bilanzgewinn § 158 AktG)? Der Gewinnverwendungsbeschluss der
Duff-AG sieht vor, dass 10.000 € aus den Gewinnrücklagen entnommen werden sollen, um die Ausschüttungen
an die Aktionäre erhöhen zu können.

Michael Dillhage Seite 61


6. Ansatz- und Bewertungskonzeption des HGB

Bilanzansatz: Was ist in der Bilanz auf der Aktivseite anzusetzen?

abstrakte Aktivierungsfähigkeit konkrete Aktivierungsfähigkeit


(Aktivierungsgrundsatz)

3 Kriterien (müssen kumulativ er- richtet sich nach konkreten han-


füllt sein) delsrechtlichen Aktivierungsvor-
1. wirtschaftlicher Wert schriften
2. selbstständige Bewertbarkeit (können vom Aktivierungsgrund-
3. selbstständige Verkehrsfähigkeit satz abweichen)

Aufgabe 26: Ansatzgrundsätze für die HGB-Bilanz

Prüfen Sie, ob in den vorliegenden Fällen die abstrakte und die konkrete Aktivierungsfähigkeit gegeben sind.

a) Die Krusty AG ist eine große Marketingfirma und kauft einen neuen Computer zum Preis von 2.000 €
netto, der eine effizientere Steuerung der verschiedenen Drucker im Haus ermöglicht.

Michael Dillhage Seite 62


b) Die Duff AG zahlt die Miete für eine Brauerei ein Jahr im Voraus.

c) Die Nukular AG sucht aufgrund von aus ihrer Sicht völlig unverständlichen Protesten von Umweltschüt-
zern gegen ihr Kraftwerk neue Energiequellen. Sie investiert hierfür 50 Mio. €, hat aber noch keine nen-
nenswerten Erfolge erzielt.

Michael Dillhage Seite 63


▪ Anschaffungskosten

Definition der Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB

Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben
und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugerechnet
werden können.

Bestandteile der Anschaffungskosten gemäß § 255 Abs. 1 HGB

Anschaffungspreis
- Anschaffungspreisminderungen
+ Anschaffungsnebenkosten
+ nachträgliche Anschaffungskosten
+ Finanzierungskosten*
= Anschaffungskosten nach HGB

* Einbeziehungspflicht nach deutschen GoB, sofern Erwerbs- und Kreditgeschäft eng miteinander verbunden
sind

Michael Dillhage Seite 64


Aufgabe 27: Erstbewertung - Anschaffungskosten

Das voll zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmen erwirbt einen neuen PKW. Die entsprechende Rechnung
des Autohauses lautet wie folgt:


1 PKW 35.000,00
Autoradio 550,00
Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung 250,00
35.800,00
10 % Rabatt -3.580,00
32.220,00
Überführungskosten 125,00
32.345,00
19 % Umsatzsteuer 6.145,55
38.490,55
Verauslagte Kosten €
Kfz-Brief 15,00
Zulassungsgebühr 50,00
Benzin (Rechnung liegt vor) 35,70

Die Rechnung wird sofort in bar bezahlt.

Aufgabe: Wie hoch sind die Anschaffungskosten des neuen PKW und wie lautet der Buchungssatz zur Erfas-
sung der Anschaffung?

Michael Dillhage Seite 65


Aufgabe 28: Erstbewertung - Anschaffungskosten

Das Unternehmen bestellt bei seinem Heizungsmonteur eine neue Heizungsanlage. Mit der Lieferantin wird ein
Pauschalpreis für die betriebsfertige Heizung inklusive aller Nebenkosten in Höhe von 100.000 € (netto) verein-
bart. Nach erfolgter Anlieferung und Montage Ende März t1 wird der Kaufpreis überwiesen. Mitte April t1 stellt
das Unternehmen fest, dass die neue Heizung einige Mängel aufweist. Nach zähen Verhandlungen mit der Liefe-
rantin gewährt diese einen Preisnachlass von 10.000 € (brutto) und überweist ihn an das Unternehmen zurück.

Aufgabe: Wie ist der Sachverhalt buchhalterisch zu erfassen?

Michael Dillhage Seite 66


▪ Herstellungskosten

Definition der Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB

Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von
Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstandes, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprüng-
lichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen.

