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Differentialrechnung

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Die Differential- bzw. Differenzialrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Analysis
und damit ein Gebiet der Mathematik. Sie ist eng verwandt mit der Integralrechnung, mit
der sie gemeinsam unter der Bezeichnung Infinitesimalrechnung zusammengefasst wird.
Zentrales Thema der Differentialrechnung ist die Berechnung lokaler Veränderungen von
Funktionen.

Hierzu dienlich und gleichzeitig Grundbegriff der Differentialrechnung ist die Ableitung
einer Funktion (auch Differentialquotient genannt), deren geometrische Entsprechung die
Tangentensteigung ist. Die Ableitung ist (nach der Vorstellung von Leibniz) der
Proportionalitätsfaktor zwischen verschwindend kleinen (infinitesimalen) Änderungen des
Eingabewertes und den daraus resultierenden, ebenfalls infinitesimalen Änderungen des
Funktionswertes. Existiert ein solcher Proportionalitätsfaktor, so nennt man die Funktion
differenzierbar. Äquivalent wird die Ableitung in einem Punkt als diejenige lineare
Abbildung definiert, die unter allen linearen Abbildungen die Änderung der Funktion lokal
am besten approximiert. Entsprechend wird die Ableitung auch die Linearisierung der
Funktion genannt.

In vielen Fällen ist die Differentialrechnung ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Bildung von
mathematischen Modellen, welche die Wirklichkeit möglichst genau abbilden sollen, sowie
zu deren nachfolgender Analyse. Die Entsprechung der Ableitung im untersuchten
Sachverhalt ist häufig die momentane Änderungsrate; in den Wirtschaftswissenschaften
spricht man auch häufig von Grenzraten (z. B. Grenzkosten, Grenzproduktivität eines
Produktionsfaktors etc.).

Dieser Artikel erklärt außerdem die mathematischen Begriffe: Differenzenquotient,


Differentialquotient, Differentiation, stetig differenzierbar, glatt, partielle Ableitung, totale
Ableitung, Reduktion des Grades eines Polynoms.

In geometrischer Sprache ist die Ableitung eine verallgemeinerte Steigung. Der


geometrische Begriff Steigung ist ursprünglich nur für lineare Funktionen definiert, deren
Funktionsgraph eine Gerade ist. Die Ableitung einer beliebigen Funktion an einer Stelle
definiert man als die Steigung der Tangenten im Punkt des Graphen von .

In arithmetischer Sprache gibt die Ableitung einer Funktion für jedes an, wie groß der
lineare Anteil der Änderung von ist (die Änderung 1. Ordnung), wenn sich um
einen beliebig kleinen Betrag ändert. Für die exakte Formulierung dieses Sachverhalts
wird der Begriff Grenzwert (oder Limes) verwendet.

In einer klassischen physikalischen Anwendung liefert die Ableitung der Orts- oder Weg-
Zeit-Funktion nach der Zeit die Momentangeschwindigkeit eines Teilchens. Die Ableitung
der Momentangeschwindigkeit nach der Zeit liefert die momentane Beschleunigung.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Definition
2.1 Einführung
2.2 Differenzierbarkeit und Ableitung in einem Punkt: Formale Definition
und Notation
2.3 Ableitung als eine Funktion
3 Berechnung von Ableitungen
3.1 Beispiel für die elementare Berechnung einer Ableitungsfunktion
3.2 Beispiel für eine nicht überall differenzierbare Funktion
3.3 Beispiel für eine nicht überall stetig differenzierbare Funktion
3.4 Ableitungsregeln
4 Der Fundamentalsatz der Analysis
5 Mittelwertsatz der Differentialrechnung
6 Mehrfache Ableitungen
7 Taylor-Reihen und Glattheit
8 Anwendungen
8.1 Berechnung von Minima und Maxima
8.1.1 Waagerechte Tangenten
8.1.2 Notwendige und hinreichende Bedingung im Beispiel
8.1.3 Kurvendiskussion
8.2 Differentialgleichungen
8.3 Ein Beispiel für angewandte Differentialrechnung
8.4 Differentialrechnung als Kalkül
9 Komplexe Differenzierbarkeit
10 Ableitungen von mehrdimensionalen Funktionen
10.1 Partielle Ableitungen
10.2 Implizite Differentiation
10.3 Totale Differenzierbarkeit
10.4 Wichtige Sätze
11 Verallgemeinerungen und verwandte Gebiete
12 Literatur
12.1 Schulbücher
12.2 Lehrbücher für Studenten der Mathematik und benachbarter Fächer
12.3 Lehrbücher für Studenten mit Nebenfach/Grundlagenfach Mathematik
13 Weblinks

