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DEUTSCHE UND RUSSISCHE


SPRICHWÖRTER

AUSGEWÄHLT UND VERGLICHEN

VON

DR. А. E. GRAF

(m -n \
w
VEB MAX NIEMEYER VERLAG • HALLE (SAALE)

1956
Alle Rechte, auch das der Übersetzung in fremde Sprachen, Vorbehalten

Veröffentl’cht unter der Lizenz-Nr. 259


Satz: VEB Deutsche Wertpapier-Druckeiei ITT/18/185
Druck: VEB Druckerei der Werktätigen, Halle (Saale)
INHALT

Literaturangabe................................................................................................. 5

A b k ü rzu n g en ..................................................................................................... 7

Zur E in fü h ru n g ................................................................................................. 9

Deutsch-russische S p r ich w ö r te r ..................................................................... 33

Russisches Schlagwortregister............................................................................. 287


— 5 -

LITERATUR

A r th a b e r , Aug., Dizionario comparato di proverbie modi proverbali italiani,


latini, francesi, spagnoli, tedeschi, inglesi e greci antichi. NatioDal-Sprich­
wörtern nachgebildet. Milano 1929.
B ern , Max., Es sagen die Leute. Fremdländ. Sinnsprüche. Berlin 1905.
B in d e r, W., Sprichwörterschatz der deutschen Nation. Stuttgart 1873.
B ü ch m a n n , G., Geflügelte Worte. Der Zitatenschatz des deutschen Volks.
27. Aufl. 1925.
C e la k o v s k y , F. L., Mudroslovi närodu slovansköho ve pn'slovi'ch. Prag 1949.
Д а л ь (DaT), Влад., Пословицы русскаго народа. 1—2. Изд. 3. СПБ и
М. 1904.
D ü r in g s fe ld , Ida v., und Reinsberg-Düringsfeld, О. v., Sprichwörter der
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1. 2. Leipzig 1872—75.
Eh m ann , P., Die Sprichwörter und bildlichen Ausdrücke der japanischen
Sprache. 2. Aufl., Tokio 1927.
G ra f, Ed., Deutsche Rechtssprichwörter. Nördlingen 1864.
H e rg , E., Deutsche Sprichwörter im Spiegel fremder Sprachen unter Berück­
sichtigung des Englischen, Französischen. . . Berlin und Leipzig 1933.
И л л ю с т р о в , И., Сборник российских пословиц. Шев 1904. 2. Auflage:
Жизнь русскаго народа в его пословицах и поговорках. СПБ. 1910,
K lim e n k o , I., Das russische Sprichwort. Phil. Diss. Freiburg (Schweiz) 1948*
K ö r t e , W., Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deut­
schen. Leipzig 1837; 2. Aufl. 1861.
L ip per b e id e , Fr. v., Spruchwörterbuch. Berlin 1907.
М а к с и м о в , С., Крылатыя слова. СПБ. 1899. Москва 1955.
O esch , W., Russische Sprichwörter, ausgewählt u. übersetzt. Zürich 1945.
O esch , W., Siebenhundert chinesische Sprichwörter, übersetzt.
P a w lo w s k i, I., Russisch-deutsches Wörterbuch. 3. Aufl. Riga 1912. Nach­
druck Bibi. Inst. Leipzig 1953.
P e rn y , Paul, Proverbes chinois. Paris 1869.
S ch a e ffle r , Jul., Der lachende Volksmund. Berlin 1931.
— 6 —

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S im r o c k , K., Die deutschen Sprichwörter. 4. Aufl., Basel 1881.
S in g er, S., Sprichwörter des Mittelalters. 1—3, Bern 1944—47.
С н е г и р ё в , И., PyccKie народные пословицы и притчи. М. 1848.
С н е г и р ё в , И., Новый сборник русских пословиц и притчей, служ а­
щий дополнетем к собранш русск. народных пословиц и притчей,
изд. 1848 г. (Дополнение) М. 1857.
С о к о л о в , Ю. М., Русский фольклор. М. 1938.
T e tz n e r , Deutsches Sprich Wörterbuch. Leipzig (Reclam) 1905.
W a n d e r, K. F., Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Leipzig 1867—80.
Z e u s ch n e r , O., Internationaler Zitatenschatz. 3. Aufl. 1910.
Z in g e r le , J., Die deutschen Sprichwörter im Mittelalter. Wien 1864.
Z o o z m a n n , R ., Unsere Klassiker im Volksmund. 3. Aufl. 1919. (Zitatenschatz
der Weltliteratur. 7. Ausg. Leipzig 1935.)
I —

ABKÜRZUNGEN

afrz. altfranzösische Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts


an. altnordisch im engeren Sinn: altisländisch und -norwegisch. Die Belege
stammen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert
Bi Binder, Sprichwörterbuch
Bü Büchmann, Geflügelte Worte
ceh. tschechisch
Cel. Celakovsky
chin. chinesisch
D D ar (Даль), Пословицы . . .
dän. dänisch'
dt. deutsch, d. h. spezifisch deutsche Form, auch wohl Quelle für manches
außerdeutsche Sprichwort
Dü Düringsfeld, Sprichwörter der germ. und rom. Sprachen
Em Ehmann, Sprichwörter der japan. Sprache
eng. englisch
eur. europäisch, den meisten westeuropäischen Völkern (außer den Slaven)
bekannt
Freid. Freidank, deutscher Dichter des 13. Jahrhunderts, Verfasser der volks­
tümlichen , Bescheidenheit“
frz. französisch
germ. germanisch, d. h. nur bei den germanischen Völkern belegt
Gf. Graf, Ed.
grie. griechischer, d. h. altgriechischer Ausspruch
He Herg, Deutsche Sprichwörter usw.
holl, holländisch
II. Illjustrov (И ллюстров), Сборник пословиц . . .
it. italienisch
jap. japanisch
К Körte, Sprichwörter der Deutschen
Kli Klimenko
lat. lateinisch; geflügeltes W ort in klassischem Latein
L. Lipperheide
Макс. Максимов, Крылатый слова.
mhd. mittelhochdeutsch. Nachweislich im deutschen Mittelalter gebrauchtes
Sprichwort
— 8 —

mlat. mittelalterliches Latein. Ein im Vulgärlatein des Mittelalters belegtes


Sprichwort internationalen Charakters, das zumeist auf französischem
oder deutschem Volksboden entstanden ist. Zeit: 11. bis 13. Jahrhundert
nord. nordisch, d. h. nur in den skandinavischen Sprachen belegt
norw. norwegisch
P Perny
pol. polnisch
Pw Pawlowski, Russisch-deutsches Wörterbuch
Red. Redensart
rom. romanisch, in der romanischen Sprachgruppe anzutreffen
S Singer, Sprichwörter des Mittelalters
s. siehe
Se Seiler, Deutsche Sprichwörterkunde
slav. bei mehr als zwei slavischen Völkern belegt
Sn Snegirev (Снегирёв), Сборник пословиц . . .
Sok. Sokolov
span, spanisch
sw. schwedisch
ukr. ukrainisch
vgl vergleiche
vs. volkssprachlich
Wa Wander, Sprichwörterlexikon
Zeu Zeuschner
( ) Wortnahe Übersetzung eines russischen Sprichworts
[ ] Die deutsche resp. russische Entsprechung fehlt. Dafür approximativer
Ersatz.
* Auf mündlichem Wege oder (seltener) aus neuzeitlicher Lektüre ge-
' sammelt.
— 9 —

ZUR EINFÜHRUNG:
SPRICHWORT, WAHR WORT

Die vorliegende bescheidene deutsch-russische Sprich­


wörtersammlung ist bestimmt, eine Lücke auszufüllen, die
das Gebiet der vergleichenden Volkskunde in bezug auf
volkstümliches germanisches und russisches Spruchgut
immer noch aufweist. Denn es ist weder für das Russische
ein neueres Sprichwortbüchlein erschienen (wenn auch
erschienen, so doch nicht greifbar), das geeignet wäre,
W. D a l’s Standardwerk vom Jahre 1862, in 3. Auflage
1904, en miniature zu ersetzen, noch sind in den bisher ver­
öffentlichten Sammlungen, die europäische Volkssprüche
vergleichen, russische Sprichwörter zu Worte gekom­
men.
In unserer Auswahl haben gebräuchliche russische und Auswahl
deutsche Sprichwörter Aufnahme gefunden, unter den
letzteren auch veraltet anmutende. Aber die Sprache des
volkstümlichen Sprichworts ist nun einmal ein wenig ver­
altet, was in besonderem Maße für das russische Sprichwort
mit seiner bäuerlichen und zum Teil archaisierenden Spra­
che zutrifft. Es heißt da z. В. Где совет, там и свет, wo
also совет im Sinne von »Eintracht* gebraucht ist; oder
wir haben da живот für жизнь, vs. спорый für litera­
risch успешный, oder погост in der alten Bedeutung
,Kirchspiel, Dorfkirchengemeinde, Kirchenland*; норов
für нрав u. a. m.
Unsere größeren, neueren Sammlungen sind über hun­
dert Jahre alt: Eiselein 1840, Körte 1837, Simrock 1846,
Wander 1832 (1863). Darum erscheint uns heute manches
gute Wort abgestanden oder gar unverständlich. Beispiele:
,,Armen geben arm et nicht“ ; ,,alter Hund ist schwer
b ä n d ig zu machen“ ; ein Quentlein Gold, Scheffel, Lot,
Häflein, Hülfe, Schalk . . . „Alter ist ein schweres
M a lte r “ .
Unsere Sammlung soll aus eigentlichen S p r ic h w ö r ­
tern (пословицы) bestehen. Was ist ein S p r ic h w o r t?
Ein Sprichwort ist ein im Volke entstandener und im
10 —

Volksmunde lebender, in knapper Form ausgesprochener


Erfahrungssatz („Alte Liebe rostet nicht“ ), oder es ist ein
Urteil, eine Meinung, die belehren, mahnen oder warnen
will („Ein Sperling in der Hand ist besser als eine 1 aube
auf dem Dach“ ). Dieser als Erfahrung oder Urteil aus­
gesprochene allgemeine Satz, dieses Axiom der Volks­
philosophie hat sehr oft die Form eines Bildes („N ot
bricht Eisen“ , „Hunger ist der beste K och“ ). Solche
Allegorien sind bei allen europäischen Völkern beliebter
als die abstrakten, bildlosen Weisheitssätze. Jedes Sprich­
wort, mag es abstrakt oder im Gewände eines Gleichnisses
auftreten, enthält in einem Satz einen selbständigen Ge­
danken und unterscheidet sich dadurch von der (sprich-
Redensart wörtlichen) R e d e n s a r t (поговорка) und der R e d e ­
w en d u n g (оборот речи). Dies sind in der Regel keine
selbständigen Sätze, denn sie enthalten statt einer wirk­
lichen Aussage lediglich einen bildlichen Ausdruck, sei der
nun ein Vergleich, eine Metapher, Hyperbel oder ein
Paradoxon. Es sind Redefiguren, also stilistische Begriffe,
wie z. B. die Redensarten: ,Auf keinen grünen Zweig
kommen*, ,Hunger haben wie ein \Volf‘ , oder Прийтй к
шапочному разбору ,Kurz vor Toresschluß hinkommen*,
Кренделя писать Schwankend gehen* usw.
Dal’ (I. 18) definiert die Redensart als ein halbes
Sprichwort, als eine Blüte, die noch nicht zur vollen Beere
gereift ist.
So ist das schon in der Antike auftretende WTort ,Es
ist noch nicht aller Tage Abend* (Livius) zu den Redens­
arten zu zählen, während der Ausspruch „Man soll den
Tag nicht vor dem Abend loben“ ein eigentliches Sprich­
wort ist. .
Ein unterscheidendes Merkmal des Sprichworts ist
ferner sein häufiger rhythmischer Aufbau, dem auch der
Reim nicht fehlt.
In allen uns bekannten Sammlungen, das Werk Dal’s
nicht ausgenommen, finden sich neben den eigentlichen
Sprichwörtern Tausende volkstümlicher Redensarten, die
der Sammler als gleichberechtigtes Sprachgut des Volkes
aufgezeichnet hat. In manchen Sammlungen sind die
Redensarten sogar in der Überzahl.
Der Deutsche Verlag der Wissenschaften hat bereits
1954 eine Auswahl idiomatischer Redensarten der russi­
schen und deutschen Sprache herausgebracht. Darum kann
ich mich mit gutem Grund auf die Sprichwörter im eigent-
11 —

liehen Sinn beschränken, die, wenn man will, als Ergänzung


und Fortsetzung des Idiomatikons angesehen werden
können. (А. E. Graf, Idiom. Red., 2. Aufl. 1956).
Von den Sprichwörtern zu scheiden sind auch die mora­
lisierenden Sinnsprüche, Sinngedichte, Sentenzen und
Aphorismen, die nachweislich aus der Feder eines Schrift­
stellers stammen. Freilich ist auch das Sprichwort einmal
im Munde eines einzelnen entstanden; die unbekannten
einzelnen aber pflegen wir als Volk zu bezeichnen, und
ihre Sprüche sind volkstümlich. Wenn die Aussprüche be­
kannter Dichter nicht zu Sprichwörtern geworden sind,
so liegt das vielleicht an der Denk- und Ausdrucksweise
des Autors, die der Volkstümlichkeit entbehrt.
Nicht ganz so verhält es sich mit den sog. geflügelten Geflügeltes Wort
W o rte n (крылатые слова, homerisch: E'pea pteröenta),
die — nach Büchmann — zwar nachweisbar von einem
Schriftsteller ausgegangen sind, mit der 2 eit aber durch
den Volksmund so bekannt geworden sind, daß sie als
richtige Sprichwörter gebraucht werden. Ein geflügeltes
Wort, das eine allgemeine Wahrheit in Satzform enthält,
ist ja schließlich ein zum Sprichwort gewordenes 2itat. Für
einen solchen Wandel eines einmaligen klugen Wortes zum
alltäglichen Sprichwort gibt es bei allen Völkern genügend
Belege.
Ein scharfer Trennungsstrich zwischen Sprichwort und
ursprünglichem geflügelten W ort läßt sich nicht ziehen;
deshalb beansprucht natürlich manches geflügelte Wort
einen Platz in unserer Sammlung. So gehen z. B. die
Sprichwörter „Arbeit macht das Leben süß“ oder „Blin­
der Eifer schadet nur“ auf eine literarische Quelle zurück,
und zwar auf eine deutsche. Heute kommt diesen und ähn­
lichen Sprüchen der Wert eines anerkannten volkstüm­
lichen Sprichwortes zu.
So manches andere Sprichwort, unter die historische
Lupe genommen, wird sich als geflügeltes Wort einer
älteren Zeit erweisen. Dem internationalen Sprichwort
„E in e Schwalbe macht noch keinen Sommer“ sieht man
seinen altgriechischen, literarischen Ursprung (Äsop) nicht
an, und für das Wort „Aus den Augen, aus dem Sinn“
vermutet der Deutsche schwerlich eine schriftliche latei­
nische Quelle.
Mit der Vorführung und Übersetzung der ausgewählten Zweck
russischen Sprichwörter ist der Zweck unserer Sammlung
noch nicht erreicht. Es sollen vielmehr die deutschen Sprich-
12 —

Wörter mit den russischen Parallelen verglichen werden,


damit wir uns ein Bild machen können von der Ubiquität
des Wahrwortes und von der hieraus zu folgernden Gleich­
artigkeit des menschlichen Eenkens und Fühlens. Ander­
seits wollen wir die Einflüsse erkennen, die zur Entstehung
mancher nationalen Sprichwörter geführt haben, und des­
halb ist es nicht ohne Wert, eine Brücke zu schlagen zu
dem Sprichwortgut der übrigen europäischen Sprachen
und, soweit möglich, Quelle und Ursprungsland anzugeben.
Es sollen aber aus dem europäischen oder eurasischen
Sprichwörterscbatz nicht wahllos Entsprechungen heraus­
gegriffen werden. Nur die bekannteren deutschen Sprich­
wörter erhalten durch Hinweise oder anderssprachige
Parallelen eine Stärkung. Bevorzugt werden dabei solche
Varianten, die nach Bild und Form der deutschen Fassung
am nächsten stehen. Auch soll die älteste belegte Form
eines deutschen Sprichwortes, das oft genug ein lateinisches
(mlat.) Gewand trägt, als kulturgeschichtlicher Wegweiser
hin und wieder herangezogen werden.
Das Ergebnis einer Vergleichung der deutschen und
russischen Sprichwörter können wir vorwegnehmen.
Drei Kategorien Es wird sich heraussteilen, daß wir es mit d rei Grup­
pen von Sprüchen zu tun haben, nämlich solchen, die ein­
ander in Sinn und Form adäquat sind („Adler fangen keine
Fliegen“ = Орёл мух не ловит), oder solchen, die den
gleichen Gedanken in einer anderen Form ausdrücken
(„Eile mit Weile“ — Тйше едешь, дальше будешь),
und schließlich mit Sprichwörtern der einen Sprache, die
in der anderen keine Entsprechung haben („Alle Wege
führen nach Rom “ ; „Besser ein gesunder Bauer als ein
kranker Kaiser“ ; „Undank ist der Welt Lohn“ u. a. —
Казаку конь себй дороже. Без блина не масляна,
без пирога ie именйнник. От денежной свечй Москва
сгорела и. а.). Diese letzte Gruppe weist natürlich auch
eine Reihe von Sprichwörtern auf, die aus den geschicht­
lichen und sozialen Gegebenheiten des Landes heraus ent­
standen sind.
Der Vergleich wäre nicht lohnend und sogar irrefüh­
rend, wollte man sich bloß mit den Entsprechungen der
ersten und zweiten Gruppe begnügen und auf die idioma­
tischen russischen und deutschen Belege verzichten. Ein
solcher Verzicht würde einer Vergewaltigung des Spruch­
schatzes der beiden Völker gleichkommen und den Volks­
geist in eine willkürliche Zwangsjacke pressen wollen.
— 13 —

Darum werden in unserer Sammlung die jedem Volke


eigenen, oft schwer übersetzbaren Sprichwörter, als be­
redte Künder des Volksempfindens, hin und wieder neben
die ermittelten Entsprechungen gestellt. Den russischen
Einzelgängern wird die deutsche Übersetzung in [ ] bei­
gegeben.
Aus der Gegenüberstellung der Sprichwörter der bei- Allgemeine Idee,
den Sprachen ist ferner ersichtlich, daß jedes Volk in eigene Form
seinem Sprichwörterschatz vielfach eine eigene Form­
gebung hat für Erfahrungssätze und ethische Begriffe,
daiß aber die Bewertung der Tugenden und Laster im
großen und ganzen übereinstimmend ist.
Wir wollen uns davor hüten, aus einer Anzahl von
Sprichwörtern ablesen zu wollen, daß ein Volk höhere
moralische Qualitäten als das andere besitzt, denn beide
Völker — das deutsche und das russische — unterscheiden
scharf zwischen Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge.
Eine allgemein geschätzte gute Eigenschaft mag im
Spruchschatz des einen Volkes eine liebevollere Behand­
lung gefunden haben als bei dem Nachbarvolk. Ebenso
kann eine Untugend sprichwörtlich vom Volk im Westen
schärfer oder witziger gegeißelt werden als von dem Volk
im Osten, oder umgekehrt, — der Unterschied ist stets
nur ein gradueller, die Einstellung im Grunde die gleiche.
Es läßt sich aus einem Sprichwort nicht ohne wei­
teres auf den Volkscharakter schließen, wie das heute
schulmäßig immer noch geschieht. Denn eine beträchtliche
Menge von Sprichwörtern ist in te r n a tio n a l, zum min­
desten gesamteuropäisch. Die Sprichwörter wandern be­
kanntlich gleich Märchenmotiven von Volk zu Volk, und
darum hat jede Sprache mehr oder weniger Entlehnungen
— Lehnsprüche — aufzuweisen.
Einzelne Anleihen beim Nachbar im Westen sind in der
Sammlung von DaT als solche kenntlich gemacht, so
z. B. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ = Всяк своего
счастья кузнец (D I. 35). Andere gleichlautende Sprich­
wörter gehen auf eine gemeinsame antike oder mittel­
lateinische Quelle zurück.
Bei seinem großen Reichtum an Spruchweisheit könnte
der Russe der Entlehnungen gut entbehren. Finden wir
doch oft für ein deutsches Wort mehrere russische mit
gleichem Gedanken. Damit ist aber noch nicht gesagt,
daß nicht auch das Umgekehrte der Fall sein kann.
Beispiele: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“
— 14 —

hat in unserer Sammlung vier Entsprechungen, das Wort


,,Jung gewohnt, alt getan“ hat deren auch vier. Es ließen
sich wohl noch mehr Sprüche finden, aber unsere Gegen­
überstellung ist ja nur ein Versuch.
Anderseits lassen sich für die russische Anklage Бойр-
ская ласка до порога drei und noch mehr deutsche
Äquivalente beibringen.
Innerhalb der großen Menge der Sprichwörter läßt sich
also eine beiden Sprachen gemeinsame Sondergruppe regi­
strieren: die internationalen (eur.) Sprichwörter, die über
Menschliches, Allzumenschliches etwas aussagen, nicht
aber über nationale Eigenheiten. Zu diesen gehört auch
Volkshumor mancher vom Volkshumor geprägte Satz, der eine Un­
tugend als lobenswert hinstellt oder eine notorische Wahr­
heit in ihr Gegenteil verkehrt. Solche sog. Schelmenworte,
die sich absichtlich in Gegensatz zur Moral stellen, sind
u. a.: „Arbeit ist kein Hase (Bär), sie läuft nicht in den
Wald“ , oder „Einmal ist keinmal“ = Одйн раз не в счёт,
ebenso eng., holl., dän., sw. „W er früh aufsteht, der frißt
sich arm“ = Рано вставать, много жрать. Neben dem
Langschläfer nimmt auch Bruder Leichtfuß das W ort:
„Lustig gelebt und selig gestorben, das heißt dem Teufel
die Rechnung verdorben.“ Und der unreelle Kaufmann
tröstet sich mit der Maxime Не обманешь, не продашь.
Bas Ich und das Beide Völker dirfen stolz sein auf ihren Spruchreich-
Sprichwort tum. Es muß aber eingeräumt werden, daß sich des D e u t ­
sch en Verhältnis zu seinem Sprichwort im Laufe der
Jahrhunderte gewandelt hat. An der Schwelle der Neuzeit,
aber auch noch im 16. und 17. Jahrhundert, war das gute
alte deutsche Sprichwort in aller Munde. Heute findet die
„Weisheit auf der Gasse“ viel seltener Anwendung als
ehedem.
Anders verhält es sich mit dem russischen Sprichwort.
Der R u sse hat sich ein innigeres Verhältnis zur Volks­
weisheit bewahrt und belebt daher seine Alltagssprache
ausgiebiger mit Sprüchen als der moderne Deutsche.
Wie sollte es auch anders sein? Der Bauernstand, der
eigentliche Iräger der Spruchdichtung, spielte mengen­
mäßig schon immer eine andere Rolle im Leben seines
Landes, Rußlands, ah dies in Westeuropa der Fall war. Aber
auch noch im Ruß .and des 19. Jahrhunderts, das in der
Spruchbildung recht produktiv war, hielt sich der Anteil
der bäuerlichen Bevölkerung immer noch bei 85—88 v. H.
Und heute hat der Sowjetbauer bei seiner Vorrangstellung
15 —

im Lande erst recht alle Möglichkeit, die Literatur mit


seiner Spruchweisheit zu bereichern. Ging doch der Bauer
in die Stadt, nur um ein neues, städtisches Sprichwort zu
erhaschen: Из-за пословицы мужйк в город пешком
пошёл.
Der Niederschlag historischen Geschehens im russischen
Sprichwort ist, soweit wir das überblicken können, be- Das historische
deutend geringer als in der Redensart. Dergleichen histo- Sprichwort
rische Redensarten sind zahlreicher und in der Umgangs­
sprache häufiger anzutreffen als die an eine geschichtliche
Begebenheit anknüpfenden Sprichwörter.
Man stelle z. B. die Redensarten Погйб, как швед
под Полтавой (1709); гочоден, катг француз (1812);
вот тебе, бабушка, и Юрьев день ! (1597) (Vgl. die Erklä­
rung ,,Idiom. Red.“ , S. 2), oder Он ни бельмеса не
смыслит ,Er ist stockdumm4 (vom tatarischen bilmäs
,ich verstehe nicht4) gegen ein weniger gängiges histori­
sches Sprichwort, um den ungleichen Alltagswert der
beiden Sprucharten zu erkennen.
Historische Sprichwörter: Дай срок, не бей с ног
,Gib Zeit, schlage einen nicht zu Boden4 (Bitte der Steuer­
zahler im alten Moskau). Где пройдёт одйн солдат,
там пройдёт армия Ausspruch General Suworows, als
er 1799 seine Truppen aus der Lombardei über die Alpen
nach der Schweiz führte. От денежной свечй Москва
сгорела ,Von einer Halbkopeken-Kerze brannte Moskau
nieder4 (1443, 1537). Redensarten wie Он строит потём­
кинские деревни ,Er baut Potjomkindörfer4 sind in ganz
Europa bekannt geworden. Das Jahr, in dem diese Vor­
spiegelung falscher Tatsachen von Potjomkin inszeniert
wurde, war 1787, damals, als Katharina II. das neueroberte
Land, Neurußland, in Augenschein nehmen wollte.
Die ältesten historischen Redensarten lassen sich in
russischen Denkmälern des 12. Jahrhunderts nachweisen,
so z. B. in der sog. Nestorchronik (погибоша аки Обри).
Kulturhistorisch interessant sind solche alten Sprichwörter
wie Будет и на кан ей улице праздник (Faustkämpfe
einer Straße gegen die andere) (Maks., Kli 63) oder He
убйть бобра — не видагь добра, was auf die Verbrei­
tung der Biber im Alten Rußland schließen läßt.
Die ältesten Sprichwörter geben uns Aufschluß über
altertümliche Sitten und Bräuche; sie sind Träger primi­
tiver, im Volke ausgebildeter Rechts begriffe. Ein jedes
Volk hat Sprichwörter aufzuweisen, in denen alte juristi-
- l ö ­

sche Bestimmungen ihre konkrete Form gefunden haben.


(Soz. B. über das Erbrecht: Мать при сыне не наследница,
Cel. 347.) Vielleicht sind diese Sprichwörter sogar älter
als die späteren, schriftlich fixierten gesetzlichen Bestim­
mungen. Wie der dt. Spruch „W er zuerst (zur Mühle)
kommt, mahlt zuerst“ bereits im 12. Jahrhundert bekannt
war, so finden sich auch im altrussischen Gesetzbuch
Русская Правда (X I. Jhh.) wenigstens Ansätze zu gleich­
artiger Spruchbildung.
Chronologie und Ätiologie des russischen Sprichworts
sind freilich noch wenig erforscht, und es werden sich
vielleicht weitere Anklänge an Momente aus der Ge­
schichte des Landes finden lassen.
Zu den häufig gebrauchten Sprichwörtern ä lte re n
Ursprungs gehören unter anderen die folgenden:
Ожогшися на молоцё, велено на воду дуть( Sok. 204).
Vgl. К 28. Утопали, топор давали, выплывши — ни
топорйща! Vgl. V 32 с. На тебе, убоже ( = нйщий),
что нам не гоже (Sok. 207). Vgl. F 77. Варвара не тёт­
ка, — правда сестра. Варвара ist im Volksmunde die
Folterkammer hinter der Kirche der Märtyrerin Barbara
in Moskau. Dieses Wort kann also als Auflehnung gegen
die Willkür der Zarenbeamten ausgelegt werden. Vgl.
W 12.
Eine wichtige Quelle für das ältere russische Sprich­
wort ist der „Domostroi“ , ein Handbuch für häusliche
Erziehung und bürgerliche Moral aus dem 16. Jahrhundert.
Auch der Briefwechsel des Bojaren Kurbski mit Iwan IV.
in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bietet etliche
ältere Sprichwörter.
Die von Dal’ und Snegirev vor hundert Jahren ge­
sammelten Sprichwörter sind nicht alle alt. Es lassen sich
manche als Neulinge des 19. Jahrhunderts erkennen, so
z. В. Кто не в и с т у е т ? Вся МЬсква в и с т у е т . Das
Whistspiel fand erst im 19. Jahrhundert Eingang in Ruß­
land; es war in der Folgezeit unter dem Namen винт
(Whist mit Schraube) bekannt.
Das W7ort Ходит франтом, сапогй р а н т о м verrät
den Einzug der neuen Stiefelmode. Ebenso können die
Titulierungen des Deutschen nur in einer Zeit aufgekom­
men sein, da der deutsche Handwerker und Kaufmann zu
einer alltäglichen Erscheinung im Leben des Russen ge­
worden war: Н е м е ц = колбасник oder н е м е ц —
цйрлих, манйрлих.
— 17 —

Der Rückzug Napoleons aus Rußland 1812 hat neben


Redensarten auch Sprichwörter gezeitigt, so z. В. Пуганый
француз и от козй бсжйт (Ein erschreckter Franzose
läuft auch vor einer Ziege davon). Кулак .reicher Bauer*
dürfte auch erst im vorigen Jahrhundert aufgekommen
sein.
Das Deutsche weist mehr historische Redensarten auf
als das Rassische, was nicht weiter überrascht, da ein
ganzes Jahrtausend deutscher Geschichte zu deren Bildung
reichlich Gelegenheit bot. (.Fluchen wie ein Landsknecht*,
fEs geht da zu wie im Bauernkrieg*, ,Als wenn der Schwed*
dagewesen wär* usw.) Die Zahl der historischen Sprich­
wörter dagegen ist, wie im Russischen, recht beschränkt.
Wollte man unter historischen Sprichwörtern nicht nur
solche verstehen, die zur politischen Geschichte Beziehung
haben, so würde sich deren Zahl um etliches erhöhen.
(,,Je näher Rom, je schlimmer Christ“ — kirchliche Zu­
stände um 1500.) Die literarisch belegbaren, dem Volks­
munde aber fremden sog. historischen Sprichwörter sollten
nicht mitgezählt werden.
Über die Entstehungszeit, mindestens aber über die Entwicklungs-
Zeit der Verbreitung der d e u ts ch e n Sprichwörter sind gang der Sprich-
wir recht gut unterrichtet. Ein beträchtlicher Teil des Wörter
deutschen Sprichwörterschatzes hat schon im Mittelalter
seine feste Prägung erhalten, und einzelne Sprüche lassen
sich bis ins 10. Jahrhundert hinauf verfolgen. Den Unter- •
suchungen Fr. Seilers (1922) und besonders S. Singers
(1944—47) verdanken wir weitgehenden Aufschluß über
die Anfänge des deutschen Sprichworts in seinem lateini­
schen (mlat.) oder mittelhochdeutschen (mhd.) Kleide.
Zu den ältesten deutschen Sprichwörtern gehören unter
anderen: „Eigener Herd ist Goldes wert.“ „Jeder strecke
sich nach seiner Decke“ (Wa I. 565). „Nicht alle Vögel
sind Falken“ (Wa 4, 1661).
Die Blütezeit des deutschen Sprichworts ist längst
vorüber. Seit dem 19. Jahrhundert sind nur ganz wenige
Sprichwörter in Umlauf gesetzt worden, so z. B. „D ie
Eisenbahn und der Tod warten auf niemand“ (Se 37).
Neuzeitliche Redensarten gibt es dafür eine Menge (,Es
geht wie mit Dampf*, ,Ein Ventil öffnen*, ,Auf das tote
Gleis schieben*, ,Den Anschluß versäumen*, ,Er hat eine
lange Leitung* u. a. m.).
Die Entwicklung und Verbreitung des ru ssisch e n
Sprichwortes hat nicht den gleichen Weg genommen wie
2
— 18 —

die des deutschen. Während das russische Sprichwort,


auf breiter bäuerlicher Grundlage erwachsen, sein volks­
sprachliches Gewand selten abgelegt hat und — in früherer
Zeit, d. h. etwa bis zum 18. Jahrhundert — über den Lebens-
krois der Bauern und Kleinbürger hinaus keine nennens­
werte Geltung erlangen konnte, hat die deutsche Gnomik
im Mittelalter einen gelehrten, vorzugsweise didaktischen
Anstrich erhalten. Es waren freilich nicht allein Kleriker,
die Sprüche erfanden und sie von der Kanzel herab unter
das Volk brachten; auch die Vaganten (Spielleute und
fahrende Schüler) improvisierten gern lateinische Reim­
sprüche zum Ergötzen der Zuhörer. In jener Zeit entstand
das Wort „Schreiber und Studenten sind in der Welt
Regenten“ .
Manches Dichterwort hat sich nachmals als Sprich­
wort behaupten können. Von nachhaltigem Einfluß auf
die Pflege des deutschen Sprichworts waren die Kloster-
und Domschulen des Mittelalters. Gehörte es doch noch
in der Humanistenzeit zum Schulunterricht, daß Denk­
sprüche erklärt und auswendig gelernt wurden. Zu den
bekanntesten und endlos interpretierten Schulsprüchen
gehört unter anderen „Morgenstunde hat Gold im Munde“
= »Aurora musis amica*.
Das späte, erst im 19. Jahrhundert belegte W ort
x Повторёнье — мать ученья = »Repetitio est mater
Studiorum* läßt gleichfalls auf gymnasialen Einfluß
schließen.
Solche aus humanistischer Wurzel entsprossene spät­
russische Sprichwörter, die auch schon im 18. Jahrhundert
von der Kiewer Lateinischen Akademie aus nordwärts
gewandert sein konnten, bilden nur einen Tropfen im
Meer der echten, volkstümlichen Weisheitssprüche des
russischen Bauern. Rednerisch begabt, wie er ist, unter­
scheidet der spruchbildende Bauer scharf zwischen guter
Rede und gutem Sprichwort: Одна речь не пословица.
Das soziale Die Sprichwörter beider Völker empfehlen Wohltätig-
Sprichwort keit („Almosengeben armet nicht“ — Дорога мйлостыня
в скудости und Рука дайщ его не оскудеет) und
sehen in der Armut des Nächsten keine Schande („Armut
schändet nicht“ — Бедность не порок). Überdies aber
empfindet das russische Volk die Armut, ebenso wie
Schuld und Bestrafung des Volksgenossen, als Unglück
und bekundet ein tiefes Mitleid mit dem ins Unglück
Geratenen. Бедность — святое дело.
— 19 —

Die Reichen kommen im Sprichwort nicht gut weg.


Unmißverständlich äußert sich auch der Grimm der Unter­
drückten gegen die herrschenden Klassen, und hier redet
das deutsche Volkswort eine wuchtigere Sprache als das
russische. Wir müssen uns das wohl so erklären, daß der
Gegensatz zwischen Herr und Knecht, Edelmann und
Bauer in deutschen Landen während der spruchbildenden
Zeit einen stärkeren Niederschlag finden mußte als die
Unzufriedenheit des russischen Bauern in der frühen
Zarenzeit. Der geduldige, leidensfähige und gottesfürchtige
russische Bauer, in äußerste Not geraten, stand erstmalig
1606 gegen die Bojarenherrschaft auf.
Die Resignation des russischen Bauern kennzeichnet
im übrigen das bekannte Sprichwort: Царь далеко,
а Бог высоко (D 1.5 und 117). Den Reichen fürchtet
der Bauer wie den Bären des Waldes: Богатый силён,
что медведь (D I. 54).
Wenn der russische Bauer vom Frondienst sagte:
Дворйнская служба — красная н^жда, so meinte der
deutsche im Mittelalter:...,,Wer sich im Herrendienst zu
Tode arbeitet, den holt der Teufel“ (Se 336), oder: „J e
größer Herr, je wild’rer Bär“ (K 2771). An der Berech­
tigung des Adels zu seinen Vorrechten zweifelt das alte
W ort: „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da
der Edelmann?“ (Dü I. 11). Eng.
Den Rat, sich zu fügen und zu dulden, erteilt das rus­
sische Sprichwort viel eindringlicher als das deutsche, so
z. В. Лучше самому терпеть, чем другйх обижать
(D I. 99).
An keinem Stande geht das Sprichwort kritiklos vor­
über, auch am B a u e rn stä n d e nicht. Nur ist die Gering­
schätzung des Bauern im deutschen Urteil verletzender
als die gutmütige Selbstbespöttelung des Russen. Für das
sehr alte und, erfreulich genug, veraltete Wort „Der
Bauer und sein Stier sind zwei grobe Tier“ , in ganz West­
europa bekannt, läßt sich kein russisches Seitenstück
finden. Ein ähnliches Vergleich finden wir in einem Pro-
verbium des späteren Mittelalters: „Rusticus est quasi Rind,
nisi quod sibi cornua desint“ (Wegeier, Phil, patrum 2770).
Das ehrliche H a n d w erk gilt beiden Völkern als die soli­
deste Grundlage der bürgerlichen Existenz, obgleich dem
Nachbar im Osten eine Zunftordnung unbekannt war:
„Handwerk hat goldenen Boden“ = Ремесло — золотой
кормилец.
2*
— 20 —

Ebenso einmütig wie im Lobe des Handwerks sind beide


Völker in der Beurteilung des kleinen Kaufmanns, dem
Lügen und Betrügen zur Last gelegt wird: „Krämer lügen
gern“ (K 3522, schon Cicero: ,Nihil mercatores enim pro-
ficiant, nisi admodum mentiantur*) = Не солгать, так
и не продать. Auch öeh.
Das Sprichwort Bei der Gegenüberstellung der Sprichwörter der beiden
als Kritiker Nachbarvölker taucht unter manchen anderen Fragen nach
Charakter, Mäßigung, Temperament, Witz des einen oder
anderen Volkes auch die Frage auf: Welche Menschen und
welche menschlichen Eigenschaften sind es, die der Volks­
witz und die Volkskritik am schärfsten angreifen? Die
spitzen Pfeile des Sprichworts, mag es deutsch oder
russisch sein, richten sich auf die gleichen Ziele: sie treffen
die Faulen, die Dummen, die geizigen Reichen, die herri­
schen Unterdrücker, die Ausbeuter, die Volksverdummer,
die betrügerischen Händler. Sind im Westen die mittel­
alterlichen Pfaffen eine beliebte Zielscheibe der Volks­
satire, so sind es im Osten die Popen.
Bezeichnend für das russische Sprichwort ist die Ver­
spottung des Großbauern (Kulaken) und der bestechlichen
Beamten.
Der faule Bauer wird in gleicher Weise getadelt wie der
reiche Faulpelz, der Geizhals im Dorf ebenso wie der im
Herrenhaus. Kleine menschliche Schwächen, solange sie
nicht ausarten und der Lebensfreude dienen, wie Trinken
und Kartenspiel, duldet das russische Sprichwort lento
risu.
Volkscharakter Was das Sprichwort als Spiegel der russischen Mentali­
tät dem deutschen Leser ferner verrät, ist die beispiellose
Gastlichkeit eines jeden Russen, ob reich oder arm. In
unserer Sammlung stehen 28 russische Gastsprüche gegen
elf deutsche. Daneben kommt die Freigebigkeit mit 18 Be­
legen zu Wort.
Die Langmut des schlichten Mannes im Ertragen seiner
Lebensnöte und seine Ergebenheit ins Unabänderliche
sind beim Stichwort »Geduld* mit elf (gegen vier deutsche),
bei ,Schicksal* mit 13 Beispielen belegt. Die Heimatliebe
des Russen und sein Sinn für Häuslichkeit ist nicht ge­
ringer als der des Deutschen. Entsprechen doch dem all­
bekannten deutschen Wort „Eigner Herd ist Goldes wert“
vier russische Sprüche.
Antinomien Die Volksweisheit besteht nicht engherzig auf ein er
Maxime, sobald sie erkannt hat, daß unter Umständen
— 21 —

auch das Gegenteil wahr sein kann. Daher die mancherlei


Widersprüche unter den Wahrworten. Man vergleiche:
»Eile mit Weile* und »Zeit verloren, alles verloren*, oder
»Mit der Wahrheit kommt man am weitesten* und »Wahr­
heit bringt Gefahr*. Ferner: Скупость мать пороков
und скупость — не глупость, oder у кого денег мало,
у того ума не бывало und разума много, да денег нет
USW.
Zu den Kennzeichen des Sprichworts gehört seine seit Zur Form des
alters feststehende und von einer Generation auf die andere Sprichworts
vererbte Form, die selbst für den Zeitgeist verbindlich ist.
Hat ein Spruch hier und da einen doppelten Wortlaut,
so handelt es sich um ganz unwesentliche, oft landschaft­
lich bedingte Abweichungen formeller Art.
Solche Abweichungen sind im folgenden durch Klam­
mern kenntlich gemacht.
Das oberste Stilgesetz des Sprichworts ist die Kürze.
Sehr häufig sind die Vierwort-Sprüche, wie z. B. »Wie ge­
wonnen, so zerronnen*, oder знать паву по перьям;
много знать — мало спать. Dreiwort-Sprüche sind im
Russischen häufiger als im Deutschen: »Nach Liebe Leid*,
oder Конец делу венец; по работе плата; начйн дело
красит. Seltener verwendet die Gnomik extreme Kurz­
sprüche wie ,Würden — Bürden*, oder Лисйца — льстйца.
Die rhythmische Gliederung des Sprichworts ist man­
nigfaltig, wenn auch nicht immer regelrecht. Eine beson-
eere Vorliebe für ein bestimmtes Versmaß läßt sich nicht
eindeutig feststellen. Im deutschen Spruch mag der Tro-
dhäus überwiegen, im russischen der Jambus. Nach Dal*
(S. X X II) eignet sich für das Russische der Anapäst
( и—) oder ein gefühlsmäßig aufgebauter Mischvers
besser als der reine Jambus (u ± ) . Beispiele: Рано
встала да мало напрйла; не на зеркало пеняй, что
рожа крива. Ein solches Versmaß gibt dem Sprich­
wort einen eigenen Wohlklang, eine sanghafte Note.
Auf das deutsche wie auf das russische Sprichwort
trifft die Beobachtung zu, daß es gern ein schmuckes
Röcklein anzieht, das ihm Rhythmus und R e im genäht
haben.
Schätzungsweise ein gutes Drittel der russischen Sprich­
wörter weist den E n d re im auf, der Anteil der deutschen
Reimsprüche am gesamten Spruchschatz mag noch größer
sein. Im Reim und Rhythmus erlaubt sich das Sprichwort,
wie jede Volksdichtung, manche Freiheiten. Mitunter wird
— 22 —

der Reim durch bloße Assonanz ersetzt: Горе — вдвое,


голод —■ повод, заставят — посадят. Auch die Regeln
der Schulgrammatik gelten für das Sprichwort nicht un­
bedingt.
Das wichtigste Mittel der inneren Formgebung des
Sprichworts ist die Bildhaftigkeit: „W o es Mode ist, trägt
man den Kuhschwanz als Halsband.“ Die Mittel der
Bildhaftigkeit sind mannigfaltig.
Die G e g e n ü b e r s te llu n g : „Heute rot, morgen tot.“
Сегодня живой, завтра святой.
Die M e ta p h e r: „M it den Wölfen heulen . . .“ С вол­
ками жить, по-волчьи выть.
Der V e r g le ic h findet hauptsächlich in der Redensart
Verwendung, seltener im Sprichwort: Упрймый, как
бык; идёт, как плывёт.
Die P a r a d o x ie : „Ein Mann, kein Mann.“ „Arm sein
ist keine Schande — wenn man nur Geld genug hat.“
Яйцо учит курицу. Одйн раз не в счёт.
Die M e to n y m ie : „D ie Wahrheit will an den Tag.“
Нужда закон ломает.
Die S y n e k d o c h e : „D er Reiche hat die Rinder, der
Arme die Kinder.“ У богатого телйта, у бедного
ребйта.
Die H y p e r b e l: „W er’s Glück hat, dem kalbt ein Ochs.“
К ому пайт, у того и бык дойт.
Die P e r s o n ifiz ie r u n g . Finden die aufgezählten Mittel
der Bildhaftigkeit im Sprichwort beider Sprachen in glei­
cher Weise Anwendung, so geht die Personifizierung im
deutschen Sinn andere Wege als die russische Personifi­
kation, richtiger: Konkretisierung. Das deutsche Sprich­
wort veranschaulicht gern einen Ausspruch durch sub­
stantivische Bildungen wie Eilesehr, Wartmann, Geh­
gemach, Lebelang, Schenk und Gebert, Borghard und
Lehnhard, Neidhart und Lügehart, Dummert und Faulert
u. a. m.
Die russische Spruchdichtung verwendet für abstrakte
Handlungen, für das unbestimmte ,man tut*, oder ,man
sagt*, einen richtigen Personennamen: Федот, да не тот;
всяк Еремёй про себй разумей; у людей Ананья,
а дома каналья; Андрей всех мудрей; Иван ни
Б огу, ни нам; Иван пожал, Иван и пожрал и. а. т .
Auch Naturerscheinungen personifiziert man gern,
indem man sie mit Verwandtschaftsnamen belegt: Месяц,
родной батюш ка; солнце, родная матушка; дед-
— 23 -

м ор оз; зори роднйе сестрицы (die leiblichen Schwester­


chen der Abendröte = Dämmerung) u. a.
Beliebt ist ferner die Verbildlichung eines Gedankens
durch Einführung eines Haus- oder Waldtieres. Am häufig­
sten treten Katze und Hund sowie W olf und Bär auf.
Von den Haustieren spielen außerdem die Kuh und
das Schwein im russischen Sprichwort eine größere
Rolle als im westeuropäischen. Der Esel hingegen kann
bedeutend mehr deutsche Sprüche für sich buchen als
russische.
Einen weiteren Unterschied in der Formgebung der
Sprichwörter finden wir, wenn wir die deutschen, insbeson­
dere niederdeutschen sog. Sagworte („Alles mit Maß“ ,
sa g te der Schneider, ergriff die Elle und verprügelte den
Lehrling) den russischen F ra g Worten gegenüberstellen:
За что? Не суйся, пйтница, поперёд средй! —
За что бьют человека ? Чтоб другйм страху на­
гнать. — К.чем^ спешйть? Ведь не горйт. — Здоров
ли, Шймка ? Давно ли с шйнка ? — (Bist du gesund,
Schimka? Seit wann aus der Schenke?)
Eine Sonderart bilden die russischen Sprichwörter,
die Frage und Antwort zugleich enthalten und so einen
dramatischen Charakter gewinnen. Собака, чего лаешь ? —
Волков пугаю. — Собака, чего хвост поджала ? —
Волков боюсь. Siehe auch »Müßiggang*, »Trägheit* und
andere Beispiele.
Die zahlreichen, oft schwer zu übersetzenden Verklei­
nerungswörter der russischen Spruchrede wollen auf das
Gemüt wirken und verleihen dem Sprichwort eine gewisse
lyrische Wärme. Beispiele: батюшка, матушка, сестрйца,
сестрйчка, птйчка, птаь« «а, лисйчка,» плутйшка,
ворйшка, солнышко, земелька, хлебушка, пирожок,
винцо, водка, водочка (Wässerchen). Anlage des
Für die vorliegende synoptische Sprichwörtersamm- Büchleins
lung habe ich die alphabetisch-sachliche Ordnung ge­
wählt, weil diese wegen der Übersichtlichkeit die einzig
richtige und praktische genannt zu werden verdient.
Die Stichworte, die sich aus dem Sinne der Sprüche
(Faulheit, Bestechlichkeit) ergaben oder sich auf das
Hauptleitwort bezogen (Katze, Esel, Leben, Macht),
sollen das Auffinden eines deutschen Spruches und der
russischen Entsprechung erleichtern. Darum bin ich auch
vom D e u ts c h e n ausgegangen:
Bei einer Einordnung der Sprichwörter in bestimmte
— 24 —

Lebens- oder Vorstellungsgebiete würde es oft schwer sein


zu entscheiden, welchem Bezirk dieses oder jenes Wort
zuzuweisen wäre. Zudem lassen manche Sprichwörter eine
doppelte Auslegung zu.
D a l’ gliedert seinen umfangreichen Stoff in 180 Kate­
gorien (Angst, Dummheit, Glaube, Sünde, Ende, Betrug
usw.), deren jede mindestens hundert Sprüche und Redens­
arten enthält. Im Buche zu blättern ist ungemein auf­
schlußreich. In der Fülle der Sprichwörter aber eines, das
man sucht, herauszufinden, ist recht schwer. Denn die
Anzahl der direkt oder indirekt in eine Kategorie gehöri­
gen Sprüche und Redensarten ist beträchtlich. Eine kleine
Erleichterung bietet dem Leser vielleicht der Umstand,
daß ein Sprichwort meist in mehreren Abschnitten er­
scheint.
Die formal-alphabetische Ordnung nach dem ersten
Buchstaben des Sprichworts hat man wegen der totalen
Unübersichtlichkeit mit Recht fallen lassen. Düringsfeld
bedient sich leider noch eines gemischten Systems, das
dem Benutzer recht viel Zeit abringt.
Vom R u s s is c h e n aus habe ich versucht, dem Sach­
gebiet-System mehr Rechnung zu tragen, indem ich ein
besonderes Register von Stichworten — alphabetisch ge­
ordnet — der Sammlung beigefügt habe.
Es läßt sich freilich auch bei unserem System nicht
vermeiden, daß im folgenden einzelne Sprichwörter sich
wiederholen, wenn sie zwei gleichwertige Stichworte ent­
halten. Die doppelte Anführung eines Spruches erfolgt
also vorsätzlich.
Die deutschen Sprichwörter sind in der Hauptsache
nach K ö r te zitiert, dessen Sammlung fast alle für unsere
Zwecke benötigten Sprichwörter bietet.
Für die russischen Sprichwörter erübrigt sich eine
Quellenangabe im einzelnen, weil fast sämtliche Sprüche
bei Dal* belegt sind. Bei Dal’ nicht ermittelte Sprich­
wörter sind mit einem Hinweis auf eine andere Sammlung
(Sn, 1 1) versehen. Ganz vereinzelt treten neuere, münd­
lich umlaufende (*) oder ältere, bei Dal’ nicht verzeich-
nete Sprüche auf, wie z. В. Пей, да дело разумей.
Die A u sw a h l der russischen Sprichwörter hat sich
nicht auf solche beschränken lassen, die zeitlosen Wert
haben, also heute noch als zeitgemäß passieren; es mußten
vielmehr auch prägnante Sprüche zu Worte kommen, die
das Kulturleben im vorigen Jahrhundert beleuchten. Unser
— 25 —

Interesse dürften auch die Volksworte beanspruchen, die


auf die Verfolgung liberal denkender Bürger anspielen
(Смелых ищй в тюрьме. Дальше солнца не сош л ет
и. а.). Neben solchen Worten von historischem Wert wird
der Leser in unserer Sammlung etliche Sprüche finden,
die heute weniger gebräuchlich, vielleicht gar schon un­
gebräuchlich sind. Es ist aber nicht Aufgabe dieser Zu­
sammenstellung, den Grad der Lebensfähigkeit eines
Sprichwortes zu untersuchen.
Zu den altbewährten Sprichwörtern hat sich ein
Dutzend neuester, sowjetischer Sprüche gesellt.
Wollen wir hoffen, daß der Erforschung der Geschichte
des russischen Sprichworts in einer nahen Zukunft eine
neue, vielleicht reduzierte Ausgabe der Sprichwörter
D a l’e folgen wird.
Den deutschen Übersetzern und Lehrern wäre ein
neues alphabetisch-sachliches Gesamtverzeichnis der russi­
schen Sprichwörter, die jüngsten miteingerechnet, sicher­
lich willkommen. Wer aber hat heute Zeit und Lust, sich
an eine solch große Arbeit zu wagen ?
Unsere Sammlung, die 2500 deutsche und 3500 russi­
sche Sprichwörter aufweist, hat sich zur Aufgabe gemacht,
dem Spruch der einen Sprache einen adäquaten aus der
anderen gegenüberzustellen.
Ließ sich für ein deutsches Sprichwort keine Ent­
sprechung und auch kein Simile finden, sprang hin und
wieder eine Redensart in die Bresche; oft aber mußte ich
mich mit einer Klammer [ ] als Fehlanzeige begnügen.
Es soll natürlich zugegeben werden, daß sich bei einer
gründlicheren Forschung doch noch das eine und das
andere Analogon wird entdecken lassen, so daß manche
Lücke ausgefüllt würde.
Für Hinweise aus dem Leserkreise wäre der Kompilator
dankbar.
Eine fehlende .deutsche Entsprechung wird grundsätz­
lich durch eine Übertragung des russischen Wortes ins
Deutsche ersetzt. Hier und da schien eine wörtliche Über­
setzung des Spruches oder auch nur eines Ausdrucks am
Platze zu sein.
Neben den halbfett gedruckten Schlagwörtern weisen
die Wörter in Sperrdruck darauf hin, daß das Sprichwort
an anderer Stelle unter einem zweiten Stichwort angeführt
ist. (Alter M ann , alle F lü sse , Kind — B ru n n en usw.)
Da in einer deutsch-russischen Synopse außerdeutsche
— 26 —

Parallelen, so aufklärend sie auch sein mögen, nur spar­


sam gebraucht werden dürfen, habe ich mich meist mit
bloßen Hinweisen begnügt. So besagt z. B. eng. oder ceh.t
‘ daß es im Englischen resp. Tschechischen ein sinngleiches
Sprichwort gibt. Die holländischen und nordischen Paral­
lelen weisen meist auch die gleiche Bildlichkeit auf wie der
deutsche Spruch. Diese Gleichheit des Bildes ist in auf­
fallenden Fällen durch ,Dt. = dän.‘ oder ,Dt. = nord.‘
unterstrichen worden.
Ein ,Pw‘ hinter einem Sprichwort besagt, daß Pawlow-
ski, der Autor des reichhaltigen und unersetzlichen rus­
sisch-deutschen Lexikons, den deutschen Spruch einer
größeren Sammlung entnommen hat. Es war mir im ein­
zelnen nicht immer möglich nachzuprüfen, aus welcher
Sammlung das Wort stammt. Selbständige, weiter nicht
belegbare Übersetzungen russischer Sprichwörter weist Pw
auch auf, doch das sind nur Einzelfälle.
Wie man sich nun zu Umfang und Auswahl der vor­
liegenden Sammlung stellen mag — es werden einige
Kritiker vielleicht m ehr Sprichwörter erwartet haben —,
die erdrückende Mehrzahl der Beispiele ist durchaus aktuell.
Auf Schritt und Tritt, im Roman oder in der Wochen­
schrift, in der offiziellen Rede wie im zwanglosen Gespräch
grüßt uns das alte russische Sprichwort — die nicht zu
missende Würze der Alltagssprache.
Aber auch die moderne deutsche Prosa, mag sie noch
■ so sachlich und nüchtern sein, legt Zeugnis dafür ab, daß
sie ungern auf ein erfrischendes W ort aus dem altüber­
lieferten Sprichwörterschatz verzichtet.

Die Sprich Wörtersammlungen, chronologisch


D e u ts ch e
X . Jahrhundert Althochdeutsche Sprichwörter als Ausfluß der im Volke
umlaufenden Spruchweisheit finden wir um das Jahr 1000
in den Schriften des Mönchlehrers N o tk e r Labeo.
X I. Jhh. E g b e r t von Lüttich bietet uns in seiner „Fecunda
ratis“ (1023) neben entlehnten Sprüchen über 200 ein­
heimische.
X II.—X III. Jhh. Es sind uns sieben kleinere Sammlungen in lateinischer
Sprache bekannt.
In neuerer Zeit sind zwei größere Sammlungen von
gereimten lateinischen Sinnsprüchen und Sprichwörtern
erschienen:
27 —

W e g e ie r , „Philosophia patrum“ , 1877, enthält ganze


3500 Nummern;
W e rn e r, „Latein. Sprichwörter . . 1912.
Auch dieser Zeitraum weist sieben kleinere Sammlun- X IV —XV. Jhh.
gen deutscher oder deutsch-lateinischer Sprichwörter auf,
daneben die „Proverbia communia“ (1460 oder 1470) =
Allgemein übliche Sprichwörter, 800 an der Zahl.
Kurz vor 1500 erschienen des Joh. F a b ri „Proverbia
metrica“ . Das sind deutsche und latinisierte einheimische
Sprüche, darunter etwa 200 echte Sprichwörter.
Im Jahre 1500 erschien zu Paris des E rasm u s von
Rotterdam Büchlein . . Paroemiarum collectanea“ , das
in kurzer Zeit ganze 50 Auflagen erlebte. Das Buch enthält
800 aus antiken Schriftstellern gesammelte Sprichwörter.
Weniger bedeutend ist die Sammlung des Humanisten
B e b e l mit 600 Nummern.
Erwähnung verdient die erste umfassende Sammlung XVI. Jhh.
niederdeutscher Sprichwörter durch Tunnicius (1514).
In der Reformationszeit ist es A g r ic o la , der 1529 der
Nachwelt „Dreyhundert gemeyner Sprichwörter“ nebst
Auslegung überliefert hat. In späteren Ausgaben stieg die
Zahl der verzeichneten Sprüche auf 3000.
L u th e rs Sprichwörtersammlung (1530?), heraus­
gegeben von Heuseier 1824 und Thiele 1900, enthält an
500 Nummern.
Ein für die damalige Zeit gewaltiges Material hat Seba­
stian F ra n c k (1541) in seinem Hauptwerk zusammengetra­
gen; „Sprichwörter, schöne, weise, herrliche Klugreden. . . “
Frankfurt а. M. Die Sammlung ist 7000 Nummern stark.
Zu nennen wären noch Ne an ders Sammlung in drei
Büchern (1590) und vier kleinere Anthologien.
„Der Teutschen Weißheit“ , in drei Teilen, erschien XVII. Jhh.
1605 in Hamburg. Verfasser dieser Sammlung von Sprich­
wörtern und Priameln (21000) ist Friedr. Peters, alias
P e tri. Er ist der einzige Sammler, der Redensarten in
sein Verzeichnis nicht aufgenommen hat.
Wohl hat Wander erklärt, es gäbe keine Sammlung,
die eine Trennung zwischen Sprichwort und Redensart
durchführte. Peters Sammlung aber ist die Ausnahme.
Die Anordnung ist alphabetisch nach dem Anfangsbuch­
staben, also unübersichtlich.
Im Zeitraum 1610—39 erschienen die Arbeiten von
G r u te ru s , H e n isch und L eh m a n n ; zwei Florilegia
und ein Thesaurus Linguae et sapientiae Germanicae.
— 28 —

In seiner Arbeit von der „Teutschen Haubt Sprache“


gibt S c h o t t e l (1663), Buch 5, neben Redensarten auch
1230 Sprichwörter.
Eine Auswahl von Sprichwörtern bietet uns S e y b o ld s
lateinisch-deutsche Sammlung (1665)
XVIII. Jhh. Die Dichtung der Aufklärung schätzte die moralische
Belehrung und sah im Sprichwort ein Mittel, im Volke
Vernunft und Tugend zu wecken. Die Spruchsammlungen
dieser Zeit entbehren selten der »moralischen Anmerkun­
gen'.
Um die Mitte des Jahrhunderts erscheint noch eine
letzte gemischtsprachige Sammlung „Froverbia latino-
germanica“ .
Dann folgt die deutsche Sammlung des Andreas S ch e ll-
h o rn , Nürnberg 1797: „Teutsche Sprichwörter und Denk­
sprüche.“
X IX . Jhh. Joh. Mich. S a ile r, „Die Weisheit auf der Gasse“ ,
1810. Der Stoff ist nach ethischen Gesichtspunkten grup­
piert.
M. K ir c h h o fe r , „Wahrheit und Dichtung“ , Zürich
1824. Diese Sammlung enthält 4000 gemeindeutsche und
schweizerische Sprichwörter, von religiös-moralischer Warte
betrachtet.
F. G aa l, Sprichwörterbuch, sechssprachig. Wien 1830.
J. E ise le in , „Die Sprichwörter und Sinnreden des
deutschen V olkes. . .“ Freiburg 1840. Die reichhaltige
Sammlung gibt außer Volkssprüchen eine Menge Zitate
aus älteren Schriftstellern.
W. K ö r te s „Sprichwörter und sprichw. Redensarten
der Deutschen“ wurden 1837 in Leipzig herausgegeben,
in zweiter Auflage 1861. Die jüngere, verbesserte Ausgabe
enthält rund 9000 Sprichwörter.
K. S im r o c k , „D ie deutschen Sprichwörter“ , Frank­
furt а. M. 1846, vierte Auflage 1881. Die Sammlung ent­
hält mehr als 12000 Sprichwörter, aber keine Parallelen
und keinerlei Erklärungen.
Ida von D ü r in g s fe ld und Otto Frh. von R e in s ­
berg-Düringsfeld, „Sprichwörter der germanischen und
romanischen Sprachen“ . T. I, 2, Leipzig 1872—75. Diese
reichhaltige Sammlung berücksichtigt außer der Umgangs­
sprache auch zahlreiche Dialekte sämtlicher germanischen
und romanischen Sprachen. Es fehlt aber jegliche Quellen­
angabe.
Die umfassendste aller deutschen Sammlungen ist die
— 29 —

К .F. W a n d e re , der sein „Deutsches Sprichwörterlexikon“


1863—80 in 5 Bänden (Leipzig) als Hausschatz für das
deutsche Volk herausgab. Neudruck 1885. Wander hat
versucht, aus Literatur und Volksmund einen möglichst
vollständigen deutschen Sprichwörterschatz aufzubauen
und übersichtlich zu ordnen. Die Angabe der Quellen
hebt den Wert des einmaligen Werkes.
W . B in d e r , „Sprichwörterschatz der deutschen Na­
tion“ , 1873, bietet 4000 Nummern.
A. W ä c h te r , „Altes Gold in deutschen Sprichwörtern“ ,
1883. „Veraltetes, Salzloses, Frivoles“ ist hier ausge-
echaltet.
R . T r e n k le r , „Deutsche Sprichwörter“ (6275), Mün­
chen 1884.
T e tz n e r , „Deutsches Sprichwörterbuch“ , Leipzig, X X . Jhh.
Reclam 1905, bringt auch Volksreime und Wetterregeln
wie Körte.
Franz Frh. von L ip p e r h e id e , „Spruchwörterbuch“ .
Berlin 1907. Auf über 1000 Seiten hat der Verfasser mit
seinen Mitarbeitern hier einen Schatz an Volksweisheiten
zusammengetragen, Sprüche im weitesten Sinne: Sinn-
und Wahlsprüche, Epigramme, Zitate, Redensarten,
Aphorismen und Sprichwörter. Die Anordnung ist alpha­
betisch nach Schlagworten.
E. H e rg , „Deutsche Sprichwörter im Spiegel fremder
Sprachen“ . Berlin und Leipzig 1933. (Engl., Frz., Span.,
It., Lat.) Eine bescheidene Auswahl.
Zur Literatur der Sprichwörter sei verwiesen auf
N o p it s c h , Literatur der Sprichwörter, Nürnberg 1833.
Z a c h e r , Die deutschen Sprichwörtersammlungen,
Leipzig 1852.
S e ile r , Deutsche Sprichwortkunde, München 1922,
und Das deutsche Sprichwort, 1918.
Eine Aufzählung berufsprachlicher und mundartlicher
Sammlungen (z. B. Ida v. Düringsfelds Spezialsamm­
lungen) gehören natürlich nicht hierher.

B. R u s s is ch e
Es wird angenommen, daß schon vor 1600 eine Samm­
lung volkstümlicher Sprüche und Parabeln (прйтчи) vor­
handen gewesen sei, deren Quelle einerseits biblisch,
anderseits gnomisch (Menander) war.
Erhalten sind uns handschriftliche Sammlungen vom
Ausgang des 17. Jahrhunderts, deren älteste betitelt ist:
— 30 —

XVII. Jhh. 1. П овести или пословицы всенародн'Ьйшыя по


алфавйту. Der Sammler hat eine Vorlage aus dem 16. Jahr­
hundert benutzt, wie er angibt. Er verzeichnet 2780 Sprich­
wörter.
2. Eine weitere Sammlung mit über 1000 Nummern
ist der Рукопйсный сборникъ пословицъ 17. и 18.
В'ЬКОВЪ.
XVIII. Jhh. 3. Es folgt die Pogodinsche Sammlung aus dem Jahre
1714 mit 1580 Nummern.
4 —13. Illjustrov zählt zehn weitere, kleinere Hand­
schriften auf.
14— 18. In die Mitte des 18. Jahrhunderts fallen wei­
tere fünf Sammlungen mit Angabe des Entstehungsjahres.
19. С обр ате 4291 дрёвнихъ россШ скихъ посло­
виц ъ, g e d r u c k t in Moskau 1770.
20. Богдановичъ, Р у с с т я пословицы. С.-Петер-
бургъ. 1785.
X IX . Jhh. 21. Княжёвичъ, Полное со б р а т е русскихъ по-
слбвицъ . . . Petersburg 1822.
22. Снегирёвъ, Р у с с т я народныя пословицы и
прйтчи . . . Moskau 1848. 2. Auflage: Новый сборникъ
русскихъ пословицъ . . . Moskau 1857.
Snegirev ist der erfolgreichste Sammler vor Dal’.
Beträgt doch der Ertrag seiner Arbeit 10600 Sprichwörter.
23. Пословицы русскаго народа . . . В. Даль.
Москва 1862. W. Dal*, dänisch-deutscher Abstammung,
Marine-Offizier, später Dr. med., Verfasser des großen
erklärenden Wörterbuches der russischen Sprache, hat sich
jahrzehntelang der Sammelarbeit gewidmet und an 30000
Sprichwörter und Redensarten aufgezeichnet; davon etwa
6000 aus schriftlichen Quellen (Nr. 21, 22), die übrigen
unmittelbar aus dem Volksmunde. DaPs umfangreiche
Sammlung erlebte 1879 eine Neuauflage, die dritte Auf­
lage erschien 1904.
Die moderne Wissenschaft tadelt an DaPs Werk die
„ungenaue Thematisier ung“ (Gr. Sow. Enzykl., Bd. 13),
d. h. die unübersichtliche Einordnung des Stoffes, und die
mangelhafte Unterscheidung zwischen echter Volksweis-
heit und Gassenwitz.
Nicht unerwähnt soll die fleißige Kleinarbeit bleiben,
die von örtlichen Organen geleistet worden ist und DaP
für sein Standardwerk gutes Material geliefert hat. Ich
meine die bescheidenen Sprichwörter-Aufzeichnungen im
inoffiziellen Teil der vielen Gouvernements-Anzeiger
— 31 -

(Г убёрн сю я В ед ом ости ), die um die Mitte des 19. Jahr­


hunderts wertvolle volkskundliche Beiträge brachten.
(Näheres bei Rljustrov, S. X X I I I ff.b
Von neueren, heute schwer zugänglichen Sammlungen
wären noch zu nennen:
24. Шафранов, Р у с с т я народныя пословицы . . .
1881.
25. В е р х о в стй , Сборник русских пословиц СПБ.
1883.
26. Гольдгарт-Ландау, Р у с с т я пословиц ы . . .
1888.
27. М йхельсон, М 'Ьття и ходяч1я слова. СПБ.
1894.
28. Тимошенко, Литературные первоисточники...
300 русских пословиц. Шев 1897.
Auf die Anführung von einem halben Dutzend an­
spruchsloser, meist landschaftlich bedingter, großrussischer
Sammlungen verzichtend, nenne ich abschließend:
29. И. И ллйстров, Сборник россШ ских пословиц. X X . Jhh*
Шев 1904. Titel der vermehrten Auflage:
30. Жизнь русскаго народа в его пословицах.
СПБ. 1910.
Der Autor zieht keine scharfe Grenze zwischen Sprich­
wort und Redensart (поговорка), weil beides Aussprüche
sind, die in knapper Form eine Wahrheit ausdrücken.
Die поговорка braucht aber kein ganzer Satz zu sein,
wie der Autor einschränkend bemerkt.
Der Stoff (etwa 5000 Nummern) ist nach Lebens­
gebieten in 20 Hauptstücke aufgeteilt. Ein Namen-' und
Sachregister erleichtert die Benutzung des Buches. Wert­
voll ist die Literaturangabe sowie die ausgiebige Quellen­
angabe für das einzelne Sprichwort.
31. Eine Auswahl russischer Sprichwörter (600) hat
WTill O esch ins Deutsche übersetzt. Zürich 1945.
32. Den Versuch, russische und französische Sprich­
wörter zu vergleichen, hat Roznovskij (Р о ж н о в стй )
1900, Wilna, unternommen. Er behandelt 884 Nummern.
33. Russische Sprichwörter mit englischer Übersetzung
hat B a u e r-C z a rn o m s k i herausgegeben: Proverbs in
Russian and English, London 1920.
34. Mit einer mir leider nicht näher bekannten Кнйга
пословиц hat Кнйзев die Reihe der Sammlungen ver­
vollständigt, Leningrad 1930.
35. Die Bauernweisheit im Sprichwort hat А. Ермолов
— 32 —

1905, St. Petersburg, zusammengefaßt in der Sammlung:


Народная сёльско-хозййственная мудрость в послб-
вицах.
36. Die jüngste Untersuchung des russischen Sprich­
worts nach Art, Inhalt und Form gehört der Feder
I. K lim e n k o s an. Bern 1948.
37. Unter den handschriftlichen Quellen des 19. Jahr­
hunderts, die heute lediglich für den ernsten Forscher von
Wert sind, wäre das Manuskript des bekannten Sprach­
forschers A. V o s t o k o v (Osteneck) mit 1200 Sprich­
wörtern zu erwähnen. 1816.
38. M. M as so n hat 1868 einen Teil seines großangeleg­
ten Werkes „М удрость народная в пословицах у
немцев, русских . . usw. veröffentlicht. Es sollte über
12000 Nummern umfassen, nämlich 3360 russische, 2780
deutsche, 2500 französische, 800 lateinische, 650 polnische,
575 englische, 530 italienische, 325 serbische, an 200 spa­
nische, 180 ukrainische. Massons Vorarbeiten sind für die
vergleichende Sprichwortkunde von unzweifelhaftem Wert;
leider ist das Werk, in der Hauptsache noch Manuskript,
für uns völlig unerreichbar.
39. Abschließend sei das fundamentale Werk von
F. L. C e l a k o v s k y genannt: Mudroslovi narodu slovan-
sköho ve prlslovi'ch. Prag 1851, dritte Auflage Prag 1949.
Vom Tschechischen ausgehend, bringt der Autor eine Fülle
von Sprichwörtern aller slavischen Völker, darunter wert­
volle russische Parallelen. Sprichwörter und Redensarten
(pofekadla) erscheinen in voneinander gesonderten Teilen.
40. In seinem Werk Русский фольклор, 1938, wid­
met Ю. M. Соколов dem russischen Sprichwort ein
eigenes Kapitel, in dem er auch neuere, in sowjetischer
Zeit entstandene Volksworte behandelt.
Für den Hinweis auf die letzten beiden Werke bin ich
Herrn Prof. Schneeweis, Berlin, dankbar.
Al — 33 — А 10

А
1. Wer А sagt, muß auch В sagen Затянул песню, так ведй до к о н ц а.
( K l ) . Nord.; Eng. Y ou can’t say Назвавшись груздем ( г р и б о м )
A without saying B. полезай в кузов.
(Trage, was du dir aufbürdest.) (W illst du ein Pilz sein, dann
marsch in den Korb.)
2. Man soll den T a g nicht vor dem Хвалй утро вечером. Зорй день по
Abend loben. Mlat., frz., it.; eng. вечеру. Хвалй жизнь прй смер­
Fraise a fair day at night. ти, а день вечером. Цыплйт по
осени считают.
Вечер покажет, каков день был
(Cel. 264). Ceh.

3. Je später der Abend, je schöner Dagegen: Первому гбстго первое


die Leute (K 9). So pflegte man den место .и красная ложка.
späten Gast zu trösten. Dt.
Aberglaube.
4. [Fürchte dich nicht vor schnellem Быстрой воды не бойся, черти
Wasser: die T e u fe l hausen in водятся в тйхой воде.
stillem Wasser.] г

5. Früh am Morgen schwarze Katze: Ёсли путешественнику кбшка пс-


Unheilsbote, Schicksalsfratze ребежйт дорогу, — плохая при­
(Bi 2044). мета.
♦Läuft die Katze links, Glück (Überquert eine Katze vor einem
bringt’s, läuft sie rechts, dann Fußgänger den Weg, so ist das
pecht's. ein b ö s e s Z e i c h e n . )
6. [Hegen während der H o c h z e it Дождь во время с в а д ь б ы хор о­
ist ein g u te s Z e ich e n .] шая примета.
7. M a i h e i r a t , üble Heirat. Кто в мае женится, будет маяться.
Lat. (Ovid, Fasti).

8. [Fürchte dich vor einem Schiel­ К осого да рыжего бойся, как злого
äugigen und einem R o t h a a r i g e n пса.
wie vor einem bösen Hunde.] Vgl.
Rot.
9. [Einem verschlagenen Menschen У хйтрого человека борода не
wächst der B a r t nicht.] растет.
10. [Wer die S c h w i e g e r m u t t e r Кто тёщу не бьёт, тот на том свете
nicht prügelt, der bat im Jenseits зайцеь пасёт.
Hasen zu weiden.]
з
All - 34 — Al

11. [Warum soll ich eine W i t w e Что же мне женйться на вдовё?


heiraten? Wenn ich gestorben bin, Умру, а на том свете у менй
-werde ich im Jenseits keine Frau женьг не будет.
haben.] Nach dem Volksglauben ver­
einigen sich die Witwer im Jenseits
mit ihren ersten Frauen.
4

12. [Das Haus, in dem K a k e r l a k e n В доме, где [живут] тараканы


(Schaben) leben, ist vor Feuer безопасно от пожара.
sicher.]
12 a. [Ohne Vorzeichen geht nichts Без примет ходу нет (Sok. 208).
vonstatten.]
13. Der Aberglaube ist die Poesie des [ ]
Lebens . . . (Goethe, Maxim, u.
Reflex.)
13 a. *Dreizehn dürfen nicht an einem t ]
Tisch sitzen.
13 b. Wer Freitags tut Geschäfte [ ; ]
machen, des Feinde sich ins Fäust­
chen lachen (L 215).
13 c. *Man soll nicht mit dem linken [ ]
Bein aus dem Bett steigen.
14. [Richtige Abrede gibt keinen У говбр лучше денег, будь на
Streit.] Vgl. V o r r e d e spart Nach­ слово лишь добренек.
rede.
15. Wie der Acker, so das Brot (Dü Каково волокно, таково и полотно.
II. 652). Eur.
16. Adel sitzt im Gemüte, nicht im Не хвалйсь отцбм, хвалйсь мо­
Geblüte (K 40). Vgl. Ein gut G e ­ лодцом.
m ü t ist besser als ein gut Geblüt
(Wa I. 1548).
17. *Der Mensch adelt den Platz. Глупый йщет места, а разумного
и в углу вйдно.
Не место человека красит, чело­
век место.

18. Adler brüten keine Tauben (K48, Орёл орла родйт, а сова сову.
Dü 12). Lat. Aquila non generat Не родйт верба груши.
columbam. Frz., it., dän.
Vgl. Не б уде из пса солонйна
(Salzfleisch'. Uhr.
А 19 — 35 — А 32

19. Adler fangen keine Fliegen (K47, Орёл мух не ловит.


Dü 13). E ur.; Frz. L ’aigle ne Лев мышей не давит.
chasse point aux mouches.
Не гонится слон за мь'пныо.
20. Affen bleiben Affen, wenn man Свинья и в золотом ошейнике
sie auch in Sammet kleidet (K 59, свиньй.
Dü I. 14). Eur.
20 a. Affen und Pfaffen sind frei von [ ]
Strafen (Gf 436).

21. Volle Ähre neigt das Haupt. Порожний кблос выше стойт.
22. Leere Ähren stehen aufrecht
(Se 319). »» >» »» »•

23. Alle sind nicht Jäger, die das я. Schein.


Horn blasen (K 3113, Dü I. 18).

24. Es sind nicht alle Köche, die s. Schein.


lange Messer tragen (K 3462).

25. Es sind nicht alle M ö n c h e , die s. Schein.


eine schwarze Kappe tragen (Dü I.
21 ).
26. Es ist nicht alle Tage S o n n t a g Не всё коту м а с л е н и ц а .
(Dü 20). Nord.: Es sind nicht alle
Tage Backtage.
27. Alle F l üs s e münden im Meer Реками море стойт.
(K 1460). Nord., frz., it., eng.

28. Alle kleinen Wasser laufen in


»» »» »»
die großen (Dü 1 . 17). Chin. (P 408)

29. Wer es allen r e c h t machen will, На весь свет и солнышку но


muß früh aufstehen (K 69). угреть.

30. *Wer es allen recht will machen, На всех не угодйшь, у всйкого


свой вкус.
bleibt ein Narr in allen Sachen.
На весь мир не у г о д й ш ь .
31. Allen Leuten recht getan, ist eine
На всех и Бог не у г о д й т .
Kunst, die niemand kann (Se 80).
Grie. (Solon).

