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Warmfeste Stähle

Warmfeste Stähle 1) Historie 2) Grundlagen (Eigenschaften, Kriechen) 3) Werkstoffprüfung bei erhöhter Temperatur 4)

1) Historie 2) Grundlagen (Eigenschaften, Kriechen) 3) Werkstoffprüfung bei erhöhter Temperatur 4) warmfeste Stahlsorten 5) Schweißen

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

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1. Historie

- 1920: unlegierte Werkstoffe mit R m von 340-500 MPa für Kessel mit geringen Betriebsdrücken

- 1930: Entwicklung erster warmfester Stähle für Kessel mit höheren Betriebsdrücken und Einsatztemperaturen von

450-500°C

- heute: Dampfeintrittstemperatur bei 650°C, hohe Betriebsdrücke besondere Ü-Vorschriften, wegen hohem Gefährdungspotential

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Bild 1: Legierungsentwicklung für den warmfesten Einsatzbereich Ingenieurgemeinschaft M e y e r &

Bild 1:

Legierungsentwicklung für den warmfesten Einsatzbereich

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2. Eigenschaften

2.1.Theoretische Grundlagen

- Warmfeste Stähle haben ausgewiesene Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen (bis 600° C) bei langzeitiger Beanspruchung

- Anforderungen:

• Warmfestigkeit

• Ausreichende Beständigkeit gegen Korrosion/Verzunderung

• Ausreichende Zähigkeitsreserven (Phasenausscheidungen bei hohen Temperaturen möglich)

• Gute Verarbeitbarkeit

• Schweißeignung

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2. Eigenschaften

2.1.Theoretische Grundlagen

- Eine mechanische Beanspruchung bei höheren Temperaturen führt zum „Kriechen“ des Werkstoffes (ab ca. 1/3 der Schmelztemperatur)

- eine Kaltverformung verzögert das Einsetzen des Festigkeitsabfalls mit zunehmender Temperatur

Welche Bedeutung hat die T R ?

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2.1.Theoretische Grundlagen

Kaltverfestigung bei T << T R

Grundlagen Kaltverfestigung bei T << T R Ingenieurgemeinschaft M e y e r &

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2.1.Theoretische Grundlagen

2.1.Theoretische Grundlagen Bild 2: Abhängigkeit der Härte eines weichen Stahls von der Glühtemperatur nach dem

Bild 2:

Abhängigkeit der Härte eines weichen Stahls von der Glühtemperatur nach dem Zugdruckumformen ohne Anwärmen mit etwa 60% Verformungsgrad

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2.2. Warmstreckgrenze

2.2. Warmstreckgrenze Bild 3: Spannungs - Dehnungs- Diagramm von unlegiertem Stahl S235 bei zunehmend Prüftemperatur

Bild 3:

Spannungs - Dehnungs- Diagramm von unlegiertem Stahl S235 bei zunehmend Prüftemperatur

Gegenüber RT geht der Streckgrenzeneffekt verloren. Von der Hooke‘sche Gerade an ergibt sich ein kontinuierlicher Übergang in den Fließbereich. Zunächst R e -Abfall und R m -Anstieg, ab ca. 350 °C fallen beide Kenngrößen Mit Zunahme der Temperatur werden Diffusions- und Versetzungsbewegungen erleichtert. A und Z steigen i.a. (Ausnahme: nächstes Bild).

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2.2. Warmstreckgrenze

2.2. Warmstreckgrenze Bild 4: mechanisch-technologische Kennwerte i.A. von der Anlasstemperatur für einen Werkstoff mit

Bild 4: mechanisch-technologische Kennwerte i.A. von der Anlasstemperatur für einen Werkstoff mit Ausscheidungsbildung im festen Zustand

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2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV

2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV Bild 5: Plastische Verformung durch Versetzungsbewegung a)

Bild 5: Plastische Verformung durch Versetzungsbewegung

a)

Unverformter Gitterausschnitt mit Versetzung

b)

Verformung durch Schubspannung

c)

