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1 Werbung: Eine kritische Auseinandersetzung.

Schriftlicher Ausdruck C1, Prüfungsvorbereitung

Werbung: Eine kritische Auseinandersetzung

Werbung ist heutzutage überall. Wir nehmen sie oft nicht mehr bewusst wahr, weil wir es dermaßen
gewohnt sind, von Werbung umgeben zu sein.

In einer modernen Großstadt sieht man überall Werbung: Werbeplakate, Poster, Bildschirme, aber
auch Werbung in den Vitrinen der Geschäfte, auf Bussen, Straßenbahnen und auf Häusern. Werbung
ist allgegenwärtig (= omnipräsent).

Wenn man einen Film im Fernsehen anschauen möchte, muss man damit rechnen, dass er alle 15-20
Minuten durch eine Werbepause unterbrochen wird.

Ich finde Werbung sehr interessant. Wenn man sich kritisch damit befasst, kann man erkennen, wie
unsere Gesellschaft durch Werbung manipuliert wird.

Werbung beinhaltet Rollenbilder, die wir unbewusst übernehmen, wenn wir diesen nicht kritisch
gegenübertreten. Alle Menschen in Werbespots sind schlank, schön und glücklich. Natürlich erst
dann, wenn sie die Produkte aus der Werbung gekauft haben. Vorher waren sie unglückliche Loser.

Ich bereue es heute, mit 12-13 Jahren viel Zeit vor dem Fernseher verbracht zu haben. Damals
bildete sich im meinem Kopf die Überzeugung, man könnte nur dann schön sein, wenn man die
Cremes aus der Werbung kaufte. Ich investierte damals einen Großteil meines Taschengeldes in
überteuerte Kosmetikprodukte, weil ich sie in der Werbung gesehen hatte. Damals wusste ich noch
nicht, dass die Werbung sehr viele Lügen enthält. Niemand hatte es mir erzählt.

Man sollte Werbung nicht unterschätzen, weil die Werbeagenturen, die Werbespots fürs Fernsehen
oder Kino machen, sich sehr umfassend mit der menschlichen Psyche befassen. Sie verfügen über
Daten aus Umfragen und Datenerhebungen, aus Studien und anderen Quellen, die ihnen
Informationen darüber liefern, wie man Menschen am besten dazu bringen kann, etwas zu kaufen.

Auch in unserer modernen Gesellschaft gibt es immer noch Menschen, die der Meinung sind, dass
Werbung uns Produkte und Dienstleistungen empfiehlt. So ist es schon lange nicht mehr. Es gibt
sogar den Spruch, dessen Autor mir leider entfallen ist: „Man sollte nichts essen, wofür im Fernsehen
geworben wird“. Denkt man kurz über diesen Spruch nach, muss man ihm recht geben: Joghurts und
Frühstückscerealien enthalten zu viel Zucker, genauso wie Softdrinks. Schokolade enthält zu wenig
Kakao, Hundefutter enthält mehr Abfälle als Fleisch. Alle Lebensmittel, die für Kinder gedacht sind,
sind zu süß und enthalten oft ungesunde Farbstoffe und Geschmacksverstärker.

Werbung ist manchmal amüsant anzuschauen, wenn man sie aus gewisser Distanz betrachtet, wenn
man darüber reflektiert, warum man nach dem Anschauen des Werbespots plötzlich Lust auf
Schokolade oder Eis hat, plötzlich meint, ein neues Handy kaufen zu müssen oder unbedingt Urlaub
auf Mallorca machen möchte.

Werbung hat Power – genauso wie wir, wenn wir uns dagegen wehren. Sich zu wehren, bedeutet
nicht immer, auf die Barrikaden zu gehen. Sich zu wehren, bedeutet, sich mit Dingen kritisch
auseinanderzusetzen.

M.D.

© Deutsch mit Marija, 2017 www.deutsch-mit-marija.de