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Allgemeine Chemie

17.10.2002

Was ist Chemie? Die Chemie ist die Lehre der Stoffe und ihrer Umwandlung.

Des Weiteren:

- sie beschäftigt sich weder mit den allergrößten Aggregaten (Kosmologie, Astrophysik) noch mit den kleinsten Teilchen (Teilchenphysik, Hochenergiephysik)

- sie ist die Wissenschaft der Moleküle (Aggregate von Atomen)

- sie ist eine zentrale Wissenschaft zwischen Biologie und Physik

- sie bewegt sich innerhalb der „menschlichen Größenordnung“ (d.h. sie lässt sich in unseren Wahrnehmungsmöglichkeiten erfassen; z.B. ist 1 sec. eine fassbare Zeiteinheit, unter der sich jeder etwas vorstellen kann; anders ist dies bei einem Zeitrahmen von 10.000.000 Jahren [unvorstellbar großer Zeitraum]; selbiges gilt für Längeneinheiten (1.000.000 Lichtjahre))

Chemie und ihre Verknüpfungen mit anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen (vereinfachtes Schema):

Physik Chemie Biologie Elektronik Optik Physikalische Anorganische Organische Biochemie Botanik Zoologie Chemie
Physik
Chemie
Biologie
Elektronik
Optik
Physikalische
Anorganische
Organische
Biochemie
Botanik
Zoologie
Chemie
Chemie
Chemie

Nanotechnologie/

Molekularelektronik

Optoelektronik

Vorhersage von Stoffeigenschaften

Kombinatorische

Werkstoff-

Bioinformatik

Ingenieurwissenschaften

/Materialforschung Mathematik Informatik
/Materialforschung
Mathematik
Informatik

1

Allgemeine Chemie

21.10.02

Entstehung der Elemente

- vor 15 Milliarden Jahren: alle Materie in Form von Energie auf kleinsten Raum konzentriert (Durchmesser 10 -48 m) Urknall Expansion und Abkühlung des Universums

- in den ersten 10 -43 Sekunden waren die vier physikalischen Kräfte (Gravitation, starke Wechselwirkung, schwache Wechselwirkung und elektromagnetische Wechselwirkung) noch vereint

- nach 1 Sekunde entstehen aus einem Quark-Gluonen-Plasma (heiße Elektronen + Quarks) Elementarteilchen (Protonen, Neutronen, Elektronen, Positronen, Neutrinos etc.) 10 10 K erreicht

- nach 100 Sekunden 10 9 K erreicht: He-Kerne sind stabil

- nach 10 5 Jahren 10 4 K erreicht: Wasserstoff- und Heliumatome stabil Atome haben sich gebildet Gravitation führt zur Sternbildung

- Verschmelzung von H und He erzeugt Energie einige Sterne 5 · 10 8 K Erzeugung schwererer Elemente (O, C, S, Mg, Fe)

- Kerne verschmelzen solange bis ein Brennstoffmangel eintritt

- Sternenstabilität durch „Brennstoffmangel“ Supernova Explosion unter Erzeugung schwererer Elemente (z.B. Pb)

- außer H und He sind alle Elemente unseres Körpers in einem Stern erzeugt

4

2

He

2+

Periodensystem 1829 Döbereiner sortierte Elementen nah Triaden (z.B. Na, K, Li bildeten eine Triade)

1871 PSE von Mendelejew und Meyer Edelgase waren nicht bekannt, da sie erstens nur in sehr geringen Mengen in der Atmosphäre vorhanden sind und sie keine chemischen (bzw. nur sehr wenige) Reaktionen eingehen

Atome, Moleküle, Ionen, primitive chemische Bindungen

Priestley (1733 – 1804) isolierte Sauerstoff aus Quecksilberoxid (1774)

Lavoisier (1743 – 1794):

T

2 HgO →

O 2 + 2Hg

- Sauerstoff unterhält die Verbrennung

- in chemischen Reaktionen bleiben Massen erhalten

Proust (1754 – 1826): Gesetz der konstanten Proportionen

2 H 2 + O 2 2H 2 O

2 C + O 2 2 CO C + O2 CO2

! Gilt nur für Molekül Chemie! vgl. Legierungen

Dalton (1766 – 1844): Atomhypthese

1)

Elemente bestehen aus Atomen

2)

unterschiedliche Elemente haben unterschiedliche Massen

3)

Verbindungen chemischer Elemente erfolgen in kleinen ganzzahligen Proportionen

4)

bei chemischen Reaktionen bleiben die Atome unverändert

Allgemeine Chemie

21.10.02

Thomson (1856 – 1940): Experimente mit Kathodenstrahlröhre Teilchen (Elektronen) treten aus der Kathode aus da sich alle Metalle gleich verhalten, müssen alle Metalle Elektronen enthalten

Die Kathodenstrahlröhre

Die Kathodenstrahlen wurden 1859 von Julius Plücker entdeckt. Er versuchte elektrischen Strom durch ein Vakuum zu leiten. Dabei legte er eine Hochspannung zwischen zwei Elektroden an, welche sich in einer evakuierten Glasröhre befanden. Er stellte fest, dass ein Strahl von der negativ geladenen Elektrode (Kathode) ausging. Die austretenden Strahlen hatten eine negative Ladung, bewegten sich geradlinig und verursachen ein Leuchten beim Auftreffen auf die Glaswand.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden viele Versuche nach diesem Vorbild durchgeführt. Man deutete die von der Kathode ausgehende Strahlung als schnell bewegte, negative Teilchenströme. Für diese Teilchen setzte sich der Name Elektron durch welcher von Johnstones Stoney vorgeschlagen wurde.

Unabhängig von der Zusammensetzung der Kathode werden immer Elektronen gleicher Art abgestrahlt.

Kathode werden immer Elektronen gleicher Art abgestrahlt. Baut man nun in die Kathodenstrahlröhre zwei Platten ein,

Baut man nun in die Kathodenstrahlröhre zwei Platten ein, an denen eine elektrische S pannung anliegt, so wird der zwischen den Platten den Platten hindurch laufende Elektronenstr ahl in Richtung positive Ladung abgelenkt.

Dabei ist die Ablenkung von zwei Faktoren abhängig:

1. Je höher die Ladung q der Teilchen, desto

größer ist die Ablenkung.

2. Je größer die Masse m der Teilchen, desto

geringer ist die Ablenkung; die

somit proportional zu 1/m.

Masse ist

Eine vergleichbare Beobachtung macht man in einem magnetischen Feld. Jedoch ist die Ablenkung in einem magnetischen Feld senkrecht zu diesem. Durch Messung der Ablenkung von Kathodenstrahlen in einem elektrischen Feld bestimmte Joseph Thomson 1897 den Wert q/m für das Elektron: q/m (Elektron) = -1,7588 · 10 8 C/g.

Eine praktische Anwendung der Entdeckung Plückers ist der Fernsehapparat, dessen bedeutendster Bestandteil die Kathodenstrahlröhre ist, durch die ein au s kleinen Elementen bestehendes Bild auf die Mattscheibe geworfen wird.

Allgemeine Chemie

21.10.02

D abei ist die Ablenkung des Elektronenstrahls abhängig von:

1)

der Stärke des elektromagnetischen Feldes

2)

Ladung des Elektrons

3)

Masse des Elektrons

2) Ladung des Elektrons 3) Masse des Elektrons Mi llikan (1868 – 1953): Bestimmte die Masse

Mi llikan (1868 – 1953):

Bestimmte die Masse des E lektrons mit seinem Öltröpfchen-Experiment:

Ladungs-Masse-Verhältnis:

Ladung

=

l

= 1,758819 10

8

C

Masse

m

g

m = 9,109390 · 10 -28 g

D as Öltröpchen-Experimen (nach Millikan)

D as Öltröpchen-Experimen (nach Millikan) Mellikan führte 1909 die erste genaue Messung der Ladung eines Elektrons

Mellikan führte 1909 die erste genaue Messung der Ladung eines Elektrons durch. Dazu erzeugte er Elektronen durch das Einwirken von Röntgenstrahlen auf Luft. K leine Öltröpfchen nehmen die freiwerde nden Elektronen auf. Anschließend sinken die Öltropfen zwischen zwei waagerecht angeordneten Platten. Anhand der Sinkgeschwindigkeit kann die Masse der Tropfen bestimmt werden. Die beiden Platten sind elektrisch geladen, wobei die positiv geladene Platte über der negativ geladenen Platte positioniert ist. Die anges chlossene Spannung wird so gewählt, dass die Tropfen in der Schwebe gehalten werden. Nun lässt sich aus der anliegenden Spannung und der bestimmten Masse eines Öltropfens die Ladun g des Tropfens berechnen.

