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1.

Die Torah – Die 5 Bücher Mose

In den folgenden Videos werde ich ausführlich auf eindeutige und unabstreitbare
Verfälschungen der Lehren von Moses, die Yeshua aber auch einige der anderen
Propheten direkt aufgedeckt haben, und auf Lehren, die aufgrund der Lehren von
Yeshua und der Apostel äußerst fragwürdig erscheinen, um nicht zu sagen diese
direkt widerlegen. Die ersten Videos werden sich fast ausschließlich auf biblische
Schriften beschränken, um ein Fundament für die weiterführenden Videos zu
schaffen, in denen ich auf einige außerbiblische Schriften eingehen werde (immer im
Zusammenhang und Vergleich zu den biblischen Schriften) die das Gesamtbild auf
sehr erleuchtende bzw. schockierende Art und Weise vervollständigen werden. Dies
ist eine Einleitung, die zeigt, dass es von größter Wichtigkeit ist, zu wissen, ob die
Schriften von Moses verfälscht wurden, was meines Erachtens unzweifelhaft der Fall
ist. In den folgenden zahlreichen Videos werde ich daher aufzeigen, dass viele der
Lehren von Mose durch die Lehren von Menschen und Teufeln verfälscht wurden.

Die JEDP Theorie

In Kurzform sagt die JEDP Theorie, dass die ersten fünf Bücher der Bibel, 1. - 5. Mose
nicht komplett durch Moses, der in 1451 v.Chr. starb, geschrieben wurden, sondern
auch durch andere Autoren/Augenzeugen nach Moses. Diese Theorie basiert auf
der Tatsache, dass unterschiedliche Namen für Gott verwendet wurden in den
verschiedenen Teilen des Pentateuch, und dass es Unterschiede im Schreibstil
zwischen den Büchern gibt. Die Buchstaben der JEDP Theorie stehen für vier
angebliche Autoren: J für den Autor, der „Jehovah“ für Gottes Name verwendete (ca.
850 v.Chr. südl. Königreich/Juda); E für den Autor, der „Elohim“ für Gottes Name
verwendete (ca. 750 v.Chr., nördl. Königreich); D für den Autor vom 5. Buch Mose,
das Deuteronium schrieb (wahrscheinlich von Hilkiah, dem Hohepriester unter König
Josiah von Judah im Jahre 621 v. Chr., geschrieben) und der P für den priesterlichen
Autor vom 3. Buch Mose (in verschiedenen Etappen von Ezechia bis Esra
geschrieben, unter dessen Führung die neuesten priesterlichen Passagen der Torah
hinzugefügt wurden). Die JEDP Theorie sagt auch aus, dass die unterschiedlichen
Teile des Pentateuch vermutlich im 4. Jahrhundert v.Chr. durch Esra nach der
Rückkehr aus dem Exil neu kompiliert wurden.
Julius Wellhausen fand vor 125 Jahren innerhalb des Pentateuchs eine vorwiegend
kultgesetzliche Quelle, die Priesterschrift, und bemerkte auch, dass das 5. Buch
Mose, das Deuteronomium, den Platz einer vierten Quelle beanspruchen könnte.
Wir haben in den beiden ersten Kapiteln des 1. Buch Mose zwei Schöpfungsberichte.
1.Mose 1:1-2,4 gehört zur Priesterschrift, während man die Fortsetzung bis 5,24 dem
Jahwisten zuschrieb. Dann folgt im 5. Kapitel eine Abstammungstafel, ein sog.
Toledoth-Buch. Toledoth-Bücher werden allgemein als Bestandteile der
Priesterschrift angesehen. Der Elohist kommt erst ab 1.Mose 15 zu Wort. Durch die
ersten vier Bücher Mose verfolgte man die drei Quellen. Julius Wellhausen setzte
voraus, dass zunächst Jahwist und Elohist zusammengearbeitet worden seien. Das
Ergebnis nannte er dann „Jehovist“. Martin Noth hat vor 60 Jahren die Priesterschrift
als maßgeblich angenommen, in die dann die beiden anderen Quellen eingearbeitet
worden seien. Dabei wären diese beiden anderen nicht vollständig, sondern nur
soweit sie sich der Priesterschrift fügten übernommen worden.

Es mag diejenigen geben, die sagen, dass es egal ist, wer die Torah geschrieben hat,
solange wir daran glauben und ihr folgen. Warum sollten wir uns in solche Fragen
einmischen, wenn alles, was wirklich zählt, ist, dass wir sorgfältig darauf achten, alle
Worte dieser Torah zu beachten, die in diesem Buch geschrieben sind?

