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Vom Winde verweht – Ermittlung von Windlasten

Baubetrieb

nach der neuen DIN 1055-4


Neben reinen Vertikallasten müssen Tragwerke
auch für die Abtragung horizontaler Lasten
bemessen werden. Die maßgebende Horizontallast
ist dabei die Windlast. Die „Lastannahmen für
Bauten“ sind in der Normenreihe DIN 1055 ange-
geben. Im Zuge der Einführung des semiprobabili-
stischen Sicherheitskonzepts hat sich der Begriff
„Lasten“ allerdings in „Einwirkungen“ geändert.

Am 01. Januar 2007 wurde DIN 1055-4 „Einwirkun-


gen auf Tragwerke – Windlasten“ als technische
Baubestimmung ohne Übergangsfrist bundesweit
bauaufsichtlich eingeführt; die alte Fassung wurde
zeitgleich zurückgezogen. Seitdem weht für Planer
bei der Ermittlung der Einwirkungen auf Tragwer-
ke ein völlig neuer Wind. Die alte Fassung der DIN
1055-4:1986-08 mit einem Umfang von 29 Seiten
und einer zweiseitigen Berichtigung A1 von 1987
ging in ihrem zugrunde liegenden Konzept bis auf
die Ausgabe von 1938 zurück. So fügte sie der Fas-
sung von 1977 lediglich eine Sammlung aerodyna-
mischer Kraft- und Druckbeiwerte für geometrisch
einfache Baukörperformen hinzu. Weitere inhaltli-
che Änderungen gab es damals kaum. Die im März
2005 als Weißdruck erschienene neue Windlast-
norm wurde mit der Zielsetzung, die offensichtlich
überalterten Regelungen dem aktuell anerkannten höhe ze) und einem aero- Abb. 1:
Stand der Technik anzupassen, grundlegend über- dynamischen Druckbeiwert Windzonenkarte für das Gebiet
der Bundesrepublik Deutsch-
arbeitet: der Umfang stieg dabei auf das 3,5-fache cpe zusammen: land [1]
(101 Seiten) an. Pate stand dabei die entsprechen-
de europäische Vornorm DIN V ENV 1991-2-4. Die we=cpe· q(ze) WZ 4
WZ 3
wesentlichen Änderungen sollen nachfolgend auf- WZ 2
gezeigt werden. Die Windkraft Fw, die auf WZ 1
ein Gebäude oder ein Bau-
teil wirkt, errechnet sich
Winddruck und ebenfalls aus dem
Windkraft Geschwindigkeitsdruck q,
Die Windlasten werden in der Bezugsfläche Aref, sowie Beiwerte sowie die Bezugs-
Form von Winddrücken einem aerodynamischen fläche und deren Definition
und Windkräften erfasst. Kraftbeiwert cf. näher, werden die wesentli-
Die Windlast ist unabhän- chen Unterschiede zwi-
gig von der Himmelsrich- Fw = cf ·q(ze) · Aref schen den beiden Normen-
tung und wirkt auf außen generationen ersichtlich.
liegende Oberflächen von Diese Lasten zur
Baukörpern. Winddruck auf Beschreibung der Windein- Die Windzonen
Innenflächen ist nur unter wirkung sind in ähnlicher Die in Rechnung zu stellen-
besonderen Bedingungen, Form bereits aus der alten de Windgeschwindigkeit v
(z.B. Hallen mit teilweise Normfassung bekannt. In und der zugehörige
geöffneten Wandflächen), den Formeln haben sich Staudruck q hingen nach
zu berücksichtigen. lediglich die Bezeichnungen DIN 1055-4:1986-08 ledig-
Winddruck wirkt normal geändert. Abschnitt 12 der lich von der Höhe des Bau-
zur betrachteten Ober- neuen Norm enthält die werkes ab und waren im
fläche. Der Winddruck we, aerodynamischen Beiwerte gesamten räumlichen Gel-
als charakteristische Last, für verschiedene Baukör- tungsbereich der Norm
setzt sich auch in der neuen performen bzw. Querschnit- gleich. Örtliche topographi-
Autoren: Norm aus dem Geschwin- te. Betrachtet man die ein- sche Einflüsse wurden nicht
Patrick Thorn, Leipzig
Dr.-Ing. Holger Schopbach, digkeitsdruck q (in Ab- zelnen Faktoren, wie den berücksichtigt, es musste
Zimmererzentrum Kassel hängigkeit von der Bezugs- Geschwindigkeitsdruck, die lediglich bei Bauwerken,