Jedes Öltröpfchen kann mehrere Elektronen aufnehmen, somit ist in allen Fällen die Ladung ein ganzes Vielfaches der Ladung des Elektrons.

Der Wert e wird als Elementarladung bezeichnet. Das Elektron ist negativ geladen und seine Masse kann aus den Werten e/m und e berechnet werden.

Ladung des Elektrons:

q = -e = 1,6022 · 10 -19 C

Masse des Elektrons:

m = 9,1094 · 10 -28 g

Allgemeine Chemie

24.10.02

Rutherford (1871 – 1937) α-Partikel (He-Kerne; 2 Protonen, 2 Neutronen) im Atom ist fast alle Masse im Kern konzentriert das Atom ist „leer“ Durchmesser Atom: ~ 10 -10 m (Å) Durchmesser Kern: ~ 10 -15 m

Rutherford’scher Streuversuch

Rutherford’scher Streuversuch Im Jahre 1911 beschrieb der Naturwi ssenschaftler Ernest Rutherford ein Experiment zur

Im Jahre 1911 beschrieb der Naturwissenschaftler Ernest Rutherford ein Experiment zur Untersuchung des Atomaufbaus. Dabei beschoss er eine 0,004mm dicke Goldfolie mit α-Strahlen (Helium-Kerne). Dasselbe führte er mit einer Silber- und einer Kupferfolie durch. Rutherford stellte fest, dass der größte Teil der α-Teilchen geradlinig durch die Folie hindurch flog. Einige wurden seitwärts abgelenkt, beziehungsweise zur Strahlenquelle zurück geworfen. Aus diesen Beobachte schloss er folgende Annahmen die den Sachverhalt erklärten:

1. In der Mitte eines Atoms befindet sich ein Atomkern, indem nahezu die gesamte Atommasse sowie die positive Ladung eines Atoms konzentriert ist. Nach der heutigen Vorstellung besteht der Atomkern aus Neutronen und Protonen. Dabei sind die Protonen die Träger der positiven Ladung und sie machen zusammen mit den Neutronen nahezu die gesamte Masse eines Atoms aus. Trotz der gleichsinnigen Ladung und der daraus resultierenden Abstoßung werden die Protonen im Kern zusammen gehalten. Der Grund dafür ist starke Kernkraft die den Atomkern zusammen hält. Dies ist eine fundamentale Kraftwirkung in der Natur, die stärker ist als die elektrostatische Abstoßung ist, aber nur eine geringe Reichweite besitzt.

2. Die Elektronen eines Atoms nehmen fast das gesamte Volumen eines Atoms ein. Sie befinden sich außerhalb des Atomkerns und umkreisen diesen in schnellen Bewegungen. Damit ein Atom insgesamt nach Außen neutral ist, müssen die Anzahl der Protonen gleich der Anzahl der Elektronen sein.

Anzahl der Protonen gleich der Anzahl der Elektronen sein. Der Durchmesser eines Atomkerns ist sehr gering

Der Durchmesser eines Atomkerns ist sehr gering und liegt in einer Größenordnung

Allgemeine Chemie

24.10.02

400 pm (1 Picometer = 10 -12 m) und ist somit mehr als 100 000 mal größer als der Atomkern. Der größte Teil eines Atoms ist somit „leerer Raum“. Damit lässt sich auch erklären warum die meisten α-Teilchen die Folie ungehindert durchfliegen konnten. Die kleinen, leichten Elektronen können die wesentlich schwereren α- Teilchen nicht ablenken. Nur wenn ein α-Teilchen in die Nähe des Atomkerns gerät wird er abgestoßen und von seinem geraden Weg abgebracht. In den seltenen Fällen eines direkten Zusammenstoßes von α-Teilchen mit dem Atomkern wird das α-Teilchen zurückgeworfen.

Stabile Atomkerne enthalten in der Regel genauso viele bis 1 ½ mal so viele Neutronen wie Protonen.

Teilchen

Masse (amu)

Ladung (e)

Elektron

5,485799 · 10 -4

-1

Proton

1,007276

+1

Neutron

1,008664

0

Ordnungszahl (Z) = Anzahl der Protonen Massenzahl (A) = Anzahl der Protonen (Z) + Anzahl der Neutronen (N)

H:

A = 1;

N = 0

He:

A = 4;

N = 2

C:

A = 12;

N = 6

Definition: Isotope sind Atom emit gleicher Protonenzahl, aber unterschiedlicher Neutronenezahl.

Wasserstoff:

N = 0 Protium

N

N = 2 Tritium

= 1 Deuterium

A

Z

X z.B.: 12 C

6

Atomgewicht: (amu, Dalton) 1 Dalton = 1 amu = 1/12 der Masse des Isotops 12 C = 1,6605 · 10

6

-24 g

Bei schwereren Elementen tritt der so genannte Maßendeffekt auf, der Grund dafür ist Masse die als Kernbindungsenergie vorliegt (nach Einstein ist bekanntlich e = m · c²)

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Allgemeine Chemie

24.10.02

heterogene Gemische

Materie

Allgemeine Chemie 24.10.02 heterogene Gemische Materie Trennung mit physikalischen homogene Gemische Methoden homogene
Allgemeine Chemie 24.10.02 heterogene Gemische Materie Trennung mit physikalischen homogene Gemische Methoden homogene

Trennung

Chemie 24.10.02 heterogene Gemische Materie Trennung mit physikalischen homogene Gemische Methoden homogene

mit physikalischen

homogene Gemische

Materie Trennung mit physikalischen homogene Gemische Methoden homogene Gemische (Lösungen, veränderliche
Materie Trennung mit physikalischen homogene Gemische Methoden homogene Gemische (Lösungen, veränderliche

Methoden

homogene Gemische (Lösungen, veränderliche Zusammensetzung)

Trennung mit physikalischen
Trennung
mit physikalischen

Reine Stoffe (feste Zusammensetzung)

Methoden

Reine Stoffe (feste Zusammensetzung) Methoden Trennung mit chemischen Methoden Verbindungen Elemente

Trennung

Reine Stoffe (feste Zusammensetzung) Methoden Trennung mit chemischen Methoden Verbindungen Elemente

mit chemischen

Methoden

Verbindungen

Methoden Trennung mit chemischen Methoden Verbindungen Elemente Klassifizierung von heterogene n Gemischen.

Elemente

Klassifizierung von heterogenen Gemischen. Gasförmige Stoffe mischen sich immer homogen miteinander.

