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I tBRARY

>EKioty

ARCHAEOLOUIsril-KI'KiüAI'II ISCHE

MITTHEILUNGEN

AUS

OESTERREICH-UNGARN

HERAUSGEGEBEN

VON

0. BENNDORF und E. BORMANN

JAHRGANG XVII

MIT 21 ABBILDUNGEN

'

WIEN, 1894

ALFRED HOLDER

K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS -BUCHHÄNDLER

ROTHEKTHUEMSTRASSE 1J

THE J.

JM

M. RoH&BR IN Um NN

INHALT

Adolf Bauer Zum dalmatisch-pannonischen Krieg 6—9 n. Chr

E. Bonnann

Zu der Inschrift CIL III 5671

Die Grabschrift des Dichters Pacuvius und dos L. Maecius

Philotimus Franz Cumont Neue Funde aus Dacien und Moesien

v. Domaszewski Zur Laufbahn des ülpius Amandianus

Zu den Thierbildern der Signa

Seite

135

166

148

L69

227

239

1632

33

34

L. M. Hartmann Über den römischen Colonat und seinen Zusammenhang

mit dem Militärdienste

E. Hula

Beiträge zu den Arvalacten

H.

Jung Bericht aus Siebenbürgen

Kubitschek

C. I. L. VII n. 184

Kemplens Reise von Wien nach Constantinopel (1740)

Inschriften aus Cetium

Ein Meilenstein an der norischen Donaustrasse

Inedita

Zu CIL III 11303 (Müdling)

Th. Mommsen Zu der Inschrift von Tropaea

125

134

6780

7 14

14.

15

47—64

149 151

152—157

158164

165

114116

I. H. Mordtmann und Th. Mommsen Inschriften aus Thessalonike . 117. 118

Ludwig Po Hak Eine attische Künstlerinschrift auf Gold

Karl Skorpil

Herin. Skorpil

tt

6i

-i

Antike Inschriften aus Bulgarien

Gr. G. Tocilescu Neue Inschriften aus Rumänien

Inschriften aus Racovitza-Copaeeni Ad. Wilhelm Kietis. Zu Tacitus und Josephus

Zu griechischen Inschriften

Zu Theophrasts Charakteren

Josef Zingerle Über die Glaukos-Polyeidosvas.' des Sotades

65.

66

170212

212

-

1

-

Jfi

224

-

81 113

224226

1—6

3545

45.

46

119124

K i e t i s.

Zu Tacitus und Josephus.

An zwei Stellen der Annalen berichtet Tacitus von Aufständen

einer kilikischen Völkerschaft, welche gemeiniglich und unbedenklich

mit dem Namen der Kliten bezeichnet wird. Mit der Gewähr dieses

Namens ist es jedoch übel bestellt. Demi Ann. VI 41 gibt der Mediceus:

Cietarum natio Cappadoci Archeiao

Per idem

tempus

(36 n.

Chr.)

subieda etc., XII 55 dagegen ist überliefert: Nee midto post (52 n. Chr.)

agrestium Cilicum nationes quibus Clitarum cognomentum saepe et alias

commotac etc. Seit Lipsius der augenscheinlichen Identität beider Völkerschaften zu Liebe auch für VI 41 Clitarum forderte, bat man

sich bei dieser Namensform beruhigt. Was sie empfiehlt, ist schwer zu

sagen; sachliche Gründe zu ihren Gunsten haben jederzeit gefehlt, da

jene .Kliten' anderweitig nicht nachzuweisen sind. Sie werden fortan aus dem Tacitustexte und der Geschichte zu verschwinden haben, denn

die Cietae sind wohlbekannt und es unterliegt keinem Zweifel, das ihr Name VI 41 richtig bewahrt und XII 55 wiederherzustellen ist.

Jene Völkerschaft unterstand im Jahre 36 n. Chr. 1 ! dem Kappa-

dokier Archelaos, wie jetzt allgemein und mit Recht angenommen wird,

einem Sohne König Archelaos IV. von Kappadokien. Dieser hatte von

Augustus das rauhe Kilikien erhalten (Strabon XII p. 535. 537; XIV

p. H71; CJA III 545. 546; Marquardt R. St. V. I 2 384; Th. Reinach

Revue numismatique 1886, 462);

nach

seinem Tode 17 n. Chr.

