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Mikroökonomik

Mikroökonomik

Dr. Andreas Szczutkowski

Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

SS 2014

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens 2 Theorie des Konsumentenverhaltens Version: 24. April 2014

2 Theorie des Konsumentenverhaltens

Version: 24. April 2014

Güterbündel: x = (x 1 , x 2 ,

, x n ) R

n

+

n = Anzahl der Güter; x i = Konsummenge von Gut i

2.1 Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Preissystem: p = (p 1 , p 2 ,

Einkommen: m 0

Alle Güter beliebig teilbar.

Budgetbeschränkung:

, p n ) R

n

+

n

i = 1

p i x i

=

p 1 x 1 + p 2 x 2 +

+ p n x n

Budgetmenge: B (p , m ) = x

n

i =

1 p i x i

m

m .

(2.1)

Budgetgerade: Alle Güterbündel die (2.1) mit Gleichheit erfüllen.

Beispiel: n = 2

2 Budgetgerade: (x 1 , x 2 ) ∈ R + | p 1 x
2
Budgetgerade: (x 1 , x 2 ) ∈ R + | p 1 x 1 + p 2 x 2 = m .
x 2
m
p 2
p 1 x 1 + p 2 x 2
m
p 1 x 1 + p 2 x 2
m
Budgetgerade
Budgetmenge

m x 1

p 1

(2.2)

Mikroökonomik

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Steigung der Budgetgeraden:

Theorie des Konsumentenverhaltens

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Steigung der Budgetgeraden:

dx

2

dx 1

BG =

m

2

p

m

p 1

=

p 1

p 2 .

p

2 : Rate, mit der der Konsument auf dem Gütermarkt Gut 2 gegen Gut 1 substituieren kann.

1

p

Die Lage der Budgetgeraden hängt von den Preisen und vom Einkommen ab.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Auswirkungen von Einkommensänderungen Bemerkung

Auswirkungen von Einkommensänderungen

Bemerkung Einkommensveränderungen bewirken eine parallele Verschiebung der Budgetgeraden.
Bemerkung
Einkommensveränderungen bewirken eine parallele Verschiebung
der Budgetgeraden.

Beispiel: Einkommen steigt um 50%: mˆ = 1, 5m

=horizontaler Achsenabschnitt, 1 , und vertikaler Achsenabschnitt, vergrößern sich um 50%.

m

p

Steigung bleibt unverändert.

m

p 2 ,

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

x 2

m

p 2

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

m x 1

p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m ˆ p 2 m p 2 m

x 2

mˆ

p 2

m

p 2

des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m ˆ p 2 m p 2 m

m

p 1

mˆ

p 1

x

1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Auswirkungen von Preisänderungen Budgetgleichung: x 2

Auswirkungen von Preisänderungen

Budgetgleichung: x 2 = m

p

p 2 p

2 x 1

1

(2.3)

Preisanstieg von p 1 auf pˆ 1 (pˆ 1 > p 1 ) =steilerer Verlauf konstanter vertikaler Achsen- abschnitt

Die Budgetgerade dreht sich um ihren vertikalen Achsenabschnitt.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A B m x

x 2

m

p 2

A B m x 1 p 1
A
B
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A pˆ 1 > p 1 ˆ

x 2

m

p 2

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A pˆ 1 > p 1 ˆ
A pˆ 1 > p 1 ˆ B B m m x 1 pˆ 1
A
pˆ 1 > p 1
ˆ
B
B
m
m x 1
pˆ 1
p 1

Mikroökonomik

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Budgetgleichung: x 2 =

Theorie des Konsumentenverhaltens

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Budgetgleichung: x 2 = m

p

p 2 p

2 x 1 =x 1 = m

1

p

1 p 2

1

p

x

2

Preisanstieg von p 2 auf pˆ 2 (pˆ 2 > p 2 ) =flacherer Verlauf konstanter horizontaler Achsenabschnitt

Die Budgetgerade dreht sich um ihren horizontalen Achsenabschnitt.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A B m x

x 2

m

p 2

A B m x 1 p 1
A
B
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m p ˆ 2 A pˆ 2

x 2

m

p 2

m

pˆ 2

A pˆ 2 > p 2 B m x 1 p 1
A
pˆ 2 > p 2
B
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Budgetgleichung: x 2 = m p p 2 − p 2 x

Budgetgleichung: x 2 = m

p

p 2 p

2 x 1 .