Aggregatzustand der Phasen

Bezeichnung

Beispiele

Verfahren zur Phasentrennung

fest + fest

Gemenge

Granit Sand + Salz

Sortieren, Sieben, Flotation, Scheidung nach Dichte, elektrostatische Trennung, Extraktion

fest + flüssig

Suspension

Malerfarbe,

Sedimentieren + Dekantieren, Zentrifugieren, Filtrieren

 

Schlamm

flüssig + flüssig

Emulsion

Milch

Zentrifugieren, Scheidetrichter

fest + gasförmig

Aerosol

Rauch

Sedimentieren, Filtrieren, elektromagnetische Trennung

flüssig + gasförmig

Aerosol

Nebel, Schaum

Sedimentieren

Allgemeine Chemie

24.10.02

Trennungsverfahren heterogener Gemische

Chemie 24.10.02 Trennungsverfahren heterogener Gemische Chemische Bindung 1) kovalente Bindung (zwischen

Chemische Bindung

1)

kovalente Bindung (zwischen Nichtmetallen)

2)

ionische Bindung (zwischen Metall und Nichtmetall)

3)

metallische Bindung (zwischen Metallen)

Allgemeine Chemie

28.10.2002

3 Grundtypen der chemischen Bindung:

1)

kovalente Bindung (zwischen Nichtmetallen)

2)

Ionenbindung (zwischen Metall und Nichtmetall)

3)

metallische Bindung (zwischen Metallen)

ad 1) Kovalente Bindungen:

zwei oder mehr Atome teilen sich die äußeren Valenzelektronen

zum Beispiel:

Summenformel

Strukturformel

 

Model

H 2 O

O
O
H 2 O O
 

H

H

NH 3

H

N
N

H

 
NH 3 H N H  
 

H

CH 4

H

CH 4 H
 

H

C
C

H

 
 

H

C 2 H 5 OH

H

H

 

H

C

C

O

H

2 H 5 OH H H   H C C O H H H Außerdem bilden

H H

H 5 OH H H   H C C O H H H Außerdem bilden folgende

Außerdem bilden folgende Elemente Moleküle: O 2 , N 2 , H 2 sowie alle Elemente der 7. Hauptgruppe

Definition: Strukturformeln zeigen die Art der Verknüpfung zwischen den Elementen.

Grundlage der Valenzstrichformel ist die Oktettregel nach Lewis und Langmuir, nach der alle Atome Edelgaskonfiguration anstreben.

Beispiele:

C 2 H 6 (Ethan)

C 2 H 2 (Ethin)

H H H C C H H H H C C H
H H
H
C C
H
H H
H
C
C
H

C 2 H 4 (Ethen)

H H C C H H
H
H
C
C
H
H

C 2 !!!Gibt es nicht!!!

Allgemeine Chemie

28.10.2002

ad 2) Ionenbindung:

vollständige Ladungsübertragung (Kation = positiv geladenes Teilchen, Anion = negativ geladenes Teilchen)

1 Beispiel: Kochsalzbildung

2 Na + Cl 2 2 NaCl

1 Beispiel: Kochsalzbildung 2 Na + Cl 2 2 NaCl 2 Beispiel: Herstellung von Magnesiumchlorid Mg

2 Beispiel: Herstellung von Magnesiumchlorid

Mg + Cl 2 MgCl 2

Die geladenen Teilchen (Ionen: Kation, Anion) bilden einen dreidimensionalen Verband aus, da die elektrostatischen Kräfte ungerichtet sind.

ad 3) Metallbindung:

freies Elektronengas umschließt positive Metallkerne

Exkurs: Atome sichtbar gemacht:

- endgültige Bestätigung des atomaren Aufbaus der Materie durch Röntgenbeugung in den 20er Jahren

- vorher schon große Teile der Chemie geschaffen, auf der Atomhypothese aufbauend

1981 Team der IBM in Zürich (Binnig und Rohrer) bauen das erste Rastertunnelmirkoskop:

Scanning Tunneling Microscope (STM)

Prinzip:

Anwendung:

Tunnelspitze überstreift ein Objekt. Tunnelstrom (zwischen Spitze und Probe) wird in ein optisches Signal umgewandelt atomare Auflösung Analysen von Biomolekülen (DNA)

atomares verschieben von Atomen Ein ähnliches Prinzip liegt auch beim Rasterkraftmikroskop vor, wobei die Kraft gemessen wird mitdem auf die Oberfläche gedrückt wird.

Allgemeine Chemie

28.10.2002

Das Rastertunnelmikroskop

Das Rastertunnelmikroskop 1981 stellten die beiden IBM- Mitarbeiter Gerd Binning und Heinrich Röhrer der

1981 stellten die beiden IBM- Mitarbeiter Gerd Binning und Heinrich Röhrer der Öffentlichkeit ein neues Elektronenmikroskop vor. Bei diesem Mikroskop werden Elektronen eingesetzt welche einen schmalen Spalt zwischen zwei elektrisch leitenden Oberflächen „übertunneln“ können.

Beim Rastertunnelmikroskop setzt man eine sehr feine Wolfrahmnadel ein welche als Elektronenquelle dient. An der Spitze der Wolframnadel steht genau ein Atom. Die Nadel wird in einem geringen Abstand zeilenweise (Atomzeilen) über die Oberfläche geführt. Dabei springen Elektronen von der Wolframnadel über den Spalt zur Probe. Zwischen Probe und Wolframnadel liegt nur eine Spannung von etwa 1 Volt, dass die Elektronen den Spalt überspringen kann mit einem quantenphysikalischen Phänom en erklärt werden. Man spricht in diesem Zusammen hang von einem so genannten Tunneleffekt.

Der entstehende Tunnelstrom kann gemessen werden und in einem Rechner zu einem optischen Signal verrechnet werden. Da a n der Spitze der Wolframnadel nur ein Atom steht erhält man ein Bild von dem atomaren Aufba u der Materie.

erhält man ein Bild vo n dem atomaren Aufba u der Materie. Das Rastertunnelmikroskop kommt in

Das Rastertunnelmikroskop kommt in nahezu allen naturwissenschaftlichen Disziplinen zum Einsatz und dient der Aufkläru ng des strukturellen Aufbaus der Materie.

Avogardo, Molbegriff, Summenformel

N omenklatur zur Beschreibung chemischer Umsetzung in reiner Form beziehungsweise in Lösung:

2

H 2 + O 2 2 H 2 O (RKT Kalottenmodel)

2

Na + Cl 2 2 NaCl

“ chemische Formel” beschreibt Zusammensetzung einer Verbindung

- Ausgleich der Reaktionsgleichung: Masse bleibt konstant

- Begriff der Formeleinheit als „kleinstes gemeinsames chem isches Vielfaches“, das

heißt H 2 O und nicht

H 4 O 2

Allgemeine Chemie

28.10.2002

- die Formeleinheit kann nur dann angegeben werden, wenn mikroskopische Kenntnis

vorliegt Beispiel: Na 2 C 2 un

d nicht

NaC; NaCl und nicht Na 100 Cl 100

Beispie l: Aufstellen einer Reaktionsgleichung hier: Verbrennen von Propan C 3 H 8 + O
Beispie l: Aufstellen einer Reaktionsgleichung hier: Verbrennen von Propan
C 3 H 8 + O 2 CO 2 + H 2 O (1)
C 3
H 8
+ O
3 CO
+ H O (2, C )
2
2
2
C 3 H 8 + O 2 3 CO 2 + 4 H O ( 3, C , H )
2
C 3 H 8 + 5 O
3 CO
+ 4 H O (4, C , H , O )
2
2
2

Überlegung: Beziehen sich die Gleichungen auf größere Ensembles oder werden hier nur M oleküle/ Atome/ Ionen bezeichnet?

- Anstelle des Abzählens von kleinsten Teilchen, ist es sinnvoll, eine standardisierte

größere Anzahl einzuführen: da s Mol

- 1 Mol: Stoffmenge, die so viele Atome, Moleküle, Ionen, Formeleinheiten enthält, w ie

Atome in genau 12g von

12 C

enthalten sind

Das Mol überführt sozusagen von atomaren Maßeinheiten in Gramm, der dabei verwendete

Multip

likator ist die Avogadro-Konstante/ Loschmid

’sche Zahl

N A = 6,022 · 10 23 Teilchen/mol

12 Moleküle HCl = 1 Dutzend M oleküle HCl 6 ,022 · 10 23 Moleküle HCl = 1 Mol Moleküle HCl

NaCl: Na hat 23,0 amu Cl hat 35,5 amu 58,5 amu

1 mol NaCl wiegt 58,5g

Molare Masse: M(x) in g/m l beziehungsweise g·mol -1

o

-

chemische Arithmetrik wird Stöchiometrie genannt (Lehre von den Zusammensetzungen und ihren Umrechnungen)

Beispie l:

C 2 H 4 (g) + HCl C 2 H 5 (l) (Ethylchlorid)

15g Ethen sind gegeben, Wie viel HCl ist für die vollständige Umsetzung notwendig?