(Tac.

Ann. 11 42) ward Kappadokien Provinz, aber Archelaos V. blieb, wie man bei dem Mangel ausdrücklicher Zeugnisse vermuthet, im Besitze

der KOs/J.y. ipa/eia

(Marquardt a. a. 0.),

vielleicht auch Lykaoniens

') Der Anlass des ersten Aufstandes ,quia nostmm in modum deferre census, pati tributa adigebatur' richtiger beurtheilt von 0. Bohn Qua condicione iuris reges socii populi Romani fuerint diss. Berol. 1877, 63 und Schürer Geschichte des jüdischen

Volkes 1 2 439 als von Marquardt 11. St. V. II 2 213. Es handelt sich keineswegs um einen , römischen Census'.

Ai'chüologisch epigraphische Mittheiluugen XVII, 1.

1

minor 372. 375), oder

nach Reinach gar nur Herr der ,petite principaute montagneuse des

so Rainsay Historical geographj

of

Asia

•.

Ihm gilt CIA III 548, Th. Mommsen Eph. epigr. I 278.

Bei

dem Aufstände des Jahres 52 n. Chr.

wird Antiochos von Tacitus als

bezeichnet. Es ist Antiochos IV. Epiphanes, König von

Kommagene, der nicht nur -y. jrapaOttXdaoux t^? KiXaia?, wie Dio Cassius U.\ - angibt, sondern, vvie die Überlieferung von der elften Strategie

\

:

,/•-,'

i

t

Ranisaj 372

und dir Münzen beweisen, auch beträchtliche

Theile des zugehörigen Binnenlandes, selbst Lykaonien beherrschte

Marquardl R. St. V. I '-' 384;

Th. Reinach Revue de* 6tudes grecques

II!

:;77:

E. Babelon

Les

rois de Syrie CCXIV 218).

Münzen mit

Antiochos' und seiner Gemahlin Jotape Philadelphos Bildnis sind nicht

nur

in

den

Küstenstädten der Tpa^stdms wie Selinus 2 , Anemurion,

Kelenderis, Elaiussa - Sebaste, sondern in der ganzen Landschaft der

m geschlagen worden

Münze der Sammlung Waddington bei

'•'II p. CCXVI :

.riii droit,

le nom et

l' effigie d'Antiochus

IV.

et

au revers le nom de l.-i C6tide ainsi Orthographie KIHTßN';

da/u das

merkwtir«

*

k vont lermanikopolis-Philadelpheia im British Museum ;

Ü. V. II. ad N T umismatic Chronic!

-

300 veröffentlicht hat).

.

Diesi

K

rjtai sind die

Cietai

des Tacitus.

Durch die Inschrift

Basis einer Hadrianstatue aus dem Olympieion zu Athen, gesetzt

von Rath und Gemeinde Koporcioastov rrjg Iv./^ojv \Lr

( zpo7iokB(üq

\iz. äoy.

. sowie durch Münzlegenden

v. Sallet Zeitschrift f. Numismatik

XIII 7::: .1. N. Sworonos "l>f. v.y/. 1889, 67. 212; E. Babelon Rois de

p. CCXVI;

[mhoof-Blumer Griechische Münzen S. L83, 557.

S. 188,571

l8l nunmehr festgestellt, dass Käjtai und \\:r-.i: die eigent-

lichen, älteren und genaueren Formen des Namens für Volk und Land-

schaft sind, nelieii denen die früher allein bekannten Schreibungen

und ki-iz. durch literarische Überlieferung wie durch Münz-

den bezeugt, nur eine orthographische Variante bedeuten. 4 ) Gerade

K

'

K.

:: isl die Gegend,

in welcher wir mich Tacitus' Bericht jene

i'"

tünime zu suchen Indien.

Denn sicherlich bewohnten

.1

N'eumanna Behauptung JJ

127,

534,

dass sich

Antiochos 1 Gebiet

rstreckte, lässt sich angesichts der Lage von

'

nur

ei

nlicb eine Gründung <li

bt halten.