1

Verdopplung beider Güterpreise (pˆ 1 = 2p 1 , pˆ 2 = 2p 2 )

=parallele Verschiebung nach unten äquivalent zu einer Halbierung des Einkommens

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A B m x

x 2

m

p 2

A B m x 1 p 1
A
B
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung m x 2 m p 2 m p ˆ 2 = 2

m

x 2

m

p 2

m

pˆ 2 = 2p 2

der Entscheidungsfindung m x 2 m p 2 m p ˆ 2 = 2 p 2
A ˆ A ˆ B B m m m x 1 pˆ 1 = 2p
A
ˆ
A
ˆ
B
B
m m
m x 1
pˆ 1 = 2p 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Auswirkungen von Markteingriffen Wertsteuer auf Gut 1: τ

Auswirkungen von Markteingriffen

Wertsteuer auf Gut 1: τ > 0

−→ pˆ 1 = (1 + τ )p 1

Eine Wertsteuer hat auf die Budgetmenge dieselbe Wirkung wie eine Preiserhöhung.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A B m x

x 2

m

p 2

A B m x 1 p 1
A
B
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A ˆ B B m m x

x 2

m

p 2

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 A ˆ B B m m x
A ˆ B B m m x 1 ( 1+ τ ) p 1 p
A
ˆ
B
B
m
m x 1
( 1+ τ ) p 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Einkommensteuer: t > 0 −→ m ˆ = ( 1 − t

Einkommensteuer: t > 0

−→ mˆ

= (1 t )m

Eine Einkommensteuer hat auf die Budgetmenge dieselbe Wirkung wie eine Einkommensreduktion.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

x 2

m

p 2

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

m x 1

p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 ( 1 − t ) m p

x 2

m

p 2

( 1t ) m

p 2

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 ( 1 − t ) m p
( 1− t ) m m x 1 p 1 p 1
( 1− t ) m
m x 1
p 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Rationierung Obere Nachfrageschranke für Gut 1: x 1

Rationierung

Obere Nachfrageschranke für Gut 1: x 1 x¯ 1

Rationierung führt zu einer Verkleinerung der Budgetmenge.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

x 2

m

p 2

m x 1 p 1
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x¯ 1 < p 1 Budgetmenge

x 2

m

p 2

m x¯ 1 < p 1 Budgetmenge x¯ 1 m x 1 p 1
m
x¯ 1
<
p 1
Budgetmenge
x¯ 1
m x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Staatlicher Heizkostenzuschuss Gut 1: Verbrauch von

Staatlicher Heizkostenzuschuss

Gut 1: Verbrauch von Heizenergie.

Zuschuss von maximal Z Geldeinheiten zum Kauf von Gut 1.

Ausweitung der Budgetmenge

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m x 1

x 2

m

p 2

m x 1 p 1
m x 1
p 1
Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 m Z
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Restriktionen bei der Entscheidungsfindung
x 2
m
p 2
m
Z
m + Z
x 1
p 1
p 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Mengenrabatt Rabatt in Höhe von γ auf Käufe von mehr

Mengenrabatt

Rabatt in Höhe von γ auf Käufe von mehr als x¯ 1 Einheiten von Gut

1.

Ausweitung der Budgetmenge

Budgetmenge nicht mehr konvex

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 Steigung: − p 1 p

x 2

m

p 2

Steigung: − p 1 p 2
Steigung: − p 1
p
2

m

p 1

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 m p 2 Steigung: − p 1 p 2 Steigung:

x 2

m

p 2

Steigung: − p 1 p 2 Steigung: − p 1 − γ p 2 x¯
Steigung: − p 1
p
2
Steigung: − p 1 − γ
p
2
x¯ 1
m
x 1
p 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Budgetmenge bei gegebener Anfangsausstattung von Gütern

Budgetmenge bei gegebener Anfangsausstattung von Gütern

Anfangsausstattung: ω = (ω 1 , ω 2 ,

, ω n ) R

n

+ .

ω i = Ausstattungsmenge von Gut i = 1,

Budgetbeschränkung:

n

i = 1

p i x i

Budgetmenge: B (p , ω ) = x

n

i

= 1

n

i

= 1

p i ω i

p i x i

1 p i ω i

n

i =

, n

Beispiel: n = 2

Budgetbeschränkung: p 1 x 1 + p 2 x 2 ≤ p 1 ω 1
Budgetbeschränkung: p 1 x 1 + p 2 x 2 ≤ p 1 ω 1 + p 2 ω 2 =: Y
x 2
Y
p 2
p 1 x 1 + p 2 x 2
>
Y
ω 2
p 1 x 1 + p 2 x 2
Y
ω 1
x
Y
1
p
1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung

Restriktionen bei der Entscheidungsfindung Steigung der Budgetgeraden: − Y p 2 Y p 1 = −

Steigung der Budgetgeraden:

Y

p

2

Y

p 1

=

p 1

p 2

Der Erstausstattungspunkt liegt immer auf der Budgetgeraden (zu beliebigen Preisen), da die Erstausstattung stets konsumiert werden kann.

