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Netzsprache - Ein neuer Mythos

Article · January 2004

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Christa Dürscheid
University of Zurich
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Variantengrammatik des Standarddeutschen. Ein Online-Nachschlagewerk. Verfasst von einem Autorenteam unter der Leitung von Christa Dürscheid, Stephan Elspaß
und Arne Ziegler [erscheint]. View project

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Netzsprache – ein neuer Mythos
Christa Dürscheid

(Version vom 8.3.2003)

0. Einführung1
Als Ausgangspunkt meiner Überlegungen dient das Buch Language and the Internet, in
dem David Crystal, Autor so bekannter Werke wie Cambridge Encyclopedia of the English
Language (1995) oder Language Death (2000), das Internet aus linguistischer Sicht behan-
delt. Es ist ein Buch, das weit hinter den anderen Arbeiten von Crystal zurück bleibt.
Ich verweise hier nur auf die kritische Rezension von Peter Schlobinski (2001), die onli-
ne verfügbar ist.2 So bemängelt Schlobinski mit Recht, dass im Klappentext behauptet
wird, es handle sich um das erste Buch eines Sprachwissenschaftlers zu diesem The-
ma. Selbst wenn man, wie Crystal es tut, die gesamte medienlinguistische Forschung
im deutschsprachigen Raum ignoriert, gibt es genug angloamerikanische Arbeiten, die
hier zu nennen wären. Doch darum geht es mir hier nicht, mein Punkt ist ein anderer:
Crystal legt seinem Buch die Annahme zugrunde, es gebe eine sog. Internetsprache.
Diese bezeichnet er – in direkter Anlehnung an die von George Orwell gebrauchte Be-
zeichnung ,Newspeak‘ (vgl. Crystal 2001: 17) – als Netspeak.3 Netspeak stelle, so Cry-
stal (2001: 92), eine eigene sprachliche Varietät dar („a genuine language variety“). Be-
kanntlich steht Crystal mit dieser Annahme nicht alleine da. Sieht man die Literatur
daraufhin durch, dann ist da die Rede von einer „Sondersprache des Internets“ (Haa-
se et al. 1997: 53), vom „Net Jargon“ (Kreisel/Tabbert 1996), vom „Cyberslang“ (Abel
2000), vom „Cyberdeutsch“ (Bär 2000) oder auch vom „E-Hochdeutsch“ (Bär 2000), wo-
bei <E> u. a. als Variable für das Deutsch im Zeitalter der Elektronischen Kommunika-
tion steht.4 Es gibt also einige Arbeiten, in denen, meist implizit, von einer spezifischen

1 Für wichtige Hinweise zum vorliegenden Manuskript bedanke ich mich bei den Teilnehmern und Teil-
nehmerinnen der AG ,Text- und Diskursstrukturen in der internetbasierten Wissenskommunikation’
(DGfS-Tagung 2003) sowie bei Petrea Bürgin, Nadio Giger und Jürgen Spitzmüller.
2 Zu weiterer Kritik vgl. Schmitz (2002) und Döring (2002). Mit Blick auf Crystals Annahme, E-Mail stelle
eine eigene sprachliche Varietät dar, schreibt Ulrich Schmitz (2002: 37) z. B. mit Recht: „Je genauer man
(und auch Crystal) allerdings hinschaut, desto fragwürdiger wird diese These“.
3 Wörtlich stellt Crystal (2000: 18) fest: „There is a widely held intuition that some sort of Netspeak
exists – a type of language displaying features that are unique to the Internet“ (Hervorhebung von
mir, C. D.).
4 E-Hochdeutsch steht für dreierlei (vgl. Bär 2000: 31): Deutsch im Zeitalter der Elektronischen Kom-
munikation, Deutsch unter dem Einfluss des Englischen und Deutsch im Kontext der Europäischen

1
1. Pro und contra Netzsprache 2

sprachlichen Varietät ausgegangen wird. Crystals Buch ist aber das einzige linguisti-
sche Fachbuch, in dem auf über 250 Seiten für die Existenz einer solchen Netzsprache
geworben wird. Dies ist umso erstaunlicher, als das Buch zu einem Zeitpunkt, näm-
lich im Jahr 2001, erschien, in dem die Diversität der über das Internet distribuierten
Textsorten (und Diskursarten, s. u.) bereits unüberschaubar geworden ist. Mit dem Be-
griff ,Netzsprache’ versucht Crystal damit ausgerechnet in dem Medium eine Einheit
zu konstruieren, das heterogener als alle Medien zuvor ist.5
An diesem Punkt möchte ich im Folgenden anknüpfen. In einem ersten Schritt wer-
de ich darlegen, was Crystal dazu veranlasst, eine solche Netzsprache anzunehmen
– und was meines Erachtens dagegen spricht (Abschn. 1). Dann werde ich zeigen,
dass das Neue in der Internetkommunikation weniger in der Verwendung bestimm-
ter Ausdrucksmittel als vielmehr in den Kommunikationsbedingungen selbst liegt (Ab-
schn. 2). Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wird dafür argumentiert, dass das
Mündlichkeits-/Schriftlichkeitsmodell von Koch/Oesterreicher (1994) um eine Ebene
ergänzt werden muss, die den neuen Kommunikationsbedingungen Rechnung trägt
(Abschn. 3). Das Fazit schließlich ist ein Plädoyer dafür, die über das Internet distribu-
ierten Text- und Diskursarten in den Mittelpunkt der linguistischen Analyse zu stellen
(Abschn. 4).