;.

und

des

an

Eml

f-Blumer Griechische Münzen

\th. Mitth. 19, 120 dies Stück Philadelphia

I II

5won

rklären

a,

der die Schreibung Krpis

wo] I

auf

3

die sogenannten .Kliteir nicht, wie Marquardt R. St. V. 1 2 384 9 angibt,

der von den Aufständischen im Jahre •">•_! n. < ' ! i r.

nur ein

Gebiet

bei

belagerten Stadt Anemurion. Schon der Umstand, dass die Landes-

t'iirstcn jene Empörungen zu bewältigen nicht im Stande waren und

beidemal erst syrische Reichstruppen sie niederzuwerfen vermochten

(Th. Mommsen Rom. Gesch. V 309), spricht i'ür eine gewisse Bedeutung

der Völkerschaft und liisst annehmen, dass sie ein ausgedehnteres Gebiet ihr Eigen nannte. Zudem scheint der römische Geschichts- schreiber an der zweiten Stelle unter dem Namen der .Kliteir mehrere

kleinere Bergstämme zusammenzufassen. 5 ) Nun zeigen die Angaben des

Ptolemaios, der die ganze Küste von Anemurion bis zur Kalykadnos-

mündung, 6 )

aber auch Olba im

Inneren

zu

seiner Ketis rechnet, die

Nachricht des Rasilios von Seleukeia, dass der Kalykadnos cltzo twv ty ( ; Kr-J.ooc <vr/cvrAii>y) ^(opuov komme, vor allem aber die Lage der Städte

des Binnenlandes, welche auf Inschriften oder Münzen als zur Kietis

gehörig bezeichnet werden Philadelphia > 15. V. Head Numismatie

Chronicle 1888, 301; Imhoof-Blumer Griechische Münzen S. 188),

Koropissns (Waddington Rev. mim. 1883, 33; J. N. Sworonos 'E'p. ap/.

1889,67,212; Imhoof-Blumer a.a.O. S. 183s Olba (zuletzt K. Hennig

Symbolae ad Asiae minoris reges sacerdotes etc. diss. Lips. 1893, 2»'»

dass Kietis als Gesammtbezeichnung für den weitaus grössten Theil

des westlichen Kilikiens zu gelten hat. Dieser Sachverhalt ist bisher verkannt worden. Der ausgezeichnete

,

Kenner des alten Kleinasiens, welcher der Wissenschaft soeben entrissen

worden ist, W. H. Waddington, hat die Bedeutung- der Kietis im allge-

meinen richtig, aber doch zunächst nur zur Bestimmung (Wv Lage von

Koropissos erörtert (Rev. num. 1883, 33). Die Kietis gegen die anderen

Landschaften der Tracheiotis abzugrenzen hat erst Ramsay in einer

längeren Darlegung unternommen, welche leider weder als durchsichtig

noch als durchweg überzeugend gerühmt werden kann iliist. geogr.

363 ff. 4541.

Ramsay gilt als Kietis, wie

am besten aus der Karten-

beilage zu p. 330 zu ersehen ist, 1. die Landschaft an dem nördlichen

der beiden Flüsse, welche durch ihre Vereinigung den mächtigen

der von J. Th. Bent 1890 wieder

Kalykadnos bilden,

2.

das Gebiet

entdeckten Stadt Olba also überhaupt (p. 364) der ganze aordöst-

gestellt

5 ) Vergl. H. Xettleship Conunent. Woelfflin. 186.

wo

unsere Stelle zu denen

ist

,ubi cognomen

et cognomentum significant nomen alterum

sive

adiecticuinr.

