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SWIMMINGPOOLS - THEATERLEGENDEN - UTOPISCHE ARCHITEKTUR

SWIMMINGPOOLS - THEATERLEGENDEN - UTOPISCHE ARCHITEKTUR

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SWIMMINGPOOLS - THEATERLEGENDEN - UTOPISCHE ARCHITEKTUR STROMAE STROMAE   JAMES FRANCO PATRICK

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, ich muss Ihnen etwas beichten: der belgisch-ruandische Sänger Stromae war nicht
Liebe Leserinnen und Leser,
ich muss Ihnen etwas beichten: der belgisch-ruandische Sänger Stromae war nicht von Anfang
an unser Cover-Favorit. In Deutschland noch nicht sehr bekannt mochte ihm womöglich die
Statur dafür fehlen, eine L’Officiel Hommes zu betiteln.
Doch dann hat uns Stromae schnell überzeugt! Durch seinen etwas schrägen Humor, die fun-
kenschlagende Kreativität und seinen so ehrlichen wie tiefen Ausdruck ist unsere Titelstrecke
zu einem echten Pop-Wunderland geworden, in dem sich zu tummeln unheimlich viel Spaß
macht.
Der Zauber Stromaes hat jedenfalls gewirkt. Viele der in dieser Sommerausgabe vertreten
Protagonisten sind so widersprüchliche wie authentische Charismatiker.
Etwa der französische Modefotograf Patrick Demarchelier, der erst etwas mürrisch, dann um
so bereitwilliger von seiner Jugend in der Arbeiterstadt Le Havre und seinem Aufstieg zum
Fotografen der Supermodels erzählt hat.
Der Antipode zu Demarchelier ist der „Papst der Paparazzi“ Ron Galella. Der Amerikaner hat
so ziemlich jede Ikone des 20. Jahrhunderts vor der Linse gehabt, ob nun Jackie O. oder Mar-
lon Brando. In New Jersey durften wir ihn in seinem gelinde gesagt exzentrisch eingerichteten
Haus besuchen.
Wichtig für die DNA der L’Officiel Hommes sind natürlich die intimen, die persönlichen
Geschichten. Berührt hat uns, wie der Regisseur und große Stylist Bob Wilson nachträglich
seinem verstorbenen Freund, dem großen ostdeutschen Dramatiker Heiner Müller, für all sei-
ne produktive Kritik dankt. Die Besitzer des Berliner Restaurants Grill Royal, Boris Radczun
und Stephan Landwehr, haben uns überrascht und sich nicht nur als echte Genussmenschen
sondern auch als gute Freunde geoutet. Und der Filmstar Matthew McConaughey wurde sogar
etwas sentimental und verriet die größten Lebensweisheiten seiner Mutter.
Darüber hinaus gibt es wieder große, internationale Modeproduktionen in der L’Officiel
Hommes zu sehen sowie Artikel über das Streetwearlabel A Bathing Ape und die Ikone der
amerikanischen Popkultur, den Swimming Pool.
Wir hoffen, die Geschichten und Menschen in der neuen L’Officiel Hommes machen Ihnen
wie mir selbst Lust auf mehr, auf mehr Welt, mehr Sinnlichkeit und mehr Schönheit. Ich
wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Mit freundlichen Grüßen
Götz Offergeld

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David Garrett, Violinist

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Foto: Toni Nüsse
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36 ICONS OF MEN’S STYLE Das Zippo Sturmfeuerzeug

52 DER SCHREIBTISCH VON Waris Ahluwalia

58 KRIEG DER HIMMEL

Michael Jackson vs. Erzengel Michael

66 MATRIZEN IN DER WAND Sergei Tchobans Architektur-Utopien

70 THEATER FÜR HELDEN Robert Wilson dankt seinem verstorbenen Freund Heiner Müller

72 STIEFEL FÜR DEN HOCHADEL Die Traditionsmarke John Lobb

76 LETZTER BOHEME-BOURGEOIS Roger Vadim war liiert mit den schönsten Frauen der Welt

80 COOLE AFFENBANDE

Das Streetwear-Label A Bathing Ape

88 TANZ DOCH! Stromae ist ein Chamäleon des Pop

HOMMES

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Foto: Tony Kelly
Foto: Tony Kelly

116 HÖLLISCHER HANGOVER

Ein Tequila über den Durst

158 DON QUICHOTTE AUS ANTWERPEN Rinus van de Veldes Kampf gegen seine eigene Kunst

170

IKONEN DER POPKULTUR Swimmingpools

176

WER IM GLASHAUS SITZT Cut-up mit Franz Graf

188 STOISCHER BUDDHA Eine Reise nach Island

192 MÖCHTEGERN ANDY WARHOL James Franco polarisiert die Kunstwelt

198 PAPARAZZI-PAPST

Ron Galella hatte sie alle

208 DER ERLÖSER Aufstieg und Fall von Superman

214 SUPERKRAFT Matthew McConaughey will einfach mal verschwinden

218 FÜR DEN GENUSS

Stephan Landwehr und Boris Radczun verbindet Freundschaft wie Geschäft

226 WEN DIE FRAUEN LIEBEN

Der Fotograf Patrick Demarchelier

HOMMES

REDAKTION Chefredaktion & Kreativ-Direktor Götz Offergeld Design-Direktion Aoife Wasser Stv. Chefredakteur Ruben

REDAKTION

Chefredaktion & Kreativ-Direktor Götz Offergeld

Design-Direktion

Aoife Wasser

Stv. Chefredakteur Ruben Donsbach, Hendrik Lakeberg

Redaktionsleitung

Art-Direktion

Anna Klusmeier

Jan-Nico Meyer

Fashion- & Beauty-Department Berlin Sina Braetz, Adrian Fekete

International Fashion Editor New York Bernat Buscato

Grafik Department

Ken Tokunaga

Litho RGBERLIN - rgberlin.de

Redaktion Robert Grunenberg, Maja Hoock, Lorenz Schröter

Online Redaktion

Revan Baysal

Schlussredaktion Heinrich Dubel, Eckart Eisenblätter

Cover Foto: Toni Nüsse

Stromae trägt Comme des Garçons Homme Plus

CONTRIBUTORS

Adam Kleifield, Alex Jaras, Alexandra Meric, Anthony Meyer, Ashley Ward, Cecilia Dalla Betta, Charles Ripon, Christophe Molinari, C.I.S.E.L, Dadi Gudjónsson, Der Stör, Fabian Blaschke, Franz Graf, Gary Gill, Geraldine Ini, Gundel Kilian, Irina Gavrich, Jade Hales, Jakob Krakel, Jan Lessner, Jérôme André, Julie Cristobal, Kenji Toma, Mareike Seifried, Marie Yan Morvan, Martin Simons, Matt Rubin, Max Märzinger, Micki Rosi Richter, Neil Gavin, Nils Krüger, Norihide Takabayashi, Pablo Arroyo, Patrick Glatthaar, Patrick Melech, Peter Langer, Robin Broadbent, Sara Bascunan Alonso, Sebastian Bar, Shay Dempsey, Stefan Armbruster, Hendrik Lakeberg, Stephen McGinn, Toni Nüsse, Tony Kelly, Vincent Pons, Way Perry, Willy Katz, Berto Berger, Daniel Seetal, Fabian Zapatka, Mirjam Wählen

Sitz der Redaktion: c/o Off One‘s Rocker Publishing Ltd. Kurfürstenstraße 31-32D-10785 Berlin

T +49 (0) 30 28 88 40 43

F +49 (0) 30 28 88 40 44

Korrespondenz Paris: Katrin Sillem, Tel. 0033-1-43 22 36 66, Katrin.Sillem@Wanadoo.Fr Korrespondenz Mailand: Barbara Granetzny-Goertz, Tel. 0039-02-71 68 52, Info@Goertzitalia.Com

Alle Rechte vorbehalten. Die deutschsprachige Ausgabe von «L‘Officiel Hommes» erscheint in einer exklusiven Lizenz von Les Éditions Jalou. Alle aus der französischen Ausgabe übernommenen und in der deutschen Ausgabe veröffentlichten Texte, sind unter der ausschließlichen Verantwortung der Madame Verlag GmbH übersetzt worden. «L‘Officiel Hommes» ist ein eingetragenes Warenzeichen von Les Éditions Jalou. Die Rechte für die Wiedergabe , einschließlich der Vervielfältigung auf elektronischen Medien, von redaktionellen und Publikationsmaterialien, die in der vorliegenden Ausgabe erscheinen und zuvor in der französischen Ausgabe von «L‘Officiel Hommes» veröffentlicht wurden, sind in ausschließlichem Besitz von Les Éditions Jalou. Die vollständige oder teilweise Wiedergabe, in sämtlichen Medien, in jeglicher Sprache, ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Les Éditions Jalou ist strengstens untersagt. Les Édi- tions Jalou ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach bestehendem französischem Recht, mit einem Grundkapital von 606.000 Euro., mit Sitz in der 5 rue Bachaumont , 75002 Paris, registriert im Handelsregister von Paris unter der Nummer 331 532 176, vertreten durch Marie-José Jalou in ihrer Funktion als Geschäftsführerin.

Tous droits réservés. La présente édition en langue allemande de «L‘Officiel Hommes» est publiée sous une licence exclusive concédée par Les Editions Jalou. Tous textes issus de la revue française de «L‘Officiel Hommes» et reproduit dans l‘édition allemande ont fait l‘objet d‘une traduction sous la seule responsabilité de la société Madame Verlag GmbH. «L‘Officiel Hommes» est une marque déposée de la société Les Editions Jalou. Les droits de reproduction, y compris sur support électronique, des éléments rédactionnels figurant dans la présente édition et initalement publiés dans l‘édition française de «L‘Officiel Hommes» sont la propriété exclusive de la société Les Editions Jalou. Leur reproduction, totale ou partielle, sur tout support, en quelque langue que ce soit, sans le consentement préalable écrit de l‘éditeur français est interdite. Les Editions Jalou sont une société à responsabilité limitée au capital de 606.000 Euros, régie et existant en application du droit français, dont le siège social est sis 5 rue Bachaumont, 75002 Paris (France), immatriculée au registre du commerce et des sociétés de Paris, sous le numéro 331 532 176 et représentée par Marie-José Jalou, agissant en qualité de gérant.

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VERLAG Verleger Christian Medweth Herausgeber Robert Sandmann Verlag Madame Verlag GmbH Leonrodstraße 52 80636 München
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Herausgeber

Robert Sandmann

Verlag Madame Verlag GmbH Leonrodstraße 52 80636 München Tel. +49 89/551 35-0

Geschäftsführung Marie-Christine Dreyfus Alexander Kratz Robert Sandmann

Verlagsleitung Franziska von Alvensleben

Marketing Sabine Quante Tel. +49 89/697 49 117

Pressestelle Insa Schult Tel. +49 89/697 49-276

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Geschäftsleitung Sales

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Senior Brand Manager Frauen Style & Luxus Dorina Kövesi Anzeigenleitung Tel. +49 / 69749 – 259

Advertising Service Sylvia Salzmann, Veronika Stoiber Tel. +49 89/551 35-119 (-116)

Verkaufsbüro Hamburg BM Brand Media GmbH Marco Janssen Tel. +49 40/27 17-25 95 vb-hamburg@bm-brandmedia.de

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L’OFFICIEL HOMMES deutsch erscheint als vierteljährliche exklusive Lizenzausgabe der LES ÉDITIONS JALOU s.a.r.l. durch die MADAME Verlag GmbH, Leonrodstr. 52, 80636 München. Verkaufspreis Deutschland: 6,00 Euro. Alle Eigentums-, Verlags- und Nachdruckrechte bei der Madame Verlag GmbH. Der Export von L’OFFICIEL HOMMES deutsch, der Vertrieb im Ausland sowie die Wiederverwendung des Inhalts sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Götz Offergeld; verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Tanja Schrader, Anschrift wie Verlag. Es gilt die Anzeigenpreisliste 5 vom 01. Januar 2014. Herstellung: Viktoria Masri. Druck: westermann druck GmbH, Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig. Vertrieb Einzelverkauf: BPV Medien Vertrieb GmbH & Co. KG, Römerstr. 90, 79618 Rheinfelden, Geschäfts- stelle München: Regina Hochdörffer (Ltg.), Leonrodstr. 52, 80636 München, www.bpv-medien.com. Jahresabonnement: 20,00 Euro im Inland. Abonnement-Bestellungen an Kundenservice L’OFFICIEL HOMMES, Römerstr. 90, D-79618 Rheinfelden, Tel. +49 7623 964-278, E-Mail: abo@lofficiel-hommes.de. Besitzverhältnisse: Madame Verlag GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Vision Media GmbH. Veröffentlichung nach Art. 8 Abs. 3 Bayerisches Pressegesetz. Gesellschafter der Vision Media GmbH sind Christian Medweth und Michael Medweth mit jeweils 50 % des Stammkapitals der Gesellschaft.

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10 Fragen, auf die wir im Sommer Antworten suchen. I s t unsere Demokratie wirklich

10 Fragen, auf die wir im Sommer Antworten suchen.

10 Fragen, auf die wir im Sommer Antworten suchen. I s t unsere Demokratie wirklich schon

Ist unsere Demokratie wirklich schon so runtergewirtschaftet, dass uns der Veggieday mehr aufregt als der NSA-Überwachungsskandal?

der Veggieday mehr aufregt als der NSA-Überwachungsskandal? W ie lange müssen die Hotels des Sultan von
der Veggieday mehr aufregt als der NSA-Überwachungsskandal? W ie lange müssen die Hotels des Sultan von

Wie lange müssen die Hotels des Sultan von Brunei noch boykottiert werden, bis dieser seine Scharia-Schwulenhetze unterlässt?

Warum verehren wir eigentlich heroinsüchtige Rockstars und verachten dopende Sportler?

Kommt nach Polyamory, freier Liebe und Gruppensex-Parties die romantische Liebe zurück?

Liebe und Gruppensex-Parties die romantische Liebe zurück? M üssen wir alle lernen zu programmieren, weil

Müssen wir alle lernen zu programmieren, weil Computer-Programme die allgemeingültigen Gesetze der Zukunft definieren werden?

Warum werden Pelze als moralisch problematischer empfunden als Leder und Billig-Fleisch?

Sneakers und Anzüge - geht das? Auch mit über 40?

Wird Google bald VW, Toyota, Siemens und Co. als wichtigster Mobilitäts- und Autokonzern abgelöst haben?
Wird Google bald VW, Toyota,
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Kommt nach der absoluten Öffentlichkeit nun die absolute Privat- heit und das Ende von Facebook und Co.?

Gibt es auch deshalb keine kreativen Lösungsansätze für die Probleme des 21. Jahrhunderts, weil sich in Universitäten und Schulen immer nur die bewährten Modelle durchsetzen?

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Wenn es um Mailand geht, scheiden sich die Geis- ter. Sicherlich, weil die Stadt so voller Gegensätze ist. Die vollen Straßen, die hupenden Autos, die ständigen Staus, die vielen Touristen und der stres- sige Arbeitsalltag. Dann aber, auf der anderen Seite, das „Dolcefarniente“, die romantischen Gassen im Brera-Viertel, die grandiosen Restaurants, der aroma-

tische Wein und die beste Pasta, die vielen Boutiquen und Märkte, die lebensfrohen Leute. Mailand kann verzaubern und deshalb ist die Hauptstadt Ziel un- seres Sommer-Kurztrips. Für eine Tagestour durch die City, einem abendlichen Besuch in der Scala und einem Ausflug zum Comer See am nächsten Tag braucht es stilvolle, aber auch praktische Looks.

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Foto: Irina Gavrich

C H ARAKTERKOPF

Foto: Irina Gavrich C H ARAKTERKOPF A D A M G R E E N Seine

A D A M

G R E E N

Seine erste Frau hielt ihn für schizophren, ohne ein paar Bier traut er

sich erst gar nicht auf die Bühne, gerade darum ist der Dichter, Sänger und

Schauspieler Adam Green ein echter Held der „Generation Y“.

Adam Green ist eine Textmaschine. Seine jüdische Familie kam nach der Machtergrei- fung der Nazis aus der Schweiz nach New York; seine Urgroßmutter Felice Bauer war Franz Kafkas berühmte Verlobte. Bereits mit gut 30 Jahren hatte er hunderte Song- texte und Gedichte geschrieben. In Stücken wie „Rich Kids“ („I used to be friend with rich kids but all they talked about was me…“) oder mit seinem Duo „The Moldy Peaches“ („Who mistook the steak for chi- cken? Who am I gonna stick my dick in?“) singt er diese Texte mit todernstem Gesicht – ein typisches Merkmal des „Antifolk“, in

dem fiese Inhalte in süße Unschuld gepackt und mit sanftester Akustikgitarre vorge- tragen werden. Ausgeprägte Augenringe verraten dabei, dass er ganz und gar nicht unschuldig ist. Seine erste Ehefrau ließ sich scheiden, weil sie ihn für schizophren und alkoholabhängig hielt. Ohne zu trin- ken traut er sich weder auf die Bühne noch unter Menschen, wie er selbst sagt, und er hält den „Burger King“ auf der Reeperbahn für das beste Restaurant der Welt, weil es dort Bier und Prostituierte gibt. Dieser Le- benswandel bietet ihm jetzt auch Stoff für die Malerei; mit Macaulay Culkin und Toby

Goodshank gründete er das Künstlerkollek- tiv „3MB“, das psychedelische Szenen mit blauen Pferden in Krankenhäusern hervor- bringt. 2011 folgte dann sein erster Film zusammen mit Pete Doherty, der angab, während der gesamten Produktion unter Ketamin gestanden zu haben. Er ist eben ein New Yorker Indie-Star, nimmt mit, was geht, ist dabei aber einer der klügsten und witzigsten Schreiber der Generation Y: ge- rade genug Punk, um anzuecken, und dabei seriös genug, um den Gerade-erwachsen- Gewordenen zu gefallen. Eine gesunde Mi- schung in einem ungesunden Typen.

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C H ARAKTERKOPF N I C O R O S B ERG Nico Rosberg mixt sich

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Nico Rosberg mixt sich Gemüse-Smoothies, spielt gerne Online Poker und ist einer der besten Rennfahrer
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Nico Rosberg mixt sich Gemüse-Smoothies, spielt gerne Online Poker und ist einer der besten Rennfahrer der Welt. Dieses Jahr hat er sich

Poker und ist einer der besten Rennfahrer der Welt. Dieses Jahr hat er sich geschworen, endlich

geschworen, endlich Weltmeister zu werden.

Poker und ist einer der besten Rennfahrer der Welt. Dieses Jahr hat er sich geschworen, endlich

Nico Rosberg wuchs in Monaco auf, von seinem Klassenzimmer aus sah er die Rennstrecke. 2013 gewann er den Grand Prix vor dem späteren Weltmeister Sebas- tian Vettel zum ersten Mal. Rosberg hatte bereits einen Studien- platz in Luft- und Raumfahrttechnologie sicher, als er doch der Familientradition folgte und wie sein Vater Keke, der fin- nische Formel-1-Weltmeister von 1982, Rennfahrer wurde. Am Anfang nannte ihn die britische Presse Britney, wegen seiner blonden

Haare, die angeblich an Britney Spears erinnerten. Vor fünf Jahren wog der 1,77 große Schlaks gerade einmal 69 Kilo und konnte essen, was er wollte. Inzwischen achtet er auf sein Gewicht, mixt sich Gemüse-Smoothies und betreibt intensiv Ausdauersport, er hat eine exzellente Tri- athlonzeit von 2´07 über die olympische Distanz (1,5/40/10). 691 Kilo dürfen Fah- rer und Auto zusammen wiegen, und ein Fahrzeug kann nicht fasten. Seine Verlob- te Vivian backt ihm die Weihnachtskekse ohne Zucker.