32. Alles mit Maß. Grie. (Sokrates?). Всё в меру.


Lat. Ne quid nimis (Terenz,
Andr. I. 1).
з*
А 33 - 36 - А 43

33. [Мао kann nicht alles mit einem На одном гвозде в с е г о не по­
Schlage tun]: Man soll nicht alle весишь.
Kleider an einen Nagel hängen
(Se 372).
34. Wer alles will gewinnen, dem Многого желать, добра не ви­
alles wird zerrinnen (He 104). дать.
Mlat. Qui totum vult, totum per-
dit. Afrz. (S II. 37 u. 134).
35. Besser allein als in böser Gemein [ ] Dagegen: Вместе тесно,
(— denn in schlechter Gesell­ а розно грустно.
schaft, К 78). Nord., Eng. Better (. . . Getrenntsein macht traurig.)
alone than in bad Company.
36. [Allein vermag auch der Tapfer­ Одйн в поле не воин.
ste wenig.] Ein Mann, kein Mann
(K 4097).
37. [Alleinsein ist selbst im Paradies И в paiö жить тошно одному.
vom Übel.] Одйн и в каше утонет.
Allgemach s. gem ach.. G 101.
38. Allzugut ist d u m m (verdirbt’s s. E s e l dulden stumm, Е 106.
gar, К 91).
Allzustraff gespannt. s. B o g e n , В 106.
39. Allzuklug ist dumm (K 92). Умный учится, дурак учит.
40. Allzuscharf macht schartig (K Ж ивй смирнее, так всем будешь
93). Erz. (Zeu 16). милее.
Куслйв был пёс, да на цепь попал.
41. Allzuviel ist ungesund (K 95). Пей, да не напивайся; играй, не
Eur.; Griech., lat. Terenz, Andr. отыгрывайся.
,.
1 1
Almosengeben (Dü I. 39, К 97) s.
A r m e n geben . . .
42. Alt genug und doch nicht klug Век пробйлся, а до ума не добйлся.
(K). (Ein Lebenlang sich abgeplagt,
und doch die Weisheit nicht
43. Alter schützt vor Torheit nicht erjagt.)
(K 121). Holl., sw., dän., rom.;
Долго прожил, да ума не нажил.
frz. Plus vieux, plus sot.
Борода вйросла, а ума не вй-
несла. Молодость не без глу­
пости, старость не без дурости.
И на старуху бывает проруха.
А 44 - 37 - А 51

44. Alter macht zwar immer weiß,


aber nicht immer weise (K 134).
Nord.у holl.; it. A testa bianca
spesso cervel manca (Weißem K opf
mangelt oft Gehirn). Vgl. A lt
wird man wohl, wer aber klug?
(Goethe, Faust II, 2).

45. Alte B ä u m e lassen sich nicht Горбатого м о г й л а исправит.


biegen (Dü I. 44). Vgl. Den B a u m Старов дерево скрипйт, да не л о­
muß man biegen, weil er noch jung мится.
ist (K 457).

Alte Böcke haben steife Hörner s.


Böcke.

46. Alte S p a t z e n fängt man nicht Старого в о р о б ь я на мякйне


mit Spreu (mit Kleie, Dü I. 49). (Spreu) не поймаешь (не об-
Eur. манешь, D. III. 71).

46a. Alter F u c h s kommt nicht zwei­


mal ins Garn (K 1656). »» »> »)

Alte Liebe s. L i e b e , L 112.

47. Wie die Alten sungen, so zwit­ Каковы дйдьки, таковы и дитятки.
schern die J u n g e n (K 113). E ur.; За что б а т ь к а , за то и детки.
eng. As the old cock crows, so
crows the young (Dü 76). Vgl.
Chin. (Vater = Sohn) (P 170).

48. Die Alten zum Rat, die J u n g e n Молодой на бйтву, а старый на


zur Tat (K 116). Grie., nord.; it. думу.
Fatti di giovani e consigli di vecchi Старый ворон не каркнет мймо
(Taten von Jungen und R at­ (опыт!).
schläge von Alten, Dü I. 74).
Das A l t e r wägt, die Jugend wagt
(Raupach, Zeu 56).

49. [Ein alter Bock hat starke Hör­ Стар козёл, да крепки рога.
ner.]

50. [Ein alter Rabe wird nicht ohne Старый ворон даром не каркнет.
Grund krächzen.]

51. [Ein altes Weib findet auch auf Старой бабе и на печке ухабы.
dem Lager am Ofen Unebenhei­
ten.]
А 52 — 38 А 59

52. Guter W e i n ist der Alten Milch [ ] В и н о веселйт сердце че­


(Dü I. 75). Mlat., sw.; frz. Le vin ловеку.
est le lait des vieillards.
53. Junge F r a u und alter Ma n n , На старости женйться, не себе
ist ein trauriges Gespann (Se 358). корысть (Gewinn).
54. Wenn ein Alter ein junges W e i b Не надолго старый женится.
nimmt, so lacht der Tod (Se 358). Вйдимая беда, что у старого жена
молода (Öel. 389). Ceh., serb.
55. Alter ist ein schweres Malter Старость не радость, [горб не
(K 128). корысть].
55a. Das Alter ist eine schwere Last »» >» »»
(Dü I. 81). Eur.
56. Alter. Was H ä n s c h e n nicht Старого пса к цепи не приучишь.
lernt, lernt Hans nimmermehr ♦Чему В а н ь к а не учйлся, того
(K 2614) Dt. Иван Иванович не будет знать.
Чем^ смолоду не научйлся, того
и под старость не будешь знать
(Sn 451).
56a. Das A l t e r ist ein höflich Mann [ ]
(Goethe, Epigr.).
V
56b. Das A l t e r soll man ehren. Старших и в орде почитают (Ceh.
i v Tatarich) (Öel 306).
57. [Das einzige Kraut gegen das От старости зелье — могйла.
Alter ist das Grab.]
58. Ameisen haben auch Galle (K И у курицы сердце есть.
138). E ur.; lat. Inest et formicae (Auch das Huhn versteht, sich
bilis; frz. La fourmi a sa colere zur Wehr zu setzen.)
(Die Ameise hat ihren Z orn ). Бывает, что и таракан кашляет.
Vgl. Dem Schwachen ist sein
Stachel auch gegeben (Schiller,
W. Teil).
59. Was deines Amtes nicht ist, Не в свой сани не садйсь.
davon laß die Finger, — da laß В чужой монастьфь свойм уставом
deinen Vorwitz (K 143, Sirach не ходй (не суйся).
3, 24).
У к а з ч и к Ерёма указывай дома.
Брат сестре не у к а з в стряпне
(. . . im Kochen keine Weisungen
geben).
А 59a — 39 — А 71

59 а. Wem Gott ein Amt gibt, dem К ому Б ог даст чин, тому даст и
gibt er auch Verstand. Dt. ум (Sn 177).
60. Ämtchen bringt Käppchen (K Д ь я к у места, что кот у теста.
153). Dt. (Der Küster im Am t wie der
Kater im Teig.)
60a. A n d e r e Hand, an deresG lü ck. Одному солнце светит, а другому
Sorb., ceh. (6el. 150). и месяц не заблеснйт. Uhr.
61. Wer sich auf andre verläßt, ist Свой глаз — алмаз.
verlassen genug (K 162). Своя рука владыка.
62. Andere Länder, andere Sitten. Что город, то норов; что деревня,
то о б ы ч а й .
63. Andre Städtchen, andre Mäd­
chen (Aus einem Volkslied). »» »j »»

64. Was du nicht willst, daß man Чего в д р у г о м не лйбиш ь, того


dir tu , das füg’ auch keinem и сам не делай!
andern zu (Tobias 4, 16; Bü 40).
Vgl. Tun.
65. Der eine klopft auf den B u s c h , М е д в е д ь плйшет, а цыган деньги
der andere fängt den V o g e l берёт.
(K 786). Eur. Vgl. Vogel. Раббтникуполтйна,мастеру рубль.
66. Aus anderer Leute B e u t e l ist Из чужбго кармана платйть легко.
gut zehren (K 612). Eur.

67. Aus andrer Leute H a u t ist gut Белые ручки чужйе трудй лйбят.
Riemen schneiden (Dü 1.92).M lat., Из чужой спины р е м е ш к й
mhd., afrz., eng. кроет. Red.
68. Andere Leute kochen auch mit И за м о р е м горох не под печку
Wasser (K 3795), сеют.

69. In anderen Ländern ißt man И за горами жив^т л ю д и .


auch Brot (K 3675, Dü 1.118).
D t.; holl. Men bakt bij een ander
zulk goed brood als hier, oder — zoo
goed brood als in Frankrijk.
70. Aller Anfang ist schwer (K 166). Страшно дело до н а ч й н у .
Eur., mlat.; eng. The begirmings
Лиха беда начало*
are always hard (Dü I. 99).
71. Anfang ist kein Meisterstück П е р в ы й блин комом.
(L 19). (Der erste Fladen wird zum
Klumpen.) *
А 72 — 40 — А 84

72. Guter Anfang ist die halbe Ar­ Доброе начало полдёла откачало.
beit (K 168). E ar.; lat. Dimidiuni Полпёсенки спела, — полдёла.
facti, qui [bene] coepit, habet
Почин дороже рублй (дёнег).
(Horaz, Ep. I, 2, 40), Quelle:
(Initiative ist die Hauptsache.)
'H dgxrj rj/uiov Ttai'tog (Aristoteles,
Bü 343).
73. *Anfang gut, alles gut. Начин дёло красит.
74. Anfang und Ende reichen ein­ Конёц дёлу венёц.
ander die Hände (K 172).
75. Wohl angefangen ist halb getan Доброе начало не без конца.
(K 169).
76. Wer viel anfängt, beendet wenig За всё браться, ничего не сдёлать.
(K 177). Frz., it.
77. Es liegt nicht am Anfängen, Не бойся начала, а бойся конца.
sondern wohl am Enden (K 174).

78. W er’s links anfängt, dem geht’s Плохое н а ч а л о ,— и дёло стало.


links (K 178). (Schlecht begonnen, steht die
Arbeit still.)

79. [Der Angeber sollte ganz zuerst Донбсчику пёрвый кнут.


ausgepeitscht werden.]
Angeboren s. Arteigen, N a t u r u. a.

80. [Aus Angst darf man wichtige Волка бояться, в лес не ходйть.
Dinge nicht versäumen.] Vgl. (Wer den W olf fürchtet, kom m t
Bus c h. nicht in den Wald.)

81. Keine Antwort ist auch eine Тйхое молчание чем не отв ет?
Antwort (K 201). Dt.у nord.

82. Manches Schweigen ist eine be­ Молчание — знак согласия.


redte Antwort (vgl. Se 318).

83. Wie die F r a g e , so die Antwort Каков вопрос, таков ответ.


(K 1474). Eur.

84. Der Apfel fällt nicht weit vom Мймо йблоньки йблочко не падает.
Stamm (K 204). Mlat., nord.; frz. Я ’блочко от йблоньки не далеко
Le f r u i t ne tombe jamais loin de откатывается oder пйдает.
l’ arbre: it. II per о (Birne) usw. К аковй родйтели, таковы и д ё т к и .
Slav. (Gel. 404). '
Какова яблонька, таковы и йблоч-
А 85 41 — А 95

85. Ein fauler Apfel macht zehn faule От одного порченого яблока целый
Äpfel (K 206). воз загнивает.
Одна паршивая о в ц а всё стадо
испортит.
86. Schöner Apfel ist auch wohl Красна я г о д к а , да на вкус
sauer (K 203). горька.
87. Rote Äpfel sind auch faul (Dü I. Молодец к р а е й в , да на душу
107). E ur.; it. Bella in vista, крив (gewissenlos).
dentro trista (Schön von Ansehn, Вйдом с о к о л , а голосом ворона.
innen schlecht).
April s. Wetterkalender.
Appetit s. Русский апетйт.
88. Wie die Arbeit, so der Lohn Какова пряха (Spinnerin), такова
(K 224). Eur. на ней и рубаха.
По р а б о т е плата.
Какова р а б о т а , такова и плата.
89. Arbeit ist der Ehre Mutter Труд дело чести, дело славы и
(— des Ruhmes Mutter, К 233) геройства.
(Se 155). Grie. Vgl. Arbeit ist des (Zitat. Auffassung des Sowjet­
Bürgers Zierde (Schiller, Glocke). bürgers.)
90. Arbeit schändet nicht. Grie. На себй р а б о т а т ь не. стыдно
(Hesiod, Bü 279). (Sn 249).
91. Arbeit hat bittere Wurzel, aber Ученья к о р е н ь горек, а плод
süße Frucht (K217). сладок.
92. Arbeit bringt Brot, Faulenzen Хочешь есть к а л а ч й , так не
Hungersnot (Bi 160). сидй на печй.
(Ein Schelmenwort:) Schwere Ar­ I ]
beit laß die Pferde tun, und vor
der leichten nimm dich in acht
(Schaefl. 23).
93. [Schlechte Arbeit rächt sich am Сама себй раба бьёт, коли не-
Arbeiter.] чйсто жнё т .
(Durch schlechtes Mähen straft
sich die Schnitterin selbst.)
94. [Arbeit würzt jede Speise.] Раббтай до поту, так по^шь в
охоту.
95. Nach getaner Arbeit ist gut ruhn После трудов сладок покой.
(K 220). Коровки с поля, и пастуху воля.
А 96 — 42 — А 108

96. [Arbeit verkürzt den Tag.] Раббтать — день коротать.


97. Schmutzige Arbeit, blankes Geld Раббта черна, да денежка бела.
(K 223). Eng,; norw. Ruskutte
hender faa reine pengar (Be­
schmutzte Hände kriegen reines
Geld, Dü I. 109).
98. Der eine hat die Arbeit, der s. Andere, А 65, 102.
a n d e r e den Lohn.
99. [ISiicht die Arbeit reibt dich auf, Не раббта сушит, а забота.
sondern die Sorge.]
100. Arbeit ist kein Hase, läuft nicht Дёло не медведь, в лес не уйдёт
in den Wald ( Volksmund, Wa., (не убежит).
Se 313). Дёло не сокол, не улетйт.
101. [Arbeit ist keine Himbeere, die Дёло не малина, в лето не опадёт.
im Sommer abfällt.]
102. Dem Arbeiter ein Brot, dem Швец^ гривна, закройщику рубль.
Feierer zwei (Dü I. 110). Frz, Celui Раббтнику алтйн, а нарйдчику
qui travaille, a la paille (Der рубль (Sn 348).
Arbeitende hat das Stroh). (Der Arbeiter bekomm t einen
Dreier, der Aufseher einen Rubel.)
За наейлу никто не слож ит (И.
210).
103. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes Каков раббтник, такова ем^ и
wert (Dü 111). Eur, плата.
Arbeit, ehrliche s. Eh r l i c h .
Arbeit = Mühe s. Ge n i e ß e n .
104. Wer nicht arbeitet, soll auch Раббтать не заставят, и есть не
nicht essen (K 232). Grie, (Paulus), посадят.
eur,
105. Mensch, ärgere dich nicht! Не сердйсь, печёнку испортишь!
(. . . du schadest deiner Leber);
oder — кровь испортится.

106. Den Kranken ärgert die Fliege Сердит, что не тем боком корова
an der Wand (K 3527). почесалась.
107. Besser arm in Ehren als reich Лучше бёдность да честность, чем
in Schanden (K 247). прйбыль да стыд.
108. Dem Armen wird immer das На бёдного везде каплет.
Ärgste zuteil (K 265).
А 109 - 43 - А 123

109. [Der Arme kriegt überall was На бёдного макара и шйшки


ab.] валятся.

110. Arme haben die Kinder, Reiche У богатого телйта, у бёдного


die Rinder (K 263). Ähnlich jap. ребйта.
У богатого всйкий волос в масле,
а у бёдного и в кашу нет.

111. Armen geben armet nicht (K Рука дайщ его не оскудеет.


248). (16. Jhh.; Melanchthon?)
112. Arme Leute kennt niemand Бёдному нигде места нет.
(Dü I. 112, К 3802).
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113. Armer Leute Sache gilt nichts
(K 3807).

114. Arme Leute kochen dünne [ •] Бёдному вездё бёдно.


Grütze (K 3805).

114 a. Dem Armen schmeckt jeg­ Слепой курице всё пшенйца.


liches Brot.

114b. [Wer in der Roten A r m e e В Красной А'рмии служйть, ни о


dient, hat keine Sorgen.] Nach чём не тужйть (Sok. 491).
1917 in Gebrauch.

115. Auch der Ärmste hat seine И нагбй не без праздника.


Freude (Se 370).
116. Armut schändet nicht (K 283). Бёдность не грех, а до греха
доводит.
117. Armut ist keine Sünde (K 282). Бёдность не порок (а несчастие,
Eng. vulgo auch: а большое свйнство),
118. Doch: Es ist keine Sünde denn [ ]
Armut (Se 369).
119. Armut lehrt Künste (K 273). Голь на вйдумки хитра.

120. Armut selten recht tut. П у с т о й мешок введёт в грешок.

121. Armut macht Diebe. »» »

122. Armut liebäugelt mit fremdem >У »» »>

Gut.
123. [Armut bringt dich weder um Нищета не отнимает ни чести,
deine Ehre noch um deinen Ver­ ни ума (Sn 27).
stand.]
А 124 44 — А 136

124. Armut ist fürs Podagra gut t ]


(L 32).

125. [Armut tut weh, lehrt aber.] От нуж дй умнеют, от богатства


дуреют.
Что м^чцт, то и учит.

126. [Aus Armut stiehlt man, aus Бедность крадёт, нужда лжёт.
Not lügt man.]

127. Armut findet alle Wege und Бёдность ^чит, а счастье портит.
Stege (K 270).

128. Armut. [Iwan ist ein Mode­ Щ ё г о л ь Ивашка: что ни год, то


narr: jedes Jahr ein neues Hemd.] рубашка.

129. Art läßt nicht von Art (K 307). Род в род идёт (И 146).
Nord., holl.; frz. Le renard ne К о н ь до кон А, а молодец до мо­
quitte point ses ruses. лодца. К оза во дворе, так козёл
через тын глядйт.
130. Ein jeder hat seine Art. (Ein У всАкого обычай свой.
Axiom.) Lat. Suus cuique mos est. /В ся к молодец на с в о й образец.
У всАкого филата с в о А во лбу
Arteigenheit, Artbeständigkeit: палата.
131. Art läßt nicht von Art, der Крйво р а к выступает, да иначе
Bock nicht seinen Bart (Dü 1.115). не знает.

132. Die E l s t e r kann ihr Hüpfen >> >> »♦


nicht lassen (K 1097).

133. Der F u c h s läßt seine Tücke Лисйчка — плутовка.


nicht (Dü 1. 115).
134. [ E l e f a n t bleibt Elefant.] С л о н родйлся, слон и есть.
135. Der W o l f ändert wohl das . В о л к каждый год линАет, а нрава
Haar, doch bleibt er, wie er war не менАет.
(K 6948). (Der W olf haart wohl jedes Jahr,
136. Der F u c h s ändert wohl das ändert aber seine Natur nicht.)
Haar, aber nicht den Sinn (К 1668).
»» »» »>
Mlat. Vulpes pilum, non animum
mutat.
Wie die A l t e n sungens. A l t e , А 47.
Frz. Tel pere, tel fils.
Artel s. Genossenschaft.
А 137 — 45 — А 145

137. Arznei hilft, wenn Gott es [ ] Та душа не жива, что по


will, wenn nicht, so ist’s Lebens­ лекарям пошла.
ziel (Se 343). Eng., ceh.

137a. Arznei hilft immer, wenn nicht Лекарям предаться, деньгами не


dem Kranken, so doch dem A po­ жаться.
theker (Ebenda).

137b. Arzt. Wer Geld hat, kann den


D o k t o r haben, wer keins hat,
wird später begraben (Schaefl. 71).
Aufbau s. Grube.

137 c. Aufgeschoben ist nicht auf­ До поры, до времени всё с рук


gehoben (K 323). E ur.; mlat. Quod сходит.
differtur, non aufertur; sw. Gömt [Дело отложено, но не уложено.]
är icke glömt (Aufgehoben ist nicht
vergessen).

138. Das Auge ist des Herzens Zeuge [ 1


(K 332). *

139. Was die Augen sehen, glaubt das [ ]


Herz (K 339). Eng. Seeing is be-
lieving.

140. Was das Auge nicht sieht, be­ Чего глаза не видят, того сердце
kümmert das Herz nicht (K 330). не бредит.
Mlat., eur.
141. Was dem H e r z e n gefällt, das Куда сердце лежйт, туда и око
suchen die Augen (K 2828). Eur. бежйт.
142. Das Äuge sieht sich nimmer Сйтых глаз на свете нет.
satt (K 335). Eng., frz.
143. Die Augen kann niemand erfül­ Весь сыт, а глаза голодны.
len (K 333).
144. Aus den Augen, aus dem Sinn Долой из г л а з , и из памяти вон.
(K 329). E ur.; eng. Out of sight, Вон из глаз, вон из сердца
out of mind. Ähnlich schon lat. (Sn 38).
(Properz, Pent. 3, 21).
[Чего не в й ж у , о том и не вспо­
минаю.] Далеко из очей, далеко
из сердца (Се1. 185). Slav.
145. Vier Augen sehen mehr als zwei Ум хорош о, два лучше.
(Bi 223).
А 146 — 46 — А 155

146. [Eignes Auge sieht am schärf­ Свой глаз — алмаз, а чужой —


sten.] стекло. Свой глаз л^чше чу­
ж ого oder вернее чуж ого.
Des Herrn Auge macht das Vieh s. Her r .
fett.
Die Furcht (Angst) hat tausend s, F urc ht.
Augen.
Augen auf, Kauf ist Kauf. s, K a u f .
August s. Wetterkalender.
147. Wer aushält, bleibt Sieger Терпй, к а з а к , атаман будешь.
(He 8). E ur.; mlat. Vincit, qui Стерпится, слабится.
patitur. (Halte aus, und du wirst Wunder
sehen.)

Ausland s. Üb e r s e e .
148. Wie die Aussaat, so die Ernte. Что посёеш ь, то и пожнёшь.
Каково семя, таков и плод oder
— таково и племя.

Das Äußere, der ä u ß e r e Schein:


149. K l e i d e r machen Leute (K По платью встречают, а по ум^
3419). Germ,; frz, La robe fait провожают.
l’ homme.

150. Von außen fix und innen nix Сверху йсно, снйзу грйзно.
(K 355). ♦Снаружи мил, в серёдке гнил.
151. Auswendig Glanz, inwendig St. Птйчку за крылья не хвалят.
Veits Tanz (Bi 244).
Äußere Kennzeichen:

152. An den F e d e r n erkennt man Знать паву по перьям.


den Vogel (K 1323). (Den Pfau . . . an den Federn.)

153. [Die A h l e im Sack verrät sich Шйла в мешке не утайшь.


durch ihre Spitze.]

154. [Den P o p e n erkennt man auch Попа и в рогоже узнаешь.


unter einer Bastdecke (die arme
Arbeiter zum Schutz gegen Regen
benutzten).]

155. [Er weiß keinen Ausweg mehr; Только и ходу, что из огня в
er weiß weder ein noch aus.] воду.
В 1 — 47 — В 12а

В
1. Jenseit des Baches wohnen auch И за рекбй лйди живут.
Menschen (Leute, К 356).

2. Viele Bäche machen einen Strom Из крошек к^чка, из капель


(K 358). море.

3. Alle kleinen Bäche laufen in die >> ft »»


großen (K 357).

4. [Die Badestube ist unsere zweite Баня вторая мать.


Mutter.]
Banknoten s. Geld.

5. Bär bleibt Bär, führt man ihn Ослё хоть в Парйж, всё будет
auch übers Meer (K). Vgl. Esel, рыж.
E 93.

6. Einen Bären schlägt man nicht Не шьют по рогбже золотом.


mit einem Strohhalm. Mhd. (So (Eine Bastmatte näht man nicht
92). mit goldenem Faden.)
7. Man soll die B ä r e n h a u t nicht Не убйв медведя, шкуры не про­
verkaufen, ehe der Bär gestochen давай.
ist (K 386) oder bevor man den
Bären hat. Germ.
8. Jeder Bär brummt nach seiner Всяк кулйк своё болото хвалит.
Höhle (Gefl. Wort, nach Goethe).
Два медвёдя в одной берлоге не
9. Zwei Bären vertragen sich nicht
уж ивутся.
in einer Höhle.
Две бараньи гегловы в одйн котёл
Bargeld lacht s. L a c h e n . не лезут.
10. Nicht jeder, der einen Bart trägt, Не всем казакам в атаманах быть.
ist ein Philosoph. Lat. Barba non М удрость в голове, а не в
facit philosophum. бородё (Sn 233).
11. Roter Bart, untreue Art (K 388) Рыжий да красный —■ человек
oder Schelmenart. опасный.
12. Der Bart macht (ziert) den Mann Без бородй в рай не пустят.
(K 391). (Glaubenssatz der Altgläubigen, der
Raskolniki.)
12a. Dagegen: [Der Bart ist eine un­ Борода — лйшняя тягота.
nütze Bürde.]
В 12b - 48 В 23

12 b. Vgl. ferner: Wenn der Bart t ]


allein heilig machte, wäre der
Geißbock Herrgott (Volkshumor
b. Schaefl. 155).

13. Man füllt leichter den Bauch als Весь сы т, а глаза голодны.
die Augen (Pw).

13 a. Voller Bauch studiert nicht Сьггое брюхо к учению гл^хо


gern, — zum Studium nicht taugt (6pi6xo = vs. für живот).
(K 396). Mlat., humanistischer
Schulspruch: Plenus venter non
studet libenter.
14. Der hungrige Bauch hat keine У брюха нет ни ушей, ни уха
Ohren (Se 155). (Gel. 188). Slav.
15. [Von Worten wird der Bauch Соловья баснями не кормят.
nicht voll, die Nachtigall nicht
satt.]
16. Wenn ein Bauer auf den Gaul Мужик богатый, как бык рогатый.
kommt, reitet er stolzer als ein Сохрани Бог от мора, от пожара
Edelmann (K428). Nord., rom. да от н а ш е г о б р а г а , как
угодйт в бара.
17. DerBauer ist ein Laurer (Schelm), Мужик глуп, как свиньй, а хитёр,
(Bi 308: Lauer), (Dü I. 149). D t.: как чорт.
holl, und rom.: Flegel. (Der Bauer ist dumm wie 'ne Sau,
doch wie der Teufel schlau.)
18. Will man einen Bauern betrügen,
muß man einen Bauern mitbringen
(K431). Holl., rom.
19. De Buur is en Buar, is en Schelm »» >> »»
von Natur (Aus der Altmark,
Dü 1. 149). Span. Trau keinem
Bauern (Dü II. 475).
20. Aber: Bauern sagen auch wahr У мужика кафтан сер, да ум у
(K 427). него не волк съел.
(Der Bauer geht im grauen R ock,
21. Caute! Bauern verstehen auch
seinen W itz aber hat ihm der
Latein (K 425).
W olf nicht gefressen.)
22. Die Bauern lehren einen Mores
»» >» >>
(K 426)..
23. [Die guten Gedanken kommen Мужик задним умом крепок.
dem Bauern hinterher].
В 24 — 49 — В 35

24. [Die Arbeit macht den Bauern От к р е с т ь й н с к о й работы не


nicht reich, sie krümmt ihm den будешь богат, а будешь горбат.
Rücken.] Мужйк не живёт богат, а живёт
горбат.
25. [Der Bauer ist gescheit, die Dorf­ Мужйк умён, да мир дурак.
gemeinde ist ein Trottel.] «

26. [Der Bauer ist kein Herr, und Мужйк не пан и сто копеек не
100 Kopeken sind kein Geld.] деньги.
27. [W o die Herren ihre Bauern ver­ Где панй мужиков драли, там
prügelten, dort sind jetzt die теперь мужики -панами стали.
Bauern Herren geworden.]
28. Was der Bauer nicht kennt, das [ ]
ißt er nicht (K 444). Dt., dän., holl.
29. [Ohne Br ei gedeiht der russi­ Р усского мужикй без каши не
sche Bauer nicht.] накормишь.
30. [Ein Jahr, ja zwei Jahr lang Мужйк год не пьёт, два не пьёт,
trinkt der Bauer nichts, bis ihn а бес прорвёт — всё пропьёт.
plötzlich der Teufel reitet und er
alles vertrinkt.]
31. [Ein Bauernmagen verdaut selbst В мужицком брюхе и долото
einen Meißel.] сгниёт.
32. Besser bäurisch gefahren denn [ ]
herrisch gelaufen (K 532). Dt.
(Schwaben).
33. Bauer und Stier sind ein Tier (Das Verhältnis der russischen Ge­
(K448). Holl. Een boer en twee sellschaft zum Bauern äußert sich
koeijen (Kühe) zijn drie grove nicht so sehr in geringschätzenden
dieren. Frz. Quatre-vingt-dix-neuf Vergleichen als im Bemitleiden
moutons et un Champenois font des darbenden und schuftenden
cent betes (99 Hammel und ein Landmannes.)
Bauer aus der Champagne machen
100 Bestien). It. Tre asini e un
vilan fa quatro bestie (3 Esel +
1 Bauer = 4 Tiere). (Dü I. 150).
Entstehungszeit: Mittelalter.
34. Dagegen: Laß Bauern auch Leute Знает и поп, что мужйк добр
sein (K 422). Dt. (Sn 144).
35. [Ungebildet ist der Bauer, doch Сер мужичбк, да сердйт на работу.
tüchtig in der Arbeit.]
4
В 35а 50 — В 47

35а. B a u e r bleibt Bauer, auch wenn С м е р д как не моется, а всё


er schläft bis Mittag. смердит. (Смерд veralt. »Bauer,
Leibeigener*, смердеть »stinken*).
35b. * B a u e r bleibt Bauer, koch ihn >» »» >>
süß oder sauer. (Ansicht des mittel­
alterlichen Städters.)
36. Wie der Baum, so die Frucht К аково дёрево, таков и плод.
(K 450). Eur., grie. (Lukas 6, 44).
37. Wie der Baum, so die Birne По дереву плод.
(K 463).
38. Ein guter Baum bringt gute От яблони плод, а от ели — шйш-
Frucht u. a. (Se 434). ка.
38a. Wenn der B a u m fällt, klaubt В готовую постёль всяк лечь
jedermann H o l z (Gf 68). захочет.
39. Kein Baum so glatt, er hat einen И с о л н ц е не без пйтен.
Ast (K 451). Нет п ч ё л к и без жальца.
40. Nicht jeder Baum kann jedes Не в с й к о м у всё даётся.
tragen (Se 434).
41. Der beste Baum bringt wohl auch На грех м а с т е р а нет.
eine krüppelige Frucht (K 454).
42. H o h e r Baum fängt viel Wind Гроза бьёт по высокому дёреву.
(K 458). Lat. Saevius ventis agita-
tur ingens populus. . . (Horaz, Ep.).
43. Je größer (höher) der Baum, Высокб летаешь, да нйзко са-
je schwerer der Fall (K 459). дйшься.
Высокб поднйл, да нйзко опустйл.
44. Den Baum muß man biegen, Старое дёрево скрипйт, да не
weil er noch jung ist (K457). Eur.; ломится.
eng. 1 he tree must be bent while Старую с о б а к у трудно к цепи
it is young (Dü 1. 162). приучйть.
45. A l t e Bäume lassen sich nicht Горбатого могйла исправит.
biegen (Se 435).
46. Krumme Bäume tragen soviel Крйво дёрево, да йблоки сладки.
Holz als gerade (Se 433).
47. Ein krummer Baum trägt oft
bessere Früchte als ein gerader
(Ebenda).
В 48 — 51 В 58

48. Es ist dafür gesorgt, daß die И сбкол выше солнца не летает.
Bäume nicht in den Himmel Выше лба ^ши не растут. Не ви­
wachsen (Se 434). дать свинье нёба.
И быстрой реке с л а в а только до
моря (КИ 27).

49. Im Becher ertrinken mehr als im В стакане тонет больше людей,


Meere (K 469). Eur. чем в море (11 415).

50. Vgl. [Ohne W o d k a findet man Без в о д к и не разберёшь.


sich nicht zurecht.]

51. Bedenken. Vorgetan und nach­ Задним умбм дела не поправишь.


bedacht hat manchen in groß Leid (Ein Einfall hinterher hilft der
gebracht (K 6352). Holl., nord., it. Sach* nicht mehr.)
Vgl. Wägen.
52. [Begnüge dich mit dem, was dir Выбирай епанчу по плеч^.
zukommt.] (W ähle den Mantel [veralt.] nach
deinem Wuchs.)
53. Wohl begonnen ist halb gewon­ Начйн дело красит.
nen (K 476). E ur.; lat. (Horaz). Почйн дороже денег.
Vgl. Guter A n f a n g , А 72.

54. Beharrlichkeit überwindet alles Терпение и труд всё перетрет.


(Dü 168). Eur.
Behutsam s. V o r s i c h t .
55. L ü g e n haben kurze Beine (K Ложь на тараканьих ножках.
3960). (Die Lüge krabbelt auf Schaben-
beinchen.)
56. Beinah bringt keine Mücke um От авбся добра не жди.
(Dü I. 170). Eng. Almost never ( Vom Vielleicht, vom Ungefähr
killed a fly. Sw. Nästan slär ingen erhoffe nichts Gutes.)
man af hästen (Beinah schlägt
keinen Mann vom Pferd).
57. Böses Beispiel verdirbt gute Sit­ Одйн разумный согрешйт да мно­
ten (Dü I. 584). E ur.;grie. (Menan­ гих глупых с о б л а з н й т .
der).
58. Besser beneidet als beklagt (K Л^чше жить в зависти, чем в
512). жалости.
Besser zehn N e i d e r denn ein Mit-
leider (Dü I. 178). E ur.; eng. Bet-
ter be envied than pitied.
4*
В 59 — 52 — В 70

59. Hinter dem Berge wohnen auch И за г о р а м и люди живут.


Leute (K 4 94). D t.; nord.; holl. И на чёрном дворе люди жив^т.
Over het water wonen ook men-
sehen (Dü 174).

60. Der kreißende Berg gebiert eine Из большой тучи.да малая капля.
M aus. Grie. (Äsop), lat. Partu- Гора родйт мышь (D IV als Über­
riunt montes, nascetur ridiculus setzung angegeben).
mus (Horaz, Ars poet. 139).

61. Berg und Tal kommen nicht zu­ Гора с горой не сой дё.ся, а чело
sammen, wohl aber M e n s c h e n век с человеком столкнётся.
(K 490). Eur.; frz. Les hommes se
rencontrent et les montagnes non.

62. [Bist du bescheiden, können dich Живи смирнее, всем будешь милее..
alle leiden.] Смиренье — девичье ожерелье
(Öel. 95).

63. Neue Besen kehren gut (K 503). Новая метла чйсто метёт. Slav.
Freid., eur.; eng. New brooms Снова метла резко мела.
sweep clean.

64. Erst besinn’s, dann beginn’s Сначала думай, а под конец делай.
(K 506). Mlat. Quidquid agis, pru- Семь раз примерь, одйн раз
denter agas et respice finem (Gesta отрежь. Долго рассуждай, да
Rom. 103; Sirach 7,40). скоро делай.
65. Besser ein gesunder Bauer als t ]
ein kranker Kaiser (K 529).

66. Besser zweimal fragen als einmal Язы к до Кйева доведёт.


irregehen (K 536).

67. Besser weichen, als zanken (K Лучше обйду терпеть, чем чинйть
537). кому.

68. Besser ein dürrer Hab* ich als ein Л^чше с и н й ц а в руке, чем ж у­
fetter H ätt’ ich (Dü I. 181). Eng.y равль на нёбе. (Meise — Kranich).
holl.

Bestechlichkeit.
69. [Ungeschmiertes Wagenrad Неподмазанное колесо скрипйт.
knarrt.]

70. [Mit einem Fuß ins G e r i c h t , В с у д ногой, в карман рукой.


mit einer Hand in die Tasche.]
В 71 - 53 - В 84

71. [Des Richters Tasche ist ein С у д е й с к и й карман — что по­


Schlauch: sie faßt soviel wie des повское брюхо.
Popen Bauch.] (D er Volkswitz kennzeichnet so das
Gericht im 17. und 18. Jahrhundert.)
72. Vgl. Qui dat pecuniam summis, Ferner:
der macht gerade, was krumm is\
(Aus der Mischpoesie des Mittel­
alters. К 1944.)

73. [Jeder Gerichtsschreiber will ge­ Всяк п о д ъ й ч и й любит калач


schmiert sein.] горйчий. Oder

74. Hans Schenk hat Gunst bei Hofe Подъйчий любит принос го ­
(Bi 3240). рйчий.
Bestimmung.
75. [Lebe so, wie es die Zeitläufe Надо ж ить, как набежйт.
erfordern.]
76. [Lebe, wie du lebst.] Как живётся, так и живй.
77. [Was muß sein, das trifft ein.] Чему быть, того не м и н о в а т ь .
78. [Du magst dich fürchten oder Бойся не бойся, а от участи своей
nicht, was dir bestimmt, dem ent­ не уйдёшь.
gehst du nicht.]
79. Betrug ist der Krämer Wagen Не обманешь, не продашь.
und Pflug (K 562).
80. Bei großem Gewinn ist großer
Betrug (Bi 1458).

Betrüger.
81. [Eine Kopeke in die Kasse, einen П р и к а з ч и к — грош в йщик,
Fünfer in den Stiefelschaft. Von пятак за сапог.
einem Handlungsgehilfen in der Vor­
revolutionszeit.]
82. Wie du dein Bett machst, so Как постелешь, так и выспишься.
magst du drauf schlafen (K 573). Как постелешь, так и поспйшь oder
83. Wie man sich bettet, so schläft уснёшь (Sn 486)
(liegt) man (Dü I. 655). Eur.; frz. Какова постель, таков и сон.
Comme on fait son lit, on se
couche.
84. Bettest du dich gut, so liegst du
gut (K 574).
Früh zu Bett und früh wieder auf. «. F r ü h , F 135, 136.
В 85 — 54 — В 100

85. Blöde Bettler haben leere Säcke Стыд из-за стола голодный встаёт
(Pw).
86. Bettclsack ist bodenlos (K 585;. Сумы н й щ е г о не наполнишь.
Nord.; eng. A beggars purse is (Des Bettlers Sack wirst du nim­
always empty (Dü I. 222). mermehr füllen.)
87. Bettclsack hat immer ein gähnend
Maul (Bi 396).
88. So geht es in der W elt: der eine Кому^ пирогй да пышки, а кому
hat den Beutel, der andre hat das желвакй да шйшки.
Geld.
89. Nach dem Beutel richte den По приходу р а с х о д держй.
Schnabel (K 610).
90. Man muß sich nach dem Beutel По одёжке протйгивай ножки.
richten.
91. Vgl. Man muß das Maul nach der
T a s c h e richten (Dü II. 80). Nord.,
rom.
92. Aus andrer L e u t e Beutel ist gut Из чужбго кармана платйть
zehren (K 612). Eur. легко. у
93. Lieber biegen als brechen (K621). [ ] Vgl. weichen, W 94.
Afrz., rom.; eng. Better to bow
than break. Vgl. Red. Es mag bie­ Недобром, так сйлою.
gen oder brechen. Holl., nord. Лйбо пан, лйбо пропал.
Bildung.
94. [Für einen Gebildeten gibt man За учёного двух неучёных дают
zwei Ungebildete.] [да и то не берут].
95. [Den Vogel ziert das Gefieder, Красна птйца пёрьем, а человек
den Menschen seine Bildung.] ученьем.
96. Billig Gut ist nie gut. Х орош о дёшево не бывает.
97. Billig stinkt, teuer blinkt. Дёшево, да гнйло, дорого, да мйло.
98. [Billig, aber schlecht.] Mitunter И дёш ево, и сердйто.
auch: [Billig und dabei solide.] И товар хорош , и цена весёлая.
99. Was dem einen recht ist, ist dem [Что тебе мйло, то и мне дорого.]
andern billig (K 1054). Vgl. Ei ner.
Billig s. F r e m d e , F 98.
100. Wenn die Birne reif ist, fällt sie s. G e d u l d , G 62, 63.
von selbst ab (Se 308).
В 100a — 55 — В 107а

100 а. Man soll den Bissen nicht Всего света не захватишь. Выбирай
größer machen als der Mund ist. епанчу по плечу.
100 b. Bitten steht jedem frei. Запрос в карман не лезет.
101. Nach Bitterem schmeckt das Не отведав гбрького, не едать (vs.)
Süße noch einmal so gut. сладкого.
102. [Blick erst auf dich, dann richte Глядй, налёт, на свой полёт.
mich.] Vgl. Kehren vor seiner Tür. (A chte, Naseweiser, auf deinen
eigenen Flug.)
103. Eine blinde Henne findet wohl И слЪпа курка найде даколи
auch ein Korn (Dü 1. 245). Dt., зернья. Ruth., ceh.
nord., frz.; mlat. Invenit interdum И без ума, да туга сума.
caeca columba pisum (Taube . . . (W enig Verstand, doch der Quer­
Erbse). sack voll bis zum Rand.)
104. Es findet wohl auch ein Blinder Чем ч о р т не шутит.
ein Hufeisen (Dü I. 246). Dt., eng., (Wer hat nicht mal Glück in Teu­
dän. fels Nam en!)
■v
105. Unter den Blinden ist der Ein­ На безрыбьи и рак рйба. Ceh.
äugige König (K 646). Grie., eur.; Меж слепых и кривой зрйчий.
ardb. В слепбм царстве кривой —
царь. На безлюдьи и Фома
дворянйн. В лес^ и медведь
архимандрйт (D I. 74).
105a. Wenn der B l i n d e den Lah­ Слепой слепого ведёт, а оба зги
men f ühr t . . . не вйдят (бе1. 503). Ceh.
Blöde s. H u n d , Be t t l e r .
Bock s. He r de .
105 b. *Alte Böcke haben steife Hör­ У старого козла крепче рога. Ceh.,
ner. sorb.
106. Allzu straff gespannt, zerspringt Поневоле конь гужй рвёт, коли
der Bogen (Bi 480 u. a.). Grie. мочь не берёт.
(Herodot, II. 173); Hans Sachs (W enn der Gaul nicht weiter
(Se 57); Schiller, Wilh. Teil. kann, zerreißt er die Riemen.)
107. Wer den Bogen überspannt, der Вздулся п у з ы р ь , да и лопнул.
sprengt ihn (Dü I. 255). Mlat., (Es blähte sich die Blase und
nord., frz., ceh. (Sehne). platzte.)
107 a. [Er hat der Weißen Lade­ Не верил большевикам, поверил
stöcken und nicht den Bolsche­ панским шомполам.
wiken geglaubt.] (Entstehungszeit:
Bürgerkrieg nach 1917.)
В 108 — 56 — В 118

108. Borgen macht Sorgen (К 673). Знай толк — не давай в долг.


E ur.; eng. He that goes borrowing, Долг не ревёт, а спать не даёт.
goes sorrowing.
Др^га не терйй: взаймы не давай.
109. Hüte dich vor Borgen, so
schläfst du ohne Sorgen (K 674).

110. Böses kommt geritten, geht Зло (недуг) входит пудами, а вы­
aber weg mit Schritten (Dü 1.262). у д и т золотниками.
Mlat., nord., frz. Le mal vient ä (Das Gebrechen kommt pudweise
cheval et s’en va ä pied. und geht lotweise; ein Pud =
16 kg, ein Solotnik = 4 Gramm, beide
Maße veraltet.)

110 a. B ö s e s wird nicht mit Bösem Зло злом не побеждают (W irta).


überwunden.

111. [Tu nichts Böses, so widerfährt За н е д о б р ы м пойдёшь, на беду


dir nichts Böses.] набредёшь.
Bosheit s. Mißgunst.

112. Böse Botschaft bringt man bald [ ]


(Dü I. 266). Eng., rom.

113. Wer schlechte Botschaft bringt, [ ]


kommt früh genug (K 706).

114. Die Botschaft hör’ ich wohl, Свежо п р е д а н и е , а верится с


allein mir fehlt der Glaube (Goethe, трудом (Gribojedov).
Faust I).
115. Andre Städte, andre Bräuche. В чужой монастырь свойм уставом
Vgl. In Rom tu, wie Rom tut не ходй.
(He 80). Rom., eng.
116. [Dem Brautwerber das erste Свату лйбо первая чарка, лйбо
Glas — oder den ersten Stock,] первая палка (Sn 362).
je nach dem Glück, das er ins Haus
gebracht.
117. Der Brei wird nicht so heiß ge­ Не так страшен ч о р т , как его
gessen, als er aufgetragen wird малйют.
(Dü I. 271). Dt.
118. Wer den Brei gekocht hat, der Заварйл кашу, сам и расхлёбы­
esse ihn (K 718). вай.
Кто кашу заварйл, тот и рас-
* хлёбывай.
В 119 — 57 — В 129

119. Iß deinen Brei und halt dein Ешь пирог с грибами, а язык
Ma u l (K 717). Vgl. Hö r e viel, держй за зубами.
H 174.

120. Viele Köche verderben den Brei. 8. K ö c h e , К 91.

121. [Ohne Brei gedeiht der russische Р усского мужика без каши не
Bauer nicht.] накормишь.

122. [Satt ist keiner, der nicht auch Сыт пострел, коли каши не ел
Brei gegessen: Ein' Tunichtgut, (Макс. 250).
wer nicht Brei essen tut.]
123. [Keine unnützen Worte, — Каш а сама себя хвалит.
jeder Brei ist gut], denn er ist des
Bauern Nationalgericht und die
Grundlage der bäuerlichen Ernäh­
rung; doch am meisten wird der
Buchweizenbrei geschätzt, der gleich
nach dem Pirog kommt.
124. Was ‘dich nicht brennt, sollst Не наше дело горшкй лепйть,
du nicht l ö s c h e n (Dü I. 273). наше дело их колотйть (Sn 279).
Eur.
124 a. Es brennt früh, was zu einer Какому быть в старости, молоды
Ne s s e l werden soll (Se 88). Mhd., лета объявляют (бе1. 306).
mlat., eng., frz. = ceh., kroat.
Hierzu: Früh krümmt sich, was [ ]
ein H a k e n werden will (K 2537).

125. Brot kostet Schweiß. Не потруда, так и хлеба не до-


бйться.
Работай до поту, поёшь в охоту.
(Ohne Plackerei kom m t man
nicht zu Brot.)
126. Besser eignes Brot als fremder С вой сухарй л^чше чужйх пи­
Braten (Bi 534). рогов. Л^чше хлеб с водою, чем
пирог с бедою.
127. Trocken Brot mit Freuden ist
(Der selbstgebackene Zwieback
besser als Gebratenes mit Kum­
ist mehr wert als eine fremde
mer (K 737).
Pastete.)
128. Eigen Brot nährt am besten.
Mhd. (Se 68, Se 92).
129. Salz und Brot macht die Wan­ Хлеб да вода — здоровая еда.
gen rot (K 5169).
В 130 - 58 - В 142

130. Wes Brot ich esse, des Lied ich Чей хлеб ем, того и песенку пою.
singe (K 734). Dt., nord., rom. К ому служ ^, том^ и угож^.
На чьей земле, том^ и сею.
Чьё к^шаю, того и слушаю. И со ­
бака помнит, кто её кормит.
131. Gegessen Brot ist bald verges­ Б р ю х о — злодей: старого добра
sen (K 733). не помнит.
132. Anderswo ist auch gut Brot Хлеб везде хорош , и у нас, и за
essen (Bi 531). морем.
133. In anderen Ländern ißt man
auch Brot (K 3675). DL, holl.
134. [Das tägliche Brot ist bei uns
so gut wie in Übersee.]
135. Vgl. Hinter dem Berge wird
auch Kuchen gebacken (Dü 1.118).
Dt.
136. Überall bäckt man das Brot im И за м о р е м горох не под печью
Ofen (Bi 537). сеют.

137. Des einen T o d [ist] des anderen [ ] К о ш к е игрушки, а мй-


Brot (He 92). Eng., rom.; it. Morte шке слёзки.
tua, vita mia. Lat. (L 142).
138. Er kann mehr als Brot essen Red. Он хоть куда. Он с башкой.
(Bi 532).
139. Dazu gehört mehr als Brot Это не то, что л а п т и плесть.
essen. Red.
[lieb er Brot mit Wasser, als Pirog s. В 127.
mit Verdruß]
140. Gleiche Brüder, gleiche Kappen Каков хозяин, таковы и гости.
(K 745). Одного поля йгода.
141. Wenn das K i n d in den Brun­ Пбсле ^жина горчйцу [подайт].
nen gefallen ist, deckt man ihn zu Red.
(K 3396). Dt. Ähnlich eur. Vgl. Мужйк крепок задним умом.
Kind.
142. Trinke, wenn du am Brunnen Когда дрова горйт, надо кашу
bist (K 753). варйть. ,
Клюёт, так не зевай! (Das Bild
stammt vom Angeln her.)
В 143 - 59 — В 151

143. [Spei* nicht in den Brunnen, Не плюй в колбдец, придётся водй


• denn du wirst noch daraus trinken напйться.
müssen.]
144. Aus kleinen Brunnen trinkt man И то зерно, что мышь снесла.
sich ebenso satt wie aus großen И от маленькой р&бки сы т бы­
(K 748). ваешь.
145. Den Brunnen schätzt man erst, Тот здорбвья не ценит, кто болен
wenn er versiegt ist (He 14). Eur. не бывал.
146. Ein Bube macht mehr Buben Дурнйе примеры заразйтельны.
(K 757). Vgl. A p f e l , fauler . . . Одйн . . . согрешйт да многих
А 85. глупых соблазнйт.
146a. [Das B u c h in Ehren, doch Кнйга кнйгой, а свойм умом двй-
eignen Gedanken sollst du nicht гай (Gorkij).
wehren.]
147. Wer lernen will ohne Buch, [ ] А'збука к мудрости сту ­
schöpft Wasser mit ’nem Sieb in пенька ( Sn3) .
den Krug (K 760).
148. Bürgen soll man würgen (K782). Порука — мука.
Ähnlich Freid. (S III. 18). Кто поручится, тот и помочится.
П орока — на^ка (Sn 332).

149. Bürger und Bauer scheidet [ ]


nichts als die Mauer (K 783).
149 a. Arbeit adelt — ich bleibe [ ]
bürgerlich (Schaefl. 23).
150. Wer sich vor dem Busch Волка бояться — в лес неходйть.
f ü r c h t e t , kommt nicht in den
W a l d (Re 93). Mhd. Vgl. Wer das
Laub fürchtet, bleibe aus dem
WTalde (Dü 1. 532). Eur.
Der ei ne klopft auf den Busch, s. A n d e r e , А 65.
der a n d e r e kriegt (fängt) den
Vogel,
150a. Verachte den Busch nicht, Как куст ни мал, а тень даёт.
der dich schirmt (Bi 576).
[Es ist kein Busch so klein, daß er
nicht Schatten gäbe.] ,
151. Butter verdirbt keine Kost К аш у маслом не испортишь.
(keinen Kohl) (K 791).
D 1 — 60 — D 13

D
1. Ein Sperling in der Hand ist bes­ Синйца в руках лучше соловьй в
ser als zehn auf dem Dach, — als лес^. (Meise — Nachtigall).
eine Taube auf dem Dach (K5637).
2. Ost und West, daheim das Best В гостях хорош о, а дома лучше
(Dü I. 290). Dt., eng. East or west, (Sn 51).
home is best; sw. ö st, vest, hemma
best.
3. Mit Dank schmelzt man keine Из спасйба ш^бы не шить.
Suppe (K 821). Спасйба в карман не положишь.
4. ,,H ab’ Dank“ füllt den Beutel
nicht (Dü I. 291). Nord., eng.; it.
Col grazie no se maia.
5. Dagegen: Dankbar sein bricht kein [ ] Мужйк за спасйбо семь
Bein (K 825). лет работал.
6. Danken kostet nichts und gefällt Спасйбо велйко слово (дело D. I.
Gott und Menschen (Bi 607). 109).
7. S t r e c k e dich nach der Decke По одёжке протйгивай ножки.
(K 830). Mhd. (Se 92 ); slav. (Öel. Желай по сйлам, тянйсь по
433). достатку.
8. Wer sich nicht nach der Decke (W ünsche dir nichts, was über
streckt, dem bleiben die Füße un­ deine Kräfte hinausgeht, strecke
bedeckt (K 831). E ur.; eng. Stretch dich nach deinem Vermögen.)
your legs according to your co-
verlet (Dü II. 402).
9. Auf schiefen Topf schiefer Deckel. По горш ку и покрышка.
10. Kein Topf so schief, er findet По Сеньке шапка.
seinen Deckel (K 6013). Dt., holl.,
frz. II n’y a point de pot si laid qui
ne trouve son couvercle (Dü II.
468).
Demut
11. Volle Ä h r e neigt das Haupt. [ ] Не поклонясь до землй,
и гриба не подьшешь.
12. Ums Denken kann man keinen Всяк волен думать, что хочет.
kränken (K 836).
13. Schweigen und denken mag nie­
mand kränken (Dü II. 346). Dt.,
holl., nord.
D 14 — 61 D 26

14. Ich muß es ihm auf gut Deutsch Red. Русским языком тебе говорит.
sagen*. (Deutlich, unmißverständlich.)
Man muß mit ihm Deutsch reden.

14a. [ D e u t s c h e s Fasten taugt so­ Немецкий пост, что польский


viel wie eine polnische (litauische) (литовский) мост (бе1. 461). Ceh.y
Brücke.] pol. !

15. [Der Deutsche hat für alles ein У немца на всё [ин-]струмёнт
Instrument.] есть.

16. [Ohne Kniff oder ohne Kunst­ Немец не без шт^ки с лавки сва­
stück fällt der Deutsche nicht von лится.
der Bank.]

17. [Der Deutsche ist erfinderisch: Немец хитёр: обезьйну выдумал.


hat ja den Affen erfunden.]
18. [Der Deutsche kommt mit Über­ Немец своим разумом доходит,
legung dahinter, der Russe über­ а русский глазами.
nimmt es.]
19. [Was den R u s s e n kräftigt, ist Что русскому здорово, то немцу
dem Deutschen gefährlich.] смерть oder карачун (Garaus).
20. [Ein Deutscher, ein Wurst­ ♦Немец — колбасник. Штуки —
macher.] шпеки, немецки человеки (Макс.
241).
21. [Der Deutsche hält sich kleinlich Немец — цйрлих, манйрлих.
an hergebrachte Formen.]
22. Der Dieb ist nirgends besser [auf­ Каков вор, таков ему и почёт.
gehoben] als am Galgen (K 852).
23. [Der Dieb stiehlt so lange, bis er Сколько вору не воровать, а кнута
an den Galgen kommt.] не миновать.
24. Wer einmal stiehlt, bleibt immer Раз украл, а всё вором стал.
ein Dieb (K 861). germ.
25. Kluger Dieb hält sein Nest rein Плохой то вор, что около себй
(K 857). огребает.
Л и с а рыльцем роет, а хвостом
с л е д заметает (. . . verwischt die
Spur).
26. [Dem Diebe brennt die Mütze auf На воре шапка горйт.
dem K opf.] Dieses Wort ist die
Pointe der Erzählung vom findigen
D 27 62 D 35

Bauern, der einen Pferdedieb dazu


brachte, «гсА гад verraten.
27. [Nicht der ist ein Dieb, der Не тот вор, что крадёт, а тот, что
stiehlt, sondern jener, der die концы прйчет.
Spuren der Tat verwischt] = Der
Hehler ist so schlimm wie der
St e hl e r (Bi 1736).
28. Große Diebe hängen die kleinen Большая рыба маленькую . . . гло­
(K 850). Rom., dän. тает.
29. Kleine Diebe hängt man, große [Закон, что паутйна:] шмель про­
läßt man laufen (Dü I. 296). Nord., скочит, а м^ха увйзнет.
holl., frz., it.; slav.; mlal. Irretit (Die Hummel schlüpft durch, die
muscas, transmittit aranea vespäs Fliege fängt sich im Spinnen­
(Spinngewebe, Fliege, Wespe). Ju- netz = mlal.)
venal, Sat. 2: Raben und Tauben. Что сходит с рук ворам, за то,
ворйшек бьют (Крылов, „В о р о ­
нёнок“ ).
29 a. Ein kleiner Dieb an den Gal­ Богатому идтй в суд — трын-
gen muß, von großen nimmt man трава, бедному — долой голова.
Pfennigbuß’ (Pw).
30. Nicht alle sind Diebe, die der Не всйкий плут, кто вйдом худ.
Hund an bellt (Bi 654). (Nicht jeder hagere Bursche ist
ein Spitzbube.)
Х оть и сер кафтан, да не крал,
за трудовую достал.
31. [Diebstahl bringt keinen Segen.] Ни у одного вбра нет каменного
дома.
32. [Diebstahl ist Sünde, doch die Грех воровать, да нельзй мино­
Versuchung ist oft zu groß.] вать.
32 a. [Zu dienen bin ich bereit, doch Служить бы рад, прислуживаться
nicht zu di ener n. ] тошно (G ribojedov).
33. Angebotener Dienst ist halb um­ [ ] Чем могу, тем служу.
sonst (K 869).
34. Ein Dienst ist des anderen wert Долг платежом красен.
(K 876).
35. [Dienst ist Dienst, da hilft keine Друж ба друж бой, а служба сл у­
Freundschaft.] жбой.
Службу служйть — другу не дру-
жйть.
D 36 — 63 — D 50

36. Ungebetener Dienst hat keinen Vgl. Медвежья услуга ,Ein Bären­
Dank (K 870). dienst', nach Krylovs Fabel ,,Der
Einsiedler und der Bär“ .

37. [Ein dienstfertiger Dummkopf Услужливый дурак опаснее врага.


ist gefährlicher als ein Feind.]

38. Gut Ding will W e i l e haben Что хорош о, то не скбро.


(Bi 669).
39. [Nicht auf die Schnelligkeit Х оть не скбро, только бы споро.
kommt es an, sondern auf den
Erfolg.]
40. [Kein Ding ohne Makel.] И в сблнце есть пйтна.
41. Jedes (alles) Ding hat zwei Sei­ Палка о двух концах.
ten (K 894). Eng. Every thing has У дубйны два конца. Slav.
its two sides.
42. Wer ein Ding zuviel lobt, dem Нехвалёная девушка лучше хва­
traue nicht (K 892). лёной.
43. Jedes Ding hat seine Zeit Всйкому фрукту с в о ё в р е м я .
(K 882). Eur. Вейкой вёщи время (Sn 46).
44. Disteln tragen keine Trauben Не родйт верба груши.
(Dü I. 298). Не родйт сова сокола. Slav.
45. Von Dornen kann man keine
Trauben lesen (K 932, Matth. 7,
16). Dan., frz., mlat. E squilla non
nascitur rosa.
46. Dohlen hecken keine Tauben
(K 920).
47. Es fällt kein Doktor vom Him­ Всезнайки не родйтся.
mel (K 919).
47a. Es schlägt nicht immer ein, Не вейкий гром бьёт.
wenn es donnert. Vgl. Много г р о м у по пустому.
48. Doppelt gibt, wer bald gibt. К то скбро помог, тот дважды
(K 1799). Lat. Bis dat, qui cito dat. помог.
49. *Doppelt reißt nicht. Раз хорош о, а два л^чше.
50. Doppelt genäht hält gut (K 924).
Wer die Dornen scheut, kommt s. B u s c h , В 150.
nicht in den Busch
D 51 — 64 - D 64

51. Wer Dreck anfaßt, besudelt sich. Грязью играть — руки марать.
Vgl. P e c h (K 4689).

52. Aller guten Dinge sind drei Бог трбицу лйбит. Slav.
(Bi 674). Lat. (Vergil, Ecl. 8), frz. Без трбицы дом не строится.

53. Was dreie wissen, erfahren bald Говоришь по совету, а выйдет по


dreißig (K 943). Eur., frz. Secret всем^ свету. (Совет vs.: Ein­
de trois, secret de tous. \ vernehmen, Eintracht.)

54. Was kommt in den dritten


M u n d , wird aller Welt kund
(K 4338). Schon an. (S I. 14).

55. [Dreimal im Guten, das vierte Три раза простй, в четвёртый


Mal mit Ruten.] прохворостй (durchpeitschen).

56. Es d r o h t auch der Schwache. Грозйт мышь кошке, да издалека.


Ceh.

56 a. Wer lange droht, macht dich Кто много грозйт, тот мало вредйт.
nicht tot (Bi 710)-. Угрозы глупым страх.

57. *Druck erzeugt Gegendruck. Vgl. Сйла сйлу ломит.


K e i l , К 42. Сйла всё ломит (nicht лом ает!).
Клин клйном выбивают.
58. Dulden. [Gott war geduldig, das Бог терпел да и нам велел.
sind auch wir ihm schuldig.]
59. Der Dumme hat’s Glück (He 18). Дуракам везёт.

60. Dem Dummkopf ist das Glück Дураку счастье [а умному Бог
hold. Eur. у eng. Fortune favours даёт].
fools.

61. *Der dümmste Bauer hat die


größten Kartoffeln.

62. Je dümmer der Mensch, desto


größer das Glück (Dü 1. 805).
Germ., frz.

63. Glück ist der Dummen Vor­


mund (K 2256).

64. [E sel dulden stumm,] allzu gut Кто в кони пошёл, тот и воду
ist dumm (K 1193). Dt., dän., frz. вози.
D 65 — 65 — E 4

65. [Für den Dummkopf gibt es Дураку закон не писан,


keine Gesetze.]
66. [Der Dummkopf mag den Klu- Глупый у м н о г о , пьйный трезвого
. , гг 1 ■u л не любит,
gen nicht, der Trunkene nicht den
Nüchternen.]

67. [Deine Dummheit verzeiht dir За глупость Бог простит, а за


Gott, für deine D u m m h e ite n дурость бьёт.
verdienst du den Stock.]
68. Mit der Dummheit kämpfen Göt- [ ] У кольца нет конца, а у
ter selbst vergebens (Schiller, глупца — начала.
Jungfr. v. Orl.).
69. Im Dunkeln ist gut munkeln [ ]
(K 960). |
70. Durst ist der beste Kellner [ ]
(K 965). Dt. Ähnlich norw.y it.
71. [Der Gescheite liebt zu lernen, У м н ы й любит учйться, а' дурак
der Dussel zu lehren (belehren).] учйть.
72. [Der Dussel schläft mit dem Дурак спит, а с ч а с т ь е в головах
K opf auf seinem Glück.] лежит.
73. [Der Dussel wirft einen Stein Одйн дурак камень в воду бро­
ins Wasser, und zehn Gescheite сит, а умных десять не вьггащат
können ihn nicht herausholen.] (Gel. 213). Auch neugrie., ardb.

Е
Ehe s. Heirat.
1. Die Ehen werden im Himmel ge­ К ому на ком жениться, тот для
schlossen (und die Torheiten auf того и родйтся. бек.
Erden begangen. Se 357). Frz.
2. [Eheleute sollen ihre Streitig­ М у ж с ж е н о й ругайся, а третий
keiten unter sich abmachen.] не мешайся. /
3. [Ein Ehemann sei ein guter Жена мужу пластырь, а он ей
H ir t . . .] пастырь (Gel. 91). Сeh.
4. Ehestand, Wehestand (K 980). Одному с женою радость, дру­
Dagegen sw. Äktaständ är äreständ. гому горе.
Ebenso dän.
Г)
E5 - 66 — E 13

5. Der Ehestand ist ein Hühnerhaus, [


der eine will hinein, der andere
hinaus (Dü I. 316, Se 359).
Eheweib s. W e ib .
6. Ehr* ist zu hüten schwer (K 1000). Берегй честь смолоду, а здоровье
под старость.
6a. Ehre geht vor Reichtum (K986). Ч есть лучше богатства.
6 b. [Ehre ( = Ehrenamt) erzeugt Честь ум рождает.
Verstand.]
7. Je mehr Ehr’, je mehr Beschwer „ Больше почёт, больше хлопот.
(K 995). Eng., nord.
7 a. Eine Ehre ist der andern wert Поделом и слава (Gel. 106). Ceh.t
(K). kroat.
7 b. Des Mannes Ehre ist der Frauen Ж еною доброю и муж ч е с т е н (Gel.
E h re (Gf 140). 391). Geh.
Des Mannes Ehr’ schont das Weib [ ]
(Gf 140).
8. Besser Ehre ohne Leben als Leben s. E h r lic h gestorben . . .
ohne Ehre
9. Besser arm in Ehren als reich in [Лучше беда да чёстность, нежели
Schanden (K 247). прйбыль да стыд.]
10. Doch: [Die Ehre allein ist nicht Велика честь, да нечего есть.
viel wert. Was hat man von der Х орош а честь, коли нечего есть.
Ehre allein?] Vgl. Was hilft T it e l
Из славы шубы не сошьёшь.
ohne Mittel? (Bi 3700).
Что в тйтуле, когда нет ничего
в шкатуле. Uhr.
11. [In der Tasche keinen Groschen, Денег ни гроша, да слава хороша.
aber sonst ein Ehrenmann.]

12. Besser ehrlich gestorben als Лучше смерть, чем п о з о р н ы й


schändlich verdorben (Dü I. 179), живот (veralt. für жизнь). ,
— gelebt (K 513). Eur.
13. Ehrlich währt am längsten (K Праведная денежка до веку живёт.
1017). Dt., germ. Праведна мужа не одолеет нужа.
(Den redlichen Mann befällt keine
Not.)
Торгуй правдою, больше барыша
будет.
E 14 — 67 — E 25

14. Ehrlich macht reich, aber lang­ От трудов праведных не нажйть


sam geht’s her (K 1019). Dt. палат каменных.

15. [Ehrliche Arbeit schafft keine


Steinhäuser.]

15 a. [Was du willst, erwirb, dem Ищй себе прйбыли, другому не


andern die Geschäfte nicht ver­ желай гйбели. Ceh.
dirb.]

16. Allto ehrlich ös Dommheit (Se П лохо лежйт; мймо пройтй дура­
313). ком назовут.

17. Das Ei will klüger sein als die Яйцб курицу ^чит.
Henne (K 1263). Holl., nord., it.

18. Wie der V o g e l, so das Ei По матке и детки.


(Dü I. 331).

19. Ein faules Ei verdirbt den gan­ Баловлйвая корбва всё стадо ба­
zen Brei (K 1267). лует.
(Eine mutwillige Kuh bringt die
ganze Herde durcheinander.)

20. Von einem Streiche fällt keine От одногб удара дуб не валится.
Eiche (K 1021). Eur.; eng. The
tree does not fall at the first stroke.
Älteste Fassung: Afr. (S II. 97).

21. Viele Streiche fällen die Eiche Капля по капле и камень долбйт.
(Dü II. 560). Mlat., germ.

22. Blinder Eifer schadet nur. Dt. Скбро поедешь, не скоро доедешь.
(Lichtwer 1748). Что хорош о, то не скбро.

23. W o keine Eifersucht, ist keine Без ревности нет любвй.


Liebe (Bi 781).

24. Eifersucht Leid mit Eifer sucht Ревность, яко ржа, губит сердца.
(K 1031). Eng. Jealousy shuts one (Eifersucht frißt das Herz, wie
door and opens two. R ost das Erz.)

25. Eigner H e rd ist Goldes wert Своя хижина л^чше чужйх палат.
(K 2704). Dt., eng., nord.; mlat. Свой уголок всего краше.
Своя хатка — родная матка.
Своя избушка — свой простор.
Slav.
5*
E 26 — 68 — E 36

26. Eigen was, wie gut ist das Своё дитя и горбато, да мило.
(K 1032). Holl., nord., it. Х отя дитй к р й в о , да матери мйло.
Всякому своё немытое бело.

27. [Eignes Auge ist am sichersten.] Свой глаз вернее чужого.


Poln. Besser ein e ig n e s Auge als
zwei fremde (L 140).

28. Man hält seine eigenen Gänse Х оть дитя крйво, да отцу->Гатери
für Schwäne (L 140). Eng. мйло.

29. Besser eignes Brot als fremder Свой сухарй лучше чужйх пиро­
Braten (L 140). гов.

30. Eigenlieb ist niemand lieb. Grie. Самолюб никому не люб (Sn 361).
Ceh.

31. Eigenlob stinkt (Eigenruhm Сам себя ни хвалй, ни хулй.


hinkt) (K 1036). (Eichenlaub stinkt Ржаная каша сама себй хвалит.
К 1022). Mlat. Propria laus sordet; (Es ist ja auch bloß Roggenbrei,
frz. Qui se loue, s'emboue (Dü J. der Speisen geringste.)
337).
Погана та девка, что сама себй
хвалит. Uhr.

Eigensinn.
32. [Den Buckligen heilt das Grab, Горбатого исправит могйла, а
den E ig e n s in n ig e n der Knüp­ упрямого дубйна.
pel.]

33. [Ein Starrkopf ist wie der Böse: Упрямый, что лукавый: ни
aus ihm ist nichts herauszuholen.] Б огу свеча, ни чорту кочерга.

Eigentum.
34. [Ein G r o s c h e n nur, aber er ist Х оть грош , да свой.
mein.] It. Casa mia, per picina che
tu sia, tu mi pari una badia.
(Haus mein, seiest du noch so klein,
scheinst mir eine Abtei zu sein.)

35. Eile mit Weile (K 1043). Freid. Не торопйсь начинать, спешй кон­
nach Sueton, Leb. d. Augustus чать.

36. Eilen tut nicht gut (K 1049). Не торопйсь, а назад оглянйсь.


Grie.; mißt. Festina lente; frz. П оспеш йш ь, людей насмешйшь.
Hatez-vous lentement; sw. Hasta
Спешйть не спешй, а поторап­
med mak (Eile gemächlich).
ливайся.
E 37 — 69 — E 49

37. Wer zu sehr eilt, wird langsam Быстрая лошадь скоро устанет
fertig (K 1047), — bald müde. (Sn 26).

38. Eile brach den Hals (L 142, Скоро пойдёшь, ногу зашибёшь.
dt. 1529). Торопйться жить — скоро уме­
реть.
39. Eilen macht oft heulen (K 1046).

40. Von Eilen kam nie Gutes (L142).

41. [Der Eilige wirkt komisch.] Скорый по с п е х (Eile) людям на


смех.

42. Wer Eile hat, der gehe langsam [ ]


(L 142). Тише ёдешь, дальше будешь.
Vgl. Red. [In seiner Eile hätte er От спеху чуть не наделал смеху.
beinah einen Bock geschossen.]

43. Geschwind sein heißt nicht eilen. Скорость нужна, а поспеш ность
Grie. вредна.

44. [Wozu die Eile? Es brennt doch К чему спеш йть? Ведь не горйт.
nirgends.]

45. *Die Eile ist vom Teufel, die [ ]


Ruhe von Gott.
Vgl. Gott hat die Zeit geschaffen, I ]
doch von Eile hat er nichts gesagt.
Finn.

46. Ein Mann, kein Mann (Dü I. 360). Один в после не воин.
E ur.; eng. One and none is all one.

47. Einer ist keiner = E in Zeuge, [ ]


kein Zeuge (Gf 455).
E in es Mannes Rede ist keines [ ]
Mannes Rede: man soll sie billig
hören beede (Alter Spruch, Goethe,
Dichtg. u. Wh.).

48. Ein Mann macht keinen Tanz, Одна дбсточва весны не делает.
eine Blume keinen Kranz (K4098).

49. Eine Schwalbe macht keinen


Frühling (K 5458), — keinen Som­
mer (Dü I. 377). Grie. (Äsop, Ari­
stoteles). Eur.
50 E — 70 — E 63

50. Eine Hand wäscht die andere Рука руку моет.


(K 2554). Eur.; lat. Manus manum
lavat.
51. Der eine sät, der andre schneidet Медведь плйшет (танцует), а цыган
(K 1057, Joh. 4, 37). деньги берёт.
52. Der eine hat die Mühe, der andre Одйн с о б и р а е т , другой зевает.
melkt die Kühe* — hat die Brühe
(K 4309).
53. Der eine klopft auf den Busch, Инйм калач, а инь'ш заливное
der andre fängt den Vogel (Dü I. (Trockener Kringel — Sülze).
345). E ur.; sw. Den ena jagar, den
andra äter steken (Der eine jagt,
der andre ißt den Braten).
54. Einer kann nicht alles (Dü I. Не в с й к о м у всё даётся.
379). Lat. Non omnia possumus В с я к годйтся, да не на всйкое
omnes. Nord., it. дело.
55. Was dem einen recht ist, ist dem [s. B illig ].
andern b illig (K 1054). 7)/.; eng.
Sauce for the goose is sauce for
the gander.
56. Wie man’s einbrockt, muß man’s Накрошйл, так и вйхлебай!
essen (Dü I. 438). Eur. Кто заварйл кашу, тот и рас­
57. Vgl. *Wer den B re i gekocht hat, хлебает. Сама испекла пирожок,
soll ihn auch essen. сама и к^шай.

58. Was du dir eingebrockt, iriußt Заварйл кашу, так не жалей масла.
du auch essen. Lat. Tute hoc intristi; (Ist der Brei gekocht, sollst du
tibi omne est exedendum (Terenz, auch die Butter nicht sparen.)
Phorm. 2,2).
59. Einigkeit ist die stärkste Stadt­ Где мир да лад, там и Божья
mauer (K 1068). благодать.
60. W o Einigkeit wohnt, da wohnt
Gott (K 1067).
61. .Einmal is i keinmal (K. 1069). йдйн рае не в счёт (. . . zählt
Dt. 16. Jhh., germ. nicht). . . . .
62. Ein Unglück ist kein Unglück. Одйн раз куда ни шло.
(Einmal soll man's wagen.)
63. Einsamkeit bringt Traurigkeit И -в рай- жить тошно одному.
(K 1079).
Б 64 — 71 — Е 75

64. Eintracht bringt Macht (Dü I. Где совёт, там и свет.


404).
65. Eintracht das Kleine mehrt,
Zwietracht das Große verheert
(K 1082). E ur.; lat. Concordia res
parvae crescunt. . . (Sallust, Jug.
10, 6 ).
65 a. Eintracht. Viele fromme Schafe В тесноте, да не в обйде.
gehen in einen Stall (K). К урна и з б а , да печь тепла.
66. Man soll das Eisen schmieden, Куй желёзо, пока горячо. Slav.
solange es heiß ist (K 1086). Eur.; Из вбска надо лепйть, когда он
arab.i mlat. Tundatur ferrum, dum мйгок.
novus ignis inest (S e82 ); eng.
Strike while the iron is hot. Hei­
mat: Frankreich (S I. 95).

67. Dem Kämpfer ist Eisen wert­ При рати желёзо дороже золота.
voller als Gold.
68. Es ist alles eitel (L 148, Salom. Дёньги — п у х ; только дунь на
1, 1). них, и нет.
69. [Das Geld — eine Flaumfeder,
blase darauf, und weg ist sie.]
70. Eitelkeit, ein schlimmes Kleid Есть шуба и на волке, да пришйта.
(K 1087). Х оть дурен, да фигурен.
Ходит франтом, сапогй рантом.
К урицу не накормйть, девйцу не
нарядйть.
Eitelkeit.
71. Goldner Kragen, leerer Magen Пуст карман, да синь кафтан.
(Se). На брйхе шёлк, а в брйхе-то
72. Samt am Kragen, Kleie im щёлк. (Im Magen knips! = nichts).
Magen (K 3514). Шапка в рубль (lies руп), а щи
без круп.
73. *Goldne Tressen,, nichts zu essen
(fressen).
74. [Schmucke Rubelmütze, für die Дома щи без круп, а в лйдях
Kohlsupp’ keine Grütze.] шапка в рубль.
75. Der Elefant macht keine Mücken Не гонится слон за мйшью.
tot (K 1090). Elefant s. auch A rt.
E 75a — 72 — E 86

75 a. [Bitteres Elend kennt kein У горькой беды нет сладкой еды.


süßes Essen.]

76. Die Elster läßt das Hüpfen nicht, Крйво рак выступает, да иначе не
der Frosch das Quaken nicht знает.
(K 1097).

77. Ende gut, alles gut ( K 1110). Не дорого начало, а похвален


М Ы . (S I. 106), eur. конец.
78. Das Ende krönt das Werk (Dü Конец делу венец (Krone). Slav.
1.412). Eur.; mlat. Finis coronat Конец дело венчает (D IV. 233).
opus ;/r z . La fin couronne l’oeuvre.
79. Was du auch tust,bedenke das Ende Сначала думай, а под конец делай.
(K 1105). Grie. (Asop, Fabel 45, ed. Начиная дело, о конце по-
Halm.; Sirach 7 ,4 0 ; mlat. Quid- мышлйй.
quid agis, prudenter agas et respice Сначала густо, а под конец пусто.
finem. Vgl. Erst b e s in n ’s, В 64.
80. Lieber eng und wohl als weit Х отй тесно, да лучше вместе.
und weh (K 1114).
Enge s. Eintracht; klein, К 70b.
80 a. [Es sind nicht alle Engel, die А ’нгельский голосок, а чбртова
. eine sanfte Stimme haben.] душка.

81. Was die Väter erwerben, vertun Отцы наживают, детки п р о ж и ­


die Erben (Dü I. 648). в а ют .
82. [Nicht dort ist die Erde teuer, Не та земля дорога, где медведь
wo der Bär haust, sondern dort, живёт, а та, где курица скре­
wo die Henne scharrt.] бёт.
83. [Liebe Erde — unsere Mutter: Земелька — матка наша: и к ор ­
sie nährt uns, tränkt uns und мит, и поит, иодевает.
kleidet uns.]
84. Erfahrung ist ein langer Weg [ ] С т а р а я кобьша борозды
(K 1158). не портит.
(Eine alte Stute weiß in der
Furche zu gehen.) Ähnlich ardb
Ein altes Pferd kennt seinen Weg.
85. Erfahrung ist die beste Lehr­ [ ]
meisterin (Dü. I. 415). Eur.
86. Erfahrung ist der Narren Ver­ [ ]
nunft (K 1157). Mlat. Eventus
stultorum magister est.
E 87 — 73 — E 95a

Erfindung.
87. [Was die Leute nicht alles aus­ До чего народ доходит: самовар
gedacht haben: der Samowar läuft в упрйжке ходит (II 374).
im Gespann = Lokomotive].

88. Den Baum erkennt man an den Знать сокола по полёту, а доб­
Früchten. Vgl. Federn — Vogel. рого молодца по походке.

Erkenntlichkeit.
89. [Selbst ein Hund vergißt W ohl­ И собака старое добро п о м н и т .
taten nicht.] И собака помнит, кто её кормит.
Ernte s. A u s s a a t , Saat.

90. Erst Näschen haben, dann Pris- Не поймав курицы, не щйплют


chen nehmen (Dü J. 419). D t.; (Sn 282).
holl. Eerst een’ neus, en dan een’ Не запрягши, не погоняют.
bril.

