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TRAGWERKE II A7 SS 02 Christian Roeske 083438

Alamillo - Brücke
Santiago Calatrava, Sevilla 1992

Daten:
· Fußgänger- und Autobrücke über den Guadalquivir
· Länge : 250 m
· Maximale Spannweite: 200m
· Tragsystem: Schrägseil-Hängebrücke
· Höhe Pylon : 142 m

Die Alamillo - Brücke wurde zur Expo 1992 in Sevilla in Auftrag


gegeben. Sie ist ein Teil der Verbesserungsmaßnahmen,
die für die Weltausstellung an der lokalen Infrastruktur nötig
wurden und trägt einen Teil der neuen Umgehungsstraße für
Sevilla.

Die Alamillo - Brücke ist eine Harfenbrücke: Die zentrale


Fahrbahn wird von 13 Paaren von Stahltauen gehalten, die
an einem geneigten Pylon befestigt sind.
Der Pylon hat eine Höhe von 142 m und ist um 58 Grad
geneigt - der Brückenseite abgewandt.
Ursprünglich war die Alamillo - Brücke als Doppelprojekt
geplant, da die Umgehungsstraßeden Guadalquivir zweimal
überquert.

Die Brücken sollten sich spiegelverkehrt in Sichtweite (1,5 km)


gegenüberstehen, die Pylone jeweils in Richtung der anderen
Brücke geneigt. Aus politischen Gründen kam es jedoch nur
zur Ausführung einer Brücke.
TRAGWERKE II A7 Christian Roeske 083438

Kräfteverlauf zwischen Pylon und


Schrägseilen und Fahrbahn

Um das Gewicht der Fahrbahn aufnehmen zu können, wurde der Pylon


als betongefüllte Stahlkonstruktion ausgeführt. Im Inneren des Pylons ist zusätzlich
ein Schacht für Service- Arbeiten vorgesehen. Der Pylon wurde errichtet,
indem einzelne Segmente der Stahlhülle mit einem Kran an ihren Platz gehoben
und dort verschweißt wurden; anschließend wurde die Stahlhülle mit Beton gefüllt.
Die Fahrbahn sollte nach Calatravas Planung ursprünglich im freien Vorbau
errichtet werden, der Bauherr bestand allerdings auf einer
herkömmlicheren Bauweise:
Während der trockenen Sommermonate wurde im Flußbett ein Gerüst errichtet,
auf diesem ruhte der Kastenträger bis zur Verankerung der Haltetaue am Pylon.

Fahrbahnschalung mit
Gerüst während der Bauzeit
TRAGWERKE II A7 SS 02 Christian Roeske 083438

Die Fahrbahn besteht aus einem hexagonalen Kastenträger, der von den Halteseilen
getragen wird. Er besteht aus Stahl und ist im Inneren hohl, um einen größeren
Durchmesser und dadurch eine größere Biegesteifigkeit zu erreichen.
Die Biegesteifigkeit wird vor allem dazu benötigt, den Zugkräften aus den Seilen
entgegenzuwirken und eine Verformung des Trägers sowohl unter Zug-
(Seile) als auch Druckbelastung (Eigengewicht, Verkehrslasten) zu verhindern.
Von diesem Kastenträger- Rückgrat kragen die Stahlträger aus, die das Straßenbett
tragen.

Schrägseile

Fussweg

Fahrbahn

Hexagonalkastenträger Fahrbahnschnitt

Unter asymmetrischer Belastung entsteht am Hauptträger eine Torsionsbelastung,


die der hexagonale Kastenträger aufgrund seines großen Durchmessers aufnehmen kann.
Die 3,75 m breite Oberseite des Kastenträgers dient als Fußgängerweg der Brücke.

Zur Aufnahme vom horizontalen


Lasten ( Wind ) wurde der Pylon
seitlich in ein eingespanntes
Fundament gegründet.