1. Pro und contra Netzsprache


Damit komme ich zum ersten Punkt, zu den Argumenten für und gegen eine Netz-
sprache. An dieser Stelle ist zunächst eine Begriffsklärung erforderlich: Was versteht
man überhaupt unter Netzsprache, Websprache, Cyberdeutsch, Cyberslang? Crystal
verwendet den Terminus ,Netzsprache‘ auf zweierlei Weise, reflektiert den Unterschied
aber nicht (vgl. 1):
(1) a) Netzsprache1 : Sprachgebrauch im Internet
b) Netzsprache2 : Verwendung fachsprachlicher Bezeichnungen
Die Lesart in 1a) ist zweifellos die gebräuchlichere, und nur auf diese werde ich mich
im Folgenden beziehen. Vorweg aber noch ein Wort zur zweiten Lesart: Als Beispiel
für diese Art von Netzsprache lassen sich Wörter wie Browser, Shareware, Screenshot etc.
anführen, aber auch solche, die lediglich mit neuer Bedeutung belegt sind, um neue
Sachverhalte zu beschreiben. Crystal (2001: 82 f.) erwähnt in diesem Zusammenhang
Ausdrücke wie file, edit, view, paste (vgl. auch die deutschen Beispiele Maus, Virus, Ver-
zeichnis). An anderer Stelle nennt er metaphorische Äußerungen: „It’s my turn to down-
load now (i. e. I’ve heard all your gossip, now hear mine)”, „Let’s go offline for a few

Einigung. Nach Bär ist E-Hochdeutsch die geeignete Bezeichnung für die jüngste Periode in der deut-
schen Sprachgeschichte im Anschluss an Alt-, Mittel-, Frühneuhochdeutsch und Neuhochdeutsch. Da-
mit komme das Spezifische dieser Sprachperiode besonders gut zum Ausdruck.
5 Heterogen ist das Medium auch in technischer Hinsicht. Erstmals können sowohl alte als auch neue
Kommunikationsformen (Telefon, Fax, Brief, Videokonferenz, E-Mail, Chat, Newsgroups, Instant Mes-
saging u. a.) in nur einem Medium kombiniert werden.
1. Pro und contra Netzsprache 3

minutes (i. e. let’s talk in private)“ oder „He started flaming me for no reason at all (i. e.
shouting at me)“ (vgl. Crystal 2001: 19). Diese machten deutlich, dass Sprecher selbst
dann internetspezifische Ausdrücke verwendeten, wenn der Kontext es gar nicht er-
fordere. Solche Äußerungen scheinen mir aber (noch) nicht sehr frequent zu sein. Von
„downloaden“ ist mittlerweile zwar oft die Rede, nicht aber im übertragenen Sinne. An-
dererseits weist Crystal mit Recht darauf hin, dass das Kürzel <E> immer häufiger
gebraucht wird. Wortbildungen vom Typ E-Mail, E-Learning oder E-Banking sind Bele-
ge dafür. <E> steht hier bekanntlich als Kurzschreibung für das Basislexem elektronisch
bzw. electronical, es ist aber kein Präfix, wie Crystal (2001: 21) meint, sondern ein Adjek-
tiv (z. B. electronical banking), das zum Erstglied eines Kompositums wurde. Vergleichba-
re Wortbildungen sind U-Haft und O-Saft, wobei hier allerdings nicht nur die Kurzform,
sondern auch das Basislexem Teil eines Kompositums ist (vgl. Orangensaft).
Dass internetspezifische Schreibungen außerhalb des Internets immer populärer wer-
den, sieht man auch an der zunehmenden Verbreitung des @-Zeichens sowie an der
Binnen.punktsetzung und der BinnenGroßschreibung (vgl. Dürscheid 2002). Was die
Schreibung von @ betrifft, so lassen sich zwei Verwendungsweisen unterscheiden: Zum
einen tritt <@> als Allograph zu <a> auf. Beispiele hierfür sind Wörter wie Multimedi@,
Internetc@fé, Cybersl@ng, aber auch solche, die keinen direkten Bezug zum Internet ha-
ben (z. B. Liter@tur). Zum anderen fungiert <@> als selbständiges Sprachzeichen. Dann
steht es entweder für das Wort E-Mail (vgl. @-Adresse), als graphisches Kürzel für die
Buchstabenverbindung at (vgl. das Projekt „sprache@web“ oder den Buchtitel „Busi-
ness @ the speed of thought“, Bsp. übernommen von Crystal 2001: 21) oder aber als
Hinweis darauf, an wen ein Beitrag im Chat gerichtet ist (z. B. „@Timmy“). Die Set-
zung eines Punkts im Wortinnern (vgl. ver.di, bahn.comfort, ZDF.Reporter, Ki.Ka) ist an-
gelehnt an die Kennzeichnung von Internetadressen und Dateinamen. Meist sind es
Produktbezeichnungen, die so gestaltet werden. Der Grund liegt auf der Hand: Man
will sich den Anschein des Modernen und Fortschrittlichen geben. So trägt ein Haar-
pflegeprodukt der Marke Biotherm den Namen HAIR RE.SOURCE. Hier wird die Kon-
notation, die an den Binnenpunkt geknüpft ist (modern, weltoffen), durch die Kombi-
nation mit den englischen Wörtern Hair und Resource noch verstärkt. Zu vermuten ist,
dass solche Schreibungen zunehmen werden – und zwar nicht nur in der Werbung,
wo graphostilistische Merkmale ohnehin eine wichtige Rolle spielen, sondern auch im
alltäglichen Schreibgebrauch.6 Crystal selbst erwähnt die ,Binnen.punktsetzung‘ – sit
mihi venia verbi – nicht. Immerhin führt er aber die BinnenGroßschreibung an, die
ursprünglich ebenfalls computerbedingt war (vgl. Dürscheid 2000), mittlerweile aber
ebenfalls in anderen Kontexten auftritt (vgl. InterCity, KulturKalender, UniversitätsSpital,
GaumenSchmaus).
Die genannten Beispiele zeigen, dass es computerspezifische Ausdrucks- und
Schreibweisen gibt, die bereits einen Einfluss auf den Sprach- bzw. Schriftgebrauch
haben. Dies freilich ist nicht zu verwechseln mit der Frage, welche sprachlichen Aus-
drucksmittel im Internet selbst verwendet werden. Eine solche Verwechslung liegt bei

6 So ist es beispielsweise denkbar, dass wir künftig analog zu Ki.Ka (Kinderkanal) auch Ki.Ta (Kindertages-
stätte) schreiben.
1. Pro und contra Netzsprache 4