90a. *Der Ertrinkende greift nach Утопаю щ ий и за соломинку хва­


einem Strohhalm. тается. Кто тонет, и за брйтву
хватается. (Strohhalm — Rasier­
messer).
Erziehung.
91. Wer nicht g e s c h u n d e n wird, Вольно тому шалйть, кто смолоду
wird nicht e r z o g e n. Grie. (Menan­ не бит.
der, Gnom. 422). К ого люблю, того и бью.
Doch: Детей наказывай стыдом,
а не бичом (Sn 110).

92. Was ein Esel von mir-spricht, Собака лает, ветер носит.
das acht’ ich nicht (K 1206, Gleim,
4. Fabel).

93. Ein Esel bleibt ein Esel, und Осла хоть в Париж, всё будет рыж.
käm’ er nach Rom (K 1220). Поехал за море телёнком, воро-
94- Zieht ein Esel über den Rhein, тйлся бычком.
kommt ein I-A wieder heim (Dü Ворона за море летала, да воро­
1.434). E ur.; lat. Caelum, non ной и вернулась. Глупый и в
animum mutant, qui trans mare Кйеве разума не купит. Uhr.
currunt (Horaz, Ep. 1, 11).

95. Als Esel geboren, als Esel ge­ Родйлся неумным, и умрёшь ду­
storben. раком.

Э5а. Man lädt den Esel nicht zu Hof, Вола зовут не пйво пить, хотйт
denn daß er Säcke trage (Pw). на нём лишь воду возйть.
E 96 — 74 — E 103

96. Ein Esel schilt den andern Lang­ Не смейся, горбх, ты не л^чше
ohr (Sackträger) (Bi 839, К 1215). бобов.
Eur. — ähnliches Bild. Горшбк над котлом смеётся, а оба
черны.

97. Aus dem Esel wird kein Reit­ Из большого ослй всё не вййдет
pferd, magst ihn zäumen wie du wслона.
willst (Dü I. 132). It. Chi nasce Vgl. Schlag den Esel noch so sehr, aus
mulu un diventa mai cavallu. Eng., ihm wird doch kein Pferd. Afghan.
frz. — anderes Bild. Holl. Een
gouden zadel maakt geen ezel tot
een paard. К бш ку бьют, а невестке навётки
(W inke) дайт.
98. Man schlägt den Sack und meint (Man spricht zur Schwiegertoch­
den Esel (Dü II. 270). E ur.; eng. ter durch die Katze.) Ceh.
W ho cannot beat the horse, let
him beat the saddle. Lai. Vorlage
(Petronius Arb., Bü 425).

99. Dem Esel, der das Korn zur Медведь плйшет, а цыган деньги
Mühle trägt, wird die Spreu (K берёт.
1211).

100. Der Esel trägt das Korn zur


Mühle und bekommt Disteln (Dü
1.424). Dän., holl., it.; frz. L ’äne
porte le vin et boit de l’eau. Celui
qui travaille a la paille.

101. Wer sich zum Esel m a c h t , Кто в кбни пошёл, тот и воду
muß Säcke tragen (K 1205). возй.

102. Ein Esel kraut den andern t ]


(K 1224). Nord., rom. (Gevatter
und Gimpel streichen einander
heraus).

103. Man soll nicht vom Pferde auf Из кобыл, да в клячи.


den Esel kommen ( = In seiner Red. П ереобулся из с а п о г а в
Stellung herabkommen) (Dü II. лапоть. (Stiefel — Bastschuh).
569). Lat. A b equo ad asinum.
Red. Променйчь сапогй на л а п т и .
Sw., holl.; frz. (Bischof — Müller).
Из попбв, да в д ь й к о н ы .
(D en Priester unter die Diakone
versetzen.)
E 104 — 75 — E 116

104. Wenn dem Esel zu wohl ist, [ J


geht er aufs Eis und bricht sich
ein Bein (K 1204).
105. Einen Esel führt man nur ein­ Раз козу на лёд свестй можно.
mal aufs Eis (Dü I. 399). Holl. u. Uhrceh.
frz.: Der Esel stößt sich nicht zwei­ Старого воробья на мякйне не
mal an demselben Stein. поймаешь.
106. Esel dulden stumm, allzugut ist Доброта без разума пуста. Ceh.
d u m m (K 1193). Dt., dän., frz. (Öel. 46).
107. Wer mit will essen, soll m;t uns Чтобы рыбку съесть, надо в воду
dreschen (Dü I. 437). Dt. лезть.
108. Vgl. Wer nicht arbeitet, soll Работать не заставят, и есть не по­
auch nicht essen (K 232, 2. Thes- садят.
sal. 3, 10). Eur.
109. Viel Essen, viel Krankheit Сладко ёстся, плохо спйтся.
(K 1243).
110. [Nach Viel-Essen wird die Ehre Много есть невелика честь.
nicht bemessen.]
111. Nach dem Essen sollst du stehn [ ]
oder tausend Schritte gehn (K
1239). Mlat. Post cenam stabis aut
mille passus meabis. Eng. After
dinner sit a while, after supper
walk a mile.
112. Man soll das Essen beenden, Ешь вполсыта, не пей до полпьйна.
wenn es am besten schmeckt Сладко ё с т с я , плохо спйтся.
(Bi 871).
Essen (und Tr i nke n) .
113. [Von Kohlsuppe und Buch­ Щ и да каша — пйща наша.
weizenbrei nähren wir uns.] Щи да каша — мать наша.
Щ и да каша кормйлицы наши.
114. [Kohlsuppe ist die Haupt­ Щ и — всем^ голова neben хлеб —
sache.] всему голова.
115. Unser Kohl schmeckt wohl Капуста — не п^ста, сама летйт
(K 3467). в ^ста (Mund).
116. [Wer Kohlsuppe ißt, bekommt Ешь щи, б^дет шея бела, голова
einen weißen, Hals und lockiges курдевата.
Haar.]
E 117 — 76 — E 128

117. [Kohl ohne Schwein ist schlecht.] Х уда капуста без свиньй.

118. [Ein Dussel, wer Pirogs nicht Тот дурак, кто пирогу не рад.
mag.]

118 a. [Brot, unser Väterchen, Brei, Хлеб — батюшка, каша — ма­


unser Mütterchen.] тушка.

118 b. [Brot — das halbe Mittag­ Без хлеба — половйна обеда.


essen.]

119. [Brot und P i r o g tun selbst im Х леб да пирог и во сне добро.


Schlafe wohl.]

120. [Das liebe Brot — Stammvater Хлебушка — пирожков дедушка


der kleinen Pirogs.] (И 380).
[Den Kringel ist man bald satt, das Калач скоро приестся, а хлеб ни­
Brot nie] когда.

121. [Klein ist wohl der Fisch, lecker Рыба мелка, да уха сладка.
aber die Fischsuppe.]

122. [Ohne Brei kein Mittagsmahl.] Что за обед, коли каши нет.

123. [ B u c h w e i z e n b r e i und R og­ Гречневая каша матушка наша,


genbrot.] а хлебец р ж а н ой отец наш род­
ной.
124. Man ißt so lange weißes Brot,
bis man nach s c h w a r z e m ver­ Vgl. 120
langt (K 735).

125. [Der R o g g e n b r e i (Haferbrei) Ржаная (овсйная) каша сама себй


lobt sich selbst, den Buchweizen­ хвалит, а гречневую люди хва­
brei aber loben die Leute.] лят.

126. [ Pl i ns e n verderben den Magen Блины брюха не . портят.


nicht.]
127. [Ohne P l i n s e n (mit der dazu­ Без блинов не маслена, без пиро­
gehörigen Zukost) gibt es keine гов не именйны.
Fastnachtswoche, ohne Pirogs kei­
nen Namenstag = Geburtstag.]
127 a. [Wem sollte wohl Butter Масло коровье кушай на здоровье.
schaden?]
128. [Für r o t e G r ü t z e (aus Moos­ Киселю всегда место есть.
beeren) hat man immer noch Platz, Кисель зубов не портит.
und den Zähnen schadet sie nicht.]
У
E 129 — 77 F 6

129. [Dampfbad und Z w i e b e l heilt Лук да баня всё правят.


jedes Übel.]
130. [Tee schadet nie.] С чая лйха не бывает.
131. [An einem Teeblättchen ist Чаем на Русй никто не подавйлся.
4
noch niemand in Rußland erstickt.]
Etwas s. N i c h t s , N 58.
132. Eulen hecken keine Falken Орёл орла родйт, а сова сову.
(K 1250).
133. Es ist keine Eule, sie schwört, Своё дитя и горбато, да мйло.
sie habe die schönsten Jungen
(K 1248).
133 a. Was des einen Eule, ist des У всйкого П а в л а своя правда.
andern Nachtigall.
134. Nichts ist ewig. Vgl. All Ding К усаю т и к о м а р ы до порй.
währt seine Zeit s. Z 28. После н е н а с т ь я вёдро.
135. Nach Regenwetter kommt Не всё н е н а с т ь е — и вёдро.
schön Wetter. Lat. Vgl. Regen,
R 47.

г.
1. Jeder nach seinen Fähigkeiten... Кто к чему р о д й т с я , тот к том$
(Leninistisches Prinzip). и пригодйтся.
Чему у ч й л с я , тому и приго-
дйлся.
Falschheit. •

2. Hüte dich vor K a t z e n , die vorne Не бойся собаки брехлйвой, а


lecken und hinten kratzen (K3297). бойся молчалйвой.

Familie.
3. [Im häuslichen Kreise ist selbst В семье и каша гуще.
der Brei steifer gekocht, d. h. alles
mundet besser.]
4. Le e r e Fässer klingen hohl (Dü II. Порожняя бочка пуще гремйт.
22.) M lat.y eur.

5. Volle Fässer klingen nicht, leere


desto mehr (K 1293).
6. [Hohles Faß tönt am lautesten.]
F 7 — 78 — F 19

7. Leer Faß, leere F r e u n d s c h a f t Хлеба нет — друзёй и не бывало.


(Bi 900). Lat. Tempora si fuerint Скатерть со стола — и дружба
nubila, solus eris (Ovid, Tristia 1, сплыла. На обеде все соседи;
9). а пришла беда, онй прочь как
вода.

8. Nach der Fastnacht immer die Не всё коту масленица.


Fasten (K 1298). E ur.; eng. After
a Christmas comes a Lent (Fasten­
zeit).

9. Sei nicht faul, die Krippe kommt Хочешь есть калачй, так не лежй
nicht zum Gaul (Se 313). на печй.

9 a. Faul kriegt wenig ins Maul Лйбиш ь кататься, любй и санки


(Schaefl. 27). возйть.
Faul s. auch Tauben, T 30.

Faulheit.
10. [Die Arbeit kann bis morgen День к вечеру, а работа к зав-
warten.] трему.

11. [Wer viel ausruht, wird bald Всё по боку и ничего под зуб.
nichts zu beißen haben.]
12. Faulheit ist der Schlüssel zur Лёность наводит бедность (Sn213).
Armut (K 1310).
13. Faulheit lohnt mit Armut (K У ленйвой прйхи и про себй нет
1309). Germ., frz.t it. рубахи.
14. Nach Faulheit folgt Krankheit [ ]
(L 178).
15. [Schade um die Faust, die den Жаль кулакй, а бить дурака.
Dussel zaust.]
16. [Die Feder ist leichter als der Перб легче сохй.
Pflug] = Tn der Kanzlei sitzen
ist bequemer als Feldarbeit leisten.
17. Viele Federn machen ein Bett Из крбшек к^чка, из капель море.
(K 1322). Holl., nord.
18. An den Federn erkennt man den Знать паву по пёрьям. Вйдит и
Vogel (K 1323). кривой (der Einäugige), на ком
кафтан плохой.
19. Wer sich mit fremden Federn Чужйм умбм в лйди не вййдешь.
schm ückt. . .
F 20 - 79 - F 29

20. Kein Feuer ohne Rauch, k l u g e На грех мастера нет.


Leute fehlen auch (Dü 1 . 928). Огонь без дйму, человек без грехё
Mlat., eur. не бывает.

21. Wer keinen Fehler hat, muß im Нет семьй без урбда. (ins Kollektive
Grabe liegen (Bi 927). übertragen: Keine Familie ohne
Fehl = ohne ein mißratenes
Kind.)
От запада до востока нет чело­
века без порбка.

22. [Dem Guten ist jeder Tag ein Доброму человеку всйкий день
Feiertag.] праздник.

22 a. [Zu einem Feiertag gehört ein У праздника не без бражника


Trunk.] (Zecher) (Sn 421).

23. [Feigheit ist richtige Dummheit.] Трусость — йстинная глупость.


Feigheit s. L a u f e n , L 42.
24. G e s c h e n k vom Feind ist nicht Нёдруг дарит, зло мйслит.
gut gemeint (Bi 1398).
25. Feindes Gaben gelten nicht
(K 1336).
26. Feindes Mund spricht selten gut [ ]
(K 1337), — spricht selten Grund
(Bi 943).
26 a. Ein jeder ist sich selbst der Всяк сам себе враг.
größte Feind (Ein A xiom : Schefer,
Zeu 141).
26 b. [Mein erster Feind ist die Träg­ Мой первый злодей лень, другой
heit, mein zweiter die Zunge, mein злодей язык, а третий соблазн.
dritter aber die Versuchung.]
27. [Der Feind stimmt dir zu, der Нёдруг поддакивает, а друг спо­
Freund widerspricht.] рит.
Kluger Feind s. F r e u n d , F 112.
28. Wenn das Ferkel geboten wird, Коли дайт, берй.
soll der Sack bereit sein (K 1349).
Germ.; it. (Schwein), span. (Sau).
29. Willst du in die Ferne schweifen? Зачем далекб? И здесь хорош о.
Sieh, das Gute liegt so nah (Goethe, Б л й ж н я я соломка л^чше даль­
Erinnerung). него сенца.
F 30 — 80 — F 40 a

30. In der Ferne. Schön ist es auch Там хорош о, где нас нет (Sn 95).
anderswo, und hier bin ich sowieso
(W. Busch, Plisch und Plum).

31. [Auch in unserer Straße wird es Будет и на нашей улице празд­


ein Fest geben.] ник.
In russischen Städten wurden seit
alters öffentliche Faustkämpfe ver­
anstaltet, wobei eine Straße gegen
eine andere auftrat. Die besiegte
Straße tröstete sich mit dem obigen
Wort (Make.; Kli 63).

32. Feuer fängt vom F u n k e n an. От малой йскры, да большой п о ­


[Lösche das Feuer beizeiten.] жар. Искру тушй до пожара,
напасть отводй до удара.

33. Man muß die Feste feiern, wie [ ] И голый не без праздника.
sie fallen (K 1354, Bü 220). Dt. (Auch der Ärmste — der Nackte
— ist nicht ohne Feiertag.)

34. Kein Feuer ohne Rauch. Frz. Х оть мал огонёк, а всё дым вйден.
II n’y a point de feu sans fumee. (Die Wahrheit läßt sich nicht ver­
bergen.)

35. Wo R a u c h ist, da ist auch Feuer Нет дьша без огня.


(Dü II. 671). Nord., it., span.

36. Kein R a u c h ohne Feuer (K4926).


Lat. Flamma fumo proxima est
(Plautus).

37. Wer das Feuer haben will, muß Любй пар, любй и угар (Dunst).
den Rauch leiden (K 1361).

38. [Ohne die Badestube zu heizen, Пар любйть, б а н ю топйть.


gibt es kein Dampfbad.]

39. [Wer gern Johannisbeeren ißt, Любй смородинку, любй И OCKÖ-


nehme die Säure in Kauf.] минку.
40. Findigkeit. Red. Er weiß, wo Он знает, где р а к и зимуют.
Barthel den Most holt (K 393), —
wo Lukas das Bier holt, — wo
David das Bier kauft: sw., dän.
40 a. [Der Fiskus lebt vom Bauern.] Казённая палата от мужиков бо­
Vgl. Regierung. гата (Sok. 210).
F 41 81 — F 50

41. Besser ein kleiner Fisch als gar Маленькая рыбка лучше боль­
nichts auf dem Tisch (Dü I. 185). шого таракана (Schabe). [Лучше
крошечные сбережения, чем
42. Kleiner Fisch auf dem Tisch ist
большая прйбыль.]
besser als im Bach ein großer Fisch
(K 1410). Nord.; eng. Better one Малый барьпп лучше большого
small fish than an empty dish накладу.
(Freid., S 3, 105).

43. Der Fisch fängt am Kopfe an zu Р й ба начинает портиться с го­


stinken (K 1399). Mlat., it., dän. ловы (Sn 358). Slav.y neugriech.
(Die obersten Schichten des Staates).

44. Wer Fische fangen will, muß vor­ Чтобы рыбу съесть, надо в воду
her die Netze, flicken (Se 93). Mhd. лезть.

Fische, große s. G r o ß e Fische, G 233.

45. Red. Das ist weder Fisch noch Это ни рыба, ни мйсо.
Fleisch. Eng. Neither fish nor flesh; Ни Богу свеча, ни чорту кочерга
frz. Moiti6 figues moiti6 raisins. (Feuerhaken).

46. Kurzer Flachs gibt auch langen Крйвы дрова, да прямо горйт.
Faden (Bi 1004).

47. *Geduld und Fleiß bricht alles Eis. Терпение и труд всё перетрут.

47 a. Fleiß ist des Glückes Vater Трудовая денежка всегда крепка.


(K 1423).

47 b. Ohne Fleiß kein Preis (K u. a.). [ ]


47c. [Kein F l e i ß ohne Schweiß.] Ешь досы та,^а делай до поту
(Cel. 132). Ceh.
48. Fleiß bringt Brot, Faulheit Not Хочешь есть калачй, так не сидй
(K 1428). на печй.
49. Fleißige Hand erwirbt, faule Станешь ленйться, будешь с с у ­
Hand verdirbt (Se 372). мой волочйться (. . . mit dem
Bettelsack umhergehen).
50. Fliege nicht eher, als bis dir die Не запрйгши, не погонйют.
Federn gewachsen sind (K 1441).
E ur.; eng. No flying without wings.
Fliege an der Wand s. K r a n k , К 140.
Adler fangen keine Fliegen s. A d l e r ,
А 19.
6
F 51 82 — F 60

51. A l l e Flüsse laufen ins Meer Реками море стоит. По зёрнышку


(K 1460). Nord., frz., eng.; it. Tutti ворох (Haufen), по капельке
i fiumi vanno al та ге (He 26). мбре.
Chin.
52. [Wer flucht und unzüchtige R e­ Кто сквернослбвит, трудная того
den führt, wird einen schweren Tod смерть будет.
haben.]
53. Wie die Frage, so die Antwort Каков вопрбс, таков и ответ.
(K 1474). Eur. Каково аукнется, таково и от-
клйкнется.
54. Mit Fragen kommt man durch Язык до Кйева доведёт.
die Welt (K 1473), — kommt man
nach Rom (Dü I. 477). Mlat., nord.,
rom.; frz. En demandant on va ä
Rome. Chin. (. . . nach Peking)
(P 223).
55. Durch Fragen wird man klug Спрос всё укажет.
(K 1472).
56. Ein hungriger Franzose ist über Голодный француз и вороне рад.
eine K r ä h e froh] (Napoleons Rück­
zug 1812).
57. [Der Franzose ist gewandt, der Француз боек, русский стоек.
Russe hält stand.]
57 a. [Eine nette Fratze, aber nichts Рбжею пригож, да умом не гож.
im Kopf.]
58. Die deutsche Frau hat vier К zu Женщине красота домостройство.
besorgen: Kinder, Kleider, Küche, Geh. Zenina kräsa domäcnost
Keller (Ein Wort aus dem 19. Jh.). (Öel. 390).
58 a. Die Frau kann mit der Schürze Ж ена более вйтащит йз дому
mehr aus dem Hause tragen, als горшком, чем муж мешком oder
der Mann mit dem Erntewagen ein­ чем муж возом навозит.
fährt (K 1485). Holl., dän.; it.
(Schiff — Nußschale).
59. Die Frau weiß eine Kunst mehr Женский ум лучше всйких дум.
als der Teufel (Dü I. 481). Frz. La (Frauenklugheit gilt mehr als
femme sait un art avant le diable; alles Überlegen.)
it. ebenso ( Rom. Quelle).
60. Frauen haben lange Kleider und У бабы волос долог, да ум к оро­
kurzen Mut (K 1496). Vgl. Weib. ток.
F 61 — 83 — F 71

61. Mit den Ohren such dir eine Frau, Ж ену выбирай не глазами, а
nicht mit den Augen (d. h. wähle ушами.
dir eine Frau von gutem Ruf). It.

62. Wer seine Frau lieb hat, lasse sie [ ] Мужика на двор, бабу в
zu Hause (Dü I. 485) = holl., — дом.
führe sie nicht zu allen Festen.
Eng., frz., it.

63. Frauen und Koteletts werden um Ж ену люби как душу, а трясй что
so besser, je mehr man sie klopft грушу. Ceh., икг.
(Se 360).

64. [Die Frau prügelt ihren Mann Ж ена мужа не бьёт, а под свой
nicht, hält ihn aber unter dem Pan­ нрав ведёт.
toffel.]

65. Junge Frau und alter Mann ist У старого мужа молодая жена —
ein trauriges Gespann (Se 358). чужая корысть.
(Alten Mannes junges W eib dient
anderen zum Zeitvertreib.)

66. [Die Frau ist keine Balalaika, die Жена не (гусли) балалайка, по­
man nach dem Spiel an die Wand играв, на стену не повесишь.
hängt.]

66 a. Die Frau tut es dem Manne Куда иголка, туда и нйтка.


gleich.

67. [Der freie Mensch fürchtet Свободный человек ничего не


nichts.] бойтся (Sn 363).
П р я м о е дерево ветра не бойтся.
Freien.
68. Jung (zu früh) gefreit hat oft ge­ Скорая женйтьба вйдимый рок
reut (K 1584). (Verhängnis) oder — вйдимая
беда.
69. Mit Eile gefreit, mit Muße bereut
(Se 357).

70. Früh aufstehen und jung (früh) Не кайся — рано вставши да мо­
freien (tut) wird niemanden ge­ лод женйвшись.
reuen (Se 357, К 1638).

71. Ein alter Mann, der freit, ist Не надолго старый женится.
nicht gescheit (Se 358).
6*
F 72 — 84 — F 84

72. Viele Freier, wenig Nehmer Сватались, сватались, да все и


(K 1585). попрятались.
Много женихов, да суж еного нет.
У невесты женихов сто одйн, а д о­
станется один.

73. [Dem Freigebigen gibt Gott, den Тороватому Бог подаёт, а у ск у­


Geizigen bestiehlt der Teufel.] пого отнимает.

74. [Je ärmer, desto freigebiger.] Что беднее, то щедрее.

75. [Nicht den Reichen sollst du um Не просй у богатого, просй у


etwas bitten, sondern den Frei­ тороватого.
gebigen.]

76. [Der Freigebige wird nicht reich.] К то тороват, тот не будет богат.

77. Der „Freigebige,,: [Ich opfere На тебе, Боже (älter у боже »Bett­
gern — was ich nicht brauche.] ler'), что мне не гоже. На тебе,
Данйло, что мне не мйло.

78. [Die weite Welt hat Freiheit für Белый свет на волю дан.
alle.]

Freiheit.
79. [Das Vöglein sitzt lieber auf Пташке ветка дороже золотой
einem Ästlein als in einem golde­ клетки. Вбльность всего лучше.
nen Käfig.] Cth., serb.

80. Hinter dem Gitter schmeckt auch Не надобна соловью золотая клет­
Honig bitter (Pw). ка, ему лучше зелёная в е т к а .

81. Freiheit geht über Silber und


Gold (Dü I. 489), — ist über allen Воля портит, неволя учит. (Frei­
Reichtum (K 1512). M M . (Freid.). heit verwöhnt, Zwang erzieht.)

82. Je mehr Freiheit, je mehr Mut­ Вбля заведёт в неволю. (Ungebun­


wille (K 1514). denheit kann zur Unfreiheit füh­
ren.)
Дай душе в о л ю , захочет и боле.

83. Freiheit ist von Gott, Freiheiten [ ]


vom T eufel (K 1511).

84. [Dem Bauer Land und Freiheit!] Земля и вбля! ( Losung der Bauern
Vgl. [Es lebe die (politische) Frei­ während der Revolution 1917.)
heit!] Да здравствует свобода! (1917)
F 85 — 85 — F 95

85. [Wehe dem, der sieben Freitage Плохо тому [купцу], у кого семь
in der Woche hat, d. h. nicht den .пятниц на неделе.
nötigen Ernst hat, unbeständig
und leichtsinnig ist.]
Den Kauflevten im Alten Moskau
galt der F r e i t a g als Ehrentag, zu­
gleich als Hauptgeschäftstag, an dem
Basare und Jahrmärkte stattfanden.
Von Freitag zu Freitag wurde Geld­
geliehen.
Freitag s. M i s c h e n , M92
86. [Fremde Tränen sind Wasser.] Чужая слеза — вода.
87. [Fremdes Unglück — lache!] Чужая беда — смех.
88. Fremdes Brot, herbes Brot (L216, Чужбй хлеб горек.
Dü I. 492). It. IJ pane degli altri e Чужой хлеб рот дерёт (kratzt im
troppo salato (scharf gesalzen). Munde).
Чужбй хлеб в горле петухом
поёт (. . . kratzt = kräht im
Munde).
89. Dagegen: Fremd Brot schmeckt Чужбй хлеб всегда вкусен.
wohl (K 736), wenn es sich um Gast­
brot handelt.
V"
89 a. * Schmücke dich nicht mit Чужим умом не живй. С eh.
f r e m d e n Federn.
Fremdes Gut.
90. Gestohlen Gut liegt hart im Чужим богат не будешь.
Magen (Bi 1610). Чужое добро не впрок.
91. Aus fremdem Beutel ist gut zeh­ Из чужого кармана платйть легко.
ren (K 612, Dü I. 230 ). Eur. Легко на чужйе грехй ехать.
92. Aus fremder H a u t ist gut R i e ­
men schneiden (Bi 1724).
93. [Wer sich mit fremden F e d e r n Чужим умом не скупйть дом.
schmückt, kommt nicht weit.] Чужбй ум до порога.
94. [Tn fremdem Hause steht dir В чужбм доме не указывают.
nicht zu, Weisungen zu geben.]
95. [Laß es dich nicht nach fremdem На чужбй каравай рта не разевай.
Gut gelüsten.] (Sperr den Mund nicht auf nach
fremdem Brot.) Ukr., ceh.
F 96 - 86 — F 106

96. [An fremdem Gut vergreif dich Чужбго не хватай, своего не бро­
nicht, das eigene vergeude nicht»] сай! (не терйй!)

97. Was fremd, bezahlt man teuer За морем' телушка — полешка,


(K 1519). (eine halbe Kopeke) да рубль
перевозу.
98. [In der Fremde ist Rindfleisch
spottbillig, der Transport jedoch
unerschwinglich.]

99. [In der Fremde heißt der Falke На чужбй стороне и сокола зовут
Krähe, -r- ist selbst der Frühling вороною, — и весна не красна.
nicht schön.]

100. [In der Fremde wird man klü- Чужая сторона прибавит yußt:
ger.] A ber: Далеко шёл, а добра не
нашёл.

100a. Fresser (oder Faulpelz?). [Was Три дня молол, а в полтора дня
er drei Tage lang gemahlen, hat er съел.
in anderthalb Tagen aufgegessen.]

101. Freud’ muß Leid, Leid muß Ни печали без радости, ни радо­
Freude haben (Goethe). сти без печали.
Keine Freud’ ohne Leid (K 1528,
Wa I. 1168). Lat. Nihil est ab omni
parte beatum (Horaz, Od. 2, 16).
Eur.

102. Nach Freud’ folgt Leid (Dü За р а д о с т ь ю горе по пятам ходит.


I. 493).

103. Trocken Brot mit Freuden ist Лучше воду пить в радости, не­
besser als Gebratenes mit Kummer жели мёд в кручйне (Kummer).
(K 737).

104. Auch der Ärmste hat seine И нагой не без праздника.


Freude (Se 370).

105. Ein guter Freund ist mehr wert Старый друг лучше новых двух.
als hundert Verwandte, — als ein Верный друг лучше сотни слуг
Bruder in der Ferne (K 1545). (И. 54).

106. Den Freund erkennt man in der Без бедй друга не узнаешь.
Not (K 1551). Lat. Amicus certus Конй в рати узнаешь, а друга в
in re incerta cernitur (Ennius b. беде.
Cicero, ,,Lael.“ 17, 64). Eur.
F 107 — 87 — F 120

107. Freunde in der Not gehn zehn Любй менй чёрненьким, чйстень-
auf ein Lot (K 1554). Dt. (12. Jh.), ким менй все полюбят.
eur. — ähnlich, am nächsten eng.
108. Die alten Freunde sind die be­ Новых друзей наживай, а старых
sten (K 1557). Eur. не терйй!

109. Alte Wege und alte Freunde soll


man in Ehren halten (Se 84). Mhd.,
mlat.
110. [Um einen Freund zu sehen, ist Для мила дружка семь вёрст не
kein Umweg zu weit.] околица.
Для друга нет круга.
111. [Gegen den Freund sei gefällig, Другу дружй, другому не вредй.
deinem Nächsten füge nichts Übles
zu.]
112. [Ein beschränkter Freund macht Дай Бог недруга, да умного, а
einem mehr Verdruß als ein kluger друг, да дурак — наплачешься
Feind.] с ним.
113. Freunde sind über Silber und Не держй сто рублей, держй сто
Gold (K 1550). Mlat., eur. друзёй.
114. [Willst du dir den Freund erhal­ Дружба друж бой, а в карман не
ten, so borge nicht von ihm.] лезь.
115. Behüte mich Gott vor meinen Не бойся неприйтеля, а бойся
Freunden, mit den Feinden will ich приятеля.
schon fertig werden (Dü I. 501).
Frz., sw.
116. Ein freundlich W ort findet gu­ Ласково слово не трудно, а споро
ten Ort (K 6976, Dü II. 701, 702). (gewinnend).
Eur. Д обрый п р и в е т и кошке прийтен.
117. Ein freundlich Gesicht ist das Дбброе слово л^чше мйгкого пи­
beste Gericht (K 2089). рога.
118. Freundlichkeit macht angenehm
(K 1574).
119. [Mit Freundlichkeit erreicht man Мёдом больше мух наловишь, чем
mehr als mit Strenge.] уксусом.
120. *Freundschaft hin, Freund­ Любй Ивана, а берегй кармана.
schaft her. Дружба друж бой, а служ ба сл у­
жбой.
F 120a — 88 — F 132

120 a. Siedet der Topf, so blüht die Есть пирож ок, есть и дружок.
Freundschaft (Pw). Есть брага (Hausbier) да пирожкй,
так есть и други и дружкй.

121. Leer Faß, leere Freundschaft Был бы хлеб, а з^бы ( = Esser)


(Bi 900, sinnverwandt Dü 1.514). сыщутся.
Lat. Diffugiunt cadis cum faece Хлеба нет — друзей и не бывало.
siccatis amici (Horaz, Od.). Holl.,
Скатерть со стола — и дружба
eng., it.
сплыла.

122. Kurze Rechnung, lange Freund­ Чаще счёт, дольше (крепче) дру­
schaft (K 4946, Bi 2973). жба.
123. Ein schlechter Friede ist besser Худой мир лучше доброй драки.
als ein gerechter Krieg (K 1594).
124. Friede ernährt, Unfriede ver­ Мир созидает, распря разрушает.
zehrt (K 1588). Holl., dän.; sw. Где лад, там и клад.
Frid föder, ofrid öder (. . . ernährt (W o Friede, da W ohlstand =
— verheert). (Vgl. Sallust, Jug. Schatz.)
10, 6 .)
125. Man kann nicht länger Frieden Сосед не захочет, так и мйру не
haben, als der Nachbar will (Bi б^дет.
1115, К 1597).

126. [Es gibt nichts Schlimmeres, als Мороз да н^жа — нет их х^же.
frieren und hungern zu müssen.] Стужа да нужа — нет того хуже.
Frisch gewagt ist halb gewonnen s. G e w a g t , G 146.
Frohsinn.
127. [Nichts im Magen, aber lustig Х оть есть нечего, да жить весело.
gelebt.]

128. Es sind nicht alle fromm, die Божнйца домашняя, а совесть про­
in die Kirche gehen (Bi 1124). дажная.
(Zu Hause Heiligenbilder, das Ge­
wissen verkäuflich.)

129. Fromm ist, wer ungezählt Geld [ ]


wiedergibt (Bi 1122).
130. [Not stählt, Frondienst quält.] Нужда £чит, барщина мучит.
131. [Frondienst hat kein Ende.] Господской работы не пере­
работаешь.
132. [Der Frost beißt in die Nase.] Морбз щипает нос.
F 133 — 89 — F 145

133. [Frost macht jung = bringt die В зймний холод всйкий молод.
Menschen in Trab.]
134. Verbotene Frucht ist süß (Dü На запретный товар весь базар.
II. 526). Eur.; eng. Forbidden fruit (Nach Schmuggelware angelt der
is sweet. ganze Markt.)
Wie der Baum, so die Frucht s. B a u m , В 36.
135. Früh nieder und früh auf, ver­ К то рано встаёт, том^ Бог подаёт.
längert den Lebenslauf (K 1635). Рано вставать — некогда пиро­
Eng. Early to bed and early to вать.
rise, makes a man healthy, wealthy
Раньше вставай, да сам наживай!
and wise (B. Franklin, 1706—90).
136. Früh zu Bett, früh wieder auf,
macht gesund und reich in Kauf
(L 65).
137. Früh gesattelt, spät geritten Рано оседлали, да п о з д н о поска­
(K 1643). Nord., span. кали (Sn 352).
Рано снарядйлись, да п о з д н о в
Früh übt s i c h . . . s. Ü b u n g , U 9. путь пустйлись.
138. Ein alter Fuchs ist schwer zu Старого воробья на мякйне не
fangen (K 1649). поймаешь (не обманешь D III.
139. Ein alter Fuchs kommt nicht 71).
zum zweitenmal ins Garn (K1656).
140. Wer einen Fuchs fangen will, Старую лисицу не травят моло­
darf keinen Schöps hinters Garn дыми собаками.
stellen (K 1653).
141. Es ist ein dummer Fuchs, der Х уда та мышь, которая одну
nur ein Loch weiß (K 166?). только лазейку знает.
142. Der Fuchs weiß mehr als ein У доброй лисы по три отнбрка
Loch (K 1661). (Kebenhöhlen).
143. Der Fuchs ändert den Balg und Волк каждый год линйет, а нрава
bleibt ein Schalk (K 1669). не меняет.
Лисйчка — плутовка. Лисйца —
льстйца. .
144. Ein schlafender Fuchs fängt Лёжа пйщи не добудешь.
kein H uhn (K 1646).
Волка нбги кормят.
145. W o der Fuchs sein Lager hat, Близ норй лиса на промыслы не
da raubt er nicht (Dü I. 524). ходит.
Mlat., eur.
F 146 — 90 — F 154

146. Alle Füchse kommen endlich Таскал волк, потащйли и волка.


beim Kürschner zusammen (Bi
1158).
Führen
#
oder geführt werden?
147. W o ein Schaf vorgeht, folgen Лучше за стадом ходйть, чем стадо
die anderen (Dü I. 398). водйть.
148. Auch der geschickteste Fuhr­ Конь о четырёх ногах, да и то
mann fährt zuweilen aus dem Gleis спотыкается.
(Dü I. 526). H oll.; eng. The best
cart may overthrow.
148 a. Aus einem Funken wird oft ein Малая йскра города пожигает
großes Feuer (K 1693, Sirach II. (Sn 217).
33). Mlat., eur.; eng. A little spark От малой йскры сыр-бор заго­
kindles a great fire. релся (загорается).
От денежной (Pfennig-) свёчки
М осква сгорела (Im Jahre 1443
und 1537).
148 b. Die Furcht hat tausend Augen У страха глаза великй.
(Pw 1566).
149. *Der Furchtsame sieht überall
Gespenster.
150. Wer sich vor dem В usch fürch­ Волка бояться — в лес не ходйть.
tet, kommt nicht in den Wald Бойться волков, быть без грибков
(Se .93). Mhd. (Sn 21).
151. G e b r a n n t e s K i n d fürchtet Пуганая ворона куста бойтся.
das Feuer (K 3380). Mhd., eur.;
eng. A burnt child dreads the fire.
Vgl. G e b r a n n t e s , G 50.
152. [Eine furchtsame Krähe hat П у г а н а я ворона и хвоста своего
Angst vor ihrem Schwanz.] бойтся.
153. [Den Geißbock fürchte von Козла спереди бойся, конй сзади,
vorn, das Pferd von hinten, den а злбго человека со всех сторон.
b o s h a f t e n Menschen von allen
Seiten.]
154. Wenn der Fürst einen Apfel Дай на прокорм казённую корову,
braucht, so nehmen seine Diener прокормлй) и своё стадо.
den ganzen Baum (Pw). Дай прокормйть казённого во-
(Betrug am Staate, an der Krone робьй, без своего гуся и за стол
казна.) не сйдем.
G 1 — 91 — G 15

Gr
1. Unzeitige Gabe ist nicht dankens­ Подали горчйцу после ^жина. Red.
wert (K 1730). Дали орёхов белке, когда зубов
2. [Von unzeitiger Gabe ich nichts не стало. Red.
habe.]
3. Langsame Gabe verliert den Dank
(K 1727). Eng., dän., frz.
4. Flog’ eine Gans übers Meer, käm’ Поехал за море телёнком, воро
eine Gans wieder her (K 1747). тйлся бычком.
5. Es flog ein Gänschen über den
Rhein und kam als Gikgak wieder
heim (Dü I. 542). Mhd., afrz.
(Hund — Rom ), holl., eng. (Gans
— Dover).
6. [Gans und Schwein geben kein Гусь свинье не товарищ.
Paar.]
7. Ungebetener Gast ist eine Last, Незванные гости глож ут и кости.
— findet keinen Stuhl (K 1770). Незванный гость х^же татарина
(Historisch).
8. Doch: Guter Gast kommt un­ Запросто, чем Бог послал.
geladen (K 1767). Vgl. G 37.
9. Ein froher Gast ist niemands Last Доброму гбстю хозйин рад.
(L 251).
10. Ungeladener Gast ist der liebste Нежданный гость л^чше жданных
(K 1765). двух (Unerwarteter Ga s t . . . ) .
11. Die liebsten Gäste kommen von Желанный гость зова не ждёт.
selbst (K 1769).
12. [Auch dem ungeladenen Gast Гость не кость, за дверь не вы­
darf man nicht die Tür weisen.] кинешь.
13. [Einem lieben Gast den Ehren­ Красному гбстю честь да место.
platz.]
14. [Setz dich nur, so bist du Gast.] Садйсь, так гость будешь.
15. Der Gast ist wie der Fisch: er Гость до трёх дней (И 52).
bleibt nicht lange frisch (K 1776).
Пора гостям и честь знать.
Eng. Fish and guests smell at three
(Die Gäste müssen aufzubrechen
days old. It.
wissen.)
G 16 — 92 — G 25

16. Wenn der Gast am liebsten ist, Пора гостям и честь знать.
soll er wandern (sich trollen)
(K 1774).
17. Den ersten Tag ein Gast, den a) Первого дня гость, что золото,
zweiten eine Last, den dritten другого, что серебро, а третьего,
stinkt er fast (K 1777). что медь ( ükrain., 1Г52).
b) У нас гости не засйживаются.
(. . . ни одйн гость . . .)
(Bei uns sitzt kein Gast zu lange
= wird uns nicht lästig.)
18. [Gehst du zu Gast, so lade auch В гости ходйть, надо и к себе
Gäste zu dir ein.] водйть.
Любишь гостить, любй и к себе
звать.
19. Aber auch: *Wer etwas will gel­ Х орош гость, коли редко ходит.
ten, der komme selten (Zeu). Реже вйдишь, больше любишь.
Мил гость, что недолго гостйт
(II 52).
Редкое свиданье, прийтный гость.
20. [Wer mit Wein spart, hat keine Жалеть вина, не видать гостей.
Gäste.]
20 a. Wer Gäste ladet, gehe vorher Умёл в гбсти звать, умей и у го ­
hübsch auf den Fleischmarkt щать. Что в печй, то на стол
(K 1772). мечй.
21. Wie der Gast, so die Kost (K Каковы гости, таков и пир.
1779). Каков гость, таково ему и уго­
22. Danach die Gäste sind, brät man щение.
die Bücklinge (K 1780). Каковы дружкй, таковы и пи-
рожкй.
23. [Die Gäste sind geladen, die Bet­ Г бсти позваны и постели по­
ten gerichtet.] стланы.
24. [Auf die erste Aufforderung По первому зову в гбсти не ездят.
braucht noch kein Besuch zu fol­ (Das oft gehörte, nicht immer
gen.] ernstgemeinte „заходйге“ = »be­
suchen Sie uns mal* gehört zu sol­
chen »ersten Einladungen*.)
25. [Ein schlechter Matthias, der Х уд Матвей, когда не умеет потче­
seine Gäste nicht zu bewirten ver­ вать гостей (Sn 443).
steht.]
G 26 93 — G 38

26. An dem Gast man es spürt, wie Каков хозяин, таковй и гбсти.
der Wirt sein’n Handel führt
(Bi 1219).

Gastfrei, gastfreundlich.
27. [Keine Unterhaltung ohne Mit­ Без обеда не красна беседа.
tagsmahl.]

28. [Zum Mahl gehört der Pirog — Красна река берегами, а обед
für den Gast.] пирогами (Sn 182).

29. [Hochachtung dem Gast, Ehre Г остю почёт, хозяину честь.


dem Wirt.]

30. [Mag der Gast dir ungelegen sein, Рад не рад, а говорй: мйлости
du rufst: willkommen, tretet ein!] просим.

31. [Du magst hin und her denken, Сколько ни думай, а лучше хлёба-
— etwas Besseres als Salz und соли не придумаешь.
Brot, d. Ä. Bewirtung, ersinnst du
nicht.]

32. [Für Salz und Brot bezahlt man За хлеб-соль не платят, кроме
nichts als ein Danke!] спасйба.
ч
33. Arme Leute schenken gern (Ebn.- Х оть небогат, а гостям рад.
Eschenbach).
[Unbemittelt, aber gastlich — ist
auch der ärmste i?ttsse.]

34. [Wro man Bier trinkt, da laß dich Где пйво пьют, тут и нам приют.
ruhig nieder = da sind auch wir
willkommen.] Ähnlich finn.

35. [Nicht was man reicht, sondern Не дорог квас, дорога изйменка
wie man’s reicht, darauf kommt es в квасу.
an.] (Nicht auf den Kwas kommt es
an, vielmehr auf die Rosine darin.)
36. [Auch der Nachschmaus ist nicht Остатки сладки.
zu verachten.] (Reste — das Beste.)

37. [Ohne Umstände, nehmt vorlieb Чем богат, тем и рад. Ukr., ceh.
mit dem, was ich zu Hause habe.] Запросто, без мйгких, чем Бог
послал.
38. Wer viel gastiert, hat bald quit­ Что бьыо, всё спустйл; что бу­
tiert (Bi 1224). дет — и на то угостйл.
G 39 — 94 — G 49

39. [Was er besessen, hat er mit sei­


nen G ä s t e n durchgebracht; was
er einmal besitzen wird, auch da­
mit hat er die Gäste bewirtet.]

40. Vgl. die Red. Jemand auf russisch Принять кого по-русски.
aufnehmen = gut bewirten. Умёл в гости звать, умей и уго­
щать.
41. [Mein Brot ist sauber, mein Kwas У менй хлеб чйстый, квас кйслый,
ist sauer, mein scharfes Messer ножик острый, отрежем гладко,
schneidet glatt, nun, essen wir uns поедйм сладко.
satt], sagt der Bauer zu seinem Gast.
Vgl. P a s t e t e , P 3.
42. Man zäumt den Gaul nicht beim С хвоста хомута (Kum m et) не
Schwänze auf. (Luther: Roß) надевают.

43. Geschenktem Gaul sieht man Даровому кошб в з^бы не смотрят.


nicht iris Maul (K 1788). Mlat., Slav.
eur., türk. (Esel — Zähne). Quelle
lat. Hieron., Ep., um 400 n. Z.
44. [Du bist kein Gaul, brauchst also Не конь, так не лезь в хомут
auch kein Geschirr = Was deines (Kum m et).
Amtes nicht ist, da laß die Finger
weg.]
45. Geben ist seliger denn Nehmen Л^чше дать, нежели взять.
(K 1794. Ap.-Gesch. 20,35. Eur. Л^чше подать через порог, чем
стойть у порога (Türschwelle).
Л^чше подать в окно, чем стойть
под окном ( . . . als unter dem
Fenster zu betteln).
46. Wer bald gibt, gibt doppelt Кто скоро помбг, тот дважды по­
(K 1799). *La£. Qui cito dat, bis мог.
dat. (P. Syrus). Eur. Дорога мйлостыня в скудости.
46 a. Nur der ist froh, der geben Добро творйть, себй веселйть.
mag (Goethe, Faust I.).
47. Armen geben armet nicht (K 248). Дающего рука не оскудеет (даю­
48. [Des Gebers Hand verarmt nicht.] щая рука не оскудеет, D. I. 78).

49. [Ohne Gebet unternimm nichts Без Бога ни до порога, а с Богом


= Ohne Gott nicht einmal bis zur и за море.
Schwelle.]
G 50 — 95 — G 60

50. Gebranntes K i n d scheut das Пуганая ворона куста бойтся.


Feuer (K 3380). Mhd. (Se 93, S I.
111), alteng. ; afrz. (Katze — Feuer).
Eur.

51. Gedanken sind zollfrei (K 1818). Всяк волен думать, что хочет.
Für frei erklärt schon Cicero (Pro В каменном мешке, а думка воль­
Mil. 29, 79) die Gedanken, sodann на. Vgl. Со слов пошлины не
Luther, auch Freid. ( SI I . 169). берут: W orte sind zollfrei.
Eng. Thoughts are free from toll.
Eur.
(Scherzhafte Umkehrung) ИЕшьте, пейте, а думать не смейте.

51a. [Ein bloßer Gedanke räumt dir Не своротйть камня с путй думою
noch keinen Stein aus dem Wege.] (Gorkij).

52. Die besten Gedanken kommen Мужйк крепок задним умом. Auch:
hinterher (K 1821). Русский человек крепок задним
умом (D ).
53. Geduld bringt Rosen, — bringt Терпение принесёт спасение.
Huld (K 1825). За терпение даёт Б ог спасение.

54. Geduld überwindet alles (Dü Терпение и труд всё перетрет.


I. 549). Eur. Vgl. Per aspera ad Сиденьем города берут.
astra (Seneca?).
55. Geduld überwindet Holzäpfel Терпя и камень лопнет.
(Dü ebenda). Dt. (Geduld bringt auch einen Stein
zum Bersten.)

56. [Harre aus im Leid, es kommt После ненастья солнышко. ♦


eine bessere Zeit.] Оттерпимся, и мы люди б^дем.
57. [Geduld ist besser als Rettung.] Терпенье л^чше спасенья.
Без терпенья нет спасенья.
Geduld.
58. Auch unser Weizen wird einmal Б^дет и на нашей ^лице празд­
blühen. ник.

59. [Auch in unserer Gasse wird ein­ Взойдёт солнышко и к нам на


mal Feiertag sein.] двор.
Vgl. Fest.
60. [Wer zu warten versteht, dem Подождём, так что-нибудь да в о ­
wird schon etwas zufallen.] ждем.
G 61 — 96 — G 74

61. [Gedulde dich, dir wird das Ж ди, так дождёшься.


Deine.]
62. Man muß den Baum nicht eher Не срывай яблока, пока зелено;
schütteln, als bis seine Früchte с о з р е е т , и само упадёт.
r e i f sind (Se 438).
63. Die r e i f e n Früchte fallen einem
von selbst in den Schoß (Se eben­
da).
64. Auf der Reise ein guter Gefährt, Умный товарищ — половйна до-
ist so gut wie ein Pferd (P w l6 i0 ). .роги.

64a. Wer ein Geheimnis weiß, der Носи, не потерйй, да другйм не


gebe es nicht preis. сказывай.
65. Wie man’s t r e i b t , so geht’s По делам и награда.
(Dü 11.654). Mlat., eng., fr z .;
jap. Eigne Taten, eigner Lohn
(Em 1030).
66. Wer befehlen will, muß gehor­ Поживй в рабах, авось будешь и
chen lernen (Dü I. 555). Mlat.,eur. в господах.
67. [Er hat Geist genug, weiß aber Ума три гумна, да сверху не по­
wenig damit anzufangen.] крыты. (Гумно — Tenne)

68. Geiz ist die größte Armut Скупой богач беднее нйщего.
(K 1875). Nord.; it.
69. Der Geiz sammelt sich arm
(K 1878).
70. Des Geizes Schlund ist ohne Скупой что бездонная кадка: ни­
Grund (Dü I. 556). Nord., frz., it. чем не наполнишь.

71. Geiz ist die Wurzel alles Übels Скупость мать пороков (Laster).
(K 1866, 1. rJimoth. 6, 10). Eur. Aber auch: Скупый не глупый.
Uhr., ceh.
Geiz s. auch T a s c h e , T 24.
72. Der Geizige ist ein reicher Bett­ s. G e i z , Nr. 68, 69.
ler (K 1880), — ist allweg arm
(K 1885)
73. Je mehr der Geizige hat, je weni­ s. G e i z , Nr. 70.
ger wird er satt (K 1881)
74. Der Geizige möchte die Laus um Скупбй из блохй голенйгца кроит
den Balg schinden (Pw 1489). (. . . näht Stiefelschäfte aus einem
F bhfell).
G -75 97 — G 88

75. Der Geizhals liegt auf seinem Скупбй из песк^ верёвки вьёт.
Geld wie der H u n d auf dem Heu Скряге деньги, что собаке сено.
(K 1907). Vgl. Hu n d .

76. Der Geizhals hat den Knopf auf У скупбго и в Крещение льду не
dem Beutel (Pw 1489). вь'шросишь.
(Selbst zu Epiphanias, 6. Januar,
der Zeit der stärksten Ftöste,
wirst du vom Geizhals keinen Eis­
zapfen bekommen.)

77. Geld kommt zu Geld. Vgl. Дёньги иДут к богатому. Где много
R e i c h e , R 52. денег, больше б^дет.

^ 7 8 . Redet Geld, so schweigt die Welt Когда дёньги говорйт, тогда пра­
(K 1934). E ur.; frz. Ou l’or parle, вда молчйт. Сто рублёй есть,
toute langue se tait. так и правда твой.

79. W o Geld redet, da gilt andere И правда тонет, коли зблото


Rede nicht (K 1935). всплывает.

80. Geld macht den Mann. За свой грош везде хорош .

81. Hab’ ich Geld, so bin ich lieb,

82. Hast du Geld, bist du ein Held. Без дёнег — бездёльник.

83. Hast du Geld, so setz dich nieder, Х уд Роман, коли пуст карман.
hast du keins, so pack dich wieder
(K 1969).

84. Nimmer Geld, nimmer Gesell Без дёнег — везде худенек.


(K 1964).

85. [Freundschaft ist eins, mein Geld Сват не сват, а в горбх не лезь.
was anderes.]

86. Viel Geld, viel Freunde (K1928)* Жалёть м е ш к а , не видать дру­


Lat. Ubi amici, ibi opes (Quinti- жка (W er den Beutel sch o n t...).
lian).

87. [Wohin mit dem vielen Gelde? Дёньги девать некуда, к о ш е л ь к а


Wie komme ich bloß zu einem купйть не на что.
Geldbeutel?] Ein Oxymoron.

88. [Wer kein Geld hat, der hat nicht У кого дёнег мало, у того ума не
genug Verstand.] бывало.
7
G 89 — 98 — Q 99

89. [Geld bringt auch einen Popen Деньга и попа в йму заведёт.
zu Fall.]
90. Mit Geld, Latein und einem guten Деньги не Бог, а полббга есть
Gaul kommt man durch ganz (Sn 88).
Europa (Bi 1321). Um 1500.

91. Geburt ist gut, Geld ist besser. Люди родом, дёньги вбдом.
92. [Den Menschen fragt man: wo­
her? das G e l d : wieviel?]
93. [Geld kann auch eiben Stein Дёнежка и на камне дыр^ вертит
höhlen.] (Sn 8 7 ).(Деньга — Kupfermünze,
Kopeke.)
Дёньга и камень долбйт.
93 a. [Geld vermag viel, Wahrheit Дёньги мнбго^ могут, а правда
aber siegt.] царствует. Ceh.
94. [W o B a n k n o t e n sind, finden Бьши бы б у м а ж к и , б^дут и ми­
sich nette Menschen ein.] лашки.

95. [Was bedeutet schon Geld gegen­ На что и клад, коли в семье лад
über einem herzlichen Einverneh­ (клад — Schatz).
men in der Familie?]
96. Gelegenheit macht Diebe (K П лохо не кладй, вбра в грех не
1979). Mlat. Occasio facit furem; вводй.
afrz.; span. Puerta abierta al Santo П л о х о л е ж й т , брю хо болйт,
tenta (Offene Tür versucht den [мймо пройтй, дураком назовет]
•Heiligen). Eur. (Sn 324, И 249).
Vgl. finn. Schlechte Wacht macht
Доброму вбру всё впору.
viele Diebe.
(Einem tüchtigen Diebe kommt
alles gelegen.)
97. Wenn die Gelegenheit grüßt, soll Где сборы, там вбры.
man ihr danken (K 1980).
98. Man muß die Gelegenheit an der С о л н ы ш к о нас не дожидается.
Stirnlocke (am Stirnhaar) fassen Клюёт, так не зевйй!
(Dü 1. 573). Grie. (Bü 503); lat. (Beißt der Fisch an, pack zu!)
Carpe diem . . . (Horaz). Eur.

Gelehrsamkeit s. Weisheit.
99. Die Gelehrten, die Verkehrten Безумие и на мудрецй бывает.
(Dü I. 574). Jap. Gelehrte sind
konfus (Em411).
G 100 - 99 - G 108

100. Je gelehrter, desto verkehrter Во всйком мудрецё довольно про­


(K 1987). стоты (Sn 35).

101. Gemach geht man auch weit Тйше едешь, дальше будешь.
(K 1995). Frz, Pas ä pas, on va Сперва не прйтко, а там потише.
bien loin.

102. Wer der Gemeinde dient, hat [ ] Мужйк умён, а мир ду­
einen schlimmen Herrn (K 2006). рак.
Nord., rom.
103. EdeHmacht das Gemüt, nicht Не хвалйсь отцбм, хвалйсь мо­
das Geblüt (K2011). лодцом.
104. Ein gut Gemüt ist besser als ein
gut Geblüt (Wa I. 1548).
105. [Eine gute Genossenschaft (Ar­ В хорошей артёли все лошади в
tel) hat gutgenährte Pferde.] Nach теле (Sok. 491).
1917 auf gekommen.
106. Willst du genießen, so laß dich Любй пар, любй и угар.
die Mühe nicht verdrießen. Пар любйть — баню топйть.
(Wer baden will, soll heizen.)
107. Willst du den Genuß, so nimm Любй СМОрбдИНКу, ЛЮбЙ И OCKÖ-
auch den Verdruß (K 2020). минку.
♦Wer kegeln will, muß aufsetzen (Magst du Johannisbeeren, nimm
(Th. Mann). auch die Säure in Kauf.)
Льббишь тепло, любй и дым тер­
петь.
107 a. * Schön ist der Herbst, doch Х орош а к о р о ч к а перьями, а
schöner sein Wein. мйсом ещё л^чше.

108. Genügsamkeit.
[Kleiner Gewinn ist besser als Маленька добйчка л^чше боль­
großer Verlust.] шого наклада.

[Wer mäßig lebt, wird hundert Живй прбсто, проживёшь лет со


Jahre alt.] сто.
[Leben heißt nicht in Fett schwim­ Не до жйру, а быть бы жйву
men.] (Öel. 294).
[Wasser und Brot ißt der Bauer — Хлеб да в о д а — крестьйнская
aus Not.] еда.
[Habe ich keinen Kwaß, genügt Чёсом с квасом, а порою с водою
mir auch Wasser.] (Öel. 292). Ceh.
7*
G 109 — 100 G 115

[Der Bär saugt an seiner Pranke Медведь одну лапу сосёт, да всю
und ist den ganzen Winter über зйму сыт живёт (Се1 . 282). С eh.
satt.]

[Fehlt der Pelz, wärmt auch der И кафтан греет, когда ш^бы нет.
Kaftan.]

[WTer zu Mittag gegessen hat, darf У ’жин не нужен, был бы обед


getrost auf eine Abendmahlzeit (Sn 412).
verzichten.]
Как хлеб да квас, так всё у нас
(Sn 167).

[Der arme Bauer:] Песочек да лесок с вершочек


( Gorkij). (Вершок verölt. = 4,5 cm)

109. Der gerade Weg ist der beste Где вйден путь прямбй, там не
(U. a. Öel. 62). езди по кривому.

109 a. Ein Gericht und ein freund­ Чем богат, тем и рад.
lich Gesicht (Pw). (Was ich habe, geb’ ich gern.)
Gernegroß.
110. [Dreikäsehoch, doch zu kurz der Сам с локотбк, а кафтан короток.
Rock.]
111. Gerngesehen kommt ungebeten Желанный гость зова не ждёт.
(Bi 1385).
112. Das Gerücht tötet den Mann От молвы не уйдёшь.
(K 2046). E ur.; frz. Le bruit pend Молва в окно влезет.
l’homme.

Щ . Das Gerücht wächst, während Добрая слава лежйт, а дурная


es erzählt wird (Dü 1 .579), — м о л в а далеко бежйт.
während es läuft (dän., sw.). Lat.
Fama crescit eundo (Vergil, Aen.
4, 175).
114. Was geschehen soll, das ge­ Чему^ быть, того не миновать.
schieht. Mhd.t Freid. (S III. 93).
115. Kleine Geschenke erhalten die Не дорог подарок, дорога любовь.
Freundschaft (K 2057). An. (S I .’ Подарки л й бят отдарки.
11), frz.t it.
Дар дара ждёт.
Geschenk. S c h e n k e n und Wieder­
schenken erhält die Freundschaft К ого любишь, тому сам дйришь;
(K 5297). а не любишь, и от него не прй-
мешь.
G 116 — 101 — G 122

116. Geschenk vom Feind ist nicht Недруг дарит, зло мйслит.
gut gemeint (Bi 1398).

117. Geschenk. [Was uns nicht wert, Что нам не мйло, то п о п ^ в


wird dem Popen beschert.] кадйло (ins Räucherfaß).
Vgl. На тебё, Боже, что мне н е ­
гоже.

118. Ober den Geschmack läßt sich О вкусах не спорят (И. 377).
nicht streiten (Dü I. 581). Lat. De На вкус и цвет товарища нет (ма­
gustibus non est disputandum. Eur. стера нет D IV. 196).
Лйдям с к о р о м н о , а нам на здо­
ровье.
(W as dem einen verböte», ist dem
andern gesund.)
Vgl. Что русскому з д о р о в о , то
немцу смерть.

119. Viel Geschrei und wenig Wolle Чорт стриг свиныб — вйзгу много,
(K 2067). Eur..; eng. Great cry and а шерсти нет.
little wool; fiz. Plus de bruit que Много шуму, мало т о л к у .
de besogne; span. Mas es el ruido
Много толков, да мало т о л к у .
que las nueces (als die Nüsse wert
(Viel Gerede, wenig Sinn.)
sind).
Звбну много, да толку мало.
Много грому по пустому (Öel. 80).
Slav. Много слов, а мало дела.
Есть что с л у ш а т ь , да нечего
кушать.

120. [Kräfte schleißen, doch nichts Х л о п о т полон рот, а перекусйть


zu beißen.] нечего.

121. Böse Gesellschaft verdirbt gute Злые б е с е д ы тлят обычаи благйе.


Sitten (Dü I. 584). Mlat., eur.; frz. Дурнйе примёры заразйтельны.
Compagnie nuit.
С худьш поведёшься, худое пе­
реймёшь (1147).

122. [In Gesellschaft ist auch der На миру (на людях, в семьё) и
Tod nicht schrecklich.] Vgl. mlat. с м е р т ь красна.
Solamen miseris socios habuisse Для компании и жид удавйлся
malorum (u. a. bei Spinoza). (Sn 91).
Poln. Dal siQ cygan dla kompanii
powiesiö.
G 123 — 102 — G 132

Gesellschaft.
123. [Ein Mensch ist auf den ande Глуп совсем, кто не знйется ни с
ren angewiesen.] кем.
Стоя вмёсте у колодца, и ведро
с ведром столкнётся.
Царь да нйщий без товарищей.

124. Es sind die Mächtigen, die Ge­ Сйльные пйшут правду.


setze schreiben.

124 a. Wenig Gesetz, gutes Recht Где много закбнов, там и обйд
(K 2085). много.

125. Je weniger Gesetze, je besser Где закбн, там и обйда.


Recht (K 2083).

126. Je mehr Gesetz, je mehr Betrug Не будь закбна, не стало бы и


(Sünde К 2082). греха.

127. Sobald Gesetz ersonnen, wird Be­ Где закбн, там преступлёние.
trug begonnen (K 2088). Mlat., it.

128. Kein Gesetz, es find’t sein Loch Закбны, что паутина: шмель про­
(K 2086). скочит, м^ха увйзнет.
(Die Hummel schlüpft durch, die
129. Gesetze haben weite Mas c h e n.
Fliege fängt sich in der Spinn­
Grie. Schon Anacharsis, 6. Jhh.v.Z.,
webe).
vergleicht die Justiz mit einem Spinn­
gewebe, das die Hummeln durch­
brechen; die Mücken bleiben hängen.
Vgl. Die kleinen D i e b e hängt man,
die großen läßt man laufen. Poln.
(Spinnwebe).

So auch dt.: [ ] Закбн — не игрушка


130. Welch ein künstlich Netz ist (И 39).
doch das Gesetz; Kleines ist ge­
fangen, Großes durchgegangen
(Fr. Logaü 1654).

131. Ein freundlich Gesicht ist das Ласково слбво лучше мйгкого пи--
beste Gericht (K 2089). Vgl. Ge­ porä.
richt, G 109 a, F 116f.

132. [Das Gesicht ist der Spiegel Что в сёрдце варится, на лицё не
des Herzens.] утайтся.
G 138 — 103 - G 142

133. Aber auch: [Ein schönes Gesicht Лйчиком гладок, а делами гадок
oft dem Herzen nicht entspricht.] (Sn 206). Vgl. Jap. Was dem Ge­
sicht nicht gleicht, ist das Herz
134. Vgl. Mhd. Schöne Haut, häß­ (Em . 1191).
liche Gedanken (S I. 109).

Allzustraff gespannt s. B o g e n , В 106.

135. Es ist nichts so fein gesponnen, Шй л а в мешке не утайшь.


es kommt doch an die Sonnen Как ни х и т р й , а всё вййдет на-
(Dü II. 424). Mlat. Tempus omnia Р^жу.
revelat. Nord. Was im Schnee ver­
borgen, kommt bei Tauwetter
heraus. Eur.

135 a. Zwei recht gute junge Leute, Сегбдня мйло, завтра гнйло.
gestern zärtlich, wütend heute
(Goethe, Ges. Lieder).

136. Der Gesunde bedarf des Arztes Здравый врача не требует. Здорб-
nicht. вому врач не надобен.
■V

137. Dem Gesunden ist alles gesund. Здоровому всё здорово. Ceh.
З д о р о в о м у и нездоровое здорово.

138. Die Gesunden und Kranken Вольной лечится, здорбвый бе­


haben ungleiche Gedanken (K сится (. . . treibt Mutwillen — aus
2099). Wohlbehagen).

139. Gesunder Mann, reicher Mann Здоровье — то же золото (Gorki).


(Dü I. 589). E ur.; frz. II n’est trö-
sor que de santö.
139 a. [Dem Gesunden heilen alle На живбм всё заживёт.
Wunden.] Ж и в а я кость мйсом обрастёт.

140. Gesundheit ist der größte Reich­ Дал бы Бог здорбвья, а счастье
tum (K 2102). • найдём.
(G ebe uns Gott nur Gesundheit —
das Glück finden wir schon.)
Gesundheit.
141. Den K o p f halt kühl, die Füße Держй гблову в холоде, живот в
warm, das macht den besten Dok­ голоде, а ноги в тепле.
tor arm (K 3499). Dt.
142. *Nach dem Essen sollst du ruhn После обёда полежй, после ^жина
oder auch ein Schläfchen tun. походй.
G 143 — 104 — G 149

143. Nach dem Essen sollst du stehn


oder tausend Schritte gehn (K
1239). Mlat. Post cenam stabis aut
mille passus meabis.
144. Nach dem Mittag sitz ein Weil­
chen, nach dem Abendessen geh
ein Meilchen (He 22). Eng. After
dinner sit a while, after supper
walk a mile.

145. [Die Gesundheit kommt tag­ Здорбвье приходит днйми, а у х о ­


weise, geht aber stündlich.] дит часами.

146. Frisch gewagt ist halb gewon­ Смелость города берёт.


nen (K 1603). Lat. Dimidium facti, ♦Пас хлеба не даст (Vom Karten­
qui bene coepit, habet (Horaz, spiel: Passen bringt keinen Ge­
Ep. I, 2, vgl. Anfang). Eng. Noth­ winn).
ing venture, nothing have; frz. Риск благородное дело (Häufig im
Qui ne risque rien, n’a rien. Ähn­ Munde von Spielern).
lich grie. (Sophokles, Phil. 866).

146. Gewalt geht vor Recht (K2104) Кто сильнёе, тот правее.
[das klagt manch armer Knecht].
Mlat., 12. Jhh. (S I. 161), Quelle:
Habakuk I, 3 und lat. Cedit viribus
aequum (Ovid, Trist. V, 7). Eng.
Might goes for right. Eur.
147. Bei großer Gewalt ist große Где ейла, там уму могйла.
Narrheit (K 2111). (W o Gewalt anfängt, hat Ver­
stand ein Ende = Grab.)

148. Wenn Gewalt kommt, ist das Где ейла владеет, там закон сту-
Recht tot (K 2106). Rom. дёет.

148 a. Mit einer Handvoll Gewalt Чья ейла, того и воля.


kommt man weiter als mit einem
Sack voll Recht (Älter Spruch) =
Ceh. (Cel. 349).
148 b. Aber: Gewalt ist kein Recht Дракою прав не будешь.
(Gf 389). Vgl. 148.
149. Man empfängt den Mann nach По платью встречают, по ум^
dem Gewand und entläßt ihn nach провожают.
dem Verstand (u. a. Rosegger,
„Jak ob der Letzte“ 135).
G 150 — 105 — G 160

Gewerbe s. H a n d w e r k .

150. Böser Gewinn fährt bald dahin Чужбе добро не впрок.


(K 2132).

Gewinnen.
151. Gewinn will Beine haben (Pw). В лес не съёздишь, так на по­
латях замёрзнешь. Волка нбги
кормят.
\

152. Wie gewonnen, so zerronnen Легко добы то, легко и прожито.


(K 2164). Vgl. G u t , G 244. Было, да сплйло.
153. Übel gewonnen, übel zerronnen Как нажито, так и прожито. Slav.
(K 6098). Lat. Male parta male Легко найтй счастье, а потерйть
dilabuntur (Cicero, Phil. 2, 27); и того легче. Как пришло, так
eng. Lightly come, lightly go. Eur. yi ушло. Slav.
V gl Jap. Böser Gewinn bleibt
nicht bei seinem Herrn (Em 55).
Wohl begonnen ist halb gewonnen s. B e g o n n e n , В 53.
Wer nicht wagt, gewinnt nicht s. W a g e n , W 4.

154. Ein Gewiß ist besser als zehn Лучше синйцу в р^ки, чем ж у -
Ungewiß (K2141). Mlat., it., dän. р а в л й на нёбе.
Лучше телёнка в хлев^, нежели
корову за горой.

155. Gut Gewissen, ein sanftes У менй подушка под головой не


[Ruhejkissen (K 2143). Nord., holl., вертится (т. е. совесть чиста).
it. Red. D.

156. Ein reines Gewissen, ein gutes У кого сбвесть чиста, у того по­
Ruhekissen (L 305). душка под головой не вертится.
Добрая с б в е с т ь не бойтся кле-
вёт.
157. Ein böses Gewissen hat W olfs­ Сбвесть без зубов, да загрызёт.
zähne (Pw).

158. Bös Gewissen, böser Gast, weder Злая сбвесть стоит палача.
Ruhe, weder Rast (Bi 1476). Злая с б в е с т ь хуже палача. Slavw
159. Man entgeht wohl der Strafe, Как ни мудрй, а сбвести не пере-
aber nicht dem Gewissen. мудрйшь.

160. Gewohnheit ist andere Natur. Сбколу лес не в дйво ( . . . kein


J u n g gewohnt, alt getan (K). Wunder).
G 160 a — 106 — G 166

Смолоду сокол по поднебесью не


летал, не полетйт и под старость.
Vgl. П р и в й ч к а свь'ипе нам дана
(Пушкин).

160 a. Der Schmied ist die Funken Что засело в к о с т й х , то из мйса


gewöhnt (Dü II. 319). Nord., holl. не вйколотишь.
Волку зима за обйчай (Gew ohn­
heit).
Спросй у гуся, не зйбнут ли
его ноги. Ceh.

161. Wer im Glashaus sitzt, darf Г о р ш к у с котлом не бйться.


andere nicht mit Steinen werfen (Irdener contra gußeiserner Topf.)
(Dü I. 600). Germ.

162. Glaube nicht alles, was du hörst Не всйкому сл^ху верь.


(K 2181).

163. Wer leicht glaubt, wird leicht Не всё то правда, что б а б ы врут.
betrogen (K 2182).
Glaube.
164. [Den Fastenmittwoch möge hal­ Пусть, кум, срёду держит, кто на
ten, wer auf den Himmel rechnet.] н ё б о глядйт.
Quelle: Die Erzählung vom schlauen
Fuchs, der dem Gevatter Wolf ein als
Köder ausgelegtes Stück Fleisch über­
ließ, weil er faste. Als der Wolf in
der Klemme saß, fraß Reineke das
Fleisch in aller Ruhe. Dem Wolf,
der ihn an den Fastenmittwoch
erinnerte, gab er unseren Spruch zur
Antwort.

Die Botschaft hör* ich wohl, s. B o t s c h a f t , В 114.


allen mir fehlt der Glaube.
165. Gleich und gleich gesellt sich Подббный подобного лйбит. Slav.
gern (K 2185). Grie. (Homer, Odys­ Свой своему поневоле брат (друг).
see, 17,218); mhd. Arme unde
К о н ь до конй, а молодец до
riche suochent ir geliche (Freid.
молодца (Übersetzung D V II. 20)
40, 24); eng. Like loves like. Eur.
Два с а п о г а пара.
166. Gleich sucht sich, gleich findet
Свой своего йщет. М а с т ь к масти
sich (K 2187). Jap. Gleiche Ge­
подбирается.
müter suchen sich (Em 300).
G 167 — 107 — G 177

167. Gleiche Brüder, gleiche Kappen Какбв хозйин, таковй и гбсти.


(Dü I. 602). Dt., nord.
168. [Du sollst nicht] Gleiches mit Воздать равным за рйвное [не
Gleichem vergelten (Dü 1 .603). следует].
Eur.
168 a. Wenn zwei das Gleiche tun, Б а з а р базару рознь.
ist ei nicht das Gleiche. Lat. Si Д е р е в о дереву рознь.
duo faciunt idem, non est idem.
Gleiche Menschen, gleiche Bräuche 5. B r o t backen, mit W a s s e r ko­
chen.
169. Kein Mensch gleicht dem andern Д е р е в о дереву рознь (Sn 89).
Mlat. ; Freid. II, 25.
169 a. Die Menschen sind alle gleich Все бобрй , все равнй (Sn 44).
170. Kleine Glöcklein klingen auch Н е в е л й к сверчбк, да громко поёт.
(K 2205). (Klein ist das Heimchen . . . )
171. Er hat läuten gehört, weiß aber Слышал звон, да не знает, откуда
nicht, wo die Glocken hängen он.
(K 2203).
172. Glück und Glas, wie leicht Счйстье вешнее вёдро.
bricht das. (Älter:) Glück und (Das Glück ist unbeständig wie
Gras, wie bald wächst das (K2250, schönes W etter im Frühling.)
k 51). Eng. Fortune is like glass;
it. La fortuna ha i piedi di vetro.

173. Gott behüte uns vor großem t ]


Glück (L 326). Holl.
174. Glück ist leichter gefunden als Легче счастье найтй, нёжели удер­
erhalten (K 2253). Eng., ceh. жать.
Счастье не корочка, не прикор­
мишь.

175. Glück fragt nicht nach Recht На счастье нет закона.


(K 2206).
176. Glück ist der Dummen Vor­ Д у р а к у везде счйстье.
mund (K 2256). Глупому счастье, умному Б ог даёт.

177. Glück ist nimmer ohne Tück* Счйстье, что волк: обманет да в
(K 2224). лес уйдёт.
Счйстье, что палка: о двух концах.
G 178 — 108 — G 187

178. Glück läuft dem einen ins Haus, Счастье ходит, на клад набредёт*
dem andern heraus (K 2207). а несчастный пойдёт, и гриба
не найдёт. Ком^ п и р о г и да
пышки, а нам желвакй да
шйшки.

179. Das Glück ist rund und ändert Счастье вёртк о: набоев не Набьёшь.
sich alle Stund* (K 2209). (Das Glück dreht sich; .darum
kann man ihm keine Reifen an-
legen.)

180. Ein Quentlein Glück ist besser Счастье дороже богатйрства (H el­
als ein Pfund Weisheit (Dü I. 212). dentum) oder ума.
Mlat. Gutta fortunae prae dolio
sapientiae. Germ., it.

181. W er’s Glück hat, führt die Braut Ком^ повезёт, тот и возьмёт.
heim (K 2274). Lat.
182. W er’s Glück hat, dem fliegen Ком^ есть талан (Glück), тот будет
die Enten gebraten ins Maul атаман.
(K 2216). H oll
183. W er’s Glück hat, dem legt der Ком^ поживётся, у того и п е т у х
Hahn Eier, — dem geben seine несётся.
Hühner Milch (K 2216). Grie. (Ari-
stophanes).
184. W er’s Glück hat, dem kalbt der К ому пайт, у того и б ы к дойт.
Ochse (K 2215). Dän., sw., frz.t ( W em ’ s glückt, dem gibt der Ochs
schon afrz. (S 2, 55). Milch.)
K om^ счастье придёт, тот и на
печй найдёт.
185. [Trau nicht dem Glück, verzage На счастье не надейся.
nicht im Unglück.] Vgl Jap. Er­ Счастью не верь, а бедй не пу­
warte das Glück schlafend (Em гайся, — а от бедного не за-
1685). творйй дверь.
186. Glück macht Freunde, Unglück В* р а д о с т и сйщ ут, а в горести
prüft sie (K 2273). забудут.
Все други, все приятели до чёр­
ного лишь дня.
187. Glück bringt Neider (K 2266). . Где счастье плодйтся (sich ver­
mehrt, anschlägt), там и з а в и с т ь
родйтся.
G 188 — 109 — G 196

Счастлйвым быть — всем доса-


дйть (. . . allen ein Ärgernis sein).

188. Glück und Unglück wandern Счастье с несчастьем на однйх


auf einem Steg (K 2222). санйх (дровнях Bauernschlitten)
ездят. Барыш с накладом (G e­
winn und Verlust) двор обо двор
живут.

189. Des einen Glück ist des andern И то счастье, что иному вёдро
Unglück (K 2238). (Schönwetter), иному ненастье.

190. Glück im Spiel, Unglück in der Счастлив игрой, да несчастлив


Liebe (K 2228). Frz. женой.

190 a. [Man kann auch Glück im Не было бы счастья, да несчастье


Unglück haben.] помогло.

190 b. Das Glück ist blind. Lat. For­ [ ] Наше счастье в наших
tuna caeca est. (Cicero, Lael. 15). руках (W irta).
Каждый сам себе судьба (Gorki).

191. Jeder ist seines Glückes Schmied Всяк хлопочет, себе добра хочет.
(K2241). Lat. (Appius Claudius, Всяк своего счастья кузнец (Ent­
300 v. Z t .); mlat. Suae quisque lehnt D I. 35).
fortunae faber est. Eur.
Свой воля, свой д о л я (L os,S ch ick­
sal).

192. [Der hat gut leben, dessen Х орош о том^ жить, чья д о л я не
Glück nicht schläft.] спит.

192 a. Im Glück nicht vermessen, im При сй то сти помни голод, при


Unglück nicht verzagt (Pw). богатстве убож ество.

193. [Das Glück ist kein Gaul, geht Счастье не лошадь, не везёт по
nicht den geraden Weg.] прямой дорожке.

194. [Das Glück ist kein Gaul, dem Счастье не конь, хомута не на­
man ein Kummet anlegen kann.] денешь.

195. [Glück — Frühlingswetter.] Счастье — вешнее вёдро.

196. [Wer kein Glück hat, soll auch К ому не везёт, тот й за грибами
nicht Pilze suchen.] не ходй, oder Без счастья в
лес . .
G 197 — 110 — G 208

197. [Aus Unbekannt in den Grafen­ Взят из грйзи да посащен в


stand.] кнйзи.

198. [Er schoß nach einem Spatz und Стрел йл в воробьй, а попйл в
erlegte einen Kranich.] Vgl. Vor­ журавлй.
beigeschossen.
199. [Das Glück wie die Sonne ver­ Счйстье как солнце во все глаза
magst du nicht mit offenem Auge не увйдишь.
anzuschauen.]
200. [Das Glück wird nicht um eine Счастье копейкой не покупается.
Kopeke gekauft.]
201. [Glück ohne Verstand — wert­ Счастье без ума — дырйвая с у ­
loser Tand.] ма. (Quersack voller Löcher.)
Ceh.t serb.
202. [Das Glück geht auf Krücken, Счйстье идёт на костылйх, а несча­
das Unglück kommt auf Flügeln.] стье летйт на крйльях (Sn467).
203. [Wer Glück hat, der wird Het- Повезёт, так атаманом будешь.
man (der Kosaken).] Vgl 182.

