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STAATLICHES SEMINAR FÜR DIDAKTIK UND LEHRERBILDUNG NÜRTINGEN (GWHS) Zusammenfassung der Dokumentation einer

STAATLICHES SEMINAR FÜR DIDAKTIK UND LEHRERBILDUNG NÜRTINGEN (GWHS)

Zusammenfassung der Dokumentation einer Unterrichtseinheit

1. Allgemeine Angaben

Kompetenzorientierte Formulierung des Themas

Die Natur als Erfinder? - Schülerinnen und Schüler einer 3. Klasse entdecken bei

der Auseinandersetzung mit alltäglichen Erfindungen Vorbilder aus der Natur,

erwerben grundlegendes Fachwissen im Bereich Bionik und erweitern ihre

Methodenkompetenz, indem sie ausgewählte Prinzipien mit naturwissenschaftlichen

Denk- und Arbeitsweisen untersuchen“

Autorin / Autor

Birgit Eva Morlock

Klassenstufe

Fach / Fächerverbund

Zeitumfang in Stunden

Schule

3

Mensch,

Natur

ca. 20 Schulstunden (und

Neugreuth-Schule

und Kultur

zwei Vormittage für den

Metzingen (GHWRS)

außerschulischen Lernort

Neugreuthstr. 24

und die Präsentation /

72555 Metzingen

Ausstellung des Projekts)

Organisationsform des Unterrichts

Klassenverband (18 Schülerinnen und Schüler) und außerschulischer Lernort

Struktur des Lernprozesses
Struktur des Lernprozesses

2. Kompetenzanalyse

Kompetenzorientierte Zielformulierung

„Die Schüler entdecken bei der Auseinandersetzung mit alltäglichen Erfindungen Vorbilder aus der Natur, erwerben grundlegendes Fachwissen im Bereich Bionik, erweitern ihre Methodenkompetenz, indem sie ausgewählte Prinzipien mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen untersuchen und entwickeln in der Teamarbeit soziale Verantwortung sowie Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten“

Kompetenzen Die themenorientierte Unterrichtseinheit wurde so ausgerichtet, dass bei der Weltwahrnehmung der
Kompetenzen
Die
themenorientierte
Unterrichtseinheit
wurde
so
ausgerichtet,
dass
bei
der
Weltwahrnehmung der Schüler angesetzt und an die unterschiedlichen
Vorerfahrungen und Denkweisen der Kinder angeknüpft wurde. Das individuelle
Vorwissen wurde im Unterrichtsgeschehen aufgegriffen, weiterentwickelt und in
„tragfähige Formen des Wissens und Könnens“ (BILDUNGSPLAN 2004: 96)
weitergeführt. Des Weiteren wurde „durch die Verbindung schulischen Lernens mit
dem eigenen Handeln […] das Lernen persönlich bedeutsam und damit nachhaltig“
(ebd.). Da die Schüler ihre Versuche und Experimente in der Gruppe selbständig
planen, durchführen und überarbeiten konnten, wurde der „Aufbau von Einstellungen
und Haltungen“ gefördert und so ein wichtiger Beitrag zur naturwissenschaftlichen
Grundbildung geleistet (ebd.). Eine wesentliche Rolle spielten die forschende
Auseinandersetzung und das problemorientierte Vorgehen, wodurch die Schüler nach
und nach dazu befähigt wurden selbständig zu arbeiten und elementare Denk- und
Arbeitsweisen anzuwenden.

Ausgehend von den oben aufgeführten Kompetenzbereichen aus dem Bildungsplan

und dem kompetenzorientierten Lernziel lassen sich folgende Kompetenzen,

Kriterien und Indikatoren aus der Einheit ableiten:

Anzubahnende Kompetenz im sachlich-fachlichen Kompetenzbereich:

Anzubahnende Kompetenz im sachlich-fachlichen Kompetenzbereich:
Die Schüler entdecken bei der Auseinandersetzung mit alltäglichen Erfindungen Vorbilder aus der Natur und erwerben

Die Schüler entdecken bei der Auseinandersetzung mit alltäglichen Erfindungen Vorbilder aus der Natur und erwerben grundlegendes Fachwissen im Bereich Bionik

Kriterien:

Aneignung fachspezifischen Grundwissens zum Thema Bionik

Herstellen von Zusammenhängen zwischen Vorbildern aus Natur und Technik

Indikatoren:

Die Schüler…

wissen was Bionik bedeutet und können die Zusammensetzung des Wortes „Bionik“ erläutern

kennen Vorbilder aus der Natur und die entsprechende technische Erfindung (Analogienpaare)

kennen einige wichtige Bioniker (von damals und heute) und deren Erfindungen

können den Nutzen von bionischen Erfindungen für den Alltag an Beispielen erläutern

kennen exemplarische bionische Prinzipien

Anzubahnende Kompetenz im methodisch-strategischen Kompetenzbereich:

Anzubahnende Kompetenz im methodisch-strategischen Kompetenzbereich:

Die Schüler erweitern ihre Methodenkompetenz indem sie ausgewählte bionische Prinzipien mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen untersuchen

indem sie ausgewählte bionische Prinzipien mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen untersuchen

Kriterien:

Anwendung naturwissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen (für die Untersuchung von bionischen Phänomenen und Prinzipien)

Selbständiges Arbeiten

Lernprozesse selbständig organisieren

Sachverhalte recherchieren

Indikatoren:

Die Schüler…

stellen Vermutungen mittels der Placemat-Methode und des Concept-Cartoons an

wenden entsprechende naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen an: Beobachten, Messen, Vergleichen, Ordnen, Experimentieren

arbeiten arbeitsteilig in 3er oder 4er-Gruppen zusammen

erschließen sich die Inhalte in kooperativen Lernformen selbständig (Partnerinterviews, Lerntempoduett)

dokumentieren ihre Erkenntnisse schriftlich im Lerntagebuch

recherchieren selbständig (im Internet oder mithilfe des Thementisches) für die Forscheraufgabe

Anzubahnende Kompetenz im sozial-kommunikativen Kompetenzbereich:

Anzubahnende Kompetenz im sozial-kommunikativen Kompetenzbereich:

Die Schüler erweitern ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit durch die Arbeit in Gruppen

Die Schüler erweitern ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit durch die Arbeit in Gruppen

Kriterien:

Rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst miteinander umgehen

Indikatoren:

Die Schüler…

erarbeiten in Teams Regeln für die Zusammenarbeit

arbeiten kooperativ in ihren Gruppen und halten die Regeln ein

hören einander zu und äußern eigene Vorstellungen

übernehmen ihre Rollenaufgabe (Materialwächter, Regelbeobachter, Vorleser und Schreiber)

Anzubahnende Kompetenz im personalen Kompetenzbereich:

Die Schüler entwickeln Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten

Anzubahnende Kompetenz im personalen Kompetenzbereich: Die Schüler entwickeln Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten
Anzubahnende Kompetenz im personalen Kompetenzbereich: Die Schüler entwickeln Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten

Kriterien:

Selbstvertrauen in eigene Fähigkeiten stärken

Eigenverantwortliche Arbeit in der Gruppe

Persönlichen Lernprozess reflektieren

Indikatoren:

Die Schüler…

übernehmen Verantwortung in ihrer Gruppe durch Arbeitsteilung (Materialwächter etc.)

wählen selbst einen Themenbereich aus der Einheit für die Ausstellung bzw. Präsentation vor Publikum aus

präsentieren ihre Ergebnisse einem Experten, den Eltern und Schülern

dokumentieren ihren Lernprozess in einem Lerntagebuch

3. Sachstruktur des Themenfeldes, Schwerpunktsetzung und Begründung

Zielsetzung

Ziel der Unterrichtseinheit war es, anhand der Präkonzepte und der

Schülerinteressen, unterschiedliche Perspektiven eines Themas aufzugreifen und zu

verknüpfen. Auf dieser Grundlage wird der Lerngegenstand mehrperspektivisch

dargestellt und für die Schüler werden verschiedene Möglichkeiten der

Auseinandersetzung mit ihm offen gehalten. Dies fördert vernetztes Denken und

ermöglicht verständliche Sinnzusammenhänge und einen Lebensweltbezug (vgl.

