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Festigkeitslehre UE WS 2018/19 04.10.

2018

1. Übungsblatt - Spannungen, Dehnungen und Verschiebungen


(eindimensional)

Lernziele
Nach Absolvierung dieser Übung und des zugehörigen Tutoriums sind Sie in der Lage:

Eindimensionale Bauteile unter Zug-/Druckbelastung auszulegen, insbesondere


• den Normalkraftverlauf in Zug-/Druckstäben mit einem Feld für veränderliche Querschnitte und unter
verschiedenen Lasten zu berechnen.
• daraus den Normalspannungs-, Dehnungs- und Verschiebungsverlauf zu berechnen.
• die Stelle der größten Belastung zu identifizieren und das Versagensrisiko des Bauteils abzuschätzen.
• die Normal- und Schubspannungen in einem Stab in einem nichtsenkrechten Schnitt zu berechnen (Einstieg
in die Spannungstransformation, im Tutorium).

Aufgabe 1
Ein Schornstein aus Mauerziegeln soll nach DIN 105 so gemauert werden,
dass Innen- und Außendurchmesser über die Höhe h konstant sind. Der
Schornstein wird durch sein Eigengewicht belastet.

Gegeben:
zulässige Druckspannung σzul = 15 MPa h
Materialdichte ρ = 1800 kg/m3
Erdbeschleunigung g = 9, 81 m/s2
Gesucht:
a) Die maximale Schornsteinhöhe h, bei der die zulässige Druckspannung
in den unteren Steinen nicht überschritten wird.
b) Der Verlauf der Druckspannung über der Höhe.

Aufgabe 2
Die dargestellte Turbinenschaufel (Wärmedehnungsko-
effizient α, Materialdichte ρ, Elastizitätsmodul E) hat
eine veränderliche Querschnittsfläche A(x) = A0 R/x. Die
starre Scheibe und die Schaufel drehen sich mit konstanter
Winkelgeschwindigkeit ω. Dadurch wirkt eine in radialer 2R
Richtung veränderliche Streckenlast n(x) = ρA(x)ω 2 x auf
die Schaufel. Zusätzlich wird die Schaufel gleichmäßig um Gehäuse
eine Temperaturdifferenz ∆T erwärmt.
x

Gegeben: ω Schaufel
R
α, ρ, E, A0 , R, ω, ∆T
Gesucht:
a) Der Spannungsverlauf σ(x) in der Schaufel.
b) Der Verschiebungsverlauf u(x) in der Schaufel. Scheibe
c) Wie groß muss der Mindestdurchmesser des Turbi- A0
nengehäuses sein, um ein Anstreifen der Schaufelspit-
ze am Gehäuse zu vermeiden?

TU Graz, Institut für Festigkeitslehre Prof. Dr.-Ing. Thomas Hochrainer