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Biographie

Wolfgang Borchert wird am 20. Mai 1921 in Hamburg geboren und wird am 20. November
mit nur 26 Jahren in Basel gestorben. Er war einer der wichtigsten und bekanntesten
Autoren der Nachkriegsliteratur wegen seines nicht sehr reichhaltigen Werkes von
Kurzgeschichten, Gedichte und einem Theaterstück. Er wurde im Juni 1941 zum
Militärdienst eingezogen. Von der Ostfront kehrte er mit Verletzungen und schweren
Erkrankungen zurück. Zweimal wurde er zudem wegen staatsfeindlicher Äußerungen und
Zersetzung der Wehrkraft verhaftet und verurteilt. Bei seinem letzten Fronteinsatz im
Westen geriet er 1945 in französische Gefangenschaft. Es gelang ihm zu fliehen und die
sechshundert Kilometer zu Fuß nach seinem Elternhaus in Hamburg zu marschieren, wo er
am 10. Mai schwerkrank eintraf. Nach dem Krieg arbeitete er kurz beim Kabarett und
Theater, aber seine Gesundheit war immer schlimmer, also begann er sehr viel zu schreiben.
Er wurde ein sehr produktiver Schriftsteller trotz der kurzen Zeit. Einige seine Werke waren
Kurzgeschichte wie „Das Brott“ und „Die Kirschen“, andere seine Werke waren Gedichte
wie „Laterne, Nacht und Sterne“ und Drama wie „Draußen vor der Tür“.
Inhaltsangabe
„Die Kirschen“ erzählt von einem Mann und seinem kranken Sohn, der wahrscheinlich noch
nicht so alt ist, da ihn der Vater mit „Junge“ anspricht. Das Thema diese Textes beschreibt
einen kranken Buben, der in seinem Fieberwahn glaubt, dass der Vater seine Kirschen
gegessen hat, die für ihn vors Fenster gestellt worden sind, damit sie schön kalt sind. Der
Kranke denkt so, weil der Vater etwas Rotes an seinen Händen hat, was aber nicht
Kirschensaft, sondern Blut ist, da sich der Vater an einer Tasse geschnitten hat, als er mit
dieser in der Hand ausgerutscht ist. Dabei wollte der Vater die Tasse nur kalt ausspülen, um
sie mit den Kirschen zu füllen und sie seinem Sohn zu bringen.
Analyse
„Die Kirschen“ ist eine Kurzgeschichte/Kurzerzählung mit nur zwei Figuren: Der Vater und
sein kranker Sohn, eine dritte Person wird kurz als „sie“ erwähnt, die die Mutter sein
könnte. Die ganze Geschichte wird mit einer neutralen Erzählperspektive erzählt, die auch
„allwissend“ ist, weil der Erzähler die Gedanken des kranken Jungen und den Schauplatz
kennt.
Die erzählte Zeit ist sehr wenig, weil „Die Kirschen“ eine Kurzgeschichte ist und eine
Alltagssprache benutzt wird. Die Erzählzeit der Geschichte ist auch nicht sehr lang, es
könnten nur fünf Minuten sein.
Man kann einen offenen Anfang und einen offenen Schluss einfach sehen, weil es keine
Einleitung gibt. Man kann nicht über die Vergangenheit und die Zukunft der Figuren wissen.
Einiges kann man vermuten, z.B., dass der Vater im Krieg verletzt wurde. Aber genaue
Information über das Leben der Figuren bekommt man im Text nicht.
Die Geschichte ist immer linear, es gibt keinen Ausgang und keinen Höhepunkt/Klimax. Der ganze
Text ist nicht kompliziert. Die Sätze sind kurz und leicht und die Geschichte ist in der Gegenwart
geschrieben.

Einige Ellipsen wie: „Alles voll Kirschen

Es gibt viele Wiederholungen wie: „habe ich das Fieber”- „Er hatte die ganze Hand voll Kirschsaft“-
„Sie hat die Kirschen extra vors Fenster gestellt, damit sie ganz kalt sind.“ Usw.

Interpretation
Diese Geschichte wurde in der Nachkriegszeit geschrieben. Viele Männer waren während
des Krieges gestorben, und die Überlebenden sind meistens verwundet. Daher mussten die
Frauen arbeiten und Essen beschaffen. Es gab einen großen Mangel an Nahrungsmittel. Die
Kirschen waren in der Nachkriegszeit sehr kostbar und teuer. Das ist in dieser Geschichte
wichtig, weil sie um die Kirschen kreist. Vielleicht musste die Mutter viel arbeiten, um diese
Kirsche zu bekommen.
Die weibliche Figur, die die „Mutter“ sein könnte, ist nicht in gegenwärtig, aber ihre Geste
(die Kirschen vor das Fenster stellen) zeigt Fürsorge und wird vom Kind sehr geschätzt. Die
Mutter ist nicht da, sorgt aber für das Essen. Der Vater ist lahm, wahrscheinlich als Folge
des Krieges.
Das Verhältnis zwischen der Vater und der Sohn ist sehr distanziert. Der Vater nannte seinen
Sohn „Junge“ und es gibt kein Vertrauen vom Sohn in den Vater, weil der Sohn glaubt, der
Vater könnte ihm schaden. Es gibt weder Kommunikation noch Verständnis zwischen ihnen.
Die Geschichte könnte in einer ländlichen Umgebung stattfinden. Wir glauben dass, weil
der Vater auf der „Erde“ liegt. Das heißt, dass sich die Familie vielleicht nicht in der Stadt
befindet.
Interessant finden wir auch den Satz „unter die Decke“: Es ist eine Geste, die man als ein
Schamgefühl interpretieren kann, weil der Junge dem Vater etwas Schlechtes zutrauen
kann.
Wenn wir an den Autor denken, können wir vermuten, dass er vielleicht mit dem Kranken
sogar sich selbst beschreibt, da er die Geschichte vor seinem Tod im Krankenbett schrieb.
Es ist nicht genau zu erkennen, was der Autor mit dieser Geschichte ausdrücken will. Man
kann nur Vermutungen aufstellen und nach Interpretationen suchen.