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)ie Anthologia Graeca, ein Kind der Spätantike, "das Goldent

uch", die größte und einzigartige Sammlung althellenischer Lyri1


Jnd eines ununterbrochenen epigrammatischen Gedankengutes au:
2 Jahrhunderten, erschien jetzt, nach neuen Handschriften und Pa-
)yri und neu esten Forschungsergebnissen revidiert, in 2. Auflage
Jriechisch-deutsch ed. H. Beckby Band I I enthält die Bücher 7-~

TVSCVLVM
Heil, Euripides, dir in Pieriens dunkelbelaubtem
Waldtal, wo du der Nacht ewige Kammer bewohnst.
Unter der Erde noch wisse: Nie schwindet dein ruhmvoller Naml
so wie niemals Homers ewige Schönheit vergeht.
10

TVSCVLVM
TUODIDm.Büoberel
Z.. eilpraobile antike Tuobenaulaben
ANTHOLOGIA GRAECA

Buoh VII-VIII

2. verbesserte Aufla.ge

Griechisch·Deutsch ed. Herma.nn Beckby

ERNST HEIMERAN VERLAG IN MüNCHEN


Auf dem Tlhl: Kopf d81 Herme •• SlIber·Tetredraohme
... on Alno. In Thraklen, um 400 .... ehr.
Aufnahme ... on Oraf Lanokoron.ki

I. Aurla.e 11117 • tlll • OedruoU auf Dünndruok Penia Qual""


... ou Sohoeller " H08loh. Oern.baoh • OuamtheuhlluD,:
Dr. r. P. DaUerer" Cle. - Inhaber Selller - rrollin.
üBERSICHT üBER DEN BAND

Seite
Buch VII 7
Buch VIII 441
Erläuterungen zu Buch VII . 570
Erläuterungen zu Buch VIII . 610
Addenda . . . . . . . . . . . 619
BUCH VII
Vorwort ZU Buoh VII

Das VII. Buch steht im Pa.la.tinus von S.207 Zeile 14 bis S.326
Zeile 10. Es bietet 755 Epigra.mme1 ; doch ha.t der Schreiber weitere
15 Gedichte versehentlich da.rin wiederholta.
Von den 755 Epigra.mmen bringt Pla.nudes 557 in seinem 3. Buch,
weitere 17 in seinen Büchern I, 2 und 4, im ga.nzen also 574 Gedichte ;
181 übergeht er.
Die kleineren Sa.mmlungen bieten nicht a.llzu viel. !'W ha.t 13 ,E 6c,1: 18'.
Inschriftlich sind 4', in den Pa.pyri 2 7 wenigstens trümmerha.ft er-
ha.lten.
Sehr za.hlreich und vor a.llem weit verzweigt sind die durch die
übrige Litera.tur uns überlieferten Epigra.mme des VII. Buches. Hero-
dot, Pla.ton, Lykurg, Polybios, Strabon, Diodor, Pa.usa.nia.s und viele
a.ndere zitieren einzelne Gedichte, am meisten Plutaroh (14) und Athe-
naios (9). Sie alle aber übertrifft Suidas. Da.rin werden im ganzen
etwa 135 Epigramme, einzelne wiederholt, Nr. 218 sogar zwölfmal
angeführt. Der weitaus größte Teil der zitierten gehört dem ersten
Drittel des Buohes bis Nr. 259 an; auf den Rest kommen nur 9
Gedichte 8 , eine Tatsa.che, die Rückschlüsse auf die Vorlage erla.ubt.
Geschrieben sind die Epigramme im Palatinus von Sohreiber A, mit
Ausnahme von 2b und 2Mb, die der Korrektor am Rand nachgetra-
gen ha.t. Schreiber A war es auch, der zu den Nr. 1-155 8 den Verfasser-
namen hinzugesetzt hat; im Rest steuerte den größten Teil der Kor-
rektor bei.
Die Lemmata (1-155 von Schreiber A, sonst meist vom Lemma-
tisten) sind durchweg wertlos und geben nur Material, das aus dem
Gedicht selbst, oft sogar fehlerhaft, erschlossen ist. Doch enthalten

I Einschließlich 2b, 23b, 2Mb, 344b, 472b, 607b, 650b. • Nach Nr. 37 .teht
VII 20, nach 190: VII 364, nach 223: IX 61, 397, nach 314: VII 677, nach 343:
VII 450, 477, 486, nach 344: VII 187, nach 438: VII 231, Daoh 481: VII 170, Dach
516: VII 35, Daoh 650: VII 270, Dach 721: VII 229, nach 728: VII 462. • 307.
• 155, 268f., 309ff. • 6-9, 13, «, 70, 136, 139, 145f., 148, 153, 489, 535, 567,
713, 747. • 6, 245, 2M, 553; vgJ. zu 3, 35, 593. '163f. • 325, 433, 531,
688, 620, 704, 713, 727, 736. • Außer 9 (I). 43, 45, M, 60,73.
Vorwort zu Buch VII 9

einige auch wertvolle Notizen, die über das dureh das Epigramm Ver-
mittelte hinausgehenl _
Hier und da bringen die verschiedenen Schreiber auch bedeutsame
Scholien und Bemerkungen. Aus dem Scholion zu 97 erfahren wir, daß
die Epigramme des Diogenes Laertios aus dessen Werk .. Pammetros"
bzw. aus seinem ..Leben der Philosophen" stammen z. Die Soholien zu
428 3,432' und 450 1 belehren uns, daß dem Korrektor bei seiner Ver-
gleichsarbeit das Exemplar des Michael Chartophylax vorlage. Dieje-
nigen zu 327 7,3348 und 429 8 sprechen von der Person und der Tätigkeit
des Gregorios Magister. Das letztere berichtet auch, daß Kephalas
dicscs Rätselgedicht in der Grammatikerschule der .. Neuen Kirche"
unter Leitung des Gregorios behandelt habe. Das ist zeitlich deswegen
aufschlußreich, weil wir wissen, daß diese Kirche i. J. 876 unter Kaiser
Basilios dem Makedonen begonnen und 881 eingeweiht wurde.
Als Ganzes betrachtet, zerfä.llt das VII. Buch klar erkennbar in
2 Teile, deren Schnittpunkt !lach Nr. 363 liegt. Der 1. Teil ist ersicht-
lich nach Themen angeordnet. Zwar hebt sich hier auch eine Reihe aus
Diogenes Laerti08 aufPhilosophenlo, eine weitere von durch Gregorios
Magister gesammelten Inschriftenl l sowie eine kurze Reihe aus dem
Meleagr08kranzl l ab, in der Hauptsache jedoch ist der Ordner (und
das dürfte schon Kepho.las gewesen sein) bestrebt, eine thematische
Anlage zu erreichen. So unterscheiden wir 10 Unterteile: auf Dichterl3 ,
auf verschiedene Schriftstellerl', a.uf Philosophenli, a.uf Heroen l8 , auf

1 So in 227. 327,330-334. 338f. UBW. • 0: TaÜTa,.a nnyp6!11J(XTa lK Tils ßCXII-


Ilhpov 1~~Eyllaav Aaep-rlov toloylvoVS. Dann fügt er hinzu: lK 'ri'\s (31(3~ov Tfls
hTlypa"'l1iv1ls Bl",v tpl~oa6tp"'v, • 0: (ColS ~6& cWn;(3~1\ell lTpOS T6 a.m(36~lv
[= aVTI(36~lov = äVTlypatp1\vl TaO KVpOÜ Mlxa1\~, Kai SI",pec:.ell Tlva, lT~1\v 6TI
KäKElvo atp~l1aTa e1XEV. • 0 (lc.>s) Mi MIXa1\~ TOÜ xaPTOtpu~aKOS und (ColS ~6&
Ta TOO KVPOO Mlxa1\~ TOO l1aKaplov lTEp.Elxov rn.ypal1llaTa,lrnva IS.oXdPColS aöT6s
lyf>CIIIIEV IK Tiis ßIß~ov TOO KEtp~ä. • 0: vOI1It;;"" 6T1 S.aa~ KElTCX1 T6 rnlYPCXIIlla'
lT~1\v Iv Tij T~E' TWV IlT'ypolllläT",v TaO KVPOO M.xa1\A OVTColS KEITCX1 ~l1l11vov
l1ETa TOO laI1ß.KoO. • Vgl. Vorwort zu VI. 'I: \lETEYpätpll lTapä rPllyoplov
TOO llaKaplTov S.SaaK~ov I~ aOToü TOO [am Rande I: I~ aOTils 'ri'\sl AapVaK04;.
• I: lyp&q>1l SI Kai TOOTo 6110lColS [nämlioh wie 327] lTapa TOÜ llaKaphov rpllyoplov
ToV Kall\flIKOO· 69EV aOT6 Kai 6 KEtpa~äs W Tols Imypällllaenv lTa~EV. • c: ToOTo
T6 hriypal1l1a 6 KEtpa~äs lTPOEß~ETO Iv Tij axo~~ Tfis vlas lKK~llalas "'TI TaO l1aKa·
plov rpllyoplov TOÜ lIaylaTopOS. .. 83-133. 11 327-338. 11 194-203. 11 1-65.
11 66-78, unterbrochon dllrch 72ff. 11 79-135. 11 136-162; dann schließt sioh
eine ~inheitlOlle Unterbrechung 153-162.
10 Vorwort zu Buoh VII

zarte Personent , auf Tiere', auf Frauen', auf mutige Menschen. und
auf Sohiffbrüohige!; den Schluß bildet ein vermischter Nachtrag der
bisher zusammengestellten Themen'. Die älteren Sammlungen (Me·
leagroe., Philipposkranz, Kykloe des Agathias) sind also auf diese
Weise durcheinandergeraten.
Im 2. Teil scheint der Ordner jedoch diese Einteilung als zu mühsam
aufgegeben zu haben. Zwar finden sich auch hier kurze thematische
Zusammenstellungen7, ein Zeichen, daß dem Redaktor die gewünsch.
te Anordnung im Geiste immer noch vorschwebt und daß er bemüht
bleibt, die alte Einteilung wenigstens in kleinerem Maßstab und mit
einer gewissen Zwanglosigkeit, die auch von der Wiederholung des
gleichen Themas in den weiteren Teilen nicht zurückschrickt, aufrecht
zu erhalten. Aber im großen gesehen tritt jetzt die thematische Zu·
sammenstellung zurück, und die Reste der früheren Sammlungen
heben sich dafür klarer heraus: Dem Meleagroakranz entstammen
406-506 (- 5257), 707-740, dem Philippoakranz 364-405, 622-645,
699-703, dem KyklOl' des Agathias 551-614. Dazwischen eingestreut
sind Reihen, die der Ordner den Ausgaben einzelner Dichter entnom-
men hat: der des Leonidas von Alexandria (547-550), des Theokrit
(658-664) sowie der des Pa1ladaa (681-688).
Inhaltlioh handelt es sich um Grabgediohte, doch treten einerseits
ähnliohe Epitaphia auoh in andern Büohern auP, anderseits bringt das
VII. Buoh auoh Gedichte, die über den ihm gesteckten Rahmen hin-
ausgehen. Nioht hierher gehören Epigramme auf Kunstgegenstände',
auf literarischo WerkelO und auf Ortlichkeitenll , desgleichen ErotikalI,
SpottgedichtelI, Mahnungent. und anderes mehrt••
Sohwierig und oftmals unentscheidbar ist die Frage, ob ein Epi-
gramm wirklich auf einem Grabstein gestanden hat, d. h. ob es tat·
aichlich Aufschrift oder nur Buchepigramm ist. Klar und eindeutig
als Aufschrift erweist es sich im Grunde nur dann, wenn es zugleich
auch epigraphiach erhalten ist. Das trifft für 245, 254 und 553 zu. Aus-
nahmen sind allerdings auch hier möglich; so konnte man Antipatera

1 163-188. • 189-216. • 217-224. • 2211-259. • 263-2911. • 296-363.


, 415-419, ÜI-429, f30-U3, f62-469. f86-493, 4N-506 uaw. • V 108, \'1 :US,
IX 67 U... 0 11, 111,88, 1211,1135,864,709; 623, 698, 703; 113, 430. 10 11,42,60,
407,409. 11 379,626,7011,723. 11 100, 19111.. 217. 11 12Of.. 6411. .. 89, 1711,
472, 6110, 668, 736. u 81, 93, 193, 3711, 742.
Vorwort zu Buch VII 11

Epigramm auf Homer ta.tsächlich auf einem Denkmal in Rom und


da.s auf Sappho in Pergamon sehen I ; ähnlich steht es mit Nr. 3. Als
echte Steinepigramme darf man auch diejenigen werten, von denen wir
wissen, daß die Sammler sie von Grabmälern abgeschrieben haben',
meist auch solche, bei denen da.s Lemma den Herkunftsort3 oder den
im Gedicht weggela.ssenen Namen des Toten4 hinzufügt. - Umgekehrt
sind als rein literarisch alle Epigramme auf mythische oder vor·
geschichtliche Personen sowie auf Menschen vergangener Jahrhunderte
anzusehen. Da.s trifft für die ganze Reibe 1-152 zu. Als Steinepigramme
scheiden ferner diejenigen mit offenbar satirischem Charakter5 aus,
des weiteren solche, in denen der Tote einen "sprechenden Namen"
trägt'. Auch die isopsephen Epigramme des Leonida.s von Alexa.ndria.
darf man als Aufschriften wohl ablehnen 7• - Bei anderen dagegen ist
die Entscheidung schwierig oder ganz unmöglich. So sind manche Epi.
gramme auch von sonstigen Schriftstellern überliefert, wobei diese
des öfteren versichern, sie selbst als Inschriften gelesen zu haben. Da.s
dürfte in einzelnen Fällen stimmen8, in andern dagegen sind berech·
tigte Zweifel erlaubt', wenn man nicht vorzieht, den Widerspruch wie
oben bei Antipatros zu lösen. Ebenso schwierig steht es bei der Be·
schreibung symbolisierender Denkmäler lo • Von vornherein neigen wir
heute dazu, diese Grabsteine als Phanta.siegebilde des Dichters zu be·
trachten; doch zeigen archäologische Funde, daß die Antike solche
Kunstdarstellungen wirklich gekannt und ausgeführt hat. Immerhin
bleibt die Frage, ob gerade da.s jeweilige Gedicht auf Stein gesta.nden
hat, offen. Genau so verhält es sich mit christlichen Epigrammen, in
denen heidnische Götter angerufen werdenl l • Auch hier könnte man
leicht an wirklichkeitsba.re Phanta.sie glauben; doch beweisen epi.
graphische Funde, besonders aus der Justinianischen Renaissance,
daß wir trotzdem mit der Möglichkeit der Aufschrift rechnen müssen.
In der gleichen Lage befinden wir uns bei Tierepita.phien11. Auch solche
sind insctIriftlich nachweisbar13 , so daß Herrlinger in seinen Unter·
suchungen zn dem Ergebnis kommt, Nr. 208 und 211 f. als echte Stein·
epigramme, dagegen 190, 194, 197f., 207 und 364 als Buchepigramme
werten zu können. Wie sind ferner die Fälle zu betrachten, wenn meh·
I 6, 15. • 327-338, 340. • 347, 558, 657. • 653. • 275, 307, 572.
• 353, 455f. '547-550. • 248f., 677. • 53f., 103, 125. 10 338.394,421-429,445.
11 551, 588, 593. .. 189-216. u GY 587, 691, 1313, 1365.
12 Vorwort zu Buoh VII

rere Grabinschriften für dieselbe Person vorhanden sind 7 Wir wissen


zur Genüge, daß es manche Dichter besonders gereizt hat, ein älte-
res Gedicht noch einma.1 mit eigenen Worten nachzuahmen 1• Infolge-
dessen neigt man in solchen Fällen leicht dazu, jeweils ein Epigramm
als die wirkliche Aufschrift und alle andern als Buchepigramme an-
zusehen. Demgegenüber steht aber die Tatsache fest, daß ein Denk-
mal durchaus nicht so selten 2 Inschriften aufwies: eine auf der Vor-
der- und eine auf der Rückseite2 oder auf Basis und EpistyP, doch
kennen wir auch 3 und 4', ja sogar 10 beisammenstehende Inschriften
auf die gleiche Person. Die Frage wird daher in unserer Anthologie
nicht immer klar zu entscheiden sein, doch dürfte es sich in der Mehr-
zahl wohl um Nachahmungen handeln. Auch die Länge eines Epi-
gramms spricht grundsätzlich nicht gegen die Möglichkeit der Auf-
schrift, wie Nr. 334 (18 Verse) zeigt, das Gregorios Magister in Kyzikos
abgeschrieben hat, oder das Epigramm 222 bei Geffcken, das 24 Verse
umfaßt. Bisweilen lassen die Dichter zur Belebung des Inhalts auch
den Toten selbst reden, so daß das Gedicht oft den Eindruck einer
selbstverfaßten Grabschrift erweckt und dadurch als echte Stein-
inschrift auszuscheiden scheint. Doch wissen wir, daß schon Aischy-
108 5 und bei den Römern schon Ennius eigene Grabinschriften hinter-
l&SSen haben, so daß auch in solchen Fällen die Möglichkeit offen
bleibt. Alles in a.1lem kann man jedoch annehmen, daß die im VII.
Buch vereinigten Epigramme zum größeren Teil Produkte für rein
literarische Zwecke darstellen.
Übersetzt wurden Nr. 22, 24, 451 von Geibel, 120 von Mekler, 153,
535f., 547, 577, 583, 597 von R. Meyenschein, 161,251 von Mähly, 239
von Straub.

I Vgl. 3.,.: 65, 67f.; 163tr. • Goffekon 137. • Geffeken 141. • Gcffeken 87,208.
• Diehl l' S. 78: Preger u. G. Pfohl [Form u. Inhalt groh. Grabin.ehr., Prg. Nüm-
berg 1056, 60Jlehnen Ai.ehyl08 al. Verf. des Ep. ab. Wilamowitz u. Diehl .preohen
es ihm jedooh zu.
Vorwort zu Buch VII 13

Nachtrag
Zu Beginn des Buches steht als übergang von Buch VI zu VII die
Erklärung, an Weihepigrammen sei es nun genug, es folgten jetzt
Grabgedichte, die rühren könnten (A: Kai 6 TOOII ö:llaeTJIlaT1KOOII 1')lll11
hnypallllCrrooll xapaKT1')p mlTATJPOOTal IKalloos gxooll fllavTOII mlSoo·
1lET1TEOII OÖll {cp' hepoll OVK ä)(PTlCTTOII ovS' 6:IIoocpeAi'j, ä"AA' i)aal
[Headlam; ä"AA' i'l al pi AaAi'jaal c] TE Kai lTPOS lTcX60S 6:yayeill TOVS
fllTlJ)')(6:IIollTas SVII6:llElloII· fCTTI st OUTOS 6 TOOII flTlTVIlßlooII 6:PXTtll
~OOll TOI6:IISe· f1T1T1JIlßla EIS T~)\I ·OIlTlPOII).
Zu Ep. 1 wird bemerkt, daß Alkaios von Messone ein anderer sei
als der von Mytilene (c: OUTOS 6 'AAKalos OVK i)II 6 MITVATIllaios,
ös i)1I All TolS Xp61101S nlTTaKOÜ).
Zu Ep. 2 wird notiert, daß Antipatros von Thessalonike und der
von Sidon zu unterscheiden seien (c: ECTTI Kai &AAos 'AIITllTaTpos
geaaaAolllKEVS Kai aVTOS flTlypallllCrrOOll lT01T1TTJS).
Aus Buch VII nahm Peek 186 Gedichte als wirkliche Steinepi-
gramme in die GV auf.
Z. 'Apxtt TWV

EmTYMBIWN EmrPAMMATWN

•• AAKAIOY nOIHTOY MEUHNIOY


'Hp6x..lv T~)v ÖOlSOV wl~ Ivl mxl&s ·OIlTlpov
i\t<a)(0V lK Moucriwv ypl~v vCPTl~voI'
varnxpl 15' EI~ICXI NTlP"I~ lxplCJCr\ITo
Kai mcvv 6tcTal1J &i'\KaV ÜTrÖ amMSI,
6nl enlv KliI5TlVE Kai vita Kai IlÖ60v ä}.Äwv
1'IpWWV '18aKOii T' (PYllaTa ÄapTla15EW.
6A~IO'TTJ V!\awv lT6VT~ wlOS, 6nt KWueE
~Itt Movaawv äo-rtpa Kai Xap!Twv.

TltuJo li brl add. I It 0: ~II IOX11I1- 6 KVpIS KWllcrTaI/TlllOS 6 l<IopaMs, 6 1IQICäp1os


Kai cblllllTlcrTOS Kai TPI'lT6&r!TOS 4v6pc.mos. - PI IU a 22, 1 f. 39 r. - 1-4 Suid••.
i'iKClXoII, yptcpos, xpialS I 1160_ 0 1/ mWII IX 'hOll P • '18aKoV I 'la. pI PI 1/
T' PI 6' P 1/ AapTllIIW pI ,. llflaos PI.

2. ANTrnATPOY IlänNIOY
Tav llEp61Twv nel8w, TO ~a aT6j.1a, Tav taa MoVaCXIs
cp8ey~allivav KEcpaAav, ~ ~tVE, Malovl&w
6:15' rMx0v vaalTIS wlov O'lTtAas' oV yap Iv ä}.Äfl.
IEp6v, äJIA' lv tllOllTVEiilla 8avWv "'Imv,
~ VEVj.Ia Kpovll5ao TÖ 'ITCX)'KpCX'ris, ~ Kai wOAv~.IlTov
Kai Täv AtaVTOS vaVllCX){OV EIm ~Iav
KaI TÖV 'AXI~loIS ~aAlatv "ExTopa lTWAOIS
6aTta 6aplSavIKi;lI5PUlTT611Evov ml5l~.
EI S' 6Alya Kp\nrrw TOV TaAlKOV, tae', ÖTt JCEV8EI
Kai enl50s yallmxv 6: ~paxv~wAos "IKOS. .1
PI lila 22,2 f.3U r . - I-I Tav· ... Suid••. MCIIOVl6as, 7-8 •• 41apaaAlcn Z ~y.
~allMJII P S vaalTTlS P 8 6pu1TT6\1f\1a pI .8 "I"os GII 'Ios PI.
VII. Anfang der

GRABEPIGRAMME

Homer
Tödlich betrübten Homer, den Sänger der Helden, die Knaben,
die ihm an los' Gestad dichtend ein Rätsel gestellt.
Doch ihn salbten mit Nektar die Töchter des Nereus und gruben
dort dem Toten am Strand unter den Felsen ein Grab.
weil er Thetis, Achill, die Kämpfe der andem Heroen
und Odysseus, den Stolz Ithakas, rühmend verklärt.
Glücklich das kleine los vor sämtlichen Inseln im Meere,
trägt ea doch euern Stern, Musen und Grazien, im Schoß.

Dickter Alkaios von Musene

Ein gleiches
Ihn, der Sterblichen Peitho, die machtvolle Stimme, 0 Fremdling,
den Maioniden, den Mund, der wie die Musen getönt,
berge ich, los, das Eiland, im Felsgrund. Auf mir ja, auf keiner
andem, verlor er im Tod seinen geheiligten Geist,
der den allmächtigen Wink des Kroniden, der den Olympos,
Aias' Stärke beim Kampf rings um die Schiffe besang
lind den Hektar, den einst Achill mit pharsalischen Rossen
auf der dardanischen Flur schleifend im Tode zerfetzt.
Berg' ich, die Kleine, den Großen in mir, so wisse, auch Ikos'
kleine Scholle umschließt in sich der Thetis Gema.hl.

Antipatro8 von Sid07~


18 Antbologla Oraooa VII

2b

EI Kai ßaIOs 0 TVIoI~, oSOI'll'OpE, 1011\ IJE lTapD.6t;Js,


~O: KaTa~ laa 8EoTal cri~u'
TOV yc!tp nU!plalv T1Io1WIJEVOV I~oxa MOVaalS
lTOl'lTl'\V hri<,.)v 8ETov ·Olol'lpov .XCl).
In marg. ICrip-. 0 I "aToll O'TIX~ P om. HlIIChke 3 nllpl&ocn nnlllJivoy 8Ub.
scrip-. o.

3
'Ev8aSe Tl'\v lEp"'v KE~"'V KaTO: yaTa K<XAVTrTa
avSp<.;)v "~V ICOC7\.I1\TOpa, 8ETov ·OIol'lpoV•
• PI fila 22, 3 f.39 r ; Vit. Hom. p. 20,24,29,30,32, 34, 46 Wil.;Suid. bis 8. ·Ollllpo$
p. li28 ot 531; Tzctz. ExOl!. 11. p. 37 Herrn.; Ir. 98, 233, 234, 238. - I Kaibol272b,
880, 881 11 KQ}.VIfIIV \'it. 20 I Kalb. 081.

4. nAYAOY IIAENTIAPIOY
'Ev6aSe nl&plSCI)V TO aOcpOlI aTOlola, 8Elo11 ·OIl'lPOII,
WlvOs .".' 6:yxlaAct> TVIl~OS Ixu CJl<o"ITV.ct>.
EI S' o~ly'l YlyauTa ToaOIl xaSell alltpa lI;;aos,
11'" ToSe eall~1\C71JS, w~illE, SepKOIJEIIOS'
Kai yc!tp aA'lTEVoUaa Kaalyll!\TTllTon ~f\~os
Il'lTpOs an' c:,SlvCI)II St~aTO I\'lTOtS'lv.
PI lila 22,4 f.39r. - I-I 811011 •• , Suid ••• QyxIOMICI • .:.IiI_ P.

5. At.HAON, 01 S. fCI"Iv AAKAIOY [MITYAHNAIOY]


OVS' d IJE XPVaeIOIl ano l>cnaTflpos ·Oll'lpoll
aTI'\~TI ,~oytatS 111 ~10s 6:aTepolTaTs,
OÜK dlol' oVS' faolJ(Xl IcWr\oIllIlOS oVS' 0 MD.'lTOS
~'l1olaY6pou' 11'" TaÜT' 6\o11laaIV 'mas 1501.
~lIlTOl'lTl'\II ßaaalll~ETE' TO:IlO: Sl, MOVaat
KaI Xlos, 'm1\\I(a)lIlTata!1I 6:elaET' rm,.
PI lIla 22,6 f.39r. - Tit. Dm. PI, 01 6i KTA. add.1 I-I Suid. 8. {>aItrrl!P 11 änop-
pcxt. P I cm'!aolTi PI[ primo] 3 IClAClIli)v. P I jkIOäv.t;( P • lTcnalv Lase. lTäatv.
Antbologia araeoa VII 17

Ein gleiches
Bin ich als Hügel auch klein, geh, Wandrer, nicht achtlos vorüber,
aondern ehr' mich wie Gott mit einem Blumengewind.
Denn ich umschließe den Dichter der Epen, den Mann, den Piöriens
Musen vor allen geschAtzt, ihn, den erhabnen Homer.
Anonym

Ein gleiches
Schollen der bergenden Erde bedecken ein heiliges Haupt hier,
ihn, der die Helden gepriesen, den göttlichen SAnger Homeros.

Anonym

Ein gleiches
Den erhabnen Homer, der Musen sinnigen Dolmetsch,
birgt das gepriesene Grab hier an dem felsigen Strand.
Faßt eine Insel wie diese, so klein, aoloh riesigen Menschen,
wundre dartlber dich nicht, Wanderer, wenn du es siehst.
Nahm aus dem Schoße der Mutter doch einstens auch Delos, die
die auf dem Meere geirrt, Letos gewaltigen Sohn. [Schwester,
Paulol 8ilenhario1

Ein gleiches
Wolltet ihr auoh mit dem Hammer als goldnen Homeros mich
daß ioh gleißte wie Zeus' flammendes Wettergeleucht, [schmieden
niemals werde ich drum Salaminier, niemals aus Meles' .
ward ioh Damagoras' Sohn: nie möge Hellas das sehnl
Sucht einen anderen Dichter! Wer meine GeaA.nge den Söhnen
griechischer Menschen singt. Musen und ChiOI, seid ihr.

Anonym oder Allcoioa _ MU«fU


18 Anthologl. Gruo. VII

8. ANTInATPOY IIAnNIOY
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7
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8. ANTInATPOY IIAnNIOY
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Kat crrIxo" #Im 'I\IKTÖ" hw~ 1T051.
Antbologia Oraeca VII 19

Ein gleiches
Ihn, der Götter Propheten, den Herold der groBen Heroen,
zweite Sonne im Sein aller Hellenen, Homer,
ihn, die Leuchte der Musen, nie &Iternde Stimme des Weltalls,
deckt nun, Wandrer, das Grab hier am umfluteten Strand.

Antipatroa von Bidon

Ein gleiches
Bier ist der hehre Bomer, er, der ganz Hellas besungen.
Hunderttorige Stadt Theben, du trugst ihn als Sohn.

Orpheu8
Nie mehr bezaubert hinfort dein Singen die Biume, 0 Orpheua,
nie mehr verlockt es den Stein, nie mehr das schweifende Wild.
Nie mehr gebeut es dem Hagel und nie mehr dem Brausen der Winde,
nie mehr dem Stürmen des Schnees, nie mehr dem toBenden Meer.
Denn du starbst. Es klagten ob dir Mnem08ynes Töohter,
und am schmerzlichsten achrie Mutter Kalliope auf ...
Und da wollen wir klagen um Söhne, die starben, wenn Götter
machtlos sind gegen den Tod, der ihre Kinder entführt?

Ein gleiohes
Auf der thrakiachen Flur, in Olympos' welligem Vorland
fand der Kalliope Sohn Orpheus im Tode sein Grab.
Ihm gehorchten die Eichen; die aeelloaen Felsen, der Tiere
wälderbeweidendea Volk folgten getreulioh ihm nach.
Er ersann auch dereinst die mystisohen Weihen des Bakchos,
gab nach heroisohem Maß bindend dem Verse Gest&lt
20 Anthologia Oraooa VII

as KaI allEIMKTolO ~apv IO.V~IIOIO v611lla


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11. AIKAHOIA60V
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I2.A6HAON
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24 (Ir. 93). - Aaaclopiadl trib. Mat.r. 4 I\>'CDCäTas PI 15 a6s ex ".w PI • ~raOat P.
Antholollir. Grr.eor. VII 21

und bezauberte dann mit den KlAngen der Leier des harten
Klymenos grausamen Sinn und aein gefühllosea Herz.
Damagdo.

Ein gleiches
Orphe11l, KaJliopea und Oiagros' Sohn, war gestorben.
und es weinten vor Schmerz blonde bistonilche Fraun.
Blutig färbten sie sich die Arme mit Stichen und streuten
über ihr thra.kisches Ha.a.r dunkel sich Asche und Staub.
Laut auch schluchzte mit ihnen der Phorminxapieler Lykeioa.
und der pieriache Chor ließ aeinen TrAnen den Lauf
und beklagte den SA.nger, und FeIaen weinten und Eichen,
die er mit lieblichem Lied einst auf der Leier entzückt.
Anonym

Erinna
Dies ist das liebliohe Werk der Erinna. Freilioh, nur dünn ist's,
neunzehn Lenze ja nur waren mir Jungfrau vergönnt,
doch an ('.ehalt übertrifft es manoh anderes. Wäre der Tod mir
nicht 80 zeitig genaht, wer hAtte größeren Ruhm!

Ein gleiohes
Eben entsprang dir ein Lenz voll süßer, duftiger Lieder,
eben noch tönte dein Mund gleioh dem Gesange des Schwans,
ach, da trieb dich die Moira, die Herrin von Spindel und Faden,
mit der Verstorbenen Strom jlhlings zum Acheron hin.
Doch es verkündet, Erinna, dein herrliches Wirken und Dichten:
tot nicht bist du, du lebst singend im Muaenchor fort.
Anonym
22 ADtbologia Oraooa VII

13. AEnNIAOY. olst MEAEArpOY


nap8evlKav llEaol6ov Iv \lt.lVOlT6i'.0Ial ~Iaaav
-Hptvvall MovawlI c5:v6ea 6pElTTo~vav
•AI6as EIS v~valov O:vcqmaaev. /'j ~a T66' rlACPpwv
EIlT' tniJ.lCA)S alTaIs' .. BaaKav6s iaa· • •AI6a."
PI lIla 22,63 f.41 r ; I 102; Matr.24 (Ir. 93). - Tit.: IItwvl60v taDtum Pillau.
I trap8Ivucäv BruncIt ","," 11 1IIM16bv ... Mau. I Moucri<.w I 11 5pnn"0IIMl"
o PI I s ~5tJs et cM\p"n"- PI I 4 11,' pI 1/ ä/6'l PI I.

14. ANTInATPOY IIAnNIOY


Icrrrcpc.::. TOI KaU6eIS. X6c.::.v AloM. Tav J.lETa MovaalS
ä:6aveXTCX\S 8\ICXTav Mowav ael60~vav.
6v Kwp1S Kai "Epws avvä:J.t· fTpacpov. ~ ~ nel~
rnm' ael'wov ntepll)wv rncpavov.
'Ei'.Aa61 ~v UP'I'IV. 1701 6~ JUdos. c:, TPIIi'.IKTOV
MOipal 61vNaal vi'jJ.IQ KaT' 1'li'.aK6:Tas.
lTWs OVK ltV.c.::.aaa8e lTavacp61TOv fllAap 0:016Cj)
c5:cp8lTa IATlaalAivCjr 6wp' 'Ei'.IKwvla6wlI;
I W:v Boubler"",,, I-I MoUo~ 6OCJ\/ch~ " 11 äo16ola· P om. Boub. S K. 1Ii" Keil
1'11/ ~ Bran"" fit 4 hrMT' pI om. 0 8 Il"'la- ox Il~- PI.

15. ANTInATPOY

I.
OOVOlAa J.II\I IalTcpc.::., T6aaOV 6' ÜlTEP'axOV 0:016av
6T)Mläv. av6pwv 6aaov 6 Malovl6as,
.PllIIb 22.15 f.95" [Pla]. f.l" [Plb]. f.I23" [Pie]; CIO 3555; Vind. 311. - Tit.
om. Plbo Pie ViDd./1 ~"'" Plb -E<JtX"'" Pie -laxi" Vind.//aol6(;)" PI W
I fI)MoliW PI a 10 ViDd. 8t)Auw" PI bo 11 cbo6p&W &t!Mlclv pI 11 MCIlovI61lS PI bc W.

16. mNYTOY
'Oarla ~v Kai KWCPOV 'xel Tacpos oOVOlAa IalTcpoiis'
al 6l aocpal KalvTlS ~1'Iaus ä:6allaTOl.
PI ma 22.49 f.4O".
Anthologia Grnaa VII 23

Ein gleiches
Als Erinna, die Biene, die Jungfrau im Chore der Sänger,
singend im Musengefild Honig aus Blumen sich sog,
führte sie Hades hinweg ins eigene Brautbett. Hellaehend
sagte das MAdchen mit Recht: "Hades, wie neidisch du bist'"

Sappho
Sappho, die sterbliche Muse, die bei den unsterblichen Musen
ruhmvoll Gepriesne - sie ruht, Erde Aioliens, in dir.
Aphrodite und Eros umhegten sie beide, und Peitho
flocht den ewigen Kranz der Piäriden mit ihr,
Hellas zur Wonne, zum Ruhme für dich. - 0 ihr waltenden Moiren,
die ihr am Rocken im Kreis dreifach den Faden bestellt,
warum spannet ihr nicht der Singerin ewiges Leben,
da sie des musischen Sangs ewige Gaben uns schuf?

Ein gleiches
Sappho heiß' ich; ich ragte im Singen so hoch über Frauen,
wie die Manner im Lied der Maionide besiegt.

AntipotrOl von Bidon.

Ein gleiches
Erde bedeckt hier don Leib und den stummen Namen der Sappho,
unberührbar von Zeit lebt in den Liedern ihr Geist.
PinytOl
Anthologi" Grr.eor. VII

17. TYI\I\IOY I\AYPEA


Alo}.\lWlIlTcrpa -nJp.ßo1I I~II, ~tllE, Ilf) JJE 8allOüaall
Tm, MlTV}.l1va{all (1I1IE1T' 60150TrÖ}.OIl·
T611& yap äv6pW-rrwlI (KaIlOIl XtpES, fpya SI tpWTWII
IS TaXl,",1I rppEl TOlaSE }.l1ßeS6va.
flll st JJE MovaawlI traO"1JS XaPlll, ~II ätp' lKaCTTT)S
SalllollOS av60s Illij 6i'jKa lTap' IIIIIEaSl,
YII~aeal, Ws 'AI5EW aK6TOII (KtpVYOII ov5l T1S faTal
Ti'\s }.VP1Ki'jS l:a1TfPOÜS II~VVIlOS 'f\t}.IOS.
PI IH" 22,50 f.40 v ; Ir. 92. - :e Suid••. MITV?l'Iva1a, 3-& Ipya ...•. ?T\e.&:>v,
7-8 oö6t ..... "c:.w1lOS S T6& pt .. TOICv 6l pI I alT1\O'I'IS PI 1 iri6a 0I<6TOS PI 11
c,vyov PI.

18. ANTInATPOY 9EIIAI\ONIKEnI


'Alltpa 1l1'\ lThPll nKllalpEO' }.ITOs 6 TÜIl~
6tp6i'jval, JJEYQ:}.ov 5' 6aTta tpWTOs €xEl.
E\l5~aE1S 'AAKlläva, }.VPl1S t}.aTi'jpa AaKalllTjS
C~OXOII, {IV Movatwv Ivvt' äP161l0s 'XE1.
KElTal 5' f)1TElpoIS 515VllalS fP1S, d6' {) ye Av50s 5
EIn A6:Kwv. lToMal 1l11TtpeS vIl1lO1T6}'wv.
PI 111" 22,32 f.40 r • - I-I ?nös ••• Suid••• ?IT6s, 3 •• ?~ 3-& •. tMrn'IP rt
rl6~, 5-6 •• 1\1AI16t;CoW, 81rOUa1 • •• .. Wvcnr6?os I I\UlCCdIlTlS pI .. MouoWII
PI Soid. I &t8Wots P Suid. • 1l1JT.: mnpl81s PI.

19. I\EnNI~OY

Tov XaplEl/T' 'AAKlläva, TOV VIlIlTlTi'\p' vJJEvalwv


KVKIIOV, TOV Mova&>11 c5:~la iJU.\j!äJJEIIOII,
TVIl~ €xE1, l:lTQpTas JJEYO:MV Xaplll, M' {) ye Av56s
c5:x60s ärroppllflClS olXETal Eis •AI5av.
PI 111" 22,33 f.40 r ; Suid. [om. 3 TV!4Ios •.• X6pIV] •. ülJlV(llCoW,ICIiacvos. ).o(a80s.-
I M' J IC. 11&' 1/ I\v6Ol PI Mfa80s pI Suid••• v., ?Uoeos c .. oll(tCD P 1/ iri61lv PI.
Antbologia Graen VII

Ein gleiches
Gehst du an meinem Grab im aiolischen Lande vorüber,
nenne die Sängerin, Freund, aus Mytilene nioht tot.
Mensohenhände erschufen dies Grab und Denkmal, und solohe
Werke der Sterbliohen fliehn rasoh der Vergessenheit zu.
Prüfst du mich aber nach dem, was die göttlichen Musen mir gönnten,
die neun Blumen dem Werk meiner neun Büoher geschenkt,
siebst du, mich traf nicht das Dunkel des Hades: nie kommt eine
da man die Lyrikerin Sappho mit Namen nicht nennt. [Stunde,

Alkman
Miß nicht den Mann nach dem SteinI Zwar klein ist der Hügel zu
aber erhaben der Mann, dessen Gebein er verhüllt. [sehen,
Alkman kündet das Mal, der lakonisohen Leier berühmten
Sänger, der zu den neun musischen Dichtern gehört.
Ob er Lakoner, ob Lyder, drum streiten sich zwei Kontinente.
Doch ein Dichter hat stets Scharen von Müttern zugleich.

Ein gleiches
Alkman, den lieblichen Schwan, den Sänger der brlutlichen Lieaur,
dessen herrlicher Sang würdig der Musen ersoholl,
birgt hier der Hügel; mit Reiz erfüllte er Sparta, der Lyder;
!lorI. vom Fronen befreit, ging er zum Hades hinab.
ADtbolollia Oraeoa VII

20. [l:IMnNIAOYJ
'~~S, YTlpa1! l:0f6.v.as, c5:1I6os 6016(;)v,
olllCA>,rov BOKxov ~pvv IpnrroliEvos.
PI lila 22,28 1.40r ; Vind. pb. Gr. 301 [iunctum oum ep. 22]. - In P bic ab A et
poet VII 37,11 In marg. inler. a 0 [pb] aoriptum. älWcmcmw pb :I Suid. I. olvOlfl.

21. l:IMIOY [9HBAIOYJ


TOV cn xopoTS IltAlf/aVTa IocpolVJa. 1TaT5a IocplAAOV,
TOV TpayJKTlS MovOT(S acrripa I<€Kp01TIOV,
1TOAAäJCIS ÖV 6vIltAIJal Kai Iv aJCTlvilal n6f1AWs
~AcnaOs 'AXapvlTTlS K1aaös (pEIfI! KOIlTlV,
TIiII~ l)(EI Ka! yiis öAlyov IlIpos, äAA' 0 mplaaOs
alwv ä6aväTOIS SiPICETCII b aeAlalv.
PllIl b 22,10 1.911". - Tit.: A: IllII'Iou I: 9t)~ou, tit. om. PI I I.,.lAou PI
I. 'AXClfl\'llTrlS, ~),CI1aOs, 8u1li).'l J mz),),ÖKtS P 1/611 Empt'.
:I Suid. a. I<bcpoov, 3-4
riua Iv • en),lol PI.

22. TOY A YTOY


'Hptl1' \mip TIiIIßOlo IocpoKAtOS. flpilla, Klaa6,
lpnV~olS XAOEPOVS lK1Tpoxt(.o)1I 1TAOKclI10VS.
Kai 11"haAov 1TclllTlJ 6äAAOI ~50v 1'\ TE CPIAOPPW~
c5:IllTEAos VypO: mpl~ KAflllaTa XevalllVfl,
dllElCEv EIiIla6ITlS 1TIWTOCPPOVOS, IIv 6 IoIEAIXpOs
I'\aKfIaEV Movawv c5:llIllya KaI XapIT(.o)V.
PI ma 22,29 1.40r ; Ir. 95; ViDd.301 [cf. ad ep. 20]. - Tit. om. PI. Simonidi trib.
Ir. Vind. I W\a~ ~ P 4 K)JII- P s-. Suid. a. 6illllYa, mV\IT6s
11ÜnrI'!f 0 1/1Il),I)(POOs pi -I)(pOUS 0 [primo] PI "ind. -)(P6s 0 [poet].

23. ANTInATPOY IIAllNIOY


eaAAOI TETPaJC0pVllßQS. 'AväJCpeOll, c5:Ilcpl ae Klaaös
&ßpcl TE Aelllwv(.o)V 1TOPCPVpt(.o)V 1ThcxAa.
1TfIyal 5' apYll/OEVTOS ava6AI~oIVTO yaAaKTOS.
eVw5ES 5' a..ro yi'js 1'\5v X60lTO 1ll6v,
6fpa Jd TOI anoSlfl TE Kai öcrria -riPlflIV c5:pTlTat.
&I Sfl TIS cpe.lllvols xplll1TTETal NcppoaVva.
PIllla 22.34 1.40 r • - I Suid. I.~. 3 a. äpytv60s. 4-5 L 1IiGv. 6 a.
l(p11l1MlTCI1 4~: 1rTIriIs PI '~PI Suid.
Antbologia Graeoa VII 27

Sophokles
Bakchos' purpurne Traube, 0 Sophokles, aßest du eben,
als dir im Alter das Lioht, Blüte der Sä.nger, erlosoh.
[Bimonide8 ]

Ein gleiches
Der du in Chören gesungen, 0 Sophokles, Sohn des SophillOll,
der in Athen du als Stern tragischer Muse geglinzt,
dem der achamisehe Efeu so oft mit den Ranken am Altar
und auf der Bühne das Haar blütenbeladen umkränzt,
nun umfängt dich das Grab und ein Hiuflein Erde. - Und dennooh,
in unsterblichem Buoh sieht dich für ewig die Zeit.
Bämiaa [VOll Theben]

Ein gleiches
Leis umklimme den Hügel des Sophokles, wuchernder Efeu,
leis, und über den Stein webe das grüne Gelock;
rings auch blittre die Rose sich auf, und derschwellende Weinstock
träuft' ihm des feuchten Geranks üppige Trinen herab,
weil er in goldenem Wort, durch der Grazien Huld und der Musen,
hohe Belehrnng 80 süß uns in die Seele gesenkt.
Bämiaa

Anakreon
Möge, Anakreon, dich der Efeu mit Fülle von Trauben,
möge mit purpurnem Schmuck zart dich die Aue umblühn,
mögen Blche voll Milch in schimmernder Weiße dir quellen
und einen duftenden Wein köstlich dir sprudeln der Grnnd,
daß dein modernd Gebein und dein Staub sich selig erlabe,
falls den Verstorbenen noch wirklich ein Glüok sirh erschließt.
Anthologia Graeea VII

23b
'0) TO epl~ov crnp~as, epii\e, ß6:pßITOV, er, aVv äOIS~
'Tf6:VTa SIa'Tf~c.OO'as Kai aVv lpOOTI ßlov ..•
A et PI: eis TOV CXÜTOV. I: 'AvaKpiOVTa. - PI lIla 22,35 f.40 r ; Suid. s. ~6:P~ITOV et
SICX'If1l.<.OOas.

2!. [IIMnNI60Y]
'HllEpl 'Tfav6t~KTElpa, 1lE6VTpOepe lliiTEp O'Tfc.Opas,
OV~llS i'l O'KO~IOV 'Tf~tyllaepUeIS E~IKOS,
Tlllov tißfJO'elas 'AvaKpeloVTOS trr' &!<p!)
O'TfJ~!) Kai i\e'TfTCj> xc.OllaTl ToiiSe T6:epOV,
c:"s 6 epl~6:KPllT6S Te Kai olvoßapl'js eplAOKOOIlOS
'TfavvVxlOS KPOVooV Tl'jv epl~c)'Tfa\Sa xt~vv
Ktiv XOovl 'TfE'TfTT]~ KEep~iis lep\imp6e eptPOITO
6:y~aov c:"paloov ß6TpVV c:rn' äKpell6voov
Kai IlIV &EI TtYYOI vOTEPI'j Sp0O'oS, f)s 6 yepalOs
~ap6TEpov lla~aKc;)v l'TfllEev lK O'TOIlO:Toov. 10

-PI 111 a 22,36 f.40r. - I-:t Suid. 8. f!llEplS, 9-10 8. 1I.ap6v et YEPCXIOs 1/01TWPI'IS c PI
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PI Suid. Kalcplv pi Kai ercplv oll TiyYEl P lllil 0: 1'1 <TE Pi.

25. [TOY A YTOY]


Qihos 'AvaKpeloVTa, TOV äepOITOV eillEKa MovO'toov
VllvO'Tf6~OV, 'TfO:TPllS TVIlßOS lSeKTO Ttoo,
ös XaplToov 'TfveloVTa Il~ll, 'TfIlEIOVTa 5' 'Epc.OTOOV
TOV Y~VKVV is 'TfalSoov illEPov tipll60'aTo.
Iloiivov 5' elv 'AXt!POVTI ßapVIlETal, 0Vx OTI i\ei'TfOOV
fl~lov "fJellS lv66:S' EKVPO'E S61lOOV,
äXA,' on TOV xapleVTa 1lET' fllOt!olO'I MeYlcrna
Kai TOV l:llEpSleoo 9pijKa ~t!~ol'Tfe 'Tf660v.
1l0~'TTfiS 5' OV ~,;yel 1lE~lTEpmos, a~' (T' lKETvov
ß6:pßITOV ovS~ Oavc:"v eVvaO'Ev elv 'AIS!). 10
PI lIla 22,37 f.40 r. - I Mouer':;:'v c PI :t ÖI1vo1T611.011 ex -11.0011 P PI :I ~av pI
5 110UIIOII Botho ~ 6 5011'1' PI 8 IIlEPSIEa pi • 11.1')8&1 P PI Mire Suid. 8. 1101l.m'l
em. Porson 11 iKElvo PI.
Anthologia Graeoa VII 29

Ein gleiches
Trauter, der du die Leier, die traute, geliebt hast und der du,
immer voll Liebe das Herz, trällernd durchs Leben geeilt ...
Anonym

Ein gleiohes
Allesbezaubemde Rebe, mostnä.hrende Mutter der Traube,
die du zu krausem Gewind üppig die Ranken verschlingst,
blühe zur Höhe empor an Anakreons Säule, des Tejers,
und umspinne des Grabs lockergeschütteten Staub,
daß dem Freunde des Weins, dem trunkenen Freunde der Feste,
der den Knaben zum Preis klimpernd die Nächte verschwärmt,
auch in den Tiefen der Erde noch über dem Haupte die holde
Traube vom lieblichen Zweig schimmernd entgegen sich neigt
und ihr perlender Tau ihn ewig trä.nke, den Alten,
dessen lockender Mund Süßeres schenkte als du.
[8imonides]

Ein gleiches
Eines unsterblichen Dieners der Musen, Anakreons, Asche
nahm die heimische Flur Teos im Grabe hier auf.
Von der Chariten Hauch, vom Hauch der Eroten durchatmet,
sang er sein reizendes Lied lieblichen Knaben zu Dank.
Eins nur am Acheron drückt ihn, nicht daß ihm die Sonne geschwun-
und ihm dort unten das Haus Lethes als Wohnung erstand, [den
nein, daß er unter den Knaben den schönen Megisteus verlassen
und sein thrakisches Lieb Smerdis geschieden von ihm.
Aber des süßen Gesanges vergaß er mitnichten: dem Toten
schlief auch im Schattengefild nimmcr das Barbiton ein.

[8imonidu]
30 Antbologia Gneoa VII

26. ANTInATPOY II6nNIOY

1&1\1(, T&cpov lTapa ~ITOV 'Avat<pEloVTOS ~Ißc.:Iv,


EI TI TOI äc ßIß~c.:Iv ~~&v IlJi;)v 6qlU.os,
am1aov 'lIij alT08lij, am1aov YO:VOS, 6fpa ICEV olv~
6<rria YTl61'!C71J Talla VOTI~O~va,
Ws 6 t.lc.:IvVO'OV ~I.\U.Tlllivos &VO:O'I KOOIIOIS, 5
Ws 6 'l~atep1'!TOV aVvTpocpos QpllOvlTlS
"ilTIS! KaTmp6ll1fvos BäKxov 61Xa TOihov \nrolO'c.:I
TOV "YE\I(ij ~p6lTc.:IV xwpov 6fE1Mllfvov.
PI lIla 22,38 1.40r. - 4 adacr. I: T6v aa"lTp6v 6v6pa aa"lTpol5 hralvol5 crrtfcl5
I NöoI Gnefe oOaaI 11 ~15 Huahke 1(Q1I05.

27. TOY AYTOY


EITIS Iv I&aKclpEO'O'IV, 'AvCucpEOV, EVxOS 'looVc.:lv,
II1'!T'IpcrrWV KOOllc.:lV äv6lxa II1'!TE MpTlS'
(,ypa 6e 6EPKOllivoIO'IV Iv 61111aO'Iv ov~ov &l16ols
al6UaO'c.:lv ~I1Tap;;s &v8OS limp& KOliTIS,
f!e lTpOs EüpvmJ~Tlv TETpalillivos 1'!e MEylaTi'j
fI KIKOva 9P'lKOs l:~p6IIc.:1 lTMK(IJJOV,
f!6ü lIA6v ß~V~c.:IV, all,Ißpoxos dIIaTa BcXtcxct',
&KpTlTOV 8~Ißc.:Iv vbcTap &1To O'To~16c.:1v.
TplaaolS YO:P, MowalO'l, t.lc.:IvVa~ Kai "EPc.:lT1,
lTp4crßv, KaTEamla8TJ 1Täs 6 TEOs ßlows. 10

PI lila 22,39 (.40". - I Said ••. ·lw~,1-2 I. 6v6IXa,4B.allIUacn..>, 7 •. ~lppox05.


8 I. crr6AIOV I III\T' 1p<rT<;i1l PI III\Tlpa Ti1>11 pI III\TI 6Tlp 0 III\T' !pa Tc1w Suid.
3 66 om. P 4 Cram. an. PM. 4, 102 5 TlTalilltl105 pI 1/ MIYIOTi'! Brunek ·1)11
• IIIIp6lea pI 8 8Mp. fI 11. Sold. 11 crrcxAl"", [.10lI\l1) pI -16wII 0 -IKCo)\I PI em. Suid.
• Tplcnn"lTs PI.

28. A6EInOTON
·W ~t\l(, TOv6E TO:cpoV TOV 'AvaKpEloVTOS älJflßwv
amtaav 1101 lTaplOOV' 11111 yap oIV01TOTTJs.
PI In. 22,40 r. 40 \'; Suid. 8. O!V01fOT1lS. - Tit. om. PI.
Anthologia Graeca VII 31

Ein gleiches
Der du am niedrigen Hügel Anakreons, Fremdling, vorbeigehst,
wenn meine Bücher dir je Freude und Frommen gebracht,
o so gieß meinem Staub, 0 gieß ihm erquickende Labung,
daß, vom Weine benetzt, noch meine Asche sich freut.
Da mich lebend des Bakchos festfröhlicher Jubel entzückte,
da ich in Liedern gelebt, wie sie Dionysos wünscht,
möcht ich als Toter auch nicht ohne Wein diese Stätte ertragen,
die das Verhängnis dem Volk sä.mtlicher Menschen bestimmt.

A ntipatr08 von Bidon

Ein gleiches
Auch in der Seligen Reich, Anakreon, Stolz der loner,
fehle die Leier dir nicht, noch auch das traute Bankett.
Schmachtend blicke dein Auge, und während im glänzenden Haare
schwankend die Blume erbebt, klinge ein Lied dir vom Mund,
mag's an Eurypyle sein, an Megisteus oder an deines
Smerdis kikonisch Gelock, den du in Thrakien gewannst.
Köstlich ströme der Wein, feucht netze die Kleider dir Bakchos,
daß du den lautercn Trank aus dem Gewande dir drückst.
Denn drei Göttern, mein Alter, den Musen, dem Bakchos und Eros,
hast du als Spende die Zeit a.ll deines Lebens geweiht.

Antipatr08 von Bidon

Ein gleiches
Fremdling, schreitest du hier an Anakreons Grabe vorüber,
komm und spende mir Wein; heute noch trinke ich gern.
Anonym
32 An~hologla Oraeoa VII

29. ANTlnATPOY IIAANIOY


Eii8EIS Iv ~llIillOlatV, 'Avatcpeov, laeAci 1Tovila~,
W&I 5' I) yAlllClpI) VVICTIAaAos \C1&ap'l,
Eii&t K<Xl IIIip6IS, Tb "6&>v Iap, 4> aV .,.u.la6<,.)v
~~rr ~ vbmxp IvapIlÖVIOv.
illet<..>v ycip ·E~ CfVS cnt01T6s, EIS 61 oi \.IOOIlOV 5
T6~a 'TI K<Xl cncoAlcis &lXIV baJ~M~.
PI ma 22,41 f.fO". - t S' " 0 [.-~) PI" pI aII o [primoJIIlClMpa PI 4 &va.cp- pI
,alS 0 &I pI [alS cri Si PlI • ~I~ P.

30. TOY AYTOY


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W5EI xii 1Ta15e.>v ~e.>poTciT'l \.ICXvITl.
c!ac:11t'!v 01 "vp6ev TI .,.u.ltlTCXI al1cpl Baev""ct>
'llEpa, Kat Klaaoü '-evK6s 65e.>8E M6OS.
ov5' 'AI5TlS aOI Ipc.>T~ ama~eaev, Iv 5' 'AXtpoVTOS 5
WV 6"OS Q51velS KÜ1Tp151 6epl1OTtPlJ'
·PIIua 22,42 1.40 v. - I -rVlitrOS PltOvedncl P 3 '-up6lv ex -66t" P 1fT! add. Huet.

31. AIOIKOPIAOY
IIlEP51lJ c':3 I1fI epllKl TaKEls Kat 11f' 'axaTOV 6aTeOv,
KW\.IOV K<Xl 1TO:atJS KOlpave 1Tavwxl60s,
TEp1tll6TaTe MOÜC71JalV 'Avc!ac:peov, Q '1Tl Baev""ct>
XAe.>p6v vmp KV"IKe.>V 1TO""ciKl 66:Kpv Xtas,
aüT6\.1CXTa1 TOI Kpi'jVCXI ~"vtOIEV 6Kp'lTOV
KfIK \.ICXKapc.>v 1TpoXoal viKTapos ~ov,
aüT6\1aT01 5i cptPOIEV lov, Tb CPIMampoV äv6os,
Ki'j1T01 K<Xl IJ(V.~ I1vPTa Tpt~1TO 5p6act>,
6fpa Kai .V ATlOÜS ol~vos cißpci XOpeVa1JS
ßEßA'lK~ Xpvcm,v Xd~ 11f' EvpV1Tli"'lv. 10
-LaUf. 32, 18. - • I!IIp&\lI~ pI -al'll~ 0 om. Reieko t 'lrtMlll)(ISos 0 mxv&oxl'lS
ex -6u)(1'lS pI 4 ICUMIIWII OX ""'-IKOII P 'noYllm op. novo lamm. inatruotum et
Meleagro attrib. Inchoant 0 111 croI K. map'-- pI 8 IIaMKil J..,. -Kij pI -Kf\ 0 11
TP'toITO Jao. -TI • ol"",\Ifvos Salm. olvO\IIYOS valwv.
Antbologla Oraeoa VII 33

Ein gleiohes
Stumm nun ruhst du im Tod, Anakreon, trefflioher Meister,
stumm ist die Leier, die oft hold in den NAchten ger&U8cht,
8tumm auoh Smerdia, der Frühling der LiebeaWÜD.80he, für den du
Lieder wie Nekt&r so süß 8ingend der Leier entlockt.
Sohußziel W&r8t du dem Er08 für Liebe zu Knaben, und stets nur
schoß er vom Bogen den Pfeil tückisch von feme auf dioh.
AntipatrOl von Sidoll

Ein gleiches
Dies ist Anakreons Grab. Hier schlummert der Singschwan von Teos
und sein wildes Begehr, das ihn für Knaben entfacht.
Ah, da klingt eine Leier ein schmelzendes Lied von Bathyll08,
und an dem weißen Gestein duftet des Efeus Gerank .•.
Selbst am Acheron nicht erlosch deine Sehnsucht: dein ganzes
Herz ist im Hades sogar brennend von Liebe erfüllt.
AntipatTOI von Sidon

Ein gleiohes
Der bis ins innerste Mark für den thrakischen Smerdis du glühtest,
König der StAndohen, du Fürst jeglicher Feier zur Nacht,
du, der Liebling der Musen, Anakreon, der du beim Becher
über Bathylloa 80 oft zArtliche Tranen geweint,
mögen die Quellen von selbst des lauteren Weines dir 8prudeln
und dir strömend ein Gott himmlischen Nektar verleihn,
mögen die GArten von selbst dir Veilchen, die Blumen des Abends,
sprießen und wonniger Tau Myrten dir nihren zum Kranz!
Trunken dann wirst du den Arm nach der goldnen Eurypyle streoken
und noch bei Deo den Fuß zierlich bewegen im Tanz.
Dioskoridt,
34 Anthologia Or .. eoa VII

32. IOYAIANOY ArTO YrTAPXnN AlrYrTTIOY


TTOi\i\CxKI iJEv T65' clslC1a Kai ~K TVIl/30V 5e /30T)C1CAl'
..TTlVETE, l1'plv Tcn:rn,V O::llepl/3cXi\TJCJ'6e K6vIV."
A: EIs .ov aü-r6v. - PI IIla 22,43 f.40 v; Ir. 98 [iunctum oum ep. 33).

33. TOY A YTOY


TTOAAO: l1'IWV T~eVTJKas, 'AvaKpeov. - ,: Ai\AO: TpVepT)C1as'
Kai cN 5e IlTJ 11'1 VCAlV i~eal EIS 'AI5TJv."
PI lila 22,24 f.40 v ; Ir.98 [cf.ad32); Gott. phil.29. - Tit.om. PI :t af6avc.

34. ANTITTATPOY l:IM~NIOY

TTleplKCxV C1cXi\l1'Iyya, TOV ruaYECAlV ßapvv VIlVCAlV


Xai\KEVTav, KaT~xel TTlv5apov ä5e K6vIS,
ov J,iV.os ElC1atCAlv epe~y~aI6 Kev. Ws 6::lt'o MOVC1(;)V
tv Ka51lov eai\allolS C1lliivos 6::lt'el1'MC1aTO.
PI lila 22,20 f.39 v ; Gott. phil.29. - I-:t Suid H. EIiayo'Js ct xaAKEll'n\s "r>apvUIJ.VWV
PI.

311. AEnNI60Y
•ApllSvOS nV ~e!VOIC:nV O::VTJP ö5e Kai eplAOS O::C1ToiS,
TTlv5apos, eVepWVCAlV TTlepl5CAlV l1'p611'oi\os.
·PI lIla 22,21 f. 39 v • - In P hio [pa) et post VII 516 [pb). Tit.: Platoni trib. ob,
anonymo Plut. 1 Plut. Dlor. 1030a ct inscriptio Horacleae Pont. aaec. 11. [Mitteil.
d. ath. Inst. 5,83) 11 ~PIJE\lOS: limos pa PI [qui ~PIJ.. aupraacr.].

36. EPYKIOY
Ale! TOI i\ll1'apc'j) tl1'l CTT)llaTI, 5ie IOcp6Ki\eIS,
C1KTJvITTJS llai\aKoVs KIC1C1Os äPOITO 11'65as,
ale! TOI ßOVrralC11 mplC1T6:~oITo 1lEi\1C1C1aIS
TVIlßoS 'YIlTJTTeI~ MIß61lEvoS !lEi\ITI,
Ws äv TOI pelIJ Ilev ö::el yaVOS 'ATOI51 5Ei\T~ 5
KTJp6S, wo C1TEepavolS 5' alev (XIJS l1'i\oKallovs.
·PI lIla 22,30 1.40 r ; Suid. H. c5:AOI"TO, CJl(T\v~, r>o\nralS, c5:yavov. - 1 l:Ocp6KAEES pI
2 aKT\~"TT\S pI 11 arrAoTTo Stadm. ~AOI"TO 3 -a.aaol"To Suid. 8. r>o\nr. Ii atl yavos
Jac. ayav6s P Suid. s. c5:y., äivvao$ PI 6 fxEIS P fxOIS Suid. s. c5:y. PI em. Brund,.
Anthologia Graeoa VII 35

Ein gleiches
Oft schon hab ich's gesungen und will's aus dem Grabe noch sagen:
..Trinkt, bevor man den Leib hier euch mit Erde umhüllt."
JUliano8, Präfekt von Ägypten

Ein gleiches
Trankst du, Anakreon, auch: du starbst. - ..Nach lustigem Leben!
Du aber trinkst nicht und steigst doch in den Hades hinab."
Juliano8 von Ägypten

Pindar
Pindar, der Musen Posaune, der kunstvoll gerundeten Hymnen
Meister und wuchtigen Schmied, hält hier die Erde im Schoß.
Hörst du die KJänge, dann meinst du, er habe die Weise gefunden,
als die Musen ihr Lied Kadmos zur Hochzeit gebracht.
Antipatr08 von Bidon

Ein gleiches
Freundlich war dieser den Fremden und lieb seiner eigenen Heimat,
Pindar, der Priester der schön singenden Töchter des Zeus.
Leonidas von Tarent

Sophokles
lIlöge der Efeu der Bühne dir, göttlicher Sophokles, ewig
sich auf dem glänzenden Mal zärtlichen Fußes ergehn,
mög(m hymettischen Honig die rinderentsprossenen Bienen
ewig als Opfergeschenk über den Hügel dir streun,
daß dir schimmerndes Wachs fürs attische Täfelchen ewig
träufelt und ewig ein Kranz grün dir die Locken umsäumt.
Erykio8
36 Antbololl'. Graeo. VII

37. f.IOIKOPIf.OY
TÜlAßos 68' '<7T', c:'lv8pc.lm, IOfO.vJ~, l>v 1Tapa Movawv
Ip1'\v 'lTCXp8&alllv lepOs c:,v D.CI)(ov·
c5s j.IE TOV lK <J);\loiiVT~, m TpljXIMV 1TcrrioVTCl,
1TplvlVOV ~ XPUcnov axi\1lCX IJE61lplJ6aaTO
Kai M1rTllv lriSvcnv &;\ovpyl5a' Toii 5t 9av6VT~
EÜ6n'ov 6pXll<7T1'\v TijS' ävtmxuaa 1t'65a.-
,;O;\~I~, Ws äya&1'\v D.CI)(es <7TQaIV'1'\ S' M XEpal
KoVplll~ lK 1T011lS "SE SI5aaKaMllS;"-
Ern aal 'Avny0"'lv dmlv qllMV, OÜK äv 6:I1<XpTOIS,
EIn Kai 'H~pav' 6:IlqlÖTtpat y6:p a.cpov. 10
PI 11(. 22,31 f.40r. - I T. 6' 6/S'lcmv &18. pi t "pllv PI [primoJll1l'Clp8Eal1l"
Brunok -wIllv " lAaxlV PI 4 a6!aa P • ~6' PI [ex TW!i'l Tij)8' P l' 1ACX){1! P PI
[ex -esll/ II Luo. 11" X.palv 0 8 lI61 PI • «701 Salm. aOv.

38. f.IOf.npOY
SEloS 'API<7TOqlO:IIIi\lS w' 11101 riKVS, er TlVa mVeT],
KWIIIKOV äpXal'lS IIl1älla xopO<7TaalllS.
Tit.: f.lo6wpov ex f.108ColPI [11 supra 1'1 P.

39. ANTIOATPOY 9EIIAAONIKEnI

'0 TpaylKOII qlW"'l1la Kai 6q1pVÖEaaall äOIS1'\1I


TNPYWaas <7T1~Pf:l1TPWT~ b eVrni'l,
Alaxv;\~ EVqIOplwVOS, 'EMvalvlllS lKas a rllS
ICIllTat KV5alvwlI aTtl'aT1 TPll/aKplllll.
PI m. H." f.39". - l-tSuid ••. 1NpyOfOposI/fP6vtl1l<l pi Suid. tnp&>Tov PI
primo S 'EAIvoIV· pi 4 TaallGlPillv pi PI.

40. f.IOf.npOY

Alaxv;\ov "SE MyEI Taqllll M80s ivea& ICIlla9at


TOV \Ityav, OhCllllS Ti\;\' ä1TO Kaq)(mfllS,
MvKa rV.a IItcV.ol0 1TaP' ü5aTa. TfS ap8Ovos, alai,
91lCJ&ISas äyaGWII fyKOT~ alb fxEI ;
PI ((!b 22,14 f.96". - Tit. om. PI S ro.at PI s-4 TlS •.. Suid. s. ''Y''OTOV ct
e.,cnl6at 1/ alal Jac. all" P Suid. om. PI.
Anthologi& Gr&eo& VI[ 37

Ein gleiches
Dies ist, 0 Wandrer, der Hügel des Sophokles, den ich als Gottes
Heil'ger zu heiligem Pfand selbst von den Musen empfing.
Er war's, der mich gewandelt, der einst mir, als roh ich in Phlius
noch über St&chelnuß schritt, goldenen Schimmer verliehn
und mich mit köstlichem Purpur bekleidet. Nun, da er gestorben,
ruht hier für immer mein Fuß, der wie geschaffen zum Tanz. -
..Schön ist, beglückend dein Platz! Doch trägt deine Hand einer
haarlose Maske: 0 sag, welche Tragödie das meint." - [Jungfrau
Welche du willst! Du magst Antigone oder Elektra
darin erkennen, es stimmt: heide sind Spitzen der Kunst.
Di08koridc8

Aristophanes
Willst du es wissen, es ist Aristophanes' göttliche Hülle,
die hier unter mir ruht: klassischem Lustspiel ein Mal.
Diodor08

Aischylos
Der als erster vor a.llen des Sanges erhabene Weise
und in machtvollem Wort tragische Sprache geprägt,
AischylOB, er, des Euphorion Sohn, hier fern von Eleusis
liegt er und spendet im Grab Ruhm dem Trinakria.land.
Antipatro8 von The8aalonike

Ein gleiches
Dieser Grabstein verkündet: Der große Aischylos schlummert
fern vom kekropischen Land, das ihm das Leben geschenkt,
hier beim sizilischen Gela an schimmernden Wa.ssern. - Wie haben
Theseus' Enkel doch stets, ach, ihre Besten gehaßt!
Diodor08
38 Antbologla Graeoa VII

41
..A 1l000P, äl.lßpoallJO'I avWC7TU! q>I).TCXTE MoVaIXlS,
xa1pe Kai dv 'AI&Col 5wIJ(XO'1, KcüV.II.IaXE.
PI TIla 22,46 '.40 V • - Cum ep. 42lunx. P 1& P ~ PI 1/ ~1) P.

42
..A JJtya BaTrIMao aoq>OÜ mpl1Nl7TOv 6VElap,
il ~' mov KEpQc.>v oü5' Wq>CX1/TOS ftJs.
TOla yäp ~IV ~vas, eh' oü 1rapos &vtpes i51lEv
6:!lq>I TE 46avcX-rous 6:!lq>I TE '1'1llleEoUS,
Wri Illv AI< 1\1~\nJS ävaelpas Eis 'E).IKWva
ilycry'ES Iv ~alS nlEpl&O'C1I q>tpColV·
al 56 01 elpolllVft) &Ilq>' WyvylColV "'~v
AtTla KalllaKajXo)v dpov &Ile1~llEval.
·PI TIla 22,46 '.40V [of. ad "p.
41]. - I-I Suld. a. 6w.ap 11 er:. PI I lt!s: (opus PI
3 ta!IEII 0 4,,'f!tous
(t) pi l' 01 PI erDl P 8 1C0tII Pi.

43.IONOI
XaTpe llE"allmT{V.oIS, E~pl1rl5", Iv yvclc'-OIC1l
nlEp1as TOV &EI \lVlCTOs IxColV eclc'-allOv·
tael 5' wo x60vbs ~v, 6T1 0'01 l()Jos ~q>6ITOV WTIXI
taov 'OIl"pelalS &EväOIS XapIC1lV.
PI lIla 22.23 '.39 v• - I-I ••• nllp1as Sold. a. w yuäAo,cnl/-mTaAo.s Lobeclt
-ntTrAolS 1/ w ex IIv PI I altl P.

.
EI Kai 5aKpv6eIS, E~plm5". EW O'E -rrCrrIlOS,
Kai O'E ).UKOppCX1O'TIXI &11\"VOV I&VTo ~VES,
TOV 0'K1l11Q IlMIY1lpuv a,,50va, K6aI.IoV 'AeTJvWV,
TOV 0'0q>11J MouaIColV 1l1~6:I.Ievov xäpmx,
~' IIlOMs neMalov Ihr' "plov, Ws äv 6 MTplS
nlEpl5Colv vall)S äyx6!h nlEpl5ColV.
PI ma 22,24 '.39 Y ; I 72. -Ionl kib. I J \1u.lyvpw I 4 croopl'l P I/Mova#.(o)1/
P TpaylKI'\V PI I • nllplac.w' P PI -I'lS I.
AntboJogia Graeca VII 39

Kallimachos
Seliger, wertester Gast im Haus der ambrosischen Musen,
Heil dir, Kallimachos, auch drunten in Hades' Palast!
Anonym

Ein gleiches
Herrlicher, ruhmvoller "Traum" des sinnigen Sohnes von Battos,
wahrlich, du kamst aus dem Horn-, nicht aus dem Elfenbeintor.
Siehe, du hast uns erzählt, was nie noch wir Irdischen wußten,
von der Unsterblichen Schar und dem Heroengeschlecht.
Denn du trogest von Libyen den Dichter zu Helikons Höhen
und entführtest zum Kreis der Piäriden ihn hin.
Dort befragte er sie nach Göttern und alten Heroen,
sie aber taten ihm drauf wechselnd die "Ursprünge" kund.
Allonym

Euripides
Heil, Euripides, dir in Pieriens dunkelbelaubtem
Waldtal, wo du der Nacht ewige Kammer bewohnst.
Unter der Erde noch wisse: Nie schwindet dein ruhmvoller Name,
so wie niemals Homers ewige Schönheit vergeht.
Ion

Ein gleiches
Hat dich, Euripides, gleich ein trauriges Schicksal getroffen,
haben zum Fraße dich auch reißende Hunde geholt,
dich, die Zierde Athens, die Nachtigall, Sänger der Bühne,
der du die Grazie dem Geist sinniger Musen vereint:
nieder stiC"gst du zur Grube in Pella, auf daß du als Priester
der Pieriden am Ort der Pieridcn auch seist.
Anonym
Aotbologia Oraooa VII

46. aOYKYAIAOY TOY IITOPIKOY

MI/äiJa I!tll 'Ellas mraa' EliplmSov, 6c:rria S' taxE1


~ MalCESWll, ijmp St~aTO npllCl ßlov.
1TaTplS S' 'Ella50s 'Ellas, 'A&i'\IIaI· 1TMiO'TlX st MoVaCXIs
n~ IK 1TO}.A(;)11 Kai TOll mall/Oll 'xE1.

PI IJIa 22,23 f.39 v , vita Eurip. 1,38 ot 4,41. - Anonymo trib. PI, Tbuoydidi Ath.
Euat., Tbuo. vol Tlmotheo vit. I 11vf\l1cx vlt. I MCIKtI66v<olv vit.// ~mp vit. fI yäp
P PI a 1Tcrripcs vel 1TcleTpcx (-11) vit&o // 'E>.).. 'EAAäS Ath. 5,187 d, Euat. U.
3,3M // 11000CJat PI vit. 4 ypäljlas lK 1TMICJT<olv vit.

48
0Ii aOlI 1,1Iri'lllQ TM' fcrt', Elipl1TIST\, &llä aiJ Toii5e·
~ ail yap 56~ IlIri'jIlQ TOS' 6llmxETal.
PI lila 22,26 f.40r. - I lcrr' E(,pI1r1611 PI E{jp.l", P Il1viiJ,Icx c.

47
•Anau' 'AXCXlIS IlIri'jIlQ UOll y', EliplmST\·
oOKow c5:cp6)VOS, &llä KaI l.CÜ\T\nos.
PlllIa 22,27 f. 4O r , SuKI. a. AaA~. - I y' ODI. P Soid.

48
AIGa1.tolo 1TVPOs uapKES ~ITrilUI TPV'T\1.a\
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Antbolollia Graeca VII "I
Ein gleiches
Hellas. aoweit es sich dehnt, ist Euripides' Denkmal; den Staub nur
nahm Makedonien auf, wo er das Leben beschloß.
Aber sein Heim ist Athen, das Hellas von Hellas; und freute
tausend sein Singen, es preist laut ihn auch Tausender Mund.

TAukydidu der Historiker

Ein gleiches
~ichtdein Denkmal ist dies, Euripides, du bist das seine;
denn um des Males Gestein legt sich verklarend - dein Ruhm.

Anonym

Ein gleiches
Das ganze Hellas ist dein Mal, Euripides;
und stumm nicht ist dies Denkmal, nein, es spricht aogar.

Anonym

Ein gleiches (t)


... und die flammende Lohe des Feuers erfaßte das zarte
Flf'isch und brannte es an, daß es die Feuchte verlor.
Stumm nun liegen allein die Knochen im traurigen Grabe,
und der Weg noch hierher kostet dem Wanderer Müh.
Anonym
Antholosia Graooa VII

49. BIANOPOI BI9VNOY


'A MCXKhIS O'E Kt1ceveE TO:fOV K611IS' äAAa nvpw6els
Zavl ICEpavvdCt> yaiav 6:m'!X61C1C7QS.
TplS yap rnaa-rpQ:\vas, EVplTTISTl, iK flICs al6';p
ilY"IO'E Tall 611aTall oT!lJCXTOS la-roplall.
PI 111 b 22,13 I. N Y. - Tit. om. PI I IOIpclllWl'f) Stoph. -IIOI~ 11 yafav C lfCX\av pI
wäaClv PlI/ am,lIcp1exaexs PI I cmaaTP- PI .. 8vTJTav a. laTopfTlv PI.

110. APXIMHI\OY
T';II EVpITTl&e..> IJ"T' CPXEO IJ"T' rnl~ov
SVaßcn'oll &vepclmolS 011.1011, aolSoeha'
MITllJill yap 1&111 Kai rnIKpoTOS' i\II Si TIS aVT.;II
d~II1J, XcWTToV TPTlXunPTl aK6;\.oTTQS·
i\II st Ta MTl8eITlS AltrriSos ciKpa xapO:9JS,
&!l1rl}1Je..>II KEIa1) IItp6ell. Ca a-recpO:IIOVS.
eA: Eis TÖV cn:nov. I: cnu.nmoc6v. - PI IUb 22,12 f. 95". - Tit.: 'Ap)(III"I>'ou Brunck
-1\6ovs P om. PI S "'ITl PI ISElv pi 1511111'\ 0 1/ hrlppo&os Desr. -oGos 11 flv P EI PI
.. Ela~ClIVlI pi PI [ex -"'1) om. 0 1-1 om. PI • crncpCIIIOS Pi.

111. A~AIOY

00 OE KVIIWII yElIOS ,\;\.', EVPITTISTl, oIist YV\ICXIKCs


ola-rpos, TOll C7KcmTlS KliTTplSos äAA6TPIOII,
äAA' 'AISTlS KaI ~pcxs' ÖTTaI MCXKh1:I S' , Ape60va1)
1CE1acn hcnpellJ TlIJIOS ' ApXfAE.e..>.
aOll S' OV WÜTOII 'y~ Tl6e1Ja1 TO:CPOII, äAAa Ta B6:Kxov
~"lJaTa Kai C7KTlvas ~O:SI TTEI60IJiIlCXS.
PI IUb 22,20 f.Nr [iunctllm oum op. 116). - Tit.: 'AM- P om. PI I TO P
0 \nrbc~oM' Ti3 8' PI WcxillCll<I\I Suid. 8. v. .. KlITCII P • ~1\II­
S wClI IIC11ChIlS'
Jac. fllI-/I ~I Horm. rll~cW 1/ 1p115o\.I- Pi.

52. AHMIOyprOY
'OOO:Sos &lipvx6pov a-rtfCIllOII Kai K6aI.lOII aOISijs,
•AC7KpalOll yell&';11 'HaloSoll KaTtxe..>.
PI lIla 22,11 1.39". -Ti!. om. PI.
Antbologia Graoe .. VII 43

Ein gleiches
Makedonische Erde bedeckte im Grab dich, da stießt du
unter des donnernden Zeus Blitzstrahl die Erde hinweg.
Dreimal, Euripides, blitzte auf dich von Kronion der Äther,
läuternd, was noch am Grab Kunde von Sterblichem gab.
Bianor von Bithynien

Ein gleiches
Geh nicht, 0 Dichter, die Bahn, die Euripides einstens geschritten!
Laß vom Beginnen! Der Pfad ist für die Menschen zu schwer.
Glatt und trefflich gebahnt zwar sieht ihn das Auge; doch ist er,
wenn man ihn wirklich betritt, rauher als Dornengcstrüpp.
Greifst du zur Spitze nun gar, zu Aietes' Tochter Medeia,
stürzt du vergessen in Nacht. Darum - laß ab von dem Kranz!

ArcMmelos

Ein gleiches
Hunde nicht brachten dich um, noch brünstige Liebe zum Weibe,
da du, Euripides, stets heimliche Lüste gehaßt,
sondern das Alter und Hades. Nun ruhst du am Rand Arethusas
in Makedonien, geehrt von Archela08, dem Freund.
Das aber dünkt mich nimmer dein Grab; dein Grab ist des Bakchos
Tanzplatz und Bühnengebäu, das dem Kothurnos sich beugt.

Adaios

Hesiod
Ich umschließe die Krone der räumigen Hellas, die Zierde
all"n Gesanges, den Sohn Askras, der Stadt: Hesiod.
Demiurgo8
Anthologia Graoea VII

53
'HafoSos MovaalS 'EAIKColVfal TavS' avte1lKa
lillv~ vlK1'laas EV XaAKfSI &10v ·OIl1lPOV.

PI lIla 22,12 f.39 v ; Dio Chrys. 2,11; vit. Horn. p. 27,41 Wil. - In P hio [pa] et
ante VII 1 add. c [pb] 11 Heaiodo trib. vit. 27, Liban. (Apol. Soor. 65), Gelliu8
3,11,3 I 'Halo60s ex 0011 pa l/'EAIKollläal pa // T611S' Dio vit. 27 Tcj>S' pa TqS'
P b ~S' PI// ävtet,1CEII Dio vit. I XapKISI pa //StOIl vit 27.

54. MNA~AAKOY

• AaKp1l 11111 'TfClTpIS 'TfoAvMIOS. aAACI. eallaVTOS


6aTEa' 'TfA1l~f'Tf'TfColV yi'j MIVVOOII KClTExel
'HaloSov, TOO 'TfAelaTOV tv avepc;molS KMos taTlv
avSp(;)v KP1VOllEllColV Eil ßaaall~ ao~f.,s.
PI lIla 22,13 f.39 v ö vit. Horn. p. 42,51,54 Wil. - Tit. om. PI, Chersiae Orehom.
trib. vit. 54 I Peplu8 19,2 //1TATj~hnrov vit. 5111 M\IIv~ Pepl. -ÜTJS vit. 51 3 /11
'OOaSI KiiSOS 6pelTCII vit. 64/1 avOp6mOIC7I P 4 llaaavolS vit. 51.

55. AAKAIOY
AOKpfSOS lv vEllei aKlepi;) VEKvIl 'HalaSolo
NVIl~<X1 Kp1lvISColV AOOaaV lI'Tf6 a~ETEpColV
Kai Ta~ov \/1fIc:,aaVTO' YaACXKTI SE 'TfOI!1EIlES alyoov
lppavav ~avei;) IlI~allEvol IlEAITI'
TofTjv yap Kai yi'jPVII lI'TfE'Tf\IEEV EvvEa MovatColv
6 'Tfptaßvs Kaeapoov yeuaallEvos AIßa6Colv.
PI lIla 22,14 f.39 v• - Tit.: A PI: 'AAKalov.l: 1TOITjToV MITVATjllalov. C: f) MEaaTj-
IIlov I 'HC7I66ov pI I KpTjlll&.w Wakefield -la6(0)1I 4 IJI~avEVal pI 5 MovawII PI.

56
'Hv äpa .1TjIlOKpITOIO ytAc.>S To6e, Kai Taxa At~el'
"OIiK €Aeyov yeAOColv' ,naVTa 'TfEAOVal yeAColS';
Kai yap tyw aoeplTjv !lET' amlpova Kai aTfxa ßI!3AColv
ToaaaTfColv KElIlal vtpee Ta~olo ytAc.>S."
PI lila 28,6 r.42 r ; Laur. 32,16. - I YEM(o)II Ws 1TallTa 1T6Aoval PI.
Anthologia Graeca VII 45

Ein gleiches
Ich, der Hesiodos, weihte hier diesen des Helikons Musen,
als ich im Singen zu Chalkis den hehren Homeros besiegte.

Anonym

Ein gleiches
Asm war seine Heimat, das Saatland; doch dort, wo die Minyer
Rosse tummeln, da ruht heute des Toten Gebein,
ruht Hesiod, der Mensch mit dem strahlendsten Ruhme auf Erden,
wenn zur Erprobung des Manns Weisheit als Prüfstein erscheint.

M1Ia8alkes

Ein gleiches
Nymphen haben in Lokris' durchschattetern Haine den toten
Leib Hesiods mit dem Naß eigener Quellen gespült
und ihm den Hügel gehäuft; und Ziegenhirten besprengten
diesen mit Milch, worein bräunend sie Honig gemischt.
Süß ja hatte der Alte sein Lied gesungen, seitdem ihm
lautere Tropfen der neun Musen die Lippen genetzt.
Alkaios von Jles8ene

Demokritos
Dies also war es, warum Demokritos lachte; er ruft wohl:
"Hat nicht mein Lachen gesagt: ,Alles ist Lachen nur wert'?
Ich auch fand Massen von Weisheit, ich schuf wohl Haufen von Büchern,
sieh, und ich liege im Grab: ist das zum Lachen nicht Grund 1"
Anonym
Antltologia Gra.eoa. VII

Si. (~IOrENOYI AAEPTIOY)


Kai Tis Icpu aocpO) c:)&; Tis Ipyov lpE~ TOaOiiTov,
6aaov 6 lTCIVTo&n'!S l.I"vvaa ~lll.loKpIT05;
~ SavaTov 1Ta~6VTa Tpl' i\I.ICXTa SWJ,laalv laxe v
I<al 6EPl.loiS äpTc.>v ~J,laalv 1~V\alV.
PI lila. 28,7 f.42 r ; DID!I. L. 9,43. - I IppE~l pI :I aKnrua P :a 'lrClpIMa et lax-
DiD!l. 4 M\IaInv P 11 '~cn DlD!I.

58. IOYAIANOY AnO ynAPXAN AlrynTlOY


EI l<aI äJ,IeIS"Tc.>V lIEI<Iic.>v v-rr6 yaiav ävcXaenlS,
CIlepC7EcpOVTl, lfI\IX";v Sixvvao ~llJ,lOKplTou
EVJ,lEvECA)5 yu.Öc.>aav, tml acal enlo TElCOiioav
c!txWJ,IEVTlv I1TI aal J,loiivos (l<aJ,lIfll! yV.CA)5.
PI lIla. 28,8 f.nr. - Tit. om. PI I-I ••. ~ (I) Suid ••• &p.11i'lTOS.

69. TOY A YTOY


mO\rrc.>II, st~o. J,lcXacaP, f.llJ,lOKpITOV, Ws KEil 6:v6:aac.>v
alev 6:J,lEIS"Tc.>V acal yu.Oc.>VTa MxoIS.
PI II1b 26,1 f.96 v• - Tit. om. PI. I 'I1').oVroI/ pI :I ytMovra PI.

60. IIMIOY
Ic.>cpPoaVlI1J rrpocpspc.>11 SVTlTWII fiSEl TE Sll<al~
lv6a6E KEiTal 6:v..;p BElas 'AplaTOICAiTtS'
EI Se T1S 11< 1TaVTc.>v aOflllS J,iEyav faxEV rnalvov,
OÖTOS IXEI 1TMTaTOV 1<00 cpS6vov 0\1 cptpETal.
·PI lila 1,1 f.30r, Diog. L. 3,43. - Tit.: IllIlIlou P om. PI Diog. I &IICaI_ pI
Z ,,,e.51'\ "ElTOI 5las 'A. Diog. 4 TOÜTov Diog. /I 'I1'ou).w P PI /I ~vOS oÖj{ rnnal Diog.
AnthoJogla Graeoa VII

Ein gleiches
Wer war jemals 80 klug, wer brachte das Kunststück zustande,
das Demokritos einst, er, der allweise, gezeigt?
Hielt er den Tod doch leibhaftig drei Tag' lang im Hause und hat ihn
dort mit dem warmen Duft dampfender Brote traktiert.

Ein gleiohes
Herrschst du auch unter der Erde, Persephone, über die niemals
lachenden Toten, 0 nimm gütig Demokritoa auf,
dessen Seele dir lAchelt; auch deiner Mutter ja wurde
jener Kummcr um dich nur durch ein Lachen zerstreut.

Julian0.9, PrlJ./ekt von Ägypten

Ein gleiches
Seliger Pluton, empfang den Demokritos, daß bei dem ewig
ernsten Volk deines Reiohs endlich ein Lachender ist.

Julian0.9 von Ägypten

Platon
An harmonischem Sinn lind rechtHchem Fühlen ein göttlich
Großer im irdischen Volk, schlummert Aristokles hier.
Hat einer rings in der Welt. der Wcisheit strahlemlen Nachruhm,
er hat den höchsten, und nic tastet die Mißgunst ihn an.
8imiM
48 Anthololl& Or&oo& \' 1I

61

ra1a IIlv Iv KOXlTOIS Kp\nrrel TO& awlola mäTwllOS,


1fIIIXI'I 5' ä6allCXTov Ta~", IxEI lIaKCrpWV
vtoü •AplaTWIIOS' TÖV TlS Kat TtlA6e1 valwv
TlII~ cM'\p äya60s 8&lov I56VTa ~Iov.
°PlIIl& 28.2 f.42 r ; Diag. L.3.«. - I &b ata uaqoo &d nM in ras. PI I-I cf.
XVI311/ oc6A",~ Diag. I 49cMhwv PI Diag.

62

Alm, Tl1M'1! ~t~'lKas vmp Tafelv i\ TlIIOS, Elm!,


cXcrrtpOEna 8&wv olKov cmoaKomelS; -
.. '+'vxiis .1111 TlMTWIIOS cmOlTTal!iv'lS ts ·OXUlilTOV
5.
elKwv' awlola yi\ YT'Iye~ 'AT6ls lXEI."
A: ds Tc!W aVTiN· IIIWTlPOII [00. qu&m op. 80 et 61; 0 Dlog. L.). - PI 111& 28.~
f.42 r ; Diol. L. 3.4•. - 3 Ils 0101. • YII om. Diol.

63. AI1EInOTON
Tbv KVva AIOyi"'l, VEK\IOO'ToXE, 5t~0 IJI!, lTOp611EÜ.
yvlJvWaaVTa ~Iou lTaVTOs nnaKVvlOv.
PI 111 & 28.9 f. 4:.1 r. - I 1110"""'" PI /I &~al PI.

M.AI1HJ\ON
Elm!. MV, Tlvos cXv5p6s .~ aiilola cpuAäaaelS; -
..Toü Kuvös." - 'AA'-a TlS "v 0ÖT0S cM'\p 6 Kliwv; -
.. Aloyi"'ls." - rtvos Elm!. - ..I",wlt'EÜS." - ·Os lTIeov ~1<E1; -
.. Kat 11cXAa' VÜV 5l 6avWv äaTipas olKov Ixel."
PIllI& 28.10 1.42r. - • clrcrripos P.
Anthololl& Gr&oo& VII 49

Ein gleiches
Hier im Schoße der Erde ruht Platona sterbliche Hülle,
doch zu der Seligen Reich schwang sich für ewig l16in Geist.
Jeder Treffliche huldigt, 80 fern er auch weile, dem Sohne
des AriBton, der gleich Göttern sein Dasein verbraoht.
Anonym

Ein gleiches
Adler, du stehst auf dem Grab? Warum? Du schaust in den Himmel?
Sag, W68B6n Götterpalast sucht in den Sternen dein Blick? -
"Sinnbild bin ich der Seele des P1&ton; sie flog zum Olympos;
nur l16in Körper zerstAubt irdisch im attischen Staub."
Anonym

Diogenes
Totenfährmann, 0 nimm mich, den Hund Diogenea, zu dir,
tat ich den eitlen Stolz jeglichen Lebena doch ab.
Anonym

Ein gleichea
Hund, wer ruht in dem Grabe, auf deesen Denkmal du wachend
stehest? - "Der Hund." - Und wen nannten die Menachen den
[Hund? -
"Den Diogenea." - Heimat? - "Sinope". - Der hauste im F&886? -
"Richtig! Doch heute im Tod dienen ihm Sterne als Haus."
Anonym
50 AnLhologia Graeoa VII

86. ANTInATPOY
~Ioyt~ TO& ,",IIIX, aotoO KVvOs, ISs lTOTE 6vJ,ICi)
6pael" ~""''"lll t~O\ll1 ~IOTOII,
~ lila TlS m'!pa, lila 5llTAots, EIs äll' flPOha
aKllTc.>lI, cx\rrap1COUS 61TMx a~.
OMa Talj)OV 'TOÜ5' mOs h', ä,pows, ~ 6 IIIIc.>'TTtIis
f)(GalpEl tpa\iAolI lTc!tvTa Kai ElII 'AI51J.
PI lila 28,11 1.42r. - I-I 6s ••• Suid ••. 'Y"llvi\T01 sc;. I'ICII pI 11 cnmpa [001.
1'1a") pI 11 6nrAots PI 611fAIOS pI 611f).60s 0 4 OlCI'l1f"'V "11 aaoqopoa\NT)s PI.

86.0NEITOY
BaKTpolI Kai m'!Pll Kai 5\'1rAOoII ellIIX a~io
~loyt\llUS ~IOTOV fOpTOS 6 KOVcpOTQTOS.
lTallTa ,tpc.> lTOp&lInl' AtAollTa yap oö5ell wep yi1s.
aAM, MII, aaIIlOI$, Ktp~epE, TOll IIE KUI/a.
PI lila 28,12ct 13 1.'2f [duoeplgr.j.-TiL.olD. PI I "~I"I (T) pI 3 WS &wO
TOÜ luoy#.voVS pr... mil. PI 11
Wopyf\s pI "Suld. I. "allllO'&CII.

67. AEONIAOY
, AI5ec.> AV1T1lpE 511'1KOIIE, TOÜT' , AXtpolITos
v5c.>p ISs 'II'~IS 'II'Op911151 KVCIW1J,
5t~Ql 11', EI KaI aal lIlya ~1&eTat 6tcpv6Eaaa
~IS c!t'II'OfGII&tIlc.>II, TOll t<Vva ~IOytll1lll.
6).'II'Tl 1101 Kai m'!Pll fql6AKla Kai TO lTaAQlOII 5
la&os xw .eII&tIlOUS \ICIVCTTO).k.)1I 6~MS.
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(PXOII' fxc.>l1· Ael'll'c.> 5' oö5b w' t'!UJct>.
Pllllb 26,2 1.061'. - 1-2 wO-r' ••• Suid ••. wop""s, 3 ....... 6ocpt611S et ~IS et
1hr00001lfllOll, Ii .•. l~la •• " .. 7 -8 •• l1rnrCq.ea I TOÜ 6' Suid. 2 1N8!aI61 pI
4 kÖplS pI 'I a.r.,.e.1'lvwv PI -~ pI -I~ 0 Suid. /I AIOM c Suid. I 1fA"pTl
Suid. ,,elllfVOS pI -GIS" 'J trävII': TaOe' P 1/ dv Suid. 1/ hmT6:!Ifea PI [-111'-1,
Suid. -äC1llE9a P 1/4I6av c Suid. -CII pI -'lV PI • "'I1fOll PI.
AntboJogi .. Or .. eo .. VII 61

Ein gleiches
Dies ist Diogenes' Mal, des Hundsphiloeophen, der einatens
sich mit tapferem Mut nackt duroh das Leben gekämpft,
dem ein RlLnzel, ein Stock und ein Mantel als Reisegefährten
dienten, der einz'ge Besitz seines genügsamen Sinns •.•
Fort von dem Grabe, du Wrichtes Volk I Denn dem Mann von Sinope
ist auch in Hades' Reich alles Gesindel verhaßt.
AntipalrOl 1107& 8idon

Ein gleiches
Stab und Ränzel und Mantel, mir weisem Diogenes dienten
sie als die leichteste Fracht, die ich im Leben gehabt.
Alles nun bring ich dem Fährmann; niohts ließ ioh zurüok auf der Erde.
Darum, Kerberos, Hund, wedle mir Hunde Willkomm!
Hone8to8

Ein gleiches
Finsterer Diener des Hades, 0 du, der in bläulichem Nachen
ewig über die Flut hier auf dem Acheron fährt,
gönne ein Plätzchen auch mir, dem Hunde Diogenes, ist auch
heute dein furchtbarer Kahn 1a.stend von Toten schon voll.
Fläschohen und Ränzel sind all mein Gepäck, ich trage ein altes
Kleid und den 000108 noch, Fährgeld für Tote, bei mir.
Was ich im Leben besessen, ich bringe es sämtlich zum Hades,
nichts von allem verbleibt unter der Sonne zurück.
Leonidtu von Tarent
112 Anthologla Oraooa VII

88. APXIOV
•Al50s c:, 1lE1MJyi, lCI)(apidllE Mxpual 11'Cnrr(o)II,
&s ~ 1rOp&1!EÜEIS TOÜT' 'AXtpol/TOS 1i5c.>p,
EI Kai aol ~i~pleell w' EI&:MolCJ1 xapOVT(o)1I
6AKclLs, pil11'poAI'IT1JS Aloyi"'1 \oIE KVIICI.
6).11'1l11 xal c7Icl11'(O)\ICX ti~ xal SI11'1.6oII ElIJ(X
Kai m'!Pll11 Kai aol \lCXlTrlAlllS 6~1W1I.
xal ,~ Ta& IIOÜIIOII, & Kai ~ cME KOPI'(o),
Elxoll' w' ileAlov S' 00 TI )J).o1'II'CX p I .
PI ma 28,1. ' .•2r. -IICIXCIpIMvosPI 1-4 ... 6Alc6tSllid••. ICCIII6vr_ • ~ PI
[prima] f lIOOva Pi.

89. IOVAIANOV AnO VnAPXAN AlrVnTlOV


KipJ:lepe, S.IPaAill11 öAaKi!1I lIIlCÜEaalll 1ä1.A(o)II,
i\Sll tPIKa),tOIl SelSI81 Kai aö 1liKu1l'
'APXIAoXOS T4&"'1K1' ,vA6:aaeo eupi)1I 16:~(O)1I
SPIPÖIl 11'IKpoX6Aov TIKT6\o1EI/OII o-r6paTOS.
olaea ~f\s KlII/OIO idya aeillOS, eÖTE I\VK6:IoI~E(O)
"'10s pla aol SIaaas i\yaye 8uyaTipas.
PI lIla 22,111 '.39". - I-I Suid••• BlllICIMos ..... prima om., poetea add.lpae A
I AUICCIII/WaI Pi.

70. TOV A VTOV


N0II11'Amll i\ TÖ 11'6:polee 11'Ö),as KpCIUpoTo J:lept8pov
6ppacnll d!ypümlols, TplCJVi, fÜAaaae, MII.
II yäp ttYYos DEI11'01I 61.vcnc6:'ovaaI 16:pfX.>1I
c!ryPIOII ·Apx\A6y.ov ~ I\VKapIMSes.
~ oW cb 11'poAI11'OI 0'K0TICt.)1I 11'VM6lvas baliAc.>1I
lIEKp6s &mxs ~II ~ ~AI1'IS;
PI lIla 12,18 '.39"; I 103. - Ti~ am. PI I I-I 8uid••• jWpe8pcw. 3--4 •• !tAu-
GXd(eav et AVlCaJlltIdlIlls J !tAlcnc- I • ~ Pl,et. 1l8~ I trpOAhrolS pt.
Anthololia Oraeoa VII 53

Ein gleiches
Der du, 0 Ferge des Hades, am Jammer von allen dich weidest
und auf des Acherons Flut über die Tiefen du fil.h1'8t,
ist dein Nachen auch schon überlastet von Schatten der Toten,
laß mich zurück nicht, den Hund, den man Diogenes nennt.
Krüglein nur trag ioh und Stab, den doppelten Mantel, das Ränzel,
und einen Obol08 noch hab ich als Fährgeld für dich.
Auch im Leben besaß ich das gleiche wie heute als Toter,
niohts von allem verblieb unter der Sonne zurüok.
Archüu

Arohilochos
Kerberos, der du die Toten mit furchtbarem Bellen begrüßest,
nun ist an dir diese Furcht vor einem Toten voll Graus.
Denn Archilochos starb! Gib acht! Aus dem galligen Munde
spritzt er voll gütiger Lust biuige Jamben hervor.
Was seine Stimme vermag, das se.hest du, als des Lykambes
Töchter ein einziger Kahn beide zugleich dir gebracht.
Julia_, Prä/~ 110ft Ägyptm

Ein gleiches
Mehr noch als früher bewache, dreiköpfiger Hund, nun mit sch1e.f1oe
blickenden Augen das Tor drunten im furchtbaren Grund.
Wenn des Lykambes Töchter den giftigen Geifer der Jamben
des ArchUochos ftohn und in den Tod sich gestürzt,
würden die Toten nicht lcicht aus den Pforten der dunklen Behausung
allo entlaufen aus Angst vor seinem schmähenden Mund?
Julia_ von ÄV1J1lkfl,
An~bololll .. Graeo .. \' II

71. r AITOY "I KOY


Ii'\1UX ,.oS' 'ApX1Mxov mxpcrnOVTIOV, 6s 11'0'Te mKp/Jv
1I0ÜC1av ixl5val'tl 11'pCöYrOS I~ xo'A'tl
at...a~~ 'D,I\ewva TOV i'uJEpov. 01& I\VKall~TlS
lIup6\.leVOS Tplaawv äl!1J(XTa 8uyaripwv.
'l'JptlUX 5/J 11'apclI!&I'I'OV, 66o\1T6pE, II'I'J 11'O'Te TOÜ6I 5
KivilC71,lS ~'tl aepi'\~ .~ollivous.
('I 111" 22.17 1.39". - Ti~. om. PI I mlCpl\v c PI [ex \11-] \11' P' S 01 6i P
5 "fOÜ6I "" TOI& P • IC.Vl'JcmS PI.