Geschichte
Die Aufgabenstellung der Differentialrechnung war als Tangentenproblem seit der Antike
bekannt. Ein naheliegender Lösungsansatz bestand darin, die Tangente an eine Kurve durch
ihre Sekante über einem endlichen (endlich heißt hier: größer als null), aber beliebig kleinen
Intervall zu approximieren. Dabei war die technische Schwierigkeit zu überwinden, mit
einer solchen infinitesimal kleinen Intervallbreite zu
rechnen. Die ersten Anfänge der
Differentialrechnung gehen auf Pierre de Fermat
zurück. Er entwickelte um 1628 eine Methode,
Extremstellen von algebraischen Termen zu
bestimmen und Tangenten an Kegelschnitte und
andere Kurven zu berechnen. Seine „Methode“ war
rein algebraisch. Fermat betrachtete keine
Grenzübergänge und schon gar keine Ableitungen.
Gleichwohl lässt sich seine „Methode“ mit modernen
Mitteln der Analysis interpretieren und rechtfertigen
und hat Mathematiker wie Newton und Leibniz
nachweislich inspiriert. Einige Jahre später wählte
René Descartes einen anderen algebraischen Zugang,
indem er an eine Kurve einen Kreis anlegte. Dieser
schneidet die Kurve in zwei nahe Gottfried Wilhelm Leibniz
beieinanderliegenden Punkten; es sei denn, er berührt
die Kurve. Dieser Ansatz ermöglichte es ihm, für
spezielle Kurven die Steigung der Tangente zu
bestimmen.

Ende des 17. Jahrhunderts gelang es Isaac Newton


und Gottfried Wilhelm Leibniz unabhängig
voneinander, widerspruchsfrei funktionierende
Kalküle zu entwickeln (zur Entdeckungsgeschichte
und zum Prioritätsstreit siehe den Artikel
Infinitesimalrechnung). Newton ging das Problem
jedoch von einer anderen Seite an als Leibniz.
Während Newton das Problem physikalisch über das
Momentangeschwindigkeitsproblem anging,
versuchte es Leibniz geometrisch über das
Tangentenproblem. Ihre Arbeiten erlaubten das
Abstrahieren von rein geometrischer Vorstellung und
Isaac Newton
werden deshalb als Beginn der Analysis betrachtet.
Bekannt wurden sie vor allem durch das Buch des
Adligen Guillaume François Antoine, Marquis de L’Hospital, der bei Johann Bernoulli
Privatunterricht nahm und dessen Forschung zur Analysis so publizierte. Die heute
bekannten Ableitungsregeln basieren vor allem auf den Werken von Leonhard Euler, der
den Funktionsbegriff prägte. Newton und Leibniz arbeiteten mit beliebig kleinen Zahlen, die
aber größer als null sind. Dies wurde bereits von Zeitgenossen als unlogisch kritisiert,
beispielsweise von Bischof Berkeley in der polemischen Schrift The analyst: or a discourse
addressed to an infidel mathematician. Die Differentialrechnung wurde aber trotz
herrschender Unsicherheit konsequent weiterentwickelt; in erster Linie wegen ihrer
zahlreichen Anwendungen in der Physik und in anderen Gebieten der Mathematik.
Symptomatisch für die damalige Zeit war das von der Preußischen Akademie der
Wissenschaften 1784 veröffentlichte Preisausschreiben:
„… Die höhere Geometrie benutzt häufig unendlich große und unendlich kleine
Größen; jedoch haben die alten Gelehrten das Unendliche sorgfältig vermieden,
und einige berühmte Analysten unserer Zeit bekennen, dass die Wörter
unendliche Größe widerspruchsvoll sind. Die Akademie verlangt also, dass man
erkläre, wie aus einer widersprechenden Annahme so viele richtige Sätze
entstanden sind, und dass man einen sicheren und klaren Grundbegriff angebe,
welcher das Unendliche ersetzen dürfte, ohne die Rechnung zu schwierig oder
zu lang zu machen …“

Erst zum Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es Augustin-Louis Cauchy, der
Differentialrechnung die heute übliche logische Strenge zu geben, indem er von den
infinitesimalen Größen abging und die Ableitung als Grenzwert von Sekantensteigungen
(„Differenzenquotienten“) definierte. Die heute benutzte Definition des Grenzwerts wurde
schließlich von Karl Weierstraß Ende des 19. Jahrhunderts formuliert.

Definition
Einführung
Ausgangspunkt für die Definition der Ableitung ist die Näherung der Tangentensteigung
durch eine Sekantensteigung (manchmal auch Sehnensteigung genannt). Gesucht sei die
Steigung einer Funktion in einem Punkt . Man berechnet zunächst die
Steigung der Sekante an über einem endlichen Intervall:

Sekantensteigung = .

Die Sekantensteigung ist also der Quotient zweier Differenzen; sie wird deshalb auch
Differenzenquotient genannt. Mit der Kurznotation für kann
man die Sekantensteigung abgekürzt als schreiben.
Differenzenquotienten sind aus dem täglichen Leben wohlbekannt, zum Beispiel als
Durchschnittsgeschwindigkeit:

„Auf der Fahrt von Augsburg nach Flensburg war ich um 9:43 Uhr ( ) am Kreuz
Biebelried (Tageskilometerstand = 198 km). Um 11:04 Uhr ( ) war
ich am Dreieck Hattenbach (Tageskilometerstand =341 km). In 1
Stunde und 21 Minuten ( ) habe ich somit 143 km ( ) zurückgelegt. Meine
Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Teilstrecke betrug somit 143 km /
1,35 h = 106 km/h ( ).“

Um eine Tangentensteigung (im genannten Anwendungsbeispiel also eine


Momentangeschwindigkeit) zu berechnen, muss man die beiden Punkte, durch die die
Sekante gezogen wird, immer weiter aneinander rücken. Dabei gehen sowohl als auch
gegen Null. Der Quotient bleibt aber in vielen Fällen endlich. Auf diesem
Grenzübergang beruht die folgende Definition:

Differenzierbarkeit und Ableitung in einem Punkt: Formale Definition


und Notation
→ Hauptartikel: Differenzierbarkeit

Eine Funktion , die ein offenes Intervall U in die reellen Zahlen abbildet, heißt
differenzierbar an der Stelle , falls der Grenzwert

(mit )

existiert. Dieser Grenzwert heißt Differentialquotient oder Ableitung von nach an der
Stelle und wird als

oder oder oder notiert

(gesprochen: „f Strich von x null“, „d f von x nach d x an der Stelle x gleich x null“, „d f
nach d x von x null“ respektive „d nach d x von f von x null“).