M (C 2 H ) = 28

M (HCl) = 36,5 g/mol

=

4

g/mol

15 g

28

g mol

/

n C 2 H 4 )

(

= 0,536 mol

m(HCl) = 0,536 mol · 36,5 g/mol = 19,6g HCl

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Periodensystem, elektromagnetische Spektren, Atombau, Orbitale

Als Mendelejew sein Periodensystem aufstellte waren die Edelgase sowie einige andere Elemente noch nicht entdeck (gelb unterlegt). Trotzdem konnte Mendelejew erstaunlich genaue Vorhersagen über die Eigenschaften der Elemente machen.

Vorhersagen über die Eige nschaften der Elemente machen. So sagte Mendelejew folgende Daten fü r das

So sagte Mendelejew folgende Daten für das Eka-Aluminium (Gallium) vorher:

 

Vorhersage

Beobachtet

Atommasse

~68 amu

69,72 amu

Dichte

~5,9 g/cm³

5,91 g/cm³

Schmelzpunkt

tief

29,8°C

Oxid

X2O3

Ga2O3

Chlorid

XCl3

GaCl3

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Allgemeine Chemie

31.10.2002

Elektromagnetisches Spektrum

I

λ

Chemie 31.10.2002 Elektromagnetisches Spektrum I λ Zwischen Ausbreitungsgeschwindigkeit, Welle nlänge, und

Zwischen Ausbreitungsgeschwindigkeit, Wellenlänge, und Frequenz besteht der folgende Zusammenhang:

c = λ · υ

λ: Wellenlänge [m] υ: Frequenz [s -1 ] c: Lichtgeschwindigkeit = 2,99792458 · 10 8 m/s 300 000 km/s

Wellenlänge [m] υ : Frequenz [s - 1 ] c: Lichtgeschwindigkeit = 2,99792458 · 10 8

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Atomspektren

Lässt man einen Lichtstrahl durch ein Prisma laufen, so stellt man fest, dass der Lichtstrahl abgelenkt wird. Dabei ist die Ablenkung des Lichtstrahls abhängig von der Wellenlänge. Je kleiner die Wellenlänge, desto größer ist die Ablenkung. Weißes Licht ist polychromatisch, das heißt es enthält alle Wellenlängen des sichtbaren Spektralbereichs. Durch ein Prisma wird der weiße Lichtstrahl zu einem Streifen gedehnt, der als kontinuierliches Spektrum bezeichnet wird. In diesem Spektrum sind die Farben des weißen Lichts aufgefächert und man sieht die Farben des Regenbogens, die ohne scharfe grenzen ineinander übergehen.

Beim Erhitzen von Gasen oder Dämpfen chemischer Verbindungen mit einer Flamme kommt es zu einem Leuchten.

Verbindungen mit einer Flamme kommt es zu einem Leuchten. Leitet man das abgestrahlte Licht nun durch

Leitet man das abgestrahlte Licht nun durch ein Prisma so wird ein Linienspektrum sichtbar. Dieses Spektrum besteht aus scharf begrenzten, farbigen Linien, wobei jede einer eigenen definierten Wellenlänge entspricht. Jedes zum Leuchten angeregte Element zeigt ein eigenes, charakteristisches Licht.

Die Frequenz, die den Linien im sichtbaren Bereich des Spektrums von Wasserstoff entsprechen, erfüllen folgende Gleichung:

von Wasserstoff entsprechen, erfüllen folgende Gleichung: Diese Gleichung wurde aufgrund von experim entellen

Diese Gleichung wurde aufgrund von experimentellen Ergebnissen von J.J. Balmer (1885) aufgestellt.

Johann Balmer (1885)

1


1

1


 

= R

;

n =

3,4,5

λ

4

2

n

R: Rydberg-Konstante = 1,097 · 10 -2 1/nm

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Balmer-Rydberg-Gleichung: 1 1  = R ⋅   1 − ; n > m;
Balmer-Rydberg-Gleichung:
1
1 
= R ⋅
1
; n > m; n = 3, 4, 5…
2
2
λ
 m
n 

Zusammenhang zwischen Elektronenübergängen im Wasserstoffatom und den Linien des Spektrums

gen im Wasserstoffatom und den Linien des Spektrums Man kann ein Elektron von einer inneren auf

Man kann ein Elektron von einer inneren auf eine weiter außen liegende Bahn befördern, indem man den passenden Energiebetrag zuführt. Das völlige Abtrennen eines Elektrons von einem Atom entspricht dem Sprung auf eine unendlich große Bahn, das heißt n 2 = . Wenn man diesen Wert in die Gleichung einsetzt erhält man:

ν=

3,289 10

15 1

n

2

1

s

1

Die dazugehörige Energie lässt sich über E = h · υ bestimmen und wird als Ionisierungsenergie bezeichnet.

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Max Planck (1900) Quantentheorie M. Planck führte Experimente zur Strahlung schwarzer Körper durch. Ein Beispiel für einen schwarzen Strahler ist eine Herdplatte welche bei hinreichender thermischer Anregung zu glühen beginnt.

bei hinreich ender thermischer Anregung zu glühen beginnt. Bei seinen Experimenten fand Max Planck heraus, dass

Bei seinen Experimenten fand Max Planck heraus, dass Energie in Form von elektromagnetischen Strahlung nur in definierten Portionen absorbiert oder ab gestrahlt werden kann. Diese Portionen bezeichnet man als Quant. Der Energie Quant ist proport ional zur Frequenz der Strahlung. Planck stellte hierfür die Plank’sche Proportionalitätskonstante h auf. Demnach gilt:

E = h · υ

E: Energie eines Quants h: Plank’sches Wirkungsquantum = 6,626 · 10 -34 J·s υ: Frequenz der Strahlung

Zu einer Strahlung hoher Frequenz und geringer Wellenlänge gehören nach den Erkenntnissen Plancks somit energiereiche Quanten, welche man sich nach Albert Einstein als kleine Teilchen vorstellen kann die sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen.

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Beispiel: Welche Energie hat ein Quant von:

a) rotem Licht der Wellenlänge 700nm?

b) violettem Licht der Wellenlänge 400nm ?

z u a) Zunäc hst muss über die Gleichung [c = λ·υ] die Frequenz υ berechnet werden:

4,29 10

Daraus lässt sich nun die Energie für ein Quant berechnen:

=

c

=

3,00 10

8

/

m s

λ

700

10

9

m

=

ν

14

s

1

E = h · υ = 6,63·10 -34 J s · 4,29·10 14 s -1 = 2,84·10 -19 J

z u b)

=

c

=

3,00 10

8

/

m s

ν

λ

400

10

9

m

=

7,50 10

E

=

h

· υ = 6,63·10

-34

J s · 7,50·10

14

14

s

s

1

-1

= 4,97·10

-19

J

Einstein (1905):

Albert Einstein en tdeckte einige Jahre später den so genannten photoelektrischen Effekt.

Demnach lässt blaues Licht Elektronen aus Natrium austreten.