Die Frage der Urheberschaft der Thora ist zumindest aus einem Grund wichtig: Da
das Buch behauptet, von einem bestimmten Autor geschrieben worden zu sein, ist
es einfach eine Frage der Integrität, dass diese Behauptung auch bestätigt wird.
Denn wenn dieser Anspruch auf Urheberschaft nicht begründet ist, warum sollten
wir dann dem, was dieses Buch sagt, vertrauen? Kurz gesagt, wenn die Thora
behauptet, von Mose geschrieben zu werden, und wir finden heraus, dass sie
tatsächlich nicht von ihm geschrieben wird, dann gibt es keinen Grund, dem zu
vertrauen, was die Torah sonst sagen mag - vielleicht täuscht sie uns auch in Bezug
auf andere Fragen. Die Theorie wurde zudem durch eine speziell entwickelte
Software („Logos“) bestätigt, mit der man anhand der Schreibweise und der
benutzten Worte feststellen kann, ob ein Text von mehreren verschiedenen Autoren
geschrieben wurde oder nur von einem einzigen.
Zwei widersprüchliche Schöpfungsgeschichten

"Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe,
und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr
Same ist auf der Erde. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und
Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte
tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut
war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag… Und Gott sprach: Es wimmle
das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der
Feste des Himmels. Und Gott schuf große Seeungeheuer und alles Getier, das da
lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle
gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und
Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das
Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. Da ward aus Abend
und Morgen der fünfte Tag. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges
Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes
nach seiner Art. Und es geschah so. Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein
jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des
Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Lasset
uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische
im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die
ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den
Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann
und Frau… Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag." 1.Mose 1:20-27

"Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das
Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch
nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute;
aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. Da machte
Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des
Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen... Und Gott
der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe
machen, die ihm entspricht. Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf
dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen,
dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so
sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem
Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine
Hilfe gefunden, die ihm entsprach. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen
auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss
die Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von
dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Die ist nun
Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin
nennen, weil sie vom Manne genommen ist." 1.Mose 2

Drei verschiedene Versionen der 10 Gebote: 2.Mose 20, 2.Mose 34,


5.Mose 5

„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich
dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. Du sollst
keine andern Götter haben neben mir. - Du sollst dir kein Götterbild machen, auch
keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was
im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen
nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die
Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation
von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von
Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten. - Du sollst den
Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der HERR
wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht. Denke
an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine
Arbeit tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Du sollst an
ihm keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine
Magd und dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore wohnt. Denn
in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles,
was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den
Sabbattag und heiligte ihn. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage
lange währen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt. - Du sollst nicht töten. -
Du sollst nicht ehebrechen. - Du sollst nicht stehlen. - Du sollst gegen deinen
Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen. - Du sollst nicht das Haus deines
Nächsten begehren. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen
Knecht, noch seine Magd, weder sein Rind noch seinen Esel, noch irgendetwas, was
deinem Nächsten gehört... So blieb denn das Volk von ferne stehen. Mose aber
näherte sich dem Dunkel, wo Gott war. Da sprach der HERR zu Mose: So sollst du zu
den Söhnen Israel sprechen: Ihr habt selbst gesehen, dass ich vom Himmel her mit
euch geredet habe. Ihr sollt neben mir keine Götter aus Silber machen, auch Götter
aus Gold sollt ihr euch nicht machen. Einen Altar aus Erde sollst du mir machen und
darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe und deine Rinder
darbringen." 2.Mose 20

