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Jilhxgarig 1998

4. Michiiol Müller-Wille Zwei religiöse Weften:

Bestattungen der frünktschen HEBnlge Chtldorich und Chfodwlg 45 S. mrt 13 Abb., £ 14,~

2, Rernlmrd Diestclkiirnp Die Durchsetzung des Reclits- mittels der Appellutlon im welt- Hchen ProzaBrecht Deutschlands

24 S., e 13,-

3. Xeinz-Josof "rhissen

Vom Bild zum Buchstaben

BuchsPElhen .&umBild. Von der Arbeit

an Horeipalfons Hiexagfyphika

ZR S., @ 13;,,,

,,,, vom

4. Mick~elStolleis Nationalittit und XnternatlanaXitiit:

Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht des 19. Jahrhunderts 213S.e 13.

5. Kun Birtel Reisen und Ausgrabungen

in Wgypten, XTXainanlen, Bulgarien und Griechenland 1530~L1934

Eil0 S. und 16 Abb.,

'74.-

6. G.Funk#,A. %otlin~üll@x,C). Xwicrleiil

Interpretation

53 S

16,-

7. Oskar von Hjnüber

Entntohung und Aufhau dor Jatakti- Sammlring. Studien zur Literator des Therävadpt-Huddhismus X.

VIR. 223 S.,

42,-

8. Siegmar Döpp

Ioannes FEtbr3cius Montanus. Dir beiden lateinischen Autobiographien

46 S., 6 14,-

3bhxgüng 1939

1. Wolfgang P. Schmid (Hrsy.) - I. Berriowskis

Mehrungshurisch 111. Sprachhistorische und Instrumental- phonetische Studirn zu einem

ausatorbenden Dialekt

386 S. uiie 336 AM.,

50;

2,FiiedheIm Debrrs Entwicklungen der deutschen Sprache in der Gegenwart - und in der Zukunft?

56 S

6 16.

3. Nehut Hesse, Anja Nürrjckni. Zur Rolle dor GoXdpoXltik.in einem

Bündnis für Arbeit

29 S., 6 13.

4.Ernst Heltsch Grenzen phlloluginchr Fxhthwitskritüi. Bernerlrungun zum 'Groaan Htppias'

40 S G 13,-

5. Tilmaii Struve

Die Salier und das rumIsche Recht. Ansätze zur Entwicklung einer

e&ularen Merrschaf-tsthaoxlein dex

Zeit des Xnvestiturstreites

89 J

C 21:-

6.Ocltär von Hinüber

Das PStlnlairixhasutta der Theravädin. Seine Gestalt und seine Entstehungs- geschichte. Studien zurLiteratur der Tharaväda-Buddhismus 11.

XV. 98 S

& 23.

7. Norbert BlöfSnex

Musenreüe und 'geometrische Zahl*.

Ein Beispiel platonische? Dialoggeatal-

tung ('Politeia*VXXX, 545c 8-547 a 7)

194 S.,6 30.-

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UND DER LITERATUR

Abhandlungen der

Geistes- und sazirzXwis~enschaftIichenKkisse

Jahrgang SO03

Nr. 1

Oskar von Hinüber

Beiträge zur Erklärung der Senavarma-Inschrift

DER WISSENSCHMTEN UND DER I,,ITEMTUR WZ FRANZ STEINER VERLAG STUTTGART

Vogclegt in der PIenarsitz~ingain 20. Apn1 2002, zum Druck gcnchmigt ain seIhcri Tag, aiisgcgekn am 14. Fehniar 3803.

Bibliogrr$isc'he I~$iimeion13t.r De~ktscloen.Bi/)lioihek

Die Dcutsche Ribliothck verzeichnet dicw Piitilikationin der Deiitschen

Nationatbibliografie: dctaillieftc bibfiografischc Daten sind itn Internct über ht~p://dnb.ddb.de lebnzftiar,

ISBN 3-5 15-08203-4

Q 2003 by Akfidcmie der Wisscnschattcn und der Literatur. Mainz

Alle Rcchte einscitließlich tfcs RccIlts zur Vervielfaitigung, zur E~nspcisiingin c1ck:lrtroi~ische

System sowie dcr Übcrseizung vorbehalki~.Jede Verwertung auDerhaI.lhdcr engen Grenzcn

des Urheherrccktsgsetzes ist ohnc atisdnlcktiche Genehmigung der Akademie und des

Verlages unziilassig und strahr.

1lrnschlaggcst;tltung:die gestaloen. Jciackim Holz, Mainz

Dnick und Verärbeiiung:Dnick Partner RRiibelmann, Hernsbach Printd in Gcrrnany

Gedruckt aiif sLiurefrdern, chlorfrei gchleichtern Papier

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

 

7

2.

Text und Erklärung der

Inschrifl

I

I

3.

C;esamtübersetzung und Gliederung der Inschrift

43

4. Index der GiindharT-Wiirler

 

49

5. Abkürxungsverzeichnis

55

Den Erklärern der Senavarmä-Inschrift

Sir Eiarold Waller Bailey

(1899-1996)

in dankbarer Erinnerung

Gerard Fussman und Richard Salt~mon

in freundschaftlicher Verbundenlreit

zugeeignet.

Die

Senavarma-Tnschrift

gehört

in

mehrfacher

Hinsicht

zu

den

bedeutendsten cpigraphischcn Denkmälern aus dem alten Indien in

dcr Zeit vor dem um 320 n. Chr. beginnenden Gupta-Reiche. Denn

nachdem die indische Epigraphik irn 3. Jahrhundert V. Chr. mit einem

I Schlage mit dem umfangreichen Corpus der ASoka-Inschriften beginnt" sind iiber melrsere Jahrhunderte zwar zahlreiche, doch meist

knappe epigraphische Texte uberiiefeferc. Erst in der Sena-

varma-Inschrift tritt uns irn ersten nachchristlichen Salrrhundert

wieder ein längerer "rext entgegen. Zugkich ist die Senavarrna-

Inschrift trotx der Neuf'unde von 7;ahIreichen literarischen buddhisti- schen "Ikxtcnauf Birkeririndc nach wie vor der lnngste zusammen-