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Tabelle 1: Gemittelte Windgeschwindigkeiten und zugehörige
LUFTDICHT BAUEN MIT
SYSTEMGARANTIE
Geschwindigkeitsdrücke

Windzone gemittelte Geschwindigkeitsdruck


Windgeschwindigkeit vref qref
1 22,5 m/s 0,32 kN/m2
2 25,0 m/s 0,39 kN/m2 "Ich vertraue auf die
3 27,5 m/s 0,47 kN/m2
4 30,0 m/s 0,56 kN/m2 Systemgarantie
welche dem Windangriff Geschwindigkeitsdruck ent-
von Isocell ob im
besonders stark ausgesetzt
waren, ein Staudruck von
sprechend eines in der
Norm definierten Faktors
Unterdach oder
mindestens 1,1 kN/m2 ange-
nommen werden. Daraus
zu erhöhen. Die Höhenlage
des Bauwerkes fand in der
bei der Luftdichtheit."
resultierten unterschiedli- alten Norm keine Berück-
che Sicherheiten bei dem sichtigung.
Dipl.Ing. Alexander Gumpp
Tragfähigkeitsnachweis für Die Geschwindigkeits- Holzbau Gumpp & Maier, Binswangen
Gebäude, da das Windkli- drücke gelten für ebenes
ma zwischen Küste und Gelände. Bei exponiertem
Binnenland in der Realität Gebäudestandort kann
sehr unterschiedlich sein ebenfalls eine Erhöhung
kann. nach Anhang B der Norm
Eine Einteilung in ver- erforderlich werden.
schiedene Windlastzonen Reibungskräfte, die tan-
ist bereits aus dem Euro- gential an einer umström-
code bekannt. Mit entspre- ten Fläche wirken, dürfen
chender Einführung in die in der Regel gegenüber den
neue DIN ist der Planer Druckkräften vernachlässigt
damit erstmals in der Lage, werden.
unterschiedliche Auftre-
tenswahrscheinlichkeiten Der Böengeschwindig-
von Windgeschwindigkei- keitsdruck
ten in Abhängigkeit von Der Böengeschwindigkeits-
der topographischen Lage druck q, in der alten Norm
zu berücksichtigen. Im noch als Staudruck bzw.
Anhang A der neuen Norm Geschwindigkeitsdruck
sind die Windzonenkarte bezeichnet, darf bei Ge-
für die Bundesrepublik bäuden mit einer Höhe von
Deutschland sowie die bis zu 25 m über Grund
jeweils zu den einzelnen vereinfachend als über die
Windzonen gehörigen zeit- gesamte Höhe konstant
lich gemittelten Windge- angenommen werden. Er
schwindigkeiten vref und ist nach wie vor von der
deren zugehörige Stau- Windgeschwindigkeit ab- OMEGA Schalungsbahn
drücke qref angegeben (siehe hängig. Die für das verein- OMEGA Winddichtung
Abb. 1 sowie Tabelle 1). fachte Verfahren nach Ab- AIRSTOP Dampfbremse
Diese Windgeschwindigkei- satz 10.2 der Norm anzu-
AIRSTOP Dichtmasse Sprint
ten gelten für eine Höhe setzenden Geschwindig-
von 10 m über Grund in keitsdrücke sind in Tabelle Butyl Dehnflex
ebenem, offenem Gelände. 2 angegeben. Sie hängen, AIRSTOP Luftdichtungsmanschetten
Hinsichtlich der Zuord- wie bereits erläutert, von AIRSTOP Klebeband
nung der Windzonen nach der Gebäudehöhe h und AIRSTOP Fensterband
Verwaltungsgrenzen der dem Standort, also der
Länder sei auf die Internet- Windzone ab. Die vier Nähere Informationen erhalten Sie bei:
seite der Bauministerkonfe- Windzonen werden hierbei
renz (www.is-argebau.de) zusätzlich in Binnenland
verwiesen. Hier steht eine und Küsten- sowie Insel-
Excel-Tabelle zum Down- gebiete unterteilt. Der
load kostenlos bereit. Küstenbereich bezieht sich
Liegt das Gebäude ober- dabei auf einen 5 km brei-
halb einer Meereshöhe von ten Streifen landeinwärts. LUFTDICHTHEITSSYSTEME
800 m über NN, ist der Diese Unterteilung berück-
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Tabelle 2: Vereinfachte Geschwindigkeitsdrücke für Bauwerke bis 25 m Höhe [1] beiwertes entsprechend
Baubetrieb