"Da stieg der HERR in der Wolke herab, und er trat dort neben ihn und rief den
Namen des HERRN aus. Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief:
Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade
und Treue, der Gnade bewahrt an Tausenden von Generationen, der Schuld,
Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld
der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern, an der dritten und vierten
Generation. Da warf sich Mose eilends zur Erde nieder, betete an und sagte: Wenn
ich doch Gunst gefunden habe in deinen Augen, Herr, so möge doch der Herr in
unserer Mitte mitgehen! Wenn es auch ein halsstarriges Volk ist, vergib uns aber
dennoch unsere Schuld und Sünde und nimm uns als Erbe an! Er sprach: Siehe, ich
schließe einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie bisher
nicht vollbracht worden sind auf der ganzen Erde und unter allen Nationen. Und das
ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, soll das Tun des HERRN sehen; denn
furchterregend ist, was ich an dir tun werde. Beachte genau, was ich dir heute
gebiete! Siehe, ich will vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hewiter
und Jebusiter vertreiben. Hüte dich, mit den Bewohnern des Landes, in das du
kommen wirst, einen Bund zu schließen, damit sie nicht zur Falle werden in deiner
Mitte! Vielmehr sollt ihr ihre Altäre niederreißen, ihre Gedenksteine zertrümmern
und ihre Ascherim ausrotten. Denn du darfst dich vor keinem andern Gott anbetend
niederwerfen; denn der HERR, dessen Name "Eifersüchtig" ist, ist ein eifersüchtiger
Gott. Dass du ja keinen Bund mit den Bewohnern des Landes schließt! Denn dann
könnte man dich einladen, und du könntest, wenn sie ihren Göttern nachhuren und
ihren Göttern opfern, von ihren Schlachtopfern essen. Und du könntest von ihren
Töchtern für deine Söhne Frauen nehmen, und wenn dann ihre Töchter ihren
Göttern nachhuren, könnten sie deine Söhne dazu verführen, ihren Göttern
nachzuhuren. Gegossene Götter sollst du dir nicht machen. Das Fest der
ungesäuerten Brote sollst du halten; sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen,
wie ich dir geboten habe, zur festgesetzten Zeit des Monats Abib; denn im Monat
Abib bist du aus Ägypten ausgezogen. - Alles, was zuerst den Mutterschoß
durchbricht, gehört mir; auch all dein männliches Vieh, die Erstgeburt von Rind
und Schaf. Die Erstgeburt vom Esel aber sollst du mit einem Schaf auslösen. Wenn
du sie jedoch nicht auslösen willst, dann brich ihr das Genick! Alle Erstgeburt
deiner Söhne sollst du auslösen. Und man soll nicht mit leeren Händen vor meinem
Angesicht erscheinen. Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du
ruhen; auch in der Zeit des Pflügens und in der Ernte sollst du ruhen. Auch das
Wochenfest, das Fest der Erstlinge der Weizenernte, sollst du feiern, ferner das Fest
des Einsammelns und die Wende des Jahres. Dreimal im Jahr soll alles bei dir, was
männlich ist, vor dem Angesicht des Herrn, HERRN, des Gottes Israels, erscheinen.
Denn ich werde die Nationen vor dir austreiben und deine Grenze erweitern. Und
niemand wird dein Land begehren, wenn du dreimal im Jahr hinaufziehst, um vor
dem Angesicht des HERRN, deines Gottes, zu erscheinen. Du sollst das Blut meines
Schlachtopfers nicht zusammen mit Gesäuertem darbringen, und das Schlachtopfer
des Passahfestes darf nicht über Nacht bleiben bis zum nächsten Morgen. Das Erste
der Erstlinge deines Landes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen.
Du sollst ein Böckchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen. Und der HERR sprach
zu Mose: Schreibe dir diese Worte auf! Denn nach diesen Worten schließe ich mit dir
und mit Israel einen Bund." 2.Mose 34

„Und Mose rief ganz Israel herbei und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Ordnungen
und die Rechtsbestimmungen, die ich heute vor euren Ohren rede! Lernt sie und
achtet darauf, sie zu tun! Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns
geschlossen. Nicht mit unsern Vätern hat der HERR diesen Bund geschlossen,
sondern mit uns, die wir heute hier alle am Leben sind. Von Angesicht zu Angesicht
hat der HERR auf dem Berg mitten aus dem Feuer mit euch geredet - ich stand
zwischen dem HERRN und euch zu jener Zeit, um euch das Wort des HERRN zu
verkünden; denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und stieget nicht auf den Berg -,
indem er sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten,
aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben
neben mir. - Du sollst dir kein Götterbild machen, irgendein Abbild dessen, was oben
im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. Du
sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR,
dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den
Kindern und an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der
aber Gnade erweist auf Tausende hin denen, die mich lieben und meine Gebote
halten. - Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem
aussprechen. Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu
Nichtigem ausspricht. - Beachte den Sabbattag, um ihn heilig zu halten, so wie der
HERR, dein Gott, es dir geboten hat! Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine
Arbeit tun; aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Du sollst an
ihm keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und
deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und all dein Vieh und der Fremde bei dir,
der innerhalb deiner Tore wohnt, damit dein Sklave und deine Sklavin ruhen wie du.
Und denke daran, dass du Sklave warst im Land Ägypten und dass der HERR, dein
Gott, dich mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm von dort herausgeführt
hat! Darum hat der HERR, dein Gott, dir geboten, den Sabbattag zu feiern. Ehre
deinen Vater und deine Mutter, wie der HERR, dein Gott, es dir geboten hat, damit
deine Tage lange währen und damit es dir gut geht in dem Land, das der HERR, dein
Gott, dir gibt! - Du sollst nicht töten. - Und du sollst nicht ehebrechen. - Und du sollst
nicht stehlen. - Und du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten ablegen. -
Und du sollst die Frau deines Nächsten nicht begehren. Und du sollst dich nicht
gelüsten lassen nach dem Haus deines Nächsten noch nach seinem Feld noch nach
seinem Knecht noch nach seiner Magd noch nach seinem Rind noch nach seinem
Esel noch nach allem, was dein Nächster hat. Diese Worte redete der HERR auf dem
Berg zu eurer ganzen Versammlung mitten aus dem Feuer, dem Gewölk und dem
Dunkel mit gewaltiger Stimme und fügte nichts hinzu. Und er schrieb sie auf zwei
steinerne Tafeln und gab sie mir." 5.Mose 5