72. MENANäPOY KnMIKOY


XatpE, Neowl6a, 515ullov yivos, c:,v 6 lliv VllwV
11'aTpl5a 6ou'AoaIivas "üaae', 6 5' aeppoalivas.
A: ds 'E1riICOVpov Kai e.\llcrrooc>Ja. - PI 111" 5,. 1.301'. - Tit.: K"",'ICOÜ C YEI'\I'VOÜ
pI om. PI I y6vos p. lI"iJaaT' P.

73. rEMINOY
'AVTI Tacpou 'AITOtO 6~s 'E'A'AaSa, ~ S' 111'1 TaÜTav
SovpaTa ~apßapIKäs aVlI~'Aa vaucp60plas
Kai Tlill~'tl KPTl11'16a mplypacpe ßepalKOV • ApTl
Kai ijp~v· TOVToIS 6cl1t'n gelliaToKÄia.
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T&IIa. TI IIE alilKpOls TOV lliyav lVTI6eTe ;
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74. älOänpOY
TOÜTo gelliaTowl ~VOV 'l'Jplov etaaTO McXyVT\S
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6 cpe6VOS' at S' cXpe-rat IlElov Ixouen ~.
A: ds "fOV aVrOv. I: 6-n e.\llcnoteAlis tv Mayvtlcri'lf Ttecm-raI ~ -rrpOs M<Jlav51X!>.
- PI lIla 5,6 1.301'. - Ti~. om. PI I Uvov Jac.1ClVÖV S fllItArv c PI.
Anlbololia Graeoa VII

Ein gleiohes
Sieh hier am Meereagestade Archiloch08' Grab, der als erster
seine Gesänge ins Gift tötender Nattern getauoht.
blutig des Helikons Frieden entweihend. Das fühlte Lykambes,
als er die Strioke der drei Töchter voll Jammer beweint.
Geh drum leise vorbei, 0 Wandrer, und störe der Wespen
stechenden Schwarm nicht auf, der auf dem Grabe hier sitzt.
Gätulicu.r

Themistokles und Epikur


Seid mir gegrüßt, Neokliden, ihr Zwillinge, die ihr die Heimat
einer vorn knechti8chen Joch, einer von Dummheit befreit.
Komiker Menandra.

Themistokles
Statt dieses kliglichen Grabs nimm Hellas! Wirf Kiele als Sinnbild
für die Vernichtung der Macht persischer Schiffe darauf!
Mach zum Sockel der Gruft den barbarischen Heeraturm und Xen:eel
Dann erhältst du das Grab, wie es Themiatokles ziemt.
Salamis türme als Denkstein, der soll meine Taten berichten I
Sagt, warum macht ihr das Grab für meine Größe 80 klein'
TullitU (kmilttU

Ein gleiches
Minner Magnesias gaben Themiatoklea gastlich das Grab hier;
denn obwohl er sein Land gegen die Meder geschirmt,
ward nur bei Fremden ihm Erde und Mal gegeben. So hat es
Mißgunst gewollt: Verdienst wartet vergeblich auf Dank.
Diodora.
Anthologi& Oraeo& VII

711. ANTInATPOY
ITCXOIXOPOV, '<X1TAllels &iJhPllTOV OTOlJa MoVcn]s,
IxTiPlatV KaTcvas al8aA6€v &Xm80v,
OÖ, KCrTä nv8ayOpEW cpvotKC!lv tpC-nV, C lTptV 'OlJilpov
1fUX0: bl cmPVOIS 5e\mpov ~KlCJCrTO.
PIIlIb 22,7 f.9II". - I-I Suld ••• r;cnr'-~II ITacrlXopoY pI I'f11<J- 0 PI Suid.
: K~: ICT~ P 100 pI 11 n~c.'I 0 [u -poil], Pl-pTlv (?) pi/l ~iw
c [ex -KilII J, PI -kbll pI 4 Iv pI PI1I4*fIaaTo P.

78, .110IKOPI.10Y
'EIJ1TOplllS Ail~na cJ>IAot<pITOV, 6:pTt S· äpOTpou
yEU6I1EVOV ~11I<t> MilJqllS fKpUIfIE TCCfICt>'
lvea SpalJWV NelAolo 1TOAVs t>Oos uSern Mßp'tl
T&vSpös TI'Iv oAIYTlv ~Aov C1TT)1J,laat.
Kai 'was ,"v r,avye 1TIKPt'!V ~a. vOv st KaAv~ts 5
KlllJaaI vaunyov C7)(hAloS IC7)(E TCfOV,
PI II1& 8,1 f.31 v [PI&], II1b 19,1 1.93 v [Plb]. - Tlt.: .11001C6pov P I ~d\ITI .."
~"'\ITI PI b a NII'-ou 6 w. P 11 '-aVp~ PI a 4 6Myav PI b [prima] /I 6:m!1I'P1aenv PI
I f\lIacn ct Ta.osPi.

77. IIMONI.10Y
OöTos 0 TOO J(elolo IllJwvl80v I<rrl aaWTi!p,
lls Kat n9"TlWs 'wn' C1TiSWKE XCpIV.
T..,tz. Chil. 1,832; Schal. AriI"d. p. 201 Fr. - In P hlo [pa] et In marg. BUP. [pb.
scr.o) I 6 Kllou IIII(oWI&c.'I Ta Schal. I -ne.roWs pa -tlWs pb Ta em. Schol.1I
r;a.VT1wapioxI Ta Schal.

78 • .110NYIIOY KYZIKHNOY
npllOTEpov yil~ at Kat oü KaTO: VOÜC7OS &IlauPt'!
laßEalv· N"",enS S' Ü1TVOV OfEIAOIlEVOV
&<pa IlEP11J""'aas, 'Epcrr6aee~' oüst Kvpil"Tl
lJalc at lTaTp<j>wV InOs C5EKTO T.V,
'AyAaoO vii, ,lAOS 1St Katb ~I"'l KEKCAUIjICXI 5
lTCp TOSE npw-ri\os tcpCr<T1TESoV alytcV.oO.
PllJIa 2ll,III 1.421. - 4 IIC11Wt trrCl1TpVTc.w (1) pi 11. trr' .np- 0 PI em. Brunck 11
lvT6s Seal.lICT6s S Iv E.: NE- pi • 1Tiw et alYI~o10 (?) Pi.
Antbologia Graeoa VII 57

Stesichoros
Katanas glühender Grund gewährte dem musenerfüllten,
machtvoll tönenden Mund, Dichter Ste&ichor08, Ruh.
Hat Pythagoras recht mit dem Sein und Werden, Homer08'
einstige Seele erstand neu in Stesichoros' Brust.
A ntipatro8 von 8idon

Schiffer Philokritos
Eben entsagte der Seefahrt Philokritos erst und versuchte
kaum einen Pflug, da. sank fern er zu Memphis ins Grab.
Doch da. erbrausten des Nilstroms gewaltige Wasser und rissen
ihm begierig des Grabs kärgliche Erde hinweg.
War er der bitteren Flut im Leben entronnen, der Arme
hat nun, von Wogen bedeckt, eines Gescheiterten Grab.
Dios1coridu

Der Tote als Retter


Dieser erwies sich dem Keer Simonides treulich als Retter,
der als Gestorbener noch dankbar dem Lebenden war.
8imonides

Eratosthenes
Freundliches Alter löschte dich aus, nicht schwächende Krankheit;
doch zum geschuldeten Schlaf sankst du erst nieder, nachdem
du Erhabnes gedacht; und nicht in die Gruft deiner Väter
nahm, Erat08thenes, dann Mutter Kyrene dich auf,
dich, des Aglaos Sohn, - das Fremdland hat dich voll Liebe
an des Proteus Gestad hier in die Erde gesenkt.
Dionysio8 von Kyzi1cos
68 An~hologia Graeca VII

79. M EAEArpOY
·Wv6pwIP', 'HpcXK1.EITO) lyoo <J0IPa 1l0iivO) aVEVpoov
IPalll. - ..Ta S' {s lTCrrpav Kpt<J<Jova Kai <J0IPITjS." -
Äa~ yap Kai TOKEWVas, 100 ~ive, SV<JIPpovas ävSpaS,
v1.Cocrevv. - "l\alllTpa 6pEIjJal!ivol<J1 XCxpIS." -
OVK cm' {llEii; - "M,; TPTjXVS." - 'ElfEl Taxa Kai OV TllfEVcrt;\
TPTjXliTepov. - "nmpas xaipE <JV S' {~ 'EIP!<Jov."
•• c:ivepwq>' Reiske -«,m' 11 avEUp'':)V 0 avSpc:iv pI 2 Kpelaa- 0 3 ncrrt(o)v 'Aal~
Sohn eider TOKE(o)V aal~ 4 vllclKTE'V lIa...npäs pI 11 xap.s Boubier Ka- S TPt'lXas
pI 11 Kai Bouh. ...al.

80. KAAAI M AXOY

EIlT! TIS, 'HpawlTE, TEOV 1l6pov, is Si IlE SeXKPV


i)yayev· illvr,O'6Tjv S', Oa<JeXKIS allIP6TEpoi
1'\1.lov tv 1.iO-XIJ KaTESv<JallEv. äA1.a <rV l!iv lTOV,
~etv' 'A1.IKapvTj<JeV, TETpcma1.al (JlToSI1;'
al Se TEal ~WOV<JIV aTjS6ves, ~<JIV 0 lTCxVTWV 5
aPlTaKTfls 'AISTjS OVK tlTl xeipa ßa1.ei.
A: Eis TOV aliT6v. I: oVx ....P...6aEl TOUTO Eis TOV 'E,Ea.ov ,.1I6aoq>Oll. - PI IU b 26.3
f.96 v ö Diog. L. 9,17. - • 'Hpa.u.ElTov pI 1/6'!..,t Diog. SE Se pI 2-Sl ...lI1\aßt'lv ...
6flS6ves Suid .•. }JC7)(t'I " S' om. Suid. 3 q!)..ov PI Diog.

81. ANTInATPOY Ill1S1NIOY

'ElfTa <JoIPWV, K1.e613ov1.e, <Je l!iv TEKVWOaTO 1\1 vSO)'


q>aT1 Se LIO"VIPla X600v neplavSpov eXElv'
nlTTaKOVa MITV1.äva' BlavTa Se Sia npn;VTJ'
MI1.T'lTO) Se 9a1.i'iv, äKpov ~pel<Jlla ÄIKas'
a IlTCxpTa XI1.wva' I61.wva Se KeKpolTls aTa, 5
lTCxVTas apl~äAov <JwIPp0<rVvas q>V1.aKas.
PI lIla 28,16 1.42r. - • aV ..,tv pI 2 ,ern P [,=1 man. ree.] &11,1 PI/J I.avfEia
PI 11 'XE! P' PI 3 M'TVlIitva PI 4 a ... llIt'lTOS PI [primo].

82
ÄwplSoS tK Mov<JTjS KEKopv6lltvov avtpa BeXKX~
Kai IaTvpOIS IIKE1.OV TijS' 'ElTlxapllOv €Xw.
An'bolo,la Oraooa VII 69

Herakleitos von Ephesos


Wandrer, nur ioh, Her&kleitoe, ioh habe die Weisheit gefunden. -
"Mehr als die Weisheit ist wert, wie man zur Heimat sich steUt." -
AngebeUt habe ich biBBig die Eltern, die boshaften Menschen,
Fremder. - "Ein reizender Dank, den du Ernährern gesohenkt." -
Fort jetzt! - "Sei nicht so grob!" - Du kannst noch viel größere
[Grobheit
von mir erfahren. - "Und doch grüßt dich dein Ephesoe noch."
MeleagrOil

Herakleitos
Als, Herakleitoe, mir jemand dein Schicksal gekündet, da rührte
er mich zu Tränen. Wie oft, dachte ioh, ging wohl uns zwei'n
hier im Gespräche die Sonne zur Rüste hernieder .•• 1 Nun bist du,
Trauter aus Halikarn&BB, lange schon irgendwo Staub;
doch deine Lieder, sie leben, die Nachtigallen, und niemals
legt, der &lIes entrückt, Hades die Hände auf sie.

Die Sieben Weisen


Von den Weisen, den sieben, kamst du, Kleobul08, aus Lind08,
und des Sisyph08 Land nennt Periandl"OB als Sohn.
Pittak08 hat l'tIytilene, und Bias die hehre Priene,
Th&les dagegen Milet, Dikes erhabene Burg,
C'heilon Sparta, und Solon des Kekrope Erde als Heimat:
alle waren zur Hut herrlioher Weisheit gesetzt.
ARtipatrOllVlm Bidon

Epioharm
Dem Epicharm von Sizilien, den hier ioh umschließe, hat Doriens
Muse für Satyrn und Gott Bakchos das Rüstzeug verliehn.
Anonym
80

83
TOIlSe 9a1.i'\11 MI1.'lTOS 'I~ 8pi\f1aa' &ft8E1~
c!toTpoMYOII 1TQvrc.>1I 1TpEapliTaTOlI aocpl1J.
PI lIla 28,11 U2 r : DiO(l. L. 1,34. - I ev).f\" p' • 6DTpa).6yov pi DiO(l. -Y_ C
PIII~f'lP.

84
'H 6MYOII TOSe ai'\1ACI, TO & Mtos oüpav6p'l1<ES
TOÜ 1I'01.",pomcnov TOÜTo 9&).flTOS 6pfl.

PI llIa 28,18 U2 r : DiO(l. L. 1,38. - I ,,~' PI • Tl.\ -Tlcnw DiO(l. 1/ TaiHic es


TWTo PI TWTw DiO(l. 1/ 6pn DlO(I.

811. (lalorENOYI AAEPTIOY)


rUj.lIlIlWII CXÖ 1TOT' &y~\I(I 8Ec.i)\.U!IIOII, 1'\iAlE ZEii,
TOll ao,oll 6118pa eaAf\1I I\p1Taacxs lK aTa810v.
a!ftc.>, 6Trl "IIIIyyüS äm'!ycxy&S. 1") yap 6 1Tp~apvs
0~8' 6pall &wo Yfls =npcxs 1'\8vllaTO.

PI lila 28,19 f.42 Yj DlOI. L. 1,39. - Tlt. OID. P PI I w Dm. P PI ,. 9aMI (!)
pi " a-ralllc.w DiO(l. I" PI " pi " 0 DIO(I.

88
T1'\1I 681ICOII 1TaVaaa' OPPII/ 1TOTt flSe Io1.c.>\1(1
TOII6' hrix.I IaAalJls 8EaJA08tnlIl kpOlI.
I 'lfaUcr_ pi -oa 0 • hriX11 Jao. 1)(11 pi fT' Ixn o. - Cf. IX 6INI b.

87. (laIOrENOYI AAEPTIOy)


I(;)I.ICI " " 1")pE I01.c.>IIOS 111 ~ KIi1TPIOII 1TOp,
ilaTa 6' IxE' IaAcxIaIs, &11 tcOlI1S ~-
1fNX'I'I1I 8' 6~1IES N&ös Is OÜpav611 flyayoll· N yap
8fi1Cl vO\.IOVS aIiTots 6)(8Ea ~.
DiOl. Wert.. 1,83. - Tit. 010. P I l}PI DiO(l. • 6crria P -Tä DiOl. rlD. Cobet
4 wlIOIS Pi.
Anthologia Graeoa VII 61

Thales
Joniens Erde, Milet, gab Thales Leben und Größe;
niemand kannte so gut droben die Sterne wie er.
Anonym

Ein gleiches
Klein ist das Grabmal des Thales, gewiß, doch erwäge des großen
Denkers Weltruhm, der weit gleichwie der Himmel sich dehnt.
Anonym

Ein gleiches
Einst, als sich Thales, der Weise, ein gymnisches Spiel wieder ansah,
nahmst du ihn, Helios-Zeus, jäh aus dem Stadion fort.
Recht wa.r's, daß du hinweg ihn geführt, denn der Alte vermochte
hier von der Erde nicht mehr droben die Sterne zu sehn.
Dioge:nes Laerti08

Solon
Solon, den heiligen Geber der Satzung, birgt Salamis' Eiland,
das einem frevelnden Stolz einstens ein Ende gesetzt.
Anonym

Ein gleiches
Fern im kyprischen Land sank Solons Leiche ins Feuer,
Salamis hat sein Gebein, nährenden Staub für die Frucht.
Doch seine Seele stieg rasch im Wagen zum Himmel; er gab ja
gute Gesetze, und leicht war es, zu tragen die Last.
Diogenes Lae'rtio8
6:l Anthologia Oraec& \' II

88. (TOY A YTOY)


<1>c.JOcpOPE, oof, ITOAVSEVKES, Exc.J Xaplll, OVIlEKf:1I vloS
XfAc.JIIOS 'lTV'Yllfj XAc.JpOlI EAfIl KOTII/OII.
EI S' 0 7I'aTt;p ancpavoiixov ISooII (TEKIlOlI) 1'!llvoell Tia6efs,
ov vellE0'lT611' ~Iloi ToioS iTc.J 6allaTos.
Diog. L. 1. 73. - Tit. om. P 2 Xd~c.lvOS Diog. /I EAEV ~x ~- P 3 TlKVOV Diag.,
om. P.

89. (KAflfll MAXOY)


~illoS 'ATapllEfTTJS TlS &lIEfPETO ITITTCXKOV OVTc.J
TOll MITVA'lllalolI, 7I'aISa T~)\I 'YppaSlov'
,: ATTa yepov, SOlOs llE KaAei yallOS' Ti Ilfa !dv St;
vVIlCP'l Kai 71'AOVTCj) Kai yellefj KaT' ~!d,
Ti S' hEp'l 7I'poJ3iJ3'lKf:. TI i\c.:lIOII; EI S' äye, OVIl Iloi
J3ovAevooII, 7I'OTEP'l1l eis vllEllalov äyc.J."
eT'TI'EII' 6 S~ cnd7l'c.Jlla, yepoIITIKoII 571'AOII, &efpClS'
,:HllfSe, Kf:ivof 001 7I'ö:1I ~PEOVOIV (7I'OS
(01 S' cS:p' \nro 7I'A'lyfjC1l 60els J3EIlJ3IKClS (XOVTES
eaTpecpov evpe(TJ 7I'aiSes ~1I1 TPIOSCj)),
Kf:(Vc.JII epxeo", CP'lo(, ,,1lET' 'xvla. " xc:, IlEII rnEO"TTJ
7I'A'lo(ov' 01 S' eAeyov· "Tt;v KaTO: OavTOV eAa."
Ta\h' &fc.Jv 6 ~EivOS ~cpEfoaTO llef~ovOS OiKOV
Spa~aaeal, 7I'a(Sc.Jv KA'l60va OVv6EIlEIIOS.
Tt;1I S' oAfy'lv 00s Kf:iVOS ~S OIKOII hn'lYETo vVIlCP'lIl,
OVTc.J Kai aV y' 10011 ,",,11 KaTO: oaVTOII ei\a.
·PI lIla 28,20 f.42 v ; Diog. L. 1,80; Laur. 32, 16. - Tit. om. PI. Alcnl'o trib. I.
Diageni c, Callimacho Diog. 1 äv1\prro Diag. 2 vppa5.ov p' 3-1 Sui,!. s. ana,
0-10 •. ~tll~'l~ 4)'M1 Suid. 5 aVlllla. c Suid. aVv 110. P' Diog.1I0' av PI , aK1\n- c
Diag. • ~tll~Ka<; p' -~'lKa<; Suid. 11 EVpEl'lV pI 11 IXllEal pI IIlnEaT'l PI lq>t- c
Diag. loptaT'lv pI 12 TOV p' 14 ~'l56v. Cl( -lla PI 15 olKloII i\yrro Diog. 16 av
61c.lll Diog.

90
KAfllloiS EV Sa'T\'ESOIOI ITpn'lIl'lS cpvIITa KaA\nrTe1
"Se BfallTa 7I'ETp'l, KoolloV "\c.J01 llEyall.
PI lila 28,21 f.42 v ; Diag. L. 1,85. - 1 KMllrii~ Diag. 11 6crnt50.s np'l1\II'lS p
J 'lliTpa Diag.
Antbolo,ia Graltoa VII 63

Cheilon
Lichtbringer du, Polydeukes, dir hab ich zu danken, daß Cheilons
Sohn sich des Ölbaums Grün siegend im Boxen errang.
Starb auch sein Vater vor Freude, den Sohn im Kranze erblickend,
wir beklagen es nicht. Laßt mich nur sterben wie erl
Dicgllnu Lairti06

Rat bei der Heirat


Ein atamischer Fremder begab sich dereinBten zu Hyrras'
Sohne Pittakos hin nach Mytilene und sprach:
"Vater, mich locken zwei Ehen; ich habe zu wählen: das eine
Mädchen ist völlig mir gleioh, BQ an Vermögen wie Blut,
wAhrend das zweite die Höhere ist. Was dünkt dich am besten?
Rate mir: welche davon such ich zum Weibe mir aus?"
Sprach'.. da hob denn der andre den Stock, die Stütze des Alters:
,,sieh diese Kinder! Von dort kriegst du den rechten Bescheid."
Jungens spielten da just, wo breit die Straßen sich kreuzten,
trieben mit peitBohendem Sohlag rasch ihre Kreisel umher.
"Geh diesen Kindern nur nach I" gebot er. Da trat nun der Fremde
an sie und hörte das Wort: "Nimm dir, was zu dir gehört!"
..\Ia er die Worte vernahm, vermied er's, das Mädchen aus reichem
HaUl!:!' zu frein; er verstand, was da die Kinder gemeint.
Und wie dieser ins Haus sich das ärmere Mädchen geholt hat,
also handle auch du: Nimm dir, was zu dir gehört I
Kallimadw.t

Bias
Den die ruhmvolle Mark Prienes geboren. den großen
Stolz des jonischen Volks, Bias bedeckt hier der Stein.
Anthologia Graeoa VII

91. (llIOrENOYI AAEPTIOY)


TilSE BlallTa acE!cEu6a, TOll ärpEJ,IaS flyaYEII 'EplJiis
EIS 'AISTJII 1TO).1<? Y1'!pai IIIcp6IJEIIOII'
eIlTE yap, Elm SIKTJII hapov TIIIOS' Eh' cmoKAlII6e1s
1T<IlS6s 's 6:yKa).ISas IJCXKpOII millEII Vnvoll.
VI,-
"'l'"
PI ma 28,22 f.42 v ; Di08. L. 1,86; Apost. 4,92 a . - Tit. om. P PI
PI Di08. Ap. P :a häpou (tripou Ap.] TI~: TIVOS h· Pi.
I los Pli

92. (TOY A YTOY)


'Es IKV6ITJII 'Avaxapo1S 6T' flAv6E 1To).).a lJOY1'!aas,
1TallTas IlTEI6E 1310011 fl6Ealll 'E).AaSIKols·
TOll S' tri lJii6011 mcpallTOII M aTOlJeXTEaalll Cx0llTa
"YTTTJvOs ls &9aväroVS f\p1Taaell WKa 86va~.
PI lIla 28,23 f.42 v ; Di08. L. 1,103. - Tit. om. P PI I 'Av6)(apalv pi 11 l1OY1\acrs:
n1.Q"'lGsls Dlog. :a-4 Buld. S. 6KpaIlTOV "11'T1lvo~ Pi.

93
Ti'js ao~ITJ5 1T6:aTJS 111 llJol nAos' i\II Si TI 1TMloII,
nveayopll Tej) '1Jcj) Atya TaOO', chi 1Tp(;rrOS crnallTCA)II
lernll cXv' 'OOaSa yTjll. oV IfiEVSOIJ<II WS' cXyOpeVCA)II.
A: ds CDtpuVa'1v. 1: TÖV I\lplov '11.~. - Di08. Laort. 1,120. - :a äv': fs Pi.

94

'EveaSE 1TMlaTOII aATJ6E1as rn; nplJa mpt'!aas


ovpalllov KOaIJOV 1CI1Tai 'Ava~ayopas.
Di08' Laut. 2,16; AoUan. v. h. 8,19. - I 1vG66' 6 Aol. 11 -nPIlQTa P I KOaJlQV Pi.

93. lllOrENOYI AAEPTIOY


'Ht).IOII "YTVp6ellTa IJVSPOII 1Ton ~aaKEII ÜlrapXEIII
KaiSla TOÜTo 6allEIII ~II 'Ava~ay6pas'
~' 6 ~IAOS nEp1KAi'j5 IJill epwaTO TOÜToII, 6 S' a\rr611
t~ayaYEII ßIOTOV lJaA6aKit;l ao~ITJS. -
Ding. um. 2,15; Suld. s. Ilv5pos et IlcV.GaK6v [om. 3 &M' ••. TOÜToY]. -
I 1TOTl <pQOKIIV pi war' r,amcaIV 0 :a Ippia. Ding. 11 a\rrbv Suid. a\rrbv P Di08.
ADthologla Graoea VII

Ein gleiches
Bias berge ich hier. Schon weiß vom Reife des Alters,
ward er von Hermes dereinst leise zum Hades geführt.
Sieh, er sprach für den Freund vor Gericht, d& sank er in Kindes
Arme nieder und ging ein in den ewigen Schlaf.

Anacharsis
Als Anacharsis am Ende von vielerlei Reisen in Skythien
eintraf, empfahl er dem Volk griechische Sitte und Art.
Noch aber hatte er nicht das Wort im Munde vollendet,
als ein befiederter Pfeil jAh zu den Göttern ihn riß.
Diogmu Lairti08

Pherekydes
Alle Weisheit beschließt sich in mir; doch gibt es noch Größres,
Bprioh es dann meinem Pythagoras zu; denn er ist der erste
rings im hellenisohen Land. So sag ich und sage die Wahrheit.
Anonym

Anaxagoras
Der beim Erforschen des Weltalls am nächsten zum Ziele der Wahrheit
vordrang, hier in dem Gr&b fand Anaxagoras Ruh.
Anonym

Ein gleiches
Als Anaxagoras einst die Lehre verkündet, die Sonne
sei ein glühender Ball, ward er zum Tode verdammt.
Zwar hat Perikles noch alB Freund ihn gerettet; dooh dieser,
ruhvoll wie Weisen geziemt, ging aus dem Leben hinweg.
DWgt:nu Lairtio,
Cl6 Anthologia Graeoa V I I

96. (TOY AYTOY)


mllE \/UV lv tllOs 6>v, c':l IwKpCX'TtS· ~ at yap 611TWS
Kat croqK>V dm &Os Kai 6&ov fJ IOfla.
npös yap 'A6tjvalwv KWVEIOV ärr~Ws ~V lSi~w,
aVrol S' l~ov TOVTo TE~ crr6J,1CXT1.
Diog. Laert. 2,48. - Tit. Dm. P ~ 8Ebs " aDtl'1 Diog. S-4 Suid. I. KOtnotlll KWvI.otI
Diog. K6v.otI 11111 P Suid. III1il1 Diog. aV P Suld.

97. (TOY A YTOY)


0\1 JJ6vov ls TTEpaas ävt~TI lE~v Su!l Kiipov,
äA1t.' ävoSov ~TlTWV, ls tllOs ilTIS 6:yol,
nal&ITIS nap' äis, 'OOTlVIKa npäylJQT(X &I~as
Ws ~oV fJ O'OIpITl J,lIIitCl'aTO IwKpäTEos.
Diog. Laert. 2,68. - Tit. om. P S 'lfap' Reiake yäp 11 'WCMKa P 4 I<o>KQCrnCo> P.

98. (TOY AYTOY)


EI Kai Cl'f, IEvOfc;)V, KpallaoO KfKpon6s TE no~tTal
qWyElV KaTEyIlWV TOO qll~ov XaPlv Kvpov,
äA1t.a K6pweOS C&!cTo qlv.6~IIOS. {) criJ qll~TlSc;)v
(oIiTws äpEcrKtJ) ICEIel Kat J,lEVEIV lyVWS.
Diog. L.ert. 2,68. - Tit om. P :I ~_ P S-4 Suid... ,lAl\&W et ~ ~Q1
S ,1A'16bv pt 4 lIMow PI.

99. nJ\ATONOI CIIIJ\OIOCIIOY


tlc!rKpva ~V 'EKa~1J TE Kai '1~laSECI'CI'I yvval~1
MOIpal rnt~c.>crav Sr, T6TE yElVoJ,IEvalS·
Cl'ol SE, tllwv, ~~aVTI K~c;)V i,...vIKIOV Ipywv
SalJ,lOVES EVpE1as ~nlSas t~EXEall.
ICEICI'CX1 S' EVPVX~ lv naTplSI TiJ,lIOS acrroIS.
c':llJ,IÖv ilqailvas 6vJJOv Ipc.m tllwv.
PI lIla JS,U f.42", Diog. Lurt. 3,30. - I-I Suld. a. V-I~ :I hroW:>acwro
Suld./I mm PI Diog. S KOIAÖJIllpyov PI I~ Apul. apol. 12/1 M U 011 PI.
Anthologia Graooa VII 67

Sokrates
Sokrates, trinke deIm jetzt bei Zeus! Du wudst von der Gottheit
wirklich ein Weiser genannt und von der Weisheit ein Gott.
Denn nur zu reichen vermochte das Volk von Athen dir den Schierling;
wer ihn durch deinen Mund wirklich getrunken, sind sie.
Diogenu Laertios

Xenophon
"Auf stieg" Xenophon wohl im persischen Lande ob Kyros,
seit der "Erziehung" jedoch ging er den Weg auch zu Zeus,
wies dann "hellenisches" Tun und Werden, und schließlich erfaßte
ihn die "Erinn'rung", wie schön "Somtes'" Weisheit gestrahlt.
Diogenes Laertios

Ein gleiches
Xenophon, haben wohl auch des Kekrops und Kranaos Bürger
gerichtlich dich verbannt, weil Kyros du geliebt,
gastlich empfing dich Korinth; da hat es so gut dir gefa.llen,
daß dort zu bleiben gerne du beschlossen hast.
Diogenu Laerti08

Dion
Tränen spannen die Moiren als Gabe schon I1ions Frauen
und der Hekabe zu, als sie das Leben erblickt.
Du aber, Dion, du prangtest im Kranze leuchtender Taten,
als ein Gott dir die Frucht glänzender Hoffnungen nahm.
Und nun liegst du, geehrt von den Bürgern, in räumiger Heimat.
0, wie hat dich mein Herz, Dion, so glühend geliebt.
Philosoph PlatOI~
88 Anthololla Graeoa VII

100. "AATANOI
NOII, 6n JlTlSlII •AM~IS 00011 JlOIIOII elcp' 6T1 KaAOs,
WlfTCX\ Kai lTcivnJ lTäm lTIPI~~at.
6vJl~, TI JlTlWEIS KVC7111 6crn!Oll; eh' 6:III1'1aEIS
VcrrePOll. oVx OVTCA) C%>alSpoII cmCA)Maallfll ;
PI IUb 26,. f.96 9 ; Diog. L. 3.31; Apul. &pol. 10. - I KaA6tI p' :I wäcn 1Rp1~AhnTtn
o PI waT mpllcAtn-nTcn pI wäs TlS iWI,"pt,nal Diog. Ap. :s avlt\OII Ap. F.

101. (1I10rENOYI AAEPTIOY)


'AM' EI Jl-l) IlTIVallTlTOII tJlCrveavoll W& eallEla6aI,
o\nc: äll IlTIlat ~ TIS TOSE ~t~at,
Ws fill o\ixl nMTCA)III lTpOs alJlCXTOS· 0\1 yap 6:6VJJi;)II
KCneaIlEII äll SIC~ TI acp6Spa JlIKpOII.
Diol. L ••,3. - Tit. Oal. P :I hnJolv 118 0 :s ~ Diol. 6s P [rlni 9. 2 add. 6s
/Iv] 11 allICI TIS pI 11 r:N Diog. 6s P.

102. (TOY AYTOY)


X~Kij lTpoaKOIpas MKOOnJ 1TOTl Kai TÖ JJhCA)1TOII
lT~I'I~as ICXXEII ..·W" aöllTOIIOII, Eh' C6allEII,
6 lTO:IITa lTal/Tl !eIlOKpO:nJS 6:lI-I)p YEYWs.
Diog. L.•,15. - Tit. Oal. P I MOXlv P 11 ~ Diog. [eod " ex ~ Diog. P] ~ P
:I 6Oal. P 1/ 1T&vTa: -Tc.w pI 11 '\I'aVTI P wm1'l Diol.

103. (ANTArOPOY)
(MvI'IJlaTI Tij)SE Kpa-nJTa 6eovSm Kai noMJlCA)\JCX
'"11ElTE KpÖ1TTEaeal, ~lllE, lTapePXOIlfIlOS,)
6vSpas 6JJ0cpp0aV1I1J JJEYW. l'lTOpaS, WII 6:rr6 Jliieos
tep6s ijlaaEII SaIJlollfov aTOJlCXTOS·
Kai ßloTOS KaeapOs aocp(as tlTl 6eloll IKoa1lf1
alWII' 6:aTprnaOIS S6YJJaaI lTIl6ollfllOS.
Diog. L .•,21. - Tit. et I-I Oal. P • ""0lIl P fI"n(v) et '1'101 oodd. Diog. CD!. Jao.
• a1c\W. äaT- pI ",1(;).... '"pI!1TToiS 0 Dlog.
Anthologia Graeca VII 69

Alexis
Nun, da ich einzig das Wort "Wie schön ist AlexisI" gesprochen,
wird er von allen begafft, überall sieht man ihn an ...
Herz, was mußt du den Hunden den Knochen zeigen? Du wirst es
später bereuen. Ward uns Phaidros nicht auch so geraubt?
Platon

Speusippos
Wenn ich nicht wirklich es wüßte, Speusippos sei derart gestorben,
mich hätte niemand verleitet zu sagen,
daß er vom Blute des Platon nicht sei. Er durfte aus solchem
nichtigen Grunde nicht feige sioh töten.
Diogenes .Laertios

Xenokrates
Als er dereinst sich die Stirn am ehernen Becken gestoßen,
stieß er ein schmerzliches "Oh I" gellend hervor und verschied:
Xenokrates, in jedem Sinn ein wahrer Mann.
Diogenes Laertios

Polemon und Krates


Hier in gemeinsamem Grab ruht Polemon neben dem hehren
Krates. Sage, mein Freund, der du vorüber hier gehst:
)1änner warens einträohtigen Sinns und edel im Herzcn,
denen aus göttlichem Mund heilig die Rede geströmt.
Lauterer Wandel in Weisheit, nach ungebrochener Lehre,
hat um ihr ·Leben den Glanz göttlichen Daseins gelegt.
Anlagoras
70 Anthololla Graaoa VII

104. (~IOrENOYI AAEPTlOY)


'ApKEalhaE, TI 1101, Tl TOaOÜToV &q!TlTOV a~ISc;)s
l<rnaa~, WaTE cppEve;;v 1\CTÖS 6Äloi!Es Wlv;
ohmilpoo S' ov T6aaov, hnl 8äves, aA).' 6T! MoVa~
V~PI~ ov IlETplIJ XPTlaal.ll!vos KliÄIKI.
Diag. L. .,46. - Tlt. om. PI-I Sald.•. la1ravas 11 Ti' om. Said. 11 T6aov P Suid.
I waeal Diag. /I tc,i)v Suid. S 6' P a' Diag.

1011. (TOY A YTOY)


Kai aio, I\aKliSTl, fO:nv lK).uov, Ws 6p' äKalpos
B6:Kxos V.wv 'AlSTlv lToaalv favp4 a' mepolS.
i'i aacp~ i'iv· l116vvaos ,hav lTOAVs ls Sill~ lA8t;1,
AiiaE I.Ii).Tl· SIO S1'! Il1}TI I\vaTos lcpv;
Diag. L. .,81. - Tlt. om. P I \\P' 4Kcnpos nOi 4pa KaI aiJ I B6x)(os Cobot -ov
P -ov 0101. /I laupi a' Walt& ~ S &ABoI Dlag. • ).WlIliAt'\ PI.

108. (TOY AYTOY)


.. XalpE"TE KaI 1li1l\lT)a& Ta SöYJ.IaTa" TOÜT' 'ETriKOVPOS
VaT<rTOV eIlTE cplAOIS ola", ä-rrocp8ll.11!\IOS·
8Epll1'!v ls 'lTllEAOV yap la1'}Äv8E KaI TOV &q!TlTOV
l<rnao'&V, EIT' äfSTlv IJIVl(pOv hnaTTaaaTO.
Diag. L. 10,18; H8Iyob. Mll. Ylt. pb. 28. - Tlt. om. P I 'E1I1lCoopov pl I olalv P
'IfpIjTos oet.S-4I Said. L 1IVa).os 11 8rWt'\v: XaMciiv HeL 1/ laf\).u9t Said. -s...
cet./1 TOv om. P Said.I/4Kp'lWV 0 Said. 4KpaT. Diag. HeL 4KplT. Pl.

107. (TOY AYTOY)


Evpvl.liSwv lTOT' llllAAEV 'AplaToTUTlv aaE~EI~
y~ l11)OÜS IlUaTtSOS (;)V lTp01TOÄOS'
6:).).a 1TIWV äK6\11TOV li"lrit<cpvye. TOÜT' äKovlTI
i'iv äpa vl\c1\aCXI avKocpllaElS aSIKO\lS.
Diag, Lurt. 6,8; Said. L 'TrflÖn'OAOI (1-2), 6>c6vlTOV (3), CJVIC.,..mous (4). - Tit.
om. P I Eöp. 'TrOT' llIIMw Diag. ~v Eüp. 'TrOT· oet. /I 'APlaTO'riMI pI ').1'\
Said. " ~as om. Said. I &l'\1OÜS et 'TrpOcnro).OS pl • auKOq>äCJOUS P Buld.
Anthologia Graeoa VII 71

Arkesilaos
Arkesilaos, sag an, warum trankst du den Wein so in Massen,
daß du der Sinne beraubt gleitend zu Boden gestürzt?
Was ich beklage, ist nicht so dein Tod wie die höhnende Kränkung,
die du durch maßlosen Trunk wider die Musen verübt.
Diogenu Laerti08

Lakydes
Man erzählte mir auch von dir, Lakydes: am Fuße
habe dich Bakchos bereits früh in den Hades geschJeift.
Klar ist die Sache: Kommt Bakchos zu reichlich in unseren Körper,
löst er die Glieder; und heißt nicht er Lyaios darum?

Dioge:n~8 Laiirtio8

Epikuros
"Lebt denn wohl und vergeßt meine Lehren nicht!" Dies war das
was Epikuros dereinst sterbend den Freunden gesagt. [Letzte,
Denn er war in die Wanne zu warmem Bade gestiegen,
trank noch Wein und trank sich in die Kühle des Grabs.

Diogenu Laiirtio8

Aristoteles
Als Eurymedon, Priester der mystischen Göttin Demeter,
den Aristoteies einst Richtern als gottlos verklagt,
mühte sich dieser um Gift und entkam so der Klage. Wie mühlos
ist er doch bösem Verdacht, der ihn bedrohte, entschlüpft!

Diogenu Laiirtio8
72 Antbologia Ora.oa VII

108. {TOY A YTOY}


Kalll'6)s, &11011'1 ~tßOS äll' '~MSa qlVo& ID.6:TCI)va,
IfNXQs ävepc;rnCl)1I ypcip.l!CXC7lv ftKtaaTo;
Kai yap 6 TOOSe y&yWs 'Acn<A,,1I'I0s fCTrllI I,,"",p
a~1J(ITOS 6>s IfNXi'iS ä8avc!rrOIO ID.6:TCI)II.

PI lIla 28,' 1.'2 r ; Dlog. Laert. 3,'11. - Tit. om. P PI .~: c1> PI.

108. (TOY AYTOY)


~tßos IqIV<7E ßpoTOIS 'Acn<A,,1I'Iov ftSi ID.6:TCI)va,
TOlllJiv, lva IfNXftv, TOV S', lva awlJ(X aäol'
Sala~vos Si yCriJov lI'OAIV ftAu&ev, 1'\v 11'06' lavTCj)
Itmae Kai SamSftl Z"VÖS tvlSpVacrro.
PI lila 28,11 I.Ö r , DlOI!. Laert.3.". - Tit. om. P PI I-I Olympiod. vit. Plat. p.
388 W (ToVs 6U' 'A'frÖÄAwv ,oa', 'AaM. KTA.) 11 fI &l P I 8uid. •• ~ 1/ ~.
"Tao.. pI I '11'06' lavrlji PI '!rOT' 1- P '!rOTE rWr9 Dlog.

110. {TOY A YTOY}


Oüac 6pcx ToiiTo loIc!rralov rnos IlEP0ll'CI)v TIVl Atxs",
~t'!ywa6at aOqlI"s TO~OV älllillEvov·
Sn yap KaI 9EoqlpaaTOS, ICI)S mOllEl IJiv, cm"pos
~v Silol~, Eh' äVE8&ls Kc!rreallE 1I'11pollEMs.
PIlIIa 28,16 f.Ö v ; DlOI!. L.II,40. - Tit. om. P PI I "TIV' Wx&tl P PI 1-4 e.6-
,pacrros ..• Suid....... /I.m.llv &ltaas: &l~.m. IIv 8uid. • 1mpDllU.~ 0.

111. {TOY AYTOY}


I\&1I'TOs cm;p Silol~ ~v' EI \.In lI'poatxt;ls. 6:rr6xp" J.IOI·
l:Tp6:TCI)va TOÜTOV qI,,1l1 y&,
I\a\.l\jICXKOS 6v lI'OT' IqlllaEv' ä&l Si vOaOICrt lI'aAalCI)V
6V(!aKEl Aaewv OVS' (la6ETo.
Dlog. L. 11,80. - Tit. om. P I &1r6XP'1 1'01 0 -'11'05 pI -'1C7j.1oTs DlOI!. I YI POOl
Dlog. 1/ in flDe I\CJlIIt'OkIv611 P ""lv6v Dlog. de!. Jac. I I\CI\IIf/. om. Diog. • {laG.
8avarou Dlog.
ADthololia Graoo. VII 73

Platon
Hitte nicht Phoib08 dem Platon in Hella.s das Leben gegeben,
hA.tte dann je eine Schrift menschliche Seelen geheilt 1
Arzt für die Körper wohl ist Asklepi08, Sohn des ApoUon,
ewige Seelen jedoch finden in Platon den Arzt.

Ein gleiches
Phoib08 erzeugte für Menschen Asklepi08 einstens und Platon :
jenen dem sterblichen Leib, diesen der Seele zum Heil.
Von einer Hochzeit ging Platon hinweg in die Stadt, die er früher
selbst sich gegründet, und wohnt nun in der Halle des Zeus.

Theophrast
"Hilt man ihn nimmer gespannt, den Bogen der Weisheit, dann bricht
lautet das treftliche Wort aus eines Sterblichen Mund. [er,"
Stark auch ist Theophraat, solange er schaffte, geblieben,
kaum aber spannte er ab, brach er zusammen und starb.

Straton
's war mal ein magerer Mann •.. Doch willst du nicht hören, dann laß
Ja, eben Straton meine ich, [es •..
ihn, der aus Lampaak08 stammte. Als stete er mit Kra.nkheiten
da starb er still und merkt' es nicht. [kämpfte,
7. AnLhologia Oraeoa VII

ll2. (TOY AYTOY)


OU I1Cx TOll, ouSE AiJKwlIa 1Tap';C7OlJill, 6TTI 1TOSaA~S
KO:reaW· 6av!1atw TOÜTo l1aA1C7Ta 5' lyw,
n.1IOVTWS alSao 11CXKp1't1l 68011 El1Tplll 0 1T0C7C7ll1
~OTplolS j3a51C7cxs ISpaI1IlIVKTI 111ij.

PI "la 8,2 f.31"; Diog. L. 11,88. - Tit. om. P PI S el Jao. a pI 6: 0 a PI {IV


Diog. '~I~ PI.

ll3. (TOY AYTOY)


'AwtMlI c!urnls T~W C70QKW 6T1I1';TP101l
1011 Ixowa 1TO).Ull
äo-l1T1KTOlI, ou crrI).~OVC7a 4pc;)s &1T' OI1I1&TWlI,
~' al5T1l1 Ilf).ava.

A: cis A'I~1\TPIOU, 0: T6v ~'1pia. - Diog. L. 11,79. - TiL. om. P /I tree "enus
diaLinx. P, lIeetlndum vorbIs IcW •••.ws
a ~'1KT011 Diog. B aC7llIKTOll eot.

ll'. (TOY A YTOY)


"Heu.es ävep&.l1T01CTI ).l1T'Etll 4p&Tlll, 'HpaWlSTI,
WS ~a ea~lI ~1I0V tw6s ärraC71 Sp&KWII·
~Cx Sl~, C7EC70q)IQl.ltW· 5"" yap 0 !!Eil 6iIP
flE Sp&KWII, C7Ü 5~ &,;p, ou C704pOs C::w laAws.
A: cis ·Hpat<MII5'1v, 0: T6v nOVTlt<6v. - PI m a 28,28 f.'2 v ; Diog. L. 5,90. - Tit.
om. P PI I 1\1.u&s pI I ~ o!pa P 'fit pI 11 v"äAc.JS (1) PI.

llll. (TOY AYTOY)


TOll ~Iollliaea 1CVwIl, 'AlITia6ews. - ..~W& lT'E4p~,
c:xrre SaKetll Kpa51T111 ~';I1aC7II1, ou C7TOl1aC7I\1." -
'AJ\A' 16aII&s cp61CTIKOs, T&x' lpEt TIS fC7WS. - ..TI SE TWrO ;
1TallTWS eis alSTlII Set TIII' oSTlyolI IXEI\I."
Dlog. L. 8,19; H...,.oh. Mil. vlt. pb. 7. - Tlt. om. P I KUov pI 'fxt1 PI.
Aotbologia Graeoa VII 75

Lykon
Ich übergehe, bei Gott, auch Lykon nicht, ihn, der an Fußgicht
einst gestorben. Ich selbst wundre mich einzig darob,
daß er, der immer mit Füßen von andern gegangen, in einer
Nacht den gewaltigen Weg bis in den Hades marschiert.

Diogenu LaertioB

Demetrios von Phaleron


Demetrios, den weisen, biß die Schlange; viel
tödliches Gift hatte sie;
aus ihrem Auge schimmerte kein Licht hervor,
sondern des Erebos Nacht.
Diogenu Laertios

Herakleides
Du, Herakleides, begehrtest, bei Menschen den Ruf zu verbreiten,
lebend kAmst du im Tod allen als Schlange zurüok.
Aber du warst ein Betrüger, gelogen hast du: das Tier zwar
war eine Schlange, doch dich fand man als Toren und Tier.

Dioge1lu LaiirtioB

Antisthenes
Warst du, Antisthenes, nicht ein Hund im Leben? - .. Das war ich;
doch nicht mit Zähnen, ich biß einzig mit Worten ins Herz." -
Aber du starbst an der Schwindsucht, könnt' jemand dir sagen. -" W8.8
[soll das?
Geht man zum Hades, dann dient immer als Führer ein Hund."
Diogene8 LairtiOB
78 ADthologia Oraeca VII

116. (TOY AYTOY)


AlI!lyElIES, 6yE MyE. Tis ~ cn l.I6pos
ts -AlSOS; - ,;E~a~' IJE KVIIOS &YPIOII oS6:~."
A: .Is .o.IO)'f"'l· 1T~6v. - DiOC. L. 8,79; Suid... 6yt e&~. - Tit. om.
P Suld. I dS DloB.

117. (ZHNO.o.OTOY)
-ElCTlacxs CXÜTäpKElall, 6:cpeiS KEwCXV)(ia 'II'~oiiToII.
Zt'aIlC.t)II aVII 'II'O~I4> cnlAvOs hnaxvvl'tl·
&paella yap Myoll eV~, fllTJe~t'aaCt) SI 'll'pol/Olq:
aTpEC1111 chpiaTov lAaTtp' fMv6EpICXS.
EI 5t 'll'6:rpa C%Iollllaaa, Tis 0 f6611OS; ~II Kat 0 K6:SIAQS
KEIVOS, 6:cp' oö ypatrrall 'rutlls Ixel ~ISa.
Dioc. L. 7,30. - Tlt. om. P I lImoas c [ez .(aw) Diog. -aav pI • IIT'1-np' fAN·
8rpIT'lS P Suid. [I. 4Tpccrros) 111" 0 ~"P' 611 Suid. [I. Kä6I1OS) DiOC' 8 ypennwlI PI.

118. (.o.rOrENOYI I\AEPTIOY)


TOll KlTlm Zt'aIlC.t)\Ia 6avel11 MyOS, Ws wo yt'apCt)S
'll'o~a KalAc;)\I .~V6TJ I'lIlC.t)II 6C11TOS'
(01 S', 6-n 'll'poaK~ 'll'OT'CCPTl Xepl yf\II ~ot'aacxs'
.;EpxolACX1 CXÜTOIAaTQS. Ti S,; KaMIS IJE ;")
DiOC. L. 7,31. - Tlt. om. P • KITlä DIOC' I o.U&T! Id"WII Dlog. 0.. 01 6t 11. P
I-.om. Pli"" 6>.~ Valckeuer yalav 6>.01~

119
'HIIIKa nveay6pTJS TO mpncMts e1ipETO ypäJ1~
KEl11', fcp' OT'I' WIII';11 flyay& ß0v6vaITlII •..
Pllb 49,4 1.86 v [iunat. eum. ep. (20); Plut. more 101Mb; Athen. 10,4181.; DiOC.
L. 8,12. - ApoUodoro Math. trib. Diog. Ath. Plut. (schol.), Aponodoto Plut. I ""IMI
pI ~\IUICl C DiOC. " ..IltCI C [IUpraacr.] PI Plut. Ath. 11 EÜpcrrO DiOC. I ICdvo Plut.
ocMlv6s Ath./I'" 4> P1ut. Ath. /I tc>.cm'lll PI/I flyt'To P1ut.
AD~bololl. Graeea VII 77

Diogenes
Durch welchen Tod kamst du, Diogen8ll,
zum H&d811 hin' - "Mich biß so wild ein Hund."

Zenon von Kition


Zenon, gr&ustimiger Mann, 0 Hehrer, du ließest d811 Reichtums
hohles Gepränge und zogst ihm die Genügsamkeit vor.
Finder von männlichem Wort, du schufest in Weisheit die Lehre,
draus als mutiges Kind freie Gesinnung entsprang.
Hat dich Phoinikien geboren, wer wollte 811 tadeln' Dort stand auch
Kadm08' Wiege. und ihm danken die Griechen die Schrift.

Ein gleiches
Zenon von Kition starb, 80 heißt es, der Nahrung entsagend,
weil ihn des Alters Gebrechen vielfach qualten.
Andre erz.ii.hlen, er stürzte und schlug mit der Hand "ur die Erde,
sagend: "Ich komme von selbstl WM soll dein Rufen'"

DiogeMS Laer'io8

Pythagoras
Als PythagorM jene berühmte Figur nun gefunden,
drum er als Opfer sod&.nn k08tb&.re Stiere gebracht •••
Anonym
78 Anthologla Graooa VII

120. :::ENO~ANOYI

Kai lTOTE lUV a-rvcpE~l~oidvov aKV~aKOS lTapl6VTa


qICICrl V mOlKTEIpat KaI TOSE cpaa9a1 rnos'
..naOtJat. 1J'l5t ,~a,fI~·. hrEllt 'PlAov I!lvtpos Icrrl
IfNXfJ. ,,;V lyvCo)v 'P6ey~aidVTJS I!lICo)v."
PI Ib 49.4 I. Be " rcf....119]; Diog. L. 8.36; Sald••• ~ et (1-3) .. cnvopr.
M~al. - Tit. om. PI I "al wem: 6" T6n PI I fOOl y' Diog. Suid••• :EGv. "
hrCj)KT' pI S 'C7T1 0 Dlog. Suid. ·Iv pI PI 4 'fIUX"v pI " t8EY~a"'v11v Sald.

121. (610rENOYI I\AEPTIOY)


Oü 1J6vos IIJIfIIixCo)v ctrnxES Xtpas. l!lAAa KaI 1'IIJETS.
'TIS yl!lp.asIIJ'fNxCo)v ~'f'a'T0. nveay6p'l;
1!lAA' &rav IIfITl6il 'TI Kai 61T'TT'\6ij Kai ~1a6ij.
51'1 -r6n KaI 1fNX1'Iv 1.11'11)(011 krelolJEv.
A: Eis Tbv a<rr6v. I: ~atov' chI nueay6pas 6.a no"-UKpc!rT'1v ävrxc.::.p11aa ~
I{qiou. - PI nla ZIJ,lI7 1.4l1"; Diog. L. 8,44. - Tit. om. P PI I '"If1UxC,)V PI Diog.
mv' P I nuGay6pa Diog. .. "": cNK Diog.

122. (TOY AYTOY)


AlaT. nveay6p'lS 'TI 'T6aOll xvl!llJOVS .C7E~6:a&TJ
Kai 66:w !p01'TTJ'TaTS älJlJlya 'TalS 1510ls;
X~lov ~v ~v' lila 1.11'1 'TO\rrovs 5t 'IT'a'T'I'I<nl •
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123. (TOY A YTOY)


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AntboJogla Graooa VII 70

Ein gleiches
Eines Tages kam er, erzählt man, dazu, wie ein Hündchen
Schläge bekam, und sprach voll des Erbarmens zum Herrn:
..Hör mit. dem Prügeln doch auf, denn eines befreundeten Mannes
Seele gell-ahrt' ich in ihm, da ich die Stimme vernahm."
Xmophanu

Ein gleiches
Nicht nur, Pythagoras, du enthieltest dich lebender Wesen,
wir auch tun es. Wer aß jemals ein lebendes Tier?
Denn wir kochen und braten und salzen zuvor es, und dann erst
essen wir's wirklich; jedoch Leben, das hat es nicht mehr.

Ein gleiches
Ach, warum hatte Pythagoraa wohl 80 viel Ehrfurcht vor Bohnen'
Brachten sie nicht ihm selbst samt seinen Schülern den Tod f
War da ein Feld mit Bohnen, drauf wollt er nicht treten; da schlugen
an dem Kreuzwege ihn Leute aus Akragaa tot.
Diogenu LaertiOl

Empedokles
Du auch, Empedokles, hast im Glutbad den Leib dir gereinigt,
hast im Krater den Trank ewigen Feuers geschmeckt.
Warfst du dich, glaub ich, auch nicht absichtlich in Xtnas Gewoge,
doch dich zu bergen gewillt, fielst du nicht-wollend hinein.
Diogenu LaertwI
80 Anthololla Graeoa VII

124. (TOY AYTOY)


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PI ma 28,30 1.42", J>ioc. Laert.. 8,76. - T1t. om. P PI I 'Einn&oc>Ja DiOl.11
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126
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PI ma 28,31 f.42 Y; Diol. Laert. 8,78. - I 1fapa'Maa.. pI/! fl1IIos PI 111111;011 PI.

126. (foIOrENOYI t\AEPTIOY)


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c:)s IlIV ISo~ 6V.eIV 6c7IIla -nipaVVOV IxEIV.
·PI fila 28,32 f.42", Diag. L. 8,84, 8uid. I. \nrOvo.a et (3-4) I. ~11I01Iaos; Laur.
32, 18. - Tit.: Phi101ao t.rIb. Suid., om. P PI I T. Ö. IICU. '!Täcn 1fpo1ltyw 8. Suid.
1 äTv)(1l11 P Buid. a ~1M>1Ia11O\1 P.

127. (TOY A YTOY)


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laj3Ea&v ~ ßM~V Kai UKOTOV I'IyäyeTo.
PI fila 28,33 f.42", Diol. L.9,4; Heayob. Mil. "It.pb. 32. -Tit.om. PPI 1 r8CM! pI
a äpISNoaaa Dios. H .... 1/ li6aO"l PI
4 Iv ~M.apoIS DiOl. Hea.1I OKITOII pI,
Anlhologia Gra.oa VII 81

Ein gleiohes
Sicher, Empedoklea starb, 80 heißt Oll, weil er du rechte
Bein aich gebrochen, als einst von einem Wagen er fiel.
Sprang er ins Feuer dOll Kraters und trank dort du Leben, wie kommt
daß man sich heut noch sein Grab drüben in Megara zeigt? [Oll,

Diogenu Laerti08

Epicharmos
Wie die Sonne an Größe und Leuchtkraft den Sternen vorangeht,
wie dea Ozeans Macht sämtliche Ströme beaiegt,
80 überragt Epicharmos, erklAr ich, die andorn an Weisheit,
er, den hier Syrakus, du ihn erzeugt hat, bekrinzt.
Anonym

Philolaos
Allen rat ich es an, jedweden Verdacht zu beheben;
selbst der äußere Schein ohne Vergehen ist lohlimm.
Also erschlug auch Kroton, die Heimat, dereinlt Philolaoa,
denn er erstrebte, 80 schien's, die Tyrannei für sein Haus.

Diogenu Lairtw8

Herakleitos von Ephesos


Oft schon erstaunte 08 mich, wie einst Herakleitoe dOll Lebens
Unglück getragen und wie schließlioh zu Tode er kam.
Denn eine traurige Krankheit erfüllte den Leib ihm mit Wasser,
löschte den Augen das Lioht und übergoB sie mit Nacht.
82 Anlhologia G,aeua VII

128
'Hpenv..elTOS iyw. TI Il' c5:vw KelTW Üt.KET', äIlOVO'Ol;
0Ö)( Vlllv hrovovv, TolS Si Il' hrtO'TallivoIS.
EIs IIlOI ä.,epwTros TPIO'IlUPIOI, 01 5' ävaplellOI
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111 QII Diog.1IE Q ,.,1. 4 cN6~: dl/6p(;)11 pI PI [aote oorr.] /I CIlepat,· 0 Diog. nEpa. Ot't.

129. (610rENOYI AAEPTIOY)


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KTEI~ bU.ÜO'en 5ov~ocniv'lS 'ruav.
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PI lIla 28,35 1.43'; Diog. 1..9,28. - Tit.om. P PI I jjA~ Q pI I bcAOacn Dlog •


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130. (TOY AYTOY)


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IK TrOT' Iwv Ka6' öSov TrpiO'~VS fwv r6aves'
EtMTo yap 0'1! qlllyElv KScpcmos TrO~IS' äMa aU Iliv TrOV
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131
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yaJa\! 0 yaJa pI 1/1jIII)(1'\ MiATO noe IjIII)(Q 6' &ATO.

132

Kai aio, TTpwTay6p'l, O'OqlI'lS tS\lEV ~OS 691,


&'M' ou TtTp(ZKncov, +wv Si y~1IKIi KV~O'lla.
I eno Stombach cri 11 TIT~II pI em. 0 11 KVi\alla Bury "Pf\~.
An~bololl& Gruo& VII 83

Ein gleiohes
Herakleitoll bin ich. Was zerrt ihr an mir, Idioten,
der ich für keinen von euch, sondern für Kenner geschafft?
Einer gilt Myriaden, und TaWl6nde eures Gelichters
nichts! Ich erk1&r es noch heut in der Persephone RaDI.

Zenon von Elea


Den Tyrannen ermorden (welch Hochziel!) wolltest du, Zenon,
wolltest von Knechtschaft die Stadt Elea rettend befrein.
Doch du erlagst. Dich ergriff der Tyrann und ließ dich in einem
Mörser zerstampfen - doch nein, nur deinen Körper, nioht dich.

Protagoras
Du, Protagoras, hast, ein Greis, von Athen dioh gewendet
(also hört' ich) und gingst baJd a.uf der Reise zugrund.
Denn dich zwangen zur Flucht die Söhne des Kekrops; doch ob du
Pallas' Stadt auoh ent.flohn, Pluton entfloheet du nicht.
DioglmU Lami08

Ein gleiohes
Diee war Protagoras' Tod, so heißt's. Seinen Leib hält die Erde,
zu den Weisen jedoch fuhr seine Seele empor.

Ein gleiohes
Spitz, Protagoras, war gewiß auoh der Speer deinee Geiatea,
Doch stach er nicht verletzend, sondern BÜß kitzelnd.
Anthololl& Gruo& VII

133. <t.IOrENOYI AAEPTIOY)


nTlaatTE, NIKOtqHWII, In Kai I.IcXMx, ev~aK6s tO"Tl·
"I1'TfaO'ET', 'Allcle~apXOS 5' tv ~16s taTl 'TI'cXMx!.
Kai at Slao-nl~aaa yvafOlS 6~lyoll Tcle& M~I
flI'l1.laTa <J>epenfOlIT'J· ,;Eppe, I.IvAwept KaKi."
Diog. L. 8,69. - TI&. 018. P I 1r'T1\onI PI ,,"Ia~ Diog. I """,,aorr pi I llaa·
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"rixv'l PI.

138. ANTInATPOY
"Hpwos npliqJov ~Os TclefC)S, oUx &n TOlov
6:~IOS, ~' lx8palll XEpalII l)(WlllIIiI.I&6a.
PI III& 13,14 f.36'"; :I: J7. - Ti!. OID. ~ I Tlov:l: I tx~ I.
Äntholo,la Graeoa VII

Anaxarchos
Stampf nur, Nikokreon, zu! Ein Sack ist's, den du zerstampfest.
Stampf! Anaxarchoa verweilt ll.ngat in der Halle des Zeus.
Dich aber wird Peraephone bald mit Kratzern zerreißen,
und dann hörat du ihr Wort: ..Fort mit dir, Müller, du Sohelm'"

Kyniker Gorgias
Siehe, hier fand ioh, das Haupt des Kynikers Gorgiaa, Ruhe,
aber ich habe hier auoh Spucken und Schneuzen verlernt.

Hippokrates
Hier in Thessalien ruht Hippokratea, Koör von Herkunft.
Phoiboa, den ewigen Gott, hat er als Urahn gehabt.
Mit Hygieias Waffen bezwang er unzählige Leiden:
Weltruhm hat nicht das Glück, sondern die Kunst ihm gebracht.

Priamos
Priam08 war ich, der Heroa. Mein Grab ist. nur niedrig, nicht weil ich
80 es verdiente: der Feind hat es 80 karg mir gehl.uft.
Amipatr08 von ThU8tJlcmike
88 Antbolollr. Ora80r. VII

137. AAEInOTON
Mt'! ~ TeXCP,!> aVyKplll! ,-611 "EKTOpCIIl'lS' brl -niIIß<!>
,,"pEl ,-611 lTam,s 'EAMSos cXvTl1TCxAoII.
'IAlcXs, aVrös "OIl'lPOS .1101 TeXCPOS, 'oocXs, 'Axoool
cpNyoll'T1lS' TOVToIS lTäalll ~c..>IIWIJE9a·
EI S' 6AIYTlII 6:epEIS rn' '1101 xOVlII, oVtc .1101 a1axos'
'OOt'!\I(.o)II 1x6paIs Xepalll ~c..>IIIIIiIJE9a.
PI 1lIr. 13,111 f.3IiY. -I hr":" plI! ~': illÖll PI.

138. AKHPATOY rPAMMATIKOY


"EICTOp 'OIl'lpel1JC7111 6&1 ßEJXI'l~1IE ~1~AoIS,
6&lo8Ollov T1öIXEVS Cp\COS .pVIllI<7n;poll,
b aol MalolllS'lS &lIElTaVaaTO' aoO S~ eallOIlTOS,
"EICTOp, .alyT!8T! Kai mAis 'IAleX80s.
PI TIIr. 13,18 f.3Ii v ; Mau. U (Ir. 109). - Antlpatro trib. lIIatr. I 'OIlTlpElolcnv
PI [primo] • 'PUllvOTaTOV pI S.v PI.

139

"EICTOpl "'" Tpola avyKcXTeallEII ovS' hl xElpas


&lITi'\pell AallawII lTalalll m.PXO~II0IS·
TTilla S' 'AM~cXvSp,!> av\la1TwAno. lTaTpl&s apa
cXvSpcXalll, oV lTcXTpalS c5:l18pes &yaAAOlJE9a.
PI 1lIr. 13.19 f.3Ii Y; I 311. - I TpoiTl PI I t ~pl A. XEpalV L

140. APXIOY MAKEAONOI


Kai ytmall TaO rip& KaI oOlIOlia KaI xe6va CPWIIEl,
aTcXAa, KaI lTOlq: KTlpl SCXIJlls ceave. -
"rEllvT!Tc..>p TTplallOS, yä S' "lAIOll, oOIIOlia S' "EICTCo>p,
~IIEP, \nrip lTcXTpas S' c:;)Ano 1lCIP~1IOS."

PI 1lIr. 13,17 f.3Ii Y, - tl8avrv PI S YfW1'\TColp PI 'II'tI'T1'!p \1111 P 4 ~ ~Ev' PI.


Anthologia Graoca VII 87

Hektor
Schätz mich, den Hektar, nicht ein nach dem Grab hier, und miß
[nachdem Hügel
nicht einen Helden, der ganz Hellas im Kampfe getrotzt.
Nein, mein Grab ist Homer, die Dias, Hellas, die Griechen
auf ihrer Flucht: all das türmt sich zum Mal mir empor.
Siehst du nur wenige Erde auf mir, mir bringt's keine Schande:
feindliches, griechisches Volk hat ihn 80 karg mir gehäuft.
Anonym

Ein gleiches
Hektar, du warst für Homer der Held durch alle Gesänge,
festerer Wall als die Burg, die von den Göttern gebaut.
Bei dir endet der Sänger, der Maionidej du starbest,
Hektar, und mit dir zugleich ward auch die Dias stumm.
Grammatiker AkeratoB

Ein gleiohes
Hektar sank hin, da sank auch Trojaj er streckte nicht länger
wider des Danaervolks stürmende Söhne den Arm.
Mit Alexandros fiel Pella. So ist's: Wir Minner wohl bringen
Ruhm umerm Lande, kein Mann wird durch die Heimat berühmt.
Anonym

Ein gleiches
Nenn mir die Heimat des Toten, ihn selbst und den Vater, 0 Säule,
und verkünde zugleich, welchem Geschick er erlag. -
"Priamos war sein Erzeuger in Troja, sein Name war Hektar,
und für die Heimat, mein Freund, fand er im Kampfe den Tod."
Aul. Lic. Archia& von Makedonien
88 ÄDtbololl. 0 .... 0. VII

141. ANTI4II1I\OY BYZANTIOY


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Tpolqc ~IMl!tllOu 1TT~llaTOS äp~aIlEIIOII'
a~ ~ "1'01 '!T"TUJ1:Ial aul/TlpE~ &1l4pIKOIJ(\iat
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PlllI. 13.3 1.36'. - I npc.mal).all pt I a~ PI 4 -<1116m)(oll' pt s-a Swd.
I.6uapIcnrra, 7-8 I. 6IcII1'l I &uaIIIII1'\-nI P .III.,-nI eJt -III.,IICI PI -ICJT'I-n:I Sm. em.
Broduaa !/1&aMn pI • ~II pI 1/ fUUoxaOvn pI fUUoxOEOcn Sm 'J 'IT6T'
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141
TVIljk!s 'AXI~i'los ~T\~II0POS, 611 TTOT' 'AXalol
S~IlT\aall
T p~"," Sallla Kai laaol!t""'"·
aIYlw.~ Sl villEVl<811, (lla CTTOllaxflal 8w.aaaT\S
KVSalllOlTo TTalS Ti'\s c!r;\las ehiSOS.
PI m. 13,4 1.36'. - I-I Suld... ~.,e"lIOpIt.

143
•AIISpE SIIe.> ,1;\6TT\TI Kai '" nVxEaalll &pICTT"',
XafpETOII, AlaKIST\ KaI aV MllIOmaST\.
A: Ils 'AXIllla ICGI nlhpoMoY. - PI m. 13,6 1.36'.

144. A6EInOTON
'HSVE1T1'Is N6aTc.>p nV;\IOS NT\MIOS flP"'S
111 nv;\ct> l'\ya8t1J ~II lxiI Tplyqx.,II.
J Said••• ytIIIä et. TPlylPfllIl.
Antbololia Graeoa VII 88

Protesila.os
La.nge besingt dich die Zeit, Thesaa.lier Protesila.oa,
E'rltes Opfer, mit dem Troju Verhängnis bega.nn.
Nymphen umhegen dein Gra.b, du Ulmen im Kreise bescha.tten
dort, wo drüben verha.ßt Ilions Feste sich hebt.
Schwer noch grollen die Bäume, und sehn sie die troische Ma.uer,
jlh da.nn rieselt ihr La.ub welk und vertrocknet hera.b.
Welch ein Grimm wohl beseelte die Helden von da.maJs. wenn heute
im gefühllosen Zweig noch eine Spur da.von lebt I
A mipAilo.t lI01l Byzanz

Achill
Dies ist du Gra.b des Achill, des zermalmenden, du die Acha.ier
a.uch noch dem künftigen Volk Troju zum Schrecken erba.ut.
Dicht vom Geata.de her winkt es: dem Sohne der Thetis, der Göttin
drunten im Meere, ertönt rühmend die Kla.ge der See.

Achill und Pa.troklos


Euch, dem heldischen Pa.a.r, gepriesen in Liebe und Feldschla.cht,
Aia.k08' Enkel, und dir, Sohn des Menoiti08, Heil I
Anonym

Nestor
Nestor, der Sprößling des Neleu8, der holde ura.lte Redner,
Heroa von Pylos, er ruht, heiliges Pylos, in dir.
Anonym
90 Anthologi& Or&eo& VII

145. AIKi\HmA60Y
• AS' tyw cl T;\Cq.lCo)II 'ApeT(~ lTapo: TCj>Se Kae"l.Ial
AiallTos T1iI.Iß~ KElpol.ltlla lT;\OKaI.lOVS,
6vl.loll &xel l.IEy6:;\~ ßeßO;\T\lJtlla, ellTap' 'Axalors
cl SoMcpPCo)II 'AlTO:Ta Kptaaoll tl.lEU SVllaTal.
PI 111& 13,6 f.35 r ; I 29; Laur. 91,8 [=PI]; Peplu8 7; Tzetz. Posthom. 480; Eu·
8t&th. 11. 2,557. - Tit. om. I Laor., Ari8toteJi trib. EOIt. I KllpOIJ- P PI [&nto
oorr.] KllpalJ- oet. v&ri&t Pepl. :I IX" pi fI ~E~ap'1lJtva Tz 1/.1 'll'ap' P ~ 'll'ap'
Pepl. Tz OWEK' eet. "KptaO'Ol1 tlJEÜ 0 Pep!. Tz -va IJEÜ pi KpeTaaov tlJOÜ PI I
Kpeaawv tlJOÜ EOIt. 1/ !iÖV<rTal P I KtKPITat oet.

146. ANTlnATPOY II6S~NIOY

Iijl.la lTap' Ala\ITEloII rnl 'POITT\(alll mais


6vl.loßap1)s 'APETO: I.Ivp0l.lal l~ol.ltlla,
6:1T;\oKaI.lOS, lTIIIOeaaa, 510: Kp(alll ÖTTI ne;\aay&II
0Vt< äpETO: IIIKäll iA;\axell, 6:;\;\0: So;\OS.
TElixea 5' ö:II M~elev 'AXI;\;\eoS' ,:ApaellOS O:Kl.läS,
ov aKO;\I&II I.IV6Co)II cS:I.II.IES tcpltI.lE6a."
PI lII& 13,7 f.35 r ; I 88. - HI Soid. 8. euIJO~P"'S, 2-4 8. 'll'1v6Eaaa I hrl
'PolTlllalv PI Soid. hrlpp- P hrl 'Po\TEIl)aIV I :I ä 'II"~oKälJ~ pi 5 'AXI~~tws I.

147. APXIOY
MOUIlos tllalpolJtllolatll vmpl.laxos aa1T(öa TE(IIas
Vf\val ßapvII TPWCo)II, ATall, €l.IElllas cS:PTl'
ovst ae xepl.laS(Co)II crwell KTVlTOS, ov vtcpOS 1&11.
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~. aOT(.0)5 lTpoßMs TE Kai €1.I1TESOS WS TIS tp(lTva
ISpv6els hAT\S ;\a(;\ana Sval.lElltCo)II.
eI Se ae 1.11) TElixEC.11\1 'AXI;\MoS WlTAlaell 'E;\AQs
ä~IOII O:VT' apETäs ÖlT;\a lTopouaa yepas,
MOlpaCo)II ßov;\ijat TaS' cS:l.IlT;\aKElI, wS ö:II W' EX6p&II
l.lti TIIIOS, 6:;\;\a aV aij lTOTI.IOV i;\t;lS lTaMI.lt;l.
PI IlI& 13,8 f.35 v . - I-I Suid. 8. tvalpElV. 3 8. XEplla!iICj), 4 8. 'll"chay~ I ·lJaxov
PI Soid. I Alav Branok alEv 11 CIlEIVav pi 3 WaE PI Suid. 6 l!ipw6. PI 8 cXpETijs PI
, i\1J'II'~- PI 11 uV aij P TEij PI.
Anthololla Oralloa VII 91

Aias
Ich, die Mannheit, die arme, hab meine Locken geschoren
und an des Aias Grab trauernd mioh niedergesetzt,
tief im Herzen getroffen vom Sohmerz, weil bei den Aohaiern
lauernde Tüoke den Sieg über mioh selber gewann.

Ein gleiohes
Neben dem Male des Aiaa am Saum des rhoiteIsohen Strandes
sitz ioh, die Mannheit, betrübt und mit geschorenem Haar.
Asche besohmutzt mich - ich weine, daß, ach, nach dem Spruch der
nicht die Mannheit gesiegt, sondorn die trügende List. [Pelasger
Spräche die Rüstung Achills, sie riefe: ..Mein Ideal ist
nioht das gewundene Wort, sondern der Mut eines Manns."

AntipalIW tlOn Bidon

Ein gleiohes
Einsam wehrtest du dort an den Schilfen dem troiBohen Anprall.
Aias, und hieltest zum Schutz über Gefallne den Schild.
Nimmer dem Krachen von Steinen, der Wolke von Pfeilen, demFeuer
wichest du, nimmer dem Speer., nimmer dem Schwertergeklirr.
Unerschütterlich fest, wie ein Fels im Grunde, so Btandst du,
ohne zu wanken, und botst feindlichem Sturme die Stirn.
Wenn die Griechen dann nicht mit der Rüstung Achilla dich bewehrten
und dir die Waffen als Lohn für deinen Kampfmut venagt,
war es ein Unrecht gewiß, doch der Wille der Moiren: der Feind nicht
Bollte Verhängnis dir sein, sondern die eigene Hand.
Awus Licinius Archia&
92 Aothologia Graeoa VII

148. AllEInOTON
Ii'ij,la T6S' AfallTOS TeÄaj,lc..>vlov, ÖV KTave MOipa,
aVTOU XPT]O"a~va Kai Xepl Kai ~Iq>ei.
ovS~ yap tv 6VT]TOTO"I SVVTtO"aTO Kai j,lEj,lavTa
eVp~j,lEval KÄc..>6w TCj)S' mpov cpov~a.

PI lIla 13,9 f.35 v ;I 28. - I Alcxl/'n PI [primo)fl Tu,<X\Iovlov I IXP11acxllw11 PI II/


XElpl I S-f Said. B. K"«l6~ et IJEllcxvTcx 11 -cnv f\SuvClTO Said. 4 T6vS' PI [primo].

149. AEONTIOY IXOAAITlKOY


KelTal tvl Tpol1) TEÄaj,lWVIOS, 00 TIVI S' lj,lrrT]S
ällTlj3lc..>v orraO"as eVxos tou 6av6:Tov'
T6aO"T]S y6:p Xp6VOs eXAAOV rna~lov äv~pa T6Äj,lT]S
OVx EVPWV rraAaj,l1) 6iiKEV liTT' aVT0q>611<j).
PI lila 13,10 f.35 v • - I-I OÖTIVI • • • Suid .•• 6'11'aa~, 3-f B. cxUT~6v~
4 rn' Said.

150. TOY A YTOY


Afas Iv Tpol1) j,lETeX j,lvplov EÖ){OS äEeÄc..>V
~j,lq>ETaI OVK ix6poiS KElj,lEVOS, äXM1. q>IÄoIS.

PI lIla 13,11 f.35 v •

151
"EKTc..>p AtallTl ~Iq>oS ~maO"Ev, "EKTopl S' Aias
~c..>O"Ti'jp" aj,lq>OT~pc..>V 1'l xaplS e1s 6avaTos.
PI lIla 13,12 f.35 V; Lauf. 01,8 or. 50.
93

Ein gleiches
Aias, Telamons Sohn, liegt hier, erschlagen von Moira,
die seiner Hand sich bedient und seines eigenen Sohwerts.
Denn auf der Erde hat Klotho, so sehr sie gesuoht, keinen andern
Menschen zu finden vermooht, der ihm das Leben verlöscht.
Anonym

Ein gleiohes
Wohl ruht Telamons Sohn in troischer Erde, dooh ließ er
keinem Feinde den Ruhm, daß er zu Fall ihn gebracht.
Denn da nirgends die Zeit solch verwegenen Menschen gefunden,
gab sie ihm schließlich den Tod durch seine eigene Hand.

Ein gleiohes
Tausond glA.nzende Taten vollbrachte Aias vor Troja:
Flucht er im Tode dem Feind' Nein, er verfluoht nur - den Freund.

Ein gleiohes
Hektor gab Aias sein Schwert, und Aias ga.b Hektor den Leibgurt,
und den beiden Hero'n braohte die Ga.be - den Tod.
Anthologia Graeoa VII

152
TTIKP"V aAAr,AOIS "EKTWp Xapw i}St cptpaenns
Atas tK 'TTOAtIlOV Ilvi'jll' rnopov cplAhW
"EKTWp yap ~waTIipa Aaß~v ~(cpos €1l'TTaAI SWKe'
T1'\v Se XaplV S~pWV lTE(paaav tv 6al/emu'
TO ~(CPOS dA' AiaVTa Il€IlTJV6Ta, Kai 'TTaAI ~WaT"P
eTh.KVaE TTplall(STJV S(cppla avp6Il€VOV.
OÜTWS t~ tx6pWV aliToKT6va mllllTETo Swpa,
~V XaPITOS 'TTpocpaaEI Iloipav EXOVTa 1l6pov.

PIlII" 13,13 f.35 v• - I-I Suid. 8. fEpaalTlS, 4-6 •• mlpllaav, 7-8 s. aVroKT6va 11
lTIeplK>,\v pi I lfEpov Suid. J mov yap pi 11 Sw",v PI .. mlpaaav PI -plaav
P -Pllaav Suid. 5 eIS' pi 11 ,..a1.IV Suid. • np"xlIlSllS Pi.

153. OMHPOY, 01 S~ KAEOBOYAOY TOY AIN~IOY

XaAKi'j 'TTapeivos elll(, M(Sa S' ~'TTI ar,llaTI KeiI1QI.


EaT' Civ vSwp Te VO:I) Kai SevSpea llaKpa TE6r,AI),
aliToii TijSe ~vovaa 'TTOAVKAaIiT~ rnl -niIlß~
O:yyeAeW'TTapIOiial, M(Sas OTI TijSe Te6a'!TTal.
PI IIIb 6,1 f.92'; I 59; Plat. Phaedr. 264d; Diog. L. 1,89; vit. Hom. p. 7,
43 WiI.; Dio Chrya. 37.38. - Tit. om. Plat. Dio. Cleobulo trib. Diog., Homero cet.
10m. vit. 7 " MISov Diog. vit. 43" cn'tllaTOS iillCXI vit. 43 I Long. BubI. 36,2;
Sext. Emp. hypot. 2,37 (1) et adv. math. 8,184 (2); Liban. 17,34 " ferr': EU.'
PI I ~p' Plat. Lib. " v6;,;i: ~tTJ Diog. Dio Sext. 2 Long. vit. 7 " post 2 inser. vit.
I
43 et (inverso) Diog.: Kai ,..OTallo) ,..A1'lOt.laI, mpIKAul;;1) S~ aaAaaaa "'~I6s T'
ävlWII AOrp'll"1) 1.ap,..pa TE aeA1'lV1'). Alterum tantum exhib. I vit. 7 J Suid .•.
aVroV et MISas 1/ ,..o1.VK1.aVr'!' [-aUerr,!, PI] ••• TVII~'!': -TOV .•. -~ov Plat. vit. 7
.. ayy.: anllavi", vit. 43/1 MISllS vit.

154
KOlvov ~~ MeyapeOal Kai 'Ivax(Salaw ci6VPlla
iSpUllal, 'fall6:eTJS EKSIKOV OVAO~"'lS'
ellll Se K"p TVIlßOOXOS. 6 Se KTE(vas Il€ K6poIßos,
KeiTal S' c:lS' w' tlloiS 'TTOO'al Sla Tp('TTOSa'
&Acpls yap cpalla T6S' l6eamaev, 6cppa yevo(llav
Täs Ke(vov vVllCPas ai'jlla Kai laTop(TJS.
A: EIs K6pv~ov, ou IIiI1V1')Tal KaAAll1CX)(OS Iv a' AITI",v. - I MEYapeÜ01 et ')vCX)(ISalalV
Ruhnkon l1ay- et -Seaalll J TVI1~oüAOS Suid. 8. K1'lp • IaToplll Suid. 8. &1.cpol.
Anthologi& Gr&ec& VII 95

Ein gleiches
Traurige Gabe gewährten sich Rektor und Aias, der Schildmann,
daß für die Freundschaft im Krieg ihnen ein Zeugnis es sei.
Rektor schenkte sein Schwert und nahm einen Leibgurt dawider;
doch was die Gabe bewirkt, ward emt im Tod ihnen kund.
Denn das Eisen durchbohrte den Aia.s im Wahnsinn, der Leibgurt
schleifte den PriamoBSohn an einem Wagen dahin.
Also empfing denn ein jeder vom Feinde verderbliche Gabe,
die, 80 freundlich sie schien, tödliches Schicksal verbarg.
Anonym

Midas
Liegend als eherne Mädchengestalt auf dem Grabe des Midas,
immer, solange das Wasser noch fließt und die Bäume noch grünen,
bleibend dahier auf dem Bühl seiner Gruft, die S<tviele beklagen,
künden werde ich jedem, der kommt: Hier ist Midas bestattet.

Hurner oder Kleobuloa von Lindoa

Psamathe
Ich, die Psamathes Tod gerächt hat, hier steh ich als schöne
Zierde für Megaras Volk und Inachiden zugleich,
ich, die Ker auf dem Grabe. Koroibos emchlug mich, der wegen
jenes Dreifußes mir unter den Füßen hier liegt.
Sagte der delphische Gott im Spruch doch, ich werde als Denkmal
seiner geliebten Frau und der Geschichte erstehn.
Anonym
96 Anthologia Graeca VII

11111
'0 TOV lTOAVO'TtVCXKTOV äv6pc:)lTc.>v ßlov
yeAc.>TI KEpo:aas NIKCXEIis <l>IAIaT!c.>V
~lITa06a Keillal, AeI\jIaVOII lTallTOS ßlov,
lTOAAclKlS älTo6allwv, ~Se 5' oUSrnWlTOTe.
PI lIla 6,3 f.31 v; E 55. - 1-2 Suid. I. Cl>,Alcrrl..,v; Heayoh. Mil. vit. ph. 70
2 yiA'1TI EI/KEp.: IJI~as Hes.I/IJIKaEVS pI N,KaIEVs Hel. 4 oVrrc:.noTE PII/Rubacr.l:
KaI KPava1'lV &vipalve Cl>,Alcrrl..,VOS IpI1T\l'1v.

156. IIltoS1POY AlrEATOY


'1~Cj)
Kai KaMllolal1l älT' iJepos a\rrOV ETEpßell
EUllllAOS AITc;)S, äAA' ~V ~Aev6epllJ'
OUlTOTE 5' 66ve1llv iKvaev xtpa yaO'TpOs ilKllTI'
TOOTo TpvTtiv Ke\Vct', TOVT' ETEp' eVTP0aVV11l1.
Tpls Se TPlllKOO'TOV ~ilaas hos ~v60:S' laUel,
lTalal AllTC:)V I~ov Kai lTTEpa Kai KaAO:Il0VS.
PI lIla 211,1 f.41 v, IIIb 111,1 f.93 r• - I aVTbv P 1/ fqleppe pI S o\nrOT' ö8v. PI.

157
TpEiS htc.>v SeKO:Sas, TplO:Sas Suo, IlhPOII i611Kall
TtIlEnpllS ßIOTi'iS 1l001ITIes al6eptol.
o:pKOVllal TOVTolaIV' 0 yap Xp6vOS av60s aplO'TOV
TtA1K1llS' €6avev XW Tplytpc.>V nUA1OS.
PI Ib 20,1 f.83 v, lUb 9,1 f.92v. - I 6eKa6as ex .6os PI 6EKa6ES PI/ Tpla60S
pI 1/ (8'1\CiV P.

158
MapKEAAOV T6Se cri\l!a mplKAVTOV 111Ti'ipos,
Tc.>TOs KvSIO'TOIO TETlllevov a6aveXTolalll,
oö ßIßAOVS ävE6T'1KEV hncTtlltll1J M 'PWlllJ
'ASplall6s, lTPOTtpc.>1I lTpoTeptanpos TtyeIlOvflc.>V,
KallTO:IS 'ASplavoio. Ilty' E~OXOS 'AIITc.>lIiVOS,
AnLbololia Oraeoa VII 87

Komiker Philistion
Nikaias Bürger einst, Philiation, der ich
des Daseins Jammer durch mein Lachen viel gedämpft,
hier lieg ich nun, ein Rest, den jedes Leben gibt.
Oft bin ich wohl gestorben, aber so noch nie.
Anonym

Jäger Eumelos
Seine Nahrung hat einst Eumel08 mit Ruten und Leim sich
aus den Lüften geholt, schlicht nur und kärglich, doch freL
Niemala küßte er Fremden dem Magen zuliebe die HAnde;
Jagd nur war seine Lust, Jagd sein Vergnügen und OIück.
Neunzig Jahre verlebte er so. Nun, da er hier ausruht,
ließ er den Kindern den Leim, Netze und Ruten zurück.
18idor08 von A igeilJi

Grenze des Lebens


Drei Dekaden an Jahren und zwei Triaden. das setzten
Sternenweäse aIa Maß irdischen Lebens mir fest.
Das genügt mir; es ist des Daseins herrlichste Blüte.
einmal starb ja doch auch Nestor, der uralte Greis.
Anonym

Arzt Markellos
Dies ist das Denkmal des großen, gepriesenen Arztes Marke\1os.
den als ruhmvollen Mann die unsterblichen Götter auch ehrten;
und seine Bücher stellte in herrlich errichteter Roma
Hadrian auf, der beste und größte von allen gewesnen
waltenden Fürsten, sowie sein vortrefflicher Sohn Antoninua,
ADtbologia Graeca VlI

6q>pa Kai WaollillOlCJI I!ET' awpc!an KÜSos ciporro


EI_li EIirnI'lS, n'l1I ol1T6pe CJ>oißos 'ATr6).}.CIlII,
t'\pcjlct> ~IfXXVTI I!hpct> BEpcrm'Jla 1I0VcrCllII
~1~~oIS All 'lTIIIVTaTs XEIPCIlIIICJI TEaaapOO<OllTa.

I: Eis MäpaUOII TOv l:161\TTlv IcrrpOv. - :I \CV610T0IO Kllater -O\C7I 11 TITIlltlllivov pI


S Mmlll· pi 4 'Av6p- pi ., 11- 0 • ~1~1.os pII/SUo KaI ~ c.

1119. NIKAPXOY
'O~ 1o'~11 KI6apqc 'lTMTOTOII ytpas etMro 6"'lT(;)II,
NtOTCIlP Sä Y~Waa'lS t'\SvMyov aoq>IIJ,
TE1C'TOC7IiIItJ S' rntCllII 'lTO~vfOTCIlP BETOS ·OIo''lPOS,
T'l~ S' aV~oTS, oö TQq>os 1000II 6&.

I: ds TTJM~ Tbv cNAIJTI'lv. - PI m a 8.1 1.33 r • - Tit. om. PI :I yAc:xn,tS


pI 11 GOfITJS P 4 TTI~IS PI [primo].

160. ANAKPEONTOI
KapTep6s'" 'ITOMI'OIS Tl).I6Kprros, OÖ T65e aäJ,aa •
• Ap'lS S' OÜK &yaewll cpei5ETat, ~ KQK{;)II.
PI lIla 6.1 f.30 Y •

161. ANTmATPOY IIAnNIOY


·OpIII, 1110s Kpoll15ao SlciKTope, TEÜ XQpIIl IOTaS
yopyOs Vtrip lo'Iy~ov 'TVJ.t~1I 'APIOTOIliIlOVS; -
,:AyyfJ\ACIl Io'IpOmaCJ\II, 66oVmcEII, 6CJaoll c5:pIOTOS
OICllvCA)1I yell61o'QII, TWaoll 65' ft16tCllII.
SEIAal TOI S&I~OTCJIII iq>ESpt'Jaaoval 'IT~Mlal,
älo'Io'IS S' ä-rpiOTOIS allSpaal TEp'IT61o'16a."
PI lIla 6.2 f.30 Y. - Tit.: geßt. om. PI $-I Suid••. mMl~ ".6pl\aaouol PI
.pl\_ P -prVoua1 Suld. • MpivTolS PI [primo].
Anthologia Grasoa VII 99

daß auch bei späteren Männcrn er Ruhm zu ernten vermöchte


ob der vorzüglichen Sprache, die Phoibos ApolIon ihm schenkte.
Denn im heroischen Vers besang er, von Cheiron begeistert,
Mittel zum Heilen von Krankheit in vierzig verständigen Büchern.

Anonym

Flötist Telephanes
Orpheus gewann mit der Leier die herrlichste Ehre bei Menschen,
Nestor mit Weisheit, die süß ihm von den Lippen geströmt,
und mit dem Bau seiner Epen der göttliche Meister Homeros,
doch mit der Flöte der jetzt tote Telephanes hier.
Nilmrchos I.

Krieger Timokritos
Mutig schlug sich in Schlachten Timokritos. Erde nun deckt ihn;
denn nicht den Helden verschont, sondern den Feigen der Krieg.

Anakreon

Aristomenes
Adler, du Bote des Zeus-Kronion, was stehst du so furchtbar
auf des gewaltigen Manns, auf Aristomenes' Grab? -
"Um der Welt zu verkünden, daß, wie ich selber der erste
unter den Vögeln, so er unter den Männern es ist.
Mögen sich zagende Tauben auf Gräber von Zagenden setzen,
uns sind Helden, die nicht zittern noch zagen, zur Lust."

Antipatro8 von Bidon


100 AoLhologia Graeea VII

162. 610IKOPI60Y
EVqlpcXTf111 1lT! KaTe, cJ)1~WIIVJ,IE, llT'Jst 1l1t'!1I1J~
lTÜp hr' .).101· mpI7T15 el).ll Kai ~K 11'CX"riPWII,
mpI7T15 aü8lyellT}5, IIal SEcrnoTa· lTÜp s. ).I1i'jl/a1
"').Iill TOO X~oO mKp6npo" 8allchou.
ä?J.a 1TEpICTTtI~as J.IE SISou Xeolll, IlT'JS' hrl ~
~OUTpa XE1J5· cnjX)I.ICX1, SEa"Il'OTa, Kai "Il'OTa).loVs.
PI lila 12,' 1.36r. - 1-4 mpoTl~ •.. Suid... CIÜ8I~ 1 Kai om. PI.

163. AEnNI60Y
TI5 TIII05 evo-a, yVllal, naplT'JII Ü"Il'b KIOI/a 1<I!To-al; -
.. npT'J~W KaMITEMUS." - Kai 11'0Sa"Il't, ; - .. Ia).lIT'J." -
TI5 SE <n KaI KTEptl~; - .. geoKpIT05, cf) J.IE YOlli;E5
.~S0c7all." - 9v()aKEIS S' AI< TIII05; - ,:EK TOKETOÜ." -
Evo-a lT6c7WII htWII; -.. I1Vo KdKocnll." - 'H fJa y' cheKlI05 ; - 5
.. OÜK, ä?J.a TPlni'\ KaM..ri~T'JII 0.111'011." -
.s
ZWOI 0"01 KETII6s ye Kai fkx8V yi'ipas {KOITO. -
.. Kai 1701, ~ei\IE, 11'0POI ml:lITa TVxT'J Ta KaM."
PI lIlA 11,1 1.33 V ; Os. Pap. IV 662 [lioee taoLum verauuml. - I oöaa 0
PI [primoJ I ·..o.ous pI S yovl\~: Y'y"'~ vol ny· Pap. 15 oöaa Pli IClIICOaI pI
7 r;~1t pI 8 TV)( J1J Pap.

1M. ANTInATPOY II6nNIOY


cJ)pCx~e,yVval, yelllt'!II, 611OJ.Ia, X86va. - KaMITt~T'J5 Jdll
6 O"11'Elpas, npT'J~W S' OVIIOIla, Yi'i Sl Ia).105." -
Iä).la Sl TI5 TOS' 'XW<n; - ..geoKpIT05, 6 11'plll äelKTa
ällETipas Mo-as 6:).I).IaTa 11'ap8eIlIT'JS." -
n(;)s Sl 8a1lES; - .. AoXlolO'lll b c5:1.yealll." -E111'l Se, 11'01T'JII
ti~8es is "'~IKIT'JII. - .. 1110-170:1<15 tllSacrn5." -
'H Kai 6:11'005; - ..00, ~illE· },D,0111'a yap .11 llE6-njn
KaMrnAT'J, TP1ni'\ "Il'aTS' fn IITJmaxoll." -
·~eol is 6~~IaTT'JII 11'O~IT!II TP1Xa. - .. Kai 17011, 6SITa,
OVPIOII 18VIIOI 11'allTa TVxT'J ~IOTOII." 10
·Os. Pap. IV 662 [01. ad 163]; imiLando esp....... 8p. Kalb. 248. - Tlt. om. pI 'ApX(ov
o [primo), 'AVT. I16. 0 [poeL] S IXc.>cn 0 IXc..w at (7) pI 1&11J1 0 in marg. • ....ap.
ew,av Pa!'. 15 AoX(OI01V Salm. -GIS P 1/ ....Olav Pap. 7 Ya1 [S lupraacr.]lv ""horn
Pap. 8 m: TII (1) Pap. • a' ~ 01/ 1TOAli\V e [in marg.)llpI\v P.
Anthologi .. GraBe .. VII 101

Der persische Sklave


Laß mich. Philonymos. nicht verbrennen! Beflecke das Feuer
nicht mit Euphrates! Ich bin Perser von Vätern schon her.
Herr. und als Perser geboren. und jede Befleckung des Feuers
dünkt uns noch schlimmer zu sein als der entsetzliche Tod.
Gib mich im Leichengewande der Erde und gieß auf den Toten
nichts an Wasser: mir ist heilig. 0 Herr. auch der Fluß.
Di08koride8

Wöchnerin Prexo
Weib unter pariseher Säule. wer bist du. wer war dein Erzeuger1-
.. Prexo. Kalliteles' Kind." - Heimat? - .. Aus Samos' Gebiet." -
Und wer bestattete dich 1 - ..Theokritos. dem mich die Eltern
ehHch verbanden." - Woran starbst du 1 - .. Im Kindbett." - Wie
alt?-
.. Zweiundzwanzig." - Und gingst du denn kinderlos fort aus dem
.. Nein. als dreijährig Kind blieb mir Kalliteles hier." - [Leben 1 -
:\lög er das Leben behalten und hoch in die Jahre gelangen!-
.. Dir auch wende das Glück alles zum Guten. mein Freund!"
Leonidas von Tarent

Ein gleiches
Frau. sag Herkunft und Namen und Heimat! - .. KalliteIes' Tochter.
Prexo mit Namen genannt. kam ich in Samos zur Welt." -
Doch wer richtete dir den Hügel?- ..Theokritos war es.
dt'r mir jungfräulichem Kind einstens den Gürtel gelöst." -
Und wie starbst du ?- .. Bei Wehen im Kindbett."-Sagmir. zu welchem
Alter kamst du? - ..Ich hab zweimal elf Jahre gelebt." -
Warest du kinderlos? - .. Nein. Kalliteles ließ ich. mein Fremdling.
noch als Kindlein von drei Jahren in Jugend zurück." -
:\lög er zu silbernem Haar im Glücke gelangen! - .. Das Schicksal
sende ins Leben auch dir. Wandrer. stets günstigen Wind!"
Antipatr08 von Bidon
102 ADtholollla Graeoa \'11

166. [ANTInATPOY II6nNIOY, 01 5t) APXIOY


EIlTE. yVval, Tis (q»\JS. - ..TTpT'J~w." - Tlvos rnMo 1TaTp6s; -
.. Kw.Al'nAEvs." - TTäTpas 5' bc Tlvos iaal; - "IO:I1O\1." -
Mväpa 5i aov T1S tnv~; - "EnOKPIT~, ÖS IIE aV\IE\IlIOlI
i'lyno." - TTWs 5' t56:I1T'JS; - ,:A"'YEalll ill "'OX[OIS." -
EIII malll T1a111 waa; - .. 6\s b5aca." - TTat5a 5E MITrEIs; - G
.. NT'J1Tlaxoll TplaawlI Kw.ArrO.T'JII hic,,)1I." -
ZCo)i'js npJ,la6' tKOITO I!ET' 6:115p6:a1. - .. Kai aro 501'1
1TallT\ TVxT'J ßIOT'Il np1TllolI, 65TTa, n",~."
Tlt. aarlpL 0.

188. 610IKOPI60Y, 01 61 NIKAPXOY


T~II YOEpatS 'TIlIEVaaaall b WliI\llC7al Aav.laKT'J1I
Ü<TraTa. NIKaphTJs 1Tai5a KaI E\nr6"'I~,
aVII ßpEipEal1l 515Vl10lS, Ial1lT'JII ytll~, ai1Tapa Nel"''Il
KpV1TTOValll AI~VTJS I;)O\IES E1KoaETlII.
6:'1-.>.6:, KOpal, 'ri5 1Tcn5\ Mxwla 5wpa cpEpovaal a
6aPI1ll KaTa 'fAIXpoV 56:Kpva xeIn TO:cpoV.
PI ma 11,2 f.33v. - :a CP~I\I pI 11 mxpa PI wpa P 5-1 Suld ••. At)(c.:,la.

187. TOY AYTOY, 01 Sl EKATAIOY 9AIIOY


'Apx~ IIE 5ciiJapTa TTOAV~I"'lll, 9Eo5tKTov
1Tai5a KaI aillO'!I'Cl6oüs bllEll'E 6T'JIJCIPhtls,
Ö<1aOIl m' w5TalII Kail1T'Jnpa' 1TaT5a 5E 5a1J..1Co)II
fq»6aaEII 0\15' a\iTWII dKoalll I'\E'1-.[Co)II.
6KTCo)Kcn&xrnS 5' aVn'\ 66:\1011, äpTI TEKOüaa,
~I SE KaI IIIi!1q»T'J, 1Tm' Ö"'IYOXp6\11~·
PI lila 11,3 f.331'. - I Eko&üacTou P :a 6l Brunok TI 5 -5ockT!s PI [ex .&xrnillf
~ pt. • Suid.•• 1TaI/TOAIYOXp6vaOS [I aio et PI).
Anthologia Graeoa VII 103

Ein gleiches
Weib, wer warst du? - ..Die Prexo." - Dein Vater? - .. KalliteIes war
Welches die Heimat? - .. Ich bin Samierin von Geburt." - [es."-
Und wer schuf dir dies Mal? - .. Theokritos, der mich zur Frau nahm." -
Wie aber kamst du zu Tod? - .. Als ich in Schmerzen gebar."-
Alter? - .. Nur zweimal elf Jahre." - Und Iä.ßt du ein Kind a.uf der
..Ja, ein Söhnchen von drei Jahren; Kalliteles heißt' s." - [Erde?-
Mögt' als Mann er die Grenze des Daseins erreichen! - .. 0 geb auch
deinem Leben das Glück, Wandrer, ein freundliches Ziel!"

[Antipatroa von Bidon oder] Archiaa

Die Wöchnerin
Sie, des Eupolis und Nikaretes Tochter Lamiske,
hat in kläglichen Wehn nun ihre Seele verhaucht.
Libysche Ufer des Nils bedecken dic Samierin, die erst
zwanzig Jahre gezählt, samt ihren Zwillingen heut. -
Die ihr der Frau die Gaben des Kindbetts bringet, ihr Mädchen,
gießt auf das kalte Grab warm eure Tränen hinab I

Dioakoridu oder N ikarchoa

Ein gleiches
Nenn mich Archeleos' Gattin Poly:z:ena, des Theodektes
und Demaretes Kind, die so viel Böses erlitt.
Mutter auch war ich den Wehen gemä.ß; doch die zwanzigste Sonne
war noch verborgen, da nahm Gott mir den Knaben schon fort.
Ich aber starb schon im achtzehnten Jahr, da ich kaum erst geboren,
kaum erst vermählt war: Wie rasch ging mir doch alles dahin!

Dioakoridu oder Hekat.aioa von Thasoa


UM ADtbololla Graeoa VII

188. ANTJnATPOY eEUAAONIKEAI


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189
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klovos. - Pllua 11," f.33 v ; DiODYI. B)"&.ll1; Hesyob. Mn. FHG "162; Coostant.
Porpb. t.bem. 2,12;Codio. oril. Const. 9; Gylliua do BoIp. Thrac. 3,9. - I-I oü6' .. ,
Suid ••• 6Im.nnI, 7-8 ••• Nvtns •. 801&_ S f\yayno pi 4 na.ov HeL Const. /I
f\& &. PI Dion. 63' pI 6& &' 0 f\& Hes. S Ilv &i: 6 &i pa • Ti\CJ6E pI 7 &i
lIaMilt1al pI -tV\IQ\I 0 Suid. Cooot. &0 f\1I0U011 PI Cod. CMÄIoIKI &. IlIV Dioo. Res. /I
M' ~ Tm Hecker fyw T. P PI Cod. TOn fyw Suid. fyw Cooat. '1101 T. DiOD. H...