dem Logarithmus der


Geschwindigkeitsdruck q in kN/m2 Fläche zu interpolieren.
bei einer Gebäudehöhe h Auch die Dachfläche
Windzone in den Grenzen von wird zur Bestimmung von
h10 m 10m<h18m 18<h25m cpe in fünf verschiedene
1 Binnenland 0,50 0,65 0,75 Bereiche (F, G, H, I und J)
2 Binnenland 0,65 0,8 0,90 eingeteilt. Die Außendruck-
Küste und Inseln der Ostsee 0,85 1,00 1,10 beiwerte werden in der
Norm in Abhängigkeit von
3 Binnenland 0,80 0,95 1,10
der Dachform (Flach-,
Küste und Inseln der Ostsee 1,05 1,20 1,30 Pult-, Sattel-, Trog-, Walm-
4 Binnenland 0,95 1,15 1,30 und Sheddächer) und dem
Küste der Nord- und Ostsee und Dachneigungswinkel für die
Inseln der Ostsee 1,25 1,40 1,55 Anströmrichtungen 0°
Inseln der Nordsee 1,40 - - (Wind auf Traufseite) und
90° (Wind auf Giebelseite)
angegeben.
sichtigt den Einfluss der cp +0,8 für die Luv- und - Diese Einteilung der
Bodenrauhigkeit auf das 0,5 für die Leeseite. Gesamtfläche in mehrere
Profil des Geschwindig- Der aerodynamische Teilflächen beschreibt die
keitsdrucks, was im genau- Druckbeiwert cpe zur tatsächliche Belastung aus
en Verfahren durch die Berechnung des Wind- Wind um vieles genauer als
Unterscheidung der vier druckes hängt nach neuer es die alte Norm tat.
verschiedenen Gelände- Norm von der Größe der
kategorien Berücksichti- Lasteinzugsfläche A und Einfluss der
gung findet. der Gebäudegeometrie ab. Bodenrauhigkeit
Er wird in Tabelle 3 für Für niedrige Bauwerke (bis
Aerodynamische Lasteinzugsflächen von maximal 25 m Höhe) darf,
Abb. 2: Beiwerte 1 m2 und von 10 m2 als cpe,1 wie erwähnt, ein verein-
Bezugshöhe ze in Abhängigkeit
von der Höhe h und der Breite Nach alter Norm betrug der bzw. cpe,10 für fünf verschie- fachter, über die Höhe kon-
b [1] maßgebende Druckbeiwert dene Bereiche angegeben. stanter Geschwindigkeits-
Die Werte für Lasteinzugs- druck angesetzt werden.
flächen <10 m2 sind dabei Beim genauen Verfahren
ausschließlich für die entsprechend Abschnitt
Berechnung der Ankerkräf- 10.3 muss die Bodenrauhig-
te von unmittelbar durch keit in der Umgebung des
Windeinwirkungen belaste- Bauwerksstandortes mit
ten Bauteilen, den Nach- einbezogen werden, da die-
weis der Verankerungen se einen großen Einfluss auf
und ihrer Unterkonstruk- die Windgeschwindigkeiten
tion zu verwenden. hat und damit das Profil des
Die für den dem Wind- Geschwindigkeitsdruckes
angriff zugewandten Be- beeinflusst. Im Anhang B
reich D angegebenen Werte der Norm sind Profile des
für cpe,10 sind in der Norm, Böengeschwindigkeits-
Stand 2005-03, vorzeichen- druckes für vier verschiede-
fehlerbehaftet; Tabelle 3 ne Geländekategorien ange-
enthält die korrigierten geben (Abb. 4) mit denen
Werte. der Einfluss der Bodenrau-
Die Einteilung der higkeit erfasst wird. Da
Gebäudeaußenflächen in große Gebiete mit gleichför-
diese maximal fünf ver- miger Bodenrauhigkeit in
schiedenen Teilflächen ist Deutschland selten vor-
in Abb. 3 dargestellt. Die kommen, sind in der Regel
maßgebenden Bereiche sind für die Übergangszonen
die senkrecht zur Anström- entsprechende Mischprofile
richtung verlaufenden Teil- anzusetzen.
flächen D (Druck) und E
(Sog). Geschwindigkeitsdruck
Für Lasteinzugsflächen, auf Außenwände
die größer als 1 m2 und klei- Die Außendrücke dür-
ner als 10 m2 sind ist die fen, wie in Abb. 2 darge-
Änderung des Außendruck- stellt, über die Baukörper-