Die Terme und werden als Differentiale bezeichnet, haben aber in der modernen
Analysis (zumindest bis zu diesem Punkt der Theorie) lediglich symbolische Bedeutung und
sind bisher nur in dieser Schreibweise des formal notierten Differentialquotienten erlaubt. In
manchen Anwendungen (Kettenregel, Integration mancher Differentialgleichungen,
Integration durch Substitution) rechnet man mit ihnen fast wie mit „normalen“ Variablen.
Die präzise formale Begründung hierfür liefert die Theorie der Differentialformen. Ein
Differential ist auch Teil der üblichen Notation für Integrale.

Die Notation einer Ableitung als Quotient zweier Differentiale wurde von Leibniz
eingeführt. Newton benutzte einen Punkt über der abzuleitenden Größe, was in der Physik
für Zeitableitungen bis heute üblich geblieben ist ( , sprich: „x Punkt“). Die Notation
mit Strich ( ) geht auf Joseph-Louis Lagrange zurück, der sie 1797 in seinem Buch
Théorie des fonctions analytiques einführte.

Im Laufe der Zeit wurde folgende gleichwertige Definition gefunden, die sich im
allgemeineren Kontext komplexer oder mehrdimensionaler Funktionen als leistungsfähiger
erwiesen hat:

Eine Funktion heißt in einem Punkt differenzierbar, falls eine Konstante existiert, so
dass

Der Zuwachs der Funktion , wenn man sich von nur wenig entfernt, etwa um den Wert
, lässt sich also durch sehr gut approximieren, man nennt die lineare Funktion mit
deswegen auch die Linearisierung von an der Stelle .

Eine weitere Definition ist: Es gibt eine an der Stelle stetige Funktion mit
und eine Konstante , so dass für alle gilt

Die Bedingungen und dass an der Stelle stetig ist, bedeuten gerade, dass
das „Restglied“ für gegen gegen null konvergiert.

In beiden Fällen ist die Konstante eindeutig bestimmt und es gilt . Der
Vorteil dieser Formulierung ist, dass Beweise einfacher zu führen sind, da kein Quotient
betrachtet werden muss. Diese Darstellung der besten linearen Approximation wurde schon
von Weierstraß, Henri Cartan und Jean Dieudonné konsequent angewandt.

Bezeichnet man eine Funktion als differenzierbar, ohne sich auf eine bestimmte Stelle zu
beziehen, dann bedeutet dies die Differenzierbarkeit an jeder Stelle des Definitionsbereiches,
also die Existenz einer eindeutigen Tangente für jeden Punkt des Graphen.

Jede differenzierbare Funktion ist stetig, die Umkehrung gilt jedoch nicht. Noch Anfang des
19. Jahrhunderts war man überzeugt, dass eine stetige Funktion höchstens an wenigen
Stellen nicht differenzierbar sein könne (wie die Betragsfunktion). Bernard Bolzano
konstruierte dann als erster Mathematiker tatsächlich eine Funktion, die überall stetig, aber
nirgends differenzierbar ist, was in der Fachwelt allerdings nicht bekannt wurde; Karl
Weierstraß fand dann in den 1860er Jahren ebenfalls eine derartige Funktion (siehe
Weierstraß-Funktion), was diesmal unter Mathematikern Wellen schlug. Ein bekanntes
mehrdimensionales Beispiel für eine stetige, nicht differenzierbare Funktion ist die von
Helge von Koch 1904 vorgestellte Koch-Kurve.
Ableitung als eine Funktion
Die Ableitung der Funktion an der Stelle bezeichnet mit beschreibt lokal das
Verhalten der Funktion in der Umgebung der betrachteten Stelle Nun wird nicht die
einzige Stelle sein, an der differenzierbar ist. Man kann daher versuchen, jeder Zahl aus
dem Definitionsbereich von die Ableitung an dieser Stelle (also ) zuzuordnen. Auf
diese Weise erhält man eine neue Funktion deren Definitionsbereich die Menge aller
Punkte ist, an denen differenzierbar ist. Diese Funktion heißt die Ableitungsfunktion
oder kurz die Ableitung von und man sagt „ ist auf differenzierbar“. Beispielsweise
hat die Quadratfunktion an einer beliebigen Stelle die Ableitung
die Quadratfunktion ist also auf der Menge der reellen Zahlen
differenzierbar. Die zugehörige Ableitungsfunktion ist gegeben durch

Die Ableitungsfunktion ist im Normalfall eine andere als die ursprüngliche, einzige
Ausnahme sind die Vielfachen der Exponentialfunktion.