170. nOIEllIJnnOY <f1) KAAAIMAXOY


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II1\VIV pbl 11 ycNw.w pb PI [es .\IOls] • 1tOI\lClll8EIs TOv lIQICP6v pa.
AD~bololia Graeoa VII 105

Ein gleiohes
"Wünsohe ein Weib sioh dan&Oh noch Kinder'" sagte Polyxo,
als beim Gebären von drei Kindern der Sohoß ihr zerriß;
und in die Arme der Amme sank sterbend sie nieder; zur Erde
aus der Tiefe des Leibs glitten die Knäblein hinab,
toter Mutter lebendige Frucht. Ein einziger Gott war's,
der ihr das Leben geraubt und es den andern - gesohenkt.
Aftlipalrol tI01l Tlau.talonikc

Chares' Gattin Boidion


Sieh nioht in mir die Gestalt des inaohischen Kalbes; es nennt sioh
auch der Boaporos nicht, den ioh hier schaue, naoh mir.
Jagte doch Hera das Kalb in grimmigem Zorne bis Pharos.
ioh, die Tote, jedoch bin aus dem attischen Land.
Gattin war ioh des Chares; als dieser die Schiffe des PhUipp
hier zu bekämpfen ersohien, fuhr ioh herüber mit ihm.
Boidion heiß' ioh wie sonst, doch heute als Gattin des Chares
blicke ioh fröhlich auf zwei Erdkontinente hinaus.
Anonym

Im Brunnen ertrunken
Als Archianax einst, ein dreijährig Knäbchen, am Brunnen
spielte. da zog ihn des Leibe eigenes Trugbild hinab.
Rasch entriß seine Mutter den Knaben dem W&llller und forschte,
ob vom Leben ein Rest in dem Durchnäßten noch sei.
Und er befleckte sie nicht, die Nymphen; erst seit seine Mutter
auf ihre Kniee ihn nahm, ruht er im ewigen Sohlaf.

Poseidipp08 oder Kallimaclwl


108 Anthologia Graooa VU

171. MNAIAAKOY IIKynNIOY


'AJ,nraVaEl Kai Tij& 80011 11"T1iPÖIl IEpOs c5pIllS
TäaS' ü-rrEp &&I~ i~61J,E1IOS lt'AaTQIIOU.
~MTo yap nollJ(XllSpos 6 MaAlos oüS' tn IlETTOO
I ~~)1/ rn' QypEVTal'S XevQlJ,ElIOS KCXA(q.IOIS.
PI tUb 111,2 f.93 r • - Tit.: gent. om. PI 180011: e ex y PI ~ oIiS' ••• Suld •
66 TI PI • &yplV'li) X. KW.6JI<tI PI.
•• IIdTa11/ oIi

172. ANTInATPOY II6nNIOY


'0 lt'plll t)'w KCIi IjIi'ipa KCIi ~lt'c!ncTElpav tpVlcc.lll
crrripllaTOS, Ü\jIITI'Frii BIC7Tolllall ytpallOlI,
~IIIOÜ XEPIlaa-ri'jpoS ä/aTp<)(p<X KwAa TITallIWII
'AAKlllillT\S lrTallwlI S(PYO" c!mw6e lIi~·
Kai Ili TIS ovrlrrelpa lt'apa acpvpa SllfIlfs I)(ISlIa
aapKI TOll tK YEWWII lt'IKpOlI llIETaa xoAOII
fJsAlov xilp6)aElI' 15', Ws Ta KaT' al6ipa MUaaWII
TOVIllt'0C7111 OVK t&Xt)1I ",",Ila KVAIIISOIJ,EIIOII.
I: r1s 'AAkIIlMl" ~llI08I\pav \nrö l)(ISvTJs -n>.arn'!amrra. - PI m a 111,1 f. 36". -
1-7 Suid... IfIilpas, BlCrro"la, xEpllalTf1\p, 61ro8Iv, ~a, ~1v6Y, oVrfrmpa, Iwtaall
I "",pas pI I ytpQw.w pI I ~ pi • Ipyov pI I/llifos P PI [es ~)
7 ~: I ... prucr. 0 ~ es 6s PI1/1IMrt.w P I TOW PI.

173. 610TlMOY, 01 Si AEnNI60Y


AÜTOllaTOO &IAlJ lt'oTI TaVMolI al ~6eS ~Moll
t~ 6peos 1t'O~ij VlcpOlJ,ElICX\ XIOIII,
alat, 9T}pl!laXOS 5t lt'ap& Spul TOV IltuepOv E1i&1
VTrvoIl, tKollll\6tt 5' tK 'INpOs oüpalliov.
PI Iua 23,1 f.4Ir. - Tit.: AEc.M5 P PI I CJÜTÖIIaTOI PlI/ &f~1J Hock~d;.lAall:
TaVMOI/ pi T' WuMOI/ et TaV~la 0 TCN~IOI/ PI.
ADthologia Graeea VI [ 107

Der Jäger
Wahrlich, der heilige Vogel läßt bald sich mit eilendem Flügel
auoh auf das holde Gezweig dieser Platane herab.
Tot ist Poimandr08 von Melos, nie kehrt er in Zukunft herwieder
und befeuchtet mit Leim nie mehr zum Jagen sein Rohr.

Ein gleiches
Ich, der Alkimenes. wehrte dem Star und dem Kranich, der hohen
Flugs von Bistonien kommt, einat an den Saaten den Raub,
spannte die biegsamen Sehnen der ledernen Schleuder und scheuchte
all der Vögel Gewölk rings von den Fluren hinweg.
Doch da biß mich die Natter, die Dipsas, am Knöohel und spritzte
mir ihr widriges Gift aus ihrem Rachen ins Fleisoh,
daß mir die Soune versank: Wohl gewahrt' ioh, was hoch in den Lüften,
doch übersah ich den Feind, der aQ den F'lßen mir sohlich.

AlIlipatrO.t _ 8idon

Hirt Therimaoho8
Abends kamen die Kühe von eelber zum StaUe gelaufen
vom Gebirge herab; Sohneeflocken deckten ihr Fell.
Ach, und Therimachos sohl1ft den ewigen Sohlaf bei der Eiche,
denn ihn brachte ein Strahl himmlischen Feuers zur Ruh.

Diotifl108 oder Lumidtu _ Tare1ll


108 An~bolo8la Graeoa Vll

174. EPYKIOY
0VKht avplyywII 11610\1011 lliAos an061
Ta\rras
äpIo\6~1J ß'-(0)8päs, 9TJplIJClXE, 1I"'-crravov'
oV6t cmJ IK t<cV.allWII ICEpaal ß6Es clt5u 1liAI(7l.Ia
5t~lITal axlE~ 1I"ap 5pvt lCEK1.11Ii1lOV.
WMIn yap 1I"pTJo-n'\p In ICEpaU\I1OS' al 5' rnt ll6:v5pav 5
~ ß6Es III,"ci> cmEPX61lE\I<X1 tca"rißav.
PI ma 23,2 1.41 r. - I-I 8uld. L p~, 6-e L wfJ11OTI'Ip I äfI'I6cn:I Suid.
3 ~ 80aL ~ IIlC1pilGl pi 4 471<1Ipa\ pi • VIItncj) 0.

175. ANTl4IIAOY
C»rw 1I"äa' 6:1I"6'-WM, Yl!W1I"611E, ßW'-OS 6:p61"POIS,
fl5TJ Kai "rVIlßovs IIWTOßcrroOal ß6Es,
fJ 5' ÜlllS tll IlEKVEaal. TI TOI 1I"MOII; i\ 1I"6aos oVrOS
1I"Vp6s, ~II tK -nWTJS KOÖ XeollOs äp1l"aOiTE ;
OVK alE! ~"'lna6&, Kai ullias ~ apWaEl 5
TolTJS äp~alo\illovs 1I"äal KaKoall"oplTJs.
PI Illb 10,1 I. 92v. - Ti~.: cs:8'l~ov PI I oOtrw P" ytW'lf6vos pi 31'\6' WIS P
WvIS 6' PI 1/ ·TOI P Tb PI 4 Iltp1l'acm. PI 'ITCII pt oIat 0 I äpOaatl PI.

178. TOY A YTOY


0Vx &TI llE ~IIlE\IOII ~50s Mmll, lv6a& ICETIlQI
ywvOs \nrip yalTJS 1I"V~IO IIIlKVS'
TapXV6T)II yap ~ TÖ 1I"plll 1I"0TE, 11011 5' äpariipos
XEpal at5TJpEITJ 10\' I~'-Ilnll ÜllIS.
~ (xl KCllCWII 8c!n1crr611 TIS .'TJ '-ValII, 6mr6T' lllEio,
~(IIE, lriMl 1I"a8tWII ÜaTaTOII oü& Tätos ;

4 cn6T!pd'l C cn6'lpli'l\l pi 11 ~~Iaa\l Jac. ·100lIl.

177. IIMONlllOY
IäIla TÖ& I1I"1 v6TJPI 1I"crrfJp hrieTJlCE 8avOlI'T1.
Imv8ijpl P. POII~ yen. lineam v.o.rel. pt, in qua lemma ap. 178IC1'ipa. c,
Anthologia Graooa VII 109

Ein gleiches
Nicht mehr stimmt deine Syrinx hier unter der hohen Platane
ihr bukolisches Lied, guter Therimachos, an.
Nicht mehr lauschen der Rohre entzückendem Ton die gehörnten
Kühe, indessen du selbst kühl an die Eiche dich lehnst.
Denn es erschlug dich der schmetternde Blitz, und es kehrten die Kühe,
fortgetrieben vom Schnee, spät erst zum Stalle zurück.

Eryki08

Gräber als Acker


Bauer, fehlt's deinem Pflug so sehr denn an jeglicher Krume?
Muß dein Ochsengespann über die Gräber schon gehn?
Muß die Pflugschar die Toten schon ritzen? Wozu? Wieviel Weizen
bringt so, nicht etwa das Land, sondern die Asche dir ein?
Stirbst nicht auch du wohl einmal? Dann pflügt dich ein andrer, dich,
solch unselige Saat selbst erst die andern gelehrt. [der du

Anliphilos

Ein gleiches
Nicht weil einst mir das Grab nach meinem Verscheiden gefehlt hat,
lieg ich im Tode entblößt hier auf dem Weizengefild.
Einmal ward ich bestattet, gewiß, doch wühlte ein Bauer
mich mit dem eisernen Pflug jetzt aus der Erde herauf.
Kann man den Tod als Erlöser vom Übel bezeichnen, wenn, Wandrer,
auch das Grab nicht einmal letztes Erleiden mir ist?
Amiphil08

Der Sohn Spinther


Dieses Grabmal hier setzte dem toten Spinther der Vater.
Simonidu
HO An~bololla Oraeca VU

178. AIOIKOPIAOY NIKOnOAITOY


f\V56s IyW, val "VSOs, IMv6ep1ct> 5t 111 1W~,
5tcrnOTa, TIliavet, TOV aov f6EV Tp~a.
roal(.\)v &alVi'j Tl!IVOIS ßlov· flv 5' VlTO )'t'Ipc.:lS
1TpOs 111 11Ö~IlS, aOs Iyw, 5tcrnOTa, K1')V 'A151l.
PI III a 11,1 f.36r. - I Av50s [biI] P PI 6ouÄO$ [biI] 8UpI'UOI'. in P Sylburg, in
PlI~ PI I ypofia pi I l'ilalc.w BnaDel< __ 4 K' .111 0.

179. AAHAON
Iol Kat vOv VlTO yi'jv, val 5tcrnOTa, lTIaTOs VlTapx(.\)
Ws 1Tapos, EVvolT\S OIlK rnv.T\60IllI/OS,
~ 111 TOT' IK vowov TplS rn' &afPWJs 1\yaYES txvos
Kat viiv äpKOIIa1J Ti35' Vrrteov ~~Il,
McM}v äyyElMs, TTipo1lv ytvos. ro Si 111 {It~as
C~1S Iv XpElll 51J(7xxs holl1Onpovs.
PI lIla 12,2 f.36 r • - I rnv.a8. P S as PI 11 TOT' Drunol! TÖ\I 11 fm~ P
• 6~ supra &ilpe; aoripa. PI.

180. AnOAAnNIAOY
'H).).ax&1'\ 6amol0 Tl!Os 11Öpos. anl 51 aeTo,
5tammx, 5oii~os Iyw aTVYVOv rn~T\aa Tacpov,
f\I/IKa aEÜ 5aKpVTQ KaTQ X80...os 1')pla TlÜ)(ov,
Ws clv ä1t'otp6II1iIlOV 1CE161 SiI1as KTl!pla(.\)·
al1,1 5' 111' ~~Iatlel/ yvpf\ KOVIS. Oll ßap~ 1')I1Tv
laT' 'AI5T\S' ~ilO'(.\) TOV O'ov VIT'1')~IOI/.
PI III b 12,1 f.93 r • - I &allaTov P J-4 Buid••• Itpla 11 atO 8. PI aou 6. pi 170111.
Cl Kai 6va8. Buid. 1/ -mixc.w Buld. 4 l<.Is äv ~. Buld. I yvpll P ~ PI.

181. ANAPONIKOY
OIKTpeX 51') 5VOfEpOv 50l1Ov 1\~v6Es Eis 'AXtpoVTOS.
~aI1oKpanla ,I~a, I1aTpl ~11ToüO'a y60VS.
ä 51 ateev cp6111tl/as 1TO~IOVS I/E06i'jYI al5apct>
KElpaTo Y1'\pa~as IK KEcp~äs 1T~OKaI10VS.
:1-4 Suid .•• lllic811yEll/ lIIioOijYI Boubicr '11yEI 4 ~~ Brunck ·A~.
Anthologla Gra80a VII III

Der Sklave
Lyder bin ich, ja Lyder; doch hast du ins Grab eines Freien
mioh, den Timanthes, 0 Herr, der dioh gepftegt hat, gesenkt.
Lebe denn lange in leidlosem Glück! Und kommst du im Alter
zu mir gegangen, ich bin, Herr, auoh im Hades noch dein.

Ein gleiohes
Herr, ich bewahre auoh heut, hier unter der Erde, dir Treue
wie vordem; ich bin stets deiner Güte gedenk.
Dreimal führtest du mich aus Krankheit zum 8icheren Wege,
und du gab8t mir auch jetzt diesen genügenden Raum
mit der Inschrift: "Manes, ein Perser." Du tatest mir Gutes,
darum hast du auch stets willige Kneohte im Dienst.
Ano7&ym

Ein gleiches
Ich vertausohte mein sterbliches Los mit dem deinen und füllte,
ich, der Sklave, für dich, Herr, das absoheuliohe Grab.
Als ich, TrAnen vergießend, im Boden die Grube dir aushob,
um deinen Körper darein ehrend zu betten im Tod,
stürzte ringsum 8ioh die Erde auf mioh. Dooh Hades ist leioht mir;
leb ich doch dort unter dir als meiner Sonne hinfort.

Tochter Demokrateia
Traurig stiegst du zur dunklen Behausung des Hades, 0 liebe
Demokrateia, und ließt nun deiner Mutter den Schmerz.
Als du gestorben, da schor sie mit frisohgeschliffenem Stahle
vom gealterten Haupt sich das ergrauende Haar.
112 Anthologia Graeoa VII

182. MEI\EArpOY
00 Y<WOII, äJ\Ä' •Ai5av bnWll,ISIOII KMapIO'TCX
st~crro lfap6Evlas äiJlJQTa ?vol!tva.
6PT1 yap iC7"lriplol vVllcpas hrl SII(?!17I11 6)(rvll
).WTol, Kai Sa).allwII Ilf?'CXTay&üllTO eupal'
1'IljX)1 S' 6?o?V)'I1~)\I civtKpayOll, Is S' IIl!tvalOS
17lya6eIS YOEPOII ,Stylia lleSapIlOaCXTO.
al S' aVTal Kai cptyyoS U)~SOVxOVII 1TIIpi lfacrr<';i
1TIIÜKaI Kai cp6ll!tll~ vEpeell IfalllOll 6S611.
·1: ils KAlaplCJT1'lV rnt 1Tcan-a6, TEAlvTfIaaaav. - PI l11 a 11,6 1.33 Y • - Lemma:
TWvn')craaav Boila. -cKan:l I äl6flV PI 11 KMaplG'TCI Brunck -TTI t -ifIS 6:.
).~ PI ,-4 Suid••• M.n6s, 7-8 .. miiKcn 11 VllllfflS 0 PllIl\xEVII e .. 6:x- PI
4 8Upa pI I 114\01 Oraef" -ov 11 bc: Lv PI 11 üJlhlQiov P "&q&oVxOIlI pI 11 trapQ PI.

183. nAPMENJnNOI
[TTapeellIKi'\S Tacpos elll' 'E).l\lTlS, lfivSll S' rn' äSe).cp<';i]
•AIS1'lS -rilII KPOKcX?1'lS IcpSaI7l lfapeelll1'lll'
eIs SI y60VS ~\ICXIOS tn-aIIcrcrro· TOs Sl yaliOVIITWII
i?1riSas OV Sci?aIlos KOlllll7Ill, äJ\Äa Tcicpos.
I: EIs 'Wvt!v TlvG 1TCIp8Mw ~ (falaum). - I .parl... ; of. 184,111 EI,,' c
0.' (1) pI 'yÖOUl Salm. ~ 4 Ta.os 0 Oävcnos pt 11 ~m "p. damnav. c.

184. nAPMENIONOI
napSelllKfjs Tacpos elll' 'E?tllTlS, lftv6e1 S' rn' äSe).cpoü
lfp0cp6II!tIlOV SIlfM Il'lTPOs 'XW SciKpva.
1l\lTl<rri'\P17111 S' 1?11TIIII Kolli' 6?yea· -rilII yap h' oVrrw
OIiSevQs illfciIITwII i?ms l.v.avaall laws.
I: EIs ""'V aüTl\v. - PI lIla 20,19 f.38 Y• - I 11,,1 ~ pI • 6mM Jac. -AOa
, D.nnv Peak -1TOII.
Anthololl& Graoo. VII 113

Die Braut
Ehe nicht, nein, die Verlobung mit Hades erfuhr Klea.riata,
als sie den Gürtel gelöst, der ihre Keuschheit gewahrt.
Eben noch jubelten froh die Flöten des Abends an ihrer
bräutlichen Kammer, und noch dröhnte die Tür des Gemachs.
Doch am Morgen schon gellten die Flöten klagend, Gott Hymen
schwieg und stimmte sein Lied um in ein Jammergeschrei.
Und die nämlichen Fackeln, die leuchtend ihr Brautbett erhellten,
zeigten der Toten nun auoh weisend nach unten den Weg.

Ein gleiohes

Rascher hat Hades jedoch Krokales Keuschheit gepflückt.


Wehruf wurde der Brautsang. Da wiegte die Wünsche des Gatten
nioht das Hochzeitsgemach, sondern die Grube zur Ruh.

Ein gleiohes
Hclenas Hügel bin ich, der Jungfrau; und da ihr der Bruder
früher gestorben, so weint doppelt die Mutter bei mir.
Doch den Freiem auch bracht sie gemeinsame Trauer; denn da sie
keinem gehörte, 80 klagt aller Erwartung auoh gleich.
Parmenion
114 Anthologia Graooa VII

11iß. ANTJnATPOY 9EIIAI\ONIKEnI


Awovl'l I.IE 1\1~\IC7C'av fxEI KOVIS, liyxl st 'PwllTlS
KEtlJal 1fap&VltcT) Tij& 1fapa 'fIa~.
l'I 5t l1li 6pE'f1a1lEVTJ nOIl1fTJ1'l ~VTI 6vyaTpOs
tWxvaalJivn ~ ~KEV tMveEplCt>,
'lriip rnpov O"TTEIiSovaa' TO S' 1cp6<X01iV ovst KaT' Elixilv 6
l'IlJETtp'lV i'iIjlEV ;\all1fOSa <!>8paecpov1).
PI lIlA 20,20 1.38 V• - 1 'PwlI~ 0 :a TTap6tvIKt;! pI 4 MawCtJJiva P 11 ä),lnipav
Pli ClllpotfÖlII) Wallz -lITt 0 PI nEpotfÖI/TI PI.

186. ~II\Jnnoy

• Ap-n IJiv Iv 6aAeXiJoIS NIKlmriSos l'I5Vs I1fl'IXEI


;\c.n64;, JCCrl YCXIlIKOiS wvos fxCXIpe KpOTOIS.
6pi\vos S' EIs vlJiVCXIov fKwllaaElI' l'I Si TQ;\alva.
oVrrw 1fOVTa )'VIII'J. Kai vtKvs I~M1fETO.
SaKPVOeIS •A1S'l. TI 1fOat V vVIlCPT\S SIUVaas.
aVTOs Icp' ap1faylliolS TEP1fOI.lEVOS MXEalV j
PI lIla 11,6 1.33v. - 1-4 Buid••• ?c.rr6s. ikWIMX01. kWIIIl J 11 Si: 116\1 PI.

187. TOY AYTOY


'H ypfivs NIKW Mu,ITTJS TOq>OV IoTE~VWaE
1fCXp6eVlKi\S.•AIST\. TOii6' 6alws KfKpl~ j
*Pl lIla 10,3 1.33r. - In P hio [pa] et poat VII 344 [pb] 11 Bimonidi trib. ob PI (I)
1 poat ypfius iterav. 11 in pa librariUl ITT IIlaTt~ pb l•

188. ANTnNiOY 9AI\I\OY


~Va5aIIlOV K;\eavaaaa. aV ~II y~ fTT;\eo. KOVPT\.
WpIOS, ~T\S 010 T' Icp'l'I;\IKIT\S'
~a TEOtS 6aAeXiJoICn ycq.lOaT6;\OS oVx 'YIJiVCXIOS
oüS' • Hp'lS 'vyi
T\S ;\CXIl1fc:1&S "lITlaaav.
Anthologia Oraeca VII 115

Ein gleiohes
Mich, die Libyerin, deckt ausonische Erde; bei Rom hier
lieg ich jungfräuliches Kind tief nun im Staube und Sand.
Gütig hatte Pompeia mich wie eine Tochter erzogen
und mich weinend ins Grab, wert einer Freien, gesenkt.
Anderes Feuer ersann sie, doch rascher war dieses; es fachte
gegen mein Wünschen den Brand für die Persephone an.

Antipatroa von The88alonike

Ein gleiches
Eben noch klang in Nikippis' Gemach die liebliche Flöte,
jauchzend im Hochzeitslärm tönte ein festliches Lied.
Doch in das Festlied schallte der Wehruf hinein, und die Arme,
ehe sie völlig noch Frau, ward schon als Tote gesehn.
Hades, tränenumgebner, was trennst du die Braut von dem Gatten?
Freut nicht auch dich eine Frau, die du ins Bett dir geraubt?

Philippo8

Die junge Melite


Jungfrau war MeHte noch, da kränzte schon Niko, die Alte,
ihr den Hügel. War das, Hades, gerechtes Gericht?
Philippo/J

Brau t Kleallassa
Unglückseliges Kind KJeanassa., du standest in sohöner,
blühender Jugend und warst, Mädchen, zur Hochzeit schon reif.
Doch dcine Kammer betraten nicht Heras bräutliohe Fackeln
noch Hymenaios, der Gott, der uns die Hoohzeit bestellt.
118 Antbologl& GraeOA VII

TdIl6IIiOS äJ\A' 'AIS"s h111<wl.\acnll, 61.\,1 S' 'EplWs


«pOl III~ 11c O'TolläTwII 1.\0paillOII i'jICEII 6lTa·
illlCXT1 S' ci> \lV1.\~T~ 611i11T'1TT0 i\al.\lTaSI lTaO'TQs,
TOIiT~ 1TVpKaTi'\s, ou &ai\al.\wII hv)(ES.

I lCO\iprl Jac. 1Xt' I ~IOS Jac. -oll 4 r.;vyt1lS: r.; tlX ~ ('I P 1-1 Suld••• 'Epl~,
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189. APIITO.6IKOY P0.610Y


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190. ANYTHI, [ola. I\EnNI.60Y]


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191. APXIOY
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4 &PlJOllla pi I ts SuJd••. c!<vT. • IMillOlliYa Pi.
Anthologia Gra80a VII 117

Hades, der Trinenerreger. drang ein. und die blutge Erinnye


ließ aus dem Munde auf dich finster den Mordechrei ergehn.
Ach, an dem Tage, an dem die Fackel das Brautbett beleuchtet,
ward dir kein Hochzeitsgemach, sondern der Holzstoß zuteil.
Anloniol Tlaallo.

Der Heuschreck
0, nun sieht dich nicht mehr die Sonne. indes du mit Liedern
Alkia' gesegnetes Haus. zirpender Heuschreck. erfüllat.
Denn du flogest hinab zu des Klymenoa Au. wo die goldne
Peraephoneia am Flor tauiger Blumen sich freut.
An.tcdiJ:w von llAotlo.

Grille und Heuschreck


Heuschreck. den Sänger der Flur, und Grille. die Freundin der Eichen.
bettete Myro dahier in ein gemeinsames Grab,
wAhrend jungfräuliche Trinen dem Mädchen entrollten; denn beide
waren ihr Spielzeug, doch hart nahm sie ihr Hades hinweg.
Anyk [oder Lwnidatlvon Tannt]

Die Elster
Ich, eine Elster, hab früher den Hirten und Fischern und Schaffern
drinnen im Walde so oft rufend ihr Wort wiederholt
und mit vielem Geplapper in AtJendem Tone gleich Echo
ihnen ihr eigenes Lied oftmale verspottend getönt.
Und nun liege ich hier ohne Stimme und Sprache am Boden,
und zum Nachtun verging, ach, mir die Freude und Kraft.
AulfU LieinifU ArM""
118 AD~hololla Oraaca VII

192. M NAl:At\KOY

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6Kp1. KaT' eVKaPlTO\JS aV~aJ(CXS t~ollfl/a.
oö5~ IlE KEAAIIl~I/OI/ CJKIEPeXl/ WO 4pv~M5a ·dpIjIEIS.
~oveäl/ IK 'II"1'&pVyCl)I/ eX5v KplKovaa I1i~OS.

PI lila 21,9 1.38"; Suid••• AI)'Vt86yyols (1-2), ~ou6t'l (3-4). - Ti~.: MlII')a- PI
3 cnclfpOv Oll -91'\" PI -pI'\" c:et. • ~ouea.. pI PI -8(;)" c Sald. 1/ 6l1v Bnmck I'\6v 1/
KpolrKouaa PI.

193. l:IMIOY

Tal/SE Kar' Ev5el/5pol/ CTrEI!3(1)I/ 5plOS Elpvaa XElpl


lTTWaaovaal/ !3polllcxs oll/aSos '" lTET~OIS.
64ppa 1101 EÖEpKET KavaxeXl/ SOll'" C1/50111 &ITl.
'TEPlT1IcX 51' &y~Waaov cp6Eyyol1iva 0'T61JCXTos.
Ti~.: l:llIlIlou P • -I Suid. •• 'll'TWaoaIS. 3 .. WEpocET " 'Ta..& pI Ta..6E C trOII &
Suid. 1/ N&pu6poll pll/6p1os KiIa..... 5put.s I 'IfTto>CJaOUaCI pI 3 111 e' ICalla)(Qv PI.

194. MNAl:At\KOY

'AKpl5a l1alloKpl-rov IlEMC7I'11"1'&pol/ &51 8allOOaal/


&py~os 5o~IXeXl/ äll4p1 KO.ev601/ lxiI,
~ KaI, crr' 16WelE lTavtO'lTEpol/ VIlIlOI/ 6!:15&1II.
lTäl/ ~aepol/ l.\O~lTäs lax' w· EliKU.äSov .
•• -1 Suid••• olrp~11S1/66E Suid. 661 P I 'Apy!Aos Brunok 6p- Sald. olrpytlA6s P.

1911. M Et\EArpOY

•AKpIS, 111(;)1/ älTc!rnJlla lT68(1)I/. lTapallV8101/ ÜlTIIOV.


äKpls. apovpalTl Moiiaa ~l'yV'm1!pvy&.
aVT04j1l4S J,l1J,lTlIAa ~vpas, KpIKE 1.\01 TI 'IfO&1II01/
tyKpoVovaa '(~OIS lTOO'crl ~~ous lTTipvycxs.
~ llE W\I(o)I/ (Naalo lTavayP\rmoolO IlEP(J,l~.
äKpl, J,lITCI)O'4X!Ji1/fl !p8Oyyol/ ~lT~ä\lOl/.
5(;)pa Se 0'01 Y1'I'TEIOI/ 6!:18aMs 6p6pllleX 5WuCl)
Kai 5poatpcXs 0'T6J,laTI axl~OJ,l~I/CXS ljIaKa6cxs.
·PI lIla 21,10 f.39r. - I chrolrTT!lIG Hue~ -TlAa " 'lrMc.w; 1lÜGc.w P' • fyxpoli-
Opaop. boc- JI ,IAoIS Brodaeua ,1Aas 8 aT6pan P' /llfID'älIas PI Suld. ._ Y"ITElOII.
Anthololia Graoc& VII 119

Der Heuschreck
0, nun zirpst du nicht mehr mit schwirrenden, rauschenden Flügeln,
während dich, Heuschreck, der Flur fruchtende Furche verbirgt.
Nicht mehr schlägst du 80 süß dein Lied mit den bräunlichen Flügeln.
ach, und ich hör es, im Busch schattig gelagert. nicht mehr.
Mna8alkll,

Ein gleiohes
Als ich im Wald mich erging. im grünen, da fing ich mir diesen,
der sioh ängstlich ins Laub bakchisoher Rebe gedrückt,
daß er im sichern Verschluß des Häuschens mir zirpe und holde
Lieder mir singe sein Mund. ob ihm die Zunge auch fehlt.
Similu

Ein gleiches
Dieser Tontopf uDÜi.ngt des Demokritos Heusohreck mit seinen
zirpenden Flügeln im Tod hier an dem räumigen Weg.
Immer, wenn er des Abends ein Liedehen zu singen begonnen,
hallte das ganze Haus heU von dem achönen Gesang.

Ein gleiches
Heuschreck, Trost meiner Sehnsucht, der sanft du in Schlummer mich
Heuschreck, Muse der Flur, der mit den Flügeln du zirpst, [wiegest
du. die natürliche Leier, 0 aing mir ein freundliohes Liedchen,
während dein lieber Fuß klingend die Flügel dir schlägt,
ach, erläse mich mild vom Harm der Bohlaflosen Sorge,
Heuschreck, und Bpiele den Ton, der über Liebe uns tiuBoht.
Sieh. dann geb ich des Morgens stetsgrünenden Lauch dir und kleine,
perlende Tröpfchen von Tau, die dir zerstäubet mein Mund.
MektJgrOl
120 Anthologia GraeclL VII

196. TOY AYTOY MEAEArpOY


'AXTJelS Tml~, SpOO'EpaiS OTayOllEaClI lJe6vaeeis
aypoVOlJav IJtAlTElS Iloiiaav ~PTWOAaAOV'
mepa S' ~cpe~OIlEVOS T1"ETaAOIS T1"pIOVOOSeal KOOAOIS
al610m KAa~elS Xpc..>TI ~Ialla AVpas.
äXA.a, cplAOS, cp6eyyov TI vtov SevSpooSeal NVllcpalS
T1"alyvlov, allT'I'Sov ITavl KptKc..>V ~ACXSOV,
öcppcx cpvyt:>v TOV "Epc..>TCX 1lE000llßpIVOV ÜTI"VOV aypevac..>
lveaS' WO aKlepij KEKAI~VOS T1"AaTav'I'.
PI lIla 21,5 f.39 r. - I-I Suid .•. aypovOI10l, 3-4 s. Kw}.a I axUT\S (I) pi
:t-V0I10V PI Suid. • }.\IPT\S Pi.

197. Cl>AENNOY
l1alloKplT'I' ~v fyoo, AIYVPO:V öKa Iloiiacxv fllE1T1V
äKplS crrro Tl"TEPIiyc..>v, TOV ßaeVV ayov ÜTrIIOv'
l1alloKpITOS S' fTl"' lllol TOV fOIKoTa TVIlßOV, 6SITa,
~yyV6ev 'Wpc..>TI"oii xeVev crrrocp61Iltv<;t.

PI III b 21,4 f. 95 r. - lÖTE C 11 lvlEIV PI I \mvoV /i)'OV PI • wPOVrrov P"


crnoq>8111l\IEI pi -va PI.

198. AEnNI~OY TAPANTINOY


EI Kai IlIKPOS ISeiv Kai fTl"' ovSeos, W T1"apOSITa,
Mas 6 TVIlßITTlS 6:lllllv fmKptllaTal,
alvoll1S, C:>v6pc..>lTE, <t>IACXlvISa' Tf)V yap 6:01S0V
äKplSa, Tf)V evaav TO T1"plv äKav60ß&Tlv,
SITI"Aoiis ~S AVKaßallTas ~cplAaTO, Tf)1I KaAalliTIV,
Kai 6p~' VllvISI'I' XTlpalltVTlV T1"aTay'l"
Kai Il' oliSe cp61~vl1v ernav1lvaTo, TOUTO S' ~cp' tWiv
TOOAlyov C:>p6c..>O'EV aällcx T1"OAVOTPOcpITlS.
PI IIIb 21,6 f.95r. - I-I Suid .•. TVI1ßEla [om. Kai' .•• =p05.I, 6 •. l,IAaTO et
KaAa!1ITT\S 11 EI Kai I1IKpOs lSEtv PI EI Kai I. 11. Suid. EI 11. EO'TIV 15. pi EI 11. TIS 15. C
[aupraocr. lO'T1V I :t TVI1ßdT- 0 3 &0151'\v PI [primo] • äKav8oß&TIV PI -Tav pi
-TIV et -TT\v 0 S 51CJCJo\ls Suid. 8. KaA. ,'/ Tftv KaAalllTlv [-I1ITT\V plI: Kai l1E
8avoüCJav PI 11 Kai 8ptIy' J 60. K. eh' l,' P Kc!rr8ET' lf' PI 11 Unv151",v PI 11
XPllCJal1- pi "Aa}.ay",v PI 'I' crnapv~CJaTo vel crnCX1T~CJ- pi 8 ToüAlyov PI 11
':>pe",CJE P 11 CJill1a ="-VTP- PI.
Antbololla Graeoa VII 121

Die Zikade
Trunken von perlendem Tau, 0 SA.ngerin, liebe Zikade,
läßt du &uf einsamer Flur lil.ndlioh dein Singen ergehn,
zupfst mit der SAge der Füße hooh oben im Laube der Bäume
an dem bräunlichen Leib Klänge wie Lyragetön.
Komm nun, spiele, 0 Freundin, den Nymphen des Waldes ein neues
fröhliches Liedchen und gib Pan seine Weise zurück,
daß ich, von Liebe erlöst, den Schlummer am Mittag hier finde,
wo mich das schattige Grün dieser Platane umfAngt.

Der Heuschreck
Wenn ich, der Heuschreck. voreinat Demokritoa klingend ein Liedchen
mit den Flügeln gespielt, sank er in ruhigen Schlaf.
Als ich gestorben, da hat Demokritoa mir einen Hügel,
wie er mir paßte, mein Freund, nah bei Oropoa gehäuft.

Ein gleiches
Wenn auch, mein eilender Freund, das über mir liegende Grabmal
winzig erscheint und kaum über den Boden eich hebt,
Wandrer, lobe Philainia. Sie war mir, dem singenden Heuschreok,
der in Dom und Gebiiaoh früher sein Leben verbracht,
herzlioh zwei Jahre lang gut; sie hat mich, den Gastfreund der Gräser,
der ich am rauschenden Lied selbst mich erfreute, gepflegt
und mich im Tode auch hicht vergessen: den kleinen Gedenkstein
hat sie mir freundlich gesetzt, weil ioh 80 vieles ihr sang.
122 ADthologia GfaeCa VII

199. TYMNES1
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I: Eis 6PVEOV a5lCxyvWO"Tov. 0: 011100 & l.apov. - PI III b 21,6 f.9S f • - I 6pvlov pt
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200. NIKIOY
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PI IlIa 21,6 f.39 f • - I-! Suid. 8. ~a5lvfl 11 .mo
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201. nAMClIIAOY
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cXAACt O'E yapvovTa KaT1'!vapev, fIXETa ThTI~.
TfalSOS +6:TfT)16eov xelp aVaTrETfTal.leva.
PI III b 21,7 f.05 f • - I flSEIav PI 3-4 Suid. 8. flxm,s " )'TIpVOVTa P Suid.
4 XE1p( I1E 1TE1T'T- pI Suid. Xe1p äl1a 1TE1t'T- 0 XElpl llETatrT&I1evov PI em. Brunck.

202. ANYTHl:
QVKETI 1.1' ooS TO TfapOS 1TVKlllais TfTepVyeO'O'lv {peO'O'wv
6pCI'EIS e~ evvfjs 6p6pIOS eyp6!JEvoS·
i'i yap 0" UTrvc.()OVTa 0'1 VIS Aa6pT)SOv rneAeoov
€t<TeI\l€V Aall.lC;; pll.lq>a Ka6els 6vvXa.
I: Eis TOll CXÖTOII Trnlya. c: apl16!;;E1 51 Kai EiS &1.EKTpv6I1a. - PI lIla 21,11 f. 30 r ;
Suid. 8. iptavc.>II, I(IIIS, ~hlcpa. - % 6p6pols pt 3 fl val'; PI.
123

Die Drossel
Vögelchen du, wie waren die Grazien dir freundlich gewogen!
0, wie tat dein Gesang den Halkyonen es gleich!
Und nun starbst du, 0 Droesel, nun führten dein liebliches Leben
und dein Wesen der Nacht schweigende Pfade hinweg.

Die Grille
0, nun sing ich nicht mehr mit zarten Flügeln, ins dichte
Laub eines Zweiges geschmiegt, fröhlich mein Lied in die Luft.
Denn ich fiel in die Hand eines schwachen Knaben, der leise
mich in dem grünen Gelaub, wo ich gesessen, ergriff.
Nilci<u

Ein gleiches
0, nun sitzt du binfort nicht mehr in der schirmenden Bäume
grünem GeblAtter und strömst klingend den süßen Gesang.
Ach, ein törichtes Kind traf, singende Grille, mit flacher,
offener Hand dich und schlug mitten im Zirpen dich tot.
PamphÜ08

Der Hahn
0, nun erwachst du nicht mehr 80 frühe, schlägst nioht mit dichten
Flügeln wie ehe und scheuchst mich aus dem Bette empor.
Ach, dioh erlegte ein Räuber, der heimlich im Sohlaf dich beschlichen
und in die Kehle hinein jäh seine Kralle dir schlug.
Anyle
124 Antbologia Graeca VII

203. IIMIOY
O\nch' clV' u7Ii)ev 5ploS eVC7Klov. aypoTa lT~p51~,
'l'tx1\eaaav leis yfjpVV 00r6 C"TOl.\clTClJV,
6tjpeVClJV ßa7l10V5 C7VVOI.\1\7IIKas ~v VOI.\<? v7lTlS'
4)xeo yap lTVl.\<hav eis 'AX~POVTOS 656v.
• PI lllb 21,8 f.95 r ; Suid. H. 6pi~ (1-2), ßaAlav (3-4). - Tit.: II~~lov P PI
1 6puats pI 6puOs PI 2 a')xa')Eaaav 1.ls (I) I in marg., a')Xa')aEIS &v1;ls [tvlElS PI] eet. /I
ITTolläTe.>V pI I ill m"rg. -TOS eet. 3 ßaAfOVS : aypfovs PI 4 wXETO pI /llTwäT' Suid.

204. ArAelOY IXOAAITIKOY


OIiKhl lTOV, T7Ii)I.\OV C7KOlT~7IClJII l.IeTaVclC"Tpla lT~p51~,
lTMKTOs MlTTaA~OIS olKos (Xel CJE 7IVyoIS.
ou5' UlTe I.\apl.\apvyfj Oa7lepwm50S 'HplyevelTlS
äKpa lTapalOVaaelS OaAlTO~VClJV lTTepVyCIJv.
cn'\v KEqJaAftll aD.ovpos cllTEOplae· TcXMa 5e lTaVTa
,;plTaaa, Kai cpOovepftV OVK lKopeaae y~VVV.
vOv 5e ae J.lft KOVCPTl KplilTTOI KOVIS. cXAAa ßapeTa,
J.lft TC TEeV KEIVT) 7Iellvavov l~pvalJ.
Oe: EiS TalV lTEp51Ka 'Ayaefou Ixo1.alTTlKoii, /Iv al1.oupos KaTEq>ayev 6 lTapa 'Pe.>lIafolS
1.Ey6~v~ y~. - PI lIla 21,2 f.38 v . - 1-2 Suid. 8. ~avaITTp,a, 3 8aA. 'Hp.
8. 8:u'Epof, 3-4 •. al&Uaae.> ct 'HplytVElav, 6-6 8. &nE8p,aEV 1 IIOU Suid. /I
T7\1i~"'v e 2' MlTTaMolS PI Suid. 3 lIap~apvyarS Suid. s. ale. .. 8aAlTOIIEVTlV
Suid. 8. 'Hp. 5 -aEV &A?a TE '11'. Suid. G 1')p1TaaE PI Suid. /I tK6p'laE PI 8 ~a')1TOT'
a6v K. PI /I KElvTlv (T) 1.. f~EpUaf PI.

205. TOY AYTOY ArAelOY


OIKoyevi}s aD.ovpos lJ.lftv lT~p5lKa cpayovaa
~c.:mv ';J.lET~POIS I7IlTETal tv J.leyapoIS;
ou ae, qJl7ITI lTep51~, cpOI~VT)V ayepaC"TOV laaCIJ,
äJ...7I' llTl aol KTElvCIJ Tf}V aeOev clVT1ßITlv.
'l'VXft yap a~o I.\CXA7IOV opil/eTal. elaoKE PE~CIJ,
ooa' llT' 'AX17l7li)os nvppos lTEv~e Tacpct>.
PI 111" 21,3 f.38 v. - l1Tip6lK' ave?oiiaa PI 2 a')~rnpoIS: a')~ ex EV ~ PI 3läaa pI
.. KTMe.> PI G lPE~E PI.
ADthololia Graaea VII 126

Das Steinhuhn
0, nun lAßt du nicht mehr, mein Steinhuhn, als JAger in Waldes
schattigem Reiohe vom Mund so hallend die Stimme ergehn,
um die gesprenkelten Brüder zur Waldtrift zu looken; du gingest
nun deinen letzten Weg, der in den Aoheron führt.
SimiM

Ein gleiohes
Armes Steinhuhn, du hattest die Berge verloren, und heute
schirmen dich auoh des Korbs biegsame Ruten nicht mehr.
Aoh, und du dehnst nun nicht mehr am Körper die Spitzen der Flügel,
weun sie der leuchtende Blick Erigeneias erwArmt.
Denn dir riß eine Katze den Kopf ab. Ich nahm dioh ihr wieder,
eh nooh ihr gieriges Maul satt sioh gefressen an dir.
Nun aber möge die Erde nioht leioht, nein, schwer dioh bedecken,
denn Bonst wühlt dieser Feind nooh deine Reste herauf.
AgatAiM ScAola8likol

Ein gleiohes
Hofft wohl die Katze des Hauses, nachdem sie mein Steinhuhn
daß sie noch länger bei mir lebend im Hause verbleibt' [gefressen,
Nein, liebes Steinhuhn, ioh llUl86 dich nicht ohne Ehre im Tode,
nein, ich schlachte auf dir heut deine Feindin noch ab.
Denn es hArmt deine Seele 110 lange sich, bis ich getan hab,
was auf dem Grabe Aohi1ls Pyrrh08 dereinstens vollbraoht.
AgatAiM
126 Anthologia Graeoa VII

206. 6AMOXAPI60I rPAMMATIKOY


'Avöpoßopwv OlJonxve KVV(;)V, aD.ovpE KaKlCTTTI,
T(;)V 'AKTalovlSwv eaal IJla aKVAaKwv.
K"I"Ti=POS 'Aycx6lao nou lTI\pSIKa ,ayoüaa
AV11CiS, t:JS aVrov KTTiTopa SaaaaIJEV'1.
Kai ai.J IJEV ev 1TEpSI~IV eXEIS voov, 01 SE IJUeS vOv
0pxoüVTal ,;;S aiis Spa~alJEvol a1TaTaA'1S.
PI BI" 21,4 f.39 r . - Tit.: I: 6aIJ. yp. c: Kai IJa6IlToV Moli. 3 'Aya6lolo PI
.. 6a1aaIJ- PI.

207. MEAEArpOY
Tov TaxUrrOVV, m 1TaISa avllap1Taa6EVTa "TEKOVaT]S
&pTI IJ' O1TO anpVWII, OVaTOEVTa Aayt:JV
ev KOA1TOIS aTepyovaa SIe.pe,ev Öl YAVKEPOXPWS
<l>avlov, elaplVois &v6eal ßOaKOIJEVOII.
ovSe IJE IJ'1TpOs h' eIxe 1To60S, 6v()aKW S' \I1TO 601v'1S
O1TA';aTOV 1TOAAij SOOTI 1TaxVVOIJEVOS.
KaI IJOV 1TPOs KAlalalS KpUlyEII vEKVII, t:Js ev ovelpols
alEv opäv KolT'lS yeITovEoVTa Ta'OIl.
PllIlb 21,9 f.95 v . - I-~ Suid. 8. J\ayc:.s Ka6.u5"'III11TcxxinrOW pt 3 a ex '" PI
S 5': O· pt 8 KolT1) PI.

208. ANYTHI AYPIKHI


MvälJa ToSe ,611JE1I0V IJEveSafov eiaaTO t.äIJIS
t1T1TOV, tml anpvov ToüSe Saq>OIVos •Ap'1S
TIiIye. IJEAaV Se 01 allJa TaAavplllov Sux XP(.o)TOS
~Eaa', rnl S' apYaAECjt ß(;)AOV ISEVae 'OV~.

PllIlb 4,17 f.9Ir; Suid. 8. 5acpo11lo1l (1-3 ~), 1JE1IE5aIOS (id.), TaAapos (rei.). -
I aäIJa Suid. 1/1J(\I.5atov PI Suid. 8. 6acp., -lial (6ne macula atram. teete) P -61av
Sl1id. 8.1JEV. ~ 11T1T<t> ex T1T1TOV PI1/6acpo11lov P-os PI variat Suid. 3 TavP11loV Suid •
.. l;/aa· e ~Eaa' ect. 1/ äpyaM<;I Stadtm. -av 1/ C6va. P 1/ cpoval pt cpov<t> eet. em ..
Stadtm.
ADtbolollla Grafloa VII 127

Ein gleiches
Schi.ndliche Katze. Gehilfin der menschenfressenden Rüden.
du von der Meute ein Hund, die dem Aktaion gefolgt!
Wenn du Agathias jetzt, deinem Herrn, das Steinhuhn gefressen,
ist das, als ob du den Herrn selber zum Fraß dir geholt.
Nur an Steinhühner denkst du; der Chor der MlLuse derweilen
übt sich im Tanze und schmaust lustig das Futter dir weg.

Gmmmaliker Damoc/Jari6

Der Hase
Als ich noch klein war, da hat man mich hurtigen Hasen, mich
meiner Mutter geraubt, der ich die Zitzen noch sog. [Langohr,
Doch es hat Phanion mich am süßen, schwellenden Busen
liebend gefüttert und bot Blumen des Frühlings mir dar.
Ich vermißte nicht mehr meine Mutter. Da starb ioh am allzu
reiohlichen Futter, von dem mehr als zuviel ich gesohmaust.
Und sie begrub mich, den Toten, dicht bei ihrem Lager, um immer
auch im Traume mein Grab neben dem Bette zu sehn.

Das Streitroß
Diesen Gedenkstein hat Damis dem mutigen Streitroß gewidmet,
dem im Kampfe die Brust Ares, der blutge, verletzt.
Dunkel quoll ihm ein Strahl beraus aus dem krlftigen Felle
und benetzte mit Blut traurig die Schollen im Feld.
Lyrilrerin Anyte
128 Anthologi& Gr&eo& VII

209. ANTInATPOY
MlToV aol lTap' ~III, SlI1'\lT~ Ipya-ra I1UPI1T)~,
~ploll iK ~~ov SI\jI<XSOS Oc-rlac!qAaIl,
6fpa C7Ii Kai cp6111E1/01I flT)OÜS C71CX)(II1'\Tp6cpos cxö~a~
~Y1J äpoTpallJ KEIIlEI/OII 111 ~al1lJ.
PI IIIb 21,2 '.Ollr; Suid••• ~~ et lillll'll'aGfls (1-2), flplCl (2-4). - Tit. om. PI
Z 'lITIaaul'l" PI variat Suid. 3 lil'lloiis C1/ C7TCI){lIIlcp6pos PI.

210. TOY A YTOY


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Plom. Huachke I KIWpo\IWW" Suid••• v.1/ 6:epows pl • "ClÜpov Suid.
OÖO'ClII
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211. TYMNEn
T~& TOll iK MEAITT)S äpYOII Kliva CPT)alll o1riTpos
faxE1II, EUl1ft~ov mC71OTaTOII cpu~a.
Ta0p6I1I1I11 KCÜJEaKoII, 6T' 1111 fn' vOll & TO KElvov
cp6EYI!a CJtWlTT)pai 1IVKT0s IxOval1l 6501.

212. MNAIAAKOY
Alevlas, ~IIE, TOII& lTo6T)lIil10V IV1II1TII TVI1ßOII,
Täs lTOT' ~acpp6TaTOlI XipaOS IepE\fIE YOW'
lTo~als yap vaeaCJtIl la05pol1ol1 6:wC7Ii 11<XKos.
6pIlIS 61Tws 60~IXall itrnoviovaa TpIßoII.
1: .IS cxf8ulCIII 6p11t1l (f&laum). - PI IIIb 21,10 '.9lI v• - I a18v1'lS PI Suid •••
'II06i\\IIllOS a I\WVI P.
Anthologia Graeea VII 129

Die Ameise
Ameise, Schaffnerin, Ärmste, hier neben der Tenne der Drescher
hab ich in trockenem Staub dir einen Hügel gehäuft,
daß dich im pfluggeschaffenen Grab die Scholle der Deo,
die die Ähren ernährt, auch noch im Tode erfreut.

Anlipatr08 von Bidon

Die Schwalbe
Eben erst hast du, 0 Schwalbe, die Jungen bekommen, und eben
hast du als Mutter sie noch unter dem Flügel gewärmt,
da, in vielfacher Windung, drang jäh eine Schlange ins Nestlein,
das die Kleinen umschloß, ach, und entriß dir die Brut.
Wiederum kam sie, auch dich, die klagende, wild zu zerreißen,
doch sie fiel in des Herds glühende Lohe hinab,
sterbend verfehlend ihr Ziel. So ward Erichthonios' Nachfahr
von dem Vater Hephaist rettend geschirmt und gerächt.
A nlipatr08 von Bidon

Der Hund
Daß ein hurtiger Hund aus Malta, der treueste Wächter
des Eumelos, hier liegt, kündet der Stein auf dem Grab.
Bulle ward er genannt, als einst er noch lebte; jetzt halten
seine Stimme der Nacht schweigende Pfade für sich.
Tymne8

Das Rennpferd
Nenne dies, Wandrer, das Grab Aithyias, die schnell wie der Sturm.
und die rascheste war weit in den Landen ringsum. [wind
Denn sie vollendete Strecken gleich denen zahlreicher Schiffe,
da sie des Stadions Bahn flink wie ein Vogel durchmaß.
Mnaaalke8
130 Antbologi& Graaoa VII

213. APXIOY
ßplv lliv brl X).wpoiS IplenMos (pllial 1TE1iKas
tillEvOS i'I ai<IEP~ äKpOKOI.IOV 1Tlwos
lt<pEtcEs N-rapaOlO 51' I~. äxha. 1.IO).1TI~v.
Th-n~. olov6l.1ols TEP1TVÖTEPOV Xo.vos.
vVv 5ä 0'1: I.Ivpl.latuaalv \l1T' elvo51olC7I 5a~VTa
•Ai50s crnpo151'\s &1.Iq>EKQ).V\IIe I.IVXOs.
EI 5' IQ).WS. avyyvwcrrov. hrel Kai Kolpcxvos lil.lvwv
Malovl5as yplcpols IX6\Ißo).wv feavev.
PI III a 21.7 f. 39r. - • Suld ••• ipl&rVJos. 3-4 •• 1(Vv. 6 •• chrpoT51\s. 7-8 s.
MQlovl6as 11 X},OEpOIS PI Suid. /I 'II'lVICT)5 p. Suid. 8 l8cM SuId.

216. TOY A YTOY


0üKh1 1TatpA&~oVTa 51ataawv ßv8öv &AI.ITlS.
5e).tpls. 1TTOl1\O'1:IS ElvcxAlwv lryo.as.
oü5t 1TOAVTp1\TOIO jJO.os 1«XMI.IOIO XOpeVwv
Vypöv &vappIIflEIS &AIJ(J 1Tapa aKatplalV'
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vWTOIS 1T0p6IJE1iO'1:IS TT\9Vos eis ntpaTa.
fI yap laov 1TPTl6)VI McWlTlS Ws l1cvtc1\en
KÜl.la, 1TO).VIfI1'IcpoVS ~at a' brl \fIaI.l6eovs.
-. ~ 0 6 -p1'f'CIIS P em. Boubler H Suld ••• Tlleut, 7-8 •. ,,-pflllfS 11 NllP1lISao;
Suid. Nlp- P 7-8 an'" ~ esbib. p. tr&napoe. Schifor 1/ i\ Gu,..1 P f\ Suid. 11
,,-plCo)I/I p. 11 cjl Suid. 8.~ ~ tS' Salm. ~IIOVS tkw.

215. ANYTHI MEAOnOlOY


OIiI<tTI 51'\ 1T).wTOlenv lrycxAMIlEVOS ru6:yl!aC7IV
alixäv' avappl\flw ßvaaoen ÖPvlil.lEvos,
ou5t 1TaP' WaKQ).IIOIO veWs mpnca).)Ja XdATI
1TOltpV~{;) Täl.l~ TEP1TOIlEVOS 1TPOTOI.I~·
Q).).a IIE 1Toptpvpta 1TOVTOV vcrr\S ~' brl xipaov,
KEIIJ(XI 5t +(xr5IVOv TO:v5e 1Tap' fllo\la.
-I äppl'lK'l pi 1-4 Suld. 8. 1T01,WOCo) 1/ mplCll<a?äI!oltSl pI mpl cnca?lIolen 0 mpl
cncap6l\Olen Suld. em. Reiake 11 \II~ P' 4 1T01,üaaCo) pI Suld. -c.w c em. Re!ake
I~ PI.
ADtbologia Graeca VII 131

Die Grille
Hast du dich früher ins grüne Gezweig der sprOllllenden Fichte
oder ins schattige Dach ragender Föhren gesetzt,
singende Grille, dann schlugst du mit zierJichbeftügelten Seiten
Klänge, die Hirten der Flur hold wie die Leier getönt.
Nun aber haben am Wege dich Ameisen tödlich bezwungen,
und dee Hades Gemach hat dich nun jählings umhüllt.
Kamst du zu Tode, sei still' Es ging durch die Rätsel der Fischer
auch der König des Sangs, der Ma.ionide, dahin.
Aul1U Licini1U ArcAicu

Der Delphin
Nicht mehr schwimmst du hinfort durch des Ozeans rauschende Tiefe,
um die Fische des Meers scheuchend zu schrecken, Delphin,
nicht mehr tanzt du zum Klang der vieldurchlöcherten Flöte,
während du neben dem Schiff spritzend die Fluten erregst,
nicht mehr nimmst du wie sonst, du Schiiumer, die Töohter des
auf deinen Rücken und trägst fort sie in Tethys' Gebiet. [Nereus
Denn eine Woge, 80 hoch wie die Spitze des Maleaka.pes,
warf im Aufruhr der See dioh auf des Strandes Geröll.
Aul1U Licint1U ArcAia.t

Ein gleiches
Ach, ioh tauche nicht mehr aus der Tiefe und stoBe den Nacken
fröhlich über die See, wenn sie die Schiffe durchziehn.
Ach, ich blase nicht mehr an dee wohlberuderten Bootes
herrliche Bordwand, erfreut über mein Bildnis am Schiff.
Denn die purpurne Flut dee Meeres warf mich aufa Trockne,
und nun liege ich hier hoch a.n dem ragenden Strand.
Lyrikerin Anyte
132 Antbologl& Graaoa VII

218. ANTJnATPOY 9EIIAflONIKErU


KVllaTa Kai Tpl'lXUs IJE .o..VSc.>II trrl X~p<rOll lauPEIl
&Acpllla, ~EI\IO'S KalVOV 6pa\Aa TVxI'lS.
äM.' trrl Iltv yall'lS WCf) Wrros' 01 yeXP ISollTEs
eV6V IJE lTpOs -nilA~US ICJTEcpol/ ~HS'
lIiiv 6l TEKOÜaa eaACXCJCI'a S,c,;,M01. TlS lTapa lTÖVTCf)
mCTTlS, ~ ovS' ISII'lS .,.IO'aTe aullTpocpll'lS;
PI lIlb 18.1 f.93 v . - Tit.om. PI I lavpEv P' -pav 0 PI :t ICalvOv Jao. KO'·
a-, mcrr,s Soid .•• Wrros4 N8Vs at ~ PI 11 NvtjW<.>s (Tl PI [primo) S ttOvTCf):
-rrGVT6l11 (1) P'.

217. AIKflHnJAflOY
'APXEO:\lCXCJCl'aI/ 'Xc.>, TeXl/ lK Ko).ocp6)vos halpav,
as Kai trrl ~VTISc.>II 6 y~VKVs ItET' ·Epc.>S.
a vWV "ßTIS äv80s 6:lT05~aVTES IpaGTal
lTpc.>ToßöAov, 15,' c5cn)s i\METI lTVpKai~S.
PI Illb 11,2 f.92 v ; Athen. 13.5890; Diog. L. 3.31. - Platom trlb. Atb. Diog.
I-I Soid ••• ~opa 11 ~ P Tilv cet. IIlTa1P'lll 0 Soid. Ath. I hnppu· 0 Soid. 11
6 yA. R;IT' P PI Soid. flPo 6p'"Ut Diog. 111~ hncrTlII Ath. s-4 in P poet
218.' [pa) ct in marg. BOp. [Pb) 11 a pb ALb. Diog. as
pa "" PI 11 IItOll ,.. 6. 4-
'pcm-ral pa 11. ilPl\aaaav ehr. 'po PI &1,),01 I116TT!TCS ehrClll'Tl\aavns bca'lI1\S Of't.
4 ~ 0& ').0' pa' PI -orr)'6ou pb Diog. -oTr6pou Ath.1I6,~ pa'
6,CJ~S PI.

218. ANTJnATPOY IlflONIOY


T1'!1/ Kai c5:IoIa XPUO'(fI Kai c!U.ovpylS' Kat aüll ·Epc.>T1
6PVlTTO~""I/, c!nraAfls KWP1SOS &ßpoT~pall
AaUi' fxc.>, lTOA1~T1V c!U.1tc,;,1I010 Koplv60v,
ITE1P1'!.",S ~I/ cpa16pariPl'lv A1ßci6c.>I/,
Tflll 61/I'lTfll/ Kv6ip&lall. Acp' {J IA.",O'Tf\pES &yavol
lTMloVES 1'1 ~CPI'lS dllEKa Tvv6apISos,
6p&lTT01JE1I01 XO:plTcls TE Kai c.::.""Tflll äcpp06ITT)\I'
lis Kai w' EÜc,;,&1 -nilArsos 66c.>61 KpOKCf),
AnthoJogi& Gr&8C& VII 133

Ein gleiches
Wilder Aufruhr der Wogen warf mich, den Delphin, auf das Festland,
wahrlich, ein Bild des Geschicks, seltsam dem Wandrer zu sehn.
Doch auf dem Lande ist Mitleid: Kaum haben mich Leute gesehen,
als sie voll gütigem Sinn gleich mich mit Erde bedeckt.
Die mich geboren, die See, sie gab mich dem Tode. Wer aber
traut einem Meere, das selbst nicht seine Kinder verschont?

Antipatr08 von. Thl!48aUmike

Hetäre Archeanassa
Mein ist Archeanassa., das Kolophonierdirnchen,
dem in den Runzeln sich noch Eros betörend verbirgt.
o ihr, die ihr die junge, erst maiende Blüte in ihrer
Lenzzeit gepflückt habt, durch welch Feuer wohl gingt ihr hindurch!

Hetäre Lais
Die in Purpur und Gold und in Liebe kokett sich gebrüstet
und noch feiner als selbst Kypris, die zarte, getan,
Lais bedeck ich, die Frau vom meerumsäumten Korinth08,
die des peirenischen Quells Schimmer an G1anze besiegt,
sie, die sterbliche Kypris, die vornehme Freier in größrer
Zahl als Tyndareos' Kind in seiner Jugend umschwärmt,
deren blühende Reize und käufliche Liebe sie pflückten
und deren Hügel sogar Düfte von Safran vcrströmt.
Anthologia Graeoa VII

i'is (Tl K1'}ooeVTI IlVPCjl TO li1aßpoxolI OCl'TeVII


Kai "ITTapal 6v6e1l &a6lla TTIIEoval KOlial' 10
i'is ern Ka'-Oll &IlV~E K6:Ta ~eeOS 'Aq>poYE\lEla
Kai yoepOlI M~wII eCl'TOIICxx1'}aEII "Epoos.
EI 5' OV TTCxyKOIIIOII SOV"1'}1I 6ho KipSeos eVlI1']II,
'EMas äll ooS 'E"EII1'}S TilaS' Omp faxe TTOIIOII.
·PI lIla 11,7 f.33 v • - I-lI Suid. H. 6p\nnnoo (1-3), ~11;cl>vov et 1To70.niTI1S (3),
nElpilv., (3-4), Kv6tpEla (5-6), 6ptnnal (5-7), 6&>6ev (8), KI1cl>6I1S (9-10), 8v6ev
(10), aJ.lu~EIS et KaTa t>t60s (11), MI;EI (12) I 8pu1TTovlJ- PI [primo] 3-4 in P hio
[pa] et poRt ep. 217,2 [Pb] 11 rol;cl>v- Suid. H. nelp. 3 1T070.I;;TIS PI [primo] .. 7o.ev-
KOTtPI1V 7o.1~a60s pb l 5~: fis Suid. H. 6ptn. l' TE lc.>vl1.....v PI [primo] 8 rn' pI
• fis (TI: ale\ Suid. 11 1T\Iliovat pI 11 fis Kai hn et 'AOPPOyeVEll1S (1) pI 11
I(aTapptßOS Suid.

219. nOMnHIOY NESHEPOY


'H TO Ka'-Oll KalTTäC1\II epaalilOIl all6fJaaaa,
'" 1l0VII1'} XaplTOOII '-e(pla SpElfa!1ElI1'}
OVKETI XpvaoX6:'-111011 6p~ SpOIlOIl 'He"(olo
I\ats. eKolll1']61'} 5' WIIOII 6q>EIMIlEIIOII,
KOOIlOVS Kai Ta 11110011 ~1'}"OOllaTa Kai Ta TT06eVIITOOII
KII(allaTa Kai IlVaTTlII "\lxIIOll CrneITTalll1l11'}.
PIIIlall,8 f.33v.- Ifi(?)P' I Suid.I. 7o.elpla. 38.xpvaox~lVov. 5-68.1;1170.cl>-
lJaTa et \CVlalJaTa 3 6p6J.1ov: op&os Suid.

220. ArA910Y IXOAAITIKOY


"EpTTOOII eis 'Eq>vp1'}11 Taq>OIl (SPaKOII äyxlKEMveoll
l\atSos äpXaf1'}S. OOS TO xapaylla "l1yel.
S6:Kpv 5' erncrnelaas' .. Xa(poIS, yVllal' EK yap äKovfjs
olKTelpw ae." 1q>1'}II...i\1I TTapos OVK ISOIl1'}II.
a TToaoll iJl6EOOII 116011 i'\Kaxes' ä"'" [Se, 1\1']61'}1I
lIa(EIS, äy"at1'}11 !II X6oll1 Kcrr&IlEII1'}."
PI lila 11,9 f.33 v • - I c!tIJOPlO<tJo.eu8ov pI .. ae: ad hiat. cf. IV 3 0 7 (ow), VII '2,'
(TE), IX 621,1 (ye), XI 2'1,3 (ae), XII 238,3 (St) 5 1T6ac.>v P Suid. 8. f)Kaxes 1/
v60v p PI [VI ex a] v6c.>v Suid.
Anthologla Graeoa VII 135

Heute noch ist ihr Gebein von köstlicher Myrrhe durchfeuchtet,


und aus dem leuchtenden Haar weht noch balsamisch ein Ruch.
Bei ihrem Tode zerkratzte sich Kypris ihr herrliches Antlitz,
und vor Jammer und Weh schluchzend hat Eros geweint.
Wäre ihr Bett nicht gemein die Sklavin des Geldes gewesen,
wie um Helena einst blutete Hellas für sie.
Antipatr08 von Bidon

Ein gleiches
Sie, die in Schönheit erblühte, die allen so lockend erschienen
lind als einzige sich Lilien der Grazien gepflückt,
Lais, sie sieht nun nicht mehr den Lauf der goldengezäumten
Heliosrosse, sie sank in den geschuldeten Schlaf.
Allem Eifern der Minner, der Lampe bei ihren Mysterien,
Festen und Liebesgekos hat sie für immer entsagt.

PompeiU8 Macer Junior

Ein gleiches
Als ich nach Ephyra ging, da hab ich am Wege der alten
Lais Grabmal erblickt, wie mich die Inschrift belehrt.
Tränen ihr spendend, sprach leis ich; ·"Ich grüße dich. Hab ich auch
Frau, dich gesehen, dein Ruf regt mir zu Trauer das Herz. [niemals,
Ach, meviel Minner betörte dein Reiz! Und heute? An Lethe
wohnst du, und all deine Pracht sank in die Erde hinab."
Agathias Bchola8tiko8
136 Anthologia GfaeOa VII

221. A~EInOTON

'AKIJ(IiTJ lI'pOs fpWTa Kai 115ea KVrrplOOs 'pya,


naTpocpl~a, Ka~ TOU5 y~VlCEp0U5 'J,lvaCXS'
ia~ 5i Ta cpl~Tpa 'TeX KWTI~a xc:, J,lET' a015i'j5
1fI<V.J,l0s KaI KV~IKWV at ~~Vpat 11'pcnr6aE15.
"AI5TJ 5VaKIVTJ'TI, TI TIIv impaaTOV halpTJv
~pl1'aacxs; Ti Kai al\v KVrrPl5 'J,lTJIIE cpptva;
I: Eis ncrrpotl)'av halpav B\A;;avriav. - PI l11a 11,10 t.:U f ; Suld. s. IIwavrOS,
"c.m).'1, ).allvpOv, "AI6'lS, &vcnc:III1\TI. - S äol5iit 0 PI Suld.•• I(c.rr. 4 ).avvpal (?) pI
J 006'11 pI 005'11 0 1/ TI t!X Tls PI • f) PI Suid •••• A16'lS 1/ tpiva ex -av P.

222. ~IAO~HMOV

'Ev66:5e 'Ti'j5 'TPVcpePi'j5 J,la~aKOV ~, iv66:5e KEITal


Tpvy6vIOV, a~v 6v6eJ,la I~J.laK15wv,
~ ~~TJ KaI 5oWo5 tvtrrpemv, i'j cplAomxI)1.IWv
aTWJ,lv~ITJ, MflTTJp f\v .cpl~TJae 6e(;)v,
11 JJOVVTJ rnp~aaa Ta KVrrplOOs &iJcp1 YVIICXI~V
6pY'a Kai cpl~TPWV I\at505 ~VTJ.
CPÜl KaTeX ~~TJS, lep1'l K6vI, -n:I qll~O~Xct>
111'1 ~v, äJ.:A' c!m~cXs MvKotwv K~VKaS.
-I: Eis TpuyOvlOll lTaipav ToO IaKl:1I11 [Ia~mca.II 0) 1&IIovs 6PII"'lIill'111. - PI lila
11.11 t.:Uf. - I-I Suld ••• ~, h. ~ I TflU9EPlls (leX '1) PI P I~-
1(1:1111 (?) pI S ~': ~ Kai pI 1/6001ros SoaI. 6oWos • ~ pI 8 MvK61011 PI.

223. 9VIAAOV
'H KpOT~IS 6pXTJaTpIS 'ApiaTlOV, IImpl l1'E\ncalS
KaI Kvßt~1J l1'~OK6:J,lOVS ~tl(l<IllmaTal1iVTJ,
11 ~WTC;; KEp6eVTI cpopovl1iVTJ, 11 Tpls tcpe~i'j5
El5vt' &KpflTOV xel~Ol1'OT1itv KV~IKCXS
tv66:5' wo l1'TE~taIS avamxUe-Tal, oVKh' (pWTI,
o\nctn l1'avvvxl5wv 'TIPl1'ol1iVTJ KaJ,lO:TOIS.
K(;)J,lOI Kat J,lavlCX\, ~a xalpeTE' KEiO' (WO WJ,lßct»
11 TO l1'plv a'TIcpO:vwv c5:v6eal KpVl1'TOI1iVTJ.
-I: ds 'ApIOTlO\l r;6xopcw Kvtm'lS. - PIIII- 11,12 t.:U f. - I KvtW-'1 I' S 1t"\'l}Jens
<,x ·as pI 1 w6 TÜII~Cj) Stadtm. om. pI [ä IIvplTIVOVS I in lac.] KlUGlTaI ~61J 1'1.
AD~bololia Oraeoa VII 137

Hetire Patrophila
Als du zur Liebe und Kypris' holdseligem Werke erblüht warst,
fiel dir das reizende Aug, liebe Patrophila. zu.
All der lockende Zauber, das lustige Leeren der Beoher,
Sang und Saitengeklirr losch wie ein Licht nun dahin ...
Ach, warum hast du uns, Hades, die wonnige Freundin genommen?
Hat Aphrodite auch dir, Harter, die Sinne berückt?
A7WIlym

Hetäre Trygonion
Hier ist Trygonions Grab. Wie war sie 80 wonnig, die Blüte
der Salmakiden, die zart sich dem Dion~ weihn.
Kybelee Tempel gefiel ihr, die Bruderschaft, Plaudern und Scherzen,
hold war die Mutter des Chors ewiger Götter dem Kind.
Doch sie liebte vor allen die frauliohen Feste der Kypria,
und in Verlookung und Reiz war sie der Lais fast gleioh ...
Laß denn, heilige Erde, am Mal der DionYBosfreundin
Domen nicht, sondern den Keloh zarter Levkojen erblühn.

Priesterin Aristion
Sie, die zur Klapper getanzt, Aristion, die um die Fackeln
und um Kybeles Bild prächtig die Locken geschwenkt,
die von gebogener Flöte verzückt ward, die dreimal den Becher
voll von lauterem Wein hintereinander geleert:
hier unter Ulmen nun liegt sie zur Ruhe gebettet; nicht Liebe
noch ein nichtliches Fest regt sie zu fröhlichem Tun •..
Rauschende Feiern, Ekstase, lebt wohl! Unter Kränzen von Blumen
barg sie sioh einstens, und heut hlUt sie die Erde bedeokt.
Thyillo/J
138 An~hologia Graaoa VII

2M
EfKOal K~lIcp6:TEla tca\ tVllia mlla "TEKoWa
oliS' ~vOs oliS~ I.IITis tSpaK6\1TlII 6eX1/aTOII'
äÄJI.' lKCX'TOII Kai mllTl SITlI/VaeX\1TlII tlllCXVTOVs
atdlTc.>1I1 TPOllEpall 01iK tm6eJaa xipa.
PI IUaU.13 f.:u r . -Tit.: 684amnov PI I cN6'l\I6s J.C.tN&vbsI/cN&III~ 0
0(,&111' pI PI • OKhrc.wl 1" 0IC'i\1T' 0 PI.

226
't'i}XEI Kai mpTlII 6 lTo}.ÜS XP6110S oliSA alSi}pov
qlEl8eTat, äÄJl.a \1lij1TcXIIT' 61Jtce1 SprneXlIIJ'
i:)s tca\ !\cUPTao T68' ftplOll, Ö ax&S611 ätcTäs
~Oll c5:rro, ~II Mllkral t~ Ve-rc;:,II.
oOlloJ,la J,I"'' f}pc.>os ael IItOll' oli yap äOISas
&!1ß}'IiIlEIII alc,;,II, KilII tet}.1l, SlillCX'Tal.
PIIua 13.1 f.35r. - Tit.: MWrroTov PI I ••• xp6vos Macar. 8.00; 1-2 Suid. L
IfIIlXIIII; Ap<l.It. 111," /l1fIIl~1 Mac. m'J1jII1 Ap./I al6TlpoY Ap. I 1111\ 1T&II T' 01I'C7ICI1
6PI1Tc!rv'l pI I lIlv P.

226. ANAKPEONTOI THIOY


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PI lIla ö,3 f. 30"; Suld••• 1Tp06CX\1Wra, alvopl~, fll/drplaEII. - I 1T01611 Se pI 11
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227. t.IOTIMOY
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I W\IIIII' WiJam. • 01&1 Pi.
Anthololia Graooa VII 139

Die Kinderreiohe
Neunundzwa.nzig Kinder gebar ioh, die Kallikrateia,
keinen und keine davon habe ich sterben gesehn.
Aber auch hundertundfünf der Jahre hab ich vollendet,
ohne daß zitternd die Hand auf einen Stab sioh gestützt.

Laertes
Selbst einen Felsen zernagt die Länge der Zeit, sie verschont auch
nioht das Eisen und mäht alles im niLmlichen Sohwung.
So auch das Grab des La.örtes, das nur noch vom strömenden Regen
hier, nicht fern vom Gestad, kühl eine Spende empfängt.
Ewig frisch aber bleibt der Name des Heros: nie breitet,
ob sie auch wollte, die Zeit Nacht über Dichters Gesang.
A_ym

Der Krieger
Der für Abdera gefallen, der kraftvolle Agathon, wurde
von dem versammelten Volk laut an den Scheitern beklagt.
Denn es hat Ares, der Gott mit dem Blutverlangen, nooh niemals
solch einen Helden im Sturm grausiger Schlaohten erlegt.
AftlJb-WIl von T_

Ein gleiche.
Furchtbarer wütet kein Löwe im Bergwald, als es des Mikon
Sohn Krinagoraa tat, wenn ca von Sohilden getost.
Ward ihm sein Hügel nur klein, sei stilll Klein ist auch die Heimat,
aber es wachsen darin markige Minner der Schlacht.

Dioti~ (von AdramyUicml')


140 Anthologla Oraaoa VII

228
AIrr~ Kai -mc&<7C71 YV\la1KI TE ~II f&ll1EII
'AIISpaTlCo)II' OWCo) S' oll&v6s Ehn Ta~.
oliTCo) KalllEll/all.ll'1fOAVII Xp611oll' EI S' äpa Kai SEI,
&~all.I"IIIeil11.101 TOVs 'lfpcmPOVS 'lfpcmpovs.
Plllla 6,' 1.31 v. - Tit.: alWcmoTOV PI I a\rT~ P 1/ I&J 111 pi J oü6' ~ o.

229. ~IOIKOPI~OY

T~ ßlTc5tvc;I epaaVßov~ rn' &crnISos "~vflEII ä'JfIlOVS.


rn-ro: 'lfp6s 'Ap~ICo)II TP<XÜllaTa SE~allElIOS,
SEIKvUs arna 'lfallTa' TOll all.laT6&\lTa S' 0 'lfpta~vs
1faIS' tTrllNpKaii)II TÜIIvIXOS &Im T1&{s·
.. &I~ol Malta&x7all' lyw SC cn.
mllOII, 6:8alcpvs
6Q1yCo). TOll KaI 11.1011 Kai l\aKESaIl.l61110ll."
·PI lila 5,10 1.3I r ; Plut. mor. 235 .. - 10 Phio [pa] ot post VII 721 [Pb] l,dIv
nmWall Plut. cMc Im ~ [Tf!1/CIS ob] pb J hrrä: '" Ta(?) pbl S dlvTlaPb Plut.
wp6a61a pa PI • tranI': hlt Plat. " 1NpICCdl'tll pb Plut. -~ PI 1Np1TaiI\II pa 11
TUIIIXOS PI" TI8fIS pa PI ,Ipc.w pb T68I Plut. • Kali om. PI [add. man. rl!C!.].

230. EPYKIOY KYZIKHNOY


'AIIIK' c5t'Jf0 1fTOMI1ov TplaO'allTa O'E St~aTO l.Ian,p,
'lfallTa TOll O'lf~IO'TO:II KOOI.IOII 6~Co)~eK6Ta,
av-ra TOI cpolliall. ~al.lcrrpIE. av-rIKa Myxa1l
elm SIO: 'If~ariCo)II ~\IQ Aay6\1(o)II'
.. Kc5tTeave, I.I"IS' lXflCo) I'lfaPTa ljI6yo". Oll yo:p lKEllla
f\I.I'If~aKEII. eI 6EI~OVs TOIII.IOV f8pEIfII! y~a."

PI lila 5,11 1.3I r . - I Suid ••• Tpiaas. 2 •. lnrAIcrn'!s I iterav.in ma~ .• up.oeqll.
pag ••J ve1 I I lnrAlaTI'\II PI S a\rT6 TOI: ämrrol (!) Pi.
Aa\bololll .. Graec .. VII 141

Die leere Gruft.


Sich, seiner Frau und den Kindern erbaute Androtion dieae
Gruft hier, doch ward ich noch nicht einem von ihnen zum Grab.
Mög ich nooh lange so bleiben I Dooh muß es dereinstens gesohehen,
möcht ioh, es kämen in mich dann auch die ersten zuerst.

AfI01Iym

Der spartanische Vater


Leblos nach Pitana ward auf dem Schild Thrasybul08 getragen;
sieben Wunden empfing er im argivischen Krieg,
sämtlich vom auf der Brust. Als Tynnichos nun seinen blutgen
Sohn auf den Holzstoß gelegt, sagte der Alte du Wort:
"Mag man um Feiglinge weinen I Ich, Kind, will trookenen Auges
dich begraben, da mein und ein Spartaner du bist."

Die spartanisohe Mutter


Als du zitternd dereinst. und ohne die Waffen vom Kriege
heimgekommen und dich 80 deine Mutter empfing,
griff sie, Demetrios, gleich zum mAnnermordenden Speere,
stieß ihn dir jäh in des Leibs wogende Weiche und rief:
"Stirb! Kein Tadel soll Sparta berühren! Denn Sparta hat keine
Schuld, wenn einst meine Miloh solch eine Memme gesäugt."

Eryki04 von Kyzik04


142 Anthololla Graeoa VII

231. äAMArHTOY
·WS' \nrtp 'AI.I~pcxldas 6 ßoa5p6JJOS äcnrlS' 6Elpas
"TE6vaJ,IEv 1'1 qlEVyeIV etMT' 'APIcn-ayOpas,
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·PI lIla 6.12 (.3Ir. - In P hio (pa] 0& polt VII 438 (Pb]1/ I-IIIMT' Suid •••
~ 1/ 'AilPpaxl1lS ca I" T6 f'lY't.. pb 11 EIMT': ~ Suid. 11 'Aptcrro-
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pa ['as), PI.

23~. ANTInATPOY
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'll'o~a cnS'lpel'lS X.pal 61YoIITCX l.Iax'lS·
ouS.! I.IIV ~ytvOeuucx vOuoS Sol1O" ~ayE NVlCTOs.
~' 15m' allq>' hap'f) UXc:,v 1<VIO.00uucxv fTVV'

PI 111 b '.1 f. 90 v. - Tit.: 'AWTTi~ PI I Buill. 8. &.yrtll 1/ Iläxas 0 I flyay& PI


4 6:IIf' h6:ixtJ P Suid. (a. ITVS1, 6:IIfo'ripav PI 1/ axOC:W pI lx- Suid.

233. AnOAAnNläOY
AV,IOS, Awo"I'lS cn-panfls 'll'pOI.IOS, 6 XPVu.!OIUI
rnl1l1CX01 uc.>peVuas aVxlvas 61T"0q>6povs,
voVao" 6T' ds Ö'II'an,,, cl»).1u6ave npl.lcx T' 6q>VlCTo"
EISe", aplO'TEI'l" '1.Iq>CXVluas ISI'lv
m'l~ae' Ö'II'b C11T"O:yxvolCn" Ao" ~q>OS EI'II'i TE 6v(lO'KCo)v'
.. AÖTOs AKc:,v 'Sal.l'lv, 1.11'J vOuas eVxOS IX1J."
·PI lila 5,13 (.3I r• -I T(o)pN' pI I-I Iyxos Buid ••. V'lTem, 1/ lIIOao.. et wMa·
Oawv pI 4 1~laas Herwerdcn l~~ EI~ S O' Dear. /S' 11 ~lfOS: fyxos Suid.
1/ evaa.u.w p • lxOI PI.
AMhololia Graeoa VII 143

Der Krieger
Hier hat der Sohn Theopompa, Aristagoras, da er den Schildrand
zu Ambrakias Schutz helfend geschwlmgen, den Tod
statt der Flucht sich gewählt. Das mag dich nicht wundern. Ein Dorer
denkt an des heimischen Lands, nicht an des Lebens Gefahr.

Ein gleiches
Lydische Erde umflogt hier Amyntor, den Sohn des Philippos,
der in der eisernen Schlacht oft seine Fäuste gerührt.
Krankheit nicht führte ihn schmerzend zum Hause des DunkelB: es
als er mit rundlichem Schild den Kameraden gedeckt. [traf ihn,

Anlipatr06 oon Bidon (1)

Freitod deI Ailios


Aili08, Oberst im Heer AUlOniens, der sich mit goldnen
Ketten in Fülle den HalB über den Waffen geschmückt,
fiel in tödliche Krankheit; er sah sein sicheres Ende;
da aber zeigte er klar, was ihn an Mannheit beaeeJt.
Jählings stieß er das Schwert ins Herz sich lmd sagte im Sterben:
"Frei geb ich selbst mir den Tod, daß sich die Krankheit nicht
[rühmt."
I" Anlhologia Graeea VII

234. CIIIAmnOY 9EIIAAoNIKEnI


AtAlOS, 0 6paenixelp "ApyoVS 'lTPOI1OS, 6 IfIEAIWacxs
aüxEva xpvaoSholS IK 'lTOAEI10V crn:q>aIlOIS,
TI'l~IIIEAeT vova'tl KliKoAovllivos ISpaKI evl1lj)
's 'lTpoTEPTlv CpyCAlv c5:paeva l1apTVplTlv,
&cn S' wo O"ITA6:yxvols 'lTA<X"\'V cp6:ayavov Iv l1ollOV eI'ITwv' a
,:AvSpas "ApTlS Knlllll, SEIAaripovs 5j vOaos."
PI lila 1'1.1' f.31 r. - I . 3 8uld••• 8paDVxEIP, 3-4 L ~ et TI\~IIIIAII
I 6 1fIIA1- 0 ~ 61- pI PI S \ClICc.>AW- pI 11 l6pcncs Hecker 0(\111 • 1fpG'rip<o)" PI.

236. 6106npOY TAPIEnI

MflllhpEl MaYVTlTI TO 'ITTlAiKOV OVlIOl1a TVI1~'tl


ilTIS. 9E1110'T0MEOVS lpya cn: Aav6avhCAl'
TllqJCripov IaAal1Tvl Kai oNcacn TOV q>IM'lt"aTplV,
yv&xnJ S' EK TOVTCAlV I1II~ova KE1cpo'lriTlS.
PI IIh 1'1.8 f.30". - Tit.: gent. om. PI I -niI4I<t> 0 PI -jXMI PI.

236. ANTmATPOY 9EIIAAONIKEnI


0Vx1 9EI1IC7T01VJovs M6:yvns TO:q>os, aAAä KEx(o)C7lJCI1
'OOft\lCo)V q>6owp"s ai'jl1a KaKOtqlla!TlS.
PI TIlb '.2 f.90". - Anytae trib. PI I ICaKOICplCri'lS 0 ICIKpO'Iri'lS pt ICaKOTpcnr!TlSPI.

237. AACIIEIOY MITYAHNAIOY


OVpe6: l1IV Kai '!TOVTOV liTrtp ~IO xapaacn:
Kai lliO'Ov äl1~v !16:pTVpa AllTOtSTlV
äev6:CAlV TE IXx6Vv 'lTOTCX\lWV fJOov, oi 'lT0TE j!lE16po1S
iip~ov I1vPIOvavv OVx VTrElJElvav "ApTIV'
(yypaq>E Kai IaAal1Tva, ge111O'TOMEOVS iva ai'jl1a
KTlPvacn:1 M6:yVTlS STillOS ä'lt"0q>61I1EVOV.
PI lila 11.7 f.3O". - Cum ep. 236 iunx. Pli Tit. om. pt Philippo Tb ...... primo.
Alpheo JIOIIt trib. 0 'MfElou PI I IIIU: IilllIIEII pt • "Ap'l 0 PI • IC'lflUoaTI PI.
Aatbolo,la Graooa VII I"

Ein gleiches
Aili08, Obt'rst von Arp, der mutige, der sich mit goldnen
Ketten den Nacken geziert, die er im Kriege verdient,
fiel in verzehrende Krankheit. Da ward er sich plötzlich der Taten,
die er dereinstens vollbraoht, männlichen Herzens bewußt.
Jählings stieß er ins Herz sich das breite Eisen und IIprach nur:
"Mlnner erliegen dem Schwert, Feige rafft Krankheit dahin."
PAilipp08 von Thusalonik~

Themistokles
Miß nicht die Größe des Namens nach jenem Grab in Magnesia,
und vergiß auch dabei nioht des Themistoklea Werk!
Schätz ihn, den Vaterlandsfreund, nach Salamis ein und den Schiffen,
und du erkennst dann: er wAchst über Athen weit hinaus.
DiodorOl von Tar_

Ein gleiches
Nicht des Themistokles Grab in Magnesia bin ich, ich wurde
griechischem Fehlspruch und Neid als ein Gedenkstein gesetzt.
AlIlipal"" von TAuBtJloni/;e

Ein gleiches
Ritz' in das Grabmal mir ein die Berge. die Fluten des Meeres,
und in die Mitte hinein schreibe als Zeugen ApoU
und das tiefe Oewoge der ewigen Flüsse, das Xerxea'
tausendschiffiger Macht nicht mit dem Wasser genügt.
Ritz' auch Salamis ein ins Mal, auf dem die Magneter
laut vt'rkünden der Welt, daß hier Themistokles ruht.
AlpMioI von Mytilent
.8 Antbololla Oraooa VII

238. At.AIOY
'HJ,&a6ITlII as
'II'PWTOS IS • ApEa ß~aa C1)1~I'II"II'OS,
AlyalTlII 1CE111CX1 ßW~OIl IqlEaaCJ.u:IIOS,
~~as 01' cMrCl) ßaaWüs Tb 'II'plll' EI 5E TIS aV)(Ei
IlEl~OIl IJ,JeO, Kat T0ü6' at~aTOS fllJETipov.
JII b 4,3 f.90 v• - Tit. om. PI I ~fIvcn (?) pI J 11 PI cN P.

239. nAPMENlnNOI
cJ)6(a6a1 'AAE~a1l5poII 1fIEV5f1s t6:'ns, dmp 6ATl&lis
C1)oIßQS' &lIl1a'lTCI)II mnnal eni5' 'AI5T!S.
111 a 13,20 f. 36 v; Suid... tänS. - I f&ta!aa P Suid.

240. At.AIOY
Tv~ßo" 'AM~&1I5poI0 MCXIC1l5611OS 1\11 TIS &.:151].
""mlpovs 1CEill0v ai'j~a My' &~~pas.
lIIb 4,' f.IIO Y • - Tlt.: napllllllwl'QS PI I ICIIIIQ) (') PI.

241. ANTInATPOY IIt.nNIOY


Mvp(a TOI. TTTOM~a1••
'll'Crn'lp. ml. ~vpla ~&-njp
TlIPO~va 8aMpolis '(IKlaaTO 'II'~OKa~vs'
'II'O~O: Tl6flIlflTflp 6~oq>VPaTO. XEpal1l &~1'Iaas
&1I5po~axOIS 5\1OqlEpall KpaT6s Iimp8E K611111'
& lJEY6Aa 5' Atyv'll'TOS 10:11 w~~o XalTaI/.
tcal 'II'~aTIis EvpW'II'as laTOvaxTlai 56~·
Kat 5' MO: 510: Trill80s &IICXv~laa IEAava
6crrpa Kat enipall1as &TpamToVs IAlmll.
c:)Mo yäp 510: ~01~611. ~ 8o"n'ITopa XEpaov,
'II'plll ~II IIE~ aKärnpo" IMI11 'II'~cXIICjI' 10
ov5E ae w~ lK 1IVICT6s 15t~aTo' 5f1 yäp ~as
TolOVS OÜK •AI5as. ZEVs 5' Is ·O~VlJ'II'OIl 6yt1.
: EIs nToMlIQIOII TÖ\I ~)Ja, 0: TÖ\I IIIKpcW, I: TOll lIIWTtpOII TV.rvn'\aavra. -
I lila 7,13 '.33 r • - I-I Suid.l. Tllpll, 3.... I. Oia~ et Tl81\1ICIS et 51104pl.
W. 8 •• I~ et ~, 9-10 I. 801llf\Twp 11 tm Rei.ke hrlll IIt\T1lP PI Suid.
äv5pota~olS, 'XOIO, oOfÖIIOlS Suid. I 1011 W~6IvOTO ScaJ. ~ 66IfI. /I XalT1\1I
I Suid. 8-. add. 0 • 51a om. Suid. I' cncfl'ln'POI/ pI Suid. 11 5i!! &t PI.
Anthologi& Gr&ec& VII

König Philipp II.


Philipp wa.r ich; ich führte als erster Ema.thien zu Ares,
nun aber hält mich im Grab Erde von Aigai bedeckt.
Wahrlich, ich tat, was kein König zuvor, und rühmt sich ein andrer
größerer Taten, er kommt sicher aus meinem Geblüt.
Adai08

Alexander der Große


Daß Alexander gestorben, ist Lüge, wenn Phoibos noch wahr spricht:
Unüberwindliche sind auch vor dem Tode gefeit.
Parmenion

Ein gleiches
Willst du das Grab Alexanders, des makedonischen, preisen,
sag dann: es bilden der Welt zwei Kontinente sein Mal.
Adaws

Ptolemaios
Endlos hat sich dein Vater und endlos die Mutter in wildem
Leide das blühende Haar, 0 Ptolemaios, gerauft.
Wieder und wieder im Schmerz schrie auf dein Erzieher und streute
sich mit der streitbaren Hand schmutzige Asche aufs Haupt.
Ach, die große Aigyptos zerriß sich vor Jammer die Locken,
und in Europas Haus stöhnte es weithin vor Weh.
Ja, Selene sogar ward dunkel vor Trauer und wandte
von der himmlischen Bahn und den Gestirnen sich weg.
Denn dich entführte die Pest, die alles im Lande verzehrte,
eh deine junge Hand erbend das Szepter ergriff.
Doch du gingst nicht vom Dunkel ins Dunkel; solch fürstliche Seelen
nimmt nicht Hades, sie führt Zeus zum Olympos empor.
AntipatT08 von Bidon
148 Anthologia Graeoa VII

242. MNAIAflKOY
OiSe mrrpal/ lTOAVS<XKPVI/ trr' alixel/I Seaj.lol/ EXOVaal/
pv6j.IEI/01 SI/ocpepal/ O:j.lcpeßaAOI/TO K61/11/·
c5:pWIITal S' o:peTäs all/ol/ Ilfyal/. ä:AM: TIS O:aT(;)1/
TovaS' ealSool/ 61/~aKEll/ TAO:TW liTr~p lTaTp(Sos·
I: Eis TOUs \lETeX fI •...,vISov TEMv-nioallTQS iv e'PIJOTTVAaIS. - PI lIla 5,15 f.3Ir. -
I OISE C :I eXaT(;)v: ooiT(;)v Pi.

243. flOflfllOY BAIIOY


<!lWK(SI lTap lTäTpt;l SepKEV TaCPOI/· elj.ll S' eKE(l/wl/
T(;)I/ lTOTE j.lTlSocp61/wI/ j.llläj.la TpITlKoa(WII,
oi 1:lTO:pTas O:1TO yäs TflAoii miaoll O:j.lßAVllallTES
• Apea Kai MfiSOIl Kai l\aKeSalj.l611101l.
1')11 S' eaopijs elT' ej.IEi' evß6aTpVXOII elK611a 6Tlp6s,
EvllelfE Toii Tayoii j.I lIäj.la l\eWII(SEW.
PI III b 4,12 f.OO v • - 2 I1l1i\l1a PI f Mi'jSov 0 111'\ SOlI pi MilS...,v PI /I flaKESal.
l.lC~VIOV Boi88. -I<xv P -I...,v PI H Suid. 8. TayOs /I n,.':IiTr' pi 11 ilJEY' Jae. -Elo 11
~P- Seal. l\o6aTp- P 1\00TP- PI Suid. ,,&tJp6s Brodaeua &fIPT\S 11 I1vi'jl1a Suid.

244. rAITOYAlKOY
lllaaa TpITlKoa(WII TaSE cpaayalla 6ovploS • ApTlS
Ea1Taaell 'Apye(WII Kai l\aKeSalj.lOIl(WII,
lv6a j.laxTlII hATlj.IElI O:IIO:yyeAOII, c5:AAOS elT' c5:AAOII
lT(lTTOIlTES· 6vpea S' ?jaall c5:e6Aa Sop6s.
·1: Eis TOUs ooiToUs T·. - PI Illb 4,13 f.OO v • - Il\looa P 1-28ovp'os ..•
Suid.8. 8oüpov, 3-4 'lrhrrollTES 8. cXvay)'EAov :I 6A).ov: 6A)...., e f &8AOV Pi.

245. [TOY AYTOYl


TU) Xp6ve, lTaIlTO(WII 611TlTOiS lTallElT(aKOlfE Saij.loll,
äyyEAOS fl!JETtpwII lTäal yelloii lTa6EWII·
OOS lepall aci>~EI\I lfElpOOj.IElIOI 'EAMSa XOOpall
BOIWT(;)II KAEIIIOis 611~aKOj.lEII eil SalTESOIS.
1: Eis =Vs ooiToUs fI<XI<ESall1ovlovs. - PI lIlA 5,16 f.3I r ; GV 27. -Tit.: rETOVAIKOV
PI I 8VTiT(;)V PI :I xwpav Kaibel X(;)pov pI XWPTiV 0 PI.
Antholo,ia Graeca VII lfO

Tod füra Vaterland


Traurig schleppte die Heimat die Bande am Nacken; da wurden
diese die Retter, doch sohloß dunkel die Erde sie ein.
Hooh aber hob sich der Ruhm ihrer Tapferkeit. Sei denn ein jeder,
der sie erblickt hier, zum Tod für seine Heimat bereit.

Die Thermopylenkämpfer
Sieh hier am Felsen von Phokis das Grab! Ich bin der Gedenkstein
jener Dreihundert, die einst Scharen von Medern vertilgt
und dann fielen - von Sparta. 80 fern. Doch dem Sturme der Meder
auf das lakonische Volk hatten ein Ziel sie gesetzt.
Siehst du den Löwen auf mir mit der lockigen Mähne, 80 sage:
"Dies ist Leonidas' Mal, der sie im Kampfe geführt."
LollätU &utU

Kampf um Thyrea
Uns dreihundert Argiver, dreihundert Spa.rta.ner ließ Ares
stürmisch die Schwerter hier ziehn. Wir aber schlugen die Schlacht,
draus keine Meldung mehr kam: wir fielen - übereinander:
Thyrea. war ja als Preis unseren Speeren gesetzt.
GätUliCU8 1.

Die Toten von Cha.iro'neia


Chrom)!, allschauender Gott, du siehst die Taten der Menschen,
kUnde den Völkern der Welt, W&8 wir erduldet an Leid,
daß wir, den rettenden Kampf fUr die heilige Hellas versuchend,
im Boiotergebiet starben auf ruhmreichem Feld.
[Gätulictu ]
160 Anthologia Oraeea VlI

2'6. ANTtnATPOY IlfonNIOY


'Iaaov trrl TrpOllo~ijall/ ~OS Trapa KÜlla KIAlaa'1S
ayPIOI/ al nEpaWI/ KEllJE6a IlvplaSES,
CpYOI/ 'AM~aI/SpOIO MCXK'1S6\1OS, oi TrOT' (Xl/alCTI
l1apel'll TrVIl6:T'11/ olllol/ IqlEaTr61lE6a.
PI lIla 5,17 1.31r. - Tit.: gent. om. PI I 'l\"po~o1.ila1V PI 3-4 Suid. 8. oiliOS /I
'ME~avSpov PI.

247. AAKAIOY
• AKAavaTOI Kai ä&aTrTOI, 6SolTr6pE, TCj>S' trrl TVIlß'Il
9EaaaAlas Tplaaal KElIlE6a IlvplaSes,
'HIla&llJ Ili!ya Trijlla· TO S~ 6paaV KEII/O <l>1~ITrTroV
Trl/Evlla 60WI/ ~aqlc..>1/ 4>xET' ~aqlp6TEpol/.
PI lIla 5,10 1.3Ir; Plut. Flam. 9. - I 6K1.auTol PI 1/ TV"'Il~: YWT~ Plut.
t geaaa?l"s Plut. 'H",aelas PI 1/ post 2 inaer. Plut.: AITCo>1.Wy S",,,l)arns w' •APEOS
fI~ AaTlYCo>Y,1 oOi TlTOS EVpel"s ilyay' c!nr' 'ITa?I"S, 6 I)oay et wm' P.

248. IIMnNlfoOY
Mvplaalll TrOn TijSe TplTJKoalalS IIIcXx0IlTO
IK ne~oTrOl/l/aaov XI~laSes ThopeS.
PI lIla 5,19 1.3Ir; Herod. 7,228; Diod. 11,33; Ariatid. or. 49. - Anonym. apo
omnea praeter P I S,axoa· Diod. TP'"KoaIIJS Ar. 21 -wl\aov PI Diod. Ar. /I
Tiaaapes PI [primo] TmapES Ar.

249. IIMnNlfoOY
'Q ~iv', cXyyi!~~E11/ I\CXKESalllOvlolS, 5T1 TijSe
KElIlE6a TolS KEII/c..>v ~i!llaal TrE1661lEvol.
·PI lila 5,20 1.3I r ; Herod. 7,228; Lyeurg. Leocr. 109; Diod. 11,33; Strab. 9,429;
Suid.8. AECo>YIS"s. - Anonym. apo omnea praeter P et Ciceron. Tuac. 1,101 I ~t\lf
Diod. ~w' Str.//6yyt1.M,v Her. c!nr6yye'1.ov Rtr. 2i~. m,a.: mll). vo",I",o,S Lye.
Diod. Str.
Antholo,ia Oraoea VII 1111

Die Perser bei blol


Am Gestade von Is80S beim brausenden Meere Kilikiens
liegen wir persisches Volk zu Myriaden im Grab,
Werk Alexanders, des Herrn makedonischer Lande. Auf letztem
Pfade sind wir dereinst König Dareios gefolgt.
AnliptJlfW _ Sidlm

Schlaoht bei Kynoskephalai


Ohne Tränen und Grab, mein fahrender Wanderer, liegen
dreißigtausend wir hier auf der theualischen Höh.
Für Emathia waren'8 unendliche Sohmerzen, doch Philipps
freches Geprahle entschwand rasch wie der rasoheste Hirsch.

Die Thermopylenklmpfer
Hier einst haben die Schlacht mit mehr als dreien Millionen
Viermaltausend gekAmpft: Peloponnesiervolk.
Simonidu

Ein gleiches
Fremdling, bringe den Mlnnern in Sparta die Meldung: Wir liegen
hier im Tode, getreu dem UM gegebnen Befehl.
Simonidu
152 Anthologia Gracca VII

250. IIMnNIf.OY
'AK\lCX5 iO'T<XK\Iiav hrl ~poii 'E?MSa lTäo-av
Tais aÜTWV 'l'VXaiS KElIlE6a PVo-elllEV01
[Sov?OO"IiVTls· mpo-als Se mpl cpp€o-l mi\laTa lTCxVTa
tl'l'a\lEV O:pya?tTlS \lVf}\laTa vav\lcxxITlS.
6a-rta S' f1\llv (XEI Ia?a\lls· lTaTplS Se KopIV6os
O:VT' eVepyeo-ITlS \lvii\l' hri6TlKE TOSE].
I: EIs TO\J5 a\rr0V5. - PI lila 5,21 f.31 r ;Plut. Her. mal. 39; Aristid. or. 49;
Schol. Aristid. 13,126. - Anonym. ap. omnes pmcter P I a..lliis Ar." laT1lK- PI Ar.
% a\rrWI/ : a\rrWI/ P' Schol. I')lIwII PI 3-6 exhib. solus Ar.