204. Glück und Weiber haben die Дуракам счастье.


Narren lieb (L 326).

205. Glücklich ist, wer vergißt, was [ ] Что б й л о , то сплйло.


nicht mehr zu ändern ist (Bi 1541).
Lat. . . . quidquid corrigere est
nefas (Horaz).
205a *Geld allein macht nicht glü ck ­ Не в деньгйх с ч й с т ь е .
lich
206. Dem Glücklichen schlägt keine Счастлйвые часов не наблюдают.
Stunde (Schiller; L 328). Vorlage:
Lat. (Plinius, Ep. 8, 14).
206 a. [Gold bleibt Gold, und läg’s Знать зблото и на грязй (бе1. 30).
im Dreck.] Slav.

207. Es ist nicht alles Gold, was Не всё то зблото, что блестйт.
glänzt (K 2290). Mlat. (S 1,76), Не вейка я блёстка зблото.
afrz., eur.; engt All is not gold that
glitters. Slav.
208. Gold (Geld), das stumm ist, Злйто не говорйт, а много творйт.
macht gerade, was krumm ist Зблото не говорйт, а чудеса тво­
(K 1944). рйт. Зблото и на воде плавает.
G 209 — 111 — G 221

209. Ein Lot Gold' wiegt mehr als И правда тонет, когда зблото
ein Zentner Recht (Bi 1549). всплывает.

210. Die Goldmünze ist klein, gilt Мал з о л о т н й к , да дорог. (З олот-


aber viel (Bi 1551). нйк — altes Maß = 4 g.)

211. Morgenstunde hat Gold im «s. M o r g e n s t u n d e , M 112.


Munde

212. Gold geht durch alle Türen Золотбй молоток и железные во­
außer der Himmelstür (Dü I. 612). рота отпирает.

213. Goldner Hammer bricht eisernes


Tor (Ebenda).

214. Goldner Schlüssel öffnet alle


Tore. Holl., dän.y sw., frz., it., schon
mlat.

215. *Goldne Tressen, nichts zu Шапка в рубль, а щи без круп»


[frjessen.

215 a. [Nach dem Gott die Güte der Каков Бог, такова ему и свеча.
Kerze.] (Anklänge an Feuerbach:
Uber die Religion.)

216. Gott gibt wohl die Kuh, aber На Бога надейся, а сам не пло­
nicht den Strick dazu (K 2312). шай.
Dän., sw., frz. (Tu du das Deine, Gott gibt das
Seine.)
217. Hilf dir selber, so hilft dir Gott
(K 2306). Germ., it., frz.
218. Wem Gott wohl will, dem will Бог не выдаст, свинъй не съест.
Sankt Peter nicht übel (K 2316).
Mhd. (Tristan).

218a. [Gott sieht alles:] Бог видит, кто кого обйдит. Slav.
219. Was Gott tut, das ist wohlgetan Что Бог послал, то и мйконько.
(K 2351). Slav.
219 a. Wem Gott ein Amt gibt, dem Что Ббгу угодно, то всем при­
gibt er auch Verstand. Dt. 8 . A 59 a. годно.

220. Gott ist der Dummen Vormund [ ] У* м ном у Б ог помогает,


(K 2367). Eng., dän., frz., it. а дураку счастье.
221. An Gottes Segen ist alles gelegen Без Ббга ни до порога. Slav.
(K 2296). Vgl Gebet.
G 222 — 112 — G 233

222. Gottes Mühlen mahlen langsam, Бог долго ждёт, да больно бьёт.
aber fein (klein, sicher) (K 2356).
Mhd.y Seb. Franck. Vorlage: grie.

223. Gott kommt langsam, aber wohl


(Dü I. 624). Lat. Lenta ira deorum
est (Juvenal); afrz., eur.

224. [Mit Gottes Hilfe überwindet Кому Бог поможет, тот всё пере­
man alles.] может.
225. [Gott ist hoch und der Zar Ц а р ь далеко, а Бог высоко.
ist weit] (beide sind für den Mann
aus dem Volk gleich unerreichbar).
226. [Ein jeder für sich, der Herrgott Всяк про себй, а Госпбдь про
für alle.] Frz. Chacun pour soi, всех.
Dieu pour nous tous. Eur.
227. Gibt Gott Häschen, gibt er auch Бог даст день, Бог даст и пйщу.
Gräschen (K 2322). Дал Бог р й б у , даст и хлеба.
(Spruch der nordrussischen F i­
scher.)
227 a. [Die Motten zerfressen die Моль одёжу ест, а печаль сердце.
Kleider, und der Gram das Herz.]
228. Auf einen groben K l o t z gehört Клин клйном выживай.
ein grober K e i l (K 3443). Eur. Не шьют по рогбже золотом.
Vgl. S a c k , S 131.
Лыком по парче не шьют ( Bast auf
Brokat. . . ) .
Grobes Gerät s. K a n o n e , К 6.
229. Grobheit (Dummheit) und Stolz Гордым быть, г л у п ы м слыть.
wachsen auf einem Holz (K 2414).

Grobheit s. H ö f l i c h k e i t , H 156.
230. [Der Groschen ist kein Gott, Денежка не бог, а полбога есть.
aber ein Halbgott ist er doch.]

231. Ein großes Schiff braucht gro­ Болынбму кораблй большое и


ßes Fahrwasser. плавание*
232. Groot schip, groot water (L358).
233. Die großen F i s c h e fressen die Большая р ы б а маленькую цели­
kleinen (Bi 1000, Dü I. 640). Mlat.9 ком глотает
eur.
0 234 — 113 — G 242 a

234. Großsein (die Größe) tut’s nicht Мал с о л о в е й , да голос велик.


allein, sonst holte die Kuh den П т й ч к а не велйчка, а заголосйт,
Hasen ein (K 2420). Dt., holl. так лес дрожйт.
Невелйк с в е р ч о к , да громко
поёт. Велик осёл, да воду возит.
Великая к о б ы л а , да малая сйла.

235. [Der Pirog ist groß, ihr Mittel­ Велйк пирог, да в средйне плох.
stück jedoch schlecht.]

236. [Groß ist der Baumstumpf, doch Велик пень, да дурен.


schlecht.]

237. [Großmaul ist zum Handeln Кто словом скор, тот в деле не
faul.] спор (. . . nicht tatkräftig).

238. Großtun ist keine Kunst (K Бойся не того, кто кричит, а


2427). бойся того, кто молчйт.
Хвалит чуж^ю сторону, а сам ни
на ногу.
Храбрость — на словах. Red.
239. Großzügig. [Teufel noch eins, Эхма! Пир так пир! Бей, жена,
wenn schon Gelage, dann Gelage! в борщ (Betensuppe) целое яйцо!
Schlag, Frau, in den Borstsch ein
ganzes Ei hinein!]

240. Wer andern eine Grube gräbt, Кто другому йму роет, сам в неё
fällt selbst hinein (K 2428). Eur. попадёт.
(Quelle: Sprüche Salom. 26,27). Не рой др^гу ямы: сам в неё
Mlat. In foveam incidit, quam ввалишься.
fecerat ipse.

240 a. *Wer einmal eine Grube gräbt, [ ]


ist noch kein Aufbauhelfer (Um
1950, aus der Mark).

241. Guter Gruß, guter Dank (K От доброго слбва язык не усохнет.


2434). Dt., dän.

242. [Guter] Gruß freut den Gast und Поклонишься, голова не отло­
ehrt den Wirt (Bi 1596). мится.

242a. Gut Gruß, gute Antwort (Alter На добрый привет добрый и ответ
Spruch). (Се 1 . 87). Slav.

Grütze s. E s s e n , E 123, 125, 127.


я
G 243 — 114 — G 253

243. Güsse machen Flüsse (K 2448). По зёрнышку ворох, по капельке


Jap. Das Wasser der kleinen Bäche море.
bildet den großen Strom (Em l298).
244. Unrecht Gut gedeihet nicht Чужйм богат не будешь. Slav.
(K 2475).
245. Unrecht Gut tut nicht gut Неправдою нажйтое впрок не идёт.
(K 2474). Mlat., eur.; eng. 111 got- (Mit Unrecht Erworbenes bringt
ten goods seldom prosper. keinen Segen.)
246. Gut macht Übermut, Übermut Не было печали, так черти на­
tut selten gut (K 2469). качали.
(Es ging uns gut; da mußte uns
der Böse Kummer bescheren.)
247. [Sei zufrieden mit dem Gut, das От добра добра не йшут.
du hast.] ( Wortspiel: Das Gut und das
Gute.)
247 a. Geld und Gut macht Mut. [ ] Vgl 89 f.
248. Selbsterworben Gut macht fro­ Мил ж ивотбв, коли сам наживёшь
hen Mut (Pw). (Selbsterworbene Habe . . .).
248a. Gut Ding will Weile haben s. D i n g , D 38.
249. [Gut Ding preist sich selbst.] Доброе дело само себй хвалит.
Vgl. Schlechte Ware muß man auf­
schwatzen (K 6383).
249 a. Was gut ist, lebt nicht schlecht. Хорбш ее худо не живёт.
[Wem nichts gut genug ist, der Кому всё не годйтся, тот и сам не
ist selber nicht gut.] годйтся.
250. [Gut, oder gar nichts1.] Лйбо полон двор, лйбо с корнем
вон.
251. E i g e n was, wie gut ist das Хорош а дочка Аннушка, хвалит
(K 1032). Holl., nord., it. Vgl. Ver­ её мать да бабушка.
wandte.
[Das Gute ist stärker als das Д обро х^до переможет.
Schlechte.]
252. Dem Guten ist alles gut ( = dem Хорбшему всё хорош о.
Reinen ist alles rein).
253. [Dem guten Menschen ist jeder Дбброму человеку — что день, то
Tag ein Feiertag.] = Im Herzen и праздник.
dein soll es immer Sonntag sein
(Lulu Strauß-Torney).
G 254 115 — Нб

254. Des Guten soll man nicht zu­ Х орош его понемножку.
viel tun (K 2458; Pred. Salom.
7, 17).
255. Dagegen: Des Guten k a n n man [ ] Дорога мйлостыня в ск у­
nicht genug tun (K 2459). дости.
255 a. Es gibt gute Menschen auf der Свет не без дббрых людей.
Welt.
256. [Das Böse kommt zentnerweise, З л о приходит пудами, добрб зо­
das Gute tröpfelt lotweise.] лотниками.
257. [Laß dich des Guten, das du Сделав добрб, не кайся!
getan, nicht gereuen.]
Wirke Gutes . . . (Schiller, V otiv­
tafel 4).
258. [Ein guter Mensch ist sicherer Добрый человек надёжнее камен­
als eine steinerne Brücke.] ного моста.
258 a. Das Gute wird bald verges­ Доброе скоро забывается, а худое
sen . . . долго помнится (Се1. 29). Slav.
259. [Dem Gütigen bekommt auch Дбброму и с у х а р ь на здоровье,
ein Zwieback, dem Bösen nützt а злому и мясное не впрок.
selbst ein Fleischgericht nicht.]

н
1. R o t Haar ist gar fromm oder gar Рыжему пальца в рот не клади.
bös (K 2497).
2. Wer will haben, der muß graben Хочешь есть калачй, так не сиди
(Bi 1634). на печи.
3. Besser ein dürrer Hab’ ich als ein Лучше телёнка в х л е в у , нежели
fetter H ätt’ ich fDü I. 181). Eng., корову за горой.
holl.
4. Habich ist ein schöner Vogel, Лучше синйцу в руки, чем жу-
Hättich nur ein Nestling (Se 425, равлй на нёбе.
К 2509). Afrz. Mieux vaut un
,tiens‘ que deux ,tu auras*.
5. Beatus vir, qui habet multum Много, много — а ещё бы столько.
Silbergeschirr (Abraham a S. Cla­
ra).
6. Dem Habenichts kann auch der s. Nackt.
Teufel nichts stehlen
8*
H 7 — 116 — Н 17

7. Hast du was klingt, so hast du Коли денежка в кармане, много


was singt (Pw 534). тётушек в торгу.
8. *Was man hat, das hat man. То лучше всего, что есть у кого.

Habgier. /
9. Wer zwei Ha s e n zugleich jagt, Лйшнего пожелаешь, последнее
fängt keinen (K 2629). Mlat., eur. потерйешь.
Vgl. H a s e , H 64. Siehe auch
Ma g e n , M 20.
H a b s u c h t s. auch Unersättlich.
10. Per Hahn ist König (kühn) auf II петух на своём пепелйще хра-
seinem Mist (K 2532). Mlat., eur.; брйтся. Slav.
eng. Every cock is proud on his Всяк петух на своём пепелйще
own dunghill. хозйин.
Всяк кулйк ( Schnepfe) в своём
болоте велйк.
11. Zwei Hähne taugen nicht auf Два медведя в одной берлоге не
einen Mist (K 2536). уживутся.
Haken s. В 124 a.

12. [Halbbildung ist schlimmer als Недоучёный хуже неучёного.


Unbildung.]
Haltung.
13. [Ohne seine stolze Haltung wäre Без осанки конь — корова.
das Roß eine Kuh.]
14. [Keinen Heller in der Tasche, Х оть денег ни гроша, да походка
aber Stolz der Gang.] хороша.
15. Lieber Hammer als Amboß (K Кому тереть, кому тёрту быть.
2544). Mhd. Bist du nicht Ham­
mer, mußt du Amboß sein. Frz.
II vaut mieux ctre marteau qu’en-
clume. Das Bild ist schon antik
(S III. 91), auch arab.
16. Eine Hand wäscht die andere Рука руку моет [и обе белы живут].
(K 2554). Grie. (Epicharmos), lat. Nachsatz auch: [плут плута кроет].
Manus manum lavat (Seneca).
Eur., slav.
17. Kunstreiche Hand geht durchs Ремеслу везде почёт.
ganze Land (Bi 1671).
H 18 — 117 — НЗЗ

18. Aus der Hand in den Mund, gibt G хлеба на квас перебивается
schlechte Nahrung kund (K 2560). (Red.).
19. Fleißige Hand baut Leut’ und
Land (K 2550).
20. Viel Hände haben bald Feier­ *Колхозная работа — одна охота.
abend (K 2577).
21. Viel Hände, leichte Arbeit (K
2574).
22. [W o die Hand, dort auch der Где рука, там и голова.
K opf.] Durch die ,Handlegung‘
bürgte ehemals der schreibunkundige
Zeuge mit seinem K op f für die Wahr­
heit seiner Aussage (KH61).
23. Kalte Hände, warme Liebe (K .[ ]
2578). Frz.
24. Gib ihm eine Handbreit, so nimmt Дай ему волю, а он две возьмёт.
er die ganze Elle (Se). Свинье только рыло просунуть,
и вся пролезет.
25. Handel ohne Verstand, Schaden Умом торговать, а без ума горе­
vor der Hand (K 2583). вать (Sn 417).
26. ^ m Handel erkennt man den [Скажй, чем торгуеш ь, и я скаж у,
Wandel (K 2584). кто ты.]
27. Ein schlechter Handel, wo nie­ Х уд Торжок, да не пуст горшок
mand gewinnt (K 2585). (Sn 444).
Handel.
28. [Gute W a r e wird den Laden Хороший товар не залежйтся.
nicht hüten.]
29. [Um eine Ware zu verkaufen, Товар лицом продайт.
zeigt man sie von der besten Seite.]
30. [Gewinn und Verlust sind Brü­ Барышу н а к л а д большой брат.
der.]
31. [Per gute K a u f m a n n hält sein То не купец, у кого деньги дома.
Geld nicht zu Hause.]
32. [Man kann den Preis für eine Без запрбсу вдова товар (И 310).
W a r e nicht hoch genug ansetzen.]
33. [Beim Handel ist jener Freund, В торгу друг, кто платит.
der bar bezahlt.]
H 34 118 — Н 43

34. [Der Handel kennt keine Freun­


de.]

35. [Wer handelt, darf den K opf Торговать — не горевать.


nicht hängen lassen.]
36. [Handeln ist ein Vergnügen.] Торг потеху любит.
[Handeln macht Spaß.] Торг — любое дело.
37. [Der Handel ist eine Grube; sieh Торг - - йма; берегйсь, не ввалйсь!
dich vor, daß du nicht hereinfällst.]
Handel.
38. Kauf ist K a u f ! Käufer, mach Чего не досмотришь, то мошной
die Augen auf! (K 325). (Beutel) доплатишь.
38 a. Wer die Augen nicht auftut, der
tue den B e u t e l auf (K).
39. Schlechte W a r e will aufge­ Не хвалй, не продашь.
schwatzt sein (K 6383). Не солгать, так и не продать.
(Verkaufen heißt belügen.)
40. [Betrügst du nicht, verkaufst du Не обманешь, не продашь.
nichts.]
Dieses Wort ist angeblich von den
Händlern im Alten Moskau geprägt
luorden, wo der Handel, besonders im
Stadtteil Kitai-Gorodt auf Schwindel
und Feilschen beqriindet war. Vql.
Kli 62 f.
Manches Wort aber mahnte zur
Ehrlichkeit:
Ehrlich währt am längsten (s. E h r ­ Торгуй правдою, больше барыша
lich). будет.
41. Handel und Wandel kennt keine Дружба дружбой, а денежкам счёт.
Freundschaft (K2588). Dän., norw.; Брат братом, а денежки не роднй.
it. Mercanzia non vuol amici (Han­ (Wir sind zwar Brüder, aber
del will nicht Freunde). unsere Groschen sind nicht ver­
wandt.)
41a. [Eine Anfrage kostet nichts.] За спрос денег не берут.
42. [Es gibt kein ungebundeneres Вольнее торгу нет.
Gewerbe als den Handel.]
43. [Setze den Küssen auf einen kah­ Посадй русского на утёс — тор го­
len Stein, und er wird handel n. ] вать будет.
H 44 — 119 — Н 54

Ethos des Handeltreibenden:


44. [Bringt dir der H a n d e l auch Х оть нет барыша, да слава х о ­
keinen Gewinn, so stehst du doch роша.
in gutem Buf.]

44 a. Teuer geschätzt ist nicht ver­ За запрос денег не берут. З а п р о с


kauft (Gf 252). в карман не лезет. Slav. ч

45. Fordern und bieten macht den На торгу два дурака: один дёшево
Kauf (Gf 259). даёт, другой дорого просит.

45 a. [Bei jedem Handel wetteifern


zwei Narren: der eine bietet wenig,,
der andere verlangt viel.]

46. [Wer handelt, bestiehlt den Käu­ Кто чем торгует, тот тем и ворует.
fer.]

47. Doch: [Besser handeln als steh­ Лучше торговать, чем воровать.
len.]

48. [Den Händler ernährt der Han­ Купец торгом, поп горлом, мужйк
del, den Popen die Stimme, den горбом [берёт].
Bauern der Buckel (sein Fleiß).]
V
49. Handwerk hat goldenen Boden Ремесло — золотой кормйлец. Ceh.
(K 2593). Dt. Diese Formulierung , Remeslo zlate dno.
nur noch dän., sw., holl, neben: Een Ремеслу везде почёт.
handwerk is een graafschap (Graf­
М астерствб везде в почёте.
schaft).
50. [Ein schlechtes Handwerk ist Худое ремесло лучше хорош его
besser als ein guter Diebstahl.] воровства.
51. Ein schlechtes Handwerk, das
seinen Meister nicht ernährt (K
2596). Dän., frz., it.

52. Jegliches Handwerk nährt sei­ Ремеслб пить-есть не просит, а


nen Mann (He 42). само кормит.

53. Es ist ein schlechter Arbeits­ Ремесло — вотчина (кормйлец).


mann, der nicht vom Handwerk
leben kann (Bi 166).
54. [Jegliches Handwerk lohnt sich.] Не худое ремесло, кто умеет сде­
Vgl. Chin. Ein erlerntes Handwerk лать и весло (. . . wenn es auch
ist mehr wert als 10000 Gold­ nur ein Ruder ist).
stücke.
H 55 — 120 — Н 67

55. Mit einem Handwerk kommt man Всйко ремесло честно кроме во­
weiter als mit tausend Gulden ровства.
(Se 339). Dt.
56. Wer viele Handwerke kann, wird Кто за всё хватается, тот ничего
zuletzt ein Bettelmann (Bi 1684). не сделает.
Viel Handwerk, Betteln das beste
(Gf 503).
57. Neunerlei Handwerk, achtzehner­ I ]
lei Unglück (K 2597). Germ.; frz.
Douze mötiers, quatorze malheurs.
58. Viel Handwerke verderben den
Meister (Dü I. 685). Holl., dän.
Vgl. Jap. Hundert Künste sind
nicht so gut wie eine gründlich
betriebene (Em8J0).
59. Klappern gehört zum Handwerk s. E i g e n l o b , Е 31.
60. Was Hänschen nicht l e r n t , lernt Горбатого могйла исправит.
Hans nimmermehr (K 2614). Frz. ♦Чему Ванька не учйлся, того
Иван Иванович знать не будет.
61. Mit Harren und Hoffen hat’s Ж ди, так дождёшься.
mancher getroffen (K 2624).
62. Hart gegen hart niemals gut ward К оса на камень нашла. Red.
(K 2625).
63. Zwei harte Steine mahlen selten
kleine [reine]. Mhd. (Freid., S III.
91). Germ.
64. Wer zwei Hasen zugleich jagt, За двумя зайцами погонишься, ни
fängt keinen (K 2629). Mlat., eur. одного не поймаешь.
Двух зайцев гонйть, ни одного не
поймать.
65. Beschossener Hase flieht vor je­ Пуганая ворона куста бойтся.
dem Gebüsch (Pw 1337). (Gescheuchte Krähe fürchtet sich
vor dem Busch.)
66. Der eine fängt den Hasen, der Раббтнику алтын (ein Dreier),
andre ißt ihn (K 2633). Ft.; ähn­ нарйдчику рубль.
lich eng., frz. (Busch — Vogel).
67. Gibt Gott Häschen, gibt er auch Даст Б ог роток, даст и кусок
Gräschen (Dü I. 617). Eur. (II 2).
H 68 121 - Н 79

68. Wie das Haupt, so die Glieder Каков барин, таков и крестьйнин.
(K 2 6 4 6 ).' Vgl. He r r , H 97. Каков поп, таков и приход.
Hauptsache 5. K o p f ; Mehl , M 64.
69. Mein Haus ist meine Burg. An. [ ] Ни купец, ни дворянйн,
(Häwamäl, S I. 10); eng. My house а своему дому господйн.
is my castle. Home is homely.
70. [Ein Haus ist nicht schön durch Не красна изба углами, красна
seine Wände, wohl aber durch пирогами.
gastliche Hände.] (Nicht die Ecken, sondern die
reichlich gebotenen Pirogs ver­
schönern das Haus. Unter ,Ecken'
sind die Eckverzierungen eines
Hauses im altrussischen Stil zu ver­
stehen.)
71. [Lieber ein Haus verlieren, als Лучше дбма лишйться, чем с б о ­
mit einem Reichen prozessieren.] гатым б р а н й т ь с я .
72. [Haussegen ist besser als Gold- Не надобен и клад (Schatz), коли
' regen.] в семье лад.
73. Was zu Hause gekocht wird, soll Не выносй из избы сору, меньше
man im Hause essen (Pw). будет вздору.
74. Ost, West, zu Hause best (K В гостйх хорош о, а дома лучше.
4667). Дон, Дон, а лучше дом.
75. Aus a n d e r e r Leute Haut ist gut Белые ручки чужйе труды любят.
Riemen schneiden (K 5075). Mlat., Любйть выезжать на чужйх пле­
mhd., afrz., eng. (Se 84). Vgl. чах. Red.
Andre.
Hehler s. D i e b , D 27.
76. Offene Tür verführt auch den Деньга и попа в йму заведёт.
Heiligen. Vgl. Gelegenheit, G 96. (Geld bringt einen Priester zu
Fall.)
Heimat.
77. Bleibe im L a n d e und nähre dich Где кто родйтся,там и пригодйтся.
redlich (Psalm 37, 3.).
78. Es ist ein schlechter Vogel, der Худая та птйца, которая гнездö
sein N e s t beschmutzt (K 6329). своё марает.
79. [Überm Meer ( = im Ausland) За морем веселье, да чужое, у нас
Fröhlichkeit, doch fremde, bei uns хоть тоска, да свой.
zwar Kummer, aber eigener.]
Н 79а — 122 — Н 88 а

79 а. In der Heimat ist es schön . . . На Дон£ хорош о, а дбма лучше.


W o kann es schöner sein als an der Где сосна взросла, там она и
Heimat Herd (Zeu 321). красна.

80. "Heirat in Eile bereut man mit Ранняя женйтьба — вйдимая беда.
Weile (K 2730). Dän., frz., it.; eng. Ж енйтьба не гоньба, поспеешь.
Marry in haste and repent at
Женйлся на скорую руку да на
leisure.
долгую муку.
Кто на борзом коне женйться по­
скачет, тот скоро поплачет.

81. Heiraten ist nicht Kappen tau­ Женйтьба не молотьба (Betonung


schen (Bi 1741). VS . ).

82. [Heiraten ist etwas anderes als


Korn dreschen.]
83. [Wer heiratet, ändert sich zum Ж енится — переменится.
Besseren.]
84. *Besser heiraten als flirten. Л^чше женйться, чем волочйться
Wer entbehrt der Ehe, lebt weder (Sn 210).
wohl noch wehe (Bi 726).
85. [Heiraten — Pech, nicht heiraten Ж енйться беда, не женйться беда;
— Pech; das dritte Pech ist, daß третья беда, не дадут за менй.
ich sie nicht bekomme.]
86. Vgl. Wer heiratet, tut wohl, wer
ledig bleibt, besser (Se 359).
Ferner: Heirate oder heirate nicht,
du wirst beides bereuen (Sokrates).
87. [Der Schönheit wird man bald К расота приглядйтся, а щи не
überdrüssig, nicht so der Kohl­ прихлебаются.
suppe.]
88. [Wer eine junge Frau heiratet, На молодой женйться — с мо­
muß seinen jungen Freunden ent­ лодцами не водйться.
sagen.]

88 a. Heiraten. Wählst du dir eine Выбирай ж е н у не глазами, но


F r a u , zieh mehr die Ohren als die ушами.
Augen zu Rate. Ceh., serb. Auch
umgekehrt: Verlaß dich auf dein
Auge, nicht auf dein Ohr. Dt.
Heiraten bei kalter Küche geht [ ]
bald in die Brüche (Schaefl. 39).
H 89 — 123 — Н 97 а

Ein alter Mann, der freit s. F r e i e n , F 71.

Früh aufstehn und jung freien s. F r e i e n , F 70.

Frühe Hochzeit s. H o c h z e i t , H 146.


89. Es wird nichts so heiß gegessen Не так страшен чорт, как его
wie gekocht (Se 323). Schon afrz. малйют.
90. Die H ö l l e ist nicht so heiß, wie
man sie macht.
Helfen.
91. Doppelt g i b t , wer bald gibt Кто скоро помог, тот дважды по­
(K 1799). мог.
92. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott На Бога надейся, да сам не пло­
(Bi 1787). Germ., it., frz. Aide-toi, шай (не ленйсь).
Dieu t ’aidera.
93. Das Hemd ist mir näher als der Свой рубашка блйже к телу.
R ock (K 2745). Lat. Tunica pro- Своя кбжа рубахи дороже.
pior pallio est (Plautus, Trin. V, 2 );
Свой рогбжа чужой рожи дороже.
eur.
94. Garben sind des Herbstes Весна цветами красна, осень сно­
Schmuck. пами.
95. E i g n e r Herd ist Goldes wert Свой хатка, как родная матка.
(K 2704). Mlat.f mhd., alteng. (S I. Хозяин в дому, как Адам в рай.
126, Se 94). Eng. There is no place Дома как хочу, а в людях как
like home; holl. Eigen haard is велйт. Pol.
goud waard; sw. Egen härd är
Свой уголок всего краше. Vgl.
guld värd. Dem Spanier ist seine
E i g n e r , Е 25.
casa hundert Realen wert (Dü I.
336).
96. [Die Herde folgt dem Bock.] Куда одйн баран, туда и всё
стадо.
97. Wie der Herr, so der Knecht Каков поп, таков и приход.
(so’s Gescherr) (K 2768). Lat. Qua- Каков хан, такова орда.
lis dominus, talis et servus (Petro-
Игумен (Abt) хорош , так и братья
nius). Qualis rex, talis grex (mlat.).
не худы.
Eur.

97 a. [Andrer Herr, andre Laune.] У каждого барина (auch барона)


свой фантазия.
H 98 — 124 Н 109

98. Jeder ist Herr in seinem Hause. Хозяин в дому — что хан в Крыму
A n .; eng. A man is king in his own oder что медведь в бору.
hous.e (S I. 10). Vgl. Ha u s , H 69.

99. Heute Herr, morgen Knecht [ ] Се годн я полкбвник, завтра


(He 48, Dü 1.728). Holl., nord., покойник.
frz., it.

100. [Ein Herr ist wie ein Zimmer­ Господйн, что плотник: что за­
mann: was ihm gefällt, das läßt er хочет, то и вырубит.
fällen.]

101. Des Herrn Auge macht das Vieh От хозяйского глаза и конь до­
(Pferd) fett (K 2800). Eur. (Vgl. бреет oder и кот жиреет.
Phaedrus 11. 8.) Хозяин по двору пройдёт, рубль
найдёт. Где хозяин ходит, там
102. Des Herrn Fuß düngt den Acker
и хлеб родйтся.
(K 2801). Lat.; frz. L ’oeil du fer-
mier vaut furnier.

103. Große Herren, große Fehler t ]


(Gf 516).

103 a. Je größ’rer Herr, je wild’rer [ ]


Bär (K 2771).

104. Niemand kann zweien Herren На двух господ служйть, ни од­


dienen (Matth. 6, 24; К 2805 ).Eur. ному не угодйть.

105. Mit großen Herren rechten, ist С богатым не тягайся, с сйльным


mit zehn Mann fechten (K 2798). не борйсь.
Лучше дома лишйться, чем с бо­
гатым браниться.
106. Mit großen Herren ist nicht gut С боярами не ешь вйшен: костьмй
Kirschen essen (Dü I. 718). Mhd. закидают (Entlehnt D VI. 210).
(Se85); eur.; span. (Birnen). Не ешь с большйми вйшен. Slav.
107. Großer Herren Bitten sind Be­ Барская просьба — строгий при­
fehle (K 2777). Mlat. Preces ma- каз. (Воеводская просьба . . .
gnatum armatae (Manutius iun.). II 22).

108. Herrenwille ist stärker als s. Herr — Zimmer mann, Н 100.


Bauernrecht (Se 65).

109. Herrengunst und Lautenklang Боярская ласка до порога (... hält


klinget wohl, aber währt nicht lang nicht lange vor).
(K 2781).
H 110 - 125 — Н 118а

ПО. Heiterem Wetter und lächeln­ Обещал пан кож ух, да досталось
den Herren soll man nicht trauen. только тёплое слово (... nur sein
МЫ. (Se95). Der Gedanke ist eur. W ort war warm).
(Dü I. 721).

111. Großen Herren und schönen


Frauen soll man dienen, doch nicht
trauen (K 2783). Nord.
112. Großer Herren Streit geht über Бары дерутся, а у холопов чубы
Land und Leut’ (Se 336). летйт. Vgl. Horaz, Ер. I, 2: Quid-
quid delirant reges, plectuntur
113. Der Herren Sünde, der Bauern
Achivi.
Buße (Se 336).
113 a. Wenn die Herren sich raufen, Слоны трутся, меж себй комаров
müssen die Bauern Haare lassen давят.
(Pw). (Reiben sich Elefanten anein­
ander, müssen die Mücken dran
glauben.)
113 b. Strenge Herren regieren nicht Ж естокий нрав не будет прав.
lange (K 2807). Vgl. И царь помнёт (Mamin-Sib.)

114. Herrendienst geht vor Gottes­ Нужда учит, барщина мучит.


dienst (K 2816). Дворянская служба — красная
нужда (Sn 86).

115. Herrenhand reicht in alle Land’ У госпбд руки долги.


(K 2784). (Macht der höheren Beamten.)

116. Große Herren, haben lange Arme


(Hände, К 2785). Quelle: Ovid,
Ep. 17, 166, Longae regum manus.
Eng. Kings have long hands.

117. [Wer dem Herrenstand an­ Кто барствует, тот и царствует.


gehört, hat die Macht.]

118. [Preise das Korn im Schober, Хвалй рожь в стогу, а барина в


den Herrn im Grabe.] гробу.
118 a. [Einer Ente Magen (Kropf) Утйного зоба не накормишь, а
und eines Herrn Tasche sind nie господского кармана не напол­
voll genug.] нишь (Sok. 210).

118b. [Herren gibt es heute nicht; Господ теперь нет, господа в Чёр­
die schwimmen im Schwarzen ном море плавают.
Meer.] (Sowjetisch)
H 118b — 126 — Н 128

118 с. [Herren und Hetmans haben Бились с нами атаманы да паны


sich mit uns geschlagen, dabei aber да погерйли штаны (Sok. 490).
die Buxen verloren.] (Sowjetisch)

119. [Hustet, Herrchen, ihr habt ein Кашляй, паночик, вам можно.
Recht dazu] (Verspottung der P ri­
vilegien),

120. Das Herz lügt nicht (K 2825). Что в сердце варится, в лице не
утайтся.

121. Was das Auge nicht sieht, be­ Чего глаза не вйдят, того сердце
schwert das Herz nicht (K 330). не бредит.
Mlat., eur. Jap. Was man nicht
sieht, ist rein (Em 1894).

122. Was dem Herzen gefällt, das Где сердце лежйт, тут и око
suchen die Augen (K 2828). Eur. ( = глаз) бежйт. Куда в о р о н а
полетйт, туда и глядйт. Где
мйло, там глаза.

122 a. [Mit dem Herzen wirst du Сердцем ничего не возьмёшь.


nichts erobern.]

123. [An Herzeleid stirbt man nicht, С печали не мрут, а сохнут.


man schrumpft.]

124. Heute mir, morgen dir (K2846). Сегодня мне, завтра тебе. Slar.
Eur.

125. Heute oben, morgen unten [ ] Ньше полковник, завтра


(Dü I. 728). покбйник.

126. Heute Kaufmann, morgen Bet­


telmann (Ebenda).

127. Heute rot, morgen tot (K2843). Сегодня венчался, а завтра скон­
Eur. чался. Сегодня живой, завтра
святой.

127 a. Heute zechen, morgen nichts То г у с т о , то пусто.


zu brechen

128. Heute reich, morgen eine Leich’ [Сегодня жйвы, а завтра Бог
(K 2848). Urtypus: Sirach 10,12. весть.]
H 129 — 127 H 138

129. Das Heute soll dem Morgen Одно нынче лучше двух •завтра.
nichts borgen (K 2853). Сегодняшней работы на завтра не
покидай. (Das klingt prosaisch,
130. Heute ist besser als zehn Mor­
steht aber bei D IV. 244.)
gen (K 2857).

131. *Was du heute kannst besQrgen,


das verschiebe nicht auf morgen.

132. Nutze das Heute! Lat. Carpe Поцелуй мснй сегбдня, а я тебй
diem . . . (Horaz, Carm. I. 11). завтра.
Коли дают, берй, не зевай!

133. Morgen ist auch ein Tag, heute Сегодня на деньги, а завтра в долг.
ist heut’ ! (Scheffel).

134. [Wer heute klein ist, der ist mor­ Кто ныне велйк, завтра ма л , а
gen groß . . .] кто ныне мал, завтра велйк.

134a. [Heute L i e b e , morgen Hiebe; С е г б д н я люба, а завтра — в зубы


heute Freund, morgen Feind.] (Gorki).
Heute hui, morgen pfui!
/
134a. Zwei recht gute junge Leute, Сегбдня мйло, завтра гнйло.
. . . gestern zärtlich, wütend he u t e
(Goethe, Gesell. Lieder).

Hilf dir selbst . . . s. G o t t , G 217.

135. [Dem Bauer fällt hinterdrein Мужйк (.русский человек) задним


ein, was er hätte tun sollen.] Vgl. умом крепок.
Gedanke.

136. *Breite Stirn, wenig Hirn (Pw). Л об широк, а в голове тесно.


Л об широк, да мбзгу мало.
137. Aber: Man sieht das Hirn nicht
an der Stirn (Bi 1801) s. G e w a n d , Голова с лукош ко, а мбзгу ни
G 149. крошки.
(Ein Schädel wie ein Spankorb,
doch kein Krümchen Gehirn
darin.)

138. Wie der Hirt, so die Herde Каков игрумен (A bt), таковй и
(K 2871). Eng., frz. (Priester — братья.
Volk). • Каков стройтель, такова и обй-
тель.
H 139 — 128 — Н 148

139. Wenn sich die Hirten zanken, Пастухй за чубы, а волки за овец.
hat der W olf gewonnenes] Spiel (Wenn die Hirten sich in die
(K 2878). Haare geraten, fallen die W ölfe
über die Schafe her; чуб —
Schopf.)
Кбш ки грызутся, а мышкам раз­
долье (. . . leben einen guten Tag.)
140. Viele Hirten, übel gehütet (K У семй нянек дитй без глазу (ohne
2879). = Holl. Aufsicht).
141. Hitzig ist nicht witzig (K 2880). От спеху чуть не наделал смеху.
142. Wer hoch steht, kann tief fallen Высоко летаешь, да нйзко са-
(K458). Eur., nach antiker Vor­ дйшься.
lage.
143. Hoher Baum fängt viel Wind Гроза бьёт по высбкому дереву.
(Dü 1.740, К 458). Lat. Saevius
ventis agitatur ingens populus
(Horaz, Ep. 2). Eur.
Hoch hinaus.
144. [Spucke nicht h ö h e r , al$ dir Bbiine носа шибнешь, себй заплю-
die Nase gewachsen ist, — du be­ нешь.
speist dich.]
145. Hochmut kommt vor dem Fall С высока полёта вскружится го­
(K 2883, Sprüche Salom. 16, 18). лова.
E ur.; eng. Pride goes before the Вздулся пузйрь, да и лопнул.
fall. Arab. Wenn Gott eine Ameise
verderben will, läßt er ihr Flügel
wachsen.
145 a. Hochmut. Dummheit und Stolz Гбрду быть, глупым слыть.
wachsen auf einem Holz (K 5748).
145 b. [Für deinen Hochmut gibt es На твою спесь пословица есть.
ein schönes Sprichwort.] Öeh.
146. Frühe Hochzeit, lange Liebe Не кайся — рано вставши да
(K 2885). молод женйвшись.
147. Hoffen und Harren macht man­ t ]
chen zum Narren (K 2910).
148. Es hofft der Mensch, solang’ er Счастье скоро покидает, а добрая
lebt (Ее 48). Mlat. Dum spiro, надежда — никогда.
spero. Eng. While there is life,
there is hope.
Н 149 — 129 — Н 161а

149. Hoffnung erhält, wenn Unglück


fällt (К 2914).
150. Nicht jede Hoffnung geht in Не всё то сбывается, на что че­
Erfüllung. ловек надеется.

Hoffnung.
151. [Auf gut Glück sät der Bauer На авось и мужйк хлеб сеет.
das Korn.]
152. [Ohne Kleid, doch nicht ohne Х оть без одежды, да не без на­
Hoffnung.] дежды.
153. In Hoffnung schweben, macht Время придёт, и час пробьёт.
süß das Leben (K 2918). Взойдёт солнце и перед нашими
воротами.
Будет и на нашей улице праздник.
154. [Eine gute Hoffnung ist besser Хорош ая надежда лучше худого
als deren schlechte Erfüllung.] исполнёнья (Sn 433).
Höflichkeit. Siehe auch H u t, H 201

155. Bücke dich eher dreimal zuviel От поклона голова не отвалится.


als einmal zu wenig (K 767).

156. Höflichkeit ist die beste Grob­ [ ] Ласковое слово пуще ду-
heit (Se 392). бйны.
157. Der Weg zur Hölle ist mit guten [ ]
Vorsätzen gepflastert. Eng.
(17. Jhh.) Hell is paved with good
intentions (Bü 256). Frz., it.
158. Die Hölle ist nicht so h e iß , wie Vgl. Jap. Selbst in der Hölle läßt
man sie macht s. H e iß , H 90. ' sich leben. In der Hölle findet
man Bekannte (Em 1032, 1033).
159. [Lieber mit einem Klugen in Лучше с умным в аду, чем с глу­
der Hölle als mit einem Dussel im пым в рай.
Himmel.]
160. W o Holz gehauen (gehackt) Где лес рубят, щепки летят.
wird, da fallen S p ä n e (K 2944). В лесу рубят, а к нам щепки летйт.
В городе дрова рубят, а за город
щепки летйт (Sn 50).
161. Nasses Holz brennt auch. Slav. И сырью дрова загораются.
161a. Krummes Holz, gerades Feuer. Крйвы дрова, да прймо горйт.
9
H 162 — 130 — Н 172

162. Krummes Holz brennt ebenso­


gut wie gerades (K 2935). Eur.

163. Ist der B a u m gefällt, sammelt В готовую постель всяк лечь за­
jeder Holz (Gf 68, К 449). хочет.

Homöopathie.
164. Böses muß man mit Bösem arz- Чем ушйбся, тем и лечйсь.
neien (K 685). Grie. Vgl. lat. Simi- В чём грех, в том и спасенье(Sn59).
lia similibus. (Man soll Gleiches mit Gleichem
kurieren, so z. B. den Katzen­
jammer mit Alkohol.)

165. Dagegen: Wer Böses mit Bösem [ ]


heilen will, der macht des Bösen
noch so viel (K 697).

166. Honig im Munde, Galle im Her­ На языке мед, а в сердце лёд.


zen (Dü I. 745) = Eur.

167. Honigrede ist nicht ohne Gift М я г к о стелет, да жёстко спать.


(K 2953).

168. Wer sich zum Honig macht, Назвавшись груздем, полезай в


den benaschen die Fliegen (K2950). кузов.

168 a. *W o Honig ist, sammeln sich Будь лишь мёд, мух много наль­
die Fliegen. нёт.

169. [Wer Honig liebt, muß Bienen Кто любит мёд, заводй пчёл.
züchten.]

170. Wer Honig lecken will, darf die Мёд есть, в улей лезть (Sn 221).
Bienen nicht scheuen (K 2952). Волка бойться — в лес не ходйть.
Mlat., it., span., dän., sw.; eng.
Любй сморбдинку, любй и оскб-
Honey is sweet, but the bee stings.
минку.
Mhd. (Boner).
Пар любйть — баню топйть.

171. Mit einem Löffel Honig fängt Мёдом больше мух наловишь, чем
man mehr Fliegen als mit einem уксусом.
Faß voll Essig (Dü I. 746). Eng.,
holl., it., frz.

172. Der Horcher an der Wand hört [ ] Много знать — мало


seine eigne Schand’ (K 2956). Mhd. спать.
(Freid.). Das gleiche Bild eur.
H 173 — 131 — H 183

173. Wer nicht hören will, muß füh­ К ого слова не берут, с того шкуру
len (K 2959). Dän. дерут.
К ого ч е с т ь не берёт, того палка
проймёт.
174. [Höre viel und rede wenig.] Кто меньше толкует, тот меньше
Vgl. Iß deinen Br e i und halt dein тоскует.
Maul.
175. Hörensagen ist halb gelogen Людскйм речам вполовйну верь.
(Gf 457, К 2960). Eng.
175a. Hübsches Näschen, nichts im Лйчиком беленек, да умом
Köpfchen. простенек.
176. Ein schwarzes Huhn legt auch Чёрная к о р о в а , да белое молоко.
weiße Eier (Schaefl. 154). Frz.
176 a. Blindes Huhn findet zuweilen Vgl. Bl i nd.
auch ein Korn (K 2976). Mlat., [И слепая курица находит иногда
mhd., nord.; frz. Une poule aveugle зёрнышко.]
peut quelquefois trouver son grain.
«*
177. Kluge Hühner legen auch in die И на молодца бывает о плох (vs.
Nesseln (K 2980). für оплош ность).
178. Hühner, die viel gackern, legen Кто словом скор, тот в деле не
wenig Eier (K 2982) — Span. спор.
179. Ein blöder Hund wird selten Смелому горох хлебать, а несме­
fett (K 3030). лому и щей не видать (. . . dem
Hasenfuß nicht einmal K oh l­
suppe).
[Лйшняя скромность ни к чему не
ведёт.] *Пас хлеба не даст.
180. Red. Er ist bekannt wie ein Все его знают, как серого волка.
bunter Hund. Frz. Connu comme
le loup blanc.
181. Komm ich über den Hund, so [ ]
komm ich auch über den Schwqnz
(K 3045).
182. Viele Hunde sind des Hasen [ ]
Tod (K 3040) = Eng.
183. Alte Hunde sind schwer bändig Старого пса к цепи не приучишь.
zu machen (K 3024). Mlat., mhd.
(11. Jhh.).
9*
Н 1Я 4 — 132 — H 191

184. Hunde, die da bellen, beißen Кто много грозйт, тот мало вредйт.
nicht (K 3002). Mlat., vermutlich Не все собаки кусают, которые
auf dt. Boden entstanden (S I. 131). лают.
Eur. Vgl. Großmaul.
185. Bange Hunde bellen viel. Arab. Не бойся собаки бряхлйвой, бойся
молчалйвой.
186. Stumme Hunde beißen gern Мол чан собака исподтишка хва­
(K 3003). тает.
186 a. Ein toter Hund beißt nicht. Мёртвая собака не кусает.
Grie.f ceh.

187. [Гег Hund, der heult, kriegt Взвыла собака на св о й голову.


selber Bresche.]

188. Wer mit Hunden zu Bett geht, С собакой ляжешь, с блохами


steht mit Höhen auf (K 3036). встанешь.
Eur. — das gleiche Bild.

188a. Wenn man einen Hund schla­ Кто захочет собакуv ударить, тот
gen will, findet man bald einen найдёт и палку. C$h., pol.
Stecken. Eng., /гг., dän.

189. Er liegt auf seinem Ge l d wie Как собака на сене лежйт: и сама
der Hund auf dem Heu (K j907). не ест, и другйм не даёт.
Grie. (nach einer Fabel des Lukian).
Mhd. (Freid.).
190. Hunger ist der beste Koch Голод лучший повар (Aus dem Dt.,
(K3C63). Schon altindisch: Г er D V II. 121).
Hunger macht die Speisen süß. Голод проймёт, станешь есть, что
Dt. Urform bei Notker (<0. Jhh.), Бог даёт.
ahd.: Michel hunger tuot prot
Пригонит пужа к поганой луже.
suoze (S III. 85). Mhd. (Freid.39).
(Im Notfall wirst du auch aus
Lat. ( ibi condimentum est fames
einer schmutzigen Pfütze trin­
(Socrates bei Cicero, „F e fin.“
ken.)
2, 28). E ur.; eng. Hunger is the
best sauce. Frz. Qui a faim, mange
tout pain.
191. Hunger macht rohe Bohnen süß Голодному Федоту и репа (и щи
(K 306c). Mlat., germ., it. La fame D I. 74) в охоту:
muta le fave in mandole (. . . ver­ Голодному и . вода, что с яйца,
wandelt Bohnen in Mandeln) = вкусна.
D t.: Hunger macht Bohnen zu Работай до поту, поёшь в охоту.
Mandeln (K 3066).
H 19? — 133 — H 204

192. [Der Hunger lügt und stiehlt.] Голод и лжёт и крадёт.

193. Der Hunger ist niemandes Голод не тётка, пирожка не под­


Freund (K 3054). сунет.
Голод не сосед; от него не уйдёшь.

194. Hunger ist ein scharfes Schwert Где голодно, там и холодно.
(K 3052). Germ.

195. Hunger ist ein guter Redner Проймёт голод, пойвится и голос.
(Pw).

196. [Hunger löst die Zunge, d. h. Голод научит говорйть.


lehrt betteln oder bitten.]

197. [Der Hungrige denkt nur ans Голбдная курица вйдит просо во
Essen.] сне. ( . . . просо — Hirse).
У голодного всё хлеб на уме.
Голодной куме хлеб на уме.
198. [Ein* hungriger W olf ist stärker Голодный волк сильнее сытой со ­
als ein satter Hund.] баки.

199. Ein hungriger Bauch hat keine' Голодное 6pi6xo ушей не имеет.
Ohren (Dü I. 784). Mlat., eur. Голодного баснями не кормят.
200. Dem Hungrigen ist nicht gut Соловья баснями не кормят.
predigen (K 3058).

201. Hut in der Hand hilft (geht) С поклону ( vs. -у) голова не за-
durchs ganze Land (K 3095). болйт.

202. Mit dem Hut in der Hand


kommt man durchs ganze Land
(He 52). Eng., it.

203. Gute Hut erhält das Gut Дальше п о л о ж и ш ь , блйже возь­


(K 3097). Eng., holl., frz., it. мёшь.
Бережёного коня и зверь в лесу
не берёт.

204. Der Rabe auf dem Dach und [ ]


der Fuchs vor der Tür, — da hüte
sich Mann und Roß dafür (K6869).
[Behüte uns Gott vor einem Kahl­ Избави нас, Боже, от лыса, коса,
kopf, einem Schielauge, einem R ot­ рыжа и кривоноса.
bart und einer Krummnase.]
H 205 — 134 — J5

205. [Lieber in einer strohgedeckten Хижина, крытая соломой, в коей


Hütte, in der man lachen hört, als живут смёхи, лучше нежели
in einem Palast, wo man weint]. чертоги, в коих плачут.

I
Import s. Ü b e r s e e , U 7.
1. Irren ist menschlich (K 3191). Lat. Грех да беда на кого не живёт?
Errare humanum est (Seneca, (Vor Mißgriffen ist niemand
Contr. 4, 3). E ur.;frz. Tout homme sicher.)
peut faillir. Diese Erkenntnis ist Конь о четырёх ногах, да и тот
schon grie. (7 heognis, 6. Jhh. v. Z.). спотыкается. Ukr., с eh.
Es- i r r t der Mensch, solang er
Ошибка в фальшь не ставится.
strebt (Goethe, Faust I, Prolog).
Не всё в строку.
И на молодца о п л о х живёт. Vgl.
Н 177.
Все лйди, все человеки (Sn 44)

1. Es sind nicht alle Jäger, die das Не все те повара, у кого ножи
Horn gut blasen (K 3113). длинные.
И космато, да не медведь.

2. [Der gute Jäger erjagt das Wild.] На ловца и зверь бежит.

3. Wer mit dreißig Jahren nichts Кто в дварцать лет нездоров, в


weiß, mit vierzig nichts ist und трйдцать не умён, а в сорок не
mit fünfzig nichts hat, der kommt богат, тому век такйм не бы­
zu nichts (K 3137). вать (Sn 185). Variante: . . . кто
в трйдцать не женат (II 87).
4. Wer vor zwanzig Jahren nicht
hübsch wird, vor dreißig Jahren
nicht stark, vor vierzig nicht witzig,
und vor fünfzig nicht reich, an dem
ist alle Hoffnung verloren (K3136).
Holl., eng., dän., rom.

Januar s. Wetterkalender.

5. Je mehr man hat, je mehr man Много, много — а ещё бы столько


will (Dü I. 809). Eur.
J6 — 135 — J 20

6. Jeder hat das Seine lieb. Всякому своё мйло.


Вейкой п т й ч к е своё гнездо крб-
7. Jeder Vogel hat sein Nest lieb
сно.
(K 6328). Rom.
Всйкому мужу свой жена милее.

8. [Jeder lobt das Seine.] Всяк своё хвалит. Всйкая лиса


свой хвост хвалит.

9. Jeder Krämer lobt seinen Kram Всйкий купец свой т о в а р хвалит.


(K 3523). Eur. Всякому своё и немыто бело.

10. Jeder ist sich selbst der Nächste Свой рубашка блйже к телу. Всй­
(K 3170). Lat. (Terenz, Andr. 4, 1). кий сам себе блйже.

11. [Jeder sorgt für sich.] Всяк хлопочет, себе добра хочет.

12. Jeder Vogel singt, wie ihm der Всйкий свойм голосом пбёт.
Schnabel gewachsen ist (K 6324). Всйкий поп по своему поёт.
13. Jedem gefällt seine Weise wohl Всякий гад (Reptil) на свой лад.
(K 6662).

14. Jeder hat seinen Splitter (K У вейкого барона свой фантазия.


3169). E ur.; frz. Chacun a sa ma- У вейкой Пашки свои замашки
rotte. (1141).

15. [Jeder hat seinen K opf für sich.] У всякого Филата свой в уме па­
Des eenen sin Uhl ist des andern лата.
Nachtigall. Dt. Всяк живёт свойм умо м.

16. Ein jeder für sich und Gott für Всяк про себй, а Господь про
uns alle (K 3157). Eur. всех.

17. Jeder fege (kehre) vor seiner T ü r Всяк прядй свой прйжу.
(K 3163). Germ.у frz. (Jeder spinne sein Garn.)
Метй перед свойм крыльцом (Über­
18. Jeder schaue in seinen Rinnstein
setzung ?).
(K 3164).
[Всяк метй перед свойми воро­
тами.]

19. Jeder ist seines Glückes Schmied s. G l ü c k , G 191.

Jeder zeugt seinesgleichen s. S e i n e s g l e i c h e n , S 133.

20. [Es hat jeder sein Teil; alle sind И вблки сьггы, и овцы целы.
befriedigt.]
J 21 —13¾— J 35

21. [Nicht jeder lernt leicht.] Не всякому всё даётся.


22. Es kann nicht jeder nach Rom Наука ^чит только умного.
gehen (Dü I. 837).
23. Jedem das Seine [so hat der Teu­
fel nichts (Dü I. 816)] . . . ist nicht
zuviel (K 3156). E ur.; frz. A cha-
cun le sien, ce n’est pas trop.
24. Jedem Narren gefällt seine Kappe Всякому свой сопли солоны (vs.).
(Dü I. 819). Holl., sw., span. (Jedem ist sein eigener Rotz salzig
genug.)
25. Jedem Vogel gefällt sein Nest
(Dü T. 820). E ur.; eng. Every bird Всякому своё мйло. У всйкого Пав­
thinks its own nest best. ла свой правда.
К ому гнйло, а мне мйло.
26. Jedem gefällt das Seine (Dü I.
818). Mlat., eur.
27. Jedem nach Gebühr. Lat. Suum По ране пластырь.
cuique (Cicero, De offic. I, 5).

28. Jedem nach seinem Verdienst. По Сеньке шапка (Сенька vs., де-
ringsch. für Семён)*

29. Jedem dünkt seine Eule ein Falk Хоть и урод, да свой.
(Dü I. 817). Germ. Своё дитй и горбато, да мйло.
f (Auch ein buckliges Kind ist den
Eltern lieb.)
30. Jedes Dach hat sein Ungemach [ ] Нет семьй безурода.
(Dü I. 842). Eur.

31. Nach jedermanns Genügen kann Навесь свет и солнышку не угреть.


sich kein Teufel fugen (Pw 1455). На всех не угодйшь.
32. Jedermanns Gesell ist niemandes [ ]
Freund (K 3176). Eur.
33. Jedermanns Freund, jedermanns
Narr (Dü I. 840). Holl., nord.
Je nachdem.
34. Wonach sich einer schickt, da­ Кто как ведает* тот так и обедает.
nach es ihm glückt (Pw).
35. Man soll nicht jubeln, ehe man Не поймав курицы, не щйплют.
über den Graben ist (K 2401). Eng.,
frz., it. Vgl. Tag.
J36 — 137 — J 46

36. Was dich nicht juckt, das kratze Нечего~тебё чужих детей качать*
nicht (K646J).
37. W en’s juckt, der kratze sich У кого засвербйт, почешйсь.
(Dü I. 844). Frz., it. У кого свербйт, тот и ч е ши с ь .
Где зудйт, там и чешут.
38. Jugend wild, Alter mild (L 432). Всйкая молодость резвости полна.
39. Jugend hat keine Tugend (K
3206). Frz. Jeunesse n’ a pas^ de
sagesse.
40. Jugend muß sich austoben (Dü I. Молодо — зелено, погулйть ве­
846). Eng. Youth must have its лено.
swing.

41. Führe die Jugend mit der Ju­ Молодость молодостью и прово­
gend. жай.

42. [Von der Jugend ersehnt, vom Что в детстве просим, под ста­
Alter abgelehnt.] рость бросим.

43. Jung getollt, alt gezollt (K3218). Гулйть смолоду, помирать под
старость с голоду. *

В чём молод похвалится, в том


стар покается (. . . das bereut
man im Alter).
Goldene Jugend Золотое время, молодые лёта.
44. [Wes der junge Mann sich rühmte, Чем молодой похвалйется, тем
des schämt sich der alte.] с т а р ы й остуж ается (erkaltet).

45. Jung g e w o h n t , alt getan (K В чём смблода охота, в том под


3215). Holl., sw., rom. Vgl. Sprüche с т а р о с т ь неволя (Zwang) (Sn
Salom. 22, 6. 59).
Каков в колыбельку, таков и в
могилку.
Каков чорт от люльки, таков и
в могйлку.
Трясёт козёл бороду, так привйк
смолоду.
46. [Man ist nur einmal jung.] = Два века не изживёшь, две мбло-
Die Jugend, sie kommt nicht mehr дости не перейдёшь.
(Refrain eines Volksliedes).
J 46a — 138 — К 2

Jung’ g e f r e i t hat niemand gereut s. F r e i e n .


(K 3220)
Junge Frau s. F r a u , F 65.
46a. Der Jungen Tat, der Alten Rat Молодбй на бйтву, а старый на
(K 3224). думу.
47. Die Alten zum Rat, die Jungen Старый вброн не каркнет мймо
zur Tat (K 116). Grie. (Homer). (Erfahrung!).
47 a. [Der Alten Recht, der Jungen Что старее, то правее, что м о­
Kraft.] ложе, то дороже.
48. Wie die Alten sungen, so zwit­ За что батька, за то и детки.
schern die Jungen (K 113). Mlat., Свиньй хрю и п о р о с й т а хрю.
mhd., germ., frz. (Krähe — Kräh-
lein); e?ig. As the old cock crows,
so crows the young.
49. Die Jungen wollen den Alten Яйцб у ч и т к у р и ц у .
raten (Dü I. 852). Mlat. Ante bar-
bam docent senes; eng., frz.; it.
(Gänse — Gänschen).
50. Wenn ein alter Mann ein junges Не надолго старый женится.
Weib, nimmt, so lacht der Tod
(Se 358).
51. Junger Engel, alter Teufel (Dü I. Девушки хорошй да пригожи, да
854). E ur.; eng. A young saint, an отколь же злью жёны берется?
old devil.

52. Je länger Junggesell, desto länger Холостбй — полчеловёка.


in der H öir.
53. [Der Junggesell ist ein halber
Mensch.]
54. [Der Junggesell stöhnt oh! der Холостому ох-ох, а женатому:
Ehemann о weh!] ай-ай!

к
1. Schöner Käfig nährt den Vogel Золотая клетка соловыб не по­
nicht (Pw). теха.
2. Auf des Kahlen Haupt hagelt es На бедного Макара и шйшки
am ärgsten (Pw 652). валятся.
КЗ — 139 — К 14а

3. Das Alter hat den Kalender am У молодйх календарь в сердце,


Leibe (L 16). у старых в уме.
4. Wer keinen Kalk hat, muß mit [ ]
Lehm mauern (K 3268). Germ.
5. Man kann nicht alles über einen Нельзй с т р и ч ь всё под одну гре­
Kamm scheren. Dt., 16. Jhh. (Fisch­ бёнку.
art). . Не следует валйть всё в одну
кучу.
6. * Spatzen schießt man nicht mit Не стрелйй из пушки по воробьйм.
Kanonen. За комаром не с топором.
М у х а не боится об^ха (K o p f der
Axt).
7. J e d e m [Narren] gefällt seine У Сйдора обычай, а у Карпа
Kappe (Dü 1. 819). Holl., sw., другой.
span. Vgl. J 15: U h l . . . Кому гнйло, а мне мило.
Всякому свой с о п л и солоны.
8. Gleiche B r ü d e r , gleiche Kappen Каков х о з й и н , таковы и гости.
(Bi 545). Vgl. G 167.
9. Kappen machen keine M ö n c h e Не всё то цыган, что черно.
(K 3279. Vgl. Kleid - Kapuze,
К 64, 65.
10. Die Karte und die Kanne macht Винцо да игра не доведут до добра.
manchen zum armen Manne (K
3288). Mlat., eur.
11. Kartenspiel ist des Teufels Ge­ [ ] Игра не доведёт до добра.
betbuch (K 3289).
12. [Kartepspiel ist nichts für Hasen­ Трусы в карты не играют.
füße.]
13. [Alle Kartenspieler klagen] — Карта любит слезу.
über schlechte Karten.
14. [Wer nicht weiß, was ein Trumpf Х удо в карты играть, да козырей
ist, der lasse die Finger vom Kar­ не знать.
tenspiel.]
Kartenspiel.
14 a. [Ganz Moskau spielt Whist.] Кто не ви стует? Вся Москва вис­
Vgl. [Ganz Rußland sitzt am Kar­ тует.
tentisch.] Вся Россйя сидйт за карточным
столом ( Gogol’ ).
К 15 — 140 — К 24

15. [Liebe, doch verlieb’ dich nicht; Любй, не влюблййся; играй, не


spiele, doch hüte dich vor einem отыгрывайся.
Spiel, das deinen Verlust wett­
machen will.]

16. [Ein Trümpflein in der Hand zu Кбзырька не портит.


haben, kann nie schaden.]

17. [Hast du keine Ausspielkarte, so Не с чего, так с бубён [ходйть].


spiele Karo.] Scherzhafte Redensart.
18. Es ist leicht, mit anderer Leute Легко чужйми руками жар за­
Pfoten (Fingern) die Kastanien aus гребать. Wer., ceh.
dem Feuer zu holen (Dü I. < 464).
Eng., holl.;frz., it. (. . . mit Katzen­
pfoten).

18 a. [Wir haben wohl Speck, aber Есть и сало, да не про кота.


nicht für den Kater (für dich).]

19. Katze aus dem Haus, rührt sich Без кота мыша м масленица.
die Maus oder ist die Katze aus Поп в гости, ч е р т и на погосте
dem Hause, so tanzen die Mäuse (Kirchenland).
(K 3317). Mlat. (S I. 69). Eur. *
Кош ки дома нет, мьгшкам воля.
Когда нет кота в дому, играют
мыши по столу.
20. Die Katze weiß wohl, wes Bart [ ]
sie leckt. Mlat., 10. Jhh.; Wa 2,
1174 (Schmeichelkatze).
21. Die Katze läßt das Mausen nicht Волк и вейкий год линяет, а нрава
(K331*). Eur. не менйет.

22. Die Katze fängt die Mäuse nicht [ ]


in Handschuhen (Dü I. 87ä). Eng.,
holl., frz., it. Ähnlich schon mlat.
(Se 87).

23. Man muß die Katze nicht im Wer. К ота в мешку не купливай.
Sack kaufen (K 3294). Afrz. (S I, Товар следует показывать лицом.
121). Holl.; eng. (Schwein), norw.
За глаза только калач (bauchiger
(Ferkel). Chin. (Katze — Tasche)
Kringel) купйть, oder только
(P 224).
ййца торгуют. Uhr., ceh.
24. Die Vögel, die zu früh singen, Рано пташка запела, как бы её
holt die Katze (K 6332). к о ш к а не съела.
25. Wie die Katze, so das Kätzchen За что батька, за то и детки.
(K 3318).
26. [Die Katze weiß, wo sie genascht Знает кбшка, чьё мйсо съела.
hat.]
27. [Diebisch wie eine Katze, furcht­ Блудлйв, как кошка, а труслйв,
sam wie ein Hase.] как з а я ц (Sinn: Er zeigt Angst,
aber keine Besserung).
28. Gebrühte Katze scheut das Обжёгжись на молоке, будешь
Feuer, — scheut auch kaltes Was­ дуть и на воду. Slav.
ser (K 3295). Afrz., it. Vgl. Jap.
, Wer sich an der Suppe verbrannt
hat, bläst auf kalten Fisch (Em
131). Chin. (P 268).
29. [Für die Mäuslein ist die Katze Для мышат кот лютый зверь.
ein wildes Tier.]
30. Reist eine Katze nach Frank­ Поехал за море телёнком, воро-
reich, so kommt ein Mausfänger тйлся бычком.
wieder (K 3303).
31. Der Katzen Scherz ist der Mäuse Кош ке игрушки, а м ы ш к а м слёз­
Tod (K 3314). Mlat., holl., nord. ки. К оту потешно, а мьшше за
беду.
32. Hüte dich vor den Katzen, die Слова бархатные, а дела ежёвые.
vorne lecken und hinten kratzen (Samtweiche Worte, harte Taten.)
(K 3297). Eng., sw., it. Х орош тот, кто лож кою кормит,
а черенбм колет (черен vs. Mes­
sergriff). Vgl. Спереди л й ж е т ,
а сзади царапает. Red.
33. *Katzenjammer, Schädelbrummer Похмелье — не веселье (Gorki).
33 a. [Eure Gesellschaft trinkt, und Ваши пьют, а у наших с пох­
unsere hat den Katzenjammer.] мелья голова болйт.
34. Kauf bedarf hundert Augen, Ver­ Торговать, так по сторонам не
kauf hat an einem genug (K 3325). зевать: твой деньги, твой и глаза
(W illst du handeln, so gaff' nicht
35. Wer kauft, hat hundert Augen
umher . . .).
nötig, wer verkauft, nur eins
(Dü I. 884). Eng., holl., it.
36. Augen auf! Kauf ist Kauf (K325).
36 a. Bieten und Fordern macht den Спрос не грех, отказ не беда.
Kauf (Gf 259).
К 37 — 142 — К 48

37. K auf’ in der Zeit, so hast du in Береги денежку про чёрный день.
der Not (K 3328). Holl., nord.

38. [Wenn es nur Käufer gäbe, Ware Был бы купец, а товар есть.
ist genug vorhanden] = heirats­
fähige Mädchen.

39. [Ein Kaufmann muß ein guter Купец — ловец; а на ловца и


Jäger sein, um Jagdglück zu зверь бежйт.
haben.] Купец, что стрелец; оплошного
ждёт.
40. Kaufmannschaft leidet keine [ ]
Freundschaft (K 2589) s. Ha nde l .
41. Jeder kehre vor seiner Tür Что кому дела, что к у м а с кумом
(K 5973). Germ., frz .; eng. Sweep сидела.
before your own door. Slav. Jap. Всяк прядй свою прйжу.
Verscheuche die Fliegen, die auf (Ein jeder spinne sei n Garn.)
deinem eigenen Kopfe sitzen (Em
2315).
42. Ein Keil treibt den andern Клин клйном выбивают. Slav.
(K 3336). Frz. Un clou chasse Сйла сйлу ломит.
l’autre. Auch eng. und span. (Na-
gel).
43. [Wie du den Keil auch wirfst, Как ни кинь, всё клин (Sinn: Es
er bleibt sich gleich, d. h. der will nichts glücken).
Hemmschuh ist der gleiche.]

44. [Die W e l t endet nicht in einem Белый свет не клйном сошёлся.


Keil, d. h. sie hat noch Raum.]

45. Keine Rose ohne Dornen (K s. R o s e , R 92.


5099). Eur.
46. Wer den Kern essen will, muß Любишь кататься (rodeln), любй
die Nuß knacken (K 3343). и саночки возйть.
Хочешь рыбу съесть, надо в воду
лезть.
47. Der Kesse] schilt den O f e n t o p f Горш ок над к о т л о м смеётся, а
(K 3345). Mlat., eur. оба чёрны; für горшок auch
чугунка »gußeiserner Topf*.
48. ,Mach’ mich nicht rußig*, sagte Г о р ш о к котлу завйдует. Slav.
die Pfanne zum Kessel (Se 87).
К 49 — 143 — К 58

49. G e b r a n n t e s Kind scheut das s. oben K a t z e , gebrühte.


Feuer (K 338» )• M hd.; eng. Ih e
burnt child dreads the fire.

50. Hübsches (lieb) Kind hat viele Что любим, тем не нахвалимся.
Namen (K 3397).

50 a *Klein Ding freut Kind. Чем бы дитя ни тешилось.

51. Hübsch Kind fragt nicht, hübsch Дитя не заплачет, мать не услы­
Kind kriegt nicht (Pw). шит.

52. Je lieber Kind, je schärfer die Голову любит, а волосы дерёт.


Rute (K 3369, Spr. Salom. 13, К ого люблю, того и бью.
24). Mhd.
Aber Р о з г о й в могйлу ребёнка не
53. Wer sein Kind l i e b hat, züchtigt упрйчешь, а калачом не вй-
es (He 58). манишь.
Aber: [Treibe das Pferd nicht mit Не гонй конй кнутом, гонй его
der Peitsche . . .] овсом.

54. Nachdem das Kind in den B r u n ­ Парнйшка ввалйлся, так и коло­


nen gefallen ist, deckt man ihn zu дец накрыли.
(K 3396). Dt. = nord.; sinngemäß
(,,zu spät“ ) eng., frz., it.

55. Kinder und Narren sprechen die Глупый да м ал ый правду говорйт.


Wahrheit (K 3356). In bezug auf Пьйные и дети правду скажут
Narren = eur. (Се1. 64). Slav.

56. Kleine Kinder, kleine Sorgen, С малыми детками горе, с боль-


große Kinder, große Sorgen (K шйми вдвое.
3374). Eur. Малые детки — малые бедки;
а большйе детки — большйе и
бедки.

57. Auch dem Rebhuhn sind seine Своё дитя и горбато, да мйло.
Kinder die schönsten (Aus der
Fabel vom Jäger und Rebhuhn).
58. Kirchengut hat eiserne Zähne Казённое добро на воде не тонет.
(K 3409). Лучшую мерлушку попу на опу­
шку.
(Das beste Lammfell dem Popen
zum Besatz.)
Kirschen s. H e r r e n , H 106.
К 59 - 144 — К 70a

59. Klatsch hat einen großen Mund Скажешь с л о в о , а прибавят де­


(Se). сять.
60. Klatsch ist ein geschäftiges Weib Выпил на гривну ( = 10 Kopeken),
(Pw). Lat. Fama crescit eundo а славы (шуму) на сто рублей.
(Vergil). Siehe auch L e u t e , L1G7. Добрая слава (guter Leumund) в
углу сидит, худая слава по до­
рожке б е ж й т .
61. Wer sich unter die Kleie mischt, Назвавшись груздем (гриббм), по­
den fressen die Schweine. Span, лезай в кузов.
schon im 7. Jhh., rumän. (S I. 29);
nord., it. (Esel).
62. Das Kleid macht den Mann. Тот и умён, кто богато наряжён.
(K 3420). Mlat. Vestis virum facit. Нарядй пень в вешний день, и
Holl., frz. La robe fait l’ homme. пень будет красавчик, oder:
Kleider' machen Leute (K 3419). Нарядй пня, и пень (Baum ­
Dän. Klaeder skabe Folk; eng. stumpf) хорош.
63. Man sieht dem Mann auf die По платью встречают, а по уму
Kleider, aber nicht darunter (Se). провожают.
64. Das Kleid macht keinen M ö n c h Не всяк монах, на ком клобук
(K 3431). Chin. (P 179). (Sn 267).
65. Die Kapuze macht den M ö n c h Свинья в золотом ошейнике —
nicht (Dü I. 912). Mlat. ( uculla свиньй.
non facit monachum. E ur.; it.
L ’abito non fa il monaco.
66. Kein Kleid, das einer Frau besser Хвалят на дёвке шёлк, коли в
steht als Schweigen (K 3425). девке толк.
67. Wie das Kleid, so der Mann 5. Kleid.
(K 3420).
68. [Arme Kleider, verachtete Leute.] В рогожу одеться, от людей от­
речься.
(Wer Kleider aus Bast trägt, muß
dem Umgang mit Menschen ent­
Kleidernarr s. E i t e l k e i t . sagen.)
69. Klein, aber fein (gut). Мал, да удал (Sn 218).
70. Was klein ist, das ist niedlich ^Маленький, да миленький.
(Dü I. 923). Eng. Little things are
pretty. Frz., dän.
70a. Der Große Fritz war auch mal Всему есть на ч а ло .
klein (Holtei, Zeu84).
К 70b — 145 — К 79b

70 b. [Klein (eng) ist der Raum, doch В тесноте, да не в обйде.


verträglich der Sinn] = Raum ist
in der kleinsten Hütte . . . (Schil­
ler, Jüngling am Bach).
70 c. Kleine Vögel, kleine Nestlein = Малые птички свивают малые
Span., ceh. гнёзда (Cel. 1С5).
71. *Klein, aber mein. Небольшой, да свой.
72. Kleine Leute haben oft große [ ] М у р а в ё й невелик, а горы
Herzen (Dü I. 917). Germ., frz. копает.
(Klein ist die Ameise, türmt aber
73. Kleine Häute, große Leute
Berge.)
(bayer., ebenda).
Сокол мал, да удал.
74. Kleine Glöcklein klingen auch
Невелйк сверчок, а громко поёт.
(L 456).
Невелйчка птйчка, да ноготок
остёр.
75. Kleine Streiche fällen eine große Капля по капле и камень долбйт.
Eiche (Dü I. 918). Sw.
76. Kleine Löchlein machen das От малой й с к р ы сыр-бор заго­
Schiff voll Wasser (Ebenda). рается.
76 a. Klosterdienst ist auch Fron. Монастырщина, что барщина.
77. Auf einen groben Klotz gehört Кол колом выбивай, к л и н клй-
ein grober Keil (3443). Mlat., ном выживай!
holl., nord.; span. A mal nudo mal
cuno
78. (Auf schlimmen Knorren schlim­ На к рё пк ий сук — острый топор.
mer Keil).* Frz. (Axt — Knorren). Ceh. Без клйна плахи не раско­
лешь.
На упрямого дубйна.
79. Durch Schaden wird man klug Обжёгшись на молоке, станешь
(K 5228). Grie., mlat. Quae nocent, дуть и на воду.
docent (Erasmus). E ur.; frz. Dom ­
mage rend sage.
79 a. Der kluge Mann baut vor (Schil­ Запасливый лучше богатого.
ler, W. Teil).
79b. Kluge Leute f e h l e n auch (Dü I. И на молодца бывает оплох.
928). Mlat., eur. На грех мастера нет.
(Irrtümer sind auch bei größter
Vorsicht möglich.)
10
К 80 — 146 — К 91

80. [Klug ist jedermann, der eine Всякий умён: кто задним, кто
vorher, der andere hinterher.] передним умом.
80 a. [Ein kluger K opf ernährt hun­ Дббрая г о л о в а сто голов кормит.
dert Köpfe.]
80 b. Kluge Hühner legen auch in die Безумие и на мудреца бывает.
Nesseln. Vgl. Hühner, N 177.
[Lieber mit einem Klugen in der 5. H ö l l e , Н 159.
Hölle . . .]
81. [Ein kluger K opf wird von Человека с умбм и камень не
einem Stein nicht getroffen.] ушибёт.
82. [Wer sich putzt, ist nicht klug.] Тот не умён, кто красно наряжен.
83. [Spiele nicht den Klugen; Klü­ Не умничай: умнее тебй в тюрьме
gere als du sitzen im Gefängnis.] сидйт (19. Jahrhundert?).
84. Das Glück fürchtet den Klugen Глупому счастье, умному Бог даёт.
(K 2243). Grie.
85. Der Klügere gibt nach (K 3446). У ’мный уступает.
Mlat., an., vielleicht durch die
Wikinger verbreitet.
Klugheit.
86. Barthel weiß, wo er den Most Знает сорока, где зйму зимовать.
holt. Red.
87. [Die Elster weiß wohl, wo sie
überwintern soll.]
88. Wie der Herr, so der Knecht Каков барин, таков и крестьянин.
(K 2568). Lat.; mlat. Qualis rex, Каков хан, такова орда.
talis grex (Schulspruch). Eur.
Каков поп, таков приход.
89. Wie der Koch, so der Brei (Pw). Какова птйцр., таково и яйцо.
90. [Ein Koch ist noch nie hungers Пбвар с голоду не умирает.
gestorben.]

91. Viele Köche verderben den Brei У семй нянек дитй без глазу.
(K 3460) = Eng.; frz. (. . . la sau- У семй пастухбв не стадо.
ce), it., span.
Десять поварбв только щи пере­
саливают.
Плохо, у одной овечки, да семь
пастухбв.
К 92 — 147 — К 103

92. Es sind nicht alles Köche, die Не все те повара, у кого ножй
lange Messer tragen (K 3462). длйнные.
93. Viele Köche, viele Sinne s. K ö p f e .
94. Wie das Weib, so kocht sie den Какова баба (Bäurin), такова и
Kohl (Se 95). Mhd. каща.
95. [Eine gute Frau und eine kräftige Хорош ая жена да жйрные щи, —
Kohlsuppe — mehr sollst du nicht другого добра и не ищй.
begehren.]
96. [Reich ist der Kolchos, in dem ♦Тот колхоз богат, в котором лад.
Eintracht herrscht.]
Kolchos.
97. [Wem sollte die Gemeinschafts­ ♦Колхозная работа — кому не
arbeit nicht gefallen?] охота ?
97 a. [Als Einzelbauer hatt’ ich Lum­ Одйн жил — в заплатах ходйл,
pen an, der Kolchos, der gab mir а колхоз пришёл — кафтан на­
einen Kaftan.] шёл (Sok. 491).
97 b. [Setz dich zur Ruh, mein Отдохнй, сошка, сказал дед Ти­
Hakenpflug, im Kolchos gibt’s мошка, теперь не твой час, есть
Trecker genug.] т р а к т о р у нас (Ebenda).
Kollektives S c h a f f e n .
Gesteigerte D y n a m i k .
98. [Vereint werden wir auch *mit Соббром и чорта поборем (собор
dem Teufel fertig.] —' Versammlung).
^99. Viele Hände machen schnell ein ♦Тот колхоз богат, в котором лад.
Ende (K 2576).
100. [Die Mücke wirft sogar ein И комар лошадь свалит, коли волк
Pferd zu Boden, wenn ihr der W olf поможет (КП 96).
dabei hilft.]
101. [Ein Brand im Ofen verlöscht, Одна головешка в печй гаснет,
zwei rauchen auch auf dem Felde.] а две и в поле курятся.
Entlastung des Einzelnen.
102. [Gemeinsame. Arbeit tut dem Коли работаешь вкупе, не болйт
Nabel nicht weh.] в пупе ( Weißruss., 11 347).
%

Geteiltes L e i d , geteilte Fr e u de . С мйром и беда не убыток.