G j Sicherlich steckt der Name der Kieten. wie schon C.Müller vermuthet hat, in der verderbt überlieferten Bezeichnung einer Schifferstation östlich von Xagidos

in Skylax Periplus (Geogr. Gr. min. I p. 76) 102 CHTON Xi[isva.

liebe Theil von Isaurien oder 1\ <X:vJ. y. rpa/sia zu beiden Seiten dv* eben

»«nannten Stromes, and :'•. der schmale Küstensaum von Anemurion bis

nber die Kulykadnosmündung Uinaus. Es isl schwer begreiflich, wie

unter solchen Umständen das Binnenland

und nördlich

westlich vom unteren Kaly-

kadnos und

um den Bog. ^Ermeneksu' .

südlich, östlich

von Kietis umschlossen, selbst einen anderen

Namen

führen

soll

als

ebenfalls Kietis. Aber Ramsay schliesst dieses Gebiel ausdrücklich aus

seiner Kietis aus

und bringl daselbsl

tis,

Lakanatis

Laniotis 7 ), Kennatis

doch vergl. gegen

und

p.

371

Lalassis, ein Stück

der

freilich zweifelnd

den

Nachtrag p. 455)

sog.

seihst

unter.

Letztere Landschaft hat überhaupt aus dem Spiele zu bleiben, solange

d.-r Beweis aussteht,

.

-

- gen Ptolemaios' Angabe dein

westlichen Kilikien angehört. Für die nach der Stadt Selinus benannte

der hohe Gebirgs-

dass

sie

oder richtiger Selinitis 8

bildet

m. E.

wall des Tauros unweigerlich die Ostgrenze. Ptolemaios Zutheilung dn-

fünf Städte Kestros, Domitiopolis,

Philadelphia, Seleukeia rox/sia.

Diokaisareia an die ^Selentis' ist augenscheinlich unhaltbar.

Aber

Kamsays Vermuthung, Ptolemaios habe diese ,Selentis' mit der Lalassis

echsell

p. 371 .

gereicht

es nicht zur Empfehlung, dass Ramsay

51 von jenen Städten nur Domitiopolis der Lalassis zuzuweisen

vermag. l>a Plüladelpheia sieh auf Münzen ausdrücklich als zur Kietis

ig bezeichnet, erscheint mir, im Hinblicke auf die theils gesicherte,

theils wahrscheinliche Lage der genannten Studie, der Gedanke er-

ert, i b dieselben nicht sämmtlich, abgesehen von Kestros, zur

Indes muss die ausfuhrliche

Behandlung, deren diese schwierigen Fragen bedürfen, einer anderen

vorbehalten bleiben; topographische Forschungen an Ort

und Stelle, Inschriften- und Münzfunde werden die Muthmassungen,

Kieti

»raphen zu ziehen sind.

zur Stunde möglich sind, hoffentlich berichtigen oder bestätigen.

Nur auf eines sei hingewiesen. Ist auf den Münzen dr* Königs Polemon,

!.

11'./ .'(.,,',:

\

p.

373

doch

vergl.

IV,

zweifelnd vorschlägt, statt

wv /-/

wie man gewöhnlich ergänzt, vielmehr

r.o£ü>v '/.'/. Kevvaxüv zu lesen,'-'

bo würde damit freilich

\V. Tomascbek Zur historischen Topographie von Kleinasien im

i:.-li. Cl.

124,

B msaj 713

\ III

sprichl

59.

man, glaube ich, nur ver-

?\

lern.

\

T. 5 abzutheilen ist:

(jlecoysioe U z\z:

-:»-; /.-/

und

§ 7 -.r; -oiw;

ii der in den Bandschriften verwirrte Beginn der

und zu li Hei

R.

'

der in den topographischen

hat Ramsay seihst diesen Schluss nicht gezogen förmlich bezeugt

sein, dass Kictis, Lalassis, Kennatis

nicht als drei Gebiete nebenein-

ander, sondern Lalassis lind

Kennatis als Theile der Kietis zu gelten

haben.

In diesem Sinne lassen sich, wie oben erwähnt, auch Tacitus'

Worte ann. XII 55 deuten. Übrigens ist Ramsay der einzige und erste,

der an der Glaubwürdigkeit des Namens Clitae gezweifeil hat: seine

Frage p. 372,

ob nicht ein Irrthum für Lakanatai oder Kennatai vor-

liege, ist nunmehr durch den Verweis auf die beste handschriftliche

Überlieferung und den Nachweis ihrer Richtigkeit erledigt.