25l. IIMnNIf.OY
WAo-ßEO'TOV tVJos oiSE cpl?lJ mpl lTaTplSI 6tVTES
KVelVEOV 6avenov O:IlCPE~OVTO vtcpOS'
ouSe TE6väo-I 6avOVTES. ~ml o-cp' o:pm; Ka6\nrEp6e
KVSalvovo-' O:VelyEI SW\laTOS ~~ 'AISEOO.
I: Eis ToVS a\rr0\J5 1Ifl0: NC.)\I/Sou ma611T~. - PI llla 5,22 1.31 r. - Tit. om. PI
I 01& c 3 -mpew PI 4 'AlSEw c -Sou (1) P' -Sa PI.

252. ANTJnATPOY
OlS' 'AISav O'Ttp~aVTES ~VW1TIOV 0Vx, ämp ID.?'OS,
O'T~av. O:~' 'ApETCXV O:VT' O:PETCX5 €Aaxov.
I: Eis T0V5 a\rr0\J5. - PI lUb 4,5 r.90v. - Tit. om. PI I 015' c" lll~1TIO\I
Stadtm. ll/\mvIOIl " OÜ)(c!rnp P' oux' änp c em. PI % V.a~oll PI.

253. IIMnN/f.OY
EI Tb Ka?c;)s 6v~O"KEIV o:pm;s ~POS ~O'TI ~YIO'TOV,
tilllv ~ lTO:VTOOV TOUT' 6:1TtVEIIlE T\JxTl'
'E?MSt yap <11TEVSOVTES v.ev6EplTlv mpt6eivol
KElIlE6' elyTlpen'!> XpwllEvot eV?oyllJ.
I: EIs TO\J5 a\rroVs. - PI lIla 5,23 1.31r ; 8chol. Aristid. 13,132. - Tit. om. PI
I apETäs c :I l1IEv6Ep/av P PI em. Bchol. 4 l1Ioy/U P'.
ADthololia Gra.oa V 11 163

Korinther bei Salamis


Als die hellenische Welt auf des Messers Schneide gestellt war,
kll.mpften mit unserem Blut wir hier, die Toten, es frei
[von der Knechtschaft und senkten den Persern, zur bitteren Mahnung
dieses Kampfes zur See, Qual über Qualen ins Herz.
Salamis' Erde umhüllt unsem Leib, doch Mutter Korinth08
hat dem Verdienste zum Dank dies uns als Denkstein gesetzt].
Simm&idu

Die Thermopylenkämpfer
Ewig leuchtet der Ruhm, womit sie die Heimat umkränzten,
während das Todeagewölk düster sie selber verhüllt.
Doch sie sind tot nicht, die Toten: im schimmernden Glanze der
schweben sie wieder empor aus der Peraephone Haus. [Mannheit

Simm&idu

Ein gleiches
Sie, die dem Tode ins Antlitz geschaut, erhielten kein Denkmal
wie ein andrer: hier ward Mannheit der Mannheit zuteil.

Antipatros von Sidon

Ein gleiches
Ist ein rühmliches Sterben der herrlichste Lohn für den Tapfem,
uns unter allen dann hat freundlich ein Stern ihn geschenkt:
Da wir um Hellas den Kranz der Freiheit zu winden uns mühten,
sanken wir hier mit des Ruhms ewiger Krone ins Grab.
Simm&itks
154 Anthologi& Gr&8C& VII

254. IIMnNI~OY

XalpET', apICrri'jes 1ToM\lOV ~ya KOSOS 1)(0llTES,


KOVPOI 'A6T)valoov (~OXOI I1T1TOaVVq:,
oi 1TOTE KaMIx6pov lTepl 1TCXTplSos wMaaS' tißT)V
1TAelcrrOIS 'EAAavoov aVTla llapvalJEvol.
PI IW' 5,24 f.3I r ; GV 14 [valde muti!atum]. - % l~oO)(ol PI/lITT1TOaVvlJ PPI -vl1
pI 4 'OOav",v P 'E~I'I"- PI deI. in lap./Il.1cxx0IlE\'OI PI.

2Mb. IIMnNI~OY

Kp'its yeveav Bp6Taxos ropwvlOS lvSaSe Keillal


ou KCXTa TOVT' lA6wv, &J\J\a KCXT' 11l1Toplav.
In m&rg. sup. scrips. 0 :I lliTTOplav Sohnoidewin -111'"

255. AIIXY AOY


KvavtT) Kai TOVaSe IlEVEYXeas c\)Aeaev avSpas
Moipa 1TOJ\VPPT)VOv 1TCXTplSa ~VOIlEVOVS.
~ooov S~ tp611lEvoov lTEAETOO KAeos, 01 1T0Te yvlols
TAlllloveS 'Oaaalav alltplEaaVTo K6vIV,
I: Eis tdpoll') 1\"POl'axovs 9EC7C7W,WV. - PI 111& 5,25 f.3I r • - 3 ~",ol c.

256. nAATnNOI
OiSe 1TOT' Alyalolo ßapv!3pollOv oISlla AI1T6VTes
'EKßCXTalloov mSICj> Kellle6' lvi lJEaCxTCj>.
xaipe, KAVT1l1TOTe lTCXTplS 'Epnpla' Xa(pET', 'A6i'ival,
yelToves Eu!3olT)S' Xatpe, 6aAaaaa tpIAT).
PI 111& 5,28 f. 31 v; Phil08tr. vit. ApolI. 1,24. - Tit. om. Phi!. I 01 6' 0/1
~aevppoov 01. 1\"lIloVTES Phi!. :I KlIl'E8a lv o.

257. A~HAON

naiSes 'Ae"valwv nepa(;)v crrPCXTOV l~oMaallTES


i'lpKeaall apyaAeT)V 1TCXTpISI SOVAOaVIIT)V.
PI IIl& 5,26 f.3I r ; Schol. Ariatid. 13,126 et 132. - Simonidi trib. Schol. 132
:Ii 1\"CXTpl6a pI /I 6ov1loaWI\II PI -lias c [primo] .\IaII pI C [post] Schol.
Anthologia Graeoa VII 155

Athenische Reiter
Heil euch, ihr tapferen Minner im strahlenden Kriegsruhm, ihr Söhne
des athenischen Volks, herrliche Reiter im Kampf,
die ihr die Jugend verhaucht für der Heimat prächtige Räume,
als ihr dem mächtigen Heer vieler Hellenen getrotzt.
Simcmides

Kaufmann Brotachos
Brotachos, Kreter aus Gortyn, hier lieg ich im Grabe, doch kam ich
nicht zu solch einem Zweck, sondern zum Handel hierher.
Simcmides

Grab am OS8a
Die mit dem Speere die Heimat, die herdengesegnete, schützten,
Moiras finsterer Sinn raffte auch diese dahin.
Er aber lebt, der Ruhm der Toten, die duldenden Mutes
hier in des 08888 Staub einstmals die Glieder gehüllt.
Ai8Chylo8

Von Persern verschleppt


Wir verließen dereinst der Ägäis donnernde Woge,
und bei Ekbatana nun liegen wir mitten im Land.
Edle eretrische Heimat, fahr wohl! Fahr wohl auch, Euboias
Nachbar Athen! Fahr wohl, du unsre Liebe - 0 Meer!
Platon

Marathon
Hier haben Söhne Athens die Scharen der Perser vernichtet
und vom heimischen Land bittre Versklavung gewehrt.
Anonym
156 Anthologia Graeca VII

258. [IIMnNI60Y)
OiSe lTap' EUPVl-ltSOVTO: lTOT' äyAaOIl c:)Aeaall ilßI111
l-IapIIO:l-lElIOI Mt'!SOOIl TO~OCPOPOOII lTP0l-laxOls
a[XI-lI1Taf, 1TE~of Te Kai WKV1TOPOOII llTl 11110011'
KO:AAlaTOII 5' &peTfis 1-I1Ii'jI-l' D-moll cp61I-1EIIOI.
PI llla 5,27 1.31r. - 101& 0 1/ Evpv~6ovT( PI 1/ &y1.aäv P 1/ i\~CX\I c 3 aIXIJTJ'
'Tals P.

2l19. nAATnNOI
EußolllS ytllos tal-ltll 'EPETPIKOII, Ii)'XI st !ovaooll
KE11-lE6a· cpeO, YOOllS öaaoll &cp' t')l-IETtPllS.
PI 111 8 5,29 f.31 Y; Diog. L. 3,33: Buid. s. '11T1TIas; Schol. in Hernlog. i,1. - Tit.
om. PI I EI{~oi",v Suid. Schol. 1/ oIlJoV Beb. "iIJEV Diog. % alas Sch. 1/ 'Toaaov
Diog. Sch. 1/ l'IlJE'Tipas Beb.

260. KAPCIIYAAI60Y
Mt') ~1-I1jI1J lTapIWII Ta 1-Ivt'!l-IaTO: I-IOV, lTapOSTTa'
ouStll fxoo 6pt'!lIooll c5:~IOII oust 6allwlI.
TtKllOOII mlla AtAoma' I-IIi'jS 6:rrtAavaa YVllalKOs
cruyytipov· TplaaoTs lTalalll gSooKa yal-lOVS,
t~ 6>11 lTOAA<lKI lTaiSas tl-loTS tlleKOll-llaa KOAlTOIS. 5
ouSellOS O[I-IW~as ou 1I0aOll, ou 6allaTOII'
oi I-IE KaTaamlaa\lTeS 6:rrt'iI-lOlla TOll YAVKVII Ü1TIIOII
KOll-läa6al XWPI111 lTtl-lljlall rn' EVaej3tOOIl.
PI HI8 1,6 f.30 r . - 'l'it.: KatvM60v (I) PI l' 'ATn'wova Pcek.

261.610TIMOY
TI lTAWII EIs wSilla lTOlleill, TI st TtKlla TEKta6al,
i') TtKOI EI I-ItAAeI lTalSOS opäll aallaTOII ;
t')16t~ yap ai'jl-la BICxIlOPI XeVaTO I-It'!TTlP'
(lTprnE 5' tK mnSOs I-IllTtpa ToOSe TV)(Eill.
PI IHa 27,1 f.41 Y. - 2~ H~cker 1'' ' I/lJt)J..E\ Jac. ').01 3 aälJa P /I BlavoPI: P Cl(
v (1) P.
Anthologia Graeca VII 167

Schlacht am Eurymedon
Am Eurymedon ließen hier diese ihr blühendes Leben,
als sie im Kampfe das Heer mediBcher Schützen zu Land
wie auf den hurtigen Schiffen mit sausenden Speeren bezwangen.
Doch ein strahlendes Mal gab ihrem Mute der Tod.
[Simonide8 ]

Von Persern verschleppt


Aus Eretria sind wir, der Stadt auf Euboia, und liegen
nahe bei Susa, 80 fern, ach, von der heimischen Flur.
Platon

Glücklich im Leben und Tod


Klage nicht, wenn du an meinem Gedenkstein vorbeigehst, 0 Wandrer!
Ob ieh auch tot bin, es ist nichts zu bejammern an mir.
Kinder von Kindern ließ ich zurück; ein Weib nur besaß ich,
das mit mir alt ward, und drei Söhnen gewann ich ein Weib.
Oftmals habe ich auch auf den Knien gewiegt ihre Kinder,
und durch Krankheit und Tod hat mich kein einzger betrübt.
Opfernd gedachten sie dann meiner glücklichen Seele und sandten
schließlich zu friedlichem Schlaf mich in der Seligen Land.
Karphyllidea

Der junge Bianor


Wozu Wehen noch dulden und Kinder zum Leben gebären,
welm die Mutter dem Kind doch in die Grube muß sehn?
Sieh, hier häufte die Mutter dem jungen Bianor den Hügel.
Mußte der Mutter das Grab nicht von dem Sohne erstehn?
Diotimo8 (von Athen?)
168 Anthologia Ora80a VII

262. [9EOKPITOY BOYKOAIKOYj


AvSiJael TO ypalllla, Tl aälla Te Kai Tls lrrr' aliTC:;>'
.. rhaVKTJS ellll Ta,os Tiis 6110Ila~0IltllTJS."
I: ds rt.aUKTlV K6pTlv halpav ouaav. - Theoor. Ep. 23 (Gallavotti). - I aVS1\aES
P EI auprasor. cl/ aijlla Biller a~a 11 ennij) 0 -"lV Pi.

263. ANAKPEONTOI THIOY


Kai at, KAeTJlloplSTJ, lT660s OOAEae lTaTplSoS aiTJS
6apaTJaallTa N6TOV AalAalTl XElllEpllJ.
oopTJ yap ae lTeSTJaell 6:IItyyvOS, liypa st TIJ 11 ati 11
t<VllaT' 6:,' IIlEPTIJII lKAvaell TtAIKITJv.
PI 111 a 19,1 I. 36 r . - Tit.: gent. om. PI Z &apa1\aavTl P 3 ävt)'KVOS P 4 allCP' PI.

264. AEnNlllOY
EtTJ lTOIITOlTOP'l> lTAOOS OVPIOS' i\II S' äp' 6:f)TTJS,
c:,S illl, ToIS 'AlSe", lTP0O'll'eACxO'1J Atlllal,
IlEIlTla6", Ilti AaITlla Kat<O~IIOll, äJV..' fo TOAllav,
c5aT1S 6:,' TtllETlpov mlallaT' IAvae TeX,OV.
PIllla 19,2 f.36 r . - I I\v (1) pi I/6iTTiS PI Z ~ ex aColS et al6ECj) PI/ ).llItaw c.

265. "AATnNOI
NavTJyoii TeX,oS ellll, 6 S' 6:lITlov iaTl ye",pyov'
c:,S aAl Kai yalIJ ~IIOs VmaT' 'AISTJS.
PI lIla 10.3 1.36 r . - I 6 PI Z yallJ! a 8X Tl PI.

266. AEnNlllOY
NavTJyoii TeX,OS dill lltoKAtos' 01 S' avayOllTal,
,eii TOAIlTJS. an' illEv m(allaTa Avaallevol.
PI lIla 19,4 1.36r. - I 01 P PI 2 tllEÜ nos tllOü.
Antbologia Graeca VII 159

Glauke
Kundtun wird es der Spruch, welch Mal dies und wen es bedeckt hält:
"Die man Glauke genannt, berg ich hier unten im Grab."
[Theokrit der Bukolilur]

Schiffbrüchig
Dir auch brachte den Tod, Kleanorides, Liebe zur Heimat,
da du dem Südwind getrotzt, winterlich brausendem Sturm.
Trügliche Jahreszeit brachte dich um, und es spülten die feuohten
Wogen der See dir den Hauoh lieblicher Jugend hinweg.
Anakreon von Te08

Ein gleiohes
Glück und günstigen Wind zur Fahrt auf dem Meere! Dooh wenn dich
Sturmwind, wie mioh, in den Port drunten zu Hades versohlägt,
fluch nicht der Ungastlichkeit des Meeres, verfluche die Kühnheit,
daß du das haltende Tau von meinem Grabstein gelöst.
Lecmidas von Tarent

Ein gleiches
Eines Gestrandeten Grab! Und ein Landmann schlummert daneben:
Siehe, Landen und Meer ist er gemeinsam, der Tod.
Platon

Ein gleiches
Bin des gescheiterten Diokles Grab. Doch lösen von meinem
Grabstein noch Schüler das Tau, Kecke, und fahren ins Meer.
Leonidas von Tarent
180 Anthologia Oraeca \'11

267. nOIEIl1mnOY
NavTl?OI, tyyVs c!U.6s TI .... 8c!nrrnE; TrO??ÖII ällEU8e
XWoal \laVT'lyoü T?'I'II.1OIIa -N~II 1&1.
,plaC7Col KliIJ(XT~ ~XOII, I\lÖII IlOpo". ä}.).cX Kai 0ÜT(0)5
xalpen, Nua'lTflv oITI~ oheTIaaTE.
PI lIla 19.5 f.38 r • - I 6wu8w PI I ~ es ~ (1) PI J lpoI pI "
aVT"'S P • xalwn pI 11 olnlaan Wil. -Ipm P olKTfp- PI.

288. nAATnNOI
NCXVTlYOV .... 5i5op~' &v IIlCTElvaaa 8cX?aaaa
YWvWcral 1TVllcXTov cpäpe~ (l5iaaTo,
ävepc..>~ Tra?alltJalV 6:Tap~iJToIS Il' crnt5VaE,
TOaaoll c5:y~ TOaaov Idp5E~ äpa .... ~.
I<Iitvo Kai Iv5vaalTo Kai e\S 'AI5ao ,tPOITO,
Kai IlIV t501 Mlv(0)5 TOVllöII fXOVTa (Xa<os.
PI lIla 19.6 1.36 v ; E 52. - I 611 ohCTIlpaaa P S chap~~TlJIS E • T6aaou ~ pI
11 T6aaoll K. E SKaI' Schncidewln KIll 1/ IIS E .111 oet. • I1IW aTOU 11011 pI 11 fXn<os
pI ,apas aet.

269. TOY AYTOY nAATnNOI


mc..nf\pes, a<i>'ola&e Kai ElII c!U.1 Kai KaTcX yaiav·
taTE 5i \laVT'lyoü criilla TrapepXO.... IIOI.
PI lIla 19.7 f.38"; E 53. - Tlt. om. F! I ~ E.

270. IIMnNIl10Y
Tova5E TrOT' iK ITräpTas äKpoelvla cJ>ol~ äyoVTas
eil 1ri?ay~, Illa vV~, ev aKa~ IrnplaEv.
PI lIla 19.8 f. 38". - I 6xpo8~Vla 4>o~' ayay6vTas P.
Anthololia Graeca VII 161

Ein gleiches
Schiffer, weswegen begrabt ihr 80 nah mich am Meere? Landeinwärts
müßte das traurige Grab eines Gescheiterten stehn.
Schaudernd hör ich das Rollen der Wogen, die mich getötet.
Dennoch - habt Dank denn dafür, daß euch Niketaa erbarmt.

Ein gleiches
Sieh, ein Gescheiterter bin ich; doch die mich getötet, die Meerftut,
ließ mir in ziemender Scheu doch noch das letzte Gewand.
Aber mit rlubriacher Hand hat's frevelnd ein Mensch mir entrissen,
der um den kleinen Gewinn groß sich mit Sünde belud.
Mag er, mit diesem bekleidet, zum Hades hernieder denn fahren,
daß ihn Min08 im Schmuck meines Gewandes erblickt.
Platon

Ein gleiches
Schiffcr, viel Glück zu Lande und Meer! Doch wiaaet, ihr fahrt hier
an dem Grabe und Mal eines Gescheiterten hin.
Platon

Ein gleiches
Diese, die Phoib08 den Zehnten der Beute von Sparta einst brachten,
haben ein Meer, eine Nacht wie auch ein Schiff nun als Grab.
Simonides
1611 Anthologia Graeca VII

271. KAAAIMAXOY
·W~M \.1115' CytvOVTO 60al vEes' ou yap Ci:v 1'\\.IElS
lTai5a luowl50v l:c:,lTOi\IV tOTEVO\.IEV·
vvv 5' Ö ~v Elv Cti\llTOV cptpETal VEKVS, aVTI 5' tKElvov
o\1vol1a KalKEvecv aijl1a lTapepx0\.IE6a.
PI lIla 19,9 l.36 Y • - 1 •.• vUs Schol. Ven. ad 11.1,415; Schol. Eur. ad Med. 2;
Schol. Arist. ad Nub. 41; Etym. M. 8. 6q>EMS; Matrang. An. 2,431 11 vi'jES EI.
4 ai'\\.Ia Brunck aä\.la.

272. TOY AYTOY KAAAIMAXOY


Na~IOS OÜK ffil yijs (6avev II.ÜKOS, ai\i\' lvI lTOVT'Il
vaüv äl1a KallfVX1'\v E15ev &1Toi\i\vl!tvllv,
El1lTOPOS Alyl V116ev ÖT' ElTMe. xc:, I1~V tv iJypij
VEKpOs, tyw 5' cS:i\i\ooS O\1vol1o TVI1ßOS EXOOV
Kllpuaaoo lTav&i\11ees ElTOS T65e' ,,~iiye 6ai\6:a<n.l
av\.ll1layeIV 'Eplcpoov, vavTli\e, Svol!tvoov."
PI lila 19,10 f.36 Y• - I eav.;y P 3In1.EEY P 4 lxwv c PI lxw pi S-C ut
peculiaro op. hahet P; signo et claWlulao et initiali eraso ci6'l1.oY add. c, noy.
lomma I ,6va\.IEv{wy Pi.

273. AEnNI60Y
EOpov \.IE Tpllxeta Kai al1Tt'\eaaa KaTalyls
Kai vV~ Kol Svocpepijs KUl1aTa lTaVSVaillS
ißi\Cl\jI' 'Wp1oovoS' &1Tc:,i\1a60V st 131010
K6:i\i\alaxpos, II.IßVKOV l1eaaa 6eoov mi\6:yevs.
K&yW ~v lTOVT'Il 5IVev\.IEvos IX6vC11 KVPl1a
oiXlll1al' ljIevO'TT'JS 5' OVTOS ilTeOTI i\16OS.
PI lila 19,11 r.36 Y • - I 'lhr1'\Eaaa pi 2 Kal 1 0m. P I/navav6i'lS pi 3 CI1TW~l·
a8EY pi 4 n1.twv pi & olXEV\.Ial Pli limeTTI Pi.

274. ONEITOY BYZANTIOY


OVvol1a Kllpvaaoo TI\.IOKi\EOS eis äi\a lTIKpijv
lT6:v-n;1 aKElTTOI1Evll, lTOV lTOT' äp' tOTi VEKVS.
alai, Tc!1V S' f)S11 cp6:yov IX6iJeS, 1'\ Se mplaaij
lTETpos tyw TC l1ex-r"v yPO:I111a TV1Too6tv EXOO.
PI IIlb 19,7 l.03 Y • - 2 aKE1TT6\.IEvOS pi 4 "TV1Tc.>6tv PI TUp",e- pi "TopEv8- C.
Anlhologia Gracu VII 183

Ein gleiches
HAtte es eilende Schiffe doch niemals gegeben! Dann trügcn
wir um den Sohn Diokleids Sopolis heute nicht Leid.
Siehe, nun treibt er im Meer als Leichnam, wir aber gehen
nur an dem leeren Grab und seinem Namen vorbei.

Ein gleiches
~icht auf dem Lande ist Lykos von Naxos gestorben, im Meere
ging ihm sein Leben zugleich mit seinem Schiffe zugrund,
als von Aigina mit Waren er fuhr; nun treibt er im feuchten
W&88er als Leiche. Doch ich, nur nach dem Namen ein Grab,
künde ein Wort, das wahr, sehr wahr ist: Gehen die Böckchen,
Schiffer, zur Raste, dann laß nie mit dem Meere dich ein.
KaUimaclaol

Ein gleiches
Euros' jähe, gewaltige Bö, die Nacht und die Woge.
die sich dunkel erhebt, wenn der Orlon sich senkt,
brachten den Tod mir. Ich war Kallaischros. Mein Leben verlor ich,
als ich der libyschen See hohe Gewässer durchfuhr.
Jetzt noch treib ich dahin, gewirbelt vom Meere, und diene
rings den Fischen zum Fraß. Falsch ist der Stein hier, er lügt.
Leonidtu von Tarent

Ein gleiches
Timokles' Namen verkünd ich und spähe nach sämtlichen Richten
aber das salzige Meer, wo seine Leiche wohl sei.
Aber ihn fraOcn bereits die Fische. Ein unnützer Marmor
bin ich und trag eine Schrift, die man vergebens gemacht.
Honulo8 von Bymfl.%
IM AnLhologia Oraeca VII

2715. rAITOYJ\IKOY
'A m~01TOS väaos Kai 5va1T~oos w~eae Kp"rTa
Kai MaMov "TVcp~al Kal.l1TTOIJiVOV a1T\AO:5es
dal.llSos 'Aa-rv56:1.1aVTCX Kv5c.:>vlov. äJ\A' 6 IJiv 1'\51'1
hr~l'Iaev &t,pWv V1l5\ias elllaAlwv,
-rov \fIEIIcrTav 5i IJE TVI.lßoV trrl X60vl eiVTo. TI 6aVl.la, 5
Kpi'lTEs 61Tov ljIeVaTal Kai d lOs 'aTl Tacpos;
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nu.cnr6wa- 0 -wtlcros PlI/ Kpi\TCI p PI [prImo] S TI 8aiiIIa c PI om. Pi.

278. HrHlmnOY
'E~ ~ t'\1.I1~p6)TOV 6:V1lviytccrvro aayTlVETs
6v5pa, 1TO~~avTOV vavTl~II'IS crKIifkU.ov·
Kip5aa 5' OVK 15lw~av, & 1.It'\ ell.llS, äJ\Aa avv cxVToiS
Ix6Val '"55' 6MYIJ 6i'1Kav 1i1T6 1jIa1.l0cect>.
6> Xec:,v, T611 vavt"ly611 lxelS 6MII' 6:VTl 5l ~OI1Ti'jS
aapKOs TOVs aaplWII/ yevaaIJivovs mixiIS.
I aayt'IIIltS Bouhier eny- U at peouliare ep. hab. P; aipo eL clauaulae rt
inItlaU eruo 6:6'1'-011 add. c, aov. lemma 11/ xec:w Bouh. X86\1 11 AOl1rils Dorville
'-oll1'1S • '\'O~ Bouh. '\'OtS.

277. KAJ\J\IMAXOY
Tls, ~i\lOS 6> \IaV1lyi; AlOVTIXOS Iv6a& VEKp611
EVpEII trr' alytaAoü, XWae 5i TC;>& Ta'Pct>
5aKp\ioas trrlKllPOII 1011 ~Ioll' oü5i yap cxVTOs
t'lavxos, al6vllJ 5' taa aaAaaao1TOpET.
I Np' 11' Agar -pEIl 1/ alYlaAoü Hecker -'-o~ 1/ XClae 6i c XWan1 pt 3 6CJ1Cpuaas
11' pt 4 I\avxos HomaLcrbll)'ll -Oll 11 al8VI! Pi.
AnLbologi& Gr&ec& VII 185

Ein gleiches
Die verborgenen Klippen der zackigen Malea. Pelops'
lmel und Kreta., das stets Schiffer und Schiffe bedroht,
ließen des DamiB Sohn. den Kydoner Aatydamaa, scheitern.
lAngst schon h&t er des Meere Tieren die Leiber gefüllt,
mich &ber b&uten sie lügend a.Is Gruft &uf dem L&nde. Kein Wunder!
Kreter sind Lügner; und ist dort nicht ein Gr&b &uch für Zeus?

Gätulictu I.

Ein gleiches
Fischer zogen im Meer einen h&lb schon zenre886nen Leiohn&m,
du &mlselige Wr&Ok eines Geetr&ndeten, hoch.
Aber sie moohten ihn nicht, den gräßliohen Netzf&ng; so gruben
Amt den Fisohen sie ihn leicht in der Düne hier ein.
Erde, du hut den Gescheiterten g&nz: Du decket &uch die Fisohe,
die, wu fehlt &n dem Fleisch, ihm von dem Fleische verzehrt.

Hegui'Pf'06

Ein gleiches
Fremder, im Schiffbruoh Ertrunkner, wer bist. du? Leontioh08 f&nd
tot &m Gest&de, er h&t hier dir den Hügel gehäuft [dich
und beweinte sein eignes gef&hrvollee Leben. Auch er kommt
niem&ls zur Ruhe und f"&hrt möwengleich über die See.
KaUimtJClw.t
186 Antholollia Or"poa "11

218. APXIOY BYZANTlOY


OVSl mws. lICXVtlyOs hrl X80va 9i'jPIS Uaa&ls
KVl1ac,",II c!ryPWIIWII ;\ftaol1al ftIOllWII.
" yap ~IPPftKTOIS WO SElpaalll. c!cyx681 lTC~\lTOV
SvaJ,lfvEOS. eelllOU xepalll fKvpaa Ta~'
alel st ~pollio\ITa. KaI 111 llEKVeaal. 8aMaOTlS 5
o T;\ftI1WII c5clw SoOrroll c5cmx80l1llloll.
110X8wII oüS' •AIST\S 111 KCXTEVvaaell. "'"IKa l100ll0S
oü5t eavc:,11 ?eil) tWV.ll1al i1avxll).
PI Illb 19,25 f.94 1'• - Tlt.: gent. Dm. PI I 9i'\PIs PI &r,pal~ P :I \nrO 6. P
1TOTI XOlpQaW PI 4 ~.I~(o)~ PI /llKupal (r) pI • tmpXo. PI , -8 IIt n01'um ep.
not.lt 11/ S' cN6' PlI/ Kcrrivauot~ P 8 MIIJ PI ..v..1'! ex MI,! P [A ipoel.

2;9. A6HI\ON
naOaal IIT\Os IpETl1a Kai (11~;\a Ti;)S' Irrl 'TIII1ßCj)
allll hl IfNXPij ~wypa~WII crno5lij.
lICXVtlyoü Tb 11tri\11CX. TI Ti'\s 111 KIII1QaI ;\c,;,PTlS
aVelS c5cllal1tri\aal TOll KaTa y~s 18t;\eIS;
PI lila 19,13 f.36 1'• - tln Walb im I \IaVIlyoTo PI 1/ M PI.

280. III6SlPOY AlrEATOY


To XWl1a 'TII11~OS jaTlII, ~a TW ß6e
trriaxes, oVros, Tav Ülllll T' c5cllaarraaoll'
KIVEtS arro5011 yap' .s Se TOIa\rrall KOIIIII
111') ampl1a 'TT\IpWII, ~a xeOe S6:Kpua.
PI 111"19,14 f.36 1'• - I icrrI~ JPI-"TI PII/T4'll> • oVrc.>S P'I/T~~ PII/IWI~
pI 11 T' om. pI' :I KIwis: lC6vw "eI KlI\IOS pI 1/ TOIaiJT'l~ PI 4 Xl\ios (1) pt.

281. HPAKI\EI60Y
•Amax'. 6maxe Xetpas, 6> yewrrOVE,
I11'\S' ~ITaJ.lVE Tav .11 f1p1ct> 1C0\llll.
CXÖTa KlAAavTal ~G);\OS' lK KEAACXWllivas S'
oliTol KOI1QTÖs c5cll~ftaETal aTO:xVS.
PI 111 b 19.2 f. 93 ". - I QK).~ c 4 KOjIaTÖs PI oc6!acrros c lIGiIaws es ICO!I'
pI 11 -8a).UonCII P /I <T!'Cxw PI.
Anthologia Graeca VII 167

Ein gleiches
Theris hieß ich, ich ward nach dem Schiffbruch zum Strande getrieben,
doch auch im Tode gewährt mir das Gestade nicht Ruh.
Denn an dem feindlichen Meer unter wogenbrechenden Felsen
hat eines Fremdlings Hand mir eine Grube bestellt.
Immer noch, auch unter Toten, vernehme ich Armer das wilde,
brausende Tosen der See, das mir aufs tiefste verhaßt.
Ach, selbst Hades wiegte mein Leid nicht in Schlummer, als einzger
lieg ich im Tode auch noch ohne erquickenden Schlaf.
Archiaa von Byzanz

Ein gleiches
Laß doch! Male nicht stets auf dieses Grab noch, das kühle
Totenasche umhüllt, Ruder und Sporn von dem Schiff.
Ein Gescheiterter liegt hier. Was willst du, daß unter der Erde
er an das Böse noch denkt, das er vom Meere erfuhr?
Anonym

Grab als Acker


Ein Grab ist diese Erde. Freund, 0 halte denn
das Joch der Rinder an und zieh den Pflug zur~ck.
Denn Asche wühlst du auf, sieh, und in solchen Staub
streu statt der Weizenkörner lieber Tränen ein.
lsidurOB t'On Aigtiai

Ein gleiches
Zurück, zurück mit deinen Händen, Bauersmann,
und wühle nicht die Erde auf an diesem Gra.b.
Von Tränen ist die Scholle feucht, und Tränenland
treibt niemals einen Ährenhalm ans Licht empor.

Herakleide& von Sinope


1&1 Anthololia Oraeca VII

282. 9EOtoAPltoOY
Nav'1yoii Ta~ Ehd' aV Se nAU' Kai yap 66' 1'I1IE1S
w~IIIIE6', al AOl1Tal vilES rnoIlTOTt'6POUII.

PI IUb 19,26 1.94 v. - Tit.: 'AVT'1T.npOU PI I ~AAulll8' PI 61111611- 0 6A1I11I-


( ') pI /I vfIIot 1To"TOn6pc)1S PI.

283. AEANltoOY
TETP'l)cv1a 60:Aaaaa, TI 11' oine ol~vp6: na6611Ta
TTlA6a' mrc!l'fllAi'is ~ t'l1611OS,
Ws cnii I1'1S' 'AISao KClK1'III 11TIEII1illOs ä;xMII
Cl>vAElis 'AI1~11li1lEVS aaaov lYEIT611E0II ;
PIIIlb 19,20 1.94r. - I Tnpl'\)(Vlav pI I 'VI'\1I~ P S 6aaN pI 4 Cllv1.M Md.
neke CII,AMVs.

284. AIKAHnIAtoOY

'OKTW IIEV nl'\XEIS ~XE, Tp'1xela 60:Aaaaa,


K<XI KVJ.aa11lE ~ 6', 1'IMKa aOI SIivcxI1IS'
ft" Se Tc!lII E\lI1~ Ka6iAlJS Ta~v, ~o Ilill o\lSb
Kpl'\YVOII, l\lpl'\aeIS S' 6aTia Kai C71ToSII'\II.
PI Illb 19,21 l.lM". - I KVIICIIm pI S~" pl/l EÜ\I~ P • llivftans PI.

283. rAAYKOY NIKOnOAITOY


0\1 K611IS O\lS' 6AlYOll rnp'1S ßapos, ~' 'Epaal1T1TOV,
ft" faop~, CXÜTTJ näaa 60:Aaaaa Ta~'
wAne yäp aVv IITII· T6: S' 6aTia 1TOii noT' IKel\lOv
n\leETal, al6vlalS y"c..xrra 116\1alS bimlll.
PI Illb 19,31.93'1. - Ti\-: pnt. om. PI I nhpas PI S 1TaU PI.
AnlboJogi. GraBe. VII 169

Schiffbrüchig
Bin des Gescheiterten Grab. Doch du, fahr zu nurl Denn als wir
Btarben, zogen des MeerB übrige Schiffe noch fort.

TAeodoridas

Ein gleicheB
Stürmische See, warum hast du mich nicht nach den traurigen Leiden
fern vom kahlen Gestad weit in die Lande gespien?
Denn dann brauchte ich, Phyleus, Amphimenes' Sohn, den das bÖBe
Dunkel des Hades nun hüllt, nicht dir so nahe zu sein.

Ein gleiohes
Fortl Acht Ellen von mir, du tobende Meerflutl Dort magst du
schAumen und brüllen 80 viel, wie deine Kraft es. erlaubt.
Willst du des Eumares Grab aber wirklich zerstören, du findest
nichte Besondres, es liegt Staub nur darin und Gebein.
A81cltpiadu

Ein gleiohes
~iohtein Häuflein von Steinen, nicht Erde, sondern der ganze
Ozean, den du hier siehst, bildet das Grab Erasipps.
Denn er versank mitsamt seinem Schiff, und wo sein Gebeine
heute vermodert, das ist nur noch den Möwen bekannt.
GlaukoB von N ikopolü
170 Anthologi& Or&Oo& "11

286. ANTmATPOY 9EIIAIIONIKEnI

6~pE NIKa~, no"lc'j) IJEl.IClpalillive lTOVT~,


ICIIC7Cll 51'J ~I "'l Y"IlvOs rn' '" 10\11
1'! aV y& lTpOs lriTPlJal' Ta 5' 6"~la ICEIva lIi"aepa
,poüS', ärrO KallTCrrPTlS V,lTls 6"wM Tvpou.
ovSl TI C7E ICTEallWII tppvaaTo' 'sO, 'Mall/i, 6
t:lMO l1ox61')aa5 Ixeval Kai 'll'S"ayEI.
PI IU b 19.4 f. 93 v. - Tit.: gent. om. PI I NlI<avop 'Ir. III~OP'1IMV. PI 3 ntrP1Jalll
PI [primo1 4 cppoü5a "TI Kai PI cppoüSa P em. Sitzlor 11 mlrTP'lS Reilke waa'lS.

287. ANTmATPOY
Kai WKUII anp1')UVT05 &III1')C7E1 IJE eaAaaaa,
AOalll tPTll1allJ KPU1TT~)\I V1TO alTlMSI,
aTpTllliS &EI ,wllEOaa lTap' OOaTl Kai 'll'apa KWfOII
ai'\l1a. TI 11', t:lv6PWlTOI, Ti:jSs 1Tap~KlaaTE,
1'! lTIIOIf!S xilpwen TOll OVK IlTl fOpTiSI IIT)I
1I1lTOPO", ~' 6"IY'1S llauTl"oll elpealTlS
6T)KallillT) IlaVTlYOII; 6 S' tK lTOVTOIO \.IClTEÖWII
twilII tK lTOVTOU Kall10p0ll e1AKVaaIiTlII.
PI 111 b 19,24 f. 94 .... - 3 crri'iws pI 1-8 ut peaoli&re .p. Dia.ooridia not&t I•
...icit 0 1 f\ pI 11 l1rI Schneider fn.

288. TOY AYTOY ANTmATPOY


OVSniPTlS 6"05 ell1l 6aIMII wKVS, ~a 6aAaaaa
Kai X&c:>11 Ti! 11 an' 111&0 l10lpall IXoucn 11 (aTl 11.
crCtpKa yap 111 1T6VT~ ~II Ix6Ves, 6aTta S' CXÖTE
~~ IfNXPij Ti;j& lTap' "'10111.
PI nI& 19,161.38 .... - S cn\rp<a PI a. lIiv P.
Anthologia Graeca V Il 171

Ein gleiches
Armer Nikanor, nun liegst du, beschmutzt und besudelt vom grauen
Wasser des schäumenden Meers, nackt wohl an fremdem Gestad
oder auf felsigem Riff. Dein stolzer Palast ist entschwunden,
fort deine Hoffnung, die Stadt Tyros noch wiederzusehn.
Ach, dich rettete nicht dein ganzer Reichtum, du starbest,
Ärmster, und hast für das Meer und für die Fische geschafft.

A ntipatr08 von Thessalonike

Ein gleiches
Lysis hieß ich; ich ruhe hier unter dem einsamen Felsen,
doch die grausame See bringt noch im Tode mir Qual:
immer 110ch braust es mir wild am Ohr und am tauben Gedenkstein .••
Menschen, sagt mir, warum habt ihr ans Meer mich gelegt,
da.'! nicht den reichen Besitzer des Frachters, sondern den Herren
eines bescheidenen Kahns plötzlich zum Scheitern gebracht
lind ihn (les Odems beraubt? Im Meere sucht' ich mein Leben
zu erhalten, im Meer hab ich den Tod mir geholt.

Antipatros von Thusaloniu

Ein gleiches
Keinem gehöre ich ganz als toter Körper: es haben
beide, so Erde wie Meer, treulich geteilt sich in mich.
Fische fraßen im Meere mein Fleisch, und meine Gebeine
spülten die Fluten sodann hier an das kühle Gestad.
Antipatr08 von ThessaWnike
172 An~hologia Graeca VII

280. ANTInATPOY MAKEäONOI


'Aveia TOll lICIV1\yöll rnt CJ'T61J(I "TlIII1010
WlCTOs \nrip ßalTis lIT'I~apellOlI aallf60s
IIOIIvIOS IK 9a)J1I010 8opC:)I/ AliKos, 4C71C01TOII 4115pa,
(KTalllll. er, yalTlS Kli\.laTa 1TlaTOTEpa.
PI Ina 19,18 f.38 v• - Ti~.: wO aVroii PI [paß ep. 288). • n'lllllolO P :t \lOVIIIOs
P PI/I tK 8aAQIIOIO pI /I 1-VKOS om. pI .. "1TIO'Tmpa 0 "1TIKp6- pI PI.

290. ITATYI\I\IOY 41I\AKKOY


AaIAawa Kai IJ(IIIfTlII 6Aoi\s 1Tpofvy6na eaAcllacnJs
lICIV1\yöll AI~VKaiS KElpellOlI 111 IfICI'IÖ8ols
oVx IKas "'101MlI, ~~ fX~PTlIliI/OII Ü"mI<t>,
yvIlllOlI, ärrb cnvytp1\s 6ls KalJl \IClV~ITlS,
lKTalll AvypOs (XIS. TI 11<11Tf111 1TPOs KUl1aT' 1110X8EI,
"",,11 I1fI yi'\s a-rmi5<.l1l 1101pall 6fEIAollillflll;
PI lIla 19,11 f.38 v • - Tlt.: TarvMov PI • cnnU&WII Btadtm. fl'iywv.

291. EENOKPITOY POälOY


XalTal aov aTatovatll ce' 6Al1vpcII, 5ValJOPE KOUPTl
lICIV1\yt, ~IIIiIlflS ElII 6AI, AvaISIKTl_
~ yap 6pll/Ollil/OV 1T611TOV &Iaaaa 8aMaaflS
ii~PIII \nrip KolAov 50upcrrOS l~hlla&S.
Kai a611 11~1I ~W\lET Ta~ oiil/Olla Kai x80lla KUI1TlII,
6ana S~ 'l"'Xpcj) KAutET' 11f' alYlaAcj),
1T1Kp611 'APlaTOl1axCj) ~1It-n:1 KaKOll, 6s a& KOl1ltWII
Is yclli.&oll oiiTE KOpTlII ilY~1I oiiTE mcvll.
PI IIlb 19,11 f.94r. - Tit.: ~ ·P. 0 [primo) om. pI, gellt. om. PI
I 6UcrtIopa pI 11 KoUpa P t VO\ITlyoV PI
P Tapaav PI '1-11 u~ peouliare ep. hab. I.
:t"
P .. -"1TIaI pI I KUia'l1l Salm. Klilalllll
Anthologi& Graeoa "1[ 173

Ein gleiohes
An des Peneios Mündung ist Antheus nächtens gescheitert,
doch auf zerbrechlichem Brett sohwamm er ans Ufer; da sprang
jäh aus dem Busche ein einsamer Wolf und riß ihn zu Tode.
o wieviel mehr als dem Land darf man den Wogen vertraun!
AntipatT08 von The88alonike

Ein gleiches
Als ein Gescheiterter einst, dem Sturm und dem Rasen des grausen
Meeres entronnen, nicht fern von dem Gestade der See
naokt im libyschen Sand lag und dumpfer Schlaf ihn beschwerte,
da ihm des Schiffbruchs Not furchtbar die Kräfte erschöpft,
stach ihn die giftige Natter ... Da rang er nun gegen die Wogen,
nur um zu Land in den Tod, der ihm verhängt war, zu gehn.

Statiliua FlaCCU8

Ertrunken
Noch sind die Locken dir naß von der See, Lysidike, .Ärmste,
die du ertrinkend im Meer, Mädchen, dein Leben verlorst.
Denn im Aufruhr der Flut, im rasenden Toben der Wogen
faßte dich Schwindel, und jäh fielst du vom bauchigen Schiff.
Ach, wohl kündet das Grab deinen Namen und Kyme, die Heimat,
doch am kalten Gest&d spült dein Gebeine die Flut.
. Schwer ist der Vater betrübt, Aristomachos, der dich zur Hochzeit
führen wollte und nicht lebend noch tot dich gebracht.
Xenokritc8 von Rhodos
AnLhologia Graeoa VII

m. 9ESlNOI AJ\ESANAPESlI
'AAlCVÖalll, I\ytvaie, I'iMIS Taxa· ~ & llilTTtP
IlVpe6' liTrip KpUEpOÜ SvpoIliIlTl C7I T6:~.
I c'WcuOcn" c :I IIUplT' pl/l KpUlpoV Bouhier -010/1 8upo\I. Jao. 1Iup-.

293. IIIASlPOY AlrEATOY

0Ii XEllia N1K0'PytIl0Il, OVK 6:O'TPWII 5valS,


&?6s I\I~VaaytS KVllaT' OV K<XTitc).VC7EII,
äM' 111 yaAillIlJ. cpEÜ T6:Aas, allTlWIlC!>
1TA~ lTE5yteds I'PPÜYTI 51'fIEVS \nr0.
Kai TOÜT' 6:ytTtwIl (PYOII· 6: 1T6c7011 KaKOll
va\rratalll 1') -nvE01/nS 1') 1lE1lVKÖ"nS.
PI lila 19,18 f.38". - Tit.: gent. om. PI I &UcnIS pI :I J\IPa\crcrtlS pI 11 KÜ\KrT'
oü Salm. \IÜiIenos 4 1i1'l"lS PI S cmo pI .,. 'InI. PI.
0(;)" (!)

294. TYJ\AIOY J\AYPEA


rpvwa TOIl1Tpla~VII. TOll c!cAITpv-rOV awo KVIl~ytS
tiZlllTa, TOll 6:yK1O'TpoIS Kai llOytOI/Ta AIIIOIS,
IK 5611100 TpytXEla NlITov KCrri5ven 86:Aaaaa,
(~paC7E 5' Is KpoK6:Aytll1TpWIOII f\lovos,
XITpas 6:1To~pw8ElITa. T1S oiJ 116011 IX8Va1ll d1TOI
lllllE\ICXI, 01 1lOIIvas, als 6A1Kol/TO, tirYo" j
PI lila 19,19 f.38". - TiL: TatV~ov J\. P ITatVMov PI em. Brunck S I"
om. P /I TP'1xllav 6Tou pI 4 EiS PI 1/ I'l16vos "uoL·va • oWtOV (!) pI • 01 PI.

295. J\ESlN1AA TAPANT1NOY

e~plII TOll TplytpolITa, TOll lV6:ypWII awo KVpTWII


tWI/Ta, TOll al6vlytS 1TMlova 1ITl~6:Il&1I01I,
IX8voAytlcrriipa, aayytvia, XytpalloSVTytll,
OÜ)(I 1ToAVl7K6:AllOv 1TAc.:nopa II<XIITIAlytS,
fll1T1lS M' 'ApKToiipos awWMC7EII, oOn KaTCXlyis
flAacn Tas 1ToAAas TWII tnWII 5EK6:Sas·
Anthologia Graeca VII 175

Schiffbrüchig
~ ur Halkyonen noch Bchauen nach dir wohl, Lenai08; doch schweigend
quält sich die Mutter und weint über dem schaurigen Grab.
Theon von Alexandria

Verd ursteter Seemann


Kein Sturm, kein Sternenniedergang, kein libysch Meer
hat über Nikophem den nassen Tod gebracht;
bei stiller See, bei heitrem Wetter, als kein Hauch
das Schiff bewegt, erlag der Arme, ach, dem Durst:
Auch dies ein Werk des Windes. Welches Leid und Weh
schafft er den Schiffern, ob er aufbrüllt oder schweigt.
18idorostJOn Aigeiai

Der Fischer
Gryneus, der Alte, der sich vom wogenzerstoßenen Kahne
nährte, hat stets sich um Netz und um die Angel bemüht.
Nun verschlang ihn beim stürmenden Süd die brausende Meerflut,
um ihn zum kiesigen Strand morgens zu werfen; ein Fraß
waren die Hände schon worden ... Wer spricht wohl den Fischen Ver-
die nur das eine zerstört, was sie ums Leben gebracht? [stand ab,
Tullius LaUTea8

Ein gleiches
Alt war Theris, uralt; er lebte von Reusen, die seine
Beute ihm wahrten, und schwamm besser als Möwen im Meer.
Richtiger Fischräuber war er, Netzwerfer, ein Höhlendurchstöbrer
und ein Schiffer, der nur wenig Geräte benutzt.
Aber er wurde kein Opfer Arkturs, auch hat seinen vielen
Lebensjahrzehnten kein Sturm jählings ein Ende gesetzt,
178 Anlhololl& Or&eo& VII

~' .eerll' 111 KcxAVß'l axOlllIT151, MXllos 6TroTa,


Tcj) lJCI1<Pcj) ~IS Iv )(POII<tJ a\rrOIII%TOS.
ai'\l.Ia 51 TO\iT' oiJ TraT51S lf1'!pJ,IOC1all oiJ5' 61.16MtcTpos,
~a avllepYaTll/TlS IX6vß6;\Ct.>1I 6laaos. 10

·PIIII& 19.20 '.38". - Tit.: A1c.w16ou PI I ale\nJs pi S 1J(8uaaÄ- Salm.lx8Vcr1 A·


4 1fOAVOIC': IC ex ~ P /Ivavn>.If\i: II ex I "el 0 P , reav' (y Steph. -wv 8 ~ pi
t T/jl3' 0':' [(0) ox 0 ....1 ou] PI Tq. ToO pi TO\rTOU c 11 1TIXI6Qs 1'1.

2911. [II MANIt.OY TOY KHIOYJ


'Ee OÖ y' EvpC;)'IT'TJII 'Aal~ 51xa mllTOS 'IIIIII.IS
Kai Tr6MI.I01I ;\awlI 600pos • ApTJS t~I,
ov5al.la TrCt.> K~IOII nnX60vlCt.>1I ~IIET' &vSP(;)1I
'PYOII 111 t'lmlfXll Kai KaTe!! mllTOlI &J,ta.
01& yap Iv KÜTrP<t> M1')5Ct.>1I Tro;\;\oVs 6MaallTeS
CI>oIIlIKCt.>1I lKaT611 vaOs 0.011 Iv m?6:yE1
avSp(;)1I Tr?TJ~· Idya 5' fernll(EII 'Aals \nr' airrWII)
Tr?TJyETa' 6:I.I~patS xepat tcpCml Tro1Jl.lov.
aTpcrm1a~ (y KliTriXII 'A8'lvalovs, &n TIlas p' vaVs
·1: IIs TOÖS IIITIla KIII(o)I!OS
T~ CIIo""- 1).ajlEv. - Dlod. 11,62; Ariatid. 46 et 49; Schol. AriaUd. 3; ApoIl.
7,67&. - Simonidl trib. PAr. 49 Schol. Ap. I Kaib. 788,1/1 y' P Dlod. T' c:et./1
-1rav 'Aa!'lS unllll P /I CacpIW Ar. Schol. Ap. I 1f6M\IOII A~ P 1r6AI~ 8vr!T~
oet. /I tmxll Dlod. S oö8alla P oö84v Diod. oö6ev1 oot. 11 lCaAM(o)V P TOIOÜTOV
Diod. 4 EOtpyov (y (T) pi //411a P Dlod.olloO cet. 11 KliTrp<tl P Diod. yah] cet.
, extr. om. P 8 ~ pi /I -pqr Xllpl Ar. 46.

297. nOAYITPATOY
T611 I.IiyaIl 'AKpOK6plII60Il, 'AXatlK611 'EMa50s äaTpoll
Kai 51TrMill 'ra61.100 aÜl/5pol.lOII t'l16va,
1\e\/lClOS taTVcpv.lee, 50PITrToITJTa 5ä IlEKPWII
6aTta aCt.>pev6Els EIs mlxEI aK6m?os.
TOVs 51 561.1011 TJPl6:l.1010 TlVpI Trp1')aallTCIS 'AxatoVs 5
6:AAaVaTO\JS KTepECt.>1I 116acplaall AlllEa5at.
PI 111&19,21 '.37QPI&],lII b 4,8 '.90" [Plb). - Tit.om. PI& I 'AxaIKov PI /I
4crrpov: 0 ex (0) PI I aWTPOfO" Plb S ~I~ " [primo) ~a pi PI " [polt)
• Alaacl5at Pi. 11
Anthololla Graoea VII 177

sondern er starb in der Hütte aU8 Binllen, gleioh einer Lampe,


die in der Linge der Zeit schließlich von selber erlischt.
Und dies Denkmal erbauten ihm weder die Frau nooh die Kinder,
sondcrn die Innung, die auoh fisohte und sohaffte wie er.

Sohlaoht bei Zypern


Seit ein wogendes Meer Europa von Asien gesohieden
und duroh die Völker der Sohritt Ares', des sohnaubenden, geht,
ward kein achönerer Sieg von den Söhnen der Erde erstritten,
ala sie zu Wasser ihn hier und auf dem Lande erkimpft.
Diese erschlugen bei Zypern unzihlige Scharen der Meder,
hundert Schiffe zugleioh, von von phoinikiBohem Volk,
haben zur See sie gepackt. Doch Asia wurde an beiden
Händen getroffen und sohrie auf vor der Hirte des Kriegs.

[8imonitlu von Keoa)

Zerstörung Korinths
Stern von Hellaa, KorinthOB, AohaiaB gewaltige Feste,
Kreuzweg am Isthm08, aUwo doppelt der Strand sioh erstreckt,
LuoiUB achlug es in Trümmer. Vom Speer Bind die Leiber zerriBaen,
und ein riesiger Berg faßt nun der Toten Gebein.
Die an des PriamOB Haus einst Feuer gelegt, die Aohaier,
ohne Tränen und Grab ließ sie Aineias' Gesohleoht.
PolY8tral08
78 Antbololi. Or.ac. VII

298. AloEInOTON
AlaY, TOVTO KcXKlCTTOII, ~lTall 1().a!(.o)01 8allOIITa
1/V11q>loII 1\ WI1q>'1I1' fllllKa S' cXl1q>cmpovs,
EO'll'o;\1\I 00; ayaeTtIl TI! !\VKaIIlIOIl, Gl\I Öl1illalOIl
ICJßEO'I!II 111 'II'PWT1J IIVKTI mCJwII 8cX;\a11OS,
OÖK ~ TOSe Ki'\6o; lC7Öppo'Tl'OIl' Ws uV 11111 ViOlI, .5
NYKI, crj S' 1I().avaa;, EOSIKE, 8vyaTipa.
'I 111 b 20,1 I. IN ., - s n.UllClfPIOII PI 1/ liIalvatos 0 4~'1 P I oUK ~ Salm .
.ux ~OS P oö "w.ws PI 1/ aiJ Bad. Aaoona. 6 • NI"I Seal. yuda.

299. NIKOMAXOY
•AS' 1CJ8', äSE TThchala (TI TOI Myc..> ;), äll 'II'0TIl O'I!ICJI1Os
V.8wvlfcrniva; K~IXW 'II'a\ICJVSIIJ'
Mlq>&!} S' <XV I1Oiivov TVT80v yElIO)' 01 61 GavO\IT1l)
CJ~' Ipcnav mh'pav KEIJJE8' Iq>eo'CJcXllElIOl.

roe' Holat...in raT' 11 6v pI I ~cnriVTK 0 S vWos pI 4 1Itrpav pI "m. C.

300. IIMnNlloOY
'EvecX6e TTv6<:>vaKTa KacrlY"'lTOII T1l Käcevee
yaY',lpcrri'js i\ß'1; 'II'plv TV-os 6Jcpov I&YII.
11vi'\~ S' ~II1I\IOICJI '!TCrT1ip MeycXplCTTO) I8I'lKEV
cXecXlICXTov 8"1'lTOtS 'II'alCJI xapl~OIlEIIO).
'1IIIb 26,1 1.96r. - I Kam Y'ly ...... ue.1 (Tl pI KacnYV~T'1Y TI ......uell 0 PI em.1
yli: PI 3 lliy' 6plaTOS P -ov PI em. Orotiua 4 ~~ PI.

301. [TOY AYTOY IIMnNlloOY]


E\ncMa; ala Käcevee, AEc..>vlSa, oi 1IfT0: O'I!Yo
,.;:\S' .vov, I'II'O:PTI'lS NPVXOPOV ßaeJIMV,
'TI'MICTTc..>V S1'\ Tofc..>11 'Tl Kai WKV'TI'OSc..>1I CJ8tvos Inrrc..>11
M'1Selc..>v T' cXIISpG)V SE~O:IIEVOI 'TI'o;\tl1Cj).
'11IIb .,19 1.9Ir. - I ofli: yala P I InaPTas PlI/ Jlal"M~ P 4 T' om. Pli
"6M\IOY PI.
Anthologia Graeoa VII 170

Die Brautleute
Das ist ein furchtbarer Schmerz, wenn, ach, man den Tod des Ver·
oder der Braut beweint; sterben sie beide jedoch, [lobten
wie die gute Lykainis und Eupolis, deren Vermählung
schon in der ersten Nacht stürzende Mauern verlöscht,
das ist ein Leid, dem ein zweites nicht gleicht. So, Eudikos, trauerst
du deiner Tochter und du, Nikis, dem Sohne nun nach.
Ancnym

Platää
Das ist Platää nun! Das .•. ! Doch was sage ich? Das ist Platää,
das ein Erdbeben einst jäh und von Grund auf zerstört.
Nur ein Häuflein Bewohner blieb übrig ... Uns aber, den Toten,
bietet die teure Stadt als einen Denkstein - sich selbst.
Nikom4chos

Die beiden Söhne


Erde umschließt hier Pythonax mitsamt seinem Bruder; sie starben,
ehe sie völlig das Ziel lieblicher Jugend erreicht.
Doch Megaristos, der Vater, gewährte den Toten ein Denkmal,
daß ein unsterblich Geschenk sterblichen Söhnen es sei.

Si11Wnides

Die Thermopylenkll.mpfer
Ruhmvoll umhüllt sie die Erde, Leonidas, König von Spartas
. räumigem, weitem Gefild, die hier gestorben mit dir.
Denn sie boten im Kampf mit medischen Männern der Pfeile
wimmelndem Schwarm und dem Braus stürmender Rosse die Stirn.
180 Anthologia Graeoa '·11
302. IIMnNI~OY

Twv cxVToii TIS IKao-ros a-rroMvllfvoov O:vläTal·


NIKOSIKOV S~ cplhOI Kai -rrOhIS ,;Se -rro6el.
PI IU b 1,1 f.90r. - 1 crUTOÜ PI :a NIK6S11110V pi 11 Tf06E1 Brunck Tfolli) pi
Tfolllli) c n61111 [urbe Istriao) Salm. om. PI.

303. ANTInATPOY II~nNIOY

Tov IJIKPOV KMoSTlIJOV !TI ~OOOVTa


y&AaKTI,
iXVOS vmp Tolxoov VTlOS tpelaalJEVOV,
o ep1')l~ hVlJOOS BopeTlS ß&Aev eIs aMs o[!ilJa,
KiilJa S' a-rro IfIVX1)V €aßeae VTllTlaxov.
'IvoT, o:vOIKTlplJOOV TIS IcpvS &OS, f} MehlKEpTeOO
';hIKOS OVK 'AISTlV lTIKpOV a-rrTlhaaao.
PI III b 8,1 f.92 r• - Tit.: gont. om. PI :8 iplaaal1"vov Q PI .os pi :; av' olK"Tlpl1oV
(T) et i\ pi 6 äTr"Maao c PI -aro Pi.

304. nEIIAN~POY PO~IOY

'AvSpllJ~v 'hrrrallJoov 6voIJ' i'jv, hrnC? S~ noSapyos


Kai KUvl 1\1')6apyos Kai 6epa-rrOVTI BaßTlS .
6.aaaMs. tK Kp1')TT)s. MayvTlS yevos. AtlJovos vlos'
c:':Imo S' tv -rrPOlJaxOls o~v •ApTl avVäyOOIl.
I: Eis 'ITfTfall1ova TOV iK Kpi)TT1s Mayv"Ta. - PI IU b 4.7 f. 9O v • - 1-2 Dio Chrys.
37.39, Pollux 5,47, Eudoc. 96. - Tit.: gent. om. PI 1 6vol1' om. PI" ITfTfc..>v pi
:8 &l1PayP~ pi PI.

305. A~AIOY MITYAHNAIOY


'0 YPIlTElJS l110TIIJOS, 0 KVlJaalV ohKaSa 11'IaT1)1I
K1'!V X60vi T1)V aVT1)1I olKoII lxooll mvlTlS.
v1')ypeToII V-rrvooaas TOll O:lJElhlXOII IKTO -rrpoS •AlSTlV
a\iTePETTlS ISllJ IITlI KOIJI~OIJEIIOS.
f}1I yap Exe ~oofjs -rrapaIJOOlolI. laxe 11 0 -rrpEaßvs li
Kai cp61IJellos -rrVlJaTOII -rrvpKa'ifjs 6cpehOS.
PI lIla 19,22 f.37r. - Tit.: 'ASS- P PI 1 611K- Q 3 al1"llIlKTOv IKETOTO (veIIKaoTo)
pi ({ TfpOs "AlSTlv PI om. pi 'A1Sav c .. crUTOpiTTls Pi.
AnLhologia Graaca \'11 181

Nikodikos
Jeder empfindet für sich den Schmerz um gestorbene Lieben,
doch bei Nikodikos' Tod weint mit den Freunden die Stadt.
Simonidu

Kind Kleodemoa
Als Kleodemos, der kleine, dem Milch das Leben noch nAhrte,
an den Rand eines Schiffa sich mit dem Schritte gewagt,
stürzte, ein echter Thraker, der Boreas ihn in die Wogen,
und in der strudelnden Flut braoh er dem Kinde das Herz •••
Ino, grausame Göttin! Du 8chirmtest ein KnAblein, 80 jung wie
dein Melikertes es war, nicht vor dem bitteren Tod.

Krieger Hippaimon
Hat man Hippaimon den Mann, das Pferd Podargos geheißen,
wurde Letharg08 der Hund, Babes der Diener genannt:
Thessaler, kretiacher Rasae, Magnesier, Sprößling des Haimon.
Kämpfend mit grimmigem Mut, fiel er im vordersten Glied.

Fisoher Diotimos
Diente getreulich der Kahn Diotimos, dem Fiacher, zur Seefahrt,
war ihm der gleiche zu Land für &eine Armut ein Haua.
Sieh, nun achläft er den ewigen Schlaf; zum bitteren Hades
fuhr er auf eigenem Schiff, I16lber sich rudernd, dahin:
Was ihm im Leben ein Trost, am Ende erwies es dem Alten
auch noch den letzten DienJlt: Holzstoß dem Toten zu sein.
182 Anthologi .. GraecQ "lI

300. Al1EInOTON
'AßPOTOVOV 9piJu7aa yvvr, 'T1'o.OV, aAAa TEKea6al
TOV I1Eyav "EAATlC1i V CPTlI1I 9EI1IO'TOKAea.
Plut. Th.m. 1: Athen. 13,576 c. - I 'Af!p- 01/ ni;l.ov P )'tVOS c~t. 2 cpaal Ath.

307. nAYAOY IIAENTIAPIOY


Oiivol1a 1101 ... - ..TI st TOUTO;" - naTplS Se \.l01 ... - ,:Es TI st
KAeIVOV S' EII1I yevovs. - .. EI yap acpavpoTeXTOv ;" - [TOUTO;" -
ZiJaas S' lllS6~CI)s iAI'T1'OV ßlov. - .. EI yap aSo~CI)S;" -
KeTl1al S' MlaSE VVII. - ..TIS TIIII TaVTa ÄeyeIS;"
PI lIla 6,5 f.31 v: pT y'7 - Tit.: &SlarroTov PI om. pT I T1S Se pI 1/ ES TI PI
!aTl pI Eis TI I pT 3 S' om. PI pT .. Myw c.

308. AOYKIANOY
nalSa \.lE mVTaETTlPOV, äKTlSea evl1~lV f)(oVTa.
IIl1Äen;s 'AISTlS i;p'T1'aae KaÄÄll1CXXov.
aÄACx \.lE 111'\ KAaIOIS' Kai yap ßIOTOIO I1ETEO')(OIl
'Tl'CxVpOV Kai 'Tl'CxVPCl)V T(;jll ~16T010 KaK(;jv.
PI lIla 9,2 f.33r. - .. f!16TOIO 0 PI -TOU PI.

309. Al1EInOTON
'E~KOVTo\rrT)S Alovvalos lllaaSe Keil1al,
TapC1EVs. 111'\ yiJl1aS. at6e St I1TlS' 6 'T1'aTfJp.
·PI lIla 10,1 f.33 r ; E 14. - I -ToVTnS PI -ToVallS P -TOU;I.'lS E /ll116w(7iIOS pI
l116waos PI :I eapatVs et elGt E /I Ilt'lS! 1Tan'jp PI.

310
96:1fiev Ö l1e KTEI vas Kp\nrrOV cpOVOV' EI Se \.lE TliI1~'"
SCI)peITal, TolTlS aVTITVx01 XapITOS.
PI lila 6,6 f 31 v ; E5~. - I 6~; 611iv E.
Aotbologia Gr .. eca \'11 183

Themistokles' Mutter
Ich, die Ha.brotonon, wa.r nur ein thra.kisches Weib, doch die Mutter,
die dem hellenischen Volk seinen Themistokles ga.b.
Anonym

Hellene und Christ


Fremder, ich heiße ... - "Wa.s 8Oll's1" - Es wa.r meine Heima.t ... -
"Wozu da.s?" -
Bin von hoher Geburt. - .. Wär's nun ein niedrig Geschlecht 1" -
Ruhmvoll verHoß mir da.s Leben. - "Und we.r es nun ruhmlos gewe·
Heute liege ich hier .•. - "Du 1 Und wem sa.gst du da.s a.n 1" [sen 1"-
Paulo8 Silentiario8

Kind Ka.llima.chos
Sorglos wa.r noch mein Sinn, Ka.llima.chos hieß ich. Fünf Ja.hre
zählte ich erst, da. riß Hades mich gra.usa.m hinweg.
Aber beweine mich nicht! Denn ob a.uch mein Teilchen vom Leben
nur gering war, gering war auch vom Leben mein Leid.
Lukia1108

Der Hagestolz
Dionysios hieß ich, gestorben im sechzigsten Jahre,
Tarser; nie na.hm ich ein Weib. Hätt's auch mein Vater versäumt!
Anonym

Ermordet
Der mich ermordet, begrub mich, dlon Mord zu verbergen: So werde,
da er ein Grab mir gewährt, ihm a.uch da.s gleiche als Da.nk.
Anonym
184 Anthologia Graeca "11

311. At.EInOTON
'0 TVIIßOS oihos ~vSov OVK (Xel IlEKpov·
6 lIEKpOs oihos lKTOs OVK (Xel Taq>ov,
äA"A' a\rrOS a\rrOü lIEKpOS io-rl Kai Taq>os.
I: Eis Tllv ywalKa IlrilT' 01 & °EAATlVES EIs N,bllTlv MO av",tpovalV. - PI lIla 7,3
f.32 v ; E 57; Euatath. Thess. ad 11. 24,614; Euatath. Macremb. aenigm. 209,8;
Triclin. ad Soph. EI. 150. - Agathiae trib. Triel. I 0 Taopos Macr. 11 VEKpOV pI
PI E vEKW cet. :I TQopoV : T el< Y (?) pI 3 MOV P E Macr.

312. AIINIOY KOYAt.PATOY


01 lTPOS 'PU>lIalovs SElVOV o-r1'!aaVTES • ApTla
KEiVTal aplo-relTlS aVlIßo"Aa SelKvVIlEVOI'
OV yap TIS 1lET0: vC;)Ta TVlTEIS eavev, äA"A' &lIa lTaVTES
W"AOVTO Kpvq>l~ Kai So"Aepc'j) eav6:T~.
I: Eis TaUs avalpE6tVTQS \nrb TOÜ TWV 'P"'I'al",v Ö'TrOTOV IvAa. - PI 111 b 4,t!
f.90 Y • - Tit. om. PI.

313

'Ev6aS' mropp1'!~as 'V'IX,",V jXxpvSalliova KEilial'


OOllOlia S' OV mvaeaee, KaKol SE KaK~S mro"Aolaee.
I: Eis TII'c.>Ya TOV IlIaav6pc.>1Tov. - PI lIla 7,8 f.32 Y ; Plut. Anton. 70; vit. PIßt.
2,146. - Timoni trib. Plut. I crnoppl~- 0 crnoppllfl' (?) pI :I oVvol'a 6' P PI TOVV-
Plut. TIS 6' t:lv yit. 11 mVaolaee P.

314. nTOIIEMAIOY

M,", lTOeell dill 1I000IJS ilTIS' oOllolia' lT"A,",II ÖTI ell~aKEIII


TOUs lTap' EII,",V o-r1'J"ATlII lpxollellovs ieeAU>.
I: Eis TOV MOV TIII",va. - PI lIla 7,9 f.33r. - I 1TAllv: 1TA el< aAA (!) PI.
An~hologia Oraeoa VII I~

Rät&elinsohrift
Dies Gra.b hier schließt im Innem keinen Toten ein,
und dieser Tote hat nach außen hin kein Gra.b:
ach nein, es ist der Tote und sein Ora.b zugleich.

Im Krieg gegen Rom


Still hier ruhen die Minner, die wider die Römer den grimmen
.Kampf bestanden; ihr Mut wird noch aus Malen uns kund.
Denn kein einziger starb mit der Wunde im Rücken, sie alle
ra.ffte auf einmal der Tod meuchlings und tückisch hinweg.

Menschenha88er Timon
Der ioh hier liege, ioh habe das widrige Leben zerrissen.
Nie wird mein Name euch kund. Geht, Elende, elend zugrunde!

Ein gleiche.
Frag nicht, von wannen ich bin und wie ich wohl heiße! Ich wünsche
eines nur: sterben soll der, der meinem Gra.be sich naht.
Ptolem4iOB
1118 An~bololla Oraoea \'11

3111. ZHNOf.OTOY, 01 6i PIANOY

TpTlxdTlII KaT' IIJ&Ü, 'fIaqxxpTt K611I, ~1/O11 V.laaol~


1TallTo6ell 1'\ aKO~Ii'\S Ö:YPla Kr;,~a ßcrrov,
~S 11T' Illol IlTlS' 6pIIIS 111 dapl Koiicpoll IpelSol
rX~, IpTllla~W S' ~avxa KEKAI!dI/OS.
~ yap 6 Illaall6pw1T~, 6 IlTlS' äaTolal cpl~Tl6eI~ s
TIIlWII ooS' 'A1S1J Ylrilal6s ElIlI viKvs.
PI Illb B.l! 1.92r. - Ti~. om. PI I ~~II K6\It" P' • &pru.al;w r~ """'.ap- P'
• OÜK I".

318. AEnNIAA" ANTInATPOY

Tt'!11 rn' IJ.IEii a-n'I~TlII 1Tapa\1&l~o Il"'''' \1& xa1pelll


E11T~II 1l1'\6' 6aT1~, Ilt'! Tll/OS I~aa~'
1'\ 1l1'\, -nill awel~, -rUJaCX\~ 68611. Ttll & 1TapD.&1J~
enyij, Il1'}S' oV-r~, ftll awas, "TIMacxt~,
PI lila 7,10 1.33 r • - Leonidae Wilum t.rib. PI I-I Ti~. PIa~. 2,112 W 11 "",lilie
aiJ n'jll crn\- "il. I ..1\0' Q PI Til. ..~6' P' 11 ~acrat P' PI -aTIS Q .lpOjaIvos "fil.

317. KAAAIMAXOY
TIIlWII (ou yap fT' laal), TI TOI, aK6TOS 1'\ cpQos, 1x6p611;-
..To aK~· iJJdwl/ yap 1TMlOIIES ElII 'AIS1J."
PI ma 7,11 1.33r. - I .aos" ",,&Tos PI I Ü\III"'" P.

318. KAAAIMAXOY

MTt Xa1pEIII EhTll~ \1&, KaKOll ~ap, mc!x 1TapE~6e'


raOll Illol XalpElII icrri TO Iln cn ~äll.
PI 111 b 8,3 l.92f. - Til. om. PI I tciap: KCrpa PI t mMv Oraele yt-.

319
Kai IIt~
WII TIIle..>II Ö:YPI~· aV Si y', W 1TV~awpt
TThO\rrWII~, Tapßel, KtpßepE, 1l1'\ ae Sc!rK1).
P11Ilb 8,. 1.92f. - I & y' (l)ex 6' (l) P 6t PI [Iac. rel.; 61 .... 11118f. man"lll lTAawpi
pi 1N).~ PI ~m. c t T~ P.
AD&bologia Graeca VII 187

Ein gleiches
Winde denn, trockene Erde, rings um mich den staohligen Kreuzdorn
oder des Brombeerstrauohs wildes, versehlungnes Gestrüpp.
Selbst ein Vogel soll nicht mit leiohten Füßchen im Lenze
auf mioh sich setzen, ieh will einsam und stille hier ruhn.
Timon, der Menschenhasser, der Greul meiner Mitbürger, war ich,
und dem Hades sogar bin ich als Toter nicht recht.
Zmodotol von EpAuo. oder RAianol

Ein gleiches
Bleib hier am Grabe nioht stehn und ruf keinen Gruß mir herüber!
Stell auch nicht Fragen an mioh nach meinem Vater und mir!
Oder du gehst deinen Weg nioht zu End! Doch wünsoh ich, auch wenn
schweigend vorbeigehst, du sollst doch ihn zu Ende nicht gehn! [du

Leonida6 von Tarent oder A ntipalrw von Bidon

Ein gleiches
Ist nach dem Tode. 0 Timon, dir Lieht oder Dunkel verhaßter! -
"Dunkel! Denn Hades hat mehr Menschen vom Schlage wie du."

Ein gleiohes
Sag "Guten Tag!" nicht zu mir, geh lieber vorüber, du Nichtsnutz!
Wahrlich, ich hab guten Tag, wenn du vom Leibe mir bleibst.
Kallimac1ao&

Ein gleiches
Auch nooh als Toter im Hades ist Timon ein wilder Geselle.
Kerberoa, Pf6rtner im Reioh Plutona, gib Obaoht: er beißt.
Anonym
188 Anthologia Graeca VIl

320. HrHIlnnOY
'O~eial m~VTTJ lTEpl TCW TCxCPOV elalv äxav6al
Kai aK6AOlTES' ßACxIjIeIS TOUS lT6Sas, i\v lTpoa(lJS'
TIIlc..>v l.lIaCxv6pc..>lTOS IvoIKic..>. CxAAa lTCxpeA6e
olllw~ew eflTas lTOAM, lTCxpeA6e 1l6vov.

I: EIs TOV crirrov ThlColva, TOV IllatM'lva. - PI lIla, 7,12 f.33r. - :11 ~1.a.vEIS ~t
1Tpoo1'lS alio atram. ex ~1.~s et 1Tpot'lS PI S-f Plut. Anton. 70, qui ep. Callimacho
trib. " ivollciw PI WOI- P Plut.

321. A6EInOTON
raia cp(All, TOV lTptaßvv 'AIlUVTIXOV ev6eo K6AlTOIS,
lToMwv IlvllaalltVTl ':wv rnl aol KaIlCxTc..>v.
Kai yap &ellTptllvov aOI &VEo-n'Jpl~ev tAalllS,
lTOAACxKI Kai Bpoll(ov KAt'tllaa[ a' t'iyMlaev
Kai lI.lloiis elTAllae, Kai vSaTOS aVAaKas EAKc..>V
6ijKE I-\tv eliMxavov, 6ijKE S' 6lTc..>pocp6pov.
&116' 6)v aV lTplleia KaTa KPOTCxCPOV lTOhlOio
KEiao Kai e1apwcXS &V60K61lE1 ßOTCxvas.
-I: EIs 1TpEa~,,",v 'AIl\nrTlXov ytwpyov '" CPVTOK6Ilov. - PI lIla 6,33 f.32 v. - I 'Allw-
TflXov PI [primo) 11 lv6.o c PI -ETO pI 3 m1T1.ov aOI ct f1.lllVflS (!) PI.

322. A6EInOTON
Kvc..>a(OV '( SOllEvijos öpa TCxCPOV' aVTap tyw TOI
lTAlla10v lSpVllal Mllpl6vllS 6 M6AOV.
Pcpl. 15; Diod. 5,79. - I Kvwaa- Pcpl.1I 6pa Diod. -q. P -~ Pepi." iyw TOU Prl'l.
:2 0 N61.ou PI.

323. A6EInOTON
EIs Sv' &6eAcpEIOVs rntXel TCxCPOS' EV yap lmaxov
i'illap Kai yeveijs 01 SUO Kai 6avCxTov.
PI I1lb 2,1 f.90v. - I ds Ald. Manut. da' P 6,s PI" &6.1.cpElo\Js: EI ex' PI 1/
hraaxov (?) PI.
AnLhologia Grallaa VII 189

Ein gleiches
Stechende Disteln und Domen umgeben das Grab mir von aIlen
Seiten; sobald du dich nahst, tust du die Füße dir weh.
Denn ich wohne hier, Timon, der Menschenha.sser. Geh weiter!
Sag: "Die Pest über dich, wieder und wieder I" - nur geh 1

Gärtner Amyntichos
Nimm, 0 Erde, den alten Amyntich08 gütig in deinen
SchoB und denke der Mühn, die er so viel dir geschenkt.
Rul}l08 setzte er ja in dich die Pflanzen des Ölbaums,
oftmals schmückte er dich auch mit des Bromi08 Grün,
füllte mit Körnern dich an und, Furchen ziehend für Wasser,
hat er an Früchten dich reich, reich an Gemüsen gemacht.
Darum decke ihm sanft den grauen Scheitel und laß ihm
dankbar zu freundlichem Gruß Blumen erblühen im Lenz.

Idomeneus und Meriones


Sieh hier Idomeneus' Grab, der in Kn08808 geboren; ihm nahe
legten sie Molos' Sohn, mich, den Meriones, hin.
Anonym

Zwei Brüder
Hier umschattet ein Grab zwei Brüder; denn schenkte ein Tag sie
beide dem Leben, ein Tag weihte sie beide dem Tod.
Anonym
100 Antbologia Graeoa VII

324
•A'ö' 6yoo ä TTEplßWTOS \I1TO lTAaKI Tij'öe TEeaj.lj.lal,
j.lOVvct> ivl ~oovav äv~pl AVaaj.lEva.
PI Illa 11,14 f.34r. - I ~yw 'i\ PI 2 hVaCX\ltva 0 PI oVTJ PI.

325
T 6aa' ~W, lIaa' (~ayov TE Kai (KlTIOV Kai j.IET' 6POOTWV
Ttpll'V' 6'öartv' Ta 'ö~ ll'OAAa Kai lIAßla ll'allTa MMIll'Tal.
·1: EIs TOll IapliallcbrahhOl/. - Strab. 14,672: Dio Chrys. 4,135: Stoph. Byz. s.
'AYl{I<!V.Tt; Escur. 227: Amplific. apo Atb. 8,336a: Scbo\. Aristopb. av.l021: Diod.
2,23: elem . •trom. 2,491: Theodoret. Or. aff. cur. 12,4, 1149; Florent. 32,16:
PI lIla 7,2 (cf. XVI 27): Cram. an. Ox. 4,219: Polyb. 8,10,4, Plut. mor. M6a,
Eu.tatb. II. 6,260 et 21,76: Suid... B. Iapliall. - I Toaa': !UTII' Atb. TM' Strab.
Polyb. Stepb. Esc. 11 6<7a ot 6<7' E1l8t. 11 fK'IrlOll Botbe frrlOl/ P 'cp. KaI) lcpv~plaa
plorique /I aw Ipc.m Atb. /I ~P(;)T("" P Dio 'Pc.:lToc; oet. 2 lSlrTfll P PI hra&oll
plerique /l1TOhhCr: hOI1Ta Dio /l1Tcl!IITa ho..EI1TTal c Dio Esc. Cram. Tacpoc; 'llaP'!" pI
!UTIla Mh plOriqllO.
o

326. KPATHTOI 9HBAIOY


TaiiT' ~W, lIaa' (j.laeOV Kai 6~p611T1aa Kai j.lETa Mova(ijv
aej.lv' 6'ö0:T\V' Ta 'ö~ ll'OAAa Kal6Aßla TÜ~OS ej.lapljlEv.
Diog. L. 6,86: Atb. 8,337a: PI lIla 28,37 lA3r: Cram. an. Ox. 4,219: Plut. mor.
11460 C••• lsaTtll). - Tit. om. PI I TM': Toaa' PI/lliETa TOVTc.:lll Atb. 2 .06h'
frra&Oll et honra Kai 'i\Sla Atb./1 'l'iicpoS Diog. Tacpoc; P TVIJ~oc; PI 1TallTa Ath. 1/
hlNl1TT<XI Atb.

327

Mti aV ye 6VT\TOs 600v 00s &eavaT6s TI Aoyl~ov'


OV'ö~v yap ßI6Tov ll'IaTOV 6~T\j.lEpIOIS,
EI Kai T6v'öe Kaaav5pov (Xel aopOs ,;5e 6av611Ta,
äv6pc,mov ~vaews 6:~IOV &eavCrrov.
• I: EIs KaaavSpOl/ TOll wpaToII tv AaplaCJ1l !UlIlEIIOII. IiETEypacpTt 1Tapa r PTtyoplov TOÜ
llaKaphov S,SaaKaAOV l~ aVTi'is TijS AaPllaKOS. - PI Iua 1,7 1.30 r : l..aur. 32,16-
3 'i\~ pI 11& 0 em. PI.
Anthologi& Gr&8C& VII 191

Einmal vermählt
Mich, die weithin bekannt war, begrub man hier unter dem Steine;
für einen einzigen Mann hab ich den Gürtel gelöst.
A1wnym

Sardanapal
Mein ist, was ich gespeist, was ich fröhlich getrunken und wonnig
in der Liebe erfuhr; zerstoben, W&8 sonst mich beglückte.

Anonym

Replik
Mein ist, was ich gelernt, was ich denkend gefunden und Hohes
von dell Musen erfuhr; zerdampft ist, was sonst mich beglückte.

Kratu von Theben

Kasandros
Klügle als Sterblicher nicht, wie wenn du Unsterblicher wärest!
Nichts im Leben ist fest bei einem Eint&gsgeschöpf.
Sieh, auch Kasandros umschließt im Tode der Sarg hier, den Men-
der doch wert der Natur eines Unsterblichen war. [schen,

Anonym
192 Antbologia Oraeca \'11

328
Tis AI60S 0111< UiCn<pVC7e cne&II cp611lEII010. KO:C7allSpe;
Tis 'IriT~. 6s Tils ai'js AilC7ETal ayAat'lS;
a?A0: CJ1! II'lMIItS Kai ~C7Ka1lOS WA&C71! &alIlWII
....AIKI'l1l 6MYTI" eiKOC7111 I~ triWII.
6s Xilp'lll &AOXOII 6ijKEII Iloyepolis Te TOKi\as 11
Y'lpaAEOVS CTTV)'lipcj) nilleet TeIPOIlEIIOVS,
PIllla 1,8 1.30r, - Cum ep. 327 iunx. P 15 61\KE P.

329. AAEInOTON
MVPTo:Sa Tltll lepais !JE dlwWaov napa A'll/OTS
&,601/011 &KpilTOV C71TaC7C7aIlEII'l" KVAIKa
0\1 KEV6e1 cp611lE"'l1l ~11t KOIIIS' a?Aa nl60s 1l0I,
C7\1i.tj:k>AOII EilcppoaV"'lS. Tepnl/Os rneC7TI TO:CPOS.
PI lila 17,1 l.36 r • - I Mo;mr6a PI I cnraoQ\l- P /I wAlMS PI S 1101: \JE Pi.

330

Tltll C70POII. "" tuoP~. tWII MO:~lllo) ailTÖS lavTcj)


6ijKEII. ÖlTWS \lCX11) 1TaVC70:1II11OS ~16TOv'
aiJv Te YV\ICXIKI KaA'llfOSl1) T&\i~1I TO& ai'jIJa,
c:>s t\ICX Tltll C7TOpyltll Ktlll cp6t1lE1/01C7111 Ix0l,
0: Iv T9 AopuAalCj>. - PI 111 b 1i,I f. 91 r. - S Ka).;:! nE6(1) Peek 11 nii~ pI 4 Kilv
J"c. ICIV 1'1 K' tll 0 Kav Pl/llxol J"". fxoua' P 'X" PI.
331
T\ilJj:k>1I I\JOI ToiiToII yaJJh'ls &>PilC7C1TC) eJlpoiiPIS,
&~IOII ItIllTEp'lS eiJCJ1!ßI'lS rncpalloll.
Mlnw S' 111 6aAall0lS yalJhov XOPOII EilAAl!a nalSwII,
1T\C7TOII Illoii ~16TOv 1l00PTVpa C7WcppoaVII'lS.
lJOVII6yallOS 6~C7\((.o), 6lKa 8' b t(o)()tC7111 fn tw s
N\IlAcplKlt EilnKIIi'lS Kapnov 6ElpaJJMt.
·c: als "npaKa 111 cJ)puylc;r. - I T. ls (ni rn') 11101 'TOllst y. (r) pI 11 cJ)poOPls Perk
I o-n'PallOu (T) pi 5-1 novum ep. 8tatuit 111 6' om. pllf tn, ex hl P I IIV"'P1KOV
Piol'lon -Kil P NU"CPIK., Poek.
Antbologla Graeca VII 193

Ein gleiches
Wo ist der Stein, der nicht dein Sterben beweinte, Kaaandros?
Wo der fühllose Fels, der deine Schönheit vergiBt!
Jung noch 8tandest du da, im 8echsundzwanzigsten Jahre,
als dich cin neidischer Gott grausam dem Leben entführt.
Ach, und er schuf deine Gattin zur Witwe und sandte den armen,
alten Eltern ein Leid, das sie nun düster verzehrt.
Anonym

Trinkerin Myrtas
Myrtaa hieß ioh im Leben; an Bakohos' heiliger Kelter
hab ich vom lauteren Wein Beoher um Becher geleert.
Heut bin ich tot; doch deckt mich kein Krümelohen Erde; ein Wein·
Sinnbild der heiteren Lust, ist mein vergnügliches Grab. [faß,
A_ym

Maximos und Kalepodia


Sieh diesen Sarkophagl Als Maximoslebte, da hAt er
selbst für sich selbst ihn gemacht, Wohnung im Tod ihm zu sein.
Für Kalepodia auch, seine Frau, enchuf er das Denkmal,
daß er als Toter auch noch sie, die geliebte, besitzt.
Anonym

Phrures' Frau
Phruris, mein Ehegemahl, ge\\ ährte dereinst mir als Gabe
dieses Grab, ein Geschenk, das meinen Züchten gebührt.
Ihm aber laß ich im Haus einen herrlichen Reigen von Kindern,
der getreulich bezeugt, daß ich auch aittaam gelebt.
Sterb ich als Frau eines Mannes, ich, Nymphike, die ich der Ehe
Frucht geherbstet: in zehn Lebenden lebe ich fort.
Anonym
194 Antbologia Graeea VII

332
Al1I6\lopoII ~cXKXTj \lE I«XTiKTave 6TjpoTp6cpoII 1Tplll
Oll Kpl<nl h OTaSloIS, YV\lllaaialS S~ KAVTais.
I: EI~ TlVa 1Tapa BaxXEIITpl~ Ö:VatpEe~VTa. c: EI~ 'AK~ovlav. - I IJ" C IJ"V (1) }>I
:11 KlIVTals C kllVTOIS pi KlIÜTOV Pcek.

333
MTjS~ KaTax601l10iS \lET0: Sailloaw c5:lllloPOS eiTjS
fI\lETipOOII Sc.:,POOII, ci)1I 0' f1TiOllCE 'TV)(eill,
'Allllla, oüveKa NIK61laxos 6vyan,p TE ~1c.:,1ITJ
TVIl~OIl Kai CTT1'\ATjIl 0';11 t6i\lEa6a xap1\l.

I: EIs 'Ap~lav 1Tapa NIKOPO:xOV TOÜ YCX\IPPOÜ Kai 'rii~ 6vyaTpO~ a\rrii~ lllc:,II11~.
c: d~ 'A6pI<XllOVs wC!>puyf'i'. - PI III b 11,3 f. 92 v. - I 6af~o\lOS PI.

334
NTjAE~S ci) Sailloll, TI Si \.101 Kai cpiyyos (Sel~as
eis 6Alyooll heooll Ilhpa \.II\lV1I6aSla;
1'1 illa AUm't01lS SI' fll';l1 ~16T010 TEAEVT,;II
IlTjTipa SelAalTjIl ScXKPVOI Kai OTollaxais,
ti Il' heX', ti Il' chlTTjAe Kai'; 1TOAV Ilel~olla 1TaTpOs 5
cppov-rlSa 1TaISeITjS ijWOEII fI\lETipTjS ;
ÖS 1l~1I YO:P TVT6611 Te Kai 6pcpa1l611 tll \lEyexpoIOI
KaAAI1TEII, fI 15' rn' fllol 1TallTas hATj Kallchovs.
" ~II tllol cplAOII "eil tcp' ayll(;)11 flYEIlOvT,OOIl
tll1Tprni\lEII llu60ls allcpl SIKa01ToAlaIS' 10
äAAa IlOI Oll yelluCA>1I v1TE6i~aTO KouPlllOII ö:v60s
flAIKiTjS tpcrriis, Oll yex\.lOV, Oll SatSas'
01Jx v\.Iivalov &el<n 1TEPIKAVTOII, OU TiKOS elSe
SU01T6TIloV, tK yevefis AEIIVavoII fI\lETipTjS
Anthologi& Gr&ec& VII 195

Der Dompteur
Raubtierbändiger war ich, den jählings ein Wildschwein getötet
nicht im Arenagefecht, nein, bei der hohen Dressur.
Anonym

Ammia
Auch bei den Göttern dort unten, 0 Ammia, soll es dir niemals
fehlen an unsrem Geschenk, das zu bekommen dir ziemt.
Ich, der Nikomach08, habe mit deiner Tochter Dione
Grab und Denkmal dir nun, um dich zu ehren, bestellt.
Anonym

Der Rechtsstudent
Unbarmherziger Daimon, 0 sag, warum hast du die Sonne
mir für die kurze Frist weniger Jahre gezeigt?
Wolltest du etwa erreichen, daß, wenn ich verscheide, für meine
arme Mutter viel Leid, Tränen und Jammer erstehn,
ihr, die einst mich geboren und nährte und mehr als der Vater
all die Sorge und Not meiner Erziehung gehabt?
Denn er hatte mich sterbend als Waise im Hause gelassen,
da ich noch klein war; so lag sä.mtliche Mühe bei ihr.
0, wie war es mir lieb, gei achtbaren Lehrern und Meistern
für die Pflege des Rechts herrlich zu glänzen im Wort!
Doch meine Mutter bekam nicht von mir die Blume der Jugend,
Flaum der Wangen, auch nicht Hochzeit und Fackeln zu sehn,
sang nicht das herrliche bräutliche Lied und sah von dem armen
Sohne kein Kindlein als Rest unsres gesamten Geschlechts,
196 Anthologia Graoca VII

Ti'jS lTOAvePf\ II1')TOV' AlJ'ITel st llE Kai TE611Ec;)Ta 15


Ilf\TpOS nc.>AITTf\S lTev60s äe~OIlEVOV
Cl>pOVTc.>VOS yoepals rnl cppoVTlalv, fJ TIKE lTaiSa
WKIIIlOPOV, KEveOV xaplla cpIAf\S lTaTplSos.
I: als ~PO\ITWva, vlov nwMTrllS' EÖpi6T) S~ W KvI;;IK~' TOV & 'll'OI1\C7CXIITa ou YIVW-
cn<c.>. C: TaVTa [sc. 334/5] &'11'0 Tf\S 'll'OMWS KvI;;IKOV'I;;1\TEI Kai Ta tv Ti;> vai;> [I. Irr].-
PI 111 b 5,2 f. 91 r. - • Kai om. pI TOS. PI 1 IIhpla pI 4 aTOVOX~S pi aTo;>'OXalS
PI [primo] 15 CTI!K' IIIIOTI Tf\M pI t 11. Ti;>Se I PI em. Jac. 10 tll'll'PETrUlV P "
SIKaenrQ;>.(as PI 11 IIE PI " yovelwv 0 " KOUPIOV pi PI om. I 1I 1'\;>'IKIT) tpaTi) P
-1J -ij PI em. Salm. 13 TtKOS I PI TtKVOV pi C"
eiSe c -Sov pi -Sw PI 14 SvcrnOTllov
P PI [ex -OS] " tK om. PI 18 no;>'. pi n ~p6\ITWPOS et TEKa Pi.

335
nWAITTa, TAi'j61 lTev6os, euvaaov SCxKpU'
lToAAal 6avoVTas eISov vleTS Ilf\npes. -
,: AU' Oll TOIOVTOVS TOV TPOlTOV Kai TOV ßlov,
0\1 Ilf\Tepc.>V aeßoVTas tiSlaTfIV 6eav." -
TI lTEplaaa 6pf\lIEiS j TI S~ llCxTf\v 68Vpeal j 5
eis KOl1l0V "AISf\lIlTa1lTES ii~oval ßpoTOI.
PI IUa 6,34 f.32v. - 1 .vvaaav P 1 IIT)Ttpas pi 4 IIT)TtpwV: Tex y PI.

336
r1'jpai KallTEvl1l TETPVIlEIIOS, ovS' 6peyoVTos
ovSevOs av6pwlTov SVaTVXlf\S Cpa1l0V,
TOlS TPOIlEPOts KWAOlal1llim'\Ave01ll'\pella TVIlßOV.
eöpov ol~vpoü Teplla 1l0AIS ßIOTOV,
I'\Uax6Tl s' rn' lllol IlEKVc.>V 1I01l0S' ov yap C6v\JaKOV 5
lTPc;)TOV, ClTElT' hacpTlv, aAAa Tacpels C6a1l01l.
PI lIla 10,2 {,33r ; Laur.32,16. - 1 TETPUIJII- P" lpty- Laur. 4 Ttplla: e ex 0
Laur. 8 haq>T)v c [post] PI C'II'aq>Ov pi C9O'11'TOV c [primo].
Anthologi& Or&eo& VII 197

daa so viel Tränen erregt. Doch was mich bedrückt noch im Tode,
ist, ich habe daa Leid Mutter PoJitta vermehrt,
die um Fronto den Frohmut verlor und ihr Kind nur zu frühem
Hingang geboren, auf das nutzlos die Stadt sich gefreut.

Anonym

Ein gleiohes
PoJitta, still die Tränen und ertrag dein Leid.
Wie viele Mütter sahen ihrem Sohn ins Grab I -
..Doch keinem, der nach Herz und Wandel war wie er
und der der Mutter liebes Bild so achtete." -
Du weinst vergebens, klagst umsonst. Gemeinsam ist
des Hades Haus, in das die Menschen alle gehn.
Anonym

Der Selbstmörder
Als mich die Not und das Alter erschöpft und keiner der Menschen
mir ein mildes Geschenk in meinem Elend gereicht,
stieg ich mit zitternden Beinen geruhig zur Grube. Hier fand ich,
wenn auch mit Mühe, das Ziel für meines Lebens Beschwer,
aber anders als sonst bei Toten: Ich starb nicht und wurde
später begraben, nein, ich wurde begraben und starb.
Anonym
198 Anlhologla Graoca VII

337
Mit iJE eows, KVSICM'I, 'TT'apipXEO wllßov, 6StTa,
aoTC7\ v 6Ko1llitTOIS 1I'OCJCrl, lCIMveo'!T6pE'
&pKOiJEVOS S' ~pUIW, Tls i\ 1T6eev; 'ApllOvlav yap
Y"WaEal, ~S yawn A&!Jnnal 111 MeyapoiS'
lt'clVTa YclP, 6aaa ~poToial ~~pEl ~os, ~av IStaßal, 11
NyEvl'lv, cipnT\v, i\8ea. ~v.
T01'lS ~v äep'laov' ts oVpavfas yap ~
IfIVXn 1t'a1t'Ta1 VII aWIl' ärroSuaa!ltVTJ.
I: Ils 'Apllovlav ywalKa 'II'?O\Ialc.ncrn,v KClI a~,pova All MayapolS. - PI 111 b 11,4
f. 92 ". - s 1\: 1I PI 4 ysvriIs P IJ W 1IIp6rn>IS 0 [in marg.] PI I fllvl5ja6cn pI PI
• NyIwlllV P'IIltpn1Jv Walt.s Ipcm\v ,. oüpcMous P.

338. A~H"ON

"ASe TOI, 'ApXlov vlt neplKMES, cl AI61va 'yw


maKa aTci;\a IllläiJa KVIIa}'&alas,
lt'ciVTa Si TOI mplaallQ TFrEVxCXTal, tlt'lt'Ol, &tOllTES,
al KVvES, al aTaAlKES, SIKTV' Vrrip aTW,IKWII,
alat, Acillla lt'clVTa' mplTpoXcloval S~ 6i'1pES" 11
cxVTOs S' elKoahas VitypETOII Vrr\lOII eXIlS.
I 0:.~ 'Apx1ou vlbv n.puc)Ja, aö TÖII 'A&ttvaJav, aAAa TÖII All MayVf)aI'i' ul\lWOll. -
PI Illb 17,1 1.93". - I ?t8lv' ciyc.) P' IIcrr1)Ka PI 11 1CW1l,...n1lS pI KVI/aY' C
1CUl/1lYlaias PI om. Brunok S mplcri'\1Ia pI mpl a· PI '11'. aälla 0 ~m. Stadtm.
I ?alV' U1T6:vTa pI 11 6. om. pI •• IKoatnJS PI.

339
OV&v ~aas ytvOll'lV lt'apa TWV iJE TEKOVTWV,
ytIlVTJ6eIS S' C TaAas (PXOllal eis' A1S'l".
er, 1l1~IS yo~v 6avaTTJ~opos' ~ 1101 cXllcXyK'lS,
i\ iJE lt'poamMOEI T{j; aTVYEplt) 6avaT<t>.
oü&v IWv ytvOp'lll' lt'aAlv CaaoIlCXl, Ws lt'cipos, oVSEv· s
oll&v Kai Il'lstv TWV IlEp01t'WII TC )'EVOS'
AOl1t'OV 1101 TC K\lmAAOII ärrOaTIA~waov, hatpe,
Kai AÜ1t"lS Ait6'lv TOV BpOlllOV lt'clpexe.
,,,pi.
el: ciall?av,tni Tflll TOÜTo ytypa1rTCII, 'II'?t'\v 6n All TOIs TOÜ nallaM hnyp6:ll&laatv
&tt ..IIIMW· 1I"'1rOTI &Aovtctavoü fern". - PI 1I b 22,1 1.89 r ; Laur. 32,18. - I ä\5av 0
S yw. PI l}'lVÖllav P ,. TO: T06I pI PI [primoll/ -crri?fk.w P 8 ? ...&ttv PI 6SW1)v P.
Anlhologia Gra.oa VII 199

Harmonia
Geh nicht 80 eilig an mir, dem Grabe, vorüber, mein Wandrer,
der du mit rüstigem Fuß, Werter, die Straße verfolgst.
Schau hier und frage nach Wer und Woher. Dann erfAhrst du: Harmo·
illt eil, deren Gellohleoht leuohtend in Megara blüht. [nia
Allee, was Glanz einem Mensohen verleiht, in mir war es lIiohtbar:
Adel, ein tugendhaft Herz, Sitte und Schamhaftigkeit.
Siehe, 80 war diese Frau hier. Doch aufwArte zu himmliaohen Pfaden
wendet die Seele den Bliok, wenn lIie den Körper verlAßt.
A1IOnym

Jäger Periklell
Hier erhebe ich mich, eine llteinerne Säule, ala Denkmal
weidlichen Jagens für dioh. Periklea, Archiaa' Sohn.
Sinnvolle Zeichen lIind rings gebildet: Roeae und Spieße,
Hunde und Stangen zum Fang und auf den Stangen daa Netz.
Ach. aber allee aus Stein I Rings hüpfen die Tiere, du aber,
Zwanzigjähriger. IIchläut ohne Erwachen den Schlaf.

AUII Nichte in Nichts


Ohne Verschulden erhielt ich von meinen Eltern daa Leben;
kaum im Leben, da zieh, aoh, ich zum Hadee hinab.
Liebe der Eltern, Verhingnis bist du. Wie hart ist daa Schicksal,
daa dem finllteren Tod näher und näher mich bringt.
Ach, ich kam aUII dem Nicht. und werde ein Nichte acin wie früher,
Nichte, wie das nichtige Volk irdischer Menschen ee illt.
O. 110 laß denn, mein Freund. in Zukunft den Becher mir funkeln,
und zu vergeaaen die Qual, reich' mir Dionysos' Wein.
200 Anthologl& Graeo& VII

:wo
NIKOrrO"1II Mapa&wvlS ~KCXTO ~5' lvi mp'l,
o~Pi!O'CIS OOKpVoIS MpvaKa IUXPj.laptl1v.
äJV..' ov5b lf?iov fO'){E. TI yap lfMov ävtpl IO'\5Evs
j.l01Mt> ump yall1s olxolliVTIS ä?0xov;
0: 1Üpt&rj'V 9taoW.0y1K1J. - PI ßIb 11,6 f.92". - • McxpodI~\IOS PI I TI ex Tb PI

341. (npOKAOY)
TIpOMOS lyw YEvOj.ll1v AÖKIOS ytvos, av Ivplavös
b6aS' aj.lolßov 'fis 6pt\jle SISaO'Ka'-ll1S.
~ S' 6iJ~v Me O'Wj.ICXT(X 5t~CXTO -Nj.lßos·
cd6E 5t KCXI 1fIVX~ XWpos hIs w,axOI.
Marin. Yit. ProoJ. 36. - Proolo trib. Mar. lAUKlOS yav6\1'lV P 11 yillOS om. P
• 'lNXäs P 1/ ~ JII&r.

342

K6:teavov, äJV..a Ilivw cn· j.lEllltS st TI! Kai O'Ö TlV' ~ov·
lfaVTCIS oj.lWs 6VT1ToVs eIs 'AI511S Stxnal.
PI Ib 21,1 f.83 1'• - I ..ateavov: 1TpoIi?~ PI [aupruor.) " IIMIS PI.