Crystal vor. So schreibt er, das Verwenden von Kurzwörtern gehöre zu den charakteris-
tischen Merkmalen der Netzsprache (vgl. „The various types of abbreviation found in
Netspeak have been one of its most remarked features“, Crystal 2001: 84). Als Beispiel
führt er Akronyme wie HTML, FAQ, URL an, also solche Ausdrücke, die auf neue, mit
dem Internet verbundene Sachverhalte referieren (= Netzsprache2 ). Im selben Absatz
nennt er aber auch Beispiele wie WDYS (What did you say?), CU (see you), AFAIK (as
far as I know), ROTFL (rolling on the floor laughing) und LOL (laughing out loud).7
Dabei handelt es sich um Kurzschreibungen, die in der Internetkommunikation ge-
bräuchlich sind (= Netzsprache1 ) und für ganze Propositionen stehen, nicht aber um
fachsprachliche Bezeichnungen, die auf das Internet Bezug nehmen. Die Akronyme
sind also funktional verschieden. Daran ändert auch nichts der Umstand, dass beide
Formen in einer Äußerung zusammentreffen können. Ein Beispiel hierfür ist die Kurz-
schreibung RTFAQ (Read the Frequent Asked Questions), ein Rat, der Neulingen in
Newsgroups gelegentlich gegeben wird. In diesem Fall wird in ein Akronym vom Typ
Netzsprache1 (= Sprachgebrauch im Internet) ein Akronym vom Typ Netzsprache2
(= Verwendung fachsprachlicher Bezeichnungen) integriert.
Ein solcher Fall ist sicher selten; dass die Kommunikationspartner im Internet auf
fachsprachliche Bezeichnungen zurückgreifen, kommt aber häufig vor. In der Kommu-
nikationspraxis stehen die beiden Ebenen also in enger Verbindung, in der theoreti-
schen Beschreibung aber sind sie klar zu trennen. Eine solche Trennung wird in der
linguistischen Literatur meist nicht vorgenommen. Dies ist nicht nur bei Crystal der
Fall, dies gilt auch für andere Arbeiten. So schreibt Bär (2000: 16) in seinem Aufsatz
zum E-Hochdeutsch: „Entsprechend gibt es eine eigene ,Computersprache‘ [. . . ], für
die am besten Ausdrücke wie Cyberslang [. . . ] oder auch Cyberdeutsch geeignet er-
scheinen. Diese Sondersprache weist einen spezifischen Wortschatz auf“. Als Beispiele
nennt Bär Wörter wie Scanner, Browser, Software (= Netzsprache2 ). An späterer Stelle
ist zu lesen, kennzeichnend für dieses Cyberdeutsch sei die Verwendung von „spe-
zifischen morphologisch-syntaktischen Strukturen [wie z. B. Inflektivkonstruktionen,
C. D.] und sogar eigenen Höflichkeitsformeln“ (Bär 2000: 17). Damit bezieht er sich auf
den Sprachgebrauch im Internet (= Netzsprache1 ), nicht mehr auf das Sprechen über
den Computer/das Internet.
Halten wir fest: Zwischen der Kommunikation im Internet und der Kommunikation
über das Internet ist zu trennen. Im Folgenden geht es nur noch um Ersteres, um die
Kommunikation im Internet. Um diese geht es ja auch vorrangig in dem Buch von Cry-
stal. Zunächst eine grundsätzliche Bemerkung: Crystal subsumiert sowohl den Sprach-
gebrauch in der E-Mail- und Chatkommunikation als auch den Sprachgebrauch im

7 Crystal listet hier ebenso wie in seinen Ausführungen zur SMS-Kommunikation (vgl. Crystal 2001:
228–231) nicht nur gängige, sondern auch völlig ungebräuchliche Abkürzungen wie z.B. SOHF (sense
of humour failure), TMOT (trust me on this) und HHOJ (Ha, Ha, only joking) auf. Dadurch entsteht
beim Leser der Eindruck, solche Abkürzungen würden tatsächlich häufig verwendet. Dem ist nicht so
(vgl. Schlobinski 2002, Döring 2002). Nicola Döring sagt es deutlich: „Crystal stützt seine Beschreibung
offensichtlich auf anekdotische Beispiele und die SMS-Ratgeber-Literatur, womit er die Verbreitung von
lexikalischen Kurzformen im realen SMS-Austausch – zumindest vor dem Hintergrund der hier präsen-
tierten Daten – bei weitem überschätzt“ (Döring 2002: 108).
1. Pro und contra Netzsprache 5

World Wide Web unter dem Stichwort ,Netzsprache‘. Dies ist nicht zulässig. In den Hy-
pertexten des WWW steht die dialogische Komponente meist völlig im Hintergrund; al-
lein daraus resultiert ein anderer Sprachgebrauch. Außerdem bietet die HTML-Technik
in der Kombination von Bild, Ton und Schrift weitaus mehr Möglichkeiten zur gestalte-
rischen Präsentation als die E-Mail- und Chat-Software. Die Tatsache, dass E-Mails mit
multimedialen Dateianhängen verschickt werden können, spielt dabei keine Rolle. Der
Body der traditionellen E-Mail ist weiterhin schriftbasiert – und nur um diesen geht es
im Vergleich mit den Seiten des WWW.8
Ich beschränke meine Argumentation im Folgenden also auf einen der beiden An-
wendungsbereiche des Internets, auf das Internet als Kommunikationsmedium. Gibt
es hier Ausdrucksmittel, die dazu berechtigen, von einer neuen Varietät zu sprechen?
Crystal listet einige Merkmale auf, die seines Erachtens kennzeichnend für die E-Mail-
und Chatkommunikation seien. Dazu zählt er das Auftreten von Smileys und die Ver-
wendung von Akronymen (s. o.), aber auch spezifische Schreibweisen wie die Buch-
stabeniterationen (z. B. Wie schaaade), die Reihung von Satzzeichen (z. B. Wann kommst
du????) und die konsequente Groß- bzw. Kleinschreibung. Auch auf den Vergleich der
Internetkommunikation mit der Face-to-Face-Kommunikation geht er ein. So schreibt
er: „What makes Netspeak so interesting, as a form of communication, is the way it
relys on characteristics belonging to both sides of the speech/writing divide“ (Crystal
2001: 28). Crystal nennt in diesem Zusammenhang einzelne Merkmale der gesproche-
nen Sprache (Spontaneität, informeller Sprachgebrauch), die sich in E-Mails und im
Chat finden, den Ansatz von Koch/Oesterreicher (1994) und die in diesem Kontext so
nützliche Unterscheidung von konzeptioneller und medialer Mündlichkeit erwähnt er
aber nicht. Sein Fazit ist das folgende: „Although Netspeak tries to be like speech, in
its e-mail, chat-group, and virtual world incarnations, it remains some distance from it“
(Crystal 2001: 41).9
Damit komme ich zurück zu der Ausgangsfrage. Was spricht trotz des Vorkommens
solcher Ausdrucksmittel dagegen, von der Existenz einer eigenen Netzsprache auszu-
gehen? Meines Erachtens sind es zwei Punkte, die hier genannt werden müssen:
1. Viele der für das Internet als typisch genannten sprachlichen Merkmale treten
auch in anderen Verwendungskontexten auf.
2. Selbst wenn es internetspezifische Ausdrucksmittel gibt, so werden diese nicht
generell, sondern nur situations- und sprecherabhängig verwendet.
Was den erstgenannten Punkt betrifft, stütze ich mich auf die Arbeiten von Stephan
Elspaß und Jörg Kilian. Vor allem Elspaß’ Aufsatz mit dem bezeichnenden Titel