103. [Allein wirst du mit dem Pirog Одйн пирога не съешь, одному и
nicht fertig, und der Brei wird dir у каши не споро (II 347).
nicht munden.]
ю*
К 104 — 148 — К 117

Größere P r o d u k t i v i t ä t .
104. [ Ei n Bienchen bringt nicht viel Одна пчёлка не много мёду на­
•Honig zusammen.] таскает.
S o z i a l e r Erfolg.
105. [Von jedem aus der Dorf­ С мйру по нйтке — голому рубаха.
gemeinde einen Faden, und der Сeh.
Nackte hat ein Hemd.]
K o l l e k t i v e r Beschluß.
106. [Was die Gemeinde, der Mir, be­ Что мйром положено, тому и быть
schlossen hat, das soll gelten.] так.
V i e l e Köpfe, viele Sinne.
107. [Pirogs verschönern das Mahl, Красен обед пирогами, а сходка
gute Köpfe sind eine Zierde der головами.
Versammlung.]
Macht der G e s e l l s c h a f t .
108. [In Gesellschaft läßt sich selbst На миру и смерть красна.
der Tod ertragen.]
109. Kommt Zeit, kommt R a t (K Придёт беда, купишь ума.
7095).
110. Wer zuerst kommt, m a h l t zu­ Чей черёд, тот и берёт.
erst (Dü II. 740). Mlat. Qui pri- Vgl. М 24
mus venerit, primus molet. Eur.
Kompromiß, lahmer. .
111. [Beide Teile sind befriedigt.] И волки сьТгы, и о в ц ы целы.
112. [Wenn ich nur könnte, wie ich’s Рад бы в рай, да грехй не пу­
wollte.] скают. Pol.
(Ins Paradies möchte ich schon,
doch die Sünden . . .)
113. Im Schafstall kann auch ein В лес^ и медвёдь архимандрйт
Kalb König sein (Bi 3204). (Abt).
114. Unter den Blinden ist der Ein­ На безрыбьи и р а к рыба.
äugige König (K 646). Grie., eur.
115. W o der Ochs König ist, sind I ]
die Kälber Prinzen (K 4642). Mhd.
116. Könige haben lange Hände s. H e r r e n , Н 116.
(K 3478)
117. Mit dem Kopf durch die Wand Лбом стеньг не прошибёшь.
geht es einmal nicht. (Red.)
К 118 — 149 К 126

118. Was man nicht im Kopfe hat, За глупой головбй и ногам не по­
muß man in den Beinen haben кой.
(K 3489). Holl., dän., it.; frz. Les {Den Vergeßlichen ins Stammbuch.)
jambes portent la faute de la tete.

119. Wie der Kopf, so der Hut По Сеньке шапка.


(Dü II. 642). Frz.

120. Wer keinen Kopf hat, braucht [ ] Лысому нечего ссориться


keinen Hut (Dü I. 933). Eng., frz., из за гребёнки.
portg.

121. Den Kopf halt kühl, die Füße Держй голову в холоде, живот в
warm (K 3499). Jap. Kalter Kopf, голоде, а ноги в тепле.
warme Füße (Em 3483).

122. Man kann nicht alle Köpfe В одну петельку всех пуговок
unter einen Hut bringen (K 3497). (пуговиц) не устегнёшь.

123. Soviel Köpfe, soviel Sinne. Что голова, то ум. Uhr., ceh.
Viel Köpfe, viel Sinne (K 3501). Сто голбв, сто умов.
Lat. Quot capita, tot sententiae
Сколько голбв, столько умов. Vgl.
(tot sensus, Terenz, Phorm. 2, 4).
Jap. Zehn Menschen, zehn Mei­
Eur.
nungen (E m 1084).

123 a. [Im Kopfe sollst du etwas Не то важно, что на башкё (г>$.),


haben, nicht auf dem Kopf.] важно, что в башкё.

124. Viele Körnlein machen einen По зёрнышку ворох (Haufen), по


Haufen (K 3505). Mhd. капельке море.
Из крошек кучка, из капель море
Курочка по зёрнышку клюёт, а
сыта бывает.
По н й т к е и до клубка доходят.

Kosenamen.
125. [Nenne mich meinetwegen Töpf­ Х оть горшкбм зовй, а в печку не
chen, aber stecke mich nicht in den ставь.
Ofen.]

Kosm opolit s. V i a , b, c, L 15.


126. Kraft allein tut’s nicht. Lat. Силён медведь, да в болоте лежйт
Vis consilii expers mole ruit sua oder — да воли ему нет.
(Horaz, Ode III, 4). И сйла есть, да воли нет.
Сйлою не возьмёшь.
К 127 — 150 — К 139

127. [Kraft besiegt das Schwäch­ Сйла[и] с о л о м у ломит (Anspielung


liche.] auf die schwere Erntearbeit des
Landmannes).
Wessen Kraft, dessen Recht. Чья сильнее, та и правее.
128. Samt am Kragen, Kleie im Шапка в рубль (sprich руп), а щи
Ma g e n (K 3514). без круп.
128 a. [Über seine Kraft kann auch Через сйлу и конь не ступит.
das Pferd nicht.]
129. Kraft, die nicht wirkt, erschlafft [ ] Силён медведь, да воли
(L 467). ему нет Vgl, Teufel, Т 45.
129 a. Goldner Kragen, nichts im Шапка в рубль, а щи без круп.
Magen. Vgl. Magen.
(Auf dem K opf eine teure Mütze,
doch die Kohlsupp’ ohne Grütze.)

130. Fliegende Krähe findet allzeit Охоча сорбка до находки.


etwas (Dü I. 472) = Holl., nord.;
ähnlich frz., it.

131. Eine Krähe heckt keine Turtel­ Ворбне соколом не бывать.


taube (Dü I. 12). Dt.
132. Eine Krähe hackt der andern Вброн (R abe) ворону глаза не
die Augen nicht aus (K 3517). выклюнет. Slav.
Mlat., eur.

133. Wohin die Krähe fliegt, dahin Куда ворбна полетйт, туда она и
guckt sie auch (K 3516). глядйт.
134. Eine Krähe macht keinen Win­ s. S c h w a l b e , S 110.
ter. (Dü I. 377). Dt., holl.

135. Die Krähe läßt ihr Hüpfen nicht s. E l s t e r , Е 76.


(K 3515)
136. Alte Krähen sind schwer zu Старая крыса ловуш ку обходит.
fangen (K 3518).

137. Krämer lügen gern (K 3522). - Не солгать, так и не продать.


138. Jeder Krämer lobt seine Ware Всяк своё хвалит.
(seinen Kram, К 3523). Lat. (Ho- Ком^ гнйло, а мне мйло.
raz, Ep. 2, 2).

139. Im Handel Betrug ist des Krä­ Не обманешь, не продашь.


mers Acker und Pflug (K 562).
К 140 — 151 — К 149 а

140. Den Kranken ärgert die Fliege Сердит, что не тем боком корова
an der Wand (K 3527). почесалась.
141. Der Kranke und der Gesunde [ ]
haben ungleiche Stunde (K 3529).

142. [Nicht der Liegende ist krank, Не тот болен, кто лежйт, а тот,
sondern wer bei dem Kranken кто над болью сидйт.
sitzt.]

143. [Dem Kranken schmeckt auch Больнбму и мёд горько.


der Honig bitter.]

144. [Bettet den Kranken, wohin ihr Больн6;иу и золотая кровать не


wollt, — ihm ist doch nicht wohl.] поможет.

144 a. [Der Reiche sucht nach Krank­ Богатый болезней йщет, а к нйщим
heiten, zum Armen kommen sie онй сами идут (Вирта, Веч.
von selbst.] звон II. 95).

144 b. [Der Herren Krankheit = Барская хворь — мужйцкое здо­


Bauerngesundheit, d. h. ровье.
Was den Herrn krank macht, ist
dem Bauer gesund].

145. Die Krankheit kommt zu Pferde Болезнь входит пудами, а вы хо­


und geht zu Fuß weg (K 3530). дит золотниками.

146. Die Krankheit kommt mit Здоровье выходит пудами, а вхо­


Extrapost und schleicht fort mit дит золотниками.
Schneckenpost (Bi 2i73).

Krankheit.
147. [Wer die Cholera nicht fürchtet, К то холеры не бойтся, того она
den fürchtet sie.] бойтся. (Die Cholera trat beson­
ders heftig im letzten Jahrzehnt des
vorigen Jahrhunderts in Südruß­
land auf,)
148. Den Krebs straft man nicht mit Щуку в реке не утопишь.
Ersäufen (K 3543').
149. Kein größer Kreuz als Haus­ [ ]
kreuz (K 3550).

149a. Ein schlechter F r i e d e ist Х удой мир лучше доброй брани.


besser als ein guter (gerechter)
Krieg.
К 149 b — 152 — К 160

149 b. Nichts Bessere weiß ich mir Войну хорош о слйшать, да тяжело
. . . als ein Gespräch von Krieg вйдеть. С eh., pol.
und Kriegsgeschrei, wenn hinten,
weit, in der Türkei die Völker auf­
einander schlagen (Goethe, Faust I.
Vor dem Tor).

150. Der Krug geht so lange zu Was­ Повадился кувшйн по воду хо-
ser (zum Brunnen), bis er zerbricht дйть, там ему и голову сло-
(K 3571). Mlat., afrz., eur. жйть.
До поры (до часу) кувшйн по
воду ходит.
Ловит и волк, пока волка не пой­
мают.
(Es jagt der W olf, bis er selbst
erjagt wird.)

151. Krummes H o l z gibt auch ge­ К р й в ы дровй, да прймо горйт.


rades Feuer (Dü I. 942). Eur.

152. Nicht alle Kugeln treffen (K Пуля дура, штык молодец (С уво­
3585). ров?) (D I. 263, И 35 и. а.).

153. [Die Kugel ist ein Kind des Zu­


falls, das Bajonett ein braver Kerl.]

154. [Die Kugel ist dumm, doch den Пуля дура, а виноватого найдёт.
Schuldigen findet sie.]
155. [Die Kugel fragt nicht nach dem Пуря чинов не разбирает.
Rang.]
156. Eine Kuh deckt viel Armut zu Корбва на дворе, харч (Essen) на
(K 3607). столе.
157. Eine schwarze Kuh gibt auch .Чёрная корбва, да белое молоко.
weiße Milch (Bi 2216, Dü II. 342). Slav.
Mlat., nord.; eng., frz. (schwarze
Henne — weißes Ei).
158. Nimmst du die Kuh, so nimm Взяв корбву, возьмй и подойник
auch den Halfter dazu (Pw 577). (Melkgefäß).
159. Sankt Niklas beschert die Kuh, На Бога надёйся (уповай), а сам
aber nicht den Strick dazu (K не плошай.
4571).
160. Die Kuh weiß nichts vom Sonn­ Свинья не знает в апельсйнах
tag (L477). вкусу (Sn 363).
К 161 — 153 — К 168

161. Jede Kuh ist früher ein Kalb Всему есть начало.
gewesen (K 3602). Holl., nord.
162. Kühe machen Mühe (K 3604). Чтоб рыбку съесть, надо в воду
лезть.
163. Wenig Kühe, wenig Mühe (K [ ]
3605). Eng., frz., span. .
164. [Den kühnen Mann such im Ge­ Смелого ищй в тюрьме, глупого в
fängnis, den Beschränkten unter попах.
den Popen.]

165. [Triff den Kulaken nicht mit Не бей кулака (im Sinne Gogols
dem Knüppel, triff ihn mit dem und Uspenskis: Großbauer) д у­
Rubel.] бьём, бей его рублём.
165a. [Der P o p e und der Kulak sind Поп и кулак из одного теста.
aus dem gleichen le ig gemacht.]
165 b. [Der Kulak (s. Duden 1952) Кулаку от колхозных ворот —
hat vor dem Tor des Kolchos крутой поворот (Sok. 490).
kehrtzumachen.] (Man schlägt ihm das Tor vor der
Nase zu.)
165 c. [Laß den Dieb nicht an die Не пускай вора к возу, а кулака
Fuhre, nicht den Kulaken zum к колхозу (Ebenda).
Kolchos.]
165 d. [Vorbei ist die Zeit, da die Миновалась та пора, что рас­
Kulaken sich breitmachen konn­ пирало кулакам бока (Ebenda).
ten,]
165e. [Eine sanfte Stimme, doch eine Такой тйхий голосок, а чертйча
üble Gesinnung.] думка (Ebenda).
Während Nr. 1 6 5 ,165a aus einer
älter'en Zeit stammen, datieren die
folgenden (165b—e) aus den Jahren
nach 1917.
166. [Wer keinen Kummer kennt, Не узнав гбря, не узнаешь и ра­
der weiß nicht, was Freude ist.] дости.
Kummer.
167. [Im Walde der Bär, daheim die В лес$ медведь, а в дом^ ма ч и х а .
Stiefmutter.]

168. Kunst geht nach Brot [und [И скусство хлеба просит.]


findet’s] (K 3637). Dt. (Luther,
B. 64, S. 183; Lessing, Em. Gal.).
К 168а 154 — L 12

168 а. Kunst bringt Gunst [ ]


169. Zuviel Kunst ist umsunst (K s. H a n d w e r k e , viele, H 56.
3633)
170. Einen Kuß in Ehren kann nie­ Поцелуй в пазуху не лезет.
mand verwehren (Bi 2233). (Пазуха — Busenraum)
Die Kutte macht den Mönch nicht s. K l e i d , K a p u z e , К 64, 65.
(K 3649)

L
1. An vielem Lachen erkennt man Д у р а к у всё смех на уме.
den Narren (K 3651).
2. Am Lachen erkennt man den
Toren (Dü I. 416). Mlat., eur.
2 a. (Lachen ist der Bruder der Kraft.) Смех сйле брат.
3. Wer zuletzt lacht, lacht am besten Последний смех лучше первого.
(K 3652). Eur.; frz. Rira bien qui
rira le dernier.
4. Wer heute lacht, kann morgen Кто в субботу смеётся, в воскре­
weinen (Dü II. 1). E ur.; it. Lhi сенье п л а к а т ь будет. Vgl. It.
ride in sabato, piange la domenica
(Sonnabend — Sonntag).
5. Leicht gelacht, leicht geweint
(K 3752).
6. Bargeld lacht (Se 370). [Налйчные деньги хоть кого со-
блазнйт.]
7. [Bargeld ist ein Zauberer.] Налйчные деньги — колдунчики.
8. [Oft lacht der Mund, und das Herz Иной смех плачем отзывается.
weint.]
9. [Wen du auslachst, der wird um Над кем посмеёшься, тот над то­
dich weinen.] бою поплачет.
10. Man trägt oft Lachen und Weinen 6. L 8.
in einem Sack (K 3650).
11. [Lachen macht nicht satt.] Смехом сыт не будешь.
12. [Dreißig Jahre lang kann das Смех трйдцать лет у ворот стойт,
Lachen vor dem lo r e stehen, es а своё возьмёт.
kommt aber zu seinem Recht.]
L 13 — 155 — L 21d

13. So manches Land, so manche Что край, то обйчай. Slav.


Sitte (K 3667), — W eise (Lü 2, 6). Во всякой земле свой обычаи.
Eur.
Что город, то норов (veralt. für
14. Jedes Land hat seinen Tand нрав); что деревня, то обычай.
(K 3665). Erz. Chaque pays a sa
guise.
15. Alle Land’ sind des Weisen Всякая страна человеку отёче-
Vaterland (K 3674). Mlat. Ubi ство (Се1. 227).
bene, ibi patria.
16. Gerade wie bei uns zu Land И за морем г о р о х не под печку
hängt man die Wurst auch an die сеют.
Wand (Pw).
17. Am Lande ist gut schiffen (K С берегу хорош о глядеть на греб­
3677). цов.
18. Vgl. Vom sichern Port läßt sich’s Любо глядеть на молотйлыциков
gemächlich raten (Schiller,W.1 eil). (лишь бы самому не работать).
Finn. Auf dem Lande gibt es genug (Gern schaut man Dreschern zu).
Kluge, wenn auf dem Wasser ein
Unglück geschehen.
19. F leibe im Lande und nähre dich С роднбй землй — умрй, не сходй!
redlich (Psalm 37, 3). Где кто родится, там и пригодйтся.
20. Ländlich, sittlich (K 3668). [ ]
20 a. Hat der Landmann (Bauer) Казённая палата (Staatskasse) от
Geld, hat’s die ganze Welt (Wa). мужиков богата (iLok. 210).
Landmannsregeln.
21. G r u n d s ä t z l i c h e s : [Roggen ge­ Рожь хоть в золу, да в пору, а
deiht auch in der Asche, Hafer im овёс хоть в воду, да в пору.
Wasser, wenn er nur rechtzeitig
gesät ist].
21 a. Morgenstunde hat Gold im Кто рано встаёт, умнее бывает.
Munde.
Früh auf, gut Lauf.
21 b. [Im Winter schlafe dich gründ­ Зима матка, выспишься гладко.
lich aus.]
21c. [Ein regnerischer Sommer . . . ] Дождлйвое лето хуже осени.
21 d. [Nicht der Regen bringt den Благословение не из тучи, — из
Segen; das Feld wird jung durch навозной кучи. Geh.
den Dung.]
L 21e — 156 — L 28b

21 e. [Der Acker liebt den Dünger.] Поле любит навбз. Ceh.


21 f. E i n z e l n e s : *Zu Sylvester На Васйльев вечер (31. X II.) день
nimmt der Tag um einen Hahnen­ прибывает ^ на курйный шаг
tritt zu (Alte Bauernweisheit), (Öel. 442). Ceh.
21g. ImOktober auf St.Gall (16.X .), [ ]
bleibt die Kuh im Stall (K S. 565).
21 h. [St. Georg (24. IV.) sorgt für Св. Юрий запасает к о р о в , св.
die K ü h e , St. Nikolaus für die Николай к о н е й , св. Ильй за­
Pferde, St. Elias (20. VII.) be­ жинает жйто (Roggen).
ginnt das K o r n zu schneiden.]

22. Wenn die Kirschen gut ver­ Когда пойвятся комарй, пора
blühen, wird der R o g g e n gut сеять р о ж ь .
blühen (K S. 544). Посев р ж и при северном ветре
родит крепче и крупнее.
23. H a f e r und G e r s t e säe St.Bene- Когда распускается берёза, сей
dicti (21. III.). овёс.
24. Blüht der Schlehdorn wie weißes Я ч м е н ь сеют, пока цветёт калйиа
Tuch, so säe deine G e r s t e (K ( Schneeballstrauch).
S. 555). Eng.
25. [Wenn der Kuckuck ruft, ist es Кукушка закуковала, пора сеять
Zeit, F l a c h s zu säen.] л ён (Ostrußland).
26. [Säe deinen W e i z e n , wenn der П ш е н й ц у сей, когда зацветает
Faulbeerbaum zu blühen beginnt.] черёмуха.
Сей пшенйцу на Симона Зилота
(10. V.) — родйтся як злото.
26 a. Bohnen soll man am dritten [ 1
Freitag im Mai legen.
27. [Vor dem Eliastage (20. VII.) ist До Ильина дня в с е н е пуд мёду,
im H eu ein Zentner Honig, nach после Ильина дня — пуд на­
Elias ein Zentner Mist.] возу (II 305).
28. [Auf H a f e r und F l a c h s gib О в е й и льны в августе смотрй
acht im August.] (11306).
28a. [ B u c h w e i z e n säe man an tau­ Г р е ч й х у сей, когда роса хорош а
frischem Tage.] (Öel. 424).
28b. [Mit der Aussaat von G e ­ Борйс и Глеб сеют х л е б . Ceh.
t r e i d e beginne man am Tage,des Vgl. den folgenden Spruch.
Boris und Gleb (2. V.).]
L 28c — 157 L 39

28c. [Zu Boris-Gleb (24. V II.) ist Борйс и Глеб поспел х л е б . Ceh.
das K o r n schnittreif.]

28d. [Am Tage der Thekla (23. IX .) На Фёклу копай с в ё к л у .


hol dir die Bete.]

Abschließend:
28 e. [Wer die Landarbeit nicht kennt, Пашню паш ут, руками не машут.
weiß nicht, was man Arbeit nennt.]

29. *Langsam, aber sicher. И редко шагает, да т в ё р д о сту­


Was lange währt, wird gut (K пает.
3690).

30. Je länger, je lieber (L493). [ ]

31. Wer langsam geht, kommt auch Тйше едешь, дальше будешь. Мало-
(K 3694), — geht sicher (Dü II. 11). по-малу птйчка гнездо свивает.
E ur.; it. Chi va piano, va sano. Х оть не скбро, да споро (erfolg­
reich).
32. *Was langsam kommt, kommt
gut (Pw). Ähnlich B. Waldis 1548.

33. Langsam (gemach) fährt man И тйхий воз будет на горе.


den Berg hinauf (K 1995).

34. Langsam. Wer mit Ochsen fährt, Сперва не прытко (geschwind),


kommt auch ans Ziel (Pw). а там потйше.

35. *Viel Lärm und nichts dahinter. Много зв<6ну, да мало толку.
Vgl. Viel Lärm um nichts (Lust­ Много грому по пустому.
spiel Shakespeares).

36. [Süß ist das Laster, schwach der Грех сладок, ч е л о в е к падок (er­
Mensch.] picht, gierig).

£7. W er’s Latein nicht versteht, der В карты играет, а козырей не


laß es ungehudelt (K 3705) = der знает (Sn 52).
verpfusche es nicht. Не наше дело г о р ш к й л еп й ть...

38. Wer das Laub fürchtet, bleibe Волка бояться — в лес не хо-
aus dem Walde (Dü I. 532). = дйть.
Eur.

39. Er möchte jeder Laus einen Stel­ Он мастер на все руки.


zen machen und jeder Gans ein *Он и блохе подковы подделывает.
Hufeisen anlegen (K 3716). (Red.)
L 40 — 158 — L 51

40. Er hat läuten hören, aber nicht Слышал звон, да не знает, откуда
schlagen, oder — , weiß aber nicht, (где) он.
in welchem Dorf (Bi 2284), oder Слышал, не слыхал, вйдел не,
— , weiß aber nicht, wo die Glok- видал.
ken hängen (K 2203).
41. Lang läuten bricht den Donner [ ]
(K 3722). Fulgura frango.
42. *LauJen ist eine Schande, aber Бег нечестен, да здоров. Slav.
gesund.

43. Man soll leben und leben lassen Д ругу Дружй, а другому не вредй.
(K 3730). Germ., it. [Живй, и жить давай другйм.]
Коль можешь, веселйсь, а всё на
бедных оглянйсь.
44. *Willst du lang leben und blei­ Живучи просто, доживёшь лет до
ben gesund, iß wie die Katze und ста.
trink wie der Hund.

45. [Nicht darauf soll man achten, На то нечего глядеть, что нечего
daß man nichts anzuziehen hat, — одёгь, а бодриться надо.
auf gute Laune kommt es an.]

46. [Nimm das Leben, wie es ist, Живй, как живётся, да поменьше
und richte dich nicht nach den на людей смотрй (Gorki).
andern.]

46a. Gut leben, lang’ leben (K 3725). Кто хорош о живёт, тот долго жи­
[Nicht der lebt mehr, der länger вёт.
lebt.] Не тот живёт больше, кто живёт
дольше.
47. [Lebe nicht nach deinem Willen, Не так живй, как хочется, а так,
lebe, wie es Gott geheißen.] как Бог велйт. Slav.
48. [Lebe, ohne dich einzuleben = Живй, да не заживайся!
Leben sollst du, doch richte dich
nicht für ein Dauerdasein ein.]
49. *Das Leben ist kein Kinderspiel. Жизнь прожйть — не поле пе-
рейтй.
50. Unser Leben ist ein Kampf. Grie. i
(Euripides, Schutzfleh. 550); lat. Ж изнь изжйть — не лапоть
Vivere militare est (Seneca, Lit. с т е с т ь oder
96). Жизнь прожйть не то, что лапти
сплесть ( = eine einfache Arbeit
51. Leben ist eine Kunst (K 3723).
L 52 159 - L66

52. [Das Leben durchleben ist mehr saumselig und schlecht verrich­
als einen Bastschuh flechten.] ten, nach Макс. S. 34).
Век изжйть — не рукой махнуть.
Век прожйть — не рубашку
сшить.
53. Man muß das Leben aus dem Надо жить, как набежйт.
Holze schnitzen, das man hat
(Se 65).
54. Ordnung ist das halbe Leben Порядком стойт дом, непорйдком
(Pw). содом (Sodom).
Aus andrer Leute Leder ist gut Rie­ s. H a u t , Н 75.
men schneiden (K 3732)
55. Ledige Haut schreit überlaut И в рай жить тошно о д н о м у .
(Se 356).
56. Ledig gehen kostet viel Lehrgeld Холостому ох-ох [а женатому ай-
(K 3739). ай].
Aber auch: Lediger Stand hat Ruhe
im Land (Se 359).
57. Leeres F a ß tönt am lautesten. Пустая (порожняя) бочка пуще
гремйт.
58. Leere Tonnen geben großen
Schall (Dü II. 22). Mlat., eur. В пустой бочке и звону много.

59. Vgl. Je voller das Faß, je linder Vgl Leere Fässer klingen hohl.
der Klang (K 1289).
60. Leer Faß, leer Freundschaft s. F a ß , F 7.
61. Lehre nicht die Fische schwim­ Не учй рыбу плавать.
men und die Tauben fliegen Не учй учёного.
(K 1402).
62. Durch Lehren lernen wir Lat. Учй другйх — и сам поймёшь.
Docendo discimus (Seneca, Ep. 7).
63. [Lehre es andere und du wirst
es begreifen.]
64. [Der Dummkopf lehrt, der Ge­ Умный Л10 бит учйться, а друак
scheite lernt.] учит.
65. [Einen, der ausgelernt hat, leh­ Учёного учйть — только портить.
ren, heißt ihn verderben.]
66. [Lehre nicht den Gelehrten (Fach­ Не учй учёного есть хлеба печё­
mann), gebackenes Brot zu essen.] ного.
L 66a — 160 — L 79

66 a. [Ein guter Lehrmeister ersetzt Хороший указчик дороже десятй


zehn Arbeiter.] работников (Gorki).

Leid des Leibeigenen: Спина-то наша, а воля-то ваша.

67. Keine Freude ohne Leid. Mlat. Не узнав горя, не узнаешь и


Nemo sapiens nisi patiens (Se 25). радости.
Per crucem ad lucem (Ebenda).

68. Nach Freud - Leid (K 1524). Ни печали без радости, ни радости


без печали.
69. Freud’ und Leid sind nahe Nach­
barn (K 1523).

70. Geteiltes Leid ist halbes Leid С м й р о м и беда не убыток.


(Pw).

71. Halt aus im Leid, halt ein im a) Терпй, казак . . .


Genuß (K 3754). b) Ешь, не объедайся.

72. [Fremdes Leid macht dich nicht Чужая беда не даёт ума.
gescheit.]

73. Leide und meide. Grie. (Epiktet, Лучше обйду терпеть, чем другйх
Bü 373). обижать.
Лучше терпеть, чем обйду чинйть.
74. Leid’ und meid’, bist du gescheit
(K 3757).

75. Leiden sind Lehren (L 517). Grie. Нужда учит.


П<х&гцл<хх<х — fioc&rifxocta (Äsop
6. Jhh. v. Z.).

76. Leidenschaft oft viel Leiden Охбта пуще неволи.


schafft (K 3764). (Passion-ist schlimmer als Knecht­
schaft.)

77. Leihen macht Freundschaft, Mah­ В долг давать, друж бу терйть


nen (Wiedergeben) Feindschaft (Sn 50).
(K 3765, Dü 11.27). Euu Не давай денег, не терйй дружбы.
Хочешь врага нажйть, займй
денег.
78. Lobe den Flachs nicht, bevor das s. L o b e n , L 146.
Leinen gewoben ist

79. [Wie die Faser, so die Leinwand.] Каково волокно, таково и поло­
тно.
L 80 — 161 - L 92

80. Man kann nicht alle Schuhe über s. K a m m , К 5.


einen Leisten spannen (K 5406).
Dt.

Wie der Leisten, so der Schuh (K). По птйце яйцо.

81. Wer die Leiter hält, ist so schul­ Виноват, невиноват, а попался —
dig wie der Dieb (K 3770) = Dän., поплатйсь.
sw., frz. (Der Komplize hält den
Sack: norw., it.).

Leitung.
82. [Lie Genossenschaft ist stark Артель атаманом крепка.
durch die Person ihres L e ite rs .]

Lenken.
83. [G e le n k t ist auch das Pferd На вож ж ах и лбшадь умна.
klug.]

84. [Wer etwas lernt, ist Hauptmann Ученье — атаман, неученье —


(Hetman), wer nichts lernt — eine комар.
Mücke.]

85. Der Mensch lernt nie aus. Век живй, век учйсь.

86. Man lernt, solange man lebt


(Dü II. 33).

87. Keiner ist zu alt zum Lernen


(Dü II. 32). Germ., it.

88. Vgl. Viele wissen v ie l, aus­


gelernt hat keiner (Heinrich IV.).

89. Lerne was, so kannst du was Грамоте учйться всегда приго-


(K 3771). дйтся.
Ученье красота, а неученье су ­
90. Lernst du wohl, wirst du gebrat-
хота.
ner Hühner voll; lernst du übel,
mußt du mit der Sau zum Kübel Не учась грамоте, в попй не ставят.
(Luther, lischreden 325). Не умёл шить золотом, так бей
молотом.
91. Lerne beizeiten, so kannst du’s
bei den Leuten (K 3772). Чему смолоду не научйлся, того
под старость знать не будешь.

92. Was H ä n s c h e n nicht lernt, ♦Чему Ванька не учйлся, того


lernt Hans nimmermehr (K 2614). Иван Иванович знать не б^дет.
11
L 93 — 162 — L 105

93. Bei Wölfen und Eulen lernt С волками жить, с волками выть
man’s Heulen (Dü II. 31) = Germ., oder по волчьи выть.
it. Дурные примеры заразительны.
94. [Das Lernen (Studieren) erleuch­ Ученье — свет, неученье — тьма.
tet, Unwissenheit ist Finsternis.] (Ein überaus häufig gebrauchtes
Wort.)
95. Lesen und nicht verstehen ist Читает — летает, да ничего не
halbes Müßiggehen (K 3774). понимает.

96. Lesen ohne Verstand versäumt


und ist ’ne Schand’ (L 525).
97. Lesen ohne Nachdenken macht Не всйкий, кто читает, в чтении
stumpf (Bernh. v. Clairvaux, сйлу знает (Sn 279).
12. Jh h.; L 524).

98. Viel lesen und nicht durch­


schauen ist viel essen und übel
verdauen (L 525).

99. [Er versteht zu lesen und ist sei­ Сам себе не рад, что грамоте го­
nes Lebens nicht mehr froh.] разд.

100. Viel lesen macht viel wissen. Dt. Ученье — свет, неученье — тьма.
(Pauli, ,,Schimpf u. Ernst“ 1522). Грамоте учйться всегда приго­
дится.
101. Der Letzte kriegt die Knochen. Кто поздно пришёл, тому мосол
Frz. Au dernier les os. (abgenagter Knochen).
102. Den Letzten beißen die Hunde Последнего и собаки рвут.
(Dü II. 35) = Holl., span. Отставшего собаки заедйт.
(Den Zurückgebliebenen zerrei­
ßen die Hunde.)
103. Böser Leumund wird zeitig [Добрая слава лежйт], а дурная
flügge (Pw: Böse Mär . . .). молва далеко бежйт. [Guter Leu­
mund hält still], üble Nachrede
eilt weit voraus; oder — по свету
бежйт.
104. Andre Leute kochen auch mit И за морем горох не под печку
Wasser (K 3795). Chin. Überall сеют.
sind Raben schwarz (P 251).
105. Es ist gut, aus andrer Leute Из чужбго кармана легко пла-
Säckel (Beutel) spielen (K 3789). тйть.
L 106 — 163 — L 116a

106. Armer Leute Gäste gehen früh [ ]


nach Hause (K 3810).
107. Einmal in der Leute Mund, От молвы не уйдёшь.
kommt man übel wieder heraus
(K 3837).
108. Weiser Leute Kinder geraten [ ]
selten wohl (K 3830).
109. Laß die Leute reden und die Собака лает, ветер носит.
Hunde bellen (K 3785). Frz. (vent
— venter).
Armer Leute Sache gilt nichts s. A r m e , 113.
Arme Leute kochen mit Wasser «. A r m e , 114.
110. [Die Leute reden von uns, und . Люди про нас говорйт, и мы про
wir schweigen auch nicht über die людей не молчйм.
Leute (Kli 49).]
111. Liebe ist (macht) blind (K3854). Любовь слепа.
Grie. (Plato, Gesetze V, 4 ); lat. Любовь зла; полйбишь и козла.
Amor caecus. Eur. Freid. 99: Minne (Liebe kann auch den Ziegenbock
blendet wisen man. Chin. (Kröte hübsch finden.)
zur Göttin) (P 324).
Кто кому мйленек, и неумыт беле­
нек (Се1. 241). Ceh.
Умён сын Иванушка. Кто хвалит?
— Матушка (Sn).
Любовь слепа, доведёт до беды и
попа. Ceh.
112. Alte Liebe rostet nicht (K 3889, Старая любовь не ржавеет (II 56).
Dü I. 52). Eur. Старая л ю б о в ь долго помнится.

113. [Lieb, so lang die Liebe glüht.] Мйло, пока не простьшо.

114. [Der Liebe ist kein Wind zu Для мила дружка (oder к мйлому)
kalt.] и семь вёрст не околица (kein
Umweg).

115. Liebe kann viel, Geld kann alles Сильна любовь, да деньги силь­
(Se 356). нее.

116. Liebe überwindet alles (K 3885). [ ]


116 a. Von bloßer Liebe raucht der [ ] Lat. Sine Cerere et Bac-
Schornstein nicht (Schaefl. 39). cho friget Venus (Terenz, Eun. 4).
ll*
L 117 — 164 — L 129

117. Liebe lehrt tanzen (K 3883). [ ]


118. Zur Liebe (BrautHeb) kann man Бойться себй заставишь, а любйть
niemand zwingen (Gf 140). не принудишь. Bekannter ist:
*Liebe läßt sich nicht erzwingen. На ей л у мил не будешь.
119. Gezwungene Liebe und gemalte
Wange dauern nicht lange (K3899).
120. Liebe und Husten lassen sich Любвй, огнй и кашля от людей
nicht verbergen (K 3877). Mlat.y не спрйчешь.
eur.; arab. (Liebe, Berge, Kamele).
121. Eer Liebe und dem Feuer soll Л юбовь не пожар, а загорйтся,
man beizeiten steuern (Se 355). не потушишь.«
122. Eine Liebe ist der andern wert. Д о л г платежом красен.
123. Einstweilen, bis den Bau der Л ю бовь да г о л о д всему повод.
Welt Philosophie zusammenhält, (Liebe und Hunger sind die Grund­
erhält sie das Getriebe durch pfeiler aller Dinge.)
H u n g e r und durch Liebe (Schiller,
Die Weltweisen).
124. [Die Liebe ist ein Ring, und der Любовь что кольцо, и кольцо без
Ring hat kein Ende.] конца.
125. Liebe und Verstand gehn selten Любовь делает умных безумными,
Hand in Hand (Se 3t6). Holl.: кротких буйными (. . . die Sanf­
In der Liebe ist Narrheit Weisheit. ten zu lollk öp fen ) (II 56).
Jap.: Liebe ist außerhalb der
Überlegung-(Em 944). Lat. Aman-
tes, amentes (Nach Terenz, Andr.
I. 3).

126. Die Augen sind der Liebe Pfor­ Люббвь начинается с глаз.
ten (Pw).

Liebe und E intracht. . .


127. [Sind Eheleute eines Sinnes, Где любовь да совет, там и горя
bleibt Kummer ihnen fern.] нет.

128. Besser wenig mit Liebe als viel [ ]


mit Fäusten (Se 358).

129. Dennoch: Frügel erhalten die Кто жены не бьёт, тот и мил не
Liebe (Se 360). живёт.
Любй жену, как душу, трясй её
что грушу. Vgl. Frau, F 63.
L 130 — 165 — L 141

130. Was sich liebt, das neckt sich Милые бранятся, только тешатся.
(Bi 2652).

131. Liebe muß Zank haben (K 3891).

132. Wer sein Kind lieb hat, züch­ К ого люблю, того и бью. '
tigt es. Grie. (Menander) 122. Gno­ (Nach den Vorschriften des alt­
me). E ur.; frz. Qui aime bien, russischen — 16. Jhh. — „L ojn o-
chätie bien. stroj“ : ,,. . . плёткою побить . . .
и разумно, и здорово . . .“ Vgl.
Gorki, ,,Kindheit“ ).

133. Je lieberes Kind, je schärfere Голову любит, а волосы дерёт.


Rute (Bi, К 3369).
Man halte dagegen: Детей н а к а з ы в а й стыдом, а не
грозою и бичом.

134. Lieben und Singen läßt sich Крестом любвй не свяжешь.


nicht zwingen (K 3865). Vgl. Liebe, (Das Kreuz = die Irauung bürgt
L 118. nicht für Liebe.)

135. [Lieben, aber mit Maß.] Любй Ивана, а берегй кармана.

136. Wer schlägt meinen Hund, der Буде менй любишь, так и собаку
liebt mich nicht von Herzensgrund мою не бей.
(Pw).

137. Von der Liebe allein kann man Не наесться куском, на нате-'
nicht leben. (*Von Luft und ш иться с дружком.
Liebe . . .)

138. Keinem ist sein Liebchen un­ Люббвь зла; полюбишь и козла.
gestaltet (K 3853). Eur. (Die Liebe ist arg . . .) Vgl. mlat.:
Si quis amat ranam, ranam putat
esse Dianam.

139. [Dem Liebsten opfere ich mein Для мйлого дружка и серёжку
Liebstes.] (Ohrringlein) из ушка.

140. Ein lustig Lied macht ein fröh­ [ ] Хоть есть нечего, да жить
lich Gemüt (Bi 2358). вёсело.

141. Es gibt kein noch so schönes ♦Вейкой пёспе раз конец.


Lied, man wird des endlich müd’ Med. Набил мне оскомину [свойм
(Bi 2360). пением].
L 142 — 166 — L 151

142. [List geht über Gewalt.] И сйла уму уступает.

143. List tut mehr denn Stärke.


(K 3919).

144. Eine List ist der andern wert [ ] Нашла коса на камень.
(Se).

145. Freundes Lob hinkt (K 3927). Х орош а дочка Аннушка, хвалит


Vgl. Verwandtenlob. мать да бабушка.
(Der Verwandten Lob ist nicht so
ernst zu nehmen) (Sn 432).
146. Lobe den Flachs nicht, bevor Цыплят по осени считают.
das Leinen gewoben ist (Dü 11.53).
Eng., nord. (Gerste — Scheuer).
147. [Was du zu loben nicht ver­ Чего хвалйть не умеешь, того не
stehst, das tadle nicht.] хулй.
148. Wenn man den Topf lobt, zer­ [ ] ..
bricht er (L 565). Estn.

149. Wer mich lobt in Präsenz und Не хвалй в очи, не бранй за глаза
schilt in Absenz, den hol’ die Pesti­ (Cel. 104).
lenz (Alter Spruch: L 565). Х орош тот, кто лож кою кбрмит,
' а череном к о л е т . (Чёрен = че­
ренок Messer stiel.)
Loben — schmeicheln.
149 a. [Am Mittagstisch süß wie eine За обедом соловей, а после обеда
Nachtigall, nach dem Mittag ein воробей. Ceh.
Rohrspatz.]

150. * Jeder lobt das Seine. Всйкая лиса свой хвост хвалит.
Всяк кулйк (Schnepfe) своё бо­
лото хвалит.
Wer ein Ding zuviel lo b t . . . s. D in g , D 42.
151. Stecke deinen Löffel nicht in Не тычь носа в чужое просо.
andrer Leute Töpfe (Dü II. 57). На чужой каравай рта не разевай.
Eng., frz. (Sichel — Korn). (В чужёй монастырь со свойм
уставом не ходй oder не суйся:
In einem fremden Kloster gilt
dein Statut nicht.)
Lokomotive s. E r fin d u n g .
L 152 — 167 — L 161

152. Was dich nicht brennt, das Нечего тебе чужйх детей качать
lösche nicht (Dü I. 273). Eur. Не суйся к капусте, пока не при­
пустят (Sn 290).
Не мешайся в чужйе дела, чтоб
твой жизнь покойна была.

152 a. Den toten Löwen kann jeder Лежачего не бьют.


Hase am Barte zupfen (Dü II. 58). Подстреленного сокола и ворона
Mlat., holl.; sw. (Hund statt Lpwe), носом долбйт.
span. (Mohr); türk. Vgl. Unter­
legen.
153. [Eine kluge Lüge ist besser als У ’ мная ложьлучше глупой правды.
eine plumpe Wahrheit.]
154. Lügen haben kurze Beine (K Ложь стойт до улйки.
3960). =- Nord., holl., it., span.; Ложь на тараканьих ножках.
frz.: Le menteur ne va pas loin. (Lüge geht auf zerbrechlichen
Schon afrz. Eng. A lie has no legs. Schabenbeinchen.)
Неправдою свет пройдёшь, да на­
зад не вернёшься.
155. [Der Lügen gibt es viele, aber Лжей много, а правда одна.
nur eine Wahrheit.]
156. Was mit Lügen beginnt, muß Кто лжёт, тот и обманывает.
mit Betrügen enden (Pw).
157. [Lügen — warum nicht? Aber Ври, да знай меру.
mit Maß.]
158. Wer lügt, der stiehlt (K 3971). Кто лжёт, тот и крадёт. Сeh., pol.
Eur.
159. Wer . einmal lügt, dem glaubt Раз солгал, а на век лгуном стал.
man nicht, und wenn er aüch die На лжи далеко не уедешь.
Wahrheit spricht. Lat. (Prototyp
Солжёшь сегодня — не поверят и
bei Phaedrus, Fabel I. 40; He 66).
завтра.
Eur. Auch Cicero, De div. 2,71.
160. Aus der Fern’ lügt man gern Добро тому врать, кто за морем
(Se 380). бывал.
Wer weit herkommt, hat gut lügen Звонки (славны) бубны за горами.
(Pw).
161. [Wer nicht lügt, bekommt sei­ Не соврёшь, и зобу не набьёшь.
nen Kropf nicht voll.]
L 162 — 168 — M5

162. [Ohne zu lügen bringst du Не солгать, так и не продать.


deine Ware nicht an den Mann.] Не обманешь, не продашь (Ein
ehemals dtn Moskauer К aufleuten
in den Mund gelegter Cfrund salz).

163. [Einmal darfst du lügen, doch Соврать можно, а переврать нель-


umlügen darfst du nicht.] зй.
164. Ein Lügner muß ein gutes Ge­ Лживому надо памятну быть.
dächtnis haben (K 3976). Lat. Пошлй тебе [вруну] Бог твёрдую
память.
Лжёшь, так лги, только задов не
забывай.

164 a. Lügner hin, Lügner her . . . Люди солгали, да и мы неправду


сказали. Ceh. ^
165. Lust und Liebe zum Ding Терпение и труд всё перетрет.
macht alle Arbeit gering (K 3985).

166. Kurze Lust, lange Reue (Dü II. Пьйного грехй, трезвого ответ.
67). Dt. = nord.

167. [Oh, wie lustig wir leben, es ist Эх, как вёсело живётся, уж пла­
einfach zum Heulen!] кать хочется.

м
1. Machst du’s gut, hast du’s gut; [ ]
machst du’s schlecht, geschieht dir
recht (K 4000).

2. Wer sich zum E s e l macht, der Кто в кбни пошёл, тот и воду
muß Säcke tragen (Dü II. 69). возй.
Dt. = dän.; holl. (Hund — K no­
chen fressen); it. (Diener).

3. Wer sich zu Honig macht, den Назвавшись груздем, полезай в


benaschen die Fliegen (Dü II. 68). кузов.
Holl. y frz.y it. Кто в кбнюхи пошёл, тот и воду
возй.
4. Wer sich zum Schaf macht, den
fressen die Wölfe (Dü II. 70). Eur.

5t Vereinte Macht bricht Burg und I )


Strom (K 4001).
Мб - 169 — М 18

6. Macht geht vor Recht. Vgl. Ge­ Чья сйла, того и воля (правда).
walt geht vor Recht, G 146. Чья [ergänze сторона] сильнее, та
и правее.
6a. [Der Mächtige ist sich selbst Ge­ Кто силён, тот сам себе закон.
setz.]

7. E in Mädchen macht keinen Tanz Одна ласточка весньг не делает.


(K 4004).
8. Kein Mädchen ohne Liebe, kein [ ]
Jahrmarkt ohne Diebe (K 4009,
Bi 2411).

9. [Ein Mädchen ist wie eine Deut­ Девка — н е м к а : говорйть не


sche (die kein Russisch kann): zu умеет, а всё разумеет.
reden versteht sie nicht, doch sie
begreift alles.]
10. [Was ein Mädchen nicht weiß, Чего девушка не знает, то её и
das eben ziert sie.] красит.
11. [Ein Mädchen, von dem man Не хвалёная девка дороже хвалё­
nicht spricht, ist besser als ein ной. к‘
vielgerühmtes.]
12. Jede, die als Mädchen zankt, [ ]
schlägt als Frau (Se 360).
12 a. [Allen schönen Mädchen winkt Все красные девки золотом шьют.
eine goldene 'Zukunft.] Geh.
13. Ein h u n g r ig e r Magen hat keine Голодное брюхо ушей не имеет.
Ohren (Dü I. 784). Mlat.y eur.
14. Einem h u n g r ig e n Magen ist Голбдного баснями не кормят. ^
schlecht predigen (K 3058). Eur.
15. Samt am K r a g e n , Kleie (Hun­ На брюхе шёлк, а в брюхе щёлк
ger) im Magen (K 5174, 3514). (knips!).
16. Voller Magen lernt mit Unbeha­ Сытое брюхо к учению гл^хо.
gen. Mlat. (Schulspruch) Plenus
venter . . . s. B a u ch .
17. *Goldner K r a g e n , nichts im Шапка в рубль, а щи без круп.
Magen.
18. Man sieht mir nicht in den Х оть денег ни гроша, да похбдка
Magen, wohl aber auf den Kragen хороша;
(K 4018). Holl., dän.t frz., it.
M 19 — 170 — М30

19. Erst der Magen, dann der Kragen [ i


(Wa. I, 248, К 4015). Mlat., nord.;
holl. (Stück Brot im Sack — Feder
auf dem Hut). Frz. Mieux vaut
bon repas que bei habit.
20. *[Sich] lieber den Magen ver­ Горько есть, да жаль покйнуть.
renkt, als dem W i r t e was ge­
Х оть лопни брюшкб, да не остань­
schenkt (Schaefl. 69).
ся добро.
21. Vgl. aber: Lieber dem W i r t als Умру, так с собой возьму.
dem Apotheker (Doktor) (K 6873).

22. [Nicht die Speise hebt das Mahl, Не красен обед пирогами; красен
aber der Gäste Wahl und Zahl.] едоками.
23. [Reiter verschönern die Straße, Dagegen: Красна дорога ездоками,
Pirogs das Mahl.] а обед пирогами.
24. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst Чей черёда тот берёт.
(Dü II. 740). Dt. (Aus dem „S ach­
senspiegel“ 1219—33) = Eur.;eng.
First come, first served. Auch mlat.
(S 1.147); slav. (Öel. 343), estn.,
lett.
Mai s. Wetterkalender.
25. Es passiert so mancherlei. В с й к о бывает.
/
26. Ein Mann ohne Frau ist ein Мужик без бабы, что дом без
Baum ohne Laub und Zweige крйши.
(L 587). It.
27. Mann ohne W e i b , Haupt ohne Мужик без жены, что гусь без
Leib; Weib ohne Mann, Leib ohne воды.
Haupt daran (Dü II. 76). Holl.,
dän., it., frz.
28. Wie der Mann geraten, danach Каков дед, таков и обед.
wird ihm die Wurst gebraten По шерсти собаке и клйчка.
(K 4078).
По С е н ь к е шапка.
29. Junges Weib ist altem Mann Не надолго старый женится,
das Postpferd zum Grabe (Se 358).
[Dem alten Ehemann genügt eine С т а р о г о мужа соломкой при-
Strohdecke . . .] крою , молодого сама отогрею.
30. [Um einen alten Mann wird eine По с т а р о м муже молода жена не
junge Frau nicht trauern.] тужит.
M31 — 171 — M 42

31. Ein Mann, ein W ort (K 4083). Давши cjiÖBO, держйсь.


32. Selbst ist der Mann (K 4086). [ ] Свой ум царь в голове.

33. Ein Mann macht keinen Tanz, s. M ä d c h e n , М 7.


eine Blume keinen Kranz (K4098).
34. Ein kleiner Mann ist auch ein И лыком шит, да муж.
Mann (K 4110). (W enn auch mit Lindenbast ge­
näht, ist er doch mein Mann.)
35. E i n e s Mannes Rede keines Man­ [ 1
nes Rede, man soll sie hören alle
beede (K 4084).
36. Wenn mancher Mann wüßte, wer [ ]
mancher Mann wär’ , so täte wohl
mancher Mann manchem mehr
Ehr’ (K 4053).
37. [Wenn der Mann die Frau Муж жену у д а р и т , его черти
schlägt, schlagen ihn die Teufel; ударят; жена мужа ударит, Бог
wenn die Frau den Mann schlägt, здоровья прибавит (К Н 48).
gibt ihr Gott mehr Gesundheit.]

G e s e t z e haben weite Maschen. Jap. $. G e s e t z , G 129.


Durch die Maschen des Gesetzes
geht die Hand hindurch (Em 66).
38. Mit welchem Maß ihr messet, Иакову чашу другу нальёшь, та-
wird man euch wieder messen кову и сам выпьешь (. . . den
(Lukas 6, 38). gleichen Becher trinken).
39. Alles mit Maß. Grie. (Thaies, Всё в меру. Х орош его поне­
Kleobulos ?). множку.

40. Maß ist zu allen Dingen gut Мера всйкому делу вера.
(K 3996, B. Waldis 1548).

40a. *Maß und Ziel gibt das beste Всйкое дело мёра красит.
Spiel.

4 ]. Alles hat sein Maß. Всему есть мёра.


Jedes Ding hat sein eigen Maß. Аршйн на сукно, кувшйн на вино.
Mäßigkeit, Maßhalten.
42. Gute Tage können wir nicht ver­ Всех сластёй не переешь, нарйдов
tragen (Luther). не переносишь, всех врунов не
переврёшь.
M 43 — 172 — М 54

43. Alles in der Welt läßt sich ertra­


gen, nur nicht eine Reihe von
schönen Tagen (Goethe, „Sprich­
wörtlich“ ).
44. [Sei mäßig im Essen und Trin­ Умеренность — мать здоровья.
ken.] Ешь не доедай, пей не допивай.
45. Wenn das Essen am besten (Iß, ohne dich völlig satt zu essen;
s c h m e c k t , soll man auf hören trinke, ohne über den Durst zu
(Bi 871). trinken.)

46. Viel Essen, viel Krankheit (K Где пиры да чай, там и немочи
1243). (Krankheiten).
47. Salz und Brot macht Wangen Хлеб — всему голова (11 379).
rot (K 5169). Mlat. Modicus cibi, Хлеб да вода — то наша крестьйн-
medicus sibi (Se 25). ская еда (II 380) oder — здоро­
вая еда.
48. [Iß dich halbsatt, trinke, bis du Ешь вполсыта, пей до полпьйна.
nur angeheitert bist.] Eng. Eat at
pleasure, drink with pleasure.
49. [Lieber trocken Brot als Kuchen Лучше хлеб с водою, чем пирог с
in Not.] = Trocken Brot mit Freu­ бедою.
den ist besser als Gebratenes mit
Kummer (K 737).
50. Durch Fraß kommen mehr um, [ ] Курица по зёрнышку
denn durchs Schwert (& 1481). клюёт, да сы та живёт.
Frz. s. Meer.
51. Man muß den Bissen nicht größer Не по н а ж й в е еда, не по карману
machen, als das Maul ist (Pw). затеи — вйдимая беда.
52. Wer jedem das Maul stopfen На чужой ротбк не накйнешь пла­
wollte, der müßte viel Mehl haben ток.
(Dü II. 81). Germ.; span. (Maul —
Werg).
53. Iß deinen Brei und halt dein Maul Ешь пирогй с грибами, держй
(K 717). язык за зубами.
(Iß deine Pilzpirogs = Pasteten
mit Pilzfüllung und halte deine
Zunge im Zaum.)
54. Wenn die Maus satt ist, schmeckt Сыт поросёнок каши не ест.
das Mehl bitter (K 4172). Мышь сыта, и мука горька.
M 55 — 173 — М 67

55. W o Speise, da Mäuse. Где крошки, там мышки.


56. [Wären nur Krümchen da,M äus­ Был бы хлеб, а мыши будут.
c h e n würden sich schon finden.] Были бы крошки, а мышки най­
дутся.

57. Das ist eine arme Maus, die nur Плоха мышь, что одн^ только
weiß zu einem Loch hinaus (R ol­ лазей ( = лазейку) знает.
lenhagen 1595).
58. Es ist eine schlechte Maus, die
nur ein Loch weiß (K 4171). Afrz.,
mhd.y doch ähnlich schon Plautus.
Eur.

Maus s. auch B e r g , В 60.


59. [Schön ist das Meer vom Ufer Красно море с берега.
aus.] Х орош о море — с берегу.
60. [Lob$ das Meer, aber bleibe auf Море — что горе: красно со сто­
dem Lande.] роны.
61. [Wer das Meer nicht kennt, weiß Кто на море не бывал, тот досыта
nicht, was Beten heißt.] Богу не маливался.
62. Im B e c h e r ersaufen mehr als В бокалах больше погибает, чем
im Meer (Dü II. 87). E ur.; frz. La в море утопает (11415).
gourmandise tue plus de gens que
1’ёрёе.
63. [Wer auf dem Meere war, hat Кто в море бывал, тот л^жи не
vor Pfützen keine Angst.] бойтся.
64. Ohne Mehl ist nicht gut Brot Без капусты щи не густы (Sn 10).
backen (Dü II. 203). = I t.; sinn­
verwandt nord.; frz. Point d’ome-
lette sans oeufs.
Früh übt sich, was ein Meister wer­ s. Ü b u n g — Meister. Vgl. Früh übt
den will (Schiller, Teil) sich, wer seinen Meister finden will.
65. Kein Meister wird geboren (Dü Всезнайки не родйтся.
II. 91). Mlat. Nemo nascitur arti-
fex.
66. Es fällt kein Meister vom Hirn- М астерства за плечами не носят,
mel (К 4208). Eur.
67. Das W7erk lobt den Meister Дело мастера бойтся.
(Sirach 9, 24).
M 68 — 174 — М 79

68. Wie der Meister, so das Werk Каков мастер, такова работа.
(K 4206). По раббте и работника знать.
Как ш ьётся, так и носится.
69. Es ist kein Meister so gut, er fin­ Дока на доку нашёл (дока vs.
det einen über sich (K 4214, Meister, ein geschickter Mensch).
Dü II. 90). Holl., nord., frz.; schon Наскочйла коса на камень.
mhd. (Boner).

70. [Zehn Gehilfen, aber ein Mei­ Мастер одйн, а подносчиков де­
ster.] сять.
71. [Mancher wird aus Langweile ein От скуки мастер на все руки.
Meister in allerlei Künsten.]

72. Ein Geiger zerreißt viel Saiten, Не испортив дела, м а с т е р о м не


eh’ er Meister wird (K 1859). будешь.
73. Anfang ist kein Meisterstück Первый блин комом.
(L 19).

74. Der Mensch denkt, und Gott Человек предполагает, а Бог рас­
lenkt (K 4230). Mlat. полагает.
Человек ходит, Бог водит. Slav.
75. Der Mensch denkt, und die Х уд о мужу тому, у кого ж е н а
M e n s c h i n lenkt (Se 360). большая в дому.
75a. Mensch, ärgere dich nicht! Не с е р д й с ь , печёнку испортишь.
(Berlinisch, Zeu 274).

75 b. [Nicht jeder wird zum Men­ Всйкий родйтся, да не всяк в


schen geboren.] люди годйтся.
76. So mancher Mensch, so manche У Сйдора обычай, у Карпа дру­
Weise (Se). гой.
77. [Der Mensch ist kein Hornvieh: Человек не скотйна: испортить
das Geringste wirft ihn um.] недолго.

78. [Das Fischlein strebt nach tie­ Рыба йщет, где глубже, а ч е л о ­
ferem Grunde, der Mensch nach век, где лучше.
einem besseren Los.]
79. Ich bin ein Mensch: nichts [Ни от чего человеческого не от­
Menschliches ist mir fremd. Lat. рекаюсь.]
Homo sum: humani nil a me
alienum puto (Terenz, Heaut. I.
1. 25). Eur.
M 80 175 — М 91

80. [Es gibt viele Leute, aber nicht Людей то много, да человека нет.
‘ einen Menschen.]

81. Ein Mensch ist des anderen Wolf [ ]


(Teufel) (K 4226). Lat. Homo ho-
mini lupus est (Plautus, Asin. II.
4. 88).

82. Des Menschen Wille ist sein Своя вбля — лйбо рай, лйбо ад.
Himmelreich (K 4228).

83. B e r g und Tal kommen nicht zu­ Гора с горой не сходится, а ч е ­


sammen, wohl aber die Menschen л о в е к с человеком.
(K 490). Eur.

84. Jenseits des Baches wohnen auch И за рекой люди живут.


Menschen (K 356).

85. Hinter dem Berge leben auch И за горами живут люди.


Menschen (K 494). Dt., nord., holl. И на чёрном дворе живут люди.
86. [Beim Spiel und unterwegs er­ В и г р е и в дороге узнайт людёй.
kennt man die Menschen.]

87. Der Mensch ist seines Glückes s. G l ü c k 191.


Schmied

88. Man soll nicht alles mit seiner Не всё мерь на свой аршйн.
Elle messen (d. h. nach sich selbst На свой аршйн не меряй (vs.).
beurteilen).
89. Besser zweimal messen als ein­ Семь раз примёрь, одйн раз от­
mal vergessen (Dü I. 208). Eur.; режь.
eng. Measure twice, cut but once.
Schon mhd. (Freid.).

90. Was man von der Minute aus­ Часом опоздал, годом не повер­
geschlagen, gibt keine Ewigkeit zu­ стаешь.
rück (Schiller, Don Carlos). (W as du in einer Stunde ver­
säumt, holst du im ganzen Jahr
nicht ein.)

91. Wer sich mischt unter die Kleie, Сделайся только овцой, а волки
den fressen die Säue (Dü II. 97). будут.
Mlat., germ.; it. (Kleie — Esel).
M 92 — 176 — M 103

92. [Misch dich nicht in fremde An­ e суйся, п й т н и ц а , поперёд сре­


gelegenheiten.] ды.
(Dränge dich nicht, Freitag, vor
den Mittwoch.)
Коли не спрашивают, не с ^ й с я .
92 a. [Halte dir das Mißgeschick vom Берегись от бед, пока их нет.
Leibe.]
Mißgunst.
93. Kühe fremder Leute haben im­ Завистливый по чужому счастью
mer größere Euter (Bi 2214). сохнет.
93a. [Mißgunst (Bosheit) ist Dumm­ Злбба — бто глупость (Gorki).
heit.]
94. Wer die Frau nimmt ihrer Mit­ Ж ена богатая гордится и с мужем
gift wegen, kehrt seiner Freiheit часто бранйтся.
den Rücken (L 624). Frz.

95. Die Schönheit eines Mädchens ist Не берй приданое, берй мйлу де­
die Hälfte der Mitgift (Dü II. 322). вицу.
96. Schöne Jungfrau trägt ihre Mit­
gift im Angesicht (Ebenda). Dän.t
sw., (mlat.).

97. Mitgift ist der Männer Gift, das Большое приданое мужа не сде­
der Weiber Herrschaft stift (L 624 лает. Бабьему д о б р у от бабы
Abschatz 1704). не огходйть (Altes Volksgesetz).
98. Ein guter Name ist die schönste t ]
Mitgift (K 4423).
99. [Die fehlende Schwiegermutter Отсутствие тёщи лучшее приданое
ist die beste Mitgift.] (Lit.y II 167).
100. Mitgegangen, mitgehangen oder В и н о в а т , не виноват, а попался
mitgefangen (K 4265). — поплатйсь.
101. Mittelstraß’ das beste Maß Серёдка всему делу корень.
(Bi 2532). Дело серёдкою крепко.
102. Der Mittelweg ist der beste
(He 68). Lat. Aurea mediocritas
(Goldne Mittelstraße, Horaz,Larm.
2, 10). Ähnlich Ovid. Eur.
103. Die Mode macht Gesetze. То не грешно, что в моду вошло
(Sn 400).
M 104 177 — М 113

104. W o es Mode ist, trägt man den


Kuhschwanz als Halsband (Sel50).
105. Einen Mohren kann man nicht Горбатого могйла исправит.
weiß waschen. Mlat., eur. (Den Buckligen heilt erst derTod.)
106. Mohren werden nimmer weiß Чёрного кота не вымоешь добела.
(K 4277). Beruht auf Jerem. 13,
23, Bü 35. Eur. Vgl. Jap. Ein
Rabe wird nie weiß.
107. Das Kleid (die Kapuze) macht Не всяк монах, на ком клобук
keinen Mönch (K 3279). Eur. (Mönchskappe).
108. Was kümmert es den Mond, С о б а к а лает, ветер носит.
daß die Hunde bellen? (Dü II,
100), — daß ihn die Hunde an-
bellen? (Se 390). Holl., sw., roman.
109. Blauer Montag, volle Kröpfe, В воскресенье веселье, в поне­
leere Beutel, tolle Köpfe (K 4293). дельник похмелье (K atzenjam ­
mer).
Не то спасенье, что пьян в в о ­
скресенье.
110. Morgen, morgen, nur nicht День к вечеру, а работа к завтре-
heute, sprechen alle faulen Leute. му.
(K 4296).
110 a. Verschiebe nicht auf morgen, Одно нынче лучше двух завтра.
was du heute kannst besorgen Поцелуй менй с е г о д н я , а я тебя
(K 4297). завтра.
110 b. Heute stark, morgen im Sarg Сегодня в порфйре, а завтра в
(Pw). Vgl. H e u t e rot, morgen tot, могйле.
H 127. (H eute im Purpurmantel, morgen
im Grabe.)

111. Morgenrot schafft Brot. Заря деньгу родйт (даёт).

112. Morgenstunde hat Gold im Наживать, так раньше вставать.


Munde (K 4302). Lob des Morgens К то рано встаёт, тому Бог по­
grie. (Hesiod); afrz. (S 2, 54); mlat. даёт.
Schulspruch: Aurora musis amica;
holl., nord. = dt.
113. [Moskau glaubt den Tränen Москва слезам не верит.
nicht] sagten die von der moskowi-
tischen Regierung Gefolterten.
12
M 114 — 178 — М 122

114. Der eine hat die Mühe, der Швецу гривна, закройщику рубль
andere hat den Lohn oder — der (Näher — Zuschneider).
andre hat die Brühe (K 4309).
Терпёиие и труд всё перетрут.
115. Müh’ und Fleiß bricht alles Eis
Горька работа, да хлеб сладок.
(K 4310).
Без труда не вынешь и рь1 бку из
116. Der Mühe gibt Gott Schaf’ und пруда.
Kühe (K4308).
Чтобы рйбку съесть, надо в воду
117. Kühe machen Mühe (Dü II. лезть.
105). D än.; frz. (Terre — guerre).
Доход не бывает без хлопот (11290).
118. Es gibt keinen Vorteil ohne
Mühe (Dü II. 104). Eur. Nord. Вейкая птйца своим носом кбр-
Keine Nahrung ohne Mühe. Eng. мится.
Without pains no gains. Frz. Nul Всякая птйца свой песни поёт;
bien sans peine. кто чем может, тем хлеб достаёт.
Купец торгом, поп горлом, мужйк
горбом [берёт].
Сметану любйть, корову кормйть
(Sn 376).
Не тёрши, не мйвши, не будет
калач.
(Ohne Kneten kein Kringel.)
Чем д а л ь ш е в лес, тем больше
118 a. [Je weiter in der Arbeit, desto
дров.
größer die Mühe.] V

Кто первёе, тот и правее. Geh., pol.


119. Wer zuerst zur Mühle kommt,
mahlt zuerst (K4311). Dt., eur. Кто палку взял, тот и капрал.

Бог долго ждёт, да больно бьёт.


120. Der Götter Mühlen mahlen
langsam, aber fein (L 632). Grie.
(Sextus Empirikus, 2. Jh.). Vgl.
Gottes Mühlen . . .

120 a. *Mühsam ernährt sich das Курочка по зёрнышку клюёт . . .


Eichhörnchen . . .
121. H o n i g im Munde, Galle im ,Рёчи, как мёд, а д е л а , как по­
Herzen. [Süße Reden, listige Ta­ лынь (W ermut).
ten.] (Dü I. 745). Eur.
122. Was kommt in den dritten Говорйшь по совету, а выйдет по
Mund, wird aller Welt bald kund всему с вегу. Vgl. Drei.
(K 4338). An., eur.
M 123 — 179 — М 134

123. Wes das Herz voll ist, des geht От избытка сердца уста глаголют.
der Mund über (Matth. 12).
124. [Man kann keinem den Mund Рот не ворота, запором не за­
verschließen] = Man müßte viel прёшь.
Brei haben, allen Leuten den Mund На чужой рот пуговицы не на­
zu verstopfen. Altdeutsch. шьёшь. На чужой роток не на-
кйнешь платок.
125. Einmal in der Leute Mund, [ ]
kommt man schwer wieder heraus
(Dü 1Г. 110). Dän., frz.
126. Gibt Gott Mund, gibt er auch Даст Бог роток, даст и кусок.
Speise (Dü I. 617) = germ.
127. Mit der Münze, womit du zahlst, Тебе тою же монетою заплатят...
zahlt man dir auch (Se 394). Red.

128. [Musik ist eine brotlose Kunst.] Звенйт бубны (Schellentrommel)


хорош о, да плохо кормят.
Musik.
129. [Gott gab uns den Pfaffen, der Бог дал попа, чорт скоморбха.
Teufel den Spielmann.]
Muße.
130. [Tun und Nichtstun, gut ge­ Мешай дело с бездельем, прожи­
mischt, macht das Leben an­ вёшь век с весельем.
genehm.] Vgl. Lat. Utile dulci mis-
cere (Horaz, Ars poet. 343).
Müßige Frage.
131. Frage den Wirt, ob er guten Спросйли б у г у с я , не зйбнут ли
Wein hat (Dü II. 476). = Holl., it. ноги ?
132. Müßiggang ist aller Laster An­ Праздность — мать пороков ( Über­
fang (Col. 11,1; К 4353), — der setzung D IV. 235).
Tugend Untergang (4355), — des На бездёльи дурь в голову лезет.
Teufels Ruhebank (Dü II. 113).
Mlat. Otia dant vitia. Eur. = Ceh.
Müßiggang.
133. (Ein Sprichwort mit dramati­ Что ты делаешь? — ,А ничего". —
schen Elementen.) А ты что ? — ,Да я ему помогаю".

134. [Einer mit dem Pfluge, sieben Двое пашут, а семеро руками
mit dem Löffel.] машут.
Одйн с сошкой, а семеро с ложкой.
12 *
M 135 — 180 — N4

135. Guter Mut, halbe Arbeit (K Смелость города берёт.


4362). Доброе начало — половина дела
136. Guter Mut ist halbes Leben Волков бояться — быть без гри­
(Dü II. 114). Holl., nord. бов .
137. [Nur Mut! Der Herrgott verrät Господь не выдаст, свинья (враг
dich nicht, das Schwein frißt dich D II. 253) не съест.
nicht.]
Mut.
138. Hinter dem Ofen ist gut kriegen Х орош о медведя в окно дразнйть.
(K 4652). Много храбрых, на полатях (H änge­
pritsche) лёжа.
139. Dem Mutigen hilft Gott (Schil­ Смелым Бог владеет.
ler, W. Teil), grie., lat. Fortes for-
tuna adiuvat (rl erenz, Phorm. 1.4).

140. Was der Mutter ans Herz geht, Г ]


das geht dem Vater nur an die
Knie (Dü II. 118). Sw.: Das Mut­
terherz ist immer weich.

141. Wer dem Kinde die Nase Дитйтко за ручку, а матку за


' wischt, küßt der Mutter die Backen сердечко.
(Pw).

N
1. [Kauf dir kein Haus, kauf dir den Не купи себе дом, да купй с о ­
Nachbarn.] седа.

1 a. Es kann der Frömmste nicht in Сосед не захочет, так и мйру не


Frieden bleiben, wenn es dem bö­ будет.
sen Nachbar nicht gefällt (Schiller,
W. Teil).
2. Niemand kann länger Frieden
halten, als es seinem Nachbar be­
liebt (Dü II. 129).
3. Zwischen Nachbars Garten ist ein С соседом дружй, а забор чинй.
Zaun gut (K 4383).

4. Liebe deinen Nachbar, reiß aber


den Zaun nicht ein (Dü II. 128).
N5 — 181 - N 17

5. Ein guter Nachbar (Freund) ist Б гйзкий сосёд лучше датьней


mehr wert als ein Bruder in der родни"(. . . als weite Verwandte).
Ferne (K 1545, L 644). Eur.

Erfolgloses Nacheifern.
6. [Wo der Gaul seinen Huf setzt, Куда конь с копытом, туда и рак
da will auch der Krebs hin.] с клешнёй (Schere).

Nachgeben.
7. Der Klügere (Klügste) g i b t n a c h Умный уступает (Sn 417).
(K 3446). An., nord.,frz., dän. Vgl.
Klug.

8. [Nachlässigkeit straft sich selbst.] Сама себй раба бьёт, что н е ч й с т о


жнёт (. . . das Korn schneiden).

9. Nachrede reift über Nacht (K [ ]


4402).

10. Jeder ist sich selbst der Nächste Свой рубашка блйже к телу. Вся
(K 4405). Lat. Proximus sum ego- семьй свой, да всяк лйбит себй.
met mihi (Plautus, Bü 378). Eur.

11. [Des Nächsten Leid macht dich Чужой бедой сыт не будешь.
nicht satt.]

12. [Wer verjährtes Unrecht nach­ Кто с т а р о е помянет, тому глаз


trägt, soll ein Auge verlieren.] вон.

13. Über Nacht kommt guter Rat У тр о вечера мудренее.


(Bi 2947).

14. Bei Nacht sind alle Katzen grau Н очью все кошки чёрны. Slav.
(K 4409). E ur.; sw. (Schweine). Н очью и урод красавец.
Ночь — матка — всё гладко.
Слепой курице всё пшенйца.

15. Die Nacht ist keines Menschen Кто ходит в ночи, тот хочет не­
Freund (K 4410). Dt. — holl., dän.; мочи (11423).
frz. La nuit n’a point d ’amis. Ur­
sprung: Geliert, Fab. 1746.

16. [Jeder Nachteil hat auch seinen Нет худа без добра.
Vorteil.]

17. [Auch der Nackte hat seinen И голыш (нагой) не без праздника.
Feiertag.]
N 18 — 182 — N 30

18. Den Nackten kann man nicht Мокрый дождй, а нагбй разбою
ausziehen (Dü II. 138). Mlat. (S I. не бойтся.
170).
19. Nackter ist schwer zu berupfen Голый, что свя той : бедй не бойтся.
(Ebenda). Eur.
20. Man soll nicht al l es an einen s. Alles.
Nagel hängen (K 4421)

20 a. [Nah und doch unerreichbar.] Блйзко локоть (Ellbogen), да не


укусиш ь.
21. Das Hemd ist mir näher als der Свой рубашка б л й ж е к телу.
Rock (Dü II. 139). Lat., eur.
22. Ein guter Name ist besser als Добрая слава лучше золота.
Silber und Gold (Dü I. 2 1 0 ),.— ist Хоть денег ни гроша, зато слава
die beste Mitgift (K 4423). Eur. (Leumund) хороша.
23. [Ein Narr lobt den anderen.] Дурак дурака хвалит.
24. Jeder Narr lobt seine Kappe. Всяк дурак хвалит свой колпак.
25. Jedem Narren gefällt seine Kappe Вейка я сосна своему бору шумит
(K 4465). Eur. Erz. A chaque fou (Sn 440).
plait sa marotte. У вейкого барина свой фантазия.
26. Ein Narr kann mehr fragen als Дурак в воду камень закйнет,
sieben (zehn) Weise antworten деейтеро умных не вытащат.
(K 4444, 4445).

26 a. Ein Narr gilt dem andern für Осёл осл^ кажется л^чше араб­
gescheit. ского конй. Ceh.
27. [Ein Narr kann unter fünf klu­
gen Männern Streit stiften.] =

27 a. Ein Narr fragt viel, worauf kein [ ] Одйн дурак, а умных


Kluger antwortet (Dü II. 144). Eur. пятерых ссорит. Ceh. ,
28. Für den Narren gehört sich eine Где дурак, там и берёза.
Rute (Pw).
29. Narren haben gut Glück (K). Дуракам счастье.
30. Narren wachsen unbegossen (K Дуракбв не ор^т, не сеют, онй
4476). Dän., it.; eng. Fools grow сами родйтся (II 57).
without watering. Finn. Narren
sät man nicht.
N31 — 183 — N 43

31. R in d er und Narren sprechen die Глупый да малый всегда говорйт


Wahrheit (Dü II. 151). Eur. правду.
32. Zwei Narren geben keinen Wei­ За учёного двух неучёных дайт.
sen (Alter Spruch).
33. Narrenhände beschmieren Tisch [ ] Дураку закон не пйсан.
und Wände (K 4479). Eng., holl.,
frz., it.

34. Naschen macht leere Taschen Пирогй до того доведут, что и


(K 4487). хлеба не дадут.
35. Erst Naschen, dann Frischen Сперва купи место, а там и садйсь
(Dü I. 419). ( Alter Hochzeitsbrauch).
Будет корбва, будет и подойник.
36. *Es kann keiner höher schnau­ Выше лба уш и не растет.
ben, als ihm die Nase gewachsen
ist.

37. Stecke deine Nase nicht in fremde Не в своё дело нбса не суй.
Angelegenheiten. Не тычь нбса в чужое просо (Hirse).
37 a. Naseweis . . . Коли не спрашивают, не суйся
(Öel. 85).
Не суйся вперёд, когда есть место
у дверей (Се1. 96).
38. Natur geht vor Lehre (K 4492). Натура не дура (Sn 251).
39. Die Natur läßt sich nicht ändern [ ] Лебедь летйт к снегу, а
(Dü II. 158). Lat., eur. Г У С Ь К ДОЖД10.

По м а т к е и детки.
Каков о т е ц , таков и сын.
40. Wider die Natur kann keiner. [ ] Не родйтся от свиньй
бобрёнок, всегда поросёнок.
Не петь курице петухом.
Natur.
41. Es hilft kein Bad am Raben Чёрного к о т а не вймоешь добела.
(K 4868).
42. Der Esel hat von Jugend auf У кошки котйта те же ребйта
graue Haare (Dü I. 423). Holl., (Sn 414).
nord.
43. Die Elster läßt das Hüpfen nicht. [ ]
N 44 — 184 — N 54

44. Die Katze läßt das Mausen nicht. [ ]


45. [Aus einer Krähe wird kein Вороне сбколом не бывать.
Falke.] = Es kann keiner aus seiner
Haut heraus.

45 a. [Der W olf ist ein Räuber von Волк хйщник по природе, а че­
Natur, der Mensch aus Neid.] ловек по зависти (Се1. 109).

45 b. [Rost frißt das Eisen, den Men­ Железо ржа съедает, а завйстли-
schen zerfrißt der Neid.] вый от зависти погибает. Ceh.

46. Der blasse Neid tut sich selber Сосед спать не даёт: хорош о жи­
Leid (К 45C6). Ähnlich eur. вёт.

47. Wer neidet, der leidet (K 4506). Завйстливый по чужому счастью


сохнет.

48. Lieber Neid denn Mitleid (K Лучше жить в зависти, чем в


4515) . жалости.

49. Besser Neider als Mitleider (K


4516) .

50. Besser beneidet als bemitleidet


(Bi 353).

51. Neidhard ärgert sich, daß die [ ] Не столько смущает свой


Sonne ins Wasser scheint (K 4522). убыток, сколько чужой прибй-
ток.
(Eigner Verlust schmerzt nicht so
sehr wie des Nachbarn Gewinn.)

52. Ein halber Mann, der nicht Nein [ ] Нет — словцо, как по­
oder Ja sagen kann (L 661). лынь (W erm ut) горько.

52 a. *Wen die Nessel nicht brennt, Хрен р е д ь к и не слаще (Meer­


den sticht die Distel. rettich so bitter wie Rettich).

Nessel s. auch B r e n n e n .

53. Eigenes Nest hält wie eine Mauer В своём гнезде и ворона корш уну
fest (Bi 2667). глаза вйклюет.

53 a Mein Nest ist das best'. Engl. My Свой хатка — родная матка.
home is my castle.