UNGLAUBE 1997: 45ff). Insbesondere die Bionik als vernetzende

Wissenschaftsdisziplin ist ein Lernbereich, der zur Lösung technischer Probleme

anregt und demnach die Problemlösefähigkeit der Schüler stärkt und so deren

Handlungskompetenz weiterentwickelt. „Durch bionisches Denken und Handeln

werden bei den Lernenden Fähigkeiten zu vernetzten Denkweisen auf der Basis des

‚Ineinanderübergehens‘ von Technik und Natur herausgebildet, die auch zur

Ausprägung eines fächerübergreifenden Entwicklungsdenkens führen können.

Dadurch wird auf elementarer Stufe ein ‚kreatürliches Verhältnis‘ zur Natur

herausgebildet, welches den Reichtum an Pflanzen und Tieren auch als potentielle

Anregungsquelle für technisches Gestalten einschließt“ (BIOKON E.V. 2010). Im

Hinblick auf das Erkunden bionischer Prinzipien wurden hierbei grundlegende

naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen, wie z.B. Beobachten, Messen,

Vergleichen, Ordnen, Erkunden und Experimentieren (vgl. STÄUDEL 2003), gefordert

und gefördert.

Biologie:

Biologie:

Vorbilder aus der Natur (Pflanzen

Vorbilder aus der Natur (Pflanzen

und Tiere)

und Tiere)

Physik / Chemie: Physik / Chemie: Grundlegende physikalische und Grundlegende physikalische und chemische Prinzipien
Physik / Chemie:
Physik / Chemie:
Grundlegende physikalische und
Grundlegende physikalische und
chemische Prinzipien aus der
chemische Prinzipien aus der
Bionik untersuchen
Bionik untersuchen
Deutsch: Deutsch: Lesestrategien, Fachtermini Lesestrategien, Fachtermini kennen und anwenden lernen, kennen und
Deutsch:
Deutsch:
Lesestrategien, Fachtermini
Lesestrategien, Fachtermini
kennen und anwenden lernen,
kennen und anwenden lernen,
Vermutungen versprachlichen,
Vermutungen versprachlichen,
Lernprozesse schriftlich
Lernprozesse schriftlich
dokumentieren (Lerntagebuch),
dokumentieren (Lerntagebuch),
Hörverstehen (Hörspiel „Bionik
Hörverstehen (Hörspiel „Bionik
für Kinder“)
für Kinder“)
(Hörspiel „Bionik für Kinder“) für Kinder“) BIONIK BIOlogie + TechNIK Technik: Technik: Technische

BIONIK

BIOlogie + TechNIK

Technik: Technik: Technische Erfindungen und ihre Technische Erfindungen und ihre entsprechenden Vorbilder aus
Technik:
Technik:
Technische Erfindungen und ihre
Technische Erfindungen und ihre
entsprechenden Vorbilder aus
entsprechenden Vorbilder aus
der Natur
der Natur
Kunst:
Kunst:
Bionik-Memory selbst herstellen
Bionik-Memory selbst herstellen
(Analogienpaare)
(Analogienpaare)
Geschichte: Geschichte: Historische Entwicklung der Historische Entwicklung der Bionik (die ersten Bioniker und
Geschichte:
Geschichte:
Historische Entwicklung der
Historische Entwicklung der
Bionik (die ersten Bioniker und
Bionik (die ersten Bioniker und
deren Erfindungen)
deren Erfindungen)

4. Analyse fächerverbundspezifischer Aspekte, Schwerpunktsetzung, Begründung

Analyse fächerverbundspezifischer Aspekte

Das Verständnis von Scientific Literacy wird in der Literatur häufig auch als

naturwissenschaftliche Grundbildung beziehungsweise naturwissenschaftliche

Kompetenz bezeichnet (vgl. IPN KIEL). Dahinter steckt ein interdisziplinärer und

mehrperspektivischer Ansatz von Naturwissenschaft und Technik im Unterricht, deren

Ziel es ist, naturwissenschaftliche Grundbildung nachhaltig zu fördern.