Bei gegebener Erstausstattung bewirkt eine Preisänderung eine Drehung der Budgetgeraden um den Erstaustattungspunkt.

Erhöhung von p 1 auf pˆ 1 (pˆ 1 > p 1 ) =steilerer Verlauf; Drehung um den Erstausstattungspunkt.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 Y p 2 ω 2
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Restriktionen bei der Entscheidungsfindung
x 2
Y
p 2
ω 2
ω 1
x
Y
1
p
1
Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Restriktionen bei der Entscheidungsfindung x 2 ˆ Y p 2 Y
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Restriktionen bei der Entscheidungsfindung
x 2
ˆ
Y
p 2
Y
p 2
ω 2
ω 1
x
ˆ
Y
Y
1
p
pˆ 1
1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen 2.2 Konsumpräferenzen Vergleich von Konsumalternativen

2.2 Konsumpräferenzen

Vergleich von Konsumalternativen

Beispiel: Welt mit zwei Gütern

Gut 1 = Brot Gut 2 = Whisky

(x 1 , x 2 ) = (1, 1); (y 1 , y 2 ) = (2, 3);Vorzug von (y 1 , y 2 ) gegenüber (x 1 , x 2 ) sinnvolle Annahme.

Aber: Vergleich von (x 1 , x 2 ) = (1, 1) und (y 1 , y 2 ) = (2, 2 ) ?

1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Notation Annahme Jeder Konsument ist in der Lage,
Notation Annahme Jeder Konsument ist in der Lage, Güterbündel nach ihrer Erwünschtheit zu ordnen. Notation:
Notation
Annahme
Jeder Konsument ist in der Lage, Güterbündel nach ihrer
Erwünschtheit zu ordnen.
Notation:
x = (x 1 ,
, x n ), y = (y 1 ,
, y n )
x
y : x
wird gegenüber y vorgezogen.
x
y : x wird y schwach vorgezogen, d.h. x ist nicht schlechter als y .
x
∼ y : Konsument ist indifferent zwischen x und y .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Die drei Relationen ≻ , ∼ sind nicht unabhängig

Die drei Relationen , sind nicht unabhängig voneinander!

x

y

und y

x

=x

y .

x

y ; es kann gelten: x y oder x y aber nie y x !

Aus der Relation lassen sich die Relationen und ableiten, wobei die letzteren beiden lediglich aus schreibtechnischen Gründen verwendet werden.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen 3 grundlegende Annahmen Axiome Die schwache

3 grundlegende Annahmen

Axiome

Die schwache Präferenzrelation erfüllt drei grundlegende Annahmen (Axiome):

Axiom 1: ist vollständig, d.h. für zwei beliebige Güterbündel x und y gilt x y oder y x .

Axiom 2: ist reflexiv, d.h. für jedes Güterbündel x gilt stets x x .

Axiom 3: ist transitiv, d.h. für drei Güterbündel x , y , z mit x y und y z gilt stets x z .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Das Transitivitätsaxiom ist empirisch nicht immer

Das Transitivitätsaxiom ist empirisch nicht immer nachweisbar.

Das Transitivitätsaxiom ist aber aus entscheidungstheoretischer Sicht bedeutsam:

Güterraum: {x , y , z }

x

−→ optimales Güterbündel.

y ;

y

z ;

z

x

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Darstellung von Präferenzrelationen durch

Darstellung von Präferenzrelationen durch Indifferenzkurven

x sei ein beliebiges Güterbündel

Indifferenzkurve zu x : Menge aller Güterbündel, die der Konsument als genauso gut einschätzt wie x .

Notation: I (x ) = {y | y x }.

Whisky

C B A D Indifferenzkurve
C
B
A
D
Indifferenzkurve

Brot

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Indifferenzkurven haben i. A. eine negative Steigung (es

Indifferenzkurven haben i. A. eine negative Steigung (es gibt Ausnahmen!).