343
TICXTtpIOV "l)'ÖI.Iveov, hnipCXTOv fMaxe TÖl!ßos,
MI"TlaSov ,I"ov vIa Kai 'ATTIKll1S ßaPVT"i!TOV,
KElcpC)lfITlS ß"aO'TT}j.ICI, AAVTOV ytvos AlaKI5awv,
lj.llfMOV AÖO'ovle.>v 6EO'llWv C70Cpll1S T' avcrnaa.,s,
TWV mO'Öpwv apnwv 6iJapVyj.lCXTa lfaVTa ,tpoVTa,
",I&ov XaplEVTa, TOV i'tplfacn j.lOpC7lj.1OS alO'a,
ola TE äy"aolJOPfOv älfo x60ves IpVOS ä1'ITTIS,
ElKOO'I Kai mpCXTOv ßIOTOV "VKclßaVTa mpWVTa·
MTIjIE ,1"oIS Se TOKEVO'I YOoV Kai lftv60s ä:?aC7Tov.
I naT.: of. GV 1672,6: nanplWtlOSII ?I~ P eDI. Bnmck.
Anthologia Oraoca VII 201

Nikopolis
Als Marathonis dahier in den Marmor Nikopolis legte.
hat er den steinernen Sarg strömend mit Trinen benetzt.
Dooh sie halfen ihm niohts. Was nützt einem Manne die Trauer,
stirbt ihm die Gattin und er bleibt noch aUein auf der Welt!

Proklos
Prokl08 war ioh, ein Lykier; mioh hat Syrian08 erzogen,
daß ioh ihm folge im Amt, das er hier lehrend geführt.
Dieees gemeinsame Grab empfing die Körper von beiden.
Sei denn ein einziger Ort auch ihren Seelen beschert I
Proklol

In Erwartung
Tot nun erwarte ich dioh; bald wartest du selbst auf den andern;
denn ein Hades empfängt aUee, was sterblich hier ist.
A1IOnym

Reohtsanwalt Paterios
Tot ist Pateri08 nun, der nette, der Redner, der liebe
Sohn des Miltiades und der armen Attikia., Sprößling
aus kekropischem Land, aiakidischen hohen Geschlechtes,
der mit aU80nischem Recht und allem Wissen getränkt war,
sA.mtliche Strahlen der vier Hochtugenden in sich getragen,
er, der reizende Mann. Ihn raubte ein böses Verhängnis,
wie ein prangendes Reis der Sturm aus der Erde hinwegnimmt,
als er das vierundzwanzigste Jahr des Lebens voUendet.
Doch seinen lieben Eltern blieb endlose Klage und Trauer.
AftOnY'"
Antbologia Grußa VII

M4. ILMnNIAOY
6TJ~1I Idll Kap,oICrros 'Y~, 611crrwII 5' &11 ly~ viiv
tppoV~ T~ TO:fCt) AatIlCt> .~Ws.
I: Ili !IkNTa TII/CI, 6v ~I ~I/ \KIPIIÖP11/OS. - PI ßlb 4,9 1.901/. - Ilyw
Oll ~w (r) P.

3üb. [KAI\I\IMAXOY]
'AAA,' EI 111) 6w611 ye I\WJII 11l~1\I OUIIOIIti T' eIXEII,
OVK &11 ly~ TIil.I~'tl Tet>S' hri6T}Ka lI"06as.
-I: ds J\jOl/Ta TlIICI, 6v ~ hrI TOil MpvaKos fcncnn Mthl/OS. - PIIII b 4.10 1.90 v.-
In P poet ap. 350. Simonidi Lrib. PI I OOllOlIaT' P Ws 6\1011· PI.

343. (AIIXPlnNOI)
'Ey~ 4>Wxlllls I') 'm~c.nos avep~lI"OIS
l\l'TaVea Y"Ipqc Tet> lIaKpet> KEKOIIITlIICXI.
III'J 11', c!> lIaralE vaiiTa, TT)II &<pali K&I.IlI"Te.)1I
XMVTJII TE 'ITOIEÜ Kai ytAc.na Kai A&a6T}II.
oü yap, lIti TOll Z~II', oiJ lIti TOUs Kare.) KOVPOVS,
OVK i\1I Is &1I5pas IltixAos oiJS. STlII~TlS·
noA~S 6! TT)II ye",," 'A6T1vaTOS,
AOYe.)1I TI lI"amaATllla Kai KaKI') yAf1xsaa,
Iyp<XlflElI, 01' Iypaljl'. ly~ yäp oVK oiSa.
-I: Ils cDl},CI\I/I8a, "",1/ 'EM,CIIITII/Tlf lTaipav ['&1aum], "",\I ypQlvaaCl\l 1\1 nll/aKl Tas
ywancalQf III~~ bcdllaf, 61' ~ ICCI\ IIWIJtt)IIdTcn napä TWII '" 'A8f\~ -";'1/. -
PI lila 10,4; '.33 r .; Atb. 8,335 o. - Anonymo trib. PI, AlIIObrioni ALb. I "'1<01·
_ P 4 MriT)1/: ~'11/ PI I ZIOv Ath. 1/ oü 1IlI: oü61 pI 1 )'1'11\1/ Ath .
• KaKi! y},~ 0 • or: 4cra' Atb. 11 "'fI' Iyw yap ALb . ....." 'yw 6· P ....."
cNT1\ 6' PI.
203

Leonidas
Unter den Tieren bin ich, von den Menschen W&r dieser der atirkate,
dem ich zum Hüten bestellt über dem steinernen Mal •••

Simonide,

Ein gleiches
Hätte.nicht Lean den Mut und den Namen des Löwen getr&gen,
niem&1a hätte den Fuß ich auf du Gr&b hier gesetzt.

(KaUimacAos)

Philainis
l'hilainia, ich, HO viel genannt bei Weltkindern,
hier ging ich einst, vom langen Alter müd, achlalen.
Gieß, kecker Schüfmann, wenn du um du Kap aegelat,
nicht Schmähung über mich und Spott- und Hohnreden.
Denn bei den Knaben drunten und bei Zeua schwör ich,
ich war nicht mAunertoll und nicht gemeinkAufIich.
Polymtea jedoch, der aus Athen stammte,
der bilaige Bube mit dem bÖBen Mundwerke,
schrieb, W&B er schrieb. Ich selbst weiß nichts von all diesem.

Aisclarion
Anthologia Oraeea VII

3t6
ToiiTO TCI l'l1JE1ipT)s 1'111'11''''1011, laeM IaßIIII!,
1'1 M90s 1'1 I'IKp'fJ TiI~ IJEY~TJ~ ,v.ITJ~.
alel 'TJTl'JaCl) ae' aV S', EI ~I'I~, b ,alllfllOiai
TOÜ ""'&TJ~ hr' 11'01 1'''' TI m'lS üScrr~.
I: Ils~t_ TÖ\I Umrr,K6v' 8aUIA(nOS 6~,0\I. - PI lIlb 1.2 (.gor. - Lemma: TO"
w. Berg!l [cf. U7j. Iv KopI~ P om. PI I t!I ).. t!I \lucp<\ P PI .. m. Bouhier 11
anti! ,\).I\1S ..nea .. vld. litt. .,e In PI '6ri P' • '!T6\IaTos c PI.

U7
Oih~ 'Aool'allTov KEIIIOV Ta~, oö S\C!l ~OV).Q:~
.~ D.Ev8&pITJ~ ~tpi8eTO ~II.

I: ,Is •A&I\lavTOII Iv Kopl~. - Plut. mor. 870 f I Dio Cbr,.. 37,109 R. - Simonidi
trib. Dio 1/ Lemma: IIS 'A. Tlw UmrrI\(ÖV P ..m. Bergk [cf. U6] I Pepl. 13
['08vao;jos pro 'A&,,,.] 1/ •A&a!&- pi 1/ ...1-.. om. Plut. 1/611 Plut. Pepl. 1/ ~).t!Is
Dio -&s P 'If&_ Plut. 'lfo).).t!I Pepl. I tAN8lp1as Dio Plut.

3.8. IIMnNIAOY TOY KHIOY


TTo~a mWII Kai 1TO~a cpayWII KaI 1TO~a KcXK' ehrwII
äll8p<:>"lro~ KETI'Ql TlI'OKP~CI)II ·P6SI~.

I: dS T,~pIovta w.. 'P68I011, oVnvos TilII ~II 'lfCioav mI TilII CN11116(TlC'lII)


tTXEV 6 8et6s \I0Il. - PI mb 11,3 f.9l r l ALb. 10,'ll1f. - ADOII.J1D. ap. Alb.,
gent. om. PI I tarC:W ••• 'If,C:W PI • t!lv8pWlTO'S P.

3'9. [IIMnNIAOY]
Ba\C!l cpayWII Kai !kna mWII Kai 1TO~ä lIOaI'!aas
61fiE I'~II, ~.,.,' C6allOlI. Cppna "lra\lT&~ 61'00.
Pllllb 5,' f.9I r . - Tit.. add. oom. PI pi, qni ep. U8 et U9 iunsit I voitaas 1'1.

3110
NCX\ITI"hE, 1'1') "lrEv60V, TIIIOS lIlaaSe TVI'~S 66' ElI'I,
~.,.,' aVTO; "lr61/TOV Tliyxalll! XpTJaTOTEpov.

PI 111 b 19.8 f. 93 v. - I Ivet!l61 es wv8- PI.


Antbologl. Gr.ec. VII 2011

Freund Sabinos
Möge der kleine Stein ein währendes Denkmal der großen
Freundschaft, die einst uns verband, edler Sabin08, denn sein.
Immer verlang ich naoh dir; und du, wofern es verstattet,
trink bei den Toten am Strom niemals von Lethe für mich.
Anonym

Adeimantos
Erde bedeokt hier im Grab Adeimantos, duroh dessen Bemühung
Hellas der Freiheit Kranz sioh um die SohlAfen gelegt.
Anonym

Timokreon
Nun, da ioh vieles gegessen und vieles getrunken und viele
Menschen verleumdet, lieg ioh, Rhod08' Timokreon, hier.
8imonidu _ Ke06

Replik
Nun, da ich wenig gegessen und wenig getrunken und vielmaI
krank war, lieg ich hier tot, wenn auch verapltet. Zieht ab!
[Simonidu]

Sohiffbrüohig
Schiffma.nn, frage mioh nicht, für wen man mioh Grab hier geschaufelt.
Mögen die Meere sich dir sanfter nur zeigen als mir.
Anonym
206 Antbologia Graeoa VII

351. 410IKOPI40Y
CXr j.lex T65e cp611livwv aE~ ÖPKlOV, al5E AVKaj.lßew,
ai AaxollEV cnvyEP1'Iv M1l56va, 6vycmpES,
OW TI 1Tap6evII1V ~axvvallEV OW TOKi'las
OW n&pov, ,",awv allTVTcXT.,v Iep{;)'"
aAAeX Ka6' 1'IIlE'riPI1S ytwi'js (l1Y"lAov 6wl80s
cp1\j.ll1v TE cnvyEp1'!v ~cpAVCl'Ev 'ApX1AoXOS.
'ApxlAoxov, j.lex 6e~ Kai 8alj.lOVQS, oVT' Iv 6yvIais
d80lJEv 006' "HPI1S Iv IJEYcXACj> TElliwl.
el 5' fillEv j.laxAol Kai ärcXaeaAOl, OVK äv lKeTVOS
ij6eAev t~ "'j.lfwv Y"1\ala Tacva TEKIITv. 10
PI lila 11,15 [v. 1-3] et 18 t.34r [v. 7-10. 66icrnoTO\l). - I fl!11'iv<t> (?) pI
lai "cl!- PI [pOO] w.6- P PI [primo] 411päv 0 11'\,,,WPI P 1-' 'ApTI- Pl[primo]
8 o(j 8I\P'K PI.

352. A4EInOTON, 01 61 MEAEArpOY


&~ITEp1'!v 'AI8ao 6eoü Xtpa Kat Tex KEAallleX
6j.lVVIlE" appl'\Tov 8tj.lvla nepaecp6V'1S,
1Tap6tvol Ws ~TVj.lOV Kai WO X60vl' 1TO~eX 5' 6 lt1KPOs
alO')(pQ Ka6' "'IlE'riPI1S ~~Avae 1Tap6E"II1S
'ApXIAoXOS' nnwv 8t KaA1'Iv cpcrnv OVK I1fI KaAeX
(pya, YVVCX1KETov 5' hpcrnev ts 1T6Aej.lOv.
nlEpl&s, Ti K6pllC71v lcp' ~1aTi'jpas läI!~
hpämT', 0Vx 6alCj> cp<oYrl xapl~6IJ1val;
PI lila 11,17 t.:u r . - Tit.: 66ta1fOTOII PI I cDEpatop- PI 41,,,vot PI 5 ·APTI"·
PI [primo) 1/ Ka"~\1 pI PI [poet] KaK~\I 0 PI [primo] I 6' om. pI , Tl K. t,VPp'·
CTri\p'" 6"p. PI.

353. ANTIOATPOY II4nNIOY


Ti'is 1ToAIi'jS T68e ai'ij.la Mapwvl80s, fis I1fI Tlij.l~
yAV1TT1'i" ac m-rPI1S cniTÖS 6pijs KliAIKa.
'" 5~ cpIA6:KpI1TOS Kat 6:eIAaAOS oIiK hrl TacllOlS
j.lVpETal, OV TEKtwv äKTeavCj> 1TaTtPI'
l" 5~ T65' ala~el Kai w' 1'Ip10", 6TTI TO BaKXov
äpllEvo" ov BäKXov 1TAi'ipES rneaTl TacpCj>.
PI lila 17,2 t.38r. - I hn Luc. 5 B60cx't' es -xou PI I 6p\I. e.
Anthologia Gruca VII 207

Lykambea' Töchter
Wahrlich, beim Grab hier, dem Bürgen des Eides der Toten, wir Töch-
des Lykambes, um die böses Gerede sich rankt, [ter
haben den Eltern und Paroe, der steilsten der heiligen Inaeln,
und dem Jungfrauentum keinerlei Schande gemacht.
Schlimme Beleidigung war es und furchtbare, böse Verleumdung,
was auf unser Geschlecht hlWlich Archiloch08 spie.
Bei Daimonen und Göttern, auf Straßen nicht, noch in der Hera
großem heiligem Hain kam uns Arohiloch08 nah.
Wären wir Dirnen gewesen und sündige Mädchen, wie hätte
er sich grade von uns ehliche Kinder gewünscht!
Dioakoridu

Ein gleiohes
Traun, bei der Rechten des Hades und bei der Persephone dunklem,
unau88prechlichem Bett schwören wir heilig: wir sind
Jungfraun noch unten im Grab. Was Archilooh08 höhnend auf unsre
Ehre 80 oftmal gespritzt, böse Verleumdung nur war's.
Ach, die herrliche Sprache der Verse verwandte er nimmer
herrlichen Taten zum Preis, IOndern zur Fehde mit Fraun.
Sagt, warum kehrtet ihr, Musen, die schmähenden Jamben auf MAd-
und warum schenktet ihr lOlch boshaftem Mann eure Huld! [chen,
Anonym oder Mekagroa

Trinkerin Maronis
Dies ist das Grab der Maronis, die grau war vor Alter. Man hat ihr,
schau, einen Becher aus Stein auf ihrem Male geformt.
Doch die Freundin des Weins und Schwatzes, sie weint nicht um Kin-
oder den Mann, der arm bei seinen Kindern verblieb; [der
eines nur tut ihr im Grabe noch weh: daß der Becher des Bakch08,
der auf dem Hügel ihr steht, leer ist von Bakchos' Geschenk.
Antipatroa von 8idora
208 Anthologia Graooa VII

3M. rAITOYAIKOY
nalSCI)II M"SEI"s OÖTOS T6:~OS, OUS c!l1lVpl'ITllo\JS
~äAos TWII rAcrIiK"s eiij.l' rnol"cn y6:!lCl)II,
olS ale! mj.llm 1JE1~IYj.laTa IIC7V~IS ala,
j.I"TPOs 6:1JE1~II(TOII 6vj.lc!1\I l~aC1KOlliva.
PI IJ I b 8,7 1.92 r. - Tit.: r arrouMXOll P -1011 PI U;;v.os PI '1IlIAI)'II-: Y os a PI
4 äI!ll?IICTOV 8. l?aatCOlIMI PI.

365. I1AMArHTOY
Tt'!11 tAapav ~1IiI1I Kai Tlj.lIOII, er, waP10vm,
TCj) xp"o-rCj) .. Xa1pEIII" d'lTCl"1'E npa~IT'cA&I'
fill S' wllilp Moval;.)11 IKall'" IJEplS 1'IS' 'lTap' ofll'+'
Kpt'!yvos. - ....CU Xa1P01S, wAvSplE npa~ITWS,"
I: EIs npa~rri).'111 TOv &yw.llaTOlrOIOv [enat] TÖ\I bc Tfls "Av6pou. - Plm b 18,1
f. 93 Y. - Tit. om. PI I axalpelll PI.

368

Zc.:I"," C7V~t'!aas 6c.:IpiJ T6:~II' ~6: IJE Kp\m-nIS,


0(, 6c!nTTlIIS. Tolov KMOs 6val0 T6:~V,

PI III a 8,7 1.31 Y. - I CN?~ a110 ab'am. es CNM?as PI.

367
K~II IJE KaTaKp\nn-r.1s Ws OÖSSIIOs O:IISpbs c!lpl;.)\lTOS,
6j.1J.1a fllKTlS Ka60p~ 'lT0:\ITa ,-a YlvOlJEva,
PI ma 8,8 1.31". - I KI\II PI I YI)'Y- PI.

358
wEKTallES, d,-a j.I' r6crnTES, äTClcrllaM. Xepalll MI\latS.
als j.I& StEXpt'!aCl)' j.lt'! a& M601 Ntj.l&ats.
PI lila 8,0 1.31 Y. - I 1l'l8a1rn<; Roiake 111 ~IS I vill!OlS [~Bupm 11] PI,
AnLhoJogia Oraeoa VII

Medeial Kinder
Grab der Kinder Medeias! Der glühende Ingrimm darüber,
daß sich Glauke vermählt, hat sie zu Opfern gemaoht.
Immer noch sendet, zu schwichten das Herz der grausamen Mutter,
ihnen des Sisyph08 Land sühnende Gaben hinab.
GälulicU8 1.

Praxiteles
V/anderer, rufet dem guten Praxiteles hier zur Erfreuung
und zur Ehre das Wort "Sei mir gegrüßet!" hinab.
War er doch fröhlich beim Wein und ein tüchtiger Diener der Musen. -
"Sei mir, Praxite1es, denn, Bürger von Andros, gegrüßt."

Ermordet
Nahmst mir das Leben und gablt mir ein Grab - doch nicht zum Be·
[statten,
nur zum Verbergen. Solch Grab wünsche ioh spAter auch dir.
Anonym

Ein gleiches
Ob du auch still mich verscharrst und glaubst, daß niemand mich
Dikes Auge erblickt, was nur hienieden geschieht. (lIAhe,
Anonym

Ein gleiches
Frevler, du hast mich erschlagen und gabst mir mit eben den Händen,
die mich ermordet, ein Gtab. Möge dich Nemesis sehn!
:!I0 Anthologia Graeca VII

349
Er IIE vOOw K~S 15wII obCTfpl.lovl &v!.L4',
elXES äll IK lJ,aKapC/JII 1.1109011 rn' waEß1lJ •
VÜll S' 6n S1'l TVI.Iß'I> IIE KaTCXKP\nnEIS 6 cpoVEvacxs,
TWII a\rrWII IIrnxOIS, C:>lI1rIlp 11.101 napiXEIS.
PI 111 a 8.10 f. 31 v. - 4 flJOl 'lrapiXOIS o.

380

Xepal KaTCXKil!lvexs TacpOII knacxs, oö)( lila 86:IfnJs,


äJ\A' lila IIE KpIAfnJS' Ta\rrO S. Kai aV n6:80IS.
PI lila 8.12 f.32 r . - :t TClIITI et. 'II'~ PI.

381. AtoHAON

YII ~p TOS. ai'l1.Ia' TO S' (I.ITl'CXAIII ~II TO 51Ka10ll'


~II ~ SIKaloaUvrjS 6 cp66\IQS 6~pos.
PllIIa 27,2 f.41 v. - I 6t P '''v 1".

362. ~IAlnnOY 9EIIAAONIKE'U


'Ev6a& T1'lll IEp1'lll ICIcpaA1'lll aopäs flSe KiKEu6EII
'Aniov XP'lO'TOÜ, ~"'TOPOS mpnrios.
~ME\I 5' EIs 'AI6ao SlI.ICXS, 'lNX1'l 5' Is ·O}.vl.lno\l·
[Ttpm6' &I.Ia Z'lvl Kai ~Olcnll lJ,aK6:pEaalll.]
• • • • • • • • • • • • • • • • • •• d:66:lIaTOII ~ 11
oiiTE MyOS nOldll oiiTE &lös 5v1laTCXI.
PI 111 b 24,1 f.oor. - Tit. om. PI I ICI,.
1\& 1Cba!v8& awp6s pi 1/ aop6s: a ex '1 PI
• ftmpnr. 0 I 1)" om. pI /I 8611~ pi 1/ Iv 'OAvlI'mj) 0 4-1 oorrupt. in P om. PI
H 4eävorr0ll 'll'Ote! 1)' oV A6yOS cWn 8i~ PI [poe~ v. 3].
Anthologia Graeca VII 211

Ein gleiches
Hättest du, tot mich findend, erba.rmenden Sinns mich begraben,
würde die heilige Tat dir von den Göttern belohnt.
Da du mich aber ermordet und nun mioh versteokst in der Erde,
gebe das Schicksal auch dir, was du mir selber getan.
Anonym

Ein gleiches
Gabst mit der Hand, die mich totschlug, das Grab mir, nicht mich zu
bestatten,
nein, zu verstecken. So mag dir auch das gleiche geschehn!

Anonym

Der Sohn
Grab, das der Vater dem Sohn gab. Das Gegenteil wäre gerechter.
Doch die Gerechtigkeit war nicht so behende wie Neid.
Anonym

Redner Aätios
Der Sa.rkophag hier umschließt das heilige Haupt des Aätios,
der, ein trefflicher Mensch, herrlich a.ls Redner geglä.nzt.
Kam in den Hades sein Leib, zum Olymp entschwebte die Seele,
(wo er im Kreise des Zeus und seiner Seligen nun
glücklicher Tage sich freut. Doch auf Erden> unsterblich zu weilen,
ka.nn keine Redegewalt und keine Gottheit verleihn.
Phüippos von ThuBalonike
212 Anthologla Oraooa YII

363. A6HAON
+-rETllSvavTlS öSe TVIlßOS WyA\nrTOIO IlETcuv.OV
,;pWOS lleycv.OV VEKVOS KaTa ac7>lla KaA\nrTeI,
ZTlVOS6TOV' IfIVXI't st KaT' ovpav6v, ijxl mp 'Opcpevs,
i5xl mCxTWV, \epov 6eostYll0l/a 6c7>Kov Acpevpev.
Imrevs I!tv yap ~TlV ßaalATlIos äAKlllOS OVTOS.
KliSlllos. apTlem'ls, 6eoelKEAOS' Av S' äpa llV60lS
IWKpanOS IlillTllla lTap' Avaol/lolalv iT\ix6Tl.
lTalal St KaAAellflas lTaTP~IOV aialov ÖAßOI/,
~1l0YEPWV TE6vTlKE, AITT~V ampelalol/ äAyos
evyel/Eeaal cplAOlal Kai äan'i Kai lTOAI1;TaIS. 10
·0: EISTET\lEllOOn,s vlov ZTjv65c)Tov, hnrla !lacn?lws MapKov l\ 'A6plavoü. - I TE'TlJElIiis
vel -Eaviis pI 3 "'t pI 4 bis in marg. 0 om. pI I/IEpOV ot ..os 0 S !lacn?iios p
em. Salm.

364. MAPKOY APrENTAPIOY


'AKplSI Kai TrnlYI Mvp~ T6Se 6T'!KaTO ai'jlla,
AIT1'}V allcponpolS xepal ßaAovaa K6vIV,
illSpa SaKpvaaaa TTVpi'jS Em' TOV yap aOI60v
•AISTlS, T1'}v S' htpTlv ,;plTaae nepaecp611Tl.
In P hio [pa) et iuxta VII 1110 [pb. 80rip", c) ~ !la?OWI pb [primo) 3111'pa
Roiske "'lIipa pa l t'\11- oa pb 4 nEpaecp~VTt pb.

365. ZnNA IAP61ANOY, TOÜ KaI 6106npOY

'AISlJ as T~S KaAall~SeOS vSan AIIlVTlS


KWmVelS veKliwv ßäplv A?avv6Svvov,
TC;; Klwpov T1'}v xeipa ßCXT1lpISOS iKßalvoVTI
K?lllaKoS melvas St~o, KEAaIVt Xapov'
lTM~el yap TOV lTaiSa Ta aavSaAa. YVllva st 6Eival 5
Ixvla Selllaivel 1fI0:1l1l0V AlT' '(IovITlv.
I: Eis KlIIupov lTat5a, ad v. 3: Eis Klvlipav VE~TEpov. - :e KW'Il'EIi11S pI -I) 0 [primo)
-EIS 0 [poot) 11 !;>.aw66vvOll Salm. !;>.~v 66livrtv pI t -l)S 0 3 !x!lalv- 0 II1!l- pI
4 Xaplv pI S Oftvat Bouhier ~val.
Anthologia Graoca VII 213

Ritter Zenodot
Dieses prächtige Grab aus trefflich gemeißeltem Marmor
schließt den Leib eines Toten in sich, eines großen Heroen,
des Zenodot. Seine Seele fuhr aufwä.rta zum Himmel, wo Orpheus
und wo Platon die heilge, gottbergende Wohnstatt gefunden.
Denn er ist Ritter des Kaisers gewesen voll tapferem Mute,
ruhmreich, redegewandt und göttlich. In seinen Gesprächen
war er des Sokrates Bild im Kreise ausonischer Männer.
Sterbend als rüstiger Greis, hinterließ er den Kindern ein reiches,
glückliches Erbteil zu eigen und unermeßlichen Kummer
seinen Freunden erlauchten Geblüts, der Stadt und den Bürgern.

Anonym

Grille und Heuschreck


Dieses Denkmal hat Myro für Grille und Heuschreck errichtet,
als sie ein Hä.uflein von Staub über die beiden gestreut
und vor Trauer am Feuer geweint; denn die Sä.ngerin nahm sich
Hades, der andere ward, ach, der Persephone Raub.
Marcus ArgemariU8

Der Sohn
Der du mit rudernder Hand auf des Schilfsees Ws.sser im Nachen
Tote, von Schmerzen erlöst, fort in den Hades entführst:
st.('igt des Kinyra.s Sohn vom Kahn mit der Leiter anB Ufer,
o so reiche du ihm, finsterer Charon, die Hand.
Sieh, es schreitet der Knabe nur schwankend in seinen Sandalen,
und auf dem sandigen Strand bangt es ihn, barfuß zu gehn.

Diodor08 Zcmas von Bardes


210& AD~bololla Oraeoa \'11

388. ANTIITIOY
'At#Ju 'lrpoxoal cri, MEWcnp:rrv, KCXl cri, Miva,,8pr,
MxIAa'fI Kapmx8l 'l KCXl cri 1rOpos l:11CV.0s
~Mcn" Iv nOlITft), l\IOvWIE, - 4pEÜ 'lr0a0" äAyos
'E1.).a81 - TOUs 'lraVT"'V Kpioaovas 6e~".
t ~ .,,, w6pos IlICIAucbs 1'1 S w6crov Salm. TÖ oov .. IIpIlcnrcwas c IIIi9Ao·
f6Pous o.

387. ANTmATPOY
AWovos 'Hyeplou 1" Wel vEKvV, ci> 11ET16VT1
I/ÜIIt'lV 6cp8aAI'oVs a~M lCa'liaxE vicpos'
61'!Aa01 & 1I'l101"''' avvamOPEaI 1100llOV 186VToS
KOVP'l'" cpEÜ Kalvt'\s, "H"", eeVl1Opl'lS.
Ippol 8'" KltllO cp8olllp6" oi"as .re' 'Y"'\/aIOS 11
i'j1jM 1'1" oliK 18~",,,, eh' 'AI8'lS 18~",,,·
I AOaovos Bouhier aOooos ., Ql)OIS ('I pi 1/ 11' ru., Jao. 111 1IiyI1 S 611\1C1T1 pi
em• ., " 166vws Salm••'TIS .. KOUPTI" SaIßl. ICCIOpov 11 Kaallf\S Desr. 1CE1"'lS I ICEr"ov
pi em. 0.

388. EPYKIOY
'A-rtls Iyw' KE1'"l yQp '1'''' ~IS, iK Si 1" 'A8'l~v
MIYOs "Ap'lS 'l'1'aM\v 'lrplv 'I1'OT' D.'llaaTO
KCXl 8ho 'P",IIGI",,, nW.11'1T1Sa· VÜV 8l eavo\IcnJs
6a-ria 1IflOaI'l KvtlKOS "",Iaal.
XalPOIS " e~ KCXl " IJni'mITCI Mxoiiaa
Xew" 111 KCXl " K6"1rOIS W'raTa &~a!AE'"l.
PI I1Ib 11,8 1.92". - I 1.0\yOs pi l.vy• ., l.uypbs PI .. flllfleC7EI/ PI.
Anthologia Graeoa VII 215

Die drei Wettkämpfer


Dir, Menestratos, nahm des Aoos Mündung das Leben,
dir, Menandros, der Sturm auf dem Karpathischen Meer
und, Dionyaios, dir die Sizilische Straße. Wie trauert,
ach, nun Hellas! Im Kampf hatten sie alle besiegt.

Bräutigam Egerios
Traure um mich, den toten Ausonier! Egerios hieß ich.
Als ich hineinging zur Braut, hüllten mir Wolken den Blick,
und mit den Augen erlosch mir, da kaum ich das Mädchen gesehen,
auch das Leben. Welch Los, Helios, seltsam du schickst •.. !
Fluch dem neidischen Lichte der Fackeln, ob Hymenaios
ungern sie zündet, ob auch Hades sie gerne entfacht!

Antipatros von Thuaalonike

Athenerin in Kyzikos
Attika ist meine Heimat; Athenerin bin ich; von dorther
hat der italische Krieg einst mich verderbend geraubt.
Bürgerin ward ich in Rom. Und jetzt nach meinem Verscheiden
hält mein bleiches Gebein Kyzikos' Insel bedeckt .••
Erde du; Land meiner Kindheit, und du, das drauf mir geworden,
du auch, das mich im Schoß schließlich empfangen, lebt wohl!
Erykios
216 ,\nthologia Graeca VII

369. ANTJnATPOY
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370. AIOAnpOY

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371. KPINArOPOY
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372. AOAAIOY BAUOY


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111011
Anthologia Graeca VII 217

Redner Antipatros
Siehe, ich bin das Grab des Redners Antipatros. Geistvoll
schuf er sein Werk; in ganz Hellas bezeugt man es dir.
Hier nun liegt er. Man streitet, ob einstens Athen ihn geboren
oder der Nilstrom; doch wog zwei Kontinente sein Wert.
Gleich sind die Städte zudem an Blut, so sagen die Griechen:
Jenes ist Pallas' und dies ewiges Erbe des Zeus.
Antipalr08 von The8salonike

Dichter Menandros
Des Diopeithes Sohn Menandros, der Bakchos und Musen
liebte, der Bürger Athens, Wanderer, liegt unter mir.
Nur ein Häuflein von Asche blieb übrig. Doch suchst du "MenandrOll",
Freund, den triffst du bei Zeus oder den Seligen an.
Diodor08

Krinagoras' Diener
Mutter, so nannte ich einst eine Erde; im Tode umschließt mich
eine zweite; sie war gütig wie jene zuvor.
Lange verbleibe ich jetzt bei dieser. Der Mutter entführte
mich der heißeste Brand unseres Sonnen gestirns.
Unter dem Steine der Fremde hier ruh ich, herzlich betrauert:
Inachos hieß ich und stand treu in Krinagoras' Dienst.
Krinagoraa

Thebaner in Tarent
Nimm, du Erde Tarents, den Leib dieses redlichen Mannes
gütig hier auf; ein Gott hält einem Menschen nicht Wort.
Sieh, Atymnios fuhr, von Theben kommend, nicht weiter,
deine Scholle hier gibt unten ihm Wohnung und Heim.
Waise nun wurde sein Sohn, den scheidend er ohne ein hütend
Auge gelassen. - 0 sei, Erde des Grabes, ihm leicht!
LolliU8 Baa8U8
218 Anthologi .. O ... eo .. VII

373. 9AIIIIOY MIIIHIIOY


~Iaaa q>oo" M1ATrn:, TE;;S ßAaaT1'lllaTa yal1'1S,
'haAIs OOKVIlOpoVS OIlq>EKaA\J\JIE KOIIIS,
mll6Ea S~ aTEq>O:IIc.JII tiAM:~ao' AEhl'alla S', alai,
'SPaKES eil ßan) KaAlTISI KEv66IlElla.
q>EV, mlrrpa TplTaAallla. 1T66EII 1TaAIII i\ 1T6TE TolovS
OaT~Pas crux1'laelS 'EAMSI Aall1T0~1I0VS;

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374. MAPKOY APrENTAPIOY


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375. ANTI~IIIOY BYZANTIOY


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1j1l 6aAallOS ToiXc.JII 6p6a TlI/a~a~IIc.JII,
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I-Iala S~ 1-101 AoXIc.J1I cx\mi q>vaIS' OIlq>6TEPOI Se
KOII/OII V1T~p yal1'1S EiSOIlEII f!eAIOII.
3 ols Salm. als 1/ Vrroq>c.>MUou07av Reieke -0700.
Anthologie. Gre.eoe. VII 219

Die Milesier in Italien


Sprößlinge deines Gestades, zwei strahlende Lichter, Miletos,
sanken in jähem Vergehn in den italischen Staub.
Trauer empfingst du statt Kränze, und, ach, nur Reste, die eine
kleine Urne umhüllt, konnte dein Auge noch sehn.
Arme, unglückliche Heimat, ach, wann und von wa.nnen wohl leuchtet
dir und Hella.s zum Ruhm solch ein Gestirn wieder a.uf?

AntonioB TIwlloa von Mild

Der schiffbrüchige Pnytagora.s


Elend fiel ich ins Meer; ich starb. Unendliche Tränen
quollen am Ufer um mich Mutter Lysidike a.uf,
wenn sie die leere Gruft, da.s Scheingra.b, erblickte. Doch sterbend
ward ich Pnytagora.s jäh a.uf eines Da.imons Geheiß
schwirrender Möwen Genoß. Mein Schicksal ward die Ägäis,
als ich in Borea.s' Bra.us achtern die Takel gespannt.
Doch die Laufbahn des Seema.nns verließ ich auch so nicht, ich stieg
aus meinem eigenen Schiff um in den Na.chen a.m Styx. [nur

Marcus ArgentariU8

Geburt im Erdbeben
Nieder stürzte im Beben da.s Haus; doch mein Zimmer blieb stehen,
ob in den Wänden auch rings senkrecht die Risse gekla.fft.
Da, im verschütteten Raum, verspürte ich Arme die Wehen,
und zu dem Beben hinzu kam mir ein anderer Schreck.
,~rehmutter war mir Natur, nur sie. Doch zu zweien dann sahn wir
über dem Erdenbereich strahlend des Helios Licht.
A ntiphilo8 von Byzanz
220 Anthologi .. Graeca VII

376. KPINArOPOY
AelÄalOl, TI KEllaiO'l1I aAwl!E6a 6apar,O'allTES
tÄmO'III, cnT\POO ÄT\661JE1I01 6allcnov;
1j1l ö5e Kai llueOIO'I Kai ii6EO'I lTclllTa IeAeVKOS
äpTlos, &ÄÄ' ilßT\S ßCIIOII rnavp61JElloS
VO'TaTiolS tll "IßT\PO'I, TOOOII SIXa TT\M61 I\Eaßov
KEiTal aIJETPt'iTCAlII ~EiIlOS rn' alYlaÄoolI.
PI 111 b :>,13 f. 91 v. - I KfV alalv pi :I an,poO pi PI -pe;; C" ;\Tl661UvOI Salm. al&-
PalaS- PI 11 &<Xllchov pi -T<tl C ~16TOV PI.

377. EPYKIOY
EI Kai WO X6oll1 KElTaI, ÖIlCAlS hl Kai KaTa lTlO'O'all
TOO IllapoyÄooaaov XEVaTE TIap&lIlov.
OVI/EKa TIIEpl5EO'alll tllt'ilJEae Ilvpla KEilla
cpÄEYllaTa Kai Ilvaapooll arrÄvalT\1I tÄEYCAlII.
iiÄaaE Kai llalllT\S rnl 5t'! T6aOIl. cOOö' ayopeOaal
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KCAlKVTOO KÄOI~ Äallll!w arrayx6IJEIIOS.
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'Pet- I 5 imS", pt metS", et h"(Tl C 11 lfchov Guyet ~OTÖV pi ~chov I 7 ilaTal
ein marg. 8 älfOXc:.",- Pi.

378. AnO""nNI~OY
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VO'TEPOII, avSpl cplÄ~ AIOYEl/Ela Scillap.
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~vIl611 ayaÄMlJElIOI Kai TclCPOII ~ 6aAa1l01l.
PIllla 6,14 f.32r [Pla), Illb 5,6 f.9lr [Plbj. - I 1'P&avev P Plb Kch&aVEv Pla
:I avvtvolov wO J RC. ulltv- tlf\ 11 TVII~EUOVTO PI a 4 &ä;\allov c 1'1 eavaTov Pi.
Antholollia Gruoa VII 221

Lesbier in Spanien
Arme, was irren wir hier, vertrauen auf törichte Hoffnung
und vergessen dabei den uns beschiedenen Tod 1
Wieviel Gaben besaß er in Rede und innerem Wesen,
dieser Seleukos, doch kaum ward seiner Jugend er froh.
Bei den Iberern, am Ende der Welt, 80 feme von Lesbos,
an unendlichem Strand liegt er, ein Fremdling, im Grab.

Krinagorcu

Dichter Parthenios
Liegt auch PanheniOB schon mit der schmutzigen LAatererzunge
unter der Erde, so gießt trotzdem noch Pech über ihn.
Hat auf die Musen er doch 80 oft die Flut seines Geifers
und seiner Spottelegien unreine Bosheit gespien.
Ja, er trieb seine Tollheit so weit, daß Homers Odyssee er
einen Morast, daß er Mist die Iliade genannt.
Darum würgten ihn auch mit dem Halsring die finstern Erinnyen
und umketteten ihn mitten im Schlamm des Kokyts.

Ery1ciOB

Im Tod vereint
Erst starb Heliodoros; dann, kaum eine Stunde nach diesem,
folgte dem teuren Gemahl Diogeneia, sein Weib.
Wie sie gemeinsam gelebt, eins sind sie auch unter dem Marmor,
glücklich, daß sie das Grab wie ihre Kammer vereint.
A pollcmidal
222 Anthologia Graeea VII

370. ANTICIIIAOY BYZANTIOY


Ehrt, ~IKa\(5:pxela,
TI aOI TOaOV eis ä1.a XWlla
ß~ß1.TJTal Iltaaov YEVOllevOv 'lTe1.ayovs ;
KVKAOO'ITOOV TaSe xeipes IVISpvaaVTO 6a1.aaC71J
TEIxea' Il~XPI 'lTOaov, raia, ßla~oIlE6a; -
"KOallov VTJITTJv S~xollal aToÄov' eialSe 'POOIlTJV
.yyV6ev, eI TaVTTJS Ilhpov (Xoo 1.1~va."
I: EIs Tl)1I 111 t.IKooapx1c;t e~aaaav Kai Eis Ta heden IItwpla Kai TO~ }.I~tllas. -
I t.IKalQpxela Bouhier -X1a .. ~laI;;6~a pt em. olletal Sf pt 6 EI TMTlS
Reiske hr' MijS.

380. KPINArOPOY
EI Kai TO aijlla ÄvySIVTJS arro 'lTÄaKOS
Kai ~eaTov op6ij ÄaOTEKTOVOS aTCx6Il1),
01iK avSpos laeÄoii. Ilft Ä16Cj) TEKllalpeo,
c:J ÄCj)aTe, TOV 6avoVTa. KOOCPOV Tt 1.I60s,
Tij Kai ~ocpooSTJS allcpl~vVVTal väKVS.
KEiTal S~ TijSe TOOÄ\'YTJmA~S pCxKOS
EvvlKISao, afl'ITETal S' V'lTO a'lToSCj).
I: eis EVlllld6av TI""', oVTll/OS 1'\ Mplla~ atro }.vySIIITlS 1f}.aKOs fXP'l~änt;E\I. - .. eIl 0
6 pt 6 TW}.IYTlmMs Salm. TW}.IYW1f- ., <riImTOO 0 -TE pt.

381. ETPOYIKOY AnO MEIIHNHI


'H Illa Kai ßIOTOIO Kai·AiSos i\ya-yEV elaoo
vaVs 'lepoKAelSTJv, KOlva ÄCX)(oiiaa nATJ.
hpecpev IX6vßoAeVVTa, KaTIcpÄeye TE6VTJwTa,
aVll'IT1.OOS els äyPTJv, aVll'ITÄOOS els 'AISTJv.
6Äßlos 0 YPl'ITeVs' IS(1) Kai 'lTonov rnrnÄeI
VTJI Kai t~ ISITJS €Spallev els 'AISTJv.
PI lIla 19.24 f.37 r • - Tit.: 'ETPOVaKOU PI 'ETEP- P 3 TE6111l"lTa PI -lIu(;iTa
pt -1I1J(;iTa 0 .. aVlltr}.OOS ex -Oll PI /I äyOp1'\1I pt G 1I'l0s Kt~ J in marg. [deI. cl.
Antbololli& GruCl& V 11 223

Mole von Puteoli


Dikaiarcheia, sag an: Wozu diese Mole? Gewaltig
reckt sie ins Meer aich und greift bis in die Mitte der See.
Waren's kyklopische Fäuste, die diesee Gemäuer in Meeres
Fluten erbauten? Wie weit drängst du mich, Erde, zurückT -
"F&BBen muß ich die Flotte der Welt. Sieh drüben dir Rom an:
Glaubst du, ich habe den Port, der seinen Maßen genügt?"

Eunikidas
Ob Marmor auch die Platte diesee Mals, ob auch
der Steinmetz glatt es schuf nach strengem Maß, es ist
nicht eines Guten Mal. Schließ aus dem Steine, Freund.
nicht auf den Toten; denn der Stein, womit im Tod
sich auch der Dunkle deokt, hat Sinn nicht nooh Gefühl.
Armselig liegt die HüUe des Eunik.idaa
dahicr und modert faulend unter AschenBtaub.
KrifUJ(JOl'tU

Fisoher Hierokleides
Führte den Hierokleidea ein Nachen durohs Leben, der gleiche
bracht ihn zum Hades; der Kahn hatte ein doppeltes Amt:
ihn zu ernähren als Fischer und ihn zu verbrennen als Toten,
ein Gefährte der Jagd und ein Gefährte im Tod.
G1ücklioher ~'iaoher I Er fuhr mit eigonem Sohiff auf dem Meere,
und mit dem eigenen Schiff lief in den Hades er ein.
Anthologia Gruca VII

382. fIIlllmnOY 9EIIAIIONIKEnI


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aVpEIS Kai Ttq»Pl1S '-onroll hl C7K1ißa'-oll.
Kflll 'AISTJ IIavl1YOs Iyw 116110S ouS' rnl xtpaov
elpfllll111 l~w q»pncw.EI1S am,-aSos.
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yaiTJ TOll KliII/TlS II11KFn !V.trrTt vEKVII.
PI lila 19.26 l.37 r • - Tit.: gt'nt. Dm. PI I vbtvv: 11 ox T. U t'x • ,,) P S om. pI
adooripo. C /I ,,' I>.oüaa Bury lCIIIOOaa C 1'1 [primo] KpQToOoa PI [posl].

383. fIIlllmnOY
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Til l'ill tp111iOK61111S KlilTCXI Kai xilpos 6S6\ITWII
K6paT], Til & X1pWII mllTaqlVEls 6WXES
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H uet I1f\jIQ I bc)(\Ii.IwOII PI- -M.w P '+"'l(6!.owov PI b • K6pcn) P /I ~ pI PI
X.'P· a • lxA.nos PI- 7 1I'DMUjI' PI.

384. MAPKOY APrENTAPIOY


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IfIEvSes. 111' aVya~TJ Kflll q»61l1tllolal lT160ll.
PI lIla 17.3 f.36 r. - Tit.: MCpte. Dm. PI I ~p611011 P' 1I".!II T': ".ävT' P PI
[primo] ".!II 6' PI [post1 • hraupoJJM:I Stadtm .•" I Ta61 Seal. TC& 11 Mlllol
1ri\M1 Jac. MIII<oI. ntu.cn 7 napeMOII Muncker .1I1"v 8 Kflv 0 Kai p' KQv PI.
Adhololla Oraeca VII

Sohiffbrüchig
Stürmische Meerßut, du hast mich als Toten der Erde gegeben,
lind nun nimmst du sogar noch meinen wenigen Staub.
Muß ioh im Hades nooh soheitern' Nur ich' Ist nicht an des Strandes
rauhem Geklippe einmal Ruh mir und Frieden beschert'
Entweder schenk mir ein Grab im Schoß deiner Flut, oder gib mich
wieder der Erde und stiehl dieser den Toten nicht weg.
PAilifYPOll von Thusalonike

Ein gleiches
Sieh hier am Strande den Leib des armen Menschen! Zerrissen
sind seine Teile, verstreut über die Klippen des Meers.
Dort liegt das Haupt, von ZAhnen verwaist und der Haare entkleidet,
dort die Hände mit fünf Fingern und Nägeln, und hier
lIeisohverlassen die Rippen, da drüben die sehnen beraubten
Füße und Glieder ringsum, aus dem Gefüge gelöst.
Formte die Vielfalt der Stücke nicht einstmals ein Wesen? 0 selig,
wcr schon bei seiner Geburt nicht mehr die Sonne erblickt!

PAilifYPOll

Die alte Trinkerin


Als Aristomache alt war, sie, die mit Trinken und Schwatzen
Bakchos so freund war, wie kaum !no, die Amme, es war,
ging in die heilige Erde sie ein. Da ward ihr, die früher
immer die Becher geleert, trocken der Atem. Sie trat
IIChließlich vor Minos und sprach: "He, gib mir ein leichtes GefiBe!
Acherons finstere Flut möchte ich tragen fortan.
Denn ich ermordete auoh den Verlobten." So sagte sie listig,
um noch im Totenbereich einmal zu sehen - ein Faß.

Mamu Argmtariua
226 Anthologia Ora80& VII

386. CDlt\mnOY
·Hpws npw1'Ecri"aE, aV yap 1TpWnJV tiMlaas
"l"lov 'OOaSIKoii 6vIlOV ISElv SOPCXTOS,
Kai mpl aolS ~~OIS 6aa SivSpea IJCO<PcX n6fl"E,
1T(XvTa TOV Eis Tpol'lv fyKeK\nJKE Xo"ov'
"l"lov i1v talSIJ yap cm' &KpE!W\ICo)V KOpUfCllwv,
KapcpoiiTal 1TET~WV Koallov ävalVoj.IEva.
8wov ml TpolIJ 1TOcJOV I~Eaas, t'!vlKa Tt'\v at'\v
~~EI Kai O"TEMx.'lllilvlV m' ävn~OUS.
I 'EMaStKOÜ 0 .KIj) pi 4 iyt<nc. Bothe . _ . 15 11" pt.

386. BAUOY t\Ot\t\IOY


·HS' fyw t'! TOaCocIS NIO~'l "18os, 6aaCoc! IIi1TTlP'
SVap.opos, " IJ(XCJTWV (üypbv) fmJ~a yäM,
'AISiw 1ToMs 6"~oS 'lIi1s wSlvOS äPI8110s,
f\ mov, c':), 1lEY~'lS MIIvava 1TUpKaii'jS.
I: ds Nt6/l'l" -rl)v tv Inni"<t> ~te...e.laav, ilcmvos Iv Pt~ illlipq< hrrä vlol Kai
ToaaiiTat 8vyarlpES tn"lIiTfIaav. - I IIS' Bouhior 6S' I üypö" add. Konch
I apt6povs c.

387. BIANOPOI
geIOVÖ'lS I~alov llli'\s lI0p0v, ~. ml1TalSOs
l"1Tlal Kovcponpas laTEVOV EIs OSvvas.
viiv Si j.IE Kai1TadSOs ~Wipt'\ KCXTEv6cJCPUJ1l Molpa'
9EÜ, ~p.cpos. ~v Kai at TO MmOj.IEVOv.
n&paecpOlIT1, TOSE 1TCXTPOS ml 8p1')volalV 6Kovaov·
8is ~p{CPOS ts KO"1TOVS II'lTpOs cmOIXOIJfV'lS. Ii
PI UIa 20,18 f. 38 v. - I 8ot1Oll6E1s P /I p6pov c yaa- pt PI I f80vEpiIv P /I
Kcrnv6a.,. DOI ~ P TtS Im.,. PI 1/ polpav P 15 C!lt~V'l PI 1/ 6KouaI\I P.
Anthologia Graeoa VII 227

Protesilaos
Protesilaos, du Held, du W&rest der erste, der einstens
lIions Söhnen die Kraft griechischer Lanzen gezeigt.
All die mächtigen Bäume, die grün deinen Hügel umgeben,
sind noch schwanger vom Groll gegen da.s troische Volk.
Wenn sie mit ragendem Wipfel die ilischc Feste erkennen,
werfen sie welkend den Schmuck ihres Geblätters hemb.
0, wie kochte in dir der Haß gegen Troja, wenn heute
selbst noch die Bä.ume dein Grimm gegen die Feinde beseelt.

PhiUppos

Niobe
Niobe bin ich, versteint so oft, wie ich Mut.ter geworden.
Furchtbares traf mich: Erstarrt ist mir im Busen die Milch.
Wa.s ich zählte an Kindern, ist Hades' Reichtum; geboren
habe ich, a.ch, wa.s die Glut mächtiger Scheiter mir ließ.

LoUiU8 Bas8U8

Der einzige Sohn


Als mir Theionoe starb, da weint ich als Gatte; doch blieb mir
tröstend mein Sohn noch, und dies dämpfte mir Klage und Schmerz.
Nun aber raubte mir auch da.s neidische Schicksal mein Söhnlein.
Ach, ich werde mit dir, Kind, um da.s Letzte gebracht ...
Höre, Persephone, denn die Bitte des trauernden Vaters:
Lege da.s Kindlein im Tod gütig der Mutter ans Herz!
Bianor
Antbologla Graooa VII

388. TOY AYTOY BIANOPOI


"X8Va1 Kal1TOTCXJ.Ii;I KAmc.:)\/VllOII lx&pOs c5I1IAOS
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PI ma 19.27 f.37r [Pla).lb 15.1 f.83r [Plb). -I ~ pi :I AIKT) Pla
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389. AnOt\t\ANIAOY
Kai Tls. as ou.c trA'l KaKOll laxerroll vita MaVaas;
äJ\},,' 6 nOa&ISI1I'1I'Ov 1I'allTas I8CX1f1& SOI1OS
naaapas, oOs 'AISao a\llIl'lpI611011 flp1l'aa&1I ill1ap,
T';II 1I'0AA';1I 1I'a1Sc..>1I tA1I'ISa ICElpal1tllOV.
1I'aTpOs S' 61111aTa Avypa KaTol1~P'l6tllTa yoolalll G
c:'>Acro' KOI vii 1I'0V \IÜ~ I1la 1I'allTas (XEI.
PIlllb 211.3 f.OO r ; Ir. p. 100. - 1 noa1l51mrlj> P I II61Il<2'l (1) pi 4 KfIpäpEvov c
5 'lTCrTplS pi 11 y60lo Ir.

390. ANTInATPOY
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cxVn) cri\I1' trrllCElT' 'A1I'O~.
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T1}Aoii S' AlyallblS TI Kai Bepol'lS
IIIKf16eIS l110s 6 SpollElis KCX8EV&I.
PI llib 11.27 f.9Z r• - I aOTTj pi :I c:.p1J PI -1'IS P 4 AI...&v pi • AIOs Reiske
6tOS P om. PI.
Anthologia Graeca VII 229

Tyrannenfeind Kleitonymos
Als zum Mord des Tyrannen Kleitonymos oben zur Burg stieg,
stürzten ihn Schergen zum Fluß und zu den Fischen hinab.
Doch ihn bestattete Dike: Vom Ufer brach eine Böschung
und begrub seinen Leib völlig, von Kopf bis zum Fuß.
Ohne daß Wasser ihn netzt, nun ruht er. Voll heiliger Ehrfurcht
birgt ihn die Erde, den Hort eigener Freiheit, im Schoß.
Bianor

Die vier Söhne


Ach, wem war nicht der Schmerz, den Sohn zu beweinen, der
Doch PoseidiPPo8 begrub sämtliche vier nun; sie hat [schlimmste?
Hades an einem Tag hinweg ihm gerissen; hinweg auch
schwand ihm die Hoffnung, die er fest auf die Söhne gesetzt.
Da, in den Fluten der Tränen, erloschen des Vaters betrübte
Augen; die nämliche Na.cht hüllt sie gemeinsam nun ein.

Apollonidas

Wettkämpfer Apollodoros
Den arkadischen Berg Kyllene kennst du;
dieser bildet Apollodoros' Grabmal.
Als von Pisa er kam zur nächtgen Stunde,
traf ein Blitz von der Hand des Zeus ihn tödlich.
Von Aiganea und Beroia fern nun
ruht der Läufer im Schlaf, von Zeus geschlagen.

Antipatroa von Thusalonike


Aa1bologia Groee& VII

391. BAIIOY AOAAIOY


KMISoVxol 1lEICIIwll, lT~ 'AISao ~
~wn, Kai C7TOlllols w16pa SEx0Ia6r, mi).al.
aVr6s lyWII 'AlBas I.,rnCl)· rlp~IIIKOs &rr~II,
OVK 11l6s' OV XCl)pE1 lIi'ia T60lJII 'AXtpCl)II.
I: ds rEplJClllIKbv "TOv KalO'CIpGS [= Tiberii] äIItA,I6oiN, TOll 1Tanpa Nlpc.>I/OS.

3\1:2. HPAKAEIt.OY IINOnEOI


Aa1).CX\fI Kat lTO).V KiiIIa Kat allTo).at 'APKTOVPOIO
Kai aK6TOS Alyalov T' olSlIa KaKOll lTE).cXy&VS,
Taii6' &\Ia lTcXIIT' fKVKT]<n1l 111';11 llta· Tp1x&a Sl KAaa6rls
laTOs OlloV fOpTCj> K~ Kä).VIf/E ~vec;;.
IICXVTJYOII KAatOITE lTap' a1YIa).01at, yovi!ES,
ThTlatldVT'\ Kc.>f'; 11 aTT)acXJ.II1/01 M6aKa.
PI Ina 19,28 f.37r. - I aVToAal 'ApK"foUpoiai pi I Alyalov 0 PI «py, (tl pi
J mlnrTa tMc. PI I ut DOV! ep. inltium exhib. pi • KCo>fbv PI.

393. t.IOKAEOYI KAPYITIOY


Mit IIE K6V1 KpU\vTJTE' TI yap lTä).l; ilTIS' rnl TaVTTJS
~611OS OVK 611O"ri!1I ya1all 11101 -rl6ETE.
1ICri1lETCX1 EIs J.II 6ä).aaaa Kat b xtpaolalllE &1).011
NplO1CEl ~1CX1S, olSE IIE Kf\1I 'AIS1J.
Xipaoll ~IIIEIII (lI) lllEO XcXplll \i8aT1 &v1l6s,
apKE1 1101 aTa&.pil 1I11111tllEII Ws äTafOS.
I: IIS T611 aVT611 VavTlyOlI "n.1lal\liIl1lIl, oVnl/OS Tä MIIjICIIIQ hrl ~II alYlaAWII
tta>.Iv&rTal T~iIs oU ~. - I träMt pi 11 TaIitm Salm. -as I MI/OS Salm.
-as 11 TI8nt Salm. Tlant J \ICI!WTOl Bruaok ·TI 6' 1/ ds \Il Salm. ds llli c i\li pi
11 l(Ipalai (?I pi 4 KElII C I X'pc7OII J. G. Schneider -<1tt' 6' 11 ~1IfI1I Jac. -11
o 11TI~alllEi pi 1111 add. Heck~r • 6pKEJ 1101 Har~rton 1T6ptcll~al.
ADthologi .. Oraeo .. VII 231

Germanicus
Pförtner des Reiches der Toten, sperrt ab die Wege zum HadesI
Fügt in die Ösen hinein, Tore, die Riegel am Schloß I
loh, Fürst Hades, gebiet es. Germanious eignet den Sternen,
nicht mir. Im Acheron paßt nirgends ein Fahrzeug für ihn.

LolliU8 &88U8

Schiffbrüchig
Sturm, die unendliche See, der Aufgang des Sternes Arkturos,
Nacht und die wogende Flut rings im Ägiisohen Meer,
alles zusammen verheerte mein Schiff; schon war mir der Mastbaum
dreimal geborsten, da riß mich und die Fracht es hinab.
Wl'int um Tlesimenes denn, den Gescheiterten, weinet, ihr Eltern,
dort am Gestade, wo ihr nutzlos ein Mal mir erbaut.

Ein gleiches
Deckt mich nicht wieder mit Staub I Wozu? Bestreut hier am Strande
nicht mich von neuem mit Sand! Tadelt die Erde auoh nicht I
Gegen mich wütet das Meer; es findet mich hoch auf des Festlands
felsiger Küste und nimmt selbst nooh im Hades mioh wahr.
Wenn es das Wasser denn lüstet, ob meiner aufs Festland zu steigen,
ziehe ich wirklich es vor, grablos zu liegen am Strand.

JUliU8 Dioklu von Kary8to8


Anthologia Graeoa VII

394. Glll\mnoy eEIIAI\ONIKEAI


MUMpy6:ras &vitp IIE Kftll twäs )(P6I1OIS
JXxpußpolJ1\Tall elXE SI"'lTOII ntrpoII,
1I'VPT'lepcrroll AalKtTpos EliKO:pnou Ä6:rpIII.
\Cal KcrrlIa~II aT~c.>a1! T~' rn' f1pl~,
aVlI&T)l1a -nx1lOS' c':ls IxEI 11' ald ßaPÜII,
\Cal tG)II All IpyolS Kai eallwII In' 6crriOIS.
I K1'\v pi k' flv 0 I ~PU~IIf)Tav dXI Salm. 00111'15 6wtX' 11 61111lTbv Salm .•Tm.
S nvP1l~ GUTot ·TOU.

3N. MAPKOY APrENTAPIOY


0Vr0s 6 KcV.Äalaxpou \CEt1E6s TafQS, 611 ~ XEÜIlQ
la'PT'lMII AIßUKG)II IIISpolliollTa nOpcoI)\I.
aupl16s 6-1" 'WplwlIOS &\lEaTp~epT'laE eaM~s
ßill80S wo aTUYEPi'\s olSlIaTa nall6ualT'lS.
Kai TOll Idll SalaallTo KUK~IIEIIOII EIII ~I ei'\pES. 6
KWIf'OII S~ o-n'l;\T'I ypoWa M;\0YXE TOSe.
PI I1Ib 19,10 f.93 Y • - Tit.: Mäpcou om. PI I W&poll- P WS- PI S 6T' PI 6'
6T' P 4 'll'GVCN61'lS pi I EI" ex EIs PI • Si cm'I).1l PI 6' Iv cm'I).1J 0 Iv cm'I).1J Pi.

396. BIANOPOI BleYNOY


OISI'n'080s nal6wII 91'!ßT'I T&epOS' &;\;\' 6 nall~;\T'lS
TVIIßOS rn t~IITWII alaealllTal noMl1wII.
KElIIOUS 0\16' 'AI6T'1S A6al1aaaaTO \CfllI 'AXipollTl
11O:p\IQlITal' \CEI IIWII X~ Taepos allTlncx;\os,
tcal1l'Vpl 'lriip f\My~all 1\lQlITloII. ~ l1.EElllol
nat&s. 6:tco1111'!TWII &jIallElIOl 80p0:rWII.
PI lila 13,2 f.36r [Pla), lllb 13,3f.eaqPlb). - Til.: gent.om. PI I wo>Jllc.w:
6opQTc.w Pla S oU6' Plb oUT' eet.1I K1'\v P Pla krIll' Plb 4 ävrInv).os Pi.
Anthologl. Gr.aoa VII 233

Der Müller
Dem Müller war ich schon zur Lebenszeit ein Stein,
der sich, der fruchtenden Demeter frommer Knecht,
dumpfdonnernd drehte, zu zermalmen ihm das Kom.
Nun stellt' er nach dem Tod mich hier aufs Grab als Mal
und Handwerks Bild. So spürt er immer meine Lut:
im Leben bei dem Werk, im Tod auf dem Gebein.
PMlif1'P06 _ TlauItJltmike

Der schiffbrüchige Kallaischros


Dies ist das Grab des Kalla.ischroa; doch leer; auf dem Libyschen
riß mit gewaltiger Wucht ihn eine WeUe hinab, [Meere
als bei dem drohenden Sinken Orlons die tobende Windsbraut
aus der Tiefe herauf wallende Wogen gewühlt.
Dann zerfraßen ihn Tiere, indes ihn die Fluten umspülten;
doch der Grabstein dahier trAgt eine trügende Schrift.

Marcru A.rgenl4riw

Die Ödipussöhne
Ödipus' Söhne wurden in Theben bestattet, doch weiter
lebt ihre Feindsohaft, und nooh spürt sie der Hügel als Fluch.
Selbst nioht Hades hat sie gezähmt, und an Acherons Ufern
kämpfen sie weiter; ihr Grab streitet noch fort. und den Haß
zeigten die Flammen den Flammen. Unglüokliohe Brüder, ihr nah met
Waffen dereinst in die Hand, denen kein Friede erblüht.

Bianor _ Bithynim
Antbologia Oraeca VII

397. EPYKIOY [9ETTAI\OY)


CXtx 6& SEI~OIOS :ürnipov Ta~, ovS' \nro TaIinJ,
~ Myos, eÖ"'lTOI mlpKaiij !lxTvpos·
äJV.' EI lfOV TI\IQ nOlITOV äKoVETe, rnKpOv llCETvov,
TOV "lri}.as olyovOj.IOv MV~OIJEVOV MVK~11S,
I<Elv~ SIV1'lEYTI 1<01 O:rpvyh~ trI I<ET\.Iol
Ö5cxTI, IJCI1vol!l~ 1JE\.I~IJEYOS BopEtJ.
PI lila 19,29 f.37r. - Tit.: 9rrT. om. PI I 6EIAoIOS 0 PI [primo] -aiov pt PI
[post] I MlocrrOI PI 3 wlvc.>v P' • MIKä}"as pi 11 Bopi'l P -'Iv ex ·IJ PI.

398. ANTmATPOY
OVK olS', EI tuovvaov 6v6auOI1QI flluOs 6~pov
1!l\.l1jlO\.I'. 6~Ia&r!pol S' ds lT6Sas &I!~POl.
ayp6ge yap 1(QT16YTa TToM~EVOV 11< lTOTE SalTOs
TÜ\.I~ I)(EI y~laxp<o)v l~EP11TOYTO ~6q>wv·
ICEtTaI S' AloMSos !l!vpV1lS lxas. äJV.a T1S 6pf"'lS
&IIJQIVOI lJE8Vwv O:rp<mOV IiETIllV.
PIIUa 17,. f.36r. - I EI P " PlI/ AlcMlO'O'OII 08' 6wO'O'Ov P'I/6vojlaaaojlcn P'.

399. ANTI~II\OY

Tll~OTO:rW XEVaofIa1I&1 Taq>OV OlS11T0Scx0


lTOlulv ehr' äJV.1'l~v, ols mpas ovS' 'AISas,
äJV.a I<al EIS 'AXtpoYTOS Ivo lT~OOV 1'lpv1'luaYTo
Xw aTVyEp6s ~WEI K1'!v f6ll!lvolulv •ApllS.
f1v1Se mlPl<ai~s 6;VIUOV ,Myo· Salo~ yap
l~ IvOs EiS Sluuav S~PIV ehroaTpt,ETOI.
I 1ripaas pI em. 0 S' AxtponCl pI em. o.
AnthoJogia Oraeca VII 23/1

Der sohiffbrüchige Satyros


Satyros' trauriges Grab ist dieses mitnichten. Denn Ruh ward
Satyros nicht, wie es heißt, selbst unter Scheitern gegönnt.
Nein, wenn je du vom Meer, vom schrecklichen Meere vernommen,
das an der Ziegentrift Mykales brausend sich bricht,
sieh, dort lieg ich noch immer im öden, strudelnden Wasser,
und meine Klage ergeht ewig ob Boreas' Wut.
ErykicM

Tod im Rausch
Geb ich Dionyaoa schuld? Oder schelt ich den Regen Kronions?
Weiß nicht. Sie nehmen ja wohl beide dem Fuße den Halt.
Jüngst, als Polyxen08 heimging vom Fest auf dem Lande, da stürzte
er von dem schlüpfrigen Hang. Siehe, nun ruht er im Grab,
weit vom aioliachen Smyrna entfernt. - 0 fürchte im Finstern,
wenn du berauscht biat, den Weg, welchen der Regen benetzt.

Die Ödipussöhne
Fern voneinander mußte man, Ödipus' Söhnen den letzten
Hügel errichten; es steckt ihnen auch Hades kein Ziel.
Noch des Acherons Flut durchfuhren sie beide geschieden:
der die Lebenden trieb, lebt in den Toten, der Haß.
Siehst du des Holzes zerfahrenden Brand? Er hat sioh, aus einem
Funken entsprungen, in zwei feindliche Flammen zerteilt.
AmipAÜOI
2311 Anthologia Ora80a VII

400. IEPAmANOI AI\EE:AN6PEAI


ToUT' 6crmiv ~bs 1TO~IJEPyiOS. ~ fXt TlS ~aea
fl.l1T0pos 1\ TVqI~OV KVllaTOS Ix6vßoi\os; -
,:A~ti\ov 6111lTOlcnv, &n crrmJ8011TES ~ ~
iA1Tl~ EiS Tolllv iA1TI5a ~vOlI&6a."
PI 111- 6,111 1.321"; Laur. 32.16 [Dm. v.I-2). - Tlt. om. Laur. gent. om. PI t lX-
~'sP'.

401. KPINArOPOY
TilvS' wo 5~~v 6Mpel X60va ~ aAlTpoV
öcrria 1l10000Ti'jS TVIlßos wtp KE~i'\s
crripva T' 11ToKpIOeVTa Kai OÜl< eV051l0v 650VTCI)V
1Tplova KaI KW~CI)V 8ov~lov olO'T1'UiTlv,
chplXa KalKOpO'T)V, EvvlKI80v 1'Illlwp<ona
Mlljlav', hl X~CI)pi'\s fll1TMa TT)KE5ol'OS-
X6c:lv W 5vo-wI.IqIEVTE, ICCD<OO'I<1')VEVS hrl -nWllS
av5p6s 1l1'l KOVqlll !dIc).IOO IlTl5' oMYTI.
I: mpoll ~VUIiOll Ils EwllhKOII, OÖTII/OS Ta 6oT& 4Tn~'1Ta. - PI IIlb 23,1
f. 96 r • - I fr.ipvov P' /I T' hroKpllxVTa I T' hmcpdlCOllTa pI TI 1TMla 66).0'0 PI 1/
666vTa P' I 6:crrp,xa pI /I EÖ\I1d6ou Brunok Eüvl6.KOII pI -161KOU 0 PI 8.....,.\CJO
11'16' 0 PI -ICJOIlct\ 6' PI.

402. ANTInATPOY
XEllJEplov I'lqlETOtO mpl 6prYKolal TCXldVTOS
~1.Ia maov TT\V ypaiiv lImxve Avcn5hcllv.
criilla 51 01 KCo>Ili'\TaI 61.1W~ OÖlc ~' 6pVK"ri'\s
yalllS, ai\j\' aVTOl' wpyov f6EVTO TaqlOV.
Anthologia Graoea VII 237

Schiffbrüchig
Dies ist Gebein eines tätigen ManIllI. Sag, warst du ein Kaufmann,
oder hast du im blind wogenden Meere gefischt? -
"Melde dem sterblichen Volk: Wir jagen wohl ruhlos nach andern
Zielen und steuern zuletzt alle zu solch einem Ziel."
Serapion von Alexandria

Eunikidas
Mit vertrockneter Erde preßt über verhaßtem Gesichte
hier ein Grab das Gebein eines Verbrechers hinab,
preßt ihm die schwielige Brust, die stinkende Säge der Zähne,
seine Beine, vom Band sklavischer Fesseln umschnürt,
und den geschorenen Schädel, es preßt des Eunikidas Reste,
halb nur verbrannt und grün noch von Verwesung bedeckt.
0, die du übel dich paarst mit diesem Greue} von Menschen,
lege dich, Erde, nicht leicht, leg dich nicht wenig auf ihn.

KrinagoraB

Häuschen als Grabhügel


Als an Lysidikes Haus auf dem Dache der Winterschnee taute,
brach es zusammen und gab jählings der Alten den Tod.
Doch die Nachbarn im Dorf, sie gruben nicht Erde zum Hügel,
sondern häuften ihr gleich türmend das Häuschen als Grab.

Antipatro8 von The88alonike


Anthologla Ora"oa VII

403. MAPKOY APrENTAPIOY


't'v).}.,OS, 6 T~ tToel\l~ hnl.llo6lSas alb hal~
m\.ltTc.>II fs Ta IlEc.>II ~54a OV\.l1T6aIa,
oVrOS 6 6TtpElic.>II ehr~~~ 11l6ä6E I<EITat,
alaxpoll ehr' ävepWtTc.>II \.1106011 lll&yt<~IIOS.
ä?~a ~160US rnl ,.v\.l~Oll, 660ltTope, \.I1'\TE aV ~ä?M
\.I1'\T' f!iJ\AOII mlat;lS. oi'j\.IQ ~i~oyxe 1lE1M.
cpElaal S', oli)( 6TI tdpSOS rn~IIeaell, äJ.:A' 6TI KOlIlas
6pi",as \.IOIXMIII oUt< .SISa~ IItOUS.
I: .Is 'l'ilUOII TlvG wpoaywya.., 6v fI ICOII/fI CNVI'\8Ila KaMt llau>'Icrn\V. - PI lIla
8,311 f.32 v • - Tit.: Mbpccou OID. PI I ~ PI I III\TI 0 PI 11#\ TI [ToT] PI.

4CM. ZnNA IAP61ANOY


't'V)(pQII aev 1<EcpcV.(is rnQ\.l1'\aO\.IQ1 alY'~I""
6tva Ka-ra KpUEpoO XEVa\.ll1lOS IlEK\IOS'
ou yap aev \.I1'\TTlP rn\"rV\.I~la Kc.>KVovaa
.IS.II c!t1.I~a\IToII aOll \.IOpalI elllä?loII,
äJ.:Aa a' IpTJ\.Iaiol TE Kai &~el\lol tT1.a-ra\.lwII&S
St~a\IT' AlyaiTJS Yll-rollES ~IOIlOS.
~' Ixe 11111 'fI<I!1ä6ov \.IOpIOtl ~pa)(v, tTOV~V Se 5ät<pv,
~lll', rnd ds 61.oTtll (spa\.llS t\.l1TOPITJII.
PI mb 19.12 f.lKr. - Tit.: Zavoü I. PI S aN PI acu P 4 6>.1~avTO\I J.~.
6>.1~GvT_ P 6>.I~G.m! PI '6i~0\mJI yaI'lS P PI <,m. Reiako 1/ 1\16Yos I -VIf pI PI
, ljIOIIÖ8ouS PI.

405. ~1"mnOY
'CI.) ~Eill&. cpeiiyE TOll xa~atrni'l Tacpoll
TOll q>pIKTOII 'ltTtTWllaKTos. OÖ T. xa Ttq>pa
lallßla~el BOv-rraMIOII fs a-rVyOS.
\.11'\ tTc.>S l'YflplJS aq>f\Ka TOll KOI\.IW\.IIVOII,
ös OÜS' b •AISIJ vOll I<EKol\.lll<EII X01.011
aKatol101 \.IhpolS 6p8clt TO~as fm'\.
PI 111 b 22.5 f.9.P'. - Tit.: ~v.hmou pI MlllviP\lOU 01 Si 1P1>.i1T1TOU e om. 1'1
S ls 0"TVy0'l e PI IcrTVyÖSpi S 1ClIC011I11CfV PI -1I'11U\1 P.
Anthololia Graeca VII 239

Der Bordellwirt
Psyll08, der liebesbereite Hetären für klingende Münzen
immer zum frohen Bankett schwärmender Knaben geschickt.
der nach zartem Verlangen bei Männem gesucht hat, hier ruht er;
schmutzigen Lohn und Gewinn heimste er ein von der Welt.
Trotzdem, wirf keinen Stein auf den Hügel ihm, Wandrer, und treib
keinen andern dazu; der ist begraben und tot. [auch
Schon' ihn! Nicht weil er ein großes Vermögen gewonnen, nein, weil er
Dirnen gehalten und 80 MAnner vor Ehbruoh geschützt.
M(JrC1U A.rgenl4r'w

Sohiffbrüohig
Ober dein Haupt hin häuf ich den kühlen Sand des Gestades,
Toter, und streue ihn dir rinp auf das kalte Gebein.
Ach, nicht sah deine Mutter, wie sterbend im wogenden Meere
du versankest, und hat TrAnen am Grab dir geweint,
nein, ver1assene Flächen des ungastfreundlichen Strandes
am Ägäischen Meer nahmen dich Scheiternden auf.
Nimm denn den wenigen Sand und die reichlichen TrAnen, du Fremder.
Sieh, nun hast du die Fahrt, Kaufmann, zum Tode gemacht.

DiodoT08 Zona.t tIOn S(Jrdu

Hipponax
o fliehe, Wandrer, hier des Wortehaglel'8 Grab,
Hipponax' Hügel, dessen Asche drunten noch
gehässige Verse schleudert wider Bupal08!
Flieh, daß du nicht die eingeschlafne Wespe weckst,
die selbst im Hades nicht den Grimm beschwichtigt hat
und pfeilgerade ihre Hinkejamben schießt!
Plailippos
240 Anthologia Oraeoa VII

400. 6EOfonPI6"
Ev~plwv, 6 mplaaov rnu7TallEv6s Tl lToi'\aal,
ßelpaiKOIS ICEITCXI TOla& lTapO: C7ICO.falV.
QUa aV TC;; 11ÜC7T1) {loltlV i'l11i'\"ov dmxp~al
ft I1VPTOV' Kai yap ~wOs Iwv IqlIMI.
I: IIs 'TOll Eu.op1wvos TCp TOO \MnOU Ti.IIv 'EAA'IIIIKC,V llu8oA0Yl\IlQn.)v ,. nAI·
OIOUP)'1lIlÖ=W. - S aiJ Reiake 001 11 ~a\ Pi.

407. foIOl:KOPlfoOY
"HlhaTOV qll'-iOVC7I vIolS lTpoaavO:Mll1' Ipc:rrwv,
Icrn~, aVv MOVaCXlS, ~ (IO: 0'1 ßlEpll1
i'I 'E"IKWV eVKlaaos taa lTlI&lovaav lKElvalS
KOaIIEI, TtlV 'EptaCj) MoOaall Iv Alo"161'
ft Kai 'Yl1tlv 'Yl.ltvalOS f)(WII N~ mIIK1111
aVv aal VVI.lqII81wv TCJTa6' Vrrip 8a'-6:I.lwv·
i'I KI ""pEW vlOII Ipvos 68vpol.lt~ 'AqIpo81TTJ
aVllepl1VOS l1aKapwv IEPOV 6'-aos 6pijS.
lTaVTTJ, lTeYrVla, XalpE &alS taa· aas yap aol8as
&6avO:Tas C)(OIlEV viiv m &vyaripas. 10
I 'II'pooavCac>.IIl' Salm. ·1'" 4 'EplaQ Pli'" add. 0 I 'VII';" Reiake wrv 7 KlvUpeo
pi 1/68vpollM) Brunok ''111 ''''11061'"1 pi t laa' a~ yap Tyrwhitt yap laas pi
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laas yap /J äol~ O.

408. AEnNI6"
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Anthologia Grallea VII 241

Dichter Euphorion
Bei den piräischen Schenkeln fand hier Euphorion Ruhe.
er, der über das Maß Werke zu schaffen verstand.
Wanderer, weihe dem Mysten ein Opfer von Apfel, Granate
oder Myrte; er hat stets sie im Leben geliebt.

Sappho
Holde Zuflucht der Liebe für Herzen der Jugend, 0 Sappho,
du, der Musen Gespiel: Helikons Efeubereich
und Piilrien huldigt dir Geist vom Geiste der Musen,
Kind aus aiolischem Land, Muse von Eresos du.
Hymen, Gott Hymenaios, zu HAupten des bräutlichen Bettes
steht im Gemach er und schwingt hell seine Fackel bei dir.
Weinend mit Kypris, die klagt ob Kinyraa' blühendem Sohne,
siehst du den heiligen Hain nun bei der Seligen Schar.
Göttlich sei stets deine Freude! Uns aber verblieb noch bis heute
dein unsterbliches Kind, Hehre. dein göttliches Lied.
Dio8koridu

Hipponax
Geht ihr am Grabe vorbei, seid leise, damit ihr die bÖfle
Wespe, die Ruhe hier fand, in ihrem Schlummer nicht stört.
Denn des Hipponax Zorn, der die eigenen Eltern nicht schonte,
kam erst soeben in Ruh, sank erst soeben in Schlaf.
Darum - nehmt euch in acht! Denn seine brennenden Worte
wissen im Tartaros noch bitterlich wehe zu tun.
409. ANTmATPOY [9EIIAI\ONIKEnI)
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OOax~, II t~ls -rOll 6yiAaCTTOII 6Tra,
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410. AIOIKOPIAOY
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Xc:nnKbS ~II C7ÜKWII 6ppIXOS ae1.o11 hl.
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Tl"oAAclc Tl"pocmIpf!aEl Xch&pa· T6101clc S' llola.
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Heinaiu -os 1.1 Deer. 01 • '11'p6 GIG ,~cnl P 11m. Rei8ke 11 T6pci HeiDeke T 61.).a.

411. TOY AYTOY


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TralY\IIa KaI KWIJOUS "rOW& TEMloUpous
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KaI -rO KCITclr CJlC1111t'\II IoIETEKallllaEII. c':) CTT6j.IQ Tl"mwII :5
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I Tclr Rei8ke 'TÖ I ~ I/OIII'IS lila IV Ta)(~as P 11m. Salm. .~.: &1;-
a.,Ülke 11 TOI noe"nS
11 cf. 409.2. IX 11'.8.
An~bologia Graeca VII 243

Dichter Antimachos
Rühmt. des Antimach08 Fleiß und den Vers, der mJ.chtigen Schwunges
würdig dem trotzigen Stolz alter Heroen Bich fügt
lind auf dem Amboß der Ml18en geschmiedet wurde, wenn euer
Ohr sich geschärft hat, wenn gern ernste Gesänge es hört
und ihr Pfade begehrt, die nie noch ein andrer betreten.
Liegt auch du Szepter des Sangs fest bei Homeroa und steht
über Poaeidona Gewalt die StArke Kronions: POII6idon,
wenn auch Bchwicher, er bleibt doch der Unsterblichen Fürst.
AI80 weicht auch der Wohner von Kolophon zwar dem Homeroa,
aber er Bchreitet der Schar anderer Sänger voran.
A nUpalr08 von Bidon

Thespi8
Ich bin Thespi8; ich habe die tragi8che Dichtung erfunden,
als ich rür Bauern im Dorf neues Vergnügen ersann.
Bakch08 führte da noch einen derben Chor, und zum Preise
ward ihm ein Bock und ein Korb attischer Feigen geschenkt.
Änderten Neue es um, es geben die vielen Äonen
vielem noch andre Gestalt.: aber W&B mein ist, ist mein.

Aisohylos
Dies die Erfindung des Thespia. Die Spiele aus bAuriacher Umwelt
und aus trunkenem Schwarm hob zum Vollendeten dann
Aiachyl08 türmend empor. Nicht mühsam in zierlichen Versen,
nein, wie ein reißender St.rom brausend ergoß er du Wort.
Neu auch Bchuf er die Bühne. 0 Künder des ganzen Geschlechtes
alter Heroen, du hut traun dich alB Meister gezeigt.
An~hologla Oraeo. VII

.12. AAKAIOY MEIIHNIOY


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• 13. ANTmATPOY
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sOl1aPIS, ou hl1r6wv EOaSs KEKpvcpahOS,
OVhas Se C1KI1rWIII avv6I11rOPOS 6: TE avvct>SOs
SI1rha~ Kai KOlTas ~hi'\lIa xal1alhsxios.
älll 51 Malvahlas Kappwv .'IlEIV 'ATahaVTas
T6aaoll, 60'011 aocpla Kpjaaov 6pEISpoI11as.
PI llIb 11,11 f.92 V • - Tlt.: e.aacr>.O\IuUWS add. 0 om. P' PI I o(I"f6).IIW11 Jao.
~ P -t;Ww.w [t; Oll a] PI I IMII"v 0 So. oU ~. r<iIl. Suid ••• fÖ\läpElCI 11 06:
06 Si P 11 -mAllOS Salm. ''In'\T),OS I o6),ol!s Hecker oö6as /I cnrfI'II'WIII C '~),I\
1MIIx0\lCD Mxios p. f ~I Konoh 6111 P 6""1 PI /I Kpi_ PI 11 01111111 [infin.
Rhod.: = OVUl] Konoh 611111 8 1JOf1" P /l6p.6po\1las PI 6po6poll.l'lS P .

• 1•• NOIIIt.OI THI MEAOnOlOY


Kai KCrn\IpOv yEhO:aas 1rapallEljno KaI cplhOV Ehrwv -
~i'\II' W 61101. 'Plv6wv ElII' 6 IvpaK6atos,
MovaO:wv ohlYTl TIS d:T(80vls' ähAa cphväKc..>v
tK TpayIK&:I1I 'SIOV Klaaov 6S~.
PI llIa 6,18 f.32r. - Tit.: Ti!s 11. om. pi PI I 1111' Pli Iupatt.6oIos pI IUp1lK' C PI
S t><UI!acc.w 0 ,wlDc-
(7) p. KCI),U1cWII PI • KlaaOv 0 PI KpEC7aO\I PI.
Antholollia Oraeu V U

SAnger Pylade8
Tränen vergießt ganz Hellas, 0 Pyladea, über dein Scheiden,
aoh, und bis auf die Haut 80hnitt es das wallende Haar.
Phoibo8 nahm selber den Lorbeer vom nie nooh gesohorenen Haupte,
um seinem Sänger, wie reoht, ziemende Ehre zu weihn.
Klagend 8tanden die Musen, Aaopoa hemmte die Wogen,
al8 er aus ihrem Mund Jammern und Seufzen vernahm.
Doch in Dionysos' Haus nun fanden die Tänze ein Ende,
seit du den eisernen Pfad nieder zum Acheron gingst.
Alkoiolvem MU8tM

Philo8ophin Hipparchia
Wahrlioh, ioh hab nioht du Tun der Frauen im langen Gewande,
80ndern der Kynikersohar kraftvolles Dasein erwählt,
ich, die Hipparcbia hieß. Nioht Kleider mit Spangen, nioht dioke
Sohlen, kein duftendes Netz hat mich zu reizen vermooht,
80ndern die Deoke am Boden, der Ranzen, des Stookes Geleite
und, im Einklang damit, 8chließlich das Doppelgewand.
Mainalon aah Ataiante, doch rag ioh 80 hoch über diese,
wie die Weisheit den Sieg über den Berglauf verdient.

A7Ilipalr06 vem 8idon

Diohter Rhinthon
Gehst du vorüber, dann lache hellauf und rufe ein freundlich
Wort mir entgegen: ich bin Rhinthon von Stadt Syrakus.
Naohtigall bin ich der Musen, zwar klein nur, doch hab ioh mit heitren
tragisohen Spielen mir einet eigenen Efeu gepflüokt.
Lyrikerin N 088~
246 Antbolo,la Oraeoa VII

41:1. KAAAI M AXOY


BCXTTIIX51(O) lTcxpa cri\1UX flpels lT65as EU ~V ~ol51iv
elSOTos, IV 5' otvCj> Kalpla CJV)')'IAclc7CXl.
I: EIs T1VG ~ u1bv Cf! BaTTläSl'l" add. 0) 1T01rrn'l1/.

410
E\ncp6:rE(o) MeAiaypov IX(o), eillE, TOV aVv ·~Tt
Kai MOIiaCXlS lClpClacrv8' ~5v},oyous XapiTas.
Z KEpäaav&' Boubler -n'.

417. MEAEArpOY
Näaos t(Ja 8prnnlpa Tvpos' lTarpa 5i (JE TEKVOi
'AT8IS tv 'AaavplolS valo(Jiva ra5apolS'
EIiKp6:Te(o) 5' 1~},aaTov 6 aVv MoliaalS MeAiaypos
lTpCrra M&V11TlTEloIS avVTpoxaaas XaplalV.
el 5i IvpOS, TI TO 8cxOlUX; (Jlall, eiVE, lTaTpl5a KOa(JOII 5
valo(.l&v, Iv 811aT0Vs lTaVTas ITIKTE Xaos.
lTov'-veT1'!s 5' txapaea Ta5' tv 5i},Tolal lTpO TIi(J~v'
ynp(o)S yap yelT(o)1I lyyVeev 'A15e(o).
äMa (.1& TOll },a).10V KallTpeaßliTTJv aV lTpoae11TWV
XalpelV eIs yi\pas KaVTÖS lKOIO },&Aov. 10
PI lIla 6,17 f.32f. - a 6: ~ (!) pi 4 'lTpijra: 'lTp6s Ta pi 11 \lMmrtlOIS C lJ!v
hr- pi II!II h""laas PI 8 yi\pas y. )'1lTol/ PI • <IV om. P.

418. TOY AYTOY MEAEArpOY


npW-ra (.101 r a5~v W1IIa lTO},IS rnmo 1T6:Tpa.
flvSpc.xnv 5' "pa &ea(Jiva (.1& Tvpos-
eIs yi\pas 5' 6T' I~v, a Kerl 61a 8pE\flCX(JEva K(;)s
Ka~ enov MepOlT(O)v ~ov IyrJpoTp6qlEl.
MoüaCXl 5' elv 6},IYOlS (.1&, TOV E\ncp6:rE(o) MeAEaypov
lTat5a, Mell11TlTElolS ~y},cnaav Xap1C11V.
I: oUTos b MUJaypos tv Keil ~ ""Olt' KaTCl)'Tlp6:ocat hWirnlcnv. - Z 6E~aptva C
-l1l'I pi a a add. Heoker 11 8Jl1'+'C1idVG 0 -l1l'I pi • 1\U.1lTIloiS P om. Holstein.
Antbologia Graeea VII 247

Kallimacho8
Gehst an dem Male des Sohnes von Battos vorüber; vortrefflich
sang er, und treIDich beim Wein hat er mit Freunden gelacht.
Kallimacho.t

Meleagros
Freund, ich umschließe des Eukrates Sohn Meleagroa, der Eros
und die Musen mit hold plaudernden Grazien vereint.
Anonym

Ein gleiches
Tyl'08 hat mich erzogen, doch Gadara war meine Heimat,
jenes neue Athen in der Assyrier Land.
Ich, des Eukrates Sohn, Meleagroa, der Musen GefAhrte,
hab mit den Grazien Menippa früh schon den Wettlauf versucht.
War ich ein Syrer, was tut's? Die Welt ist der Sterblichen Heimat,
und ein Chaos gebar ail.mtliche Menschen, mein Freund.
Greis schon war ich, da ritzte ich dies auf die Tafel am Grabe;
Nachbar des Alters zu sein, heißt auch, vom Tode nicht weit.
Wenn du mich aber noch grüßt, mich plauderaeligen Alten,
wünsch ich, dann mögest auch du plaudernden Alters dich !reun.
Mekagro.t

Ein gleiches
Gadaras ruhmvolle Stadt war zuerst meine Heimat; die heil 'ge
Tyr08 empfing mich sodann, die mich zum Manne gereift.
Als ich zu Tagen gekommen, da ward ich ein Meroperbfirger:
K08, die den Zeus schon gesäugt, nährte im Alter auch mich.
Doch die Musen beschenkten mich, Eukrates' Sohn Meleagros,
was sie nur wenigen tun, hold mit den Grazien Menipps.
MekagTOl
248 Anthologia Graeca VII

419. TOY AYTOY MEAEArpOY

'A'TpeIJCXS. eIl ~ellE, ßaive· 11'ap' euO'eßtO'IV yap 6 11'ptO'ßVS


euSel KOIIJIl6els Ü'Tl'VOV 6qleIMlJEvov.
EÜKp6:TEc.l Me;\taypos. 6 'TOV YAVKVSaKPVV "Epc.l'Ta
Kai MovO'cxs IAapals O'VO"TOAIO'cxs XapIO'IV'
ÖV 6eoll'alS ftvSpc.lO'E TvpOS raSCxpoov 6' lepa X6wv· s
Kc;)s S' tp<rn'J Mepo'!Tc.lv 11'ptO'ßvv tyIlPO'TPOCPEI.
aAA' el ~v Ivpos tO'O'I ...IaMIJ", eIS' ovv aV ye <l>ohl\~,
.. AuSovls", eIS' "EAAllv. "Xaipe". 'TO 5' aVro cppaO'ov.
I: EIs TOll ooiTOII MeJ..icrypo", TOll äya6011 lTOI'lT1\II, TOll CJV\/cryc.>yia T(;)II imypa~­
lIarc.>lI. - PI nl a 22,55 f.4Ir. - I KatllE lTaII pt 4 Mouoals Pli aV aToMooo; c
5 S' IEPl'\ PI G S' om. pt 8 aüSollls Seal. 1101 SI6S pt PI IIcXtSIOS c.

420. t.IOTIMOY A9HNAIOY TOY t.IOnEI90YI

'EAll'ISes av6pwll'c.lv. tAacppal 6eal - ov yap <Xv eIlSe


AtO'ßov' 6 AVO'IIJEA1'}S CxlJcpeKaAVIjI' 'AISTls,
ÖS '!TOTE Kai ßaO'IAijl O'VveSpalJe Kai IJET' 'Epw'Tc.lv -.
XalpeTE. KovcpO'Ta'Tal SallJoves Cxeava.c.lv.
aVAol S' äcp6eYK'T01 Kai amvetes. ols tvrnllEVO'E. 5
KEiae', rnel ou 61aO'ovs, ou Xopov oIS' 'AXtpc.lv.
·PI lIla 6,18 f.32r. - Tit.: 'A6. T. t.. c [in ras.] t.IOTI~ou tantum PI :t Mo~oll'
c -Oll pt PI 5 6cpEYKTOI (TI pt G ou e. ou X. Boi98. oUe'!EpOs P PI [Ip-) oUK <j>SCrs
OUx 6poll schol. Wech. OUx <j>. oö ~hpoll schol. Bern. et Weoh. 11 olS': OÖS' PI.

421. [TOY AYTOYl MEAEArpOY

n'Tave. 'Ti 0'01 O'IßVIICXS. 'TI S~ Kai O'VOS waSe stPlJa;


Kai 'TIS twv O"TaACXS aVlJßOAOII tO'O'I 'TlvoS;
ou yap "Epc.l'T' tvrnc.l O'e - 'TI yap VEKVeO'O'I 11'apOIKOS
"1IJEPos; ala~elV 6 6paalis OÜK (1Ja6e1l -
ouS~ ~v ouS' aVrov 'TaxÜ11'OVII Xpovov' (1Jll'aAI yap S1'} ;;
KEIIIOS IJ~II 'Tplyepc.lv. aol st 'TE6IlAe J.LEA1l.
CxAA' äpa, val, SOKEc.l yap, 6 yäs \rrrEllep6e O'ocplO"Tas
tO"TI, aV 5' 6 'Tl"TEp6eIS 'TovllolJa 'TouSe MyOS.
Anthologi& Gr&8C& VII 249

Ein gleiches
Leise nur schreite einher, mein Freund! Im Chore der Frommen
schläft entschlummert der Greis hier den geschuldeten Schlaf,
Eukrates' Sohn Meleagros. Er hat mit den Musen und h~itren
Grazienschwestern den süß weinenden Eros vereint.
Gadaras heiliges Land und die göttliche Tyros erzog ihn,
Merops' liebliches Kos hat ihn im Alter ernährt.
"Audonis" grüß ich Phoiniker; doch bist du ein Grieche, dann
[.. Chaire" ;
wenn du ein Syrer, ..SalAm". Sag dann das gleiche auch mir!
Meleagro8

Flötist Lesbon
Hoffnungen, Götter für Menschen! Wie seid ihr doch flüchtig! Nie
Hades, der Glieder zerstört, sonst uns den Lesbon geraubt, [hätte
ihn, des Königs Gefährten, den einstigen Freund der Eroten.
Fahr denn, du leichteste Schar unter Unsterblichen, wohl ... !
Flöten, die er gebllUlen, nun liegt ihr in schweigender Stille;
denn in Acherons Tal gibt es nicht Feste noch Chor.

Diotimoa von Athen, Sohn des Diopeithes

Meleagros
Fittichträger, was tust du mit Spieß und Haut eines Ebers?
Sag, wer bist du und wem schmückst du symbolisch das Mal?
Eros kannst du nicht sein. Wie käm' dieser Gott zu den Toten?
Ihm, dem kecken Gesell, ist keine Trauer bekannt.
Doch du scheinst mir auch nicht der flüchtig enteilende Chronos.
Ist er uralt doch, und du schimmerst wie blühender Lenz.
Aber - ja wahrlich, ich habts: ein Weiser ist drunten der Tote;
du, das geflügelte Wort, kündest den Namen uns an.
AnLhololla Graeea VII

l\aTcf>as 5' 6IJqn,~ 'XEIS yipas Is -n yD-w-ra


Kai CTlTov5all KaI1roV IJhpoll ipw1'oY~II. 10
val !JEII 5'; MEMaypoII 6IJWIIVIJOII OlllWs vlij)
aVlJ!3o}.a crTwalllEl TaOTa avoKTaalas.
xalpe Kai tll ~1!JElIOlalll, iml Kai MoOaall "EpwTI
Kai XcXplTas ~Iall ds IJlav ';plJ6aao.
PI lila 22,66 I.·ur. - TiL. om. PI 1 cn~ Gnef. -VIIS P -"'I PI :I WoI pI PI
iool & 0 ....eiA'1 p' 'I yas Graef. yi\s /1 imMp8I Opoop. Ü1rIp8l 8 icrTl
Bnmok 'aal • ~ G.....,la cUlCf) aI 11 cnrov6a\ pI 11 CNOIC'rOaias Greal.
-11li 14 flpl'6aw (r) PI.

422. AEnNI6A TAPANTINOY


TI aTOxaawlJE6ci aov, naa!aTp<XTt, X1011 6pW1/TES
Y}.V1rTOII \mip 'niIJßov KEIIJEIIOII ao-rpayaAOII ;
~ (Xl YEvtill &n XIOS; IOIKE yap. " ~' 61'1 1ralKTas
~aeci TIS, ov }.ITlII 5', wya6i, 1rMlaTOPil}.OS ;
i'I Ta !JEII ov5~ aVllEYYVS, All 6:KP"'TCj) 5i Kcma!3TlS
XICj); val 5oKtw, TCj)5E 1rpoatlyylaaIJEII.
PI lila 6,19 f.32f. - Tit.: Il'JIt. om. PI :a ytvf)v Headlam 'Y' IIfJv 11 mil<Tas pI
4 1)' om. pI I" Tä .,n. CI PI EI Tä . . - pI 11 K<rrl~1li PI .~'1 P.

423. ANTInATPOY II6nNIOY


Tall !JEII äEl1roMIJv8oll, äEl }.6:}.Oll, Q ~tllE, Klaaa
cpQaEl, Tall 5l rdGas aVIITpoq>OII 65E K\i}.I~,
Tav Kpfiaaall 5l Ta TÖ~a, Ta 5' dpla Tall ,I}.OEPyOII,
6v5Ej.Ia 5' aV IJlTpas Tav 1ro}.loKp6'rafOII·
TOlav5E aTaAoVxOS 61)' ~ Bl'rriSa TVIJßos
TIIJia ä)(paIlTOII IIVIJ,151av 6).0XOII.
äA,}.', QIlEP, Kai Xatpe Kai Olxo!JElIOlalll ts •AI5all
Tall aVTall IJVeWII ave,S 61ra~E Xaplll.
·PI IIl" 11.18 f.34 r , in Pp. 270. - Tlt.: gent. om. PI 1 itarav. p. 271 c [Pb) 11
AcUOS PlI/ Klaaall l'a :I ~I PI ,p6;- P :a ~\I ,IA. PI fI ,iAorpyäv pI 41 Tlilia
6)(. G.....,lo T1I1lAax,- e PI Tf! lIlA ax- PI.
AnLhologla Oraeaa VII 231

Und du trlgBt der Latoa zweischneidiges Sinnbild: für Lachen


und für Ernst, aber auch Liebesgedichten als Maß.
Ja, er ist's, Meleagros, gleichnamig dcm Sohne des Oineus,
den die!! Sinnbild der Jagd auf einen Eber hier meint.
Sei mir im Tod noch gegrüßt, du, der du die Musen und Grazien
und den Eros zum Bund sinniger Weisheit vereint.

Symbolische Grabschrift
Sag, worauf sollen wir schließen, Peisilltratoe, wenn auf dem Grabmal
einen Würfel wir sehn mit einem Chier als Wurf?
naß du ein Bürger von ChiOI? So IICheint'!!. - Oder daß du ein Spieler
warest, mein Lieber, dem nichts Großes zu ,vürfeln gelang?-
Oder trifft'!! wieder nicht zu, und du starbellt, weil du den Chier
lauter getrunken? Ich glaub, diesesmal traf ich es recht.

Ltonidtu 0071 TtJI'ent

Ein gleiohes
Wandrer, die Elster verrät, daß ioh ruhl08 geschwatzt und geplaudert,
dieser Becher besagt, daß ioh mich gerne berauscht.
Kreterin nennt mich der Bogen, vom Fleiße kündet die Wolle,
und daß grau schon mein Haar, meldet vom Kopftuch das Band.
So war Bittis, die hier im Grab mit der Säule nun schlummert
und die mAdchenhaft rein Gattin des Time&ll ward.
Sei denn, 0 Wandrer, gegrüßt und gönne der Toten im Hades
ebenso freundlichen Gruß, wie eie dir selbst ihn entbeut.

AntipatT08 t'01l Bidon


252 Anthologia Graeca VII

4U. TOY AYTOY ANTIOATPOY


M~, TI cmI'"Ayts brl eTTcU.lT1lh 1riTpq:,
AvalSIKa, y).\I1TTOV TOvS' txapa~ v60v·
&vIa yap Kai K1'\\.IOs 6 T' EVOpV161 Tavaypq:
olwvOs ~).aeTTc;)v, 60üpos ~pal~as,
oiJx I!lSEv ouS' rnEOIKEV \nrwpoq»lalal yvval~lv,
&).).a T& T' 1!).CXK&Tas Ipya T& 6' leTT01T6Swv. -
"Tav I.IEV &VEypolJivav \.IE 1TOT' dpla VÜlm!pOS 6pV1S,
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426. TOY AYTOY ANTIOATPOY


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426. TOY AYTOY ANTIOATPOY


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q»iPTEPOS ~v, 6tlp<ä)v 6aaov tyw KtKp11.la1.
AntboJogia Graeoa \'11 253

Ein gleiohes
Forschend, Lysidike, such ich den Sinn der gemeißelten Zeichen.
die in den Marmor der Gruft Agis dir rätselnd geritzt.
Zügel und Maulkorb und Hahn, den Tanagra unter den vielen
Hühnern ernAhrte und der mutige KAmpfe beginnt:
Solohes gebührtsioh doch nicht und gefilltniohtden hAuslichen Frauen,
sondern der Webstuhl allein oder des Rookene GeschAft. -
..Daß ich früh mioh zum Spinnen erhob, sagt der nAohtliohe SAnger;
daß ioh im Hauae gebot, deuten die Zügel dir an;
und der Maulkorb für Pferde verkündet, nie hab ich geplaudert
oder geaohwatzt, ich hab freundliche Stille gewahrt."
Alllipabw von Bidon

Ein gleiches
Wundre dich nicht, auf dem Male der Myro den Hund, den behenden,
Peitache, helläugige Gans, Eule und Bogen zu aehn.
Daß ich kraftvoll den Haushalt gelenkt, verkündet der Bogen;
daß ich die Kinder umsorgt, wie sich geziemte, der Hund;
nicht die grausame Herrin bezeichnet die Peitache, nein, Wandrer,
80ndern die ernste, die steta Sklaven gebührend bestraft;
daß ich im Hause gewacht, sagt die Gans; die Eule bedeutet,
daß der blauäugigen Frau Pallas ich treulich gedient.
Das aber machte mir Freude, und darum hat mir der Gatte
Biton hier auf das Mal diese Symbole gesetzt.

