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Statik-Infotage Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996 Einführung Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Ingo Wagner

Statik-Infotage Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996

Einführung Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Ingo Wagner

Statik-Infotage Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996 Einführung Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Ingo Wagner

Inhalt der Vorlesung

Inhalt der Vorlesung 1. Einführung • Die Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau • Der Eurocode 6

1. Einführung

Die Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau

Der Eurocode 6 – Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten

2. Einwirkungen und Sicherheitskonzept

Überblick über Normen für Einwirkungen

Grundlagen der Tragwerksplanung nach ÖNORM EN 1990

3. Bemessung nach ÖNORM EN (B) 1996-1-1 und 1996-3

Beanspruchungen

p u

Nachweis nach ÖNORM EN 1996-1-1, dem genaueren Verfahren

Nachweis nach ÖNORM EN 1996-3, dem vereinfachten Verfahren

Beans r chbarkeiten

Einführung

Einführung Die Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau EC 0 Allgemeine Anforderungen EC 1 Einwirkungen EC 2

Die Eurocodes für den konstruktiven Ingenieurbau

EC 0 Allgemeine Anforderungen EC 1 Einwirkungen EC 2 EC 3 EC 4 Bemessung EC
EC 0
Allgemeine Anforderungen
EC 1
Einwirkungen
EC 2
EC 3
EC 4
Bemessung
EC 5
EC 6
EC 9
EC 7
EC 8
Geotechnik und Erdbeben

Einführung

Einführung Unterscheidung nach Prinzipien und Anwendungsregeln Prinzipien sind mit (P) und einer Absatznummer

Unterscheidung nach Prinzipien und Anwendungsregeln

Prinzipien sind mit (P) und einer Absatznummer gekennzeichnet. Prinzipien sind grundsätzlich anzuwenden. Abweichungen von Prinzipien nur zulässig, wenn diese explizit zugelassen sind. Anderslautende Regelungen sind dann im Nationalen Anhang festzulegen.

Informative und Normative Anhänge

Anhänge sind wie die im Hauptteil enthaltenen Prinzipien und Anwendungsregeln zu behandeln. Normative Anhänge beinhalten ebenfalls Prinzipien und Anwendungsregeln wie die Hauptteile. Informative Anhänge beinhalten Parameter und Empfehlungen zur Auswahl von Werten oder Rechenverfahren. Der Status eines Anhanges kann im Nationalen Anhang geregelt werden.

Nationale Fassungen der Eurocodes

Der Nationale Anhang (NA) kann sowohl Hinweise zu Parametern als auch zu Werten und Berechnungsverfahren beinhalten, die im Eurocode für nationale Entscheidungen offen gelassen wurden. Diese National Definierten Parameter (NDP) gelten für die Planung von Bauwerken in dem Land, in dem sie hergestellt werden. Im NA dürfen nur die Regelungen modifiziert werden, die explizit für nationale Regelungen vorgesehen sind.

Der Nationale Anhang ist nicht nur ein formeller Bestandteil einer Europäischen Norm, vielmehr ist er Anwendungsvoraussetzung.

Einführung

Einführung Der Eurocode 6 – Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten EN 1996: Eurocode 6 EN 1996-1

Der Eurocode 6 – Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten

EN 1996: Eurocode 6 EN 1996-1 Allgemeine Regeln EN 1996-2 Planung und Ausführung EN 1996-1-1
EN 1996: Eurocode 6
EN 1996-1
Allgemeine Regeln
EN 1996-2
Planung und Ausführung
EN 1996-1-1
bewehrtes und unbewehrtes Mauerwerk
EN 1996-1-2
Bemessung im Brandfall

EN 1996-3 Vereinfachtes Verfahren

Berechnungsverfahren

Analog zu DIN 1053 stehen weiterhin ein genaueres und ein vereinfachtes Berechnungsverfahren zur Verfügung Das genauere Berechnungsverfahren ist das Standardverfahren nach EN 1996-1-1 für unbewehrtes, bewehrtes, vorgespanntes und eingefasstes Mauerwerk. Das vereinfachte Berechnungsverfahren ist in einem separaten Normenteil EN 1996-3 enthalten, der im Grundsatz die Regelungen nach ÖNORM B 3350 enthält.

Einwirkungen

Einwirkungen Überblick über Normen für Einwirkungen Einwirkungen EN 1990 EN 1991 EN 1990 – Grundlagen der

Überblick über Normen für Einwirkungen

Einwirkungen EN 1990
Einwirkungen
EN 1990
über Normen für Einwirkungen Einwirkungen EN 1990 EN 1991 EN 1990 – Grundlagen der Tragwerksplanung
EN 1991
EN 1991

EN 1990 – Grundlagen der Tragwerksplanung

Allgemeine Anforderungen an die Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit von Bauwerken. Prinzipien des Entwurfs und der Nachweisführung. Beinhaltet materialunabhängige Regelungen.

EN 1991 – Einwirkungen auf Tragwerke

Beinhaltet Regelungen zu den charakteristischen Werten der Einwirkungen. Enthält jedoch keine Festlegungen zu seismischen Einwirkungen. Ebenfalls materialunabhängige Regelungen.

EN 1991 definiert die Einwirkungen EN 1990 definiert die Kombination der Einwirkungen

Einwirkungen

Einwirkungen Der Begriff der Einwirkung Eine Einwirkung ist die Summe anhängiger Kraft- und Verformungsgrößen.

Der Begriff der Einwirkung

Eine Einwirkung ist die Summe anhängiger Kraft- und Verformungsgrößen. Kräfte und Verformungen sind dann abhängig, wenn diese den gleichen Ursprung besitzen oder miteinander korrelieren. Eine Einwirkung repräsentiert somit eine oder mehrere Lasten (direkte Einwirkung) eine oder mehrere aufgezwungene Verformungen (indirekte Einwirkung) Die Kraft- und Verformungsgrößen müssen jedoch nicht gleichzeitig auftreten.

Ein

i k

w r

u

n

ge

n

S

y

mb

o

l

Ein

i k

w r

u

n

ge

n

S

y

mb

o

l

Ständige Einwirkungen

 

G

außergewöhnliche Einwirkung

 

A

veränderliche Einwirkungen

 

Q

Erdbebeneinwirkung

   

AE

Geotechnische Einwirkung

 

G/Q

     

Einwirkungen

Einwirkungen Repräsentative Werte der Einwirkungen charakteristischer Wert einer Einwirkung: F k = ψ ⋅ F =

Repräsentative Werte der Einwirkungen

charakteristischer Wert einer Einwirkung: F k = ψ ⋅ F = ψ ⋅ F F
charakteristischer Wert einer Einwirkung: F k
= ψ
⋅ F
= ψ
⋅ F
F rep
0
k
F rep
1
k
Kombinationswert
häufiger Wert

F rep

= ψ

2

F

k

quasi-ständiger Wert

Charakteristischer Wert

Mittelwert oder unterer oder oberer Wert einer statistischen Verteilung oder Nennwert, wenn diese fehlt. Ausgangsgröße für Einwirkungsnormen.