Ist die Ableitung stetig, dann heißt stetig differenzierbar. In Anlehnung an die
Bezeichnung für die Gesamtheit (den Raum) der stetigen Funktionen mit
Definitionsmenge wird der Raum der stetig differenzierbaren Funktionen mit
abgekürzt.

Berechnung von Ableitungen


Das Berechnen der Ableitung einer Funktion wird Differentiation genannt; sprich, man
differenziert diese Funktion.

Um die Ableitung elementarer Funktionen (z. B. , ,…) zu berechnen, hält man


sich eng an die oben angegebene Definition, berechnet explizit einen Differenzenquotienten
und lässt dann gegen Null gehen. In der Schulmathematik wird dies als „h-Methode“
bezeichnet. Der typische Mathematikanwender vollzieht diese Berechnung nur ein paar
wenige Male in seinem Leben nach. Später kennt er die Ableitungen der wichtigsten
elementaren Funktionen auswendig, schlägt Ableitungen nicht ganz so geläufiger
Funktionen in einem Tabellenwerk (z. B. im Bronstein-Semendjajew oder unserer Tabelle
von Ableitungs- und Stammfunktionen) nach und berechnet die Ableitung
zusammengesetzter Funktionen mit Hilfe der Ableitungsregeln.

Beispiel für die elementare Berechnung einer Ableitungsfunktion

Gesucht sei die Ableitung von . Dann berechnet man den


Differenzenquotienten als
und erhält im Limes die Ableitung der Funktion

Beispiel für eine nicht überall differenzierbare Funktion


ist an der Stelle 0 nicht differenzierbar:

Für alle gilt nämlich und damit

Für alle gilt dagegen und folglich

Da der links- und der rechtsseitige Grenzwert nicht übereinstimmen, existiert der Grenzwert
nicht. Die Funktion ist somit an der betrachteten Stelle nicht differenzierbar. Die
Differenzierbarkeit der Funktion an allen anderen Stellen ist dagegen noch immer gegeben.

Es existieren an der Stelle 0 jedoch die rechtsseitige Ableitung

und die linksseitige Ableitung

.
Betrachtet man den Graphen von , so kommt man zu der Erkenntnis, dass der Begriff der
Differenzierbarkeit anschaulich bedeutet, dass der zugehörige Graph knickfrei verläuft.

Ein typisches Beispiel für nirgends differenzierbare stetige Funktionen, deren Existenz
zunächst schwer vorstellbar erscheint, sind fast alle Pfade der brownschen Bewegung. Diese
wird zum Beispiel zur Modellierung der Charts von Aktienkursen benutzt.

Beispiel für eine nicht überall stetig differenzierbare Funktion


Eine Funktion heißt stetig differenzierbar, wenn ihre Ableitung stetig ist. Selbst wenn eine
Funktion überall differenzierbar ist, muss die Ableitung nicht stetig sein. Zum Beispiel ist
die Funktion

an jeder Stelle, inklusive , differenzierbar. Die Ableitung, die an der Stelle 0 über den
Differenzenquotient bestimmt werden kann,
Beispiel einer nicht stetig differenzierbaren Funktion

ist aber an der Stelle 0 nicht stetig.

Ableitungsregeln

Ableitungen zusammengesetzter Funktionen, z.B. oder , führt


man mit Hilfe von Ableitungsregeln auf die Differentiation elementarer Funktionen zurück
(siehe auch: Tabelle von Ableitungs- und Stammfunktionen).

Mit den folgenden Regeln kann man die Ableitung zusammengesetzter Funktionen auf
Ableitungen einfacherer Funktionen zurückführen. Seien , und (im
Definitionsbereich) differenzierbare, reelle Funktionen, und reelle Zahlen, dann gilt:

Konstante Funktion

Faktorregel

Summenregel

Produktregel
Quotientenregel

Reziprokenregel

Potenzregel

Kettenregel

Umkehrregel
Ist eine an der Stelle differenzierbare, bijektive Funktion mit , und
ihre Umkehrfunktion bei differenzierbar, dann gilt:

Spiegelt man einen Punkt des Graphen von an der 1. Winkelhalbierenden und
erhält damit auf , so ist die Steigung von in der Kehrwert der
Steigung von in

Logarithmische Ableitung
Aus der Kettenregel folgt für die Ableitung des natürlichen Logarithmus einer
Funktion :

Ein Bruch der Form wird logarithmische Ableitung genannt.

Ableitung der Potenzfunktion


Um abzuleiten, erinnert man sich, dass Potenzen mit reellen
Exponenten auf dem Umweg über die Exponentialfunktion definiert sind:
. Anwendung der Kettenregel und – für die
innere Ableitung – der Produktregel ergibt
.

Leibnizsche Regel
Die Ableitung -ter Ordnung für ein Produkt aus zwei -fach differenzierbaren
Funktionen und ergibt sich aus

Die hier auftretenden Ausdrücke der Form sind Binomialkoeffizienten.

Formel von Faà di Bruno


Diese Formel ermöglicht die geschlossene Darstellung der -ten Ableitung der
Komposition zweier -fach differenzierbarer Funktionen. Sie verallgemeinert die
Kettenregel auf höhere Ableitungen.