Ein gleicheIl
Löwe, wen deckt dieses Grab, das hier du getreulich behütest?
Rinderverschmauser, wer war wert des Symboles der Kraft?-
"Des Theodoros Sohn Teleutias, der unter MAnnern
80 der gewaltigste war wie unter Tieren ich seihet.
254 Anthologi& Gr&ec& VII

0Ü)(1 IlclTall EcrraKa, cpepoo Se TI aVllßOAOII &AKäs


allepos . ~ 11 yap sti SvallElleEaal AeOOIl."
01: Eis Tova vlo11 9EoSc;,pov, oihovos hrl TI!> T~~ oVIlßO~OIl laraTo ~i",". - 1 TlvOS
Jac. 1Tpos P' TI 1TPOs 0 Z TOs aas P' S TEAruTlas Reisko -'Ci: 11 5i T' P' 5' h.
c 1/ oVIlßO~"'V ('" ex 0 .eu a) P.

427. TOY AYTOY ANTJnATPOY


'A crraAa, cpep' iSoo, TIII' eXEI vEKvll. &AM SeSopKa
ypalllla 1l~1I ovSell 1TOV Tllae~1I Ü1TEp6e AI60v,
lllllea S' acrrpayaAoV5 1TE1TTIl6Tas' G)II 1TlavpEs 1l~1I
1TpäTOI 'AAe~allSpov llapTVpeOval ß6AOII,
01 st TO Täs \lE6TaTOS lcpaAIKOS 6:1160s, (cpl1ßOII,
EIs S' c5 YE llaWeI XiOS acpavp6npoll.
~ pa T6S' &yyeAAOIlTl' "Kai 6 aKCr1TTpOlal llEyavxtis
X~ eCrAAooII iiß~ Teplla TO lll1stll (XEI" ;
ii TO !!Eil oü; SoKEOO st 1TOTI aK01TOII 16\111 fMaael1l
1611, Kpl1TaIEVS Ws TIS 6IcrrOß6AOS' 10
~s 6 6allwII XTos !!Eil, 'AAe~allSpov st AeAOYXWs
oülloll', fcpl1ßelT] S' ~AET' fll ~AIKI~.
WS EU TOll cp611lEIIOII lIeoll äKplTa Kai TO Kvßev6tll
1TIIEülla SI' acp6eYKTOOII el1TE TIS CxcrrpayaAOOII.
Z 1TOU P' 1T'" C 1/ 51la&w P em. S&lm. 1/ mp P' em. 0 S 1TE1TTI'l0Tas P' -Tl&has c
11 \lEOTaTas P'IJ iepc».'KOS Stadtm. iepTl~- 8 xc;, 0 ec;, P' 9 iMliacmll P' 10 10" P'
I",,, C 1/ W5 TlS Rei.ke WTOS I:l iepTlIlEIIJ P' IJ e' wm' 0 ec;,m' P' em. Reiske 1/
l\la~'YKITI P' 14 aepMKTW\I (t) P'.

428. MEI\EArpOY
'A crraAa, avv611lla TI aOI YOPYOO1TOS eXAEKTOOP
fcrra, KaAAatll~ aKa1TTocp6pos 1TTEPVYI,
1Toaalll vcpap1Ta~ooll IIIKas KAaSoll; 6:Kpa S· rn' aliTäs
ßaelliSOS 1Tpo1TEawII KEKAITal acrrpayaAos.
~ pa ye IIIKaellTa Iläx~ aKa1TT0ÜX01l 6:IICXKTa
KPV1TTeIS; &AAa TI aOI 1TalYlllolI acrrpayaAOS;
Antbologia Graeea VII

~icht bedeutungsl08 stehe ich hier; von der Stirke des Helden
bin ich ein Sinnbild: er war Löwe im Kampf mit dem Feind."

A ntipatr08 von Bidon

Ein gleiches
Halt, wen deckt dieses Grab' Laß sehen! Doch ich bemerke
nirgends ein Zeichen von Schrift rings auf der Fläche des Steins.
Nur neun Würfel, die fielen. Die vier, die als erste hier liegen,
werden beim wirklichen Spiel Wurf ,.AIexanders" genannt.
Jene bedeuten die Blüte des menschlichen Lebens: "Ephebe".
DiclICr letzte hier heißt "Chier" ; der W ure ist gering. -
Ob sie wohl etwa besagen: "Auch wer mit dem Szepter sich brüstet
oder in Jugend erblüht. erntet am Ende das Nichts",
Odcr ist anders der Sinn •.• , Ich hab's! Wie ein kretischer Schütze
schieße ich, glaub ich, den Pfeil mitten ins Ziel nun hinein:
Chier war der Gestorbne, er hat Alexandr08 geheißen,
und als Ephebe bereits fiel er dem Tode anheim.
Wie geschickt man den Würfeln trotz Stummheit Sprache verliehen:
Sinnlos starb er, gleichwie sinnl08 der Würfel auch fällt.

Antipatros von Sidon


Säule, was steUt wohl auf dir der munterblickende Hahn vor,
dessen Füße des Siegs Palme umfassen, indes
lich über schillernden Schwingen ein Szepter erhebt' Auf dem Sockel
liegt ein Würfel am Rand, eben zu faUen bereit.
Ruht also hier ein Fürst, der ein Szepter getragen und siegreich
war in der Schlacht? Doch worauf spielt dieser Würfel dann an 7
AnLhologia Graeoa \'11

1I'POs 56, TI ~ITOs 6 TVIl~05; rnl'Tl'ptmil äll5pl 'Tl'lIIIXpij)


6p1ll605 KAayya1s lI\IK'TOs äveypo~lICtl·
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1I'päT05 Kt'!11 MoliaalS 1I'oIKI~05 ullll06has·
axäTrrpa 5' IxEI aiJveT)1lQ ~6yov· 611~aKE1II 5i ma6\ITa
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KaI 5i! ~M TaiiTa, Tl> 5' oWollQ lriTpos &E15EI,
'Avri1l'aTpov, 1I'poy611(.o)1I ~V\IT' 6:11" IPIa6eVt(.o)lI. 20
I krra lCIAallI'l' pI IC7TaICE 1t.af"'l' 0 em. Salm. /I aKCX1I"Tpo- C '6kpa c -at pI /I
auTQs pI 8 ac).ayyal~ 0 -)ri\S pI 11 aI~ 0 .1t.0fPC0'\I pI tim. Bouhier
11 'f'GÜW c ljIä<.> pI 1/-ripiE Graef. ~61 11 WII 61 ISIl T. ,.~ pI I' 1IfYa;>...
avxll pI 14 'lnl'ripa pI 11 KIlII Dorrille ijll I/·etrcns P em. Salm. 17 6t trp6
ma. pI 11 opW Tall' P em. Dorv.

429. AAKAIOY (MITYI\HNAIOYI


l11~T)1lQ1 KaTa 6vI16I1, &Tov XCxpIIl a 1I'apo51TlS
51aaclKI q»Ei 1l0Vvoll ypCllIlQ }J}.OYXE lriTpos
~aoTV'T\'OIS alll~alS KEKO~QI1~\IOII. apa YV\ICXIKI
T~ X6oll1 KEV60~IICjI XI~las i'\v 6vollQ;
TOÜTO yap äyyV.M1 KOPV~OV\IIIIOS EIs eil CxpI61l6s.
ft TO 11111 Eis 6p6all clTpa'TI'OIl oiJK 'I1OMII,
a 5' ohCTpOlI valova.x T65' t'!ploll rnMTo CIlEI5IS;
viill I~IYYOs ypl~oVS 015111'05 I~paaallav.
aillETOs OUK 51aaoTo KallwII atlllYlla TWOIO,
~Eyy05 11111 ~\IETOTS, ä~vholS 5' 'pE~05. 10
·PI Ina 11 19 f. 34 Y. - TiL.: gentile Dm. pI PI add. 0 I 6:: b pI IItrapoSlTat p.
-TTK 0 I ,EI Oehler ,I /I ..m~ pI 1t.18~ c PI 'CJ\IIl1t.CXls PI 1/ ij t>a PI , 11 PI"
~ISls l.obeck ,IISIS 8 ypl,~ pI /I f,paaall1l11 pI PI om. c t o(nc 081 troTo (?) PI.
Anthologi& Gr&ec& VII 257

Wär dann der Hügel auch klein? - Der eignet doch eher dem Armen,
der beim Krähen des Hahns noch in der Nacht sich erhebt.
Nicht wahrscheinlich I Das Szepter verwehrt's I - Dann birgst du wohl
Kämpfer in Spielen, der Sieg sich mit den Füßen errang. [einen
Nein, damit treff ich es auch nicht. Was hat wohl ein Läufer mit einem
Würfel zu tun? - Doch jetzt fiel mir das Richtige ein:
Sieg zwar bedeutet die Palme, jedoch auch die Heimat, die stolze
Mutter phoinikischen Volks: Tyros, an Kindern so reich.
Und aus dem Hahne erschließt man den Sänger, den Fürsten der Liebe
und den Dichter, der gut sich auf die Musen verstand.
Doch das Szepter bedeutet die Wortkunst; der fallende Würfel
sagt, er fand seinen Tod, als er im Trunke gestürzt.
Dies erzählen die Zeichen; der Stein aber kündet den Namen:
er, Antipatros ist's, Sproß eines mächtgen Geschlechts.
Meleagros

Das doppelte Phi


Ich überdenke im Geist, warum der Meißel des Künstlers
einzig ein doppeltes Phei hier diesem Steine am Weg
als Beschriftung gegeben. War etwa das weibliche Wesen,
das diese Erde bedeckt, Chilias einstens genannt?
Denn das bedeutet die Inschrift als Zahl in ihrem Ergebnis.
Oder ging ich vielleicht doch nicht den richtigen Weg,
und der Name der Frau in dem traurigen Grabe war Pheidis?
Ja, das Rätsel der Sphinx, Odipus, hab ich gelöst.
Fein, wie aus doppeltem Zeichen der Meister dies Rätsel gebildet,
für den Klugen ein Licht, doch für den Dummen - nur Nacht.

Alkaios von M essene


2118 Anthologia Graeoa VIl

~. 1110IKOPI110Y
Tis Ta WOO'1<\lMvTa mm Spul Tc;i& Ka6&jIE1I
(lrTta; Tc;) 1T'D.Ta {1CA)pIS avaypacpETal ;
lTAa&1 yäp eupEäTtS V4p' atlJ(rTOS 6& AOXITäv,
xa~ ehr' 'ApytlCA)1I Tol 61io MIlr6IJE8a.
1TCxlITa IIbcvlI J,laaTEVE SESovlT6Ta, J,ln TIS h' IlllTlIOVS S
MllT6J,IE1IOS IlTäp~ ICÜSos lAalllflE 1166011.
taxE pGatll. lllKa yap hr' äcnrISos ~ AaI<Wl/CA)1I
4pwWlTaI 6p6J,1~OIS atJ,IaTOS '06pvaSa,
Xw T6Se J,lox6nCJas O'lTaipEl 1T'D.as. a lTp61TaTOP ZEii,
cnV~OIl cMKO:TW ~Aa 4pVA6mSos. 10
I: rnpoll allllYllcrr~ hrl aKV~OIS \IIK~II I\yow m"-TIJ KaI MyxT,J KaI TIQIII 4Ä~OIS.
0: KaI TaVnz hrI TCj\ T~ TiO)II TplaKO<ric.w Ttw lIITa '08puQ6ou ma6vT6)II' VtTo-
~ a·. 6T1 'IrtIpä T4\ 9ouKv5161J mTQI 1'\ Icnopla Iv 'ri} -nn\pTT,J ~I~"-..,
[oap.56). - • ~& Rewke 'ri}& /llCaIIi\lf'W 0 I T~ Brunok Tc:, :I 4& Meineke
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Mein. -TiP .1 ~ Jae. -TOU•

• 31. Al1HAON [01 at IIMnNI110Y)


01SE TPI'lK6ClIOI, IlTäpTa lTaTpl, ToIS CJVllapl6J,10lS
'\vaxl6cns euptav all4p1 IJaXECJCJaJ,IEIIOI,
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äpJ,l6O'aJ,IEII, Ta\rrCjt Kai AllTOJ,IE1I ~IOTall.
6pCJEIII S' '06pvaSao 4!'611Ct> I<El<aAVJ,lJ,liIlOII 61TAolI
KapVaCJEI' ,,9vpia, ZEii, AaKE6cnj.lOlllCA)II."
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PI Inb .... (.90". - 'fit. om. PI I 'Ivaxl&as P :I ~ pi /I Ix...a 1fp&hov


PI 'XIlOS 41Tpcrrov pi 'XIIOS 4 1fpcrr<W 0 • ~IOTOII pi l' 1\11 8lt ~ PI i\s P.

432. l1AMArHTOY
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"TE6va1'lll IlTaPTas 6~la J,I'lCJaJ,IEI/OS."
PI llIa 6.30 1.31 ". - :I 411&pas Reiake -a PI -a S' P /I T6& y' IImll P PI om.
Stadtm.
AntholoBia Oraeaa VII 259

Kampf um Thyrea
Sagt, wer hii.ngte denn hier an die Eiohe die frisoh erst errungnen
feindliohen Waffen? Und wen kündet der dorisohe Schild!
Denn vom Blute der Krieger schwimmt rings hier Thyreas Boden,
und vom argivisohen Heer blieben wir ~i nur zurück.
Prüfe die sämtlichen Toten, ob etwa einer noch atmet
und mit gelltohlenem Ruhm Sparta zum Glanze verhalf.
Halt I Da prahlt eine Sohrift auf dem Sohild vom Sieg der Lakoner,
die mit geronnenem Blut IIchrieb d611 Othryad611 Hand ö
und daneben noch zuckt er, der Titer. - 0 Ahnherr Kronion,
stoD die Trophie d611 Heers, das nioht geaiegt hat, hinweg!

Ein gleiohes
Wir Dreihundert, 0 Sparta, du Heimat, bestanden dreihundert
MAnner von Inaoh08' Volk, als man um Thyrea stritt.
Keiner wandte den Nacken: Wo immer wir alle die Füße
fest in den Boden gedrückt, ließen das Leben wir auch.
Triefend vom Blute der Männer, verkündet Othryad6ll' Waffe:
..Thyrea - zeuge 611 Zeus! - ist nun spartanisch und bleibt'II."
Kam ein Argiver davon, er ist ja ein Sproß d611 AdraatOB ö
uns Spartanern ist Flucht, nicht aber Sterben der Tod.
ÄftOIIym [oder Simoraidu]

Ein gleiohell
Lakedaimoniach611 Volk, in diesem Grabe ruht Gyllia,
der, ein tapferer Held, kämpfend für Thyrea fiel.
Drei der argiviachen Minner erschlug er ...Mag ich denn sterben,"
sagte er, ..wenn ich nur jetzt Spartas mich würdig gezeigt."
280 Anthologia Gra8ca VII

433. TYMNEn

Tov 11'apaßQIITa 1161l0\JS Aallirrplov krallE llÖ;TtJp


6: i\CDCE6alllOvla TOV i\CDCE6cnllÖvIOV.
8TJKTÖv 5' b 11'pofX>"~ 6e!liva ~lq>OS elmv, 6S611Ta
6~v tm~pVKova', oTa i\a.cawa yvva·
,:Eppe, KaKOV aKVMICEV\lCX, I(CXI(a IlEplS, Cppc 11'08' • AISav,
CppE. Tbv oiJ I11'6pTas 6~lov oVS' tmcov."
PI lIla 5,31 f.31 v, - I-I Plut. mor. 20&0 f, T&et.&. [an. Os. 4,0&3) I T6v 1\. " 1\. T&.
S-C hT1~p. Suid. I, &T!KTOv: ,(mv ••• 8. ~püKOUO'a, 6-6 I. 'PP' S 8tIKTDv pi 1/
lTpo~6~ct> Suld. 4 yVilGI pi 1-8 Plut. mor. 241& ut novum ep. praemlaaia: Ippa.
KClK6~ ,1'N\Ia, 81e!! cnchTos, oU 81elt "laos I Eüpc.:nGs 811~als ,,1)&' "'.1(7\ {IEo1. IIlppa
KaKbll: &xpaIaI/ Plut. 1/ lTar' 6I8av pi • TÖ ,," IlT, Plut. 11 cNl\' httaw P Plut. ~II
tr. 8uid. h~1IIII PI.

434. t.IOIKOPIt.OY
Eis S(lc..>v 11'~lll\laaa "6xovs Al1llalvrn, 6I<TW
11'alSas wo <Mil"IJ 'T1'CX\lTas f81X'1TTE Ill~,
Sa.cpva 5' OÜI< CpPl1f brl mv6eC71v, c!UV.a T6S' eTmv
IlOÜVOv' ,:Iw I11'cXp-ra, aal TOcva TCX\iT' tmtov."
PI lila 5,32 f.31 v. - I 8'1ICo111 P S Ein es -IV PI "Ie:> lohol. ßcom. ~ P PI.

4311. NIKANt.POY
EÖ'TI'V"ISas, 'Ep\lTc..>v, Xalp1S, i\VKOS, T AYIS, 'AM~c..>v,
I~ 'lq)ll(pcrrlSa 11'at5Es, 6:'T1'c..>MIIE&a
Meaaavas wo TEIXOS' 6 5' IßSoIlOS 61l11E rli"l'T1"T1'os
Iv 'T1'Vpl 6els Iley~av f1Me tp6pc..>v a'TI'OSlaV,
I11'apTCjI ~v !liya K\iSos, 'AM~I'T1"T1'CjI S~ !liy' &x8os
!laTpl· Tb 5' Iv 11'cXVTc..>V Kai ~ov l\ITatplov.
I E.mvM6at p' 'Ep1T. IUpetlOl'. 0 S 611111 Brunok .". "'''lNpl P' 5 6x80s e
6X80V\ Pi.
Antbolollia Graeoa VII 261

Die spartanische Mutter


Tot schlug die Mutter den Sohn Demetri08, der das Gesetz brach,
eine spa.rt.a.nische Frau einen spartanischen Mann.
Knirschend mit scharfen 7Ahnen wie Frauen in Sparta., im Ausfall
mit dem geschliffenen Schwert, rief sie die Worte ihm zu:
..Fort, du schändlicher Hund, fort, schändliches Stück, in den Hades I
Fort! Wer Spartas nicht wert, hat mich als Mutter auch nicht."

Tymnu

Ein gleiches
Acht der Söhne entsandte Demainete wider die Feinde
und begrub diese acht alle im nämlichen Grab.
Doch sie vergaß keine Tränen und klagte auch nimmer; sie sprach nur:
..Heil dir, Sparta! für dich trug ich die Kinder im SchoB."

Die sechs Spartanersöhne


Unter den Mauern Messenes erlagen wir: Agis, Alexon,
Chairis, Eupylidas und Lyk08 und Eraton auch,
sechs Iphikratida.88Öhne. Da legte der siebte, Gylippos,
uns auf die Scheiter und trug heimwlLrts die Fülle des Staubs,
Sparta zur Fülle des Ruhms, Alexippa, der Mutter, zu Leides
Fülle. Nun eint uns ein Mal. Gibt es ein schöneres wohl?
NikandTOl
An'hoJogia Gruoa VII

438. HrHMONOI
Er1T01 TlS lTapa TIiJJ~v Iwv äyi).CXOTOS 651~
ToV-r' rnos' .. 'Oy5c::lKOVT' .vea& INPla&cxs
Ilfap-ras XIAlol &v6pES trriaxov MIlCXTI nEpa{;)V
Kai 6avov CcrrpElTTEl' t.~PIOS a IJEllia."
• J: Ils ToUs ltc ACIICI&al1IO"OS \11'1'& AlwvlSou XIMOUS, otTlWSnnoxOll
Iv gep\IcmVAo\S
nrpriW 6y8ot'llCOVTo lJUPIäSas. - Ti,.: 'HyiII- P em. Huohb I 031 ~ pI
S 4yq1MX 'TÖ Dear. at IIQTÖ 4 & J aa. <N.

437. 41AENNOY
OVK hAas, WpIO"TE I\Ec,.)vISa. aVnS Itdaeal
E\i~av XcxMrr~ crnEPXOIJEVOS lToMJ.ICt)·
~. I1fI 9Epl101TÖAatal TO nepalKOV 16v05 &IlVVGolV
161l0:eras. lTcrripGolv a~olJEVOS VOIlIIJa.
PI lila 5.33 f.31". - I Wns PI cNets P 4 I&~ Luc.

438. taAMArHTOY
·W?Eo 6i1 na-rp4GolV mpl AT'lISa KaI aU, Maxa-ra.
6pIIlvv 11f' AI'f(.o)AolS &VTlcpipGolV lTOMIlOV,
lTpGol6ilßas' XcxMrrOV yap 'AxallKOV äv6pa voflaal
&?'KIIlOV, Eis lTOAlaV &rnS IIJEIVE TplXa.
Pllll a 5,34 1.31". - I ncrTpWvSoal.1I'O'ripc.w1/1I'<IpClI PlI/MOlcha 0 I'O)(OT&
pI -tTTd< PI S drxaJta!w 0 Xafx- pI em. PI.

4311. 9EOtaOPltaA
C»rGol 6i1 nvAlov TOV 'Ay1'\vopos, cD<pITS MOlpa,
lTP~IOV l~ ilßas C6plaas AloMGolv,
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S lmaalÜaacra P.
ADthologia Graeoa VII 263

Die ThermopylenkAmpfer
Kommt ein Wandrer am Hügel des Grabes vorüber, dann sag er
ernst: .. Hier hielten dereinst tausend spartanisohe Mann
achthunderttausend der Perser in mutigem Kampf auf und starben,
ohne nach rückwl.rt8 zu sehn: Du ist 8p8I'taniache Zucht!"

Leonidas
Heim zum Eurota.s zu kehren, verfolgt von erdrückender Kriegsmacht.
brachtest du nicht übers Herz, tapfrer Leonidas du.
Nein, bei den Thermopylen im Kampf gegen persi8che Völker
sankst du danieder, getreu dem, was die VAter geübt.

Krieger Machatas
Also starbest auch du für Patrais Verwüstung, Maohaw,
in dem furchtbaren Krieg wider aitoli8ches Volk
noch in der Jugend. Schwer ist's, einen starken Achaier zu sehen,
der ein Alter erreicht, da ihm der Scheitel ergraut.
Damageto8

Aioler Pylios
Also den Sohn des Agenor, den Moler Pyli08, hast du,
da er ein Jüngling noch war, launische Moir&, gemäht,
hetzend auf ihn die Keren, des Lebens Hunde. Welch guter
Mann, ach, fiel da dem nie lächelnden Hades zum Raub!
Theodoridcu
Antholollia GruO& VII

440. I\EnNIAA TAPANTINOY


'Hploll, 01011 WKTl 1CaTCXf61~1I010 KaA\nrnIS
6aTtOIl, 011'\11, yat', äl1cpExaws ICEfaATtIl.
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441. APXII\OXOY
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KlollClS, W 1lEYa1.1l yal'. \nriWp&e1l IxEIS.
I MrycrrllllOll P em. J"". J c) 0 c) P' /I yaf' Jao. ya.

442. [IIMnNIAOY]
EIi&vI1äxCt)1I ä~1I I1l11'1awJJE6a, TWII 06e -rVI1I3os,
01 aallOIl Wl1ll1.o11 ~V61lE1I01 Teytall
alXl1llTal 1TpO 1T61.llOS. lila acplal 11'f\ Ka6t1.llTal
'Was ä1T0cp6I~\IOv KpCITes o.eveeplall.
1'1 ) 11 b ".16 r.90 v • - 4 -IIOIS KCqnOS IAru8fpias 1'1.
Anthologia GraeO& VII 2611

Der edle Aristokrates


Weaaen Totengebein umhüllst du mit näohtigem Dunkel,
Hügel, und weloh ein Haupt sohlangest du, Erde, hinab I
Er, der 80 teuer gewesen den blonden Grazien, 80 teuer
dem Gedenken der Welt, er, Ariatokratea ist's.
Wußt Ariatokratea nioht, vor dem Volke gef'ilJ1ig zu spreohen,
ohne aJa adliger Mann stolz seine Brauen zu ziehn?
Wußte er nioht, den Gang der Unterhaltung bei &kohOlI'
Bechern zu steuern, so daß stets er dem Streite gewehrt'
Wußte er nicht, den Fremden und Heimischen Dienste zu leisten?
Holde Erde, 80 war dieser, der Tote im Grab.

Aristophon und Megatimos


Nax08' ragende SlLulen, Ariatophon und MegatimOI,
hiltat du drunten im Schoß, mächtige Erde, nun fest.

A rchiloclwl

Die Tegeaten
Denken wir immer der Helden, die hier in der Gruft ruhnl Sie schirm-
Tcgeas lammreiche Trift, kAmpften und starben für sie. [ten
Denken wir ihrer, auf daß nioht Hellas, nachdem nun zur Erde
niedergefahren ihr Haupt, ihnen die Freiheit entreißt.
[Bimonidu]
266 Aotbologl& Or&eG& VII

"3. IIMANI60Y
TlZIvSt 11"OT' Iv cnipvolal TaVVY).&>XIIIQS 610"T0Vs
).OÜOEV f01vtaaljl 8oVpos • Ap'l5 lJIQKaSI.
6:VTI S' 6:!cOVTOSOKWV 6:vS~v 1.I11T11.111a 8aVOVTWV
&fNx' ll.lljlllxwv äSE KtI<EV6& KOVIS.
I: ds TOÜS ~ wap' E~a ,..~ °W'lI/aS. - I mIT' '" M"in~kl'
,..ari I lfIaKaGa (r) Pi.

"4. 9EAITHTOY
XEllJ.aTos olvw8EVTa TC!/V 'AII"TayopEW l.Iiyav OIKOV
k \lVlCTlZIv D.a8ev 1riip \nroVEIIJ(!q.J(VOV·
6yS&>KOII"Ta S' 6:P181010V lMU6&pol äloll.llya 5ov).olS
Ti'is 1x8pi1s TCXÜTT\S lTUpKaii1s hv)(OV.
OVtc Elxov Slwiv 11"poc7K1)5Us 6aTta XwplS'
~V,", S' f1v Kcl).1rIS, ~va st Ta ICTtpEa'
EIs Kai TÜIoI~ 6:vtaTTI' chap TOV (KaaTOV l1celvwv
olSe Kai Iv ~1J ~TlIS[WS 'AISTlS.
PI lIla 6,36 f.32 v • - 3 ~Iyya P 15 OÖS' PI T TÖv: TIV' Gow.

44lI. nEPIOY 9HBAIOY


MCXIIT1aSas, ~ ~lVl!, KaI EOcrrpcnOS, vlES 'EXtMov,
AVl.laToI, Kpava;:lKlill.ll8' lvi ~).OX~,
äypav).OI YEVEii8&v 6po1TÜ11"oI. 01 S' 111"1 TÜI.I~
l.IaVVTal Tlxvas 5oVpOTOI.I0111V.BcEIS.
PI Illb G,17 f.91 v. - Tit.: gent, Gm. pi PI I MaV'TlaS'lS et 'AX6}."Aou PI
I 6pnT- PI • Il'lWTal 'rixVIls PI.
:I 6U\11l1IJ PI

446. HrHImnOY
'Epl.lloveVs 6 ~iVOS, &v 6:llo5a11"lZIv & TtEkmTal,
Zw().OS, 'ApyElav yaTav Iftaaal.llVOS,
äv rnI 01 ~).11"OS 6:I.I6:aaTO 56:Kpvcn vUl.lf<X
Mlf30l.ltva 11"aTSts T' EIS XpOa Klilp6:l.llVOI.
J 6 41 ~ pi 11 ~ pi -1rij 41 I .aa- Meioeke nnc-- pi hr' laa- c.
Anthologla Graooa VII 267

Der Minner Nachruhm


Tief in der Brust dieser Minner hat Area, der wilde, den langen
spitzen Pfeilen dereinst blutig bereitet das Bad.
Sie aber liegen nioht hier, die dem Eisen sich steUten, die Toten:
Lebenden, auoh nooh im Tod, wahrt das Gedäohtnis dies Grab.
Simonidu

Opfer dea Brandes


Heimlioh im Winter zur Naoht ist in des Antagoras großem
Hause, als Wein es betAubt, unten ein Feuer entbrannt.
Sieh, da wurde der Holzstoß, der vielgehaßte, nun achtzig
Mensohen, untersohiedslos Freien und Sklaven, zuteil.
Kein Verwandter vermocht, die Gebeine zu scheiden; gemeinsam
war drum die Urne, gemein waren die Ehren für sie.
Allen erhob sioh ein Hügel; und dennoch, im Staub noch hat Hades
ohne besondere Müh jeden von ihnen erkannt.
Thtaitdoa von Kyrene

Die Holzhauer
Wandrer, wir Söhne Eohella, Eustrat und Mantiades, einstens
Bürger von Dyme, wir ruhn hier unter rauhem Gestrüpp,
Bergholzhauer von Vitern sohon her. Die flllenden Äxte
die auf dem Grabe hier atehn, spreohen von unaerm Beruf.
Persu von Theben

In der Fremde gestorben


ZO008 hieß er, der Fremde, er kam von Hermione; fern hier
liegt er begraben, und dooh deokt ihn argivisoher Staub.
Denn ihn streuten ihm weinend die tiefgewandete Gattin
und seine Kinder, die nun bis auf die Haut sioh gesohert.
Hegui~
Anthologia Graooa VII

•• 7. KAAAIMAXOY
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WI. AEnNlflA TAPANTINOY


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460. fllOIKOPlflOY
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Gh'AcuvlSa. - In P hic [pa] et iuxta vn 3-13 [Pb] I lMi\ICI pb S 1TpOs 6vTa pa l
• 'Aa"upa.. pa' 7 'Auypi)1I Moinoke .pa.
Antbologi& Gruc& VIl 269

Der wortkarge Theris


Knapp war die Rede des Fremden; drum scheint mir das kArgliche
"Theris aus Kreta, der Sohn des Aristaios" zu lang. [Verschen
KaUif1ltJClao8

Kreter Pratalidas
Dies des Pratalidas Mal; er stammt aus Lykastos. Ein Meister
war er in Liebe und Schlacht. Meister im Jagen mit Net.z
und ein Meister im Chortanz. Ihr Götter, habt ihr dem Kreter
drunten beim kretischen Mann ehrlich auch Heimrecht geschenkt?
/AonJdtu tJOn Tarent

Ein gleiohes
Liebe zu Knaben gab Eros Pratalidas ein und die Musen
Tanzkunst, Artemis Jagd, Ares die Lust an der Schlacht.
Konnte an Glück es da fehlen dem Mann aus Lykastos, dem ersten
so in Liebe und Sang wie auoh bei Weidwerk und Kampf?
A_ym

Philainis
Dies ist das Mal der PhiJ&inis von Samos; doch gönne, 0 Wandrer,
mir einen Gruß und tritt nah an die SAule heran.
Ich nicht habe die Werke, die Frauen entehren, beschrieben,
ich nicht war es, der Soham nicht eine Gottheit geddnkt.
Sittsam hab ich gelebt. bei meinem Grabe! Wenn jemand
mir zur Sohmach eine Sohrift voller Gemeinheit verlaßt,
0, 80 enthülle die Zeit seinen Namen, daß meine Gebeine,
frei von dem häßlichen Ruf, endlioh im Grabe sioh freun.
270 AnLholosia Oraeoa VII

461. KAAAIMAXOY
T~& l:awII 6 6h(w~ 'AK6:II6tOS IEpC>1I 1irr\lOII
KOll.läTal. 6111jcncEIII 1.1"" )Jye TOVs 6:ya6oVs.
PI DIa 1,10 '.301'. - I 6 'Axci\o&IOS P I 8vaamv P.

4112. AEnNIl>A
MII1')1.I1l5 EV~VM)\O aa6w0~, c:, lfapll!n/'TES,
'lriIlW\.IEII· KOlvOs lfäal ).11.1""" 'A151l5.
PI 11Ia 6,20 '.32 r . - TiL.: "'(0)\1\6 P.

m. KAAAIMAXOY
6w&!ctnl TOll lfat5a lfaT1'!p amellKE <I>1).llflfOS
l116a&, T1'!1I WO),).""" D.'lriSa, NIKOTt).11I1.
PI J1Ja 20,1 '.38r. - I ~ p. PI-'lv c.

464. TOY A YTOY


TOll ~aevll OIIlOlf6TT)1I 'EpaalfE\I01I t'i Sis IcpEfi'ls
6:KpilTOV lfpolf06etl7' cj)xET' (xovl7a KÜ).I~.
Ath. 10, 43h. - Anonym. ap. Ath. I TÖII C oll pi Ath. :I 'lrpcnro8llo' P ......pWs
Atb.

405. AEnNIl>OY
MapwIIls fI tp().OI~, fI 'lri6wlI 171f056s,
IlITaü6a KEtTaI YPllas, l'is ump Tatpov
Y\lWl7TOII lfpOKEITal lfäaW 'ATTlK"" KÜ).I~.
crrtllEl Si Kai yäs vip8EII, oVx ump mllWII
ovS' allSp6s, OVS ).I).OI1TEII 11I&&ts ~Iov,
111 5' allTllfallTWII, OVIlEX' fI KÜ).lf KElliI .
• PI DIa l7.11 '.36r. - In P bio [pa] eL luxta VII 356 (pb] I ypijus PlI/ Ü1I'Ip pb
S ~ PI 4 yi\s PI/I Ü1rip YI T. pa , OÜIC: olI6' pa/l CMI'ImI P.
Anthologi& Oruo& VII 271

Der edle Saon


Saon, des Dikon Sohn, der Akanthier, schlummert. den heil 'gen
Schlaf hier. Nenn es nicht Tod, ging der Gerechte zur Ruh.
KaUimachoa

Abst.inenzler Eubulos
Trinken wir auf das Gedichtnis des MAßigkeitsfreundes Eubul08.
Wandrer! Uns allen gemein w&rt.et. der Hades als Port.
L«midM lIOIl TareJIt

Knabe Nikot.eles
Hier hat Philippoe den Sohn im zwölften Jahre bestattet.
Ach, auf Nikoteles war all seine Hoffnung gesetzt..
Kalli7rl4daol

Trinker Erasixenos
Zweimal nur tat Erasixen08 einst, der gewaltige Zecher,
mit..seinem Humpen Bescheid: 8ugs da nahm dieser ihn mit.
KaUi7rl4daol

Die Trinkerin
Hier liegt Maronis, die die Fässer aUBgekratzt.
und oben auf dem Grab der alten Trinkerin
steht, aUen wohlbekannt, ein attischer Becher da.
Noch tief im ErdBchoß seufzt sie - um die Kinder nicht.
noch um den Mann, die sie zurück im Elend ließ,
statt allem schmerzt sie eins nur: daß ihr Becher leer.
Lecmidtu von Tarent
272 Anthologia GraBoa VII

4116. AIOIKOPIAOY
T1'lv TlT61]v 'lipCtJv Ul},.11vI5a, -rltv, 6TE lTlVOl
~CtJpov, w' OÖ5EI.Ili'\S 6}.IßoIJiVTlv K\i}.IKOS,
aypi;)v 1vr6s re11KEV, tv' l'I 'IMKP11TOS ~IVTl
Kai ,611JiVTl }.11vc.;;v -yElTova ,vIlßoV Cx.0l.
PI lila 17,6 f.36r. - • T1'T&1'1v P PI [prlmo] 4 ,9111Mlv pI 1/ ~'lvbv et 'X.. P.

457. APIITnNOI
'AllmAIS l'I ,V.clncp11TOS, ml O'ldlTCtJvos 6S11YOÜ
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lTc.;;\1CX KvM.CtJ1TEI11v lT}.11aoIJiVTl K\i}.IKa·
lTplv 5' ~VaCXl \lO-yEpCtv ~v Xipa' ypaiis 51 lTa}.al1'l
V'lOS WO~PÖX1OS ~CtJpOv 15v lTi}'ayOS.
EÖTiplTTl 5' ml ~v ärrot61lJiVTlS 6ho ai'\lla
}.envov oIVTlpc.;;V -yElTova 6elAcnri5CtJv.
-. aK"''lTWI/Of C :s f\K' Pauw "!S' pI "6' e 4 """"Cf)
mltv P om. Hecker 11 'lTA'laa-
lliv'l P em. Brunek • V'lOs Meineke c\)s vaOf 8 9'lAOTriliwv P em. Boubier.

4118. KAAAIMAXOY
T1'lv CJ)Pvyl11v Ataxp11V, ayaeov yQ).a, lTäalV Iv iaeMTS
MIKKOS Kai ~CtJ1'lv oVaav Iy1JPOKO\lEl
Kai ,61IJiv11V avi611KEV, tmaaolJivolalV 6päa6al
l'I YP11ÖS \1CXaTc.;;v 6>s {mixE1 X~ITas .
• AtaxP!\v Reiake aloXP"\v 1/ 'lTQooV Bent!. 'lTaoolv :s maC7\lll- pI 4 YP'lOs: ypl\~
0 1/ XQpITI P'.
c\)s

4119. TOY AYTOY KAAAIMAXOY


KP116ISa T1'lv lTOMllveov, IlTlaTalJiVTlv Ka}.a lTal~ElV,
SI~11VTCXl l:alllCtJv lTO~cD(l 6vyanpES,
l'ISlaTTlv avviPleov !h{).a}.ov· l'I S' ~pl~l
tvea5e TOV lTaaalS \irrvov 6,El}.O\lEVOV.
PI III b 11 12 f. 93r. - I ~0VTaI PI 1/ Ia!.&l'lV P' S "alC7TTlv M..ineke -TaV.
Anthologia Graeoa VII 273

Ein gleiches
Seine Amme Seilenis, die, wenn es um Puren gegangen,
nie eine Kanne gescheut, wa.s für ein Maß es auch war,
bettete Hieran hier im eignen Besitztum. Der Trink'rin
sollt' auch im Tode das Grab nah bei den Kufen noch sein.
Dioskorides

Ein gleiches
Ob auch vor Alter bereits die weinfrohe Ampelis schwankte
und auf der Straße sich schon auf einen Stecken gestützt,
schlich sie zur Butte des Bakchos, die Kanne kyklopischen Maßes
sich mit dem frischen Most heimlich zu füllen als Trunk.
Doch vor dem Schöpfen erlahmte die kraftlose Hand ihr; da stürzte,
morsch wie ein sinkender Kahn, sie in die Fluten des Weins.
Aber Euterpe setzte der Toten beim sonnigen Platze,
wo die Trauben man dörrt, steinern ein Denkmal aufs Grab.
Aria/on

Amme Aischra
Aischra., treffliche Milch aus Phrygien, bekam schon im Leben
allcs von Mikkos, wa.s je Gutes dem Alter gebührt,
auch ein Standbild im Tod, daß künftige Menschen erkennen,
wie er der Alten gedankt für ihre nährende Brust.
Kallimach08

Freundin Krethis
Krethis, die Märchen so viel und gefällige Spiele gewußt hat,
die beim Spinnen da.s Werk stets mit Geplauder versüßt,
suchen die Mädchen von Samos so oft nun vergebens: sie schlummert
hier in jenem von uns a.llen geschuldeten Schlaf.
Kallimacho8
27-& Anthologi& Gr&80& VII

460. KAlIlli MAXOY


E1xov arro al.l.Kpwv oAlyov ßlov, oVTe ,.1 6ell/ov
pt~c.Jv OVT' ä6'KWV ou6tvex. rexiex cplA",
M 'KVAOS ei ,.. TTOV11POV hTl] veaex, I.ITJTE av KOUCP"
ylveo I.ITJT' ~AOI 6exll.loveS, oi 1.1' €)(ETE.
PI lIla 25,2 f.4lv. - :l M.h<V?os P MIK- PI em. Jac. .c ylyvEO PI 1/111\0' tM'l'
WiJ. 1/ 01 1Ihtx. P'.

.c6I. MEIIEArpOY
Tlexl.ll.li'jTOP yi'j, xexipe· aiJ TOV mxpos ou ßexpvv EIs at
Ala.ytV11v Ka:lm1 \lÜV rnEX01S äßexpTJs.
PI lIla 1,11 f.30r. - :t IIva,ylvrjv ScILJ. (1) Alaay- Peck /I KaVTOV SOILJ. (1) .

.c62. fllONYIIOY
'AYX'T6KOV ICXTÜpaV 'AI6as AcXxe, I.60vlex 6t
KpÜlye K6vIS, TT6:rpa 6' EaTOVcXx"ae TupoS.
PI IHa 6,26 f.32l. - In P bio [pa) et post VII 728 [Pb). Anonym. apo PI I IaTv-
pav ca e b -pwv P' l:aTvpov PI 11 IlVla pb' I KP""," pb PI KpVq>. pa t fKPVq>.
0& 1/ taTEVclxTlaE pa.

463. IIEGNlflA

AVTex T'1.I6KAEI', a:ÜTex <I>'AOO, a:ÜTa 'Ap'aTOO,


a:ÜTex TWex.600, TTexi6es 'Ap'aT06IKOV,
TTaaexl w' oo6TvoS TTECPOVEVI.IEllex.· exlS E-TTI TOiTrO
aal.la TTCXT1)P aTaaexs K6:r6av' 'Ap'aT66IKOS.
PI IlI& 11,20 f.34l. - Tit.: Ilewvl60v PI I-I aVTa [quater) P PI em. Rci.k"
:l inl P 1/ TOiiTO PI TOVT'l' P [ex TOUTO).
Anthologia Graeoa VII 275

Der gute Mikylos


Hab ich von Wen'gem auch karg nur gelebt, ich Mikyl08 hab doch
nie etwas Böses getan, keinen verwundet. Hab je
ich etwas Schlechtes gebilligt, dann sei mir, 0 Erde, und seid, ihr
anderen Götter, die jetzt über mioh walten, nicht leicht.

Kallimachos

Aisigenes
Sei, Mutter Erde, gegrüßt I Wie Aisigenes nie dioh bedrückt hat,
also bedrücke auch du jetzt den Aisigenes nicht.
Meleagr08

Die junge Frau


Satyre, nah dem Gebären, sank hin in den Hades; es hat sie
Sidon mit Erde bedeckt, Tyros, die Heimat, beklagt.
DionyBi08 (von Rh0d08 1)

Die jungen Mütter


Dies ist Aristo, dies Philo, und diese da ist Timokleia,
dies Timaitho: es sind Töchter des Aristodik,
sämtlich in Wehen gestorben; und als dann der Vater den Kindern
diesen Denkstein gesetzt, folgte auch Aristodik.

Lwnidas von Tarent


278 Antholollia Oraooa VII

4U ANTInATPOY
YH lTOV en X60lllas, 'ApE"TTll1l~, l~ äKci-rolo
Kt.)lC\TToO 6e\1iIl<XII IX IIOS rn' älC!IIII,
0lX61JlllOII ßpicpos &PTI riCf) cpopiovaall O:yOCJT4>
ct>K"TIilpall 6aMpat 11c.>p1~ ElII 'A15Cj1
mv66IJl\lCX1 Tto Ki'jpa' aV 51 ~aI\IOVCJa mxpEI~
MKpva1\l 6yy&1~as lCIIII' älllapöII hrOS'
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46ß. HPAKAEITOY

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4841. AEANI6A
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Antbologia Graeca VII 277

Mutter und Kind


Als, Aretemias, du aus dem Kahne im Lande der Schatten
an des Kokytos Gestad eben die Füße gesetzt
und du im jungen Arm das gestorbene Kindlein noch hieltest,
klagten im Totenbereich dorische Frauen ob dir,
da sie dein Schicksal erfuhren. Du aber zerfurchte&t mit Tränen
dir die Wangen und hast traurig die Worte gesagt:
"Zwillinge hab ich geboren; ein Kindlein ließ ich dem Gatten
Euphron, ihr Lieben, und eins bring ich zum Acheron mit."

Antipalros von Sidon

Ein gleiches
Frisch ist die Erde gehäuft, halbwelk erst flattern der Kränze
Blätter, von Lüften bewegt, noch an der Stirne des Mals.
Laß die Inschrift uns lesen, 0 Wandrer, den Stein uns betrachten,
wessen traurig Gebein er zu verdecken besagt.
"Freund, Aretemias bin ich, von Knidos, Gattin des Euphron;
Wehen auch hab ich gekannt: Zwillinge bracht ich zur Welt.
Eines der Kinderchen ließ ich dem Gatten als Stütze im Alter,
und zum Gedächtnis an ihn nehm ich das andere mit."

H erakleitos IIOn Halikarna.ss

Der Sohn
Ärmster Antikies du, und ich Ärmste, die ihren einzgen
Sohn in Jugend und Kraft hab auf die Scheiter gelegt!
Tot nun bist du, mein Kind, gestorben im achtzehnten Jahre.
Klagend wein' ich; nun ist traurig mein Alter verwaist.
2i8 Anthologia Graeca VII

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467. ANTInATPOY
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468. MEAEArpOY
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PI.
Anthologia Oraeca VII 2711

WAr ioh im düsteren Hause des Ha.des! Wie sind mir der Sonne
eilende Strahlen, wie ist Eos mir heute verhaßt!
Ärmllter AntikIes du, vom Sohioksal Gesohlagner! 0 sei mir
Arzt meines Kummel'll und nimm mioh aus dem Leben hinweg!
LwnidM l1Or& Tarent

Ein gleiohes
An deinem Grabe rief kla.gend die Mutter, 0 Artemidoroe,
ala dioh im zwölften Jahr jihlinga der Tod ihr entriß :
"Hin, in Asche zel'lltob da.s Weh des Gebärens, im Feuer
hin ging eitel die Müh, die sioh dein Vater gema.oht.
Hin die Freude an dir, für immer vel'llOhloBSen: du 80hrittest
in die Tiefe, von wo Fluoht es nnd Heimkehr nicht gibt.
Selbst nioht zum Jüngling blühtest du auf. Uns blieb nur 8ta.tt deiner,
Kind, eine SAule, es blieb, &Oh, nur ein fühlloser Sta.ub."
Amipatr08 tJOn Bidon

Ein gleiohe8
Dioh, Cha.rixenOll, sohmüokte im aohtzehnten Jahre die Mutter
mit der Chlamys und gab sohmerzlioh dem Ha.des dich hin.
Wahrlioh, es 8töhnte aoga.r der Fela, ala deine Gefährten
nun deine Leiohe von Haus kla.gend von dannen gebra.oht.
Deine Eltern erhoben 8ta.tt Hoohzeitageaingen ein Grablied.
Aoh, dioh nAhrte umsonst mütterlioh wa.rtend die Brust,
aoh, vergebens die Wehen ..• 0 Moira., verderbliohe Jungfrau,
unfruohtbare, du sohlugst Muttergefühl ili den Wind •..
Sehnsuoht nur blieb den Gefährten und Trauer den Eltern, doch Mit-
denen, die nie dich gekannt und es allein nnr gehört. [leid
280 ADLholoBia Graeca VII

469. XAIPHMONOI
E(i~MII 11' l-riKw..>O'EII 'A6T!vcryOp'1S mpl 1Tmc.>11
~aool/Cl JJtv ~I~ KpEaaol/Cl 6' EIi)'oyl~
I 5' nm.- P am. P""k I IIOtpall pI 11 KpiaaovCII P 11 initium ap. dC!llider. Jac.

470. M EAEArpOY
E11TOII allElpolli\lCt>, TlS Kai TlIIOS faaI. - ..Cl>I).av).os
Eütcpcrrl&c.>." - no6cnrbs 6' EVxE' «(pell; -..9plaaeVs)." -
-E,'1C7ClS & TlI/CI crripyc.>11 ~Ioll ;-..00 TOll ap6Tpov,
ov6l TOll At< I1T\~II, TOll 6l aOIP01S hapoII." -
rt'!pai 6' i\ IIOvaCj) ~Ioll rol1TES; - ,:H)'v6011 •AlSall 5
aüTo6eMl, KEIc.>II yevac!q.te1lOS KV).IKc.>II." -
9H 1TptafWs; - .. Kai KQpTa." - A~I \IÜ cn ~).os l).aw1'!
aVl1<pc.>lI011 1TIWT4> ax611Ta MyCj) ~IOTOII.
PI 111 b 6,18 1.91 v. - AntipaLro trib. PI I E~aTi5.", PI E(n(pcnrr- pI '!TolS
EÜKpaTI6Ec.:l· KQ\ 0 in textD 1fcxTS Eil. 0 in marg. 11 1Ox.' I. ; e. PI IOxICll P • KlI",v
Jao. 1111""", 'fI oll ~ PI.

471. KAAAIMAXOY
Et1Tas ,;H).IE, Xa1pE" KM611~pOTOS 'W~paKlc:rrr,S
~).aT' aIP' V,+,'1).oO TEIXEOS Eis 'AI6'1II,
c5:~IOII OVSEII ISc;,1I 6av6:-rov KaK611, &).).a mcrrc.>1IOS
eil TO mpllflUXi\s ypapl1' mw.e~c!q.teIlOS.
·PI IIlb 26,6 1.96.: Sen. Emp. ad •• math.1,48: Ammon. iD Porphyrii Iaag. p. 3;
Cram. an. Par. 4,403,16: Schol. Dlon. Thrac. [an. Bekker) p. 7211,27; Schol. Ariatot.
p. 7,16 ct 13,39 (Brand); Ir_ 1!l'. - Callimaoho trIb. P Schal. Dien. Cram. ChOl'r.
CiCO!roTII8O. 1,841 anonymo cet. I Choorob. 2,126,18 ct 128,16 (HIIB.)lId~ P PI
11m:w PI [aupralCl'.] Schol. Ar. 13 Dm. Schol. Dion. " KM~ pI " ~Ic:,­
'T1K 0 [-os P'] PI 'A"pP- Cram. Schol. Ar. 'Al"ITp. PI [primo) Sext. Schol. Dion.
S "~QT' 0 Cram. Bext." """,1.010 -nIX1c.:lS l'5 Cram./I'AI6av P I~. oOT1 mzec:w
Schol. Ar. Schol. Dlon. Crem. "KOK6v: 'riAas Bext. 11 &Ma: i\ TC P .. lv T(j) P Cram.
An\hololia Graeca VII 281

Ein gleiches
Ich, Athenagoras' Sohn Eubuloe, stand andem an Lebens
Länge wohl nach, an Ruhm habe ich alle besiegt.
Chairemon

Der Selbstmörder
Hör und gib Antwort: Wer bistdu7 Wer war dein Vater1 - ..Philaulos,
des Eukratid&8 Sohn." - Heimat? - .. Aus Thria." - Wovon
h&8t du nach eigenem W unsoh dein Leben erhalten 7-.. Vom Pflug nicht,
noch auch vom Schüfe, ich hab Weisheit bei Weisen gesucht." -
Gab dir d&B Alter den Tod oder Krankheit 7 - ..loh eilte freiwillig
nieder zum Hades; ich hab keIschen Becher geleert." -
Warst du schon alt? - "Ja, sehr." - So möge die Erde dir leioht sein,
da sich harmonisch bei dir Leben und Lehre verband.
Meleagroa

Ein gleiches
"Sonne, leb wohl!" So sprach Kleombrotos, Bürger Ambrakias,
und von der Mauer Gesims sprang er zum Hades hinab.
Ach, ihn bedrückte kein Leid, d&B zum Tod ihn getrieben, er hatte
nur die Platonische Schrift ..Über die Seele" studiert.

KallimacAoa
282 Anthologia Gra.eca. VII

472. AEnNlllA
Mvplos Ijv, wv6pc..)'fI'E, XPOvos 1TPO 'Toii, ä)(PI 1TPOs I}&
IjMes, XW ÄOI1TOS I1vplos elS 'AI5TJv.
'TIS 110ipa ~CI)iis VrroÄehTITal, i'l ÖO'ov öaaov
aTlYI1"; Kai aTlYl1iis Ei 'TI xal1TJÄOTepov ;
I1IKPr, aev ~CI)"; 'TE6ÄII1I1~vTJ' ov5~ yap CXÜ'riJ G
";5ei', aÄÄ' ~X6poii aTVyVO'T~PTJ 6ava-rov.
~ 'ToITJS WV6PCl)1TOI &1TTJKPIßCI)~VOI OaT&V
apl10vlTJS ÜlfoiiV'T' I}tpa Kai vecpEÄas'
wvep, i5', WS axpeiov, tml mpl vTJI1aTOS eXKpOV
eVÄ"; &KEPKlaTOV Ä&1TOS tcpe~o~v1'\' 10
'Toiov 'TO ""aÄa6pelov &m""IÄCI)~VOV olov
1TOÄÄc:;l apaxva10v aTVyVO'TEPOV aKEÄe'Toii.
I}oiiv t~ I}oiis ooaov a6~voS, wvep, tpevv&v
efTJS tv Äenij KEKÄI~VOS j3101ij'
altv 'Toii'To VOCj) I1EI1VTJI1~VOS, ä)(PIS 0l11Äfjs 15
~CI)oiS, t~ oiTJS 1'lPl1ovlaal KaACxI1TJS.
PIIUb 5,8 f.91r [om. v. 7-16). - Tit. om. PI 1 XP. 'lrpO ToV P 'lrpO TOii XP. PI
% XW~OTrOIOS PI :I 6ao1l PI 6aaoll P "EI Lase. r. 11 post 8 inser. ep. 472 b P
PI; quod corr. 0 l' ~lIepwm P em. Herm. 8 "",taT' (1) pI ÜIf10S T' C em. Herrn. 11
VEq>tA'l pI • &Kpov 0 6PKWII (1) pI U OtOll Ti> ,!,a~aepIOII P em. Herrn. I~ 1T0~~ij>
Meilleko -WII 1/ äp<X)(lIatoll pI 13 !\oiiv Ja.c. i'\ OUII IG TOUTOII aw pI TOVTWII aij>
o em. Herm. 16 t;wots Mein. t;wi'\s I/!\Pllolltaas pI !\PIl6- 0 om. Moin.

472b. TOY AYTOY AEnNlllA


Xel~plov ~CI)";v VrraAeVeo, veio 5' ts ÖPl10V,
WS K';YW 4>el5(1)v 0 Kphov, els 'AI5TJv.
PI IU b ö,8 f. 91 r [of. a.d 472). - % Käyc::. PI.

473. APIHOlllKOY
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Evcppova ÄvaaaTCIV WS E1Tü60V'TO VEKUV,
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Xepal 5EpaloVxovs tKpel1CxaaV'To ßpoXOVS.
I WpalS Hecker ';pa .. SepaloÜ)(ovs Toup SE SIOII)(OS pI SE SloVXOvs e.
Anthologia Graeoa VII 283

Pessimismus
Ewige Zeiten vergingen, 0 Sterblioher, eh du zum Liohte
kamest, und ewige Zeit wartet im Hades auf dioh.
Wu für ein Teilchen noch bleibt dir zum Leben f So viel wie ein PUnkt·
oder 80fern es ein Maß kleiner als Pünktchen noch gibt. [chen
Kurz ist dein Leben und schmal, und das Wenige beut keine Freude,
80ndern ist bitterer nooh als der unselige Tod.
Doch die MeßBchen, gebildet aus 80Ichem Gefüge von Knochen,
heben eich hoch in die Luft bis zu den Wolken empor.
Und wozu wohl, 0 MeßBCh f Am Ende des Fadens der Tage
sitzt der Wurm an dem Kleid, du dir kein Weber gewebt.
Haarlos und hautl08 der Kopf! Wie hAßlich ! Viel weniger häßlich
dünkt mich die Spinne zu sein, die man zur Mumie gemaoht.
Darum bemühe, 0 MeßBch, tagaus und tagein dich nach Kräften,
daß du genügsam und still dieses dein Leben verbringet,
und 80weit du zu Lebenden kommst, beherzige immer,
welch zerbrechlichem Stoff du dein Gefüge verdankst.

Lwnida.t von Tarenl

Selbstmördor Pheidon
Fliehe die Stürme des Lebens und fahr in den Hafen' loh Pheidon,
Sohn des Kritos, ich bin auch in den Hades geeilt.
Lwnida.t von Tarent

Selbstmord der Bakchen


Als Methymna und Demo den Tod des Euphron erfuhren,
der sich beim Feste der drei Jahre im Rasen bewAhrt,
sagten sie los eich vom Leben: sie machten mit eigenen HAnden
aus dem geflochtenen Band Schlingen und hängten sich auf.
ArislodilcOl
ADtbolo,la Graeoa VII

4'1".A6HI\ON
Bs 68e NIKavSpov mllCA)v Ta~' Iv cpcXos äoOs
411VC11i Täv lEpav i\voISIKClS yeVEav.
I l\ucn611cas BoabiOl' AW-.

"'111. 610TlMOY
NV\l,lov EüayOpl1V 'ITO~V mll8Epo\i ~ no~ualvov
I!<v1.>.ls Qy' NpElas IIMe ~a mJ~,
'lt'at6a TOV 'HyellQxelov ~ov. ouS' 4p' äcElVT'I
Xt'!Pl1 'lt'aT~VS aöelS Iai\Me 86llovs,
6atllovll1, TplT&Tf.tl SI Kcrrit81TO ll11vl SVCJCXIwv
ou~ol14\11) lfI\IXi'is Sva,povI T11KE86vI.
TOÜTO S' bT' clcllto"ripolal 'lt'O~~avTOV ,V.0T11TOS
IC1T11KEV MllJ Ilvi'illa 'lt'apa TplOSf.tl.
·s 6uaai"," 0 -~ pi • o(,?'01lMJ Bouhler -1'1 f 1TO?inc?O\I'rOS (t) pi 8 ?lll'l P 1/
IIl1ällO P em. Rciako. - Cf. Gow.: Clan. Rov. 11,19515,238.

"78. MEI\EArpOY
~c!cKpv& aOl Kai vtp8& SIOt X80vOs, 'H~IoS6>pa.
6wpoiillCXl, C1TOpyäs MlljlCXvov, EIs 'AI6av,
Sc!cKpva SvaMKpVTa' 'lt'o~~aüTf.tl S' bTl ~
cnrbSw IlviXlla 'lt'68wv, Ilvälla 'I~otpoaVvas.
OhCTpa y&p, olKTpa ,~av C1E Kai Iv t8111i1lOIS ME~POS
alclc~w, IClVEOtv EiS 'AxipoVTa X&PlV.
alat, 'lt'oii TO 'lt'o6ElVÖV l!lOl 6c!c}.OS; 4p'IfaC1EV •AI6as,
4p'IfaaEV' clctq,aatov S' 4v60s l,vpE KOVIS.
~clc C1E yovvoiillat, ra 'lt'aVTpOqIE, TOtV 'lt'av68VpTOV
t'!pilla aols KO~'ITOIS, IläTEp, lvayKc!c}.Iaal.
°1: 8aul!aaTÖv kal1Tc!r8ovs IIIcnÖl/6).oll TO hrlYpalilia. - PI lila 11,22 f.34 I1 ; Laur.
32,18 (11. 7-10 et 3-4). - • llip&tll wo PI I '1.161'111 PI .. 1Toe~ pi .1 IIQTtp' PI.
Anthologie. Graeoe. VII 2811

Nikandros' Kinder
Siehe, ein Hügel hier hält Lysidikes und des Nikandros
heilige Kinder umhüllt, wie sie ein Morgen auch nahm.
Anonym

Die Jungvermählte
Skyllis, das Kind Polyains, voll Schmerz um Euagoras, ihren
Gatten, den Sohn Hegemachs, eilte durchs mächtige Tor
klagend zum Haus ihres Schwiegers, der Heimat des Mannes. Die Arme
kehrte als Witwe nicht mehr heim in ihr väterlich Haus,
kläglich ging ihr das Leben im dritten der Monde zugrunde,
da der quälende Gram tödlich das Herz ihr verzehrt.
Und zum Gedächtnis für beide ward hier an dem ebenen Kreuzweg
dieses traurige Mal zärtlicher Liebe erbaut.

Diotim08 (von Adramyltion 1)

Die geliebte Heliodora


Tränen, die Reste der Liebe, dir schenke ich, Heliodora,
unter der Erde sie noch tief in den Hades hinein,
Tränen, bitter vergossen; am feuchten Hügel verström ich
sie meiner Sehnsucht als Mal, Mal meines innigen Glücks.
Klagend, klagend um dich, du Teure, stöhnt Meleagros
dir bei den Schatten am Styx noch seinen nichtigen Dank.
Ach, das Reis meiner Liebe, wo ist es? Ein Raub für den Hades,
Raub ist es worden, und Staub trübt nun der Blume dcn Reiz.
Dich aber bitte ich, Erde, 0 schließ die von allen Bekla.gte,
Allesemährende du, sanft an dein mütterlich Herz!
Meleagro8
An~hololla Graooa VII

411. TYMNEß
Mt'! 1701 ToVTO, CDI1.allll, M"v mlKap810v lITTe.>,
EI 1I'i1 wpOs NII1.~ "Yi's IIOPI"S hv)(ES,
6AA6: a' 'EMuetPV1lS 68''x11 T6:tos· faTI yap Ja"
waVT08Ev EIs 'A18"v Ipxo!livolalll 6I)6s.
PI ma 11,23 f.34". - In P bio oL lux ta VII 343. I nmcalplOI/ P PI em. J.~.
S 1Mv8IpII)S P PI om. Relake.

'18. I\EßNI60Y
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479. eE06ßPI6A
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480. I\EßNI6A
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cl:pllOvl1J T', ~VEp, wM~ m.ICIMI!liVtl·
"8" Kal C71CW1.,,1CES WtK aopoO aa)yatoVTaI
fll.IETIP1ls. Ti w1.Cov yl'\v mUivwj.II8a;
Anthologie Graeca VII 287

Ägypterin in Kreta
Nimm, Philainis, es nicht zu sehr dir zu Herzen, daß nicht du
den dir gebührenden Teil Erde am Nile bekamst,
daß Eleutheme dich hier im Grab hält: Geht man zum Hades,
ist's, woher es auch sei, immer der nämliche Weg.
Tymnes

Grabschändung
Sag, wer bist du? Von wem in halbzerbrochenem Sarge
liegen hier arm und bloß diese Gebeine am Weg?
Sorg- und bedachtl08 schürfen beständig des fahrenden Kärrners
Wagenachse und Rad Hügel und Denkmal dir an.
Ach, bald werden die Karren dir gar noch die Rippen zerknacken,
Ärmster, und keiner vergießt nur eine Träne um dich.
Leonidas von Tarent

Herakleitos von Ephesos


Hoch einst ragte ich auf, ein runder, fülliger Felsblook,
heut nooh trag ich das Haupt des Herakleitos in mir.
Furchend schliff mich die Zeit gleich Kieseln; denn hier an der Straße
fall ich dem schweren Gefährt sterblicher Menschen anheim.
Menschen, hört es: Und ob ich nicht Säule mehr scheine, ich trage
in mir den göttlichen Hund, der auf den Pöbel gebellt.
Theodoridas

Grabschändung
Halb schon liegt es zutag, mein Gebein, aus den Fugen geriet schon
oben die Platte, man trat, Wandrer, darauf und zertrat's.
Sichtbar auch werden bereits die Würmer, die unten aus meinem
Sarge sich winden. Was hilft's, daß mich die Erde bedeckt?
288 Anthologia Gr&oo& VII

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481. CZlIAITA IAMIOY


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482. A~HAON

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483. A~HAON

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SM PI1l4li~(~ eil: -01lS PI 4 OIICII (tl Pi.
An\hologle Oraeo. VII 2119

Siehe, es hat nun daa Volk einen nie nooh betretenen Fußweg
sioh gebahnt; man geht über dem Kopfe mir hin.
0, ioh besohwöre euoh jetzt bei den Göttern unter der Erde,
Hades. Hermes und Nacht: geht von dem Pfade hier weg!

Das Kind
Also aagte die SAule bedrückt: ..Wie jung und wie klein doch
war Theodote nooh, ala sie der Hades geraubt '"
Also die Kleine lOdann zum Vater: ..Laß deine Trauer'
Unglüok. Theodotoa, kommt oft zu den Mensohen ins Haus."
PAililtu 110ft SamtM

Ein gleiohes
Ach, noch waren dir nioht die Locken gesohnitten, zum dritten
Jahre noch hatte der Mond nicht seine Bahnen gefüllt.
als Nikaaia, die Mutter, und Perikleitoe, der Vater,
armer Kleodikoa, dioh jammernd am Raine bereits
vor deiner Urne beweinten .... Am femen Acheron blüht nun
deine Jugend und bringt nie dioh, Kleodik08. heim.

Ein gleiohes
Unerbittlioher du, unbeugsamer Hades, weswegen
hast du Kallaiaohroa, daa Kind, a1ao ums Leben gebracht?
Aoh, in Peraephonea Halle zwar dient nun der Junge ala Spielzeug,
aber im Hause zurüok ließ er unendliohes Leid.
Anonym
290 Anthologia Graeca VII

484. 610IKOPI60Y
ntllTE Kopas KallTtllTE BIW .6ISVlJroVI TEKouaa
äpaevas ovS~ IJICXs ovS' tliOS OOv6:aaTO,
1'\ (Jty' äplC'TTl touaa Kai EVnKIiOS OVx WO lTalSrov,
6ellfialS 5' h6:cp'l xepal eavouaa BIOO.
I et 4 Blw Heringa ~I<t> ~ w\laaCXTo Salm. w..0a- 3 i\ Meinoko iI 11 ~' Rei.ke
lJlv 11 loÜO'a Jae. oöaa.

485. TOY AYTOY


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TVlJlTaV' tlTl a-n'lA1J ~1'iaaET' 'AAe~llJtVEVS
Kai mpISIVr,aaa& lJaKpfjs ällfAIYlJaTa XalTT)S
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ii YAVKEpcX lTllfVaallTOS lcp' VlJETtpalalV av-rals
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'AM~alJlvovs P [ex 'AM~ol1-) 4 &uaSES PII/6JJ,1 tr6;>'I\I P [primo) PI 'AI1,hr- P
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Heck. aSarnalS P PI 6:>'\TalS 0 in marg. 11 TOÜS' Lase. TOWS' 11 tx6pEVal PI.

486. ANYTHI MEAOnOIOY


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lJ6:TT)p OOKVIJOPOV lTalS' lß6aae cplAav,
'f'lI){av äyKaMovaa ClIIAalVlSos, ä lTPO y6:IJOIO
XAropov Vrrtp lTOTalJOU XeVlJ' 'AXtpoIITOS (j3a.
PI lnb 25,8 f.96 v. - In P bic et iuxta VII 343. I a>'\I1CXTI PI/ tWlva P PI em.
Reiske :& t~6T\a& PI.

487. nEPIOY MAKE60NOI


'WAeO S~ lTpO y6:IJOIO, ClIIAalvlOV, ovst ae lJ6:TT)p
nvel<XS OOpalovs f}yayell EIs eaA6:lJovS
WlJcplov' äJ\A.' lAeelVa KaTaSp\i'f'aaa lTapElas
TEaaapaKalSeKtTIV TijiS' lK6:ÄV\fIE T6:cp,!>.
PI Illb 25,9 f.96 v. - Tit.: gent. om. PI :& ts PI 4 TEaaapaK- PI TEaa&p&K- pI
TEaaapEK- o.
Anthologia Graeoa VII 191

Die verlassene Bio


Hatte Bio dem Didymon auoh fÜDf Töohter, fünf Söhne
liebend geboren, ihr hat keine und keiner genützt.
Kinderreioh war sie, geachtet, und doch, nicht Söhne, nein, fremde
Hände betteten nun Bio im Tode zur Ruh.

Der Bakohenfreund
Streut weiBe Lilien aufs Grab und rühret wie sonst die vertrauten
Pauken mit schmetterndem Schlag bei Aleximenea' Mal.
Laßt sie wirbeln, die Locken dea langen Haares, Thyiaden,
und im Kreise umschweift. rasend am Strymon die Stadt.
Oft ja, wenn er so süß zu eurem Jauohzen geblasen,
tanzte nach seiner Mnsik zArtliohen Weisen die Stadt.

Die Braut
Oft rief Kleino, die Mutter, voll Jammer am Grabe der Tochter
nach ihrem teuren, so früh von ihr gegangenen Kind,
rief der Philainis Seele zurüok, die vor ihrer Hoohzeit
über die Wasser dea fahl fließenden Aoheron ging.
LyriJemR ARyle

Ein gleiohes
Vor deiner Hochzeit nun starbst du, Philainion, eh dich in Reüe
Mutter Pythias noch brAutlioh zur Kammer geführt.
Ach, sie zerfleischte sich selbst erbarmungawilrdig die Wangen.
da du im vierzehnten Jahr nieder zur Grube sohon stiegst.
Per8u _ M4hdonitn
292 Anthologia Graeoa V1I

488. MNA1:AAKOY
Alat, 'APIO"TOKp6:Tela, aV !ltll ßcxevll EIs 'AxepoIITa
oixeal wpa[ov KEKAI!ltva 1TPO yallov,
llaTpl st SclKpva ac;. KaTaAI:[lTETal, ä a' hrl TVIlß~
1TO~clKl KEK~lllevas KColt<Ve1 ~K KEcpa~äs.

PI IIIb 25,2 f.96r - Tit. om. PI :I /i a' Reisko WS pI &s c &s PI 4 Kl1<A,lIiva P.

489. 1:AnC%lOY1:
TIIlaSos äSe KOVIS, TaV S,; 1TpO yallolo 6allovaall
Se~aTo <l>epaecpollas KVaVEOS 6~allos,
as Kai arrocp61!ltvas 1Täaal veo6äyl alSa~
CxAIKES IIlEPTall KpaTOS (&eIlTO KOllall.
PIIIIIl 11,24 f.34 V ö 1: 113. - :I lIf08ayEl P 1lE6&IlY' PI -llyii 1: PI (man.') em.
Salm. /I cn6ap'l' c -t\P'l' pI PI Xa).K~ I PI (man.').

490.ANYTH1:
nap6ellov 'AIITIßlall KaTOSVpollal. &s hrl1TO~ol
IIVIlcp[OI IEIlEIIOI 1TaTPOs iKOIITO SOIlOll,
K~VS KallTllIVTäTos älla KAEOS· ~' hrl1TallTColV
o..1TISas ov~olleva Motp' iKV~lae 1TpOOCol.
1'Illlb 20,6 f.95r. - I 'AIIT'!3lllv K.l\S PII/hn 0 3 1f'VVTClTOS pI -TijTOS 0 PlI/
ayaK}'ios PI 4 oV}.01lMl PlI/ h<V}.U7t Steph. -lacrE.

401. M NA1:AAKOY
Alat 1Tap&ev1as 6~00cppovOS, &s 6:1To cpalSpav
CKAaaas ~IK[all, IIlEPoeaaa lO.eot·
KaS Se a' ällV~allEllal mpl SclKpvalv alS' hrl TVIlß~
Aäes lllpt'!VColII ~O"TaIlES eIS~lllol.
PI IIIb 20,7 f.95r. - Ep. 490 et 4111 unum ep. 888e putat in 8cholio c lano 0 PI
0 ft}.- pI 6:}.IKlllv PI :I allvealliva PI.
Z &;}.'Klav
Anthologie Gr&ec& VII 293

Ein gleiches
Wehe, Aristokrateia., du stiegest zu Acherons Tiefen,
niedergetreten, bevor blühend die Hoohzeit noch kam.
Tränen nur blieben der Mutter zurück; oft steht sie am Grabe,
nieder sinkt ihr das Haupt, ach, und sie jammert um dioh.

Ein gleiches
Dies die Asche der Timas. Sie starb vor dem brä.utlichen Feste,
und Persephone nahm sie in ihr dunkles Gemach.
Alle Gefä.hrtinnen schnitten mit frischgeschliffener Schere
sich ihr liebliches Haar bei ihrem Tode vom Haupt.
Sappho

Ein gleiches
Um Antibia klag ich, die Jungfrau. Wie viele Freier
kamen zum Vater ins Haus, die sie begehrten, gelockt
von dem Ruf ihrer Schönheit und Klugheit. Doch was sie an Hoffnung
alle getragen, das riß Moira verderbend hinweg.
Anyte

Die junge Kleo


Wehe der Jungfrauschaft, der übelberatnen, ob der du
deinen schimmernden Mai, liebliche Kleo, zerbrachst.
Wir aber stehen und weinen, zerfurcht die Wangen von Tränen,
steinern hier über dem Grab als der Sirenen Gebild.
Mnrualke8
AnLholo,ia Graeca VII

492. ANYTHI [MITYAHNAIAII


OlX6101E6', (:) MI"Tl"TI, ,1"Tl 1TCXTpl, TG)II äeElllcrrwII
Tall ällOIlOll r w,crräll Ii~PIII c!tvaIll6!JE\lQI,
"ll"ap8ellll<al Tplaaal "ll"0""'1"Se5, äs 6 ~Icrr~
IW.TG)II el5 Tcx\rt"flII IlOtpall hpE\jl&II •ApTl~.
oü yap ~!JEIIIQIJ&II afllCX "T6 SVC7CJE~As ovS' 'Y~1ICX10ll,
1IVJ.I,loII 6),).' 'AISTlII ICT)SeIJ611' EÜp6Il&6a.
PI mb 20,9 f.95r. - TiL. om. PI I ci>x~' PI t TII" 6. ra).ar{.W PlI/ cMnllO·
lII8a pI a ~ Bad. Alcenalua ~" 1/ Plcrroo; P PIQCI"1'6s PI om. Jao. 'ulJ(ll<llou pI
PI om. 0 • W\I,lou 0 1/ .up6!laea PI.

493. ANTInATPOY [9EIIAAONIKEAII


OU IIOWft) 'PoS6"11"a "TI Kai ä yellhllpa Botcnca
oüs' WO SVC7!JEriWII SoVpa"T1 I<EIO.lloIE6a,
6),).' ali"Tal, lf6:"T~ 6"!1"6"T' {,'-eyell äcrrv Koplll6ov
yopyo~ •ApTl5, 'AISall ä"KIIlOII el"6Io1E6a.
(K"TallE yap ll6:TT)p !JE Slaa4pCIK"ri'\pl alS6:pft),
OÜS' ISlov "I~ SWIlOP05 laxe ~Iov,
&fIE S' ~lICXV)(tlllOll Sel~ ~p6xOll· ft5 yap &\.&EI IIWII
Sov"ooV\ICXS älltll "ll"ÖTlIOs o.evetPI~.
PI IIlb 20.10 f.95r. - TiL.: gentil.. om. PI I 'Po&Om, c 1/ 80101«1 PI -k1l •
BolC7Tl" pI 7.Q\1 Pp6x~ P [·Xa plI 11 ~" PI 11 äiJrlllW P 8 611111V PI.

4N. A~EInOTON

'Eil "!I"6\I"Tct> ~ 6 Kp,;s eällEII, eil ,I"a, NTlpeV,


SI\CT\ICX Kai TO aOll ftll KEtllO aV"'le.~ IiSwp,
IXev~oMVs 6 mplaa05 b ällSpaalll, ~"a e~aaaa
00" SICXKpIIlEI X&lllcrr~ ovS' ä'-1&tS.
Pllllb 19.111 f.Nr. - Athenodoro trib. PI I IWBapls PlI/li> ReÜlke ~ 1/ ,IAa
Heoker ~ 11 NapIÜ P 4 00 Tl PloUei P.
AnthoJogia Oraeoa VII

Die drei Milesierinnen


Heimat, du liebes Milet, nun sind wir gestorben; wir flohen
vor dem schiLndlichen Hohn ruchloser Galater fort,
wir, die Töchter von Bürgern, drei Mädchen. Der Ares der Kelten
trieb uns gewaltsam in dies letzte VerhJ.ngnia hinein.
Denn wir warteten nioht auf frevle Ermordung und Liebe,
nein, in Hades erata.nd Gatte und Schutz uns zugleich.

Die zwei Korintherinnen


Rhodope war ich; mich raffte zusammen mit Mutter Bolsa
nicht der Feinde Geschoß, auch keine Krankheit hinweg,
selber haben wir einst, als der furchtbare Ares die Heimat,
unser Korinth08, verbrannt, mutig den Tod uns erwählt.
Denn es tötete mich die Mut.ter mit mordendem Stahle,
aber sie schonte dabei auch nicht den eigenen Leib,
sondern die Arme, sie hat um den Hals sich die Schlinge gewunden:
schöner als Knechtachaftal08 schien uns freiwilliger Tod.

Ertrunken
Kreter Sodamoa ertrank in dem Meer. Er liebte die Netze,
und dein feuchtes Bereich war ihm, 0 Nereua, vertraut,
ihm, dem geschicktesten Fisoher der Welt. Doch brausen die Stürme,
nehmen die Wogen der See keinen, auch Fischer nicht, aus.
Anonym
AD~hololla Oraeca VII

496. AAKAIOY MEUHNIOY


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tr1.eICTTa tro1.V1WxIiTov KI\&a 1IIXVTI1.11lS.
PllIIb 19,13 f.94f. - TI~: pt. om. PI I -jICo) IICIVTCII'I c -pc.w aVrotS P' -fXtl
vaOTal PI 1/ PapE1'lS PI I 'Alnracrl<t> P16l:nracn' ~ P' -lOS c 1/ hIv~a P I rnWrO'l:
TUI!Pos pi 4 ~v6111\1OS P 1-1 U~ pec!uliare ep. hab. P'.

496. IIMANllaOY
'Hepl1'l rEpawla, KaKOIl1.rnas, ~1I·ICTTpoII
Ti;1.e KallK !KU9tc..>1I IJCOCPOII 6pä1l TavaIII
\.I1'ISi m1.as lIerlllll !KElpc..>IIIKOII olS\.Ia 8a1.aaaflS
&yKea IlEI'O~IIflS 0:\.1,1 Me8ovplaSOS.
viill S' 6 IJlII 111 trOIlTft) KpVEPOs lIiKVS, 01 Si JXKpeiall
\1aVT11.11'I1I KEIIEOI ~& ßoWcn Ta~l.
I "Icrrpou c 4 6'y1cIa Salm. liyv4a 1/ WI~ Jae. -YaS /I MtGoup.a50s Salm.
lIi 8-c 111 eoup.66as P' • ~ P.

497. laAMArHTOY
Kerl trOTEevlJW5TlS, T6: trap' Utrl5a KI\&a KMIc..>v,
tr(X\SII\~ KEIlEOll "TOVTOII fxeve Ta~lI·
ovSi yäp 68I1EI1'I1I (1.CXXEII KOllilI, &1.1.a TlS &!m'\
81111as " ""'ac..>" trOllTlaSc..>1I TlS fxll·
(va' 6 yt trov trallTc..>1I lmptc..>11 chep 6rna ~IIIEI
YV\.lIlOs hr' O:~EI\IOV KEIIJEIIOS alylCx).oü.
IIClVlllv P' I ~ITlv P' 4 81v~ Meioeke Vlcls P [Tllupra I add.l] /I TlS: Inv P....·k.
Anthologia Graeoa VII 297

Ein gleiches
Seefahrt ist unter Arkturoa den Schiffern verderblich. Ein bittrea
Ende bei Boreas' Sturm fiel dem Aspaaios zu.
Gehst du, 0 Wanderer, auch am Grab hier vorüber, den Körper
deckt das Ägiische Meer, das ihn mit Wogen umspült.
Jedes zu frühe Verscheiden wird TrAnen erregen, im Meere
aber die schreckliche Fahrt kostet des Leides zu viel.
Alkaioa von. MuseM

Ein gleiches
Wenn Geraneia, der schlimme, der ragende Fels, doch bei fernen
Skythen den Istroa und dich ml.chtigen Tanals sAh!
Wenn des Skeironischen Meeres Gewog doch 80 nahe nicht wäre
bei den Tälern, wo rings schneeig Methuriaa liegt!
~un aber treibt er in Wogen, der achaurige Leichnam, und dieaes
leere Grab offenbart: Schwer ist im Meere die Fahrt.

Ein gleiches
Auch Thymodea, in Trauer ob unerwartetem Leide,
hilufte dereinst seinem Sohn LykoB dies ledige Grab.
Denn ihm wurde kein Staub in der Fremde, er ruht wohl auf einer
sandigen lnael der See oder am Ufer des Meers.
Ohne Feier und Ehre nun liegt er nackt an dem öden,
einsamen Strande, und bleich schimmert wohl dort sein Gebein.
Damag.tos
298 ADthologia Graeoa VII

'98. ANTInATPOY
6ä\Jls " NvaaEIis, 1ACX)(V cncatpoS l1C 1fOTE -rr01/TOV
'Iovlov mni yäll \ICXIJCM'O}JWII nv,01TOS
~TI6a 11111 Kainavra IlEWs hTl~I\Topa Aaoll
l<\Ji.Icrn Kai avPIlCi) nAa~o.u\lOV5 ä"'IlWII
äC7KTl6etS laac..>c7E· KaeIE.uIlTlS S' tnlnhpalS
&y!<VPTlS IfIVXPC:;;1I KttreallEII IK IIlcpaSWII
""Iluaas " np6a~vs. 18" Ws AI.uva yAVKVII mOlS
SoUs, ~tllE, TOll 1\1'is"s a\rr0s ISv A11l611a.
PI 111 b 19,18 I. Ofr. - I II1lC7OlVs P -alM PI em. Jao. S "~,, pi S 6:01<TI~S plI/
~ pi • 'I'Vl(1iW pi 'flll~ PI fllIIas P 8'aus P.

'99. 9EAITHTOY
NavTlAoI er, lTM.OOl/TES, " KVPTlva10S 'AplC7TWII
lTaVTas \rrrip !Elllov AlaC7ETal ÜIlIlE 610s,
almtll lTaTpl MEVWIII, lTap' 'IKapialS chI lThpooS
I<&ITal 111 Alyal'l> 6vIlOIl äcpElS mMYEI.
PI lila 19,30 I.37 f • - I 'ApIOT"''' ex 'Apl",,, PI S 1fcmpl P'IfMw"'''1 PI Mt"'''1 P.

500. AIKAHmAfoOY
·W lTap' IIlOII C7TEIxwII I<&vOlI ""pIOIl, dlTOII, 68tTa,
Eis Xloll EIiT' äv tK1), lTaTpl MMTlaay6p!J,
Ws M !lAll Kai vija KailillTopiTlII KaKOs Evpos
WMC7EII, EVl1T1TOV 8' a\rro }JMllTT' 6\1Olla.
PI lIla 19,31 1.37r. - I OTlfxov pi 'N hrnou P.

/iOI. nEPIOY

Eüpov XEI.uplai C7E KaTalyl81S I~BKVA\C7all,


CJ)I}.}.I, noAVKAVC7T~ yv!lvOlI In' 1'\10111,
olllTlPi\s N~IO lTapa acpvpOlI' alylAllTOS Si
mpov ä}.IßpEKT~ I<&laoo wo lTp01T081.
I: Wros 6 ~WS Iv MITU"fIvtl~. - PI lIla 19.32 I.37 r . - I .,,1CrI7QV P
I CDW.\ JIeiDeke ~ 1/ 1I'CWIM~ Beoker ~.
Anthologia Oraec& VII

Seemann Damis
Damis von Nyea hat einet sein kleines Schiftlein von Joniene
Meere zum Peloponnes lenkend gesteuert, und a1e
Woge und brausender Sturm den Kahn und der Reisenden ganzee
Volk auf dem Schiffe verechlug, brachte er glücklich und heil
allee hindurch; doch da der Anker zum Fe1een eich senkte,
streckte im eisigen Schnee endlich der Alte eich aue
lind entschlief nun für immer. Sieh, Fremdling, er echenkte den andem
freundlichen Hafen und fand selbet an der Lethe den Port.
Amipatr06 von Bidon

Ertrunken
Die ihr hier fahret, ihr Schiffer, Ariston, der Bürger Kyrenes,
fleht beim gastlichen Zeue alle zusammen euch an:
Kündet es Menon. dem Vater, er liegt bei Ikarias Felsen,
und im ÄgiLischen Meer echwand ihm sein Leben dahin.
Theaitd08 von Kyrem

Ein gleiches
Wanderer, der du bei meinem, ach, leeren Grabe vorbeigebet,
wenn du nach Chios gelangst, tu Melesagoras kund:
Tückisch versohlang seinen Sohn samt Schiff und Ladung der Euros,
und der Name allein blieb von Euhippos zurück.
A,kkpiGdu

Ein gleiohes
Winterlich brausende Stürme des Euros haben, 0 Phillis,
nackt herauf dich gespült auf das umr&usohte Gestad
an die Spitze von Lesbos, dem rebenbekränzten. Nun lieget du
hier an des steilen Berge wogenumflutetem Fuß.
PerIlU
300 ADthololla Gra80a VII

602. NIKAINETOY
'Hplov ElIlI BITCo)\IOS, o5cmrÖpE' EI SE TopW"'lv
Mhr(o)v Eis cxVtT!V IPXEal ' AIl,hroAlv,
elmlv NIKayOpqc, 1I'(xl5(o)v &1'1 TOll lloVOV aVTlj>
l:TpwovlTlS 'Eplf(o)v WMcn! lI'avlSvall] .
• pt lIla 19,33 f.37". - I MitrWv 0 l/'A&lfI'llOMv P' 4 1I'CMNBhJ PI.

503. AEnNIt.A
, ApxalTlS ~ elves hreO'TTJA(o)lItvov &)(eOS,
d1l'OIS, 6VTIII' CxelS i\ Ti \lOS i\ lI'08crn6v. -
,,<I>IVT(o)V' 'Eplllo~a BcxevtVJos, &v 1I'OAv KVIJ(X
WMC7EV, ,ApKTOVpoV AalMlI'I XPTlaaj.IEVOv."
PI ßIa 19,34 1.37". - Tit.: J\ec.,)IIIBou PI 1 6pxal~ pI I 1I'08a1r6s P.

504. TOY A YTOY


ßaplllS 0 KWJ.lyvc.:nov tmxKTalos KW.~S,
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12 r pI1I'ColII 6 Seal. Ypl1I'WIIOS 11 ypnnnils P.
Anthologia Oraeca VII 301

Ein gleiches
Bin der Hügel des Biton, 0 Wandrer: Wenn dich die Straße
von Torone hinweg fort nach Amphipolis führt,
tu dem Nikagoraa kund: Nun hat ihm beim Sinken der Böckchen
a.uch noch dlLl! letzte Kind Sturm auf dem Strymon geraubt.

Nikaindol

Ein gleiches
SAule am alten Gestade, 0 sag mir, wen du bedeckest,
nenn seinen Vater und tu auch seine Heimat mir kund.-
"Phinton, des Bathykles Sohn aus Hermione, hat eine sohwere
Woge ersohlagen beim Sturm, den der Arkturoa erregt."
Lwnido.s von Tarent

Am Fisch erstickt
Parmis, der Sohn Kallignots, der Angler am Ufer des Meeres,
der 80 trefflich gefischt Drossel und Seepapagei
wie den gefräßigen Barsch, den Köderversohlinger, und alles,
WILl! in der Tiefe des Meers Klufte und Klippen bewohnt,
biß von der Beute dereinst einen klüftebewohnenden Lippfisch,
den er zu seinem Verderb aus dem Gewisser geholt.
Ach, da fand er den Tod. Denn za.ppelnd entglitt aus den Händen
ihm der glatte und fuhr ihm in die Enge des Sohlunds.
Nieder fiel Parmis und wllzte am Boden bei Schnur sich und Rute
und den Angeln und hat schließlich sein Leben verhauoht,
da sich erfüllt der Moira Gespinst. Doch Gripon, der Fischer,
hat dem Gestorbenen drauf hier diesen Hügel gehäuft.

Letmido.s von Tart"t


302 Anthologla Graaoa VII

506. IAnGlOYI
Tltl ypl1T1il neMYWIII "I'I'C1"T'I'\p hri6T)1CE MEllla\COS
KVPTOII \Cal Kc.:rnIXll, 1.ll/ä1lCl \CCIKO'ot~.
PI lila .,1 f. 3Ov. - I yplmnl P /I 1'"*'l1CE 0 -T'lK' pI avt8T)KI PI 1/ Mavlencos PI
P«PI- 0 lpapl. pI I tcaIUlI;wäs P td;ol~ [~.upra 01] PI [m- praemia. man."].

606. AEnNI6A
K1'!II Yi5 \Ca11TolITct> KEKp~. TOiiTO mplaaOll
IK MOlpiWII eapavs XapI'l50v 1'!lIIio'aTO.
" yap trr' äyK\!PTlS IIIoxoII ßapos EIs &Aa SUIIWII
'10111011 6' üyp611 KÜlICI KaTEpXÖl'EVOS
""'" Ilill laCA)(J', aVrOs Sll/ETO:Tpcnros IK ßv600IppWII,
flSTl KaI vaVTalS xet~ 6pe'ywIlIVOS,
.~II· TOtOll 1'01 trr' !iyPIOII N l.Iiya KfI'TOS
"M,", ärrißPO~II S' &xPIS rn' 61.1,cV.lov.
X"I'lav Ilill vaiiTcn, IfIVXPÖII ß6:p0s, .~ c!tAOs 1'!I'(;)II
"pav6', flI'lav Sl1TpIOTlS dnmcMaaTO'
tOlll S' 111 Ta\m;I KaKa Mllflava 96:pavos, cI>\IEP,
IKP'I'f'CXII' 1TO:TPTlII S' oü 1TaAIII IKOIlE6a.
PlIII b l9,111 f.9fr.-1 Kai PKilllPI/lKlK~II-P' 16paaVo;P IflP 4'1611leW
PI p6II- pi (K:.w- 0 ,IV 8chiIer fs 8 ~ 0 ~ (1) pI -Mav PlI/ öXP.6' pI
11 8päauos P.

607. IIMnNI60Y
•Av6pc..>1T', OU Kpolaov MVaaelS TaqlOII, aAAa yap allSpOs
XEPIII'I"I'EW' I.IIKpOs 'TIiI'ßos, 11'01 S' IKaVÖS.
PIlII. 6,21 f.32r. - Alexandro (Aetolo 1) Uib. PI; cum ep. 607b IUDX. P
I 6116pc.nros K. (?) plI/ ~ P.

607b
OVK 11TISWII Wl.lcpEla AIXTl KaTlßTlII TOll ä,VKTOII
r OpYl1T1TOS ~av6i'is CJ)qxnq.O\IT}S 66:Aa!'oll.
Cf. ad ep. 1107. I rnl60ll 0 11 ~'l" c -~'l pI I oaACI\IOII Salm. -os.
ADtbologla Oraeca VII 303

Fischer Pelagon
Hier auf des Pelagon Grab, des Fischers, hat Vater Meniskos
Ruder und Reusen gestellt, dürftigen Lebens Symbol.
Sappho

Schiffer Tharays
Erde und W&88er bedeckt uns zugleich. An Cbarmides' Sohne
ThlLl'llYs haben dies Wort reichlich die Moiren erfüllt.
Als in die Fluten ich tauchte zur haltenden Schwere des Ankers,
wo sich des Jonischen Meers feuchtes Gewoge ergeht,
hab ich den Anker gelöst, doch als ans der Tiefe ich kehrte
und ich die Hände bereits zu den Gef'"ahrten gestreckt,
ward ich verschlungen; wild stilrzte ein riesiges Seeungeheuer
auf mich los und riß bis an den Nabel mich ab.
Ha.lb nur zogen die Freunde als kalten, unnützen Ballast
mich aus dem Meere, und halb schluckte das Tier mich hinab.
Hier an diesem Gestade begruben sie, Wandrer, des ThlLl'lly&
traurige Reste; nach Haus kehre ich nie mehr zurüok.
Lumidu _ T/JI'eJd

Der Arme
Kroisos' Gruft nioht siehst du, hier liegt nur ein armer Geselle.
Klein ist das Grab wohl, mein Freund, aber mir selber genügt's.
Simmaidu

Der Bräutigam
Eh ich das Ehebett sah, stieg jä.h ioh, Gorgippos, zur harten
Kammor hernieder, wo du. blonde Persephone, haust.
A1I07lym
Anthololi& Or&8o& VII

608. [IIMANI40YJ
navoavlall ITJTpOlI hrWllVJ1OII, 'AY)(Inc.l vl611,
T6115' •Acn<ATJ'm6:5TJII 1TaTplS rea\J·' rUa,
6s 1TMIa-rO\lS Kpuepalal llapalllOloI4l1O\IS WO IIOVaOlS
~as ama-rpEIfIEII ~t6I1TJS eaA6:!lc..>II.
PI mb 1'.1 f.93 r ; OiOl. L. 8.61. - Tit.: om. PI, Empedooli trib. Diog. I ·Anl.
'l'OV Oiol. :I~" A. '11'. '&P"(IS Oiog. /I ro.a OiOl. 'll'iJ.as P KeWlS PI S 6s 'll'O~~~
\IOyrpolcn 11. KClllcnOIO'l Oiol. • amCI'T(II'fII OiOl· 11 cDtpatf6vtls P -\laS OiOll. "ipol-
op6vas PI /I 6&\m.w OiOl.

509. TOY A YTOY


Ii'\1Ja 6e6Ylll56s elill IIlIc.nrios, cj) Il' rntet,1CI!1I
rACIÜKoS halpElTJS &vrI1TO),V)(po"lov.

lilO. TOY A YTOY


IC;;1Ja !dll 6AAo8<rrrl\ ICI!VeEI K6111S, b SE aE 1T611Tct',
KMIa9EIlES, Ev~llICt> Ilolp' fK1XEII eava-rov
1T),a,61JE1l01I' yÄVICI!poü 51 IJEÄlcppo"OS otKa5E l16a-rOV
i\1l1TÄaKES 0115' tlCEV Xloll hr' allcplpu-n,lI.
PlllIb 19,H 1.9' •. - I cri\1ICI P .,.~ PI 1/ hr" P ~ PI.

611. TOY AYTOY


Ii'\1Ja KaTacp911ol4I1OIO MeyaKÄtOS IÖT' all 18c..>IlCll,
olK'TIlpc.:l aE, T6:Äall Ka),),la, 01' fua&s.
I Mry~ Boubier "'ya 1CAios.

611. TOY A YTOY


TWII!ie 51' av9pW1Tc.:IlI apnall 0Vx tlCETO Ka1TvOs
aletpa 8alOlJtvas NpV)(6pov T~,
01 ~vÄOIITO 1T6ÄIII 101411 tMveEplCjll TE6aÄvlall
1Talal Älmlll, MolS' 111 1TpollO:x0lal aal/ell/.
PI III b ',ll f.90 V • - Til. om. PI :I 6cn0lllvas HilJer -VIli /I T.yKls Sobnpid<.-
win -flJs S -n8a).vfav ex -via. P.
Anthologl. Gr.eoa VII

Arzt Pausanias
Anohitee' Sohn, den Arzt Pausaniaa, würdig des Namens,
aus des Asklepioa Blut, legte hier Gela ins Grab,
seine Heimat. So viele, in sohaudererregender Krankheit
sieohende Minner entriß einst er Persephones Haus.
[Ssmonidu)

Freund Theognis
Denkstein bin ioh am Grab von Theognia, dem Bürger Sinopes;
Glaukos stellte mioh auf, treulioher Freundsohaft ein Mal.
SsmonSdu

Der schiffbrüohige Kleisthenes


Fremde Erde umgibt deinen Leib; du irrtest im Meere,
das man das Gastliohe nennt, als das VerhAngnia dioh traf.
Nioht war, Kleiathenes, dir die holde Heimkehr besohieden;
Chios, das Eilaud im Meer, hast du nie wiedergoaehn.

MegakIes
Wenn ioh den Denkstein am Grab des toten Megak1ee betrachte,
aoh, wie beklage ioh dann, Kallias, Ärmster, dein Leid.
SsmonSdu

Kampf um Tegea
Ob dem Mut dieser Märmer hat Feuer nioht Tegeaa weite
RAume ergriffen und Rauoh hoch in den Äther gesandt.
Wollten aie frei doch und blühend die Stadt ihren Kindern bewahren,
finden sie selber darob vorn auoh im Kampfe den Tod.
SsmonSdu
306 Antbololla Graoaa VII

1113. TOY AYTOY


CI>i'i 1I'OTI npc.n6I1CXXOS, ncrrpOs mpl XETpas CxOIlTOS,
IIIIIK' 6,' 1\IIpn.1/ m\IEE1/ II).IKI1\I/·
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M' 6pETi\1/1T08tWI/ o<m aClOfPOCJ\lv'111."
PI In b 18,23 f.1N Y. - I np6\laxos P TIIICIPXOS PI em. Hecker.

1114. IIMANI60Y
AI~ KCXI KM66'l1lO1/ tm npoxoijm Ekalpou
6Ev6ou aTO!l6eIlT' ~yayEl/ Eis &a1lCXT01/
9p1\IKI", KÜpaaIITa ).6x",' 1TCXTpOs 6t MaI/vOll
61,IMv alXII'l""S vl6s C6T}K' 6\101ICX.

11111. IIMANI60Y
Alal, lIOiiaI ~la, TI 6111f1VXa1m llEYalpE1S
6vepc:mwl/ 1pcrri5 nap W6TrjTI IJ!WII/;
" Kai TllICXPxol/ Y).VlClpf\S al~1IOS 611Epaas
1118101/, npll/ IlIal1/ KOVpl61'lll 6).0XOI/.
PI ma 20,18 f.38Y. - I I~ JI.O••~ PI 6pn~ P 11 WM' os \IE6oT. PI.

1118. TOY AYTOY


01 IJ!II M IC'Tllvall"rlS 611OIwI/ 6\1T1TV)(01E1/,
bü filiI'· 01 6' W6 Y&I/ etllTES 6valllTO ~Iov.

PI ma 8,11 f.3IY. - In P bio [pa] ohnte VII '17. Iltlov pa ••

817. KAI\I\IMAXOY
'HliIo1 Ms),6111'11'1T01/ l8clnnollEl/, 1'\s),lov 6t
6volJ!IIOV BcxaW:J s«neaw 1I'ap8e1ll~
cNToxEpI· ,c:.II/ yap ~bl/ &11 lTUpl 81Taa
OÜK IT).'l. 616v!1011 6' olKOS biSE \COKbll
1TCXTpOs 'Aplo-rl'llTl'OlO' KaTf\t'lcrEII 6t Kvp,,"'l
1I'äaa Tbl/ &O-mc\101/ Xf\POI/ 160üaa 6011011.
PI lila 20,17 f. 3!1 'f. - I lCGTI\f'lcn PI ..on.c- c .w.w PI -'TlIICTOII P'.
Anthologia Graeca VII 307

Der Sohn
In den Armen des Vaters verhauchte Protomachos seiner
Jugend liebliche Lust; siehe, da sprach er zu ihm:
"Nie, Timenorides, wird dir in Zukunft die Sehnsucht nach deines
teuren Sohnes Verdienst und seiner Tugend vergehn."
8imonides

Ein gleiches
Ehre führte auch einst Kleodemos zu traurigem Tode
dort, wo in ruhloser Flut sich der Theairos ergießt.
Als eine thrakische Horde ihn traf, da hat seines Vaters
Diphilos Namen der Sohn herrlich im Kampfe verklärt.
8imonides
Der junge Timarchos
Grausame Krankheit, weswegen mißgönnst du den Seelen der Menschen,
daß ihnen bleibend die Kraft lieblicher Jugend besteht1
Ach, nun raubtest du auch dem Jüngling Timarchos das süße
Leben, bevor er ein Weib zu seiner Gattin erwählt.
8imonides

Der Ermordete
Gib meinem Mörder, 0 Zeus, du Schirmer der Gäste, ein gleiches;
dem aber, der mich begrub, schenke im Leben Genuß.
8imonide8

Die Schwester Basilo


Morgens bestatteten wir Melanippos; beim Sinken der Sonne
gab mit jungfräulicher Hand Basilo selbst sich den Tod.
Denn sie verschmähte das Leben, nachdem sie den Bruder den
übergeben. So sah doppelten Kummer das Haus [Flammen
Aristippos', des Vaters, und ganz Kyrene beweinte
sein nun verwaistes und einst kindergesegnetes Haus.
Kallimacho8
308 Anthologia Graooa VII

1518. KAAAIMAXOY
'AaTaKl5"v TOV Kpi'iTa, TOV ahl'oAov, flp'lTCrae NUIlCP"
I~ 6pEos, Kai vOv \epOs 'AaTaK15TJS.
0\nch1 ~IICTahlaiV WO 5pualv, 0\nch1 ~acpvlV
'If011lI~, 'AaTaKl5"v 5' aUv 6ElaolJE8a.
PI ma 23,3 r.41 •• - :a cMctn' Salm. 0ÜIc 11 P obetl PI.

15111. KAAAIMAXOY
~llAOva 1'15 5' eV 01& TOV AOPIOV, ävlKa KaI cri,
XcXplll, TOV 6cpeaA1A015 x61tov Iv 6:llE'ripol5,
T~ hEpqr lCMIiaall'T85 AeO:tnollliv; oö5b bcElvov
EISe '11'aTI'\p ~I~V xpi'\Il' 6:vlapOnpoV.
PI Illb 15,24 U2r - I IlviKa PI • IlIoll'riPOIS PI S ~ hip1l PI 4 cMap- Suid_
•• v., m.ITlP- P PL

1520. TOY AYTOY KAAAIMAXOY


"Hv 51tIJ TlllaPXov Iv "At505, 6cppa mJer)al
fI TI mpl \jIVXi'\5 fl11'aAI, 11'G)s laeal,
51tea6at cpvAi'\5 nTo1.elJCXf50s vlla 11'aTpOs
navaalllov· 51'11155' aliTov Iv roae~v.
PI IIlb 1.7 r.9OV. - Tit.: ~I~OU PI • lGncn PI.