hängende, d.h. ohne Lücken übcrliefertc Text in Gändh3rT und in

Kharosth~-SchriftZ. Die Inscfirif schildert die Einweihung des EkakUta-Stupa nach

einer Restaurierung durch Scnavarma, der Konig von Odi ist. ZeitlicIi ist seine Stiftung um oder kurx vor der Mittc des I. Jh. n. Chr. anzu- setzen, Die genaue geographische Lage seines 13errschaftsgebietesist

unklar. Das pakistanisch-afghanischc Grenzgebiet ist eine nahelie-

gende Vermutung. R. SaXaman (S. 290) verweist auf den modernen

Ortsnamen UdegramlUdigram, der durchaus ein Fortsetzer von Odi

nur sehr

1 Verf.: Dcr Beginn der Schnft und fruhe Schriftlichkeil in Inclien. AWL

1989 Nr. 1I.

2 Gber diesc spektakuihren Neufunde berichtet Richard Salomon: Ancient

Buddliist Scrolls frotn Gandhära. Thc Brxtrsh Lxbrary Kharosihi Frag- ments. Seattle 1999 [Rex.: J. C. Wright, BSOAS 62. 1999, 556-558;U.

Boucher, Sino-Platanic Papcrs 98. 204)0,1;0-70; F.Ennmoto, Thc Eastern

Buddhist NS 32. 2000, 157-146; Ch. L~ndtncr,Buddhist Studies Review

17.3. 2000, 1.11-1 13; Verf., JAOS 121. 2001, 519-5211. Inzwischen ist eine

zweite, noch wenig bekannte Sammlung von WiarosthY-Fragmentenetwa

gleichen Umfanges bekannt geworden: Mark AHnn: Three GAndharr Ekottarikiigama-Type Siitras. British Library Kharosthi Fragments 12 and 14.Ciandharan Buddhist Texts, Volurnc XI. Seattle and London 2001, S. XIV zur Senior-Sammlung und den wenigen Kbarosthi-Fragmenten aus der Schqen-Sammlung.

Beiträge ziiw Brkla.ärrrngder Scnavarma-Inschrift

9

sein kann. Seit der Auffindung eincr Inschrift des Vaters des Sem- viirrna, Ajitasena, wissen wir, daß Ietztcrer in Tira in einen ,,Mahi- stripa" Reliquien eingefügt hat3. G. Fussman setzt mit guten Cjrüi~den dieses Tira mit dem modernen Tirah gleich. Die Senavarma-Inschrift hat bisher drei Bearbcitcr gefunden, die das Verständnis dieses schwierigen Textes weit vorangetrieben haben. Das Verdienst, eine Erstiesung vargclegt zu haben, gebihrt M. W.

Bailey (1980)~.Die wesentlichen Grundzüge des Textvcrständnisses

hat dann G.Fussman [F.] (1982)' herausgearbeitet und schliefilich hat

R. Salomon [S.] ( 198616zahlreiche Unk1ftrheiten beseitigt. 'frotzdcm

kann die Inschrift noch immer nicht in allen Teilen als verstanden

gelten. Iin Folgenden soll daher auf der Grundlage dieser Vor-

arbejten versucht werdcn, einige weitere Stellen einem Verständi~is

näher zu bringen, wobei jedoch manche Einzelheit weiterhin unge-

kliärt bleiben wird7.

Dabei stehen die folgenden Schwierigkeitcn in allen Gindhäri- Texten einem vollständigen Verständnis des Miegctcilten im Wege.

Bekanntermaßen ist dic schriftliche Darsteliung der Sprache mangel-

haft. Weder werden lange und kurze Vokale urnterschieden, nach Geminaten bezeichnet. Aul3erdern ncigcn die Kopisten von Gin-

dkä,-T-Texten ;?;Uphonetischen Schreibungen, wodurch beispielsweise ursprungliches -d21-,-th-und -s- mssamrncnfallcx Diese Erschcinun- gcn, die xu einer erheblichen Vieldeuiigkeit der Texte führen, trennen die G2ndhär~-Übcrlicferung von derjcnigcn aller anderen mitiel-

indischen Sprachen. Ferner dringen über die Entlehnung von sprach-

3

G. Fussman: Documents epigraphiyues kouchans (1V): Ajltasena, pkrc de

Senavarma.

BBFEQ 75. 1986. S.

1-14, glanches I-VX, Zeile 5 dcr

Ajit nscn~i-Inschrift.

4

H. W.Railcy: A Kharosth? Znscript~anof Scnavarrna. King of Odi. JRAS 1880,S. 21-29.

5

G. Fussman: Documeiits

epigraphiques kauchans (111): L'inscription

KharosthT de Senavarma. roi d'Odi: Une nouvelle lecturc. BEFEO 71. 1982,S. 1-46.

6

R. Salomon: Thc Xnscription of Senavarrna, King of Odi. XTJ 29. 198h. S. 261 -293. Dieser Text wird der Deutung zu Grunde gelegt.

7

Die knappen Bemerkungen von B. W. Mukherjee in: R. C. Sharma:

Buddhist Art at Mathurä. DeIhi 3984, S. VIIIf. beschranken sich auf eine Inhaltsangabe, die auf Fehldeutungen von H, W. Bailcy beruht, tragcn nichts Erhellendes bei und bleiben daher hier unberiicksjchtigt.

Iichem Matcrial aus buddhistlschcn Texten Worcer und Formen aus anderen mittclindischcn Sprachen in die Grindhiiri cin. Durch diese Sprachmischurig irn Vcrcin mit der Vieldeutigkeit der Schrift wird die

Grenze xwischcn Wörtern, die aufgrund unserer unvoIlkomrnenen

Kenntnis der Gandhari undeutbar sind, uild Schreibfehlern verwischt.