Der Fundamentalsatz der Analysis


Die wesentliche Leistung von Leibniz war die Erkenntnis, dass Integration und
Differentiation zusammenhängen. Diese formulierte er im Hauptsatz der Differential- und
Integralrechnung, auch Fundamentalsatz der Analysis genannt. Er besagt:

Ist ein Intervall, eine stetige Funktion und ein beliebiger Punkt,
so ist die Funktion

stetig differenzierbar, und ihre Ableitung ist .

Hiermit ist also eine Anleitung zum Integrieren gegeben: Gesucht ist eine Funktion, deren
Ableitung der Integrand ist. Dann gilt:

Mittelwertsatz der Differentialrechnung


Ein weiterer zentraler Satz der Differentialrechnung ist der Mittelwertsatz, der von Cauchy
bewiesen wurde.

Es sei eine Funktion, die auf dem abgeschlossenen Intervall (mit


) definiert und stetig ist. Außerdem sei die Funktion im offenen Intervall
differenzierbar. Unter diesen Voraussetzungen gibt es mindestens ein , sodass

gilt.

Mehrfache Ableitungen
Ist die Ableitung einer Funktion wiederum differenzierbar, so lässt sich die zweite
Ableitung von als Ableitung der ersten definieren. Auf dieselbe Weise können dann auch
dritte, vierte etc. Ableitungen definiert werden. Eine Funktion kann dementsprechend
einfach differenzierbar, zweifach differenzierbar etc. sein.

Die zweite Ableitung kann geometrisch als die Krümmung eines Graphen interpretiert
werden. Sie hat zahlreiche physikalische Anwendungen. Zum Beispiel ist die erste
Ableitung des Orts nach der Zeit die Momentangeschwindigkeit, die zweite
Ableitung die Beschleunigung. Aus der Physik kommt die Schreibweise , (Sprich:
Punkt), für Ableitungen einer beliebigen Funktion nach der Zeit.

Wenn Politiker sich über den „Rückgang des Anstiegs der Arbeitslosenzahl“ äußern, dann
sprechen sie von der zweiten Ableitung (Änderung des Anstiegs), um die Aussage der
ersten Ableitung (Anstieg der Arbeitslosenzahl) zu relativieren.

Mehrfache Ableitungen können auf drei verschiedene Weisen geschrieben werden:

oder im physikalischen Fall (bei einer Ableitung nach der Zeit)

Naheliegenderweise wird die Multi-Apostroph-Schreibweise bei niedrigen, die eine oder


andere Zahlen-Schreibweise bei hohen Ableitungen bevorzugt. Für die formale
Bezeichnung beliebiger Ableitungen legt man außerdem fest, dass und
.

Taylor-Reihen und Glattheit


Ist eine ( )-mal stetig differenzierbare Funktion im Intervall , dann gilt für alle
und aus die Darstellung der sogenannten Taylor-Formel:

mit dem -ten Taylorpolynom an der Entwicklungsstelle

und dem ( )-ten Restglied

Eine beliebig oft differenzierbare Funktion wird glatte Funktion genannt. Da sie alle
Ableitungen besitzt, kann die oben angegebene Taylor-Formel erweitert werden auf die
Taylor-Reihe von mit Entwicklungspunkt

Es stellt sich allerdings heraus, dass die Existenz aller Ableitungen nicht ergibt, dass sich
durch die Taylor-Reihe darstellen lässt. Anders ausgedrückt: Jede analytische Funktion ist
glatt, aber nicht umgekehrt, wie das im Artikel Taylorreihe gegebene Beispiel einer nicht
analytischen glatten Funktion zeigt.

Häufig findet man in mathematischen Betrachtungen den Begriff hinreichend glatt. Hiermit
ist gemeint, dass die Funktion so oft differenzierbar ist, wie nötig um den aktuellen
Gedankengang durchzuführen.

Anwendungen
Berechnung von Minima und Maxima
Eine der wichtigsten Anwendungen der Differentialrechnung ist die Bestimmung von
Extremwerten, meist zur Optimierung von Prozessen. Diese befinden sich unter anderem
bei monotonen Funktionen am Rand des Definitionsbereichs, im Allgemeinen jedoch an
den Stellen, wo die Ableitung Null ist. Eine Funktion kann einen Maximal- oder
Minimalwert haben, ohne dass die Ableitung an dieser Stelle existiert, im folgenden werden
jedoch nur zumindest lokal differenzierbare Funktionen betrachtet. Als Beispiel nehmen wir
die Polynomfunktion mit dem Funktionsterm

Die Abbildung zeigt den Verlauf der Graphen von , und .

Waagerechte Tangenten

Besitzt eine Funktion mit in einem Punkt ihren


größten Wert, gilt also für alle dieses Intervalls , und ist im Punkt
differenzierbar, so kann die Ableitung dort nur gleich null sein: . Eine
entsprechende Aussage gilt, falls in den kleinsten Wert annimmt.

Geometrische Deutung dieses Satzes von Fermat ist, dass der Graph der Funktion in lokalen
Extrempunkten eine parallel zur -Achse verlaufende Tangente, auch waagerechte Tangente
genannt, besitzt.
Es ist somit für differenzierbare Funktionen eine notwendige Bedingung für das Vorliegen
einer Extremstelle, dass die Ableitung an der betreffenden Stelle den Wert 0 annimmt:

Umgekehrt kann daraus, dass die Ableitung an einer Stelle den Wert null hat, noch nicht auf
eine Extremstelle geschlossen werden, es könnte auch beispielsweise ein Sattelpunkt
vorliegen. Eine Liste verschiedener hinreichender Kriterien, deren Erfüllung sicher auf eine
Extremstelle schließen lässt, findet sich im Artikel Extremwert. Diese benutzen meist die
zweite oder noch höhere Ableitungen.