Nach dem Sieg in Melbourne im März 2014 folgte eine Serie von zweiten Plätzen hinter seinem Team-Kameraden Lewis Ha- milton. Das wollte und musste der ehrgei- zige Deutsche ändern: „Ich muss meinen Start verbessern.“ Wenig später, wieder in Monaco, ließ er Hamilton hinter sich und gewann. Was noch? FC-Bayern-Fan Rosberg, Jahresverdienst 14 Millionen, singt gern Karaoke und spielt Online-Poker. Er glaubt fest daran, 2014 Formel- 1-Weltmeister zu werden.

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Fotos: Tony Kelly

G U I D E

L’ O F F I C I E L SOMMER GUIDE

Die nächsten drei Monate werden die heißesten des Jahres sein! Was steht auf der Agenda, wovon wollen wir uns verführen lassen und vor allem:

Welcher Drink passt am besten zum entspannten Nachmittag am Strand?

Drink passt am besten zum entspannten Nachmittag am Strand? P o w e r - f

P o w e r - f r a u e n

Die u.a. in der „Vogue“ erscheinenden Arbeiten des 1975 in Irland geborenen Modefotografen Tony Kelly sind witzige, völlig übersexualisierte und in reiche Farben getränkte Popperlen. Kelly, früher als Kriegsfotograf in Ruanda und Afghanistan tätig, hat nun mit „Tonys Toys“ sein erstes, wunderbar verspieltes Buch im Selbstverlag veröffentlicht. Unser Liebling des Sommers.

Toys“ sein erstes, wunderbar verspieltes Buch im Selbstverlag veröffentlicht. Unser Liebling des Sommers. 30 HOMMES

Foto: Peter Langer

4 gewinnt

Das BMW 4er Cabrio kommt mit seinem Hard- top in geschlossenem Zustand dem 4er Coupé, ganz nebenbei einem der schönsten seiner Klas- se, optisch verdächtig nahe. Zur sprichwört- lichen Offenbarung wird es jedoch erst ohne sein Verdeck. Hier wird der 4er zum perfekten Cruising-Fahrzeug, um sich den warmen Som- merwind um die Nase wehen zu lassen.

um sich den warmen Som- merwind um die Nase wehen zu lassen. Mondsüchtig Mit ihrer neuen
um sich den warmen Som- merwind um die Nase wehen zu lassen. Mondsüchtig Mit ihrer neuen

Mondsüchtig

Mit ihrer neuen „Terraluna“ hat A. Lange & Söhne eine Uhr geschaffen, die die Phasen des Mondes und seine Position zur Erde anzeigt - inklusive ewigem Kalender mit Tages-, Monats- und Schaltjahranzeige. Auf der Rückseite sieht man gar, ob Tokio, Moskau oder Berlin gerade vom Halbmond angeschienen wird.

A m u s e - Gueule

Savoir-Faire trifft auf Vorzüglichkeit:

Moët & Chandon und 3-Sterne-Koch Yan- nick Alléno bitten im „LE &“ (sprich: Lö And) zum neuen Geschmackserlebnis mit Champagner und kulinarischen Highlights der Haute Cuisine. Tickets kosten pro Person 450 Euro und können über www. moet.com reserviert werden.

LE &, Orangerie, 9 Avenue de Cham- pagne, 51200 Épernay, Frankreich, bis zum 9. Juli 2014

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G U I D E

G U I D E e u c h ! Kopfkino Michael Balhaus ist einer der
G U I D E e u c h ! Kopfkino Michael Balhaus ist einer der

e u c h !

Kopfkino

Michael Balhaus ist einer der größten Kameramänner seiner Generation. Er drehte 17 Filme mit Rainer Werner Fassbinder, viele weitere mit Martin Scorsese. „Bilder im Kopf“ (bei DVA erschienen) ist viel mehr als eine Autobiografie. Ballhaus erblindet langsam. Sein Buch hält fest, was zu ent- schwinden droht.

langsam. Sein Buch hält fest, was zu ent- schwinden droht. Glitzerschock Superstars beim Koksen, Bikinbilder mit

Glitzerschock

Superstars beim Koksen, Bikinbilder mit Speckbauch oder Babyaufnahmen von Pro- mipärchen – was wäre unsere Boulevardwelt ohne Paparrazi-Fotografie? Wir alle erfreu- en uns über die entlarvenden Schockbilder, wollen teilhaben an der glitzernden Aura der Stars. Die Schirn in Frankfurt macht das mög- lich, versammelt über 600 Arbeiten, in der sie uns die vielschichtige Hass-Liebe zwischen Fo- tografen und Stars vor Augen führt.

E n t s p a n n t

„I remember the time when love would really glow“ singen The Black Keys auf ihrem neuen Album „Turn Blue“ (Warner Music). Unterlegt mit einem feinen Gebräu aus Soul, Funk und Pop mag das harmlos klingen. Ist aber der perfekte Soundtrack für lange Sommertage im Park.

aber der perfekte Soundtrack für lange Sommertage im Park. „Paparazzi! Fotografen, Stars und Künst- ler“ vom

„Paparazzi! Fotografen, Stars und Künst- ler“ vom 27. Juni – 12. Oktober 2014 in der Schirn Frankfurt

G o We s t Lange Zeit ging es für Superstar Kanye West in der

G o

We s t

Lange Zeit ging es für Superstar Kanye West in der Mode- Welt eher schleppend voran. Seine aktuelle Kollaboration mit dem französischen Kult-Label A.P.C. aber ist eine gelun- gene Mischung aus Street und Sophisticated. Besonders der Parka mit Pelzfutter fällt auf. Die Kollektion ist ab Juli im Handel erhältlich.

In höchsten Tönen

Audiophile schwören auf die feinen APC-Aktivlautsprecher der in Nordenham ansässigen Abacus Electronics Manufaktur. Zusammen mit einem erstklassigen Plattenspieler wie dem Thorens TD 206 und einem vernünftigen Verstärker kann der Summer of Love kommen. Für unterwegs empfehlen wir die B&O Play Form 2i Kopfhörer.

unterwegs empfehlen wir die B&O Play Form 2i Kopfhörer. Unter dem Radar Wer nach Prism und

Unter dem Radar

Wer nach Prism und Co. keine Lust mehr hat, unterwegs über sein Mobil- telefon geortet zu werden oder sich einfach mal nach Stille sehnt, dem sei die OFF Pocket Handyhülle empfohlen. Die blockiert jegliche Wireless- Signale (im privacygiftshop.com.).

sei die OFF Pocket Handyhülle empfohlen. Die blockiert jegliche Wireless- Signale (im privacygiftshop.com.). HOMMES 33
sei die OFF Pocket Handyhülle empfohlen. Die blockiert jegliche Wireless- Signale (im privacygiftshop.com.). HOMMES 33
Freischwinger Der Designer Konstantin Grcic ist mittlerweile omnipräsent. Das kann nerven. Solange er aber so

Freischwinger

Der Designer Konstantin Grcic ist mittlerweile omnipräsent. Das kann nerven. Solange er aber so großartige wie sommer- taugliche Hightech-Sitzmöbel wie den MYTO Cantilever Chair gestaltet, wollen wir uns nicht beschweren.

Erhältlich bei plank.it

wollen wir uns nicht beschweren. Erhältlich bei plank.it From Russia with Love Es gibt wenige ernst

From Russia with Love

Es gibt wenige ernst zu nehmende Drinks. Eine Wiederentdeckung ist der wunderbare und erfrischende Moscow Mule, am besten auf Wodka-Basis mit Ginger Beer und Limette. Bitter-Sweet!

auf Wodka-Basis mit Ginger Beer und Limette. Bitter-Sweet! Prickelnde Kunst Für die französische Champagnerkelterei
auf Wodka-Basis mit Ginger Beer und Limette. Bitter-Sweet! Prickelnde Kunst Für die französische Champagnerkelterei

Prickelnde Kunst

Für die französische Champagnerkelterei Ruinart entwarf die schotti- sche Künstlerin Georgia Russell eine filigrane Buchskulptur und eine elegante Flaschenhülse. Dabei zerschnitt sie mit einem Skalpell die Bücherseiten der Unternehmenssaga und lässt die Erinnerung an die Geschichte des Hauses gestalterisch auferleben.

Fotos: © Sony Pictures Classics
Fotos: © Sony Pictures Classics

Tollwütig

Als am Strand von Santa-Monica die Wellen ausblieben, began- nen ein paar coole Kids Rollen unter Bretter zu schrauben und damit in leeren Pools zu fahren. Das Skateboard war erfunden. Die Geschichte einer der ersten Crews erzählt der Dokumen- tarfilm Dogtown & Z-Boys.

Erhältlich bei Sony Pictures Classics

G U I D E

Koons in NY Mit einer riesigen Retrospektive feiert das legen- däre Whitney Museum in New
Koons in NY
Mit einer riesigen Retrospektive feiert das legen-
däre Whitney Museum in New York über 30
Jahre Jeff Koons. Dabei versammelt die Ausstel-
lung 120 Arbeiten, um zu diskutieren, warum
Jeff Koons zu den populärsten, einflussreichsten
und umstrittensten Künstlern der Nachkriegszeit
gehört. Seit 1978 polarisiert er mit seinen Arbei-
ten, die sowohl als kitschige berechnende Kom-
merzkunst beschimpft wie als legitimes Erbe von
Andy Warhols Pop-Art gepriesen werden. Man
hasst ihn oder liebt ihn, besonders in den USA.
So ist Jeff Koons Show im Whitney Museum die
erste große Werkschau in New York überhaupt.
Er selbst verriet, er sei aufgeregt wegen der Show:
„Die Amerikaner glauben, dass sie meine Kunst
kennen, dabei haben sie bislang gar nicht die Mög-
lichkeit gehabt, meine Arbeiten wie z.B. in Euro-
pa zu erleben, wo sie bereits vielfach ausgestellt
wurden.“ Eine differenzierte Diskussion über das
vielseitige Werk von Koons haben die New Yorker
Museen bislang vermieden. Das könnte im Whit-
ney anders werden.
„Jeff Koons: A Retrospective“ ab 27. Juni -
19 Oktober 2014 im Whitney Museum New
York.
anders werden. „Jeff Koons: A Retrospective“ ab 27. Juni - 19 Oktober 2014 im Whitney Museum

Foto: © 2007 Asia Ink and Visionary World

I C O NS

O F

MEN’S

S T YLE

D A S

Z I P P O

Kaum ein Accessoire für Männer ist so ikonisch wie das Zippo. Ob als amerikanischer Soldat im Pazifikkrieg oder als Familienvater an Silvester, für den silbernen Monolithen gibt es keinen gleichwertigen Ersatz.

Früher nahm ich manchmal unbemerkt das schöne Zippo meines Vaters in die Hand. Der Deckel stand leicht über, beim Öffnen hörte man das Schnappen der Feder, kurz be- vor Metall auf Metall stieß. Nur mit Mühe konnte man das schwere Reibrad drehen, mit dem man das Auermetall wetzt, um die gelb- bläuliche Benzinflamme zu entzünden. Es gibt wenige Objekte, die Männer bei sich tragen, welche ähnlich ikonisch sind. Das Zippo ist ein perfekter Monolith, elegant und kraftvoll. Man denkt an Gentlemen in den Bars von Manhattan und Paris oder an ameri- kanische Soldaten im Pazifikkrieg. Ein GI hat meinem Vater sein Zippo in den 60er-Jahren in Bremerhaven, dem damaligen amerikani- schen Nordseehafen, wo auch Elvis an Land gegangen ist, auf der Straße geschenkt. Er zündet sich damit noch immer lässig seine kräftigen, filterlosen Gitanes an. Das Zippo hat sich seit 1933 gut 500 Mil- lionen Mal verkauft und ist damit das erfolg- reichste Feuerzeug der Welt. 1932 gründete George Blaisdell die Zippo Manufacturing Co. in Bradford, Pennsylvania USA. Er entwi-

ckelte ein österreichisches Fabrikat der Marke Hurricane weiter, verkaufte es für 1,95$ pro Stück und vergab eine lebenslange Garantie. Das ist noch heute so. Außer in Deutschland, wo dies nach Rechtslage maximal 30 Jahre möglich ist. Der Bausatz des Zippos ist so einfach wie genial. In der Hülle steckt ein Tank, der mit in Benzin getränkter Watte gefüllt ist. Durch die Watte läuft ein Docht, der oberhalb im „Kamin“ neben dem funkenschlagenden Au- ermetall entzündet wird. Die Perforierung des Kamins verwirbelt den Wind und schützt die Flamme auch bei Sturm, ohne ihr den Sauerstoff zu entziehen. Das ist alles. Auf Zippos haben Soldaten in Vietnam ihre Sorgen eingraviert (siehe Foto). Mit einem Zippo entzünden die Mafiosi in „Der Pate“, Don Draper in der TV-Serie „Mad Men“ und der Mutant Pyro in der Comic-Adaption „X- Men“ ihre Zigaretten bzw. Superkräfte. Es gibt Sondereditionen von Jack Daniel’s, dem Computerspiel Pac-Man und Bob Mar- ley, dazu Hüllen mit erotischen japanischen Zeichnungen darauf. Auf einer aktuellen

Edition liest man den unsäglichen amerika- nischen Verfassungszusatz zum Recht auf Waffenbesitz, auf einer anderen reckt John Lennon das Peace-Zeichen unter der Frei- heitsstatue in die Höhe. Das ist alles ziemlich grausig, doch in der einfachen Ausführung mit glänzender oder matt gebürsteter Chromhülle bleibt das Feu- erzeug ein wunderschöner Klassiker. Väter mit Zippo bestehen an Silvester, Matrosen auf hoher See beim Rauchen im Orkan. Das Zippo passt zum eleganten Dinner wie zum Grillen im Park. Es hat genug Gewicht, um von Wert zu sein, ist aber für jedermann er- schwinglich. Solch zeitloser, bezahlbarer und nützli- cher Luxus ist selten geworden. Man sollte ihn hüten, denn er macht die Welt ein klein wenig schöner.

Text: Jakob Krakel

„Vietnam Zippos“ von Sherry Buchanan und Bradford Edwards, erschienen bei Tha- mes & Hudson

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M U ST

HAVES

S U M M E R TI M E
S U M M E R
TI M E
M U ST HAVES S U M M E R TI M E Fotos: Stephen McGinn

Fotos: Stephen McGinn Styling: Sina Braetz Set-Design: Marie Yan Morvan

v.l.n.r. und v.o.n.u.:

Sportschuhe Nike, Schlüsseletui Tod’s über mrporter.com, Untersetzer John Derian Company, Hemd Raf Simons über mrporter.com, Kopfhörer Coloud, Bleistifte Paul Smith, Keyboard-Schutz Apple, Schlüsselanhänger Paul Smith, Portemonnaie Givenchy by Riccardo Tisci, Button Takashi Murakami Googly Eye Pin über Billionaire Boys Club, Uhrenarmband Stussy, Boots Floris Van Bommel, Ledermäppchen Hermès, Zahnbürste Phillips, Brosche Maison Kitsuné, Visistenkartenetui Maison Martin Margiela über mrporter.com, Kopfhörer Philips, Schlüsselanhänger Mura Rubber über Billionaire Boys Club, Brille SEE Eyewear

Matt und Alice, seit 2 Jahren ein Paar
Matt und Alice, seit 2 Jahren ein Paar

M U ST

HAVES

v.l.n.r. und v.o.n.u.:

Hemd Dries Van Noten, Einstecktuch Tom Ford, Sneaker A Bathing Ape Baby Milo, Cap Supreme, Sonnenbrille Mykita + Maison Martin Margiela, Stoffhülle Ermenegildo Zegna, Notizbuch John Derian Company, Krawatte Mr Bathing Ape, Visitenkartenmäppchen Paul Smith, Portemonnaie Emporio Armani, Magnet John Derian Company, Fliege Mr Bathing Ape, Taschenlampe Opening Ceremony, Schnürsenkel Opening Ceremony, Sneaker Vans, Mousepad M Missoni, Krawatte Sand Copenhagen, T-Shirt BBC Icecream, Button John Derian Company, Brille SEE Eyewear, Socken Paul Smith über mrporter.com, Badeshorts Versace

24

40

HOMMES

HOMMES

HOMMESHOMMES

2441

M U ST

HAVES

STRIKE

Sammlerstück! Wie man aus einem- Baseballschläger ein Kunstwerk ma- chen kann, zeigt Streetwear-König Supreme mit dem „T-Ball“-Schläger aus Aluminium aus der aktuellen Sommerkollektion. Bleibt zu speku- lieren, wie wertvoll dieser einmal werden könnte. Der teuerste Base- ballschläger der Welt wurde 2004 für immerhin 892.000 Euro versteigert.

Der gehörte allerdings der Baseball-

Legende Babe Ruth.

v.l.n.r. und v.o.n.u.:

Sportschuhe Nike, Tasche Santoni, Ladehülle Boostcase, Portemonnaie Prada, Schlüsselanhänger PB 0110, Portemonnaie Paul Smith, Gürtel Hermès, Speaker Jambox by Jawbone, Portemonnaie PB 0110,

Sonnenbrille Supreme, Shorts Lyle & Scott

Baseballschläger Supreme

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Socken Polo Ralph Lauren, Kippa Emily‘s Bat-Mitzvah, Regenjacke Stutterheim, T-Shirt Lyle&Scott, Kabelhalter Bobino, Schlüsselanhänger Odin über Modern Anthology, Brille SEE Eyewear, Portemonnaie Dior Homme, Kopfhörer Bang & Olufsen, Buch Pharrell: Places and Spaces I´ve Been über Billionaire Boys Club, Schreiber Faber-Castell, Füller Lamy, Akkuhülle Boostcase, Hose Alberto, iPad-Hülle Apple

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Henkeltasche Louis Vuitton

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EDITOR’S PICK

Schuhhandwerks-Kunst auf höchstem Niveau! Diese Klassiker aus Kalbsleder der italienischen Traditionsmarke San- toni sind handgefertigt und handbemalt und Ergebnis einer bereits 40-jährigen Expertise: einzigartig, begonnen von der perfektionierten Rotbraun-Nuance bis hin zu Nahtdetails. Ein Editor’s Pick von Mr. Offergeld, „Fatto a Mano su Misura“

Schuhe Santoni

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Gesichtscreme Aeseop

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Flowerhead von Byredo, Serpentine von Comme des Garçons, Eau de Magnolia von Frédéric Malle, Blue Medi- terraneo von Acqua di Parma, Eau de Cologne von Chanel, Terre d‘Hermès Eau Très Fraîche von Hermès

Foto: Stephen McGinn

2 4 5 3 1 6 7
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1
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7

DER

SCHREIBTISCH VON:

WA R IS A H LUWALIA

Bei einem zufälligen Treffen hat Regisseur Wes Anderson gleich das großartige Schauspieltalent von Waris Ahluwalia erkannt und ihn in seinem Film „Die Tiefseetaucher“ besetzt. Erst vor Kur- zem sah man ihn in Andersons Kino-Meisterwerk „Hotel Budapest“, zuvor spielte er unter anderem zusammen mit Tilda Swinton in „I am love“ oder neben Denzel Washington und Jodie Foster in „Inside Man“. Waris ist längst eine echte Stilikone, ein kulturel- ler „Tastemaker“, der es liebt, neue Menschen zu treffen und Schönes zu schaffen, der an die Werte von Wahrheit und Wissen glaubt. Aber mehr noch: Der 40-jährige, gebürtige Inder ist ein inspirierender Schmuckdesigner mit seiner eigenen, kleinen Boutiquekette „House of Waris“. Sein Studio in New Yorks Midtown hat etwas von einer kreativen Ruheoase, die seine Persön- lichkeit perfekt widerspiegelt. Seine Leidenschaft für schöne Dinge zeigt sich in den vielen, kleinen Sammelstücken aus den verschiedensten Orten der Welt, teils Geschenke, teils Mitbringsel, die auf seinem robusten, mit 2 urigen Palmen umge- benen Holzschreibtisch liegen.