Schließlich bedingt der immer noch recht bescheidene Umfang der Textmenge, da13 weder der genctue Bestand an grammatischen

Formen in der GGndhärT bekannt ist, nach sich die Bedeutung der

eixizefnen Wlirter in jedem

Schwicrigkeifen irn Bereich der Semantik treten heispielswclse in

dem Ausdruck namdt adikrfmarni(8 Ic), der sich nicht sicher deuten

Iäßt, deutlich hervor. Um bei dieser besonderen ~berlieferungslagedie Deutung der Inschrift irn Anschlul3 an die bereits erreichten Erkenntnisse weiter

voranzutreiben, ist es also sinnvoll, von dcn folgenden Grundsätzen

auszugehen: Erstens ist dcr Text immer dann noch nicht richtig ver- standen, wcnn die Deutung tu schwierigen semantischen oder gram-

matischen Annähmen Zuflucht nehmen muß,d. h., wenn anderweitig

nicht oder kaum bezcugtc Worthcdeutungen oder Wortbildungen

angenommen werden mussen und wenn grammatische Formen er-

scheinen, die in mitteiiildischen Tcxtcn eigentlich nicht zu erwarte11

sind. Wirklich verstanden ist die Inschrift demnach erst dann, wenn sich aHc grammatischen Formen einwandfrei erklsren lassen, wenn

die LauigestaIt der gefundenen Wdrter den Lautgesetzen des Mittel-

indischen entspricht oder durch das Sanskrit abgestützt werden kann

und wenn schließlich auch die Semantik mit dem gewiihnlichcn

Sprachgebrauch uberein stimmt.

Wcnn sich nun, nachdcm das Richtige gefunden ist, mancher frühere neutungsversuch als verfehlt erweist, teilweise auch, weil

eben dieser Grundsatz nicht hinreichend kcachtct wurde oder werdcn

konnte, so sci doch ausdrlxcklich betont, daß auch irrige Deutungen einen mcthodischcn Zweck erfukn. Denn um iiberhaupr einen Wcg

in einen "rcxt in eincr so wenig bekannten Sprache, der xudem in einer so vieldeutigen Schrift uberliefert ist, zu finden, sind mancherlei

Versuchc und mehrere Anläufe notwendig und unumgänglich. Xu-

gleich

Falle eindeutig ermitteln laBi.

Diese

gelösten

Problcrne klarer hervortreten.

Der zweite Grundsatz betrifft $Xe uberprüfiang der vermuteten

Deutung. Ernmcr dann, wenn sich parallele Formulierungen vor allem

lassen

schwierige

Annahmen

die

unbefriedigend

aus buddhistischen Texten beibringen lassen, darf eine Dcutung als gclungen gellen. SchlieBlich soll die Annahme gelten, daß der Inschriftentext auf einem wohl durchdachten Plan beruht und somit sinnvoll und zusam-

menhängend im Gedankengang ist. Da8 die sachlichen und kultur-

geschichtlichen Gegebenheiten berircksichligt werden und dem sonst

Bckarinten entsprechen müssen, verstehi sich von selbst.

Zur Erleichterung des Verständnisses wird die gesamte Inschrift

ntichmals mitgeteilt nach der von G.Fussman vorgenommene Gliede- rung, dic sich irn allgemeinen bewahrt hat, mit den verbesserten Lesungen von R. Salomon, sawcit nicht altere Lesungen vielleicht duch den Vorzug verdienen. In Asterisken eingeschlossene "Seileder

t4bersetxung cnzhalten eincn nicht sicher verstandenei~oder ganz

unklaren Text. Sie sind izur zum Zwecke der Gestaltung eines fort-

laufcndcn TcxCes versuchsweise eirigefugt. lrn Text der

stehen nicht sicher gelesene Zeichcn nach dem Vorbild von S. in

runden, Ergiimtes in eckigen Klammern.

Unter den Text der Inschrift ist einc Umsetzung der Gandhar: in das Sanskrit gesetzt, dercn alleiniger Sinn es ist, die bisher erzielten Dcutungcn der Einzelwbrter kenntlich zu machen, ohne auf die oben genannten Arbeitcn in jedem Einzelfalle zurirckgreifei~zu müssen.

Chnz unklare Wörter erscheinen kursiv. Eine Sanskrit-Übersetzu~ir; ist selbstverständlich nicht beabsichtigt. Der Zweck der IJrnsetzung ist

also allein ein praktischer.

Inschrift

AusfiihrlicXxer besprochen werden nur neue Deutungsvorschliige.

Dcr Vcrhleib dieser bedeutcndcn, auf ein GoXdbXacc geschriebenen

Inschrift ist ebenso unbekannt wie ihre Herkunft. Ob H. W. Bailey das Original oder nur cin Photo vorgelegen hat, wird nicht mitgeteilt. In dem ~ussicllungskatalo$„Kusina Sculpture from Early India" ist

ein kleiner, 52 cm lraher Stupa zu sehen, zu dessen Inhalt die Inschrift

gehurt haben soll, die jedoch nicht mit ausgesceflt wordexi ist (Sala-

mon, S. 262). Wenn die Inschrift tatsächlich aus diesem Stupa stammt, so ist es sehr auffillig, daß nach der Beschreibung im Katalog weder

Asche noch sonstige Hinweise auf die irn Text so oft erwähnten

kiirperlichen Reliquien wie Knachensplitler oder dergleichen gefunden wurden sind.

-, ,,,-,

Beiträge zur Irklhung der Scnavzmna-Inschrift

I 1

,

Am Rande sei nochmals auf einen vermuteten Irrtum hinsichflich

der MaBe der Inschrift hingewiesen. Allein H. W. BalIey macht ohnc

wcitcre Bemerkungen die Angabe, daß die Inschrift 7 crn lang sci,

also cine Breite von nur 2,3 cm haben sollte. Selbst die kleine Ab-

bildung in ,,Ku@va ScuXpture" wurde dic Inschrift noch mit 1,s-facher

Vergrößerung darstellen. Auf einer so winzigen Fliiche würde inan die Zeichen kaum Icsen, geschweige denn gravieren kennen: Eine Zcile

wäre nur 1,5 mrn hoch. Vermutlich ist daher mit Saloman, S. 292 Aixm, 3 „cm" bei Bailey ein Fehler für ,,inches", wodurch sich eine

Längc von 17,5 cm ergibe.

2. Text und Erklärung der Inschrift

la.