Kombinationswert

Berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Auftretens aller ungünstig wirkenden veränderlichen Einwirkungen.

Häufiger Wert

Findet Anwendung für Nachweise in Grenzzuständen mit umkehrbaren Auswirkungen.

Quasi-ständiger Wert

Findet Anwendung für Nachweise in Grenzzuständen mit nicht umkehrbaren Auswirkungen unter Langzeitwirkung von Einwirkungen.

Einwirkungen

Einwirkungen Bemessungswert der Einwirkungen • Der Bemessungswert einer Einwirkung ergibt sich aus dem repräsentativen

Bemessungswert der Einwirkungen

Der Bemessungswert einer Einwirkung ergibt sich aus dem repräsentativen Wert einer Einwirkung multipliziert mit einem Teilsicherheitsfaktor.

= ψ ⋅ F = ψ ⋅ F = ψ ⋅ F F rep 0
= ψ
⋅ F
= ψ
⋅ F
= ψ
⋅ F
F rep
0
k
F rep
1
k
F rep
2
k
= γ
⋅ F
F d
F
rep

Ständige Einwirkungen (G)

Werden i.d.R. mit den oberen Werten angesetzt. Ansatz der unteren und oberen Werte der Kraft- und Verformungskenngrößen mit den unteren und oberen Teilsicherheitsbeiwerten, wenn Tragwerk auf Veränderungen empfindlich reagiert .

Veränderliche Einwirkungen (Q)

Werden nur bei ungünstiger Auswirkung mit dem oberen Teilsicherheitsbeiwert in Rechnung gestellt.

Außergewöhnliche Einwirkungen (A, AE)

Werden als Nennwerte ohne Ansatz von Teilsicherheitsbeiwerten in die Berechnung eingeführt.

Sicherheitskonzept

Sicherheitskonzept Sicherheitskonzept nach EN 1990 Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den

Sicherheitskonzept nach EN 1990

Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den allgemeinen Prinzipien und Anforderungen zur Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit nach EN 1990 das Konzept der Grenzzustände unter Anwendung von Teilsicherheitsmethode zugrunde. Die Bemessung erfolgt in den jeweiligen Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit für unterschiedliche Bemessungssituationen, bei denen jeweils verschiedene Teilsicherheitsbeiwerte in die Berechnung einfließen.

Sicherheitskonzept

Sicherheitskonzept Sicherheitskonzept nach EN 1990 Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den

Sicherheitskonzept nach EN 1990

Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den allgemeinen Prinzipien und Anforderungen zur Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit nach EN 1990 das Konzept der Grenzzustände unter Anwendung von Teilsicherheitsmethode zugrunde. Die Bemessung erfolgt in den jeweiligen Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit für unterschiedliche Bemessungssituationen, bei denen jeweils verschiedene Teilsicherheitsbeiwerte in die Berechnung einfließen.

Bemessungssituationen

Die Bemessungssituationen sind unter Berücksichtigung der Gegebenheiten definiert, für die ein Tragwerk während seiner geplanten Nutzungsdauer seine Funktionen erfüllen muss .

1. ständige Bemessungssituationen, die den üblichen Nutzungsbedingungen des Bauwerkes entsprechen.

2. vorübergehende Bemessungssituationen, die sich auf zeitlich begrenzte Zustände wie bspw. Bauzustände oder Instandsetzungen beziehen.

3. außergewöhnliche Bemessungssituationen, die Unfallsituationen wie Brand, Explosion, Anprall und lokales Versagen der Tragstruktur, bei dem die Stabilität des Tragwerkes nicht mehr gewährleistet ist, berücksichtigen.

4. Bemessungssituation bei Erdbeben, die seismische Einwirkungen auf das Tragwerk umfassen.

Sicherheitskonzept

Sicherheitskonzept Sicherheitskonzept nach EN 1990 Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den

Sicherheitskonzept nach EN 1990

Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den allgemeinen Prinzipien und Anforderungen zur Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit nach EN 1990 das Konzept der Grenzzustände unter Anwendung von Teilsicherheitsmethode zugrunde. Die Bemessung erfolgt in den jeweiligen Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit für unterschiedliche Bemessungssituationen, bei denen jeweils verschiedene Teilsicherheitsbeiwerte in die Berechnung einfließen.

Grenzzustände der Tragfähigkeit

Grenzzustand

Symbol

Lagesicherheit

EQUilium

Tragsicherheit von Tragwerken am Querschnitt und am Gesamtsystem

STRength

Tragsicherheit des Baugrundes

GEOtechnic

Versagen durch Materialermüdung.

FATigue

Grenzzustände der Gebrauchstauglichkeit

Sind für Bauteile aus Mauerwerk i.d.R. nicht nachzuweisen.

Sicherheitskonzept

Sicherheitskonzept Sicherheitskonzept nach EN 1990 Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den

Sicherheitskonzept nach EN 1990

Der Bemessung von Tragwerken nach den Eurocodes liegt, entsprechend den allgemeinen Prinzipien und Anforderungen zur Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit nach EN 1990 das Konzept der Grenzzustände unter Anwendung von Teilsicherheitsmethode zugrunde. Die Bemessung erfolgt in den jeweiligen Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit für unterschiedliche Bemessungssituationen, bei denen jeweils verschiedene Teilsicherheitsbeiwerte in die Berechnung einfließen.

Bemessung in Grenzzuständen

In einem Grenzzustand muss gewährleistet sein, dass die Bemessungswerte der Beanspruchungen E d die

Bemessungswerte der Beanspruchbarkeiten R nicht überschreiten

d

.

Hierbei ist das Bemessungsverfahren mit Teilsicherheitsbeiwerten zugrunde zu legen.

Lastfälle müssen die für den Nachweis maßgebende Lastanordnung widerspiegeln.

Die zum Lastfall gehörenden Einwirkungen sind über Kombinationsregeln entsprechend der Bemessungssituation und dem Grenzzustand als Bemessungswerte anzusetzen.

Einwirkungskombinationen

Einwirkungskombinationen Einwirkungskombinationen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit für die ständige und

Einwirkungskombinationen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit für die ständige und vorübergehende Bemessungssituation

E

d

E

d

E

d

=

=

=

j

1

j

1

j

1

γ

G j

,

γ

G,j

G

k j

,

G

k,j

γ

Q

i

=

1

,1

γ

Q

k

,1

Q,i

⋅ ψ

0,i

i > 1

γ

Qi

,

Q

k,i

ξ

j

⋅ γ

G j

,

G

k j

,

⊕ γ

Q 1

,

Q

k 1

,

i>1

ψ

0,

γ

Q i

,

i

Q

ki

,

⋅ ψ

0 i

,

Q

k i

,

Gl. (6.10)

Gl. (6.10a)

Gl. (6.10b)

Nationale Regelungen nach ÖNORM B 1990-1

Entsprechend ÖNORM B 1990-1, Abs. 4.1.1.2 erfolgt die Kombination der Einwirkungen nach Gleichung Gl. (6.10). Die Gleichungen (6.10a) und (6.10b) sind demzufolge nicht anzuwenden. Erd- und Wasserdrücke sind i.d.R. als ständige Einwirkung zu betrachten.