Der Name Kirp:i<; dürfte sich auch in einer verderbten Stelle ih-^

'AXe£dv8p(p

Flavius Josephus

'IooS. apy. XVIII

5, 4 (140)

verbergen:

os Tiypay/]? o;j.wvoao; tö> aSsX'-ptp ytvstÄi jeal? v.y.i ßaa:Xsö? "AoaEv'a: ozo

Nepwvo?

r/.-iu.-sice.

oIöq z= 'AXs^avSpo?

a'kfp

Ytvsxai"

yafiel

§'

odtgs

'AvT'.oy/jo roö KojJLfiaYTjVwv ßaciXecüs; 9-077.1=07. ! I(öTdjr/jv

IK'iOAOC te ty ( ;

ev KtXixiq Oösa-aa'.avog aötöv tbtaTat ßaaiX&a.

Dazu Niese : ,7Jato56? ts]

omisit

spatio

vacuo 6 litt, relicto E(pitome). isedis (lesidi cod. Berol.)

versio

latina*.

Für 7}aio8o? pflegen die Herausgeber V7joia8o<; nach

Harduin Xunimi antiqui illustrati 1684 p. 587 oder nach Ernesti

(so

auch Naber) v/jolSo? zu lesen. 3iit v/jaids oder v/jot? soll Elaiussa-Sebaste

bezeichnet sein, der Herrschersitz, den sieh Archelaos IV. von Kappa-

dokien auf einer kleinen, jetzt längst mit dem Festlande vereinigten

Insel 10 ) an der kilikischen Küste,

wenig östlich von Korykos, jetzt

Ayash, gegründet hatte (Beaufort Karamania 240; Ritter Erdkunde

XIX 346; V. Langlois Voyage dans la Cilicie 230).

Alexandras, Sohn des Tigranes, als Gemahl der jüngeren Jotape

Schwiegersohn König Antiochos IV. von Kommagene, allgemein als Fürst von Elaiussa (Mommsen Hermes IV 191 zu einer Inschrift aus Ephesos; Th. Reinach Rev. mim. 1886, 483 ff.; Babelon Rois de Syrie

Somit gilt jener

CCXVIII; Marquardt R. St. V. I 2 385; W. Henze

diss. Berol. 1892, 73; Ramsay Hist. geogr. 373).

De civitatibus liberis

Allein Harduins Ver-

Unzweifelhaft

Dass Nrjoiä?

oder Ntjoi? je mit Elaiussa-Sebaste gleichbedeutend gewesen sei, ist

muthung verdient den Beifall nicht, den sie gefunden.

hat man

an der Stelle einen Eigennamen zu erwarten.

10 ) Strabon XII p. 537

.

.

Iv

rjj

-ouyiia KiX»ua! Iv -q tyjv 'EXouoöasav v/jotov

Euxapiuov suvsy.TtGev

'ApyiXaoq a&oXofu»? xa: 10 rcXsov lyTaö&a Sisxpißev

(vergl.

p. 535, XIV p. 671).

Es ist unerfindlich, welchen Sinn es hat ein Eiland als euxccpitog

zu bezeichnen (auch wenn es 'EXatoüooa heisst), das gerade nur für eine Stadt- anlage sehr bescheidener Ausdehnung Raum bot man sehe Beauforts allerdings flüchtige Skizze auf seiner Seekarte und völlig verbaut wurde. "Wohl erwartet man

aber die günstige Lage der Insel betont zu finden:

so hatte

ich mir langst zuver-

sichtlich euxaipov verbessert, bevor ich diese Lesung in der Epitome Vaticana

erhalten fand.

unerwiesen und unerweislich, die Identität der ,Insel' schleclitweg mit Elaiussa nmsoweniger Belbstverständlicli als der kilikischen Küste auch

.

1,^,. in und eine viel bedeutendere vorliegen.

Wenn Ramsay

- i/i. Alexandros

,.,-hal!

Übersieht

habe

er

,a

den

small

kingdom eonsisting of an island'

dem Worte folgenden Artikel oj« lv

,i,| denkt er der gewöhnlichen Beziehung des [nselchens auf

Elaiussa entgegen an Jotape, das .möglicherweise' auch auf einer später

in Festlande verwachsenen

Insel

gelegen habe,

so geht

er irre.