8 Einschränkend sei angemerkt, dass E-Mails mittlerweile auch im HTML-Format verschickt werden
können. In einer HTML-E-Mail gibt es weitaus mehr Möglichkeiten der Seitengestaltung als in einer
traditionellen Text-E-Mail. So können in den Body der E-Mail animierte Bilder und Audiodateien ein-
gebettet werden.
9 Diese Äußerung wird hier auch deshalb zitiert, um einen Eindruck davon zu geben, wie weit die
Hypostasierung der Netzsprache bei Crystal geht. Vgl. auch sein Schlusswort zum Buch: „The arrival
of Netspeak is showing homo loquens at its best“ (Crystal 2001: 242).
1. Pro und contra Netzsprache 6

„Alter Wein und neue Schläuche?“ ist in diesem Zusammenhang interessant. Darin
weist Elspaß nach, dass eine Reihe der sprachlichen Phänomene, die gemeinhin als
Charakteristikum der Internetkommunikation gelten, bereits in der Privatkorrespon-
denz des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu finden sind. Als Quelle dienen ihm Brie-
fe deutscher Nordamerika-Auswanderer und deren Angehöriger. In diesen Briefen
gibt es Ausdrucksmittel, die als typisch für die Sprache in den neuen Medien ge-
nannt werden (Assimilations- und Reduktionsformen, Satzabbrüche, umgangssprach-
liche Ausdrucksweisen, Gespächspartikeln, Interjektionen, Dialektismen) – jedoch mit
dem einen, zentralen Unterschied, dass die Menschen damals „vermutlich nicht ,besser’
schreiben konnten“ (Elspaß 2002: 27). Bei den meisten E-Mail-Schreibenden und Chat-
tern sei hingegen davon auszugehen, „dass sie genau dazu in der Lage wären, sich
jedoch bewusst über Sprachnormen hinwegsetzen“ (Elspaß 2002: 27). Ob dieser Bruch
mit den Normen im Einzelfall tatsächlich bewusst geschieht oder lediglich als Reflex
schnellen Schreibens in Kauf genommen wird, sei hier dahingestellt. Elspaß hat auf
jeden Fall Recht, wenn er schreibt, dass der Sprachgebrauch in den neuen Medien so
neu nicht ist. Neu seien weniger die Sprachgebrauchsformen als vielmehr die Sprach-
gebrauchsnormen.10
Auch Jörg Kilian betont, „bei der ,geschriebenen Mündlichkeit’ in der computerver-
mittelten Kommunikation handle es sich keineswegs um etwas völlig Neuartiges“ (Ki-
lian 2001: 61), es gebe lediglich „neue Anwendungsbereiche“ (Kilian 2001: 65). Um dies
zu belegen, führt er Beispiele aus der fiktionalen Literatur an, genauer aus der Sturm-
und Drang-Zeit und dem Naturalismus. So zeigt er, dass in dem Drama „Die Familie
Selicke“ von Arno Holz und Johannes Schlaf zahlreiche Ausdrucksmittel auftreten, die
auch in der Chat- und E-Mail-Kommunikation zu finden sind. Der von ihm gewählte
Textauszug ist zwar sehr anschaulich; überzeugender erscheint mir dennoch der An-
satz von Elspaß, der nicht-fiktionale Texte als Belege heranzieht. In naturalistischen
Dramen finden sich zwar viele Beispiele für die Verschriftung von Mündlichkeit, doch
sollen damit ja Dialoge simuliert werden. Die Schreibweisen dienen also als Stilmittel,
sie sind nicht ,echt‘. Denkbar ist allerdings, dass auch in der Internetkommunikation
sprechsprachliche Ausdrucksweisen bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Sie re-
sultieren dann nicht aus der Spontaneität und Schnelligkeit des Schreibens, sondern
möglicherweise aus dem Bedürfnis heraus, es den andern gleichzutun, sich als grup-
penzugehörig auszuweisen.
Damit komme ich zum zweiten Punkt meiner Argumentation. Ich frage nun, ob es
nicht doch Ausdrucksmittel gibt, die internetspezifisch sind. Selbst wenn es diese geben
sollte, sind sie, so meine These, nicht charakteristisch für das Internet, sondern lediglich
für bestimmte Verwendungskontexte im Internet. An einem Beispiel möchte ich dies
zeigen, an der Verwendung von Inflektivkonstruktionen (vgl. Schlobinski 2001). Dazu
zähle ich Konstruktionen vom Typ hungrigsei oder aufdentischsteh, also Verbindungen

10 Das wird im Übrigen auch in einer Anmerkung von Gundolf Freyermuth (2002: 30) deutlich, der be-
hauptet, er würde E-Mails gelegentlich mit ein paar typischen Tippfehlern versehen, damit sein Inter-
esse an der jeweiligen Angelegenheit nicht allzu deutlich werde.
1. Pro und contra Netzsprache 7