„So starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des
HERRN.“ 5.Mose 34:5-6
Das 5. Buch Mose hat fast ausschließlich Wiederholungen aus dem vorherigen
Büchern und es ist fast nichts neues darin zu finden.

2. Die Katholische Kirche und die neutestamentlichen Schriften

Die Fälschung der Katholischen Kirche in Bezug auf die Lehren Yeshuas umfasst vor
allem den Genuss von Tierfleisch und von starken Getränken und die endgültige
Abschaffung der Tieropfer, die nie von Gott angeordnet wurden, aber auch z.B. die
jungfräuliche Empfängnis und ewige Jungfräulichkeit Marias, der Mutter Yeshuas
und die Wiedergeburt der Seelen, das „Rad der Geburt“, wie Jakobus es in seinem
Brief nennt. Auch bezüglich der Heirat und der Scheidung wurde vieles unterdrückt
und verschwiegen. Die Sünde des Ehebruchs ist laut Petrus neben dem Götzendienst
eine der schlimmsten Sünden vor Gott. Es folgt ein historischer Abriss aus
kircheneigenen Quellen, wie die Katholische Kirche die Bibel im Laufe der
Jahrhunderte inhaltlich bestimmte, immer wieder abänderte und nichtsdestotrotz
einen absoluten Anspruch der Unfehlbarkeit auf die darin enthaltenen Lehren
erhebt.

Im Jahr 367 stellte Kirchenvater Athanasius (298-373) in seinem 39. Osterfestbrief


erstmals die damals von der Kirche anerkannten Bücher zusammen, die mit dem
späteren neutestamentlichen "Kanon", d.h. die für die Kirche verbindlichen
"heiligen" Schriften, identisch sind. Athanasius schrieb dazu: "Dieses sind die Quellen
des Heils, auf dass der Dürstende sich an den in ihnen enthaltenen Worten
übergenug erlabe. In ihnen allein wird die Lehre der Frömmigkeit verkündigt.
Niemand soll ihnen etwas hinzufügen oder etwas von ihnen fortnehmen." (zit.
nach Thomas Söding, Das Neue Testament – Komposition und Genese, in: Johanna
Rahner u.a., Bibel verstehen. Schriftverständnis und Schriftauslegung (Theologische
Module 5), Freiburg - Basel - Wien 2008)

So gab es also bereits eine kirchlich fest gelegte und weit gehend verbindliche
Schriften-Sammlung, als Kirchenlehrer Hieronymus (347-419) kurze Zeit später, ab
dem Jahr 382, damit begann, die so genannte Vulgata (von lateinisch "vulgatus"
[Betonung auf der 2. Silbe] = allgemein verbreitet) zu erstellen. Die Vulgata ist eine
vereinheitlichte lateinische Übersetzung der ursprünglich griechisch (Neues
Testament) und hebräisch (Altes Testament) verfassten Bibeltexte. Bis dahin waren
vor allem viele lateinische Übersetzungen in Gebrauch, wobei sich jede von einer
jeweils anderen deutlich unterschied.

Damasus hatte in den Jahren 366 und 367 nach blutigen Kämpfen und
Straßenschlachten zwischen seiner Söldnertruppe und den Anhängern seines
Kontrahenten Ursinus den Papstthron für sich erobert. So stürmten die Leute des
Damasus am 26.10.366 die Kirche Santa Maria Maggiore "und brachten 137
Anhänger seines Gegners Ursinus um" (Alexander Demandt, Geschichte der
Spätantike, S. 89, C.H.Beck-Verlag München 1998). Erst das Eingreifen des
heidnischen römischen Stadtpräfekten Vettius Agorius entschied den
innerkatholischen Krieg; und zwar zugunsten von Damasus als neuen angeblichen
"Stellvertreter Christi" und gegen Ursinus. Der nachfolgende Stadtpräfekt Roms
wollte jedoch die Massaker des Papstes nicht nachträglich tolerieren und wollte
Damasus I. deshalb wegen Anstiftung zum Mord verklagen. Doch der Papst verfügte
über mächtige und einflussreiche Seilschaften. Reiche Freunde des Papstes sorgten
dafür, dass die jeweiligen Kaiser immer für das Kirchenoberhaupt Partei ergriffen
und dass die Klage des Stadtpräfekten Vettius Agorius wegen der päpstlichen
Verbrechen nicht einmal zugelassen wurde. Ja, mehr noch: "Damasus aber setzte sich
durch mit Hilfe zweier Reskripte der Kaiser Valentinian I. und Gratian, die die
römische [kirchliche] Disziplinargewalt anerkannten und die Mithilfe der staatlichen
Beamten beim Vollzug kirchlicher Urteile anordneten" (Biographisch-
Bibliographisches Kirchenlexikon).