Ib.

aryligana-tavagaga-bramacaryaganasa ubhayatasamghasa sagi- vaitasa pria-(miltrasa (ta) thuva-vdrisa S.irasapada vadati Senavwme igpa~eadiraya gavhapati vifiaveti

äryagana-tapogana-brahmacaryaganasya ukhayaf ahsamghasya sa~nipiiti-

tasya Priya~nitrasyatat (oder: ca?) stripapgtasya Mrasä vanditvii Senavarma Tsvara adiriijo mvhapativi,jh3payaii

Nachde~ner die Füde der Scl~xdcr Edlen, der Schar der Askctc~~,

o'erScX~arder-Keuschen, des doppelten Saqgha, der sich versammelt

hat, (md .Tdes Yriyamitsa, des Hüfcrs des Stupa, mit dem Kopf verehrt hat, tut Sen8 varrna, Herr, Künig vun Odi, Na vhapatl; kund:

Die Inschrift beginnt mit der Verehrung des Samgha. Erst danach

nennt der König seinen Namen,

Unklar ist das Wort ~avhapati~ein 'Titel den schon Ajiitasena, der Va tcr des Senavarrna, trugy. Vielleicht trifft die Vermutung von 13. W.

Bailey das Richtige, da8 CS siclx um ein iranisches Wort niit der Bedeutung „FamiIienabechaupt" handelt. Dann würdc irn Sanskrit krrIapaticntsprechen.

Ohwohl I.2 vs

tapas und hrcy

brahmacärya entsprechen,

miissen wegen der Verwendung von gaea Personen gemeint sein. Lu

aryagaoa vgl. Sryaganasya madhye, im ersten Einlcitungsvers xum

9 Fussman: Ajitasena, pkre de Scnavarrna, oben Am. 3, S. 8f.

- --

Rcitrii~ezur

Erkläruiig der Senavarma,.XnschriH

13

Pratimaksasiifra (MiiIasarv%stivada); zu iavagana : täpasngaga, .Ta I

1#,24

und tLipasabrahrnacar<DN 1 375,3 1.

Dic Deutung von priir-(mgtraw (t;i)thuva-valasa,dessen I ,esurig S. so hergestellt hat, gcht hicr versuchsweise davon aus, da8 priyamitm, falls es da steht, nur als PN belegt zu sein scheint: „lieber Freund" ist

priya,rrakAa, Wenn es sich also um einen Personennamcn handeli,

verehrt Senavarma zunäc11st dcn gesamten Srtmgha und dann den

,,I Xüter dcs Stupa". Dieser Titel scheint sonst nicht bekannt zu scin. Am nächsten kommt vielleicht dcr nur einmal in der Samanta- piisadiki genannte Begriff cet~yaghaa'ilgopaka,,Heter eines Stüpa- ~ebäudes"". Danach künnte es sich auch bei dem stLipapaia um einen mit der Verwaltung des Stupas beauftragten Mönch handeln.

dessen besondere Nennung durchaus angemessen wiire.

Wicht ganz verständlich ist die Formulierung tafl~üva" tat-sfüpa:

womit nur „der Stupa dessen" (des Kuiligs? des Samgha?) ausgc-

druckt sein kann. Es ist jedoch vielleicht nicht vollig auszuschließen,

da8 das Zeichen fa,das auf einer Falte des Goldblattcs steht, als ca zu

lesen ist, wenn man

das entsprechende Zeichen in

I~ramxaxp

vergleicht. Daraus ergibt sich die vorgeschlagene Ubersctzung, Nach der ailgemeiwaen Formulierung und der Syntax sollte man in

vadaticin Absolutiv vermuten: Nicht ganz auszuschließen ist vielleicht

ein Absalutiv auf -tr'

erwarten ist.

CvJ vgl. Mittelindisch !j 498, obwohl -ifizu

Bemerkenswert ist, daß Münchs- und Nonncngemeindc gemeinsam

bei der Einweihung des Stüpa und Verlesung dieses Textes (?) als

versarnmejt gedacht odcr wahrscheinlich wirklich vcrsarnmelt sind, da

die ungewöhnliche Längc diescr Tnschrift und ihr Tnhalt auf einen

besonderen Anlaß deuten. Wie aufwendig cine derartige Zeremonie

in der Wirklichkeit (oder in der Vorstellung der Buddhisten) sein

3.0 CctJyagharc sii v:rnnapadu~1~isuvnflnc7b11hbui~ddnihnnti ctiini pi anamii- ,s%ni, a rgg pam rupiya-chaddsknfrhane rm, tasma tesam

kejiipitum vapti Sp 544,ei-8 „in dem Stitpa-Gebsude sind goldene Lotusblumen, goldene Sternchen (täraka, Sp-t) usw., auch diese diirfen nicht berührt werden. Aber die Hater des StUpa-Gebiiudes, die den Status

(d.h. die fur die Beseitigung des nach

Nissaggiyß XVIII unrechfrn:ißig im Besitz eines Mönches befindlichen

Geldes zuständig sind), dürfcn aus diesem Grunde damit umgehen“. - Zur Bedeutung von cetiya#ha~.a:W. Geiger: Culture uf Ceylon in

Mediaeval Times. Stuttgart 1960 (Nachdruck 1986) 585, S. 95 unten.

von

'Gefdbeseitigern' haben

kanntc, unterstreicht die Schilderung des Baus des Mahätküpa durch

Dutthagämaoi (Mahavamsa XXIX-XXXI).

lc. io ekaüde thuve, yena rayagepa pratithavite, tasa dayatega me kadamasa deyasame, yava rne (bhro)ta Var qama adikramami.

ayam ekakütah stupo yena rajanyena pratisthapitah, tasya dayatvena (oder:

dayadena) rne kadamnsya deyadharmo yavan me bhriitr-varmasenasya näma atikramämi

Dimer ,StQpa (Init Namen) Ekak,.

asenasa

durch welchen fiinxen

er

errlchter ist, ist 31s desscn Nachfolger meine, *dcAvkadama 3: rel~kiuse

Stiftung, sobald ich übcr den Namen mciires Brraden Va~mascna hina~~qsch~eite.

Ganz undurchsichtig ist kadamasa, wahrend

der Sinn von

taca

dayatena naheliegend scheint. Vermutlich. liegt, F. folgend, *day;lfena "dayatvavor odcr vielleicht besser (Pali) dayada „der Erbe'', zu - f-

Eur -d- vgl. amwatae

tif, auch irn spirituellen Sinne, in jedem Fallc

aber wohl ein priidikativcr ix~strumentaf,vgl. L. Renau, Grammaire

sanscaite. Paris 1930 (Wachdr. 1981) § 21 9c und Verf.: Studien zur

Kasussyritax des Pali, besonders des Vinaya-Pitaka. Munchen 1968

g 143f.