Alle Güterbündel, die auf oder oberhalb der Indifferenzkurve durch A liegen, bilden die schwach bevorzugte Menge von A .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Whisky A schwach bevorzugte Menge bzgl. A Brot 99

Whisky

A
A

schwach bevorzugte Menge bzgl. A

Brot

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Whisky I 3 I 2 I 1
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Konsumpräferenzen
Whisky
I 3
I 2
I 1

Brot

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Whisky C B I 2 A I 1 Brot
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Konsumpräferenzen
Whisky
C
B
I 2
A
I 1
Brot

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Da B in der Bessermenge von A liegt gilt: B ≻ A

Da B in der Bessermenge von A liegt gilt: B A

Da aber C auf den Indifferenzkurven durch A und B liegt, gilt:

A C sowie B C Transitivität =A B Widerspruch!

=Indifferenzkurven schneiden sich nicht!

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Ein Indifferenzkurvensystem liefert eine ordinale Ordnung

Ein Indifferenzkurvensystem liefert eine ordinale Ordnung auf der Menge der wählbaren Konsumbündel.

Ordinale Ordnung: Legt lediglich die Rangfolge der Güterbündel fest.

Kardinale Ordnung: Legt neben der Rangfolge auch die Abstände fest.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen x 2 A −∆ x 2 B ∆ x 1
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Konsumpräferenzen
x 2
A
−∆ x 2
B
∆ x 1 = 1
C
−∆ x 2 = 1
D
∆ x 1

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen − dx 2 dx 1 I = Grenzrate der Substitution

dx 2

dx 1

I = Grenzrate der Substitution GRS (x 1 , x 2 ) .

GRS : (lokales) Maß für „indifferenten“ Tausch (marginale) Zahlungsbereitschaft

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Konvexität von Indifferenzkurven x 2 A C ≻ A , C

Konvexität von Indifferenzkurven

x 2

A C ≻ A , C ≻ B C B
A
C
≻ A ,
C
B
C
B

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Eigenschaften von Präferenzrelationen Notation: x =

Eigenschaften von Präferenzrelationen

Notation: x

=

(x 1 , ,

, x n ), y = (y 1 ,

, y n )

x

y

⇐⇒ x i y i , i = 1,

, n .

x

> y ⇐⇒

[x

=

y und x

y ] .

Monotone Präferenzen: x y =x y .

Strikt monotone Präferenzen: x > y =x y .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Konvexe Präferenzen: x y = ⇒ λ x + ( 1 −

Konvexe Präferenzen:

x

y =λ x + (1 λ )y

y

für x

=

y

und λ (0, 1).

Strikt konvexe Präferenzen:

 

x

y =λ x + (1 λ )y

y

=

für x

y

und λ (0, 1).

Normale Präferenzen: Die Präferenzrelation heißt normal, wenn sie strikt monoton und strikt konvex ist.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen x 2 normale Präferenzen A Menge der schwach

x 2

normale Präferenzen A Menge der schwach präferierten Güterbündel

normale Präferenzen

A
A

Menge der schwach präferierten Güterbündel

normale Präferenzen A Menge der schwach präferierten Güterbündel

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Sonderfälle Perfekte Substitute Angenommen, es gibt eine

Sonderfälle

Perfekte Substitute

Angenommen, es gibt eine Konstante c > 0, so dass der Konsument zwischen zwei Güterbündeln A = (x , x ) und

B = (x

A

1

A

2

B

1

B ) genau dann indifferent ist, wenn

, x

2

B

x

2

A

2

x

=

A

1

c · (x

B

x

1

)

gilt. D.h.

B

(x

1

B

, x

2

A

1

) I (x

A

2

, x

B

) =x

2

A

2

x

=

A

1

c · (x

B ), c > 0, A , B .

x

1

In diesem Fall sind die Indifferenzkurven parallele Geraden mit Steigung c .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Beispiel für perfekte Substitute Sei angenommen, einem

Beispiel für perfekte Substitute

Sei angenommen, einem Konsumenten ist es egal, ob er Bitburger Bier (Gut 1) oder Herforder Bier (Gut 2) trinkt. In diesem Fall sind die beiden Biersorten perfekte Substitute mit c = 1:

B

(x

1

B

, x

2

A

1

) I (x

A

2

, x

B

) ⇐⇒ x

1

B

+x

2

A

1

= x

A

2

+x

⇐⇒ x x

2

B

A

2

A

1

= x

B

x

1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Herforder 3 2 1 perfekte Substitute mit c = 1 1 2

Herforder

3

2

1

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Herforder 3 2 1 perfekte Substitute mit c = 1 1 2
perfekte Substitute mit c = 1 1 2 3 Bitburger
perfekte Substitute mit c = 1
1
2
3
Bitburger

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Perfekte Komplemente Angenommen, es gibt eine Konstante c

Perfekte Komplemente

Angenommen, es gibt eine Konstante c > 0, so dass der Konsument zwischen zwei Güterbündeln A=(x , x ) und B=(x , x ) genau dann indifferent ist, wenn

B

1

B

2

A

1

A

2

min cx , x = min cx , x

1

2

1

2

A

A

B

B

gilt. D.h.