Dieser kleine historische Einblick in die damalige Zeitgeschichte ist in diesem


Zusammenhang von Bedeutung, weil eben viele Menschen glauben, die Bibel sei
vom "Geist Gottes" eingegeben, ohne sich näher mit dem Umfeld ihrer Entstehung
und den beteiligten Akteuren beschäftigt zu haben.

Hieronymus erklärte deshalb in einem Brief an seinen Auftraggeber, Papst Damasus


I. (um 305-384, Papst seit 366), diese unbefriedigende Situation: "Du zwingst mich,
ein neues Werk aus einem alten zu schaffen, gleichsam als Schiedsrichter zu
fungieren über Bibelexemplare, nachdem diese [seit langem] in aller Welt verbreitet
sind, und, wo sie voneinander abweichen, zu entscheiden, welche mit dem
authentischen griechischen Text übereinstimmen. Es ist ein Unterfangen, das ebenso
viel liebevolle Hingabe verlangt, wie es gefährlich und vermessen ist; über die
anderen zu urteilen und dabei selbst dem Urteil aller zu unterliegen; in die Sprache
eines Greises ändernd einzugreifen und eine bereits altersgraue Welt in die Tage
ihrer ersten Kindheit zurückzuversetzen. Wird sich auch nur einer finden, sei er
gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht, sobald er diesen Band [die Überarbeitung
der Evangelien] in die Hand nimmt und feststellt, dass das, was er hier liest, nicht
in allem den Geschmack dessen trifft, was er einmal in sich aufgenommen hat,
lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß,
einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern? Zwei
Überlegungen sind es indes, die mich trösten und dieses Odium auf mich nehmen
lassen: zum einen, dass du, der an Rang allen anderen überlegene Bischof, mich dies
zu tun heißest; zum anderen, dass, wie auch meine Verleumder bestätigen müssen,
in differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist. Wenn nämlich
auf die lateinischen Texte Verlass sein soll, dann mögen sie bitte sagen: Welchen?
Gibt es doch beinahe so viele Textformen, wie es Abschriften gibt. Soll aber die
zutreffende Textform aus einem Vergleich mehrerer ermittelt werden, warum dann
nicht gleich auf das griechische Original zurückgehen und danach all die Fehler
verbessern, ob sie nun auf unzuverlässige Übersetzer zurückgehen, ob es sich bei
ihnen um Verschlimmbesserungen wagehalsiger, aber inkompetenter Textkritiker
oder aber einfach um Zusätze und Änderungen unaufmerksamer Abschreiber
handelt? … Ich spreche nun vom Neuen Testament: … Matthäus, Markus, Lukas,
Johannes; sie sind von uns nach dem Vergleich mit griechischen Handschriften -
freilich alten! - überarbeitet worden. Um jedoch allzu große Abweichungen von
dem lateinischen Wortlaut, wie man ihn aus den Lesungen gewohnt ist, zu
vermeiden, haben wir unsere Feder im Zaum gehalten und nur dort verbessert, wo
sich Änderungen des Sinns zu ergeben schienen, während wir alles übrige so
durchgehen ließen, wie es war." (Vorrede zum Neuen Testament; zit. nach A. M.
Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Bd. 1 - Alte Kirche, 1. Auflage
1977, S. 181 f.; im Original bei J. P. Migne, Patrologiae cursus completus, series
Graeca (MPG) 29, Sp. 525 ff.)