Einwirkungskombinationen

Einwirkungskombinationen Einwirkungskombinationen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit für die außergewöhnliche

Einwirkungskombinationen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit für die außergewöhnliche Bemessungssituation

E

E

d

d

=

=

j

1

j

1

γ

GA, j

γ

GA, j

G

k, j

G

k, j

A

A

d

d

⊕ ψ

1,1

i

>

1

ψ

2,i

Q

k,1

Q

k,i

i

>

1

ψ

2,i

Q

k,i

Gl. (6.11a)

Gl. (6.11b)

Nationale Regelungen nach ÖNORM B 1990-1

Nach ÖNORM B 1990-1, Abs. 4.1.2 ist als vorherrschende veränderliche Einwirkung der quasi-ständige Wert anzusetzen. Dies bedeutet im Grunde, dass Gleichung Gl.(6.11b) in der außergewöhnlichen Bemessungssituation und in der Bemessungssituation bei Erdbeben anzuwenden ist.

Einwirkungskombinationen

Einwirkungskombinationen Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen B e m e s s u n g s s i

Teilsicherheitsbeiwerte für Einwirkungen

Bemessungssituation

Grenzzustand

Einwirkung

Symbol

P/T ständige Einwirkungen

A

ungünstig γ G,sup

1,35

1,00

günstig γ

G,inf

1,00

1,00

Veränderliche Einwirkungen

γ Q,sup

1,50

1,00

STR ungünstig

günstig γ

Q,inf

0,00

0,00

Außergewöhnliche Einwirkungen

γ A,sup

-

1,00

≤≤

ψ 2

ψ

ψ

1 0

Einwirkungskombinationen

≤≤ ψ 2 ψ ψ 1 0 Einwirkungskombinationen Kombinationsbeiwerte für veränderliche Einwirkungen    

Kombinationsbeiwerte für veränderliche Einwirkungen

   

Kombinationsbeiwerte

Einwirkung

ψ0

ψ1

ψ2

 

Nutzlasten im Hochbau nach EN 1991-1-1

 

1

Kategorie A: Wohngebäude

0,7

0,5

0,3

2

Kategorie B: Bürogebäude

0,7

0,5

0,3

3

Kategorie C: Versammlungsbereiche

0,7

0,7

0,6

4

Kategorie D: Verkaufsflächen

0,7

0,7

0,6

5

Kategorie E: Lagerflächen

1,0

0,9

0,8

6

Kategorie F: Fahrzeuge 30 kN

0,7

0,7

0,6

7

Kategorie G: Fahrzeuge 30 kN < F 160 kN

0,7

0,5

0,3

8

Kategorie H: Dächer

0,0

0,0

0,0

 

Schneelasten im Hochbau nach EN 1991-1-3

 

9

Schneelasten über 1.000 m ü. NN

0,7

0,5

0,2

10

Schneelasten unter 1.000 m ü. NN

0,5

0,2

0,0

11

Windlasten im Hochbau nach EN 1991-1-4

0,6

0,2

0,0

12

Temperaturlasten im Hochbau nach EN

0,6

0,5

0,0

1991-1-5

Statik-Infotage Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996 Bemessung von unbewehrten Mauerwerk nach EN 1996 MSc

Statik-Infotage Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996

Bemessung von unbewehrten Mauerwerk nach EN 1996 MSc Dipl.-Ing. (FH) Jens Hoffmann

Frühjahr 2009 ÖNORM EN (B) 1996 Bemessung von unbewehrten Mauerwerk nach EN 1996 MSc Dipl.-Ing. (FH)

Bemessung von unbewehrten Mauerwerk nach EN 1996 MSc Dipl.-Ing. (FH) Jens Hoffmann

Mauerwerk nach EN 1996 MSc Dipl.-Ing. (FH) Jens Hoffmann 1. Beanspruchungen • Berechnungsmodelle für die

1. Beanspruchungen

Berechnungsmodelle für die Schnittkraftermittlung

Schnittkraftermittlung im Rahmen des genaueren Berechnungsverfahrens

Schnittkraftermittlung im Rahmen des vereinfachten Berechnungsverfahrens

Schlankheit von Mauerwerkswänden

2. Beanspruchbarkeiten

Charakteristische Festigkeiten von Mauerwerk

Bemessungswerte der Festigkeiten von Mauerwerk

Verformungskennwerte von Mauerwerk

3. Nachweis nach ÖNORM EN 1996-1-1, dem genaueren Verfahren

Nachweis bei Druckbeanspruchung

Nachweis bei Biegebeanspruchung

Gebrauchstauglichkeit

4. Nachweis nach ÖNORM EN 1996-3, dem vereinfachten Verfahren

Abgrenzungskriterien

Nachweisführung

Beanspruchungen

Beanspruchungen Schnittkraftermittlung Berechnungsmodelle Ersatzsystem Flächentragwerke Rahmensysteme DIN 1053

Schnittkraftermittlung

Berechnungsmodelle Ersatzsystem Flächentragwerke Rahmensysteme DIN 1053 Wand-Decken-Knoten EN 1996-1-1 Lineare
Berechnungsmodelle
Ersatzsystem
Flächentragwerke
Rahmensysteme
DIN 1053
Wand-Decken-Knoten
EN 1996-1-1
Lineare
Nichtlineare
Anhang C
Schnittkraftermittlung
Schnittkraftermittlung

Beanspruchungen

Beanspruchungen Schnittgrößen für das vereinfachte Verfahren Knotenmomente infolge Deckenverdrehung über Auflager

Schnittgrößen für das vereinfachte Verfahren Knotenmomente infolge Deckenverdrehung über Auflager

Vereinfachtes Rahmenmodell nach EN 1996-1-1, Anhang C, Abs. (2), (3)

1 2 3 4 3 4 2 1
1
2
3
4
3
4
2
1

M

k

= η ⋅

 

n

k

E

k

I

k

 

l

k

 

q

3

l

3

2

q

4

l

4

2

4

1

i

=

n

i

E

i

I

i

4

(

n

3

1

)

4

(

n

4

1

)

 

m

i

l

i

mit η = −

1

0 25

,

 

E

3

 

I

3

E

4

I

4

 

n

3

+ n

⋅ ⋅

4

 

 

l

3

l

4

 

E

1

I

1

E

2

I

2

 

n

1

⋅ ⋅

l

1

n

+ 2

l

2

0 5

,

Adaption des Modells auf konkrete Wand-Decken-Knoten

1. Stäbe, die nicht vorhanden sind, werden in der Steifigkeitsberechnung weggelassen

2. Steifigkeitsbeiwerte n aus Deformationsmethode (n=4 bei Einspannung, n=3 bei gelenk. Lagerung)

3. Ist ein Deckenstab auf der abliegenden Seite nicht gelagert (bspw. auskragende Balkonplatte) wird dessen Steifigkeit EI zu Null gesetzt

4. Die zum Knotenmoment führenden Einspannmomente aus den Deckenplatten berechnen sich dann aus deren lagerungsbedingten Volleinspannmomenten

Beanspruchungen

Beanspruchungen Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel Rücksatzregel Bei großen Knotenmomenten bei geringer Auflast,

Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel

Rücksatzregel Bei großen Knotenmomenten bei geringer Auflast, kann die rechnerische Ausmitte größer als die halbe Wanddicke werden, und die Resultierende „wandert“ aus dem Querschnitt heraus. Dieser offensichtliche

Modellfehler muss korrigiert werden und zwar auf den Zustand, der sich maximal hinsichtlich der Ausmitte

geometrisch einstellen kann.