Verschiebung der Versetzung um einen Atomabstand

d), e)

durchgelaufene Versetzung hat an der Oberfläche zu einer Stufenbildung geführt

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2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV

Bild 6:

2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV Bild 6: Bild 7: Klettern einer Stufenversetzung durch Anlagern

Bild 7:

Klettern einer Stufenversetzung durch Anlagern einer Leerstelle

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2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV

2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV Bild 8: Möglichkeiten für das Ausheilen und Umlagern von

Bild 8:

Möglichkeiten für das Ausheilen und Umlagern von Gitterdefekten

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2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV

2.3. Verformung – theoretische Grundlagen der KV Bild 9: Mikrogefüge kaltverformter Werkstoffe (schematische

Bild 9:

Mikrogefüge kaltverformter Werkstoffe (schematische Darstellung)

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2.4. Zeitabhängige Verformung bei erhöhten Kriechtemperaturen

Kriechen ist:

• ein irreversibler Verformungsvorgang mit deutlicher Zeitabhängigk bei konstanter Belastung und Temperatur

• es kann zu Verformungen bis hin zu Brüchen kommen

• ein temperaturabhängiger Vorgang, der sich durch folgende Charakteristika auszeichnet:

- Versetzungsbewegungen - Thermisch aktiviertes Klettern von Versetzungen und - Abgleiten von Korngrenzen (nur bei sehr hohen Temperaturen)

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2.4. Zeitabhängige Verformung bei erhöhten Kriechtemperaturen

ine Erhöhung des Kriechwiderstandes kann durch alle aßnahmen, die den Abbau von Versetzungsaufstauungen u as Korngrenzengleiten verhindern bzw. verzögern Mischkristallverfestigung, Erhöhung der ekristallisationstemperatur, Ausscheidungshärtung), erreic erden.

ine weitere Möglichkeit besteht in dem Herstellen von dealkristallen

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Bild 10: Dehnungsdefinition bei Zeitbeanspruchung. Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b

Bild 10: Dehnungsdefinition bei Zeitbeanspruchung.

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ild 11: Kriechkurven ereich I/II: transkristalliner Bruch ereich III: interkristalliner Bruch Ingenieurgemeinschaft M

ild 11: Kriechkurven ereich I/II: transkristalliner Bruch ereich III: interkristalliner Bruch

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Bereich I: Übergangskriechen / logarithmisches Kriechen

- differenzierte Vorgänge von unterschiedlicher Bedeutung

- Vorgänge der Kristallerholung dominierend Bereich II: stationäres / sekundäres Kriechen

- größte praktische Bedeutung

- Gleichgewicht zwischen Ver- und Entfestigung (Versetzungsbildung und Versetzungslöschung)

- Vorgang des Kletterns überwiegend Hindernisse können umgangen werden Bereich III: tertiäres Kriechen

- Leerstellenbildung und Korngrenzen- deformation dominiert

- nicht technisch nutzbar

- Porenbildung an KG

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Bild 12/13: Kriechdehnung und Kriechgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Zeit Ingenieurgemeinschaft M e y e
Bild 12/13: Kriechdehnung und Kriechgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Zeit Ingenieurgemeinschaft M e y e

Bild 12/13: Kriechdehnung und Kriechgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Zeit

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Ein Kriechbruch ist immer:

- werkstoffabhängig

- lastabhängig

Bruchverhalten:

- temperaturabhängig - zeitabhängig

- Bei geringer Kriechtemperatur, hoher Beanspruchungsgeschwindigkeit und kurzen Standzeiten treten häufig transkristalline Wabenbrüche au

- Bei hoher Kriechtemperatur, geringer Beanspruchungsgeschwingikeit und langen Standzeiten treten häufig interkristalline Wabenbrüche auf

- Die Temperaturbereiche zwischen diesen beiden Brucharten werden durch die sogenannte Äquikohäsivtemperatur abgegrenzt (s. Bild 14).

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Auf den Bruchflächen von Hochtemperaturbrüchen finden sich häufig niedrigschmelzende Phasen (FeS, NiS, V 2 O 5 ).