B

(x

1

B

, x

2

A

1

) I (x

, x ) =min cx , x = min cx , x , A , B

2

1

2

1

2

A

A

A

B

B

In diesem Falle verlaufen die Indifferenzkurven ‘L-förmig’, wob ei die Knickpunkte der Indifferenzkurven auf der Geraden x 2 = cx 1 liegen.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen x 2 ∗ 2 x x 2 = cx 1 ∗

x

2

2

x

x 2 = cx 1 ∗ x x 1 1
x 2
=
cx 1
x
x 1
1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Begründung für den Kurvenverlauf Sei ( x = ⇒ A 1 A

Begründung für den Kurvenverlauf

Sei (x

=

A

1

A

2

, x

) gegeben mit x

A

1

A

2

, x

A

2

= x

A

2

min cx

=

=

B

(x

1

B

, x

2

A

1

) (x

A

, x )

2

B

⇐⇒ cx ⇐⇒ x

1

B

1

=

=

x und x x und x

2

A

1

2

B

2

A

B

A

2

A

2

x

x

A

1

cx

A

1

cx

.

.

B

2

B

2

oder x oder x

=

=

x und cx x und x

2

A

2

1

B

1

A

B

x

2

A

1

x

.

A

linke Schuhe 3 perfekte Komplemente 2 1 1 2 3 rechte Schuhe
linke Schuhe
3
perfekte Komplemente
2
1
1
2
3 rechte Schuhe

Negative Wertschätzung für Gut 2

x 2 (Müll)

x 1 (Whisky)
x 1 (Whisky)
p > GRS(A) x 2 B A p
p > GRS(A)
x 2
B
A
p
p > GRS(A) x 2 B A p x 1

x 1

p ′ < GRS(A) x 2 A C p ′
p ′ < GRS(A)
x 2
A
C
p ′

x 1

p ′′ = GRS(A) x 2 B A C p ′′
p ′′ = GRS(A)
x 2
B
A
C
p ′′

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen

Theorie des Konsumentenverhaltens Konsumpräferenzen Erläuterung zu den Abbildungen p > GRS ( A ) =

Erläuterung zu den Abbildungen

p

>

GRS (A ) =A

B (Kauf von Gütern des Typs x 2 ; Verkauf von Gut x 1 )

p

< GRS (A ) =A C (Verkauf von Gütern des Typs x 2 ; Kauf von Gut 1)

p = GRS (A ) =kein Güteraustausch

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster 2.3 Optimale Entscheidungsmuster Definition (optimale

2.3 Optimale Entscheidungsmuster

Definition (optimale Entscheidung)

Definition (optimale Entscheidung)
 

Ein Güterbündel x in der Budgetmenge des Konsumenten ist eine Lösung des Konsumentenproblems, wenn es allen anderen Güterbündeln in der Budgetmenge schwach vorgezogen wird. Formal:

 

x B (p , m )

y B (p , m ) =x y .

1 2
1
2
wird. Formal:   x ∗ ∈ B ( p , m ) y ∈ B (
wird. Formal:   x ∗ ∈ B ( p , m ) y ∈ B (
wird. Formal:   x ∗ ∈ B ( p , m ) y ∈ B (
x 2 A p GRS (A ) > 1 p 2
x 2
A
p
GRS (A ) >
1
p
2

I 1

I 1

x 1

x 2 A I 3 I 1 x 1 Es gilt: x ∈ I 3
x 2
A
I 3
I 1
x 1
Es gilt: x ∈ I 3 =⇒ x ∈ B (p , m ).
x 2 A B I 3 I 2 I 1 x 1 Optimale Konsumentscheidung: GRS
x 2
A
B
I 3
I 2
I 1
x 1
Optimale Konsumentscheidung: GRS (B ) = p p 2 .
1
(2.4)

x 2

I 1

I 1

I 1

x 1

x 2 I 1 I 3
x 2
I 1
I 3
x 2 I 1 I 3 x 1 Es gilt: x ∈ I 3 = ⇒

x 1

Es gilt: x I 3 =x B (p , m ).

x 2 I 1 I 2 I 3 A
x 2
I 1
I 2
I 3
A
x 2 I 1 I 2 I 3 A x 1 Optimale Konsumentscheidung in A :

x 1

Optimale Konsumentscheidung in A : GRS (A ) >

p 1

p 2 .