Ursprünglich war der Tisch ein Scheunentor aus dem 19. Jahrhundert, den der „Indische Prinz“ – so wird er oft genannt – in Upstate New York gefun- den hat. Ahluwalia liebt Erinnerungsstücke, Rares und Traditionelles, viel Technik findet man hier nicht. Warum auch, Tinte und Postkarten sind nämlich seine liebsten Kommunikationsmittel.

1. Mein Lieblingsfotograf William Eggleston

2. Eisenzaunpfosten vom Pariser Flohmarkt an

der „Porte de Clignancourt“

3. Handgeschnitzte Eulen von unserem „Mon-

key River Studios“ auf Bali, die Teil von der „House of Waris Rare Collection“ sind

4. Ein Bild mit einem meiner besten Freunde,

meiner Mutter

5. Meine Sonnenbrillen von Grey Ant und House of Waris für Illesteva

6. Tinte und Notizkärtchen – am liebsten sind

mir traditionelle Kommunikationsmittel

7. Porträt des Poeten Rabindranath Tagore, ei-

ner meiner Lieblingsautoren

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MAX LELLI FALCO Zeitfahrmaschine im italienischen Design

56 HOMMES

PA C K DIE B A D E H O S E EIN

Wahrer Luxus ist schwer zu bemessen. Die maßgeschneider- ten Badeshorts von Orlebar Brown kommen dem Ideal einer eleganten und dabei sommertauglichen Strandbekleidung allerdings ziemlich nahe.

Was ist eigentlich Luxus? Jeder hat dafür wahr- scheinlich seine ganz eigene Definition. Für Lady Gaga ist es eine Geisteraustreibung für schlappe 50.000 $, Nicolas Cage kaufte sich einen Dinosau- rier-Schädel für mehr als eine viertel Million $ und Rapper Birdman steht auf teure Autos wie seinen acht Millionen Dollar (!) teuren Maybach Exelero. Aber Luxus gibt es nicht nur im fünf- oder sechs- stelligen Bereich. Er fängt schon bei den kleinen und guten Dingen des Lebens an. Bei Strandbeklei- dung zum Beispiel. Luxus kann bedeuten, die besten Badeshorts zu tragen, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Stich- wort: Orlebar Brown. Dem britischen Label wäre es zu verdanken, wenn einem der Anblick von engen Speedos und Surfershorts mit Mickey-Mouse-Print diesen Sommer erspart bliebe. In Orlebar Brown sehen Männer am Strand endlich wieder stilvoll und elegant aus. Man kann die maßgeschneider- ten Badeshorts sogar lässig zum Barbesuch tragen. Mondän und smart, von früh bis spät, am Strand

oder zum Dinner. Gerade wegen dieser Qualität hat sich das britische Label zur führenden Ressortmar- ke entwickelt. Der Gründer und ehemalige Fotograf Adam Brown spürte genau, was der Männerwelt bis dato verwehrt geblieben ist: funktionale Bademode in ästhetischer Perfektion. Jetzt könnte man sagen:

Da hätte einer auch vorher drauf kommen können. Aber wie das eben so ist mit (guten) Ideen, es hapert meist an der Umsetzung. Aktuell kann man die klassischen Badeshorts im Retrolook sogar online selbst gestalten. Ob in der Kombination zum restlichen Outfit oder in der individuellen Lieblingsfarbe – den Möglichkeiten sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Luxus bedeutet nämlich auch, frei entscheiden zu dürfen, was man anzieht. Gut aussehen ist diesen Sommer weniger eine Frage des Budgets als vielmehr eine des ge- pflegten Geschmacks.

Text: Revan Baysal Fotos: Stephen McGinn

Illustration: Der Stör

Text: Willy Katz

Illustration: Der Stör Text: Willy Katz MICHAEL V S . MICHAEL Was trennt, was verbindet das
Illustration: Der Stör Text: Willy Katz MICHAEL V S . MICHAEL Was trennt, was verbindet das

MICHAEL V S . MICHAEL

Was trennt, was verbindet das Sensibelchen Michael Jackson und den potenten Erzengel Michael? Wer ist der größere Performer?

STATUS

King of Pop

CEO Gottes

AKA

Zombie Slayer, Best Buddy von Bubbles, Moonwalker

Bezwinger Satans, Best Buddy von Moses, Bouncer des Paradieses

LOOK

Neil Armstrong in Studio 54

Johnny Weissmüller am Tag des Jüngsten Gerichts

SCHÖNSTER

TWEET

„Hope #Priscilla won’t sleep over tonight

:-/“

„If #Jesus ever tells that fucking crucifixion story again, i’ll swear i’ll %@*$“

DAS

SAGEN

„Im Grunde hat mich Michael Jackson nie sonderlich interessiert“ - Domian

DIE

NEIDER

„Ich finde Michael als Erzengel völlig überschätzt“ - Luzifer

LEGENDÄRER

CAMEO

IN

 

„The Wiz“ (1978)

„Paradise Lost“ (1667)

IF

I

HAD

A

HAMMER

„… i’d hammer out love!“

„… i’d kick some dead serious butt“

Sandale Versace
Sandale Versace

S T I L K R I T I K

Z U MIT

T R A G E N

STOLZ

Bei Sandalen denkt man zunächst an Ballermann und Campingplatz. Doch wer sie in der richtigen Kombination trägt, wird oftmals für seinen Mut zum Risiko belohnt. Eine Rehabilitierung.

Zu behaupten, dass sich an Männern in Sandalen

die Geister scheiden, ist eine gewaltige Untertrei- bung. Wie viele gut gekleidete Männer fallen Ihnen ein, die Sandalen fernab vom Campingplatz oder dem Strand anziehen würden? Meist sind es jene, denen ihr Äußeres eh egal ist und die es sich gerne gemütlich machen. Oder der Ballermann-Tourist, der die Adi-

letten aus Prinzip mit allem kombiniert. Es ist auch zu befürchten, dass Wandersanda-

len aus der Kategorie „festes Schuhwerk“ wieder Einkehr in unsere Städte finden werden, da das Phänomen der Anti-Fa- shion oder Normcore sich immer mehr ins kollektive Stilbewusstsein einbettet. Es gibt keine Faustregel für Sandalen- träger, aber vielleicht ist gerade das der Reiz dieser Schuhe: Die Sandale ist nie die sichere Nummer. Sie ist kein Loafer ohne Socken, kein Designer-Sneaker oder Bootsschuh. Es gibt keinen Sandalen-Klassiker, den man in Styleguides finden würde. Sie passt zu den wenigsten Hosen oder Shorts im typischen Männerkleiderschrank und doch findet man sie jedes Jahr pünktlich zu den Frühling/Sommer-Shows bei mehr Designern, als es vermutlich den meisten Kunden lieb ist. Die- se Saison waren es sowohl die klassischen, konser- vativen Labels, wie Hermès und Michael Kors, als auch die progressiven Fashion-Lieblinge Riccardo Tisci bei Givenchy und Lucas Ossendrijver bei Lan- vin. Man kann nicht einmal von Sandalen als Trend sprechen, denn die Modelle der Saison ähneln sich nicht besonders; die einen machen auf Disco-Rö- mer, die anderen auf Jachtclub, Portofino. Klischees hin oder her, die Sandale am Männer- fuß hat etwas Mutiges. Hercules, Julius Cäsar und Jeff Bridges als der Dude in „The Big Lebowski“ trugen sie mit Stolz. Nackte Männerfüße ziehen Blicke auf sich und strahlen Selbstsicherheit aus.

Natürlich muss man Sandalen tragen können, nicht jeder Fuß ist für sie gemacht. Es gibt wenige Mo- delle, die an einem breiten, behaarten Fuß gut aus- sehen. Und was zur Hölle zieht man zu ihnen an? Eigentlich beginnt da erst der Spaß, denn man wird genötigt, seinen Kleiderschrank mit neuen Augen

„Wenig strahlt männliche Eleganz so aus wie ein Kaschmirpullover zu Shorts und Sandalen“

zu sehen. Nur weil eine bewährte Kombination mit den meisten Schuhen funktioniert, heißt es nicht, dass das auch der Fall ist, wenn freie Zehen ins Spiel kommen. Wenig strahlt männliche Eleganz so aus wie ein Kaschmirpullover zu Shorts und San- dalen. Greift man zur Leinenhose, braucht es nicht mehr viel zum Jesus-Look – eine sehr coole Num- mer seit gut 2000 Jahren. Dass Hornhaut und ungepflegte Nägel verboten sind, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden, denn die meisten, die sich gegen Sandalen sträuben, halten sich aus gutem (pedi-ästhetischen) Grunde bedeckt. Unser Coverstar Stromae bewies beim Shooting wahre Sandalen-Credibility, denn als wir ihn frag- ten, ob er die Kalbsledersandalen mit Espadrille- Sohle von Hermès anziehen würde, zückte er seine bunten Socken und sagte: „Only with these!“

Text und Styling: Adrian Fekete Foto: Jan Lessner

V O M

W I N D

GEZEICHNET

Mit dem Rapide S perfektioniert Aston Martin seinen eleganten viertürigen Sportwagen.

G A DGET

Es ist ja nicht so, dass es keine schönen Autos geben würde. Das Problem ist oft nur: Das Design drängt sich in den Vordergrund. Das hat oft mit dem Erbe zu tun, das der Designer bei der jeweiligen Marke vorfindet. Große Konzerne haben oft eine dermaßen komplexe De- signgeschichte, dass es schwierig ist, aus dem übermäch- tigen Erbe eine simple, effiziente und natürlich schöne Form zu filtern. Vor diesem Hintergrund hat Aston Martin natürlich einen riesigen Vorteil: Die Marke ist klein, es kommen nicht oft neue Modelle auf den Markt und als Sportwa- gen-Hersteller konnte sich die britische Edelmanufaktur immer schon auf die schönen Seiten der motorisierten Welt konzentrieren. Keine Vans, SUVs oder Kompakt- wagen - das Ideal war immer schon die Schönheit pur. Einem stets handgefertigten Aston Martin wohnt eine gewisse Zwecklosigkeit inne, da es nie ein Auto war, mit dem man täglich zur Arbeit fährt oder das man mit ei- nem anderen ähnlich banalen Zweck verbindet. Eher mit dem großen Abenteuer - wie das 24-Stunden-Rennen in Le Mans oder die Verfolgungsjagden, in denen Superspi- on James Bond in den Präziosen der englischen Sportwa- genschmiede um sein Leben fuhr. Und am Ende gehört das alles natürlich zusammen: Aussehen und Abenteuer. Stil - darum geht es dem Käufer eines Aston Martin vor allem. Vor etwa fünf Jahren wagte sich Aston Martin wie- der in den Bereich der sportlichen viertürigen Limousi- nen vor - ein Experiment, das 30 Jahre vorher mit dem legendären Lagonda zwar zu einem ikonischen Design führte, aber finanziell scheiterte. Kaufen wollte den kan- tigen Viertürer kaum jemand. Seinem Nachfolger aber, dem Aston Martin Rapide, gelang der Erfolg, der dem Lagonda versagt blieb. Darüber hinaus wurde er zu ei- nem der schönsten Autos dieser Zeit - mit einer perfek- ten, stromlinienförmigen Karosserie, die wirkte, als wäre sie vom Wind gezeichnet. Der atemberaubend schöne Rapide verführt jeden, der sich auch nur annähernd für motorisierte Gefährte interessiert. Und auch denjenigen, die kein Herz aus Benzin haben, fällt sofort auf, dass hier designtechnisch einiges richtig gelaufen ist. Nun hat Aston Martin den Rapide in diesem Jahr als S-Version gekrönt. Also qua- si die Kirsche mit britischem Feingefühl perfekt auf der Torte platziert. 81 PS mehr, ein breiterer Kühlergrill und ein leicht modifizierter Stoßfänger - alles Details, die ein schönes Auto noch schöner machen.

Text: Daniel Seetal Foto: Revan Baysal

v.l.n.r.: Iceberg, Bottega Veneta, Ermenegildo Zegna Couture

v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton

v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht
v.l.n.r.: Prada, Calvin Klein Collection, Louis Vuitton Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht

Herausstechen, aber mit Stil. Modern, aber nicht artifiziell. L’Officiel Hommes hat die Top-Trends des Herbstes für einen stilvollen Gentleman zusammengestellt.

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für einen stilvollen Gentleman zusammengestellt. 64 BLOUSON Dem Blouson der Saison gelingt die per- fekte
für einen stilvollen Gentleman zusammengestellt. 64 BLOUSON Dem Blouson der Saison gelingt die per- fekte
für einen stilvollen Gentleman zusammengestellt. 64 BLOUSON Dem Blouson der Saison gelingt die per- fekte

BLOUSON

Dem Blouson der Saison gelingt die per- fekte Gratwanderung zwischen smart und casual. Er betont die Schultern und sieht genauso gut über dem Anzug wie über dem T-Shirt aus, ist aber um ei- niges weniger verspielt als sein kleiner Bruder, die Baseballjacke. Die taillierten Modelle von Bottega Veneta und Zegna unterstreichen auf subtile Art das, was vom sommerlichen Beach-Body übrig- geblieben ist.

das, was vom sommerlichen Beach-Body übrig- geblieben ist. HOMMES É M I N E N C
das, was vom sommerlichen Beach-Body übrig- geblieben ist. HOMMES É M I N E N C

HOMMES

É M I N E N C E BEIGE

Die unscheinbarste aller Farben geht auf Angriff diesen Herbst. Ein mutiger To- tal Look in Beige (Kamel, Écru, Sand- farben, Drapp, Hellbraun, usw.) tauchte in fast allen Kollektionen auf und be- wies, dass auch eine Unfarbe ein State- ment sein kann. Besonders gelungen:

der sandige Krieger von Calvin Klein Collection und Camel Commander von Prada. Die restliche Sommerbräune un- terstreicht diesen Look.

XXL-MANTEL Man hat das Gefühl, als wollten Desi- gner Männer in Capes sehen, doch ent-
XXL-MANTEL
Man hat das Gefühl, als wollten Desi-
gner Männer in Capes sehen, doch ent-
schieden sie sich, Ärmel anzunähen für
die Unentschlossenen. Wie ein Kokon
umhüllen diese XXL-Mäntel aus dicker
Wolle und Kaschmir den Körper und
erinnern dabei an hohe Tiere im Mili-
tär der 20er-Jahre und mitteleuropäische
Hirten aus derselben Zeit. Gewinner
der Saison: Haider Ackermanns intarsi-
enverzierter Riesenmantel erinnert an
Shoguns des mittelalterlichen Japans.
BIG
PANTS
Die Männermode hat nur wenige Spiel-
wiesen. Eine davon ist die Proportion.
Mal ist die Hose gerade, mal weiter,
mal skinny, aber die hochgeschnittene
XXL-Hose ist eine neue und mutige
Variation. Die Form wirkt dekadent,
aber stark, unorthodox und doch sehr
männlich. Zum Mantel chez Givenchy
strahlt sie eine lockere Eleganz aus,
denn der Rest ist körperbetont.
P!NK
Überraschend tragbar ist die Welle in
Rosa, Pink und Magenta auf den Laufste-
gen für den Herbst und hat so gar nichts
mit den rosa Hemdenträgern der frühen
2000er gemeinsam. Ob Punk, Dandy
oder minimalistisch, diese Farben sind
ein Statement gegen das Alltagsgrau der
kälteren Jahreszeiten. Sie erlauben keine
Selbstzweifel, denn nichts ist trauriger als
ein Mann in pinkfarbener Lederjacke, der
am liebsten unsichtbar wäre. Just do it.
HOMMES
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v.l.n.r.: Acne, Prada, Givenchy
v.l.n.r.: Lanvin, Dries Van Noten, Raf Simons
v.l.n.r.: Louis Vuitton, Haider Ackermann, Dior Homme

MATRIZ E N

MATRIZ E N 1 ARCHIT E KTUR In Sergei Tchobans Stiftung am Berliner Pfefferberg, umgeben von

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ARCHIT E KTUR

In Sergei Tchobans Stiftung am Berliner Pfefferberg, umgeben von Zeichnungen Rossis, Niemeyers und Libeskinds, wirkt Architektur noch als utopischer Möglichkeitsraum.