aus dem Verbstamm und einer oder mehrerer VP-Konstituenten.11 Das Verb steht da-
bei meist in Endposition. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass nur auf
diese Weise die Illokution der Äußerung eindeutig ist. Bei Verberststellung könnte die
Konstruktion fälschlich als direktiver Sprechakt interpretiert werden (vgl. seihungrig,
stehaufdentisch).
Inflektive selbst sind natürlich nicht neu, sie sind bereits aus der Comicsprache be-
kannt (würg, ächz etc.). Neu ist, dass sie nicht mehr nur als isolierte lexikalische Einhei-
ten auftreten, sondern syntaktisch erweitert werden und dadurch den Charakter von
reduzierten Sätzen bekommen. Häufig werden solche Konstruktionen zusammenge-
schrieben. Dies veranlasst Schlobinski (2001: 211–215) dazu, von inkorporierten Struk-
turen zu sprechen und zu untersuchen, unter welchen Bedingungen eine solche Inkor-
poration auftritt. Die Zusammenschreibung kann in der Tat ein Indikator für eine In-
korporation sein, es wäre aber falsch, ausgehend vom Schriftbild auf die grammatische
Struktur der Konstruktion zu schließen. Eine Inkorporation liegt nämlich nur dann vor,
wenn das inkorporierte Element keinen referentiellen Bezug mehr aufweisen würde
und in die Nähe eines Verbmodifikators gerückt wäre. Eben dies ist bei vielen Inflektiv-
konstruktionen aber nicht der Fall – und zwar unabhängig davon, ob sie zusammenge-
schrieben werden oder nicht. So handelt es sich in den Beispielen laszivmitderhüftewackel
und am tee nipp bei den vorangestellten VP-Konstituenten mitderhüfte bzw. am tee um de-
finite, referentielle NPs, sie sind also nicht, wie dies etwa bei staubsaugen der Fall wäre,
in das Verb inkorporiert.
Inflektivkonstruktionen dieser Art erinnern an die aus Grammatiken bekannten Zi-
tierformen (vgl. ein Buch lesen, jemandem einen Brief schreiben). Gemeinsam haben bei-
de, Inflektivkonstruktion und Zitierform, dass das Subjekt nicht in die Konstruktion
eingebettet ist und das Verb am Ende steht. Während in der Zitierform aber eine voll-
ständig explizierte VP auftritt, ist die Inflektivkonstruktion reduziert. Das Verb steht
meist ohne Flexionsmorphem (vgl. aber dasrevierverlässt, abend zusammen nur kurz rein
schauen), und auch Artikelwörter können wegfallen (vgl. kurzvorwochenendehallo rüber-
werf statt kurz vor dem wochenende ein hallo rüberwerf, gebannt auf bildschirmschau statt
gebannt auf den bildschirmschau, Bsp. von Runkehl/Schlobinski/Siever 1998: 110). Dass
das Subjekt in diesen Strukturen fehlt, überrascht nicht. Da solche Äußerungen immer
auf den Schreiber Bezug nehmen, ist die Realisierung des Subjekts an dieser Stelle re-
dundant. Es wäre ohnehin immer dasselbe Wörtchen: ich.
Inflektivkonstruktionen kommen, dies hat bereits die Untersuchung von Runkehl/
Schlobinski/Siever (1998) gezeigt, primär in der Chatkommunikation vor, gelegentlich
sind sie aber schon in der SMS zu lesen und auch in der gesprochenen Sprache zu hören.
Häufig haben sie eine Kommentarfunktion. Ein Auszug aus einer Chatsequenz, der die
Verwendung einer solchen Konstruktion anschaulich macht, ist in (2) gegeben (Beispiel
übernommen von Schlobinski 2001: 209):
(2) <marcel> aah..ich habe es wieder geschafft..wieder jemand der denkt ich sei
lieb :) *guterschauspielersei*.

11 Ein Beispiel, in dem das Verb bzw. der Verbkomplex um zwei VP-Konstituenten erweitert wurde, ist
laszivmitderhüftewackel, ein anderes mal eben rtl schauen muß.
1. Pro und contra Netzsprache 8

Inflektivkonstruktionen sind insofern interessant, als es sich hierbei tatsächlich um ein


spezifisches Ausdrucksmittel handelt, das in älteren Textsorten nicht belegt ist. Und
trotzdem kann ein solches Phänomen nicht als Argument für die Existenz einer Netz-
sprache herangezogen werden. Denn es findet sich – wie nicht anders zu erwarten –
nicht in allen Texten des Internets, ja, nicht einmal in allen Chats. Manche Schreiber ma-
chen extensiv davon Gebrauch, andere gar nicht. Ohnehin kann es bei der Vielzahl von
Texten, die heute im Internet geschrieben werden, gar keine verallgemeinernden Aus-
sagen zum Auftreten bestimmter sprachlicher Mittel mehr geben. Dies mag in den An-
fängen der Internetkommunikation noch möglich gewesen sein, als bestimmte Mittei-
lungen noch nicht über E-Mail verschickt werden konnten (z. B. Bewerbungsschreiben,
Traueranzeigen, Gratulationsschreiben) und es den Chat vorzugsweise im Freizeitbe-
reich gab. Heute aber ist – um ein Diktum von Ulrich Schmitz (2002) aufzugreifen – fast
alles möglich, fast alle Textsorten kommen vor. Schmitz stellt fest: „Tatsächlich scheint
mir der Zustand längst erreicht, in dem Sprache in E-Mails nicht mehr in irgendeiner
verallgemeinerbaren Weise von Sprache in anderen rein (maschinen-)schriftlichen Zu-
sammenhängen unterschieden werden kann“ (Schmitz 2002: 37).
An dieser Stelle soll nun aber nicht der Eindruck entstehen, dass erst in jüngster
Zeit das Neue an den neuen Medien in Frage gestellt würde. Schon Runkehl/Schlo-
binski/Siever (1998: 209) haben sich in ihrem Buch ,Sprache und Kommunikation im
Internet’ gegen den Versuch ausgesprochen, „die sprachliche Variation und kommu-
nikative Vielfältigkeit zu homogenisieren und neue Schriftlichkeit zu postulieren, weil
sprechsprachliche Aspekte medial umgesetzt werden.“ Deutlich sagt es auch Schlobin-
ski (2000: 77): „Es zeigt sich, dass sprachliche Elemente und Versatzstücke aus diversen
Diskurswelten zu einem spezifischen Stilmix zusammengebastelt werden, so dass we-
der von der Internetsprache noch von einer ,sondersprachlichen Varietät‘ ausgegangen
werden kann.“ Stilmix sei ein Phänomen der Alltagskommunikation, und ein solcher
Stilmix liege nun eben auch im Internet vor.
Halten wir also fest: Es gibt keine Netzsprache. Das, was in dem Buch Jugendspra-
che. Fiktion und Wirklichkeit zu lesen ist, gilt auch für Untersuchungen zur Sprache im
Internet. Im folgenden Zitat wurde lediglich das Wort Jugendsprache durch Netzspra-
che ersetzt: „Es nährt sich der Mythos von der Netzsprache nicht nur deshalb, weil
irreführende Buchtitel eine durchschlagende Wirkung haben, sondern auch deshalb,
weil trotz detaillierter Einsichten in das Phänomen ,Netzsprache’ sprachwissenschaft-
liche Untersuchungen zu dem Thema immer wieder die Fiktion bestätigt haben, an-
statt das Phänomen mit der sprachlichen Realität zu konfrontieren“ (Zitat abgeändert
nach Schlobinski/Kohl/Ludewigt 1993: 12). Crystals Buch gehört zu den sprachwissen-
schaftlichen Untersuchungen, die die Fiktion bestätigen, anstatt das Phänomen mit der
sprachlichen Realität zu konfrontieren.
2. Synchrone, quasi-synchrone und asynchrone Kommunikation 9