„Es wird wohl heute keine Abschrift sogar des Neuen Testamentes geben, weder in
Griechisch noch in Latein, Syrisch oder Arabisch, die wahrhaft authentisch genannt
werden kann, denn es gibt keine, in welcher Sprache sie auch immer verfasst sein
mag, die absolut frei von Zusätzen ist. Ich kann außerdem versichern, dass die
griechischen Umschreiber sich beim Schreiben ihrer Kopien eine sehr große Freiheit
genommen haben, wie an anderer Stelle belegt werden wird.“ schreibt der
französische katholische Gelehrte Richard Simon 1689

"Wenn eine schon erstellte Übersetzung eine der Nuova Vulgata entgegen gesetzte
Option enthält, was die zugrunde liegende Textüberlieferung, die Versfolge und
ähnliches betrifft, muss dies... korrigiert werden." (Fünfte Instruktion »zur
ordnungsgemäßen Ausführung der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils
über die heilige Liturgie« zu Art. 36 der Konstitution)

"Niemand soll es wagen, ...die Heilige Schrift im Vertrauen auf eigene Klugheit
nach seinem eigenen Sinn zu drehen, gegen den Sinn, den die heilige Mutter, die
Kirche, hielt und hält - ihr steht das Urteil über den wahren Sinn und die Erklärung
der heiligen Schriften zu." (4. Sitzung (1546), Annahme der Heiligen Schriften und
der Überlieferungen der Apostel)

Und obwohl Hieronymus seine schier unlösbaren Probleme bei der Erstellung der
Vulgata [der von nun an bis heute verbindlichen kirchenamtlichen lateinischen Bibel]
darlegte und es sich dabei nicht um eine Schrift in der Ursprungssprache handelt,
sondern nur um eine Übersetzung - wie ja auch Hieronymus selbst bemängelte -,
erklärte die römisch-katholische Kirche seinen Text später als "fehlerlos".
Dies geschah dogmatisch wirksam auf dem Konzil von Trient (1545-1563, auch
Tridentinum genannt) im Jahr 1546 durch das Dekret De usu et editione sacrorum
librorum, in dem der Kanon [also die Schriftensammlung] der lateinischen Vulgata als
kirchlich verbindlich und eben für "fehlerlos" erklärt wurde.

Als man jedoch in der Folgezeit viele Fehler fand, erfolgte 1590 ein Einschnitt: Nach
mehreren Korrekturen ließ Papst Sixtus V. (Papst von 1585-1590) in diesem Jahr die
Vulgata als neue "authentische" Ausgabe "Editio Sixtina" herausgegeben, und er
erklärte nun diese Ausgabe kirchenamtlich für "fehlerlos". Tatsächlich war sie
jedoch ebenfalls voller Fehler und wurde von der Kirche deshalb unterdrückt und
bereits 1592 unter Papst Klemens VIII. (Papst von 1592-1605) durch die neue jetzt
endlich "fehlerlose" "Editio Clementina" ersetzt, "die freilich auch noch zahlreiche
Fehler aufwies" (Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991,
18. Auflage, S. 337). Erst die daraufhin im Jahr 1598 nochmals korrigierte und im 4.
Versuch erneut als "fehlerlos" erklärte Fassung der Bibel ist dann für längere Zeit
verbindlich geblieben.

Bis ins 19. Jahrhundert hat die römisch-katholische Kirche zudem alle
Übersetzungen der Vulgata in der Regel verworfen, was besonders der katholische
Erzbischof von Mogilew in Weißrussland zu spüren kam, der Anfang des 19.
Jahrhunderts eine "Gesellschaft zur Herausgabe von Bibeln" unterstützt hatte. Er
wurde darauf hin von Papst Pius VII. im offiziellen vatikanischen Lehrschreiben
Magno et acerbo vom 3.9.1816 rüde zurechtgewiesen. Der Papst deklarierte darin,
"dass, wenn die heilige Bibel in der Volkssprache allenthalben ohne Unterschied
zugelassen wird, daraus mehr Schaden als Nutzen erwächst. Da die Römische Kirche
ferner aufgrund der wohlbekannten Vorschriften des Trienter Konzils allein die
Vulgata-Ausgabe anerkennt, verwirft sie die Übersetzungen anderer Sprachen und
lässt nur solche zu, die mit Anmerkungen heraus gegeben werden, die in
angemessener Weise den Schriften der Väter und katholischen Lehrer entnommen
sind." (zit. nach Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und
kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 2710)

"Wer sagt, die menschlichen Wissenschaften müssten mit solcher Freiheit


behandelt werden, dass ihre Behauptungen als wahr festgehalten und von der
Kirche nicht verworfen werden könnten, auch wenn sie der geoffenbarten Lehre
[wie sie alleine die katholische Kirche richtig interpretiert] widersprächen, der sei
ausgeschlossen." Und: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von der Kirche
vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft
gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden
hat und versteht, der sei ausgeschlossen." (1. Vatikanisches Konzil, 1870, Lehrsätze
über die religiöse Erkenntnis). Und "Der sei ausgeschlossen" heißt im Original-Text
"anathema sit" = "der sei verflucht", was eine spätere Verbannung in eine ewige
Verdammnis nach dem Tod bedeuten soll."