Wie bereits F. richtig gesehen hat, nimmt tasa das Relativum yena

auf. Der Ifauptsatz lautet somit: iu ekaüde thuve

dcyasamc

Fiir adikrarna~ninehmen F. die Bedeutung „prolonger" und S. ,,extend" an. Das Wort bedeutet jedoch „übccschrcirern,übertreffen",

ohne daß cine Verbindung mit niiman- anderweitig bezeugt ist, vgl.

jctet auch PD S.V. atikmm". Daher bleibt der genaue Sinn dieses

wjchtigcn Abschnittes unklar: Naheliegend ist zunächst mit F. und S.

der Gedanke an eine Art Verdienstihertragung auf den verstorbenen

Bruder, die jedoch hicr kaum ihren Platz hat. Dem Kontext nach

sollte von der obernahrne der Verantwortung fur den Stupa, die

11 Es kficiinnte sich also um einen ähnlichcra technischen Ausdruck wie nSnx

gh I Pali nc7malp gaghäfi?handeln: Verf.: Untersuchungen zur Mündlich-

keif früher mittefindisclier Texte dcr ßuddhistcn. AWX .Tg 1994, NT. 5,S.

I 1 Anm. 8; vgl. fcrner den Terminus sr~grhn~inci~aarnS. 1,ivi: On same

rerrns crnptoyed in the inseriptions of the Kshatragas. IA 33. 1904, S. f 63- 174 = JAS 1902, S.95-125, bes. S. 165 = 99 i.

Scnavarma nach dem Tode (5 9c) seines Brudes Varmasena zufällt,

und damit von seiner Legitimnticin die Rede sein. Man ktiiznte also

vermuten,

daß mit

,,über

den Warnen hinausschreiterx"

von

der

Nachfolge die Rede ist, doch bleibt das auch wegen des unklaren

Wortcs kadarnasa ganx unsicher.

Dic Sorge um eine Stiftung &Xlt in der Tat den Nachkommen des

Siifters auch in finanzieller Hinsicht zu,wie ein Abschnitt aus der Samantapasadjvcrcleutlicht (Sp 1246,14-20):

Wenn ein Bauwerk, das in den Bcsilz des Samgha gelangt ist. der

Reparatur bedarf, muß sich der Miinchsorden als Besitzer an den

,,Herren des Wohngebiiudes" (ava~as~l~~~ika,Sp 1246,ls)'~wcndcn, vermutlich also an dcn ursprünglichen Stifter, der wohl weiterhin als

Eigentümer gilt, oder an einen seiner Nachkommen oder einen Vcrwandtcn. Daraus ergibt sich eine lairgf'nstige Verantwortung und finanzielfc I3elastung aus einer Stiftung an den lmddfiistischen

0rdenj3. Dieser Verantwortung kommt

Nachfahre dcs Stupa-Gritnders, Vasusena, der erst in Ii 321 namentlich genannt wird.

Scnavarmin hier nach als

Mit diesem Satz ist die Einleitung abgeschIosscn. Sie enthjlt neben

der üblichen Verehrung der Miinche auch eine BegrGndung, warum

sich Senavarrna überhaupt der

beschädigten Bauwerkes arrnimrnt oder sogar annehmen muß: Ur

steht als König von Odi in der Nachfolge des Stiipa-Gründers. Es folgt eine Beschreibung der Vorgänge uild Handlungen, die zu

einer

Gegensiand der Inschrift istI4.

Wicderhcr-stellung des

zwelinal

erneuten

Einweihung

des

EkakPla-Stupa

Ehren,

die

der

ld.

yada io ekaüde dadhe, tatra amaa gi

2a,

rnahia pidara pidamahaw maharfxteaduvegaha tbuva dadha. te

12 Vgl. den Begriff vihSrasvä~nin:G. Schopen: Lay Ownership of Monasce- ries and the Rofe of che Monk in MUlasarv~stivfidinMonasticism. JIABS

19.1. 1996,S. 81-125, bes. S. 83,'bti. f 3 Vgl. die Sorge des weitsichtigen (d~hadassf)Theras Siddhattha beim Bau des Mahath~pa: bhavi~~c~timrrhanto ca thiipo duppatisaykharu, M hv

XXIX 54 „Und der gro13e Stupa wird schwcs zu unterhalten sein".

14 StrukturelI vergleichbar ist der Name „Cet Yod" ,,Sieben Spitzen" eines alten Klosters in Chiang Mai: E. W. Hutchinson: The Scvcn Spires, 3

yada ayam ekaküto dagdhas tatra anye 'pi mahyam pirr-pitämahanam mahanta aduveg;jhS stüpa dagdhab. te mayii senavarmana krta bhavanti.

ayaii ca ekaküfo mahat5 2rohaparinhmena. nisthitah. taq saamyak nisthitva

paraknäm2rni

Al%-dicser Ekakul;? abgebrannt ist, da sind auch aoderc groBc

5,aduvcgaha* Stupas meiner VZrer und GroflvaterPh.m&er

Vur-

f~ibr'e1x~akgcb~c711~f.D~SCwareo vnl~mir, Scrzavarma, hc~gcsteXXilind dieser EkakUfa wurde mif cincr gofien Veriindexunpder Hnhc fertig

gcstcllt. Nachdem dieses voXIsfändg fertig gestellt Isf, bcm~heich mich weites.

Das Schlüsselwort zum Verständnis ist dadhc, was von F. gefolgt von S. als peri. med. pass. zu dha verstandeil und mit ,,foncIe" bzw.