Anzahl der

Elektronen

Hohe Intensität Geringe Intensität rot blau Frequenz
Hohe Intensität
Geringe Intensität
rot
blau
Frequenz

B ohr’sches Atommodell (1914):

- Elektron des Wasserstoffatoms kann sich nur auf bestimmten Kreisbahnen (Energieniveaus, Schalen) aufhalten: K, L, M, N ; n= 1, 2, 3, 4, …

- Auf jeder Schale hat das Elektron eine bestimmte Energie: K = 1 =

kleinste Energie =

Grundzustand; K = 1 L = 2; Elektron muss elektrostatische Anziehung überwinden;

nur direkte Übergänge erlaubt

- L = 2 K = 2: Energie in Form

von elektrostatischer Strahlung (E = h · υ) wird frei

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Erwin Schrödinger (1926):

1926 erfindet Erwin Schrödin ger die Wellenmechanik. Im selben Jahr entdeckt Werner Heisenberg die Matrizenmechanik sowie die Unschärferelation. Nach der Heisenberg’sc hen Unschärferelation gilt, dass es grundsätzlich unmöglich ist gleichzeitig den genauen Aufenthaltsort und den Impuls eines Objektes zu bestimmen.

D ie Lage eines Körpers im Raum bestimmen wir mit Hilfe von Licht. Um ein so kleines Objekt wie ein Elektron zu orten ist ein sehr energiereiches kurzwelliges Licht mit einer hohen Frequenz nötig. Trifft nun Licht mit einer geringen Wellenlänge auf das Elektron, so wird der Impuls des Elektrons drastisch verändert. Versucht man nun das Elektron mit langwelligerem Licht zu orten wird zwar der Impuls weniger beeinflusst, aber man erhä lt nur eine ungenaue Ortsangabe. Nach Heisenberg ist somit der Impuls (mv) mit der Unschärfe verknüpft, wenn man versucht den Ort der Elektrons x zu bestimmen.

h

x · (mv) 4π

1 0%ige Unsicherheit in v [Geschwindigkeit] (Elektron im Wasserstoffatom) Unsicherheit von ~300pm im Ort größer als der Durchmesser des Wasserstoffatoms.

B eispiel: Bestimmung der Mindestgenauigkeit Welche ist die Mindestgenauigkeit bei der Besti mmung der Geschwindigkeit folgender Objekte, wenn der Ort jeweils mit einer Genauigkeit von 10pm bestimmt wurde? 10pm entsprechen etwa einem Zehntel des Atomradius.

a) ein Tennisball (m = 50g)

b) ein Elektron (m = 9,11·10 -2 8 g

h

h

x

zu a)

⋅ ∆(m v) 4

;

v

π 4πm ⋅∆x

∆ ≥

v

zu b)

∆ ≥

v

6,63 10

34

kg m²s

1

4

π 0,05kg 1,00 10

11

m

 

6,63 10

34

kg m²s

1

4

π 9,11 10

31

kg

 

1,00 10

11

m

1,06 10

22

m / s

5,80 10

6 m / s

Die Unschärfe bei der Geschwindigkeitsbestimmung für einen Tennisball beträgt nur 0,33pm pro Jahrtausend. Die Ungenauigkeit für ein Elektron beträgt jedoch 2% der Lichtgeschwindigkeit und ist somit doppelt so schnell, wie die Geschwindig keit, die ein Elektron nach dem Bohrmodell hat (2,90 6 m/s).

Allgemeine Chemie

31.10.2002

Wellenfunktionen:

Stellt man sich ein El ektron als ein Teilchen vor, welches sich in einem eindimensionalen Raum hin und her bewegt, und sich wie eine hin und zurücklaufende Welle verhält, so ergi bts sich die gleiche Situation wie bei einer schwingenden Saite. Das Elektron verhält sich dabei wie eine stehende Welle. Die Amplitude der stehenden Welle an einem Ort x lässt demnach durch eine Wellenfunktion Ψ beschreiben:

Ψ n = sin π · n · x

n: 1, 2, 3 …

D abei wird x in Einheiten d (d = Länge der Saite) gemessen. Es sind zahlreiche stehende Wellenlängen λ denkbar, sie muss nur der Bedingung n · λ/2 = d erfüllen, wobei n ganz zahlig ist. Somit sind für die Geschwindigkeit v nach de Broglie nur bestimmte Werte für v möglich, ebenso sind auch nur bestimmte Werte für die Energie des Elektrons möglich die von n abhängen. Es gilt je größer n, desto größer die Energie. Die stehende Welle hat (ohne Endp unkte zu berücksichtigen) n-1 Knotenpunkte, an denen d ie Amplitude Ψ den Wert Null hat.

Welle hat (ohne Endp unkte zu berücksichtigen) n-1 K notenpunkte, an denen d ie Amplitude Ψ
Welle hat (ohne Endp unkte zu berücksichtigen) n-1 K notenpunkte, an denen d ie Amplitude Ψ
Welle hat (ohne Endp unkte zu berücksichtigen) n-1 K notenpunkte, an denen d ie Amplitude Ψ

Allgemeine Chemie

04.11.2002

Radiale Aufenthaltswahrscheinlichkeit von Elektronen

Radiale Aufenthaltswahrschei nlichkeit von Elektronen a 0 = 53pm (für s1) 1. Bohrsche Bahn Quantenzahlen:

a 0 = 53pm (für s1) 1. Bohrsche Bahn

Quantenzahlen:

a 0 = 53pm (für s1) 1. Bohrsche Bahn Quantenzahlen: 1) Hauptquantenzahl: n = 1,2,3,4,…  

1)

Hauptquantenzahl: n = 1,2,3,4,…

 

2)

Bestimmt den größten Teil des Energieinhaltes. Mit steigendem n nehmen Energie und Größe zu. N entspricht „Elektronenschale“ Nebenquantenzahl: l = 0,1,2,…n-1 (Drehimpulsquantenzahl) Gestalt des Orbitals:

l = 0

l = 1

l = 2

l = 3

s

p

d

f

3)

Magnetische Quantenzahl: m = -l, -l + 1,…, l-1, l räumliche Ausrichtung der Orbitale (für p vergleichbar mit x, y, z Achse)

s-Orbital

-l + 1,…, l-1, l räumliche Ausrichtung der Orbitale (für p vergleichbar mit x, y, z

p-Orbitale

-l + 1,…, l-1, l räumliche Ausrichtung der Orbitale (für p vergleichbar mit x, y, z

Allgemeine Chemie

04.11.2002

d-Orbitale:

Allgemeine Chemie 04.11.2002 d-Orbitale: 22
Allgemeine Chemie 04.11.2002 d-Orbitale: 22

Allgemeine Chemie

04.11.2002

Stern-Gerlach-Experiment:

Beim Stern-Gerlach-Experiment wird Silber verdampft und anschließend durch ein magnetisches Feld geleitet.

und anschließend durch ein magnetisches Feld geleitet. Ergebnis/ Beobachtung: Der Atomstrahl wird im Magnetfeld

Ergebnis/ Beobachtung:

Der Atomstrahl wird im Magnetfeld aufgespalten. Der Grund dafür ist, dass Silber ein Element mit ungerader Elektronenzahl ist. Dabei sind 46 der 47 Elektronen jeweils zwei Elektronen mit entgegen gesetztem Spin gepaart in einem Orbital und somit im Magnetfeld unbedeutend. Das überbleibende Elektron befindet sich alleine in einem Orbital und macht somit das Silberatom zu einem Mini-Magneten. In einem Silberschwarm werden 50% der

1

Atome ein ungepaartes Elektron mit s = + 2

die andere Hälfte der Atome wird

1

dementsprechend mit s = - 2

gespalten.