N Ed 0,45·t N Rd =0,1·t·f d 0,1·t t
N Ed
0,45·t
N Rd =0,1·t·f d
0,1·t
t

1. Ist die Ausmitte am Wand-Decken-Knoten größer als 0,45·t, darf der Tragwiderstand unter Ansatz der

kleinstmöglichen Auflagertiefe, jedoch nicht größer als das 0,1·t, berechnet werden.

2. Die Rücksatzregel ist demnach materialabhängig formuliert und bedeutet, dass bei deren Anwendung der Nachweis stets gegen den Wert 1 geführt wird.

3. Das Grenzkriterium ist somit nicht die Festigkeit sondern die Auflagertiefe.

Modifikation des Modells

1. Rücksetzung auf 0,45t und Berechnung von NRd mit sich daraus ergebenden Spannungsblock.

2. Nachweisführung wie gewohnt NEd/NRd ≤ 1.

Beanspruchungen

Beanspruchungen Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel Knotenmomente bei nicht voll aufliegenden Deckenplatten nach EN

Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel

Knotenmomente bei nicht voll aufliegenden Deckenplatten nach EN 1996-1-1, Anhang C, Abs. (6)

Die Momente oberhalb und unterhalb er Decke können mit folgenden Gleichungen ermittelt werden, sofern diese zu kleineren Werten als eine Einzelknotenberechnung führen.

N

Edu

a

(d-a)/2 N Edf N Edf +N Edu t
(d-a)/2
N Edf
N Edf +N Edu
t

M

M

Edu

Edf

=

=

N

N

Edu

Edf

 

(

t

3

a

)

 

 

4

a

2

 

+

N

Edu

 

(

t

+

a

)

4

w

Beanspruchungen

w Beanspruchungen Wandmomente infolge Horizontallasten Die Schnittgrößen aus vertikalen Lasten sind mit denen aus

Wandmomente infolge Horizontallasten

Die Schnittgrößen aus vertikalen Lasten sind mit denen aus horizontalen Lasten zu überlagern.

q o q u a)
q
o
q
u
a)

e

e b)
e
b)

f <0,45t

k =0,45t

c φ =0 c φ >0
c
φ =0
c
φ >0

c)

e

k =0,45t |e f |≤0,45t d)
k =0,45t
|e f |≤0,45t
d)

Unter der Voraussetzung, dass das Gleichgewicht am Einzelstabsystem gewahrt bleibt, dürfen die Wandmomente nach bestimmten Kriterien umgelagert

werden. Die Umlagerung erfolgt zwischen gelenkiger Lagerung und Volleinspannung. Die Ausmitten infolge vertikaler Lasten dürfen das Grenzkriterium e=0,45t nicht überschreiten. Die Volleinspannmomente als erstes Grenzkriterium ergeben sich aus der Statik des Einzelstabes. Die Grenzmomente am Wandkopf- und fuß ergeben sich

in Abhängigkeit der Normalkräfte.

M

u,o

≤ ± 0,45 t N

u,o

Die Momentenumlagerung kann dann getrennt am Kopf und am Fuß für folgende Werte vorgenommen werden:

M

M

o,d

u,d

= ±N

= ±N

o,d

u,d

(

0,45 t ± e 0,45 t ± e

(

o

u

)

)

wobei e o,u die planmäßigen Lastausmitten infolge vertikaler Lasten sind.

Beanspruchungen

Beanspruchungen Schnittgrößen für das vereinfachte Verfahren Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel Die Biegemomente

Schnittgrößen für das vereinfachte Verfahren

Knotenmomente infolge Deckendrehwinkel

Die Biegemomente infolge des Auflagerdrehwinkels der Decken sind unter den Voraussetzungen des vereinfachten Verfahrens nicht zu berechnen, da deren Einflüsse bereits mit dem Abminderungsfaktor Φ S berücksichtigt werden.

Wind senkrecht zur Wandebene

Eine explizite Berechnung von Wandmomenten infolge Wind ist jedoch nicht erforderlich. (Wird durch Anwendungsgrenzen abgedeckt.)

Wind in Wandebene

Ist die räumliche Steifigkeit des Gebäudes offensichtlich oder durch Nachweis gegeben und sind die Wandscheiben am Wandkopf und Wandfuß durch konstruktive Maßnahmen gegen horizontale Verschiebung gesichert, darf der Einfluss aus Wind vernachlässigt werden. Andernfalls ist eine Berechnung durchzuführen.

Erddruck auf Kellerwände

Der Nachweis wird unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen den Nachweis über minimale und maximale Auflasten führt. Eine explizite Berechnung der Schnittgrößen infolge Erddrucks ist nicht erforderlich.

Schlankheit von Wänden

Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Dicke von Mauerwerkswänden

Für folgende Wandarten ist die effektive Dicke gleich der tatsächlichen Wanddicke zu setzen:

einschalige Wände

zweischalige Wände ohne Luftschicht bzw. verfüllt

einschaliges Verblendmauerwerk

Wände mit Randstreifenvermörtelung.

Es gilt:

t

ef

=

t

Schlankheit von Wänden

Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Dicke von Mauerwerkswänden mit Vorsatzpfeilern

a b
a
b

t W

t Pf

Ist eine einschalige Wand mit Vorsatzpfeilern kraftschlüssig verbunden, so dass diese Pfeiler als aussteifendes Bauteil herangezogen werden kann, darf die daraus resultierende zusätzliche Steifigkeit mit einem Steifigkeitsfaktor nach EN 1996-1-1, Tabelle 5.1 berücksichtigt werden.