Notwendige und hinreichende Bedingung im Beispiel

Im Beispiel ist

Daraus folgt, dass genau für und gilt. Die Funktionswerte an


diesen Stellen sind und , d. h. die Kurve hat in den Punkten
und waagerechte Tangenten, und nur in diesen.

Da die Folge

abwechselnd aus kleinen und großen Werten besteht, muss in diesem Bereich ein Hoch-
und ein Tiefpunkt liegen. Nach dem Satz von Fermat hat die Kurve in diesen Punkten eine
waagerechte Tangente, es kommen also nur die oben ermittelten Punkte in Frage: Also ist
ein Hochpunkt und ein Tiefpunkt.

Kurvendiskussion

→ Hauptartikel: Kurvendiskussion

Mit Hilfe der Ableitungen lassen sich noch weitere Eigenschaften der Funktion analysieren,
wie Wendepunkte, Sattelpunkt, Konvexität oder die oben schon angesprochene Monotonie.
Die Durchführung dieser Untersuchungen ist Gegenstand der Kurvendiskussion.

Differentialgleichungen
→ Hauptartikel: Differentialgleichung

Eine weitere wichtige Anwendung der Differentialrechnung besteht in der mathematischen


Modellierung physikalischer Vorgänge. Wachstum, Bewegung oder Kräfte haben alle mit
Ableitungen zu tun, ihre formelhafte Beschreibung muss also Differentiale enthalten.
Typischerweise führt dies auf Gleichungen, in denen Ableitungen einer unbekannten
Funktion auftauchen, eben genau Differentialgleichungen.

Beispielsweise verknüpft das newtonsche Bewegungsgesetz

die Beschleunigung eines Körpers mit seiner Masse und der auf ihn einwirkenden
Kraft . Das Grundproblem der Mechanik lautet deshalb, aus einer gegebenen
Beschleunigung auf die Ortsfunktion eines Körpers zurückzuschließen. Diese Aufgabe, eine
Umkehrung der zweifachen Differentiation, hat die mathematische Gestalt einer
Differentialgleichung zweiter Ordnung. Die mathematische Schwierigkeit dieses Problems
rührt daher, dass Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung Vektoren sind, die im
Allgemeinen nicht in die gleiche Richtung zeigen, und dass die Kraft von der Zeit und
vom Ort abhängen kann.

Da viele Modelle mehrdimensional sind, sind bei der Formulierung häufig die weiter unten
erklärten partiellen Ableitungen sehr wichtig, mit denen sich partielle
Differentialgleichungen formulieren lassen. Mathematisch kompakt werden diese mittels
Differentialoperatoren beschrieben und analysiert.

Ein Beispiel für angewandte Differentialrechnung


In der Mikroökonomie werden beispielsweise verschiedene Arten von
Produktionsfunktionen analysiert, um daraus Erkenntnisse für makroökonomische
Zusammenhänge zu gewinnen. Hier ist vor allem das typische Verhalten einer
Produktionsfunktion von Interesse: Wie reagiert die abhängige Variable Output
(produzierte Menge eines Gutes), wenn der Input (Produktionsfaktor, z. B. Arbeit oder
Kapital) um eine (infinitesimal) kleine Einheit erhöht wird?

Ein Grundtyp einer Produktionsfunktion ist etwa die neoklassische Produktionsfunktion.


Sie zeichnet sich dadurch aus, dass der Output bei jedem zusätzlichen Input steigt, dass aber
die Zuwächse abnehmend sind. Es sei beispielsweise für einen Betrieb die
Produktionsfunktion

maßgebend. Die erste Ableitung dieser Funktion ergibt unter Anwendung der Kettenregel

Da der Wurzelausdruck der ersten Ableitung nur positiv werden kann, sieht man, dass der
Ertrag bei jedem zusätzlichen Input steigt. Die zweite Ableitung ergibt
.

Sie wird für alle Inputs negativ, also fallen die Zuwachsraten. Man könnte also sagen, dass
bei steigendem Input der Output unterproportional steigt. Die relative Änderung des
Outputs im Verhältnis zu einer relativen Änderung des Inputs ist hier durch die Elastizität
gegeben.

Differentialrechnung als Kalkül


Neben der Bestimmung der Steigung von Funktionen ist die Differentialrechnung durch
ihren Kalkül ein wesentliches Hilfsmittel bei der Termumformung. Hierbei löst man sich
von jeglichem Zusammenhang mit der ursprünglichen Bedeutung der Ableitung als
Anstieg. Hat man zwei Terme als gleich erkannt, lassen sich durch Differentiation daraus
weitere (gesuchte) Identitäten gewinnen. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen:

Aus der Teleskopsumme:


soll

möglichst einfach gewonnen werden. Dies gelingt durch Differentiation mit Hilfe der
Quotientenregel:

Alternativ ergibt sich die Identität auch durch Ausmultiplizieren und anschließendes
dreifaches Teleskopieren, was aber nicht so einfach zu durchschauen ist.