54. Am Neste kann man sehen, was (Знать паву по перьям.) Какова
für ein Vogel darin wohnt (K4528). обйтель, таков и стройтель.
N 55 — 185 — N 68a

55. [Wer Neues nicht gesehen, nimmt Кто нбвого не видал, тот и понб
vorlieb mit Abgetragenem.] шейному рад.
56. Es geschieht nichts Neues unter [ ]
der Sonne (Dü II. 174). Mlai. Nil
novi sub sole. Dän.y norw., it.
57. Neue Besen kehren gut. Нбвая метла чйсто метёт.
58. Etwas ist besser denn nichts Малый барьп и л^чше большого
(Dü II. 215). Eur. \ накладу.
59. Aus nichts wird nichts (K 4545). Из нёта ничего не вьшроишь.
Lat. De nihilo nihil (Lukrez, De- Нётом не возьмёшь и лётом.
natura I. 149). Dän., frz., it.
Масло само не родится.
Не от нету люди толстеют.
60. W o nichts ist, hat selbst der Kai­ На нет и суда нет.
ser sein Recht verloren (K 4551).
E ur.; eng., frz. (König).
61. Wer nichts hat, der verliert Голый беды не бойтся.
nichts (K 6746).
62. Nichts ist so schlecht, es ist zu Нет худа , без добра.
etwas gut (K 4548). Eur. (Jedes Übel hat auch sein Gutes.)
63. [Г avon hat er nichts gehabt По губам текло, да в рот не по­
Red.] пало. (Häufiger Schluß der B yli-
neu und Märchen.)
63 a. [Aus einem Nichtstuer wird Кто ничегб не дёлает, с тем ничего
nichts.] не станется (Gorki).
64. [Nicht jedes ist eine Nixe, was Не всё то русалка, что в воду
ins Wasser taucht.] нырйет.
65. Not lehrt Künste (Dü II. 194). Голь на выдумки хитра.
Eur. Нужда научит кузнеца сапогй та­
66. Not lehrt den Bären tanzen чать.
(K 4586).
67. Not macht erfinderisch. Dt.
68. Not lehrt beten (K 4581). Nord. Нужда богомолка ( = Нужда на­
учит Б огу молйться).
Гром не грйнет, мужйк не пере-
крёстится.
68 a. Not ist der Dummheit Nachbar. Беда глупости сосёд. Ceh.
N 68b — 186 — N80

68 b. [Die Not dreht uns zu Schnüren Беда из нас верёвки вьёт.


zusammen.]
69. [Die Not verschönt den Menschen, Беда красит человека, как кипя­
wie siedendes Wasser den Krebs ток рака.
(rötet).]
70. Not sucht Brot (K 4587). Vgl. Нужда научит калачй есть (B re­
Hunger lehrt Eierkoken eeten zeln essen = arbeiten).
(L 416).
71. Not kennt kein Gebot (K 4588). Нужда закон ломает.
Afrz., eur. Нужда закона не знает. Про
нужду закон не пйсан.
72. Not bricht Eisen (K 4582). Holl., Нужда железо ломает. Беда деньгу
nord. родйт.
Нужда камень долбйт.
73. Man muß aus der Not eine Tu­ Когда нет раба, и сам по дрова.
gend machen (K 4580). Lat. (Hie­ (H ast du keinen Knecht, ist dir
ronymus, 4. Jhh. n. Z.). Holzhauen recht.)
74. *In der Not frißt der Teufel Flie­ По нужде поп ест и боб.
gen (Zeu 168). Frz. (Amseln). На безрйбьи и рак рйба.
75. Ist die Not am größten, ist Gott В бедё не унывай, на Бога уповай.
am nächsten (K 4598). Чем блйже беда, тем больше ума.
76. Sucht man Hilfe in der Not, tut Тонул, топор сулйл, а как вй-
man oft ein groß Gebot; ist man тащили, и топорйща жаль стало.
dann in Sicherheit, so tut ein Gro­ * (Axt versprochen, Axtstiel leid.)
schen einem leid (K 4595).
77. [Wer die Not nicht kennt, weiß Кто нуж дй не видал, и счастья
nichts vom Glück.] не знает.

78. Spare in der Zeit, so hast du in Берегй денежку про чёрный день.
der Not (K 5606).

79. [Hier Brot, dort Not.] Где густо, а где и п у с т о .

Not vgl. Unglück.


79 a. [Eine Notlüge ist besser als Лучше ложь ко спасенью, нежели
eine Wahrheit, die Verderben правда к гйбели.
bringt.]
80. [Nüchternem Magen kann weder Тбщий живот ни в плйску, ни
Tanz noch Arbeit behagen.] в работу (ergänze не годйтся).
N 80a — 187 — 02

80 a. Nutze den Augenblick. Lat. К то зевает, тот воду хлебает.


Carpe diem (Horaz, Od.). Man soll Клюёт, так не зевай!
das G l ü c k beim Schopfe fassen.
Когда дрова горйт, тогда и кашу
Wenn das G l ü c k anpocht, soll
варят.
man ihm auf tun (Pw).

80 b. Nutzen. Ж ернова сами не едйт, а людей


[Die Mühlsteine essen selber nichts, кормят, — а людям мук^ строят
machen aber die Menschen satt.] (Sn 122).

81. [Nutzen hat man von jedem С паршйьой овцы хоть шерсти
Schaf, und wäre er noch so gering.] клок (Вирта, Веч. звон I. 490).
(Von einem räudigen Schaf im ­
merhin eine Hand voll [Flocke]
W olle.)

Gegensatz: [Der Ziegenbock gibt G него, что с ^козла: ни шерсти,


weder Milch noch Wolle] = Er ist ни молока. Ceh.
zu nichts brauchbar; von ihm hat
man nicht viel.

81a. [Zu eigenem Nutzen zieht man Кормят вола, чтобы кожа была
Haustiere.] гладка.

Nutzlose Arbeit.

81b. *Wasser schöpft man nicht Дурака учйть — решетбм воду


in ein Sieb. носйть.

82. *Man braucht nicht Eulen nach В Тулу со свойм самоваром не


Athen zu tragen. ездят.

83. Willst du Fische schwimmen Не учй рй бу плавать.


lehren? (K 1402).

84. [Einen Lahmen hinken lehren.] Не учй хромбго ковылйть.


Nutzlose Mühe s. V e r g e b l i c h e
Mühe.

о
1. [Wer oben sitzt, hat es leicht, Сверху легко плевать, а попробуй
hinunterzuspucken.] снйзу [вверх D. II. 50].

2. Nach oben s p u c k e n ist nicht


leicht. Jap. (Em 76).
0 3 188 — P ia

3. Gott beschert wohl den Ochsen, На Бога надейся, а сам не п л о ­


aber nicht bei den hörnern. Vgl. шай.
Kuh (K 4571). Mlath. (S 3, 80).

4. W o der Ochse König ist, sind die [ ]


Kälber Prinzen (K 4642).

5. [Einem Ochsen kann man nur С вола двух шкур не дерут.


e i n m a l das Fell über die Ohren
ziehen.]

6. Wer’s Glück hat, dem kalbt ein 5. Glück.


Ochs

7. Hinter dem Ofen ist gut Krieger Много храбрых, на полаях тлёжа
sein (kriegen) (K 4652).
8. Er ist ein guter Soldat — hinter Из за куста и свиньй востра (Sau
dem Ofen oder hinter Mauern. — schneidig).
9. Mit halbem Ohr zuhören. Red. Слушал, не слыхал, вйдел, не
видал.
Oktober s. Wetterkalender, Land­
mannsregeln.

10. Ordnung regiert die Welt (L 671). Порядок (ряда) города держит
(11 39).
11. Ordnung ist das halbe Leben *
(L 671).
12. Opportunismus. [Wo ich satt Там отечество (oder добро), где
werde, dort ist mein Vaterland.] хлеба довольно. Slav.

13. Ost und West, daheim am best На Дон^ хорош о, а дома лучше.
oder das Best (K 4667, Dü I. 290).
Germ.; eng. East or west, home is
best.
Ostertag s. Wetterkalender.

р
1. Auch der Papst ist Schüler ge- Не учась грамоте, в попы не ставят,
wesen (К 4677).

1 а. Das Paradies ist überall (Luther).


Vgl. Vaterland und 0 12.
P2 — 189 — P 13

2. [Nicht jeder paßt zu jedem.] Пеший ковкому не товарищ.


Der Ochse paßt nicht zur Kutsche ( l e r bufgänger hält mit dem
(L 675). Poln. Berittenen nicht Schritt.)
3. [Ohne P l i n s e keine Fastnachts­ Без б л и н а не масляна, без п и ­
woche (Butterwoche), ohne Pa­ рога не именйнник.
stete kein Geburtstag (Namens­
tag).]
(Plinse = бтин, ein Pfannkuchen
aus Buchweizen- und Weizenmehl.
Pastete = Pirog, gebackene Teig­
hülle mit Fleisch-, Fisch-, Kohl-,
Reisfüllung.)
4. [Nicht die Ecken (allrussische Bau­ Не красна^ изба углами, красна
weisel) verschönern das Haus, son­ пирогами. С eh. (koläce).
dern die Pasteten (Firogs).]

5. [W o Kuchen, da Freunde.] Бьши бы пирожкй, будут и дружкй.

6. *Pastors Kinder und Müllers Vieh Поповы (дети) дочери (D . V III.


geraten selten oder nie (Schaefl. 208), что голубые лошади: ред­
68). кая удаётся (geraten selten wohl).

7. Wer Pech anfaßt, besudelt sich Грязью играть — руки марать.


(K 4689). (Sirach 13, 1). Eur.;
Freid. 118.

8. Wer Pech hat, bricht sich den *Кому не везёт, тот и в творог^
Finger in der Nase (Gassenhumor) (квасу) на шйло наткнётся.
oder im Hirsebrei (Schaeffler 51).

9. [Ein P ech vogel. . . Red.] От вблка ушёл, да на медведя


напал.
10. Pfaffen und Hunde verdienen ihr Поп да п е т у х и не евши поют.
Brot mit dem Munde (Se 341,
Mittelalter).

11. Pfaffen und Hühner werden Попу что сноп, что стог — всё
nimmer satt (Se 342, Dü II. 212). одно.
Alt.

12. Pfaffenmagen kann alles ver­ Попово брю хо из семй овчйн


tragen. сшйто.

13. Pfaffensack hat keinen Boden Мера — не попбв карман: дно


(Se 342, Dü II. 212). Dän., it. Alt. имеет.
P 14 — 190 — P 23

14. Man muß Pfeifen schneiden, so­ Когда дрова г о р й т , тогда и кашу
lange man im Rohr sitzt (K 4730) варят.
= Nutze den Augenblick. Vgl. Wo Пролетела пуля, не вернётся;
Wolle ist, da soll man scheren прошла пора, другой не до­
(L 1030). ждёшься.

15. Wer den Pfennig (Heller) nicht •Кто не бережёт копейки, сам
ehrt, ist des Talers nicht wert рублй не стоит. Ceh., pol. (G ro­
(K 4739). Eur. schen — Taler).
Рубль крепок копейкой.
Без копейки рублй нет.
Денежка (eine halbe Kopeke) рублй
бережёт.
[Aus Kopeken = aus kupfernen Грош к грош^ — оно и капитал,
Groschen wird ein Kapital, — wird oder — ан (vs.) и алтын. (Грош
ein Dreikopekenstück.] verölt. — eine halbe Kopeke).

15 a. Ein ungerechter Pfennig frißt Нажитое грехом не устроит дом.


zehn andere (K 4744). Чужой кусок в рот нейдёт.
16. Ungezähmt Pferd ging nie wohl Ретйвому коню стальные удйла.
(K 4767). На вож ж ах и лошадь умна.

17. Strauchelt doch auch ein Pferd К онь о четырёх ногах, да и тот
und hat doch vier Beine (K 4775, спотыкается.
Dü II. 220). Eur.
18. Das Pferd will wohl den Hafer, Хочется пирог съесть, да не х о ­
aber nicht den Sattel (K 4760). чется в подполье (Keller) лезть.
19. Das Pferd, das den Hafer ver­ Не гонй коня кнутом, гонй его
dient hat, kriegt ihn nicht (K4761). овсом.
20. [Treibe das Pferd nicht mit der
Peitsche an, mit Hafer treibe es.]
21. Wer mehr hinter die Pferde legt Не лбшадь везёт, а овёс.
als vor sie, der fährt nicht lange Сыпь коню мешком, так не будешь
(K 4764). ходйть пешком.
22. Goldener Zaum macht das Pferd Свинья в золотом ошейнике всё
nicht besser (K 7060). же свиньй.
23. Vom Pferde auf den Esel kom­ Не променйй сапогй на лапти.
men (Red.) = herunterkommen. Из попов да в дьяконы.
Pferd vgl. auch U 28.
P 24 — 191 — P 31a

24. Gebrauchter Pflug blinkt, stehend ♦Плуг от работы блестйт.


Wasser stinkt (K 4796). Eur. Стойчая вода плеснёет (Sn 386).
25. [Einer mit dem Pfluge und sieben s. M ü ß i g g a n g .
mit dem Löffel.]

26. [Pflügen heißt nicht, mit den Пахать — не руками махать.


Armen fuchteln.]

Pfuscher.
27. Dem schlechten Werkmann gibt [ ] Х орош а ручка (G erät), да
man das beste Beil (K 6796). не хорош й р у ч к и .
В карты играет, а к о з ы р е й не
знает.
Pirog s. P a s t e t e .
27a. Ohne sich vorher zu plagen, Не вкусйв горького, не видать и
kommt man nicht zu Glückes Ta­ сладкого (Erst vom Bitteren
gen (Pw). kosten . . .).

28. [Ohne Plan nicht einen Schritt.] ♦Без плана ни шага.


(Im Zeitalter der rationellen Planun­
gen.)

28a. [Schlechte Pläne, wenn nichts П лохо затеять, коли нечего же­
da für die Zähne.] вать.
Pole s. Russe, R 103.
Polizist (vor der Revolution):
29. [Dem Pferde Hafer in den Stand, Лошадь лйбит овёс, а городовбй
dem S c h u t z m a n n Beß’res in die принос (И 30).
Hand.]

30. [Der Pope hat Säcke statt Ta­ У попа не карманы, а мешкй.
schen.] Vgl. P f a f f e n haben zwei Родйсь, крестйсь, женйсь, уми­
Hände: eine zum Nehmen, und рай — за всё попу деньги от­
eine zum Festhalten. (Aus dem давай.
Mittelalter.)

31. [Das Beste dem Popen.] Лучшую мерлушку попу на опу­


шку. ( Dem Popen das beste
Lammfell zur Verbrämung . . .)

31a. [Vom Popen bekommt man У попа сдачи, а у портного от­


niemals Rest, vom S c h n e i d e r дачи никогда не бывает (Sok.
nichts zurück.] 210 ).
P 31b — 192 — P 45

31b. [Pope und K u l a k sind von der Поп и к у л а к одной масти oder
gleichen Farbe, — aus demselben из одного теста (W irta).
Teig gemacht.]
32. [Per Haferbrei prahlte, er wäre Овсйная каша хвалилась, будто
gleich mit Butter geboren.] с коровьим маслом родйлась.
33. Großer Prahler, schlechter Zah­ t ]
ler (K 4833).
34. Großer Prahler, kleiner Tuer Х вастать — не косить, спина не
(L 693). It. болйт.
35. [Der Prahler fällt vom Berge.] Кто хвалится, тот с горй свалится.
Prahlen.
36. Von fernen Ländern ist gut er­ Хвалит чуж ую страну, а сам в
zählen. Vgl. Von fern lügt man неё ни ногой.
gern (K 1352).
37. [ R ü h m e dich nach der Schlacht.] Не хвалйсь, ёдучи на рать, а хва-
лйсь, ёдучи с рати.
38. [ P r a h l w o r t , faul Wort.] Хвастлйво слово гнило.
39. [Andreas hört das Gr as wach­ Андрёй всех мудрёй.
sen.]
40. [Er redet klug von der Beere, Про ягоду говорит, а и цвёту не
hat aber die Blüte nie gesehen.] видал.
Vgl. *K arpfen ist ein schönes Essen,
ich selber hab’s zwar nicht ge­
gessen usw.
41. Ein guter Soldat — hinter dem Велик вбин за стаканом вина.
Ofen (K 4652).
41a. [Du magst noch so sehr prah­ Х оть дуйся, хоть не дуйся: уж
len . . .] Vgl. Rad am Wagen, R 4. не быть быком лягушке.
42. *Der Prediger predigt nur einmal Глухому двух обеден не пойт.
( Dem Schwerhörigen liest man
die Messe nicht zweimal.)
43. Viel Predigen macht Kopfweh Много говорйть, голова заболйт.
(Se 3*i9).
44. Ohne Fleiß kein Preis (Allbekannt; Без труда нет плода (11291).
L 186).
45. Priester lehren Gutes, nicht jeder [ ]
aber tut es (K 4844).
P 46 — 193 — R 3

46. Probieren geht über Studieren Попытка не пытка.


(K 4848).
46a. [Proletarier vor 1917.] Золото моем, а сами голосом воем
(II.).

47. Der Prophet gilt nirgends weni­ В своей земле никто прорбком не
ger als in seinem Vaterland (K бывает.
4855). Lat. Nullus propheta in
patria (nach Matth. 13,57). Ur­
text grie. Verbreitung: Eur.
48. Dagegen dt.: Daheim ist mancher
am klügsten.
49. [Hüte dich vor Prozessen.] Vgl. С богатым не тягайся, с ейльным
H 105. не борись.
50. Prügel erhalten die Liebe (Se Ж ену не бить — и мйлу не быть
360). (Veraltet). (veraltet).
Бей жену больней, будут щи
вкусней (s. о.).
Dagegen: Ж ена мужем красна
Ж ена мужу подруга, а не при­
слуга (И 125).
Putzsucht.
51. Kein stolzer Tier auf Erden, К урицу не накормйть, девйцу не
denn ein Pferd und ein W eib нарядйть (. . . nie genug putzen
(Se 353). können) (11 151).
52. Je größer eines Mägdleins Putz,
je minder ist sie selber nutz (L700).

в
1. Raben brüten keine Tauben. Norw. От свиньй родится не б о б р ё н о к ,
такой же поросёнок.
2. Ein Rabe zeugt kein Zeislein
(Eine Sau wirft Ferkel, keine
(K 4866). Vgl. Adler.
Biber.)
3. Es hilft kein Bad am Raben Чёрного кота не вймоешь добела.
(K 4868). Jap. Der K opf des
R a b e n wird nie weiß (Em 1201).
Eng., dän. (Krähe); roman. (Mohr).
Auch dt.; Freid. 142 (Krähe).
13
К 4 — 194 — R 16

4. Das schlimmste Rad am Wagen Х удое колесб пуще скрипйт.


knarrt am lautesten (K 4877). А'шч
5. Rast’ ich, so rost’ ich (K 4881). Dt. Кто много лежйт, у того и бок
болйт.
На одном месте лёжа, и к а м е н ь
мохом обрастает.
6. Guter Rat ist Goldes wert (Dü II. Всйкий совет к разуму хорош.
231). Eur.
6a. [Schlage den Rat guter Men­ Х леб-соль кушай, а добрых лю ­
schen nicht aus.] дей слушай.

7. Guter Rat kommt über Nacht У 'т р о вечера мудренее (D I. 90:


(K 4889). Eur. d. h. warte bis zum Morgen);
Beßrer R a t kommt über Nacht (Öel. 216). Ceh.
(Lessing, Em. Gal.).

8. Kom m t Zeit, kommt Rat (K7095). Придёт беда, купишь ума. Пора
Eur. на ум наводит. Время покажет.

9. Rat nach der Tat kommt zu spat Дали орехов б е л к е , когда зубов
(K 4882). Afrz., dt. 16. Jh. не стало.

10. Bei Zeit halt Rat: nach der Tat Была пора, так не было ум а;
kommt er zu spat (K 4883). а пора ушла, так ум пришёл.
[Der gute Rat kommt hinterher.]

11. Wenn die Herren vom Rathaus


kommen, sind sie klug, (Bi 2955).

12. Alle wissen guten Rat, nur der Много сосёдов, да мало обедов.
nicht, der ihn nötig hat (Bi 2951).

13. Viele zum Rat, wenige zur Tat Многие жалеют, да некому по­
(Pw). мочь.

13a. Geschehene Dinge leiden keinen Передумкою прбшлого не воро­


Rat. тишь.

14. Raten ist leichter als helfen (Dü Vgl 13


II. 237). Dän., it.
15. Rate niemandem ungebeten (K На чужой совет без зову не ходй.
4896). Lat. (Dränge dich nicht ungeladen in
eine fremde Rats Versammlung.)

16. W o Rauch ist, muß auch Feuer Нет дыма без огнй.
sein (Gf 453, К 4926). Nord.,roman.
R 17 195 R 28

17. Kein Feuer ohne Rauch. Как бы мал огонь нй был, всегда
от него дым.
18. Kein Rauch ohne Feuer. Lat.
(Plautus).
19. Rauhe Schale, guter Kern. Неладно скроен, а крепко сшит.
[Häßlich von Gestalt, schön an ( Vom Schneiderhandwerk: Schlecht
innerem Gehalt.] Vgl. In kleinen zugeschnitten, aber gut genäht.)
Häuten stecken oft große Leute
(Dü I. 917).

20. Wer niemals einen Rausch ge­ К то и пйва не пьёт, тот пьян не
habt, der ist kein braver Mann. живёт (. . . der weiß nicht, was
Dt. Studentenlied, 18. Jh. (Bü 184). ein Rausch ist).

21. Richtige Rechnung macht gute Чаще счёт, крепче дружба.


Freundschaft (K 4943).

22. Man soll die Rechnung nicht ohne s. B ä r , В 7.


den Wirt machen (K 4945).

23. [Es geht alles auf eine Rech­ Семь бед, одйн ответ.
nung.]

24. Tue recht und scheue niemand Живй тйхо, не увйдишь лйха.
(K 4950). (Lebe still, erfährst keine Unbill.)
Д оброго не бойся, а худого не
творй. Geh.
25. Wer es allen recht will machen, На весь свет не угодйшь.
bleibt ein Narr in allen Sachen
(Seb. Brant 1494).

26. Allen Leuten recht getan, ist Всем угбдлив, так никому не при-
eine Kunst, die niemand kann. годлив.
Grie. (Solon, Frg. 7), mlat. Errat И красное солнышко на всех не
homo vere, qui credat cuique pla- угождает.
cere (Se 80).
На всех угож дать, — самому в
дураках сидеть.

27. Was dem einen recht ist, ist dem [Что тебе мйло, то и мне дорого].
andern billig (K 1054).

28. Der S tä r k e r e hat immer recht Кто сильнее, тот правёе.


(K 5702). У сйльного всегда бессйльный
в и н о в а т (Крылов, ,,Волк и
ягн.“ ; Sn 422). у
13 *
R 28a — 196 — R 43

28 a. [Wer die Macht hat, schreibt Сйльные пйшут правду (Cel. 339).
das Recht vor.] Ceh.
28 b. Recht bleibt allzeit Recht (Gf 5). [ ] П р а вда на огне не горйт,
на воде не тонет.
28 c. Zuviel Recht ist Unrecht (Gf 4). [ ]
29. [Der Rechtschaffene trotzt den Прямое дерево ветра не бойтся.
Gefahren.]
30. Den Esel kennt man an den Осла узнаешь по ушам, а дурака
Ohren, an der Rede den Toren по речам.
(Se 99). Mhd. Ворону знать по полёту, а чело­
31. Wie die Rede, so der Mann. века по речи.

32. An der Rede erkennt man den


Mann (K 4981, Sirach 27, 8).
33. Den Toren erkennt man an der
Rede.
34. Wie einer redet, so ist er (K4995).
35. a) Reden ist Silber, b) Schweigen Речь — серебро, молчание золото
ist Gold, a) Spruche Sal. 10, 20; {Entlehnt).
a + b ) Arab. (Bü 25, L 785, S 2, Сказано — серебро, не сказано —
140). Eur., slav. золото.

36. Kurze Rede, gute Rede (K4977). Ешь больше, говорй меньше.

37. Eure Rede sei: ja, ja . . . (Matth. Держй язык за зубами.


5,37).
38. Rede wenig, höre viel (K 4986). Меньше говорй, да больше слушай.

39. Rede ist des Gemütes Bote Что у кого болйт, тот о том и
(K 4979). говорйт.

40. Süße Reden, kaltes Herz. На словах медок, а на сердце


ледок.

41. [Rede zur rechten Zeit, schweig Умей во время сказать, во время
auch zur rechten Zeit.] смолчать.

42. Besser viel wissen denn viel Знай больше, говорй меньше (1161).
reden (K 5i0).
43. Laß die Leute reden und die Собака лает, ветер носит.
Hunde bellen (K 3785). Nord., it.
R 44 — 197 — R 55

44. [Wer nicht viel redet, hat nicht Кто меньше толкует, тот меньше
viel zu verantworten.] тоскует (. . . der hat weniger
Kummer).
45. [Es ist viel geredet, aber wenig Много было говоренб, да мало
gesagt worden.] сказано.
46. Niemand redet so gewandt mit •И слова не скажй, только деньги
dem Mund wie mit der Hand. покажи.
Vgl. Bestechung.
47. Nach Regen kommt Sonnen­ Где гроза, тут и вёдро (schönes
schein (K 5000). Lat. Post nubila Wetter).
Phoebus. После ненастья вёдро.
Не всё ненастье, проглйнет и
ясно солнышко.
48. Ein kleiner Regen mag einen [ ] Vergleichen ließe sich zur
großen Wind legen (K 5006). Not: Л а с к о в о е слово пуще ду-
бйны.
49. [Der Regierung (der Krone) Ge­ Что казне выгодно, то мужику
winn ist des Bauern Ruin.] разор ( vs. = разорение).
50. Reich und arm gehen selten Arm Богатый бедному не брат.
in Arm (Se 371).
50 a. Die Armen und die Reichen
suchen ihresgleichen. Freid. (S 2,
183).
51. [Der Reiche darf sich viel erlau­ Б о л ы н о м у кораблю большое пла­
ben.] ванье. Ceh.

51a. Reiche läßt man gehen, Arme Что сходит с рук ворам, за то
müssen an den Galgen (K 5019). ворйшек бьют (Крылов, „В о р о ­
Vgl. Diebe D 29. нёнок“ ).

52. Reichen gibt man, Armen nimmt Деньги идут к богатому.


man (K 5021).
53. [Der Reiche ist wie ein Hecht im П ростор богатому, как щуке в
Wasser] = Der Reiche hat un­ вод е..
beschränkte Freiheit.
54. Vgl. Selig sind die Reichen, alles
muß ihnen weichen (L 720).
55. Den großen Herren und den Большой да богаты й не живёт
Reichen muß Recht und Wahr­ виноватый (11 272).
heit weichen (L 719).
R 56 — 198 - R 69

56. [Lieber ins Wasser gehen, als С богатым судйться — л^чше в


mit einem Reichen rechten.] море утопйться.
57. [Der Reiche ist auf dieser Welt Богачу на йтом свете хорош о.
wohlauf.]
58. [Der Krebs mit der Zange, der Рак клешнёй, а богатый мошной.
Reiche mit dem Geldbeutel.
59. [Beim Reichen wiegt der Teufel У богатого чорт детей качает.
die Kinder.]
60. [Der Reiche erfährt weder Wahr­ Богатому ни правду, ни друж бу
heit, noch kennt er Freundschaft.] не знать.
61. [Ja, reich ist Timoschka, er hat Во богач Тимошка, собака да
einen Hund und eine. Katze] (H u ­ кошка.
moristisch ).
61a. [Гег Reiche deckt bei einer В драке богатый лицо бережёт,
Schlägerei das Gesicht, der Arme убогий кафтан.
schützt den Rock.]
62. Die Reichen haben die Rinder, Ждал убогий телёнка, а дал Бог
die Armen die Kinder (Se368). ему ребёнка.
У богача телйта, у бедняка ребйта.
63. Den Reichen flieht der Schlaf. Богатому не спйтся: богатый вора
бойтся.
Богачй едйт калачй, да не спят.
64. [Bei einem Reichen geht's mit
Unrechten Dingen zu:
65. Dem Reichen prägt der Teufel Богатому черти деньги куют.
das Geld.]
66. [Ein reicher Bauer — ein ge­ Мужйк богатый — что бык ро­
hörnter Ochse.] гатый.
67. Ein reicher Bauer kennt seine Залез в богатство, забыл и брат­
Verwandten nicht (Se, Pw). ство. Посади деревенскую овцу
в почёт, хуж е г о р о д с к о й козы
будет.
68. [Willst du’ s machen wie ein Будешь тянуть за барами, рас­
Reicher, mußt du leeren deine прощаешься с амбарами (Wer es
Speicher.] den Herren nachmachen w ill. . . ) .
R eicher s. auch A r m , А 110.
69. [Reichtum vergeht, Armut be­ Б огатство гйнет, нищета живёт
steht.] (Sn 14).
R 70 — 199 — R 80a

70. [Reichtum erzeugt Verstand.] Б огатство ум рождает (даёт).


Рубль — ум, а два рублй —■ два
ума.
71. [Nicht der Reichtum , der Mensch Не с богатством живёт, а с че­
ist dein Nächster.] ловеком.
Reichtum.
72. [Nicht das macht dich reich, was Не тем богат, что есть, а тем богат,
du besitzest, sondern was du mit чем рад. (M it dem Spruch ,чем
dem Nächsten teilst.] богат, тем и рад‘ bittet der Gast­
geber den Gast zu Tisch.)

73. Wenn die Birne reif ist, fällt sie Не трясй йблоко, пока зелено:
von selbst ab (Eü 11.257). Eur. созреет, само упадёт.
74. Man soll den Baum nicht eher
schütteln, als bis seine Früchte
reif sind (Se 438).
75. Dem Reinen ist alles rein (K Чйстому всё чисто.
5046, Paulus, Ep. Tit. I, 15). Хорош ему всё хорош о.
76. Reinlichkeit ist halbes Futter Ч истота — половина спасенья.
(L 723).
77. Reinlichkeit ist halbes Leben
(L 723).
Reinlichkeit.
78. [Die Badestube = das D a m p f­ Баня вторая мать.
b a d ist unsere zweite Mutter.]
79. Wer weit reist, verändert wohl Полетели за море гуси, прилетели
das Gestirn, aber nicht das Gehirn тож не лебеди.
(K 5050). Ворбна за море летала, да вороной
80. Reisen wechselt das Gestirn, aber и вернулась.
weder K opf noch Hirn. Diese Поехал за море телёнком, воро-
Erkenntnis ist altgriech.; Horaz тйлся бычком.
Ep. I. 11: Caelum, non animum Осла хоть в Парйж, всё будет
mutant, qui trans mare currunt. рыж.
Vgl. Esel, Gänschen. Holl. (Esel
nach Paris), sw. (Sau nach Pom ),
frz. (Hund nach Paris), it. (Kalb —
Ochse).

80 a. Wer reist, der fülle den Brot­ Едешь на день, берй хлеба на
korb (K). неделю.
R 80b 200 R 90

З а п а с л и в ы й нужды не терпит.

80 b. * Weite Reise macht weise. Чужая страна (сторона) прибавит


и ума.

81. [Häusliche Sorgen sind schlechte Домашняя д ум а в дорогу не го­


Reisegefährten.] дится.

82. [Wer zu Fuß geht, ist dem Reiter Пеший конному не товарищ.
nicht Weggenosse.]
Rheuma.
83. [Ein Dampfbad ist gut gegen Пар костей не ломит.
Gliederreißen.]
84. [Jeder will Richter sein.] Сколько людей, столько судей.

85. Das Recht ist wohl ein guter Суд прямой, да судья кривой.
Mann, aber nicht immer der Rich­
ter (Pw).

86. Richter sollen zwei gleiche Ohren Не всйкий судит по праву, иной
haben (K 5070, Gf 408). и по нраву (1124).
86 a. Ein Richter darf niemand ken­ [ ] Судья любит поднос ( = по­
nen (Gf 408). дарки),землялюбит навоз (1125).
86 b. Kein Richter (Mann) darf Recht
verkaufen (Gf 410).

87. Blick erst auf dich, dann richte Всйкий Еремёй про себя разумей.
mich (L 735). Д ругих не суди, на себй по­
гляди.
88. Ein schöner Rock ziert den Stock Наряди пня, и пень хорош будет.
(Dü I. 913). Holl. (Besenstiel), it.
(Säule = Frau), frz. (Stock =
Baron), span. (Kröte).

89 a. Wer im Rohr sitzt, hat gut Х орош о тому жить, кому бабушка
P fe ife n schneiden (K 5087). Holl. ворожит.
Sinnverwandt sw., frz., it. Schon (W ohl dem, der einen Mächtigen
mhd. zum Gönner hat.)
89. [Der Roggen ist All-Ernährer...] Матушка-рожь кормит всех
сплошь, а пшенйчка — по вы­
бору.
90. Rom ist nicht an einem Tage Не в одйн день Москва строилась.
erbaut (K 5089). Afrz. (S I, 30). Рим не в одйн день построен.
R 91 — 201 — R 101

91. In Rom tu, wie Rom tut (He 80). В чужом доме не указывают.
Enr.
Wege nach Rom s. W eg e.
92. Keine Rose ohne Dornen (K Нет рбзы без шипов.
5099) = E ur.; eng. No rose without Нет пчёлки без жальца.
a thorn. Anlik. Freid. 120.
Х орош ц в е т о к , да остёр шипок.
(Nach der Formel »kein — ohne*
unzählige Varianten in allen Spra­ И солнце не без пйтен ( Übersetzung
chen.) D IV . 217).

93. Wer Rosen pflücken will, darf Люби пар, любй и у г а р . Мёд
der Lornen nicht achten (Dü II. есть, в улей лезть.
260) = germ.\ frz., it., türk.

94. Roter Bart, untreue Art (K5107). Рыжий да красный — человек


опасный.
95. Rotbart nie gut ward (Bi 3095).
С ч ё р н ы м в лес не ходй, рыжему
96. Schwarzes Haar und roter Bart, пальца в рот не кладй, — с рй-
Zeichen einer bösen Art (K 2496). жим бани не топй (K li 97).

97. [Wo der Rubel ist, da ist auch Рубль есть, и ум есть.
Verstand.]

97a. *Der Rubel muß rollen (Eine Vgl. Деньги подплывают (Sn 89).
volkswirtschaftliche Va<vime) (Geld rollt heran).
98. Guter Ruf ist Goldes wert. Vgl. Д обрая слава лучше золота.
Name (Dü I. 210). Добрая слава в углу сидйт, х у ­
дая слава по дорожке бежйт.

98 a. [Wie gut kann eines Habenichts Худая слава, когда без кафтана
Ruf schon sein?] Сава.

98 b. Rührig, flleißig. Ohne Fleiß С о к о л на одном месте не сидйт.


kein Preis (K). В о л к а ноги кормят.
Охоча с о р о к а до находки.
99. Der Russe ist gastfreundlich. Русский человек хлеб-соль водйт.
100. [Der Russe ist langmütig, — bis Русский терпелйв до зачйна.
es losgeht.] Vgl. Гег D e u ts c h e
ist schwer in Harnisch zu bringen,
aber noch schwerer heraus (Se294).

101. [Was der Russe einmal gesehen Русский, что увйдит, то и сделает.
hat, das weiß er nachzumachen.]
R 102 — 202 — R 112

102. [Schlage den Russen, d. h. setze


Бей русского ,чась'1 сделает. Ceh.
ihm tüchtig zu, und er bastelt dir
eine Uhr zurecht.]

103. [Der Russe ist klug, bloß kommt Русский умён, да задним умом.
die Klugheit zu spät.] Vgl. Moudry- Polak ро skodö
(Cel. 193, ceh.).
104. Vgl. Der Franzose ist witzig vor
Мудрый лях по шкоде. Ruth.
der Sach, der Walche (Italiener) in
der Sach, der D e u t s c h e nach der
Sach (Geiler v. Kaisersberg,
15. Jhh.).

105. [Hätte der Russe seine späte Если бы задний ум, как у немца,
Klugheit v o r der Sache wie der стал у р у с а к а напереди, то с
Deutsche, würde keiner mit ihm ним бы тогда и не сладить.
fertig werden.]

106. [Der Russe stützt sich gern auf Русский человек лйбит авось,
das ,Vielleicht*, »Unbesorgt* und небось да как-нибудь.
,Irgendwie*.]

107. [Das Ungefähr bringt nichts А вбсь да небось к добру- не до­


Gescheites zuwege.] водят.

108. [Awosjka (von авось) windet Авоська верёвку вьёт, неббська


einen Strick, nebosjka (von небось) петлю закйдывает.
legt eine Schlinge um.]

109. [Awosj (auf gut Glück) — ein Авбсь великое слово, авось не
großes Wort, awosj ist kein Gott, бог, а полбога есть.
aber doch ein Halbgott.]

110. [Der Bauer sät sein Korn auch Мужйк на авбсь хлеб сеет.
nur ins Ungewisse.]

111. [Des Russen Appetit versagt nie.] Русский апетйт никогда (ничему
II 377) не претйт (veralt. für за-
претйт).

112. [Was für den Russen gesund Что русскому здорово, то немцу
ist, das wirft den Deutschen um, смерть.
— das ist des Deutschen Tod.]
Dieses oft gebrauchte Wort soll zu
dem ältesten Bestände der russischen
Sprichwörter gehören. Es ist vermut­
lich zur Zeit der Kämpfe mit den
R 113 — 203 — S9

deutschen Ordensrittern (Mitte des


13. Jhhs.) entstanden (Kli 47), da
der Frost ein Verbündeter der Russen
war.
113. [In Rußland ist noch keiner На Русй никто с голоду не по
Hungers gestorben.] мирал.
Rute 8. K in d , К 52.

s
1. Wie die Saat, so die Ernte Что посееш ь, то и пожнёшь. К а­
(K 5128). Altindisch; lat. (Cicero, кова землй, таков и х л е б .
De orat. II, 65). Eur. К аково сёмя, таков и плод.
2. Wie die Saat, so die Frucht (Dü От худого семени не жди доброго
II. 649 u. a.). Eur. племени.

3. Den Sack schlägt man, den Esel К ош ку бьют, а невестке навётки


meint man (Dü II. 270). Eur. (Winke) дают.
4. Ein großer Sack ist kein irdener Большой мешбк — не глйняный
K rug; was auch immer darin du горш ок, что ни положь умело —
verwahrest geschickt, wird nicht всё будет цело, знай — носй,
zerdrückt, so du ihn vorsichtig да не больно трясй (K l. Samgin
trägst und nicht zu heftig bewegst. 3, 222).
(*Mitgeteilt von H. v. S.)
Säcke 5. S eid e.

5. Was der Mensch sät, das wird er s. S aat.


ernten (Paulus, Gal. 6, 7 ; schon
Aristoteles)
5 a. Der eine sät, der andere schnei­ Работнику алтьш, а нарйдчику
det. (Aufseher) рубль.
6. Wer nicht sät, wird auch nicht Не посеяв, не жнут.
/
ernten.
7. Der russische Bauer sät ins Un­ s. R u s s e , R 110.
gewisse
Sagen.
8. * G e s a g t , getan. Что сказано, то и сделано.
9. Sagen und tun ist zweierlei (K s. T a t.
5161)
S 10 — 204 — S 22

10. Wer alles sagt, was er will, der Кто всё говорйт, что хочет, скоро
hört bald, was er nicht will (Se). услышит, чего не хочет.
Grie. (Plutarch), lat., eng. Wer
redet, was ihn geli stet, muß hören,
was ihn entrüstet (Pw).
11. [Wie der Same, so die Frucht.] Каково сёмя, таков и плод.

12. Sanftmut macht alles gut (L 748). Мёдом больше мух наловишь, чем
уксусом. Ласково слово пуще
дубины.

13. Per Satte weiß nicht, wie dem Сытый голодного не понимает.
Hungrigen zumute ist. Mlat. (S 2, Голодный сытому не товарищ.
134), eur. Никто не ведает, как б е д н ы й
обедает.

14. Zu satt macht matt (Bi 3153; Сытому ученье на ум не идёт.


К 5182). Умеренность — мать здорбвья.

15. [Pas satte Schwein frißt alles, Сыта свинья всё жрёт, богат му­
der reiche Bauer sammelt alles.] жик, а всё копит.

16. Ist der Magen satt, wird das Herz Птица ест и пьёт, так поёт.
fröhlich.

17. Das Auge sieht sich nimmer satt Сытых глаз на свете нет.
(K 335).

18. Wenn man die Sau sattelt, wird Свиньй в золотом ошейнике —
deshalb kein Reitpferd daraus свиньй.
(K 5186).

19. Durch Schaden wird man klug Беды научают человека и мудро­
(K 5228). Mlat., eur. Quelle: Li- сти (Sn 28).
vius 22, 39 oder Platon, Sympos. Обжёгшись на молоке, будешь
дуть и на воду.
У бы тки ум дают.
20. Des einen Schaden, des andern И то счастье, что иному вёдро,
Nutzen (L 751). иному ненастье.
21. Wer den Schaden hat, braucht Свалйсь только с ног, а за тыч­
für den Spott nicht zu sorgen ками дело не станет (. . . ап
(K 5236). Fauststößen wird es nicht fehlen).

22. Schade Um den Ruhm, wenn man Х орош а честь, коли нечего есть.
Hungers stirbt (Pw).
S 23 — 205 — S 32

23. Ein räudiges Schaf verdirbt die Одна паршйвая овца всё стадо
ganze Herde (5205) = Eur. испортит.
Баловлйвая корова всё стадо ба­
лует.
(Ausgelassene Kuh bringt die
ganze Herde durcheinander.)
23 a. Ein schlechtes Schaf, das mit Та не овца, что с волком пошла.
dem W olf spazieren geht (K).
24. Wer sich zum Schaf macht, den Стань овцой, а волки готовы. Ceh.
fressen die Wölfe (K 5210). Chin. Сделайся только овцой, а волки
(P 241). будут.
(Dem Gutmütigen zieht man das
К то в кони пошёл, тот и воду
Fell über die Ohren.)
возй.
25. Das Schaf blökt immer die gleiche Горбатого лишь могйла исправит.
Weise (Se).
26. *In jeder Herde findet sich mal Нет семьй без урода.
ein schwarzes Schaf. Во всйком хлебе не без мякйны.
27. Der W olf raubt auch die ge­ Волк и из счёту овец крадёт.
zählten Schafe (K 6945). Lat. Non
curat numerum lupus (Vergil).
28. Der Schäfer ist verdächtig, der Та не овца,, которая с волком
beim W olf Gevatter steht (K5243). гулйть пошла.
29. Der Horcher an der Wand hört [ ] Много знать, мало спать.
seine eigne Schand’ (K 2956). M M .
(Freid.), eur.
29 a. [Schande (Scham) ist kein Стыд не дым, глаз не выкурит.
Rauch, räuchert die Augen nicht Ceh.
aus.]
29b.* Fs kann keiner über seinen Л о ш а д ь быстра, да не уйдёт от
Schatten springen. х в о с т а . *Себй не переплю нешь.
29 c. W o viel Licht ist, ist starker [ ]
Schatten (Goethe, Götz v. B. I.Akt). 9

30. Der Schein trügt (K 5272). Lat. Приметы в свете часто л гут: не
(Plinius, Nat. hist. 35, 50). всйкий плут, кто вйдом худ.
Schein.
31. Lie Kutte macht den Mönch Не всё, что с е р о , волк.
nicht usw. Vgl. Mönch, Jäger, Bart.
32. [Nicht alles Zottige ist ein Bär.] И к о с м а т о , да не медведь.
S33 — 206 — S 47

33. [Nicht jeder Schwarze ist ein Не всё то цыган, что черно.
Zigeuner.]

34. [Dem Aussehen nach ein Adler, Вйдом орёл, а умом т е т е р е в .


dem Verstände nach ein Birkhahn.] Рожа к р и в а , да душа пряма.
[Urteile nicht nach dem Äußeren.] (Schiefes Gesicht, gerader Sinn.)

35. Es sind nicht alles K ö c h e , die Не все те повара, у кого ножй


lange Messer tragen. Vgl. Koch. длйнные.

36. [Nicht jeder, der einen Kopf hat, Не всяк умён, кто с головою.
ist klug.]

Dem Scheinheiligen ins Stammbuch:


37. [Baue nicht sieben Kirchen, ver­ Не строй семь церквей, пристрой
sorge sieben Kinder.] семь детей ( Wortspiel mit при­
строить).

38. Schelten und Schlagen hat kein s. S c h im p f.


Recht (K 5289)

39. Schenken und Wiederschenken Подарки л й бят отдарки.


erhält die Freundschaft (K 5297).

40. Schenken heißt angeln (Dü II. Дар дара ждёт.


306).

41. [Ein Scherz verletzt nicht.] Ш утка в пазуху не влезет.

42. [Scherze nicht mehr als für einen Дороже рублй не шутй.
R u bel.]

43. [Wenn einem die Röte ins Ge­ Шутй до тех пор, пока краска в
sicht steigt, laß ab vom Scherzen.] лицо не войдёт (Sn 243).

44. Wenn der Scherz am besten ist,


soll man aufhören (L 757). Dt.
(Agricola 1529).

45. Der Katzen Scherz ist der Mäuse Кош ке и г р у ш к и , а мышке слёз­
Tod (K 3314). Mlat., holl., nord. ки.

46. *Eines schickt sich nicht für alle Где нам дуракам чай пить!
(Goethe).

47. Seinem Schicksal kann niemand От своего рока никто не уйдёт.


entgehen (Se 318). Nord., it. Jap. От судьбь'1 не уйдёшь.
(Em 2889).
S 48 — 207 — S 6 1

48. [Dem Manne, der dir, о Jungfrau, Суженого ни обойтй, ни объехать.


vom Schicksal bestimmt ist, kannst Суженого на коне (конём D III. 78)
du nicht ausweichen.] не объедешь. Slav.

49. [Das Schicksal kommt nicht von Судьба не авоська.


ungefähr.] От беды не уйтй.
50. [Das Schicksal bestimmt das Не в воле счастье, а в дбле (Los,
Glück, nicht der menschliche Wille.] Schicksal).

Schicksal.
51. [Was ist unser Leben wert?] Ж изнь — копейка, судьба — ин­
дейка (Pute).
52. [Was muß sein, das trifft ein.] Чему- быть, того не м и н о в а т ь .
Коли быть беде, то её не м и ­
нуеш ь.
К ому сужденб опйться, тот обуха
(Axthelm) не бойтся.
53. [Dein S c h ic k s a l wirst du über­ Судьба всьбду встретится, его к о­
all antreffen; du kannst es nicht нём не объедешь.
umreiten.]
54. [Wer im Feuer umkommen soll, К ому сгореть, тот не утонет.
der wird nicht ertrinken.] Кому- сужденб опйться, тот обуха
не бойтся.
55. [Das ist offensichtlich mein Los.] Вйдно, судьба такая.
56. [Das war mir schon in der Wiege Вйдно, так на роду напйсано.
bestimmt.]
57. [Dem einen Pirogs und Krapfen, К ому пирогй да пйш ки, а кому*
dem andern nichts als Beulen.] желвакй да шйшки.
Vgl. Türk. О S c h ic k s a l, dem
einen gibst du reife, dem andern
unreife Melonen zu essen (L 760).
58. Ein Esel schilt den andern Lang­ Чернец чернеца осуждает.
ohr (Bi 839).
= 59. [Ein Mönch schilt den andern
Schwarzrock.]

60. Schimpfen bringt Schimpf (Pw). Кто ругается, у того конь споты­
кается.
61. Schimpf will Schaden haben
(K 5317).
S 62 — 208 — S 71a

62. Anderseits: [Ein wenig“ schimp­ Поругаться — душу отвестй.


fen, das erleichtert das Herz.]

Schelm 5. S c h u ld ig .

63. [Auf S ch eltred e folge Friedens­ Кстати бранйсь, кстати мирйсь.


rede.]

64. Wer andere schimpft, den schimp­ Чего себе не хочешь, того дру­
fen auch andere (L 763). Arab. гому не творй.

65. [Mach dem Spiegel keine Vor­ Что на зеркало пенйть, коли
würfe, wenn er eine schiefe Fratze р о ж а крива.
zeigt.]

66. [Einen Ochsen schindet man С одного вола двух шкур не де-
nicht zweimal.] рут.
Vgl. [Laß den Schimmel doppelt Валй на серого, серый всё свезёт.
schleppen, iron.]

67. [Der Schlaf ist mehr wert als ein Сон дороже лекаря.
Arzt.] Сон лучше всйкого лекарства.

67 a. Der Schlaf ist die köstlichste Сон милее отца и матери.


Erfindung (Heine, Ratcl. i0).

68. Ein gutes Schlafen ist so gut wie [ ]


ein gutes Essen (K 5327).

69. Wer länger schläft als sieben Много спать, мало жить. Много
Stund’ , verschläft sein Leben wie спать, дела не знать.
ein Hund (K 5324). Спать долго, встать с долгом.
Mittagsschlaf ist ein brennend
Licht am rla ge (Hippel, Zeu 280).

70. Eine Stunde Schlaf v o r Mitter­ [ ]


nacht ist besser als zwei danach
(L 764).

Wohltuender Schlaf im Sinne Oblo- К то долго спит, тому Бог по­


mows (nach Gontscharow): может, oder — тому Бог про-
71. Mlat. [Qui bibit, bene dormit], стйт.
qui dormit, non p e c c a t. . . Больше спиш ь, меньше грешйшь.
71a. Vgl. Wer lange schläft, dem
bleibt das Bett warm (Schäfl. 27).
Humor.
S 71b — 209 — S 82

71b. Wenn ich nachts gut schlafen Сон после обеда — серебро, а до
soll, muß ich tagsüber meine Ruhe обеда — золото.
haben, sagte der Bauer und legte
sich nieder (Ebenda).

72. Per Schlaf ist halber Tod . . . Сон подобие смерти.


(L 764).

73. Je mehr du schläfst, je minder


lebst du (L 764). у gl. S 69.

74. Der Schlaf ist des Todes Bruder.


Dt. 16. Jhh. (L 763).

75. Der Schlaf ist das Bild des Todes


(L 763). Lat. (Cicero).

Schlafender W olf s. W olf, W 167.

75a. [Schläge sind kein guter Lehr­ Битьём не выучишь (Gorki).


meister.]

76. Dem Glücklichen schlägt keine Счастлйвые часов не наблюдают


Stunde (Schiller; L 328). (GriLojedov)
77. Wer da schlägt sein Weib, trifft s. W e ib , W 65.
seinen eignen Leib (Se 360)

Schlagen s. P rü g e l.

78. Schlecht und recht kommen sel­ Ж ить поуже — не х^же (II 334).
ten vor den Richter (K 5338). Где добры в народе нравы, там
79. [Dein Leben sei schlecht хранйтся и уставы (Gesetze).
( = schlicht) und recht.] Живй прбсто, вйживешь лет со
сто.
Кто живёт прбсто, тот доживает
лет до ста (11 427).

80. Dem schlechten Arbeiter ist jedes У плохбго мастера такова и пила.
Beil zu stumpf (Pw). К то ленйв с сохой, том^ всё год
81. Schlechter Arbeiter wird nie gutes плохой.
Gerät finden (L 27). Frz.

82. Faulem Arbeiter ist jeder Ham­


mer zu schwer (K : Balken).

Schlechter Arbeiter s. auch Tfuscher,


P 27.
14
S 82a — 210 — S 92

82 a. [Erst ein Schlecker, dann ein Сначала густо, а под конец п^сто.
armer Lecker (Pw)J.

83. [Über deinem Schmausen vergiß Ешь пцрогй, а хлеб вперёд бе­
nicht, dir Brot zurückzulegen.] реги.

84. Wenn es am besten schmeckt, Ешь, не доедай, пей, не допивай.


soll man auf hören (Bi 871).
85. [Ein Schmeichler in Worten, Л ьстец под словами, змей под
eine Schlange unter Blumen.] цветами. Slav.

86. Schmeichler, Heuchler (K 5359).


Vgl. L 149.
87. Was einen schmerzt, davon Что у кого болит, тот о том и
spricht man. Der Schmerz klam- * говорйт.
mert sich ans Herz (Bi 3296).

87 a. W o der Schmerz ist, da ist auch Где ббльно, там рука; где мило,
die Hand (K 5362). Eur. там глаза.
88. Jeder ist seines G lü ck e s Всяк своего счастья кузнёц.
Schmied. Vgl. G lü c k , G 191.
Рыба ищет, где глубже, а чело­
век, где лучше.
89. Man soll das Eisen schmieden, Куй ж е л е з о , пока горячо.
solange es heiß ist (Bi 796).
.90. Schmieren und Salben hilft Копейка обоз гонит.
allenthalben (K 5369). (Die Kopeke bewegt die Fuhre.)
91. Wer gut schmiert, gut fährt Сухая ложка рот дерёт.
(Bi 3306). Взятки-то гладки.
Wer gut schmeert, der gut fährt (Schmiergelder sind glatt.)
(He 84). Eur. Серебряный молоток пробьёт ж е­
f
лезный потолок (II 235).
Всяк подъйчий лйбит калач горю­
чий.
(Jeder Gerichtsschreiber hat eine
Schwäche für Geschenke.)
Schmieren.
92. Qui dat pecuniam summis, der Судейский карман, что утиный
macht gerade, was krumm is\ зоб (Entenkropf) oder что по­
(Aus der Mischpoesie des Mittel­ повское брюхо (z. В. im 17. Jhh.).
alters.)
Конь любит овёс, а воевода при­
Schmutzige Wäsche s. W 46 нёс.
S 93 — 211 S 101

93. Jeder singt, wie ihm der Schna­ Всяк свойм голосом поёт, всяк
bel gewachsen ist (Bi 3308). свойм умом живёт.

Schnaps s. Trinken f).

93a. [P o p e und Schneider geben dir“ У попа сдачи, а у портнбго от­


nie den Best zurück.] Vgl. span. дачи никогда не бывает (Sok.).
S c h n e id e r , Müller und Bäcker
sind drei richtige Halunken.
Wie machen’s die Schneider? . . .
Da ein. Fleckel, dort ein Fleckel,
gibt ja schon ein K inderjäckel. . .
(Schaefl. 70).
Vgl. Wie machen’s denn die
Bäcker? . . . Da ein Brockel, dort
ein Brockel, gibt zusamm’ ein
Dreierweckel (Ebenda). [ ]

94. Ach wie bald schwindet Schön­ С лица не воду пить, умела бы
heit und Gestalt! (W. Hauff, L755). пирогй печь.
Не ищй красоты, ищй добротй.
95. Schön Gestalt verliert sich bald
(K 2098).
Schönheit kann man nicht essen
(Dü II. 324).

96. Schönheit vergeht, Tugend be­


steht (Dü II. 327). Nord.; eng.
Beauty is a blossom = it.

97. Es war’ so schön gewesen (Red.). По губам текло, да в рот не по­


пало.
Schönes Mädchen:
98. [Wenn ihre Augen strahlen, Если глйнет, трава вйнет.
welkt das Gras.]

99. Schönheit und Verstand sind [ ] Неладно с к р о е н , да креп­


selten verwandt (L 776). ко сшит.

Schönheit.
100. [Eine Zeitlang ist die Fichte В своё время сосна красна, прой­
s c h ö n . . .] дёт время, краска спадёт.

Schreck.
101. [Ein e r s c h r e c k t e r Franzose Пуганый француз и от козы бе-
läuft auch vor einer Ziege davon.] жйт.
Reminiszenz an das Jahr 1812.
14*
S 102 — 212 — S 110

102. Wenn der Schreiber nichts taugt, Х орош а ручка (Federstiel), да не


ist die Feder schuld (K 5397). Eur. хорошй ручки.
Vgl. Chin. Ist der Handwerker Кнйга хорош а, да начётчики (V or­
schlecht, taugen die Werkzeuge leser) плохи.
nicht.
103. W o einen der Schuh drückt, da­ Что у кого болйт, тот о том и
von spricht man gern (He 86). говорйт.
Eur.у slav.
ф

103 a. Es weiß niemand, wo der Нихтб не знае, чШ ч б б и т мулить.


Schuh dri ckt, denn der ihn anhat Ukr.
(Cel. 187). Eng., slav., estn.
104. Alle Schuld rächt sich auf Erden Что нальёшь, то и в ы п ь е ш ь .
(Goethe).
Schuld s. M it g e g a n g e n , M 100.
104 a. Wer seine Schulden bezahlt, Заплатишь долг скорее, так бу­
verdoppelt sein Vermögen (Dü II. дешь повеселев.
333). Eur., ceh., kroat. Долг платежом красен.
(Durch Bezahlung wird jede
Schuld schön.)
105. Schulden sind des Elends Nach­ Долгй с бедою соседи.
barn.
1C6. Schulden drücken wie Zentner­ Долгй — тйгостное бремя, отни­
last, gönnen uns weder Ruh noch мают сон и время.
Rast (K).
107. Геп Schuldigen schreckt eine На воре шапка горйт.
Maus (Dü II. 335).
Schuldig.
107 a. Lieber zehn Menschen ehrlich Лучше десять виновных простйть,
machen als ein e n zum S ch elm . чем одного невйнного наказать.
(Alter Spruch. Auch Cel. 355.)
108. Tu sollst nicht aus der Schule Не выносй из избы cöpy . . .
plaudern.
1G9. [Was die Schule nicht lehrt, Не выучит шкбла, выучит нужда.
wird die Not lehren.]
110. Schuster, bleib’ bei deinem Lei­ Знай, сверчбк, свой шесток (H eim ­
sten (K 5414). Grie. (1 er Maler chen — Herd).
Apelles); Lat. Ne sutor supra cre- Знай, кошка, своё лукош ко (K orb).
pidam (I'linius . Eur.; span. Zapa-
tero, a tu zapato!
S 110a — 213 — S 118

Если не поп, не суйся в рйзы


(Meßgewand).
Пест, знай свою ступу.
Знай, бйба, своё кривое веретено
(Spindel).
Знай, чеботарь, своё кривое го­
ленище (Lorfschuster — StiefcJ-
schaft).
Беда, коль пирогй начнёт печй
сапожник . . . (Крылов).

110 a. Eine Schwalbe macht keinen Одна ласточка в е с н ь 1 не делает.


Sommer (Frühling, К 5458). Grie. Slav.
(Äsop, Bü 353), mlat., eur.

110b. Schwarzbrot, Eacken rot Хлеб да вода — здоровая еда.


(Wa 4.427)

Schwarze Kuh s. K u h , К 157.


111. Schwarzes Haar und roter Bart С чёрным в лес не ходй, с рыжим
sind Zeichen einer bösen Art дружбы не водй.
(K 2496).

112. Wer viel schwatzt, lügt viel [ ] Лйшнее говорйть — себе


(K 5468). ' вредйть.

113. Der Schwatzhafte schadet sich Птйца поёт, сама себя продаёт.
selbst.

114. [Jede Elster kommt durch ihr Вейка я сорока от своего языка
Schwatzen um.] погибает.
Сама сорока скажет, где гнездо
свила.
115. Schweigen und Гепкеп kann Молчанкой никого не обйдишь.
niemand kränken (K 5480).

116. [Schweigen ist auch eine Ant­ Доброе молчанье чем не ответ?
wort.]

117. Wer schweigt, bejaht (Dü II. Молчание — знак согласия.


347). Lai. Tacent, satis laudant
(Terenz, Eun. 3, 2).

118. Schweigst du still, so ist's dein


W ill’ (Bi 3395).
S 118a 214 — S 129

118 a. Bemerke, höre, schweige (Pla- Знай своё дело и молчи.


ten, Zeu 39). Много слушай, меньше говорй.
Доброе молчание лучше пустого
болтанья.
119. Vom Schweigen tut dir die Не давай воли языку во пиру,
Zunge nicht weh (K 5485). во хмелй.
120. Schweigen ist eine Kunst, viel Язык мой — враг мой.
Klaffen bringt Ungunst (K 5378). Не стыдно молчать, когда нечего
Vgl. Jap. Ein kluger K opf hat einen сказать.
geschlossenen Mund (Em 2393).
121. [Schwein bleibt Schwein, auch Свиньй в золотом ошейнике —
wenn .es ein goldenes Halsband свиньй.
trägt.] Vgl. N a tu r , N 4 1 ff.

122. Schweine kümmern sich nicht


um köstliche Salben (K 5494).

123. [Vor den Leuten: Ilja, zu Hause У людей Ильй, а дома свинья.
— ein Schwein.]

124. [Wenn er auch ein Schwein ist, Х оть он и свинья, а всё-таки


so bleibt er doch ein Mensch.] человек.
125. Ein Herz und eine Seele . . . У них и сохи сплеЛйсь вместе.
t
Red.
126. Kein besser Schwert als das für [ ]
Freiheit streitet (K 5500).
127. [Das Fehlen der Schwieger­ Отсутствие тёщи лучшее прида­
mutter ist die beste Mitgift.] ное ( I I 167).
Litauisch.
127 a. [Die Schwiegermutter hat auch У лихой свекрови и сзади глаза
hinten Augen.] (Sn 415).
Vgl. Venezianisch: Einst schuf Свекровь на печй, что собака на
Gott eine Schwiegermutter aus цепй.
Zucker; die wurde aber noch bitte­
rer als die gewöhnliche.
128. [Hast du keinen Zank im Hause, Хочешь ссоры, возьмй в дом зяте
so nimm den Schwiegersohn ins (И 169).
Haus.]
J29. [Eine schwierige Lage . . .] Тяжела шапка Мономаха (1113 —
1125).
S 130 — 215 S 139

130. [Wer nicht auf See gewesen, К то на море не бывал, тот горя
hat noch keine Not gesehen.] не видал.
131. Man soll S ä ck e nicht mit Seide Не шьют по рогбже (Bastdecke)
nähen (Se 97). Mhd. золотом.

132. Jeder liebt das Seine. Своя рогожа чужой рожи дороже.
(Eigenes Kleid, noch so schlicht,
ist mir lieber als fremd Gesicht,
— dem mein Gewand nicht ge­
fällt.)
133. Jeder zeugt seinesgleichen; О р ёл орла плодйт, а сова сову
Eulen hecken Eulen (Dü I. 835). родйт.
Holl, у nord.; it. (Katzenkinder
nicht ohne Krallen geboren).
134. Selbst ist der Mann (K 4086). Свой ум царь в голове.
Eur. Своя рука владыка (Herr) oder
135. Selbst getan ist gut (bald) getan свой вбля владыка (D III. 26).
(K 5531). Eur. Не надейся, Роман, на чужой
карман.
Не надейся, дед, *На чужой обед
Се1. 199).
136. [Verdiene dir selbst dein Brpt.] На свой пай сам промышлйй.
Свой глаз — алмаз.
Не верь повару, идй сам по воду.
137. [Humor: Iwan hat geerntet, Иван пожал, Иван и пожрал.
Iwan hat selbst alles aufgefressen.]
138. [Wenn du selbst nicht denkst, Чужйм умом в лйди не вййдешь.
wird nichts aus dir.] (Mit fremdem Verstand erlangst
du kein A m t.)
138 a. * Selbst essen macht satt. Есть и с а л о , да не про кота ( = не
для тебй).
138 b. Selten, aber gut. Редко, да метко.
Sicherer Besitz.
139. Besser ein V o g e l in der Hand ♦Лучше одйн воробей в кармане,
als zehn über Land (Dü I. 191). чем десйток на крйше.
E ur.; eng. (One bird — two flying),
frz. (Sperling — Taube), it. (Ein
Vogel — vier im Laube). Vgl.
S p e r lin g .
S 140 — 216 S 146

140. Sieben. Die S ie b e n als mysti­ Семь бед, одйн ответ.


sche Zahl spielt im russischen С ем ь вёрст не околица.
Sprichwort ältester Prägung eine
Семеро одного не ждут.
bedeutsame Rolle. Den семйк
z. B., das alte heidnische Früh­ С ем ь раз примерь, одйн раз от­
lingsfest, feierte man am siebenten режь.
Donnerstag nach Ostern. So be­ Не строй с е м ь церквей, пристрой
gegnet uns die Siebenzahl u. a. in семь детей.
den nebenstehenden Sprichwör­ У се м й нйнек дитй без глазу.
tern und Redensarten. ( Vgl. У него с е м ь пйтниц на неделе.
Make. 64.)
Седьмая вода на киселе (V on einer
weitläufigen Verwandtschaft).
Из се м й печей хлеб едали.
Служйл семь лет, вьюлужил семь
реп.
141. Wonach einem der Sinn steh t... Куда в о р о н а полетйт, туда и
глядйт.

142. Nach uns die Sintflut. Frz. После нас хоть трава не растй.
Apres nous le döluge (Marquise de Пбсле нас хоть волк траву ешь.
Pompadour). Ursprung grie.: Nach
meinem Tode mag die Welt in
Flammen aufgehen (Dichter un­
bekannt).

142 a. Was einst Laster war, ist heute [ ]


Sitte (Seneca).

143. *Andre Hütte, andre Sitte. Скблько сёл, столько вер; сколько
м е л ь н и к о в , столько мер.
144. Jedes Land hat seine Sitten.
Что город, то нбров, что деревня,
то о б ы ч а й .
144 a. [Die Sitten sind verschieden.] Нет такйх трав,.чтобы знать чу­
жой нрав.
Нрав на нрав не приходится.
145. Böse Beispiele verderben gute Злые беседы тлят (verderben) обы ­
Sitten (Bi 350). чаи благйе (tugendhafte).
С худым поведёшься, худое пе­
реймёшь (11 47).
146. Ein guter Soldat ist ein guter Сам пропадай, а товарища вы­
Kamerad (L 805). ручай (11 36).
S 147 — 217 — S 156

147. [Der Soldat ist mutig und fin« Где коза прошла, там и солдат
dig-] пройдёт.
Солдат шйлом бреется, дымом
греется.
148. [Der Soldat ist genügsam.] Х леб да вода солдатская еда.
149. Soldatenleben ist voll Not, sau- * [ ] У солдата шинель — по­
rer Wein und hartes Brot (K). стель.
150. [Was der Sommer beschert, der Лето собирает, а зима поедает.
Winter verzehrt.]

151. [Ein Sommertag ist eineWinter- Летний день за зимнюю неделю.


woche wert.] Banernweisheit.
152. [Die Sonne ist wie die eigene Солнце, как родная матушка: ни­
Mutter, sie kann nie beleidigen.] когда не обйдит.
153. Auch die Sonne hat Flecke. И в сблнце есть пйтна.
Vgl. Jap. Selbst Engel haben fünf
Mängel (Em 3024).
154. Es ist*nichts so fein gesponnen, Как ни хитрй, а всё вьгйдет на­
es kommt doch an die Sonnen руж у (Du magst es noch so
(K 5571). Eng. (14. Jhh.), mhd. schlau einrichten . . .).
(S 3, 135).
Как бы мал огонь нй был, всегда
155. Die Sonne bringt es an den Tag от него дым.
(He 88). Eur. (Für Sonne auch И с умом воровать — беды не
,Zeit‘ .) миновать.
Шйла в мешке не утайшь.

155 a. Es ist nicht alle Tage Sonntag На одной неделе семь пятниц не
(Dü I. 20). Vgl. l> ge. бывает (живёт). Vgl. Freitag,
F 85.
155 b. Vgl. Ich suche mir einen Herrn,
der mir in der Woche sieben F e ie r ­
ta g e gibt (Schaefl. 26).
Sorglos (faul).
155c. WTann soll ich arbeiten? Im В дож дь избй не крою т, а в вёдро
Frühjahr ist viel Wasser, im Herbst и сама не каплет (Dacharbeiten
viel Schmutz, im Sommer ist’s bei R egen?).
heiß, im Winter kalt (Ebenda 23).

156. W o Holz gehauen wird, da fal­ Где л е с рубят, щёпки летйт.


len Späne (K 2944). Eur.
S 157 — 218 — S 168

157. [W o Brot, da Krümel.] У хлеба не без крох (Sn 424).


Sparen.
158. [Raffe nicht, vergeude nicht.] Лйшнего не берй, а кармана не
дерй.
158 a. Wer nicht spart zur rechten Кто в осень тороват, тот к весне
Zeit, muß darben zur Unzeit (Se). не б^дет богат.
159. Spare in der Zeit, so hast du in Берегй денежку (копейку) про
der Not (Dü II. 371). Eng., nord. чёрный день.
160. [Spare deine Kopeke für die Не всё мелй. что есть, оставь и
Zeit der Not.] про запас.
161. Sparen ist verdienen (L810). [ ]
Eur.
Sparen.
162. [Der Mann bringt mit dem W a­ М уж возом не навозит, что жена
gen nicht soviel zusammen wie die горшкбм наносит.
Frau mit dem Kochtopf.]
162 a. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist Копёйка рублй бережёт.
des Talers nicht wert. Vgl. Pfennig. Копейка к копейке — проживёт
и семейка.
163. Sparen ist größere Kunst denn Бережёнье лучше ворожёнья.
Erwerben (K).
164. Auf den Sparer folgt der Zehrer Копйл, копйл, да чбрта купйл.
(K 5612). Mlat.y eur. Ceh.
Отцам копйть, а деткам сорйть.
Скупйе умирают, а детки сундукй
отпирают.
165. Spaßen — nicht über die Maßen. Ш утй, да оглйдывайся.
[Treibe Spaß, doch nicht zu weit.]
Vgl. S ch erz.

Spaß.
166. [Man gönne jedem sein Stecken­ Чем бы дитй ни тёш илось, лишь
pferd.] бы не плакало.
167. Jeder reitet sein Steckenpferd
(Bi 3556). Vgl. T ie r c h e n — Plä­
sierchen.
168. Besser spät als niemals (Dü I. Лучше пбздно, чем никогда.
205). Eur.
S 169 — 219 — S 180

169. Besser spät als gar nicht. Lat.


(Livius 4, 2).
[Es fiel ihm plötzlich ein, doch es Хватился (спохватйлся), да пбзд-
war zu spät.] Red. но.
Spät s. auch S p r itz e n .
169 a. [Der Spaten spottet über das Лопата кочерге смеётся.
Ofeneisen.] = Der Kessel schilt
den Ofentopf (K 47).
170. Besser ein Spatz allein als eine Г ]
Kuh gemein (Bi 3484).

171. Alte Spatzen fängt man nicht Старого воробья на мякйне не


mit Spreu (mit Kleie) (Dü I. 49). поймаешь.
Eur.
172. Mit Speck fängt man Mäuse [ ]
(K 5630).
173. [Spei nicht in den Brunnen:" Не плюй в колодец: случйтся на-
vielleicht wirst du noch sein Was­ пйться.
ser trinken.]
174. Ein Sperling in der Hand ist Не сулй журавля в нёбе, а дай
besser als zehn auf dem D a ch e синйцу в руки.
(K 5637).
175. Besser ein V o g e l in der Hand Лучше телёнка в хлев^, нежели
als zehn über Land (Dü I. 191). корову за горой.
176. Besser ein Sperling in der Hand Не сулй бычка, дай чашу молочка.
als ein Kranich auf dem Dach Домашний телёнок л^чше за­
(Se 90). Mlat.y eur. (S 1, 167). морской коровы.
177. *Sperlinge (Spatzen) schießt За мухой не обухом, за комаром
man nicht mit Kanonen. не с топором.
(Schlage nach Fliegen nicht mit
dem Beilrücken, nach Mücken
nicht mit der A xt.)
178. Im Spiel und Spott sagt man В игрё да в дороге узнают людей.
häufig die Wahrheit (K 5645).
179. Glück im Spiel, Unglück in der Счастлйв игрбй, да несчастлив ж е­
Liebe (L 326). Frz., it. ной.
180. Nach dem Spiel will jeder wis­ Потом и Семён умён.
sen, wie man hätt’ ausspielen müs­
sen (K 5654).
S 181 — 220 — S 189c

Spiel.
181. [Ohne eine Liebhaberei ist der Без охбты и человек болван.
Mensch auch bloß ein Hampel­ Б ог даст, батюшка домик про­
mann.] даст, а балалайку купит.
Fröhlich Spiel s. S paß.
182. Spielen ist keine Kunst, aber Играй, да не отыгрывайся.
Aufhören (K 5646).
183. Wenns Spiel am besten ist, soll Не за то отец сйна бил, что про­
man auf hören (K 5647). играл, а за то, что отйгрывался.
184. [Nicht das Spielen und Verlieren
ist zu tadeln, vielmehr der Leicht­
sinn, deu Verlust im (Karten)spiel
zurückgewinnen zu wollen.]
184 a. Junger Spieler, alter Bettler Винцо да игра не доведет до добра.
(K).
185. Spinnc[n] am Morgen bringt Паука вечером вйдеть — счастли­
Kummer und Sorgen, Spinne[n] вая примета, днём наоборот.
am Abend — erquickend und ( Nach allem Aberglauben ? КН43.)
labend. Alter Spruch. (Es handelt
sich ursprünglich um das Spinnen,
das in die Abendzeit gehörte.
Spinnen s. . . . gesponnen — Sonnen.
186. Jeder hat seinen Splitter (Dü I. Всяк портнбй на свой, покрой.
823). Eur.

187. [Sprich zu niemand von deinem Свинья скажет борову, а боров


Geheimnis.] всем^ городу (Die Sau sagt es
dem Eber usw.).
188. Wer wenig spricht, hat wenig Кто меньше толкует, тот меньше
zu verantworten (K 5675). тоскует.

189. Trink, was klar ist, iß, was gar Х леб соль ешь, а правду режь.
ist, sprich, was wahr ist (Dü II.
576).
189 a. Sprich wenig, aber Vernünfti­ Редко, да метко.
ges.
189 b. [Sprich, doch versprich dich Говорй, да не проговаривайся.
nicht.]
189c. Das viele Sprechen hat viel Я зьгк мой враг мой.
Gebrechen (Pw). Лйшнее говорйть — себе врсдйть.
S 190 221 S 199

Много говорйть, голова заболйт.


190. [Die Redensart ist eine Blüte, Поговорка цветочек, пословица
das Sprichwort eine Beere.] йгодка.
190 a. Sprichwort, wahr W ort (K Старая пословица вовек не сло­
5677). мится.
190 b. [Ein altes Sprichwort zer­
bricht nie.]
190 c. [Ein gutes Sprichwort trifft Добрая пословица не в бровь,
nicht die Augenbraue, sondern а прймо в глаз.
direkt das Auge = sagt die Wahr-
v heit gerade ins Gesicht.]
190 d. [Ein nüchtern W ort ist kein Голая речь не пословица.
Sprichwort.]

191. [Ohne ein Sprichwort kommst Без пословицы не проживёшь.


du im Leben nicht aus.]
192. [Auf dem Markte kauft man На рьшке пословицы не купишь.
sich kein Sprichwort.] На базаре пословицами не тор­
гуют.
193. [Ein altes Sprichwort wird nicht Старая пословица не мимо мол­
umsonst angeführt.] вится (11111).
194. [Das Sprichwort unterliegt kei­ Послбвица не судйма (I II V ).
nem Gericht, d. h. keiner Dis­
kussion.]
195. [Auch dich erreicht das Sprich­ От пословицы не уйдёшь'
wort.]
196. [Um eines guten Sprichworts Из за пословицы мужйк в Москву
willen ging der Bauer zu Fuß in die (oder го] од) пешком пошёл (oder
Stadt.] пеший шел).
7 »
197. Die Spritzen kommen, wenn das Пришёл лошадь ковать, когда
Haus abgebrannt ist (Bi 3633). кузница сгорела.
198. [Nach oben spucken ist nicht Вниз плевать легко, а попробуй
leicht.] Ähnlich jap. (Eni 76). Sinn: вверх.
Laß dich nicht in einen ungleichen
Kampf mit Höherstehenden ein.
199. [Spucke nicht nach oben, du Вверх не плюй, себй пожалей
ziehst den kürzeren.] (. . . hab Mitleid mit dir selbst).
S 200 — 222 — S 212

200. Andre Städtchen, andre Mäd­ В какой нарбд попадёшь, такую


chen (K 5686). и шапку наденешь.
У всйкого попа свой обиход (W irt­
schaft).
201. Es ist keiner so stark, er findet Рубят и топоры до порьь
einen Stärkeren (K 5698). (Auch Äxte schneiden nur eine
gewisse Zeit.)
202. Dem Stärkeren sollst du wei­ С сйльным не борйсь, с богатым
chen, halt dich an deinesgleichen не тягайся (prozessieren).
(K 5699).
203. Der Stärkste hat recht (K5702). Кто сильнее, тот правее.
Vgl. r e c h t.
204. Wer einmal stiehlt, dem traut Раз украл, а всё в о р о м стал.
man n ic h t. . .
205. Es ist schwer stehlen, wo der Плоха вору пожйва, где сам хо-
W irt ein Dieb ist (Bi 3559). зйин вор.

206. Stehler und Hehler sind zwei Утайщик тот же вор.


Diebe (K 5714). Eur. Вору потакать то же, что самому
воровать.

207. Wälzender Stein wird nicht На одном месте и камень мхом


moosig (K 5721). E ur.; frz. Pierre обрастает. In Sibirien; На летй-
qui roule n’ amasse pas mousse. чем камне мох не растёт. Slav.
Schon grie.; lat. bei P. Syrus. Л ё ж а пйщи не добудешь. •

208. [Habe keine Angst zu sterben, Бойся жить, а умирать не бойся.


wohl aber zu leben.]

208 a. [Bei guter Pflege trägt selbst От хорош их рук камень не ото­
ein Stein Frucht.] бьётся, родйт (Gorki).

209. Stiefmutter ist des Teufels И'з дому гонит мачиха, а йз лесу
Unterfutter (K 5741). медведь.
В лесу медведь, а в доме мачиха.
210. [Was der Bär im Walde, ist die
Stiefmutter daheim.]