Hochtemperaturbrüche sind meist durch Poren initiiert:

Keilporen werden meist bei geringer Temperatur, höherer Belastung und nach kurzer Zeit gebildet.

Kavernenporen werden meist bei hohen Beanspruchungstemperaturen, geringer Belastung und nach langer Standzeit gebildet (s.a. Bild 15).

Beide Porenarten können durch Zusammenwachsen zum Bruch führen!

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Bild 14: Schematische Darstellung des Bruchverhaltens Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G

Bild 14:

Schematische Darstellung des Bruchverhaltens

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Bild 15: Ausbildung interkristalliner Risse unter Kriechbedingungen bei höheren Temperaturen: a) Risse an

Bild 15: Ausbildung interkristalliner Risse unter Kriechbedingungen bei höheren Temperaturen:

a) Risse an Schnittpunkten mehrerer Korngrenzen (Keilporen)

b) Bildung von Poren auf Korngrenzen senkrecht zur Zugrichtung (Kavernenporen)

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Bild 16: Stahl mit 17% Cr und 14% N i, bei 650° C 3383 h

Bild 16: Stahl mit 17% Cr und 14% Ni, bei 650° C 3383 h (141 d) und 80 MPa gestanden

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2.4. Zeitabhängige Verformung bei erhöhten Kriechtemperaturen

Zeitabhängige Verformung bei erhöhten Kriechtemperaturen Bild 12a: Schematische Einteilung zeitstandbeanspruchter

Bild 12a: Schematische Einteilung zeitstandbeanspruchter Gefüge in Gefügeklasse

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3. Werkstoffprüfung bei erhöhten Temperaturen

3.1. Warmzugversuche (Kurzzeitversuche)

Der Warmzugversuch dient der Ermittlung der Warmstreckgrenze R p0.2/ϑ im Zugversuch bei erhöhten Temperaturen (die Temperatur wird von RT aus eingestellt !). Es ist üblich, ihn bis ca.300°C anzuwenden.

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3.2. Zeitstand- und Zeitdehnversuche (Langzeitversuche)

Es erfolgt eine Belastung der Zugprobe über einen bestimmten Zeitraum b konstanter, erhöhter Temperatur (meist > 300°C) bis zum Bruch oder bis zum Erreichen einer definierten Dehnung (z.B. 1% bleibende Dehnung) innerhalb einer definierten Versuchsdauer.

Der Zeitstandversuch dient der Ermittlung der bis zum Erreichen bestimmte plastischer Dehnungen (bzw. bis zum Bruch) vergangenen Belastung.

Welchen analogen Langzeitversuch kennen Sie für die dynamische Werkstoffuntersuchung bei RT ?

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Zeitstandfestigkeit:

Prüfspannung, die bei bestimmter Prüftemperatur nach einer bestimmten Beanspruchungsdauer zum Bruch führt.

Zeitdehngrenze:

Prüfspannung, die bei bestimmter Prüftemperatur nach einer bestimmten Beanspruchungsdauer zu einer festgelegten plastischen Dehnung führt.

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Bild 17: Zeitbruchschaubild mit Zeitdehngrenzlinien und Zeitstandfestigkeit (10 5 =11 a) Ingenieurgemeinschaft M e

Bild 17: Zeitbruchschaubild mit Zeitdehngrenzlinien und Zeitstandfestigkeit (10 5 =11 a)

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Beanspruchungsdauer in h Bild 18: Zeitstandversuch - Zeitdehnschaubild gilt fü T = const. (nach kurzer

Beanspruchungsdauer in h

Bild 18:

Zeitstandversuch - Zeitdehnschaubild gilt fü T = const. (nach kurzer Zeit sind bei hohen Spannunge hohe Kriechbeträge zu verzeichnen, mit sinkende Belastung verschieben sic die Zeitdehnkurven nach rechts und unten z längeren Zeiten un geringeren Kriechbeträgen)

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Bild 19: Zeitdehnversuch - Zeitdehnschaubild Achtung! Doppelt logarithmische Darstellung! 3.3. Zeitschwingversuche bei

Bild 19: Zeitdehnversuch - Zeitdehnschaubild Achtung! Doppelt logarithmische Darstellung!