,,built" ubersctzt wird. Dabei ist die Grammatik und die Semantik schwierig. Denn bereits im frühesten Mittelindischen ist das aktive

Perfekt beinahe ausgestorben, von einem Passiv fchlt jede Spur-.Auch wcnn ein tiberleben in der GlndharT kcincswcgs unmöglich ist, vgl.

die neuerdings ubcrraschend bekannt gewordenen Aocistc: Mittel- indisch $ 478, so isi cs doch hochgradig unwahrscheinlich. Zum

anderen ist die Bedeutung ,,gründen, brtucn" schwierig, da dieser

Sachverhalt

fach in dieser lnschrift erscheint, und auch sonst ganz gcbriuchlich ist, vgl. Mhv XXIX 13, I5 usw. Ferner ergibt sich bei den bishcr vorge- schlagenen Ubersetxungen die sachliche Schwierigkeit, daß dcr

Ekaküta-Stupa zugleich mit Bauwerken aus verschiedenen Genera- tionen errichtet sein müßtc. Diese Schwierigkeiten lassen sich umgehen, wenn man von dem ppp. zu da11„brennenKausgeht, und somit dadha- < dagdha- fortsecxt.

Diescs Verb wird in den Formen dahia- qS d,?hif;i- (j 2c und daheati

4 13a greifbar. Diese Relcgc zeigen, daB das Verb anders als im MDhp nichr mit eincm Retroflex anlautet.

durch pratl-tha- : prafi-stha ausgedrrickt wird, das rnehr-

Jn O 2c ist dadha te so zu ircnnen (nicht dadhat): Dadurch liegt

wiederum das ppp vor und man gewinnt eugleich cinen guten Satz-

anfang: mayc < mayS steht nicht mehr an erster Stelle, sondern das

Pronomen fe. Demnach ist ki& bovati Plural: krtC'i6bhsvanti und

Beitriigc zur Erkliirirunfitler Senavarnxa-Inschrift

1"

drückt mfiglichenveise durch den Zusatz hova(m/ti eine abgeschlus- senc Handlung aus. Ganz unklar kleibt aduvegaha:zweifelnd F. „Pas inaecessible(?)", S.

.,single (not two) chctmberedL'.Wie F. richtig gesehen hat, ist mit dem

Präfix a- zu rechnen. Wcnn S. mit %aha < grha Rechl hat, so konzen-

triert sich das Problem auf &ve, dem sich kein Sinn abgewinnen 1ä13t.

Gut in den Kontext passen Mrde beispicfswcise a-dh*l"tu-gaha„ohne

Reliquienkammer", vgl. dhatu-geh,Sv 615, wenn es sich nur bei dem

Eknkiita um einen SaIrikii sfupa handelt, bei den anderen jedoch um

uddcsika stups odcr Memorialbäute~x.

An ein so seltenes Wurf

wie dhätu-vkraha,vgl. BHSD s.v„ in

Verbindung mit einem Schreibfehler a(dha)du-ve&

,,ohne Keli-

quien", vgl. dhdu 6 7a wird man nicht gerne glauben wollen.

F. emcndi er1 "pari~timenazu yarimhega; zu .3mha-pn!r1nBhaaywas

durchaus nahcliegcnd ist, vgl. S. zur StelIe und BHSD S.V. iirc~ha.

Doch ist vipariname irn nächsten Satz zu beachten, so daB die Emen-

dation nicht zwingend ist. Der Name Ekakuta legt durchaus eine

besondere HGhe gerade dieses Stupas nalie. Zudcm wurde durch dicse höchst unvorsichtige Baumaßnahme vermutlich der im FoXgen- den geschilderte Blitzschlag geradezu provueierc. Es ist auffiillig, daß uffensichtfich allein an dem Ekakuta bauliche

Veränderungen vorgenommen werden, während die übrigen StUpas

nur restauriert worden zu sein scheinen.

Daß Stupas häufig ducch Schadcnfeucr betroffen waren, ergibt sich

aus Xuan-zang, dcr von fiii~EFeuern, drei vergangeneli und zwei

kiinftigen, des großen Stüpa des Kaniska in Peshawar berichtet", Abgcbrani~tsind vermutlich vor allem die durch zahlreiche Bilder arn

oberen Indus gut bezeugten, vermutlich hüIzcrncn Schirmstützen und

vielleicht auch holzernc Schirme, wodurch der Oberbau cines Stupa

einstüszen rnußte".

15 S. BcaI: Si-yu-ki. Buddhist

Reccirds of the Western World Ilranslated

from the Chinese of Miuen Tsi:ing (A.D. 629). Imndon 1884, Vol. I, S.

103.

16 Zwei

Beispiele

sind

auf

den

Abbildungen

PIate

105 und

148 in:

Antiquilies of Norlhern Pakistan. Rcports and Studies. Vol. I (Plates):

Rock Inscriptions in the lndus Valley. Mainz 1989 zu sehen; vg1. auch: P. Fa1 [Hg.]: Art and Architecture of Arrcient Kashrnir. Bomtiay 1989. S. 19 Abb. I; 20 Abh. 3.

AuIfAXig ist die Ausdrucksweise Ej 2b kida hovati, die in ihrer

genauen Bedeutung nicht ganz durchsichtig ist. Denn es wird weder

der 'Terminus nitAita gebraucht, der im Zusammenhang mir Bau-

werken in der Bedeutung ,,vollendet, fertig gestelXC" bedeutet: thüpe

imitffiSc, Mhv XXIX 53; cerlvanr:l-han2,XXX 1; MahC.iitEiUpnmhi

njffhie, XXX 44 usw., noch prati(haveti, das im Zusammenhang mit

der Wiederlegui~gvon Reliquien verwendet wird. Mijglilic~enveiseist daher gemeint, daß Senavarma die gerade vor11er genannten Stupas für seine Vorfahren gebaut hat, also als Memorialbautei~,um das

religiöse Verdienst auf sie zu übertragen (Y).

Auch der gexiaue Wortsinn von $ 2c parakrmwnr' läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. VielIeicht ist gemeint, daß Senavarma in seinen religiüsen Bemühungen nicht nachläßt, was ein entsprechender Sprachgebrauch In den kleinen Asaka-Inschriften nahelegen k6nz1t.e'~.

2d, iga ekakudamivijuvapati. tae dahiasa thuvasa viprt*ame rne sawe upada vitate. rnufaSaveukgivita avasita.

asinin ekaküf e vidyutpä tah. tatn dahitasya sttjpasya viparinarnah krtah. sa

rne sarva utpä!o vitalah. mtiZsA4av;iurksipitn 'va,tif~ih.

kide. se

schhrg ein Blitx cin. Darauf wurde eine (gründllcAe

brilrliche) VcrZnderung des In Brand gcsetzf en Slup v(qgenommen.