Indem in meiner Einheit eine Lernumgebung geschaffen wurde, bei der die Schüler

einer naturwissenschaftlichen Frage- oder Problemstellung begegneten, ermöglichte

dies den Schülern zu staunen, neugierig zu werden, sowie aktiv und entdeckend zu

lernen. Durch handlungsorientiertes Arbeiten und abwechselnde Phasen der

Instruktion und eigenständigen Konstruktion erhielten die Schüler die Möglichkeit

bedeutungsvolles Wissen aufzubauen, sowie den lebenspraktischen Nutzen des

Lernens zu erfahren. Darüber hinaus wurde Raum gegeben, eigene Interessen zu

entwickeln und wertschätzende Einstellungen und Haltungen gegenüber der Natur zu

erlangen, die wiederum die naturwissenschaftliche Grundbildung fördern (vgl.

STEFFENSKY/ STEINWEG 2009).

Naturorientiertes Lernen ist lebensnah und erfolgt in Kooperation mit der Natur. Die

Lernenden ergründen Phänomene und Wunder der Natur. Bei der Verwirklichung des

naturorientierten Lernens wird ein handelnder Zugang zu den verschiedenen Fächern

geschaffen. Innerhalb dieses Lernens wird ein reales Problemfeld geschaffen, bei

dem die Schüler ihre Neugier entfalten können und Faszination erleben sowie

Erfolgserlebnisse erreichen. Wenn Tiere und Pflanzen zur Lösung von Problemen

helfen, können nachhaltige Beziehungen zum Leben und der Natur aufgebaut werden

(vgl. HILL 2003).

In diesem Sinne wurden die Schüler in der Einheit durch die Vernetzung von

biologischem Vorbild und technischer Lösung dazu aufgefordert erworbenes Wissen

vernetzt einzusetzen. Es wurden bionische Prinzipien aus der Natur erkundet und

durch Experimentieren, Entdecken und Nacherfinden technische Lösungen

kennengelernt. Dies war auf der einen Seite Motor des Lernens und sicherte

andererseits nachhaltiges Lernen.

Lernen im Sinne des Konstruktivismus wird nicht als „Wissensvermittlung“ angesehen, bei dem die Steuerung des Lernprozesses einseitig vom Lehrer ausgeht, sondern wird vielmehr als aktiver und selbstgesteuerter Prozess verstanden. Lernen als aktiver Prozess bedeutet in diesem Zusammenhang auch, dass der Lernende auf der Basis seines vorhandenen Wissens neue Informationen interpretiert und verändert. Dabei bringen die Schüler unterschiedliche Vorkenntnisse und Assoziationen mit (vgl. GÖTZFRIED 1997: 13ff). Für meine Einheit bedeutete dies, die Kinder schon bei der Planung aktiv mit einzubeziehen. So hatten die Schüler während der Einheit die Möglichkeit, ihre Interessen zu bekunden und sich mit eigenen Fragen auseinander zu setzen. Zudem entstanden offene Lernsituationen, die ein hohes Maß an Aktivität und Selbststeuerung seitens der Schüler zuließen und individuelle Lernprozesse ermöglichten.

„Erstes Ziel naturwissenschaftlichen Unterrichtens ist es, Primärerfahrungen zu ermöglichen, Phänomene zu betrachten, Fragen an die Natur zu stellen und sie von ihr selbst beantworten zu lassen. Dabei können die Schülerinnen und Schüler grundlegende Arbeitstechniken lernen“ (ERLEBNIS NATUR & CO. 1 2005: 7). Dabei lassen sich naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen zwar theoretisch nach unterschiedlichen Aspekten gliedern, kommen in der Praxis jedoch meist in kombinierter Form vor (vgl. STÄUDEL 2003: 19). Hierbei werden die einzelnen Denk- und Arbeitsweisen an konkreten, den Schülern bedeutungsvoll erscheinenden Inhalten erschlossen (vgl. PFEIFER 2003: 8f).