2. Synchrone, quasi-synchrone und asynchrone


Kommunikation
Was ist nun das eigentlich Neue an der Internetkommunikation? Ich betrachte im Fol-
genden nur die schriftbasierte Internetkommunikation, klammere also Video- und Te-
lefonkonferenzen aus. Zwei Punkte möchte ich hier nennen:
1) Noch nie war es dem Schreiber möglich, schriftliche Mitteilungen in Sekunden-
schnelle, ja quasi in Echtzeit zu übermitteln. Zwar mag man einwenden, dass
auch das Fax eine solch schnelle Datenübermittlung gewährleistet, doch sind
hier die Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen andere. In der
computervermittelten Kommunikation werden die Nachrichten am Computer ge-
schrieben, verschickt und gelesen, in der Faxkommunikation dient das Faxgerät
nur zur Distribution der Daten; geschrieben und gelesen werden die Mitteilun-
gen auf Papier.12 Dies gilt im Übrigen auch für das Telegramm, das zudem nicht
selbst verschickt werden konnte, sondern in Auftrag gegeben werden musste.13
Ein Novum der computervermittelten Kommunikation ist also, dass ein und das-
selbe Medium sowohl der Produktion, der Distribution als auch der Rezeption
des Textes dient. Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass dieser Umstand einen
großen Einfluss auf die Präsentation der Texte hat. Ob und wie sich das Medi-
um auf den Schreib- und Leseprozess auswirkt, ist allerdings noch weitgehend
ungeklärt (vgl. Jakobs/Merker 2003: 832).
2) Erstmals in der Geschichte der schriftbasierten Kommunikationsmedien ist es
möglich, Produktion und Rezeption der Äußerung unmittelbar aneinander zu
koppeln. Dies gilt nicht für die E-Mail, aber für den Chat. Wer eingeloggt ist,
kann unmittelbar auf die Nachricht antworten; er kann den anderen zwar nicht
unterbrechen, kann aber direkt (re-)agieren und muss nicht erst eine Verbindung
herstellen.14 Insofern klassifiziere ich den Chat als Diskurs, schließe mich also
der Argumentation von Angelika Storrer (2001) an, die Chats als getippte Gesprä-
che und nicht etwa als dialogische Texte auffasst. Es gilt: Liegt der Äußerung
eine wechselseitige Kommunikation zugrunde, handelt es sich um einen Diskurs,
wenn nicht, um einen Text – und zwar unabhängig davon, ob gesprochen oder
geschrieben wird. Dieser Befund ist wichtig für die Einordnung der E-Mail- und
Chatkommunikation. Das gemeinsame Bindeglied von E-Mail und Chat ist zwar
die Tatsache, dass sowohl die Produktion, die Distribution als auch die Rezeption
über dasselbe Medium erfolgt, über den Computer. Diese Gemeinsamkeit darf

12 Dass Faxschreiben auch über den Computer verschickt werden können, soll in dieser typisierenden
Gegenüberstellung unberücksichtigt bleiben.
13 Die Verwendung des Präteritums ist – zumindest was die Schweiz betrifft – berechtigt: Der Service
wurde im Jahr 2000 eingestellt, Telegramme können nicht mehr verschickt werden.
14 Wenn es Verzögerungen gibt, dann resultieren diese aus technischen Schwierigkeiten oder eben aus
der Tatsache, dass die Beiträge nach der Reihenfolge ihres Eingangs angezeigt werden. Dies ändert
aber nichts daran, dass sich die Chatter in einem gemeinsamen Kommunikationsraum befinden (vgl.
Dürscheid 2003).
2. Synchrone, quasi-synchrone und asynchrone Kommunikation 10

aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um unterschiedliche kommuni-


kative Praktiken, um Texte bzw. Diskurse, handelt. Pointiert gesagt: Die E-Mail-
Korrespondenz ist Gegenstand der Textlinguistik, die Kommunikation im Chat
Gegenstand der Gesprächs- bzw. Diskursanalyse.15
An dieser Stelle ist allerdings ein Punkt zu bedenken: Die Kommunikation im her-
kömmlichen Chat ist zwar wechselseitig, sie ist aber im strengen Sinne nicht synchron.
Die Beiträge werden nicht während ihres Entstehens, sondern erst nach ihrem Entste-
hen angezeigt. Dies ist im mündlichen Gespräch anders. Hier hört der Kommunikati-
onspartner Wort für Wort, er kann intervenieren, simultan sprechen und ggfs. reagieren,
bevor der andere seine Äußerung zu Ende gebracht hat. Doch auch diese Variante der
Kommunikation gibt es mittlerweile im Internet. Im sog. Online-Chat, der in speziel-
len Programmen (z. B. ICQ) angeboten wird, kann der Adressat sehen, wie der andere
schreibt, wie er seine Mitteilungen eintippt. Jeder Korrekturvorgang, jedes Umformulie-
ren, jedes Löschen ist sichtbar. Der Schreibvorgang ist also nicht mehr länger privat, er
wird beobachtet. Nun mag man einwenden, dass dies bei Kopräsenz von Schreiber und
Leser (etwa bei einem Tafelanschrieb) ja schon immer so war. Doch gibt es wesentliche
Unterschiede: a) In einer Face-to-Face-Situation kann der Leser auch mündlich interve-
nieren, im Chat nicht. b) Befinden sich Schreiber und Leser in einem Raum, dient das
Schreiben in der Regel zur Visualisierung von Sachverhalten, nicht zum dialogischen
Austausch. c) Bei Kopräsenz nimmt der Leser das ganze Umfeld des Schreibens wahr;
in der Chatkommunikation dagegen sieht er nur den Schreibvorgang, nicht aber den
Schreiber und seine Umgebung.
Ein Ausschnitt aus einem Synchron-Chat ist im folgenden Screenshot (vgl. Abbil-
dung 1 auf der folgenden Seite) gegeben. Im oberen Fenster stehen die eigenen Äuße-
rungen, im unteren die des Kommunikationspartners. Die Darstellung ist unübersicht-
lich, da bei der nachträglichen Lektüre nicht deutlich wird, wie die Beiträge gegliedert
sind. Falsch wäre anzunehmen, dass jeder Abschnitt für einen Gesprächsschritt stehen
würde. Vielmehr kann es sein, dass innerhalb eines Abschnitts mehrere Sprecherwech-
sel stattfinden. Das ist z. B. der Fall im oberen Fenster, wo der vierte Abschnitt mit dem
Wort „Stimmt“ endet. Diese Äußerung wurde nicht im unmittelbaren Anschluss an den
vorangehenden Satz geschrieben, sondern als Antwort auf eine Feststellung, die zuvor
gemacht wurde („man kann zwar löschen, aber nicht mehr einfügen“, siehe im unte-
ren Fenster, unterhalb der Mitte). Die im Folgenden konservierte Darstellung ist also
nur bedingt dazu geeignet, die Zuordnung der Gesprächsschritte und das Überlappen
einzelner Beiträge wiederzugeben. Ein solch statisches Bild kann die Dynamik dieses
Schriftgesprächs im Prinzip gar nicht darstellen. Dies wäre allenfalls mittels einer Parti-
turschreibung möglich, wie sie aus der Transkription von Gesprächen bekannt ist, oder
aber – besser noch – mittels einer Videoaufnahme.