Bestandteile der Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 und 3 HGB

Materialeinzelkosten
+ Fertigungseinzelkosten
+ Sondereinzelkosten der Fertigung
+ Fertigungsgemeinkosten (soweit durch Fertigung veranlasst)
+ Materialgemeinkosten (soweit durch Fertigung veranlasst)
+ Werteverzehr des Anlagevermögens (soweit durch Fertigung veranlasst)
= Wertuntergrenze der Herstellungskosten (Pflichtbestandteile/Teilkosten)

+ angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung, für soziale Einrichtungen
des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche
Altersversorgung (soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen)
+ Finanzierungskosten (soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen)
= Wertobergrenze der Herstellungskosten (Wahlrechtsbestandteile/ Vollkosten)

Michael Dillhage Seite 67


Aufgabe 29: Erstbewertung - Herstellungskosten

Die Gryffindor Geräte-OHG produziert medizinische Spezialapparate. Für eine Universitätsklinik soll eine beson-
ders konstruierte Herz-Lungen-Maschine gebaut werden. Im Geschäftsjahr t1 sind bislang folgende Ausgaben
angefallen.

Ermitteln Sie die Herstellungskosten nach dem vorgegebenen Schema.

Aktivierungs- Wahlrecht Aufwand (€)


pflicht (€) (€)
Rohstoffe und Vorprodukte von Zulieferfirmen
(17.000 € netto) für die Herz-Lungen-Maschine
Löhne für die Fertigung, einschließlich Arbeitgeber-
anteil an der Sozialversicherung (18.000 €) für die
Herz-Lungen-Maschine
Für Konstruktionszeichnungen der Herz-Lungen-
Maschine fielen 8.000 € netto an
In der Periode fielen für alle Produkte insgesamt zu-
sätzliche Materialkosten in Höhe von 40.000 € netto
an. Auf die Herz-Lungen-Maschine wurden anteilig
3.400 € verrechnet
An Gemeinkosten im Fertigungsbereich wurden auf
die Herz-Lungen-Maschine anteilig 21.600 € netto
verrechnet
Die Verwaltungskosten wurden in Höhe von
10.750 € auf die Maschine umgelegt
Lagerkosten für die fertige Maschine 1.000 € netto

Zinsen für einen Kredit, der speziell zur Herstellung


aufgenommen wurde 5.000 € und auf den Zeitraum
der Herstellung entfällt
Summe

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Aufgabe 30: Erstbewertung - Herstellungskosten

Kalle Kurzschluss ist der einzige Kabeltrommelhersteller in Kuhdorf. Durch einen äußerst erfolgreichen Werbe-
feldzug wurde der Absatz so stark gesteigert, dass er sich gezwungen sieht, jedes vorhandene Wahlrecht zu nutzen,
um seinen diesjährigen Rekordgewinn zu drücken. Die vorher zur handelsrechtlichen Wertobergrenze aktivierten
Kabeltrommeln sollen daher jetzt zur Wertuntergrenze aktiviert werden.

Welche Änderungen ergeben sich bei den folgenden Aufwandsarten, wenn die am Jahresende auf Lager liegenden
Kabeltrommeln zur handelsrechtlichen Wertuntergrenze aktiviert werden? Am Jahresende sind 100 Trommeln im
Lager zu bewerten.

• Die Kosten der im Großhandel bezogenen Kabel betragen 5 € je Trommel.


• Die an einen Konkurrenten zu zahlende Lizenzgebühr beträgt 3 € je Trommel.
• Das im Büro benötigte Druckerpapier schlägt mit 0,10 € je Trommel (geschlüsselt) zu Buche.
• Aufwendungen 2 € je Trommel für farbenfrohe Verkaufsverpackung.

Michael Dillhage Seite 69


▪ Folgebewertung nach dem HGB

Bewertung im Zeitablauf nach deutschen GoB

t0 Zeit

Erst-/Zugangsbewertung Folgebewertung(en)

Anschaffungskosten planmäßige Abschreibungen


Herstellungskosten auf die (fortgeführten) AHK

Außerplanmäßige Abschreibungen
und Wertaufholungen (Zuschreibungen)
originäre Bewertungsmaßstäbe

Konzeption der Folgebewertung nach deutschen GoB

• Auch komponentenweise planmäßige Abschreibung grundsätzlich zulässig (Komponentenansatz)

Michael Dillhage Seite 70


Aufgabe 31: Folgebewertung - Abschreibungen

Ein nach HGB bilanzierendes Unternehmen hält Wertpapiere als langfristige Finanzanlage. In t1 betragen die
Anschaffungskosten 100 T€. Am 31.12.t2 beträgt der Börsenkurs für die Wertpapiere 90 T€.