Es gilt:

mit

t

ef

= ρ

t

t

Pfeilerdicke / Wanddicke

Pfeilerabstand/Pfeilertiefe

1

2

3

6

1,0

1,4

2,0

10

1,0

1,2

1,4

20

1,0

1,0

1,0

Zwischenwerte dürfe durch lineare Interpolation berechnet werden.

h β

h

s ef

n

Schlankheit von Wänden

h β h s ef n Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Höhen von Mauerwerkswänden (Knicklängen)

Allgemein gilt:

Für die Berechnung der Knicklänge gilt auch im Mauerwerksbau die allgemeingültige Beziehung zwischen Stablänge und Lagerbedingungen .

h

ef

mit

= β

n

h

s

hef

Knicklänge der Wand. Auch effektive Länge genannt.

hS

lichte Höhe der Wand

βn

Abminderungsfaktor in Abhängigkeit der Lagebedingungen der Wand

N N h

o,d

u,d

s

Schlankheit von Wänden

N N h o,d u,d s Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Höhen von Mauerwerkswänden (Knicklängen)

Allgemein

h

ef

= ρ

n

h

s

Freistehende Wände

Auf die Berechnung der Knicklänge freistehender Wände wird in EN 1996-1-1 jedoch nicht eingegangen. Eine Möglichkeit der Berücksichtigung bietet an dieser Stelle auf die Gleichung nach DIN 1053-100.

h

ef

mit

=

2

h

N o,d

N

h S

u,d

S

1053-100. h ef mit = 2 ⋅ h N o , d N h S u

1

+

2

N

o,d

= 2 ⋅ h N o , d N h S u , d S ⋅

N

u,d

3

Bemessungswert der Normalkraft am Wandkopf

der Normalkraft am Wandfuß

lichte Höhe der Wand

Schlankheit von Wänden

Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Höhen von Mauerwerkswänden (Knicklängen)

Zweiseitig gehaltene Wände

I.d.R. darf mit ρ 2 =1,00 gerechnet werden. Bei Einhaltung bestimmter konstruktiver Regeln darf ρ 2 =0,75 in Ansatz gebracht werden.

Regeln darf ρ 2 =0,75 in Ansatz gebracht werden. l 0 =l k l 0 l
l 0 =l k l 0 l k
l 0 =l k
l 0
l k

h

ef

= ρ

2

h

s

Dreiseitig gehaltene Wände

Ist der Abstand zwischen dem freien Rand der auszusteifenden Wand und der Mittelinie der aussteifenden Wand größer als 15·t, so ist die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln.

1

1 +   ρ

2

h

S

3 l

2

1,5 l

h

0,3

ρ

3

=

⋅ ρ

2

bei

h

S

3,5

l

ρ

3

=

bei

h

S >

3,5

l

Schlankheit von Wänden

Schlankheit von Wänden Schlankheit von Mauerwerkswänden Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von

Schlankheit von Mauerwerkswänden

Die Schlankheit von Mauerwerkswänden ist als Quotient von effektiver Höher h ef (Knicklänge) und effektiver Dicke t ef definiert. Die Schlankheit einer Mauerwerkswand darf den Wert von 27 nicht überschreiten.

Effektive Höhen von Mauerwerkswänden (Knicklängen)

Vierseitig gehaltene Wände

Ist der Abstand zwischen den Mittelinien der aussteifenden Wände größer als 30·t, so ist die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln .

die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln . 1 1 +   ρ
die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln . 1 1 +   ρ
die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln . 1 1 +   ρ
die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln . 1 1 +   ρ
die Wand wie ein zweiseitig gehaltene Wand zu behandeln . 1 1 +   ρ

1

1 + ρ

2

h

S

l

0,5 l

h

s

2

ρ

4

=

⋅ ρ

2

bei

h

S

1,15

l

>

1,15

l

ρ

4 =

bei

h

S

l 0 l k
l
0
l
k

Beanspruchbarkeiten

Beanspruchbarkeiten Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte von Mauerwerk Symbol Beschreibung f f f f b bz m k

Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte von Mauerwerk

Symbol

Beschreibung

f

f

f

f

b

bz

m

k

f vk0

max

max

f vlt

E k

G k

f xk1

f xk2

E k,longterm

f xk1

f xk2

f vk

Materialgrundwerte

Normierte Druckfestigkeit eines Mauersteins

Rechenwert der Steinzugfestigkeit

Druckfestigkeit des Mauermörtels

Mauerwerksdruckfestigkeit Schubfestigkeit von Mauerwerk ohne Auflast, entspricht der abgeminderten Haftscherfestigkeit Maximalwert der Biegefestigkeit senkrecht zu den Lagerfugen

Maximalwert der Biegefestigkeit parallel zu den Lagerfugen

Höchstwert der Schubfestigkeit, entspricht maxf vk nach DIN 1053-100.

Kurzzeit-Elastizitätsmodul von Mauerwerk

Schubmodul von Mauerwerk

abgeleitete Festigkeitswerte

Langzeit-Elastizitätsmodul von Mauerwerk

Biegefestigkeit bei Biegung senkrecht zu den Lagerfugen

Biegefestigkeit bei Biegung parallel zu den Lagerfugen

Schubfestigkeit von Mauerwerk

Beanspruchbarkeiten

Beanspruchbarkeiten Bemessungswerte der Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte Die Bemessungswerte der Festigkeiten

Bemessungswerte der Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte

Die Bemessungswerte der Festigkeiten ergeben sich aus deren charakteristischen Werten dividiert durch den Teilsicherheitsfaktor für Widerstände γ M .

Regelungen nach EN 1996-1-1

   

γγγγ M

 

Material

 

Klasse d)

 

1

2

3

4

5

A

Steine der Kate orie I und Mörtel nach Ei nun s rüfun

 

a)

1 5

1 7

2 0

2 2

2 5

g

g

g p

g

,

,

,

,

,

B

Steine der Kategorie I und Rezeptmörtel b)

 

1,7

2,0

2,2

2,5

2,7

C

Steine der Kategorie II a) b) c)

2,0

2,2

2,5

2,7

3,0

a)

Mörtel nach Eignungsprüfung nach EN 998-2 und EN 1996-2

 

b)

Rezeptmörtel nach EN 998-2 und EN 1996-2

c)

Wenn der Variationskoeffizient nicht größer als 25% ist.

 

d)

Klassen der Ausführungskontrolle nach EN 1996-1-1, A1

 

Beanspruchbarkeiten

Beanspruchbarkeiten Bemessungswerte der Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte Die Bemessungswerte der Festigkeiten

Bemessungswerte der Elastizitäts- und Festigkeitskennwerte

Die Bemessungswerte der Festigkeiten ergeben sich aus deren charakteristischen Werten dividiert durch den Teilsicherheitsfaktor für Widerstände γ M .

Regelungen nach ÖNORM B 1996-1-1

In ÖNORM B 1996-1-1, Abs. 4.1 werden die Teilsicherheitsbeiwerte für die Tragwiderstände explizit geregelt. Es wird hierbei nicht zwischen den Mauersteingruppen unterschieden. Die Werte sind nur von der Mauersteinkategorie und dem Mörtelart abhängig.

 

Material

γγγγ M

A

Steine der Kate orie I und Mörtel nach Ei nun s rüfun

 

a)

2 0

g

g

g p

g

,

B

Steine der Kategorie I und Rezeptmörtel b)

 

2,2

C

Steine der Kategorie II a) b) c)

2,5

a) Mörtel nach Eignungsprüfung nach EN 998-2 und EN 1996-2

 

b) Rezeptmörtel nach EN 998-2 und EN 1996-2

 

c) Wenn der Variationskoeffizient nicht größer als 25% ist.

 

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Bemessung nach dem genaueren Berechnungsverfahren Das allgemeine Bemessungsverfahren

Bemessung nach dem genaueren Berechnungsverfahren

Das allgemeine Bemessungsverfahren nach EN 1996-1-1, Abs. 6 stellt im Sinne der DIN 1053 das genauere Bemessungsverfahren dar, bei dem die Ausmitten infolge vertikaler und horizontaler Einwirkungen explizit ermittelt werden müssen.