15 Den Terminus ,Diskursanalyse‘ fasse ich analog zu ,Gesprächsanalyse‘. Ich lege also den angloameri-
kanischen Diskursbegriff zugrunde und nicht den soziologisch-philosophischen, wie er beispielsweise
von Heinemann/Heinemann (2002) verwendet wird. Die Autoren verstehen darunter eine „Menge
von Texten/Äußerungen, die pragmatisch und/oder semantisch aufeinander bezogen sind“ (vgl. Hei-
nemann/Heinemann 2002: 113, siehe auch Adamzik 2001: 254).
2. Synchrone, quasi-synchrone und asynchrone Kommunikation 11

Abbildung 1: Beispiel für einen Synchron-Chat

Was Johannes Schwitalla (1997: 30) in seinem Buch Gesprochenes Deutsch als Charakte-
ristikum für das Sprechen ansieht, nämlich „daß beim Sprechen Korrekturen nicht ver-
borgen bleiben, daß falsche, später zurückgenommene oder einfach blind auslaufende
Gedankengänge hörbar bleiben“, gilt nunmehr also auch für die schriftliche Kommu-
nikation: Der Leser kann im Synchron-Chat die „allmähliche Bedeutungsherstellung“
(Schwitalla 1997: 31) mitverfolgen, er kann die „Spuren der Gedankenbildung“ (Schwi-
talla 1997: 30) sehen. Wenn er es schafft, zu tippen, ohne auf die Tastatur zu sehen, kann
er beim Lesen schon mit dem Schreiben beginnen, dem anderen also gewissermaßen ins
Wort fallen. Anders als in der mündlichen Kommunikation, wo man in der Regel das
Ende eines Gesprächsschritts abwartet, bevor man das Rederecht in Anspruch nimmt,
kommt ein solches Parallelschreiben sogar sehr häufig vor. Interessanterweise wird es
auch als weniger unhöflich empfunden. Dies mag daran liegen, dass das geschriebene
Wort unaufdringlicher ist. Man kann den anderen nicht ,übertönen‘; der Kommunikati-
onspartner kann ungehindert weiterschreiben. Meise-Kuhn (1998: 224) vermutet, dass
2. Synchrone, quasi-synchrone und asynchrone Kommunikation 12

das Parallelschreiben gar als „ökonomischer Vorteil angesehen und geschätzt werden“
könnte.
Ein weiterer Grund für das häufige Überlappen der Beiträge mag sein, dass nicht im-
mer offensichtlich ist, ob der andere seine Äußerung bereits beendet hat. Im Gespräch
gibt es dafür Anhaltspunkte, ein Heben der Stimme, ein Wechsel im Blickkontakt, eine
Änderung der Körperhaltung, eine Pause.16 Ein anderer Grund ist der, dass das Schrei-
ben viel mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Sprechen. Das, was sich in einer Minute
sagen lässt, braucht beim Schreiben mehr als drei Minuten (vgl. Schwitalla 1997: 23).
Hinzu kommt, dass der Leser – anders als der Hörer – keine weiteren Sinnesreize hat.
Er sieht das Aneinanderreihen von Buchstaben, nichts anderes. Weder kann er auf die
Mimik noch auf den Tonfall seines ,Gegenübers‘ achten, noch kann er sich Gedanken
über dessen Frisur, Kleidung oder Körperhaltung machen. Es kostet den Leser also viel
mehr Geduld, abzuwarten, bis der Schreiber seinen Beitrag beendet hat. Auch deshalb
fällt es schwerer, den anderen nicht zu ,unterbrechen‘. Eine Studentin im Synchron-
Chat sagt es treffend:

<annabus> ja das finde ich schwierig mit dem abwarten.– ich weiss auch nicht so
recht, ob der andere das wohl jeweils erwartet oder nicht?! ich meine, zuvorkom-
men sollte man dem anderen ja schon nicht immer, aber wenn man genau weiss,
was er/sie sagen will, ist es ja zeitverschwendung,wenn man wartet....