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Tabelle 3: Außendruckbeiwerte für vertikale Wände rechteckiger Gebäude [1] Ist die Höhe h  der

Baubetrieb
Bereich A B C D E Breite b, wird ein einziger
Streifen der Höhe h ange-
h/d cpe,10 cpe,1 cpe,10 cpe,1 cpe,10 cpe,1 cpe,10 cpe,1 cpe,10 cpe,1 nommen. Wenn die Höhe h
5 -1,4 -1,7 -0,8 -1,1 -0,5 -0,7 +0,8 +1,0 -0,5 -0,7 größer als die Breite, aber
1 -1,2 -1,4 -0,8 -1,1 -0,5 -0,5 +0,8 +1,0 -0,5 -0,5 kleiner als das zweifache
 0,25 -1,2 -1,4 -0,8 -1,1 -0,5 -0,5 +0,7 +1,0 -0,3 -0,5 der Breite ist, werden zwei
Streifen angenommen. Der
Für einzeln in offenem Gelände stehende Gebäude können im Sogbereich auch größere Sogkräfte auftreten. untere hat dabei die Höhe
Zwischenwerte dürfen linear interpoliert werden. Für Gebäude mit h/d > 5 ist die Gesamtwindlast anhand der b, der obere die Höhe h-b.
Kraftbeiwerte aus 12.4 bis 12.6 und 12.7.1 zu ermitteln.
Beträgt die Höhe mehr als
das zweifache der Breite
wird unten und oben
jeweils ein Streifen der
Höhe b angesetzt. Der Teil,
welcher nicht von diesen
beiden Streifen mit erfasst
wird (h - 2·b), wird in eine
angemessene Anzahl weite-
rer Streifen eingeteilt.

Schwingungs-
anfälligkeit
Im Gegensatz zur alten
Norm unterscheidet die
neue DIN 1055-4 nicht nur
zwischen „nicht schwin-
gungsanfälligen“ und
„schwingungsanfälligen“
Konstruktionen, sondern sie
bietet für beide Varianten
Möglichkeiten zur Berech-
nung. Wenn Verformungen
unter Windeinwirkung
Abb. 3:
Einteilung der Wandflächen bei höhe gestaffelt angesetzt durch Böenresonanz um
vertikalen Wänden [1] werden. Diese Staffelung ist nicht mehr als 10% ver-
vom Verhältnis von größert werden, gelten Bau-
Baukörperhöhe zu -breite werke nach alter sowie
(h/b) abhängig. Der Außen- nach neuer DIN 1055-4 als
druck in den horizontalen nicht schwingungsanfällig
Streifen ist über die gesam- gegenüber der Böenwir-
te Streifenhöhe konstant. kung. Nach Abschnitt 6.2
Als Bezugshöhe für den Ge- der neuen Norm gelten
schwindigkeitsdruck ist die Wohn-, Büro- und Indus-
Höhe der Oberkante des triebauten mit einer Höhe
jeweiligen Streifens anzu- bis zu 25 m bzw. Gebäude
setzen. ähnlicher Form oder Kon-

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struktion vereinfacht als auf der einen Seite der
Baubetrieb