211. Stille Wasser sind tief (K 6520). Тйха вода берега подмывает. Slav.
E ur.; lat. (Curtius 7 ,4 ).

212. Stillem Wasser und schweigen­ В тйхом омуте черти водятся.


den Leuten ist nicht zu trauen
(K 6522).
S 213 — 223 — S 224

?13. Mit Stillschweigen antwortet Доброе молчание — чем не ответ?


man viel (Bi 3583).
214. *Breite Stirn, wenig Hirn (Pw). Голова с лукош ко, а мбзгу ни
Vgl. H ir n , H 136. крошки. В роднй толст, да не
в родню прост.
215. [Wie Fett um das Schwein, so Что сало на свинье, то гбрдость
setzt sich der Stolz, um das Herz.] на сердце нарастает.
216. Dummheit und Stolz wachsen Гбрдым быть, глупым слыть.
an einem Holz (K 5748).
217. [Stolz steht dem Bettler wie ein Нйщему гбрдость, что корове
Sattel der Kuh.] седло.
Vgl. Kein Bettler schlägt ein Almo­
sen aus (K 599).
218. Strafe um Sünde bleibt nicht Кто плут, для того сделан кнут.
aus (K 5754). Сколько вор не ворует, а тюрьмы
не минует (II 261).
[Стреляй в куст], пуля виноватого
найдёт.
219. [Es hat jeder an e in e r Strafe С одного вола двух шкур не дерут.
genug.] Lat. Non bis in idem.
Strafe.
220. Die kleinen Diebe hängt man Копеечного вбра вешают, полтйн-
usw. (K 847). ного чествуют.
221. Strecke dich nach der D e c k e Замесишь густо, в амбаре будет
(K 830). M M ., eur. Vgl. Decke. пусто.
(Rührst du den Teig zu reichlich
ein, wird’ s bald leer im Speicher
sein.)
По одёжке протйгивай ножки.
Желай по сйлам, тянйсь по
достатку.
222. Viele Streiche fällen die Eiche Капля по капле и камень долбйт.
(K 5762). Mlat., germ.
223. [Streite mit der Sünde, halte С грехом бранйсь, а с грешником
Frieden mit dem Sünder.] мирйсь.
224. Wenn zwei Böcke sich streiten, Орлы бью тся, а молодцам перья
so liest der dritte die Wolle auf достаются.
(Pw).
S 225 — 224 — S 2 36

225. Es ist schwer, gegen den Strom Против воды тяжело пл ыт ь .


zu schwimmen (K 5777). Eur.
Schon lat. (Juvenal 4, 89).

Studieren s. L ern e n .

226. Wer keinen Stuhl hat, muß auf Ешь хлеб, коли п и р о г а нет..
der Bank sitzen (Dü I. 860). Dt.,
nord. (Kalk — Lehm), it. Wer nicht
aus Gold trinken kann, trinke aus
Glas.

227. [Sei stumm, wenn du gibst, Будь нем, когда даёшь, а говорй,
aber sprich, wenn man dir gibt.] когда тебе дают.

Stümper.
228. S c h l e c h t genäht und wohl ge- Портной гадит, а утю г (Bügeleisen)
kleid’t, ist aller Pfuscher Arbeit гладит.
(K 5341).

229. Wer da sucht, der findet (Nach Тот и сыщет, кто йщет.
Matth. 7, 7; Eur. Dü II. 411).

Sühne.
230. [So gewitzigt der Dieb auch Х оть с умом воровать, а беды не
sein mag, die Strafe bleibt nicht миновать.
aus.]

231. [W o Sumpf ist, da ist auch der Где болбто, там и чорт.
Teufel.]

232. [Süß ist die Sünde, schwach der Грех сладок, а человек падок.
Mensch.] Slav.

233. Die Sünde büßt sich selbst День в грехах, ночь в слезах.
(K 5801).

234. [Tch hätte nichts gegen eine Рад б ы в рай, да грехй не пускают.
bessere Stellung, aber meine Sün­
den . . .] Puln.

235. [Für der Hände Sünde kommt Рука согрешйт, — голова в от­
der K opf auf.] вете.

236. Löffle die Suppe aus, die du dir Накрошйл, так и выхлебай.
e i n g e b l o c k t hast (Dü 1.438). Сама испекла пирож ок, сама и
Eur. кушай.
S 237 — 225 — T 1 Ja

237. Süß getrunken, sauer bezahlt Люби смородинку, люби И ОСКО-


(K 5812). минку (оскомина: Stumpfheit
der Zähne durch Einwirkung einer
Säure).
Пьйного грехй, трезвого ответ.

т
1. [Sich selbst tadeln heißt Lob er­ Себй хулить — похвалу вызы­
warten.] вать.
2. Tadeln ist leicht, besser machen [ ]
ist schwer (K 5814).

3. Kein Tag gleicht dem andern Всйкому дню подобает забота


(He 90). Eur. свой.
4. Jeder Tag hat seine Plag’ (K5826). День дню розь, нынче тепло, а
завтра мороз. День на день не
5. Jeder Tag hat sein Lieb und Leid приходит.
(K 5827).
6. Andrer Tag, andre Plag’ .

7. Neuer Tag, neuer Sinn (Se).


8. Es kommt alles an den Tag, was Сорок недель хоть кого на чи­
unterm Schnee verborgen lag стую вбду выведут.
(K 5818) = sw.
9. Ein Tag lehrt den andern (K5833). [ ]
9 a. Jeder Tag hat seinen Abend [ ■ ]
(Dü II. 423). Eur.

10. Man soll den Tag nicht vor dem Хвалй утро вечером. Красному
A b e n d loben (K 5831). Schon утру не верь. Не видав вечера,
afrz., alteng. Vgl. A b e n d , A 2 und и хвалйться нечего. Х валй
Schiller, Wall. Tod 5, 4. жизнь прй смерти, а день ве­
чером. Цыплят по осени счи­
тают. Не считай утят, пока не
вылупились.
11. Gute Tage können wir nicht ver­ Всех сластей не переешь . . .
tragen (Luther). Vgl. Maßhalten.
11a. Gute Tage wollen starke Beine
haben (L 842) = Ceh'
15
T 12 — 226 — Т 24

12. *Es ist nicht alle Tage Sonntag Не всё kot^ масленица (,Butter­
(Dü I. 20). Ähnlich eur. woche' = Faschingszeit).
13. [Denk an den Tag, den niemand День да ночь, сутки прочь, а к
vermeiden mag.] смерти всё ближе.
14. [Der Tag ist älter als wir.] День старше нас.
15. [Der Tag wurde vor uns geboren.] День прежде нас родйлся.
16. Besser gesunder Tagelöhner als [ ]
kranker König (K 5846).
17. Es gehört mehr zum Tanz als На что нам ружьё, коли стрелйть
neue Schuhe (K 5847). не умеем.
18. Tanz vor dem Tode ist nicht in Не тогда плясать, когда гроб те­
der Mode (Pw). сать (. . . wenn der Sarg gezim­
mert wird).
19. Soll der Bär tanzen, muß er jung Плясать смолоду учись, под ста­
in die Schule gehen. росту не научишься.
Der Bär tanzt, der Zigeuner zieht das s. A n d r e , А 65.
Geld ein
20. [Tanze, doch mit Maß.] Пляшй, да не заплясывайся.
20 a. Tanzt die Frau, so hüpft die Каков барин, таков и крестьйнин.
Magd (Cel. 376). = Wie der Herr, Какова двёрница (veralt. Türhüte­
so das Gesinde. rin), такова и горница ( veralt.
Stube).
Tanzen.
21. [Gott gab uns den Popen, der Б ог дал попа, чорт скомороха
Teufel den Fiedler.] = (d. fahrenden Spielmann).
Kein Tanz, der Teufel hat dabei
den Schwanz (L 844).
22. Suche den Tapferen im Gefäng­ Ищи смелого в тюрьме, а глупого
nis [und den Einfältigen unter den в попах.
Geistlichen]. Х рабры х ищй в тюрьме, мудрых
в кабаке.
23. Man soll das Maul nach der По одёжке протйгивай ножки.
Tasche richten (Dü II. 80). E ur.; Держй обихбд (W irtschaft) по про­
frz. Gouverne la bouche selon la мыслу и добьггку.
bourse.
24. [Wir sind wohl Brüder, aber Брат братом, сват с4ватом, а д е ­
unsere Taschen nicht Schwestern.] нежки не роднй.
T 25 — 227 — Т 39

25. Wie die Tat, so der Lohn (L 565). По делам вору и мука.
Grie. (Euripides).
26. Nach der Tat sind alle klug. Пора ушла, так ум пришёл.
Mlat. Prometheus post rem. Eur. Мужйк крепок задним умом.
27. Man führt den Namen nach der Какова обйтель (Behausung), та­
Tat. ков и стройтель.
28. W ort und Tat sind zweierlei Скоро сказка сказывается, да не
(Bi 3137 u. a.). скоро дело делается.
Tätig sein:
29. [Ohne Mühe kein Gewinn = Ein­ Волка нбги кормят.
nahme.] Доход не бывает без хлопот.
30. Die gebratenen Tauben fliegen Печёные голубки не прилетйт до
einem nicht in den Mund (ins Maul: губки. Ceh.f pol.
К 5856). D t.; eng. (bird), frz. Масло само не родйтся.
(alouettes), it. (maccheroni). Lat.
Лежа пйщи не добудешь.
Porci cocti (Petronius 45).
31. Wer sich zur Taube macht, den Сделайся только овцбй, а волки
fressen die Falken (K 5858). будут.
31a. Es heckt keine T a u b e einen Сова не родйт сокола. Slav. (Öel.
Sperber. 405).
Adler brüten keine Tauben s. A d le r , А 18.
Sperling in der Hand, Taube auf dem s. S p e r lin g , D a ch .
Dach
32. Er taugt zu nichts. Red. С него что с козла, ни шерсти, ни
молока.
33. [Tee ist nicht vom Übel.] С чая лйха не бывает.
34. [Tee ist nicht Bier . . .] *Чай не пйво — много не вьшьешь.
35. [Ein Gläschen Tee . . . Vergiß Вь'шей чайку, забудешь тоску
dein Weh.] Siehe auch E ssen. (11401).
36. Was teuer, das lieb (K 5937). Дорого, да мйло.
37. [Teuer, aber lieb, billig — aber Дорого, да л й б о ; дёшево, да грубо.
grob = Was teuer ist, ist gut.]
38. Was fremd, bezahlt man teuer За морем телушка полушка, а про­
(K 1519). воз рубль.
39. *Wenn man den Teufel an die Не шутй чбртом : из дубйнки вы­
Wand malt, so kommt er. палит, убьёт.
15 *
T 40 — 228 Т 51

40. Man muß den Teufel nicht an die


Wand malen (K 5881).

41. Der Teufel ist nicht so schwarz, Не так страшен чорт, как егб
wie man ihn malt (K 5906). Afrz. малйют. Ceh., pol.
(W olf). Eur.

42. Wer den Teufel ins Schiff nimmt, [ ] Man vergleiche etwa: На­
muß ihn auch hinüberfahren (K звавшись грибом, полезай в ку­
5876, Dü II. 439). Eur. зов.

43. Wo der Teufel nicht hin mag, da Куда чорт не поспеет, туда бабу
schickt er ein altes Weib (einen пошлёт. Slav.
Pfaffen) hin (K 5902). Mlal. (ser-
vus), sw. (Bote), frz. (Mutter).

44. [Hinter dem Kreuz versteckt О’ коло святйх черти водятся.


sich gern der Teufel.]

45. [Der Teufel ist zwar stark . . .] Силен чорт (медведь), да воли
ему нет.

45 a. [Der Teufel ist schwach, doch Чорт бессилен, да батрак его си­
sein Knecht ( = Mensch) ist stark.] лён.

46. [Sperrst du dem Teufel die Tür, Заступй чорту дверь, а он в окно.
so kommt er durchs Fenster.]

47. [Habe keine Angst vor dem Teu­ Чем бойться чертей, так бойся
fel, die Menschen aber fürchte.] людей.

48. Junger Engel, alter Teufel (K Д е в у ш к и хорош и, красны, при­


1115). гожи, да отколь же злйе жёны
берутся ? (КИ 91)

49. [Niemand bekommt den Teufel Никто беса не видит, а всяк его
zu Gesicht, aber schimpfen tut ihn ругает.
jeder.]

50. Der Frau Mutter ist des Mannes Женина мать — чортова мать
Teufel (L 786). (11 167).

In der Not frißt der Teufel Fliegen s. N o t , N 74.

51. Quäle nie ein Tier zum Scherz, [ ]


denn es fühlt wie du den Schmerz
(L 851).
T52 229 — T63

52. Jedes Tierchen hat sein Pläsier­ Всяк молодец на свой образёц.
chen (He 92). Eur. ; frz. Chacun ä У всйкого свой вкус.
son goüt.
У вейкой Машки свой замашки.
Für Машка — Mariechen auch
пташка — Vöglein.
\

53. Erst an die Bank, dann an den Работай до пбту, поёшь в охоту.
Tisch (Se). Раббтать не заставят, так и есть
не посадят.

54. [Reicher Tisch, magere Tasche.] Богатый стол, тощий карман.

55. Willst du die Tochter han, sieh Выбирай корову по рогам, а девку
vorher die Mutter an (K 5989). по родам (nach der Geburt).
Nord., rom.

55a. Der Mutter schenk’ ich, die [ ]


Tochter denk’ ich (Goethe, Spr. in
Reimen).

56. Der Tod macht alles gleich, er Смерть всех поравнйет.


frißt arm und reich (Bi 3706). Eur.

57. Der Tod, der klopft bei allen an, Смерть не разбирает чйна, а ве­
beim Kaiser und beim Bettelmann дёт равно и крестьянйна, и
(Bi 3707). Dt. 17. Jhh. дворянйна.

58. Der Tod frißt alle Menschenkind,


fragt nicht, wes Stands sie sind
(K 6005).

59. Der Tod hat noch keinen ver­ Д вух смертей не бывает (двум
gessen (Se 410). смертям не бывать), а одной не
миновать.

60. Der Tod kommt ungeladen (Dü Смерть за воротами не ждёт.


II. 452). Mlat., nord.

61. Der Tod lauert überall, er kommt Не ты смерти йщешь, она сторо-
zu Fest und Ball (Se 410). жйт.
62. Wider den Tod ist kein Kraut От смерти нет зелья. Slav.
gewachsen (K 6006). Сколько ни жить, а смерти не от­
быть.
63. Niemand stirbt vor seinem Tage Прежде смерти не умрёшь.
(Se 410).
T 64 — 230 — Т 77

64. [Vor deinem Tode stirbst du


nicht.] (Also keine Angst vor dem
Schicksal.)
65. Wer das Leben verachtet, fürch­ Бойся жить, а умирйть не бойся.
tet den Tod nicht (K 3728). Жизнь — копейка, судьба — ин­
дейка.
66. Der Tod hält keinen Kalender Думы за горами, а смерть за пле­
(6003). Eur. чами.
67. Der Tod kommt stets zu un­ (W eit schweifen die Gedanken,
gelegener Zeit (Se 409). doch hinter deinem Rücken steht
der Tod.)
68. Vor dem Tode hilft Weinen nicht Бойся, не бойся, а смерть у по­
(Se 410). рога.
69. [Der Sorgen gibt es viele, aber Горя много, а смерть одна. Смерть
nur einen Tod.] одна, да болезней тьма. Neueren
Datums, vom König im Schach:
Много шахов, а мат одйн.

70. [Wer den Tod fürchtet, verleidet Смерти бойться — на свете не


sich das Leben.] жить.
71. [Der Tod allein ist wahrhaft = Одна смерть правдйва.
er buckelt nicht vor den Reichen.]
72. Des einen Tod, des andern B r o t [ ] Кошке игрушки, а мышке
(He 92). Eng., rom. слёзки.
72 a. [Dein Tod und deine Frau sind Смерть и жена от Бога назначена.
dir von .Gott bestimmt.]
73. [Für den Tapferen hat der Tod Х рабром у смерть не страшна.
nichts Schreckliches.]

74. Wer vor dem Tode flieht, der [ ]


flieht vor seinem Schatten (L 856,
Lichtwer 1758).

75. [Der Weise fürchtet den Tod Философ смерти не бойтся.


nicht.]
76. Der Tod ist gewiß, doch ungewiß [ ] Ж ить надейся, а умирать
die Stunde (Se 410). Mlat. Mors готовься.
certa, hora incerta.

77. Der Tod hilft aus aller Not L ]


(K 5995).
— 231 — T 90

78. [Den Tod und die Sonne kannst На смерть, что на солнце, во все
du nicht mit offenem Auge an- глаза не взглйнешь.
blicken.]
79. Der Tod will eine Ursache haben Смерть найдёт причйну (Sn 289).
(Dü II. 455). Eur.
80. [Ein dienstfertiger Tölpel ist Услужливый дурак опаснее врага
schlimmer als ein Feind.] (II 57).
81. Leere Tonnen geben großen Пустая ббчка пуще гремйт.
Schall (K 6010). В пустой ббчке и звон^ много.
0

82. Auf einen schiefen Topf ein schie­ По горшку и покрышка.


fer Deckel (£e 359).
83. Kein Topf so schief, er findet
einen Deckel (K 6013). Lat. Dt.,
holl., roman. (Trost für junge Mäd­
chen, Se 357).
84. Der Topf lacht über den Kessel Горшок чугуну не товарищ.
(K 6012). E ur.; eng. 1 he kettle (Irdener contra eiserner Topf.)
calls the pot black. Горшок над котлом смеётся, а оба
чёрны.
85. Guck in d e in e n Topf (K 2522). Всяк св о й пряжу прядй.
85 a. Ein Tor ist immer willig, wenn t ]
eine Törin will (Heine, Reisebil­
der I).

86. Den Toren erkennt man an der Осла по ушам, медведя по когтйм,
Rede. дурака по речам [узнаешь]
87. Den Esel kennt man an den
Ohren und an den Worten den
Toren (L 171).
88. Torheit und Stolz wachsen auf s. S to lz .
einem Holz (K 5946)
89. Von Toten soll man nichts Übles [ ] Мёртвому помйны (G e­
reden (Dü II. 465). Lat. De mortuis dächtnisfeier), а живому име-
nil liisi bene. Eur. нйны (Sn 222).
Trägheit. (Zwei Sprichirörter mit dra­ [Тит, подй молотйть’/ — „Б р й х о
matischen Elementen.) болйт.“ — ,Тит, подй кисель
90. Dem F a u le n gefällt kein Block, есть!* — ,,А где мой большая
den er zerschneiden soll (K 1303). лбжка ?“
T 91 — 232 — Т 99

Ванька, иди дрова колоть!* —


,,Ж ивот болйт.“ — ,Ванька, иди
кашу кушать!* — „Где мой
большая ложка ?“ (Sn 213).

91. Trägheit ist der Schlüssel zur Леность наводит на бедность.


Armut (Se).
92. Trägheit geht langsam voran, Лень мужика не кормит.
Armut holt sie bald ein (K 6024). Послал Бог работу, да отнял чорт
охоту.
Лежй на печй, гложй кирпичй
(. . . nage an Ziegeln) (Sn 203).
Auch: Лёжа на печй, прогладил
кирпичй.
На полатях (Hängepritsche) ле­
жать, так и ломтй не видать.
Двое пашут, а семеро руками
машут.
Tränen.
93. Krokodils tr ä n e n sollst du nicht Верь волчьим слезам!
trauen.
94. *Trau nicht dem Glück. Счастью не верь, а бедй не пу­
гайся.
95. Trau, schau, wem (6025). Grie. Не всйкому верь, запирай крепче
(Hesiod). Eur. дверь ( = ^ши).
Д р у з е й выбирай с разбором.
96. Nicht jedem Geist man trauen Дружиться дружйсь oder с мед­
soll, die Welt ist falsch und Lügens ведем дружй, а камень за пазу­
voH (Se 401). хой держй.
97. E in e m trauen ist genug, keinem (K nüpfe Freundschaften, doch
trauen ist nicht klug (K 6027, sieh dich vor = halte einen Stein
Sir ach 6, 6). im Busen bereit.)

98. [Trau nicht fremder Rede, über­ Не верь чужйм речам, верь свойм
zeuge dich selbst.] глазам (очам).
Trauen.
99. Die Ohren glauben anderen Leu­ Не верь ушам, верь очам.
ten, die Augen glauben sich selbst Не верь брату родному, верь г л а ­
(K 349). з у своему кривому.
О’ чи ушей вернее.
T 100 233 - Т 110

100. Träume sind Schäume (К 6038). [ ] Куда ночь, туда и сон.


101. Traurigkeit macht Herzeleid Ржа железо ест, а печаль сердце.
(K 6036).
Treffsicher s. Zielen.
102. Wie man’s treibt, so geht’s Как живёшь, так и слывёшь (...s o
(K 6045). Mlat.y eng., frz. ist auch dein Leumund).
103. Treue ist ein seltner Gast t ]
(K 6053), — ein selten Wildpret
(K 6051).
a) Zulässigkeit des Trinkens in ge-
* wissen Grenzen.
104. Trink und iß, der Armen nicht Коль можно, веселись, а всё на
vergiß! (Bi 3741), — Gott nicht бедных оглянись.
vergiß! (Wartburg, К 6057).
105. [Trinke, doch nicht zum Scha­ ♦Пей, да дело разумей! (Sn 320).
den der Arbeit.] Гуляй, да дела не забывай!
Пей, кума, да не пропей ума!
106. Trink, aber sauf nicht; dispu­ Гулять гулйй, да не загуливайся!
tier’, aber rauf nicht! (Tirol,
L 879).
107. [Trink, aber berausche dich Пей, да не опохмелййся!
nicht.] Пей, Еремёй, да ума не пропей!
Пить добро, а не пить лучше того.
b) Trinkfreudigkeit.
108. Deutsche können alle Plagen, На Русй есть веселие пйти [не
aber keinen D u r s t vertragen (Se хочу без вина жйти] (11. Jhh.).
295).

109. [Ohne T r in k e n kein Leben.] Не пить, так на свете не жить.


109 a. [Ein Gläschen erhöht die Чарка вина прибавит ума.
Denkkraft.]
109 b. Der Deutsche rechnet auf [ ]
einen Koch d re i Kellner (Schaefl.
54).

110. Im W e in liegt Wahrheit. Grie. Вся правда в вине. Что у


(Alkaios: Oinos . . . kai alathea, п ь й н о г о на язылё, то у трезвого
Bü 347). на уме.
T 111 — 234 — Т 120

111. [In einen Narrenschädel fin­ В глупую голову и хмель не лезет.


det selbst der R a u s c h keinen Ein­
gang.]
l i l a . [Auch das Huhn trinkt, und Курица вся три денежки ( = l V a
kostet doch bloß drei Kopeken.] Kopeken), да и та пьёт.
Пьян бывал, а ума не пропивал
(. . . doch ich hatte meine Sinne
beisammen).
111b. [W enn der Bauer sich be­ Крестьйнин пьян, сам себе пан
trinkt, ist er sein eigner Herr.] (Sn 183).

112. Der Wein erfreut des Menschen Вино сердце человека веселит.
Herz (Psalm 104, Bi 3994). Винцо красит сердце и лицо.

113. T r in k und vergiß dein Elend Пей — т о с к а пройдёт.


(L 879).
114. Amate, die ihr noch jung seid, Русский и с горя, и с радости
cantate, da ihr traget Leid; doch пьёт.
ob ihr habet Lust oder Weh, ob
jung, ob alt seid, — bibite (trinkt)!
(L 879).
c) Trinkphilosophie.
115. [T r in k s t du, so stirbst du; Пить — помрёшь, не пить — по­
trinkst du nicht, so stirbst du auch; мрёшь, так лучше уж пить.
also ist es am besten, du trinkst.^ Пить — горе, а не пить — вдвое.
116. Trink ich Bier, so werd’ ich faul
trink ich Wasser, häng’ ich’s Maul
trink ich Wein, so werd ich voll
weiß nicht, was ich trinken soll.
Alter Spruch (L 879).
d) W arnung vor dem Trinken.
117. [W e in und Handwerk vertra­ Вино ремеслу не товарищ (вино
gen sich schlecht.] = Branntwein).
118. Das viele T r in k e n führt zum Много пить — добру не быть.
Hinken (K).
119. Wer allezeit s ä u ft und Пить до дна — не видать добра.
schlemmt, behält zuletzt kein gan­
zes Hemd (Bi 3180).
120. Mit S a u fa u s ist’s bald aus К то винб любит, тот. сам себй
( K ). губит (11412, Се1. 139).
T 121 235 Т 134

121. W o W e in geht ein, geht Witz Хмель шумйт, ум молчит.


aus (Bi 3997).

122. W e in aus der Kanne, Vernunft В ковшичке не стало, к ретйву


in die Kanne (K ; Dü II. 484). Eur. сердцу пристало.

123. Ist der W e in im Manne, ist der


Verstand in der Kanne (Bi 4002).

124. [Dem Mutigen hilft der Himmel, Смелым Бог владеет, а пьяным
der Betrunkene aber ist ein Spiel­ чорт качает.
ball des Teufels.]

125. Wer täglich im W e in schwimmt, Кто пьёт много вина, тот скоро
muß endlich darin ersaufen (Se сойдёт с ума.
408).
126. [W ein läßt schuldig werden.] Винб вину творйт.

127. T r u n k e n b o ld hat Schimpf Всяк пьяница обнищает.


zum Sold (K 6081).

128. [Der Trinker kommt an den


Bettelstab.]

129. [Der Kirche einen Fünfer, in die Б огу пятак, да в кабак четвертак.
Kneipe einen Viertelrubel.] Vom В кабак пойдёшь, суму найдёшь
Bauern unter dem alten Regime. (Schenke — Bettelsack).

e) Gutgemeinte Ratschläge.
130. [W a sse r trübt den Verstand Пей вбду, вода не смутйт ума.
nicht.]

131. Wer zum Tranke W a s s e r


nimmt, selten dem die Fußgicht
kömmt (L 969).

132. Das Beste ist das W asser. Вода — всему голова.


Grie.: ’A iotov fxh üÖjjq (Pindar Х леб — батюшка, водйца — ма­
um 500 v. Z.). тушка.
133. *Trink W a s s e r wie das liebe Ч е л о в е к не скотйна, больше ве­
Vieh und glaub, es wär’ Kram­ дра не выпьет.
bambuli.
134. B ie r auf W e in , das laß sein, Н а .п й в о в и н о — вредно оно,
Wein auf Bier, das rat’ ich dir а на вино ийво лей смело, игрйво
(Se 408). (11402)!
T 135 — 236 — Т 142

135. [Lobe das B ie r nicht, bevor du Не хвалй пиво, разлйвши, а хвалй,


es gekostet.] распйвши.
[Bier trinkt jedermann . . .] Пить пйво — не беда; любйть
девку нет вреда.
135 a. Wein trinken ist gut, doch Пить добро, а не пить и л^чше
best, wer’s Trinken unterläßt. (Das того.
steht in keinem Wirtshaus.)

f) Die Rolle der Wodka.


136. [Ohne Schnaps findet man sich Без водки не разберёшь. Vgl. Его
nicht zurecht. Auch etwa: Ohne разбирает. Er wird berauscht.
Schnaps bekommt man keinen
Rausch.] Ein Wortspiel.

137. [Wodka brennt den Mund, ist Водка рот дерёт, а хмель не берёт.
aber gesund = berauscht nicht.]

138. [Ohne Schnaps ist einem die Без водки су х о в глотке (II 405).
Kehle zu trocken.]

139. Der Deutsche trinkt abends den Чай, кофе — не п он утр у; была
Wein und morgens die Hefe (d. i. бы вбдка по утру.
B r a n n tw e in ) (K). (Tee bekomm t mir nicht, noch
K affee; hätt* ich morgens bloß
mein Schnäpschen.) *

140. [Ein Gläschen Schnaps zur Ge­ Чару пить — здорову быть; вто­
sundheit, ein zweites zur Erhei­ рую пить — ум веселйть;
terung des Gemüts; . . . nach dem . . . пйтую пить — пьйну быть
fünften ist man betrunken.] (II 407).

141. [Der erste Schnaps stärkt, der Первая рюмка крепйт, другая ве-
zweite macht lustig, der dritte ist селйт, а третья морйт.
vom Übel (tötet).] Ähnlich türk. Solcher Abzählverse über Rang und
(Wein). Wert der einzelnen Gläschen gibt es
eine ganze Reihe. Die letzten Gläs­
chen, vom 5. aufwärts, aber auch
schon das 3., gefährdet die Gesund­
heit.

g) Trinkertrost.
142. [Der Trinker schläft seinen Пьяница проспйтся, а дурак ни
Rausch aus, der Dussel aber ist zu к чему не годйтся.
nichts nütze.]
T 143 — 237 — Т 154

143. Steter Tropfen höhlt den Stein Капля по капле и камень долбйт.
(K 6066). Der Gedanke ist antik.
Lat. (Ovid, Ex Ponto 4, 10), mlat.
Gutta cavat lapidem non vi, sed
saepe cadendo. E ur.; chin.f jap.
143 g. [Den Buckligen heilt das Grab, Горбатого могйла, а упрямого ду-
den Trotzigen der Knüppel.] бйна.
144. Im Trüben ist gut fischen В мутной воде хорош о рй бу ло-
(K 6068). E ur.; eng. T ’is good вйть.
fishing in troubled waters.
145. [Meeresstille ist trügerisch.] Не верь тишине морской.
146. [Der Trunkene kennt keine Ge­ Пьйному море по колено.
fahr.]
147. Trunkner (trunken) Mund ver­ Что у трезвого на уме, то у пья­
rät des Herzens Grund (K 6078). ного на языке.
Eur.

148. Trunkene Freude, nüchternes На радостях запьёш ь, с горем об


Leid (L 882). руку пойдёшь (11404).
149. Trunken gesündigt, nüchtern Вино полюбйл, семью разорйл.
gebüßt (K 6076). Germ. Пьяного грехй, трезвого ответ.
150. Ein guter Trunk macht alle Чару пить — здраву быть (II 409).
jung (L 881).
151. Der Trunk nimmt Sorgen, aber Пей, — тоска п р ой д ёт. . .
nur bis morgen (L 881).

152. Was du nicht willst, daß man Коли хочешь себе добра, то ни­
dir tu’ , das füg’ auch keinem an­ кому не делай зла (1165).
dern zu (Tobias 4, 16, Bü 40). Чего себе не желаешь, того и
Vgl. Jap. Was man andern tut, ge­ другу не творй.
schieht einem selbst (E m l9 5 2 );
chin. (P 213).

153. [Schlage nicht mit der Peitsche Не бей в ч у ж й е ворота плетью,


an ein fremdes Tor, wenn du nicht не ударили бы в твой дубйной
willst, daß man mit einem Knüttel (K li 97).
an deines poltere.]

Tun.
154. Jung gewohnt, alt getan (K С чем кто родйтся, с тем и оста­
3215). Holl.у sw.у rom. нется.
T 155 238 U l

Каков чорт от люлыш, таков и в


могйлку.
155. Es ist nicht so leicht getan wie Скоро сказка сказывается, да не
gesagt (Bi 3137). скоро дело делается.
Не всё творйтся, что просто го­
ворится.
156. Was du tust, so bedenke das Сначала думай, а под конец д е ­
Ende (L 887, Sirach 7, 40). лай.
157. Selbst getan ist bald getan Не верь повару, идй сам по воду.
(Dü II.). Eur.
158. Was ich denk’ und tu, trau ich Кто что сам творйт, то и о другом
auch andern zu (Pw). говорйт.
159. Tugend überwindet Gewalt (Dü Добродетель преодолевает сйлу
II. 490). Holl.у frz. (Sn 95).
160. Alles vergeht, Tugend besteht
(L 886). Holl, у nord.
161. Tugend hin und Tugend her, Х уд Роман, коли пуст карман.
ohne Geld bin ich ein armer Herr
(L 886, Bi 3758).
162. Ein jeder k eh re (fege) vor sei­ Метй перед свойм крыльцом.
ner Tür (K 5973). Germ.y frz. Vgl. Всякий Еремёй про себя разумей.
Chin. Jeder fege den Schnee vor
Знай себя, и того будет с тебй.
seiner Tür (P 191).
Глядй, налёт, на свой полёт.
Указчик Ерёма указывай дома.
Tyrann (im Hause).
163. [Der H a u s h e r r schaltet und Хозяин в дому — что хан в К ры ­
waltet wie ein Tatarenchan.] му.
164. [Der H err im Hause ist wie ein Хозяин в дому — что медведь в
Bär im Walde, die Frau im Hause б о р у ; х о з я ю ш к а в дому — что
gleicht einem Pfannkuchen mit оладышек в меду.
Honig.]

и
Übel s. U n g lü ck .
1. Überall wird mit Wasser gekocht Х леб везде хорош . . .
(He 94).
U2 — 239 — U 11

2. Überall geht die Sonne auf (Dü II. И за горами жив^т люди.
494). Eur.

3. Überall bäckt man Brot, im Ofen И за морем горох не под печку


u. a. Vgl. Andere Leute. сеют.

3 a. Überfluß macht Überdruß (Dü [ ]


II. 495).

4. Übermut tut selten gut (K 110)» Не давай себе воли, не будешь


терпеть неволи.
(Laß deinen Wünschen nicht
freien Lauf, sonst bist du ihr
Sklave.)
5. Teuer verkaufen ist keine. Sünde За запрос денег не берут (11310).
(Dü П. 530). = [Daß Überpreise
gefordert werden, kostet den Kun­
den nichts. Humor.]

In Übersee.
6. D r ü b e n , wie bei uns zu Land, s. L a n d .
hängt man die Wurst auch an die
Wand (Pw)

7. Was fr e m d , bezahlt man teuer За морем корова по деньге (7г K o ­


(K 1519). peke), да перевоз рубль.

8. [Was übrig b le ib t. . .] Сокол с места, ворона (садйтся)


на место.

9. Übung macht den Meister (K По выучке мастера знать.


6116). E ur.; eng. Use makes ma- Чему учйлся, тому и пригодйлся.
stery; frz. Usage rend maitre. Не учась, и лаптя не сплетёшь.
Schon antik (S 2 ,8 8 ): Fabricando
Бей галку и ворон у: руку на­
fit faber. Chin. (P 280).
бьёшь, с о к о л а убьёшь.
Umgang.
10. Sage mir, mit wem du umgehst, Скажй, с кем ты знаком, и я ска­
und ich sage dir, wer du bist ж у, кто ты таков (Sn 369).
(L 893). Eur. С кем хлеб-соль водишь, на того
и походишь.
С кем поживёшь, у того и пе­
реймёшь.
11. W omit man umgeht, das hängt Около чего потрёшься, того и на­
einem an (K 6120). берёшься.
U ll — 240 U 25

12. Guter Umgang verbessert schlech­ G добрым поведёшься, добро пе­


te Sitten (K 6118). реймёшь (11 47).
13. [Nicht die Umgebung (der Platz) Не место красит человека, а че­
macht den Menschen schön, son­ ловек место.
dern der Mensch die Umgebung
(den Platz).]
14. *Der Mensch adelt den Platz.

15. Besser umgekehrt als unrecht ge­ J


fahren. Grie.
16. Umkehren ist besser als irregehen
(K 6122).
17. Umsonst ist der Tod (K 6123). Даром, петь — горло дерёть (vs.
[Man tut nicht 'gern etwas u m ­ jür драть).
s o n s t.] Сухая ложка рот дерёт.
(Irock n er Löffel kratzt denMund.)
18. [Unbesehen kauft man nur Eier.] За глаза ййца торгую т. За глаза
% и ййца нельзй купить.
19. [Der Mensch soll nicht unauf­ Не криви душой.
richtig sein.] Vgl. Jap. Sein Herz (Dein Herz sei nicht krumm.)
ist krumm (Em 1487).
20. Unbrauchbar . . . Был конь, да съёздился. Red.
21. Undank ist der Welt Lohn [ ] Б рю хо — злодей: ста­
(K 6127). Eng., frz., it., nord. рого добра не пёмнит.
22. Unersättlich . . . Сытых глаз на свете нет.
Введённой кадки водой не на­
полнишь. Slav.
23. [Nicht der W olf, der Mensch ist Сытый волк смирнее ненась'ггного
ein V ie lfr a ß .] человека.
Стоит по горло в воде, а пить
просит.
Тебй звали обедать, а ты пришёл
объедать (schmarotzen, sich voll­
fressen). Wortspiel.
24. [Unfreiwillig folgt die Nadel dem Куда иголка, туда и нйтка.
Faden.] (Die Ehefrau folgt dem Mann.)
25. Vgl. [Er ging freiwillig mit, just Охётой пошёл, как коза на верё­
wie die Ziege an der Leine.] вочке.
и 26 241 — U 34

26. Ungebundenheit. . . Дай душе волю, захочет и боле.


26 а. Der Ungeschickte hat bald Одйн с сош кой, а семеро с ложкой.
Feierabend (K 6145). Ähnlich chin.
27. [Ungleiches paßt nicht zuein­ Горш ок чугуну не товарищ.
ander.] Ungleich trennt die Freund­ К онь корове не товарищ.
schaft.
Базар базару рознь.
28. Der Esel und die Nachtigall Дерево дереву рознь.
haben beid’ ungleichen Schall Гусь свинье не товарищ.
(S e99). Mhd.
Canör лаптю не брат.
♦Pferd und Esel lassen sich nicht
vor einen Pflug spannen.
Am bekanntesten: Пеший конному не товарищ.
29. [Nicht jedem geht es so gut wie Не всйкому по Й кову, кому-нибудь
dem Jakob . . .] и Гаврйла (КИ 71).
30. Wider Unglück hilft keine Kunst От греха не уйдёшь, от бедъ'г не
(K 6170). упасёшься.

31. [Wider Unglück ist kein Krautf От беды нет зелья.


gewachsen.]
32. Ein Unglück kommt selten allein Беда не ходит одна. Slav.
(K 6161). Altind., arab., lat. (S 2, Беда беду родйт.
29). Chin. (P 155).
Беда семь бед приводит.
33. Das Unglück schreitet schnell [ ] Несчастье входит пудами,
(Schiller, Glocke), — kommt über . . . а счастье золотниками.
Nacht (Dü II. 507). Nord.
34. [Ergib dich dem Unglück, und П окорйсь беде *и беда тебе по-
das Unglück wird sich dir ergeben.] корйтся.
34 a. [Unglück zehrt, Unglück lehrt.] Беда вьшучит, беда вйучит.
34 b. Kein IJnglück so groß, es hat При несчастий и счастье. Нет худа
ein Glück im Schoß (K 6156), — es без добра.
ist ein Glück dabei (Dü II. 510).
Eur.
Vgl. Jap. Unglück = Brücke zum
Glück (Em 3309).
34 c. G leiches Unglück macht Freund­ [ 1
schaft (K 6155). Grie.
34 d. [Unglück ist des Dummen Nach­ Беда глупости сосед.
bar.]
16
и 35 — 242 - U 46

35. [Man soll alles Unglück mit Семь бед, одйн ответ (. . . eine Ver
einemmal abmachen oder die Un­ antwortung).
glücksfälle als Pauschale betrach­
ten, die nicht mehr als e in e r Auf­
regung wert ist.]
36. [Freu dich nicht über des Nach­ Не смейся чужой беде, свой на
bars Unglück, vielleicht naht dir гряде (im Anzuge).
dein eigenes schon.]
Vgl. Poln. Fremdes Unglück ist
zuweilen ein Fest.
37. Unglück im Spiel, Glück in der Несчастлив в игре, тай счастлив в
Liebe. Frz., it. любвй.

38. Dem Unglück kann man nicht От бедй не уйтй.


entlaufen (L902).

39. Wer Unglück haben soll, bricht Чему быть, того не миновать.
den Finger im Hirsebrei (L 902).
40. Wer Unglück haben soll, stolpert ♦Кому не везёт, тот в мььле на
im Grase und bricht sich die Nase гвоздь наткнётся.
(He 96, L 902).
41. [Wer kann für Unglück?] С кем бсд й не бывает?
На грех мастера нет.
42. Unkraut vergebt nicht (K 6174) Худбе споро, не сживёшь скоро.
Mlat. (S 1, 121).
42 a. Wer Unnötiges kauft, wird bald Купишь лйшнее, продашь нужное.
Notwendiges verkaufen (K, Se).
43. Unrecht Gut tut nicht gut Нажйтое грехбм не устроит дом.
(K 2474). Auch chin. (P 129).
44. Unrecht Gut gedeiht nicht (Se Чужбй кусок в рот нейдёт.
346). Lat. Male parta male dila- Неправдой нажйтое впрок не пой­
buntur (Paulus Diac., 8. Jhh.; дёт (. . . gereicht nicht zum Se­
ähnlich Plautus; ebenso Cicero. gen).
Vgl. Gewinnen.
« Чужбе добро не впрок.
45. Unrecht Gut kommt selten auf Неправая нажйва детям не раз-
den dritten Erben (Dü I. 648). Eur. жйва (Gewinn).
46. Besser Unrecht leiden denn Un­ Лучше терпеть, чем обйду чинйть.
recht tun (K 6l90). Лучше терпеть самому, чем беду
сделать кому.
и 47 — 243 — U 55

Unrecht schlägt den eigenen Herrn [ ]


(Gf 286).
Unterlegen.
47. Auf dem, der unterliegt, soll man Лежачего не бьют.
nicht sitzen (K 6202).
48. Man soll seinen Feind nicht Не ставь недруга овцою, ставь его
unterschätzen. волком.
Unterschied.
49. [Es stirbt nicht jeder, der krank Не всякий умирает, кто хворает.
ist.]
50. Untreue schlägt ihren eigenen [ ]
Herrn (K 6207, He 98). Eur.
51. Unverhofft kommt oft (6211). Чего не чаеш ь, то получаешь.
Altrömisch. Eur. (W as du nicht vermutest, das
trifft dich.)
Не чаяно, не ведано, а беда на
дворе.
51 a. Zur U n zeit. . . Не тогда с о б а к кормйть, когда
на ловлю ехать.
Menschliche Unzulänglichkeit.
52. *Ler Mensch kann nicht höher Выше лба уши не растут.
schnauben, als ihm die Nase ge­ И сокол вй ш е солнца не летает.
wachsen ist.
За м у х о й eder за в е т р о м в поле
не угонйешься.
[In deinen Ellbogen kannst du Своего л о к т я не укусиш ь.
nicht beißen.]
[Mit dem Fächer vertreibt man den Веером (Fächer) т у м а н а не раз­
Nebel nicht.] гонишь.
[Alle Blumen der Welt kannst du Со всето с в е т у не соберёшь цвету.
nicht sammeln.]
53. * Geringe Ursache, große W ir­ От одного слбва — да на век
kung. ссора.
Ursache.
54. Aus einem kleinen Funken kommt От малой йскры, да большой по­
oft großes Feuer (Bi 1167). жар.
55. [Hat sich ein Krallchen ver­ К оготок увйз — всей птйчке про­
fangen, so ist es um das Vöglein пасть.
geschehen.]
16 *
V l — 244 — V8
1-----
У
1. Eher ernährt ein Vater zehn Kin­ Одйн отец прокормит 9 детей,
der als zehn Kinder einen Vater нежели 9 детей одного отца
(K 6225). I t ., span. (100 Kinder). ( I I 159).
Vater s. Vererbung.
1 a. [Jedes Land ist dem Menschen Всйкая * страна человеку отёче-
ein Vaterland.] Mlat. Ubi bene, ibi ство.
patria. (Vgl. Cicero, Tusc. 5,37.)
1 b. W o wir uns bilden, da ist unser [ X
Vaterland (Goethe, Zeu 385).
1 c. [W o es genügend Brot gibt, da Там отечество, где хлеба доволь­
ist unser Vaterland.] но. Slav.
Verbannung.
2. [Weiter als bis zur Sonne kann Дальше солнца не сошлют.
man keinen verschicken.]
Trost des Verbannten: Sibirien ist
gar nicht so weit wie die Sonne.
3. [Eine Verbeugung verrenkt dir Поклбиом шеи не свихнёшь.
den Hals nicht, — macht dir kein С поклону голова не заболйт.
Kopfweh.]
4. Verbotene Früchte sind süß (Dü На запрётный товар падок весь
II. 526). Eur. базар.
5. [V e r b o t e n e Ware findet guten
Markt.]
Vgl. Verboten Wasser ist süßer als
offen Wein (Freid. 136). Eng. For-
bidden fruit is sweet.
6. Viel vertun und wenig erwerben, Без расчёту жить, себй погубйть.
ist der sicherste Weg zum Ver­
derben (K).
Böse Beispiele verderben gute Sitten s. B e is p ie l.
7. [WTas wir verdienen, das geben wir Что наживём, то и проживём.
aus.]
8. Vgl. [Was sie gebacken hat, das Что напекла, то и съела.
hat sie auch aufgegessen.]

Das Pferd, das den Hafer verdient, s. P fe r d .


kriegt ihn nicht (L 923) /
V 9 — 245 — V 20

9. [Kleiner Verdienst ist besser als Малый барйш лучше большого


großer Verlust.] накладу.
10. Wer Verdienst hat, spricht nicht [ •]
davon (L 923).
Vererbung.
11. Wie der V a t e r , so die Buben, Каков б а т ю ш к а , таков и сын.
[Wie der Acker, so die Rüben]
(L 914). Frz. Tel pere, tel fils.
Wie die E lte r n geartet sind, so
sind gemeiniglich die K ind’ (Dü
II. 645). Eur.
12. Der A p fe l fällt nicht weit vom По матери дочка.
Stamme.
*
13. A d le r brüten keine Tauben. Свинья не родйт сокола.
14. *Auch junge B ä re n brummen Кто родом кулак, тому не разо
schon. гнуться в ладонь.
ф
15. [Ein Auge verliere, wer Ver­ Кто старое помйнет, тому глаз
gangenes nachträgt.] вон.
Vergänglichkeit.
16. Was besteht, v e r g e h t (K). Всё мйнется*, одна правда оста
нется (* von минуть = мино
17. Die Welt ist rund und muß sich
вать).
drehn, was unten war, wird oben
stehn (Bi 4026). Проживём на свете, недблги наши
веки.
Vergebliche Mühe.
18. Es hilft kein Bad am Raben Чёрного кота не вьшоешь добела.
(Bi 2926).

18 a. Einen M oh ren kann man nicht


weiß waschen (Jerem. 13,23).
Grie.: Einen Äthiopier abreiben
(Bü 35). (Dü II. 616). Eur.

19. Ein magerer Vergleich ist besser Худой мир лучше доброй драки
als ein fetter Prozeß (K 6239).Eur. (ссоры ).
20. Es darf niemand über seine Ver­ Шйре себй жить — не добра на-
hältnisse leben. жйть.
Verkehrt s. G a u l am Schwanz auf­
zäumen.
V 21 246 — V 32a

21. Wer sich auf andere verläßt, der Не верь повару, идй сам по воду'
ist verlassen genug (K 6245). Holl.,
dän.; ähnlich frz., it.
22. [Den Verleumder hängt man im Я бедника на том свете за язйк
Jenseits an der Zunge auf.] вешают.
22a. Verleumdung gleicht der Kohle: Клевета как уголь: не обожжёт,
brennt sie nicht, so schwärzt sie так замарает.
doch.
Verlieren im Spiel s. S p ie le n .
23. Hin ist hin, verloren ist verloren Что с возу у п а л о , то пропало.
(K 2866). (Nach dem reichlichen Quellen­
nachweis bei T l. zu urteilen, gehört
dieses Sprichwort zu den meist-
gebrauchtcn.)
24. Die Vernunft muß herrschen Ум разумом крепок.
(L 934).
25. Ein Dieb verrät den andern nicht. Вор вора не выдаст.
26. Vom . Verräter frißt kein Habe Донбсчику первый кнут.
(K 6262).
Verschwendung.
27. Г е т Sparer gehört ein Z e h r e r В руках было, да по пальцам
(K 5613). сплыло.
28. Ein Sparer will einen Z e h r e r Отец накопил, а сын раструсил.
haben (Bi 3470).
29. Versehen ist kein Vergehen. Ошибка в фальш не ставится.
30. Versehen ist bald geschehen На грех мастера нет.
(K 6266).
31. Versehen ist auch verspielt (K [ 1
6265). Frz. Les fautes sont faites
pour le jeu.,
31a. Versprechen ist edelmännisch, [ ] = Ceh.
halten ist bäurisch.

32. Versprechen und Falten ist От слбва до дела — сто перегонов


zweierlei (K 6370). E ur.; frz. Pre- (W egstrecke).
mettre et tenir sord deux.
32a. Das Versprechen will ein Halten На посуле, как на ст^яе (поси-
haben (Pw). дйшь, да и встанешь)*
V 32b — 247 — V 38

32 b. Wer viel verspricht, hält wenig. Много сулит, да мало даёт.


Frz. Grand prometteur, petit don-
neur.
32 c. [In der Not verspricht man man­ Как тонут, так топор сулят, а как
ches, was man nachher nicht hält: вьггащут, так и топорйща жаль.
Eine A xt versprochen, später ist Ukr.t öeh.
für den Retter auch ein Axtstiel
zuviel] = N 7 6 : Sucht man Hilfe
in der Not usw.
Versprechen.
32 d. [Leere W o r t e machen nicht Соловьй б а с н я м и не кормят. Ceh.
satt.] (Ein sehr gebräuchliches Wort).
32e. [Die Luft läßt sich mit W o r te n В оздух с л о в а м и не наполнишь.
nicht füllen.]

33. [Verstand ist das einzige, das Только ума на деньги не купйть —
man sich um Geld nicht kaufen у кого денег нет.
kann — wenn man keins hat.]
Humor. •

34. [Viel Verstand, doch wenig Ver­ Ума палата, да разуму маловато.
nunft.] Red.
34 a. [Auch vor lauter Verstand ver­ Люди и от ума сходят с ум а.
lieren die Menschen den Verstand.]
34 b. [Eine Handvoll Glück ist besser Горсточка счастья лучше воза
als eine Ladung Verstand.] Vgl. ума (Се1.).
W 108.

34 e. Verstand läßt sich nicht ein­ Ума лож кою не вольёшь.


trichtern.
*
35. [Wer Verstand hat, aber keine Ум без разума беда.
Vernunft, mit dem steht es
schlimm.]

36. [Erst die Vernunft verleiht dem Ум за р а з у м о м не хбдит.


Verstände Wert.] Ум разумом крепок (Sn 418).
37. W o Verstand ist, da braucht es Какой разум, такой и разговор.
nicht viele Worte (L 938).

38. Vernunft verhält sich zum Ver­ [ ]


stände wie ein Kochbuch zu einer
Pastete (L. Börne, Aphor. 82).
V 39 — 248 — V 53

39. [Hast du G r ip s , so hast du Geld.] Был бы ум, б^дет и рубль.

40. [W o ein Rubel ist, da ist auch Где рубль, там ум; где нет рублй,
Verstand.] там и нет ума.

41. [Wer einen Rubel hat, der hat Рубль есть — и ум есть; нет
auch Verstand.] рублй, нет ума.
42. Von beschränktem Verstände Вйдом орёл, а умом тетерев.
sein. Red.

43. [Verstand geht nicht nach Klei­ По платью встречают, по уму про­
dern.] вожают.
44. [Greife nicht zu solchen Sachen, Чего дёлать не умеешь, за то и не
die du nicht verstehst zu machen.] хватайся.
45. Wer nicht versteht, dem’s nicht
gerät (K 6281).

46. Was schadet Versuchen? (K ПошГггка не пйтка.


6284).

47. Vgl. Probieren geht über Stu­


dieren.
♦Versuch macht klug.

48. Vertun ist leichter denn Gewin­ Пошлй грошй на рбскоши.


nen (6285).
Verwandter.
49. Ein Freund in der Not ist besser Блйжний сосед лучше дальней
als ein Bruder in der Ferne родни.
-(K 1545). Vgl. Jap. Ein Fremder
in der Nähe ist besser als ein V e r ­
w a n d te r in der Ferne (Em 3068).

Verwandte.
50. [Jedem ist seine Verwandtschaft Всйкому свой соплй сладка ( I I 174).
lieb.]
Verwandtenlob.
51. [Jede Fichte rauscht für ihren Всйкая сосна своему бору шумйт.
Wald.]

52. [D as Lob ist nicht so ernst zu Умён сын Иванушка. Кто хвалит?
nehmen.] Матушка (Sn).
53. [Wir werden schon handelseinig; Свой люди — сочтёмся.
sind wir doch Verwandte.]
V 54 249 - V 65

54. Wer viel faßt, läßt viel fallen М ногого искать станешь, ничего
(He 98). не достанешь.
[Wer viel haben will, kommt zu
nichts.]

55. Viel Geschrei und wenig Wolle Много шуму, мало толку.
(K 2067). Eur. Vgl. Geschrei.

56. Wer viel anfängt, beendet wenig За всё браться, ничего не сде­
(Dü II. 551). Germ. лать.

56a. Viel und Gut ist selten bei­ Дбброго помалу.


sammen. Х орош его по немнбжку

57. Wer vieles (vielerlei) beginnt, gar Кто за всё хватается, тот ничего
wenig zustande bringt (К 63i6, не сделает.
177). Lat. Non multa, sed multum
(Plinius ф J. Ep. 7).

58. Viele Hirten, übel gehütet (Dü s. K ö c h e .


II. 557). Germ.

Viele Federn machen ein Bett (Bi923) s. F e d e r n , F 17. [ ]

59. Viele Hände machen schnell ein *Колхбзная работа — кому не


Ende (K 2576). Mlat., eur. охота ?

60. Viele wissen v ie l, keiner alles [ ] .


(Bi 3868).

61. [,Vielleicht ist kein Gott, aber ,Авось* не бог, а полббга есть.
doch ein Halbgott.] Auch: ,Авбсь* велйкое с л о в о ...

62. Vier Augen sehen mehr als zwei Ум хорош о, а два л^чше.
(K, Pw).

63. Wie der Vogel, so das Ei (K 6325) По матке и детки.


Eur.

64. Jeder Vogel singt, wie ihm der Всякая птйца свой песни поёт
Schnabel gewachsen ist (K 6324). oder свойм голосом поёт.
Mlat.

65. Schöne Federn machen schönen Уберй (нарядй) пень в вешний


Vogel (K). день, и пень хорош будет.
(Schm ücke einen Baumstumpf im
Frühjahr, und auch der wird
schön sein.)
V 66 — 250 — V 78a

66. Der eine klopft auf den Busch, Работнику полтйна, нарядчику
der andre fängt den Vogel (K 786). рубль.
= Eng., holl., frz .; it (Hase).

67. Den Vogel erkennt man an den Птицу (паву) по перьям знать.
Federn (Bi 924). Знать птицу по полёту. Slav.

68. Jeder Vogel hat sein Nest lieb. Всяк кулйк своё болото хвалит.
Mlat.

69. Jedem Vogel gefällt sein Nest Глупа та птица, которой гнездо
(K 6328). Eur. своё не мйло.
\
70. Es ist ein böser Vogel, der sein Никакая птица своё гнездо не
Nest beschmutzt (K 6329). Eur. гадит (II 52).

71. Vögel, die zu früh singen, fängt Рано пташечка запела, как бы
am Abend die Katze (K 6332). кошка не съела.

Ein Vogel in der Hand . . . s. S p e r lin g .

72. Volkes Stimme, Gottes Stimme. Глас нарбда, глас божий. Pol.
Grie. Bor) Xolov, / oy) fleov; lat. Glos ludzki, glos bosy. Slav.
Vox populi, vox dei. Frz.

72 a. *Nichts ist vollkommen. И на (в) сблнце пйтна.


Die Voraussetzung darf nicht fehlen:
73. Erst Näschen, dann Frischen Будет корбва, будет и подойник.
(Dü I. 419).

74. Wer keinen K opf hat, braucht Лысому не за чем ссориться из-
keinen Hut (Dü I. 933). за гребёнки.

75. Erst Federn, dann fliegen (Se). [ ]


Vorbeigeschossen.
76. [Auf die Krähe legte er an, traf Метил в ворону, а попал в корову.
aber die Kuh.] Vgl.

77. [Er traf genau des Himmels Попал пальцем в нёбо.


Blau.]

Sich vordrängen.
78. [D rä n g e dich nicht, Freitag, vor За что? Не суйся, пйтница, попе­
den Mittwoch.] рёд средй!
78 a. [Du sollst dich nicht vor­ Не суйся вперёд, когда есть мёсто
drängen.] у дверей.
V 78 b — 251 — V 84

Voreilig.
78 b. Verkaufe die A a l e nicht, bevor Не убйв медвёдя, шкуры не про­
du sie gefangen hast (K). давай.

79. Man soll das Fell nicht verkaufen,


ehe der B är gestochen ist (K 386).

Vorfragen s. Ü b e r p r e i s e fordern.

80. Vorgetan und nachbedacht hat Задним умбм дела не поправишь.


manchen in groß Leid gebracht [Беда опрометчивости сосед.]
(K 6352). Eur.

80a. Es ist vorherbestimmt . . . Vgl. Вйдно, так на р о д у напйсано.


Schicksal.

Vornehm.
8Ga. [Fr lebt im Schweinestall, В свинарнике живёт, да по пан­
hustet aber auf Herrenmanier.] ски кашляет.
Humor. s

81. Vorrede spart Nachrede (K 6357). У говбр лучше денег.

Vorsatz s. W i l l e , W 129a.

81a. [Wer sich nicht vorsieht,kommt Не считай з в ё з д ы , а глядй под


zu Schaden, — hat das Nachsehen.] ноги; ничего не найдёшь, так
хоть не упадёшь.

82. Vorsicht ist besser als Nachsicht Опасёнье половйна спасенья (И


(Dü II. 572). Mlat.y nord. 422).

83. Vorsicht schadet nicht (K 6359). Не спросйв брбду, не ходй в воду.


Не знавши брбду, не мечйсь в воду.
(Ohne nach der Furt gefragt zu
haben . . .)
Не начавши, думай, а начав, де­
лай.

83 a. [Einem vorsichtigen Pferde kann Осторбжного конй и зверь не бе­


auch ein Tier des Waldes nichts рёт.
anhaben.]

84. Vorsicht ist die Mutter der Weis­ Не доглядишь оком, заплатишь
heit (Dü II. 671). Holl.у nord.у frz. боком.
(W as du nicht rechtzeitig siehst,
wirst du schmerzlich fühlen müs­
sen.)
V 84a — 252 - W 4

Vorsicht.
84 a. [Sieh zu, daß dir deine Hand-, Не бей дороже себй по роже
lungen nicht zu teuer zu stehen (Gel. 435). Ceh.
kommen = Schneide dir nicht ins
eigene Fleisch.]
85. [Den Behutsamen behütet auch Бережёного Бог бережёт.
Gott.]
86. [Halte Freundschaft mit dem С медведем дружй, а топор за
Bären, halte aber auch die Axt пазухой держй.
bereit.]
Vorsorge.
87. [Magst Kuchen essen, doch Brot Ешь пирогй, а хлеб вперёд бе-
für morgen nicht vergessen.] регй.
88. V o r s o r g e verhütet Nachsorge
(K 6362, Dü II. 672) = Nord.;
sinnverwandt eur.
88 a. [Lieber vorsorglich als reich.] Запасливый лучше богатого.
89. Wer nicht vorwärts kommt, Не потрудиться, так и хлеба не
kommt rückwärts (K 6373), — добйться (II 291).
&eht zurück (Goethe).
90. [Was dich nicht angeht, da laß Чужйми детками не загадывай.
deinen Vorwitz.]
Vorwürfe, unberechtigte, s. S c h i e f ,
S 65.

Wachsamkeit.
1. [Der Hecht im Meere ist dazu da, На то щука в море, чтоб карась
daß die Karausche nicht schlafe.] не дремал.
2. Man soll den Wagen nicht vor das С хвоста хомута не надевают.
Pferd spannen (K 6398).
3. Frisch gewagt ist halb gewonnen Смелость города берёт.
(K 1603). Lat., eur. Vgl. Gewagt, Смелый прйступ — половйна по­
G 146. беды.
4. Wer nicht wagt, gewinnt nicht Без риска и жизнь пресна (nüch­
(K 6388). Lat. Fortes fortuna ad- tern).
iuvat (Terenz, Phorm. 1,4). Риск благородное дело.
Где наша не пропадала!
W 5 — 253 — W 20

5. Erst wägen, dann wagen (L956). Сначала думай, а под конец делай.
6. Erst wäg’s, dann wag’s, erst Семь раз примерь, одйн раз от­
denk’s, dann sag’s (L 956). режь.

6 a. Eer Wagemutige besinnt sich Удалой долго не думает.


nicht lange.
7. Wer die Wahl hat, hat die Qual [ ]
(K 6403). Holl., sw.
8. Iß, was gar ist, trink, was klar ist, Хлеб-соль ешь, да правду режь.
sprich, was wahr ist (K 3196).
9. [Es ist nicht alles wahr, was die Не всё то правда, что лгбди го-
Leute reden.] ворйт.
10. Was Hans für wahr hält, ist dem У всйкого Павла свой правда.
Franz kein Bargeld (Se).
11. Wahrheit will an den Tag (Dü Правда — что шйло в мешке: не
II. 580). утайшь.
12. [Die W a h r h e i t ist wie die Ahle
im Sack: sie läßt sich nicht ver­
bergen.]
13. Wahrheit geht über alles. В а р в а р а мне тётка, а правда мне
сестра. Siehe Einleitung.
14. Die Wahrheit leidet wohl Not, Правда на огне не горйт, на воде
aber nie den Tod (K 6415). Eur. не тонет. Slav.
15. [Mit der Wahrheit muß man hin­ И 'стина сноснее вполоткрьгга (К гу-
ter dem Zaune bleiben.] lov).

16. Wer die Wahrheit wollte begra­ Правда тяжелее золота, а на во­
ben, müßte viele Schaufeln haben де всплывает.
(K 6425). Завалй правду золотом, а она
всплывёт (. . . sie schwimmt oben,
kommt zum Vorschein).
17. [Wahrheit ist Goldes wert.] Правда дороже золота.

18. Wahrheit gibt kurzer} Bescheid Правда не речйста.


(K 6423). Nord., it., port. На правду мало слов.
19. [Die Wahrheit spricht für sich Правда сама себй очйстит.
selbst.]

20. Wahrheit tut der Zunge weh Правда глаза колет, правда уши
(Bi 3928). дерёт. Slav.
W 21 — 254 — W33

21. Wahrheit gebiert Haß und Neid Правду говорйть — друж бу те­
(Dü II.). Mlat., eur. рять.

22. Wer die Wahrheit spricht, schlägt


den Freunden ins Gesicht (Dü II.
579). Eur.
23. Wahrheit findet keine Herberge. Правде нигде нет места.
Wer die Wahrheit spricht, findet Правда по миру ходит.
nirgends Herberge (K, Dü II. 583).
Eur.

24. Wer die Wahrheit geigt, dem Правду говорйть — себе досадйть.
schlägt man die Fiedel an den Kopf Ceh.
(Bi 3930).
Vgl. Jap. Goldene Worte wider­
streben den Ohren (Em 1391).
25. Kinder und Narren sprechen die Глупый да малый правду говорйт.
Wahrheit (Dü II. 581). Eur.

26. [Die Wahrheit ist heller als die Правда светлее солнца.
Sonne.]

27. [Die Wahrheit scheut kein Ge­ Правда суда не бойтся.


richt.]

27 a. Alles vergeht, Wahrheit be­ Всё мйнется, одна правда оста­


steht. нется (Се1. 63).
28. Wie man in den Wald ruft, so Каково в лес аукнется, таково и
schallt es wieder (Freid. 124). отклйкнется.
29. Wie es in den Wald hinein­ По спросу и ответ.
schallt, so schallt es heraus (K
6427). (Mlat.), dt., germ.; eng. As
you give, so you receive.

30. Wer die Stauden fürchtet, kommt Волка бойться, в лес не ходйть,
nie in den Wald (Se 93). Mhd. oder — грибков не есть.
31. [Wer vor dem W olf Angst hat,
kommt nicht in den Wald.]
32. [Je tiefer in den Wald, desto mehr Чем дальше в лес, тем больше дров.
Holz.] Sinn: Je weiter, desto komplizier­
ter wird es.
33. Er sieht den Wald vor lauter Из за леса дерева не вйдит.
Bäumen nicht. Red.
W 34 — 255 — W 44b

34. *Es kann keiner mit dem K opf Стены лбом не пробьёшь (п ро­
durch die Wand. колотишь, прошибёшь).
35. Man soll den Teufel nicht an die Не шутй чёртом: из дубйнки вы­
Wand malen (K 5881). палит.
[Не следует накликать беды.]
36. Die Wände haben Ohren (Bi Есть у менй с л о в е ч к о , да волк
3925). Chin. (P 50). не далёчко (für недалеко).
37. Gute Ware lobt sich selbst (Bi Хорош ий товар сам себй хвалит.
3909). Eur.
38. Schöne Worte müssen schlechte Не хвалй, не продаш ь; не хулй,
Ware verkaufen (Dü II. 111). Nord. не купишь.
Будешь торговать, станешь пло­
хой товар хвалйть (11314).
39. Leicht Geld, leicht Ware (Pw Дёшево, да гнйло.
u. a.).
40. [Magst du die Wärme, so dulde Любишь теплб, и дым терпй.
den Rauch.] =
41. W er’s F e u e r haben will, muß
den Rauch leiden (K 1361).
41a. [Wärme wirkt Wunder = Sauna Пар костей не ломит ( = Пар в
heilt Rheuma.] русской б а н е хорош от ломоты
— Gliederreißen).
41b. [Fehlt ein Pelz, wärmt auch der И кафтан греет, когда шубы нет.
Rock.] Vgl. Fehlt’s an Wein, tut’s
auch das Wasser.
Warme Füße s. Kopf.
r
42. Die warten kann, kriegt auch Девушка зреет — не малйна: не
’nen Mann (K 6442). опадёт, замуж поспеет.
43. Sieben Mann pflegen auf einen Семеро одного не ждут.
nicht zu warten =
44. Sieben sollen nicht harren auf
einen Narren (K 2625).
44 a. [Zu Mittag warten zweie nicht Двое одного обедать не ждут,
auf den Dritten . . .] [а смелый и одйн ест] (Се1. 500).
Slav.
44 b. Zeit bringt alles, wenn man В е к протйнется, на всйкого до­
warten kann (Pw). станется.
W 45 — 256 — W 59

Warten.
45. [Tie Sonne kommt auch einmal Когда-нибудь солнышко и в наше
an unser Fenster.] Vgl. Geduld. окош ко заглянет.
46. Deine Wäsche wasche zu Hause. Cöpy из избы не выносй (выметай).
Afrz., rumän. (S 1,26); chin. И збуш ку метй, а сор под порог
(P 54). кладй.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht s. weiß.
heiß
47. Wasser vor allem. Grie. Вода всему голова.
48. Stille Wasser sind tief (K 6520). В тйхом омуте черти водятся
E ur.; eng. Still waters run deep. (Uralter Aberglaube).
49. Stille Wasser haben tiefen Grund Тйха[я] вода берега подмывает.
(K 6521). В тйхой в о д е омуты глубоки.
In trübem Wasser fischen (K 6535) s. Im T r ü b e n .
50. Mit Wasser und Brot kommt Х леб да вода — здоровая еда.
man durch alle Not (L 78).
51. Begossene Hunde fürchten das Кто на молоке обж ёгся, тот дует
Wasser (Se). и на в о д у .
52. Anderswo wird auch mit Wasser Едйт хлеб не в одном вашем
gekocht (K 3675). дворе.
53. Nichts ist dauernd als der W ech­ Всему мена да перемена.
sel (Börne). Lat. Omnia mutantur Всему бывает перемена.
(Ovid, Met. 15, 165).
Всё перемелется, мука будет.
Wechsel.
54. Andre Jahre, andre Haare (Bi Иное время, иное бремя.
1946). *
55. Wer am Wege baut, hat viele [ • ]
Meister (K 6540). Eur.
56. Guter W eg um ist nie krumm [ ]
(K 6543). Mhd. (Freid. 131).
57. Der g e r a d e W eg ist der beste Где вйден путь прямой, там не
(K 6546). езди по кривому.
58. [Ein kluger Gefährte kürzt den Умный товарищ — половйна д о-
W eg um die Hälfte.] рбги.
59. Alle Wege führen nach Rom Все дороги ведут в Рим.
(L 739). Eur.
W 60 - 257 — W 71a

60. Unsere Wege trennen sich. = Пеший конному не товарищ.


[Der Fußgänger ist dem Reiter
kein Weggenosse.]
61. [W o es nicht weh tut, da juckt У кого не болйт, у того и не свер-
es auch nicht.] бйт.
62. M ann ohne Weib, Haupt ohne Мужйк без бабы, что гусь без
Leib (Dü II. 76). Vgl. Mann. ВОДБ1.

63. [Ein Weib kann man nicht wie Ж ена не сапог (лапоть), с ногй
einen Schuh wieder ausziehen.] не сбросишь.
64. [Ein braves Weib und eine Добрая жена да вкусные щи —
leckere Kohlsuppe . . .] с нйми век живй oder и лучше
не ищй.
65. Wer da schlägt sein Weib, trifft Муж жену берегй, как трубу на
seinen eignen Leib (K 6587). бане (feuergefährlich, weil aus
Holz).
66. [Liebe dein Weib von ganzem Любй жену, как душ у, трясй её,
Herzen, schüttle es, daß die Glie­ что груш у (Birnbaum).
der schmerzen.]
67. [Klopfe den Pelz aus — es wird Ш убу бей — теплее, жену бей —
dir wärmer; klopfe das Weib, sie милее.
wird dir lieber.] Бабу не бить — добра не видать
(Dieses Wort ist auch anders über­ (11 122 ).
setzt worden:
Klopfe deinen Pelz mit Hitze, dein
W e ib aber mit Sanftmut(?)
68. Weiber und Pferde wollen ge­ Бей жену, что шубу, а любй её,
schlagen sein (Se 360, К 6576). что душу.
Mlat., frz.
69. Nußbäume und Weiber wollen
geschlagen sein (Ebenda und К
6577). Eur. (Nußbaum, Esel,Weib).
70. Wer sein Weib schlägt, dem Бей жену больней, б^дут щи вку­
bessert Gott die Nahrung (Se 360). сней.
71. Umgekehrt: [Wohl schilt das Бранйт жена мужа, а бить его не
Weib den Mann, doch lege sie nicht нужа (Sn 21).
Hand an.]
71a. [In alten Zeiten schlug der Mann В стары годы бывало, муж жену
wohl die Frau, heute ist es um­ бивал, а теперь ж е н а мужа бьёт.
gekehrt.]
17
W 71b — 258 — W 82

Mann und W eib:


71b. Ein Herz und eine Seele . . . Муж да жена — одна душа.
72. Nährt das Weib den Mann, muß Горе тому^ дому, коим владеет
er ihr Spielball sein (Se 360). жена (11119).
73. W o Weiber führen das Regiment,
da nimmt’s selten ein gut End
(L 989).
74. Drei Dinge treiben den Mann aus От пожара, от потопа, от злой
dem Hause: Rauch, ein übel Dach жены — Боже сохранй!
und ein böses W eib (Dü I. 303). (V or Feuer und Wassersnot, vor
Eur. einem bösen Weibe bewahr' uns
Gott.) Schon grie.
74a. Wer der Weiber Joch muß tra­ Х удо мужу том^, у которого
gen, hat von großer Not zu klagen. жена большая в дому.
75. W o der Teufel nicht hinkommt, s. T e u fe l.
da schickt er ein altes AYeib hin
(K 5902).
76. [Lieber Wasser und trocken Brot Лучше хлеб есть с водою, oder
als mit bösem Weib in Not.] лучше жить с змеёю чем жить
со злою женою.
77. [Die Mädchen sind gut und Девушки хорош й да пригожи, да
schön, wo kommen bloß die bösen отколь же зльге жёны берется ?
Weiber her?] F inn.: Gute Mäd­
chen, schöne Jungfrauen, — woher
kommen nur die bösen A lt e n ?
78. Glaube keinem Weibe, wenn sie Не верь коню в поле, а женё в
auch tot ist (K 6560). Frz. доме.
79. Weibern und Geschoß soll nie­ Не верь ветру в море, а женё в
mand trauen (K 6559). It. Donna доме.
e mobile (Verdi, Rigoletto).
79 a. [W o ein Weib ist, da braucht Где баба, там не надобен чорт.
man den Teufel nicht mehr.]
80 . Einem bösen Weibe soll man eher Лучше терпеть самому, нежели
weichen, als es schlagen (Se 360). беду делать кому (Sn 212).
81. Weiberlist — nichts darüber ist Нет в лесу столько повёрток,
(K ; Dü II. 612). Holl., nord., it. сколько у бабы увёрток (K niffe).
82. Weiber und Kastanien sind aus­
wendig am schönsten (Se 352).
г 1
W 83 — 259 W 93

83. Das W eib und der Ofen sollen r ]


zu Hause bleiben (Se 351, К 6607).
Die F rau ist zu Hause am schön­ [ ] Баба да кошка в избе,
sten (Se 351). мужйк да собака на дворе.
84. Schöne Weiber machen schöne [ ]
Sitten (K 6594).
85. Weiber, Wein und W ü r fe ls p ie l Винцо да игра не доведут до
verderben Menschen viel (K 6565). добра.
86. Weiberschönheit, das Echo im [ ] Неищй красоты ; красота
Wald und Regenbogen vergehen пригляд йтся.
bald (Se 352).
87. Die Weiber haben das Weinen У баб да у пьйных слёзы дёшевы.
und Lachen in einem Säckel Ж енский обычай — слезами беде
(Abrah. a St. Clara). помогать.
88. Bei den Weibern ist des Schwat- Приехала баба из города, при­
zens hohe Schule (K 6571). Eine вела вестей три короба.
Klage, die bereits in der Alten Welt
laut wurde.
89. W o Weiber, da Märlein (Se). Бабу не переговорйшь.
90. Drei Weiber und drei Gänse Где баба, там рй н ок ; где две, там
machen einen Jahrmarkt (K 6574, базар.
Dü I. 304). Mlat., eur.; frz. (Quatre Три бабы — базар, а семь —
femmes). Vgl. Jap. Drei Weiber — йрмарка.
geräuschvoll geht es zu (Em 2303).
91. Die Weiber führen das Schwert Бабий кадык (K ehlkopf) не за­
im Maul (Bi 3978). ткнёшь ни пирогом, ни рука-
вйцей.
92. Die Weiber haben langes Haar У бабы волос долог, да ум к о­
und kurzen Sinn (Dü II. 609, роток.
He 102). E ur.; eng. Long hair and
short wit.
93. Die Weiber haben lange Röcke
und kurze Gedanken (Bi 3979). t j
Junges W eib und alter Mann s. M a n n , М 29.
Für den Spruch ,,Weiber und Макс, führt (S. 120) eine ältere
Pferde (Nußbäume) wollen ge­ französische Verfügung an, die es
schlagen sein“ gibt Dü II. 314 eine den gutsituierten Bürgern ge­
' holl., ddn., eng., frz. und it. Variante stattete „a battre leurs femmes
an. a loisir“ .
17*
W 94 — 260 - - w юз

Es ist zu beklagen, daß es noch


keine m o d e r n e n Sprichwörter
gibt, in denen das Verhältnis des
Mannes zur Frau in einer weniger
rohen Art zum Ausdruck käme, als
dies in den angeführten veralteten
Sprichwörtern der Fall ist.
94. Weichen ist besser als Zanken С м и р н е е — прйбыльнее (Sn 48).
(Se 393). Vgl. Weib, W 81.
94 a. Геп Großen weichen ist keine С богатым не тягайся, с сйльным
Schande (Dü II. 613). Germ. не борйсь.
95. Gut Ding will Weile haben Скбро пойдёшь, ногу ушибёшь.
(K 888). Быстрая лошадь скоро устанет.
Х оть не скоро, только бы споро.
96. Eile mit Weile (K 1043). M M . Не торопйсь, а назад оглянйсь.
(Freid.); schon grie.
97. Wein macht kühn reden (Bi Пьяному море по колено.
3996).
97 a. Guter Wein verkauft sich selbst На хороший товар много купцов.
(K 6628). Eur.

98. Der Wein erfreut des Menschen Винцо красит сердце и лицо
Herz (Psalm 104). (11 409).
Вино веселйт сердце человеку.
99. Wein löst die Zunge (Se). Вся правда в вине.
Wein schiebt keinen Riegel vor Не давай воли языку во пиру, во
(Bi 4004). Vgl. Trinken b. — Jap. хмелю (im Rausch).
Der Trinker offenbart seinen wah­
ren Charakter (Em 1C65).

