Sie sind auf Seite 1von 1

PZ Pforzheim vom 25.11.2017

StStStararark!k!k!

42

SAMSTAG, 25. NOVEMBER 2017

StSt St arar ar k!k! k! 42 SAMSTAG, 25. NOVEMBER 2017 GESCHICHTEN AUS DER REGION UND

GESCHICHTEN AUS DER REGION

UND VON DAHEIM

PFORZHEIMER ZEITUNG

NUMMER 272

DER ADVENTSKALENDER Das große Warten Bildchen und Schokolade TEXT: SVEN BERNHAGEN UND DPA FOTOS: DPA
DER ADVENTSKALENDER
Das große Warten
Bildchen und Schokolade
TEXT: SVEN BERNHAGEN UND DPA FOTOS: DPA

DER ADVENTSKRANZ

Brauch aus dem Kinderheim

Der Adventskranz geht auf eine Er- findung des evangelischen Pfarrers Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 zurück. Da die Waisenkinder, um die er sich kümmerte, immer fragten, wann denn endlich Weih- nachten sei, baute er aus einem al- ten Wagen einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender, erklärt Thies Gundlach, Theologischer Vi- zepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutsch- land. An jedem Tag in der Advents- zeit wurde eine weitere Kerze ange- zündet, an den Sonntagen eine der großen Kerzen, so dass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün ge- fertigt.

KRÄNZE BASTELN

Zweige der Klematis als Basis

Die inzwischen kahlen Triebe der Klematis, die Hobbygärtner ab- schneiden sollten, lassen sich wei- terverwerten. Ein paar davon kann man als Ring zusammenbin- den und zum Rohling für den Ad- ventskranz machen, raten die Ex- perten der Zeitschrift „Mein schö- ner Garten“. Darüber kommen mit Wickeldraht dicht gelegt etwa zehn Zentimeter lange Zweige der Tanne oder Kiefer. Einen einfachen Kerzenhalter für einen Kranz fertigt man aus stabilem Draht: Pro Kerze zwei bis drei lange Stücke zurechtschnei- den und jeweils das Ende an einer Flamme erhitzen. Diese Enden dann einfach versetzt in die Un- terseite der Kerze drücken.

Am 3. Dezember beginnt in diesem Jahr die Adventszeit – und ist so mit nur 22 Tagen die kürzest mögliche. Aber warum ist die Adventszeit von Jahr zu Jahr überhaupt un- terschiedlich lang? Wieso gibt’s überhaupt die Adventszeit? Welche Tradition steckt hinter dem Adventskranz? Und wo kommt der Adventskalender her? „Heimatstark“ klärt die wichtigsten Fragen, verkürzt die Wartezeit aufs große Fest und liefert Hinter- gründe für den Small Talk beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.

für den Small Talk beim Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Vorfreude und Besinnlichkeit: Für jeden der vier

Vorfreude und Besinnlichkeit: Für jeden der vier Adventssonntage wird eine Kerze auf dem Kranz angezündet.

Adventskalender sind eine relativ moder- ne Erfindung, die vor allem Kin- dern das Ab- zählen der Tage bis zum Weih- nachtsfest er- leichtern sollen. Einen der ersten

Weihnachtskalen-

der druckte der Münchener Lithograf Gerhard Lang 1908. Der ent- hielt 24 bunte Bildchen, die aus- geschnitten und auf einen ande- ren Bogen aufgeklebt werden konnten. Um 1920 entstanden Advents- kalender mit zu öffnenden Türen. In der breiten Masse durchgesetzt haben sich die mit 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezem- ber jeweils eine geöffnet wird. Die-

1. bis zum 24. Dezem- ber jeweils eine geöffnet wird. Die- se Dezember-Kalender unterscheiden sich von

se Dezember-Kalender unterscheiden sich von den liturgi- schen Adventska- lendern, die je- weils am ersten Advent begin- nen und Tür- chen bis zum 6. Januar, dem Fest der Erschei- nung des Herrn, ha- ben. Außerdem haben sie vier zusätzliche Türchen für die Adventssonntage. In etlichen Gemeinden des Enzkreises gibt es inzwischen auch lebendige Ad- ventskalender und Adventsfens- ter, die von Privatleuten oder Ins- titutionen an verschiedenen Ta- gen geöffnet werden. Dann wer- den Gedichte gelesen, es gibt mu- sikalische Ständchen oder andere Darbietungen.

es gibt mu- sikalische Ständchen oder andere Darbietungen. „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt!“

Lustiger Kinderreim.