3.3. Zeitschwingversuche bei erhöhten Temperaturen:

m Temperaturbereich des Kriechens existiert keine Dauerfestigkeit wie bei RT

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4. Warmfeste Stahlsorten

4. Warmfeste Stahlsorten Bild 20: Temperaturabhängigkeit der Streckgrenze für 2 ausgewählte Stähle

Bild 20: Temperaturabhängigkeit der Streckgrenze für 2 ausgewählte Stähle

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4.1. Legierungswirkung

Die mechanischen Eigenschaften der Stähle werden beeinflusst durch den Legierungsaufbau, die Stahlherstellung und den Wärmebehandlungszustand.

Eine bessere Warmfestigkeit erreicht man durch:

a) Legieren mit Mo und Cr:

- bilden MK, die das Gitter verspannen (MK-Verfestigung, Mo allein nu bis ca. 0,3% mgl.) - haben höhere Temperatur zur Selbstdiffusion als Fe.

b) Zusätzlich: Legieren mit V, Nb, Ti (Teilchenverfestigung)

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Eine Beeinflussung des Kriechverhaltens (Verringerung des Kriechens) erreicht man durch:

lle Maßnahmen, die den Versetzungsabbau und das Korngrenzengleiten erhindern, wie:

Verwendung von Stählen mit geringen Gehalten an unerwünschten Begleitelementen (%S niedrig - Sulfidproblematik) Normalglühen zur Einstellung eines homogenen, feinen Korns (KG als Gleitwiderstand) Erschweren der Versetzungsbewegung durch Gitterverspannungen (Bildung von Substitutions-MK durch Legieren mit Mn, Mo – untersch. Atomradien) Behinderung des Kriechens durch Bildung fein verteilter Ausscheidungen auf den Gleitebenen (Legieren mit Karbidbildnern wie Mo, Cr, V, W) Übergehen von krz zum kfz Gitter (Legieren mit Cr + Ni, höhere rekr.-T des kfz.Kristalls)

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Bild 21: Niedriglegierter Mn-Mo-Stahl 1050°C/45min/Ofenabkühlung V=100:1 hell: schwach geseigerte Bereiche mit

Bild 21: Niedriglegierter Mn-Mo-Stahl

1050°C/45min/Ofenabkühlung

V=100:1

hell:

schwach geseigerte Bereiche mit langgestreckten MnS-Einschlüssen

dunkel: stark geseigerte Bereiche

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Bild 21/22: Stahl mit 0,13%C; 0,3%Si; 0,5%Mn; 1,2%Cr und 4,2%Ni V=500:1 links: feinkörniger Martensit rechts:

Bild 21/22:

Stahl mit 0,13%C; 0,3%Si; 0,5%Mn; 1,2%Cr und 4,2%Ni

V=500:1

links:

feinkörniger Martensit

rechts: grobkörniger Martensit

Verursacht durch das Abschrecken von höheren Temperaturen.

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4.2. Einteilung der warmfesten Stähle:

- ferr./perl. Stähle z.B. 16 Mo 3 nach

DIN EN 10216 T. 2 v. 08/2002

Technische

und legierten

erhöhten

(Nahtlose Stahlrohre für Druckbeanspruchungen – Lieferbedingungen, Teil 2: Rohre aus unlegi Stählen mit festgelegten Eigenschaften bei Temperaturen),

– Lieferbedingungen, Te il 2: Rohre aus unlegi Stählen mit fe stgelegten Eigenschaften bei Temperaturen) ,
– Lieferbedingungen, Te il 2: Rohre aus unlegi Stählen mit fe stgelegten Eigenschaften bei Temperaturen) ,

P275 NH nach DIN EN 10028 T. 3 v. 09/2003

(Flacherzeugnisse aus Druckbehälterstählen, Teil 3:

Schweißgeeignete Feinkornbaustähle, normalgeglüht),

- ferr./martens. Stähle z.B. X 20 CrMoV 11-1 nach DIN EN 10216 T. 2 v.