Komplexe Differenzierbarkeit
→ Hauptartikel: Komplexe Differenzierbarkeit

Bisher wurde nur von reellen Funktionen gesprochen. Für Differenzierbarkeit von
Funktionen mit komplexen Argumenten wird einfach die Definition mit der Linearisierung
verwandt. Hier ist die Bedingung viel einschränkender als im reellen: So ist beispielsweise
die Betragsfunktion nirgendwo komplex differenzierbar. Gleichzeitig ist jede in einer
Umgebung einmal komplex differenzierbare Funktion automatisch beliebig oft
differenzierbar, es existieren also alle höheren Ableitungen.

Ableitungen von mehrdimensionalen Funktionen


Alle vorherigen Ausführungen legten eine Funktion in einer Variablen (also mit einer
reellen oder komplexen Zahl als Argument) zugrunde. Funktionen, die Vektoren auf
Vektoren oder Vektoren auf Zahlen abbilden, können ebenfalls eine Ableitung haben.
Allerdings ist eine Tangente an den Funktionsgraph in diesen Fällen nicht mehr eindeutig
bestimmt, da es viele verschiedene Richtungen gibt. Hier ist also eine Erweiterung des
bisherigen Ableitungsbegriffs notwendig.

Partielle Ableitungen
→ Hauptartikel: Partielle Ableitung

Wir betrachten zunächst eine Funktion, die von geht. Ein Beispiel ist die
Temperaturfunktion: In Abhängigkeit vom Ort wird die Temperatur im Zimmer gemessen,
um zu beurteilen, wie effektiv die Heizung ist. Wird das Thermometer in eine bestimmte
Richtung bewegt, ist eine Veränderung der Temperatur festzustellen. Dies entspricht der so
genannten Richtungsableitung. Die Richtungsableitungen in spezielle Richtungen, nämlich
die der Koordinatenachsen, nennt man die partiellen Ableitungen.
Insgesamt lassen sich für eine Funktion in Variablen insgesamt partielle Ableitungen
errechnen:

Die einzelnen partiellen Ableitungen einer Funktion lassen sich auch gebündelt als Gradient
oder Nablavektor anschreiben. Partielle Ableitungen können wieder differenzierbar sein und
ihre partiellen Ableitungen lassen sich dann in der so genannten Hesse-Matrix anordnen.
Analog zum eindimensionalen Fall sind die Kandidaten für Extremstellen da, wo die
Ableitung null ist, also der Gradient verschwindet. Ebenfalls analog bestimmt die zweite
Ableitung, also die Hesse-Matrix, in gewissen Fällen den exakt vorliegenden Fall. Im
Gegensatz zum eindimensionalen ist allerdings die Formenvielfalt in diesem Falle größer.
Mittels einer Hauptachsentransformation der durch eine mehrdimensionale Taylor-
Entwicklung im betrachteten Punkt gegebenen quadratischen Form lassen sich die
verschiedenen Fälle klassifizieren.

Implizite Differentiation
→ Hauptartikel: Implizite Differentiation

Ist eine Funktion durch eine implizite Gleichung gegeben,


so folgt aus der mehrdimensionalen Kettenregel, die für Funktionen mehrerer Variablen gilt

Für die Ableitung der Funktion ergibt sich daher

mit

Totale Differenzierbarkeit
→ Weiterführender Artikel: Totale Differenzierbarkeit

Eine Funktion , wobei eine offene Menge ist, heißt in einem Punkt
total differenzierbar (oder auch nur differenzierbar), falls eine lineare Abbildung
existiert, so dass

gilt.
Für den eindimensionalen Fall stimmt diese Definition mit der oben angegebenen überein.
Die lineare Abbildung ist bei Existenz eindeutig bestimmt, ist also insbesondere
unabhängig von der Wahl äquivalenter Normen. Die Tangente wird also durch die lokale
Linearisierung der Funktion abstrahiert. Die Matrixdarstellung der ersten Ableitung von
nennt man Jacobi-Matrix. Es handelt sich um eine -Matrix. Für erhält man
den oben beschriebenen Gradienten.

Zwischen den partiellen Ableitungen und der totalen Ableitung besteht folgender
Zusammenhang: Existiert in einem Punkt die totale Ableitung, so existieren dort auch alle
partiellen Ableitungen. In diesem Fall stimmen die partiellen Ableitungen mit den
Koeffizienten der Jacobi-Matrix überein. Umgekehrt folgt aus der Existenz der partiellen
Ableitungen in einem Punkt nicht zwingend die totale Differenzierbarkeit, ja nicht
einmal die Stetigkeit. Sind die partiellen Ableitungen jedoch zusätzlich in einer Umgebung
von stetig, dann ist die Funktion in auch total differenzierbar.

Wichtige Sätze
Satz von Schwarz: Die Differentiationsreihenfolge ist bei der Berechnung von
partiellen Ableitungen höherer Ordnung unerheblich, wenn alle partiellen
Ableitungen bis zu dieser Ordnung (einschließlich) stetig sind.
Satz von der impliziten Funktion: Funktionsgleichungen sind lösbar, falls die Jacobi-
Matrix bezüglich bestimmter Variablen lokal invertierbar ist.