ICO. Guter WTein ist der A lte n Milch г ]


(He 102, L). It.
101. Wein und Weiber betören den Винцо да игра не доведут до
Weisen (L 987, Sir. 19). добра.
102. Trinke W ein, wie die Kuh Was­ Человек не скотйна — больше
ser (K 6619). ведра не выпьет.
103. Wein auf Bier rat’ ich dir; Bier На пйво вино — вредно оно . . .
auf Wein, das laß sein (K 6614,
Se 408).
W 104 — 261 W 1 1 7a

104. In W ein und Bier ertrinken В стакане тонет больше людей,


mehr denn im Wasser (K 6636). чем в море (11415).
105. Allein der Weise ist sein eigner [ ]
Herr, — ist reich (K 6670).
106. [Kleine Feinde verachtet kein И то зубы , что кисель едйт.
Weiser.]
107. Jedem gefällt seine Weise wohl, Всяк молодец на свой образец.
darum ist das Land der Narren У Сйдора обычай, у Карпа свой.
voll (K 6662).
108. Ein Quentlein Glück ist besser Счастье лучше (богатырства oder)
als ein Pfund Weisheit (Dü I. 212). ума.
109. [Eie Weisheit ist im K opf zu М удрость в голове, а не в бороде.
suchen, nicht im Bart.] Vgl. B art.
110. [Das Abc ist die Vorstufe zur Азбука к мудрости ступенька.
Weisheit.]
111. Was ich nicht weiß, macht mich Чего глаза не видят, того сердце
nicht heiß (L 1023; Goethe, Sprich- не бредит. Slav.
wörtl. 1812— 1814). Vgl. Was das Чего не знаю, о том не вепоми-
Auge nicht sieht, А 140. наю.
l i l a . *Wer alles weiß, der weiß nichts Кто везде, тот нигде.
112. Die Welt macht Leute (K6692). Выйти в люди, jRed.
113. Die Welt will betrogen sein [ ]
(K 6688; Seb. Brant 1494). Mlat.
Mundus vult decipi.
114. Die Welt ist nicht mit Brettern Свет не клйном сошёлся.
vernagelt ( = Die Welt hat Platz (Die W elt ist nicht verkeilt.)
für alle) (Dü II. 618). It., span.
115. Die Welt ist unseres Herrgotts В миру, как на большом пиру:
Spielkarte (L 1011). кто скачет, а кто плачет (КИ 67).
116. [Die Welt gleicht einem großen
Gelage: die einen tanzen, die an­
dern weinen.]
117. [Die weite Welt hat Freiheit für Белый свет на волю дан. (В ол ь­
alle.] = Die Welt hat Raum für ный с в е т . . . D III. 27.)
alle.
117 a. Wenig zu wenig macht zuletzt По н й т к е и до клубка доходят.
viel.
W 118 — 262 W 129

П8. *Wenn das ,WemT und das Ёслиб не ,ёслиб‘ , купйл бы дере­
»Aber* nicht wäre, wär’ der Bauer веньку и жил бы помаленьку
ein Edelmann. (КВ 84).
119. Wenn das Wörtlein wenn nicht
wär’ , so wär’ mein Vater ein Rats­
herr (L 1015).
120. Wenn meine Tante Räder hätte, [ ]
wär’ se ’n Omnibus (L 1015). Ber­
linisch.
121. Was nicht ist, kann noch wer­ [ ] Чем чорт не шутит. Red.
den (L 1015).
122. Das Werk lobt den M e is te r Дело мастера бойтся.
(K 6792). Eur.; it. L ’opera loda il По раббте и мастера знать.
maestro.
123. Das Wetter schlägt gern in die Гроза бьёт по высокому дереву.
hohen Türme (K 6802).
Vgl. Wer hoch steigt, fällt hoch \

(K 6789). Älteste Formulierung des


Gedankens bei Horaz, Ep. 2.
124. [Tu nicht so wichtig, Kissel Не ломайся, кисель, не лучше
(Mehlbrei oder Fruchtspeise), bist людей.
nicht besser als die Leute.]
125. Wie du mir, so ich dir (K 6811). Кбрень за корень.
E ur.; bereits afrz., mhd. (S 3,33).
126. Wiederholung ist die Mutter des Повторёнье — мать учёнья. ( Über­
Studierens (L 1017). Mlat. Repe- setzung D IV. 149). Schulweisheit.
titio mater studiorum.
127. Des Menschen Wille ist sein Свой воля — лйбо рай, лйбо ад
Himmelreich [und wird oft seine (дьйвол, Sn 364).
Hölle] (L 1019). Nachsatz isländ. Вольному воля, а спасённому рай
Holl., sw.; lat. Trahit sua quemque Das formelhafte вольная воля
voluptas (Vergil, Ecl. 2, 65). stammt, nach Макс. 191, aus der
Zeit der Teilfürstentümer, wo es
noch hieß; крестьйнам вольная
воля = крестьйне свободны.
128. Gezwungener Wille ist Unwille Охотой пошёл, как коза на верё­
(L 1019). вочке.
129. [Guter Wille geht mit der Über- Добрая воля сильнее рассудка.
legungdurch.]
W 129a — 263 — W 139

129 a. W o ein Wille ist, da ist auch 5. H 188 a.


ein Weg
130. Wer alles sagt, was er will, der Кто говорйт всё, что хбчет, тот
hört auch das, was er nicht will усльшшт то, чего не хбчет
(Se). (K li 97).
130 a. Der Mensch kann nicht alles, Много хбчется, да не всё смб-
was er will. жется.
131. Kleiner Wind legt großen Regen s. R e g e n , R 48.
(He 104). Eur.

132. Bei gutem Wind ist gut segeln Х орош о том^ жить, кому б а б у ш ­
(K 6861). Antik. ка ворожйт (etwa fördert).

133. Wer Wind sät, wird Sturm Кто ветром служит, тому дымом
ernten. Eur. Der Spruch geht auf платят. Кто сеет ветер, пожнёт
Hosea 8, 7 zurück. бурю.
Кто за худым пойдёт, тот добра
не найдёт.

134. Es weht nicht allezeit derselbe День на день не приходит.


Wind (K 6859). Не всё ненастье . . .
135. [Der Winter hat einen Pfaffen­ У зимы поповское бр й хо.
magen.]

136. [Die Winterkälte macht jeder­ В зимний холод всйкий молод.


mann jung.]

136a. Man soll die Rechnung nicht Не продавай ш куры неубйтого


ohne den W irt machen (Borch.- м едведя.
Wustm., Red. 1954, S. 398).

137. Wie der Wirt, so die Gäste Каков хозяин, таковы и гости.
(K 6870).
138. Zeigt mir den W irt, ich zeig’
euch den Gast (K 6871). (Sinn:
Jeder Wirt hat die Gäste, die er
verdient.)
139. Fragt den Wirt, ob er guten Всяк свой т о в а р хвалит. Vgl.
Wein hat (Dü 1 .476). = Über­ Müßige Frage.
flüssige Frage: E ur.; sw. (Ob der
König adlig?).

Wirt s. M agen verrenkt.


W 140 — 264 — W 154

140. [Das Wirtshaus ist des Bauern Кабак (шинок) мужика губит (II
Verderben.] 416).
J41. [Den Meister suche im Wirts­ Мастера ищй в кабакё, смелого в
haus, den Kühnen im Gefängnis.] тюрьме.
142. [Den Pfau, den ziert sein Feder­ Красна пава пёрьем, а человек
kleid, den Menschen die Gelehr­ ученьем.
samkeit.]
142 a. [Wissen ziert, Unwissen de­ Ученье лучше богатства.
gradiert.] Ученье — красота, неученье — про­
стота.
143. Wissen ist Macht (Bacon 1598:) Ученье — свет, неученье — тьма.
Knowledge is power (L 1023). Eur. (Bildung ist L ic h t . . .)
144. Viel Wissen macht Kopfweh Много знать — мало спать.
(Bi 4088). Eur. К то больше знает, тот меньше
145. Vieles Wissen verleidet das Kis­ спит.
sen (Pw).
146. Ohne Wissen, ohne Sünde [ ]
( 6888 ).

147. Viele wissen viel, keiner alles Много знать — скоро состариться.
(Bi 3868).
148. [Zuviel Wissen macht alt.] Будешь всё знать, скоро соста­
ришься (Sn 23).
149. [Wissen sollst du viel, doch Много знай, да мало бай (prov.).
wenig sagen.] Ähnltch Goethe
150. Der Unwissende hält nichts von Ум слабый не желает науки, а
der Wissenschaft. Lat. Scientiam хочет век прожить без скуки.
non odit nisi ignarus.
151. Die Wurzel der Wissenschaft ist Корень ученья горек, да плод его
bitter, um so süßer ihre Frucht сладок. Пойтй в науку, терпеть
(K 217: Arbeit). и муку. Ceh.t serb.
152. [Die Wissenschaft ist kein Bier, Наука не пйво — не вольёшь
das man einem eintrichtern kann.] (И 251).
153. [Die Wissenschaft verändert die Наука переменйет природу ( I I 374).
Natur.]
•154. [Manchem ist ein Witz wort Для красного словца не пощадйт
mehr wert als die Achtung vor ни матери, ни отца.
Vater und Mutter.]
W 155 - 265 - W 167

155. [Keine Wodka — trockne Keh- Без вбдки сухо в глотке.


le.]
Wodka.
156. [Nach dem ersten Schnaps einen Обычай дорогой — выпить по
zweiten auch, — das ist unser alter другой (Sn 305).
Brauch.] Vgl. Trinken, T 140, 141.
157. [Ein Gläschen ist immer gut Чару пить — здраву быть (II 409).
für die Gesundheit.]
158. [Wodka führt den Menschen Водка направит человека к худо­
zum Schlechten wie zum Guten.] му и к доброму (КИ 70).
159. [O Menschen, wie wird die О люди, что дальше на свете б у ­
Welt weiter bestehen, wenn sogar дет, когда и сапожник перестал
der Schuster auf hört, Schnaps zu водку пить!
trinken!] Humor.
Wohltat (iron.).
160. [Für eine Schnitte Brot eine Дадут ломоть, да заставят неделю
Woche lang Holz spalten (mahlen).] колоть (молоть).
Wohltun.
161. Nur der ist froh, der geben kann Добро творйть, себй веселйть.
(Goethe, Faust I).
162. Wohltun trägt Zinsen (K 6935). Дающая рука не оскудеет.
Dän., тот. Нйщему подать — лйшний грех с
душй снять.
163. Wenn man den W olf nennt, Про вблка речь, а он навстрёчь.
kommt er gerennt (K 6942). Lat.
Lupus in fabula (Terenz). Eur. in
mancherlei Varianten.
164. Der W olf ändert wohl das Haar, Волк и всякий год линйет, а нрава
doch bleibt er wie er war (K 6948). не менйет.
165. Der W olf läßt wohl seine Haare, Сколько волка ни кормй, а он всё
aber nicht seine Nicken (Se). в лес глядйт.
(V on einem Undankbaren, der die
W ohltaten nicht schätzt.)
166. Ein W olf im Schlaf fing nie ein Ёжа не достаётся лёжа. ( . . . ёжа
Schaf (Bi 4107). prov. für еда — Essen)
167. Schlafendem W olf läuft kein Лёжа пйщи не добудешь.
Schaf ins Maul. Mhd., altdän.
(S 1, 13), holl.
W 168 — 266 — W 182

168. Selten bekommt liegender W olf Сокол на одном месте не сидйт,


einen Schinken. An. (S 1, 12). а где пищу увйдит, туда и летйт.
10. Jhh.
169. [Auch der W olf will satt wer­ У волка в з^бе — Егорий дал
den.] (. . . das hat ihm St. Georg ge­
geben) (М аминСиб.).
170. Der W olf frißt auch die gezähl­ Волк и из счёта овец крадёт. Slav.
ten Schafe (K 6945). Eur.

171. [Den W olf ernähren seine Beine.] Вблка ноги кормят.


172. Mit den W ölfen muß man heu­ С волками жить, по-волчьи выть.
len (Dü II. 695). Mlat. (Se 91), Так и быть, с волками выть.
afrz. (S 1.76).
Wer unter W ölfen ist, muß heulen
(K 6953). Frz. II faut hurler avec
les loups.

173. Viel Geschrei und wenig Wolle Есть что слуш ать, да нечего к у­
(K 2067). Vgl. Geschrei, G 119. шать.
174. Das Pferd beim Zaum, den Слбво — закон: держйсь за него,
Mann beim W ort (K 4758). как за кол.

175. Ein Mann, ein W ort (Bi 2437). Давши слбво, держйсь.

176. Ein rechtes W ort am rechten Слбво во время и кстати сильнее


Ort (L 1033). письма и печати.

177. Gutes W ort findet guten Ort Ласково слбво и ласковый вид и
(eine gute Statt) (K 6976). Mhd. свирепого зверя к рукам при-
манйт.
178. Ein gut W ort ist halbes Futter
(L 1033).

179. Ein gut W ort richtet mehr aus


als ein Fähnlein Lanzknechte
(K 6977).

180. Ein gut W ort ist besser denn Ласковое слбво пуще дубйны.
eine große Gabe (Se 97). Mhd. Ласково слбво не трудно, а споро.

181. [Wen das Wort nicht schlägt, Кто слбва не бойтся, тому и плеть
den schlägt auch der Stock nicht.] не страшна.

182. Aus kleinem W ort großer Zank От одного слбва — да на век


(Pw). ссора.
W 183 — 267 — W 194a

183. Er bleibt bei seinem W ort wie Его слова на воде писать.
der Hase bei der Trommel (Bi Обещал сапогй, а даёт пирогй.
4125).
184. Ein W ort, das dir entflogen, Оказанного не воротиш ь; что на-
fängst du nicht mehr ein. Lat. пйсано пером, не вь'грубишь то ­
(Horaz, Epist. 1, 18). пором. Slav.j span.

Слбво что воробей: вь'глетит, не


поймаешь.
185. Ein W ort ist für einen Weisen Умный с полслова речь понимает.
mehr als eine ganze Predigt für
einen Narren (Bi 4124). Lat. In­
telligent pauca. Chin. (P 207).
185 a. [Nicht jedes scharfe W ort Не всякое л й к о в строку. Ceh.
trifft.]
186. [Übereiltes W ort erntet Spott.] Словом поспешен, скоро посме­
шен.
187. [Nüchtern W ort ist kein Sprich­ Голая речь не пословица.
wort.]

188. Ein W ort ist kein Pfeil (Gf 293) Слбвом и комара не убьёшь. Сло­
(K 6985). вом горю не поможешь.
189. Worte tun’s nicht (Dü II. 719). Воздух словами не наполнишь
(Sn 35).
190. Worte schlagen die Leute nicht
(K 6982), — einem kein Loch in
den K opf (Gf 293).
191. Dennoch: Wörter schneiden Слбво не с т р е л а , да пуще стрельг.
schärfer als Schwerter (Se).

192. Große W orte, kleine Werke Много сулйт, да мало даёт.


(Se 393). Х вастать — не косйть, спина не
193. Große Worte und nichts da­ болйт (1160).
hinter (Ebenda; К 6989).

194. Große Worte und Federn gehen


viel auf ein Pfund (Se 393).

194 а. Schöne Worte, wenig T aten... На словах, что на гуслях (eine Art
Zither mit Drahtsaiten), а на
деле — что на балалайке (Art
Gitarre mit drei Darmsaiten).
W 195 - 268 - W 206

195. Von Worten zu Werken ist ein Скоро слбво сказывается, да не


weiter Weg (K 6974). скоро д е л о делается.

196. Höfliche Worte machen die От учтйвых слов язйк не отсохнет.


Zähne nicht stumpf (L 412).

197. [Worte machen keinen satt.] С разговбра сыт не будешь.

198. Schöne Worte machen den Kohl Соловьй баснями не кормят.


nicht fett (K 6988) oder füllen den Vgl. Red. Кормйть з а в т р а к а м и ,
Sack nicht (Bi 4129). ein W ortspiel mit завтра: jem.
Vgl. Red. Jemand mit Worten mit Versprechungen hinhalten.
speisen. Много чего говорйтся, да не всё
в дело годйтся.

199. [Weniger Worte, mehr Taten.] Меньше говори, да больше делай.

200. Viele Worte, wenig Werke (L Много слов, а мало дел. Много
1034). на уме, да мало на гумне (Tenne).

Mit Worten richtet man mehr aus als s. Gut W o r t 179.


mit Händen

Wortbruch 5. W o r t , W 183.
201. Auf Wucher leihen ist nicht Взял у чорта рогож у, а отдавать
besser als stehlen (Lessing, Nath. будешь кож у (Sok.)
2,9).

201a. Wucher frißt um sich wie [ ]


Krebsschaden (K 7016).

202. Alte Wunden bluten nicht (K [ ]


7021), — leicht (Bi 4137).

203. Halt aus und du wirst Wunder Терпй, казак, атаман будешь.
sehen (Dü II. 720).

204. [Es geht nicht alles nach Не всйкое л й к о в строку.


Wunsch.] Х орош а Маша, да не наша.
(Mascha wäre nicht übel, doch sie
ist schon vergeben.)
205. Was man wünscht, das glaubt *Чего желаешь, о том мечтаешь.
man gern (Dü II. 720).

Fromme Wünsche.
206. [Gott gebe, er wird Oberst, aber Дай бог ему быть полковником,
nur nicht in unserem Regiment.] только не в нашем полку.
W 207 — 269 — W 217

207. [Möchte doch unser Kalb . . .] Дай бог нашему телйти волка
поймати. Iron. Von einem, der
sich zuviel vorgenommen hat.
208. Würden sind Bürden (K 7029). Больше почёт, больше хлопот.
Mlat. Onus est honos. Eur. Первый в совете, первый в ответе.
(Der Erste im R at hat die größte
Verantwortung.) *
209. Auch der Wurm krümmt sich, И у курицы сердце есть.
wenn er getreten wird (K 7034).
Eng., nord., frz.
210. Jeder hat seinen Wurm (K 7036). У вейкого барона свой фантазия.
У вейкого Филатки свой ухватки
(Manieren).
211. Wurst wider W u rst... (K 7073). Корень за корень.
212. Brätst du mir die Wurst, so Долг платежом красен.
lösch ich dir den Durst (K 7040).
213. Darnach der Mann geraten, По Сеньке шапка.
wird ihm die Wurst gebraten Каков дед, таков и обед.
(Bi 2440).
213 a. Jedes Ding hat ein Ende, die Дубина о двух концах.
Wurst zwei (Schaefl. 154).
214. Man soll nicht mit der Wurst ♦Мало дать, много взять.
nach dem Schinken werfen, — Даёшь лычко, чтобы получить ре­
nach der Speckseite werfen (K мешок.
7038). Lat. Do, ut des (Röm. Recht, (Für einen Baststreifen einen R ie­
Bü 529). Di. = dän., holl.; frz. men bekommen.)
Donner un oeuf pour avoir un
Дар дара ждёт.
boeuf. Vgl. Jap. Mit einer Melone
nach einem Edelstein werfen (Em
3246). Chin. (P 414).
215. Die Wurzel der Arbeit ist bitter Корень ученья горек, плод его
(K 217). сладок.
216. [Der Schwache in seiner Wut Сердйт, да не ейльный, — тара­
ist der Küchenschabe ähnlich, кану брат.
d. h. er fuchtelt mit den Händen
in der Luft.]
217. [Wütend, aber machtlos, — des Свирепый, да бессйльный, — сви
Schweines Bruder.] = Zorn ohne ньё брат.
Macht wird verlacht (K 7158).
Z 1 -2 7 0 -- Z 15

z
1. Wo der Zahn weh tut, dorthin Где ббльно, там рука.
geht die Zunge. Afrz. (S 2, 76).
2. [Zähne hat auch der Breifresser, И то зубы , что кисель едйт.
d. h. auch der kleinste Feind ist (Es sind immerhin Zähne, die
nicht zu verachten.] Mehlbrei essen.)
3. [Gäbe es nur Brot, Zähne würden Был бы хлеб, а зубы найдется.
sich schon finden.] (Zähne für
Esser.)
4. [Wer Zähne gab, gibt auch Brot.] Кто дал зубы , тот даст и хлеб.
5. Mit Zank und Streit kommt man Ссора до добра не доведёт.
nicht weit (K). Много бранйться, добра не до­
биться.
6. Zank bringt Stank (K 7053). Где перекоры, там и ссоры.
(Vorwürfe führen zum Zerwürf­
nis.)
7. Aus kleinem W ort kommt oft От одного слова, да на век ссбра.
großer Zank (Pw).
8. [Häuslicher Zank geht einen Frem­ Свой со свойм бранится, а чужой
den nichts an.] не приставай.
9. [Wenn unsere Hunde sich beißen, Свой собаки дерутся, чужая не
hat ein fremder sich nicht ein­ приставай (Sn 363).
zumischen.]
10. Wenn zweie sich zanken, freut Орлы бью тся, а молодцам перья
sich der dritte (He 108). Eur. достаются.
11. [Der Zar ist gut, seine Diener Царь добр, да слуги злы ( I I 16).
aber sind böse.]
12. [Lieber einen strengen Zaren als Лучше грозный царь, чем семи-
Willkür der Bojaren.] бойрщина (Moskowisches Inter­
regnum 1610— 13).
13. [Der Zar denkt, und das Volk Царь думает, а народ ведает.
weiß darum, — es ist wissend.]
14. [Der Himmel ist hoch, der Zar До нёба высоко, до царя далеко.
ist weit.]
15. Goldner Zaum macht’s Pferd С в и н ь й в золотом ошейнике —
nicht besser (K 7060). свиньй.
Z 16 271 - Z30

16. Man darf die Zeche nicht ohne Не убйв м е д в е д я , шк^ры не про­
den Wirt machen (K 7068). давай.
17. Zeit bringt alles (K 7086). [ ] Терпенье принесёт спа­
Des Menschen Engel ist die Zeit сенье.
(L 1043) (Schiller).
18. Zeit bringt Rosen [und nicht der Время времени работает.
Stock] (K 7084). Grie.
19. Zeit verrät und hängt den Dieb Рок (п^ля) виноватого найдёт.
(K 7077).
20. Zeit bringt Rat. = Время покажет. Время разум даёт.
21. Kom mt Zeit, kommt Rat (K Пора на ум наводит.
7095). E ur.; frz. Vient jour, vient Придёт беда, купишь ума [при­
conseil. дёт в р е м я и научит, что делать].
22. Zeit und Zeit ist nicht gleich Время на время не приходит.
(Bi 4187).
23. [Eine Zeit folgt der andern.] Пора пройдёт, другая придёт.
24. Es gibt viel Zeit, es kommt im­ К чем^ с п е ш й т ь ? Ведь не горйт.
mer mehr. Finn.
25. Wer sich Zeit nimmt, kommt
auch (K 7112).
26. Es flieht die Zeit. Lat. Eheu, День да ночь, и сутки прочь.
fugaces . . . labuntur anni . . . (Ho-
raz, Ode II. 14). Herder, J. G.
27. Die Zeit heilt alles (K 7092), — Время — лекарь.
alle Wunden (He 108). Nord., rom.
28. Jedes Ding währt seine Zeit. = Всё стойт до п ор й , до времени.
Alles währt nur eine Zeit (K 882). Всё идёт свойм ч е р е д о м .
29. Alles Ding hat seine Zeit (K ♦Время пройдёт, и царь помрёт
7103). Eur. (Gorki).
Vgl. Jap. Die Dinge haben ihre К усаю т и к о м а р й до порьь
Zeit (Em 1949). (Auch die Mücken stechen nicht
ewig.)
Всйкое семя знает своё время
(II 301).
30. [Dem Dummkopf ist jede Zeit Д ураку что ни врёмя, то и п о р а .
gleich gut.] (П ора — rechte Zeit, günstiger
Augenblick.) .
Z31 — 272 — Z 45

31. [Wer die richtige Zeit versäumt, У пустй пору, в лес по малйне не
braucht keine Himbeeren imWalde ходят.
zu suchen.]
32. Alles zu seiner Zeit (K 7104, Всйкому овощ у своё время.
Pred. 3, 1). Frz. Chaque chose ä Когда п и р , тогда и песни.
son temps. Pred. 3, 1.
Знай время и место!
33. [Zeit führt eine scharfe Axt.] Время остро сечёт.
34. Zeit ist Geld. Time is money. [ ]
Älter: Zeit ist köstlich Gut (L1046).
35. Mit Geduld und Zeit wird ein Терпение и труд всё перетрут.
Maulbeerblatt zum Atlaskleid (K
1833). Dt. Ähnlich eur., türk.
36. Wer nicht kommt zur rechten Пбздно пришёл, только кости на­
Zeit, der bekommt, was übrig шёл = М Ы . Tardo venjentibus
bleibt (He 108). E ur.; eng. Last ossa.
come, last serve. Кто пбздно пришёл, тому мосол.
37. Mit der Zeit wird man klug Пора на ум наводит.
(Dü II. 733). Eur.
38. Zeit ist der beste Ratgeber (Pw).
*
39. Mit der Zeit pflückt man Rosen Мало-по-малу птйчка гнездо сви­
(K). вает.
40. Andre Zeiten, andre Sitten (L [ ]
1047) = Eur.
41. Andre Zeit, andre Freud’ (K Иное время, иное бремя.
7100).
42. [Andre Zeiten, andre Lasten.]
Andre Zeit, andre Leut’ (L 1046).
43. Die Ziege ist satt, und der Kohl К оза сыта, и капуста цела.
unberührt. (Aus der bekannten
Denkaufgabe: W olf, Ziege und
Kohl sollen in e i n e m Kahn über
den Fluß) = Es hat geklappt.
44. Wer langsam geht, kommt auch И тйхий воз б^дех на горе.
zum Ziel (K 3694).
45. Gut gezielt, gut getroffen (K Иной стрелйет редко, да попадает
7133: Schlecht gezielt, gut ge­ метко.
troffen).
Z 46 — 273 — Z 58

46. Zielen ist nicht genug, es gilt


treffen (K 7131).
47. [Dem Zimmermann steht die С топорбм весь свет пройдёшь
ganze Welt offen, (denn es wird (II 326).
überall gebaut).]
48. Zorn ist kurzer Wahnsinn (kurze [ ] Злоба — глупость.
Unsinnigkeit, К 7144). Lat. Ira
furor brevis est (Raserei, s. Horaz,
Ep. 1 ,2 ).
49. Wer seinen Zorn bezwingt, hat [ ]
seinen Feind besiegt (K 7155).
50. [Der Zorn dörrt des Menschen Гнев человеку с^шит кости, к р о ­
Gebein und bricht sein Herz.] шит сердце.
51. Zorn ohne Macht wird verlacht Свирёпый, да б е с с й л ь н ы й , —
(K 7158). свиньё брат.
52. Des Armen Zorn ist sein eignes Сердит, да не силён, — козл^
Unheil (K 7159). брат.
53. [Hüte dich vor Z o r n . — dir Не сердйсь — печёнка лопнет oder
könnte die Leber platzen.] печёнку испортишь.

53 a. [Zürne, doch vergeh dich nicht.] Гневайся, да не согрешай.

54. Züchtigen s. L i e b haben, L 132.


55. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst Чей черёд, тот и берёт.
(Dü II. 740). Dt.t mlat. Vgl. M a h ­ Кто раньше встал да палку взял
len. oder Кто п а л к у взял, тот и
капрал.
Кто первёе, тот и правее.
Пёрвому гостю первое место.
56. * Zuerst komme ich, dann erst Род да племя блйзки, а свой р о т
kommt mein Nächster oder — блйже.
♦dann die anderen.
57. Zufrieden sein ist eine Kunst Сытых глаз на свете нет.
(K 7168).
58. Zufriedenheit ist der größte Домашний т е л ё н о к лучше за­
Reichtum (L 1055). Eur. морской коровы (К Н 90).

Zufriedenheit s. auch Ziege.


Zukünftiger s. Schicksal, S. 48
18 4?
Z 59 — 274 — Z 71

59. Laß die Zunge nicht schneller Я зы к мой — враг мой, прежде
als die Gedanken sein (Dt.Spruch). ума глаголет.
60. [Die Zunge ist mein Feind: sie
redet, bevor der Verstand spricht.]
61. Hüte deine Zunge [wohl] (L Держй язык за зубами.
1057).
62. Die Zunge schneidet schärfer Блйжнего языкбм уязвйть хуж е,
denn das Schwert (L 1058). Mhd., нежели копьём пронзйть
cur.; holl., frz. (Lanze). (. . . schlimmer als ein Lanzen­
stich).
63. Eine Zunge wie eine Zange
(L 1058). It. Una lingua come una
tenaglia.
64. Halte deine Zunge im Zaum [und Держй язык короче!
tu deine Arbeit]. Vgl. Jakob. 1, 22. Языкбм не торопйсь, а делом не
ленйсь.
Ешь пирог с грибами, а язык
держй за зубами. Slav.

65. Unter vielen schlimmen Dingen Змею обойдёшь, а от клеветй не


ist das schlimmste eine scharfe уйдёшь.
Zunge (Schiller, Iphig., 1788).

66. H o n i g auf der Zunge, Galle im На языкё мёд, а в сердце лёд.


Herzen (Dü 1 . 745). Eur. Vgl. Мягко стелет, а жёстко спать.
Mongol. Auch eine goldne Zunge
verbirgt eine schwarze Seele nicht.
67. [Der Herrgott hat uns zwei Ohren, Нам Бог дал два уха, а лишь
aber nur eine Zunge gegeben.] одйн язык.

68. [Die Zunge wie des Hundes Язы к, как собачий хвост, ни­
Schwanz steht nie still.] когда на месте не стойт.

Zusehen.
69. Am Lande ist gut schiffen , С берегу (-у vs.) хорош о г л я д е т ь
(K 3677). на гребцов.

70. Wer der Arbeit zusieht, wird JIiö6o глядёть на молотйлыциков.


davon nicht müde (K228).

71. Wer zuviel haben will, dem wird Погнался за ломтём (Schnitte), да
zu wenig (Wa 4, 1635). Mhd., eur. без крохй остался.
За двумй зайцами погонишься, ни
одного не поймаешь.
Z 72 — 275 — Z 80

72. [Wer zuviel erhofft, fängt nichts.] Мнбго желал, да ничего не пой­
мал.
73. Wer zuviel faßt, läßt viel fallen Мнбгого желать, добра не видать.
(Dü II. 552). Eng.у тот.
Zuviel zerreißt den Sack (K 7185).
74. Zu voll schläft faul (K7188). [ ]
75. Zu wenig und zuviel verdirbt Всё в меру.
alles Spiel (K 7190). МЫ.у eur.
76. Zwang währt nicht lang (К 7192). f ] Ж е с т о к и й нрав не б^дет
Erz. у it. прав.
Zwang.
77. G e z w u n g e n e Liebe und ge­ Насйлу мил не будешь.
färbte Schönheit halten nicht
Farbe (Dü II. 749). = Nord.
Niemand kann zweien Herren dienen s. H e r r , Н 104.
(Dü 11.751). Eur.
78. [Die Zwiebel heilt sieben Leiden.] Лук семь недугов лечит (Sn 77).
79. [Dampfbad und Zwiebel heilen Лук да баня всё правят.
jedes Übel.]
80. Häuslicher Zwist gehört nicht Не выносй сбру из избы.
auf die Straße.

18Е
A nhang 1 276 — A nhang 4

ANHANG
Proben aus dem bäuerlichen W ETTERKALEN DER
(In der Hauptsache nach K ö r t e und D a l’ )

Die volkstümliche Spruchweisheit erstreckt sich nicht zuletzt auch auf das
Gebiet der Wetterprognose. Darum mag hier eine kleine Auslese alter Wetter­
regeln folgen, die trotz der Erkenntnisse der modernen Meteorologie im Volks­
munde weiterleben. Ja, mehr noch, der Bauer hüben wie drüben glaubt an die
seit alters überlieferten Sprüche. Besonders hartnäckig ist u. a. der Glaube der
Landleute (und der meisten Städter) an die Einwirkung der Mondphasen auf
unser Wetter.
Bei der Verschiedenheit der klimatischen Verhältnisse lassen sich leider nur
vereinzelte Wettersprüche finden, die in beiden Sprachen das Gleiche aussagen.
Ein feuchter April, ein trockener März und vor allem ein kühler M ai wird von
den Landleuten beider Völker geschätzt.
Wie ehedem der deutsche Bauernkalender, besonders in den katholischen
Landesteilen, manche Tage nach Heiligen benannte (Jakobi, Medardi, Martini),
so ging auch der russische Bauer bei seinen Wetterbestimmungen mit Vorliebe
vom Einzeltag aus, den er gut als Heiligentag kannte, oder er stützte sich auf
einen kirchlichen Feiertag. Im folgenden sollen aber auch die Monate zu Worte
kommen.
Abweichend von der Vorstellung des deutschen Bauern ist die Verehrung
des Elias, der am 20. Juli vom Volke eigentlich mehr gefürchtet als verehrt
wurde; war er doch der Regenbringer und der Gestalter des Wetters und der
Ernte. Vgl. Landmannsregeln Nr. 27.

Allgemeines.
1. Der Morgen grau, der Abend rot, Сблнце к р а с н о заходит — к ве­
ist ein guter W etterbot’ (K S.539). тру.
2. Morgenrot mit Regen droht (K Закаркает в о р о н — дождь пой­
S. 540). дёт.
3. Bleibt das Laub bis in den Novem­ Если с дерева лист не чйсто спа­
ber hinein sitzen, so steht ein дёт, б^дет строгая зим£.
langer Winter bevor.
4. Sitzt das Laub noch fest auf den
Bäumen, so deutet das auf einen
strengen Winter (K S. 565).
A n h a n g 4a — 277 — A n h a n g 15

4a. Fällt das Laub zeitig im Garten, Г 1


ist gelinder Winter zu erwarten.

5. Viel Eicheln und Buchnüsse las­ После больш ого у р о ж а я строгая


sen strengen Winter erwarten 8ИМ&.
(K S. 544).

6. Ein H o f oder Ring um die Sonne К о л ь ц о вокруг сблнца — к не­


deutet auf Regen und Wind настью.
(K S. 542).

7. Ein R i n g um den Mond ist ein К о л ь ц о вокруг луны — к ветру.


Zeichen von nahendem Regen К р б с н а я лунб — к дож дй.
(K S. 542).

8. Schneejahr, reich Jahr (K S.543). Много снёгу — много хлеба.

9. Winter mit viel Schnee macht Снег глубок — год хорош .


gutes Frühjahr. Зимб без снегу — не быть хлёбу
(Sn 304).

10. Später Winter, später Frühling. [ ]

11. Mit Ostwind schön W e t t e r be­ [ ]


ginnt (L 1016).

12. Wenn die Spinnen wirken, wird [ ]


ander Wetter (L 1016).

Je dunkler die Nacht, je schöner der [ ]


Tag (L 647).

Einzelne Monate.
13. Morgenrot an Neujahr, viel Un­ [ ]
wetter das ganze Jahr.

13a. Die Neujahrsnacht bell und [ ]


klar, deutet auf ein gutes Jahr.

14. Januar muß vor Kälte knacken, К р е щ ё н с к и е морбзы — треск у­


soll das Korn sich tüchtig sacken. чие морозы. Die starken Fröste um
Epiphanias = крещёние (6. 1.)
dürfen im Januar nicht fehlen.

15. Januar warm — daß Gott er­ На Богоявлёнйе ( 6 . 1.) день т ё ­


barm! (L 425). п л ы й , хлеб будет тёмный ( = гу­
стой).
18Е*
A n h a n g 16 — 278 — A n h a n g 26

16. Lichtmeß (2. Febr.) hell und Какова погода на Сретенье


klar, gibt ein gutes Jahr (Flachs­ (2. II.), такова и весна б^дет.
jahr, К S. 551). На С р е т е н ь е снеж ок, весною
дож жок.
На С р е т е н ь е метель — корм
подметает.
16a. So lange die L e r c h e vor Licht­ [ ]
messen singt, so lange schweigt sie
nach Lichtmessen still (Blumen­
thal b. Cel. 443). = Ceh.x pol.
17. Viel Regen im Februar, viel [ ]
Sonnenschein das ganze Jahr.
18. Mattheis (24. Febr.) bricht’s Eis
(L 178, Dü II. 78). Nord., frz.

19. Eiszapfen um Fastnacht dem I ]


Flachs lange Zopf* macht.

20. Märzenschnee tut Frucht und Ни в мбрте воды, ни в апреле


Weinstock weh (Bauernkalender травй.
1925). (Ist der März trocken, gibt.es im
April kein Gras.)
21. Trockener März und nasser April
füllen Keller und Boden (Se96).
МЫ.

22. Feuchter März ist des Bauern 1


Schmerz.

23. April kalt und naß, füllet Scheuer


und Faß (L 23 u. a.)\ Eng., span.

24. Aprilregen st dem Bauern ge­ Апрель с водою, май с травою.


legen. А п р е л ь водбю, октйбрь Пйвом.
Warmer Aprilregen, großer Segen.

25. Trau keinem Wetter im April I J


und keinem Schwörer bei dem
Spiel <Dü II. 475).
25 a. April windig und trocken macht [ ]
alles Wachstum stocken.
26. Zu ö e o r g i (24. April) Regen, На Ю р ь я (24. IV .) дождь — скот^
dem Vieh zum Segen. лёгкий год. Коли на Е г о р ь я
мороз, б^дет и просо и овёс.
A n h a n g 27 — 279 — A n h a n g 37

27. Ist’s von Ostern bis Pfingsten [ ]


schön, wird billige Butter am
Markte stehn.

28. Mai kühl und naß, füllt dem М а р т сухой да мокрый май, 6^-
Bauern Scheun’ und Faß (Se 96, дет каша и каравай (B rot).
K, Bauernkalender u. a.). Mhd.;
eng.

29. Mai kühl und Juni naß, füllen Май холодный — не будешь го­
beides, Scheun’ und Faß (L 581). лодный.

30. Nasse Pfingsten, fette Weihnach­ Как в мае дождь, так б^дет и
ten. рожь (II.).

30 a. Mai warm und trocken ver­ Ай, ай, госудёрь май, тёпл да
spricht geringe Brocken. голоден (бе1. 448).

30 b. Treibt die Eiche vor der Esche, [ ]


hält der Sommer große Wäsche.

,31. Wie das Wetter am Sieben­ На С а м с о н а (27. V I.) дождь —


schläfertag (27. Juni) ist, so soll es до бабьего лёта мокро.
sieben Wochen bleiben. #

32. W ie’s wittert an Medardi Tag [ ]


(8. Juni), so bleibt’s sechs Monat’
lang danach (Bi 2494, К S. 560).
Auch frz.

32a. Juni feucht und warm macht [ ]


keinen Bauer arm.

33. Wenn nach Johanni (24. Juni) der К у к у ш к а кукует до П е т р о в а


K u c k u c k schreit, gibt es eine дня (29. V I.).
teure Zeit.
34. Die N a c h t i g a l l schlägt bis С о л о в ё й поёт до Петрова дня.
Johanni.
35. [Der Frühsommer dauert bis zum Ж енское лёто по Петров день.
Peter-Pauls-Tag (29. Juni).]
36. Regnet’s an Unserer-Frauen- Придёт Ил ьй (Elias, 20. V II.),
Tage (2. Juli), so regnet’s vierzig принесёт гнильй ( = д о ж д ё й ) .
Tage.
37. Das Wetter am Siebenbrüdertag
(10. Juli) sieben Wochen so bleiben
mag ( = Regen).
A n h a n g 37 a — 280 — A n h a n g 45

37 a. [Der Eliastag (20. Juli) hat am На Илыб до обёда лето, а после


Vormittag Sommer, am Nach­ обеда осень.
mittag Herbst.]

37 b. [Vor Elias trocknet alles unter До Ильинй дня под кустом с^шит,
dem Busch, nach Elias nichts auf а после Ильина и на кусте не
dem Busch.] сохнет.

37c. Vor J o h a n n i bitt* um R e g e n , [ ]


nachher kommt er ungelegen.
38. Hundstage hell und klar deuten [ 1
auf ein gutes Jahr.%

39. Mariä Himmelfahrt (15. August) [ ]


Sonnenschein bringt guten Wein.
40. August. Singen die Finken vor [ ]
Sonnenaufgang, so verkünden sie
Regen.

41. Ist Ägidii (1. Sept.) ein heller Tag, Сёмин день (1. I X. ) — бйбье лёто.
ich dir guten Herbst ansag* (Bi 47,
К S. 564).

41a. [Der 1. September — Beginn des Семён — летопроводец (Abschied


Weibersommers.] vom Sommer).
41b. [Weibersommer hell — warmer Если пёрвый день бйбьего лёта
Herbst.] йсен, то и осень будет тепла.
41c. [Verregnet der Weibersommer, Бйбье лёто ненастно — осень су ­
gibt’s einen trockenen Herbst.] хая.
42. Ziehen die Zugvögel nicht vor Коли журавлй на Кйев ( = на юг)
Michaeli (29. Sept.), wird’s nicht пошлй — ранняя зима.
W i n t e r vor Weihnachten. На П о к р о в (1. X .) ветер с во­
стока — з и м а холодная.
43. Sankt Gallen (16. Oktober) läßt [ ] Октябрь ни колеса, ни
Schnee fallen und treibt die Kuh полоза (K ufe) не лйбит.
in den Stall.

44. Nach Martini (ll.N o v .) scherzt [ ]


der Winter nicht (Bi 2461).

45. Sankt M a r t i n , Feuer im Kamin. Пёрвое ноября — начало зимй.


С Сёргиева дня (9. X I.) начинается
зима.
A n h a n g 46 — 281 — A n h a n g 50

46. Andreasschnee (30. Nov.) tut dem [ ] Первые м о р о з ы — Ни­


Korn weh. кольские.
47. Dezember kalt mit Schnee gibt [ ] Хвалй вйму после Н и к о -
Korn auf jeder Höh* (Bi 634, л и н а дня (Nikolaustag, 6 .X II.).
К S. 566).
47 a. [Barbara schlägt Brücken über В а р в а р а (4. X II .) м остй мостйт,
Fluß und Bach, und Sankt Niko­ а Н и к о л а (6. X II .) прибивает.
laus hilft gründlich nach.]
48. Dunkler Dezember deutet auf ein На Рождествб метель — пчёлы
gutes Jahr. хорош о родйться б^дут.
49. Grüne Weihnacht, weiße Ostern t ]
(Dü II. 614). = Holl., nord.
50. Ist’s um Weihnacht feucht und Тёмные свйтки — молочные ко­
naß, gibt’s leere Speicher und leere ровы (gut milchende K ühe); свет­
Faß (Bi 3992). лые свйтки — ноские к^ры.
N a ch w o rt 282 - N a ch w o rt

NACHWORT

Bei einem Rückblick auf die Vielfalt der russischen Volkssprüche finden wir
manche Sentenz, die als typisch russisch angesprochen werden darf, und man­
ches Volkswort, das, im Gegensatz zum deutschen und europäischen Sprichwort,
Resignation verrät oder anderseits eine besondere Leidenschaftlichkeit.
Als Ergänzung zu dem Hinweis in der Einleitung (S. 17) möge einiges Typi­
sche hervorgehoben werden, das sich freilich auf den weiten Zeitraum vor 1917
bezieht. Die Entwicklung der Spruch Weisheit vermag mit der des Wortschatzes
natürlich nicht Schritt zu halten. Sind in den letzten vierzig Jahren im russischen
Sprachraum außer Gebrauch gesetzte Ausdrücke vielfach durch neue ersetzt
worden, so kann es für veraltete, hinfällige Sprichwörter so bald keinen Ersatz
geben.
In Sprichwortsammlungen blätternd, sehen wir, daß der russische Mensch
zur obersten Gewalt in der Person des Z a r e n als gottgewolltem Herrscher mit
Ergebung aufschaut.

[Ohne Zaren ist das Land eine Witwe.] Без ц а р й — землй вдова.
[Gott und Zar vermögen alles.] Никто, как Б ог и Г о с у д а р ь .
[Streng und schrecklich kann der Zar Грозно, страшно, а без царй
sein, doch ohne ihn geht es nicht.] нельзй.

Einen jähen Umschwung in der Einschätzung der Zarengewalt bekundet


das geflügelte Wort, das während der Revolution von 1905 unter den Arbeitern
und in den Kreisen der fortschrittlichen Intelligenz umlief:

[Der Zar erschrak, erließ ein Manifest: Ц а р ь испугался, издал манифест:


Freiheit den Toten, den Lebenden мёртвым свободу, живых под
Arrest.] арест (И стория ВКП).

Kriticsh war die Einstellung des einfachen Mannes zu den Dienern des Staa­
tes, den Cinovniki, die des Zaren Befehle nicht ausführen und den kleinen Mann
benachteiligen: Ц а р ь добр, да слуги злы.

[Aus dem Gericht wie aus dem Teich Из с у д й , что из пруда — сух не
kommst du nicht trocken heraus. вййдешь.
Thema: Die kleinen Diebe hängt
man... ]
N a ch w o rt - 283 -. N a ch w o rt

[Setzest du nur den Fuß ins Ge­ £ суд ногой, в карман рукой
richt . . .] (В 70).

[Des Richters Tasche = des Popen С удейский карман — что попов­


Bauch.] ское брйхо (В 71).

[Das gerechte Gericht, der ungerechte Суд прямой, да суд ьй кривой


Richter.] (R 85).

и. а. m. über bestechliche, ungetreue Beamte.


Ebenso negativ ist des Bauern Verhältnis zum unpersönlichen Staat, beson­
ders in seiner Erscheinung als Fiskus (казна), als steuernfordernde Behörde.*

[Der Krone Gewinn, des Bauern Что казне выгодно, то мужику


Ruin.] разор (R 49).

[Die Krone (der Fiskus) ist es ganz К а з н а первый обйдчик.


zuerst, die mich übervorteilt.]

[Die Krone hat für uns keine kamerad­ К а з н а не свой брат.*


schaftlichen Gefühle.]

[Hol dir aus der Staatskasse heraus, Тащй из к а з н ы , что с пожару.


was du kannst (als wärest du bei
einem Feuerschaden).]

[Der Bauer mästet die Staatskasse.] Казённая палата от мужиков бо­


гата.

Auch mit den Dienern der Kirche, nicht mit der Kirche selbst, war das Volk
unzufrieden. Daher der vielfach satirisch gefärbte Niederschlag in der Spruch-
weisbeit.

[Des Popen Taschen sind Säcke.] У п о п а не карманы, а мешкй:

[Des Popen Bauch ist aus sieben П о п о в о бр й хо из семй овчйн


Schaffellen genäht.] с ш й т о ( Р 12).

[Pope und Kulak sind von gleichem П о п и кулак одной масти (Р 3 1 Ь).
Schlage.]

Ein kulturphilosophisches Wort über Страна при расцвете имёет певцов,


die (alte) Bürokratie: а при упадке — пыль и н а ­
чальство.

Zur übrigen Mit- und Umwelt bekundet der russische Mensch eine vorurteils­
freie, gutmütige Einstellung, aus der heraus — genährt durch die Christ­
N a ch w o rt - 284 - N ach w ort

liehe Lehre — die Sprichwörter über die Gleichheit aller Menschen erwachsen
sind.

[Die Menschen sind alle gleich.] Все лйди, все человеки (J 1).
Все бобры, все р а в н й (G 169а).
Всйкое дерево из той же земли
растёт (Sn 46).

Dagegen findet die aus der täglichen Erfahrung gezogene Lehre ihren Aus­
druck in solchen Sprichwörtern wie:

[ Ke i n Mensch g l e i c h t dem andern.] Яйцо как яйцо, а человек чело­


веку р о з н ь .
Дерево дереву р о з н ь .

Manch andere sich widersprechende Sprichwörter sind historisch 4u erklären,


so z. B. die Sprüche über des Mannes Zierde, den Ba r t :

[Ein B a r t stört nirgends.] Б о р о д а делу не помеха (Sn 20).


Der B a r t ziert den Mann (K 391). Без б о р о д ы в рай не пустят
[Ohne Bart läßt man dich nicht ins (В 12).
Paradies.]
Dagegen: [Der Bart ist eine unnötige Б о р о д а — лйшняя тягота (В 12а).
Bürde.]

Dieses Wort geht zurück auf eine Inschrift, die eine zu Anfang des 18. Jahr­
hunderts auf Befehl des Zaren Peter I. geprägte Münze trug. Wer von den Alt­
modischen seinen Bart vor, dem Schermesser retten wollte, durfte diese Münze
kaufen und so die Erlaubnis zum Barttragen erwerben.
Nachklänge eines alten A b e r g l a u b e n s finden wir in dem oft gebrauchten
Wort:

[Es läßt sich gut leben, wenn Groß­ Х орош о (добро) тому жить, кому
mutter für einen sorgt, d. h. wenn бабушка в о р о ж й т ( R 89а).
man Gönner hat, wörtlich: — wem (Ворож йть на руку ,aus der
Großmütterchen ein gutes Leben Hand wahrsagen'.)
. herbeizaubert.]
Vgl. die Red. [Eines oder das andere Надвое бабушка в о р о ж й л а .
muß eintreffen, das Orakel ist viel­
deutig.]

. Zum Thema: »Vernünftig arbeiten* lassen wir die Alten und die Jungen
sprechen.
N a ch w o rt - 285 - N ach w ort

Vor der Oktoberrevolution gab es einen allgemeinen Lehrsatz über ratio­


nelle Arbeitsweise:
[Besser ein Arbeiter, der denkt, als Вместо тьгсячи р а б о т а ю щ и х без
tausend kopflose.] рассудка, лучше одйн, да с го­
ловой.
Seit zwei Jahrzehnten gibt in der Sowjetunion ein Neuwort konkreten Rat,
wie die Arbeitsleistung zu steigern ist:

[Frage bei Stachanov an, wie man Спросй у С т а х а н о в а , как рабо-


nach neuer Art arbeiten kann.] тать наново (Russ. Unt. 1950/4.
162).

Ein verhältnismäßig wenig^ bebautes Gebiet ist die vergleichende Sprich­


wortkunde, und es lohnte sich wirklich, die russischen Sprichwörter in ihren
Berührungspunkten mit dem gesamteuropäischen Spruchgut näher zu unter­
suchen. Während die Zusammenhänge des deutschen Sprichwortes mit der
Gnomik der Antike und der Nachbarvölker weitgehend geklärt sind, ist die
Frage nach dem Anteil der Lehnsprüche im russischen Sprichwortschatz nur
einmal zaghaft in Angriff genommen worden, nämlich vor sechzig Jahren von
limoSenko, der zu den literarischen Quellen von 300 russischen Sprichwörtern
vorzustoßen versuchte. Das Buch ist leider nicht greifbar.
Begegnen uns unter den russischen Sprichwörtern alte Bekannte, so dürfen
wir mit Recht annehmen, daß diese auf schriftlichem Wege hingelangt sind.
Vereinzelt sind westeuropäische, vornehmlich deutsche Sprichwörter im
19 Jahrhundert, von Mund zu Mund wandernd, in den russischen Sprach­
gebrauch aufgenommen worden. Die Mehrzahl der literarischen Entlehnungen
stammt aus dem Lateinischen, wobei deutsche oder französische Vermittlung
nicht ausgeschlossen war.
Es mögen einige Beispiele folgen.

Доброе н а ч а л о — половйна дела. Quelle: Horaz, Ер. I: Dimidium facti


qui bene coepit h a bet. . .
Wer wagt, gewinnt.
П о в т о р ё н ь е — мать ученья. Repetitio est mater studiorum.
В о р о н ворону глаз не выклюет Cornix cornicem oculos non cavat.
Р у к а руку моет ( + плут плута Manus nanum lavat ( = Ein Dieb
кроет). deckt den andern).
В з д о р о в о м теле здоровый дух. In corpore sano mens sana ( Juvenal,
Sat. 10).
Всйкий своего с ч а с т ь я кузнец. Lat.-deutsch: Jeder ist seines Glückes
Schmied (G 191).
19
N a ch w o rt - 286 - N a ch w o rt

К ому Бог даст ч и н , тому даст и Deutsch: Wem Gott ein Amt gibt, dem
ум. gibt er auch Verstand (A 59 a).
Все дороги ведут в Рим. Eur.: Alle Wege führen nach Rom,
engl. All roads lead to Rome, frz.
Chaque chemin mene к Rome.
С ч а с т л йвые часов не наблюдают. Deutsch: Dem Glücklichen schlägt
keine Stunde (G 206), vgl. Schiller,
Piccolomini 3,3: Die Uhr schlägt
keinem Glücklichen.

Angesichts der heute gepflegten Bekanntschaft mit Sprache und Schrifttum


der außereuropäischen, besonders der asiatischen Völker, wäre es vielleicht an
der Zeit, an eine Sammlung von Sprichwörtern mit erweiterter sozialer Blick­
fläche zu denken, an eine Sammlung, die mindestens eine Übersicht über die
eurasische Spruchweisheit bringen müßte. Statt der in unserer Sammlung hier
und da eingestreuten japanischen und chinesischen Salzkörner müßte ein moder­
nes Werk reichlich Parallelen aus dem Weisheitsschatz dieser großen Völker
wie auch der Spruchliteratur der arabischen und indischen Welt enthalten.
Aus einer solchen Sammlung würden wir ersehen können, wie sehr sich die
Sprichwörter der Völker gleichen, wie nahe sich die Völker in ihrem Fühlen
und Denken sind und wie leicht es ist, einander zu verstehen, wenn man weiter
als bis zu seinem Gartenzaun schaut.
август — 287 — быстрый

RUSSISCHES SCHLAGWORT-REGISTER

А безрыбье В 105, К 114


август Anhg. 39, 40 бережёнье S 163
авось В 56, R 109, ПО, V 61 бережёный V 85
авоська R 108 бережлйвость S 158 — 162
ад Н 159 беречь К 37, V 87
азбука В 147 бес Т 49; в. чорт.
ангел Е 80 а беседа G 121
апрель Anhg. 23f . бить Е 91, L 129, 1 3 2 -1 3 3 , Р 50,
армия А 114а, b S 75 а, W66f f .
артель G 105 а благословение L 2 1 c
4
блйжний F 29
блин А71, Е 126, 127, М 73, Р З
Б
блоха L 39
баба F 60, 62, К 94, W 62, 80, бобр G 169 а
8 7 -9 3 Б ог G 49, 216— 227, М 120
бабушка Nachw. богатый R 50— 72
бабье лето Anhg. 39, 41 богатство R 67, 69— 71
баня В 4, R 78, W 41 а бодрйться L 45
баран Н 96 болезнь К 145— 147
барин Н 67, 9 7 ,1 0 9 -1 1 3 ,1 1 5 - 1 1 8 , болеть S 87, 103, W 61
К 88, Т 20а болтлйвый S 114
барон J 14, W 210 больной К 142 — 144
барщина Н 114 большевйк В 107 а
барыш Н 30, 44, N 58 большой G 231—236
басня W 198 борода А 9, В 10— 12, Nachw.
батька А 47 бочка F 5
батюшка V I I бойрин Н 106, 109
беда Е 74 а, F 87, К 109, L 72, бойться А 80, В 150, F 150
N 6 9 - 7 5 , 79, U 3 0 - 3 6 , 38, 41 бранйться Н 71, 105, L 130
бедность А 107, 115, 116 бренность s. непостойнство
бедный А 108, 110, 1 1 2 -1 1 3 брю хо В 13, Е 72, М 13, 15 — 16,
бежать L 42 21
безделье М 130, 132 — 134 быстрый W 95
19*
Варвара — 288 — грозить

В время W 54, Z 17ff., 42


Варвара Einl. X I, Anhg. 47а, W 12 всяк В 40, Е 54, J 6 — 25
вдова A l l все А 29— 31
вёдро Е 135, R 47 все сразу А 33
велйкий G 234— 236 всё V 56
вера G 164 всезнайка D 47, М 65
верить G 162, 163, Н 175, Т 94 bis вь'шить W 156
100, W 78, 79 высоко В 43, Н 142— 145
весело F 127, L 167 вйхлеба^ь Е 56, S 236
веселье Н 205
веселйться Т 104 Г
ветер W 133 глаз А 140— 143, 146
вечер А 2 глупый D 66— 67, Е 94, К 118
вещь D 43 гнев Z 50
взаймы В 109 гнездо Н 78, N 53
взйтки В 69— 71, S 90—92 гово]: йть R 37, 42—46, S 10,
вйдеть W 111, 129 189 а— с, W 199
вина S 104 * годйться G 249
вино Т llOff., W 9 8 -1 0 3 голова G 141, К 118, 121, 123, 80а
виноватый L 81, М 100, S 218 голод Н 190— 196
виновный S 107, 107а, 218 голодный Н 197— 200, М 13 — 15
вкус G 118 голубки Т'ЗО
вместе А 35, Е 80, G 123 голый N 19, 61
внешность S 30— 36 голь А 119, N 65 — 68
вода А 4, W 4 7 - 5 0 , G 108, Т 132 гора В 6 0 - 6 1 , М 83
водка Т 136ff., W 155, 158 за горами В 59
война К 149 а, b горбатый А 45, В 45
вол Е 95 а, N 81 а гордость S 215, 216
волк А 135, F 146, К 21, L 93, горе К 1 6 6 -1 6 7 , L 67
W 1 6 2 -1 6 4 , 168, 170— 172 горчйца G 1
волокно А 15 горшок В 124, Е 96, G 161, К 47,
воля F 78, Н 24, М 82, U 4, W 117, 48, Т 83 bis 84
127, 129 горькое В 101, Р 27
вольность F 81 господйн Н 69, 100, 104, 115,
вопрос F 53 118 а— с
вор D 2 2 - 2 3 , 29—31, S 220 гость A 3 , G 7 ff., V 63
воробей А 46, Е 105, F 138, S 139, гостеприймство G27 f f .
171 грамота L 89, 99, 100
воровать D 30, 32, S 155, 204 bis грех L 36, 166, S 223, 2 3 2 -2 3 4 ,
205 237
ворожйть R 8 9 a , Nachw. грешйть S 235
ворон К 132 гриб А 1
ворона Е 94, R 79 гроза W 123
воск Е 66 грозйть D 56
гр о м — 289 — звон

гром D 47 а, G 119, N 68 дурак А 39, D 36, 59— 60, 65, 7Ъ


грош Е 34, G 80, Р 15 L 1, N 2 3 - 3 3
груздь А 1, К 61 дым R 16— 18
грязь Р 7 дьяк А 60
гулять Т 105 — 106 дьйкон Е 103, Р 23
густо S 82 а
Е
гусь G 6, М 131, R 79
единодушие S 125
ёсли бы . . . W 118
д есть (куш ать) Е 107ff., L 7 1 , М 20,
давать G 45— 48, W 214 48
далеко F 29
Ж
дар W 214
даром U 17 жадность Н 9, 64
девушка J 51, К66, М 7— 12а, Т48,55 ждать G 6 1 — 63, Н 6 1 , W 4 3 , 44
, W N 28, W 213 желать W 205
делать Т 155 — 158 желёзо Е 66— 67, S 89
дела М 121 жена Е 1—2, F 58—59, 61, 63— 66,
дело А 100, 101, Т 28, W 122 W 63 ff.
дёнежка G 230, Н 6, Р 15, Т 24 женйтьба F 68, Н 80— 81
день Е 68, G 77ff., Т 3 - 7 , 1 3 - 1 5 женйться F 70—71, Н 80ff., 146
дёньга Н 76 жернова N 8 0 b
дёньги G 77 ff. живой G 139а
дёрево В 36, 4 6 . жизнь Е 12, L 4 9 — 51
дёшево В 97—98, W 39 жир G 108
дитй К 51— 54, 56—57 жить В 75 — 76, L 4 3 —47, 53, S 79
добро G 247, 256— 57, W 160 журавль Н 4
добродётель Т 159
3
доброта F 118, Н 171, S 152
добрый F 117, G 241, 249, 252ff. заварйть Е 56—58
дождь А 6, Anhg. 20, 30, 31, S 155 с зависть В 58, N 45— 51, М 93
долг В 108, D 34, L 77, 122, S 104 завтра F 10, М ПО, Н 1 2 4 -1 3 4
дома Н 69, 74, О 12 задйра Т 153
Дон Н 74, 79 а задний ум В 50, 141, Н 135, G 52
доносчик А 79, V 26 закон G 124 — 130
дорого Т 36— 37 замашки J 14, Т 52
доход М 118 замуж W 42
драка G 148а запас S 159
дрова Н 160— 161, К 151 запасливый V 87, 88а
друг F 105ff. запрос Н 44а, 63, В 100а
дружба F 7, 120— 121 запросто G 37
дубина D 41 зарй М 111
думать D 12, G 51, W 5 заяц Н 64
дума, думка G 51, 51 а звон G 119, L 35, 40
здоровы ü — 290 — к урица

здоровый G 136— 38 каша В 118, 121 — 123, 137, Е 31,


здоровье В 145, G 139 — 145 113, 122, Р 32
зевать 80а квас G 108
земледелие L 22—28 Киев F 54, Е 94, Anhg. 42
землй Е 82—83 кисель Е 128
зёрнышко К 124 клевета V 22 а, Z 65
зима W 1 3 5 -1 3 6 , Anhg. 9 клин D 57, G 228, К 42—44, 77
зло В 110а кнйга 146а
злой F 153 кобыла Е 84, 103, G 234, К 85
злорадство U 36 коварный G 239, К 32
знай себя Т 162 коза Е 105
знаком (с кем) U 10— 12 козёл N 81
знакомство U 10, 12 козырь К 14, 16
знать S 29, W 111, 145ff. кокетство Е 70— 71, Р 51
золото G 207— 210, Р 4 6 а колесо R 4
золотой G 212 коллектйвность К 98— 108
зрелость R 73 колодец В 143
зубы W 106, Z 3 колос А 21
колхоз Н 20, К 96, 97а, Ь, 99
И комар Е 134, Н 113а
компания G 122
игра К 10, S 1 7 8 -1 7 9 , W 85 конец А 1, 74, Е 77— 79
играть К 15, S 182 — 183 конь F 148, G 43— 44, N 6, Р 16,
изба Е 65а 17, 19, U 28
изобретение Е 87 конюх М 4
Ильй Anbg. 36, L 27
копейка Р 15, S 90, 162
искать S 229 копйть S 164
йскра F 32, 147 корень W 125
искусство К 168
корова Е 19, К 156 — 158, N 35
йстина W 15ff. косность L 17, 18
кот К 19, 31, 23, N 41, М 105, R 3
К
кошка А 5, 6, К 26, 2 7 ,3 1 , N 1 4 ,
кабак W 140— 141 42
Казак А 147, В 10 красота Н 87, S 96, 98, 100, W 86
казённый F 154, К 58 крестьйнин К 88
казна R 49, Nachw. крйво Е 26
калач Е 53, 120, F 9, 48, Н 2, М 118 крошка S 157
камень S 207 кувшйн К 150
капля Е 21, К 75, S 222 кукушка L 25, Anhg. 33
капуста Е 115, М 64 кулак К 165, 165а— с, V 14
каравай Anhg. 28 кулйк В 8
карман Е 71, F 120, S 157а, 135 купец Н 31, К 39
карты К 10 — 14, 16 — 17 курица А 58, 114а, Е 17, 90, М 120а,
кафтан G 108 W 209
к уст — 291 — м уха

куст В 150 а мастер В 41, L 39, М 66— 72, S 80,


кушать s. есть W 141
мачиха S 209— 210
Маша W 204
Л
мед F 119, Н 166, 1 6 9 -1 7 1 , S 12
лад Е 59, 66, F 124, К 96 медведь В 7, 9,Е 51— 52, 99, G 108,
ласковый F 116, Н 156 Н 11, J 1, К 113, 126
ласточка Е 48, М 7, S 110 медленность L 29— 34
лгать L 156— 164 мена W 53
лебедь N 39 мера А 32, М 38— 44
лев А 19 мерить М 88— 89
лежачий L 152а, U 47 местй Т 162
лекарь А 137 место А 17, U 13
ленйвый S 82 месяцы Anhg. 20ff.
ленйться Н 92 метла В 63
лень F 12, 13, Т 90— 92 мешок S 4
лес Н 160, S 156, W 32 мйлостыня А 111, G 46— 48
лета J 3 мймо N 63
лето S 150 мир 1. F 1 2 3 -1 2 5 , V 19,
лисйца F 140, 142 — 143 мир 2. G 102, 122, К 105— 108,
лицо G 133, S 95, Н 175а W 116
лйшнее Н 9, S 112 много А 34, Н 5, J 5, У 54— 55, Z 72
лйшний труд L 61, N 83— 84, V 18 bis 73
лоб N 3 6 могйла м п о ь
ложь В 55, L 153 — 155 мода М 103
ломота И 83, W 41 мозг Н 136, 137, S 214
лошадь L 83, Р 16, 21 молва G 112, L 107
лук Z 78 — 79 молодец А 129, 130, W 107
луна Anhg. 7 молодой В 124а, F 133, Н 88,
лыко W 185а J 42— 44, 46а
льшый К 120 молодость J 39—41, 46
льстец S 85 молчать S 1 1 5 -1 2 0 , 213, 227
люб Н 134а монах К 65, М 107
любйть L 134 — 136 море В 2, М 59— 63
любовь L 111 ff., 138 — 139 за морем А 68, В 136, F 97, Н 79,
люди А 69, М 84— 86, 75Ь L 16
мороз F 126, 132, Anhg. 13, 46
М Москва М 113, R 90
мудрость W 109 — 110
май Anhg. 28— 30 мудрый G 99 — 100, Р 39
маленький В 144, К 69— 76 муж Е 1, 1а
март Anhg. 20 мужество М 135, 138— 139
масленица А 26, F 8, Т 12 мужйк В 16ff., 121, L 20а
масло Е 127а муха К б , S 177, U 52
мышь — 292 — отец

мышь F 141, М 54—58 нет N 52, 59—60


мйгко Н 166 нетребовательность G 108
неудача Р 8
Никола Anhg. 47, 47а
Н нйтка V 117а
наветки Е 98 нищета А 123
навык U 9 нйщий В 86
навоз L 21 с, d новый, новое N 55, 57
нагой N 17, 18 ночь N 13— 15
награда G 65 нрав К 21, S 78, Н 66а
надежда Н 148— 152 нужда F 130, N 65—68, 70— 75,
надеяться К 159 4 77— 78
наказание S 218— 220 (семь) нйнек Н 140, К 91
намёки Е 98
народ V 72 О
наружность А 149 — 150 обдумать В 64
нарядйть Е 70, К 62, R 88, V 65 обед G 142 — 143, М 2 2 - 2 3 , W 213
нарйдливость Р 5 1 —52 обещать N 76, S 174, 176, V 3 2 a - e
наслаждение G 106 обжечься К 79, S 19
наследственность V 11— 14 обйда Е 66, L 73, К 70Ь
натура N 38—45 обман В 79— 81, К 139
наука J 22, W 152, 153 обнаружиться Т 8
начало А 70— 73, 75— 78, К 161, общение G 123
М 73, 135 общество G 121 — 123
начальство Nachw. обычай А 62—63, 130, К 7, L 13,
начйн А 73, В 53; vgl. начало 14
неблагодарность U 21 овца М 91, N 81, S 23— 24, 27— 28
нёбо V 77 огонь F 20, 34, 35
невежда L 37 одежда В 90
невестка Е 98 одёжка D 7, Т 23, S 221
недоброжелательность Н 189 одйн А 35— 37, Е 46—49, L 55
недуг В 110 опасение V 82
недруг F 24, 27 опоздать М 90
немец D 15ff. опыт А 48, Е 84
немка М Ö орёл А 18, 19, Е 132, S 133
ненастье Е 135, G 56, R 47 орех G 3
непостойнство Н 124— 128, 134, осёл В 5, Е 93, 97, N 26 b, R 80
V 1 6 -1 7 осень А 2, Н 94
неправда G 244, U 43— 45 остатки G 36
неприйтель F 24— 27, 112 осторож ность К 79, V 83—84
неравенство G 169, 178, М 114, ответ А 81—83, R 23
U 27— 29 ответственность F 147
несчастлйвый U 37 отдыхать R 5
несчастье U 30ff. Vgl. беда отец V 1
отеч ество ■ — 293 — п ри зн ател ьн ы й

отечество О 13, V 1а, с подвйжность G 151, К 130


отплатить М 127 подмазать В 69— 74, S 90—92
охота (Lust) L 76, S 181, U 25, подобный G 165
W 128 подражание N 6
очи Т 99 пожелания W 206— 207
ошибаться I I , К 81, Р 17, V 29 поздно L 101, R 9 — 10, S 168, 169,
180, 197, Z 36
П поклон G 242, Н 185, 202, V 3
пава А 152, N 54 поклонйться D 11
Павел Е 133а, W 14 покойник Н 125
палата 40а полковник Н 125, W 206
палка D 41 польза N 81
пан В 107а, Н 118с, 119 помогать Н 91
(по) пански V 80а понедельник М 109
пар F 37, R 83, 93 поп А 154, Е 103, Н 68, Р 10— 13,
пастух К 91 30, 31
паук S 185 попадать V 77, Z 45
пахать Р 26 попытка Р 46
первый А 71, Z 55 пора Z 23, 30, 37
передумать R 13а портить Е 19
перемена W 53 портной S 186, 228
перо F 16, 18 порука В 148
нёс А 18, Н 183; s. собака порядок L 54, О 10
петух Н 10 посев L 21 f.
печаль G 227a, Н 123, L 68 после (нас) S 142
пеший Р 2, R 82 последний L 102
пйво Т 134, 135, 147, W 103 пословица S 190— 196
пир G 240, М 46 пост D 14 а
пирог В 88, N 34, Р 3 — 5 постель В 82, 38 а
пить А 41, Т 104ff., W 157 постилать В 82, G 23
план Р 28 пот F 47 b
платйть Н 38 походка Н 14, М 18
платье А 149, G 149 поцелуй К 170
плевать О 1, S 173, 198, 199 почёт Е 7, W 208
плохой S 80 правда G 124, S 189, W 8ff.
плуг Р 24 праведный Е 13 — 15
плут D 30, S 217 праздник F 22, 31, Н 152, 153
плыть S 225 предел S 201
плясать Т 18—21 предусмотрйтельность F 142, S 4
повар J 1, К 90— 92 привет F 116
повиноваться G 66 приветливый F 116— 119
погода Anhg. привйчка G 160
подарок G 115— 117, S 39, 40 приданое М 94— 99
подачка W 169 признательный Е 89
прим ер - 294 - се м ь

пример В 57, 146, G 121 рогожа В 6, Н 94, К 68


примета А 12а род А 29, Z 56
причина — следствие U 53— 55 на роду S 56, V 80 а
прийтель F 105— 115 родина Н 77—79а, L 19
продавать К 137, 138 роднй V 49—50
проживать Е 81, G 153, V 7 рожа S 65, 132, F 57а
простйть D 53 рожь L 21, R 89
просто G 108 роза R 92
прошлое R 13 а рознь G 168а, U 27
прямой R 29 рот М 52, 124, 126
птйца К 89, V 64, 67— 71 рубашка Н 93, N 10, 21
пуганый F 151— 152, G 50, S 101 рубль R 97, V 40—41
пуля К 154, 155 ругаться S 60—63
пустота А 22, F 4, L 57 рука Е 50, Н 16, 22
путешествие Е 93, 94, G 4, R 79, русалка N 64
80 русский D 14, 18— 19, R 100— 106,
пйтница F 85 111-112
пьйный Т 111 — 112, 124, 128, 142, Русь R 113, Т 108
W 97 ручка S 102
рыба F 43—45, М 78
Р рыжий А 8, Н 1, R 94
раба N 8
работа А 88— 89, 97, 99 С
работать А 90, 93— 96, 104, В 125,
Т 53 сало S 138а
работник А 25, 102 — 103, Н 66 сам S 136— 138
равный G 165— 168 самовар Е 87, N 82
радость F 101 — 102 самрлйб Е 30
радушие F 116, 117, G 27ff. сапожник S ПО, W 159
(один) раз Е 6 1 —62 сват В 116
раздражйтельность К 140 свататься F 72
разум V 35—37 свекровь S 127а
рай К 112, L 55 свет W 114, 117
рак А 131, Е 76, F 40 свиньй А 20, К 64, 160, S 121— 124,
ранний В 124а W 217
рано F 135 — 137 свирепый W 217
рассуждать В 64 свобода F 79—84
ребёнок К 51— 54 свободный F 67
река А 27 свой А 61, 130, В 126, Е 25— 29,
за рекой В 1 G 165— 166, К 57, S 134 — 136
ремесло Н 17, 49— 55 по своему J 34
речь R 30— 42 сегодня Н 99, 142— 134
Рим R 9 0 —91, W 59 секрет G 64а
риск G 146, W 4 семь S 140
сем ья — 295 — е ч а ст л й в ы й

семьй F 3, Н 72 совать (нос) N 37


семя А 148, S 2, 7, 11 соваться А 59, J 36, L 37, 152,
сердйтый А 106, К 140, W 216 bis М 92, S ПО, V 90
217, Z 51—52 совесть (чйстая) G 156
сердйться Z 49, 53 совет D 53, Е 64, R 6, 12— 13, 15
сердце Н 120 — 122, М 123 сокол В 48, Т 3 1 а , R 9 8 b
середина = серёдка М 101 — 102 солнце В 39, D 40, Н 152 — 153,
сеять А 148, S 1, L 24f. S 1 5 2 -1 5 3 , Anhg. 1, 6
сйла D 57, G 146 — 148, К 126 bis солнышко G 69, 97, J 31
128, М б соловей В 15, L 149
сйльный R 28, S 202— 203, W 94а солдат S 146— 149
синйца В 68, D 1, G 154, Н 4 сон S 67— 68, 71— 72, Т 100
сквернословить F 52 сор Н 73, S 108, W 46
ском орох М 129 сорока К 130
скоро Е 22 сосед N 1— 5, V 49
скромность В 90, F 41, G 107 — 108 сосна Н 65, V 51
скупой G 68 — 76, S 164 спасибо D 3 — 6
слава В 48, Е 10— 11, G 113, К 60, спать В 82, 83, S 69— 71
N 2 2 , R 98 сперва N 35
слепой В 105, 105а спесь Н 145
слеза F 86, Т 93 спешйть Е 35— 44, Н 141
слово G 119, К 32, V 32, W 174ff. сплетня К 59— 60
слон А 19, 133, Е 75 спрос F 54, Н 41 а
служба D 35 среда G 164
служйть D 32 а ссора Н 1 3 9 -1 4 0 , Z 5 - 1 0
случай G 96 стадо Н 96
слушать 0 9, S 118а, W 173 стакан В 49, W 104
слыть Т 102 старание Е 107
слышать G 171, L 40 старость А 45, 53, 57
смелость G 146, Н 179, М 135, 139, старое N 12
Т 22 старшие А 5 6 b
смерд В 35а старый А 48— 51, 53— 56, J 47, 50
смерть Т 56ff. Стаханов Nachw.
смех L 1— 12 стол G 20 а
смейться L 4, 9 страх F 148
смиренье В 62 стужа F 126
смйрный W 94 стыд В 85, S 2 9 a
смолоду Е 91, F 43, 45, G 160, J 43, суд Nachw.
45, L 92 судьба G 114, S 47— 57
Смородина Н 170 судьй R 84— 86
снег Anhg. 8 — 10 суеверие А 4 — 13
собака ES9, 92, F 2, Н 183 — 189, сулйть s. обещать
L 109, U 51 а сухарь В 127
сова Т 3 1 а (злая) G 157— 159 ечастлйвый G 206, S 76
счастье - 296 — хитрить

счастье G 172ff., S 88 удар Е 20


сын V 52 ужин G 108
сытость G 192 а указать Т 162
сытый М 50, S 13 — 15, 17, U 22 bis указчик L 66а
23, Z 57 узнавать Е 88
ум А 4 3 —44, 145, F 19, G67, К 81а ,
Т L 142, Т 26, V 32ff., 62
умеренность S 13 а
таракан А 12, 58, W 216
телёнок G 4 умирать S 208, Т 65, U 49
^мный А 39, D 71, К 8 2 - 8 5 , N 7
тепло W 40, 41 а, b
упрймый Е 32—33, К 78, Т 143а
тёплый Anhg. 30а, К 121
уравнйть К 5
терпение G 53— 54, 56, 57—61,
L 165 урод S 26
урожай Anhg. 5
терпеть А 147, В 54, 67, L 73, U 46
услужливый D 36, Е 101, Т 80
теснота Е 66
утопающий Е 9 0 а
тёща А 10, S 127, Т 50
утро А 2, М 112, N 13, Т 10
тйхий, тйхо R 24, Z 44
уха Е 121
тйше D 38, Е 42, G 101
участь В 78
товар В 98, F 134, Н 28, 29, К 23
ученье L 84, 89, 94, 100, В 95,
товарищ G 64, 123
W 143, 151
толк G 119
учёный В 94
толковать Н 174, R 44, S 188
учйть L 61 —66, 75, N 83
тонуть Е 90а
’ учйться В 147, F 1, Н 60, L 85— 92,
топор Z 47v
U 9
торг Н 27, 33, 36— 37, 42, 45
ущерб S 19
торговать Н 25— 26, 32, 34, 38 bis
41, 43, 46—48, К 34 Ф
тороватый F 73, 75
торопйться Е 35—44 Fairness L 152 а, U 47
тоска Т 113 фальшь I 1, L 149
троица D 52 фальшйвый L 149
труд А 89, F 47, М 114 — 118, франт Е 70
Р 44 француз F 56— 57
трудйться V 89 X
туча L 21 с
тщеславие Е 7 0 —74, Р51 хан Н 97
хата Е 25, Н 95, N 53 а
хвалйть А 16, D 42, Е 32, G 251,
У
L 147, 149, W 38
угар R 93 хвастаться G 103, Р 32 — 41, R 4,
угодйть А 29— 31, R 25—26 W 194
уговор А 14, V 81 хвастун G 110, 237
угостить G 37 ff. хвост S 29 с
угроза В 56, 56 а хитрйть G 135, S 154
хлеб — 297 — йрмарка

хлеб В 129 — 135, М 47, 49, U 1 чужой А 59, 66— 67, В 115, F 86
хлеб (Getreide) L 2 8 b , с bis 100, G.150, Н 75, L 105, К 18,
хлеб-соль G 31,32, U 10 Р 15, R 91
хлопоты G 120 чужой (карман) В 92
хозяин В 140, Н 95, 98, 101, Т 163
bis 164, W 137 Ш
холод F 133 шапка Е 73 — 74, G 215
холостой J 53— 54, L 56 шерсть N 28
хороший G 251— 54, V 56а шило А 153, G 135, S 155
хотеть W 130 широко (жить) V 21
храбрый М 135, 139 школа S 109
,,храбрый44 О 7, 8, М 138 шкура О 5
хрен N 52 а шум G 119
худо N 16; vgl. беда, несчастье шутйть S 42—45, 165, W 35
худое S 145
хулйть Т 1, W 38 щ
щегольство Е 71—74, М 17, 18

ц щедрый F 74, G 27ff., S 158


щепки S 156
царь G 235, Z 11 — 14, Nachw. щи Е 113 — 116, К 95
цыплята А 2, Т 10 щука W 1

Э
Ч эгойзм Н 93, 189
чай Е 130 — 131, Т 33— 35 эксплоатация S 66
чара Т 140,150
человек М 74, 77— 80, Т 133, М 75а Я
черёд М 24
чёрный К 157, R 3, S 111 / йбедник У 22
черти А 4, S 211 йблоко А 84— 85
чесаться J 37 йблоня А 84, В 36
честность Е 9, 15а йгодка А 86
честь Е 4, 10, Н 173, S 22 язык В 66, 119, F 54, Z 60ff.
чин А 59 а (русский) язык D 14
чистый R 75— 76 яйцо Е 17
читать L 95, 97 йма G 239
чорт В 117, Н 89, Т 39—41, 43—47 йрмарка W 90