DIE ADVENTSZEIT

Mal lang, mal kurz

Los geht die Advents- zeit mit dem ersten Adventssonntag. Vier davon muss es geben, seit Papst Gregor der Große das um das Jahr

600 so

legt hat. Vorher

waren es bis zu sechs. Die vier Sonn- tage sollten für die

4000 Jahre stehen,

Menschheit – so die damalige Vor- stellung – auf den Erlöser warten muss. Der vierte Adventssonntag muss der letzte Sonntag vor dem 25. Dezember sein, denn an Hei- ligabend endet die Adventszeit de- finitiv. Weil die Adventszeit immer mit einem Sonntag beginnen muss, aber mit dem 24. Dezember ein fi- xes Ende hat, kann die Adventszeit von Jahr zu Jahr unterschiedlich lang sein – zwischen 22 und 28 Ta-

zu Jahr unterschiedlich lang sein – zwischen 22 und 28 Ta- die die ge. Der früheste

die

die

ge. Der früheste Start ist am 27. November, der späteste – so wie in diesem Jahr – am 3. Dezember. Der früheste Termin für den vierten Adventssonntag wäre somit der 18. Dezember. Advent kommt vom lateinischen „ad- ventus“ und bedeutet „Ankunft“. Für die Christenheit ist die Adventszeit also die Zeit, in der sie sich auf die Ankunft des Herrn – sprich: das Fest der Ge- burt Jesu Christi – vorbereitet. Oder es ist das Warten auf Jesus Wiederkehr zum jüngsten Gericht, weshalb Buße für viele Christen wichtiger Bestandteil der Advents- zeit ist. Nach katholischer und evange- lischer Tradition beginnt am ers- ten Advent auch das neue Kir- chenjahr.

festge-

Überfüllt und überteuert, aber auch irgendwie besinnlich: Für die meisten Erwachsenen in Deutschland gehören Weihnachts- märkte in der Adventszeit einfach dazu – in der Region bieten sich dazu wieder etliche Möglichkei- ten. In einer repräsentativen Stu- die des Meinungsforschungsinsti- tuts YouGov gaben fast drei Vier- tel der Befragten ab 18 Jahren an, in diesem Jahr mindestens einen Weihnachtsmarkt besuchen zu wollen. Nur sieben Prozent mein- ten, dass sie „auf keinen Fall“ auf einen Weihnachtsmarkt gehen

werden. Auch wenn 80 Prozent der Befragten Weihnachtsmärkte in der Regel überteuert und über- füllt finden – 73 Prozent könnten sich eine Adventszeit ohne Weih- nachtsmärkte dennoch nicht vor- stellen. Und 69 Prozent der Be- fragten sagen: „Weihnachtsmärkte stimmen mich besinnlich und sind eine Auszeit vom Alltag.“ 61 Prozent der Befragten vertra- ten allerdings die Ansicht, Weih- nachtsmärkte würden häufig ge- nutzt, um sich zu betrinken. Auf die Frage, was alles auf einen Weihnachtsmarkt gehört, antwor-

WEIHNACHTSMÄRKTE

Geschenke und Glühwein

teten wiederum 81 Prozent: Glüh- weinstände. Hoch im Kurs stehen außerdem Lichterketten (für 79 Prozent der Befragten), Weihnachtsbäume (78 Prozent), Stände mit Süßigkei- ten wie etwa Zuckerwatte oder ge- brannte Mandeln (75 Prozent), Es- sensstände (69 Prozent), Geschen- ke-Stände (68 Prozent) sowie Krip- pen (63 Prozent). Lediglich 34 Pro- zent sagten, sie könnten auf Weih- nachtsmärkten gut Geschenke für Weihnachten finden. Die ersten Weihnachtsmärkte in Deutschland öffnen schon rund

ersten Weihnachtsmärkte in Deutschland öffnen schon rund Unzertrennlich: 81 Prozent der Deutschen können sich laut

Unzertrennlich: 81 Prozent der Deutschen können sich laut Umfrage einen Weih- nachtsmarkt ohne Glühweinstände nicht vorstellen.

um das letzte Novemberwochen- ende, noch vor dem ersten Ad- vent.

Der Pforzheimer Weihnachts- markt öffnet seine Pforten am Montag, 27. November, und dau- ert bis zum 22. Dezember. Rund 60 Händler präsentieren werk- tags von 10.30 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 20 Uhr weih- nachtlichen Geschenkideen, kunsthandwerklichen Waren und kulinarische Leckereien. Eine der Attraktionen ist die Eisbahn „City on Ice“.