Elektronenspin: + 2 - 2

Aufbauprinzip:

besitzen. Aus diesem Grunde wird der Atomstrahl auch

1

1

Spinquantenzahl s (m s )

1)

Füllung der Atomorbitale beginnt mit dem energetisch tiefsten Atomorbital (1s 2s

2)

2p 3s…) Zwei Elektronen mit umgekehrtem Spin in jedes Atomorbital

3)

Bei entarteten Atomornitalen (z.B. 2p): Regel nach Hund: bis zur Halbfüllung werden die entarteten Orbitale mit Elektronen gleichen Spins gefüllt

Beispiele:

H: 1s 1 He: 1s 2 Li: 1s 2 2s 1 Be: 1s 2 2s 2 B: 1s 2 2s 2 2p C: 1s 2 2s 2 2p 2 N: 1s 2 2s 2 2p 3 F: 1s 2 2s 2 2p 5 Ne: 1s 2 2s 2 2p 6

Ausnahmen:

Cr: [Ar] 4s 1 3d 5 (nicht 4s 2 3d 4 ) Cu: [Ar] 4s 1 3d 10 (nicht 4s 2 3d 9 )

Allgemeine Chemie

04.11.2002

Elektronenkonfiguration von Ionen:

Na: 1s 2 2s 2 2p 6 3s 1 → Na + : 1s 2 2s 2 2p 6 [Ne] Cl: 1s 2 2s 2 2p 6 3s 2 3p 5 → Cl - : 1s 2 2s 2 2p 6 3s 2 3p 6 [Ar]

e

+e

Na + ½ Cl 2

→ NaCl

Gang der Atomradien: Kovalenzradien

Cl Cl
Cl
Cl

198pm

d/2 = r (Cl) = 99pm

Atomradien: Kovalenzradien Cl Cl 198pm d/2 = r (Cl) = 99pm Bei Elementen einer Periode nehmen

Bei Elementen einer Periode nehmen die Kovalenzradien ab, aufgrund der steigenden Kernladungszahl. Von oben nach unten steigen die Kovalenzradien. Bei Übergamgsmetallen tritt ein so genannter Abschirmungseffekt durch die d-Orbitale auf, welcher dazu führt, dass der Kovalenzradius zunimmt.

ein so genannter Abschirmungseffekt durch die d-Orbitale auf, welcher dazu führt, dass der Kovalenzradius zunimmt. 24

Allgemeine Chemie

04.11.2002

Ergänzungen aus der Übung zur Allgemeinen Chemie:

Ionisierungsenergie:

Definition: Die Ionisierungsenergie entspricht der Energie, die nötig ist um einem Atom im Grundzustand dass schwächste gebundene Elektron zu entreißen. ( erste Ionisierungenergie)

Symbolhaft dargestellt: A A + ; A - A

Elektronenaffinität:

A A + ; A - A Elektronenaffinität: Definition: Als Elektronenaffinität wird die Ener gie

Definition: Als Elektronenaffinität wird die Energie bezeichnet, die umgesetzt wird wenn ein Atom im Gaszustand ein Elektron aufnimmt. ( erste Elektronenaffinität)

ei n Elektron aufnimmt. ( erste Elektronenaffinität) Symbolhaft A 2+ A + dargestellt: A A -

Symbolhaft A 2+ A + dargestellt: A A - ; A + A;

Allgemeine Chemie

11.11.2002

Atomare Energetik

Definition: Ionisierungsenergie: wird das äußere Elektron eines Atoms im Gaszustand entfernt, so wird die Ionisierungsenergie (IE; E i ) aufgebracht

H H + + e - E = 1312 kJ · mol -1

Be (1s 2 2s 2 ) Be + (1s 2 2s 1 ) + e -

B

(1s 2 2s 2 2p 1 ) B + (1s 2 2s 2 ) + e -

2 2p 1 ) → B + (1s 2 2s 2 ) + e - N

N (1s 2 2s 2 2p x 1 2p y 1 2p z 1 ) N + (1s 2 2s 2 2p x 1 2p y 1 ) + e -

O

(1s 2 2s 2 2p x 2 2p y 1 2p z 1 ) O + (1s 2 2s 2 2p x 1 2p y 1 2p z 1 ) + e -

Mg Mg + + e - Mg + Mg 2+ + e - Mg 2+ Mg 3+ + e -

E = 738 kJ · mol -1 E = 1451 kJ · mol -1 E = 7733 kJ · mol -1

∆ E = 1451 kJ · mol - 1 ∆ E = 7733 kJ · mol

Definition: Elektronenaffinität (EA) gibt die Energieänderung an, wenn ein isoliertes Atom (Gasphase) ein Elektron einfängt:

H (1s 1 ) + e - H - (1s 2 )

Ca ([Ar] 4s 2 ) + e - Ca - ([Ar] 4s 2 4p 1 )

E = -72,8 kJ · mol -1 E > 0

Allgemeine Chemie

11.11.2002

Allgemeine Chemie 11.11.2002 Na + Cl → Na+Cl- …3s1 …3p5 …2p6…3p6 IE (Na) = EA (Cl)

Na

+

Cl

Na+Cl-

…3s1

…3p5

…2p6…3p6

IE (Na) = EA (Cl) =

+495,8 kJ · mol-1 -348,6 kJ · mol-1

---------------------------------------------------------------------

Σ +147,2 kJ · mol-1 ???

1)

2)

3)

4)

5)

Na (s) Na (g) ½ Cl 2 (g) Cl (g) Na (g) Na+ + e- Cl (g) + e- Cl- (g) Na+ (g) + Cl- (g) NaCl (s)

E = +107,3 kJ · mol -1 E = +122,0 kJ · mol -1 E = +495,8 kJ · mol -1 E = -348,6 kJ · mol -1 E = -787 kJ · mol -1

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Σ 1) – 5)

Born-Haber-Kreislauf

E

3) 4) 2) 5) 1) 0 Σ
3)
4)
2)
5)
1)
0
Σ

E = -411 kJ · mol -1

U

U

U g (Al 2 O 3 ) = -15 916 kJ · mol -1

g

g

(NaCl) = -787 kJ · mol -1

(LiCl) = -853 kJ · mol -1

Allgemeine Chemie

11.11.2002

Alkalimetalle:

Synthese:

2

E

NaCl (l) →

580 C;CaCl

°

2

2 Na (l) + Cl 2 (g)

schwere Alkalimetalle:

2 CsCl (l) + Ca (l)

750°

2 (g) schwere Alkalimetalle: 2 CsCl (l) + Ca (l) 750° 2 Cs (g) ↑ +

2 Cs (g)+ CaCl 2 (l)

Reaktionen:

- mit Halogenen:

2 M + X 2 2 MX

-

mit H2 bzw. N2:

2 M + H 2 2M + H -

Hydride

 

6

Li (s) + N 2 (g) 2 Li 3 N (s)

Nitride

-

mit Sauerstoff:

4 Li (s) + O 2 (g) 2 Li 2 O

Oxide

 

2

Na (s) + O 2 (g) Na 2 O 2

Peroxid

K (s) + O2 (g) KO2

Superoxid

11 Cs (s) + 3/2 O 2 (g) Cs 11 O 3

Suboxid

-

mit Wasser:

2 M (s) + 2 H 2 O (l) 2 M + (aq.) + 2 OH - (aq) + H 2 (g)

-

mit Ammobiak:

M (s) + NH 3 (l) M + (solv.) + e - (solv.) / Blaufärbung

Experiment:

I 2 Mg + CO 2 2 MgO + C

II Thermit-Verfahren: 3 Fe 3 O 4 + 8 Al 4 Al 2 O 3 + 9 Fe

T = 2400°C

Allgemeine Chemie

12.11.2002

Stoffchemie

2. Hauptgruppe

Erdalkalimetalle:

Synthese:

E

MgCl 2 (l) →

750°C

Mg (l) + Cl 2 (g)

3

T

CaO (l) + 2 Al (l) → 3 Ca (l) + Al 2 O 3 (s)

Reaktionen:

-

mit Halogenen:

M + X 2 MX 2

-

mit Sauerstoff:

2 M + O 2 2 MO

Oxid

 

Ba + O 2 BaO 2

Peroxid

-

mit Wasser:

M (s) + 2 H 2 O (l) M 2+ (aq) + 2 OH - (aq) + H 2 (g)

3. Hauptgruppe

2

E

Al 2 O 3 (solv.) →

980 C;Na Al

°

3

6

4 Al (l) + 3 O 2 (g)

Reaktionen:

- mit Halogenen:

- mit Sauerstoff:

- mit Stickstoff:

2 M +

4 M + 3 O 2 2 M 2 O 3

2 M + N 2 2 MN

3 X 2 2 MX 3

7. Hauptgruppe (Halogene = Salzbildner)

Synthese:

E

2 HF (l) →

2

H 2 (g) + F 2 (g)

100°C

Br - + Cl 2 Br 2 (l) + 2 Cl - (aq)

Reaktionen :

- mit Wasserstoff:

- Interhalogenverbindungen: I2 (g) Cl2 (g) 2

H 2 + X 2 HX

1

+ −

1

I Cl

(g)

weitere mögliche Verbindungen: ClF 3 ; BrF 5 ; IF 7

Allgemeine Chemie

18.11.2002

Kovalente Bindungen, Molekülstrukturen, Elektronegativität (EN), VSEPR, Quantenchemie

Kovalente Bindungen:

(EN), VSEPR, Quantenchemie Kovalente Bindungen: - doppelte Kernladung - elektrostatische Entschirmung der

- doppelte Kernladung

- elektrostatische Entschirmung der Kernladung

Kernladung - elektrostatische Entschirmung der Kernladung H + H → H 2 ∆ E = -435

H + H H 2 E = -435 kJ mol -1 Dissoziationsenergie (positiv) [Umkehrung der Molekülbildung]

Lewis-Strukturen (Valenzstrichformeln)

mol - 1 Dissoziationsenergie (positiv ) [Umkehrung der Molekülbildung] Lewis-Strukturen (Valenzstrichformeln) 30

30

Allgemeine Chemie

18.11.2002

Definition: Elektronegativität (EN): Fähigkeit eines Atoms in einem Molekül, die Elektronen in der Bindung an sich zu ziehen.

Übersicht ENMortimer

Definition: Formalladung = Anzahl der Valenzelektronen im freien Atom – der Anzahl der Valenzelektronen im gebundenen Atom = Anzahl der Valenzelektronen im freien Atom – ½ Anzahl bindender Elektronen – Anzahl nichtbindender Elektronen

+ H H N H H Ozon-Molekül: + 2 O - O O 1 3
+
H
H
N
H
H
Ozon-Molekül:
+
2
O
-
O
O
1
3

Ammoniumkation

O 1 : 6 – ½ (2) - 6 = -1

O 2 : 6 – ½ (6) - 2 = +1 O 3 : 6 – ½ (4) - 4 = 0

VSEPR-Modell: valence-shell-electron-pair-repulsion

O H H
O
H
H

CH 4 tetraedrische Struktur

PF 5 Trigonaledipyramide

Allgemeine Chemie

18.11.2002

Quantenchemische Modelle:

Valence Bond (VB)-Verfahren VB: Bindungen entstehen, wenn ein einfach besetztes Valenzorbital mit einem anderen überlappt. Spinpaarung, doppeltes Kernfeld, abgeschirmte Kerne

Spinpaarung, doppeltes Kernfeld, abgeschirmte Kerne Stärke der Bindug = f (Überlapp) c hybridisierung

Stärke der Bindug = f (Überlapp)

abgeschirmte Kerne Stärke der Bindug = f (Überlapp) c hybridisierung Molekülorbitaltheorie Atomorbital (AO):

c hybridisierung

Molekülorbitaltheorie Atomorbital (AO):

Lösung der Schrödinger-Gleichung für ein Elektron im Atom. „Bahnfunktion“ ohne genaue Bahn, elektronische Wellenfunktion

Molekülorbital (MO):Lösung der Schrödinger-Gleichung für Elektronen im Molekül elektronische Wellenfunktion; Betragsquadrat Aufenthaltswahrscheinlichkeit

Betragsquadrat → Aufenthaltswahrscheinlichkeit MOs ergeben sich durch lin eare Kombination von AOs

MOs ergeben sich durch lineare Kombination von AOs (plus/minus – Kombination)

Allgemeine Chemie

Thermochemie

25.11.2002

Definition: Energie: Tätigkeit, Wärme zu erzeugen oder Arbeit zu verrichten.

Kinetische Energie : E K = ½ · m · v² Potentielle Energie: EPot gespeicherte Energie

Beispiel:

EK= ½ 80kg · (5 m/s) = 1000 m²s²

kg

=1000 J

Definition: Kalorie:

1 cal = 4,184 J: Energiemenge, um 1g Wasser von 14,5°C auf 15,5°C zu erwärmen.

70 Kalorien = 70 000 cal = 70 Kcal = 290 kJ (Banane)

abb. bombenkalorimeter

1. Hauptsatz der Thermodynamik: „ Die Energie des Universums ist konstant“; „Die gesamte Energie eines isolierten System ist konstant“

Offenes System: CH 4 (g) + 2 O 2 (g) CO 2 (g) + 2 H 2 O (l) Reaktionsenergie: E = -890 kJ/mol

E =E Ende – E Anfang = E 2 – E 1

Innere Energie (E, U) = Zustandsfunktion

Arbeit: Physik: „Kraft x Weg“ chemische Systeme können Arbeit leisten

z.B.:

C 3 H 8 (g) + 5 O 2 (g) 3 CO 2 (g) + 4 H 2 O (g)

6 Moleküle

7 Moleküle

Arbeit w = p·V: w > 0 System leistet Arbeit w < 0 System nimmt Arbei (Energie) auf

Innere Energie U ist bestimmt durch dessen Wärme beziehungsweise Arbeitsvermögen.

U = U 2 -U 1 U = Q – p·V; U = Q-w

Reaktionsenthalpie H: H = U + p·V

H →∆H 0 : Reaktionsenthalpie unter thermodynamischen Standarbedingung (293,15K [20°C], 1 atm Druck [101,328 kP], 1M (bei Lösungen))

Allgemeine Chemie

25.11.2002

Beispiel:

2 Al (s) +

Fe 2 O 3 (s) 2 Fe (s) + Al 2 O 3 (s) H 0 = -851,5 kJ mol -1 H > 0: endotherme Reaktion (Wärme wird aufgenommen) H < 0: exotherme Reaktion (Wärme wird abgegeben)

2 Fe (s) + Al 2 O 3 Fe 2 O 3 (s) + 2 Al (s) H 0 = 851,5 kJ mol-1

Satz von Hess (Gesetz der konstanten Wärmesummen):

„Die Enthalpieänderung einer Gesamtreaktion ist gleich der Summe der Enthalpieänderungen der individuellen Teilreaktionen.“

C

(Graphit) + O 2 (g) CO 2 (g) H = -393,5 kJ/mol

C

(Graphit) + ½ O 2 (g) CO (g)

H = -110,5 kJ/mol

CO (g) + ½ O 2 (g) CO 2 (g)

H = -283,0 kJ/mol

Enthalpie-Diagramm:

Σ ∆H = -393,5 kJ/mol

= -283,0 kJ/mol Enthalpie-Diagramm: Σ ∆ H = -393,5 kJ/mol 0 ∆ H = Standardbildungsenthalpie f

0

H = Standardbildungsenthalpie

f

H 2 (g) + O 2 (g) H 2 O (g)

0

H = -241,8 kJ/mol

f

Standardbildungsenthalpie H 0 :

- wir sprechen von

H

0

f

bei der Bildung von 1 mol reiner Verbindung aus den reinen

Elementen Standardbedingungen:

(1) H 2 (g) + ½ O 2 (g) H 2 O (g)

H

0

f

= -241,8 kJ/mol

für jede beliebige Reaktionseenthhalpie gilt:

=

H H

0

f

0

f

(Produkte) -

H

0

f

(Edukte)

Allgemeine Chemie

25.11.2002

Beispiel: Kalkbrennung (Zemenherstellung)

CaCO3 (s) CaO (s) + CO 2

H

0

f

=

H

0

f

(CaO) +

H

0

f

(CO 2 ) -

H

0

f

(CaCO

3

)

= -635,5 kJ/mol + (-393,5 kJ/mol) - (-1206,9 kJ/mol) = 177,9 kJ/mol endotherm

- die vielleicht wichtigste chemische Reaktion ist folgende:

hυ

6 CO2 (g) + 6 H2O → C6H12O6 (s) + 6 O2 (g)

H

0

f

=2916 kJ/mol

Entropie:

chemische Reaktionen verlaufen dann spontan ab, wenn das System Energie freisetzt, allerdings kühlen sich durchaus einige Reaktionen ab und verzehren Wärme von außen – ein Widerspruch?