Wie ist am 31.12.t2 zu bilanzieren und ggf. zu buchen? Welche weiteren Informationen benötigen Sie zur Beant-
wortung der Frage?

Michael Dillhage Seite 71


Aufgabe 32: Folgebewertung - Abschreibungen

Die ABC-AG erwirbt Anfang t1 eine neue Maschine. Der Anschaffungspreis liegt bei 35.700 € (brutto). Dem
Unternehmen wird ein Rabatt in Höhe von 10 % gewährt. Der Transport wird von einem Lieferanten gegen ein
Entgelt von 3.000 € (zuzüglich USt) übernommen. Die Nutzungsdauer der Maschine wird auf 6 Jahre geschätzt
(Restwert = 0). Die Abschreibung soll linear erfolgen.

a) Wie hoch sind die fortgeführten Anschaffungskosten am Ende von t2? Erstellen Sie den Abschreibungsplan
in der untenstehenden Tabelle

Jahr Restbuchwert zu Beginn Abschreibung Restbuchwert zum Ende


des Geschäftsjahrs der Geschäftsjahrs
t1
t2
t3
t4
t5
t6

b) Ende t3 stellt das Unternehmen fest, dass der Wert der Maschine bei 12.000 € liegt. Hierbei handelt es sich
um eine dauerhafte Wertminderung. Welche Auswirkungen ergeben sich daraus auf den Wert der Maschine.

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c) Mit welchem Betrag steht die Maschine am Ende der Periode t4 in der Bilanz?

Jahr Restbuchwert zu Beginn Abschreibung Restbuchwert zum Ende


des Geschäftsjahrs der Geschäftsjahrs
t1
t2
t3
t4
t5
t6

d) Am Ende der Periode t5 ergibt sich wider Erwarten, dass der Grund für die in t3 vorgenommene außerplan-
mäßige Abschreibung entfallen ist. Was ist zu tun?

Michael Dillhage Seite 73


Aufgabe 33: Folgebewertung - Abschreibungen

Eine Maschine wird Anfang t1 zu Anschaffungskosten von 80.000 € erworben und linear abgeschrieben. Die
ursprüngliche geplante Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre.

Zu Beginn des dritten Jahres wird festgestellt, dass sich die Nutzungsdauer auf 6 Jahre verkürzt.

Wie hoch sind die Abschreibungen in den Jahren t1 bis t6?

Jahr Buchwert am Jah- Abschreibungsbetrag Buchwert am Jahres-


resanfang ende
t1
t2
t3
t4
t5
t6

Michael Dillhage Seite 74


Aufgabe 34: Folgebewertung - Abschreibungen

Die Zebra Handelsunternehmen GmbH vertreibt Zebra Onesie Pyjamas. In t1 betrugen die Anschaffungskosten
für 200 Zebra Onesies 43 T€. Der Marktpreis für den Bestand beträgt am 31.12.t2 39 T€. Die Wiederbeschaf-
fungskosten betragen 35 T€; im Rahmen einer Wiederbeschaffung würden zudem 1 T€ Transportkosten anfallen.

Wie ist der Sachverhalt am 31.12.t2 zu buchen? Begründen Sie Ihre Meinung!

Michael Dillhage Seite 75


Aufgabe 35: Folgebewertung - Abschreibungen

Die Stoffgroßhandlung Seidel & Schmidt Fashion OHG hat am Jahresende noch 1000 laufende Meter bunter
Druckstoffe und andere Stoffe auf Lager zu einem Buchwert von € 5/lfd. m. Der beizulegende Zeitwert am Bi-
lanzstichtag (Wiederbeschaffungskosten) beträgt 4,50 €/lfd. m, bei Bilanzaufstellung 4,60 €/lfd. m.

Welche Wertansätze sind in der handelsrechtlichen Bilanz möglich? Geben Sie ggf. auch den Buchungssatz an.