Verallgemeinerungen und verwandte Gebiete


In vielen Anwendungen ist es wünschenswert, Ableitungen auch für stetige oder
sogar unstetige Funktionen bilden zu können. So kann beispielsweise eine sich am
Strand brechende Welle durch eine partielle Differentialgleichung modelliert werden,
die Funktion der Höhe der Welle ist aber noch nicht einmal stetig. Zu diesem Zweck
verallgemeinerte man Mitte des 20. Jahrhunderts den Ableitungsbegriff auf den Raum
der Distributionen und definierte dort eine schwache Ableitung. Eng verbunden damit
ist der Begriff des Sobolew-Raums.
In der Differentialgeometrie werden gekrümmte Flächen untersucht. Hierzu wird der
Begriff der Differentialform benötigt.
Der Begriff der Ableitung als Linearisierung lässt sich analog auf Funktionen
zwischen zwei normierbaren topologischen Vektorräumen und übertragen (s.
Hauptartikel: Fréchet-Ableitung, Gâteaux-Differential, Lorch-Ableitung): heißt
dann in Fréchet-differenzierbar, wenn ein stetiger linearer Operator
existiert, so dass

Eine Übertragung des Begriffes der Ableitung auf andere Ringe als und (und
Algebren darüber) ist die Derivation.
Die Differenzenrechnung überträgt die Differentialrechnung auf Reihen.
Literatur
Schulbücher
Differentialrechnung ist ein zentraler Unterrichtsgegenstand in der Sekundarstufe II und
wird somit in allen Mathematik-Lehrbüchern dieser Stufe behandelt.

Lehrbücher für Studenten der Mathematik und benachbarter Fächer


Henri Cartan: Differentialrechnung. Bibliographisches Institut, Mannheim 1974.
ISBN 3-411-01442-3
Henri Cartan: Differentialformen. Bibliographisches Institut, Mannheim 1974. ISBN
3-411-01443-1
Henri Cartan: Elementare Theorien der Analytischen Funktionen einer und mehrerer
Komplexen Veränderlichen. Bibliographisches Institut, Mannheim 1966, 1981. ISBN
3-411-00112-7
Richard Courant: Vorlesungen über Differential- und Integralrechnung. 2 Bde.
Springer 1928, 41971. ISBN 3-540-02956-7
Jean Dieudonné: Grundzüge der modernen Analysis. Bd. 1. Vieweg, Braunschweig
1972. ISBN 3-528-18290-3
Gregor M. Fichtenholz: Differential- und Integralrechnung I-III Verlag Harri
Deutsch, Frankfurt am Main, 1990-2004. ISBN 978-3-8171-1418-4 (kompletter
Satz)
Otto Forster: Analysis 1. Differential- und Integralrechnung einer Veränderlichen.
Vieweg, Braunschweig 72004. ISBN 3-528-67224-2
Otto Forster: Analysis 2. Differentialrechnung im Rn. Gewöhnliche
Differentialgleichungen. Vieweg, Braunschweig 62005. ISBN 3-528-47231-6
Konrad Königsberger: Analysis. 2 Bde. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-41282-4
Wladimir I. Smirnow: Lehrgang der höheren Mathematik (Teil 1-5). Verlag Harri
Deutsch, Frankfurt am Main, 1995-2004. ISBN 978-3-8171-1419-1 (kompletter
Satz)
Steffen Timmann: Repetitorium der Analysis. 2 Bde. Binomi, Springe 1993. ISBN 3-
923923-50-3, ISBN 3-923923-52-X

Lehrbücher für Studenten mit Nebenfach/Grundlagenfach Mathematik


Rainer Ansorge, Hans Joachim Oberle: Mathematik für Ingenieure. Bd. 1. Akademie-
Verlag, Berlin 1994, ³2000. ISBN 3-527-40309-4
Günter Bärwolff (unter Mitarbeit von G. Seifert): Höhere Mathematik für
Naturwissenschaftler und Ingenieure. Elsevier Spektrum Akademischer Verlag,
München 2006. ISBN 3-8274-1688-4
Lothar Papula: Mathematik für Naturwissenschaftler und Ingenieure. Bd. 1. Vieweg,
Wiesbaden 2004. ISBN 3-528-44355-3
Klaus Weltner: Mathematik für Physiker. Bd. 1. Springer, Berlin 2006. ISBN 3-540-
29842-8
Peter Dörsam: Mathematik anschaulich dargestellt für Studierende der
Wirtschaftswissenschaften. PD-Verlag, Heidenau 2010 (15. Auflage). ISBN 978-3-
86707-015-7

Weblinks
Wiktionary: Differentialrechnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft,
Synonyme, Übersetzungen

Tool zur Bestimmung von Ableitungen beliebiger Funktionen mit einer oder
mehreren Variablen mit Rechenweg (deutsch; benötigt JavaScript)
(http://www.ableitungsrechner.net/)
Online-Rechner zum Ableiten von Funktionen mit Rechenweg und Erklärungen
(deutsch) (http://matheguru.com/rechner/ableiten/)
Tool zur Bestimmung von Ableitungen und Stammfunktionen von Funktionen mit
einer Variablen (http://wims.unice.fr/wims/wims.cgi?
module=tool/analysis/function.en) (englisch)
Grundidee des Differenzierens – Filmclip (http://www.mathe-
online.at/clips/differenzieren/index.html)
Anschauliche Erklärung von Ableitungen (http://www.matheprisma.uni-
wuppertal.de/Module/Ableitung/index.htm)

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