Nachweise nach EN 1996-1-1

Bemessung von Mauerwerk

unter vertikaler Belastung

unter Schubbelastung

durch Horizontallasten auf Plattenbiegung beanspruchte Wände

Mauerwerk unter kombinierter Belastung vertikal/Plattenbiegung s

b

vorgespanntes Mauerwerk

eingefasstes Mauerwerk

h t

r es

M

k

auerwer

i

( n

kl

.

Fl

ac

h tü rze)

ewe

Zu führende Nachweise

Bemessung im Grenzzustand der Tragfähigkeit

unter Druckbeanspruchung

Querschnittstragfähigkeit

Knicksicherheit

Teilflächenpressung

unter Schubbeanspruchung (Scheibenschub, Plattenschub)

unter Biegebeanspruchung

Biegung mit Zug senkrecht zu den Lagerfugen

Biegung mit Zug parallel zu den Lagerfugen

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung Bei der Bestimmung des Tragwiderstandes darf vom

Nachweis bei Druckbeanspruchung

Bei der Bestimmung des Tragwiderstandes darf vom Ebenbleiben der Querschnitte ausgegangen werden. Die Zugfestigkeit senkrecht zu den Lagerfugen darf null gesetzt werden, so dass mit vollständig versagender Zugzone gerechnet wird. Die Nachweisführung erfolgt auf Kraftebene.

Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

N E,d

N

R,d Druckbeanspruchung Querschnittstragfähigkeit Knicken Teilflächenpressung
R,d
Druckbeanspruchung
Querschnittstragfähigkeit
Knicken
Teilflächenpressung

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit Nachweis im Grenzzustand

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit

Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit

N

E,d

mit

N

R,d

N E,d

Bemessungswert der einwirkenden Normalkraft.

N Bemessungswert der aufnehmbaren Normalkraft.

R,d

N

R,d

= Φ ⋅ A f

d

für Wände mit

N

R,d

= Φ ⋅

A

f

d

(0,7

+

3

A)

für Wände mit

A

A

0,1 m

0,1 m

<

2

2

A Bruttoquerschnittsfläche der Wand in m²

Φ = Φ

Φ = Φ

o,u

Abminderungsfaktor am Wandkopf und –fuß

m Abminderungsfaktor in Wandmitte

Die Nachweise erfolgen unter Annahme der Ausbildung eines rechteckigen Spannungsblock.

Nachweisstellen: Wandkopf und -fuß, in halber Wandhöhe

Empfehlung: Bei Horizontalbelastung senkrecht zur Plattenebene auch an der Stelle der größten Biegebeanspruchung.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit Ermittlung der

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit

Ermittlung der Abminderungsfaktoren ΦΦΦΦo,u

Der Abminderungsfaktor Φ o,u berücksichtigt den traglastmindernden Einfluss der Exzentrizität der Normalkraft infolge planmäßiger Ausmitten.

Φ

o,u

mit

=

e

0

+ e

e

init

=

1

2

e o,u

t

e

o,u

=

e

0

+

e

he

+

e

init

0,05

t

he

=

M Ausmitte infolge Deckendrehwinkel und planmäßige Ausmitte infolge

d

N horizontaler Lasten

d

h ef

450

ungewollte Ausmitte nach EN-1996-1-1, Abs. 5.5.1.1

Entsprechend EN 1996-1-1, Abs. 5.5.1.1 (3) ist die ungewollte Ausmitte konstant über die ganze Höhe der Wand anzunehmen.

Es ist eine Mindestexzentrizität von 5% der Wanddicke anzusetzen.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis Ermittlung der Abminderungsfaktoren Φ

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis

Ermittlung der Abminderungsfaktoren ΦΦΦΦm

Der Abminderungsfaktor φ m zur Berücksichtigung des Knickens ist nach EN 1996-1-1, Anhang G zu berechnen. Dieser Anhang ist informativ und kann durch Nationale Anhänge modifiziert oder ersetzt werden.

1 0.8 0.6 0.4 0.2 0 0 5 10 15 20 25 30 h ef
1
0.8
0.6
0.4
0.2
0
0
5
10
15
20
25
30
h ef /t ef
ΦΦΦΦ m

u

2

e

2

A

Φ

m

mit

=

A

1

e mk

Faktor zur Berücksichtigung

1

2

1 =

t der planmäßigen Ausmitte

t

Exponent für

Logarithmusfunktion

bezogene Schlankheit

der Wand

λ − 0,063

0,73

1,17

e mk

h

t

ef

ef

f

k

E

k

u =

λ =

Regelung nach ÖNORM B 1996-1-1

Die Anhänge A-J bleiben informativ. Es werden keine weiteren Regelungen getroffen. Es ist also sinnvoll, sich der deutschen Argumentation anzuschließen und das E-Modul mit 700·fk in Rechnung zu stellen.

und das E-Modul mit 700·f k in Rechnung zu stellen. Exponent für Logarithmusfunktion Folie 39 Bemessung

Exponent für Logarithmusfunktion

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis Ermittlung der maßgebenden Ausmitte

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis

Ermittlung der maßgebenden Ausmitte für den Knicknachweis emk

Der Nachweis ist grundsätzlich in halber Wandhöhe zu führen.

e

mk

mit

e

m

=

=

e

e

0

m

+

+

e

e

he

k

e

k

= 0,002 ⋅ Φ

+

0,05

t

e

init

0,05

h

ef

t

e

m

t

ef

t

Ausmitte der Last in halber Wandhöhe

Planmäßige und ungewollte Ausmitte

Ausmitte infolge Kriechens

Der Einfluss infolge Kriechens darf vernachlässigt werden, wenn λ c nicht überschritten wird.

In EN 1996-1-1, Abs. 6.1.2 (2) wird ein Wert von λ c = 15 empfohlen.

Jedes Land kann in Abhängigkeit der Größe des Endkriechwertes eine Unterscheidung für verschiedene Mauerwerksarten vornehmen.

Regelung nach ÖNORM B 1996-1-1

Der empfohlene Wert von λ c = 15 wird übernommen.

Die Ausmitte infolge Kriechen ist demnach nur bei Schlankheiten von λ c > 15 in Rechnung zu stellen.

Bei Schlankheiten von kleiner oder gleich 15 ist ek=0 zu setzen.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Teilflächenpressung Nachweis im Grenzzustand der

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Teilflächenpressung

Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit

Der Nachweis wird in der Auflagerfuge geführt. Lastausbreitung ist bei Knicknachweis zu berücksichtigen.

N

Edc

mit

N

N

Edc

Rd c

N

Rdc

Bemessungswert der einwirkenden Einzellast

Bemessungswert der aufnehmbaren Normalkraft der Teilfläche

N

N

Rdc

Rdc

β ⋅ A

b

b

f

d

=

= A

f

d

Mauerwerk aus Mauersteinen der Gruppe 1, hergestellt nach EN 1996-1-1, Abs. 8 mit voller Lagerfuge.