Er (der) ganze (.S~upa)w~~rdeO'11rchmich gcuffnct und ilusgebrc1llft.

111 diese11Ekakü.

Die

*ursprrlgSche RcIiqrrk

(.Y*

rvurde aufgesfeXIt und

*fertig

gcs~e?/t(.?'l-*.

Das hier vcrwei~deteWort fur Blitzschlag scheint * vx'dyuu'avapä~zu

cntspcechen. Irn Sanskrit werden

gebraucht. Blitze sind in der Tat eine Gefahr fur Stupas gewesen: In

der gut dokumentierten Baugeschichte des Svayambhunäth in Kath- mandu ist fGr etwa 1590 ein Rlitzschlag mit schwerem Schaden

vidyufp3ta oder vidyutprapatana

17 Mehrfach ohne genau erkennbares Objekt etwa in den Inschriften von

Delhi und Ahraura: D. C. Sircar: ASakan Studies. Kalkutta 2979, S. 81,

M. Sircar ergänzt „in the cause of Dharma" odcr dcrgl. Es ist bcmcrkcns- wcrt, daß in dcr Fassung von Erragudi pakam- für paIak"im-steht.

20

Oskm von Hiniif>cr.

Irudha7jh:~vain der Manikiäia-Inschrift nützlich, da J. Brough, GDhp

S. 61 fi 6 dieses Wort als *-n'hituva > -6;i'uva r -2siva deutet. Doch ist

in der Scnavrirma-Inschrift *rn~la-savazu erwarten. Bei dem aufgestellten Gegenstand könntc es sich möglicherweise

um den bci Czuma abgebildeten Stüpa handeln, der jedoch keine

körperlichen Reliquien enthiilt.

Unklar

blcibt

rrvaSita

<

E;.

rpisita, S. zu ava-Sr oder

aw-sf

,,brechen“, das jedoch gewöhnIicli ein ppp ri vit-.ii??~abildet vielleicht:

avssita trutx -.+-I??).

taha pratitbava-

3a.

gia lihitta: utarasegqutxe vasmege adiraya iqmohokulade - se imo ekaüdo pratiFhaveti.

tatra

hakulatah - sa imam ekakütam pratisthäpayati

prntisthapanika

Ilkhitikä: uttarasenaputro

vasusena

odiraja

icrna-

Dort (gibt CS/

eine G~ündungsinschrifl:,,Der- Sohn Uffarasenas,

W~suscm,König von Odi, - dicsergrü~derIJ~IIEki~k-':

Auffiillig scheint zunächst die Verwendung des Präsens, worauf S. in

seiner Ubersecxung hinweist. Dieses Tempus wird jedoch verständlich,

wcnn es sich um ein (Tcil-?)Zitat der ursprünglichen Bauinschrift

handelt. Auch Senavarma selbst verwcxidct in

Sc das Präsens, wic

bereits sein Vater Ajitascna: dhaducprafifhavetl;BEWO 75. 1985,S.

2 (Zeile 5 der Ilnsclrrift, vgl. oben Anm. 3): Dieser Sprachgebrauch

entspAcht dem in Kharosthi-Tnschriften ~blicheri.

Zu pm t&ha vania vgl. $ 13f. "praithavania.

Daxnah gab e,s in der ReZiquic~~karnmer(?)

K(in&,g eire kn ~perlicheReliquie des Erhaben cn.

auf Anweisung des

Der BeiSeutungsansaCz fiir rnuXa5aIeberuht auf einer ansprechenden

Vermutung von F., S. „main cbambec"'.

BcitrI~cztir Brklärune der Senavaxma-liischrift

7 1

scnavarma ajitnsenaputra ataS caiva i~ahokulasaq-hXxitv;ataobirsjah sarvam

bhavena sawam cetasa sarnanvaharitva anyad vipAkena anyad abhip~äyena vlpufa vaistiri kA miilavati karita

Sensva~ma,der Sohn de,~Ajifaserxa, urrd dann [dh. nach dcm Tode scincs Bruders?] auf$ymd seiner A bslammung von der Isn~ahn

Kih&sfa~nilieKünjg vcm

X~iff,~lilchdcmCT alles mit Xonxent~a-

ti'aß,alles mit Geda~~kenw<.hIbedacht hat, teils aufpund dcs Rcifms

weithin

(des Kiwma)I teils aus e&enem ErtschIrxß, dic (Refx'quie?)

verteilen und *mu/avr7tu* mache Jassen.

Dic Zeile 3c und die crstc Hälfte der Zeile 3d wcrfcn keine

Probleme auf, da sarva cedyasa samunaharita Pali sabbay cefssi(v.1. cckaso) samann3haxif v2, AN TI1 162,If. entspricht. Dieser Satz zeigt beispielhaft, da8 der Text ohne die Auffindung der Parallele unvcr-

scändlich gcbf eben wäre, da in cedy~,~czeine erratische Sanskriti- sierung vorliegt, die eher auf c;ix<va(so F.)als auf cefsdcutet, vgl.

5 1Oe. Die Struktur des Folgenden wird durch a~ia

u~v-a

amfii1 bestimmt

,,teils

teils" (CPD}, die jeweils mit einem llnstrurncntal verbunden

sind. Klar ist

abhkracna < abhrprSyena „mit Absicht, planvoll";

weniger klar ist vr'vave~~a,das S. vddhavcna liest und versuchsweise als * i~dhapanena„mit Respekt" versteht, was sehr schwierig ist. Wenn

man F.'s Lesung folgt, könnte man viv;~vma< wpi!kena vermuten

und bekiime dann ein gutes Gegensatxpaar.

Vor dcrn Absolutiv karita

k21ftvaoder dcm ppp käxita steht die

I"ome1 vivuIa vestanb mulavatn (3+4+4), die in diesem Zusammen-

hang schwierig ist, da dcr Bczug unklar bleibt: F.: Stupa, S.: Reli-

quien, Dcnn v~pula-1- vestario

vaistarika bezieht sich immer auf die

Verbreitung von Reliquien oder der Lehre, doch ergibt sich im

Zusammenhang kein rechter Sinn, da die genaue Bedeutung von mulavatu ganx dunkel bleibt. Man könntc allenfalls an eine Stiftung von Geldmitteln denken, vgI. CPD S.W. amrila(ka) (??I.