Schwerpunktsetzung und Begründung

Classroom Management ist ein weiter Begriff, der alle Maßnahmen umfasst, die eine effektive Organisation und optimale Nutzung der Lernzeit betreffen. Hierzu gehören didaktisch-methodische Fragen sowie auch Fragen zur räumlichen Strukturierung und Nutzung, Angebote zur selbständigen Mitarbeit und letztendlich auch das aufgebaute Regel-Ritual-Konzept (vgl. HOFFMANN 2004: 65f). Für meine Einheit wurde deshalb eine ansprechende Lernumgebung gestaltet, die es den Schülern ermöglichte selbständig zu arbeiten und handlungsorientiert vorzugehen. Des Weiteren stand den Schülern während der gesamten Einheit ein Thementisch mit Materialien und Literatur zum Thema „Bionik“ zur Verfügung. Während der gesamten Einheit stand den Schülern zudem der Laborwagen zur

Verfügung, der vor allem für die Experimente zum Einsatz kam. Zudem halfen die gemeinsam erarbeiteten Regeln für die Gruppenarbeit und die verteilten Rollenaufgaben in den Gruppen eine feste Struktur aufzubauen, die durch die Ritualisierung die effektive Lernzeit erhöhte.

Die Mehrheit des Unterrichts läuft über Sprache ab. Dabei ist die Verbindung von Sprache und Denken als sehr eng anzusehen und sollte für die Unterrichtsplanung stets besondere Beachtung finden. Insbesondere der naturwissenschaftliche Unterricht korreliert mit Sprache in vielfältiger Weise und gerade die naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen setzen sprachliche Strategien und Kompetenzen voraus (vgl. KAISER 2004: 78ff). Der enge Zusammenhang von Sprachkompetenz und Aneignung sachbezogenen Wissens steht somit außer Frage. Lernen heißt in jedem Fach auch Aneignung von Sprache und umgekehrt. Nach dem genetischen Konzept von Wagenschein kommt es hierbei zentral darauf an, an die vorhandene Sprache der Kinder anzuknüpfen, diese aufzugreifen und fortzuführen. Deshalb legte ich großen Wert auf die Einführung der Fachtermini und gab passende Satzmuster oder Begriffe als Hilfestellung. Zudem wurden die sprachlichen Strukturen der Kinder aufgegriffen und daran anknüpfend fortgeführt, um die Herausbildung von Bildungs- und Fachsprache zu stärken.

Außerschulische Lernorte sind authentische Erfahrungsräume außerhalb des Schulgeländes, die Lernprozesse anregen, erweitern und ergänzen können“ (HELLBERG-RODE 2004: 145). Insbesondere für den verstärkt erfahrungs- und handlungsorientiert ausgerichteten Unterricht im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur, wo konkrete Anschauung, unmittelbares Erleben und der handelnde Umgang mit lebensweltlichen Phänomenen bedeutsam für den Lernprozess sind, kommt den außerschulischen Lernorten eine besondere Bedeutung zu. In enger Verbindung damit steht auch die Forderung nach verstärkter Handlungs- und Problemorientierung und dem Konzept des „Lernens vor Ort“ (vgl. HELLBERG- RODE 2004). Aufgrund der oben genannten Vorteile organisierte ich einen Ausflug in Deutschlands größtes Textilforschungszentrum mit einer Abteilung für bionische Innovationen, das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf. Dort sollte den Schülern erlebnis- und erfahrungsorientierte Lernprozesse ermöglicht, Lebensnähe zur Thematik Bionik hergestellt und „Lernen mit allen Sinnen“ eröffnet werden.

5.

Lernstandserhebung

Lernstandserhebung

Um den Lernvoraussetzungen der Schüler gerecht zu werden, wurde die Gruppenzusammenstellung nach den Ergebnissen der Peer-Nomination und des Soziogramms vorgenommen. So sollte ein möglichst optimales Arbeits- und Lernklima geschaffen werden und die Schüler die Möglichkeit erhalten, ihren Sympathien und Kompetenzen entsprechend zu arbeiten. Daneben wurde in der Themenfelderöffnung auch eine Lernstandserhebung durchgeführt und Schülerfragen formuliert. In der Auswertung der ersten Lernstandserhebung wurde hierbei deutlich, dass abgesehen von einem Schüler, fast kein fachliches Vorwissen zum Thema Bionik vorhanden war. Da die Lernstandserhebung unterschiedliche Anforderungsbereiche beinhaltete, konnte der Erfolg der Einheit am Ende differenziert ermittelt werden. Aufgrund der zuvor wenig bekannten Thematik, entschied ich mich ausschließlich qualitative Fragen zu integrieren und schloss Aufgaben zum Ankreuzen aus, um „echtes Vorwissen“ zu ermitteln, das nicht auf „Zufallstreffern“ beruhen sollte. Diese Vorgehensweise sollte außerdem die Reliabilität der ersten und zweiten Erhebung gewährleisten.

6. Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen

Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen

Die Schüler dokumentierten ihren Lernprozess während der Unterrichtseinheit in ihrem Forscherbuch „Bionik“. Daneben wurde ein Lerntagebuch geführt, indem die Schüler ihren individuellen Lernprozess dokumentierten und ihre Ergebnisse reflektierten. Die Dokumentation und Reflexion des individuellen Lernprozesses wurde in schriftlicher oder zeichnerischer Form in das Lerntagebuch eingetragen. Hierbei wurden neu eingeführte Begriffe als Hilfestellung an der Tafel fixiert. Daneben wurden regelmäßig Reflexionsgespräche im Klassenverband durchgeführt und die Schüler reflektierten mittels einer Zielscheibe ihre Zusammenarbeit in der Gruppe, sowie das Vorgehen während der Arbeitsphasen. Auch die Vermutungen, die die Schüler zu Beginn der Stunde mittels der Placemat-Methode oder den Concept- Cartoons in den Gruppen aufstellten, wurden in den Gesprächen im Klassenverband reflektiert.

7. Anhang

Literaturangaben

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Ahrenholz, B. (Hrsg.): Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache. Tübingen:

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- ERLEBNIS NATUR & CO. 1 (Hrsg. 2005): Der Fächerverbund MNT. Naturwissenschaftliche Arbeitsmethoden. Hannover: Schroedel Verlag.

- FISCHER, C. et. al. (o. J.): Förderung von besonderen Begabungen. In: Stiftung Bildung zur Förderung Hochbegabter (Hrsg.): Individuelle Förderung – Begabtenförderung. Beispiele aus der Praxis.

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- HILL, B. (Hrsg. 2004): Was ist Bionik??? Eine Einführung in die Integrationswissenschaft und Zukunftstechnologie. Münster: Biokon.

- HOFFMANN, G. (2004): Classroom Management: Anleitung zur Verhaltensmodifikation in der Schule. In: Preuss-Lausitz, U. (Hrsg.): Schwierige Kinder - Schwierige Schule. Konzepte und Praxisobjekte zur integrativen Förderung verhaltensauffälliger Schülerinnen und . Schüler. Weinheim: Beltz Verlag.

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http://pisa.ipn.uni-kiel.de/fr_reload.html?naturwissenschaft.html [Stand: 30. Dezember 2010]

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- MIKELSKIS-SEIFERT, S. (Hrsg. 2004): Modul G2b: Erforschen, Entdecken und Erklären im naturwissenschaftlichen Unterricht der Grundschule. Kiel: SINUS- Transfer Grundschule.

- MINISTERIUM FÜR KULTUS, JUGEND UND SPORT BADEN WÜRTTEMBERG (Hrsg.

2004): Bildungsplan 2004 Grundschule.

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- PISA- KONSORTIUM DEUTSCHLAND (Hrsg. 2007): PISA 2006. Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie. Münster: Waxmann Verlag GmbH.

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Pädagogik und Didaktik der Grundschule. Neuwied/ Kriftel/ Berlin:

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- STÄUDEL, L. (Hrsg. 2003): Die Spinnennetzmethode. In: Friedrich Jahresheft

2003.

- STE-PS (2010): STE-PS-Rahmenkonzept. URL: http://www.ste- ps.eu/2010/02/25/ste-ps-rahmen-konzept/ [Stand: 27. Dezember 2010]

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- UNGLAUBE, H. (1997): Fächerübergreifendes Arbeiten im Sachunterricht - ein altes Konzept in neuem Gewand? In: Meier, R./ Unglaube, H./ Faust-Shiel, G. (Hrsg.): Sachunterricht in der Grundschule. Frankfurt am Main: Arbeitskreis Grundschule - der Grundschulverband e.V.

Verwendete Medien

- KOEBERLIN, M. ET. AL. (2009): KINDER WISSEN MEHR. BIONIK FÜR KINDER. MANNHEIM: SAUERLÄNDER VERLAG. (AUDIO-CD)

- WAS IST WAS (2009): ERFINDUNGEN UND BIONIK. NÜRNBERG: TESSLOFF

VERLAG. (DVD)