1521. TOY AYTOY KAAAIMAXOY


Kut"cov flv 1).61:15, 6A1yos 'TI'ÖVOS '11I'1TtIICÖv EÖpElv
KaI ~15VIl"v - ~5 oCm yap 11 yem.-
KaI acpIV cm"pöv IlIv IpEI5 rnos, Ipmx Si M~at
TOOe', &n TOV ICEl\ICa)v c:>5' nnxCa) KpITl"v.
PI ma 8.22 r.Ur. - I ~II MO.TlS P :a A!~ PI 4 lI6' hrtx'" 0 fx'" pi ulbv
Ix'" PI JI Kprrlal/ PI-
Anthologia Graeca VII 309

Astakides
Unsem kretischen Hirten Astakides r&ubte die Nymphe
aus dem Gebirge; so ward dieser ein Heiliger nun.
Nie mehr, nie mehr erheben wir Hirten im Eichwald von Dikte
fürder von Daphnis ein Lied, nur von Ast&kides noch.
KaUimachos

Der junge Charmis


Morgen! Wer kennt wohl genau den Daimon Morgen? Dich, Ch&rmis,
den wir &m gestrigen Tag vor unsrem eigenen Aug
leibhaft. noch e&hen, wir trugen dich heute schon weinend zu Grabe.
Du ist du furchtba1'8te Leid, du Vater Diophon B&h.
KaUimachos

Seelenkenner Timarchos
Suchst du Timarchos im Hades, um über du Wesen der Seele
oder dein künftiges Sein Kunde zu holen von ihm,
frag nach Pausanias' Sohn, dem Bürger vom St&mm Ptolemais,
und du triffst ihn gewiß unter den Seligen an.
KaUimac1ws

Kritias von Kyzikos


Wenn du nach Kyzikos kommst, ist Hippakos unschwer zu finden,
ebenso Didyme auch; denn du Geschlecht ist bekannt.
Was du dort meldest, ist schmerzlich, doeh magst du gleichwohl es
Kritiu, den sie erzeugt, deckt meine Erde hier zu. [verkünden:

Kallimac1ws
310 ADtboloBla Graeca "11

522. TOY A YTOY


..TlII01I6'l. CI TIS 5' laaI; ~ 5alliollaS, 00 a' ä\I rney"c..>",
EI I1fJ Tll106tov 1TCrrpOs bri\1I 6\1OI1a
OTI'It\1) Kai M,r,evl1l1a -mi 1T6t\IS. i'i l1~ya fTl111
xilpoll allläaeal aOIl 1T6a1l/ Eü6v~"'l.
P1llla ll,ll5 I.M 1'. - I T.IIOIIi'l PlIoOs clv P' S ~ ex i\ PI.

523. KA""IMAXOY
OhlllES 'AMlolo 1Tapip1TETE criilUl KII1c..>IIOS,
IO'TI! TOll 'l1T1Talov 1Tal5a 1TapEPx6118I10I.
I &1.10.0 P em. Salm.

524. TOY A YTOY


YH ~' WO aal Xapl5as a\la1TCX\lnen; - "EI TOll' Apll1l1a
TOÜ Kvp'lvalov 1Tal5a t\tyEIS, W' 11101. CI -
YUJ Xapl5a, TI Ta lIip8&; - "not\ÜS (11<6TOS." - AI 5' 6:\10501 TI; -
,,'t'e05os. CI - '0 5~ mOVTc..>II; - .. Mü6OS. CI - 'A1Tc..>t\61186a. -
..Q{ITOS IIiOs t\6yos 01111111 &t\'l611/0s· EI 5~ TOll 1'I5vII
ßo\IMI, net\t\alov ~ l1iyas ElII 'AI51J.CI
PI lila 8,23 1.32r. - H ut Jl'lCUliare ep. hab. I [EIs TÖII CIÜTÖII] et c (TOii a\noü]
S =Au PI • als 'AI5ttv PI.

525. TOY AYTOY


·OaTIS 111011 1Tapa ai\1UI f~pEIS 1T65a, Kat\t\II1QxoV 118
lael Kvp'lllalov 1TaI56: TE 1<CXl yellh'lll.
d5E1'lS 5' ~fc..> !CEII· 6 ~IIKOTE mrrpl50s 61Tt\c..>11
i'iP~\I, 6 5' 1\f1a111 KpWcroIla ~1I1'lS.
oiJ v41ans· MoOaen yap, ~ 15011 61111CXT1 1TalSas 6
111'1 t\o~c'f>, 1TOt\IOVs oiJI< chri6e1lTO flt\~.
I: IIS KaAAIIICI)(OII"I611 Kup'lIlaT0II1TO''lT1\II, TÖII y~a Ta AITla. c: als lauT611. -
PI lila 22,n 1.401'. - 3 fll5Il'lS P IlICOTf11 P 1I'OTi PI em. Jac. 4 111.01 KpEIC1O"- PI
S... IObol. Uea. TbeoB. 81 et OX1. pap. 17 (1927) 2079,37 1/ 111011 61111- P PI I. 6811-
pap. ~~aTI dllcw ech. • "'" ).~Q aobol. 6xP' ~Iou P PI perlit in pap. 1/ ou
Kari8- P'.
AnLholo,la Graoea VII 311

Timonoii
"Tlmonoii." - Wer bist du? Ich kennte dich nioht, bei den Göttern,
nennte aJs Vater der Stein nicht den Timotheoe auoh
und Methymna aJs Heimat. - 0 wahrlich, Euthymenes, deinen
ach nun verwitweten Mann, traf da ein furchtbares Leid.
KallifltlJC1w8

Kimon von EHs


Die ihr vorüber hier geht am Grabe des Kimon aus Elia,
wißt, an HippaiOI' Sohn führt euch die Straße vorbei.
Kallimac1&01

Auskunft über den Hades


Sag', ruht Charidaa hier in dem Grab? - ,Sofern an Arimmaa'
Sohn aus Kyrene du denkst, sicher, der ruht unter mir.' -
Toter, wie ist es da unten? - "Sehr dunkel!" - Wie steht's mit der
[Rückkehr? -
"Lüge ,"-UndPluton? Sag an I-"Fabell"-Dann ist', mit UD8aus.-
"Du ist die schmucklose Wahrheit; doch willat du sie mundgerecht
Hier wird ein michtiger Ochs einen Pellaier taxiert." [haben:
KallifltlJC1w8

Kallimachos' Vater
Der meinem Grabe du nahst, vernimm, ich bin von Kyrene,
und Kallimach08 hieß Vater und Sohn mir zugleich.
Beide dürftest du kennen: der eine führte der Heimat
Heere, der andere sang jeglichem Neide zum Trotz.
Wundre dich nimmer! Auf wem &Chon als Knaben das Auge der Musen
freundlich geruht hat. der hat auch noch als Greis ihre Huld.

Kallimachos
312 Anthologia Graeca VII

626. NIKANAPOY KOA04lSlNIOY


Zeü lTclnP, '06pvo:Sa Tlva cptPTEPOV lSpCXKf5 cS:i\i\ov,
Ö5 1l0vo5 ~K 9vptas OVK reti\T)ae Iloi\elv
lT<XTpIS' rnl !lTo:pTav, SlCl S~ ~ICP05 "'i\aae lTi\evpäv
5oüi\a KaTayP6:lva5 aKiii\a KaT' '1lI<X)(lSäv;
PI JIIb 4,20 f.91 r ; cod.Gotting. ph. 29 f.138. - Tit.: gent. om. PI 31TMvpWV PI
Gott. 4 KaTaypa.v~ P PI Gott. (I) 11 'IvCX)(tSäv el< ·6(;)v PI.

627. 9EOASlPIAA
9EvSOTe, KT)SEIlOV(a)V Iltya S6:Kpvov, oi ae 6aVOVTa
KWKVO"av 11ti\e0v lTVpO"OV aV<X\fIO:IlEVOl,
alvoi\IVE, Tplo"O:(a)pe, uV S' anl YO:Il0V TE Kai ti!3T)S
K6:i\i\llTES 1iS1cm:l llaTpl YOoVS Kai cS:xT).
PI III b 20,2 f. 94 v. - Tit.: geo6"'pl60v PI I K1161\.l6v1S PI 11 01 C7E Salm. t.,..,.i P
EiS .,.i PI /I 6o:rv611T"'v P 3 al1.",61.t'" P 61)\16- PI em. Salm.

628. TOY A YTOY


EvpvO"opov mpl c:riilla TO <tlalVape-n,s lToU KOÜpal
KtpO"ano ~av60Vs geO"O"ai\ISes lTi\OKO:Il0VS
lTPCa)"fOTOKOV Kai c5:lToTllov ciTv~OIlEval mpl VVIlCPT) V.
J\o:plO"O"av S~ cpli\T)V "'K<X)(e Kai TOKtas.
PI IIIb 11,16 f.93 r . - I TO: Ta pI 4 TOK~~ PI.

529. TOY A YTOY


Toi\lla Kai eis 'AISav Kai ~5 ovpavov cS:vSpa KOIl' ~el,
ä Kai !(a)o"O:vSpOV lTaiS' hriJ3aO"E lTVpäS
6(a)po6eov· <tl61q: YO:P ~v6epov ftllap \6:i\i\(a)v
~ppalu6T) !T)KWV 1lE0"0"661 Kai Xllltpas.

PI III b 4,21 1.91 r. - Z t1T(~a<n 1TVp~S P "' Xt\l6:p~ PI.


Anthologia GraBo. VII 313

Kampf um Thyrea
Hast du schon Bessren geaehn als Othryades, Vater KronionT
Sieh. von Tbyreas Feld wollt er als einziger nicht
heimwirts nach Sparta sich wenden: er stieß sich das Sohwert in die
als er die Insohrift gemalt: .. Beute von Inaoh08' Stamm!" [Seite,

Sohn Theodotos
o du Leid deiner Lieben, Tbeodotosl Weinend umstanden
sie den traurigen Stoß, den sie dir Totem entfacht.
Armer, du gingest zu früh und ließest der zll.rtl.iohen Mutter
statt deiner Jugend und Eh' Kummer und Seufzer zurüok.

Wöchnerin Phainarete
Um das gewaltige Mal am Grab der Phainarete schoren
Mädchen thessaIisohen Lands einst sich das blonde Gelook
und beweinten die Arme, im ersten Kindbett Gestorbne.
Eltern hat sie und ihr liebes Larissa betrübt.

Der Freiheitskf.mpfer
Kühnheit führt einen Mann in den Hades wie in den Himmel;
Duf dll8 Scheitergerüst bracht sie Dorothe08 auch,
Sohn des Soaandros. Für Phthia die Freiheit erstrebend, fiel zwischen
Sekoi und Chimera er tödlich getroffen am Weg.
314 Anthologia Graoca VII

530. ANTIITATPOY 9EIIAAONIKESU


Movvav cnJv mvolS, 1lEKV0CTTOÄe, Se~o IJ.E, lTOp&IlEU,
Tav i\~ov' aplCEi aOI 4poPTOS ö TaVTai\ISTlS'
lTi\f\PWcnI yacrn;p ~Ia aov CJKacpos' etalSe K6VPOUS
Kai KOVPas, Cllolßov cn<Vi\a Kai 'ApTE~ISOS.
PI lIla 7,4 f.32v. - Tit.: gent. om. PI :I Ta..: TOll pI" TavTaAI60S PI 4 Koii;x>S
pl/l c71<iiAAa P.

631. ANTIITATPOY 9EIIAAONIKESU


AiJTa TOI TpeaaaVTI lTapa XpeOS c:'ntaaev ~Sav
ßaIJIal!!va Koli\(o)v AVToS äpTl i\ay6\1c.)v
~CxTTjp, ä a' rnlCEV, Aa~CxTple' 4pä st alSapov
lTalSbs tou 4pvpSav IlECTTOV fxovaa 4pOIlOV,
a4ppl6ev KOVaßTlSOv rnllTplovaa yevelov,
SepKOl.leva i\o~ais oTa ACxKaIVa KOpalS'
"AeilTE TOV Eup~Tav, 1&1 Tap'rapov· avlKa Sui\av
oTaea 4pvyav, ni\eeeIS OUT' A~oS oVn ACxK(o)V."
:I Suid. s •• ApTJ~, 3-4 q>ä ••• s. q..ip6TJII et q>ä 6t al6apoll, 5 s. äq>PI6t1l ~t Kovaßos,
6 s. ~o~I\, 7-8 s. EÖpQTav :: Kol~av P 8 TIMeel~ C -EI pI 'SIV Suid.

532. III6S1POY AlrEATOY


"EK llE ye(o)l.Ioplf\S 'EnoKAea lTOVTIOS ei\ms
eii\KVaev, ö&velf\S e~lTopov epyaa1f\S.
vWTa st TvpaTjvfjs rnCxTEVv &A6S' 6:i\i\' ä~a VT'\I
lTPf\VIX&els ICElvTlS üSaalV AYKaTeSVV
Cxep60v A~ßplaaVTos 6:Tt~aTOS. 01iK äp' 6:i\(o)<ls
aVTbs rnllTvelel KEIS 6e6vas äve~os.
PI IU b 19,27 f.94 v . - Tit.: gent. om. PI 3 aAM IIE P 5 I",ßpla. Stcph. !Kß.
6~PWÖT~ PI.

533. 610NYIIOY AN6PIOY


Kai All Kai Bpo~lct> l.Ie Slaßpoxov ou ~ey' 6i\Ia&elv,
Kai ~ovov eK SOIc;)V Kai ßPOTOV iK ~aKap(o)v.
I 6~laeEIV pI :I ßpoTOV Reiske ·TWV.
Anthologia Oraeoa VII 315

Niobe
Mich nur, die immer gesohwatzt, lad ein, du Fährmann der Toten,
samt. meinen KindernI Als Fracht reioht dir des Tantal08 Stamm.
Ja, ein SchoB schon füllt dir den Kahn. Sieh Knaben und Midchen,
alle schossen mir nun Phoib08 und Artemis tot.
AntipatrOof !IOn Thuaalonike

Die spartanisohe Mutter


Die dich zum Leben gebar, DemetriOl, gab dich dem Tode.
st.ieß dir, weil wider die Pflicht angstvoll du flohest, den Stahl
selb8t in die Weichen hinein. Noch hieltaie das Schwert in den Händen,
das von des eigenen Sohns Blute gefärbt war, da schrie
sie ihm entgegen, indes die Lippen ihr schäumten, die Zähne
knirschten, ihr Auge so wild sah wie in Sparta ein Weib:
"Fort vom Eurot.aal Hinweg! Zum Hades! Da feig du geflohen,
bist du mein Sohn nicht und kannst auch ein Spartaner nicht sein."
AntipatrOof !IOn Tkes8CJlonike

Der schiffbrüchige Eteokles


Fort vom Bauernberuf zur Fahrt nach den Gütern der Fremde
zog mich, Eteokles, einst. hoffnungerweckend die See.
So befuhr ich den Rücken des weiten Tyrrhenischen Meeres,
aber icb sank mit dem Schiff jäh in die Fluten hinab,
al8 ein gewaltiger Sturm hereinbrach. leb sehe, auf Tennen
weht nicht der nämliche Wind wie in die Segel am Schiff.
/aW,oTOof von Aigeiai

Im Rausch und Regen


Wenn ich gefallen, von Zeua und BakchOl befeuchtet, W88 Wunder?
Ich allein gegen zwei! Und gegen Götter ein Mensch I
DionYalOof von AndrOof
316 Anthologia Graeoa VII

634. {AAE:::ANl1POY} AITnAOY, {016E} AYTOMEl10NTOI


•AI/ßpCA)m, ~CA)i'js mplcpslSso IlTlSi lTap' WPTlV
VCX\ITIAOS tael· Kai WS OV lTOAVS o:vSpl ßloS.
SelAaIs KMOVIKS, aV 5' dS AllTap'I'Jv 9aO"ov lMeiv
iJmlyev, KO(ATlS ElllTOPOS lK IvplTlS,
ElllTOPOS, Q KMOVIKS· SVO"IV 5' wo l"ThslaSos a\rrr1V
lTOVTOlTOPOOV aiJTfj l"ThslaSI O"\I)'KCXTeSVS.
PI IUb 19,5 f.93 v . - Tit.: AlTw;>"oii AVTOIJ- P 9EOKplTov PI em. Jac. 3-41 om. PI
& Vrro"";>"TJa6wlI P em. Graefe • -,..ofXt> 1Icnin) P em. Pieraon " C7V\1KCIT- P.

636. MEAEArpOY

0iJId6' 01100 XlllapOIO"IV @xelv ßlov, OVKe-TI valEIV


6 TpayOlTOVS optCA)V nav l6EACA) KOPVCPas.
TI YAVKV 1l0I, TI lT06EIVOV lv ovpeO"IV; c:)MTO LlacpvlS,
LlacpvlS, ös iJllrnplJ lTÜp hEKS KpaSllJ.
aO"TV TOS' OIK';O"CA), 6TlPoov Se TIS aAAOS rn' ayPTlV
aTEAAeaeCA)· Ta lTCxpol6' OVKhI navi cplAa.
PI lIla 7,7 f.32 v ö I 79. - ~ 6plwII 1I"äv fet;>..w P tet;>..w nciv 6p. PI I 3 IJOV PI I
" hEl'(v Kpa61TJ I 5 rnciyP'l P.

536. AAKAIOY [MITYAHNAIOYJ

OiJS~ 6avwv 6 lTpeO"ßvs U~ rnlmpocpE TVIlß'Il


ßClTpVV an' olvaI/ß1)S i\llepov, äA."Aa I'CxTOV
Kai lTVIYOEO"O"av &)(spSOV anoo-nicpovO"av 6S\TOOV
xelMa Kai SIIVEI KapcpaAeov cpapvya.
O:AAa TIS 'llTlTwvaKTOS l1TTJv lTapa O"i'jlla VeTlTal,
eiJxtaeCA) KVWO"O"EIV eVllEvtoVTa VtKVV.
PI IU a 22,19 f.40r. - Tit.: gent. om. PI I tijl [ex CJijI] tlllTtTp- PI :& olll0:v6t1S
PI -aas ex -aTJS P 3 66ITC>V °
PI 66ITav pI 666\ITwII °
in marg. "KapepaJ..eov
ex -aptoll PI.
Anthologi& Gr&oc& VII 317

Der schiffbrüchige Kleonikos


Schone dein Leben, 0 Mensch, und geh in die See nicht zur Unzeit.
Ist nicht auch so schon die Frist kurz nur uns allen gesetzt?
Ach, Kleonikos, du Armer, von Koilesyrien fuhrest
du als Kaufmann hinweg Thasos, dem blühenden, zu,
du, Kleonikos, der Kaufmann. Doch als die Plejade sich senkte,
sankest du, Fahrer zur See, mit der Plejade hinab.

Akxandros von Aitolien oder Aulomedon

Pan
Nein, dies Leben mit Ziegen, ich will's nicht mehr haben; nicht wohnen
weiter auf bergigen Höhn ma.g ich bockfüßiger Pan.
Bieten die Berge mir künftig noch Schönes und Liebes t Ach, Daphnis,
Daphnis, der droben das Herz heiß mir entßammt hat, - ist tot.
Hier in der Stadt will ich wohnen; ein anderer möge sich rüsten,
Tiere zu jagen; was Pan freute, das liebt er nicht mehr.

Meleagros

Hipponax
Nicht im Tode einmal will der Alte der freundlichen Traube
Nahrung geben; am Grab hegt er statt Reben - nur Dorn,
herbe Holzbirnen nur, die dem Wandrer die Lippen verziehen
und die Kehle wie Glut brennen ihm lassen vor Durst.
Drum, wenn einer am Mal des Hipponax vorbeigeht, dann wünsch er,
daß der Tote versöhnt endlich im Grabe nun schläft.

Alkaios von M e8sene


318 Anthologia G<aeca VII

537. 4>ANIOY rPAMMATIKOY


'Hplov OVK brl1TCrrpl, lTo:>'VKÄa\rrov 6' brilTal6Qs
AiialS ä)(el I<Eve-IJv -n'\v6' avtxooae KOVIV,
ovvolla Tapxvaas, brel 0v)( Uno xEipa TOKl'JOOV
ii:>.vee 6vaTIivov :>.EIIvava MaVTl6tov.
PI 111 b 11,25 f.92<. - Theophani trib. PI I 1To1t.Ul<AaVaTOV PI II AOolS ex
MOlOS PI I/6)(EI P I)(ColV [ex 6)(EI1] PI.

113S. ANYTHl:
Mavl1S OUTOS av-IJp lIv ~oov lTOTE· viiv 6~ TE6vl1KWS
laov t.apel'IJ TC;; 1lE)'&A'IJ 6VvaTal.
PI Illb 12,2 f.93<. - Tit. om. PI :t loov PI.

1139. nEPl:OY nOIHTOY


Ov lTpo·i6wv, ge6-nIlE, KaK-/Jv 6vaIV ürnolo
'ApKTOVpoV KpVEpi'jS ii'Vao VCXIJTI:>.II1S,
;; ae, 61' Alyalolo lTo:>'VKÄ1\161 6toVTa
vnl, aVv ols hapolS i\yayev Eis 'A1611v.
alal, 'AplaT061KI1 6~ Kai EWO:>'IS, oi a' htKOVTO,
IlvpOVTal I<Eveov ai)lla mplaxOllevol.
PI IIlb 19,28 f.94 v . - Theophani trib. PI SolS P.

MO. l1AMArHTOY
npOs ae t.IQs !evlov yovvov!lE6a, lTaTpl Xaplv'IJ
äyyEl:>'ov e1\ßflV, ci>vep, br' AloAI6a
Mi'jvIV Kai nOMVIKOV OAooMTE, Kai To6e CPa1flS,
WS ou TOV 6o:>'lov KAa{ollEv älllli 1l0POV,
Kalmp wo epTJKOOV cp611lEvoi XepOs, aAACs. TO KE[vov
yi'jpas tv apyaAtTJ I<ElllEvov opcpavlTJ.
PI lila 6,24 f.32< [Plaj, Illb 11,26 f.92r[Plb]. - I OE add. Canter "!!1oI0S: Z'lvÖS
Plb S ll1\v'lv Plb 11 no1.WEIKov PI& S 8V'lTa.V PI&.
AD~hoIOli& Graeo& VII 3111

Verschollen
Nicht seinem Vater zur Gruft - aus Leid ob dem ruhl08 beweinten
Sohne hat LysÜl den Staub leer hier zum Hügel gebAuft.
~ur einen Namen begrub er; denn, ach, die Asche des armen
Sohnes Mantitheos kam niemals den Eltern zur Hand.
GramflUJliku PAan""

Sklave Manes
Dieaer war Manes im Leben, ein Sklave; doch heute im Tode
ist er Dareioe, dem höchBt mAchtigen Könige, gleich.
Any"

Der schiffbrüchige Theotimol


Sorglos über das schlimme Versinken des feuchten Arkturoe,
hast du die grausige Fahrt, 0 Theotimoe, gewagt,
die dich mit deinen Gefihrten im vielgeruderten Schiffe
auf der Ägt.ia Gewog fort in den Hades geführt.
Doch ArÜltodike nun und EupolÜl, deine Erzeuger,
j&mm~m; umflLngt dooh ihr Arm, aoh, nur ein nichtiges Mal.

DicIaUr Pu,"

Die ermordeten Brüder


Wandrer, wir flehen bei Zeua, dem Schützer des Gaat.rechta, 0 melde
in der aioliachen Stadt Theben dem Vater Charin,
daß Polynikos und MenÜl nun tot sind, und künde ihm weiter:
Was wir mit Tränen beweint, Ült nicht der tückisohe Mord,
dem wir zum Opfer gefallen durch Thrakerhl.nde - wir weinen,
daß er, der Alternde, selbst schmerzlioh verla8llen nun Ült.
AD~hololia Oraeoa VII

MI. TOY AYTOY


"EcrTTlS Iv 1TPOllaxOIS, XenpwvlSl'\, (:)S' ayoP6VaCXS'
,:H Il6pov " vlKav, ZN, 1TO}JIIOIO SI60v",
flvlKa TOI mpl T~v 'AXaliSa Tij TOn WKTI
511CJ11EvUs 8pacri05 5i'\plv IeEVTO 1T6vov.
val Il"V äJ\A' tpa-n'J aE 5laKplS6V A"ls 611&1,
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8Epll~)V &va ~1V1'\V al~ xiaVTa K6vIV.
PI lila 11,36 f.31 v • - I 'll'POIlax,OIC7\ pi a ~ P I tp<l'ril Lumb &~ 11
YAAli SoaI. 6- P ci- ex ci- PI/I 6E1&T! P • xtavTo P.

M2. cMAKKOY
.~ XElllEPlolS ~Os KpVIJOlat &ehl'ros
KOÜpos 6"Ia8TJpots noaalv I&pavcn 1TayoV,
Toii 1TapaaupollivolO mplppayts aVxiv' IKCIII'Iv
&l'\ya}Jov 1TOTaIlOV BlaTovlolo TpVcpos.
Kai TO Illv flp1Tcla8TJ 51 \laIS Ilipos, 1'\ st TEKoiiaa 6
MIqJ&iV Ü"rr&p8E ~ Iloiivov I&I'\KE KeXpa'
IlvpolliV1'\ st Tcu.cnva· ..TiKos, 'riKos," Elm, ..TO ~v aov
1TVpKaiil, TO st aov 1TIKpOV C6aljJev 05wp."
PI lIla 19,36 f.37 v• - I l5c&Wros BX 51 G- P m51lGtIS PI a 'KOOI'I PI • T6,Cj>
Reiako T~ l' IIVpoIIMz P 8 RiCl\f'lll HorwerdoD C8a-.

1143. AliEInOTON
ßavra TlS depilaatTO ~tv 1T"60v, 6mr6,.. KaI aV,
eNytlllS, Iv I\I~VK<t> ~v l&Ev mMyEl,
flvlKa aal KEKIlI'\Os !hili .aro fOPTl5t V1'\1
ov"ov &V1'\pI6IlwV KEtvo "'cpos yEpavwv.
PllIIa 19,37 f.37 V• - I Tis äpvf}aarro P.
Anthologia GraBoa VII 321

Krieger Chaironides
Unter den Ersten im Kampf, Chaironide., standest du betend:
..Zeus, gib jetzt mir den Sieg oder den Tod in der Schlacht!"
damals, als in dem Dunkel der Nacht am Achaüschen Graben
mutig der Feind des Gefechts blutiges Ringen begann.
Dich nun wahrlich besingt man im lieblichen Elis vor allen,
da in der Fremde dein Blut warm sich der Erde vermischt.

Vom Fluß enthauptet


Starr im Froste des Winters lag Hebros ; da brach einem zarten
Knaben. der über ihn glitt, unter den Füßen das Eis.
Als er im Strome dahintrieb, zerschnitt ihm den Hals eine scharfe
Scholle, die 108 sich gelöst in dem bistonischen Fluß.
Strudel erlaßten den Körper und rissen ihn weiter; das Haupt nur,
das auf dem Eise verblieb, legte die Mutter ins Grab.
Weinend stöhnte die Arme ...Mein Kind, mein Kind du", 80 sprach sie,
halb hat die bittere Flut, halb dich das Feuer verzehrt."

Der schiffbrüchige Theogenes


Möge denn jeder geloben, sioh fern aller Seofahrt zu halten,
seit in dem Libysohen Meer du auch, Theogenes, starbst.
Denn eine dichte Wolke unzihliger Kraniohe senkte
sich, ennüdet vom Flug, auf deinen Frachter herab.
Anonym
322 Antholollia Graeoa VII

MI. Al.EInOTON
EhTE, 1TOTI <l>&lall eValllTV.OII 1ill 1T06' TK'lal
Kai 1TO~III apxa1all, cI> ~EIIE, 9avllaKiall,
WS SpVIl~)I/ McxMaloll allao-relj3c.)11 1TOT' Ip'lllOII
EISEs l\all1Tc.)\IOS "J611S' hrl1TalSI TacpOII
&p~lc;r, 611 1T0TI IJC)ÜI/OII ~Oll 66Mt> 0115' avacpall5011
AAWms hrl I1TcXpTav 6tall tml'yOI1lIlOII.
I /Iv 1f6G' P I 9avtKu<lav Hobou-in ·IGaY ~ fpIjJvov (1) PI.

1"11. H rHImnOY
T1'\1I brI1lVpKali'ls IIISI~la cpaC71 KlMv6ol1
'Epllll11"TOÜS aya90Us EiS 'PaMiJavevll ~III'
ij Kai 'APIa"TOIlOOS, XalpEa"TpcXTov OÜK a66:KpV"TOS
mxis, l'IYTlalMc.) 6WIl' • AiSos Kan~'l.
PI lila 1,12 f.30 r.

IId. Al.EInOTON
E1XE KOPc.)I/O~).o1l 1TEIII'lS ~IIl'lpOII 'ApIa"Tc.)II
6pyavoll, 4> 1T"TTlväs l'I~~I~E x1vas
liKa 1TapcxaTE1Xc.)II 60AlTlII 66611, olOS IKElvas
1fJEWaa6a1 ).o~olS 61l1!aC71 ~j30l1lvas.
viill 5' 6 11111 EIII 'AIS1J' "TÖ SI 01 ~~OS ~v611 ilxov
Kat XEpOs' 1'\ 5' 6yP'l 'TVI1j3011 \nrep1Tha"Tal.
Plillb 17,3 f.93". - I KOpc.w opoA6v P PI em. Bteph. IXlllClS P xilv, PI om.
Bteph. ~ 1TapaanXc.w P /I bcalvas Boal. bcaiVOS S /lxov P • ·'lriTnaa PI.

M7. AEnNIl.OY AAESANl.PEnI


Tall a"Tcl}.all lxapa~E Blallc.)p OVK hrl llaTpl
ovS' hrl Tij) y&lIhqc, 1TOTIlOII 6CPEI~Ol1lll0Il,
1Tap6ellIK~ 5' hrl1TaISI· Kano-rellE 5' 0Vx 'Yl1llla1ct>,
~' 'AISqc lllil!cpall f)c.)&Ktnll KaTayc.)II.

PIIU& 27,3 f.41 ". - Tit.: fl8Dt.ilo 0111. PI I tyx~ pI 11TÖTI!OV P ~ PI.
AntboJogia Oraoo," VII 323

Der ermordete Derxias


Wanderer, kommst. du dereinst zur rebengeaegneten Phthia
und nach der alten Stadt, die man Thaumakia nennt,
sag dann, du habest beim Gang durch den einsamen Eichwald Maleias
Derxias' Grab, den einst Lampon erzeugte, geaehn.
Als er zur göttlichen Sparta allein seinen Weg ging, da schlugen
Räuber, nicht Auge in Aug, sondern mit Tücke ihn tot.

Aristonoos
Von dem Holzstoß nach rechts führt Hermes die redlichen Seelen
(also sagt man) den Weg zu Rhadamanthya hinab.
Ihn ging Chaireatratoa' Sohn Ariatonooa nun zu der Völker
Führer, zu Hades, ins Haus, reichlich von TrAnen gefolgt.

JAger Ariston
Eine Schleuder für Vögel. das dürftige Werkzeug der Armut,
führte Ariston, womit streichende GiI.nae er sohoß.
Sachte ging er auf heimliohem Pfad, sie leis zu beschleiohen,
wenn sie mit Angatlichem Aug Futter sich suohen im Feld.
Nun aber wohnt er im Hades, und nimmermehr zischen Geachoae
aus seiner Hand, und es fliegt über den Grabstein das Wild.

Die Braut
Nicht seiner Mutter hat hier Bianor die Grabaohrift gegeben,
nicht seinem Vater - ihr Tod wAr ein natürlich Geaohehn.
Nein, seine Tochter, die Jungfrau, zwölf Jahre alt, gab er mit Seufzen
nicht Hymenaioa zur Hand, sondern dem Hades als Braut.
Letmida6 tIOJa AluGndria
324 AnLbologia Graeoa VII

1148. TOY AYTOY I\E&1NIAOY


TIS ~6:l1wII 'Apydos rn' i1plct>; &pa aVllalliOS
Icrrl ~IKaIOTt"ovs; - .:Ecrrl ~IKalo-riAovs." -
'Hxoo TOVT' "'~TlO'E 1TaWcrraTOII. i'l To5' ~Tlets.
KElvos 65' Icrrlll a,""p; - .. KElvos 65' Icrrlll all1\p."
PI IIIa 6,26 f.3I v. - I AaIJCo)ll Seal. P) [iaoJllK'Jlbiao oauaaJ AallJc.>II 11 lrpa P 1'1
f>aPl ST'lPflPI.

1149. TOY A YTOY


nhpos h' 611 IlmJ"ct> NloßTl ep1'!\IOlallll6:~EI
rn-ra 51s WSlllwlI I1vpollil/fl e6:IIaTOII'
M~I 5' ov5' alwlIl yOoII. TI 5' ~a~olla 1100011
q>etlY~aTO, TOll ~wi'\s c5:p1Taya Kai nKllwII;
PI 111 a 7,11 f. 32". - I täl;n Radinger [met.ri ot lIo....pbiae _ _] al6· S y60u PI.

1150. TOY AYTOY I\E&1NIAOY


NavflyOs YMvKoio q>VYOOII TphwIIOS aml"as
'Av6Ns ~6EIWnJII ov qNyEII alv6"VKOII'
nTlIIEIOV 1Tapa XEVlia yap c;)MTO. q>EO T~all. 6o-ns
NTlpd5w1l NIil!q>aS laxES ämCl'TOTllpas.
PI lila 19,38 f. 37 ". - • Gl8ctc:m,1I Piooolomini (iaopoephiae cauaal Gl8t<i:l. 4I1vlJ,at\
P' IIlc7xw P.

651. ArA910Y IXOAAITIKOY


ATlTOIOS Kai naO"OS a5~q>Eoo c5:11q>W IOIlTE
~,""II Ilill IMTOV av~vylTlII tXhTJII.
~va S. KaI MolpTlS MxhTJII AlIIa KaI mxpä eilla
BoawoplTlII ~VII1'\II al1q>Eß~o\lTO KOIIIII.
ouS. yäp au1'!"OIIl ~~III aw6:wv6E 5VII6:aef\II,
aua avIIETpI)(hTJII Kal1Tapa ~PO'Eq>6I/flIl.
XalpnOll, c::l y"VKEPOO Kai 6I1oq>pol/&' a1'!l1aTl 5' ulliwII
~II 15pva6at jX.>110s ·OIJOqlpOCJliI/flS.

PI lIla 3,1 f.30". - I AIlT<i:ltO'i P I ~UIITPEX- PI 8 ",poalillCl'l PI.


AnLbologia Oraeca VII 326

Damon von Argos


Damon von Arg08 im Grab hier? Doch welcher? Ist es ein Bruder
des Dikaiotelesl Ja? - "Des Dikaioteles, ja." -
Sprach mir die letzten Worte nur Echo nach? Oder ist's Wahrheit?
Wirklich? Es ist dieser Mann? - "Wirklich, es ist dieser Mann."

Niobe
Niobe weint noch als Fels am Sipyl08berg ob den vierzehn
toten Kindern; um sie will sie zerfließen vor Weh.
Nie wird ihr Klagen vergehn. Warum sprach sie auch prahlend die
die sie ums Leben gebracht und ihr die Kinder geraubt? [Worte,
Letmidtu von Alezandria

Vom Wolf zerrissen


Antheus entging wohl im Schiffbruoh der Drohung des schimmernden
doch in Phthiotis entging !licht er dem furchtbaren Wolf. (Triton,
Denn am Penei08 traf ihn der Tod. - Du Armer, den treulich
die NereIde beschützt, ach, und die Nymphe verriet.

Die beiden Brüder


Mit Letoi08, dem Bruder, hat Paul08 in treuer Gemeinschaft
gleich das Leben geführt, ja, es hat Moira den Zwei'n
gleich auch die Fäden bemessen, und endlich am B08porosstrande
hat ein gemeinsames Grab gleich auch sie beide umfaßt.
Denn es konnte nicht einer getrennt von dem anderen leben,
sie marschierten zu zweit bis in Persephones Haus.
Seid mir, ihr Guten, gegrüßt, eintrlichtige Brüder! Der Eintracht
müßte auf euerem Grab man einen Altar erbaun.
Agatlaüu Sc/uJltutiktU
326 Anthologia Oraeea VII

552. ArA910Y IXOI\AITIKOY


·W ~tllE, TI !V.alEI~; - .. t.\C!! aov 1l6poV." - OIa6a, TI~ dill; -
..ou Ila T6v, äAA' fl11TT'\~ ohc-rpOv 6pG> TO TO.~.
Iaoi & TI~;"
- nEplwla. - .. ruvl) TI~;" - 'Av5pOs äplaTOU,
~i1TO~, t~ 'Aalll~, oVvolla MEllvovlou. -
.. n~ 5t a8 BOO"TI'oplll Ka-rEx&1 K6vl~;" - ElpEO MoTpav,
~ 1101 Ti'\M lTcrrp~ ~ivov 15WKE TOfOv. -
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1K5Ex&Tal lla~G>v 'I'I~pwv aTay6va. -
.. AI8e Ka).~ ~WoI." - Nal, val, cplA~, EVxEO KEII/ftl.
6Ippa 1101 'I'I~iIa~ 50Kpu cplAov aTa).OoI. I~
I: Eis n.plwlau 0: ,",,,IBlau IITlTfpcx ICEIIIi"Tl"111 BvI;ClllTICJ'.- PI lIla 11.21 f. 34 ". -
I BocnröPTl P • riTP10S P.

1153. t.AMAIKIOY cDll\OIOcDOY


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PI lila 12.3 f.3I1 r ; OV 1714. - :a Npill P PI. - Subeor. In lap. (J.I(TlIlÖS» n,plT(lov),
tr(ovo;) wlle'.

11M. cDII\lnnOY 9EIIAI\ONIKESU


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PI lIla 27.4 f.41", - Tit.: gent. om. PI • XEtp' P.

MIi. IAANNOY nOIHTOY

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TOVs I1lv, On ~w6v AllTOV avtpa. TO~ 5'. On TOiov.
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PI ma 11.26 f,34" [cf. ad ep. Wb]. - Ti~.: 'I. w. TOÜ ~QMov PI.
AD~bologia Oraeoa VII 327

Agathias' Mutter
Trinen, Fremdling? Warum? - .. Ob deinem Versoheiden." - Du
rkennst mioh? -
.. Nein, doch seh ioh, du gingst in einen klä.gliohen Tod.
Sag, wer du bist!" - Perikleia. - ..Dein Gatte?" - Momnoni08 hieß er,
Rhetor aus Asien; er war wirklich ein treffiicher Mann. -
"Erde am Bosporos deckt dich? Wie kommt das?" - Frage die Moim,
die in der Fremde ein Grab fern von der Heimat mir gab. -
"Ließ'st einen Sohn du zurück?" - Drei Jahre erst zählt er; im Hause
irrt er umher und sehnt nun sich nach Milch meiner Brust. -
"Mög es ihm gut gehn im Leben I" - Ja ja, Freund, und sag ihm die
liebreich träufte er mir einst eine Träne als Mann! [Bitte,
Agathitu Schola8lä/r08

Sklavin Zosime
War ich, die Zosime, früher alleine dem Leibe nach Sklavin,
auoh dem Leibe nach hab jetzt ioh die Freiheit erlangt.
Phäl080ph DamtU/ci08

Der Steinmetzsohn
Steinmetz Arohiteles hat seinem toten Sohn Agathanor,
macht auch die Hand ihm vor Schmerz zittern, das Grab hier gebaut.
Weh ob dem Marmor darauf! Der Meißel nicht hat ihn gestaltet,
sondern es gab ihm die Flut netzender Tränen die Form. -
Säule, ach bleibe ihm leioht, dem Toten, auf daß er gestehe:
"Wirklich, des Vaters Hand hat diesen Stein mir gesetzt."
PhälippOl rora ThuMJlonäj:e

Die Hausmutter
Moiras Faden zerriO mir; doch als meinen Gatten ich ansah,
pries ich die Götter der Erd, pries ich die Götter der Eh:
Sie Bchufen BO meinen Mann, und jene ließen ihn leben.
Bleib er als Vater denn noch unseren Kindern zurüok.
Dichkr J oII4nnu BarbuJ:allol
328 ADthologl. Or.ec. VII

6Mb. TOV AVTOY


T OUTO aaoq>poaVllas aVTa~loII EVpeO, NO<JT~'
MKpva aOI yalJhas CTlTElae KCXTa,ellJi~.
P11I1.II,27 f.34". - Cum ap.6M iuu. pI • ..,iUDX. C I EVpl 6v00Tc:, PI.

658. 9EOAOPOV TOV AN9VnATOV


N11MI1'1S 'AIS11s' hrl aol 5' tyEAaaae 9aIlÖVTI,
TITVpe, KaI \lEtClX,,)1I &i'jd ae \,\IIJOMyov.
I: EIs ~pov TOll IIll1OMyov. - PlllIb S,8 f.92r.

667. KYPOY nOIHTOV


TpdS h&(o)1I 6et<aS&s Mal11S XPOVOS, ls Tpla 5' ä).}.,a
ITpeXIII' a'A'A' 'A1S11S 'I1'IKpOV fmllljl& !3t'AoS,
e11'AVTtp11v 5' flp'l1'a~& ~OS(O)II Ka'AwaalV Ollol11v,
'I1'aVT' 6:'I1'0Ila~alJill1111 fpya Ta n11V&M'I1'1ls.
PI 111. 11.28 f.34 ". - I Mcn:n,s P S i\p1T~1I/ P • a....OIlI~- (1) PI.

668. AAEInOTON
AIS11S IItv aV'A"aev IIl"S V&OT"TOS Ö1TWp11V,
KpVljl& &l 'I1'a'II"II'cixt> \'\1I1\11CITI TCj>&& 'Aleos.
oVVO\,\a 'Pov,lVOS YSvO\'\11Il, 'I1'ais AI6&plolo,
Il11TpOs 5' l~ 'Ay&e"s, 6:'A'Aa ~v ysllÖ\'\11Il.
ls yap 4Kpo1l IJOI/aTlS TB KaI fI!311S ~KOII D.aaaas.
1'6Ü, aoq>ÖS eis'AIS1111 Kai vtos EIs lpel3os.
K~ KaI aV !3'AE'11'(o)1I Ta6& ypO:\,\\,\aTa I1aKpÖII, 6&iTa'
51'\ yap I,VS tct>Wv i'\ 'I1'alS 1'\l 'I1'<rn'lp.
c: Npi6tJ '" npoUo'1). - PI lIla 20,2 f.38r. • 1I'IX1mI2f<t> P S ...aiS PI • 'Ay&&.!!
Orotiua äyaeils I l\KOV P MUS ex l\KOV PI.
Anthologia Grne .. VII 329

Ein gleiohes
Dies war der würdige Dank rur deine Züchtigkeit. NOBtO:
bei deinem Tode entbot Spenden von Tränen dein Mann.
J ohannu Barbu1w.llc8

Komiker Satyros
Hades ist hart, doch er lachte, 0 Tityros, über dich Toten,
daß er zum Komiker dich unter den Schatten gemacht.
Prokonsul Theodor08

Maia
Drei Jahrzehnte hat Maia gelebt, drei fernere Jahre
ging sie noch weiter, da sandt Hades sein herbes Geschoß,
ach, und raffte sie hin. die schön war wie Knospen von Rosen
und in all ihrem Tun ganz der Penelope glich.
Didilu Kyr08

Der junge Rufinos


Hades hat mir die Früchte der Jugendjah.re entrissen,
hier in der Ahnen Gruft hält sie ein Marmor bedeckt.
Gaben Aitherios auch und Agathe liebend mir Leben,
ach, sie gaben umsonst mich, den RUfin08, dem Licht.
Kaum zum Gipfel der Weisheit und Blüte gekommen, ging, ach, ieh
weise zum Hades und schritt blühend zum Erebos fort ••.
Wanderer, weine auch du laut auf beim Anblick der Inschrift,
denn von Sterblichen bist Sohn oder Vater auch du.
Äl'IOJaym
330 Antbologia Oraeoa VII

659. 9EOIEBEIAI
EISeIl 'A\QlaTOphl Tpla 1riveaa' \QllpaTo XalTflIl
lTpibToIIl,' '\1T1TOtqKrnl Kat &\mpoll ~l rcV.'l~·
Kal viill 'A~~aßlov yoepCj) mpl <riI1lClT1 \CI!TTal
alliol!illll ~a \QlTvoII b äv&pc.:rno\Cn q»avi'j\lal.
I: .Is •~A6II'6v TlIIa, Icnpbll mplfT'lllOll. - PI III a 14,1 f. 35 Y. - Tit.: 9Eoo,PI~ PI.

580. nAYI\OY III\ENTIAPIOY


EI Kat hrl 9!1 "'lS aE, AeO\ITII, yaTa KcV.IirrTEI,
EI Kallpl!V.aVT<")1I Ti'\M &allES YOvU.lII,
lTo~a aOI lK ßM'~II lxV6tt mplTVJ,lßla ~TWII
5äKpva 5VaT~t'\Tct' 1riv6Ei SalrTOI!i\l(,,)II.
lTäa\ yäp ~aea M'lll m,IA'lI!iIlOS ola T& lTallT<")1I
~vOs lWII Koiipos, ~vOs IWII lTapas.
alaI, MvyaMTt Kat ä&lE1~IXOS hrmo MOTpa.
11'151 Tli'js i'lß'lS, 5wl1opE, ,&Iaal!illll·
PI lIla 20.3 f.38r [PI-]. IIIb 20.3 f.NY [Plb). - I-10m. PI- I~' (8, I'
, ,MfGpCA)" Pli XUOfl PI b • tralpos PI b l' hrMTo PI- '10 P PI b.

661. IOYI\IANOY AnO ynATnN AlrynTIOY


'H CllValS ~51l1aaa lTO~VII XPOVOII ällllpa TIICTIII
ä~IOII EIs äpET1't1l TWIIlTpo-ripc.>lI ~II,
TOll Kpanpoll ao,I'l1l T& Kai oVIIOl1a, TOll Kai älllypoiS
1C1vt'\aCXIIT<X Y6ct> SOxpVOII ä\ITIlT~OIS.
1I 51 lIiOS Ti&V'l\Cl!II, umpTlpa vt'\l1aTa Molp'lS
IIiIlqlEO ßov~oIIillllS 1CÖa11011 6xoa11011 IxElII.
PI 111- 26.3 1.41 ". - I &vip' lTumv P PI em. Ludwich 4 5GKpva P.
Anthologia Gr&eoa VII 331

Arzt Ablabios
Drei Begräbnisse mußt Akestoria sehen: sie schor sich
erstlich das Haar um Hippokrates ab und dann um Galenos,
und nun wirft sie sich hin vor Ablabios' traurigem Grabmal,
ach, und schämt sich, nach diesem sich wieder vor Menschen zu zeigen.

Theoaebeia

Der junge Leontios


Wenn in der Fremde dich auch die Erde, Leontios, einhüllt,
wenn du auch ferne vom Schmerz weinender Eltern verstarbst,
dennoch, dir rannen aufs Grab unzählige Tränen vom Auge
lebender Menschen, die jetzt quälender Kummer verzehrt.
Warst du doch allen so lieb, so maßlos teuer, als wärst du
aUen gemeinsam ein Sohn, allen gemeinsam ein Freund.
Ach, wie erbarmungsohne und grausam war doch die Moira,
selbst deine junge Gestalt, Armer, verschonte sie nicht.

Paulos Silentiari08

Redner Krateros
Lange kreißte Natur, dann gab einem Manne sie Leben,
dessen Größe dem Maß früherer Zeiten entsprach.
Krateros war es, der "Starke" an Namen wie Kunst, dessen Klage
selbst dem grimmigsten Feind Tränen ins Auge gelockt.
Starb er so jung schon, dann zürne den mächtigen Fäden der Moira,
welche die prangende Welt prachtlos zu machen gewünscht.
K01IIfUZ Juliano8 von Ägypten
332 An~hologia Graaaa VII

582. IOYI\IANOY Ano ynATRN AlrynTlOY


TU) cp6{y1ACX Kpcrnpolo, Ti aol 'YI'MOll, er YI Kai ali5i'\s
hrMO Kai alYi'\s arTlOll dtllTl'YI'aAOIS ;
~(ij\ITOS 1IE1I yap lbrallTES IcpW\lEOll' lK 5l T1!MUTi'jS
öIlE"riP.,S 151"11 cNelS CS.,aall 6'Y1'a.
oVnS yap pna mlo ,,6po1l 'TtrA.,KE Ta\lÜaaal
c:na A6YOIS, Kpcrnpcil 5' &11 TO.os "'&l
A6YOIS.
PI lila H,t f.tl". - I Y' PI '11 P t 1611'\v ••• 61ra C Gm. PI.

1183. nAYI\OY III\ENTIAPIOY


IIY~, XpvaE6~, TO XaA!CEOll, 0ÜKtn 5' ",,,111
EIK6vas dtpXEy6l1Co)lI iKTEAHlS I'EparrWlI
1IE\IJIao111 ~yyolCn' "'I'ET! 5', ~1aT1!, alc..nI"'i!
1IÜ1I cnvy&p~ ...vJeeI, Tij 1I'pl1l &e.Ay6JJda.

I: als ~CI)ypqov [i. a. mimum) TlIIIIr aOtufi KaI acaMülllVOV X~. - 'PIlII b
8,9 f.92r. - S CJleonrfj U) PI.

Ht. AAElnOTON
Tij51 'YI'OT' mm~laTOll l5E~aTO yala xallOÜaa
1\a05IK11l1 5(1wII Ü~III ciMvollEIITlII.
cri'j"a 5' dtj.lCX).Suval/TOS cDwlaTOlO Xp6I/OIO
Ma~11'OS lK5.,AoII ei'\K' 'Aal1lS Ü'YI'aTOS,
Kai KOUP1lS XaAKEIOII hnl Tli'Yl'Oll IcppaaaT' &).).TJ
KEIJ,lEI/OII cXKMl(i.)s, T~' trri8TtKE ~.
PllIlbll,O f.92". -1111'11- PI I 4iU1'\P'.

11811. IOYI\IANOY AnO ynATRN


A~II geIOSo-r"lI 6 ~wypacpos. aree 6l T{XIITlS
fI"~POTE Kai M&"lI 6(i.)KElI 66vpoJAlI/OIS.
I: als 'fllv e.o&cm!s dac6va. - PI lIla 11.29 f.34". - Tit.: '10111.. Alyw-rlou PI.
AOlhologia Orat'ca VII 333

Ein gleiohes
Du, des Kratel'Oll Stimme, was hilft es dir, daß du die Gegner
einst zum Reden 8Owohl wie auoh zum Schweigen gebracht!
Ala du am Leben noch warst, da pflegten sie alle zu sprechen;
seit du gestorben, ist auch stumm nun ihr eigener Mund.
Siehe, nach deinem Verscheiden wünscht niemand mehr Reden zu
Krateros starb, es starb mit ihm die Rede dahin. [hören:

Pantomime Chrysomallos
Chrysomall08, du schweigst - in ehernem Schweigen; aus deinen
stummen Gebärden enthüllt fürder sich nicht mehr das Bild
früherer Menschen vor UDS. 0 du, wie ist UDS dein Sohweigen,
das UDS bisher 80 entzüokt, heute, 0 Sel'ger, verhaßt.

Paulo8 8ilentiariol

Priamostochter Laodike
Als Laodike einst vor der Feinde Gewalttat geflüchtet,
nahm sie in gähnender Kluft weihl08 die Erde hier auf.
Still und langsam zerstörten die Zeiten das Denkmal, bis neuen
Schimmer ihm Maximus dann, Konsul von Asien, geschenkt.
Fern war das eherne Bild des jungfräulichen MidcheD8; er fand es
glanzlos da liegen und wies hier auf der Rundung ihm Platz.

A1Wnllrla

Das lebenswahre Bild


Dies ist Theodote selbst. 0 wäre das Können des Malers
schlechter gewesen, dem Leid wäre Vergessen geschenkt I
Kcm.sul Julia7lOl von Ämten
334 Antbologl& Gr&88& VII

568. MAKH.dONIOY ynATOY


r aTa Kat ElAn8vla, aV IJill -rWs, ~ 5t 1<cx).\nrnIS·
XalpnOll' &\.IcponpalS i'\waa TO cmX510ll.
dill Si II~ \IOU.)II, 1T6&t III0'0IICXI' oVSt yap lilJ.6as
1\ -rf1lOS 1\ TIS fWII o[Sa 1f68ell 1IFri~1111.
PI IlIa 9,4 1.33r. - Tit.: MCIICI5- (om. w.) PI I EIMI8- PI/I '" 51 P J ällfO'ri~
pi S dill Brunck 11111 11 maOO\lQI PI.

667. ArA910Y IXOAAITlKOY


Kav8aV1.ou T6& oiillQ' 4111<T) 5' fllÖII O[TOII 150ücra
oli5tll a1.ITpaItIEIII ~II 1fapCxt<olTIII Icpl1.
i'\6EM yap 5IO'O'OTO'III liTT' all5pac71 11115~ cpallf\IIal,
äJV..' 1\ TOll 1fplll fxEIII 1\ TOll rnlcrrCxi.&EIIOII.
i\II &pa Kav&a\t~I111 1fcx6UIII l<aI<611' oV yap äll h~11
5eT~al ~II 1511111 61111aO'lll äJV..OTplols.
PI III& 7,1 f.32V ö I l09 ö Laur.32,16.-Tit.om.IL&ur. S IIuoooIcnllI I trA'l:
lIIn I.

568. ArA910Y IXOAAITIKOY


'E1fTa l1E SIS ~U\(ajXxllTas (x0V0'<X\l acpnpwaae 5cxI\lCIlII.
1\11 1l01illl111 41151i1lct> waTpl 9äMla TEtaill.
0: MoTpat, -rf TOO'OVToII ~vas 01i5' rnI WaaTolis
nyäyET' oüS' fpcrTf\s Ipya TEl<IIOO'1t"apII1S ;
01 IJill yap YOlltes l1E yalln~loII EIS 'YIli\IQIOII
~Oll &yelll, crnsyepoO S' EIs 'Ax~po\ITOS IßI111.
äJV..lr, 6&01, ~ITOliat. III1Tp6s y& y60vs wanpos "n
waVa<rTE TI1l<ollillCJ)II &filiI<' l\IIÜ cp6IIliIl11S.
PI 111 b 20,4 f.94 ". - Tit. om. PI Z &äAtlal/ P S (I, S&lm. a\ P cl) PI 4 flyäyrT' ( !)
[es flyn'] PI flyrn P I TOICUf PI 'YI P TE PI I TaKO\I- et ,e.~ P.
AnlhoJogia Graeca VII 335

Rltsel des Lebens


Erde und Eilethyia - du gabst mir das Leben, du deckst mich -
seid mir gegrüßt! Mein Lauf ist nun beendet bei euch.
Fort jetzt geh ich. Wohin ... ? Ich weiß nicht - und weiß nicht: Wer
Wer mein Vater? Woher kam ich herüber zu euch •.. ! [bin ich?

Kandaules
Dies ist das Grab des Kandaules. Als Dike mein Schicksal gesehen,
sagte sie selbst, es sei schuldlos dan.n meine Frau.
Denn sie wünschte es nicht, zwei Minnem auch nur sich zu zeigen,
wollte den ersten als Mann oder den, der sie geschaut.
Böses mußte daher Kandaules treffen; er durfte
nie seine eigene Frau zeigen vor anderer Blick.

Die Braut
Ob auch als einzige Tochter dereinst mich Thaleia dem Vater
Didymos schenkte, der Tod nahm mich im vierzehnten Jahr.
Moiren, ihr harten, was gönntet ihr nicht mir die briutliche Kammer,
nicht die Freude am Werk, Kinder zu zeugen im Bett!
Eben wollten die Eltern zum Hymen der Hochzeit mich führen,
doch zu der finsteren Flut Acherons ging ich hinab.
0, nun hemmet, ihr Götter, ich flehe, die Klagen des Vaters
und der Mutter, die, ach, ob meinem Tode vergehn.
AgalAia8 8c1wla81ikol
336 Antbologia Graoea VII

669. ArA910Y IXOAAITIKOY


Nal 1.lTollal, lTaposITa. cpl1.Cj> KCXTaM~OIl O:KoITl).
eVT' äll AIl";v 1.evaO'T,lS lTCXTplsa geaaaMl1v'
"Kcrreave a..; lTapclKOITIS. I)(el SE IlIV All X60vi TVllf3OS.
alal, BOalTopll1S AyyV6ev ';16voS'
ä1.1.a 1101 aliT661 TEOXe ICEv.;PIOV tyyU61 aeio,
6cpp' ävall1llvT.laKtJ Ti'js lTOTE KOVPlsII1S."
PIlII b ll.7 f.92v.-IwTavtMüa1JP'

670. Af>EInOTON
!10V1.KITIOV IlEII ävaKTES äKpov f3l6Tolo lTpOs 61.f3ov
i\Yayov A~ o:peTi'js Kai KMos o:v6vlTciTwv·
Ws sl Cl>ValS 11111 o..vaev 0:lT6 X60v6s, äeavaTOI IlEv
aVTOlI exoval 6eol. aWlla sl a.,K6s 66e.
PI lIla 1.2 f.30 r .

671. AEONTIOY IXOAAITIKOY


'OPCPEOS OIXOIlEVOV Taxa TIS T6Te 1.ellTETO MoOaa·
aeO SE, TThciTwv, cp611lEVOV lTaVaaTO Kai Kl6apl1'
~V yap fTl lTPOTEPWV lJE1.{wv oMYT'I TIS O:lTOppc:,~
Av aals aCj>~ol!t"., Kai cppeal Kai lTaMllalS.
PI lIla 16.1 f.35 v. - I Tis 1TOTE PI I aoü PI S flII P.

672. ArA910Y IXOAAITIKOY


0Vx oalolS 1.exuaalv htPlTETO 1.äeP1OS av";p
1.6KTpov \nroilllTTwv ~oTplllS ä1.6xov·
t~alTI".,s Si s61lwv opoCP"; lTEae. TO\.lS S~ KaKOVPYOVS
CaICElTEV ä1.1.';1.0IS Ela6TI Illayol!6vOVS.
~v..; 5' O:llcponpovs KaUXel lTaylS, Elv Iv! S· ällcpw
ICEtVTal av~vyll1s 01lKEn lTav61JEVOI.
PI lIla 18.1 f.36 r • - S äAAätrlll'lS P • KliT\lTIlII ex KliTTCII PI.
Anthologi& Gruc& \'(1 337

Die Gattin
Wahrlich, Wandrer, ich bitte, 0 sag meinem lieben Gemahle,
wenn du Theasalien, das Land, das mich geboren, erblickst:
"Deine Gattin ist tot! Nicht fern vom Bospol'088trande
schließt verhüllend ein Grab, ach, in der Erde sie ein,
Gönne mir dort nun ein Grab, ein leeres, bei dir in der Nähe,
daß es dich immer gemahnt an deine einstige Frau,"
Agathiaa ScholastikoB

Prokonsul Dulcitiua
Höchstem menschlichem Glück und der Würde der Prokoll.8uln hoben
Fürsten Dulcitiua einst ob seiner Tüchtigkeit zu.
Als ihn Natur von der Erde erlöst, empfingen ihn selber
ewige Götter, den Leib nahm dies Gehege hier auf.
Anonym

Kitharöde Platon
Damals, als Orpheus geschieden, verblieb UII.8 wohl noch eine Muse,
aber, Platon, mit dir ist auch die Zither verstummt.
Denn lebendig noch war in deinen Gedanken und HAnden
ein versiegender Rest Alteater Lieder bewahrt.
LtorttiOB 8cJaolastilros

Die Ehebreoher
Sündiger Liebe erfreute sich heimlioherweise ein Böser,
der eines anderen Manna Bette verstohlen betrog.
Plötzlich stürzte das Dach des Hausea hernieder, begrabend
das verworfene Paar, wi.hrend es noch sich umfing.
Beide umaohließt. nun die Falle gemeinsam, sie kamen in einem
Grabe beide zur Ruh, ewig verbunden in eins.
AgolAiaa 8cJaolasti1ros
338 Anthologia Oraeca VII

573. AEONTIOY IXOAAITIKOY


XelpeSlov ToSe afjlla, TC)V hpecpev •A-rllis apovpa
elKova PT)-nipoov Tfis "lTpOTepT)S SeKaSos,
PT)ISIOOS "lTEI60llTa SIKaC7"lTOÄOV· aAÄa SIKa~oov
OVrrOTE Tfis 6p6fjs ouS' 6aov hp6:"!TETO.
PI lIla 26,1 f.·n v. - .. OÜS' Brunok 000'.

574. ArA910Y IXOAAITIKOY


geall01 I-IEV llellEÄT)\lTO C1Vv1'}6ees 'Aya6ovIKCj>,
Moipa Se Seillaivelll OU SeS6:T)Ke VOIlOVS·
äAAa Illv äp"ITa~aaa aocpWv flllEpae 6elllC7Toov
oVrroo Tfis vOIlIIlT)S fll"ITÄeov 1'\ÄIKIT)s.
olKTpa S' V"Il"Ep TVIlßOIO KaTEC7TOVcXxT)aav halpol
KElllEvov oÖ 61aaov KOallov öSVpollEv01·
1'\ Se KOIlT)V TlMovaa y6Cj> "lTÄT)KTI~eTO 1l1'}TT)P,
alai, TOV Äayovoov lloX60v rnlC7TaIlEVT).
fll"ITT)s ÖÄß10S OÖTOS, ÖS tv ~6TT)TI lla pa v6e1S
CKcpvye T1'\v ßIOTOV 6äaaov aAITP0aVVT)V.
PI lIla 20,4 f.38 t • - . oö PI TOv P 8 TWII [ex TOll!) P.

575. AEONTIOY IXOAAITIKOY


Ifjlla ·poST)S· TvplT) Se yvv1'\ "lTiÄev, &IITI Se "lTeXTPT)S
tKETO -nil/Se "lTOÄIII KT)SOIlE1I11 TEKiOOV.
cxO-n, cle11lv1'}C7TOIO Äixos KOaIlT)ae rellEÄÄov,
ös "lTapes eUVOIlIT)S tSllova 6fjKE "lTOÄIII.
YPT)Os IlEII Ilopov ei:ipel/, öcpeMe Se I-Ivpla KVKÄa
~~elv· TG>V aya6G>v ou SexollEa6a KOpOV.

I: ..~ 'P651lIl,"",,11 YWOOKa rE~?OV,"",,1I Tvp(av w Bvl;Q\IT('l' TE?'EVT1\aaaav. - PI


lIIa 11,30 f.34 V • - S CIÖTTi P S yp;W~ PI.
AnthoJogia OraGoa VII 3311

Advokat Cheirediol
Diel ist Cheiredios' Mal. Ihn brachte die attische Erde
als ein Abbild der zehn früheren Redner hervor.
Leicht überzeugte er einst den Richter; selbst Richter geworden.
hat er jedoch keinen Schritt sich von dem Rechten entfernt.

Rechtsstudent Agathonikol
Stets war Agathonik08 um Lehren des Rechtes beflissen,
Moira dagegen hat nie Scheu vor Gesetzen gekannt:
Ach, er hatte noch nicht das gebührende Alter vollendet,
da entzog sie ihn schon raubend der Weisheit des Rechts.
Traurig beklagten die Freunde ihn über dem Grabe und weinten
ihm, dem Toten, dem Schmuck ihrer Vereinigung, nach.
Jammernd raufte die Mutter ihr Haar und schlug sich den Busen,
wissend, wie schwer ihn ihr Leib einst, ach, zum Leben gebracht.
Doch glückselig nun ist er, der, noch in der Blüte verwelkend,
80 den Sünden der Welt rascher als andre entfloh.

Die Gattin dei RechtsprofessorB


Grabmal der Rhode. Sie taU8chte die Heimat Tyroa und suchte
diese Stadt auf, um hier sich um die Kinder zu mühn.
Zierde war sie dem Bett des nimmervergeßnen Gemell08,
der dereinst in der Stadt Rechtswissenschaften gelehrt.
Alt erst fand sie den Tod; doch wünscht man, sie wäre noch tausend
Jahre geblieben; denn nie hat man an Guten genug.
Lecmti08 ScAola8lÜW8
AnLbologia Oraeca VII

578. IOYAIANOY Ano ynATnN


KO:reallES. er, nUpp<.o)lI; - .:Emxw." - nVI1cht)1I J,JET<i l10ipall
cp1'}~ rnExE1II ; - .:E'TTixw· ~III r'TTavcrs Ta~."
1'1 lila 28,38 f.43r - 'fit.: 'lov1.. tlUltum PI I KantCMII l' ~ tn-tXc.l pl-X'l P.

577. TOY A YTOY


·Ocrn~ l1E TpI05oI<J1 l1i<Jal~ T<XpXUcr& 6avOlITa.
Ävypä 'TTaf)WII TVIIßOV I1TlS' oÄlyolo TVx0I.
'TTallTE~ rne\ Tll1wlla IliKVII KaAEOV<JIII oStTal
Kai 110P~ 6:11111 110ll01~ äl1l1o~ f}crvxITl~.
PI 111 b 8,5 f.92f. -In P bio (pa] et iuxta VII 315 (pb]. Tit. om. PI ~ ""x0l pb
(auporear.] PI ""xl] pa pb S 'II'tI:riovcnll oa" MITa pa'.

1178. ArA910Y IXOAAITIKOY


TOll KpaTEpOII nallom;a TOll äypEVTi\pa ÄEOIITWII.
TOll Äa<JlornpIIWII KillTopa 'TTapSaAlwII.
TVII~ .XE1· yÄacpvpi'i~ yap cmo XeollÖS rKTallE SEI\I~
C7K0p'TTI~ o,,",,~ Tapc7011 OpE<J(71ß6:TtlIl.
alycMtj SE T6:Äallla crlyvv6: TE 'TTap xeolll KEiTat,
alai. 6apc7aÄiWII 'TTaiY"la SopKaÄISwII.
PI Ulb 17,2 f.93 Y • -11I'ap5- (ax trOp6-?] l' 1I'OfI6- PI.

579. AEONTIOY IXOAAITlKOY


nhpov ~ ~TlTi'jpos 6f1 yeAOwaall O'TTWm'!II.
f~6xov &\11 äyopa1~ •• ~OXOV Iv CPIÄl1J.
Iv SE ~IWWaov 6T]I\II1E1IOS wÄETO 1lClÜ1IOS.
~II Itc nYl~ csVII 'TTÄEOIlE<J(71 'T\'E<JWII.
ßalOll rnl~t'\<J~. 6<J01l1'\PKEcr&. TOÜTOlllywye
äyplOll ou KaAEW, TOll Se CPVcr&1 aallaToII.
I: Ilsnhpov ~t'\Topa awo crdyovs maMa KaI TWvTt'\cravTa. - PI lila 28,2 f.41 v.
AnLholosia Graeoa VII 34\

Philosoph Pyrrhon
Starbst du denn, Pyrrhon' - "Ich weiß nicht." - Du weißt es nicht
[jetzt nach dem letzten
Stündlein' - "Ich weiß nioht. Das Grab braohte mein Zweifeln zur
[Ruh."
Kon.ttd JuliGfI08 von Ägypten

Mensohenhasser Timon
Wer mich hier, als ich gestorben, 80 mitten im Kreuzweg beerdigt,
treff ihn das Unglück I Kein Stück soll er bekommen von Grab I
Wer auch vorbeikommt, der ruft mich doch an, den "verewigten
Ewige Ruh? Keine Spurl Mir bringt sie Unruhe nur. [Timon".

JuliGfI08 von Ägypten

Löwenjiger Panopeus
Löwenjäger voll Urkraft ist Panopeus emstens gewesen,
Panther mit zottiger Brust hat er mit Speeren durchbohrt.
Tot nun ruht er im Grab: aus dem Erdloch stach ihn ein schlimmer
Skorpion in den Fuß, als er die Berge bestieg.
Hier im Staube nun liegen der arme Spieß und die Lanzen,
ach, und in fröhlichem Mut spielt mit den Waffen - das Reh.
Agathüu Scl&oltutilco8

Redner Petros
Siehe hier Petros, den Redner, mit immer lächelndem Antlitz,
ihn, der sich trefflich im Wort, trefflich in Freundschaft bewAhrt.
Als in des BakCh08 Theater er zusah und plötzlioh mit vielen
hoch vom Dache gestürzt, kam er als einziger um.
Kurz nur lebte er noch, aber grade genügend. Das neun ich
keinen. gewaltsamen, nein, einen natürlichen Tod.
Ltcmtiol ScI&ola8tilco8
Antbologia Graooa VII

580. IOYAIANOY AlrYrTTIOY


OÜ'rrOT~j.lE KpVljlEIS ÖlTO 'TfV611~lIa \ll:laTolI a(1)S
ToaaOll, 00011 KpVlflaI 'T1'O:lIaKO'T1'OIl 61111a ll.IK'1S.
PI IJII' 6.13 1.32r [iunctum oum op. 581] - Tit.: gent. om. PI.

581. IOYAlANOY AlrYrTTlOY


'AIITI CPOIIOV TO:cpolI äl1l1l xapl~Eal' ~Aa Kai aVrOS
lawlI O:lITlTVxolS oupallOeEII XapITwlI.
PI lIla 6.13 [cf. ad ep. 580].

582. TOY AYTOY IOYAlANOY


XaTp~ 1101, 6> lIav1)yl!, Kai e1s 'AISao mpfJaas
~I1CPEO 111') 'T1'OIlTOV KVllaalll, ~A' alll!l1olS.
KeTlIOI ~II a' lSO:l1aaaall, aAOs S~ ae j.lEIAIXOII uSwp
ls xeOlla Kai 'T1'anpwlI A~EKVAlaE TO:cpOVS.
PIIna 19.39 f.37 V• - S cn 6äp.a(Jtl\l P PI [-aaavj om. Stapb. 4 t~eKvlllacn P.

583. ArA910Y l:XOAAITIKOY


'Aß6:Ae I11)S' Ayl!1I01lT0 YO:I10l, 111') vVl1cpla MKTpa·
ou yap eXlI wSllIWII A~cpO:II11 'T1'p6cpaals.
viill S' 1'l ~II TplTaAallla yvvT) TIKTovaa K6:e1)Tal.
yaaTpl Se SVaKOA'Tl'C~ lIEKpOIl (\II:aTl TI!KOS'
TplaaT) S' al1cplAVK1) Sp611011 ijllVaell, l~OTE 1111111EI
TO ßpecpos &'!1'pfJKTOIS lA'T1'lal TIKTOj.lEIIOII.
KOVCP1) aol TEAeeEI yaaTiJp, TlKoS, allTl KOlli '1S •
aUT1) YO:P aE cpepEl, Kai XeOIlOS ou XaTEeIS.
PI lIla 9.6 f.33r. - 5 f)wcnv I PI -<7l! pI 'MI St K. P 8 MT} P.
An~hologia Graeoa VII 343

Der Ermordete
Niemals begräbst du so tief mich im untersten Grunde der Erde,
daß du dem spähenden Blick Dikes mich wirklich verbirgst.
Juliano8 von Ägypten

Ein gleiches
Gönnest mir gnädig ein Grab, um meine Ermordung zu sühnen.
Gönne der Himmel dir selbst später die nämliche Gunst!
Juliano8 von A·gypten

Der Schiffbrüchige
Sei mir gegrüßt, Gescheiterter du! Und kommst du zum Hades,
schilt nicht die Wogen der See, zürne den Winden allein.
Diese bezwangen dein Leben; das freundliche Wasser des Meeres
hl\t dich ans Ufer, zur Gnlft, sieh, deiner Väter gespült.
Juliano8 von Ägypten

Die Wöchnerin
Gäb es die Heirat doch nicht, und gäb es doch nie mehr ein Brautbett,
ach, dann wär auch kein Grund für die Geburtswehen da.
Hier aber sitzt zur Entbindung ein Weib, das wir doppelt bedauern:
tot ist das Kind, das ihr Schoß unheilbeladen behält.
Dreimal schon graute der Morgen heran, seit das Kindlein sich säumet
vor der Geburt, die doch sinnlose Hoffnung nur ist.
Leicht wird der Mutterleib dir, du Kleines, wohl leichter als Erd!':
sieh, er trägt dich, dir tut keinerlei Erdenstaub not.
Agathiaa 8cJiola8tik08
AnLhologia Graeca VII

584. IOYAIANOY AlrynTIOY


nAc.:ms VQVTJYOV \.IE Aaßoov Kai af}IJCXTI xc.OOas;
1TAc:;)e MaAEICXe.>V äKpa cpvAaaaOIJEVOS.
alel S' E\rrrAotTJV ].IE6t1TOIS. cpIAOS' i;v st TI pt~lJ
6.AAo TVxTJ. TOVTe.>V aVTIaaalS XapITe.>V.
PI lIla 19,40 r.37 v . - 3 f1v cL p~~~t P 4 Tolc.)v PI.

585. TOY AYTOY IOYAIANOY


MliySe.>v TtPIJa 131010 AaxOOV aliTO<1TOAOS i'jA6Ev
EIS 'AISTJv, veKVe.>V lTop6IJISoS ov XaTte.>v.
f}v YO:p (XE ~We.>v ßloSWTopa. IJapTVpa IJoX6e.>v.
6.ypalS dVaAlalS lTOAAeXKl ßp160IJtVTJv.
T1)VSE Kai fv 6aveXTCj) AO:XE aVvSPOIJOV. EVTe TEAeVT~V
EVPETO avAA1)~as OAKaSI Kalo]JtVlJ.
OUTe.> lTI<1TOV 6.VaKTl mAeV <1Kacpos, olKOV ae~ov
MliySoVI Kai aVIJ1TAOVV fS ßlov, fs 6avaTov.
PI llIa 4,2 r.30 v. - I f1A6~ P 7 nO.t PI 8 Mtiy60v P.

li86. TOY AYTOY IOYAIANOY

OUTI <JE lTOVTOS 6AEa<JE Kai OU lTvelOVTES afjTal,


eXAA' eXK0pTJTOS fpe.>s cpOITaSos iIJlTopiTJS.
dTJ IJOI yalTJS oAlyos ßloS' fK S~ 6aAaaCl)S
6.AAolalV \.IEAITe.> KipSOS eXeAAOIJaxOV.
PI lIla 19,41 r.37 v ; Laur. 32,16 rom. tit. cL v. 1-2].

587. TOY AYTOY IOYAIANOY AlrynTlOY


X6wv aE TtKeV, 1TOVTOS S~ SIWAE<JE. StKTO S~ 6WKOS
nAoVTfjos' KEi6ev S' ovpavov daavtßTlS.
OVx Ws vavTlYOs S~ ßv64'> 6avES. eXAA' iva lTIXVTe.>V
KA1)POIS 6:6aveXTe.>v. naIJcplAe. KOaIJOV ay1JS.
c: EiS nallcpv.ov CPIAÖO'OCPOV lv vavayl~ TEAwniC7<XVTQ. - PI lIla 19,42 r.37 v.
Antbolollia Graeca VII 346

Der Sohiffbrüohige
Segolst du wieder, nachdem du mich Toten vom Schiffbruch begraben?
Segle, doch nimm dich in acht vor dem Maleiagebirg!
Allzeit glückliche Fahrt, mein Freund! Doch meint es das Schicksal
anders mit dir, dann genieß auch diese nämliche Gunst.
JvliGfI06 von ÄIJY1Ik1I

Fischer Mygdon
Als sich dem Mygdon das Leben geneigt, da brauchte er Charons
Kahn nicht - mit eigenem Schiff fuhr er zu Hades' Gestad.
Den er im Leben besessen als Nährer und Zeugen der Arbeit,
der mit Beute des Meers oftmals beschwert war, der Kahn
war auch sein Reisegefährte im Tode, als er am Ende
mit dem brennenden Boot selber zerfiel und verging.
Sieh, 80 treu war das Schiff seinem Herrn: Es mehrte die Güter
Mygdons und fuhr als Genoß mit ihm im Leben und Tod.
JvliG_ von Ägypten

Der Schiffbrüchige
See nioht, noch brausende Winde vertilgten dioh, sondern des Kauf·
unbezähmbarer Drang, der in die Weite ihn lockt. [man11.fl
lfir mag die Erde gewähren, bescheiden zu leben, zu Meeres
sturmumkämpftem Gewinn treibe die andern das Herz.
Jvlia_ von Ägypten

Philosoph Pamphilos
Erde hat dich geboren, das Meer dich getötet und Plutons
Haus dich empfangen; von dort stiegst du zum Himmel empor.
~icht ob dem Schiffbruch verschlang dich das Meer. Du, Pamphilos,
als eine Zier für das Reich amtlicher Götter bestimmt. [warcst
JvliG_ von Ägypten
340 Anthologi .. Gr .. eo .. VII

1188. nAYAOY IIAeNTIAPIOY


~alo\6xaplS MolpT\S 'll'V1o\a-n,v \nrE5vO'aTO O'IyT)v.
cpeu, TO KW,OV MOVO'T\S ßapßITOV Ttpe!del,
c:'>ÄETo ypalo\lo\aTlKi'jS lep,; ßaO'IS. alo\cplpÜT1'\ Kws,
Kai lTaAl mv&os C)(elS oIov ~cp' 'I1T1TOKpanl.
I: Els t.aI10xap'" TOll ypal1l1aT'KOII. TOll Kij>oll. TOll ,IAOII Kai 1Ia8'1U!II •Aya8iov. -
PIlII" 22.117 f.4lr [PI"). IIlb 5.9 f.91 11 [Plb). - I o,yo'!II: yatav Plb 4 'lraA'"
Suid. •. all"p.rrr,.

589. ArA0310Y IXOAAITIKOY


M115~v anayyel;\elOS ~S •AVTl6xelav. 65TTa.
Il'; lTa;\lv olll~~ XeVlo\aTa KaO'Ta;\II1S.
OVVEKEV ~~a1TlvT\S EVO'T6pYloS IMllTE 1o\0uO'all
&eO'Io\WV T' AvO'ovlwv ~lTl5a IlCl\flI51T\v.
~ß56Io\aTOV 5tKaT6v TE ;\axwv hoS' ts 5t Kovll1v
TtIlE1CP&T\ KElIEl'tv evO'Taxus Tt;\IKII1.
Kai TOV Il~v KaTtxel Xe6VIOS Tacpos. allTl 5' tKEI vov
Ovvolo\a Kai ypacpl5wv XP~lo\aTa 5epK61lESa.
1'1 JII" 22,58 f.'lr. - I ts om. P' • 1'\11'1,8'111 et 1'iA'KI'III PI [primo) l' 5l KElIIOU
PI [of. VII 595.3. IX 797,1).

1190. IOYAIANOY AlrynTIOY

KMIV05 ·lwavvI15. - .. 9I1T]TOS ;\tye." - ralo\ßpOs avaO'O'I1S.


,,9I1T]TOs 6Io\ws." - revei'js cS:v6os ·AvaO'TaO'Iov. -
..9VI1TOU K6:KeiIlOV." - Blov ev51K05. 01iKh1 TOiiTO
eVI1TOV ecpl1S' apETal KpelO'O'ovts dO'I 1l6pov.
I: Eis '1c.>ävIlT}II. TOll yalll!POv e""''1l1las. ywa'KOs 'loVaTlvov [errnt). - PI lIla 1.3
f.30 r . - 3 ~Iov P.
Anthologia Oraeoa VII 347

Dich ter Damocharis


Ach, Damocharis sank ins letzte Schweigen der Moira;
nun ist des Musengesangs herrliche Leier verstummt.
Hin ist der heilige Schutz der Grammatik; und wiederum trägst du,
meerumflossenes Kos, wie bei Hippokrates Leid.

Pauloa Silemiario8

Rechtsstudent Eustorgios
Hüte dich sorglich, 0 Wandrer, in Antiocheia zu künden
- da der Kastalische Quell sonst wieder aufschreit vor Weh -,
jäh sei Eustorgi09 fort vom Orte der Musen gegangen
und dcs ausonischen Rechts Hoffnungen seien zerstört.
Siebzehn Jahre nur gab ihm das Schicksal, da wandelte seine
fruchtende Jugend sich schon um in vergänglichen Staub.
Jetzt bedeckt ihn die Erde im Grab, statt seiner erblicken
Namen und Farben wir nur, die uns ein Pinsel gemalt.

AgatMas Scholasti1cos

Des Kaisers Bruder J ohannes


Edler Johannes. - "Der ,sterbliche' sag." - Der Kaiserin Eidam. -
"Dennoch ein Sterblicher." - Sproß aus Anastasi09' Stamm. -
"Der auch sterblich gewesen." - Gerecht war sein Leben .... Nun
nicht mehr ,sterblich' hinzu: Tugend ist stärker als Tod. [fügst du

Juliano8 von Ägypten


348 Anthologia Graeca VII

691. TOY AYTOY IOYAIANOY


'YlTcrr(OV TcXfOS dll(' lIiKVII S' 00 CP111l1 Ka).lilrrtlll
T6aaov T6aaos lWII AVaoIl(Co)II 'TTPOllcXxOV'
yala yap alSo1li1lTl ).ITC~ Iliyav cMpa XWaal
O'l'!j.ICXTI T~ 'TTOVTCt> J,lä}.).01l f~1I fxEIII.
I: IIS 'Ynanov c: TOv ~IÖV 'A\ICIO'Taolou TOÜ ~aI71)JCo)S' oOTos 6 Tw..al1T"'~
1Tapa '1OVO'Tll/lavoO ToO ~QOI)JCo)S .mla,6yTJ Iv 'l\'PIY"1\'I\'CjI' 1'\1/ 51; a.mvIQs 'AI/c.
aTaolov TOÜ 'l\'pcj)'ll/ ~aaIMVaQVT~' ToOTcI/ '0'WfIlV 6 6i111~ Knl 11'" ~ovMIIII/O\I 11/
Tc;. 1'I\'1T06poIIICjl' ..cl &..\< ToiiTo TaVT' ''I\'aGIV' lppl,'l 6t Iv Tij &w..aaalJ .mo 'l\'poo.
Tä(1Co)S 'IOUOTlVlavoO I<CII TOfijs cMc hvxlV. - PI lIla 19,43 f.37 v •

692. (TOY AYTOY)


Airro~ c!i\IQ~ IlEIlia"aE 'TTo).vcp).o(aj30lo 8aMaa11~
Klillaalll 'YlTcrrlov aG)lla Kw.Vlflalli\lOI~·
i\8V.E YcXP IlIII fxElII yi~ OcrrcrrOIl ola 801l(lIrra,
KalllEYw.ocp~ KpUIfIE eaMaaa Xaplll.
IvElElI, lTP110VÖOV KpaS(11~ Iliya &lYlla, cpaElvOlI
TlIl11aEII KEIIE~ O'l'!llcrrl T~SE vEKvll.
Tit.: Juliano trib. ~I.ke, Stadtm., Thlelo &lii; of. ad ep. 693. I .,}.ol~olal P ,'m.
Salm. • ~ pi em. 0 S &llla P em. Salm.

693. ArA910Y IXOAAITIKOY


TO:IIlTcXpos av8liaaaalllv &y~at~ Kai aOlS~,
TO:ll lTO).VKVS(aTOV IlllcXllolla eealloaVII~,
EIiylIl(all Kplilrrtl x801lia KOIII~' aIS' llTl TVIlßCj>
KE(pallTO lT).OKcXIlO\lS Moüaa, 9EIlI~. nacp(11.
·c: f\v a\rrTj 6:~'" 'Aya&lou. - Plrlla 11,31 t34 V ö Kaibel612 [v. 3-4). - Til.:
'AyaGlou PI TOÜ aliToIi 'AyaGlou IX. [i. e. eiusdem, qui in lemm. nomin.) c
3 X&ovl'l PI.

69 •• IOYAIANOY AlrynTlOY
Mvi)lla aOll, er, 9EOSCo)j)E, lTa\ICXTpads OÜK brl TVIlßCj>,
äJV..' M ßIß~IQKG)II IlvplcXalll aE~i6<,)lI.
alCTIII allE~wYP11a~ 6:I1'0?Ävlli\lCa)1I 6:11'0 ~1'!&"~
cXplTcX~a~ IIOlpG)1I lloX8011 &olSOlTO).Co)II.

PI IJJ b 22,17 f. 06 r. - Tit.: Bent. om. PI I. lI/I T. PI • Iv PI 4 VOlpOV ell: .~v 1'1.
Anthologi. Graec. VII

FreiheitskAmpfer Hypatios
Bin des Hyp&tiOl Gruft, doch umfange ich kleine den großen
Streiter Ausoniens nicht, und ich behaupt es auch nicht.
Scheute die Erde sich doch mit irmlichem Male den mAehtgen
Mann zu bedeoken, und gab lieber das Meer ihm als Grab.

Ein gleiches
Selbst den Kaiser empörten die Wogen des rauschenden Meeres,
die des Hypati08 Leib hüllend umsohlungen in sich.
Denn er wÜIlIIchte voll Großmut, ihm nun, da er tot war, die letzten
Ehren zu gönnen - die See schlug diese Gnade ihm ab.
Ihm, dem erlauchten Toten, gab drum er zum schönen Beweise
milden, freundlichen Sinns dies Kenotaphion hier.
(Juli41101 von Ä'gypkn)

Agathias' Schwester
Sie, die in prangender Pracht und in herrliohem Sange einst blühte,
die in Recht und Gesetz leuohtende Kenntnis besaß,
ach, Eugenie birgt nun der Staub der Erde, und Muse,
Themis und Kypris am Grab achnitten die Loc!ten sich ab.
AgatAilu 8c1wla8tik08

Grammatiker Theodoros
Nioht auf dem Grabe hier ist dein wirkliohes Mal, Theodoros,
nein, auf der riesigen Zahl BlAtter von Büchern erbaut,
drin du die Arbeit von weisen, YCl'llunkenen Dichtem aus ihrem
langen Vergessen geführt und sie aufs neue belebt.
J ulia1l08 von Ä'gyplm
350 Anthologi& Or&eo& VII

595. TOY AYTOY IOYAIANOY


KCrreave \lfv eeoSCo)pOS' aOISOTToACo)V S~ TTaAalc;)v
TTAf\&VS olxo].ltVf\ vvv SaVEv chpeKt(0)5.
TTäaa yap alJTTveloVTI avvrnvee. TTäaa S' äTTeaßf\
aßevw].ltvov· KPVep6f\ S' elv lvi TTCxVTa ,.aep<j).
PI lIla 22.59 (.41'. - 3 6:l'lTV- Reiske crnOlTV- P ll'lTV- PI.

596. ArA910Y IXOAAITIKOY


Nal Ila ,.ov Iv ya(1l mJIJaTOV SpOIlOV. oCrre Il' &KOI,.IS
ecnvyev ov-r' aVias 9EvSo,.os Eliyevlf\S
IXepas IKt:w yeVOIJf\v ' &AM epeOVOS ';E ,.IS &.f\
t'!IlEas ls ,.oa~v flYayev aIlTTAaKlf\v.
vvv S' rnl MlvcjJf\v Ka6apl'lV Kp1'\TTiSa IJOA6ViES
alleponpol AevKfJV lfITiepov ISe~aIlESa.
o PI: hrl 9EoS6TCi> TC;; yal'llpCf>. hr' fx8p'1' TE"WIEII'TT\K6TI Ti'\s ISlas yalJETils. TOU
a\rrOU [TOU a\rroV (i. c. poctae; ad TCf> yal'llpCf> 8pect.) om, PI). - PI lIla 1.13
1.30r.

597. IOYAIANOY Ano ynATQN AlrynTIOY


'H YAVKEPOV IlEAljlaaa Kai &AKIIlOV. t'! epOOv aliSi'js
IJOVVf\ e1'\AVTep1'\S iTrlJeeal Pf\~a].ltv1'\
KEi,.al aIYaAE1'\' ,.oaov ra6eve vt'!llaTa Molpf\S.
t:>s Alyvpa KAeiaal xe\Aea KaAAIOTT1'\S.
PI In _ 16,2 (.36 f. - Tit.: lirr6:Tc.>v: U1T (I) P lirr6:pXc.>v PI ! 8T1AII'flPOIS PI.

598. TOY AYTOY IOYAIANOY


Ovn epvalS et'!Aela Kai OV TTOAIOio Kapt'!vov
aSpavlf\ epCo)vfis ai'js KaTEAVae ßlf\v·
aAM IJOAIS ~vvoial VOIlOIS et~aaa mEVTi'js.
epeO epev. KaAAIOTTf\. afJv KaTEAVaas OTTa.
I: Eis '"'V cxlrrt!v KaAAl61tTJv C: T';V Tpay~S6v. - PI 111- 16,3 (,36 r [Pla), nlb
22,18 f. 96 f [PI b]. - I Wrt P 4 KartAUaw PI b.
An&bologla Graera VII 351

Ein gleiches
Tot nun ist Theodoros; die lAngst schon versunkene Menge
alter Diohter, sie starb jetzt erst in Wahrheit dahin.
Alle lebten im Leben mit ihm, und alle erloschen,
a1a er erlosch: so sank alles ins nämliche Grab.

Agathias' Sohwager
Ich Theodotos schwör es beim letzten Gang in die Erde,
nie hat die Frau mich gehaßt, nie bin ich selbst auch mit Fleiß
Feind Eugenies gewesen; nein, Eifersucht oder ein Unstern
haben uns einatens den Weg solcher Verirrung geführt.
Da wir nun endlich zu Minoe' unfehlbarem Throne gekommen.
ward auch ein lösender Spruch über uns heide gefAllt.
Agathial 8claolMlilw8

Singerin Kalliope
Süß war ihr Sang und gewaltig. Doch sie, deren Frauenstimme
einzigartig im Lied strömend dem Busen entklang,
liegt riun verstummt. - Was vermag doch das Schicksal und seine Ge·
daß es den klingenden Mund dieser Kalliope schloß I [spinste,
KOMUl JuliafW8 txm AgllPu:n

Ein gleiches
~icht des Weibes Natur noch die SchwAche ergrauenden Hauptes
hatten die Stärke verlösoht, die deine Stimme besaß.
Erst als endlich des Todes gemeinsamer Satzung du folgtest,
ach, Kalliope, lOlch auch deine Stimme dahin.
3111 Anthologla Graeoa VII

699. TOY AYTOY IOYAIANOY


OOIlOIJQ IAlv Kcv.T'I, fPEal Si 1TMov f1l1Tpoac:nr~,
Kcrnlave' qIEÜ, XapITc.>V '~a1T6?c.>ÄEv fap.
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800. TOY AYTOY IOYAIANOY


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PI lila 20.5 1.38r. - Paulo Sil. trib. PI I C:;PIQ5 "Xi PII/1fOaT05 ex 1fOpaTäi P
4 6CDCpVXlll PI.

801. TOY AYTOY IOYAIANOY


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PI 111& 20.& 1.38 r . - Erato.t.beni trib. PI.
Anthololl .. Or .. oo .. VII 363

Schöne
"Schöne" hieß sie und war noch achöner an Geiste als Antlitz;
als sie gestorben, da schwand, ach, auch der Chariten Lenz.
Paphia glich sie in allem, doch nur für den eigenen Gatten;
anderen war sie jedoch Pal1u' umfestete Burg.
Welch einem Steine nicht stieg du Jammern auf, als der gewaltge
Hades sie nun ihrem Mann jAh aus den Armen entriB T

Die jungvermAhlte Anastasia


Sah dich du Brautbett zur Zeit, du Grab umfing dich zur Unzeit,
Anutaaia du, Blume im Charitenkranz.
Bitter weint nun der Vater und bitter der Gatte, vielleicht gar
weint der Fährmann am Styx auch eine ZAhm um dich.
Denn du verbrachtest noch nicht ein ganzes Jahr bei dem Gatten,
als dich im sechzehnten Jahr, ach, schon die Erde umgab.

JUlianoB von Ägyplen

Ein gleiches
Ach, der wonnige Lenz deiner zahllosen Reize verwelkte
unter dem grimmigen Frost, der aus dem Hades dich traf.
Und es riß dich das Grab hinweg aus dem Glanze der Sonne,
als du nach elfen noch fünf bittere Jahre gelebt,
ach, und trübte vor Kummer dem Gatten und Vater die Augen,
die, Anaataaia, dein Glanz mehr als die Sonne erfreut.
J vlianoB von Ägypten
Antbologia Graeoa VII

602. ArA610Y l:XOI\AITlKOY


EVaTcl6le, YAVKEPOV IIfV (xelS TIrrrOV, äJ\Aa ae KT)pOV
SepKOl.lal, ovS' tri aOI KEivo 10 AapOV flTOS
E~ETal Av aTOI.lCrreaal· nli 15' eVav&I.lOS lißT),
alaT, l.laljllSIT) vVII x60116s taTl KOIIIS.
lTel.llTTOV Kai SeKo"'OV yap rnlljlaVaas AlllavTOO
nlpOO<IS ~~ 1.l0VVOVS fSpaKES iJeAlovs'
ovSe noO lTcXrrrrov 6p6vos iipKEaev, ov yellElijpos
5AßOS. lTCls Se nliv elKOlla SepKOlJElIOS
T1i1l äSIKOII MolpalI KaTal.lll.lcpETal, OVIlEKa TolT)II,
0: I.leya \lT)AeU;S, (aßeaell ayAatT)lI. 10
I: EIS EUO'Ta&IOII Tllla IIEOII 1TE\I'W(at51KhTi1l TEMvTf}aatlTa. c: 1\11 5E OÖTOS 1I'als
EUO'Taelou arr6 v,..apXWII Toli lIfYaAou. - PI III a 20,7 f. 38 r. - I ou5' hl Lase.
oIi5t Tl :I tlll C 10 '" 0 a Cram. an. Par. 4,84.

603. IOVI\IANOY AnO ynATnN AlrVnTlOY


WAyploS AaTl XapWII. - "TTAeoll iimos." - "HplTaaell iiST)
1011 vEOV. - ,: AAAa 1I0ct' loiS lTOAIOialll taov." -
TeplTWAijs 15' amlTavaell. - ,:AmaTVcpEAI~e Se I.lOx6wlI."-
OVK AlloT)ae yal.lOvs. - .. Ovse yal.lWI/ 6SVl/as."
I: Eis '1""""""" TlII'" TOv IItOll Kal6TEATj TEAEUTflaatlTa. - PI ma 20,8 f.38 r • - Tit.:
arr6 v,.."'PXWII PI :I 5' Dm. PI.

604. nAVI\OY III\ENTIAPIOV


l\eKTpa aOI allTl yal.lwv rnmil.lßla, lTap6ellE KOVPT),
AaTopeaal/ lTIXAal.lalS mvSaAealS yeve.al.
Kai aV IIfI/ al.llTAaKias ßIOTOV Kai l.loX60l/ 'EAev6oVs
fKCPvyes, 01 Se YOWI/ lTIKPOI/ fxoval I/ecpos.
SwSEKtTlI/ yap I.loipa, MaKT)SOI/IT), ae KaA\m-rEI,
KcXAAealll OlTAO.ePT)V, ii6eal yT)paAET)l/.
I: Eis IC6p1l1l Tlllcl MCXJ(250Il(av 5w5actTlII mEUTf}aaaav. 0: 1\11 5E 6uy~P TOÜ aliToIi
nm:.Aou f} MCX\<I!5ovIa. - PI III a 20,9 f. 38 r. -:I cX!nrAaK(aIS P 5 l101pa P 6poupa
ex lIolpa PI 1/ MaKTJ50IlIKf} PI.
Anthologia Graeca VII 365

Präfektensohn Eust&thios
Jlübsch wohl sind deine Züge, Eustathios, aber ich sehe
dich nur in Wachs, es spielt nicht mehr das reizende Wort
dir um die Lippen wie einst. Die freundliche Blüte der Jugend,
ach, ist heute nur noch Erde und flüchtiger Staub .
.Als sich das fünfzehnte Jahr des Lebens dir kreisend vollendet,
hast du nur viermalsechs Sonnen darüber gesehen.
Ach, nicht retteten dich des Ahnherrn Thron noch des Vaters
Reichtum. Ein jeder, der hier dieses dein Bildnis erblickt,
tadelt voll Unmut die Moire, die wider gerechtes Erkennen
mitleidsohne die Pracht solch einer Schönheit verlöscht.

Agathiaa Scholaatiko8

Der junge Mann


Grausam ist. Charon. - "Nein, gütig vielmehr." - Er raubte gerade
ihn, der so jung war. - "An Geist wa.r er den Alten schon gleich." -
Aber er na.hm ihm die Freude. - "Entriß ihn den übeln. "- Er hatte
noch nicht die Ehe geka.nnt. - "Und nicht der Ehe Verdruß."
Kon.ml Jvlianos von Agypten

Pa.ulos' Tochter
Statt eines Brautbetts ha.ben, jungfräuliches Mädchen, der Toten
Bette mit zitternder Ha.nd dir deine Eltern besorgt.
Ach, du selber entgingst wohl den Übeln des Seins und Eleuthos
Wehen, sie a.ber wölkt bittere KIa.ge nun ein.
Wurdest du zwölfjährig doch vom Tode umhüllt, Ma.kedonie,
du, an Schönheit so jung und a.n Cha.ra.kter schon alt.

Paul08 Silentiario8
Anthologia Graooa VII

603. IOYAIANOY Ano ynATnN AlrynTlOY


Iol aopöII EÜMnyya, 'Po8ol, Kai -niJ,&~II lyalpEl
i'uc1Ia n IfIUXi'\S 8(;)pa m"'lat rillEl
an' Mpyaaf1lS Y).U\CEpOs 1I'6cns, 6n1 8avoüaa
WKVj.IOPOS ICElllct> SWICCXS v.eve.plT\II.
I: fis 'POSW, '""" ywalKa dl~,lItal/ TI~CfCllJall. - PI Ina 11,33 1.34".

608. nAYAOY IIAENTIAPIOY


npT\Os, v.eve.plT\II rnlEll!iVOS, ilsös 15laeaI,
Iv ~I~ 1I'PO).11I'WII ulia YT\poKOIlOII,
~II IxEI 9E65c.lpos 111" 1).1I'ISI Kpiaaolll j.IOlp1lS,
6).~los Iv KallcrrOIS, 6).~los Iv eavclrrct>.

0: fis 9E68wpoll. I lad Y. 3]: tls 9t6&.JpoII, Mn~fI 4v1lpa. - PI lila I,a 1.3O Y •
11IfItI-- PI.

807. nAAAAdA AAEEANdPEnI


't'U).).c:, 1I'pEa~Uy&vils TOIS J().T\poJl6I101S ,&oviaaaa
aVn'I J().T\POJl6!1os TWII ISlwII ylyollEII'
c!I).).ol!i"'l 5t T6:xos 1CCI'ri~T\ 56j.1011 Eis 'Alb,
TalS Sa1I'avalS Tb tilll aU!1\IETPOII EUPO"'IIT\.
1I'aVTa cpayoOaa ~Ioll auva1I'WMTO TalS 5cmavalatll' 5
i\AaTO S' Eis 'AIST\II, Ws 6mJCEp1lima.II.
PllUa 11,34 I.34 Y .-Tit.:pnt.CIIII. PI IIjIÜUwPI,.NAAa I Plem.Jao. CIÜpOJI·PI.

808. EYTOAMIOY IXOAAITIKOY IA"OYITPIOY


VliOS ~ 8al/aTOII 1I'IJI8oOaa Mellf1l'11'1'l
kWKUT~ llEya).ct> 1I'1IEÜlla aullleixUII'
ouS'laxell 1I'W.llIOpaOll al/a1l'vEVaaaa yoi'\aat,
6).).' cillCX Kai 8pilvou mNacrrO km ~lchou.
PI lila 1I.3G I.34 Y • -Tit.: E6T. tantum PI.
Anthologia Graeca VII 367

Obit. anus, abit onus


Rhodo, dein lieber Gemahl gab dir einen prichtigen SteilUl8.l'g
und einen Hügel, er hat Armen Geschenke gemacht,
um deine Seele zu lösen, aus Dankbarkeit, weil du 80 früh schon
hingeschieden und ihm wieder die Freiheit geschenkt.
KOMUl JulitJ1IOI VOll Äf1Y1IÜ"

Der arme Theodoros


Freundlich und edel im Wesen, gefällig im Äußern und einen
Sohn hinterlassend, der ihn tretIlich im Alter gestützt,
sank Theodoroe ins Grab mit. der HotInung auf beaseres Schicksal:
glücklich in Arbeit. und Müh, aber auch glücklich im Tod.
Paulo& 8ilefaliGriol

Erbin ihrer selbst


Da sie, die alte Psyllo, voll Mißgunst der Erben gedachte,
hat. sie zur Erbin sich selbst. ob ihren Gütern gemacht.
Denn sie führte ein Leben, das ganz ihren Mitteln sich schickte,
dann aber WU" sie im Sprung flink in des Hades Palast.
Immerzu aß sie, und als sie dann fort war, war fort auch die Habe;
sprang sie zum Hades doch erst, als sie die Habe - verputzt.
PaUadas von Alemndria

Mut.ter Menippe
Leid trug Menippe ob ihrem 80 früh verstorbenen Sohne,
plötzlich mit gellendem Schrei stieß sie den Odem mit aus.
Ach, sie konnte nicht mehr mit wiederkehrendem Hauohe
klagen, sondern beschloß Jammer und Leben zugleioh.
Eulolmiol 8c1aoltutikollUtulriof
Antbologia O.aeca VII

609. nAY"'OY II ... ENTIAPIOY


'ATTlKOs Is ~,""v \IIi lTavayptos o.lTl6a MolpT)S
6viJCj) 6apaaM~ '(;lv o.axT)VE T6:~V
lTal~ColV ~~ apni'\s 6av6:Tov f6ßov. äA"A.' rnl ST)POV
liEA lOS aa,l T)S 1l1\,lIItrCol liu-I<t>.
I 1Tavayploo; Salm. -.O~.