Die

Lage

der Stadl Jotape

isl

durch Dr R. Heberdey

und mich im

Frühjahre 1891 durch Kund einer Inschrift festgestellt worden (Anzeiger

die sehen von Beaufort

Wiener Akademie 21. Oct. 1891 ; es ist

Karamania p. 171

besuchte, von ihm Hamaxia genannte Ruinenstätte,

deren Inschriften das CJG

scheinlich

1111

ist

die kleine felsige

ff.

richtig unter Jotape gibt.

Augen-

Halbinsel, auf welcher ein Theil des

tehens liegt, nie vom Festlande getrennl gewesen.

Aber sei nun mit der vermeinten Jnsel' Jotape «.der Elaiussa be-

zeichnet, die Lesung vr^idSos oder VYjotöo? kann aus sprachlichen und

Cch vermuthe, dass

sachlichen Gründen vor der Kritik nicht bestehen.

HCIOAOC vielmehr KIHTIAt >(' und in der lateinischen Übersetzung

hat

jedis oder

lesidi Cietidis /.u schreiben ist.

Sollte dem

so sein,

so

Vespasian, als er Antiochos'

Herrschaft und

der seiner Söhne

Epiphanes

machte

und

Babelon

Kallinikos ein

Ende und

Kommagene zur Provinz

Rev. num.

1883,

143;

Rois

de Syrie

CCXV, 222;

Th. Ueinach

Revue des etudes grecques

111 378), dem armenischen

die

Kietis,

mithin Gebiete Kilikiens überlassen, die sowohl

\hn Archelaos IV. von Kappadokien als sein Schwiegervater

- IV. von Kommagene besessen hatten, die femer im .J. 17

l Einverleibung Kappadokiens in »las römische Reich

Archelaos V. geblieben waren und im wesentlichen auch den^Besitz ^h^

oclienen Polcmon

über ihn zuletzt V. Gardthausen Augustus

II

l.

124 und R. Hennig a. a. < ».

ausmachten.

Bei dieser Zutheilung

blieb der Kaiser lediglich dem Grundsatze römischer Politik treu, den

ton im Anschlüsse an eine Schilderung der landschaftlichen Eigen-

toioöxo

sspricht

XIV |». 671:

s86xst

r.'/'ji

oweav

to

r

,

-.',:

Woy.-j.'.'j'.- :

i-;i[}/j-s:j

ElVOU tot?

va*. sjxsXXov \i:t~.~- ;j.3iV oicXwv.

\\

i(

AD. WILHELM

Bericht aus Siebenbürgen.

Gelegentlich einer linier unternommenen Ferienreise gelangte ich

zur Kenntnis einiger noch nicht pnblicierter Inschriften und konnte

mich zugleich von «lern gegenwärtigen Stand der Forschung in diesem Theile Daciens überzeugen, worüber in Nachfolgendem Bericht erstattet

werden soll.

1. In Tor da (Potaissa) besitzt der katholische Cantor zugleich

Photograph), Herr Emerich Botar, allerlei Antiquitäten, /

ziegel, kleine Statuetten von Gottheiten, je eine Aphrodite, eine Nike

B. Legions-

n.

dgl.

m

wie sie bei Arbeiten in den Weinbergen, wo das Lager der

leg. V Macedonica

gelegen war. zum Vorschein zu kommen pflegen.

Darunter befindet sieh :

1

Ein Gewichtsttick, ( ,'i» Deka schwer

wie mir auf nachträg-

liches Befragen Herr Botar brieflich mittheilte), das mit in Silber ein-

gelegten Buchstaben folgende Umschrift trägt:

Oben :

um die Mitte:

LEG V MAC PF PI

EXAMIN IVSSV DDP-

N O S T R

R V M

AVGVSTORVM

VAL SABIN VS

Inten:

OPTIO LEG SS DD

Dieses Gewichtsttick gefunden 1891 bietet, wie auch Herr Botin 1 bereits aus Sacken, Leitfaden zur Kunde des heidnischen Alterthums

S. 180 entnommen

hatte,

ein Seitensttick zu dem bei

Widdin aus der

Donau gezogenen, jetzt in Wien befindlichen, dessen Aufschrift Cor]).