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Nutzendarstellung von Präferenzrelationen Nutzenfunktion

Nutzendarstellung von Präferenzrelationen

Nutzenfunktion Eine Nutzenfunktion ist eine auf dem Güterraum X (in dieser Vorlesung X := R
Nutzenfunktion
Eine Nutzenfunktion ist eine auf dem Güterraum X (in dieser
Vorlesung X := R n ) definierte reellwertige Abbildung u : R + → R.
n
Definition
Eine Präferenzrelation wird durch eine Nutzenfunktion u
dargestellt (oder repräsentiert), falls für alle Güterbündel x , y gilt:
x
y
⇐⇒ u (x )
u (y ).

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Nutzendarstellung und Indifferenzkurven Indifferenzkurve

Nutzendarstellung und Indifferenzkurven

Indifferenzkurve zu x :

I (x ) = {y | u (y ) = u (x )}.

Die Lösungsmenge der Gleichung

u (x ) = k , mit k Element des Bildbereichs der Funktion u

stellt eine Indifferenzkurve dar.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Beispiel u ( A ) = 5 , u ( B )

Beispiel

u (A ) = 5, u (B ) = 7, u (C ) = 12

=

C

B

A .

Die Indifferenzkurve durch C verläuft am weitesten außen. Die Indifferenzkurve durch A verläuft am weitesten innen.

x 2

B C A
B
C
A

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Beispiel u ( A ) = 5 , u ( B )

Beispiel

u (A ) = 5, u (B ) = 12, u (C ) = 7

=B C A .

Die Indifferenzkurve durch B verläuft am weitesten außen.

x 2

C B A
C
B
A

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Eine Präferenzrelation lässt sich durch unterschiedliche

Eine Präferenzrelation lässt sich durch unterschiedliche Nutzenfunktionen darstellen.

Beispiel

X =

{A , B , C }

 

u (A ) =

5,

u (B ) =

7,

u (C ) = 12

=C

B A .

 

uˆ (A )

= 25,

uˆ (B )

=

26,

uˆ (C )

= 1909

=C

B A .

 

u und uˆ sind äquivalent, d.h. sie erzeugen dieselbe Präferenzordnung.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster u ˆ ( x ) = f u ( x ) ,

uˆ (x ) = f u (x ) , f > 0, x

=u und uˆ sind äquivalent.

= (x 1 ,

, x n ) = Güterbündel

Begündung: u (x ) u (y ) ⇐⇒ f u (x ) f u (y ) ⇐⇒ uˆ (x ) uˆ (y ).

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Konstruktion einer repräsentierenden Nutzenfunktion X = R

Konstruktion einer repräsentierenden Nutzenfunktion

X

= R 2

+

Gegeben sei das Indifferenzkurvensystem einer Präferenzordnung auf X .

u : X R + , x u (x ) = Abstand zwischen I (x ) und dem Ursprung, gemessen entlang der 45 -Linie.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster x 2 4 3 2 1
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Optimale Entscheidungsmuster
x 2
4
3
2
1
Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster x 2 4 3 2 1 x 1 138

x 1

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Beispiele für Nutzenfunktionen a und c seien zwei

Beispiele für Nutzenfunktionen

a und c seien zwei positive Konstanten

(i) u (x 1 , x 2 ) = x · x

a

1

c

2

(ii)

u (x 1 , x 2 )

=

v (x 1 ) + x 2

(Cobb-Douglas)

(quasi-linear)

(iii)

(iv)

u (x 1 , x 2 )

=

c · x 1 + x 2

(linear; perfekte Substitute)

u (x 1 , x 2 ) = min{c · x 1 , x 2 } (limitational; perfekte Komplemente)

(v) u (x 1 , x 2 ) = (a x 1 ) 2 (c x 2 ) 2

(quadratisch)

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Zur Nutzenfunktion (ii): u ( x 1 , x 2 ) =

Zur Nutzenfunktion (ii): u (x 1 , x 2 ) = v (x 1 ) + x 2

Diese Nutzenfunktion (und die dadurch dargestellten Präferenzrelation) heißt quasi-linear. Wegen

u (x 1 , x 2 )

= k

⇐⇒ v (x 1 ) + x 2 = k

⇐⇒ x 2

= k v (x 1 )

ergeben sich alle Indifferenzkurven einer quasi-linearen Präferenzordnung aus der vertikalen Verschiebung einer einzigen Indifferenzkurve.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Zur Nutzenfunktion (iii): u ( x 1 , x 2 ) =