22

Chkcir von Ii'Inübc~

-

4h, te tasa bhtgavatu abbutapwusa-naravara-kujarasnrnabasartlra- vahosa

4c,

savatra dhamehi paramava4ipratlprata~dhadamalaka-

46. sa dasa apegakapaSateisahasakuaalm~lasamudariidasa

4e. vadhitavridhidasahadaragadosamahasa

5a.

sarvasa jtra~a-agusaSa-ratala-khila-awgaga-grathav(r)iprakgasa

Sb, sarvehi

kugalehi

dhamehi

5c.

samavatisapratipurasa

dhatu pra[ti]chavemi.

abhifiehi vagavalavimohasarnasi-

tah tasya I~hagavatoadbhuf apurusanaravarakukjarasya inahasarthavähasya

sarvatra dharmcsu paramavasipratiprfiptanirdhväntamalakasy]ta$ya nneka-

kalpaSatasahasrakusafamu1asa~udanItasyava~dIfiIe~vardbifa,~y;1hataragadve-

samohasya

saruatha dhyän~anuSaysrmafakhiIaariganagrantlraviprt?hTi~ai;ya

sarvaih kusatsiir dliarmair abhijfiaya dhyanabalavimoksasamadhisatn~pat-

tisappratipfirasya dhfitaveh prafti]sthiipayämi

Die Reliquien des Erhabcnexi, des wrrndervu~ic~~Meifschcn, besten

ManneA$,Elefanten, cie,s gxofien Karav;~nenf~hrc~s,der ,@hx/ich die

Mchste HermcPiaft uber die Dinge der ErscheinlxngsweIfelangt hat,

der von Beschmrrfxungen gcrcin~&ict Wasa*, der übcr za11Irciche

hu~~derltauscrd We/fperiodendie Grux~dlagczum He2 angcsamn1e?f

hat, dcs -*Erhabcne~~*,dessen,&T Leidenschaft,fIafi und krwirrrrng

bcscitr'gt har, der in je& Hinsicht durch Mcdica fiun frei

ist von den

KRoten, nZmXich schlcchter Ne& urig Sehmutx, Makel7Bcschmutzung,

der durch die heilvc~IIenGcgceicai/reden (und) du~*ctxdjc EinsichfCII die Meditatiim, die (z~AII)Krzfte, die Er-Iusung, die Ver-se~lkung,die

Errungenschaften voZ! exfüI1that, stelle Ich auL

Statt 'kar~Xxxnvakusaist '3i1rthav;iAas;tmit S. zu lesen. Das Wort dass hicibt unklar, da ein Zahlwort „10", das überdies das3 lauten sollte (8 14b), keinen Sinn ergibt. Mfiglicherweise handelt es sich um das Ende eines durch eine Auslassung verstümmelten Wortes mit einer

Genitivcxidung:1Iasya.

Zu dhflmehr' pamma vas'i" vgl. auch dhinrncsu vilsK Sn 272 nach

Geiger: Päli Dhamma S. 87 -Kleine Schriften 186, 8 T 2c

Das

Wort

vadhdhs

bedeutet

mach

vaddhifavaddliite

diirake, Mp 1. 225,l ,,erwachsen, herangewachsen", was hier wenig sinnvoll erscheint.

Beiiränc zur Brkliirärung dcr Senrivarrna-lnschnft

31

Das Wort sarvasa < sarvrrsya ist schwierig. Mit dem folgenden

Kompositum 1äBi es sich kaum verbinden. Daher darf man vielfcicht

an s,?rvatha in GandharT-Ausspracht denken, vgl. 8 7e prasan~u<

pratha~n;~mund 5 6b yasa yäthä (?), !acagad,~sa tathägat'asya in der Ajilavarma-Inschrift (BEFEO 75. 3986, S. 2 Zeife 3-f. der Inschrift, vgX. ot-rexi Anm. 3) und Kkvs S. 85.

Obwohl cs irn Thcravada vicr „Knotenu gibt, vgl. NPED s.v., die

sich von den hier genannten Regrif'Fcn unterscheiden, handelt es sich

wohl nicht um eine anderc Reihc von „Knotenu bei den aufgexahlten

Regriffcn. Denn ma/a (Vibh 368,10i.), khrh und angana sind Ober- begriffe für die gerade genannten mga, dvcsa, muh.

Bislxer ist nicht erkannt, daß in anusa.<a

anrr,<ayavorliegi, -y-> -,C-

isr in der Göndharr gut bezeugl: Mittelindisch $ 213, vgl. CPD s.~.

anusaya ,,(schlechte) Neigung". Zudcm scheint keine Verbindung

xwischen dhf3na und ;rnlxsaq~~gazu bcs tehen. Das erstc GIied, 4jiiana: wenn jhana- < CIPY~IIB-, fuhrt zu einer schwierigcn Struktur des Kompositums. Ein Schreibfehler isi

"vriprahj~~a,wenn nicht vielmehr cine dardische Metathese vorliegt.

Zu dhnmma und abhifinavgl. Geiger: Pdi Dhamma, S. 104 = Kleine

Schriften 203, $ II 2c am Ende.

Zu der Vcrbii~dung vm-vah-vimuha" vgl. F. S. 21 und vinlokkba-sarn2dhi-sarnäpatti11~q1,AN TI1 4 17,28.

jbsr~a-

Die von F. vorgeschlagenen Emendation zu pra[f~J scheint im

Lichtc des folgenden. parallel aufgebauten Absclxnirtes gegen S. als xwingend.

ye tada tadigate atmabhavatcvayirasaghagade argrdirnabrirate visayuyega pacimaega Sarirega ~Qaye-

ta agutaravasi apisavudha, apisavuvita te dhama tatlra dritha, yasa ke afie pageati avoma aqasia

te dhama, apisavuvita savasaxpgharaoaksaye sarvajatijaramaragabhayavlnavatasa ava9-drogatiksayapayosagc kipe gisrige sarvajadijaramarngasa,tasa dagi anuvatae parigivudasa ima dhadu gilapaxribhavi