08/2002

- austentitische Stähle z.B. X 8 CrNiNb 16-13 nach DIN EN 10302 Norm

Entwurf

10/2005

(Warmfeste Stähle, Nickel- und Cobaltlegierungen)

4.3. Einsatz-Temperaturbereiche für warmfeste Stähle:

a) unlegierte bis ca. 350°C (FK bis ca. 400 ° C)

b) legierte bis ca. 600 ° C

c) austenitische > 600 ° C

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Tabelle 1: Niedriglegierte warmfeste Stähle – ungültige Normun Ingenieurgemeinschaft M e y e r &

Tabelle 1: Niedriglegierte warmfeste Stähle – ungültige Normun

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4.4. Stahlbeispiele 4.4.1.Unlegierte warmfeste Stähle

Kesselbleche

Rohrstähle

Warmfeste Stähle

EN 10028-2

EN 10216-2, P195GH P265GH

P235GH P355GH

EN 10028-2,3

P275NH

P460NH

(Flacherzeugnisse aus Druckbehälterstählen, Teil 2:

Unlegierte und legierte Stähle mit festgelegten Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen) 09/2003 + Berichtigung1 08/2006,

EN 10216-2

P195GH

P265GH

Einsatzbereich:

bis ca. 350°C

Warmfest durch:

Qualitätsstahl (begrenzter P-, S-Gehalt)

Normalglühung

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

3

lbezeichnung

ame

GH

o3

Werkst

off-

num-

mer

1.0352

1.5415

Chemische Zusammensetzung (Schmelzanalyse), %

Mechanische Eigenschaften bei Raumtemperatur

Dicke des

Kerbschlag-

maßgeblichen

Querschnitts

mm

Streck- Zug-

grenze

festigkeit

N/mm²

min.

N/mm²

Bruch-

dehnung

min.

arbeit

(V-Kerb)

C Si

max.

Mn

P

max.

S Mo

max.

l

tr/t

l

tr/t

0,08

bis

0,20

0,12

bis

0,20

0,40

0,35

0,50

bis

1,30

0,40

bis

0,90

0,025

0,025

0,015

0,015

-

0,25

bis

0,35

t R 35

245

410

bis 530

440

bis 570

25

23

23

21

32

50

27

34

35 < t R 160

t R

35

220

295

35

< t R 70 < t R 100

285

70

275

100 < t R 250

265

250< t R 500

250

420

bis 550

Wärmebehan

Sym-

bol

+A

+N

+NT

oder

+QT

+N

+QT

Aust

sier

od

T

°C

890

bis

930

890

bis

950

890

bis

960

Lösu

glü

A

l

Tabelle 2: Chemische Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften und Wärmebehandlung

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

3

ahlsorte

z-

e

GH

o3

Mo

Mo

0

Werk-

stoff-

num-

mer

1.0352

1.5415

1.7335

1.7383

Stand-

zeit bis

zum

Bruch

10 000

100000

200000

10 000

100000

200000

10 000

100000

200000

10 000

100000

200000

Geschätzte mittlere Bruchspannung in N/mm² bei einer Temperatur von

380°C

390°C

400°C

410°C

420°C

430°C

440°C

450°C

460°C

470°C

480°C

4

229

211

191

174

158

142

127

113

100

86

75

165

148

132

118

103

91

79

69

59

50

42

145

129

115

101

89

78

67

57

48

40

33

-

-

- -

- -

- 298

273

247

222

-

-

- -

- -

- 245

209

174

143

-

-

- -

- -

- 228

189

153

121

-

-

- -

- -

- 370

348

328

304

-

-

- -

- -

- 285

251

220

190

-

-

- -

- -

- 260

226

195

167

-

-

- -

- -

- 306

286

264

241

-

-

- -

- -

- 221

205

188

170

-

-

- -

- -

- 201

186

169

152

belle 3: Zeitstandfestigkeit gemäß DIN EN 10222-2

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

4.4.2. Niedrig legierte warmfeste Stähle

Kesselbleche

Rohrstähle

EN 10028-2 16Mo3, 13 CrMo4-5, 10CrMo9-10 EN 10216-3 16Mo3

(Nahtlose Rohre für Druckbeanspruchungen – Technische Lieferbedingungen, Teil 3:

aus

legierten Feinkornbaustählen) 09/2003 + Berichtigung1 07/2004,

EN 10216-2 10CrMo9-10, 25CrMo4

Warmfeste Schmiedestähle

Stähle für Befestigungen

Einsatzbereich:

Warmfest durch:

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EN 10222-2 EN 10222-4 EN 10269

13CrMo4-5, 15MnMoV4-5 P285NH, P285QH C35E, 20Mn5, 42CrMo4

bis ca. 600°C MK-Verfestigung durch Mn, Mo Feinausscheidungen

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Besonderheiten: Bei einigen Stählen Cr-Zugabe zur Verbesserung des Zunderverhaltens. Bei hohen Einsatztemperaturen neigen Feinausscheidungen zur Koagulation, verringern so die Warmfestigkeit und verspröden den Werkstoff (Bsp.: Ausscheidungen von Korngrenzenkarbiden).

Relaxationsversprödung:

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Langzeitversprödung durch Langzeittemperatureinfluss oder falsche Wärmebehandlung.

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Relaxationsversprödung:

Relaxationsversprödung: Werkstoffe lt. Tab. 4 GSI- Unterlagen Ingenieurgemeinschaft M e y e r &

Werkstoffe lt. Tab. 4 GSI- Unterlagen

Ingenieurgemeinschaft

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Stahlsorte

rz-

Werkstoff-

me

nummer

5GH

1.0352

o3

1.5415

rMo

-5

1.7335

rMo

10

1.7383

Dicke des maßgeblichen Qerschnitts oder gleichwertige Dicke

mm

t R 50

50 < t R 160

 

t R 60

60

< t R 90

90

< t R 150

150

< t R

375

375

< t R

500

t R 60

60

< t R 90

90

< t R 150

150

< t R

375

375

< t R

500

t R 200

200 < t R 500

R p0,2min. in N/mm²bei einer Temperatur von

100°C

150°C

200°C

250°C

300°C

350°C

400°C

195

185

175

160

145

135

125

180

175

165

155

135

130

120

264

245

225

205

180

170

160

250

230

210

195

170

160

150

240

220

200

185

160

155

145

235

210

190

175

150

145

140

220

200

180

165

145

140

135

260

245

240

230

215

200

190

250

240

230

220

205

190

180

250

235

220

210

200

185

175

240

225

210

200

185

175

165

220

210

200

190

175

165

160

265

250

235

230

220

205

195

245

230

215

210

200

185

175

belle 4: Mindestwerte der 0,2%- Dehngrenze R p0,2 bei erhöhten Temperaturen gemäß EN 10222-2.

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

450°C

5

-

-

155

145

140

135

130

180

170

165

155

150

185

165

4

Tabelle 5: 1%- Zeitdehngrenze gemäß EN 10222-2 Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin

Tabelle 5: 1%- Zeitdehngrenze gemäß EN 10222-2

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Tabelle 6: Mindestwerte der 0,2%- Dehngrenze bei erhöhten Temperaturen gemäß DIN EN 10269. Ingenieurgemeinschaft M

Tabelle 6: Mindestwerte der 0,2%- Dehngrenze bei erhöhten Temperaturen gemäß DIN EN 10269.

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Tabelle 7: Werte der 1%- Zeitdehngrenze und der Zeitstandfestigkeit gemäß DIN EN 10269 Ingenieurgemeinschaft M

Tabelle 7:

Werte der 1%- Zeitdehngrenze und der Zeitstandfestigkeit gemäß DIN EN 10269

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Tabelle 8: fortgesetzt gemäß DIN EN 10269 Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin

Tabelle 8:

fortgesetzt gemäß DIN EN 10269

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

4.4.3. Austenitische und martensitische warmfeste Stähle

Martensitische Rohrstähle

Austenitische Stähle

Einsatzbereich:

Warmfest durch:

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

EN 10269

EN 10269

X 22 CrMoWV 12-1,

X 19 CrMoNbVN 11-1

X 6 CrNi 18-10,

X 3 CrNiMoBN 17-13-3

bis 750° C MK-Verfestigung Feinausscheidungen, B<= 0,01 % kriechhemmend kfz-Gitter

Niedriglegierte warmfeste Stähle

4

Tabelle 9: Warmdehngrenze aus EN 10269 Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G

Tabelle 9: Warmdehngrenze aus EN 10269

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b R Tabelle 10: Zeitdehngrenze und

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Tabelle 10:

Zeitdehngrenze und Zeitstandfestigkeit aus DIN EN 10269

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b R Tabelle 11: Fortsetzung von

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Tabelle 11:

Fortsetzung von Tab. 10

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Bild 23: ZTU-Schaubild Stahl X 20 CrMoWV 11 für isotherme Behand (nach Kauhausen) Schweißen, GSI-

Bild 23:

ZTU-Schaubild Stahl X 20 CrMoWV 11

für isotherme Behand (nach Kauhausen)

Schweißen, GSI- Unterlagen S. 13

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

ild 24: TU Schaubild tahl 20 CrMoV11-1 für kontinuierliche Abkühlung (nach Theis) Ingenieurgemeinschaft M e

ild 24:

TU Schaubild tahl 20 CrMoV11-1

für kontinuierliche Abkühlung (nach Theis)

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Bild 25: ZTU-Schaubild Stahl 14 MoV 6 für kontinuierliche Abkühlung (nach Baerlecken und Lorenz) Ingenieurgemeinschaft

Bild 25: ZTU-Schaubild Stahl 14 MoV 6 für kontinuierliche

Abkühlung (nach Baerlecken und Lorenz)

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Bild 26: ZTU-Schaubild Stahl X20Cr13 Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b

Bild 26: ZTU-Schaubild Stahl X20Cr13

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Bild 27: mech./technol. Eigenschaften Stahl X20Cr13 Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G

Bild 27: mech./technol. Eigenschaften Stahl X20Cr13

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b R Bild 28-30: Gefüge Stahl
Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G b R Bild 28-30: Gefüge Stahl

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

M e y e r & Horn-Samodelkin G b R Bild 28-30: Gefüge Stahl X20Cr13 Niedriglegierte

Bild 28-30:

Gefüge Stahl X20Cr13

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

4.5. Besondere Effekte und Beispiele 4.5.1. Versprödungserscheinungen warmfester Stähle

Bei warmfesten Stählen treten häufig Langzeitversprödungen im

Temperaturbereich zwischen 350° C Zähigkeit) auf.

590°

C (Verschlechterung der

Dies ist verursacht durch Anreicherung der Elemente P, Sb, Sn und As an den Korngrenzen.

Damit erfolgt auch eine Verschiebung der Übergangstemperatur zu höher Temperaturen.

Eine Anlassversprödung – 475° C-Versprödung – tritt beim langzeitigen Glühen halbferritischer oder ferritischer Chromstähle zwischen 400° C und 550° C auf. Die Versprödung wird durch Kaltverformung beschleunigt.

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

5

Bild 31: Gleichgewichtsschaubild Fe - Cr Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G

Bild 31:

Gleichgewichtsschaubild Fe - Cr

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

Bild 32: Einfluss der Anlasstemperatur und der Anlasszeit auf die Ausscheidung von spröden Phasen Durch

Bild 32: Einfluss der Anlasstemperatur und der Anlasszeit auf die Ausscheidung von spröden Phasen Durch Glühen oberhalb von 600°C bzw. 1000°C können diese Erscheinungen rückgängig gemacht werden.

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

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Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

5) Schweißen

Vorwärmen:

Die Vorwärmtemperaturen sind abhängig von:

- Werkstoff

- Schweißverfahren

- Werkstückdicke

- Schweißstoßart

Im Vergleich zu den schweißgeeigneten allgemeinen Baustählen neigen warmfeste Stähle zur Aufhärtung.