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Herr Tchoban, Ihre Foundation wurde 2013 mit Kupferstichen des italienischen Künstlers und Architekturtheoretikers Giovanni Piranesi eröff- net. Man hat sich diese Stiche im 18. Jahrhun- dert wie Postkarten gekauft. Sergei Tchoban: Richtig. Und nicht nur seine. Was berührt Sie an diesen Arbeiten? S.T.: Es geht mir einerseits um die künstlerische Qualität, zum anderen um die utopische Idee, die auch niemals realisierten Entwürfen zugrunde liegt. Die Zeichnungen werden zu einer Bühne, auf der man miteinander über Visionen und Gedanken spricht, die der Architektur fundamental zugrunde liegen. Am Bauhaus wurde in den 1920er-Jahren durch Lehrer wie Gropius und Johannes Itten die Ein- heit von Kunst und Bau gelehrt. Haben Sie den Eindruck, die heutige Architektengeneration sei zu einseitig auf Letz- teres bezogen, zu wenig künstlerisch, zu sehr technisch? S.T.: Nein, das glaube ich nicht. Architektur hat sich in den vergangenen hundert Jahren stark ver- ändert. Das Problem ist eher: Man nutzt heute Mittel, die nicht überall und dauerhaft eine Wirkung entfalten können. In Italien mag das Klima und die Landschaft einer kargen Mauer genug „Feinsinn“ geben, während in Russland ein sehr puristisches Haus schnell in der Zeitung Erwähnung finden mag, aber nach wenigen Jahren verkommen und vergessen ist. Sie selbst haben dieses Museum mit Ihrem Büro entworfen. Was ist daran exemplarisch? S.T.: Das Gebäude der Tchoban Foundation spricht die Sprache des Zusammenhangs zwischen dem ro- busten Material Beton und der feinen Fassade, in die Zeichnungen durch Matrizen eingeprägt wor- den sind. Die Fassade erinnert an alt-ägyptische Tempe- linschriften. Diese waren einerseits Ornament, anderseits auch Informationsträger. S.T.: Die Wand ist sicherlich auch Informations- oberfläche, das ist ganz richtig. Und noch etwas:

Beim Betrachten des Hauses darf dieses nicht nur aus der Ferne oder der mittleren Distanz wirken. Die Spannung soll wachsen, je näher man heran- tritt. Man braucht Details, die fassbar sind, um die haptische Wirkung des Hauses begreifen zu kön- nen. 2010 und 2012 haben Sie den russischen Pa- villon auf der Architektur-Biennale in Venedig

kuratiert. Die dort gezeigte Installation „I-City“ experimentierte ebenso mit Oberflächen, von denen Informationen abzurufen war. Etwa über einen Bar-Scanner auf dem Handy. S.T.: Ganz richtig. Sind die von Ihnen gesammelten oder selbst ge- zeichneten und hier ausgestellten Architektur- zeichnungen nicht ein Vorläufer dieser Informa- tionsarchitektur? S.T.: Weit gedacht ist das so. Es ist dasselbe Spiel mit der Information, aber auch mit der Schönheit des Bildes. Bei einer anderen Installation unseres Büros, der U-Cloud im Hof des Cortile d’Onore in Urbino, Italien, haben wir über Reflexionen und animierte Oberflächen den Gegensatz zur umge- benden Renaissancearchi- tektur betont. Im Kontrast zur alten Stadt entfaltet sich die zeitgenössische Architektur am besten. Nehmen Sie diese Zeich- nung von Aldo Rossi. Man sieht die Mailänder Kathedrale neben einem von Rossi entworfenen Denkmal. Das ist rein fik- tiv. Wirkt aber. Stellt man eine Stadt rein aus zeit- genössischer Architektur zusammen, werden ihre Mängel deutlich. Denn sie muss nun aus sich selbst heraus Beständigkeit und Dauerhaftigkeit entwi- ckeln. Das ist nicht leicht. Spielt hier der Begriff der „Aura“ eine Rolle? „Sickern“ Zeit, Erfahrung und Gebrauch in Ar- chitektur ein? S.T.: Ich würde sogar sagen, dass die Energie, die man für Architektur aufwendet, zurückgegeben wird. Die Energie einer gut gesetzten Steinwand ist wie eine Batterie, die die in sie investierte Ener- gie sehr langsam, über Jahrzehnte oder gar Jahr- hunderte, zurückgibt. Wenn die Architektur aber zu „slick“ wirkt, dann ist diese Wiedergabe nicht möglich. Es werden Ihrer Meinung nach also schlechte Batterien gebaut? S.T.: So ist es. Schlechte unästhetische Batterien. Geben Sie ein Beispiel. S.T.: Wir leben in einer schnellen Zeit und die Architektur spiegelt dies wider. Viele Architekten denken über Architektur nach wie über eine Ins- tallation, die über einen kurzen Zeitraum bewun- dert werden soll und danach ersetzbar oder sogar recycelbar wird. Man prognostiziert den Abriss der Architektur mit dem Bau. Das ist ein Gedanke, der in der historischen Architektur fremd ist. In ihrer Sammlung gibt es einen großen Anteil

ein Gedanke, der in der historischen Architektur fremd ist. In ihrer Sammlung gibt es einen großen
3 russischer Arbeiten. Besonders eindrücklich sind die Architekturzeichnungen und -fantasien der Konstruktivisten aus

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russischer Arbeiten. Besonders eindrücklich sind die Architekturzeichnungen und -fantasien der Konstruktivisten aus den 20er-Jahren. S.T.: Obwohl wir mittlerweile die Vorläufer dieser Ideen kennen, kamen sie damals praktisch aus dem Nichts. Dass so ein Aufbruch möglich war, der die Kunst und Architektur komplett revolutionierte, ist schon faszinierend. Wieso wurden diese Künstler und ihre Ideen im Stalinismus der 30er-Jahre derart verfolgt? S.T.: Erst mal war es eine Zeit, in der alle verfolgt

„Heutzutage prognostiziert man den Abriss der Architektur mit dem Bau“

wurden. Darunter auch manche Konstruktivisten. Damals konkurrierten zwei große Schulen mitein- ander: eine fortschrittliche, die unter anderen auf den Ideen des Bauhauses basierte, und die fast zeit- gleich entwickelte neoklassizistische Schule. Beide Schulen hatten Anhänger. Der Wettbewerb um den Palast der Sowjets war dann das Kampffeld, auf dem man direkt aneinandergeraten ist. Die Jury bestand zum großen Teil aus regierungsnahen Mit- gliedern. Man hat sich nach anfänglichem Zögern 1932 gegen die Konstruktivisten und für den Neo- klassizismus entschieden, der so zur Staatsarchitek- tur geworden ist. Auch wenn der Palast selbst nie gebaut worden ist. Erleben wir auch in Berlin mit dem Wiederauf- bau des Schlosses einen solch definierenden Mo- ment? Wird damit nicht auch ein Schlussstrich unter das Bemühen gezogen, ein neues Berlin

Vorherige Seite:

1 Fassade der Sergei Tchoban Stiftung, Berlin

2 Sergei Tchoban

3 Installation „I-City“ im russischen Pavillon auf der Architektur-Biennale Venedig, 2012

4 Monument der Dritten Internationale von Wladimir Tatlin, 1917

5 Von Aldo Rossi entworfenes Denkmal

neben der Mailänder Kathedrale

6 Boris Iofan, Wettbewerbsentwurf für den Palast der

Sowjets, Ansicht von der Moskwa, 1933-1934

mit eigener Formensprache zu entwickeln, statt- dessen restauriert man ein vergangenes preußi- sches Ideal? S.T.: Ich sehe das anders. Es gibt Bauwerke, die so bedeutend sind, dass eine Nation ohne sie nicht denkbar wäre. Und wenn die zerstört worden sind, dann sollte man sie, wenn möglich, wiederher- stellen. Ein Beispiel dafür ist die Christ-Erlöser- Kathedrale in Moskau, die auf der Stelle des nie verwirklichten Palastes der Sowjets rekonstruiert wurde. Aber selbst wenn solche Bausubstanz nicht mehr erhalten ist, so besteht sie als Gedanke, als Entwurf. So wäre die russische (Architektur-)Geschichte auch ohne das Monument der Dritten Internati- onale des Avantgarde-Künstlers Wladimir Tatlin von 1917 eine andere. Sein turmartiger Entwurf wurde niemals realisiert, doch er steht exempla- risch für das revolutionäre Potenzial der russi- schen Kultur. S.T.: Die Idee des Monuments war sehr wichtig und hat nicht nur die russische, sondern auch die internationale Kunst- und Architekturgeschichte verändert. Selbstverständlich. Wiederherstellung aber sollte nur an dem Ort stattfinden, an dem ein Gebäude einst gestanden oder für welchen es ge- dacht war. Idee und Ort gehören zusammen. Die Materialität schließlich realisiert den Gedanken in Stein.

Interview: Ruben Donsbach Bilder: 1 Roland Halbe, 2 Michaela Schoepke, 3 nps tschoban voss, 4 Andy Roberts, 5 Aldo Rossi, 6 Boris Iofan

Sergei Tchoban, geboren 1962 in Leningrad, 1991 nach Hamburg übergesiedelt, leitet zusam- men mit Sergej Kusznetzow das 2006 gegründete Architektur-Büro Speech. Neben seiner Arbeit an mehreren Großprojekten wie dem Federation Komplex in Moskau widmet er sich mit der Berli- ner Tchoban Foundation Architekturzeichnungen aus dem 17. bis 21. Jahrhundert.

4 5 6 HOMMES 69

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D A NKSAGUNG

D A NKSAGUNG oft beriet, und er sagte, der beste deutsche Autor für dieses Stück sei
D A NKSAGUNG oft beriet, und er sagte, der beste deutsche Autor für dieses Stück sei

oft beriet, und er sagte, der beste deutsche Autor für dieses Stück sei Heiner Müller. Heiner besuchte mich in Rotterdam, während ich probte, und es war das erste Mal, dass wir eine ernste Unterhaltung hatten. Er sagte, er hätte inzwischen einige meiner Stücke gesehen und glaubte, ich müsse Bertolt Brecht kennen, die deutsche Thea- terfigur der Nachkriegszeit. Ich sagte ihm, ich weiß gar nichts über Brecht. Ich kannte Brechts Sohn Stefan, das war alles. Heiner holte aus und sagte, er habe keine andere Arbeit gesehen, die derart Brechts Philosophie thematisiert. Ich erwiderte, indem ich auf Heiners Thea- terarbeit zu sprechen kam. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einige von seinen Stücken gelesen, ein paar Produktionen gesehen und ich sagte ganz naiv, es sei für mich überraschend, dass sein Theater als poli- tisch bezeichnet wird. Er fragte, wie ich es finde? Ich sagte, wenn du irgendetwas bist, dann ein philosophischer Dramaturg. Wenn deine Arbeiten in 100, 300 oder 500 Jahren noch existieren, dann mit Si- cherheit nicht, weil du politisches, sondern weil du philosophisches Theater schreibst. Er lächelte. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir eine echte Verbindung. Obwohl wir von gänzlich verschiedenen Ecken des Theaters ka- men, fragte ich ihn, ob er bei der deutschen Sektion der „CIVIL warS“

Gemeinsam schrieben der amerika- nische Regisseur Robert „Bob“ Wil- son und der ostdeutsche Dramatiker Heiner Müller Theatergeschichte. Was sie trennte? Ihr Lieblingsdrink. Was sie einte? Ihr Humor!

„Bevor ich Ihnen von meiner Begegnung mit Heiner Müller erzähle,

Wissen Sie, was mich als Amerikaner

von den Deutschen unterscheidet? Mir geht es um den Effekt. Den Deutschen geht es um die Ursache. Das gilt im Allgemeinen wie im Besonderen für die Arbeit am Theater. Ganz konkret fiel mir dieser Unterschied auf, als ich 1977 in West-Berlin war. Ich wurde eingela- den, um ein neues Theaterstück, „Death, Destruction & Detroit“, für die Schaubühne am Lehniner Platz zu erarbeiten. Ich beginne die Arbeit an einem Stück meist mit einem leeren Block Papier, improvisiere zunächst mit den Schauspielern, probiere so lange rum, bis ich daraus ein erstes Skript formen kann. So machte ich es auch bei der ersten Zusammenarbeit mit den Schauspielern von Peter Stein, damals Intendant der Schaubühne in West-Berlin. Die waren schockiert. Denn bevor sie das erste Mal eine Bühne betraten, setzten sie sich in der Regel an einen Tisch, verbrachten dort mehre Monate, um Bücher zu lesen, zu recherchieren und zu diskutieren, um so eine Interpretation des Textes zu entwickeln. Ihnen wurde ganz anders, denn plötzlich stand ich da, Bugs Bunny aus Texas, nur mit einem leeren Notizbuch, ohne konkrete Ideen und wollte vom ersten Tag an auf der Bühne arbeiten. Ich sagte zu den Schauspielern, macht mal etwas, rauf auf die Bühne. Sie waren total verloren, fragten mich, was sie denn bloß tun sollten. Ich sagte, macht irgendetwas. Das war für uns alle eine völlig neue Erfahrung. Ich verstand damals, dass die Deutschen nach dem Ursprung eines Phänomens suchen, um daraus einen Effekt zu erzeu- gen. Ich als oberflächlicher Amerikaner beginne mit dem Effekt. Ich muss die Ursache einer Sache nicht kennen, nein, ich will sie nicht einmal kennen. Um den verkopften, strikten Geist an der Schaubühne aufzulo- ckern, veranstaltete ich jeden Donnerstagabend eine Party im Proben- raum, wo alle ihre Freunde und Partner mitbringen konnten. Zu einer dieser Partys lud jemand Heiner Müller ein, der aus Ost-Berlin kam. Ich traf ihn dort zum ersten Mal, wusste gar nicht, wer er ist, was er macht. An diesem Abend kam auch Ivan Nagel, einer der wichtigsten Theaterkritiker der Nachkriegszeit, der 2012 verstarb. Ich kannte Ivan aus Hamburg, wo er Intendant des Deutschen Schauspielhauses war. Er stellte mir Heiner vor, der darauf zu meinen Proben an die Schau- bühne kam. Ich glaube, er war fasziniert, denn diese Art ein Stück zu erarbeiten, war für ihn völlig neu. Ein paar Jahre später kreuzten sich unsere Wege wieder. Ich arbeitete gerade an dem Stück „THE CI- VIL warS“ für die Olympischen Spiele von 1984 in Los Angeles und suchte einen deutschen Autor. Ich sprach mit Ivan Nagel, der mich

möchte ich Sie etwas fragen

genartiges Paar. Keiner konnte glauben, dass wir beide enge Freunde waren. Dabei hatten wir den
genartiges Paar. Keiner konnte glauben, dass wir beide enge Freunde waren. Dabei hatten wir den

genartiges Paar. Keiner konnte glauben, dass wir beide enge Freunde waren. Dabei hatten wir den größten Spaß. Bei aller Verschiedenheit gab es etwas, das uns im Tiefsten verband; eine Art der Formalität, eine Distanz zum dramaturgischen Material und die Weise, wie wir mit Gefühlen im Theater umgehen. Heiner konnte wie kein Zweiter zu mir in den Regieraum kom- men, Kritik üben und über meine Arbeit diskutieren. Ich hatte nie wieder einen Freund, der eine Bestätigung für das war, was ich mach- te, einfach nur in der Art, wie er war. Bei ihm spürte und wusste ich, es ist okay. Er gab kein Urteil. Die Interpretation eines Stückes war für ihn offen, nicht zu Ende, wenn der Vorhang fiel, sie setzte sich für jeden individuell fort. Das ist auch meine Haltung. Ich glaube, deshalb fühlte er eine Form der Freiheit, wenn wir zusammen arbei- teten. Ich öffnete seinen Text, lehnte es ab, eine Interpretation zu for- mulieren. Heiner verstand meine Arbeit im Kern. Es war unglaublich, in welcher Weise er abstrakt denken, Text und Themen konstruieren und variieren konnte. Für diesen Austausch werde ich ihm immer dankbar sein. Ich werde niemals vergessen, wie Heiner und ich gemeinsam nach Harvard zur Universität reisten, um dort über unsere Kooperationen zu sprechen. Wir waren müde, völlig gejetlagged, als wir ankamen. Dann sprach ein Professor Schießmichtot eine erschlagend lange Ein- führung. Als er endlich fertig war, sagte Heiner, warum machen wir nicht eine offene Diskussion, bevor wir die Studenten mit unseren Vorträgen langweilen. Eine junge Studentin stand auf und fragte, „Mr. Müller, können Sie mir sagen, was der Unterschied zwischen Ihnen und Mr. Wilson ist?“ Heiner antwortete: „Das ist ganz einfach, Bob mag Wodka und ich Scotch.“ Das letzte Mal, dass ich Heiner sah, war im Dezember 1995 in München. Das war einen Monat, bevor er an seiner Krebserkrankung starb. Er war bereits im Krankenhaus und ich wusste, dass es ihm nicht gut geht. Ich verbrachte einen Nachmittag mit ihm. Er erzählte mir, Bob, keiner kann meine Stücke wie du inszenieren. Ich fragte

mit arbeiten würde. Er stimmte zu. Ich fing gleich an auf der Bühne zu proben – natürlich ohne Text. Heiner schau- te sich das an, wir filmten die Proben und er schrieb ein Skript dazu, das wir dann einarbeiteten. Auf dieses Projekt folgten mehrere Zusammenarbei- ten. Anfang der 90er-Jahre erarbeitete ich mit Studenten

der New York University eine Aufführung seiner „Ham- letmaschine“, in der es um die Rolle der Intellektuellen in der ehemaligen DDR ging. Ich fragte Heiner, ob er mir etwas zu diesem Stück sagen möchte. Er sagte, nein, nein, das Einzige sei, die Aufführung sollte nicht länger als eine Stunde sein. Am Ende wur- den es drei Stunden. Heiner schaute sich meine Adaption in New York an und sagte mir, es sei die beste Produktion, die er je gesehen habe. Ich glaube, ihm gefiel es, weil die jungen amerikanischen Stu- denten an der NYU überhaupt keine Ahnung hatten, was während des ungarischen Volksaufstands 1956 passiert ist; sie hatten nicht die Bürde und Last der Geschichte zu schultern, wie es vergleichsweise einem deutschem Ensemble ergangen wäre. Die Studenten der NYU betrachten das Stück als puren Text. Wir sahen uns dann immer öfter. Heiner und ich waren ein ei-

„Was uns unterscheidet? Bob mag Wodka und ich Scotch“

ihn, warum? Er sagte, weil ich ihm Raum für Intellektualität gebe und am allerwichtigsten, weil ich Humor ins Theater gebracht hätte. Die Deutschen hätten keine Distanz, seien zu nah an dem Stoff. Ich als Außerirdischer sei viel weiter weg, hätte den Humor und das sei es, was seine Arbeiten wirklich erschreckend mache. Dann sagte er zu mir – und das hat mich tief berührt – Bob, ich werde nicht mehr lange leben; versprich mir eines, bei meiner Beerdigung hätte ich gerne, dass Daniel Barenboim am Klavier Mozart spielt und du sprichst. So machten wir es.“

Protokoll: Robert Grunenberg Foto: Gundel Kilian

KÖNIGLICHER

KÖNIGLICHER LUXUS Jackie O., Prince Charles und Andy Warhol trugen sie. Kaum ein Unter- nehmen steht

LUXUS

Jackie O., Prince Charles und Andy Warhol trugen sie. Kaum ein Unter- nehmen steht derart für hochklassige und luxuriöse Schuhe wie die Traditionsmarke John Lobb. In bis zu 190 Arbeitsschritten und sechs Monaten Arbeit entstehen maßgefertigte, handgenähte Kunstwerke, die sich regelrecht an den Fuß anschmiegen.