Michael Dillhage Seite 76


Aufgabe 36: Folgebewertung - Abschreibungen

Die Meyer-Handels GmbH kauft am 30.6.t1 400 Großpackungen Babywindeln für 100 € (netto) je Packung. Die
Bezahlung erfolgt am 10.7.t1 unter Ausnutzung von 5 % Skonto per Banküberweisung. Die Anlieferung erfolgt
durch ein Speditionsunternehmen, das dafür insgesamt 600 € in Rechnung stellt und diese am 10.7.t1 von der
GmbH in bar erhält.

Bevor die Meyer-Handels-GmbH die Babywindeln weiterverkaufen kann, fallen bei ihr noch Vertriebskosten in
Höhe von 2,50 € je Packung an. Die GmbH arbeitet mit 20 % Gewinnaufschlag.

Gehen Sie bei der Beantwortung der Fragen a) und b) auf die gesetzlichen Bestimmungen ein!

a) Mit welchem Wert ist eine Packung Babywindeln in der Bilanz zum 31.12.t1 anzusetzen?

b) Am 31.12.t1 teilt die Marketingabteilung der Buchhaltung mit, dass die Marktpreise für Babywindeln rück-
läufig sind und zurzeit bei 90 € (netto) je Packung liegen. Mit welchem Wert ist eine Packung Babywindeln
in der Bilanz zum 31.12.t1 anzusetzen?

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Aufgabe 37: Folgebewertung - Abschreibungen

Die Moneymaker GmbH hält in ihrem Wertpapierbestand ausschließlich Aktien der börsennotierten Dagobert
AG. Die Aktien wurden am 07.05.t1 zu einem Kurs von 27 € erworben. Die Moneymaker GmbH geht davon aus,
dass die Aktien der Dagobert AG langfristig ein starkes Wachstumspotenzial haben und beabsichtigt daher, die
Aktien der Dagobert AG langfristig zu halten.

Die Moneymaker GmbH verfolgt eine gewinnmaximierende Abschlusspolitik. Ihr Geschäftsjahr endet am 31.12.
eines Kalenderjahres. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt immer am 15.03. des Folgejahres; die jeweils
am 15.03. erlangten Informationen sind für die Zwecke der Bewertung zum 31.12. des Vorjahres mit zu berück-
sichtigen (sog. wertaufhellende Ereignisse gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB).

Die Kurse der Dagobert AG haben sich wie folgt entwickelt:

01.05.t1 31.12.t1 15.03.t2 31.12.t2 15.03.t3 31.12.t3


Kurswerte 27 € 25 € 29 € 24 € 23 € 32 €

Gehen Sie am Ende des Geschäftsjahres t2 von langfristig fallenden und am Ende der Geschäftsjahre t1 und t3
jeweils von langfristig steigenden Kursen aus.

a) Mit welchem Wertansatz ist eine Aktie der Dagobert AG im Jahresabschluss der Moneymaker GmbH
anzusetzen? Begründen Sie ihre Antwort. Gehen Sie hierbei auch auf die gesetzlichen Bestimmungen ein.

31.12.t1 31.12.t2 31.12.t3


Höchstansatz

Mindestansatz

Begründung

b) Wie würden Sie ihre Entscheidung treffen, wenn die Aktien von der Moneymaker GmbH zu Spekulati-
onszwecken (kurzfristige Halteabsicht) gehalten werden?

31.12.t1 31.12.t2 31.12.t3


Höchstansatz

Mindestansatz

Begründung

Michael Dillhage Seite 78


Aufgabe 38: Folgebewertung - Abschreibungen

Die Analytics AG hat in t1 eine strategische Beteiligung an der Cloud GmbH zu 340 T€ erworben. Am 31.12.t2
geht die Analytics AG davon aus, dass aus der Beteiligung an der Cloud GmbH künftig jährlich 30 T€ Dividen-
denerträge zufließen werden; gehen Sie davon aus, dass es keine zeitliche Beschränkung der zufließenden Divi-
dendenerträge gibt.

Am 31.12.t2 ermitteln Sie einen risikolosen Zinssatz für langfristige Anlagen in Höhe von 2,8 %. Der Zinssatz für
eine langfristige Anlage mit einem Risiko, welches vergleichbar mit der Cloud GmbH ist, beträgt 8,1 %. Wie ist
die Beteiligung am 31.12.t2 zu bilanzieren und wie ist ggf. zu buchen? Ihre Antwort ist zu begründen!

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