Um Aufhärten durch das Schweißen zu vermeiden, muss das Werkstück zu Heften und zum Schweißen vorgewärmt, die Vorwärmtemperatur während d gesamten Schweißzeit eingehalten und das Werkstück nach dem Schweiße langsam abgekühlt werden.

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

5.1. ferritische perlitische Stähle (z.B. 17Mn4 normalgeglüht

Gefahr der HV in WEZ langsame Abkühlung gewährleisten

= f (Wanddicke, Werkstoff, Prozess, Stoßart) z.B. durch Vorwärmen z.B. Spannungsarmglühen bei dickwandigen Bauteilen (Achtung! Ausscheidungen Empf. der Werkstoffhersteller beachten!)

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

4.2. bainitische – ferritische Stähle (WB: V, höherer Legierungsgrad, z.T. Lufthärter)

z.B. 13CrMo4-5 - C , Legierungselemente Cr, Mo, V,

- sehr umwandlungsträge bei langsamer Abkühlung, umwandlungsfreie Bereiche, Lufthärter :

- Nebennahtrisse können während des Schweißens Spannungsrisse können nach dem Schweißen entstehen - Empfehlung: - Vorwärmen

- Begrenzung der Arbeits- und Zwischenlagentemperatur

(450°-500°C)

- Einschränkung der Streckenenergie

- Spannungsarmglühen nach Schweißen (

600° C) zur

Optimierung der Feinstausscheidungen bei gleichzeitigem

M-Zerfall

4.3. Martensitische und austenitische Stähle

- martensitische Stähle möglichst nicht Schweißen, s. VL hl - Stähle - Austenitische Stähle, s. VL hl - Stähle

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

Tabelle 12: Einige Angaben zu Vorwärmtemperaturen Ingenieurgemeinschaft M e y e r & Horn-Samodelkin G

Tabelle 12: Einige Angaben zu Vorwärmtemperaturen

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

Bild 33: Vickershärte in der nach dem Schweiße warmfester Chrom- Molybdänstähle (nach Kauhausen, Kaesmacher und

Bild 33:

Vickershärte in der nach dem Schweiße warmfester Chrom- Molybdänstähle

(nach Kauhausen,

Kaesmacher und Sadowski

a) nach Anlassglühen

b) im geschweißten Zustand

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6

Legierungs-

elemente [%]

Co

Cr

Mn

Ni

Fe

C

Al

B

Cu

Mo

N 2

Nb/´Ta

Ti

V

W

Warmfeste

Nichtaustenitisc he Chromstähle

Austenitische

Co-Cr-Ni-Fe-

Nickellegierung

Kobaltlegierun

Stähle

Stähle

Legierungen

en

 

en

 

-

bis 2

bis 10

10

45

bis 20

45

65

bis 3

10

15

12

25

12

20

bis 20

10

25

bis 1,5

bis 1,5

bis 18

bis 1,5

bis 1

bis 1

bis 1

bis 2

8

35

15

35

40

80

bis 25

Rest

Rest

Unter 50

bis 50

bis 5

bis 8

0,1

0,4

0,1

0,4

bis 0,7

bis 0,5

bis 0,2

bis 0,7

 

-

 

-

bis 1,5

bis 3

bis 6

 

-

bis 0,01

-

bis 0,1

bis 1

bis 0,5

bis 1

 

-

bis 2

bis 3

bis 3

 

-

 

-

bis 1,2

bis 3

bis 6

bis 6

bis 10

bis 6

 

-

bis 0,1

bis 0,35

bis 0,2

 

-

 

-

-

bis 0,5

bis 4

bis 4

bis 2

bis 4

-

 

-

bis 3

bis 4

bis 2

bis 4

bis 0,8

bis 0,5

bis 1

bis 3

 

-

 

-

bis 0,5

bis 3

bis 5

bis 5

bis 8

bis 15

Tabelle 13: Legierungsgrenzen für warmfeste und hochwarmfeste Stähle und Legierungen

Ingenieurgemeinschaft

Meyer & Horn-Samodelkin

GbR

Niedriglegierte warmfeste Stähle

6