Wenn James Bond die Welt rettet, dann sieht er dabei immer blendend gut aus. Von Kopf bis Fuß trägt er das Feinste, was moderne Herrenausstat- ter maßschneidern. In die weit zurückreichenden und großen Fußstapfen von Sean Connery, Roger Moore & Co. trat Daniel Craig 2006 mit einem Paar handgefertigter Oxfordschuhe vom Schuhhersteller John Lobb. Unvergesslich ist die Pokerszene aus „Casino Royale“, in der Craig seinem Widersacher Le Chiffre, gespielt von Mads Mikkelsen, zum Zo- cken herausfordert. Bond behält die Nerven, ge- winnt und trägt das maßgeschneiderte Outfit wie eine Insignie seiner britischen Gelassenheit und des guten Geschmacks. Die eleganten und handgefer- tigten Schuhe des Schuhherstellers John Lobb pas-

sen ideal zu Daniel Craigs neuem Agententypus, der lieber abenteuerlicher Gentleman als zynischer Macho ist. In „Casino Royal“ trägt er das Modell Luffield, schwarze schmal geschnittene Oxfords, ein Klassiker des Traditionshauses, das sein erstes Geschäft 1866 in der Regent Street in London er- öffnete. Hier im Schatten des großen Wachturms des St. James’s Palace sorgten einst irrlichterne Ex- zentriker der englischen Aristokratie wie Lady Ca- roline Lamb und Lord Byron mit ihren liederlichen Lebensentwürfen für Skandale, verwandelte der Dandy Beau Brummell einfache Kleider in Haute Couture. Im Londoner Westend, nicht weit von der Bond Street, der Savile Row und Jermyn Street, finden sich heute noch Geschäfte, die Schuhe und

Stiefel mit der Hand fertigen. In der St. James’s Street Hausnummer 9 befindet sich das legendäre Geschäft von John Lobb. Doch die Geschichte beginnt nicht hier im no- blen Stadtteil Westminster. Sie hätte beinahe ge- endet, bevor sie begann. Denn John Lobb (1829- 1895), Sohn eines Bauern aus Südwest-England, verunglückte in jungen Jahren bei einem Unfall, brach sich das Bein und blieb nach einer missglück- ten Operation beeinträchtigt. Weil er nicht als Bau- er arbeiten konnte, erlernte er sein Handwerk beim berühmten Schuhmacher Thomas in London. Aus seiner anfänglichen Not erwuchs eine lebenslange Passion, die den jungen Lobb nach Sydney Austra- lien führte. Hier fertigte er für die ausgewanderten Goldsucher Stiefel mit hohlen Absätzen, in denen Gold-Nuggets verstaut werden konnten. Die Stie- fel wurden ein Verkaufsschlager, Lobb ließ sich in

Sydney nieder und gründete 1849 das nach ihm benannte Unternehmen. Aus den Arbeiterstiefeln entwickelte er exklusive Reitstiefel, die er unaufge- fordert an den damaligen Prince of Wales nach Eng- land schickte. Lobb überzeugte mit seinem präzise gearbeiteten Schuhhandwerk, wurde zum königli- chen Hoflieferanten ernannt und kehrte 1866 nach London zurück, wo er erst in der Regent Street und

1880 in der St. James’s Street eine Filiale eröffnete.

Nach dem Tod von John Lobb 1895 übernahmen Familienangehörige die Leitung der Geschäfte, er- öffneten 1902 eine Filiale in Paris und führten das Unternehmen sicher durch die Wirren des Ersten und des Zweiten Weltkriegs. Der gute Ruf als kö-

niglicher Lieferant festigte sich, so zeichnete auch

1963 Königin Elisabeth II. und 1980 Prinz Charles

John Lobb mit einem „Royal Warrant“ aus, die of- fizielle Zulieferungsbefugnis der britischen Krone. Seit jeher ist das Königshaus treuer Kunde, dar- unter vor allem Prince Charles. Vor ein paar Jahren besuchte er in Begleitung von Camilla, Duchess of Cornwall, die legendäre Filiale in der St. James’s Street, die noch immer von Nachkommen John Lobbs als Einzelunternehmen betrieben wird. Hier wurden Charles und Camilla alte Schuhleisten ge- zeigt, die sich in riesigen Regalen vom Boden bis an die Decke stapeln. Darunter nicht nur das Modell von Charles selbst, sondern auch die Leisten sei- ner Vorfahren wie Queen Victoria, George V. und Queen Elizabeth oder von Berühmtheiten wie Otto von Bismarck oder auch Frank Sinatra, Andy War- hol und Calvin Klein. Es heißt, Camillas Aufmerk- samkeit sei bei diesem Besuch auf die Schuhleiste von Jackie Kennedy gefallen, wobei sie feststellte,

dass deren Füße größer waren als die ihres zweiten Ehemannes Aristoteles Onassis.

Um eine Schuhleiste neben den vielen prominen- ten Nachbarn zu bekommen, muss man nicht nur viel Zeit, sondern vor allem das entsprechende Kleingeld mitbringen. Für ein Paar maßgeschnei- derte John-Lobb-Schuhe braucht es mehr als sechs Monate Herstellungszeit. Die Kosten beginnen bei etwa 4.000 Euro, wobei es nach oben viel Spiel- raum gibt, denn prinzipiell fertigt die Firma jede Art von Schuh, egal in welcher Form und aus wel- chem Material, solange es sich technisch umsetzen lässt. Das Ladengeschäft in der St. James’s Street produziert und verkauft als Einzelunternehmen unter der Leitung von Nachkommen von John Lobb bis heute ausschließlich maßangepasste und individuell handgefertigte Schuhe für Herren und Damen sowie Accessoires. Nicht zu verwechseln ist das Einzelgeschäft John Lobb Ltd. in der St. James’s Street mit der gleichnamigen Marke John Lobb SAS, die unabhängig seit 1976 existiert und eine Sparte des französischen Hermès-Konzerns ist. Denn als die von John Lobb Ltd. 1902 eröffnete Pariser Filiale 1976 geschlossen werden sollte, er- warb der französische Luxusgüterkonzern die Rech-

er- warb der französische Luxusgüterkonzern die Rech- te am Namen John Lobb. Davon ausgenommen war und

te am Namen John Lobb. Davon ausgenommen war und ist die Maßschuhwerkstatt in der St. James‘s Street in London. Hermès baute in den Folgejahren ein weltweites Vertriebsnetz mit John-Lobb-Bouti- quen auf und führte 1982 zusätzlich rahmengenäh- te Konfektionsschuhe ein, die nicht mehr maßan- gepasst werden und dadurch kostengünstiger sind. Neben der Ready-to-wear-Linie gibt es zudem eine Request-Kollektion, bei der sich Farbe, Leder und Schuhmodell bestimmen lassen. Produziert wird im englischen Northampton. Das Standardsortiment

umfasst zwar keine Schuhe für Damen, dafür je- doch Accessoires wie Gürtel, Kleinlederwaren und Strümpfe für Herren sowie Utensilien zur Schuh-

pflege. In den späten Nullerjahren gab es außerdem Kooperationen für Schuhkollektionen mit Paul Smith und Aston Martin. Doch wie John Lobb Ltd. in London bietet auch John Lobb SAS den

Maßschneiderungsser-

vice „Bespoken“ an. An sogenannten Maßtagen schickt John Lobb SAS Leistenmacher zu ihren Boutiquen und kooperie- renden Schuhhändlern,

in Deutschland zum Bei- spiel zum Schuhhaus Herkenrath in Köln. An diesen Maßtagen beginnt ein dreistufiger Herstellungsprozess, der zwischen acht und zwölf Monaten dauert. Alain Sarazin, Chef des Maßanfertigungsateliers aus Paris, erklärt, dass im ersten Schritt besprochen wird, was sich der Kunde vorstellt: Schuhtyp, Schuhform, Mate- rialien und besondere Wünsche. Dabei werden die Füße vermessen. Beim zweiten Termin werden An-

sei schön, doch die Lippen sollte ich bitte dicker machen. Mit dem mehrstufigen Verfahren, dem persönlichen Austausch, können wir den Schuh perfekt auf die Vorstellung des Kunden abstimmen, egal wie speziell der Wunsch ist.“ Die Herstellung eines maßgeschneiderten Schuhs ist bei John Lobb Ltd. genau so wie bei John Lobb

„Seit jeher ist das Königs- haus treuer Kunde, darunter vor allem Prince Charles“

SAS in Paris gleich und involviert bis zu fünf ver- schiedene Handwerker: der Leistenmacher („Lastma- ker“), der vermisst, der Modelltischler („Patternma- ker“), der das Leder wählt und schneidet, Näher, die den Schuh stechen und nähen, ein „Goodma- ker“, der den Schuh einlaugt, und der „Shoe tree maker“, der den Feinschliff wie die Patina macht. Dieses aufwendige Prozedere, das über 190 Ar- beitsschritte involviert, macht deutlich, warum es so lange braucht, einen John-Lobb-Schuh zu produ- zieren. Auch der hohe Preis wird dadurch erklärbar. Das Ergebnis ist nicht nur ein Wunder der Handwerkskunst, sondern die einzige Weise, auf ganz individuelle Bedürfnisse und Wünsche ein- zugehen – etwas, das eine Maschine nicht leisten kann. Maßgeschneiderte Schuhe sind Haute Cou- ture für die Füße. Wenn Alain Sarazin die Schuhe seinen Kunden nach den vielen Monaten des War- tens überreicht, dann sieht er immer wieder einen Ausdruck der Aufregung und Freude. Spricht man bei modernem Konsum oft lapidar von „Identity Goods“, von identitätsstiftenden Produkten, ein John-Lobb-Schuh wird diesem Begriff gerecht. Egal ob ein Budapester, ein Oxford, ein Loafer oder ein Chelsea-Stiefel, die Schuhe sind die hohen Preise wert. Ein Luxus, der mit der richtigen Pflege ein Leben lang halten kann.

der mit der richtigen Pflege ein Leben lang halten kann. passungen anhand eines Protoschuhs gemacht. Bei

passungen anhand eines Protoschuhs gemacht. Bei der dritten Sitzung wird der Schuh persönlich über- reicht. Sarazin verrät, dass es gänzlich unterschied- liche Wünsche gibt, das reicht von medizinischen Einlagen bis hin zu gelbem Krokodilleder: „Der ori- ginellste Auftrag kam von einem japanischen Kun- den. Er wollte einen klassischen Loafer aus weißem Wildleder haben, allerdings ohne die Schnalle am Fußspann. Stattdessen bat er mich, ein Accessoire in Form roter Lippen anzubringen. Als ich ihm den Schuh beim zweiten Termin zeigte, sagte er, das

Text: Berto Berger Fotos: John Lobb Ltd., John Lobb SAS

Während John Lobb Ltd. weiterhin ausschließ- lich maßgeschneiderte Schuhe anbietet, expan- diert John Lobb SAS. Neben dem Maßschnei- derungssparte setzt die Leitung von John Lobb SAS auf die Ready-to-Wear Sparte. In den nächs- ten fünf Jahren erwartet CEO Paul Dauphin ein Verdoppelung der Umsätze von derzeit 25 Pfund auf 50 Millionen Pfund Sterling.

HOMMES 75

D E R

M A R S I A N E R

V O M
V O M

MONTPARNASSE

Roger Vadim war liiert und verheiratet mit den schönsten Frauen des 20. Jahrhunderts und streunte mit Marlon Brando durch Paris. Zeit für eine Hommage an den letzten bourgeoisen Bohemien.

Saint Tropez, 1964: Der Film „La Ronde/Der Reigen“ ist eine Adaption des gleichnamigen Arthur-Schnitzler-Dramas. In dem Theater- stück und im Film geht es um ein erotisches Bäumchen-wechsle-dich-Spiel, ein Leitmotiv Roger Vadims. Vadim zeigt einem Schauspieler, wie er bei einem Kampf durch ein Fenster stürzen soll. Dabei fällt Vadim herunter und bricht sich die Schulter. Jane Fonda, Star des Films und seine da- mals aktuelle Geliebte, hört seine Schreie in ihrer Garderobe. „Er hat mich“, wird Jane Fonda später sagen, „sexuell erweckt.“ Noch später wird sie sagen, er habe sie in Gruppen- sex hineinmanipuliert, außerdem ständig be- trogen und ihre Bulimie übersehen; und noch

einiges später wird sie verkünden, erst im Al- ter von 74 habe sie gelernt, guten Sex zu ha- ben. Was lernen wir daraus? Glaube nieman- dem, wenn er von seinem besten Sex spricht, erst recht nicht, wenn es ein Hollywood-Star ist, und schon gar nicht, wenn es sich dabei um Jane Fonda handelt. Wie auch immer, Jane Fonda, 26, rennt also zu ihrem Geliebten, da sieht sie, wie sich bereits Annette Strøyberg über ihn beugt. Vadim und die dänische Schauspielerin wa- ren zwar verheiratet, aber getrennt, sie woll- te sich nicht scheiden lassen, weil ihr Roger dann Catherine Deneuve hätte ehelichen können (das mit der Deneuve war kurz vor Jane Fonda). Und wer kommt als Nächstes durch die Tür? Eben jene Deneuve, die ge-

rade zufälligerweise Sprachaufnahmen für den Film „Die Regenschirme von Cherbourg“ aufnimmt. Vadim und Catherine hatten sich drei Jahre vorher kennengelernt, sie war da- mals 17, er fast doppelt so alt. Sie färbt sich dann die Haare blond, aber nicht, weil er es so wollte, sagt sie später, sondern weil es ihr eigener Entschluss gewesen sei. Vadim woll- te aus ihr seinen nächsten Star nach Brigitte Bardot machen und sie wurde es, ein ganz anderer als Brigitte Bardot. Deneuve spielte in den interessanteren Filmen („Das Ekel“, „Belle de Jour“) und mimte darin die Kühle, hinter deren geheimnisvoll anziehendem Ge- sicht die Zuschauer etwas vermuten konnten, ohne dass Deneuve irgendetwas tun musste. Schauspielern zum Beispiel.

Roger Vadim liegt also mit gebrochener Schulter am Boden, der Krankenwagen kommt. Alle, Roger, Jane, Annette und Ca- therine steigen ein, und gerade als sie das Studiogelände verlassen wollen, fährt Brigitte Bardot durch die Schranke, hört vom Pfört- ner, was passiert ist, und klettert ebenfalls in den Krankenwagen. Vadim hatte die BB als 15-Jährige ken- nengelernt, sie war auf dem Titelblatt von „Paris Match“, für die Vadim schrieb, und die beiden wurden schnell das Glamourpaar der 50er-Jahre. Ihr gemeinsamer Film „Und immer lockt das Weib“, ein Meilenstein des erotischen Films, ist die Quintessenz von Roger Vadims Werk. Die Handlung kann man vergessen, der arme Curd Jürgens stakst hölzern und tapsig herum, und wie sich Bri- gitte Bardot herumräkelt, ist irgendwie zum Fremdschämen, aber dennoch kann man nicht wegschauen, weil sie einfach so verdammt rattenscharf ist. Doch zurück zu Saint Tropez, 1964. Ro- ger Vadim liegt im Krankenwagen, als sich die schönsten Frauen der Welt über ihn beugen. „Er ist ganz grün“, kichert Brigitte Bardot. „Das ist doch normal für einen Marsia- ner“, kichert Catherine Deneuve. „Dieser Moment“, schreibt Vadim später in seinem Buch „Bardot, Deneuve, Fonda: My Life with the Three Most Beautiful Women in the World“, „prägte sich für den Rest mei- nes Lebens ein.“ Brigitte Bardot spielte danach noch in ei- nigen lustigen Filmen, mit 29 Jahren hörte sie auf. Dann wurde sie ein bisschen rechtsradi- kal und eine besessene Tierfreundin. Cathe- rine Deneuve blieb und bleibt bis heute un- ergründlich geheimnisvoll. Sie war lesbische Ikone (dank ihres Films „Begierde“), Parfüm- Patronin, Schuhdesignerin, Oscar-nominierte Unesco-Botschafterin. Trotz ihrer Affären und Verhältnisse mit Clint Eastwood, Fran- cois Truffaut, Marcello Mastroianni versuch- te sie, ihr Privatleben abzuschirmen. Sie hat zwei Kinder, ist vierfache Großmutter und führt nichtssagende Interviews: „Ich habe früher unter meiner Schönheit gelitten.“ Ja, ja, das hören wir nicht ganz so Wunderschö- nen immer gerne. Jane Fonda engagierte sich gegen den Vi- etnam-Krieg, erfand Aerobic und stellt heute sehr viele, sehr langweilige Familienfotos auf ihre Website janefonda.com. Roger Vadims Filme sind, nun ja, his- torisch interessant. Er selbst verschwindet

hinter seinen Frauen und man fragt sich,

wie dieser Kerl a) all diese Frauen verführen konnte, er sah schon gut aus, irgendwie, und die ABC-Frauen Annette, Brigitte und Ca- therine wurden nicht müde, zu erzählen, wie

charmant er gewesen sei

diesen Frauen nicht ausgehalten hat. Vielleicht liegt die Lösung des Geheim- nisses in der Vergangenheit:

Paris, 1949: Roger Vadim, Sohn des rus- sischen Aristokraten und französischen Vize- Konsuls in Ägypten Igor Nikolaewitch Plemi- annikow und der französischen Schauspielerin Marie Antoinette Ardiluz, sitzt mit seinem Kumpel, dem Schauspieler Christian Mar- quand im „La Coupole“, einem Restaurant in Montparnasse. Sie sehen einen sehr gut aus- sehenden jungen Amerikaner orientierungslos herumlaufen, lernen ihn kennen, bummeln zu dritt durch Paris und Roger, Christian und

Marlon Brando, so hieß der streunende Ame- rikaner, ziehen zusammen in ein Hotel. Marquand und Brando hatten Ende der 40er-Jahre wohl eine Liebesbeziehung in Pa- ris, bis Brando sein Auge auf einen gewissen Daniel Gélin warf und sich in ihn verliebte. Dieser Gélin wiederum zeugte später eine Tochter, Maria Schneider, mit der Brando dann „Ein Tango in Paris“ drehte, diesmal ein wirklicher Sexfilm. Es blieb in der Familie. Christian Marquand hatte eine Schwester, Nadine, die den Schauspieler Jean-Louis Trin- tignant heiratete. Mit diesem hatte Brigitte Bardot während der Dreharbeiten zu „Und Gott erschuf die Frau“ und während der Ehe

b) warum er es mit

Das schien Vadim zu gefallen, dieses Cuckold-Ding, also Lustgewinn aus dem Fremdgehen des Partners, ein Motiv, das öfter in seinen Filmen und eigentlich allen französischen Filmen auftaucht: viel Gerede, untreue Frauen, eine Ohrfeige und dann ist alles gut. Als Jane Fonda, das muss 1969 ge- wesen sein, mit einem schönen Balletttänzer aus dem Andy-Warhol-Umkreis (Eric Emer- son, splitternackt im Warhol Film „Chelsea Girls“ zu sehen) im New Yorker Club „Max’s Kansas City“ im Nebenraum verschwand und sie danach mit derangierten Kleidern und glücklichem Gesichtsausdruck zurückkehrte:

„Da“, so beschreibt ihr Ehemann Roger Va- dim diesen Moment, „war Jane so schön wie ein Schmetterling nach der Metamorphose.“ Das war wohl so sein Ding. Roger Vadim hat fünf Mal geheiratet: Bri- gitte, Annette, Jane, danach Catherine Schnei- der (eine Millionenerbin, nicht verwandt mit Marie Schneider aus „Ein Tango in Paris“) und Marie-Christine Barrault, wieder eine Schauspielerin. Vadim drehte 31 Filme, der bekannteste ist vermutlich „Barbarella“, ein weiterer Sex-Skandal-Film, weil Jane Fonda halb nackt zu sehen ist. Für „Barbarella“ hat Fonda „Bonnie and Clyde“ und „Rosemary’s Baby“ abgesagt. Falsche Entscheidung, Jane. Und sonst? In Vadims „Don Juan“ von 1973 gibt es eine nette lesbische Szene mit Bardot und Jane Birkin. Tarantino findet Vadims „Eine nach der anderen“, ein Erotik-Thriller von 1971, den neuntbesten Film aller Zeiten. 2000, Saint Tropez. Bei Roger Vadims

„Roger hat mich“, wird Jane Fonda später sagen, „sexuell erweckt“

mit Vadim eine geduldete Affäre. So blieb es in der Familie. Marlon Brando nannte später seinen Sohn Christian, nach jener Pariser Bekanntschaft Marquand. Auch Vadims Sohn würde Chris- tian heißen. Brando und Marquand spielten Jahrzehnte danach zusammen in „Apocalyp- se Now“. In Roger Vadims Film „Und Gott erschuf die Frau“ küsste jener Marquand die Frau seines alten Kumpels, Brigitte Bardot. Es blieb in der Familie.

