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Hochschule Biberach BV Do I1 08.00-11.00, BB7 Do I1 8.00-10.00, 23.07.

09
- Prüfungsamt - Stud. Name:

Hochschulprüfung im SS 2009, Sem. B7 Geprüft:


Fach: Vertiefung Stahlbau, Prof. Dr. G. Lumpe
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Prüfungsdauer: BB7 2/BV 3 Stunden Aufg. 1 2 3 4 5 6 7 Σ


Zugelassene Hilfsmittel: alle selbst mitgebrachten, Punkte
keine Programme, keine Handys und Notebooks

Aufgabe 1 (25 P):


a) Die „Europäischen Knickspannungslinien a…d“ berücksichtigen „geometrische“ und „strukturelle“ Imperfektio-
nen beim Nachweis der Sicherheit gegen Biegeknicken. Geben Sie eine Gleichung an, mit der anstelle der
Knickspannungslinien das Tragverhalten beschrieben werden kann, wenn diese Imperfektionen nicht vorhan-
den sind.
b) Ein beidseitig gelenkig gelagerter Einfeldträger (l=8,00m, QR 200x10, warmgefertigt, S 355) mit konstanter
Druckkraft Nd=600 kN und konstanter Querlast qz=10 kN/m wird mit einem EDV-Programm berechnet; hierbei
ergibt sich eine Durchbiegung in Trägermitte von 11,5 cm und ein Biegemoment von von149,0 kNm: Kontrollie-
ren Sie dieses Ergebnis mit der genauen analytischen Lösung. Bei einem Lastfaktor von 2,19 meldet das Pro-
gramm „Diagonalkoeffizient der Koeffizientenmatrix kleiner Null“. Was bedeutet diese Angabe im Detail?. Kon-
trollieren Sie diesen Lastfaktor.
c) Ein beidseitig gabelgelagerter, kippgefährdeter Kranbahnträger wird in der Mitte durch eine vertikale Einzellast
und eine Horizontallast (beide Lasten greifen am Obergurt an) beansprucht. Welche Schnittgrößen nach
Th.II.O. treten auf? Beschreiben Sie in Worten, wie Sie den Nachweis führen würden.
d) Eine 40m lange Halle wird durch einen Windverband in der Mitte der Halle stabilisiert. Die Binder sind Ein-
feldträger (IPE 600, Mat. S 235), haben einen Abstand von 8m und eine Länge von 20m. Sie sollen eine verti-
kale Last von qd=8 kN/m aufnehmen. Welche Nachteile hat diese Anordnung des Windverbands? Berechnen
Sie die in Dachebene pro Verband anzusetzenden Stabilisierungslasten nach einer einfachen in der Praxis ge-
bräuchlichen Formel.
e) Welche mechanischen Effekte müssen bei der Herleitung von Stabilisierungslasten allgemein berücksichtigt
werden? Warum werden in der Binderebene auftretende, horizontale Stabilisierungslasten nicht über die Stüt-
zen in die Fundamente geleitet?

Aufgabe 2 (34 P): Die Stütze aus S 355 wird durch


Druck, Querkraft und Biegung um die z-Achse bean- F p
sprucht. Gegen Torsion ist die Stütze ausreichend
gesichert. Führen Sie für die Stütze den Stabilitäts-
nachweis gegen Biegeknicken (in der Zeichenebene)
nach DIN 18 800-2: 1, 00 Querschnitt der Sütze
H
a) nach der „exakten“ Methode (Th.II.O. mit Im- 4
perfektionen) Bl. 200 x 10
b) nach dem Ersatzstabverfahren
c) Überprüfen Sie mit Hilfe des ΔM-Kriteriums, 2, 00 y Bl. 95 x 10
ob diese Nachweise erforderlich waren.
(Nach Th.I.O. ergibt sich oben an der Stütze
eine horizontale Verschiebung von 1,5cm)
4
Vorgabe: Fk = 70kN (ständig), weitere Eigenge- H z
wichtslasten sind zu vernachlässigen! 1, 00
p, H unabhängig veränderlich, die H-Lasten treten e
aber immer zusammen auf: pk = 10kN/m, Hk = 1kN
2, 00

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Aufgabe 3 (ca. 40 P): Ein Durchlaufträger über zwei Felder (IPE 330) ist an den Enden und in der Mitte auf einer
geschweißten Stütze gelenkig gelagert.
a) Führen Sie alle für den Durchlaufträger nach DIN 18 800-2 erforderlichen Nachweise. Hierbei ist anzunehmen,
dass der Träger in den 3 Lagerpunkten senkrecht zur Zeichenebene gestützt ist.
b) Bis zu welcher Normalkraft ist die Stütze im stabilen Gleichgewicht? Führen Sie den Nachweis gegen Biege-
drillknicken für die Mittelstütze. Hierbei ist anzunehmen, dass die Stütze am oberen Ende horizontal
verschieblich ist und um alle Achsen frei verdrehbar ist. HINWEIS: Die Formel für λVi finden Sie in PETERSEN,
„Statik und Stabilität der Baukonstruktionen“, Tafel 7.1 (siehe Vorlesungsskript); wegen Doppelsymmetrie darf
das alte Achsensystem (x, y) ohne weitere Änderungen durch (y, z) ersetzt werden.
c) Der obere Anschlussbereich der Mittelstütze mit Lasteinleitung in den DLT ist nachzuweisen, zu konstruieren
und maßstabsgerecht in Ansicht und Schnitt mit Angabe aller für eine Fertigung wichtigen Angaben und Sym-
bole darzustellen.

Vorgaben: Mat. S235, pk=40kN/m (veränderlich, Lastangriff in der Schwereachse)

p Stützenquerschnitt
250
IPE 330
1,50

250
4, 00 4, 00

Aufgabe 4 (23 P): Für den in Aufgabe 3 dargestellten DLT sind nach DIN 18 800-1 nach dem Verfahren Plast.-
Plast. alle erforderlichen Sicherheitsnachweise zu führen. Hierzu ist die plastische Grenzlast mit Hilfe des „P.d.v.A.“
am gesamten DLT zunächst ohne Berücksichtigung der Querkraft zu ermitteln. Stellen Sie die Verläufe für das Bie-
gemoment und die Querkraft für den Grenzzustand der Tragfähigkeit dar; die Maximalwerte sind zu berechnen.
Erläutern Sie, ob und wie ggf. der Einfluss der Querkraft auf die plastische Grenzlast ppl,d zu berücksichtigen ist.

Aufgabe 5 (15,5 P): Eine „Leiter“ besteht aus 2 Holmen (QR 60x5, warm) und 17 Sprossen (QR 40x4, warm), die
äquidistant angeordnet und biegesteif miteinander verschweißt sind. Bei welcher Gesamtkraft in Längsrichtung ist
die Leiter gerade noch im stabilen Gleichgewicht?. Untersuchen Sie hierbei getrennt die beiden Ausweichmöglich-
keiten. Welche Nachweise werden an welcher Stelle des Systems erforderlich (in Worten, mit Begründung)?
Vorgaben: Leiterlänge L=16,00m, Abstand der Holme in der Schwereache 340 mm, Sprossenabstand 1,00m; die
Leiter ist an den Enden jeweils in beiden Richtungen gelenkig gelagert.

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