So die Konzilsentscheidung von 1870. Wörtlich heißt es im Kanon 4 des Konzils:


"Diese übernatürliche Offenbarung ist nun nach dem vom heiligen Konzil von
Trient erklärten Glauben der gesamten Kirche enthalten ´in geschriebenen Büchern
und ungeschriebenen Überlieferungen, die, von den Aposteln aus dem Munde
Christi selbst empfangen oder von den Aposteln selbst auf Diktat des Heiligen
Geistes gleichsam von Hand zu Hand weitergegeben, bis auf uns gekommen sind.
[DH 1501 (= Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und
kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 1501)]. Und
zwar sind diese Bücher des Alten und Neuen Testamentes vollständig mit allen
ihren Teilen, wie sie im Dekret desselben Konzils aufgezählt werden und in der
alten lateinischen Vulgata-Ausgabe enthalten sind, als heilig und kanonisch
anzunehmen. Die Kirche hält sie aber nicht deshalb für heilig und kanonisch, weil
sie allein durch menschlichen Fleiß zusammengestellt und danach durch ihre
Autorität gutgeheißen worden wären; genau genommen auch nicht deshalb, weil
sie die Offenbarung ohne Irrtum enthielten; sondern deswegen, weil sie, auf
Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, Gott zum Urheber haben und als
solche der Kirche selbst übergeben worden sind." [Kan. 4]

Und im Jahr 1893 legte Papst Leo XIII. in seiner Enzyklika Providentissimus Deus
"unfehlbar" nach: "Denn uneingeschränkt alle Bücher, die die Kirche als heilig und
kanonisch anerkennt, wurden in allen ihren Teilen auf Diktat des Heiligen Geistes
verfasst; weit gefehlt, dass der göttlichen Inspiration irgendein Irrtum unterlaufen
könnte, schließt sie durch sich selbst nicht nur jeden Irrtum aus, sondern schließt
[ihn] aus und verwirft [ihn] so notwendig, wie es notwendig ist, dass Gott, die
höchste Wahrheit, Urheber überhaupt keines Irrtums ist. Dies ist der alte und
beständige Glaube der Kirche, wie er auch in feierlicher Erklärung auf den Konzilien
von Florenz und Trient definiert und schließlich auf dem Vatikanischen Konzil
bestätigt und deutlicher erklärt worden ist." (Lehrsatz Nr. 3292)

Diese zwei verbindlichen und katholisch endgültig absolut "irrtumslosen" römisch-


katholischen Lehrentscheidungen von 1870 und 1893 brachten neue Komplikationen
für die Kirche, als man nämlich weitere schwerwiegende Fehler und Irrtümer in der
Vulgata erkannt hatte und diese 1907 in einer erneut erheblich überarbeiteten
Form heraus geben musste. Und diese Lehrentscheidungen sind nicht die einzigen,
mit der sich die römisch-katholische Kirche in eine völlig absurde Situation hinein
manövriert hat. Denn das Konzil dogmatisierte Jahr 1870 ja auch die Unfehlbarkeit
des päpstlichen Lehramts, weswegen zum "Fehlerlos" der Bibel nun auch noch das
"Unfehlbar" des kirchlichen Lehramts hinzu kam.

Im Jahr 1941 rudert dann der intellektuell versierte Papst Pius XII. unter dem
Druck der neuen Fakten ein wenig zurück und dekretiert raffiniert:
"Das Trienter Konzil hat die Vulgata im juridischen Sinne für ´authentisch`
erklärt, das heißt in Hinsicht auf die ´Beweiskraft in Fragen des Glaubens und
der Sitten`, keineswegs aber hat es mögliche Abweichungen vom Urtext und
von den alten Übersetzungen ausgeschlossen." (DH 3796 =
Denzinger/Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und
kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 1501)

Es war damals auch die Aufgabe des Hieronymus, die kurz vor Beginn seiner Arbeit
an der Vulgata (im Jahr 382) zur einzigen Staatsreligion im gesamten römischen
Reich erhobene römisch-katholische Machtkirche (im Jahr 380) mit der biblischen
Überlieferung zu "harmonisieren". Und dies ist von vorne herein alles andere als ein
seriöses Umfeld für eine möglichst unverfälschte Überlieferung der Bibel.