Beerdigung (Lymphdrüsenkrebs) waren sie fast alle wieder da, wie vor 36 Jahren, als sich Roger die Schulter gebrochen hatte: Annette, Brigitte, Catherine Schneider, Marie-Christi- ne, Jane. Nur Deneuve fehlte, sie hatte sich vorher bei einer Zeremonie in Paris verab- schiedet.

Text: Lorenz Schröter Foto: © Sunset Boulevard/Corbis

D I E

WELT

VON

Ü B ERMORGEN

D I E ZUKUNFT D E R MODE

High Fashion oder Handwerkskunst? Experiment oder Tradition? In der Männermode ist ein Kulturkampf entbrannt – könnte man sagen. In Wahrheit ist natürlich alles viel komplizierter. Im ersten Teil unserer neuen Serie zur Zukunft der Männermode kommt der Kaschmir-König Brunello Cucinelli zu Wort.

Der Männermode wird immer mehr Aufmerksam- keit zuteil – von der Industrie und natürlich von de- nen, die sie tragen. Auch die Männer, für die Mode bislang eher Mittel zum Zweck als Ausdruck von Persönlichkeit war, legen zunehmend Wert auf Klei- dung. Das hat unter anderem damit zu tun, dass das Angebot an modischen „Role Models“ für Männer vielfältiger geworden ist. Neben den exzentrischen Fashionistas, die die Schauen von Paris, Mailand und New York bevölkern, hat zum Beispiel der ty- pisch italienische und klassisch männliche Stil, der auf der Modemesse Pitti Uomo in Florenz zelebriert wird, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diese sogenannte Tailored Menswear, erreicht ein Publi- kum, das mit avantgardistischer High Fashion von Marken wie Givenchy, Commes des Garçons, Saint Laurent oder den grellen Looks von Labels wie Ver- sace, Dolce & Gabbana oder DSQUARED2 wenig anfangen können. Nicht ohne Grund hat die LVMH- Gruppe 2013 den Kaschmir-Produzenten Loro Piana für 2,7 Milliarden Euro gekauft, dessen entspannte und eigene Kollektionen auf zeitlose Schnitte und hochwertigste Stoffe, statt auf kurzweilige Aufreger setzen. Ob man dies langweilig findet oder die neue „Tragbarkeit“ mit offenen Armen empfängt: Die Männermode ist so divers wie lange nicht. Deshalb wollen wir in der L’Officiel Hommes in

Zukunft regelmäßig konträren Stimmen und Posi- tionen zur Zukunft der Männermode Raum geben. Den Anfang macht Brunello Cucinelli, der mit sei- nem nach ihm benannten Label, nicht nur die läs- sige Eleganz des „Pitti-Looks“ (knöchellange Hose, perfekt sitzendes, unstrukturiertes Kaschmir-Sakko und Krawatte aus gestrickter Seide) in die Welt ex- portiert hat, sondern auch eine ungewöhnliche Hal- tung in die Modewelt bringt: Neben den weichsten Stoffen zelebriert er die Traditionen seines Heimat- landes Italien und fordert einen neuen Humanismus – nicht nur in der Modeindustrie. Ich sehe kaum mehr einen Unterschied zwischen jungen Leuten in Italien, Frankreich, Deutschland oder den USA. Sie alle nutzen die gleichen Handys, die selben Computer, hören die gleiche Musik. Sie sind Tag und Nacht über das Internet verbunden. Gestern im Hotel, als ich die jungen, gut gekleide- ten Gäste mit dem Laptop auf dem Schoß sah, hät- te ich nicht auf Anhieb gewusst, ob sie Deutsche, Amerikaner oder Italiener waren. Wir leben in einer neuen Welt. In dieser neu- en Welt muss es einen neuen Kapitalismus geben. Wir brauchen eine neue schöne Politik, eine neue Spiritualität oder Religion. Schauen Sie sich Papst Franziskus an. Er ist ein Genie der sozialen Verhält- nisse. Er ist beliebt, weil er ehrlich und offen ist.

Darum geht es auch mir: Wenn ich an Sie glaube, Sie wertschätze, dann fühlen Sie sich verantwort- lich, dann fühlen Sie sich besser und sind kreativer. Verantwortung und Respekt erzeugen Kreativität. Wenn ich Ihnen zu höre und Sie mir, dann entsteht Vertrauen zwischen uns. Das gilt nicht nur für mei- ne Firma, sondern auch für die Politik, die Religion, die Finanzwelt, die Industrie, für alle Bereiche. Das meine ich mit neuem Kapitalismus. Denn wir wis- sen doch alles. Ich kann meinen Leuten dies und das erzählen, im Anschluss recherchieren sie im Inter- net und merken schnell, ob ich die Wahrheit sage. Ich möchte, dass die Leute, die in meiner Firma arbeiten, sich wohl fühlen. Wenn jemand jung ist und bei mir anfängt, dann weiß diese Person sofort alles, welche Einnahmen wir haben, welches Geld wir ausgeben. Ähnliches gilt für unser Produkt: Wenn Sie eine Jacke von uns kaufen, die 3.000 Euro kostet und Sie würden herausfinden, dass ich meinen Mitarbeitern nur 900 Euro im Monat zahle, würden Sie das ge- recht finden? Nein. Ich selber kaufe etwas nicht, wenn ich weiß, dass jemand sich unverhältnismä- ßig bereichert. Es muss eine angemessene Balance zwischen Lohn und Arbeit geben, weil sich das im Endeffekt auch auf das Produkt auswirkt. Wenn Sie eine Jacke von Cucinelli anziehen, dann sollten Sie sehen und spüren, dass eine Menge Handarbeit in ihr steckt. Sie fragen sich dann vielleicht, wer sie genäht hat, und auch ob die Person dies mit Wür- de getan hat. Deshalb glaube ich, dass Ehrlichkeit mehr und

mehr zur Grundbedingung der Wirtschaft wird. Mir ist jedenfalls wichtig, dass wir ein transparentes Unternehmen sind. Wenn ich aktuell an die Zukunft der Herrenbeklei- dung denke, dann sehe ich eine schöne Veränderung:

Junge Leute um die 30 tragen normalerweise kaum Anzüge, es sei denn sie arbeiten in einer Bank. Ich denke, dass sie das wieder mehr und mehr tun werden. Die Anzüge müssen dafür jünger sein. Die Jacke italie- nisch tailliert, der Stoff weich und leicht. Chic, mit Details wie einem Einstecktuch oder einem schö- nen Gürtel und die richtige Hosenlänge ist wichtig. Alles ist in Italien hergestellt, entworfen und von unserem Verständnis für Mode durchdrungen. Das muss der Kunde erfahren, wenn er unsere Kleidung

trägt. Und er soll merken, dass die Herstellung kei- nen negativen Effekt auf die Welt hat. Gerade vor dem Hintergrund der Globalisie- rung ist dies wichtig: Die neuen Märkte wie Chi- na, Südamerika oder Russland möchten uns immer ähnlicher sein, auch von der Produktion her. Aber ein Porsche ist ein Porsche, weil er aus Deutschland

kommt. Ihn zu kopieren funktioniert im Endeffekt nicht. Die Herkunft ist von großer Bedeutung für das Produkt. Es wird also immer wichtiger, in sei- nem speziellen Handwerk extrem gut zu sein, seine Traditionen zu pflegen. Daraus entsteht eine starke, unverwechselbare Identität, denn Kultur entwickelt sich im Lokalen. Sie ist das Ergebnis einer Geschich- te. In Italien haben wir eine sehr, sehr lange Tra- dition mit Strickwaren und der Verarbeitung von Kaschmir. Dieses Wissen gehört zu unserer Kultur und zur Atmosphäre unserer Heimat. Ich frage Sie:

Würden Sie französischen oder italienischen Cham- pagner kaufen? Einen französischen natürlich! Und eben Kleidung aus Italien. Ich möchte Mode, Lifestyle, Spiritualität und Humanität verbinden. Wenn eine Sache schön ist, dann ist sie nützlich. Wenn sie schön ist, dann ist sie echt und wenn sie echt ist, dann ist sie gerecht. Gerade in Europa liegt die Zukunft darin, besondere Produkte zu kreieren, die genau das repräsentieren. Die Kunden wollen von uns das sogenannte „Made in Italy“. Ich glaube, dass Europa deshalb eine gute Zukunft vor sich hat. Wichtig ist allerdings, dass wir uns auf die speziell europäischen, hochwertigen Produkte konzentrieren. In Solomeo, wo unser Firmensitz liegt, haben wir uns deshalb von Lorenzo Magnifico di Medici aus dem Florenz der Renaissance und William Mor- ris, der Begründer der Arts and Crafts Bewegung im 19. Jahrhundert, inspirieren lassen. Mir ist es wich-

„Wenn eine Sache schön ist, dann ist sie nützlich. Wenn sie schön ist, dann ist sie echt und wenn sie echt ist, dann ist sie gerecht.“

tig, die Künste zu fördern und ich sehe auch das Handwerk als eine Art Kunst. Es gibt in Solomeo bereits ein Theater, eine Bibliothek und eine huma- nistische Akademie, wo wir Seminare zu Geschich- te, Architektur und Philosophie stattfinden lassen. Im letzten Jahr haben wir zudem eine „School of Crafts“ gegründet. Eine Schule, in der wir junge Leute im Schneiderhandwerk, aber auch in Ge- schichte, Landwirtschaft und Philosophie ausbilden. Es sind moderne junge Menschen mit iPad, Smart- phone und Laptop, die gleichzeitig alte und tradi- tionsreiche Handwerkstechniken lernen. Sie sollen zeitgenössische Arbeiter werden, die stolz sind auf ihren Beruf und ihn mit Würde ausüben.

Text und Protokoll: Hendrik Lakeberg

Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear
Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear

Ob Jay Z, Soulja Boy oder Asap Rocky, der Hip Hop liegt dem japanischen Streetwear Label „A Bathing Ape“ zu Füßen. Das liegt nicht zuletzt an Gründer NIGO.

Fotos: Neil Gavin Text: Sina Braetz

In der Streetwear-Kultur gibt es klare Regeln, die man entweder beherrscht oder nicht. Man zählt zu den wenigen Top-Marken mit Einfluss innerhalb der Szene, zu den Tastemakern, oder man ist voll- kommen irrelevant. Kaum ein Akteur hat sich in diesem Umfeld so klar und erfolgreich positioniert wie das von Mode-Guru Nigo 1993 in Tokio ge- gründete Label A Bathing Ape (BAPE). Längst le- gendär, hat es BAPE als eine der wenigen Marken geschafft, vom lokalen „Hype“ zu einem regelrech- ten Streetwear-Imperium zu wachsen, und dabei, gleich auf welchem Kontinent, die angesagtesten Persönlichkeiten und Stilführer hinter sich zu ver- sammeln. Und das ohne auch nur einen Schritt auf den Mainstream zuzugehen. BAPE, die Marke mit dem gesichtslosen Affen und den dominanten Prints, hat den Ruf „cool“ zu sein und es liegt auf der Hand warum. Es ist cool,

weil das Label einer Szene angehört, cool, weil seine Kollektionen und Geschäfte auf Limitierung setzen – das A und O der besten Streetwear-Labels – cool, weil man Kollaborationen mit den richtigen Leu- ten eingeht, cool, weil selbst die Verkäufer in den wenigen Stores die Markenkultur perfektioniert ha- ben. In der Streetwear geht es um nichts anderes als „Credibility“. Und die hat A Bathing Ape en masse. Dass Gründer solcher Labels gute Typen und dabei noch bessere Geschäftsmänner sein müs- sen, beweist BAPE-Gründer Tomoaki Nagao, kurz „Nigo“. 1993 eröffnete er seinen ersten Store „Nowhere“ im Harajuku-Fashion-District in Tokio. 50 Shirts die Woche ließ er in den ersten Jahren anfertigen, eine Hälfte davon für den Verkauf, die andere verschenkte er an Freunde. Inspiration für die Motive fand der Designer dabei in der Filmklas- siker-Reihe „Planet Of The Apes“, wovon sich auch

der Markenname ableitet. Vom Japanischen über- setzt bedeutet der Name zudem „ein in lauwarmem Wasser badender Affe“, was von Nigo damals als Anspielung auf die junge, verwöhnte Generation gemeint war. Schnell entwickelte sich aus den Hoodies, T- Shirts und Caps der BAPE-Look: simpel, lässig und stets exklusiv. Kurz nach den Anschlägen von 9/11 zogen Nigo‘s T-Shirts mit dem Slogan „Ape shall never kill Ape“ - das zudem auch das oberste Ge- setz in der letzten Episode von „Planet der Affen“ ist - große Aufmerksamkeit auf sich. 2002, dem Geburtsjahr der berühmten Bapesta’s, den bunten „BAPE Sneakern“, die nicht nur für jeden Schuh- fanatiker ein wertvolles Sammlerstück sind, begann A Bathing Ape mit einer fulminanten Expansion:

Eröffnet wurde ein Haarsalon, ein Restaurant, ein „BAPE Pirate Store“ mit alten Kollektionen, ein Plattenlabel entstand und es wurden neue Linien eingeführt, „Baby Milo“ und „BAPE Kids“, ne- ben „Mr Bathing“ – der edleren Linie für Anzüge,

Brogues und Camouflage-Accessoires – und der Nebenlinie „AApe“. Eine Strategie, die auf den ersten Blick recht unverständlich wirkte, da es das exklusive Label-Image bedrohte. Tatsächlich erlebte Bathing Ape nach steilem Wachstum 2003 ein klei- nes Tief in Japan. Letztlich wurde alles, was Nigo anfasste, doch ein Riesenerfolg. Auch weil er damals auf Pharrell Williams stieß und ihn dieser mit den richtigen Leuten bekannt machte. Als sie sich 2002 das erste mal in Japan begegneten, beeindruckte es Pharrell schon nach kurzer Zeit, was sich Nigo aufgebaut hatte – ein Imperium, in dem er seine Vision, sei- nen Blick auf das Leben interpretierte und in Mode übersetzte. Zusammen

gründeten die beiden die Label „Bil- lionaire Boys Club“ (BBC) und „Ice- cream“, Marken, die für eine weitere ganz eigene Erfolgsgeschichte stehen und die sogar schon Karl Lagerfeld

trug. Die Grenzen zwischen High Fa- shion und Streetwear begannen eben immer mehr zu verschwimmen. Bis heute sind Nigo und Pharrell enge Freunde und Geschäftspart- ner. Für das Musikvideo von Pharrell’s Erfolgshit „Happy“ produzierte Nigo eine japanische Version, Pharrell selbst singt in seinem Song „How does it feel“ über „my man Nigo“. Was die zwei stilbilden- den „Tastemaker“ vereint, ist wohl ihre Überzeu- gung, dass es das größte Geschenk ist, neue Dinge ausprobieren und dabei das Leben in den vollsten

Zügen zu genießen. Zum Eintritt in die relevan- ten Hip-Hop-Kreise, besonders in britische, verhalf ihm zudem James Lavelles Plattenlabel „Mo Wax“. Zahlreiche Kooperationen folgten, unter anderem mit Kid Cudi und diversen anderen Künstlern, die in der „Bape Gallery“ in Japan, im ehemaligen „Nowhere-Store“, Ausstellungen und Events ver- anstalteten. So wurde BAPE schnell zu einer der Top-Marken in Japan und wenig später auch in Amerika und Großbritannien erfolgreich. In Tokio musste man sogar, um Eintritt zu den stilvoll mini- malistisch eingerichteten Läden gewährt zu bekom- men, ein sogenanntes „Busy Work Shop“-Mitglied werden, wofür wiederum eine Staatsbürgerschaft in Hongkong Voraussetzung war. Eine ausgetüftelte, schlaue Taktik um gegenüber der harten Konkur- renz in Tokio – auch hier hat die Streetwear-Szene eine ziemlich laute Stimme – nicht unterzugehen. BAPE gewann nach seinem kleinen Tief sein Un- dergroundimage zurück und erlangte so mehr Be- deutung in der Hip-Hop-Szene als je zuvor. Rapper wie Lil Wayne, Young Jeezy, Asap Ro- cky, Soulja Boy und auch Hip-Hop-Legende Jay

Z

trugen maßgeblich dazu bei. „I’m camo down

to

my boxers, gold teeth, A bathing Ape, there’s

animals in my projects“, singt Asap Rocky. „Man, I’m high off life, fuck it, I´m wasted, Bathing Ape Kicks, Audemars Piguet wrist“, prahlt Jay Z und auch Soulja Boy ist ein BAPE-Fanatiker: „Check out my Bathing Apes, I´m fresh to def and you like me. Don´t try to cop my style.“ Und damit bringt Soulja Boy es auf den Punkt. Bei BAPE geht es um Stil, um Codes, um ein Verständnis von der Streetwear-Kultur und ihrer Geschichte, um Un-

„In der Streetwear geht es einfach um nichts anderes als Credibility“

derground, um ein Feingefühl, mit dem nicht jeder ausgestattet ist oder zumindest nicht in dem Maße wie Nigo und seine Jungs. In der sich wandeln- den Welt der Streetwear werden Typen wie Nigo traurigerweise immer seltener. Auch wenn die „de- mokratisierende Öffnung“ des Undergrounds und der Streetwear für Marken wie BAPE zur Erfolgs- geschichte geworden ist, hat diese Entwicklung gravierende Auswirkungen für die einst autonome

Subkultur-Szene. Ein großer Teil der Exklusivität ist durch die allzeitige Verfügbarkeit über Online- medien verloren

Subkultur-Szene. Ein großer Teil der Exklusivität ist durch die allzeitige Verfügbarkeit über Online- medien verloren gegangen. Nicht nur der Skater, auch Protagonisten des Establishments tragen Shirts, Cap und Sneaker zum Anzug. Sobald man einen besonderen Look online entdeckt hat, ist es keine große Kunst mehr, an die Produkte heran- zukommen. Ganz anders als früher. Auch wer der Streetwear-Szene angehörte, musste suchen, be- schäftigte sich damit, woher die Dinge kamen und was ihr Bedeutung war. Ein wichtiger Aspekt, der den Ethos der Streetkultur prägt und der Marken wie BAPE ursprünglich ausmachte. 2011 musste Nigo aufgrund der wirtschaftli- chen Lage nach der Lehman-Bros.-Pleite 90% von BAPE an die I.T- Ltd. aus Hongkong verkaufen. Er blieb der Marke noch bis 2013 als Kreativdirektor erhalten, verließ dann aber „sein“ Unternehmen nach Meinungsverschiedenheiten mit der neuen Geschäftsführung. Auf Nigo’s Blog stand damals „Bape General Nigo (1993-2012)“ als Titel über

einer Zeichnung vom Graffiti-Künstler Kaws, die „Bart Simons“ zeigt, wie er eine Nigo-Statue be- gräbt. Schnell aber wurde er neuer „General“, näm- lich als Kreativdirektor der Modekette „Uniqlo“ bzw. seiner T-Shirt Linie „UT“ und blieb dabei sei- ner Cartoon- und Grafik-Passion treu. Den Kultstatus von A Bathing Ape hat sein Ab- gang nicht beeinflusst. Schließlich heißt es: „Ape shall never kill Ape!“

Haare und Make-up: Gary Gill @ Emotive using Wella Professionals SP for Men & MAC Pro Haare und Make-up-Assistenz: Lorna Kings

A Bathing Ape ist eine vom Kreativkopf Nigo 1993 gegründete Streetstyle-Marke aus Tokio, die besonders in der Hip-Hop-Szene zu einem der gehyptesten Modelabel zählt. Erkennungs- merkmal ist besonders sein Affen-Logo, das aus einer Inspiration von der Filmklassikerreihe „Planet der Affen“ entstand.