In anderen Fällen.

Anwendungsvoraussetzung:

Die Lastausmitte der Einzellast beträgt höchsten ein Viertel der Wanddicke.

c /2

h

h

c

h

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

c /2 h h c h Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Teilflächenpressung

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Teilflächenpressung

Lasterhöhungsfaktor Wenn die Randbedingungen erfüllt sind, darf der β wie folgt berechnet werden:

β =

   1

0,3

+

a

h

1

c

  

1,5

1,1

A

A

b

ef

Erhöhungsfaktor

1,0

≤ β ≤

   1,25

 

+

2

a 1,5

1

h

c

 

Begrenzung des Erhöhungsfaktors

⋅ h c ≤   Begrenzung des Erhöhungsfaktors a 1 N Edc N Edc N Edc
a 1 N Edc N Edc N Edc l l efm efm l efm
a
1
N Edc
N Edc
N Edc
l
l
efm
efm
l
efm
a 1 N Edc N Edc N Edc l l efm efm l efm N Edc
a 1 N Edc N Edc N Edc l l efm efm l efm N Edc
a 1 N Edc N Edc N Edc l l efm efm l efm N Edc
a 1 N Edc N Edc N Edc l l efm efm l efm N Edc

N Edc

≥20 cm b ≥3·b
≥20 cm
b
≥3·b

Bei Lasteinleitungsbalken mit Mindestabmessungen darf pauschal β=1,5 gesetzt werden.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Schubbeanspruchung Beim Nachweis im Grenzzustand der Schubbeanspruchung

Nachweis bei Schubbeanspruchung

Beim Nachweis im Grenzzustand der Schubbeanspruchung wird nicht in Scheiben- und Plattenschub unterschieden. Weiterhin wurde in Deutschland hinsichtlich der Schubspannungsverteilung zwischen kurzen, mehr zur Balkentheorie tendierenden Wänden und Scheiben unterschieden, und zwar über den Faktor c zur Berücksichtigung der Verteilung der Schubspannungen. Bei dem Nachweisformat nach EN 1996-1-1 müssen diese Einflüsse über die Schubfestigkeit abgebildet werden.

V E,d

N

E,d

V E,d N E,d
l c
l
c

Im Zusammenhang mit Schub werden überdrückte Längen stets mit dem Spannungsdreieck bestimmt, nicht mit dem Spannungsblock!

Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

V Ed

mit

V Ed

V Rd

V

= l

c

Rd

t

f

vk

V Ed mit V Ed V Rd ≤ V = l c Rd ⋅ t ⋅

γ

M

f vd

l

Bemessungswert der einwirkenden Schub

Bemessungswert der aufnehmbaren Schubkraft

Bemessungswert der Schubfestigkeit

c Überdrückte Länge bzw. Breite

t Bei Scheibenschub Wanddicke, bei Plattenschub Wandlänge

d

& 0,065 f

b

)

bei Stoßfugenver- mörtelung, sonst

d

& 0,045 f

b

)

f

vk

f

vk

= min f

(

(

+ 0,4 ⋅ σ

vk0

= min 0,5 f

+ 0,4 ⋅ σ

vk0

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-1-1 Nachweis bei Biegebeanspruchung Im Grenzzustand der Biegebeanspruchung ist zwischen

Nachweis bei Biegebeanspruchung

Im Grenzzustand der Biegebeanspruchung ist zwischen Biegung senkrecht und parallel zu den Lagerfugen zu unterscheiden. Weiterhin wird in EN 1996-1-1 explizit zwischen Wänden, die mit Ausnahmen des Eigengewichtes nur mit Horizontallasten auf Plattenbiegung beansprucht werden und Wänden, die sowohl horizontal als auch vertikal beansprucht werden.

Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

M

Ed

mit

M Ed

Rd

M

M

Rd

=

f

xd

Z

Bemessungswert des einwirkenden Biegemomentes

Bemessungswert des aufnehmbaren Biegemomentes

f xd

Bemessungswert der Biegefestigkeit

Z Elastisches Widerstandsmoment der Wand

Die Biegefestigkeiten f xk1 und f xk2 dürfen berücksichtigt werden

bei der Bemessung unter Windlasten oder anderer horizontaler Lasten infolge außergewöhnlicher Einwirkungen, jedoch nicht bei Erdbeben. Bei der Bemessung unter Erd- und Wasserdruck sollte die Biegefestigkeit senkrecht zu den Lagerfugen f xk1 nicht verwendet werden.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Bemessung nach dem vereinfachten Berechnungsverfahren Das vereinfachte Bemessungsverfahren

Bemessung nach dem vereinfachten Berechnungsverfahren

Das vereinfachte Bemessungsverfahren nach EN 1996-3 entspricht im Grunde dem ÖNORM 3350, bei dem die Ausmitten infolge vertikaler und horizontaler Einwirkungen nicht explizit ermittelt werden müssen.

Nachweise nach EN 1996-3

Bemessung von Mauerwerk

für vertikal und durch Wind beanspruchte Wände

Wände unter Einzellasten

für Wandscheiben unter Schubbeanspruchung

für auf erddruckbeanspruchte Kellerwände

für begrenzt horizontal aber nicht vertikal beanspruchte Wände (leichte innere Trennwände)

für gleichmäßig horizontal aber nicht vertikal beanspruchte Wände (Ausfachungswände)

kein Nachweis von außergewöhnlichen Einwirken (auch Erdbeben)

Zu führende Nachweise Bemessung im Grenzzustand der Tragfähigkeit

unter Druckbeanspruchung

Querschnittstragfähigkeit

Knicksicherheit

Teilflächenpressung

unter Scheibenschubbeanspruchung infolge Wind

Spezielle Nachweise für spezielle Bauteile

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Anwendungskriterien Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich

Anwendungskriterien

Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich in globale konstruktive Anforderungen und in lastabhängige Grenzkriterien, die für jede Lastkombination erneut geprüft werden müssen.

Allgemeine Anwendungsgrenzen

1. Ha Hm, nach ÖNORM B 1996-3 ist Hm = 20 m

2. Hs ≤ 3,2 m bzw. bei Gebäudehöhe über 7,0 m H s ≤ 3,2 m

3. Deckenstützweite l s ≤ 7,0 m, bei

leichtgewichtigen Fachwerkträgern gilt

ls 14 0 m

,

4. q 0 ≤ 5,0 kN/m²

5. Auflagertiefe mindesten 40% der Wanddicke, jedoch mindestens 75 mm

6. Endkriechzahl maximal 2,0

7. Keine größeren Versätze in übereinanderstehenden Wänden

(a)
(a)
(b)
(b)

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Anwendungskriterien Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich

Anwendungskriterien

Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich in globale konstruktive Anforderungen und in lastabhängige Grenzkriterien, die für jede Lastkombination erneut geprüft werden müssen.