Zur Nutzenfunktion (iii): u (x 1 , x 2 ) = c · x 1 + x 2

Bei dieser Nutzenfunktion sind die beiden Güter perfekte Substitute:

(x 1 , x 2 ) (y 1 , y 2 ) ⇐⇒ c · x 1 +x 2 = c · y 1 +y 2 ⇐⇒ x 2 y 2 = c · (y 1 x 1 )

Mit Hilfe der letzten Gleichung hatten wir zu einem früheren Zeitpunkt perfekte Substitute definiert.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Zur Nutzenfunktion (iv): u ( x 1 , x 2 ) =

Zur Nutzenfunktion (iv): u (x 1 , x 2 ) = min{c · x 1 , x 2 }

Bei dieser Nutzenfunktion sind die beiden Güter perfekte Konplemente:

(x 1 , x 2 ) (y 1 , y 2 ) ⇐⇒

min{c · x 1 , x 2 }

=

min{c · y 1 , y 2 }

Mit Hilfe der letzten Gleichung hatten wir zu einem früheren Zeitpunkt perfekte Komplemente definiert.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Nutzendarstellung normaler Präferenzen (strikt monoton und

Nutzendarstellung normaler Präferenzen

(strikt monoton und strikt konvex)

Definition Eine (Nutzen-)Funktion u heißt strikt monoton, wenn sie die Bedingung x > y =⇒
Definition
Eine (Nutzen-)Funktion u heißt strikt monoton, wenn sie die
Bedingung
x > y =⇒ u (x ) > u (y )
erfüllt.

Strikt monotone Nutzenfunktionen stellen strikt monotone Präferenzrelationen dar.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Definition Eine Nutzenfunktion u heißt strikt
Definition Eine Nutzenfunktion u heißt strikt quasi-konkav, wenn für alle x = y und λ
Definition
Eine Nutzenfunktion u heißt strikt quasi-konkav, wenn für alle
x = y und λ ∈ (0, 1) gilt:
u (λ x + (1 − λ )y ) > min{u (x ), u (y )}.

Strikt quasi-konkave Nutzenfunktionen stellen strikt konvexe Präferenzrelationen dar.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Warum? Beweis: Die Präferenzrelation werde durch eine

Warum?

Beweis: Die Präferenzrelation werde durch eine strikt

quasi-konkave Nutzenfunktion u dargestellt. Dann folgt für

x = y , x y , und für λ (0, 1):

u (λ x

+ (1 λ )y ) > min{u (x ), u (y )} = u (y ),

also λ x + (1 λ )y y .

Bemerkung: Die Umkehrung gilt auch, d.h. jede Nutzenfunktion,

die eine strikt konvexe Präferenzordnung darstellt, ist strikt quasi-konkav.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Ergebnis Normale Präferenzrelationen (d.h. strikt monoton
Ergebnis Normale Präferenzrelationen (d.h. strikt monoton und strikt konvex) werden durch strikt monotone und strikt
Ergebnis
Normale Präferenzrelationen (d.h. strikt monoton und strikt
konvex) werden durch strikt monotone und strikt quasi-konkave
Nutzenfunktionen repräsentiert.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Der Grenznutzen u : x → u (x ); x = (x

Der Grenznutzen

u : x → u (x ); x = (x 1 , x 2 ,
u : x → u (x ); x = (x 1 , x 2 ,
, x n )
(Nutzenfunktion)
Definition
Der Grenznutzen von Gut i , i = 1,
definiert durch
, n , (an der Stelle x ) ist
∂ u (x )
.
∂ x i

Der Grenznutzen steht in keiner direkten Beziehung zur Präferenzordnung, die der Nutzenfunktion zugrunde liegt.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster u ˆ ( x ) = f ( u ( x ))

uˆ (x )

=

f (u (x )), f

> 0.

=

uˆ (x )

x i Grenznutzen von x i unter der NF uˆ

=

f (u (x )) ·

u (x )

x i Grenznutzen von x i unter der NF u

, i

= 1,

, n (2.5)

Die Nutzenfunktionen u und uˆ weisen (für f = 1) unterschiedliche Grenznutzen auf, obwohl sie jeweils dieselbe Präferenzordnung beschreiben.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster aber: Bemerkung Die Grenznutzenverhältnis zweier Güter
aber: Bemerkung Die Grenznutzenverhältnis zweier Güter ist eine Kenngröße für die zugrunde liegende
aber:
Bemerkung
Die Grenznutzenverhältnis zweier Güter ist eine Kenngröße für die
zugrunde liegende Präferenzordnung.