Fotos: Toni Nüsse Styling: Götz Offergeld Interview: Maja Hoock, Berto Berger

Fotos: Toni Nüsse Styling: Götz Offergeld Interview: Maja Hoock, Berto Berger

Stromae ist ein radikaler Clown. So könnte er zur Stimme einer ganzen Generation werden. HOMMES
Stromae ist ein radikaler Clown. So könnte er zur Stimme einer ganzen Generation werden. HOMMES
Stromae ist ein radikaler Clown. So könnte er zur Stimme einer ganzen Generation werden. HOMMES

Stromae ist ein radikaler Clown. So könnte er zur Stimme einer ganzen Generation werden.

tromae, geben Sie noch spon- tane Show-Einlagen in der Öffentlichkeit wie vor einer Weile in

tromae, geben Sie noch spon- tane Show-Einlagen in der Öffentlichkeit wie vor einer Weile in Montréal, als Sie

in der U-Bahn einen Be- trunkenen gespielt haben? Stromae: Nein, so etwas funktioniert nur einmal. Ich möchte die Leute überraschen und das funktioniert am besten, wenn man vorher nichts plant, sondern spontan agiert. Wenn alle auf eine Überraschung warten, ist es das Beste, überhaupt nichts Überraschendes zu machen. Ich will jetzt klassischere Dinge machen, zu- rück zu den Grundlagen gehen. Wie kommen Ihnen Ideen wie die zum Video „Tous les mêmes“, in dem Sie halb als Mann und halb als Frau gestylt sind? S.: Das beginnt zumeist alleine auf meinem Zimmer, mit einem abs- trakten Interesse oder Impuls. Dann brainstorme ich mit meinem Team und die Idee wird konkreter. Als ich halb und halb als Mann und Frau auf- treten wollte, stand ich mit der Idee zuerst ganz alleine da. Niemand woll- te das mitmachen. Ich musste dem Regisseur des Videos erst zeigen, wie ernst es mir war, dann haben wir es doch gemacht. Warum dieser Auftritt als Zwitter- Wesen?

S.: Es geht im Song um die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Beide sind ein bisschen dumm, aber wunderschön. Wenn ich beide verkörpere, kann ich meine feminine und meine maskuline Seite gleichzeitig zeigen und einsetzen. In vielen Ihrer Lieder geht es um extreme Rollen- und Lebensmodelle. Im Song „Bâtard“ singen Sie von Rednecks, Obdachlosen und Terroristen. Was interes- siert Sie an deren Lebenswirklichkeiten? S.: Vor Gesellschaft und Gemeinschaft steht immer der einzelne Mensch. Über den möchte ich sprechen. Ich den- ke nicht, dass ein Rassist schlechter ist als ich. Er ist nur wütender, hat womöglich schlechtere Lebensbedingun- gen, ist arm oder ungebildet. Terrorismus oder Rassismus sind oft nur die Fassade, also die äußerliche Erscheinung eines ganz anderen Problems. Wenn ein Mensch traurig ist und mit seinen Problemen alleine gelassen wird, dann wählt er Alkohol, Aggression oder Gewalt. Das Problem ist also ein gesellschaftliches? S.: Es ist ein menschliches. Ihre Songtexte behandeln alltägliche wie tiefgründige Probleme. Werfen Sie eher Fragen auf oder setzen Sie lieber Aussagen? S.: Ich stelle lieber Fragen und sage damit gleichzeitig viel über meine Einstellung. Die gesprochene wie visuelle Sprache, die Sie dafür nutzen, ist oft sehr komplex. Sie nutzen Verlan, eine Spielart der französischen Jugendsprache, in der die Silben verkehrt werden („l’envers“, also „umgekehrt“, wird zu „Verlan“, so wie ‚Stro/mae‘ umgekehrt ‚Mae/ stro‘ heißt). Außerdem thematisieren Sie die kultu- rellen Gegensätze zwischen Ihrer afrikanischen und belgischen Herkunft und setzen ernste Themen sehr poppig und verspielt um. Sie scheinen den Gegensatz zu lieben. S.: Ich bin ein Paradox. Ich kann mich nie entscheiden. Das ist mein größtes Problem und auch der Grund für viel Ärger mit meinem Manager. Nichts ist schwarz oder weiß für mich. Alles hat seine guten und schlechten Sei- ten. Vielleicht sehe ich das so, weil ich im Grunde noch

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ein Teenager bin. Das Schlimme am Erwachsenwerden ist, dass man Ent- scheidungen treffen muss. Dadurch enttäuschen Sie Menschen zwangs- läufig. Ich will niemanden enttäu- schen. Ich bin da eher wie ein Poli- tiker. Sie bevorzugen Grau statt Schwarz und Weiß? S.: Immer. Ich bin selbst grau. Wie haben Sie die Welt als Kind gesehen? S.: Als ich jünger war, war alles schwarz oder weiß, besonders, wenn es um die Einordnung von Menschen ging. Ich dachte, es gibt nur gute oder schlechte. Wenn ich mich heute ent- scheiden muss, wähle ich immer den Mittelweg. Denken Sie, dass man erwachsen werden muss, oder kann man im Kopf ein Teenager bleiben? S.: Man kann etwas von beidem ha- ben. Jugendliche sind klüger, als wir denken. Sie begreifen viel von dem, was wir später nicht mehr verste- hen. Es ist wichtig, das Impulsive und Natürliche beizubehalten. Auf der anderen Seite weiß jeder, dass die Teenagerzeit die schlimmste Zeit des Lebens ist. Man denkt, man weiß alles, aber in Wirklichkeit weiß man nichts. Aus diesem Zwiespalt ziehen Sie of-

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Man muss immer weitermachen und kämpfen, auch wenn Krieg herrscht oder eine schlimme Krise. Bleib stolz, halte den Kopf hoch und lebe dein Leben. Man sollte Probleme nicht verstecken, sondern im Gegenteil Freude und Kre- ativität aus den Schwierigkeiten des Lebens ziehen, dazu singen und tanzen. Darum soll es keine traurige Musik oder traurige Texte dazu geben. Das ist Melancholie, alles in einem. In Ihren Videos sehen Sie häufig aus, als wären Sie betrunken oder weggetreten. Gibt es eine Verbindung zwischen der Melancholie und der Trance? S.: Wenn man Drogen nimmt oder betrunken ist, dann ist das ein paradoxer Zustand: Man ist da, aber gleichzeitig auch nicht. Im Video zu „Alors on dance“ ist der obdach- lose Mann nicht wirklich betrunken, sondern nur trunken von den Problemen seines Lebens. Sie lassen ihn taumeln. Ich war von einem Obdachlosen inspiriert, den ich zuvor auf der Straße gesehen hat-

te. Er hat mich und meine damalige Freun- din gefragt: „Ihr denkt, ihr seid schön. Wer

denkt ihr, wer ihr seid?“ Er hatte so recht. Und war gleichzeitig so betrunken. Auch jetzt, zehn Jahre später, muss ich noch an diesen Moment denken. In der Trunkenheit kann Wahrheit liegen? S.: Bei diesem obdachlosen Mann gab es da auf jeden Fall eine Wahrheit, weil er so klar war. Normalerweise möchte man sofort nach Hause, wenn man derart von einem Trin- ker auf der Straße angesprochen wird. Doch er ist betrun- ken, weil er traurig ist. Einsam. Man kennt nie das Leben anderer Leute und weiß nicht, was bei ihnen los ist. Es ist einfach, Menschen wie ihn zu verurteilen. Ich wollte ihn darum in dem Video zeigen wie einen Freund, wie einen Menschen eben. Sie nehmen also Begegnungen dieser Art sehr ernst? S.: Der Mann hat entschieden, zu mir zu sagen, was er gesagt hat. Vielleicht bin ich abergläubisch, aber ich denke noch darüber nach, weshalb. Zumindest hat es mich dazu gebracht, einen Song zu schreiben

fensichtlich kreative Energie. War es Ihnen daher so klar, dass Sie Künst- ler werden müssen? S.: Wenn ich mit anderen Musikern oder Malern spreche, sagen die meis- tens, man müsse genau wissen, was man machen und aussagen will. Aber ich weiß das nicht. Vielmehr bin ich mir sicher, dass das keiner so genau weiß, weil sich alles in jeder Sekun- de ändern kann. Man muss jedes Mal neu nachdenken und sich genug Zeit nehmen. Nur das kann ich sicher sagen.

„Ich werde nicht auf

Englisch singen“

Im Song „Formidable“ verwenden Sie ein positiv besetztes Wort, während Sie im Video einen ver- zweifelten Mann darstellen. Wür- den Sie diese gegensätzliche Stim- mung als Melancholie bezeichnen? S.: Melancholie ist genau das richti- ge Wort. Ich liebe es, denn ich mag keine Traurigkeit und keine Fröh- lichkeit in Reinform. Melancholie ist realistischer. Sie ist beides und die Definition des Menschlichseins:

Look Prada

Sie haben drei Brüder und eine Schwester. Hat sich die Beziehung zu Ihrer Familie durch Ihre Be- kanntheit verändert? S.: Sie ist noch die gleiche. Ich bin zwar viel unterwegs, aber mein gro- ßer Bruder ist immer mit dabei, denn er ist mein Manager. Meine Mutter ist mir auch noch nah. Ich bin vor zwei Jahren endlich ausgezogen, das war für uns beide gut. Aber wir ha- ben noch viel Kontakt. Was hat Ihnen Ihre Mutter beige- bracht? S.: Sie ist immer mit uns verreist. Wir sind so sehr frei aufgewachsen und haben viel gesehen. Sie hatte nicht viel Geld, legte aber mehr Wert darauf, zu reisen, als sich den neus- ten HD-Fernseher zu kaufen. Wir waren im Senegal, Kongo, Bolivien, Peru, Mexico, Vietnam Hat Ihre Mutter Ihren Vater in Af- rika kennengelernt? S.: Nein, in Belgien, wo er damals gelebt hat. Er ist dann zurück nach Ruanda gezogen und nur ab und zu zurückgekommen. Ich habe ihn zehn- oder 20-mal gesehen, einmal davon in Ruanda. Ich bin einen Monat in den Ferien hingefahren und musste früher als geplant zurück nach Belgi- en, weil ich Malaria bekommen habe.

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Wie alt waren Sie, als er dann im Bürgerkrieg gestorben ist? S.: Ich war neun. In Ihren Videos kann man eine Nähe zur afrikanischen Kultur erkennen. S.: Das ist schon richtig. Vielleicht 30 Prozent in meinem sozialen Um- feld sind afrikanisch. Der Rest ist eu- ropäisch. Auch wenn ich in Belgien sozialisiert wurde, habe ich afrikani- sche Wurzeln und Kontakte zu Afri- kanern. Das bedeutet, wir hören viel afrikanische Musik wie kongolesische Rumba. Dazu haben ich und meine Freunde immer getanzt. Ist der Tanz-Stil in den Videos auch afrikanisch beeinflusst? S.: Es ist eine Mischung aus vie- len Einflüssen. In „Papaoutai“ ist es „Bone Breaking“ aus den USA. Haben Sie sich das Komponieren eigentlich selbst beigebracht? S.: Ich habe gelernt, am Computer zu komponieren. Das führte dazu, dass ich zunächst alles alleine machte. Der Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Album ist, dass ich ir- gendwann verstanden habe, dass Mu- sik auf Dauer nur im Austausch mit anderen funktioniert. Sie wird besser im Dialog. Wie verhält sich Ihr zweites zum ersten Album?

S.: Das zweite Album ist die Weiterentwicklung des ers- ten. Ich wollte verschiedene Einflüsse darauf haben, die eigentlich nicht zusammengehen, also kongolesische Rumba, Salsa, Trap, Rap, 90er-Jahre-Pop und französische Chansons. Im Ergebnis klingt das nach Pop in Reinform. S.: Ich will nicht nur Musik für trendige Leute, Schlager- fans oder alte Menschen, sondern für alle machen. Ich bin glücklich, wenn ich Familien auf meinen Konzerten sehe, wenn die Alten mit den Jungen zusammen tanzen. Dabei ist Ihre Musik aber nicht nur eingängig. S.: Danke. Das liegt wohl daran, dass ich so unentschie- den bin. Darum enthält meine Musik so viele unter- schiedliche Einflüsse. Vielleicht auch, weil ich für alle komponieren will. Aber es muss natürlich in erster Li- nie trotzdem mir gefallen. Die Reihenfolge ist: für mich, für meine Freunde und dann

für die anderen Leute. Andersrum wäre es schlecht. Wann wissen Sie, dass ein Stück fertig ist? S.: Das Gefühl habe ich eigentlich nie. Ich

zeige einen Song meinem Manager und mei- ner Familie und wenn sie es auch gut finden, ist er fertig. Manchmal frage ich mich, ob ich überhaupt eine eigene Meinung habe. Sie wurden mal mit dem berühmten Chanson-Sänger Jaques Brel verglichen. Ehrt Sie das? S.: Das ist ein wunderschönes Kompliment, das ich aber aus Respekt vor Brel zurückgeben möchte. Seine Karriere ist viel bedeutender als meine. Der Vergleich kommt wohl daher, dass wir beide Belgier sind und ich das R genauso rolle wie er. Und natürlich wurde ich davon inspiriert, wie er auf der Bühne geschauspielert hat. Wie bei mir wur- de sein Bühnencharakter mit seiner Person verwechselt. Doch die Leute sollen nicht uns lieben, sondern die Rolle, die wir für sie auf der Bühne geschaffen haben. Das ist die wichtigste Lektion, die ich von der alten Generation gelernt habe. Brel war dafür bekannt, grob und unhöflich auf der Büh-

ne zu sein. Können Sie das auch? S.: Ich bin eher höflich. Auf diese Wei- se kann man vielleicht noch gemeiner sein als auf diese lächerlich grobe Art. Höfliche Sätze können sehr hart sein. Die französische Jugendsprache hat extreme Schimpfwörter. Das ist nicht mein Stil. In meinen Texten wie etwa bei „cancer“ wähle ich eine moderate Form, um die Probleme einer Krebs- erkrankung zu beschreiben. Werden Sie auch in Zukunft Fran-

„Ich möchte über Menschen reden“

zösisch singen? S.: Ich werde zumindest nicht auf Eng- lisch singen. Es ist nicht besonders in- teressant, andere zu imitieren. In den USA und Großbritannien haben sie ihre eigenen Bands und finden meine Musik interessant, auch wenn sie sie nicht unbedingt verstehen. Meine belgisch-ruandische Kultur ist inte- ressant und ich will sie verteidigen und auf sie vertrauen. Vielleicht sin- ge ich mal in Flämisch, weil meine Mutter Flamin ist.

Look Versace

Stylingassitenz Adrian Fekete, Sina Braetz Hair & Make-Up C.I.S.E.L Retusche Fabian Blaschke

„Would you like to go with me? Where? Wherever I‘m going“ Zabriskie Point Fotos: Neil
„Would you like to go with me? Where? Wherever I‘m going“ Zabriskie Point Fotos: Neil
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„Would you like to go with me? Where? Wherever I‘m going“

Zabriskie Point

Fotos: Neil Gavin Styling: Way Perry

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linke Seite:

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Shirt Saint Laurent by Hedi Slimane Slip Cheap Monday

Make-up Ashley Ward

@ One Represents using Natura Bisse

Haare Gary Gill for Emotive using Wella Professionals Care & Style Models Travis und Regitze

@ Supa Model Management

Haarassistenz Jade Hales Stylingassistenz Vincent Pons

Berauscht vom Mezcal verlieren sich drei junge Expats im 20. Pariser Arrondissement. Eine Kurzgeschichte. Fotos:

Berauscht vom Mezcal verlieren sich drei junge Expats im 20. Pariser Arrondissement. Eine Kurzgeschichte.

Fotos: Robin Broadbent Text: Jakob Krakel

Corzo

Qui, links: Maestro Dobel

Casa Dragones, links: Leyenda del Milagro

Espolon, links: El Tesoro

ein erster Blick in den Raum war nachtblind, der zweite flimmerte, der dritte, als die Iris Schärfe gezo- gen hatte, fiel auf ein paar komatös lungernde Expats in Röhrenjeans und Mini-Skirts. Zwei weitere tanzten stoisch, die Münder wie von wilden Kirschen dunkelrot einge- färbt, seine linke Hand in ihren Haaren vergraben, die andere um ihre Hüfte geschlungen. Zwei oder drei Stunden waren einfach ausge- löscht. Wie ein Riss in der Zeit. Wie von einem An- ästhetikum in einem Übergangsraum verschlossen. Salz lecken, Shot, die Bitterkeit der Frucht. Und dann Niemandsland. Nur auf der Zunge noch der Geschmack des Mezcal. Die zwei Zimmer der Wohnung waren einge- richtet in Ikea-Bauhaus, an der Wand hing billig ge- rahmt die Brooklyn Bridge, auf dem verschmierten Glastisch stand eine leere Tequila-Flasche, daneben abgebissene Zitronenscheiben. Es war August, es war heiß, obwohl längst Nacht. Aus dem Fenster sah man auf dem Nachbar- grundstück eine tiefe Baugrube ausgehoben. Im harten Neonlich warfen die aus dem Fundament herausragenden Stützen lange Schlagschatten, sie formten Tierkörper und Brandung im Sturm, das Set eines der expressionistischen, deutschen Filme, die damals zu Techno Life-Sets in der Cinemathek liefen und nur vom Unterbewussten und Bipolaren erzählten. Über die Anlage lief, ja klar, „Light My Fire“ und dann „Break On Through“. Kirschmund press- te sich auf Kirschmund, einer fiel vom Sofa, ein anderer mixte sich einen letzten Drink. Alle Sinne waren geschärft, fast überspannt. - „Leeets go“ flüsterte mir meine Kommilitonin Marta zu und zog Alex mit sich, der ihr im Aufste- hen unerwiedert und flüchtig den Nacken küsste und uns dann beide in den Arm nahm um nicht selbst umzufallen. „You know the day destroys the night / Night divides the day“ sang Morrison, „We chased our pleasures here / Dug our treasures there“ und „Eve- rybody loves my baby, hey“. Marta zog uns vorbei an den letzten Tequila- Leichen, vorbei an den langsam tanzenden, hinaus in das klimatisierte Treppenhaus des Appartment- Komplexes, in dem das Neon auf den Marmortrep- pen wie Mondlicht reflektierte. Sie hielt mich an der Hand, nur so eben, ihre Fingerkuppen mit den meinen verschränkt und tänzelte scheinbar hinun- ter wie auf diesem Bild von Duchamp. Wir stießen gemeinsam auf die Straße hinaus durch eine schwü- le Wand hindurch, atmeten tief ein und blickten

eine schwü- le Wand hindurch, atmeten tief ein und blickten hinauf zum Himmel. Da waren nun

hinauf zum Himmel. Da waren nun die Sterne klar und hell und Marta pfiff laut. Das 20. Arrondissement lag wie unter Narkose, um uns tanzten die Gespenster, ein Fuchs trottete

vorbei, den Blick stoisch nach unten gerichtet, eine Ratte im Maul. So liefen wir auf der Mitte der leicht ansteigen- den Straße. - „I feel like lossing it“, sagte Marta.