111 7s4

Zahl

X

mitgetheilt ist.

Dasselbe hat

auf

der

oberen

Seite

um

die

herum in silbernen Buchstaben die Legende legionis primae

Italic(ae) und am Rande Lucius Iulkis Lucilianus Ug(atus) Augnsti

leg(ionis) 1 Ttal(icae) pondera examinata sig(navit).

•1 Ein Gewicht aus Alexandria mit der Aufschrift ir.l Asoxioo Iv>-

h'/s) OoTjOtivoa Y/iaovoc erwähnt aus . \llmer et Terrebasse inscr. mit. de Vienne 11 add. p. 1 0. Hirschfeld bei Friedländer Sittengeschichte 1

'

186.

Im übrigen

vergl.

Orelli

n.

4342 ff.:

Wilmanns n. 2763 ff.;

:

Domaszewski in dieser Zeitschrift

S.

35

f.;

Binder,

ebenda

VII

XV

S. 148:

Kubitschek, ebenda

X'issen. Griechische und

S. 227 f.;

römische Metrologie in Ewan Müllers Handbuch I

S. 700

der 1. Auf-

: C. F. Lehmann in Heimes \X\ II S. 548.

ionis) V Mac(edoniccn ) p(icu ) fßdelis) p(ondus) I examin(atum) d(ominorum trium) nostrorum Augustorum Vol<<r'n<s) Sabinus optio

mis) s(upra) s(criptae) d(onum) d(edit). Die drei Kaiser sind woh

iius S iverus, Caracalla und Geta.

Im Winter 1891 '.'_: ist «'ine Relieftafel mit der Darstellung des Aesculap, dm- Hygia und eines Knaben zutage gekommen. Darunter

steht folgende Inschrift

AVK ETERNALIS EX VO

2.

TO PÜSVIT

Vergl. Corp. III '.'7li aus Apulum, jetzt im Lapidarium von Nagy-

/> <> Aescul(apio) et Hygiae

Aur(elius) Eternalis. Also von derselben Persönlichkeit denselben Göttern

an zwei verschiedenen Orten geweiht, in Apulum und in Potaissa.

Enycd, vergl. diese Zeitschrift

IX p. 242 :

:;.

Im

Besitze des Nenn

Botär

befindet

sich auch das Fragment

Bronzetäfelchens, das vor zwei Jahren gefunden wurde. Es ist

oben und unten abgebrochen, einige Zeilenenden der rechten Seite sind erhalten. Schöne Buchstaben.

nur I

Zeile

I

) ECV R I

I C A T

IPROBA

3

I D I O

ECoS

and 5 nach der Copie von Prof. Cumont; ich hatte Zeile 1

-eii. Zu lesen i-i wohl in Zeile 1

•". decurio, [c]ali(g)at(us) s

t[tusj. Zeile I. 5 war wohl entweder das Jahr angegeben oder der

Same de- Consularen, der die probatio vorgenommen Iiatte.

!. Im Lapidarium des reformierten Collegiums zu Nagy-Enyed,

;i Vorstand

Herr Prof. Herepey i- ; t.

befinden

Inschriften

Ilosziitelka,

Eph. epigr.

IV

nachher in

142

Koncza .

C. III S. 7728

ferner die

aus

sieh jetzt

auch die

aus Dorstadt, ung.

Koslärd

bei Tövis

i

C.

IM

W. 7760

und 7804,

vergl. 0. Hirschfeld, Wiener

: letztere [nschrifl in zwei Theile zerbrochen.

'.)

Sonst nichts neues, was Epigraphik angeht. Die prähistorische Sammlung

erhält fortwährend ansehnlichen Zuwachs aus allen Theilen Sieben bürgens.

5. In Karlsburg setzt Prof. Dr. Alberl Cserni die Ausgrabungen

auf dem Grundstück der Frau Rhemann - - unterhalb der Festung -

eifrig fort.

Es ist eine ausgedehnte Badeanlage aufgedeckl und ver-

zeichnet worden, bei deren Bau Ziegel der equites