Zusätzliche Anwendungsgrenzen für Wände als Endauflager

Dienen Wände als Endauflager von Geschossdecken, so sind zusätzliche Grenzwerte der Deckenstützweite einzuhalten. Der allgemeine Grenzwert der Deckenstützweite von 7,0 m darf in Abhängigkeit von Wanddicke und Mauerwerksdruckfestigkeit nur dann als Kriterium herangezogen werden, wenn gilt:

N

Ed

k

G

t

b f

d

mit

N Ed

t

b

f d

k G

Ist dieses Kriterium nicht eingehalten sind drei weitere Kriterien als Begrenzung der maximal zulässigen Deckenspannweite als Funktion der Wanddicke und der Mauerwerksdruckfestigkeit zu überprüfen:

Bemessungswert der vertikalen Belastung

tatsächliche Dicke der Wand bzw. der tragenden Schale

Breite über die die vertikale Belastung wirkt Bemessungswert der Mauerwerksdruckfestigkeit

0,2 für Mauersteine der Gruppe 1, ansonsten 0,1

l

4,5

+

10

t

min 7,0 m für f

d

6,0 m für f

d

> 2,5 N/mm²

2,5 N/mm²

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Anwendungskriterien Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich

Anwendungskriterien

Die Anwendungsgrenzen für das vereinfachte Verfahren unterteilen sich in globale konstruktive Anforderungen und in lastabhängige Grenzkriterien, die für jede Lastkombination erneut geprüft werden müssen.

Zusätzliche Anwendungsgrenzen für Wände unter Windbeanspruchung

Dienen Wände als Endauflager von Geschossdecken und werden diese durch Windlast beansprucht, darf der vereinfachte Nachweis nur dann angewendet werden, wenn die folgende Bedingung für die rechnerische Wanddicke sichergestellt ist.

 

c

1

q

Ewd

b h

2

t

 

+ c

h

 

N

Ed

 

2

mit

 

Bemessungswert der Windlast als Flächenlast Konstanten, siehe nachfolgende Tabelle

q

Ewd

 

c 1 , c 2

 

b

Breite, über die die vertikale Belastung wirkt

h

lichte Wandhöhe

N

Ed

α =

 

N

Ed

Bemessungswert der vertikalen Belastung

Auslastungsgrad der Querschnitts-

t

b

f

d

tragfähigkeit unter zentrischer Druckbeanspruchung

αααα

c

1

c

2

0,05

0,12

0,017

0,10

0,12

0,019

0,20

0,14

0,022

0,30

0,15

0,025

0,50

0,23

0,031

Zwischenwerte dürfen linear interpoliert werden.

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Nachweis bei Druckbeanspruchung Der Nachweis der Tragfähigkeit einer Wand unter

Nachweis bei Druckbeanspruchung

Der Nachweis der Tragfähigkeit einer Wand unter vertikaler Druckbeanspruchung erfolgt nach dem gleichen Format des genaueren Verfahrens in Form des Vergleichs der Bemessungswerte der einwirkenden und widerstehenden Normalkräfte im Grenzzustand der Tragfähigkeit. Zur Berücksichtigung von traglastmindernden Einflüssen infolge klaffender Fugen, Deckenverdrehung über den Auflagern und Theorie II. Ordnung wurden entsprechende Abminderungsfaktoren eingeführt.

Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

N E,d

N

R,d Druckbeanspruchung Querschnittstragfähigkeit Knicken Teilflächenpressung
R,d
Druckbeanspruchung
Querschnittstragfähigkeit
Knicken
Teilflächenpressung

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit Nachweis im Grenzzustand der

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Querschnittstragfähigkeit

Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit

N

E,d

mit

N

N

E,d

R,d

N

R,d

Bemessungswert der einwirkenden Normalkraft

= Φ

S

A f

d

Bemessungswert der aufnehmbaren Normalkraft

Φ

Φ

Φ

S = min

S,m

S,o,u

Φ

S,m

Φ S,o,u

Faktor zur Berücksichtigung des Einflusses nach Theorie II. Ordnung. Faktor zur Berücksichtigung des traglastmindernden Einflusses der Deckenverdrehung im Auflager

Bei großer Lastausmitte in Wandlängsrichtung empfiehlt sich eine zusätzliche Abminderung der

aufnehmbaren Normalkraft um den Faktor Φ S,1 aus Teil 1-1 (Querschnittstragfähigkeit aus Spannungsblock).

Φ

S

= min

Φ

Φ

S,1

S,1

⋅ Φ

⋅ Φ

S,m

S,o,u

Φ

S,1

= 1 2

e

l

l

Wand

N E,d V E,d
N E,d
V E,d
l c
l c

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis Ermittlung der Abminderungsfaktoren Φ

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Knicknachweis

Ermittlung der Abminderungsfaktoren ΦΦΦΦ S,m

Der Abminderungsfaktor Φ S,m berücksichtigt näherungsweise die in den Anwendungsgrenzen des vereinfachten Verfahrens auftretenden Exzentrizitäten der Normalkräfte in Wandmitte. Dies umfasst:

die planmäßige Ausmitte infolge exzentrischer Lasten

die ungewollte Ausmitte infolge eventueller Imperfektionen

die zusätzliche Verformung nach Theorie II. Ordnung.

es wird vorausgesetzt, dass nur Biegemomente infolge der Deckendrehwinkel und infolge Winds auftreten.

maximal zulässige Knickschlankheit von 27

Φ S,m

mit

λ

=

= 0,85 0,0011 ⋅ λ

2

h

ef

t

ef

Schlankheit der Wand

h

t

ef

ef

Knicklänge der Wand

effektive Wanddicke nach Teil 1

Die Gleichung enthält zwei Terme, wobei die Konstante 0,85 den Einfluss infolge planmäßiger und unplanmäßiger Exzentrizität und der zweite Teil den Einfluss nach Theorie II. Ordnung erfasst.

1 0.8 0.6 0.4 0.2 0 0 5 10 15 20 25 30 h ef
1
0.8
0.6
0.4
0.2
0
0
5
10
15
20
25
30
h ef /t ef
ΦΦΦΦ m

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3

Bemessung nach ÖNORM EN 1996-3 Nachweis bei Druckbeanspruchung - Deckendrehwinkel Ermittlung der Abminderungsfaktoren Φ

Nachweis bei Druckbeanspruchung - Deckendrehwinkel

Ermittlung der Abminderungsfaktoren ΦΦΦΦS,o,u

Dient die nachzuweisende Wand als Endauflager für Decken oder sind die Spannweiten von durchlaufenden Decken unterschiedlich, so ist zusätzlich zu überprüfen, ob nicht die Abminderungsfaktoren Φ S maßgebend werden. Diese Abminderungsfaktoren berücksichtigen die Traglastminderung infolge Deckenverdrehung im Auflager. Die sich in Wandmitte ergebenden Einflüsse sind mit dem Faktor Φ S,m abgedeckt.

Φ

s

mit

l f,ef

l

l

l

=

1,3

l

f,ef

8

0,85

0,4

bei Wänden im obersten Geschoss

effektive Stützweite der Decke in [m]

f,ef

f,ef

f,ef

= l

f

=

0,7 l

= 0,5 l

f