610. nA ...... AliA A... EE:ANliPEnI


·Hp1Ta~ TIS vVIlCPT)V, KaI TOV y6:l.lov 1'\plTaaE SalllColV
lfI\IX(;lv av"A.naas Tl!PlTO~VT)V äy."A.T)V.
EIs y6:IlOS elKOalmVTl! T6:cpOVS' hr"A.T'\aE 6avoVTColV,
1TCXVST)IlOS Si ~V EIs y~VEV 6ä"A.allOS.
Illi\JCPT) n.ll6EalMla lTO"A.ÜC7ToVE, WIlcpll nEII6Eii,
~v 6 y6:l.lOS lT"A.oVmos Iv 6av6:TOIS.

PI 111- 11,37 1.34 Y. - Tit.: gen~. OID. PI t T!p1T0IIivwv PI • _p<:w Reisko ·wv.

611. EYTO ... MIOY IXO ... AITIKOY I...... OYITPIOY


nap6EvIK"'v 'E1JIIT)V \IIiT' aSEAcpEOv 6:PTI 6avOVTa
&1"A.alT) IlnT1lP K~ SllT"A.aaIColS.
IlIlT)CJTi'jpES S' ~6T)aav taov y60v· lJv yap kcXCTT<t>
6PT)VETv """v Iln1TCol 1lT)&IIOs t:>s ISIT)II.
PI 111" 20,10 1.38 •• - Tit.: EÜT. tantum PI S Si y6- o.

61l1. ArA910Y IXO ... AITlKOY

Cl>EV cpai, """v &K6:TT)v 'E).IKColvl6a, """v "A.VpaOISOV


'PWIlT)S Kat ~plT)S, 1'\& JdJcEv6E KOVIS.
w"AETo ~plllyyColV Tl!pnI~a, "A.~~av aOISaI,
c:>o-rnp 'IColävV1J lT6:VTa avllO"A."AV\lliYa.
Kai Taxa 6EaIlOV C6T)KaV rn6:~lov ~IIII~a Moiiaal, 6!
TVIlßoV 'IColaVIIT)S av6' 'E"A.IKG)VOS .XEIV.
"I 111- 16,. f. 36 •• - • 'lwdIwIl pi -1/aO; C -"'iI PI S IOTtIClV pi • 'Iwäw~ PI.
Anthologia Graoea \'11

Attikos
Tapfer grub Attikos selbst mich Grab in den Tagen des Lebens,
harrend der Moira, der nie jemand entronnen, mit mir.
Mutig verspottete er die Furoht vor dem Tode. Doch bleibe,
wünsoh ioh, der Weisheit Lioht lang noch dem Liohte bewahrtl
Poulol 8ileRtiariOl

Versohüttete Hochzeitagesellsohaft
Wie man das Bräutchen geraubt, 80 raubte die Hochzeit ein Daimon,
der eine fröhliche Sohar Seelen von hinnen geführt.
Nur eine einzige Hochzeit gab fünfundzwanzig an Gräbern,
nur ein bräutlich Gemach wurde zum Friedhoffür sie.
Bräutchen Penthesileia, du Arme, 0 Bräutigam PentheWl,
eure Hochzeit, wie war wirklioh sie trächtig - an Tod.
Pallatltu von AlezaRdria

Braut Helena
Als nach dem Bruder sogleioh die jungfräuliohe Helena hinschied,
stieß ihre Mutter im Leid doppeltes Jammern hervor.
Gleich war die Klage der Freier; es konnte ja jeder, da keinem
sie noch gehörte, ob ihr weinen, als wäre sie sein.
EvJolmw 8cholaaeilco8 IU'lUtri08

Slngerin J ohanDa
Ach, die zehnte der Musen, die Rom und Alexandria
singen und klingen gehört, hüllt nun die Erde hier ein.
Tot ist das Rauschen der Leier, versiegt und zerronnen die Lieder:
Starben sie &lle zugleioh auoh J;llit Johanna hinwegt
Sämtliche neun Pieriden beschloBBen wohl bindend, zu wohnen
statt auf des Helikona Höhn nun bei Johanna im Grab.
AgatAias 8e1aoUut~k08
360 Anthologia Graeca Vll

613. älOrENOYI EnIIKOnOY AMIIOY

Iol "T6ÖE. tu6yellEs, 6aMpt;S I.IVTlI.lf}IOV -iißTlS


TT6V"Tctl tv Ev~elvctl 6f}Ka"TO <J>pv~ yevFrT]s.
q>ev. 1TCrTPTlS lKas ÖO"aov' äyev ÖE ae vevl.lCX geoio
1Ta"TpOs &öeAq>Eliji mveoS 6cpelMl.IEvov.
c5s ae mpla"TE1ACXS lepij 1TaAaI.lIJ "TE Kai elixij
yel"Tova "Tt;s l.IaKapc.)v 6t;KE xopoa-raal TlS.
PIllI a 20,11 f,38 V• - Tit.: 'Alilaoii PI 'AIIIlaoii P.

6lf. ArA910Y IXOI\AITlKOY


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vl.lllEÜalV Ö' (orl 1TcXII"TES ol.l6q>pollas t)Pc.)IVCXS. 1.\
1TCrTpas Kai 1Toalc.)11 1Tf}I.Ia"Ta "TlaaI.lEvcxs.
-I Tplalla- pI em. c 5 Ta.. KOVPav P em. Rci.ke 6 61) add. Stadtm. ,. Alyof-
010 pI 18 IIIV Salm. \l!v IZ aVTljI P em. Snlm. 13 1TOTIS 6:lIa pI 1ToalS 6:. 0 ~III.
Salm. 14 K~fvas pI 15 allvWQIV PI.

615. AäE I nOTON


EVI.I6A1TOV q>IAOII vlOll EXel "TO <J>aATlPIKOII ouöcxs
Movaatoll, q>611.1EllolI ac.;)I.I' V1T0 "Tijiöe "TcXq>ctl.
PI Illb 22,1 f.95 V ; Diog. Laert. prooem. 3; Schol. Ald. Ariatoph. ran. 1033; '·iud.
phiJ. Gr. 311; Laur. 69,17. - Z Movaafoov fPOl\l!vWV P [primo].
Anthologia Oraecll VII 361

Des Bischofs Neffe


Dies hat, Diogenes, dir als Mal deiner blühenden Jugend
am Euxinischen Meer Phryx, dein Erzeuger, gesetzt,
ach, so weit von der Heimat. Es führte der Wille der Gottheit
dich herüber als Schmerz, den du dem Oheim bewahrt.
Doch mit segnender Hand und frommem Gebet dich bestattend,
weihte er dir einen Platz nah bei der Seligen Chor.
Diogenu, Bischof von Ami80s

Zwei Heldenfrauen von Lesbos


Sie, die sel'ge Hellanis, und mit ihr die schöne Lamaxis
waren dem heimischen Land Lesbos ein strahlendes Licht.
Als mit athenischen Schiffen hier Paches dereinstens gelandet
und MytiJenes Gebiet wüstend verheerte, da kam
schlimme Liebe ihn an zu beiden : er mordete ihre
Männer, um 80 mit Gewalt sich ihren Frauen zu nahn.
Die aber fuhren auf tiefen und weiten ägäischen Wa.ssern
rasch nach Mopsopia fort, hin zu dem bergigen Land
und entdeckten dem Volk die schändlichen Taten des Paches,
bis sie ihm endlich den Tag seines Verderbens gebracht.
Also habt ihr getan, ihr Frauen; dann kehrtet ihr wieder
zu der Heimat, und dort liegt ihr begraben im Tod.
Früchte trug euer Tun: denn ihr schlummert beim Male der Gatten
und seid selber ein Mal leuchtender Reinheit und Zucht.
Heut noch besingen euch alle als HeIdinnen gleichen Gefühles,
die für kränkende Tat Heimat und Gatten gerächt.
Agathia8 Sclwlastikos

Sänger Musaios
Des Eumolpos teuersten Sohn, den toten Musaios,
schließt de.r Hügel hier ein in der phalerischen Flur.
Anonym
362 Antbologi .. Or .. eo .. VII

616
?WSE AII/OII En,\XßOII .SI!~crro yata 6cxv6l1Ta,
MOVcrTl~ OVpalllTl~ vloll IVO"T1!qlO:IIOV.
PI IIIb 22.2 r. 96 Y : Diog. Laert.. prooelll. 4: Vind. phi!. 31 I: Laur. 59,17. - I /I/Si PI.

617
9p1'\IKa xpvao).VPTlII 'ri.\S' 'Opqlta Moüaal 16CX\f1all,
1I11 \CTcMII ÜIfII~II ZEVs IfIOAOEIITI ~v..I.
PI 111 b 2'J,3 f. 96 Y : Diog. Laert. prooelll.5: Vind. phil. 311 e& 153: Mut.in.2 D 15. -
I Pepl. 48,1 :a Aloid..m. Ulix. 24.

618
• AIISpa aOqlOII to..EO~V;\Oll arroql6111Ellov KcrTamv6El
i\& lTchpa AI~ lTOIITc,l ayaAAoJ,IEVT).
Diag. J.. ~rt. 1.93. - I cmo.el\.lWov Pi.

619
mOliTov Kai aoqIl~ lTPVTaVIV lTcrrpls i\& Kopl~
KO;\lTO\S cXyxla;\~ y" n.plavSpov IxEI.
Diog. Laort. 1,96. - :I 6:yxlaMs Jao. -clt).oIS.

620. 4110rENOYI AAEPTlOY


M1'\lTO'TI! AV'l1'I'IcnJ aE Tb ",1'\ aE TV)(EJv TI~, aMa
Ttpmo lTCiaIV 6",(;)s, otal SISwal 6E6s'
Kai yap &ev",1'\a~ 6 a~ nEplavS~ arrta~Tl,
OVI/EKEV OÜK lT\I)(.v lTP1'\~~, i\~ IeU.Ev.
Diog. L. 1,97: Suid .•. nlpIQY~: Laur. 32,16 (am. lit. et Y. 3-4). - ,. oIen ex
oIOl71 Laur. J mrioßn P 4 ftvxo Diog. -Xl Said·1I fIs Diag. Suid. iI" pI /I.. 1:.
An'bologia Graaoa VII 363

Singer Linos
Linos von Theben, den Toten, den Sohn der herrlich umkränzten
Muse Urania, nahm gütig die Erde hier auf.

Singer Orpheus
Musen begruben hier Orpheua, den Thraker mit goldener Leier,
den der waltende Zeua traf mit dem Flammengeaohoß.
A7I01Iym

Kleobulos, der Weise


Daß KleobulOB, der Weise, hinweg nun gegangen, betrauert
Lindos, die Heimat, die stets stolz auf die Meerflut geblickt.
A7I01Iym

Periandros, der Weise


Der über Reichtum und Weisheit gebot, Peria.ndroa, ihn halt hier
seine Heimat Korinth nahe am Meere im Sohoß.
Anonym

Ein gleiches
GrAme dich nie über etwas, was nicht sich erfüllte, doch freu dich
über jedes Geschenk, das dir die Gottheit gewahrt.
Auch Periandros, der Weise, sohied einst im Kleinmut von hinnen,
da sioh ihm nioht der Erfolg, den er erhoffte, erfüllt.
364 Anthologi& Or&ec& VII

621. A~EInOTON

'Ev6Cc5' tyW Ie>qIOKATis CJTVYEPOII 5611011 -Ai50s CaßTlII


KCcIlIlOPOS. et5cm Iap5~Cj) aEAIIIOIO yeACcaKwII.
wS IlEII ty~II, hepol 5' &AAws, 1TCcVTES 5e TE 1TCcVTWS.
I: Eis Ioqlo.v.to, oV TOv TO$ Tpay<t>Slas ypdojlCXVTO, a ........6 Tilla 6 ........011. PI: EiS TOll
MOli [poot VII 21]. - PI IIIb 22,11 f.96". - I foll'lll P flMolI PI :2 Eist TI PI
3 ws 11. tycll P.

622. ANTICIIIIIOY BYZANTIOY


B6pxos 6 ßOV1ToIIlTlII eh' rnl YAVKV KTlploII eIpmll
alyIA11Ta axolllCj) lriTpoII rnepx61lElloS,
ei1TETO 01 aKVAaKWII TIS 6 Kai ßoalll, ös cpaye ;\e1T'TTi1l
axOtllOII CcIlEAKOllellCj) XpalllOIlEIITlII IlEAITI·
KCc1T1TEaE 5' EiS 'Al5ao· TC 5' CtTpvy~s Ccll5pCcalll aAAOIS
KEillO IlEAI 'lNXTis c:)111011 ElpvaaTo.
PI I b 38,1 f.S5". -Tit.: gent. om. PI I Kopxosetflpmv pi S mpVTES Pi.

623. AIMIIIIANOY
°EAKE, TCcAall, 1Tapa IlTlTPOs ÖII oVKtn llaaTOII &IliA~EIS,
IAKVaOll \laTcl-nOll IIö:lla KaTacp61IlEI/TlS·
1\5Tl yap ~lcpeEa(T\ A11T01TllOOS· aAAa TeX IlTlTPOS
cplATpa Kai EIl/ 'AI5lJ 1Ta150KOllEil/ lllaeEII.
PI III B 11,38 f. 36 r. - I lIal;;oll PI 1/ avt;>..~- P 1 UaTaaTlOII P 3 -1\VVOS P 4 Kol
ElII PI K' fllI Eis [Eis punotis del.] P /I 1ro16oToKEIII P.

624. ~IO~.nPOY

°EPPOIS, '101/1010 1TOAV1TTOITlTE 6CcAaaaa,


"TlATJS 'AI5EW 1Top61lE KEAalIlOTCeTOv,
1\ T6aaovs KaTE5E~0. TIS äll TECc, KCcIlIlOPE, M~al
atavAa 5vaTi)IIwII alaall 6m~ollEllos;
Alyea Kai I\aßewlla aVII ~KVllopOlalll hai polS
"Tli TE aVII 1TCcalJ ßpv~as &AI p061lJ.
PI IIIb 19,9 f.93". -I II'lMII'IS ex "'l ....i\S PI 3 fI TaUs ooVs P 5Alyia Huet6;;>..YEa
11 . . optc.>ll 0 0011 P ..... 60011 PI em. Brunck 6 6;;>..lpp08l'l pi -11) c em. Jones (cf. IX
267,6).
AnLholollia Gralloa VII

Im sardonisohen Laohen
Sophokles war ioh; hier eilte ioh Armer mi~ Lachen zum finstern
}laU118 des Hades; ich hatte sardinischen Eppich gegeuen.
So Bwb ich, ein andrer wohl anders, doch jedenfalls jedl'tr.
Anonym

Borchos der Honigdieb


Während Borchos, der Hirt, zu süßen Waben hinabstieg
und dann am schroffen Gestein hoch mit dem Seile sich zog,
war ihm der Hund seiner Herde gefolgt und fraß ihm das dünne,
honigbefeuchtete Seil, als er nach oben klomm, durch.
Nieder stürzt' er zum HadOll: Wohl nahm er den Honig, der andern
Menschen versagt war, dooh gab gleich er sein Leben dafür.
Antiplailo.t _ B1J1iGflz

Die sterbende Mutter


Saug nur am BUII8n der Mutter; er gibt dir nicht fürder zu trinken;
saug nur die letzte Milch, Armes, der Sterbenden ~eg.
Unter den Streichen der Sohwerter entflieht ihr der Geist sehon; und
Mutterliebe ernährt auoh noch im Hades ihr Kind. [dennooh,
ÄmiliGnu

Schiffbrüohig
Fluch über dioh, du Flut des furchtbaren Joniaohen Meeres,
die du zu Acherons Nacht grausam danieder uns ziehst
und schon so viele verschlungen. Wer nennte uns all deine Frevel,
Elendes, wenn er das Los trauriger Schiffer bedenkt?
Aigeus und Labeon rissest du samt den Gefährten und ihrem
ganzen Schiffe zu früh nlln in die tosende See.
Aalhologi& Gr&eo& VII

825. ANTJnATPOY [l:1l.ANIOYl


EIS6Ta 1<1'\lf' "AT;\almX "nIlETII lfOPOII d50Ta KpTtTTlS
KV\laTa Kai nOVTOV II<XVTI;\I,," Mi;\avos,
Kcx).;\lytvevs ~IO&e.>POII 'O;\VII61011 la61 6allOVTa
b ;\1!Jilll lfP~P"S IlliK-nPOII äcxvllEVOII,
&cnTbs Mt TO mplaaoll 6T' f!IJHII. a lfOaOll ü&c.>p
WMcre TOll TOaa't> KEKpI!JiVOII mMytl.
S ..., JIUI. tml.

828. Al.EInOTON
'Eaxanal AI~Vc.>II NaaCXlJ(o)III~, OVQ-TI &"pe;;11
ceVWIII "'mipov v(;mx ~PVvOlJEval
1ixos iP11I!CXfCXIalll Im lfTIipEO& MOVTe.>II
6>pvyats \fICI\la60VS 6)(PIS Iilftp NO\la5e.>II,
epO;\Oll Iml ""'pI6\l0" .11 IX \IOlfi5alaw aypevetll
Is \lIall aIX\l"TaTS KaTaap ce"ICEII 6 lfaT~·
al 51 lfplll aypaV;\e.>II 1yKo1Ta5es <iKp6>pElal
&"pe;;11 vüv 1iv5pe;;11 dal ~;\aoial.
S i\xos 0 -0, pi 11 hn1l"T1iplo& 0 hrrIMmreI pi eID. De.r. I 6vlptlGpoy P om. Salm.

827. l.IOl.APOY
'H\llru" 6Cü.~11 "n Kat IyyV6I lIV\leplKCl ~pa.
KOÜpE, ;\1lf6>11 O;\01ill OIIlOII 'P11S 'AI&ov·
9VvIOll 'AaTaKl,," 5i \l(V.' f!KaXES, '" aE \lO:;\laTa
olKTpa Tbll I'Iß"Ti\II K6>I<VEII ",16EOII
'llflfCXPXOV K;\alovaa KaKOII \lOPOII, dKOal lfolas
\lOWOII Ami PIOTOV lfMaao Kai lflavpas.
PI 111 b 20.'; r.9D r. - 3 ewlllOV PI I ul oO\·j ep. ioit.ium not. I. neg. c I hr1~")' P.
Anthologia Graeoa VII 367

Im Hafen ertrunken
Der im Atlantischen Meer zu steuern verstand, der des Schwarzen
Meeres Bahnen gekannt wie auch um Kreta die Flut,
er, Diodor von Olynthos, der Sohn des KaUigenes, wisse,
starb nun im Hafen. Er fiel nachts von dem Buge hinab,
"Is cr sich dort von der Fülle des Mahles entleerte. - Wie wenig
W&Il8er, &eh, tötete ihn, den 80 viel Meere erprobt!

Vernichtung der Löwen


Nasamonische Lande im femen Libyen, euch plagen
nicht mehr des wilden Getiers SchwArme auf bergigen Höhn,
und ihr fürchtet fortan bis über die Wüste Numidiens
nicht mehr der Löwen Gebrüll, das in der Öde ersoholl.
Denn ihr zahlloses Volk hat Cä.aa.r, der junge, in Fallen
eingefangen und drauf vor seine Fechter gebracht.
Doch auf den Gipfeln, wo einst die wilden Tiere im Freien
hausten, da hütet der Mensch jetzt auf der Weide das Rind.

Anonym

Bräutigam Hipparohos
Jüngling, du ließest die Kammer, halb fertig schon, ließest das nahe
br&utliche Lager und gingst traurig zum Hades den Weg.
Thynion brachtest du Leid, dem Mädchen von Astakos; jammernd
schrie sie vor wildem Weh um ihren jungen Genoss
und beweinte Hipparcha unglückliches Schicksal; zwei Dutzend
Sommer hattest du erst in deinem Leben erfüllt.
DiotloJ'Oll (Zorua.t')
368 Antbologia Graeca VII

628. KPINArOPOY

'Hp"f)aaIlTO Kai clAAal tOll 'TI'apos oVlloJ,la lliiaol


äKAEES. ~S S· a"Spc;,II ~AeOll OJ,lCAlIIVJ,lITlII'
KATl6e1TlTE Kai VJ,lJ,lES 'EPCAlTISES' ov IIeJ,lEa(s TOI
'O~elaIS TaVTTJII KAiialll äJ,IElljlaJ,lEllaIS.
'TI'alSI yap. 611 TÜJ,I~'" ~ITlS Ü'TI'E6f)KaTO ~c,;,AOV.
oVlloJ,la Kai J,lOPCPtlll aVTOs @SCAlKEII "EpCAlS.
c;:, X6c:,11 aTlJ,laT6eaaa Kai fI 'TI'apa 61111 6aAaaaa.
'TI'alSI aV J,llII KOVCPTl KEYao. aV S· f1avxITl.
PI lIla 20,12 f.38 v. - 3 O~~ Stepb. ~- 4 6l;EI pI I~EI c PI [Iao. inter I~EI etTa\rr.
rel.] em. Guyet 5 Ü1TE6I')KaTO Heoker -TE 7 ut novi ep. initium not. I, refut. eil
X6wII Lase. X&OII.

629. ANTInATPOY

~H x6aJ,laAtlll IhdSvs 0 TOOOS KOIIIII; EIs aE TIS ä6pc;,II.


l:c,;,KpaTES. 'EAA';IICAlII J,lEJ,lljIETal clKplalTlII'
IIT)AEeS. 01 TOll äPICJTOII ä'T!'c,;,Aeaall. ovSllll alSoY
S6\I'TEs. TOIOVTOI 'TI'OAAclKl KEKpomSal.
PI IIIa 26,1 f.42r. - I f\ PI fl pI i\ e 11 \nrtSu plI/ EI ae TIS P 3I1Tl>'{es pI PI-EIS I
-eels c 11 oust ~II 61Sou P -w w ~5- PI em. Brunck 4 TOIOÜTOI PI 01 Toaaoii- P.

630. ANTI<I>IAOY BYZANTIOY

"HSTl 'TI'ov'TI'CcTPTlS 'TI'EAaaas CJXESOll .. AVPIOII". d'Tl'OIl •


..f1 J,laKPtl KaT' 'J,l00 Sva'Tl'AotTl KO'Tl'aCJEI."
OV'TI'CAl XEiAOS ~IoIVCJE, Kai ~ 11 laos" A'iSI 'TI'611T0s.
Kai J,IE KaTflPVXElI KEYlIO TO KOOCPOII f'Tl'OS.
'TI'allTa Myoll 'TI'EcpVAa~o TOll aOPIOII' ovSl Ta J,lIKpa
M6e1 Ttlll YAc,;,aC7TlS ällTl'TI'aAOII NEJ,lEalll.
PIlIla 19,« f.3P'; Laur.32,I6.-Tit.:gent.om.PI :e Sucnr>.otTlII P 4 -hpuxIP.
I >'lj6Tl T. y>'WTTTlS Laur.
Anlhologia Graeoa \"11 369

Kind Eros
Andere Inseln sohon legten den früheren ruhmlosen Namen
ab und haben dafür neu sich nach Minnern benannt.
Darum mögt denn auch ihr Erotides heißen. Wer schilt es,
wenn ihr, Oxeien, euch nun diese Benennung erwählt?
Denn dem Kinde, das Diäs mit Schollen von Erde hier deckte,
hatte ja Eros höchstselbst Namen und Schönheit geschenkt.
Du aber, Erde des Grabes, und Meer du hier am Gestade:
Sei du dem Kinde nun leicht, sei du ihm ruhig im Grab.

Kri1UJ9Orcu

Sokratea
Welch ein niedriger Hügel verbirgt dioh Großen! Der Griechen
Blindheit tadelt man stets, Sokrates, denkt man an dich.
Grausame, die ihren Besten ermordeten, ohne ein SpUrohen
Scham zu zeigen. So war oft es, des Kekrops Geschlecht.

Ertrunken
Als ich bereits dem Gestade der Heimat mioh nahte, da rief ich:
.. Morgen vollend ich gewiß diese beschwerliche Fahrt."
Kaum aber sohloß ich den Mund, da glich schon die Meerflut dem
Ach, das flüchtige Wort stürzte mioh jäh in den Tod. [Hades.
Darum sprioh niemals von "morgen"! Sei klug! Die Feindin der Zunge,
Nemesis, hört's und vergißt nicht das geringste Veraehn.
A7IlipAüN _ Bymm
370 Anthologia Grae"a \'11

031. AnO'u\nNltoOY
-Hv ~Mv.ilTOV (J)ol~illov <~6v') TKTla6E,
).~~an 610ybil 1Iiv611l011 äyyU.ITlII,
1Tais 6TI 01 lIavflYOs liTTo X6oll1 KEU&Tal "AIISpov
6lcpl).oS Alyalov KOlla 1TIWII m).QyEus.
PI lila 19.46 f. 37'". - I 11" P 11 ~611· Stadtm. om. P 6p1lO" PI S 01 PI 01 1mb
(VnO punotis del.] P 4 mA~CM PI.

832. tolOtonpOY
IO.I~ l~ 6).IYTlS 6).lyoll ß~~ 111 61oScllpov
Kamn<nll. IK S' ICrrTl KaiPIOII aa-rpaya).oll
SI"Tl6e\S 1TpoKapTlIlO5· Iml S' ISe 6eToII ällaKTa
allT61J&\IOII, 1TCX\SIXis a\rrIK' mIlli! xipas.
allci aU "Tl1TlaxOV S~. K6111. llil1TOTe ßpl&1V
6aTtcx. TOÜ SlETcM cpElSoIli"Tl K~.
Pllllb 8.2 f.ltlv. - S 11' PI om. P.

833. KPINArOPOY
Kai CXIiT+t f'lX).V<n1l 6:Kptompos allTt).).ovaa
MillITl 1Ttv6os tOll lIVKTl Ka).Ulflalli"Tl.
oVlII!I<a T1'III xapleaaav 6~WIlOII elSe IIM"TlII
arrvouv ilS 'OfIpOlI Svolli"TlII •AISTlII.
KEIVIJ ycip Kai KallOS loV KOIIMacrTO cpc..n0s
KaI 66:vaToII ICIiIIlTl5 11i~ tij) KWcpEi.
15 1II1111J Guyet -1111.

834. ANTIC%lIAOY BYZANTIOY


NEKpoS6KOII tV.1\,.ri'ipa ~1).c..>11 6 1T~aßvs äElpc..>1I
tytV.1S6v. 6cppa ).6:ßo1 IllaeOIl tCPTlIliPIOII.
acp6:).IJaTOS I~ 6MYOl0 mawII 6awll· ~II yap hOlIlOS
EIs •AISTlII. keiMl S' f! 1T0).1f! 1TpOcpaalll·
611 S' 6:).).OIS icp6pE1 \IEKVOOT6).ov. a\rrOs 'cp' CXÜTij)
a~cillTTl 11 6 ylpc..>11 ax6ocpopal1l D.cx&lII.

I:.I~ yjpolITa IIIKpoqo6pov ~CXO""I"6r;ollTa Tb" Kp6:~c:rTOII Kai l~o1Ila96llTa TI9"TlIC6Ta. -


PI lila 10.6 f.33 v • - Tlt.: gont. om. PI :Ii ')'1<>.1l16li Hecker 11180" P Iv808lv PI
S "" P • 1Tp6faat~ P I &v PI T6" P 1/ rncnnw P.
Antbologi& Gr&8C& VII 371

Ein gleiches
Wenn ihr vielJeicht nach Milet zum Strande des Phoib08 gelanget,
sagt dem Diogenes dann dort das betrübende Wort:
Schiffbrüchig wurde sein Sohn, er, DiphiJ08, trank von Ägäis'
Meereswasser und liegt heute auf Andros im Grab.
Apollonidaa

Sklaven kind Korax


Als in dem Haus Diodors ein Knäblein, ein kleines, von kleiner
Treppe stürzte, da brach tödlich ein Wirbel ihm aU8,
während kopfüber es fiel, denn es hatte, sobald es den hohen
Hausherrn bemerkte, nach ihm gleich seine Hä.ndchen gestreckt.
Sei drum nicht schwer dem Gebein des Sklavenkindes. 0 Erde,
schone den Korax. der zwei Jahre erst eben gezählt.
Diodoro8

Selene
Dunkel wurde sogar der Mond. sobald er bei Abends
Einbruch heraufstieg. und barg trauernd im Dämmer sein Leid,
als er erkannte. es war seine Namensschwester, die holde,
schöne Selene. ins Reich finsterer Schatten getaucht.
Und wie er einst ihr den Zauber des eigenen Lichtes gegeben.
teilte er. da sie entschwand, nun auch das Dunkel mit ihr.
Krinagorall

Leichenträger Philon
Eine Bahre für Tote trug Philon, der Alte, gebeugten
Leibes dahin. des Tags Lohn zu verdienen, da glitt
leicht er nur aus, er stürzte und starb. Denn reif für den Hades
war er. und nur einen Grund suchte das bleichende Haar.
Sieh. so schleppte der Alte die Bürde, die andern gegolten,
ohne zu wissen. für sich selber als Totengestell.
Antiphilo8 von Byzanz
372 Aatbologia Graeca \" 11

835. TOY AYTOY


Naiiv 'lepowlS1lS laxev cnin'Tlpov, 610161rMluv
'riIv CXÜT1'\v ~c.t)fis Kai 6avCrrov aVvo50v,
'II'Ia'riIv lXev~ÄEii\M'1 avVEloIlfOPOV' OÖTIS IK&IV1lS
m:mOT' 11fE1fÄc.t)a1:V KÜloIa SIKalonp1l.
'Ylipaos &)(pIS I~ lfOVEVIoIEV1l, elTa 6avO\lTa
bc'liPIa1:V, avvrnÄc.t) S' äxPI Kai 'AI&c.t).
Plib 32,1 r.lI6 r • - Maeail ap. PI S cN T1S bcEtvos P • 4xP's 411S1w P4xP' KaI ds
'AIIIIIV PI om. Jac.

83e. KPINArOPOY
TIollol';v c":) ~, d6E KaT' oOpeos rnpo~v
Kl'\yw lfOl1lPÖV TOÜT' ava ÄEVKOÄoqIOV,
KplolS äyrjTf\po1lfOT' I~Ä"X"loIEva ~a~c.t)v,
i\ 'II'IKP~ ~clc\fIal ,",OXa 1fTJ SclcÄla
&Ä1oI1J. TOlyap (Svv ÜTro~EveIOS' alol.,1 S. TaVT"V
6iva loIE {lo1~6"'aas Evpos l~ploIlaaTO.
S "P.ott Salm. KpIOfs 1l1rOTi pA- P OJD. Reiake 41r11CpfJ Emper. m lII"Pii 'I~­
Jac. ""110,

837. ANTInATPOY
TIvppos 6 I1OVVlptrr}s 6ÄIYIJ vEI ÄrnTa ~v
.,vtda Kat TpIXIV1lS IlCXlviSas bc tca6hov,
1)16Vc.t)v ä1fOTf\ÄI TVlfEls KaTi50vrre ICEpavv4>'
V1liis 6. lfpOs alytaÄoVs CSpalolEV aVTololCrr"
äyyeÄl1lv 6E1ct' Kai Älywi l11lvVovO'a
Kai .,paaal 'ApY~1lv OVK Ilf661la1: Tp6'11'1v.
PlI b 32,2 f.lI6r. - I \AOWOP' Pli ",I Seal. VIII I "aetnts P • ,pa("!1 Jac. -tnV 11
oW Jac. 11M P 6' oW PI.
Anthololli& Oraec& VII 373

Fisoher Hierokleides
Hierokleides hatte ein Schiff. Das trug ihn durchs Leben,
ward mit. ihm iiJter und fuhr auch in den Tod noch mit ihm
als ein trauer Gefährte beim Fangen der Fisohe. Nooh niemals
strioh ein redlicher Schiff über die Wellen als dies.
Bis zum Alter ernährte es ihn durch Arbeit, zu Grabe
bracht. es den Toten und fuhr schließlich zum Hades mit. ihm.

Schiffbrüchig
Glücklicher Hirte, 0 Ut.te auch ich im Gebirge. im Gra.se
dieses schimmernden Hangs, immer die Schafe bewa.oht,
hätte mit blökenden Widdern, den Leitern der Herde, geplaudert,
statt in das bittere Meer Steuer des Schiffes getauoht.
Darum sank ich dahin in die Tiefe des W&88ers, dann spülte
mioh der brausende Ost hier am Gestade ans Land.

Fischer Pyrrhos
Einsam im kleinen Kahne fuhr Pyrrhos; mit hirener Angel
fischte er Mainen sowie achmi.chtige Aschen a.m Grund.
Weit vom Strande entfernt traf plötzlich der Blitz ihn: er stürzte;
leer ans Gestade zurück eilte von selber der Kahn
und erzAhlte den Vorfall durch Qualm und Sohwefel und brauchte,
um es zu sagen, gewiß nioht von der Argo den Kiel.
Antipalr08 von Thusalonike
374 Anthologi& Graee" VII

638. KPINArOPOY
TIalSooll äAAax6~1IT1 1l0P'I' frn TOVT' AAeelllli
Ilr,TTJP c!II.1CPonpovs ehre lTEPIC1)(O~IITI'
"Kai lIeKVII oli aeo, TEKIIOII, hr' i\llaTl Tc';)Se yoiJaelll
i\AlTIaa Kai ~c..>Ols oli a~ \lETEaaollEllolI
c5'1'ea6al' vVII S' 01 ~II ~ v~as t'!llElcp6Tjaall
SalllollES, &yeVCTTOII S' tKETO TT~v60s Allo!."
I: Eis ywaiKa 5110 Too.a Ixovaav, ~v T6 Iv fta8tvel, T6 5' rnpov VyI!S i'jv' TOV Iliv
oöv aa6evoiivTos iYEp6tVTOS 6 uyn'ls TiOvl1Kev. - 1 Im Roisko im 4 ou 0" oUs P.

6:19. ANTInATPOY
TIäaa 6cu..aaaa 6cu..aaaa. TI KVKAaSdS 1\ C1TEIIOII ·E~~Tj)
KVlla Kai 'O~elas T]Aea IlEllcpollE6a;
CXAAOO, TOVIIOIl' (xovalll. AlTEl TI Ile, TOll TTPOCPVYOIITet
KEilla, ~KapcpaleVS allcpeKaAVlf/e AllliJII;
1I0CTTIIlOII eVTTAotTjIl apc';)TO TI,' c:" Ta ye TTOIITOV
TTOIITOS, 6 TVIlßev6els olSell 'APICTTayOPTj"
1'1111"19,46 f.37 v • -I KVKlIa50s P.

640. TOY AYTOY


'PIYTjA,; lIa\rral, 'Eplcpooll SvalS, äXAa TIVpGl>lI1
TTOVAV yaATJllalTJ Xe1llaTOS ix6poTepTJ'
vi'ja yap atrÄot1J 1TE1TESTJ~VOV Icp6aae lIa\rralS
ÄTjleTTEOOII TaxIV'; SIKpoTOS AaaV\lellTJ,
xeilla Se 11111 TTpocpvy611Ta YaATJval'l' w' 6M6p~
EKTaVOII' 0: AVYpi'iS SeIÄ~ KaxOPlllalTJS.
I1TOVi\u Dorville -i\ijs 'cXi\11Ti\611 P em. Salm. 1/=511IJWOV Don. -111111 4 faaV!l'
Sl1Im. taaol'- • fKTaYOv J&O. -vw.
Anthologia Graeca VII 375

Austausch der Lose


Jammernd über die Kinder, die jäh ihre Lose gewechselt,
sprach eine Mutter das Wort, während sie beide umsohlang:
"Ach, nicht hab ich geglaubt, dich müßte ich heute als Toten,
Kind, beklagen, und dich dürfte ich heute noch hier
unter den Lebenden sehn. Nun haben die Götter wohl euer
Schicksal vertauscht, doch mir nahte gewißlich das Leid."

K rinagorcu

Im Hafen ertrunken
Meer bleibt überall Meer. Was klagen wir töricht Kykladen,
Helle's enges Gewog und die Oxeien nur an?
Fälschlich heißen sie so. Warum sonst verschlang mich, der jenen
Breiten ich glücklich entrann, hier in Skarphaia der Port?
Bete ein jeder um Fahrt, die wieder nach Hause ihn bringe!
See bleibt See; im Grab ist's Aristagoras kund.

Antipatr08 von Theaaalonike

Tod duroh Piraten


Schaudernd erleben die Schiffer das Sinken der Böckohen, doch Pyron
wurde die ruhige See schlimmer denn Sturm auf dem Meer.
Als eine Flaute ihn bannte, da sohoß eine Räuberdiere
rudergetrieben im Flug an seinen Segler heran:
Ihn, der dem Sturme entfiohn, ersohlug man b~i heiterem Meere.
Ärmster, dir brachte, in See ruhig zu ankern, den Tod.

Antipatr08 von Theaaalonike


3;8 Antholo,ia Graeea VII

NI. ANTICIIIAOY
Ii'jJlCX 5v~CI1OIPOII äq>Eyyios fle'-lolo,
TOO'UcXKlS äy~WaUct> cptlEyy61lEIIOII OT6JlCXT1,
eVT' &11 S~IßO~IIOIO 'TI'oTI anlltlll li6CXTOS a,;p
aü~oll ä'T\'OaTEl~1J r.llEÜJ,la 61(&)~VyI0Il,
6i'jKEII •A6fl\lCl1os 6flJ.lct> XCPIII. Ws &11 bap)'lis
d'1 Kflll cp6ol/EpalS flD.los IlEcpD.aIS.
e: r;t'rnl Til11 "TOÜ hnyflÖllllGTOS l1iii01(111, &n 6VaAIJII'TOS. - PI IV b 21, I l. UM) Y. - Tit.
om. PI I TOCra· Jac. Tplcnr· 11 ~ P • kflll P.

8'2. AnOAAnNläOY
Ivpov KaI A1'I~010 .u..v6(&)11 ~uos via MellolT1111
0'\111 cp6PTct> IaJ,llov Kp\IIfiE Alacpavros
Eis 6cn01l a'TI'Ev50I/Ta 'TI'~60v TCxOS' mä 6Q).aaaa
IxSPl'! Kai IIOVact> 'TI'CXTpOs hrEIYO~IIOIS.
I: ds MIIIOI"'lII, TÖ\I ~IO\I lICMlybv ulbv ä~. - I Ivpou Reiake .~ 11
ä"'AOIO es &IA· P I kfM+il P.

N3. KPINArOPOY
'YJ,lvl6a -nlll EMIISpov ipäUJ,lIOII allll c!evpJlCX
OIKOYEWs KOVP'111 aIJ,IV~OIl elvahlll,
f\p'TI'aaas. er, 6:UIOT' •AIS'1. TI 'TI'p6wPO" icplEls
J,IOIpall Ti) 'TI'CIIT(&)S uEl6 'T\'OT' iaao~1I1J ;
I: als tfcn6lCßC1'111 'Y1I1Il6a, Til11 tfalcrrPla\I, TiI" Eü6:v6pou. - PllIIb 11.10 f.911 Y • -
I olllCdTlll P twa. PI em. Salm. a aAAlcrr' pi 6).lcrr' 0 6).A'lcrr' PI 4 Til11 ••.
lcrcro"'MlII P PI em. Dorv./1 crol tr68' P.

N4. BIANOPOI rPAMMATIKOY


"YOTa'TOII i6p1'l"'1aE TOll WtaIJ,\opoIl lO.EaplUTTJ
mö5a Kai äJ.Icpl TCCjIct> mKpOII mauen ~Ioll'
KWKVaaaa yap 6aaoll 1xCv6aI/E J,I'1TpOs älll'1,
o\1Kh' imOT~1 'TI'1/EVJ,1aTOS Caxe T6I1OUS.
6fI~VTEpal, TI TOUOVrOIl lJ,IETp1'luaa6E T~alllal
Spi'jIlOIl, tllCX tV.aüaflT' äxPI KaI 'AISe(&);
PI lila 11,311 1.34 Y.
Antbologia Graeoa VII 377

Die Wasseruhr
Zwölfmal ist es geteilt, dies Sinnbild verschwundener Sonne,
ebensooftmal am Tag spricht's ohne Zunge zu uns,
wenn sich die Luft, vom Wasser gepreßt an die feine Kanüle,
mit einem gellenden Pfiff weithin erschallend entlädt.
Gab's Athenaios der Stadt, er wollte, daß, wenn auch die Wolke
neidisch den Himmel verhängt, strahlend die Sonne ihr scheint.
Antiphilos

Der schiffbrüchige Menoites


Zwischen Syros und Delos verschlang die Flut den Menoites,
des Diaphanes Sohn, samt dem befrachteten Schiff,
da ihn die Liebe zur Eile gedrängt: Selbst dem, der den kranken
Vater zu sehen begehrt, will es nicht hold sein, das Meer.

Kind Hymnis
Hymnis, die Tochter Euanders, im Hause geboren, dies ewig
reizende Spielzeug von neun Jahren, dies schmeiQhelnde Kind,
grausamer Hades, du hast es geraubt. Warum hast du so früh ihr
dieses Schicksal gesandt? War sie nicht doch einmal dein?

Krinagoras

Mutter Kleariste
Einmal beweinte sie noch den frühverstorbenen Knaben,
dann bei dem Kinde a.m Grab schloß Kleariste das Weh
ihres Lebens. Denn schreiend, wie Mutterverzweiflung nur konnte,
bracht sie den strömenden Hauch nicht mehr im Wechsel zurück. -
Frauen, ihr zarten, warum bemeßt ihr im Leide die Klage
derart, daß ihr sogar bis in den Hades euch weint?
Grammatiker Bia1Wr
378 Antbologia Graoea ,'n
645. KPINArOPOY
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646. ANYTHI MEAOnOIOY


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1'1 IIIb 25,7 f.96 v• - Tit.: 11E7I. om. PI I Sit om. P "KVCMOV Jae. ·os·

6.. 7. [IIMnNI60Y, 01 ~j IIMIOY


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648. AEnNI6A TAPANTINOY


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EI Kai IlIV 5aKIIOI SvaßIOTOS lTEIIITl'
Anthologi& Gr&80& VII 379

Philosoph Philostratos
Armes Opfer des Reichtums! Wo ist, Philostrat, nun das Szepter,
wo die Fülle der Gunst, die du bei Fürsten gehabt
und daran du beständig dein Leben geknüpft - ein Berühmter,
sei's am Ufer des Nil, sei's im judaiischen Land?
Fremde verteilten einander die Früchte deiner Bemühung,
und in Ostrakinas Sand bettet man einst deinen Leib.
Krinagoras

Das Kind
Dies sprach Erato noch, den geliebten Vater umarmend,
als das Letzte, und hell strömten die Tränen hervor:
"Vater, nun bin ich nicht mehr. Schon dunkelt's, schon deckt mir das
Auge der düstere Tod, der mich dem Leben entführt." [blaue
Lyrilcerin Angle

Ein gleiches
Dies war das Letzte, was Gorgo zur lieben Mutter voll Tränen
sagte, indes mit dem Arm sie ihren Nacken umschlang:
"Bleibe beim Vater! Gebier zu besserem Lose ein andres
Mädchen, das Stütze dir ist, wenn dir die Schlä.fe ergraut."

[Simonides oder] 8i1nias

Der Hagestolz
Als Aristokrates nun, der edle, zum Acheron fortfuhr,
hob er die Hand an das bald sinkende Haupt und begann:
"Jeder denke an Kinder und nehme ein Weib sich zur Gattin,
ob auch Armut im Haus traurig sein Leben bedrückt.
3S0 Anthologia Graeca VII

~c.Jf} 11
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PI nl a 1.15 f.30 v . - .. 5ua~loO'TOS Q 11 cnv1lf)a- at 15109(0) P 6 /iv Caaaub. cN
, novum ap ..design. I .8 a.vep(o)w· ßrunck /iv-li ä1l1a~p. P.

649. ANYTHI MEAOnOIOY


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PI Illb 20.8 f.96 r . - Tit. om. PI :& fm lIapllaplvav PI 3 fxouaav PI.

650 [<MAKKOY i\l Cl>AAAIKOY


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ei TI TOI 1'\Sv lJaKPi'is mlpaT' ISeill ßIOTi;S·
TtmlpCjl YO:P flleaTI lJaKPOs ßIOS' e111 aAl S' ov 1Tc.JS
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PI IIIIl 19,47 f.3Sr ö Laur. 32,16. - Tit.: CI><X1dAAou PI om. Laur. • 6aMena PlI!
fm~ET' P Z i\5u 'Iri1IEl 1l00cpav 15. ~lcm'lV Laur. 3 wt.>S Laur. wt.>S ex wCX5
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650b. IIMnNI.t.OY
TovaS' &1T6 TvpP'llloolI &Kp061111a <IlolßCjl &yOllTas
III 1TEAayOS, IJla lIaVS, EIs TO:cpOS meplaell.
Cf. ad \"11 270, - I äKp06f)vla p,
An~bololla Oraaoa VII 381

Halt verleih er dem Daaein; ein haltloses Haus ist ein übler
Anblick. Aber ein Herd, sicheren Säulen vertraut,
ist ein Segen dem Mann; im reichlich geschütteten Vorrat
kann er dann stehn und vergnügt schaun in die flackernde Glut." -
Aoh, Aristokrates wußte, was gut war, aber er haßte
doch in der Seele der Fraun üble Gesinnung, mein Frennd.
Lumidtu 17071 T/JreJtt

Braut Thersis
Statt dir das bräutliche Bett und die heilige Hochzeit zu rüsten,
ließ deine Mutter dir hier über dem Marmor des Grabs
eine Statue setzen von deiner Größe und Schönheit,
Thenis. Auch noch im Tod könnte man sprechen mit dir.
Lgrilurin A nyle

Das Leben zur See


Flieh das Wirken zur See und führe mit Rindern den Pfiugsterz,
wünschst du des Lebens Ziel weit in der Feme zu sehn.
Heimisch ist langes Leben zu Land nur; doch schwer ist's, bei Men·
auf dem Meere ein Haupt silbern von Locken zu sehn. [schen
[Statiliua FltJuua oder] P1IIJlailwl

Gescheitert
Diese, die Phoiboa den Zehnten der Beute Etruriens braohten,
hält nun ein Meer, ein Schiff und eine Grube im Schoß.
Simonidu
382 Aotholollia Oraeoa VII

Glil. EYClOPlnNOI

0Vx 6 TPllXUs v.moo; rn' 6aTia ICdllCl KClAIilrrEI


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c:,ytcc:,B1lv flpvarr(o)v &1'fI&a1V Iv ~oTallaIS.
I V.alOS Melnoke aa).l&aTos 4 ~1\cnl P' om. I I kI\II~ Reiako 1Cll,",.

862. I\EnNIAA TAPANTINOY


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1T'-C:>OVT' oU 1To""il 11111 TEMvTCIyOf'1'lIl
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TI!J&PllS &l KEllc!l\I -mevov KE.u.avl'ivov &8pG)1I
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·PlllI b 19,14 f.94r. - Tit.: lI"0t. 010. PI I IIx!\lcrcra PIICCI)( ••• ucrcra P' avaxl
IOpra x ...• ocripa. I 11 0ÜT6) PI I TWvr- PI I 1\ om. P 11 Ix&u.6Po... Pli
).apI&crcn PI ., 1CIVIÖY P 8 TWvr- PI.

653. nArKPATOYI
·WMaEII Alyalov &Ia KVlJaTOS äyPloo; ap8eIS
AI'fI 'EmllpEl&T}V 'Yaal &vol'iva\S
MOli Iil aVv 11111 Kai all&paalll' ci> TO&a aiillCX
&atcPWQS KEVEOV 1TCXI&11Tcm;p IKaIJEV.
I: dt YaUTlyOv 'Em'lpeIS'lv, uIOv Tll1lw&pou. - Pllllb 19,17 r.94 r . - Tit.: ncryxpcrriou
PI t vl6cn P I cNn\ 01 P aoiri\ 01 PI "m. Meln..ke 4 bpücrat: an TIIIQII6pos'
Anthologia Gr .. eca VII 383

Ein gleiches
:\icht der Ölbaum, der wilde, bedeekt hier die sterblichen Reste,
nicht dieser Felsen, aus dem dunkel die Inschrift noch spricht.
Nein, wo Doliche liegt und Drakanons Gipfel sich heben,
spült das Ikarische Meer über die Kiesel sie hin.
Nicht Polymedes hab ich zu Gast hier, ich bin nur ein Hügel,
den man in Dryoperlands durstiger Steppe gehäuft.
Euphorion

Ein gleiches
Brausende See, was hat Teleutagoras, Sohn des Timares,
der mit dem kleinen Schiff über dich hinfuhr, getan,
daß du in wütendem Sturm mit verschlingender Welle ihn trafest
und ihn mitsa.mt seiner Fracht jä.h in die Tiefe gestürztT
Fischefressende Möwen und Eisvögel haben gewißlich
an dem weiten Gestad um den Entseelten geklagt.
Doch Timares betrachtet den leeren, umjammerten Hügel
sein.es Kindes und weint um Teleutagoras' Tod.

Leonidaa von Tarent

Ein gleiches
Als die Hyaden sich senkten, stand wild der Südwest auf und brachte
Epiiireides den Tod tief im Ägä.ischen Meer,
ihm mitsamt seinem Schiff und mitsamt seinen Männem. Nun stellte
dies Kenotaph seinem Sohn weinend der Vater hier auf.
Panlcrate8
384 Anthologia Graeea YII

654. AEnNI6A TAPANTINOY


Alel 7I.TlIC'Tal Kai ä7l.Icp66pOI ov5t 51Kalol
KpijTes. Tis KPTlTWV ol5e 5lKaloavvTlv;
WS Kai ~~ lT7I.wovTa rrVv OVK EvmOVI cp6pT'l'
KpTlTalEis ci>aav TIIl671.VTOV KaS' äMs
5e!7I.alov. KiJyw ~V ä71.1~wOIS 7I.apl5Eaal
!dKAavl-\al, TVIlß'l' 5' oVX VlTO TIIl671.VTOS.
PI III b 19,18 r.94r. - Tit.: gent. om. PI "KaO' aMS PI K. aiSove Kaea 5' cu PI.

655. TOY A YTOY


'APKEI 1101 yalTlS IlIKP1'! K6vIS' 1'\ 5~ lTEplalTli
ä7I.7I.ov bn671.IßoI lT7I.ovala KEK7I.I~VOV
C1T1')7I.Tl, TO aKATlPOV VEKPWV ßapos. er llE 6av6VTa
yvwaoVT', 'A7I.KO:v5p'l' TOUTO TI Ka71.71.ITEAeVS;
PI IIIb 5,11 f. 91 v. - :e lClAAll'ivoV eX -"'l PI :s novum ep. (6553-4 et 656) d~8ign.
111 EI Reioke 01 P 01 PI "yvc:,aove' Pli TOUe' OTI P PI em. Heoker.

656. TOY AYTOY AEnNI60Y


T1'!v 671.IYTlV ßw7I.ov Kai TOUT' 671.lyiJplov, ci>vep,
aijlla lToTicp6ey~al TMllOvoS 'A7I.KIIlEVEVS,
EI KallTäv ~KpV1TTal w' 6~e!Tls lTaAIOVpOV.
Kai ß6:Tov flv lTOT' ~w 5i}los 'A7I.KlI-\EVTlS.
0: Eis 'A~KlIIi"'lV I.ICXX'lTt\V [cf.• : St\,OS]; cf.ad ep. 655,3. - PI lIla 5,36 f.31v. -
:s EI om. P 1/ tdKpV1IT' im' P "Kai: fort. val [cf. IX 653,6].

657. TOY AYTOY AEnNI60Y


nOlllEVES, oi T~V öpeOS PO:x1V olOlTOMiTE
alyas KEVelpovs ~IlßOTEOVTES 61s.
K71.eITay6plJ, lTpOS rijs, 671.IYTlV XaplV, &Ma lTpoaTlvij
TlvolTE XSovlTlS eivEKa <l>epaecp6vTlS.
ß7I.Tlxi}aaIVT' 61ES 1101, ~lT' &~EC'TOIO 5~ lTOIIl1'!v
lTETPTlS avpl ~Ol lTPTlEa ßOC1KOI-\EVaIS'
Antbologia Gracca VII 385

Tod durch Piraten


Kreter sind Räuber von je, Piraten; nie denken sie rechtlich.
Hat man bei Kretern einmal etwas Gerechtes gesehn?
So haben Kreter auch mich, den Timolytos, als ich mit karger
Ladung die Wogen durchfuhr, elend hinuntergestürzt.
Laut nun klagen um mich die Möwen, die Vögel des Meeres,
hier in dem Grabe jedoch schlummert Timolytos nicht.
Leonida8 von Tarent

Der genügsame Alkandros


Gebt mir nur Erde ein wenig! Ein ragender Grabstein, für Tote
eine beschwerliche Last, mag einen anderen Leib
prunkvoll im Tode bedrücken! Was frommt's mir Alkandros, dem
des Kalliteles, denn, wenn man mein Sterben erfährt? [Sohne
Leonidas von Tarent

Gärtner Alkimenes
Grüße das niedrige Mal und den niedrigen Hügel, 0 Wandrer,
drunter Alkimenes nun Ruhe gefunden vom Leid,
grüß ihn, wenn er auch ganz bedeckt ist mit stachligen Dornen;
ich, der Alkimenes, war früher den Dornen ein Feind.
Leonida8 von Tarent

Hirt Kleitagoras
Die ihr den Rücken des Berges so einsam umwandelt, ihr Hirten,
weidenden Ziegen zur Hut, wolligen Schafen gesellt,
seid bei der Erde gebeten und bei der Persephone drunten:
Gebt dem Kleitagoras nun kleine, doch freundliohe Gunst.
Laßt mich der Schafe Geblök vernehmen! Auf zackigem Steinsitz
blase der Hirte sein Lied über die Grasenden hin!
388 Antbolosia Graeea "11

dapl & 1r~ MI!iWVlOII 6v6os ällip~~


XWPIT1'\S CM'E~W ~II llAOII CM'E~ävc,>.
Kai TlS a,..> lIiäpllOIO Kcrraxpal II0lTO y~aKTt
ol~, alAo~yaTo" j.laC7TOII allaax61AEIIOS. Il
KP1l1rtS' VypalllwII rnITVIAßIOII. dal 6a1l611TWII,

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oles PI oles Pli ävac7xw,,- P 11 -j!al01 et XOprros Pi.

658. 9EOKPITOY. 0161 AEnNläOY TAPANTINOY

rlKA>aolACrI, EI Tl WIlEIS aya60TS 1r)JOII i'J Kai 6 &~Os


k CJteEII Waa\rrws 1<7011, 0S011r6p·. lxii •
.. XCrlpflW oVros 6 ~ce, IpElS, ..mi EVpvIlioollTOS
KEITCrI ,",s IEpi'\s KoO~OS vmp KE~i'\s.'·
Tbeoor. Ep. 111 (GaJlavotti). - I-I oum ep. 657. aed 3-4 oum ep. 6119 iun". P
1 vI"IIS 1)1 WIIOIS oet. I IXI1S K.

659. <9EOKPITOY. 016i AEnNläOY TAPANTINOY)

Nitmoll ulöII 1M11I'ES, 111 f1~IKI1J Si Kerl cniT6s.


EVp\I\IEOOII, ~ TOÜ& eavwll hvxes.
aol J,Jtll CSP1l 6ElolCn 1rap' äl/Sp6:al. TÖII Si 1l"OMTCrI
TlIA1lC7EÜ1ITt 1rcrrpös IAIIWIlEIIOI Ws äyaeoo.
Tb~. Ep. 7 (GaII.) [oft ad ep. 8118]. - • W ~IKlqr D tvaAlYKIQ K I EvpV\ll],ov K
S 18pa e. \11"1' a. K • Tll,Iaa- K 11 dtya86s Pi.

MO. AEnNläOY TAPANTlNOY


~illE, l:UPCll(OcJl~
TOI äVJip wS' 1~IETCrI ·Op6WII·
..XElllEplas ~II IAT'lSaIIoa \lUKTOs tOIS'
Kai yap Iyw TOIOOToII Ixw 1A6POII, allTl Si 1rO~i'is
1rcrrplSos 66l1Elall KEWal l~aaäIlEIIOS. ce
Tbeoor. Ep. 9 (GaII.). - Tbooorito trib. K • TIS a. T . •,1"0 K 11 "0v8wv ox
"Op8wv P I X.....ph)s K S wOTlICW a. 8. ~ K • 6ewlwv K.
Anthologia Oraeoa VlI 387

Wonn der Frühling erwacht, dann pflüoke der Landmann der Wiese
Blumen und schmücke mir still mit einem Kranze das Grab.
Pressend hebe ein Hirt das strotzende Euter an einem
lämmergeacgneten Schaf, daß er mit Milch mir den Fuß
meines Males bespritze; denn auch bei Verstorbenen gibt es,
auch bei den Toten noch gibt's Dank für erwiesenen Dienst.

Eurymedon
Wandrer, jetzt werd ich erkennen, ob Gute du höher bewertest
oder ob Böse du auch ebenso ehrest wie sie.
"Hügel. sei mir gegrüßt," so sprich, ..Eurymedon ist es,
dessen heiliges Haupt lind deine Erde bedeckt."
Theokrit oder Lecmidtu von Tarent

Ein gleiohes
Noch ein Kind war dein Sohn, Eurymedon, als du hinweggingst
und dich blühenden Mann hier dieser Hügel umfing.
Thronst du nun selber im Kreis der göttliohen MAnner - dein Söhnlein
ehren die Bürger fortan, für deine Güte ein Dank.
(Theokrit oder Lecmidtu von TIJrent)

Im Rausch und Sturm


Wanderer, höre den Rat des syrakueanischen Orthon:
bist du trunken vom Wein, geh nioht in stürmisoher Nacht.
Denn dies gab mir den Tod. Nun deckt nioht die Erde der reiohen
Heimat mich zu, ein Grab hüllt in der Fremde mich ein.
388 Anthologla Oraooa VII

861. TOY AYTOY AEnNIAOY


EüoeillEOS TO 1lvi'j1JCX' fUI71ylIWlJCt.)II /) C7OIplo-n'lS,
&t1/Ös 6:!r' 64p6cxAllOii tcaI Tb IIÖrIIJCX J,Ja&tll.
EV 11111 ~II haipol hrl ~1"'lS ~tllOII 6\1Ta,
XVIlIlO6hT)S aüTlj) Satllc)\Ilws ,lAOS ~II.
lTQIITCAlII, c:>11 rnEOllCEII, lxII TE6\IEWs /) C7Oflo-n'lS'
I<CXlmp 6t<IK\JS IWII €IX' 6:pa KTlSEIoICWas.
Tbeoor. Ep. 11 (0). - Thl>Oorito trib. K S 18C1\f1C111 I -""" pi lyPCl\flCIII K 4 XUIl"Oo
etTas P Xt.:lllvoGhTls K 11 cnn4'> Heoker -TOls P D -Tfls K 1/ 6alllovlc.lS in marg. Paria.
2721 -lolS P 6A11ICoI\Ic.lS K IIl\v K Wv P I T&)" Pi.

662. AEnNIAOY
'H lTais ti>XET' O:CAlpos b 1~66I1ct' ~S' IlllavTcj>
EIS 'AISTIlI lToAAi'js ItAIKITlS lTponPTI,
SuAalTl, lT06tovC7a TOll ElKOC7QIITllloII QSeA,Oll
II~lTIOII aC7TOpyov yevaallEIIOII eallclcTov.
alaT, Avypa lTa60vaa n'plC7TtpTl, Ws '" holllct'
all6pWlTOIS SalIiCAlII 6i'\ICE Ta 6eIl/OTaTa.
PI lIla 20,14 [v. 1-4] e~ 16 f.38 y [6-6]; Theoor. Ep. 16 (0). - Tbeoerito 'rib. K
I mW.i\at" K 1t'o1.t~ PI S ~I(JCI K I ).uypä 'Ir.: C).atlHlr 'IrCIGoicra K 'äv-
8~ pi 11 )vyp6Tc:rTc:r K.

663. TOY AYTOY AEnNIAOY


'0 IIIKKOs TOS' ITEV~8 TGi 9pataac;t
Mt'lSIIOS TO lll/äll' llTl T~ öSlj) Kt'llTtypcl\flE .. lO.elTas".
l~t Tall Xclcplll a YVlla allT' lKEillCAlII
c:>11 TOll tcC;;POII I6pE1f1&. TI lIall; In XPTlal1JCX TEMvT~.
Tbeoor. Ep. 20 (0). - Tbeocrito 'rib. K I 8pä1nnn 0 I M,",,6- .•• KIlvtyp- K
S 191 Pli,"," x. " ywi\ ävrl ,",""'" K 4 KOOpcw K I1I6fII'!'I TlI!äv P ~. m
11"" K em. 8chifer 11 XPTIolllll KcWtrCII K.
Antbologia Graeca VII 389

Physiognom Eusthcnes
Dies ist Eust,henes' Grab. Ein Lehrer der Physiognomik,
las er geschickt aus dem Aug' einen Charakter heraus.
Freunde bestatteten ihn, den Fremden, auf fremdem Gebiete;
auoh der die Verse hier sohrieb, hat ihn von Herzen geliebt.
Was sich dem Toten gebührte, hat alles der Meister empfangen,
und ob arm auch, er fand sorgende Hande im Tod.

Lwnidas von Tarelll

Die Schwester
Ach, im siebenten Jahr verließ uns dies Mädchen; zu frühe
und den Gespielen voran ging sie zu Hades' Palast.
Trug sie, die Arme, dooh Sehnsucht na.ch ihrem Bruder im Herzen,
der im zwanzigsten Mond bitter das Sterben gesohmeokt.
Welch ein Kummer für dich, Pcrutera! Ach, und wie leicht doch
sendet den Menschen ein Gott Schmerzen und Qualen herab.

Amme Kleita
Wißt, der kleine Medeios hat dies Grabmal
seiner thrakischen Amme gebaut am Weg und beschrieben: KJeita.
So erhält diese Frau den Dank des Knaben
für die treuliche Pflege. Mit Reohtl Sie war nützlich bis ans Ende.

Leonidas von Tarent


390 Anthologi& O.&OC& VII

11M. (IIESlNIAOY)
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Thoocr. Ep. 21 (G). - Tlt. om. P, aed cf. tlt. ap. 665; Theoorito trib. K :I m.T' P
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663. TOY AYTOY IIESlNIAOY


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Salm. -(Mo :I "la Brunok 611Q 11 K. 11' Iv Moll P' "m. c • P.CI)(IV Reiake of5 t hnl
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866. ANTJnATPOY 9EIIAIIONIKESlI


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S ICOI\IOÜS P.
Antbologia Oraeoa VII 391

Arohilochos
Steh hier stille und schau den Archiloch08 an, den alten Singer,
den Jambendichter, dC88Cn Ruhm zehntausendfaoh
zum Morgen- und zum Abendland gedrungen.
Traun, die Musen und Phoib08, der Delier, liebten ihn von Herzen,
80 voller Wohllaut war er und 80 trefflich konnt
er Verse machen und zur Leier singen.

Der sohiffbrüchige Pro machos


Segelst du über das Meer, trau weder dem langen noch tiefen
Schilf; ein einziger Sturm richtet ob jeglichem Kiel.
In einer einzigen Bö starb PromachOl auch mit den Sohilfern,
denn in den gähnenden Sohlund riß sie gemeinsam die See.
Dennooh ward ihm der Gott nicht gänzlich zum Feinde; es wurden
ihm ja im heimischen Land Ehren der Toten und Grab
von befreundeter Hand; denn die rauhen Wogen des Meeres
trugen den Leichnam darauf her an den offenen f;ltrand.

Hero und Leandros


Hier schwamm Leandros hinduroh, und hier ist die Enge des Meeres,
die dem Verliebten den Tod brachte, und ihm nicht allein.
Hil'r ist das Häuschen der Hero, hier liegen die Trümmer des Turmes,
drin die Lampe vordem, eine Verräterin, stand.
Beide bedeckt nun gemeinsam dies Grab, doch zürnen sie heut noch
ihm, der ihnen das Glück einstens mißgönnte, dem Sturm.

Antipalroa 111m ThuMJlonike


39t Anthologia Gr"cca VII

667. AaEIITOTON
TllI"TE 1lcrn,1I yo6<,.)\ITES fllc'j> lTapalllllVeTE TVIl/3'1';
ov6~11 (Xe.> 6pl'jlle.>11 ci~1011 tll cp611lt1l01S.
Aiiye yOe.>1I KallTcxVE. lTOalS. Kal. lTai6es lllEio.
xa1peTE Kai 1l1ll'j1l1111 aci>~ET' •AIlCX~olll11S.
I: Eis •AII~(o)v(So. -n11/ Oaulloa(OI/ yvvoiKo. c: lv TC;; voi!> Tiis ay(as •AvoaToaias
lv 9EaaCÄOI/(K1J. - PI lIla 11.40 f.35 r • - 4 111/"'11(0)1/ PI.

668. AEnNlaOY
006' Ei 1101 yeAOe.>aa K<XTCX<TTOptaele raAl'jll11
KVIl<XTa Kcxl llaAaKt'! 11 cppiKa cptPOI ztcpvpOS.
1I110!3crn,1I öljlEa6E· 6t60lKCX yap OVS lTapos hAI111
KIIISVIIOVS O:lItllOIS O:VTIKopVaaellElIos.
PI lIla 19.48 (, 38 r • - I yo1."'VT'Iv P 4 -aaa\lEVOS PI.

669. ITAATnNOI
•A<TTtpas ela0:6peis•• A<TTtip files' el6e yellollll111
ovpallOs. OOS lTOAAOiS öllIlCXC11 11 eIs a~ j3AtlTe.>.
·PI lIla 6.27 f.32 r ; Diog. L. 3,29; Apul. apol. 10; Apostal. 4,12a; Ir. p. 103; Vind.
311 f. 77r [iunct. oum ep. 670]. - I laaepEls Vind. Elaä6~1 pI PI.

670. TOY AYTOY


'A<TTt'!p lTplll ~1I fAalllTES!vI ~e.>oial\l 'Ec'j>os'
WII 6t 6alloo11 AcllllTElS "Ecrnepos fll cp61~1I0IS.
PI lIla 6,28 f.32 r ; Laur. 91,8; Diog., Ap., Apost., Ir., "ind., ut ad ep. 669. - Tit.
67\1.0 PI I wpll/ lliv: 1Ii11/ w. Apost. lIiv w. L"ur.

671. AaHAON, 01 SE BIANOPOI


TIaVTa Xape.>11 ci1TAl1aTE, 'TI 'TOll IItOIl flplTaao:s cxv.e.>S
•A'T'TaAoll; OV abs EI1I1, Käll 6allE Yl1paAtOS;
PI III a 6,30 r. 32 v. - Tit. om. PI I aVTCo)S PI t K' EI PI " 8äv6\l PI.
Anthologia Graeca "11 393

Amazonia
Warum klagt ihr vergebens und weilt mir 80 lange am Grabe?
Etwas, wu Tränen verdient, drückt auch im Tode mieh nioht.
Laß von den Klagen drum ab, sei stille, mein Ga.tte! Lebt wohl nun,
ihr meine Kinder, und wahrt treu Amazoniu Bild.
Anonym

Absage an die Seefahrt


Ob Buch lächelnd Galene die Wogen mir glättet, ob unter
Zephyrs Atem die See leioht nur erschauert, ihr seht
nie mloh ein Schiff mehr besteigen. Noch graut's mir, denk ioh der
die ich bestanden, als einst wider die Stürme ioh stritt. [FiLhrden,
LeonitUu _ AluandritJ

Der geliebte Aster


Schaust nach den Sternen empor, mein Stern. 0 wär ich mit tausend
Augen der Himmel, ich sAh nieder mit ihncn auf dich.

Ein gleiches
Morgenstern warst du dereinst, der unter den Lebenden strahlte;
nun bei den Toten im Tod strahlst du als Abendgestirn.
Plalora

Knabe Attalos
Unersättlicher Charon, was nahmst du 80 kalt uns den jungcn
AttalOll? War er nicht dein, wenn er im Alter noch starb?
Anonym oder BiallOr
39-10 Anthologia Gueea \'11

672. A6EInOTON
X6wv iJEv EXE1 S~IlCXS ~aeMv,
eXEI KÄVTOV oupavos ~TOP
'AvSp~oo, ös t.avaoial Kai
'IAAvploial SIKaaacxs
0Vx 6a(oov KTEavoov KaeapeXS icpvM~aTO XEtpas.
I: ev Koplv8", yeypcnrral. - Z 61Käaas P em, ReiBk~.

673. A6HAON
EI ytvos Euaeßeoov ~WEI llETeX nplla 13(010
valETaov KaTeX 6eallov O:veX ao61la cpc.>TOs lKCxaoov,
'AvSpea, aV ~WeIS, ou K6:T6aves, aAAa ae xwpos
O:IlßpoTOS &eav<lTc.:lv ay(c.:lV \rniSEKTO Ka1l6VTa.
PI Irla 1,5 1.3O r . - Z 8UlloV PI.

674. A6PIANOY
es
'ApXIMxov T6SE ai;lla, TOV AvaawVTCXS ICxIlßOVS
flyaye MCXlov(St;I Movaa xapl~oiJElIT1.
PI Irlb 22,4 1.9S r. -Tit.om. PI.

675. AEnNI60Y
•ATPOIlOS lK TVIlßOV AVE m(allaTa vavl1yoio'
Xftllwv 6Uvlltvc.:lV O:AAOS iVl1on6pEI.
c: lao'l"l'Pov. - PI lIla 19,49 1.38 r .

676. A6HAON
t.OVAOS 'E1TIKTI1TOS YEv61ll1V Kai aWll' O:vCxn.,pos
Kalmv(l1v 'Ipos Kai cp(AOs &eav<lTOIS.
PI lIla 28,39 1.43r ; Gell. 2, 18; Macr. ut. 1,11,44; Joh. Chrys. homo 13. - Epictcto
lrib. Gell. Macr., Leonidao AI. PI I 600}.os lIhI 'E, Chrys. "·ai1>',Ja ä. Ch'1'•. aW',JaTI
'IITIPOs Gell. Macr. l! äeavcnos pI -eh",,, Chrys.
Aathologla Graeoa \'11

Richter Andreas
Erde umfängt des Andreas erlauchten Körper, der Himmel
aber den edlen Geist. Illyrern und Danaern sprach er
Recht und hielt seine Hände stets rein von schnödem Gewinne.
Anonym

Ein gleiches
Leben die Scharen der Frommen noch jenseits der Grenze des Lebens,
da sie nach heiligem Brauch im Munde der Irdischen wohnen,
sieh, dann bist du nicht tot, Andreas, du lebst, und die ew'ge
Stätte unsterblicher Guten empfing dich am Ende der Mühen.
Anonym

Archilochos
Dies ist Archiloch08' Mal. Zu wütenden, bissigen Jamben
hat ihn die Muse geführt, weil sie Homeros - geliebt.
KaiMr Hadria,.

Gescheitert
Löse die Seile getrost vom Mal des gescheiterten Mannes:
Auch als der Tod mich gefaßt. 86gelten andre noch fort.
Lecmida6 von Aluondria

Epiktetos
Ich Epiktetos war Sklave, am Körper ein elender Krüppel,
war wie Iros 80 arm und den Unsterblichen - lieb.
396 Anthologin Graeca VII

677. (1:1 M 51 N 1l10Y)


Mllijlla TOSe 1<AelllOlo MeylaT(a, ÖII iTOTE MijSol
LmpxelOIl iTOTallOIl KTEtllall &llEl1fICc1lE1I01,
IlclllTIOS, ÖS TOTE Kijpas rnepxolJlllas O'Ccq>a elSc:"s
OVK hÄT\ LTT<XPTT\S t'\yellollas iTpoÄliTeill.
Herod. 7,228; Ir. 203. - Tit. om. P,laud. Her. Ir. 1 MEITolo Her.I/MEYIlTTlov P.

678. Al1E1:nOTON,

TThT\POOO'as aTPaTlt'\1I LC'>T1'1PIXos ~veCcSe KEillal,


6ÄßoII 6110011 KaIlCcTCI.'lII yÄVKEpoiS Te~eO'O'III ~aO'as.
~p~a S' ~II liTiTt'\eO'O'I, rept'\lIlos oTa TE NeaTCA)p,
~~ &S(KCA)II TE iTOllCA)1I Ke11lt'\ÄIOII OVStll hev~a.
TOVIlEKa Kai llETa iTOTIlOII opoo q>CcOS OVAVlliTOIO.
~ l~c;:,v ex l~ov P 11 'OM~1TO\I P em. Bouhier.

670. TOY ArJOY 1:n4lPONIOY nATPIAPXOY


TVIlßE, T(S 1\ iT06ell, ~II S' hl iTais T(1I0S; epya Kai 6ÄßoII
IlEKpoU, Öll elISolI exE1S, EIlIlEiTE, KEV6ollEvov. -
"Oirros 'ICA)CcvvT\S. KÜiTp10S yevos, vlos hVx6T\
EÜyEveOS LTEq>CcVOV' ~II Se VOIlEVs <1lap(T\S.
KTt'\llaO'I !ltv iToÄvoÄßos öÄCA)V iTMov, WII Tpeq>e KÜiTpos.
tK iTmpos iTmpCA)v ~~ OO'(CA)V TE iTOVCA)v'
epya Se 6eO'KEÄa iTCcllTa MyeIV, ärrep ~V X60vi TEÜ~ev,
ovS' ~Ilou ~aTI voov ovS' hepCA)v aTOIlCcTCA)V'
iTallTa yap ällSpa iTapijMe q>aewoTCcTalS &peTijO'I
S6~allTa KPaTEeW TaiS &pETais hepCA)v. 10
TOU Kai KcXAÄea TT<XIITa. TCcmp iTTOÄIS EÄÄaxev avn),
e\0'1 q>IÄocppoaVlITlS KOO'IlOS &petOTCcTT\S."
A': EIs TOV äy.ov "I~v, TOV 1Tarrav 'AAE~avlipdas, TOV 'EM1\~ova. - PI III~ l,lO
f. 30 v. - 1 lit TI PI 1/ 6~f3ou P ~ VEKpOii Senl, -6s 11 ",",~aTa PII/1TMov wv Lase.
1T~E6v",v l' ut novi ep. initium not. Al 11 1T6~IS PI 1:& apEIOTa-ras P -6TaTOS PI
cm. Salm.
Anthologia Oraoo& VII 397

Seher Megietias
Diee iet das Mal dee berühmten Megietias; mediechem Volke,
das den Sperchei08 durchschritt, fiel er zum Opfer dereinst.
Ob er als Seher auch damals die kommenden Lose erkannte,
Spartas Führer und Herrn lieB er trotzdem nicht im Stich.

Simonide,

Heerführer Sotericho8
Krieger hab ich gesammelt, nun lieg ich SoteriCh08 tot hier,
habe die Frucht meiner Mühen den lieben Kindern gelassen.
Reiter hab ich geführt gleichwie der gerenieche Neetor,
nie aber hab ich mir Schätze duroh unreohte Werke erworben;
darum sehe ich auoh im Tode das Licht des Olympoe.

Patriaroh Johannes
Grab, wen birgst du im Innem? Wo war dee Verstorbenen Heimat?
Wer sein Vater? 0 eag Taten und Schicksal uns an I
..Dies iet Johannes von Kyproe; den edlen Stephan08 nannte
er seinen Vater; er war Hirt in der phariechen Stadt.
Reicher war er an Gütern als alle, die Kyproe ernährte,
von den Vorfahren her und seinem heiligen Werk.
All seine göttlichen Taten auf Erden zu nennen, vermöchte
weder mein eigener Geiet noch auch der anderen Mund.
Überragte er doch mit strahlenden Tugenden jeden,
der mit seinem Verdienst scheinbar die andern besiegt.
Auoh was allee die Stadt hier an Zierden und Schönheit erhalten,
zeigt mit dem leuohtenden Sohmuck seine unendliche Huld."
398 Anthologia Oraeoa VII

680. ISlCl>PONIOY nATPIAPXOY


'Apxos 'lwallllTJS <t>aplTJS äPETWII leptlwII
tll6aSe IIÜIl IlI'TO: Tep\.la q>IAlJ iTapa iTaTplSI KEiTal'
6\ITJTOII yap Aaxe aW\.Ia, Kai EI 131011 äq>6ITOII ~~el
&eaIlCtTOVS iTPtl~elS Te KaTa x6611a pE~1I ämlpoV).
PI lIla 1,17 1.30 v • - S f~lI P faxEII PI 4 X80IlOs PI.

681. nAAAAfl.A AAEEANfl.PESlI


OIiK ämStl\.lTJaas T1\.1iiS XaPlII, äA.M TEAevTiis,
Kai xwMs mp tooll fSpa\J.ES eis' AISTJII,
rEaalE MOlpawlI TpoxaAwTEpe' tK iTPOKOlri'jS yap,
i'is eTXeS KaTa IIOÜII, t~eK6iTTJS ßI6TOV.
PI lIla 6,31 f.32V.

682. TOY A YTOY


rEaalO) ou Tf611TJKEII tmly61l1'1I0S iTapa MolpTJS'
aVTbs Tl'}11 Moipall iTpOOAaßell EIs 'AISTJII.
PI lIla 6,32 f.32 v•

683. nAAAAfl.A AAEEANfl.PESlI


.. MTJStll äyall" TWII tiTTa aoq>WII 6 aoq>wTaTOS eImll'
äAAa aiJ \.I'; mla6els, rEaale, TaüT' fiTa6es'
Kai MYI6s mp lOOIl äA.0yWTaTOII faxES 611EISO)
005 tm6v\.ltlaas oupalllTJS äll6Sov.
oOTw ntlyaaO) YiTiTO) &;rwAEae BEAAepaq>6I1TTJII
ßovATJ6ellTa \.Ia6EiIl äaTp06hoV) Kall6l1as'
äJ."A' 6 \.Itll iiTiTOII (XWII Kai 6apaahloll a6ellO) iißTJS,
rEaalO) oust XEaeill eOTo\101I i'iTOP (XWII.
PI Ha 48,1 f.28 v. - In P hio [pa] et post Xl 282 [Pb]. 'l'it.: gent. om. pb PI.
I ooq>wnpos pb PI ! 'Toin' pb PI 8 XEOElV PbXioElII PI om. pa [XtoUII man. rec.].
Anthologla Gracea VII 309

Ein gleiches
Führer von Pharia.s Prieatern, Johannea, der Tugenden Meister,
liegt nun am Ziele dahier im lieben heimischen Lande.
Denn er war sterblich an Leib, ob er ewig auoh lebt in der Zukunft
und unsterbliche Taten auch zahllos auf Erden vollbracht hat.

Archon Ge88ios
Nicht zu Würden und Ehren, zum Tode bist du gegangen,
trotz deinem hinkenden Bein liefst du zum Hadea hinab.
Geesios, ßinker als Moiran. Beförderung wollteat du haben.
und die Beförderung bm. dooh - aus dem Leben hinaus.
PcaUadtu von AlezGRdrio

Ein gleiohes
Geesios starb; doch hat ihn nioht Moira gezwungen zu sterben,
nein, er kam mit dem Tod selbst noch der Moira zuvor.
PcaUadtu von AlemRdria

Ein gleiches
..Allea mit Maßen!" gebot von den Sieben der weiseate Weise.
Folgtest ihm, Geasios. nicht; hast nun den Sohaden dafür.
Trotz deines sinnigen Geistea ertrAgllt du nun sinnlose Sohande.
weil du zum Himmel hinauf dioh zu erheben gewünsoht.
Also zerschellte der Pega.sos auch den Bellerophontes,
als er der Sterne Gesetz kennenzulernen begehrt.
Doch der hatte ein Roß und die mutige StArke der Jugend,
du aber. Gessios. hast nicht mal zu scheißen die Kraft.
PcaUadtu tICm AlezGRdria
Antbololia Gracea VI(

884. TOY A YTOY


MTj!iEIS ~Tj,""O'IJ J,lEpOTrc.)V lTon Kai 6E0s d\ICXI
I1TjS' äPXttll J,lEyCY.TjIl, K611lTOII \nrEpcplcx).OIl.
rtaalOS cx\rr0s ISEI~E' KCXTTjllt,(&Tj yap rnap6E1s
&IITj'Ti'\S E\rrvxITjS I1TjKh' avaax6J,IEVOS.
la: Ils TOll ClÜTbl/ ricnnOll, TOll &PXOIITU. -PI na "~,2 r. 28". - In P bio [pa] o~ poet
XI 282 [pb]. I !;Tl'rilOlI pa I -I\s IIqfQ),TlS PI 4 """TOtS pa IIIITlIIW PI 1/
-GIIMlS la.

8811. TOY A YTOY


ZTjT(;)1I t~eOpES ßI6TOV TEAOS E\rrvxITjS TI
äpXttll ~Tj,""aas lTpOs TEAOS tpXolJtllTJII.
äJ\A' ITvxes TII1i'\S, Q rtaalE, Kai J,lETa l101pall
a\iilßo?a 'Ti'\s äpxiis VaTaTa Se~aJ,IEVOS.
I .~pIS IMTOU Salm- -IV ~Iou.

1188. TOY A YTOY


rEaaloll ~ lvOTjaElI 6 BaVKcü.os c5:pTI &all6l1Ta
XCalMVolITa lTMoII, Toioll D.e~1I rnos'
.. rEcnne, lT(;)s. TI nae~1I KarißTjS 6011011 "AiSos daCal
'YVI1v6s, äK1'!SeaTOS, ax';lJaTl 1Ca11lOTC!Kcp<t>;"
TOll ~ 1Jty' 6x&,;aas lTpootCPTj lCai riaC710S eVeVs'
.. BcMccxM. TC aTPi'\"~ lCai &a\laTOII lTaptxEI."
PI lIa 48,3 f. 28 ". - In P hlo [pa] ct poet XI 282 [Pb]. I ~1.OS pa'
I XWMUCo)I/ Ta pb S "AI60s 1I00Co) pa &ls 'AI6ao aat. 4 'IIVTOS ax. I<C!tl/O T~<jI pa
I Kai om. pb PI.

887. TOY AYTOY


Tttll 'Aj.IpCa)lIlC1K1'!II änc!lTTj1l 6T& rtC7C71OS ly\lCa)
TOO ~IIIKOO &avehov lyyV6EII IPX6JJEvos,
Tttll ISITjIl Y"~I1TjI KaT&IJtI1'VaTO Kai TO 11a&T]l1a
Kai TOUs lTEl&ol1tllOVS aaTpoMyolS CY.6yoIS.
PI Ha 48.11 f.28 v • - In P bio [pa] ot poet XI 282 [pb). S 161av pb PI 11 TOT'
'~'f'cno pa 4 'II'EV8o!i- &crrpoMyous pa 11 Q),6yous pb.
Anthologia Graeea VII 401

Ein gleiches
Niemals versuche der Mensch, ein Gott zu werden, cr suche
nie eines mächtigen Amts übergewaltigen Glanz.
Gessi08 selber beweist es: er hob sich und stürzte hernieder,
weil er vergängliches Glück nicht mehr zu fassen vermocht.

Palladas

Ein gleiches
Suchend hast du das Ziel des Glücks und des Lebens gefunden,
denn du suchtest das Amt, das zu dem Ziele geführt.
Ja, du bekamest die Würde; denn, Gessios, nach deinem Tode
wurden die Zeichen des Amts dir noch als Letztes zuteil.
PaUadas

Ein gleiches
Eben war GeSSi08 tot; als Baukalos diesen, der mehr noch
hinkte alB früher, erblickt, sprach er die Worte zu ihm:
"Gessi08, wie und warum erscheinst du so ohne Bestattung,
seltsam als Toter und nackt hier in des Hades P~last T"
Ihm erwiderte Gessios drauf mit traurigem Herzen:
"Baukalos, auch in den Tod hat schon der Ehrgeiz geführt."

Palladas

Ein gleiches
Gessios stand vor dem Tode in fremdem Lande, und als er
merkte, ihn hatte bestimmt Ammons Orakel getäuscht,
schalt er den eigenen Pla.n und die Wissenschaft samt jenen Leuten,
die da glauben, was je ein Astrologe erlog.
Pallada8
888. TOY A YTOY
01 S\io KaAxaV"T1S T6v naCTIov wMaav 6pKOIS
Tc7>V llE'YaAc.>v \m"crrc.>v ec7>Kov \m"oax0I/oEVOI.
cI> ytVOS dtvepW1Tc.>V dtVEIlc,;,~IOV, a\rrOXO~c.>TOV,
~I n~ovs ~IOTOV IlTlS~v nnaTal/oEvov.

ca: oVTos " riacnos 6:pxWII fI" ,,, lIipn TlIIi ·~Iat. - 1'1 u a 48•• r.28\1
(v. 1-2); lIa 48,2 (v. 3-4, adnex. ad ep.884); Ib 9,1 r.82Y (v. 3..... ). -ln P bio (v. I ... )
et. paß XI 282 (v.3-4 IlUbiunct. ep. 884 et v.I-2 ut pecul. ep.). 4 IJixpI pb PI.

889. AAHAON
'Evea& ac7>1.Ia ~OI1TEV 'A~lav6s I.\iy' &p1aTOS'
lf/VXilv S' Iv XElpcaCTIV IiIv 1TcxpcxKäTenO XP1aTet>.
I IM.,Tt" P em. Rahnken 1/'AmUCIIIÖS P em.1I\aII. reo. IwapcDCdn9no Guyet -810.

800.AAHAON
Oö& ecxvc:,v lCMos lae~6v dt1T'c,;,Ma~ Is XlI6va 1Täaav,
dtll' tri ~S 1f/VXi'is dtyMxa 1T00mx I.\iVEI,
6aa' IAaxIs T' I~ TE ,VaEI, Ili'\TlV navGplaTE'
Tet> {xl KaI Is l.IaKapwv vijaov I~TlS, nveta.
PI 111 b 1,8 r.oor. - S 6oa' 1 ~ pI PI 1/ T' om. P I/WClVÖplcrn ex -TTl PI.

891. AAEl:nOTON
•MKTJaTlS vITj dill· 8avov S' ~p dtripos Ia6AOü
Z1'lVc.>VOS, T6v IlOÜVOV lvi aTtPVOICTIV IStyllTlV,
6v fc.>T6S YAVKEPc7>V TE nKVOOV 1TPO<iKpW' Il.l6v ~TOP,
ovvolla KcxAAIKpcrrEla, ~POTOtS 1Tavnaalv dtyaaT1'!.
PI lila 11,41 f.asr. - I ""'-lClenIS P /I 8avc:w pI S Wp6!CPIIII" P wpoOIcp- 0 em. PI.
.o\D~hoJogl& Oraeo& VII

Ein gleiohes
Gessios haben mit Sohwüren die beiden Kalohas ersohlagen,
die ihm verheißend den Thron mAchtiger Konsuln gelobt.
Nichtiges Menschengeschleoht, du Opfer der eignen Verirrung,
bis zu des Lebens Beschluß weißt du und lernst du auch nichte.

Palladtu

Christ Apellianos
Hier hat den Körper gelassen der treffliohe Apellianos,
aber in Christi RAnde entbot er vertrauend die Seele.

Sophist Pytheas
Tot auch verlorest du nicht den leuchtenden Ruhrq auf der ganzen
Erde; im Glanze noch bleibt, was die Natur an Genie,
was du an Geiste dir selber gesohenkt, du Überbegabter.
Gingst du nioht, Pytheas, auoh drum zu der Seligen Land?

Die neue Alkestis


Bin eine neue Alkestis; ioh starb um des herrliohen Mannes
Zenon willen, den einzig in meinem Herzen ioh hegte,
den meine Seele noch mehr als das Licht und die Kindlein geliebt hat,
Kallikrateia geheißen, ringsum von den Mensohen bewundert.
Anonym
Antbololla Oraeoa VII

692. ANTmATPOY [01 ~ GlIAmnOYj eEIIAAONIKESlI


rA\ncwv, TO TTepy~'lvOv 'AalSI lVJoo;,
6 lTalll'C!x(,o)v 1CEpavv6s, 6 lTMrnis lT6Sas,
6 KalvOs -AT"as at T' aVIKaTOI Xipes
fPPOVTI' TOV SllTpOa6Ev OUT' b 'I~ots
o\i6' 'masl TPOlT~V oUT' b 'AalSI
6 lTaVTa VlKWV 'AIS'ls &vhpamv.
Tit.: GI,,.. elC7C7. A', cut. praomi•. c I IClpav~ pI I Tpo1I'WTOI/ B&itor TO 'll'pi,OnOI/.

693. AnOAAnNldOY
rAf!vlII lTap1JOlltTlS ~(,o) XePl1as
1TI1<pij KCXTaa'1Tao6&VTa 1tVpcrros SIII1),
6T' 'X8vatET' te mcp'lS &1Topp(;)yoo;'
xGiaall Se 11', 6aaos "aas ~v OVllEpY!\TflS'
TT6cmSov, oüs aV ac;Jte Kai Y~'lval'lll
alb SISoI'lS 6p111'l~J.c)lS 6tva.
• 'll'IKpi;! Boubior -1'111 KaTcmClC78- pI em. 0 4 ~I pI em. 0 I n6<m6ol/ 00s 0 •••
SOl/aus P' [Iao. pnemiuaj.

694. AdAIOY
"Hv lTapl1JS i'lp<ol<X - <J)1"OlTpl'JYI1(,o)V se KaMtTal -
lTp6a& TTOTEISaI'lS 1CE11lE1I01I tll TpIOSc,>.
e1mlll. o'ov trr' fPYov ~IS lT6Sas· E\IeVs tlCElvoo;
Elipl'JO'EI aVlI aollTpl'J~los EÜKO"''lV.
Tit.: •Aaa- P I 'I\'OT' II5aII)S WIIMIS P em. Salm. S hcdl/QS Salm. -110.

695. AdEInOTON
'0,* lTp6cr(o)1T01I Kaacrlas Tfls a~voo; .
•1 KaI 'rievfI1CE. TalS &peTats YV(o)f)ltlTCrl
ljIV)(f!s TC K~oo; 11cV.1.011 f1 TOO aWl1aTOS.
I: IIS Kaa<riCJ\l ,"," aw.pcwa. - PI Ulb 11.8 1.92". - I Ka<rias P KaoaIl)S PI
S " TOU 'II'~ P " 'Ir~ Peek.
AntbologiB Graeoa VII 405

Wettkämpfer Glykon
Der Pergamon und Asien höohsten Ruhm gebraoht,
er, Blitz im Allkampf, Glykon mit dem breiten Fuß
und unbesiegter Faust, der neue Atl&s, aoh,
er ist nioht mehr. Den niemand im itaJ'sohen Land,
in Hellas oder Asien noch zu Boden warf,
der Allbesieger Hades hat auoh ihn gestürzt.
Antipatr08 [oder Philippos] v. TAus.

Fisoher Glenis
Wir Kieselsteine deoken hier am Strand Glenis,
den bittre Wogen wirbelnd einst hinabrissen,
als er vom schroffen Felsgestein sein Netz senkte.
Berufsgefä.hrten hä.uften uns zum Grabhügel.
o schütze sie, Poseidon, und vergönn ihnen,
daß stets beim Fischen ruhig sei das Seeufer.
A pollonida8

Heros Philopregmon
Kommst du an Poteidaia vorbei, wo am Kreuzweg der Heros
Philopregmon im Grab Ruhe fand, sage ihm dann,
was für ein Werk dich bewegt; er findet, mit dir sich beratend,
rasch ein Mittel, daß dir leicht dein Beginnen gelingt.
Adai08

Die fromme Kassia


Du siehst das Antlitz hier der keuschen K&88ia.
Ob sie gleich tot ist, ihrer Seele Schönheit zeigt
noch mehr als die des Leibes ihre Tugenden.
Anonym
Antbololli. Craec. VII

898. APXIOY [MITYAHNAIOY]


Alwpij 61'tpEIOV Ijlaaa6\IEVOS Silolas aOpalS,
Ti\Cil1ov, äOPTTl8dS AI< i\aalas 1I'1'TVOS,
alwpij' <DoI~~ yap äväpalov eis CPIV laTTJS
1I'p6)va Kei\aIVITTlv va\ETäwv, Icnvpe.
enii SE ~V a\ii\oto IlEi\Ißpo\lOv OVKm NVlJcpaI,
Ws 1I'äpos, Iv <DpvylOIS OÜpE<n mva6lJE6a.
PI m b 7.1 f.Hr. - Tit.: gent. om. PI I 8t)plov P 11 &6iaa aaUpcnS P [prilD")
4 KV.mllt\T1'III P -1Ihw PI (,10. Brunok • ~ ot ~ r.

897. XPIITOäQPOY
OöTos 'lwävVTlV KpV1l'TEI T6:4pOS, 6s ~' 'EmMJ,lvou
iiaTpov ITlv, flv 1I'plv 'I1'a1&s äpl1l'~
m.aav 'HpaKi\i'\OS' MEv Kai JJipIlEpoS ilpws
ald TWV ä51KWV cn<i\'lpöv IKO'I1'TI IUVOS.
etXe 5' 6:'11" Even~iwv 'I1'poy6vwv tplKU5ia 'I1'mp'l"
i\U)(vI56v, ilv <DoTvl~ K6:51JOS 15ellJl 'I1'6i\lv'
lv8ev i\VxVOS ('lV 'Ei\IKwvIOS, oOVEKa Kä5IJOS
aTOIXe!WV l1avaots 1I'pt;)Tos I&I~ T\nrov.
EIS Ü1I'mous 5' ~ Kai 'Ii\i\uplotat 51K6:~wv
MoVuas Kai KCX8aPl'lv ~ l11KT)v. 10
PI ma 1,4 f.30r. - l1TplII P SI! PI S lIip\IEpOY P I ~ P I AUXIIJ,.
&611 PI l' ut non ep. initium exhib. I, refut. o.

898. TOY AYTOY XPIITOäQPOY


A(rrbs 'lwävVT)S 'Em56:pVlOS tv86:& ICIITal,
TTli\ecpavils Ü1I'mwv K6aIJOS äe\cpaviwv,
6 yi\UKIi 10101 Moucriwv 1I'ETeXaas täos, 6 'I1'Mov c5:i\i\wv
Elipvvas ~vlou 5a1\lOVOS tpyaalllv
1I'aj.I~pßllv 'I1'ai\6:lJllV KEKTTJl.Itvos, ilVTIYa 1J0VVTlV
OÜK (SE 5WTIIIIJS IJtTpov 6p1~6\IEvov.
AnLhologia Oraeoa VII 407

Marsyas
Droben schwankt nun dein Tierleib, gepeitscht von den Winden, du
in einClB Pinienbaums struppige Äste gehängt. [Armer,
Droben schwankt er: du ludest ApolIon zum ungleichen Kampfe
in Kelainais Gebirg, Satyr, darin du gehaust.
Ach, nun hören wir Nymphen nicht mehr die liebliche Stimme
deiner Flöte wie sonst hier auf den phrygischen Höhn •
.dul", Licifli", ArcAüu

Konsul Johannes
Dies ist das Grab des Johannes, der für Epidamn08 der Stern war.
Herakles' Söhne dereinst, Mälmer erlauchten Geblüts,
waren die Gründer der Stadt; drum setzte der wachsame Heros
stets auch der rohen Gewalt Unrechtgeairmter ein Ziel.
Lychnid08' rubmvolle Stadt, vom Phoinikier Kadm08 gegründet,
war aeine Heimat, in der fromm schon die Väter gelebt.
Deahalb war er ein Licht des Helikons; war es dooh Kadm08,
der ala erster der Schrift Züge den Danaem wies.
Hell war sein Glanz unter Konsuln, und ala er IIIynjm Gericht hielt,
wand er dem lauteren Recht wie auch den Musen den Kranz.

Ein gleiches
Den Epidamnos geboren, Johannes, hier ateht er, des ewig
achimmemden Konsulats weithin el'ilchimmemder Schmuck,
der über mich das liebliche Licht der Musen gebreitet
und dClB gastlichen Geists Wirken vor allen genährt.
Hnt seine Hand doch jeden geapeist, und kannte ala einz'ge
aie doch niemala ein Maß, das ihre Gaben begrenzt.
408 Antholollia Graeca VII

al'TTVTchTtv 5' TJv~cn (v6\10IS 'TI"a)Tplolalv äm'!IIT)V


cp<X15pvvas Kaeapi'\s Cpya AIKaloaVVTJS.
Q 'TI"Ö'rrOI, OVK C~TJcn 'TI"OAUV Xp6vov, äJ\A' blCXIIToVs
\1OÜVOV ~VQ'T\"AT)aas naaapclKoVTa 5Vo 10
~XETO 1JOVO'00000AOIC71 'IfO&t\v 'TI"Cwtwaw Uwas,
<>Os hröeEl mrrip6)v cpipnpa YEllICXI1illC.t)v.
o [poet tit.]: TOÜ \IIY~ov 'IfOI'ITOÜ Kai mplc.wVIIOV· oVros AlyoitniOS f111 ärr6 TllIOS
1T6i\1Co1S 6\1OlIcxt;ollivllS K01TToO. - 1 KlTTai Roiake KElllat S Mova~1I et 6' Guyet
..,ac.lll et 6s I 1TQII96PIIIlII pi • &.nIIl1JS J RO. -'lS IIlIh"pIO\I pi om. 0 T lao. IUPPI.
Reilko 1I1hn\1I'l1l Rcilko v.r- 1I Ylil/aII- Salm. YIIIOlI-.

699. AfoEInOTON
'IKOpoU Q ~ITOV ts f1ipa 'TI"CJT118iVTOS
'IKapITJ mKpi'js ~ ICCIK05poIlfTJS,
~ \1f!n cn ICdVOS I&tv \1f!T' a\n0s ävEll/a1
T plTCo)V Alyalou vGYrov ump mAäyeus.
OU yap aOI <nCE'TI"allf! TIS ucp6plllalS OVTE ~6PEIOV
ts KAlTos OUT' ~v KV\1aTOS ts VOTITJII.
CppolS, Q SVcmAc.rn, KaK6~VE' cnto Si TTJAoV
'TI"AWoI\1I, aTV)'lpoÜ 6aaov ä'T\"' 'AlfiECo).
I ~II 0 I aoI cnc- 0 aolK- pi 11 OÖTI RoiIko oO&l /I p6pn0\l Salm. -os • byflll
pi 6yl11I 0 tim. Reilko.

700. folOfogPOY rPAMMATIKOY


-laTCo) VUKTOs l\1i'js, 1'1\1' CKpUC(IfV, olKla TaiiTa
MlVa KCo)KUTOÜ T' ällq>ly6TJTOII v5Co)p,
OUTI \1' ä""'p, ~ Aiyoual, lCaTiKTaVEII is yallOll aAATJS
mnrTaillCo)V_ TI \1chTtv OVVO\1a 'Pouq>lav6s;
cV.Aa I.IE Ki'\pES ayoucn I.IEliOp\1illCX1. 0\1 \1la 5f!'TI"ou 5
TTaüAa TapaVTiIlT) K6ITeallEV wKV\iopos.
1 IK~ SAlm. -VIjIIII 1 T' add. Rei.ko S KanKTtMII Salm. -111 4 'Povq>TIIOS P
"m. Hooker.
AnLhololl. Or.eu VII

Höher noch hob er sein hohes Amt durch heim'sche Gesetze,


die dem lauteren Recht strahlende Wirkung verliehn.
Aoh, er lebte nioht lange; er hatte nur eben der Jahre
zweiundvierzig erfüllt, ale er von hinnen entschwand.
Sämtliohen Musenverehrern, die mehr als die eigenen Eltern
er voll Sehnen geliebt, ließ er die Sehnsucht zurüok.

Dem Sohiffbrüchigen
o Ibria, Eiland, du Grab jenes Ikaros, weloher
traurigen Fluges die Bahn neu in die Lüfte sich brach,
hätte dooh dieser dich niemals gesehn und hätte ihn Triton
von des .Ägäiechen Meere Rücken für immer verbannt!
Denn du beutst keine rettende Buoht, nicht nördlich am Ufer
noch am eüdlichen Strand, wo das Gewoge eioh bricht.
Fluch dir, du Unglück der Schiffer, Ungastliche! Wie vom verhaßten
Hades ziehe mein Schiff feme von dir seine Fahrtt

Paula
Hier, wo die Nacht mich umhüllt, mag'e wissen die steinerne HaueUDg
und im Kokytoa die Flut, dran sich der Wehruf erhebt:
Mich erschlug nicht mein Mann, wie man sagt, weil frech er nach
Weibe verlangte. Wie falsch klagt man Rufianoa an! [andrem
Nein, mich entführten die Keren des Schicksals. Gewiß ist