- „Why would you?“

- „Well

to feel at least something.“

Ein Wagen fuhr auf und hielt eine Weile Schritttempo. Zwei Jungs riefen Marta zu, „Hey Babe“ und „tu t’appelle?“. Alexander murmelte besoffen „putain“. Einer der Jungs stieg aus und schlug ihm ansatzlos ins Gesicht. Alexanders blon- de kurzen Haare hingen über seinem schmalen Ge- sicht, seine Haut sah milchig aus. Marta hielt seinen

Kopf und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Die Jungs verschwanden. Wir drifteten ab in einen Mo- ment der Stille. Gestern noch standen wir in der Rue de Solféri- no nahe den Socialiste. Die Leute sangen und tanz- ten, bis Ségolène sicher verloren hatte. Wir liefen zum Concorde, wo die Reste der UMP zu Schlagern schwoften, fuhren in der Metro zur Bastille und traten hinaus in eine Wolke von Tränengas, trie- ben auf die Neue Oper zu und flüchteten uns ins Marais auf einen Gin and Tonic. Das schien schon damals wie Jahre her. Langsamer gingen wir nun die Straße hinunter, um ein paar Ecken, dann auf eine Mauer zu. Wir kletterten herüber, die Steine waren so grob wie alt, liefen über einen steilen Pfad den Père Lachaise hin- auf bis zu Morrisons kleinem, unscheinbaren Grab und Marta pfiff wieder, eine Melodie diesmal. Alexander nahm sie in den Arm. Sie ließ es geschehen. Ihre dunkelbraunen Augen, ihr kurzes schwarzes Haar, ihr portugiesischer Akzent, alles versank in der Nacht, alles trat in den Übergangs- raum zwischen Schlaf und Wachsein zurück. Alex- ander zog eine Flasche Tequila und ein paar Becher aus seinem Rucksack. Er begann zu Martas Pfeifen mehr zu nuscheln als zu singen. „Faces look ugly when you’re alo- ne / Women seem wicked when you’re unwan- ted / Streets are uneven when you’re down“ und „No one remembers my name“. Er schenkte uns ein ohne aufzuschauen. Wir tranken schnell. Salz, Mezcal, bittere Frucht. Wir lehnten aneinander und schauten herunter auf Paris. Als die Sonne aufging und erst die Baumwipfel dann unsere Gesichter in orange-gelbes Licht tauchte, nahmen wir den letz- ten Shot.

Avión

Badeshorts Dsquared2

„Oh God I am the American dream I do not think I‘m too extreme“ Bobby
„Oh God I am the American dream I do not think I‘m too extreme“ Bobby
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„Oh God I am the American dream I do not think I‘m too extreme“

Bobby Brown, Frank Zappa

Fotos: Tony Kelly Styling: Bernat Buscato

Badehosen Versace Sonnenbrillen Mykita Schuhe Y-3

rechte Seite:

Badehose Speedo Schuhe Y-3 Sonnenbrille Custo Barcelona

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Badehose Aussiebum Schuhe Supra

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Grooming Shay Dempsey for Sebastian Production & Casting Cecilia Dalla Betta Models Brandon White @ Silver Model Management Stephen D‘Angelo @ NTA Talent Fotoassistenz Alex Jaras Digital-Assistant Adam Kleifield

I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like
I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like
I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like
I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like
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I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like
I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like

I don‘t even know what I was running for I guess I just felt like it“

Der Fänger im Roggen

Fotos: Anthony Meyer Styling: Sara Bascunan Alonso

Look Givenchy by Riccardo Tisci

links:

Anzug Louis Vuitton Pullover Marni Schuhe Carven

unten:

Jackett Valentino Pullover Ermenegildo Zegna Couture Schal Prada

Pullover Marni Schuhe Carven unten: Jackett Valentino Pullover Ermenegildo Zegna Couture Schal Prada HOMMES 143

unten:

Look Givenchy by Riccardo Tisci

rechts:

Anzug Ermenegildo Zegna Couture Hemd Salvatore Ferragamo Schal Berluti

by Riccardo Tisci rechts: Anzug Ermenegildo Zegna Couture Hemd Salvatore Ferragamo Schal Berluti 144 HOMMES

Anzug Etro

Pullover Cerruti

links:

Jackett Ermenegildo Zegna Couture Hemd Salvatore Ferragamo Schal Berluti Sonnenbrille Vuarnet

unten:

Anzug und Hemd Dior Homme Krawatte Canali

Ferragamo Schal Berluti Sonnenbrille Vuarnet unten: Anzug und Hemd Dior Homme Krawatte Canali HOMMES 149

unten:

Look Versace

rechts:

Look Canali

Make-up Alexandra Meric using Make up For Ever products Haare Norihide Takabayashi using Bumble and bumble Model Clark Bockelman @ New Madison Paris Fotoassistenz Christophe Molinari und Charles Ripon Stylingassistenz Julie Cristobal Retusche Sebastian Bar Besonderer Dank an Geraldine Ini und Broncolor Paris

Julie Cristobal Retusche Sebastian Bar Besonderer Dank an Geraldine Ini und Broncolor Paris 150 HOMMES
Rolex Cosmograph Daytona
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„Zeit ist reine Illusion“ Fotos: Kenji Toma Idee: The Makerie Studio HOMMES 153
„Zeit ist reine Illusion“ Fotos: Kenji Toma Idee: The Makerie Studio
„Zeit ist reine Illusion“
Fotos: Kenji Toma
Idee: The Makerie Studio
„Zeit ist reine Illusion“ Fotos: Kenji Toma Idee: The Makerie Studio HOMMES 153
„Zeit ist reine Illusion“ Fotos: Kenji Toma Idee: The Makerie Studio HOMMES 153
Chanel J12 Moonphase
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Panerai Luminor 1950 Left-Handed 3 Days 47mm Pam 557
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Omega Speedmaster ’57 Co-Axial Chronograph
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Patek Philippe Gondolo 5200 8 giorni Day-date
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Rinus van de Velde hat seiner eigenen Kunst den Krieg erklärt. Fotos: Pablo Arroyo Styling:

Rinus van de Velde hat seiner eigenen Kunst den Krieg erklärt.

Fotos: Pablo Arroyo Styling: Jérôme André

HOMMES

Jackett und Hemd Ermenegildo Zegna Couture 159

Jackett und Hemd Ermenegildo Zegna Couture

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Jackett und Hemd Calvin Klein Collection Hose Louis Vuitton

250 cm x 370 cm, Kohle auf Leinwand, 2012, Courtesy Tim Van Laere Gallery

„Self-portrait as a human being, almost classically baroque in style

Mantel Carven Hose Louis Vuitton

ir stehen alle auf den Schultern von Riesen. Was kann man nach Vermeer und Duchamp noch machen? Träumen sich so fühlen wie einst die Großen, im Bett liegen und sich ausdenken, man wäre da- bei gewesen. Als Rinus van de Velde als 17-Jähriger von der belgischen Akademie der Künste auf- genommen worden war, sah er die Film-Do- kumentation „Basquiat“ von Julian Schnabel. Das ist der Vater des derzeitigen Heidi-Klum- Lovers Vito, außerdem New Yorker Maler, der auch mal im Pyjama auf dem roten Tep- pich erscheint. Dessen Film über Jean-Michel Basquiat beleuchtet das Leben des obdachlo- sen, heroinsüchtigen Graffitti-Künstlers, der in Krachbands spielte und dann als erster af- roamerikanischer Maler weltberühmt gewor- den war. Der kleine Rinus wäre auch gerne so wie Schnabel oder Basquiat:

„Ein Künstler muss eine exzentrische Per- son sein, ein Außenseiter und ein aufregen- des Leben führen.“ Aber dann auch wieder nicht: „Ich bin ein ängstlicher Abenteurer:

Ich liebe es, mir unglaubliche Schicksals- schläge auszudenken, aber ich bin viel zu ängstlich, wirkliche Abenteuer zu erleben. Ich komme aus einer normalen Familie, mit einem Ingenieurs-Vater und einer Mutter, die Lehrerin war. Ich hatte eine glückliche Jugend mit normalen Freunden, Skateboards und ein paar Joints. Doch jahrelang sah ich mich als Künstler und versetzte mich in be- sondere Persönlichkeiten hinein und machte sie zu Helden meiner Arbeiten.“ Van de Velde malte sich in die Kunst- geschichte und wurde so ein guter Freund von Wladimir Majakowski, dem wilden russischen Futuristen und Dichter, 1930 verstorben. Dann war der Belgier wohl ein wenig enttäuscht oder gelangweilt vom Ma- jakowski und wandte sich Bobby Fischer zu, Schachweltmeister von 1972, und völlig durchgeknallt (Antisemit, sammelte mexika- nische Pornocomics, feierte den Anschlag auf die Twin Towers). Van de Velde besah sich die Schauplätze in Island, wo das legendäre Match gegen Boris Spasski stattfand, sam- melte Fotos und fühlte sich immer mehr in die Szenerie von damals ein. Wobei es nicht um die wirkliche Wirklichkeit geht, sondern um die abgebildete der Fotografie. Nicht was, sondern wie etwas gezeigt wird. Es geht um das Heldenhafte, den Pathos und damit un- trennbar verbunden um Geschichten. Der schlaksige Künstler schlüpfte in im- mer mehr Personen. Bilder aus alten Maga- zinen dienten ihm als Vorlage: Isaac Newton

aus alten Maga- zinen dienten ihm als Vorlage: Isaac Newton mit dem Gesicht von Rinus. Van

mit dem Gesicht von Rinus. Van de Velde als Afrikaforscher Richard Burton. „Das Leben zwischen den vier weißen Wänden meines Studios in Antwerpen ist ziemlich langweilig“, gesteht Van de Velde. „Und so amüsiere ich mich durch meine Bil- der und stelle mir vor, was ich hätte machen können, wenn ich nicht Künstler geworden wäre.“ Nur von der ein oder anderen Tisch- tennis-Partie unterbrochen arbeitet Van de Velde den ganzen Tag in seinem Studio. Als Jugendlicher träumte er davon, Tischtennis- Weltmeister zu werden, und übte ausdau- ernd. Noch heute malt er sich manchmal aus, wie es wäre, die US-Open im Tennis zu ge- winnen. Als sein Galerist ihn für einige Monate nach Hawaii einlud, damit ihn diese wun- dervollen Inseln und die athletischen Surfer künstlerisch inspirieren mögen, ging Rinus wie eh und je seiner gewöhnlichen Arbeit nach. „In einem Studio in Belgien oder auf Ha- waii zu zeichnen ist für mich dasselbe: Der Unterschied liegt lediglich im Klima.“ Äußere Reize interessieren ihn nicht. In

der Isolation und der Monotonie des Alltags kann er seiner Kreativität freien Lauf lassen. Jeden Tag isst er mittags im selben Restaurant in der Nähe seines Studios, Freunde wissen das und treffen ihn dort. Anfangs war die Skulptur das Medium seiner Wahl. Als er an der Akademie der Künste studierte, war er fasziniert von Rodin und seinem Kunstlehrer, wie sie die Materie zum Leben erweckten. Dann gestand er sich ein, dass er selbst aber zu faul war, um mit Stein und Metall zu arbeiten. „Die Skulptur ist ein sehr physisches Mittel und ist kaum alleine zu realisieren. Zeichnungen hin- gegen sind viel einfacher und de-

mokratischer: Sie kosten wenig und können ohne As- sistenz oder be- sonderes Material

hergestellt werden. In der Zeichnung steckt viel mehr konzeptionelle Freiheit. Man muss sich nicht zwangsläufig mit der ganzen Kunstgeschichte beschäftigen und den gro- ßen Vorgängern Van Eyck oder Rubens.“ Der jungenhaft charmante Künstler mit der 80er-Jahre-Wuschelfrisur, Jahrgang 1983, redet gern über seine Arbeit, eine Ausnah- me unter den bildenden Künstlern. Er glaubt nicht an Talent, vom Geniekult der älteren Generation hält er nichts, davon erzählen

auch seine Kohlezeichnungen. Noch hält er Kunst für besonders wichtig, Krankenhäuser, so sagt er nonchalant, seien bedeutender. „Zeichnungen werden oft geringschät- zig angesehen, da sie den meisten Künstlern nur als Skizzen und Vorstudien dienen. Im Kunstmarkt werden Zeichnungen weit unter den Preisen von Ölbildern oder Aquarellen gehandelt.“ Rinus hat mit kleinen Formaten begon- nen, anfangs noch bunt, dann wurden seine Kohlezeichnungen lebensgroß und dann rie- sig. Dies zwang ihn vom Papier zur Leinwand zu wechseln:

„Ab einer bestimmten Größe ist es schwierig die Werke zu transportieren und aufzubewahren. Es macht Spaß großforma- tig zu arbeiten, aber das kann auch sehr me- chanisch sein. Wenn sich Teile wiederholen oder es große Räume mit dem Kohlestift zu füllen gibt, höre ich oft Hörbücher, wäh- rend ich arbeite.“ Seitdem er mit einem befreundeten Autor zusammenarbeitet, hat sich der Text zu einem festen Bestandteil seiner Werke entwickelt. „Es heißt immer, ein Bild muss für sich selber sprechen. Das glaube ich nicht. Mit den Texten schaffe ich mir mein eigenes Uni- versum.“ Die Bildtitel seiner Werke werden län- ger und länger zum Beispiel.: „Like so many of the greatest minds, Frederic suffers from self-induced fits of absolute dissociation that seem to make him forget who and whe- re he is. It happened again the night before he started working on his infamous disser- tation, when he, in the midst of a conver- sation, started to repeat the phrase ,I am a philosopher‘ over and over, in different sil- ly voices. Then he burst into an abysmal, heart-breaking laughter, fell dead silent and

„Ab einer bestimmten Größe ist es schwierig, die Werke zu transportieren“

froze his face. ,For a minute there‘, he exp- lained later, ,I allowed a borderless stupidity take hold of myself.‘“ Manchmal möchte Van de Velde raus aus dem ewigen Weiß und Schwarz seiner Koh- lezeichnungen, aber er hat noch keinen Weg gefunden. Er versucht es zwar, doch bisher stets vergeblich. So kämpft er weiterhin ge- gen seine Arbeiten an. Ein wenig wie Don Quichotte.

„I try to shake off the feeling that I’m trapped in this enclosure, this wooden world this satire written by a stranger“ 70 cm x 100 cm, Kohle auf Leinwand, 2013, Courtesy Tim Van Laere Gallery

Hemd Ralph Lauren Black Label

Jackett Prada Hemd Carven Hose Louis Vuitton

Grooming Terry Saxon @ Jed Root Fotoassistenz Grégoire Machavoine Stylingassistenz Elodie Baruchel

ALABASTER-

KÖRPER

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AM

I N FI N ITY POOL

Seit knapp einem Jahrhundert ist der Swimmingpool ein Symbol der modernen Popkultur. Seine schillernde Oberfläche weckt un- ser Begehren nach Luxus, Hedonismus und Jugend. Gleichzeitig ist er ein Sinnbild für die Suche nach der eigenen Identität und Spiegel innerster Abgründe.

Text: Robert Grunenberg

2

2 Drei Arschbomben, drei Monde und ein Mo- tel-Swimmingpool mitten in der Salzwüste einer fast vergessenen

Drei Arschbomben, drei Monde und ein Mo- tel-Swimmingpool mitten in der Salzwüste einer fast vergessenen Dinosaurierwelt. Das ist das surreale Motiv in Brad Silberlings absurder Abenteuerkomödie „Land of the Lost“. Klingt Banane? Es geht noch schräger:

Aus dem Motel-Pool steigen die Übercomedi- ans Will Ferrell, Danny McBride und eine af- fenartige Kreatur. Gemeinsam feiern sie ihre angedickten Körper, trinken außerirdische Kokosmilch, die sie halluzinierend auf einen Trip schickt, von dem Albert Hofmann, Er- finder des LSD, nicht mal vage geträumt hat. Wirft man alle Poolbilder aus Pop, Un- derground und Kunst in einen gurgelnden Jacuzzi, dann ist Silberlings die mit Abstand bizzarste Inszenierung einer Poolparty. Doch als sein Film 2009 erschien, war der Swim- mingpool längst so etwas wie eine heilige Insignie der Popkultur, Paradies der Moder- ne, säkularisierter Garden Eden und hatte

bereits seit knapp einhundert Jahren unsere Vorstellung von Hedonismus, Jugend und Luxus geprägt. In Filmen, Fotografien und in der Malerei erzählt der Swimmingpool uns Geschichten von altem Hollywood-Glamour und exzessiven Partys, weckt Begehren nach Exotik, Exklusivität und heißen Küssen im Vollrausch. Doch unter der schillernden Was- seroberfläche gibt es noch mehr zu entdecken. Alles begann in den 1920er-Jahren mit Filmschönheiten auf opulenten Poolpartys zwischen Champagner, Bling-Bling und aus- gefallener Bademode. Der Mythos Los An- geles als Ort der Träume und spektakulärer Lebensentwürfe wurde hier fabriziert. Stars nutzen ihre privaten Poolpartys, um ihr öf- fentliches Image zu überhöhen. Der Trick ist durchtrieben wie einfach: ein Fotograf, viele Stars, ein paar halb nackte Sternchen in ei- nem Anwesen in den Hollywood-Hills. Fertig ist der Glamour-Effekt. Funktioniert heute

immer noch, nur mit Instagram. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Aufkommen der amerikanischen Suburbia, der Demokra- tisierung des Wohlstandes, kamen die Baby- boomer. Sie waren nicht zu stoppen auf der Überholspur des amerikanischen Traums – plötzlich gab es Swimmingpools überall und in jeder Form: Infinitypools in Resorts, auf dem Dach von Einkaufszentren, in Herzform in den Lovehotels wie in jedem dritten Gar- ten kalifornischer Reihenhäuser. Spätestens in den 80ern erhielt der Pool dann das beliebte Pop-Siegel „Trash“, in Reinform zu erleben während des amerikanischen Springbreak. In lagunenartigen Megapools gibt es dann koma- töse Mengen Mojitos aus Eimern, wässriges Bier, Collegedudes und Tanga-Girls, die dem DJ „yolo“, „you only live ones“ zuschreien. Cooler war dann schon „Miami Vice“. Art-déco-Architektur am Ocean Drive, Ray Bans und eiskremfarbende Maßanzüge, das