Geländekategorie I
ebenfalls nicht schwin- Rechenaufwand erheblich
Offene See; Seen mit mindestens
5 km freier Fläche in Windrich-
gungsanfällig. In dem alten an, doch Tragwerke können
tung, glattes, flaches Land ohne Regelwerk durften Gebäude mit dieser umfangreicheren
Hindernisse mit einer Höhe von bis zu Art der Einwirkungsermitt-
zo = 0,01 m
40 m als nicht schwin- lung effizienter bemessen
gungsanfällig angenommen und somit filigraner ausge-
Geländekategorie II werden. Bei nicht schwin- bildet werden. Die unter-
Gelände mit Hecken, einzelnen gungsanfälligen Konstruk- schiedlichen Sicherheiten,
Gehöften, Häusern oder Bäumen,
z.B. landwirtschaftliches Gebiet tionen genügt es, die Wind- welche aus dem einheitli-
zo = 0,05 m einwirkung mit Hilfe stati- chen Staudruck im gesam-
scher Ersatzlasten, welche ten Geltungsbereich der
als Flächenlasten senkrecht alten Norm resultierten,
zur Angriffsfläche wirken, werden mit Hilfe der Wind-
Geländekategorie III zu bestimmen. Diese Ersatz- zonen und den dazu gehöri-
Vorstädte, Industrie- oder kräfte sind der Winddruck gen unterschiedlichen Stau-
Gewerbegebiete, Wälder
zo = 0,30 m
und die Windkraft. drücken auf ein einheitli-
Bei schwingungsanfälli- ches Niveau gebracht.
gen Bauwerken werden Ebenso werden die aus der
nach neuer Norm Reso- Geometrie der Bauwerke
Geländekategorie IV nanzüberhöhungen erfasst, resultierenden Winddrücke
Stadtgebiete, bei denen mindes- indem diese Windkräfte um genauer beschrieben. Ein-
tens 15% der Fläche mit Gebäu- den Böenreaktionsfaktor G zelne Bauteile, und damit
den bebaut sind, deren mittlere vergrößert werden. Dieser auch das gesamte Bauwerk,
Höhe 15 m überschreitet
zo = 1,00 m Faktor wird nach Anhang können somit wirtschaftli-
C der DIN 1055-4:2005-03 cher ausgebildet werden. I
ermittelt. Derartige Rege-
Abb. 4: Geländekategorien [1]
lungen und Möglichkeiten
zur Berechnung gab es in
der alten Norm nicht. Sie Verwendete Literatur
war lediglich auf nicht [1] DIN 1055-4:2005-03
schwingungsanfällige Bau- „Einwirkungen auf Tragwerke –
Anzeigen
werke anwendbar. Teil 4: Windlasten“
[2] DIN 1055-4:1986-08
Vorübergehende „Lastannahmen für Bauten –
Zustände Teil 4: Verkehrslasten, Windlas-
Für zeitweilig bestehende ten bei nicht schwingungsanfälli-
• 3S-Platten Gebäude, sowie für vor- gen Bauwerken“
in Fichte, Lärche und
übergehende Zustände [3] Thorn, P.: Diplomar-
Douglasie
(Bauzustand), darf die beit „Horizontalaussteifung im
• BSH/BSH-Elemente Windlast nach neuer DIN Holzrahmenbau, Auswirkungen
in den Festigkeits-
klassen BS 11 und BS 16
1055-4 abgemindert wer- der neuen Normen DIN 1055-
den. Diese Abminderung ist 4:Windlasten sowie DIN 1052:
• DUO/TRIO von der Dauer des Zustan- Holzbauwerke“, Dezember 2006
der hochwertige
Balken mit Vollholz-
des, von 3 Tagen bis zu [4] Prof. Dr.-Ing. Nie-
charakter 24 Monaten, sowie von mann, H.-J.: „Anwendungsbe-
möglichen Sicherungsmaß- reich und Hintergrund der neu-
• KVH
das Konstruktions-
nahmen im Fall eines Stur- en DIN 1055 Teil 4“ Der Prüf
vollholz für den zeit- mes abhängig. Eine solche ingenieur, Ausgabe Oktober
gemäßen Holzbau Überlegung gab es in der 2002, S. 35-45
• Konzept-Elementbau
alten Normfassung nicht.
Komplettlösungen für Durch sie erhöht sich die
den wirtschaftlichen
Lösungen für den Wirtschaftlichkeit bei tem-
Holzbau
porär bestehenden Kon-
innovativen Holzbau struktionen wesentlich.

Zusammenfassung
Wie bereits aus diesem
Artikel ersichtlich wird, ist
das Windlastmodell der
Hans-Schwörer-Str. 8 · D-72531 Hohenstein neuen Norm um einiges
Tel. ++49 (73 87) 16 -197 und 16 -301 genauer und wirklichkeits-
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Norm. Damit steigt zwar

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