An dieser Stelle sei angemerkt, dass es unter dem Betriebssystem Unix schon seit den
80er-Jahren die Möglichkeit gab, synchron zu kommunizieren. Diese Möglichkeit wur-
de in der Regel aber nur von Computerexperten genutzt. In der linguistischen Litera-
tur hat diese Kommunikationsform denn auch kaum Beachtung gefunden. Die einzi-
ge Ausnahme stellt meines Wissens die eben erwähnte Arbeit von Katrin Meise-Kuhn
(1998) dar. Sie analysiert Ausschnitte aus einem „Talk“ im Hinblick auf die Organisati-
on des Sprecherwechsels und den Sprachgebrauch. Dabei kommt sie zu der interessan-
ten Schlussfolgerung, dass der entscheidende Faktor für einen bestimmten Sprachge-
brauch die Interaktivität der Kommunikationsform und nicht in erster Linie das Medi-
um sei (1998: 233 f.). Diesen Punkt werde ich im nächsten Abschnitt wieder aufgreifen.
Abschließend bleibt festzuhalten: Innerhalb der Kommunikationsform Chat ist zu
unterscheiden zwischen Schriftgesprächen, die wechselseitig und synchron sind, und
solchen, die wechselseitig, aber nicht synchron sind. Beide Formen, Synchron-Chat und
Quasisynchron-Chat, sind Diskurse. Für den Quasisynchron-Chat wurde dies bereits
gezeigt. Dass der Synchron-Chat ebenfalls als Diskurs einzustufen ist, liegt auf der
Hand. Die Äußerungen sind hier nicht nur Teil einer wechselseitigen Kommunikati-
on, mehr noch: Wie in einem mündlichen Gespräch kann der Leser das Entstehen der
Äußerung mitverfolgen. Er ist, in Analogie zum Zuhörer, ein ,Zuleser‘.

16 Selbst eine Pause ist in der Chatkommunikation kein zuverlässiger Indikator für das Ende eines Ge-
sprächsschritts. Es könnte ja sein, dass der andere nur kurz inne hält, um nachzulesen, was auf dem
Bildschirm steht, oder dass er von dritter Seite im Schreiben unterbrochen wird. Hier zeigt sich ein
grundsätzlicher Unterschied zur mündlichen Kommunikation: Anders als der Hörer hat der Leser kei-
nerlei Anhaltspunkte, in welcher Situation sich der Schreiber gerade befindet.
3. Textsorten und Diskursarten im Modell von Koch/Oesterreicher 13

3. Textsorten und Diskursarten im Modell von Koch/


Oesterreicher
Abschließend werde ich dafür argumentieren, dass das Mündlichkeits-/Schriftlich-
keitsmodell von Koch/Oesterreicher (1994) um eine Ebene ergänzt werden muss, die
den eben geschilderten neuen Kommunikationsbedingungen Rechnung trägt (vgl. Ta-
belle 1). Ich schlage vor, auf medial schriftlicher Ebene zwischen asynchroner, quasi-
synchroner und synchroner Kommunikation zu unterscheiden. Medial schriftlich und
synchron ist z. B. der Online-Chat, medial schriftlich und asynchron die Kommunikati-
on über E-Mail. Eine analoge Unterscheidung nehme ich auf medial mündlicher Ebene
vor, hier allerdings nur zwischen synchroner und asynchroner Kommunikation. Medi-
al mündlich und asynchron ist beispielsweise das Sprechen auf den Anrufbeantwor-
ter oder eine Bahnhofsdurchsage, medial mündlich und synchron das Telefongespräch
(vgl. Dürscheid 2003).

Tabelle 1: Erweiterung des Modells von Koch/Oesterreicher (1994)

konzeptionell konzeptionell
mündlich schriftlich
←−−−−→
medial synchron Diskurs
mündlich asynchron Text
)
synchron
medial Diskurs
quasisynchron
schriftlich
asynchron Text

Innerhalb dieses medialen Rahmens (,medial‘ im doppelten Sinne des Wortes) lassen
sich die verschiedenen Diskurs- und Textarten einordnen. Ein Geschäftsbrief z. B. ge-
hört zu den Textsorten, die im medial schriftlichen, asynchronen Bereich verortet wer-
den, ein Beratungsgespräch zu den Diskursarten im medial mündlichen, synchronen
Bereich. Findet das Beratungsgespräch im ,herkömmlichen‘ Chat statt, dann fällt diese
Diskursart in den medial schriftlichen, quasisynchronen Bereich.
Wie wir sehen, steht bei dieser Erweiterung des Modells von Koch/Oesterreicher
(1994) die Frage im Mittelpunkt, ob eine Kommunikation synchron oder asynchron ver-
läuft. Denn die (A-)Synchronie der Kommunikation hat einen Einfluss darauf, welche
Ausdrucksmittel verwendet werden, und davon wiederum hängt es ab, an welcher Stel-
le im Kontinuum von konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit eine Diskurs-
bzw. Textart eingeordnet werden kann (vgl. Dürscheid 2003). Mit anderen Worten: Je
,synchroner‘ die Kommunikation, desto eher weist die Äußerung Merkmale auf, die
Koch/Oesterreicher (1994) der konzeptionellen Mündlichkeit zuschreiben (Gebrauch
4. Schlussbemerkung 14

von Gesprächspartikeln, Satzabbrüche etc.). Damit komme ich zurück zu der Feststel-
lung von Katrin Meise-Kuhn, dass der entscheidende Faktor für einen bestimmten
Sprachgebrauch die Interaktivität der Kommunikationsform und nicht in erster Linie
das Medium sei (s. o.). Das entspricht auch meiner Auffassung. Der Computer schafft
zwar die Möglichkeit einer synchronen bzw. quasi-synchronen Schriftkommunikation.
Welche sprachlichen Mittel verwendet werden, hängt aber nicht vom Computer, son-
dern von der Interaktivität der Kommunikation ab. Schreibt ein Kommunikationspart-
ner in dem Bewusstsein, dass der andere im nächsten Moment darauf reagieren wird;
ja, dass er schon darauf reagieren kann, während er selbst schreibt, dann formuliert er
seine Beiträge spontaner, informeller als in der asynchronen Kommunikation.

4. Schlussbemerkung
In den vorangehenden Abschnitten wurde gezeigt, dass es nicht möglich ist, pauschale
Aussagen über den Sprachgebrauch im Chat oder in der E-Mail oder gar im Internet
zu machen. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Den Sprachgebrauch im Internet
gibt es nicht, die Netzsprache gibt es nicht. Mein Schlusswort ist deshalb ein Plädoy-
er dafür, das Augenmerk von der Makroebene auf die Mikroebene zu richten. Statt
weiter allgemeine Beobachtungen zur Sprache im Internet anzustellen, sollte künftig
der Schwerpunkt auf die Analyse einzelner Text- und Diskursarten im Internet gelegt
werden. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob hierfür neue Beschreibungsverfahren
erforderlich sind oder ob es möglich ist, an bisher verwendete Methoden in der Textlin-
guistik und Gesprächsanalyse anzuknüpfen. Diese Frage kann hier nicht beantwortet
werden, sie soll Gegenstand einer weiteren Untersuchung sein.

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