Aus (2.5) folgt nämlich

uˆ ( x )

x i

uˆ ( x )

=

x j

(u (x )) u ( x ) (u (x )) u ( x )

f

x i

f

x j

=

u ( x )

x i

u ( x )

.

x j

(2. 6)

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster x 2 GRS (xˆ 1 , xˆ 2 )
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Optimale Entscheidungsmuster
x 2
GRS (xˆ 1 , xˆ 2 ) =
tan α
u (xˆ 1 , xˆ 2 )
=
β
xˆ 2
α
xˆ 1
x 1

Formal stellt eine Indifferenzkurve eine Funktion dar, die jedem x 1 ein x 2 zuordnet, formal: x 2 ( x 1 ) ; x 1 ein x 2 zuordnet, formal: x 2 (x 1 );

Die Steigung dieser Funktion ist durch die GRS gegeben:1 ein x 2 zuordnet, formal: x 2 ( x 1 ) ; GRS x 1

GRS x 1 , x 2 (x 1 ) = x 2 ( x 1 )

x 1

.

Entlang einer Indifferenzkurve ist der Nutzen konstant, d.h. u x 1 , x 2 ( x 1 ) = β ∀ x 1 u x 1 , x 2 (x 1 ) = β x 1 .

Damit muss gelten:u x 1 , x 2 ( x 1 ) = β ∀ x 1 .

u x 1 ,x 2 ( x 1 )

x 1

=

u ( x 1 ,x 2 )

x 1

+

Umstellen liefert:) ∂ x 1 = ∂ u ( x 1 , x 2 ) ∂ x

GRS (x 1 , x 2 ) =

x 2 ( x 1 ) x 1

u ( x 1 ,x 2 ) x 2 ( x 1 )

x 2

x 1

u (x 1 ,x 2 )

x 1

= u (x 1 ,x 2 ) x 2

= 0

(2.7)

In jedem Punkt des Güterraumes entspricht die betragsmäßige Steigung der Indifferenzkurve dem Grenznutzenverhältnis der Güter.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale EntscheidungsmusterDarstellung der optimalen Entscheidung Im Optimum gilt: also folgt: p 1 p 2 = ∂

Darstellung der optimalen Entscheidung

Im Optimum gilt:Entscheidungsmuster Darstellung der optimalen Entscheidung also folgt: p 1 p 2 = ∂ u ( x

also folgt:Darstellung der optimalen Entscheidung Im Optimum gilt: p 1 p 2 = ∂ u ( x

p

1

p

2

=

u ( x 1 ,x 2 )

x 1

u ( x 1 ,x 2 )

x 2

GRS (x 1 , x 2 ) =

bzw.

u ( x 1 ,x 2 )

x 1

p

1

p 1

p 2

u ( x 1 ,x 2 )

= (2. 8)

p

2

x 2

Der Grenznutzen einer zusätzlichen verausgabten Geldeinheit ist unabhängig von seiner konsumtiven Verwendung (d.h. über alle Güter gleich).

Mikroökonomik

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Das Konsumentenproblem Gegeben sei ein

Theorie des Konsumentenverhaltens

Optimale Entscheidungsmuster

Das Konsumentenproblem

Gegeben sei ein Budget m , ein Preissystem p 0 und eine Präferenzordnung mit Nutzendarstellung u .

Das Konsumentenproblem lautet:

max u (x ) unter der NB

x R

n

+

n

i = 1

p i x i

m .

x bezeichne eine Lösung des Problems.

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster

des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Jede Lösung x ∗ dieses Problems heißt ‘optimale

Jede Lösung x dieses Problems heißt ‘optimale Konsumentscheidung’.

x heißt ‘innere Lösung’, wenn x

i

> 0 i gilt.

x heißt ‘Randlösung’, wenn x

= 0 für mindestens ein i gilt.

i

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster Satz 2.1 Sei u stetig. Dann existiert
Mikroökonomik
Theorie des Konsumentenverhaltens
Optimale Entscheidungsmuster
Satz 2.1
Sei u stetig. Dann existiert eine Lösung für das
Konsumentenproblem.

Beweis: Die Budgetmenge

B

(p , m ) =

x

n

i = 1

p i x i

m

ist kompakt (d.h. abgeschlossen und beschränkt). Jede stetige Funktion nimmt auf einer kompakten Menge ein Maximum an. (Extremwertsatz)

Mikroökonomik Theorie des Konsumentenverhaltens Optimale Entscheidungsmuster