Ba(OH) 2 ·8H 2 O (s) + 2 NH 4 Cl (s) →

2

H

O

BaCl 2 (aq) + 2 NH 3 (aq) + 10 H 2 O (l)

H

0

f

= 80,3 kJ/mol

- man kann zeigen daß diese Reaktion nur deshalb abläuft, weil die momentane Unordnung erhöht wird

- die thermodynamische Größe für die Unordnung ist doe Entropie S (J/K·mol)

- Gase haben öhere Entropie als Flüssigkeiten und Feststoffe (Kristalle)

S = S (Endzustand) – S (Anfangszustand) nimmt S zu, nimmt die Unordnung zu

Schmelzen von Eis braucht Wärmezufuhr, dennoch ist dies ein spontaner Prozeß zu einem energetisch tieferen Zustand unter Zunahme der Unordnung

Diese Aussage lässt sich nach Einführung der neuen Zustandsgröße G fassen:

Gibbs’sche freie Enthalpie: G = H- T·S G = H – T · S

G < 0 G = 0 G > 0

spontan, Reaktion läuft ab im Gleichgewicht nicht spontan, Reaktion steht

1. Beispiel:

H2O (s) H2O (l)

H0= 0,01 kJ/mol S = 22,0 J/K·mol

bei 10°C (T = 283K): G = -0,22

spontan

bei 20°C (T = 253 K): G = +0,44 J/K·mol nicht spontan

Allgemeine Chemie

25.11.2002

2. Beispiel:

C (s) + H2O (g) CO + H2 (g)

H0 = 131 kJ/mol S0 = 134 J/K·mol

Wassergasreaktion

T

= 20°C (T = 293 K)

G = 92 kJ/mol

nicht spontan

T

= 750°C (T = 1023 K)

G = -6 kJ/mol

spontan

Gase und Gasgleichungen

Zusammensetzung der Luft (trocken, NN):

N

O

Ar

CO 2

2

2

78,08%

20,95%

0,93%

0,034%

(Volumen)

Ne

He

CH 4

Kr

1,82·10

5,24·10

1,7·10 -4 % 1,14·10 -4 %

%

%

-3

-4

typische Eigenschaften:

mischbar, komprimierbar (im Gegensatz zu Flüssigkeiten und Feststoffen)

Grund: extrem große Abstände zwischen den Atomen beziehungsweise Molekülen. Nur etwa 0,1% des Volumens srührt von den Teilchen her, das heißt 99,9% sind „leer“

- Gase üben einen Druck auf die Gefäßwand aus:

Druckgleichung:

P =

F

=

m

a

=

Masse Beschleunigung

A

A

 

Fläche

Beispiel: 1kg auf 10x10cm² bei a = 9,81 m/s²

P

=

1kg 9,81m s²

(0,1m)²

= 981Pa

Andere Einheiten:

1 torr (Evangellista Torricelli) oder mmHg und das atm

1 atm = 760 torr = 101323 Pa = 101kPa

1 Pa = 1 N·m -2

10 5 Pa = 1 bar

1 atm = 1,013 bar = 1013mbar

Gesetze:

Gesetz nach Boyle (o.a. Boyle-Marriotte-Gesetz)

V ~

1

(T = const.)

p

Seite 4 von 6

Allgemeine Chemie

25.11.2002

p·V = const.

Allgemeine Chemie 25.11.2002 p·V = const. Gesetz nach Charles: Gesetz nach Avogadro: V~n T,p = const.

Gesetz nach Charles:

Chemie 25.11.2002 p·V = const. Gesetz nach Charles: Gesetz nach Avogadro: V~n T,p = const. V

Gesetz nach Avogadro:

V~n

T,p = const.

V = const.

n

V~T

(p = const.)

V = const.

T

- der Wert des absoluten Nullpunktes der Temperatur wurde so erstmals gefunden

gleiche Teilchenmengen verschiedener Gase nehmen bei gleichen Druck und gleicher

Temperatur das gleiche Volumen ein

1 mol, 1 atm, 0°C ( 22,4l) = Molvolumen

ideales Gasgesetz:

p · V = n · R · T

R = allgemeine Gaskonstante R= 0,08206 l·atm/K·mol = 8,314 J/k·mol

Allgemeine Chemie

25.11.2002

Standardbedingungen (20°C = 293 K, 1 atm)

Beispiel: Gasrechnung: Auslösen eines Airbags

2 NaN 3 (s) 2 Na (s) + 3 N 2 (g)

135g NaN3; wie viel Gasvolumen bei p = 1,15 atm, T = 30°C

M(NaN3) = 65 g/mol

n (NaN3) = 130g : 65 g/mol = 2,08 mol

n (N2) = 2,08 mol 3/2 = 3,12 mol

V = n·R·T/p =

303K 3,12mol 0,08206L atm K

1

mol

1

1,15atm

= 67,5L

Partialdruck = Druck, den eine Komponente ausüben würde, wenn sie als einziges Gas ein gleicher Menge im gleichen Volumen anwesend wäre

Dalton: alle Partialdrücke summieren sich zum Gasdruck

p ges = p 1 + p 2 + p 3 +…+p n = (n 1 + n 2 + n 3 + …+n n ) R·T/V

führen wir den Moldruck ein: xi

x

i

=

Stoffmenge

Komponente

i

Stoffmenge

aller

Komponenten

p i = x i · p gesamt

Luft: Partialdruck N 2 ca 78%

O 2 ca 21% usw

=

n

i

n

1

+

n

2

+

+

n

n

=

n

i

nj

j

Allgemeine Chemie

02.12.2002

Molekularkinetische Theorie

Grundannahmen:

- winzige Teilchen, reine Zerfallsbewegungen

- Teilchen haben kein eigenes Volumen

- Keine Wechselwirkungen untereinander

- elastische Stöße

- kinetische Energie ~ absolute Temperatur

Boyle:

V ~

1

p = f (Anzahl und Stärke der Stöße)

p

Charles:

 

V ~ T

T = f (E kin )

Avogadro :

V ~ n

V = f (Teilchenanzahl)

Dalton :

p f (Teilchenidentität)

Nummerisches Ergebnis :

E kin

3 R

T

1

= Durchschnittsgeschwindigkeit
2

= =

N

2

A

m

u

= Durchschnittsgeschwindigkeit 2 = = N 2 A ⋅ m ⋅ u² u = v² u

= v²

u

u

u (H 2 ) = 2 km/s u (CO 2 ) = 400 m/s

(He) = 1,4 km/s bei 25°C

Die Teilchen sind allerdings nicht gleich schnell ; es stellt sich eine Maxwwell-Bolzmann- Verteilung ein :

Skizze: Diagramm

Reale Gase:

- tatsächlich ziehen sich Gasteilchen bei moderaten Drücken (< 300 atm) etwas an: Volumenkontraktion

- bei hohen Drücken überwiegt die Abstoßung und zusätzlich kommt das Eigenvolumen der Teilchen zum Tragen

- empirische Beschreibung: Van der Waals-Gasgleichung Abweichung von idealen Gasverhalten besonders bei (hohhen Drücken, niedrigen Temperaturen)

Gaschemie:

1)

Luftverschmutzung durch Autoabgase:

NO (g) →

O (g) + O 2 (g) O 3 (g)

Luft

NO 2 (g) → NO (g) + O (g)

Ozon

(h