Und man muss sich hierbei auch noch Folgendes bewusst machen: Auf
Abweichungen von der römisch-katholischen Lehre stand zu diesem Zeitpunkt [seit
380] bereits die Todesstrafe. Eine Zeit freier Forschung und Lehre war also definitiv
vorbei. Und jeder, der in diesem Bereich arbeitete, stand deshalb bereits mit einem
Bein auf dem Scheiterhaufen. Man kann die Arbeit des Hieronymus deswegen nicht
mit der eines Wissenschaftlers in unserer Zeit vergleichen. Sondern er hatte eine
Auftragsarbeit in einem aufstrebenden totalitären Zwangsstaat zu verrichten. Und
Papst Damasus hat den "geliebtesten Sohn" Hieronymus auch direkt dazu
aufgefordert, für Klarheit im Sinne des Papsttums zu sorgen, wo "Verschiedenes"
bzw. "Gegensätzliches" vorliegt (Epistula Damasi ad Hieronymum, ep. 19).
Immerhin konnte nachgewiesen werden, dass die Kirche spätestens nach ihrer
Erhebung zur einzigen Staatsreligion unter den Kaisern Theodosius I. (Ostrom) und
Gratian (Westrom) im Jahr 380 systematisch alte urchristliche Schriften hat
verbrennen lassen. Dabei suchte sie vor allem Unterlagen zu vernichten, die dem
entstehenden Dogma zuwiderlaufen könnten, wie z. B. viele Schriften des
bekannten Kirchenlehrers Origenes (ca. 185-254).

Doch es gibt noch Beweise ganz anderer Art, aus denen hervor geht, dass man sich
bei der Frage nach Jesus nicht bzw. nicht nur auf die biblischen Evangelien verlassen
kann. Sicher ist z. B., dass andere Quellentexte bzw. einige andere Evangelien von
der Kirche vernichtet wurden, die sich in wesentlichen Punkten von der
Darstellung der uns heute bekannten biblischen Texte unterscheiden. Das geht aus
einzelnen Fragmenten hervor, die erhalten geblieben sind und in denen sich unter
anderem Hinweise auf die Reinkarnation finden (z. B. beim Thomasevangelium) oder
auf die Tierliebe von Jesus. Dies betrifft z. B. das Ebionäerevangelium bzw.
Ebioniterevangelium, wonach Johannes der Täufer sich vegetarisch ernährt und in
dem Jesus erklärt, dass er gekommen sei, um die Tieropfer abzuschaffen und z. B.
fragt: "Begehre ich etwa, an diesem Passah Fleisch mit euch zu essen?"

Und es ist wohl auch kein Zufall, dass, kurz nachdem Hieronymus in Rom die Bibel
erstmals in lateinischer Form vereinheitlichte, die größte Bibliothek der Antike in
Alexandria durch Brandstiftung in Flammen aufging, angeblich "versehentlich". Die
Mönche der Kirche hätten "doch nur" den benachbarten heidnischen Tempel in
Schutt und Asche legen wollen. Das war im Jahr 389.

3. Der Krieg der Katholischen Kirche gegen die Urchristen und


alle anderen vegan/vegetarische lebenden Menschen

Kaiser Konstantin hatte die katholische Kirche ab dem Jahr 313 massiv bevorzugt,
und er lässt die urchristlichen Bewegungen (Essener, Ebioniter, Elchaisiter,
Nazarener, später auch die Manichäer, die Bogumilen und die Katharer), deren
Anhänger ganz oder überwiegend Vegetarier sind, ab dem Jahr 326 verfolgen, auch
wenn er selbst erst auf dem Sterbebett katholisch wird. Im Jahr 326 wird von ihm
das so genannte "Häretikergesetz" erlassen, das jede Art von Versammlungen von
Christen, die vom Katholizismus abweichen, auch private, verbietet. Wer von nun
an Urchristen oder verwandten Gruppen einen Raum für Treffen zur Verfügung
stellt, dessen Haus soll an die römisch-katholische Kirche übereignet werden. Im
hinduistischen Umfeld wird sogar überliefert, dass Konstantin vegetarischen
"Irrlehrern" flüssiges Blei in den Hals schütten ließ (Steven J. Rosen, Die Erde
bewirtet euch festlich - Vegetarismus und die Religionen der Welt, Satteldorf 1992, S.
41) - eine Hinrichtungsart, die mit qualvollen Todeskämpfen verbunden war. Die
Todesstrafe für "Häretiker", also für Menschen, die vom Katholizismus abwichen,
wird allerdings erst ab dem Jahr 380 "gesetzlich" verankert, als der Katholizismus
zur einzigen Staatsreligion erklärt wird und "Ketzerei" von nun an ein
Staatsverbrechen ist. Bis dahin dürfte also der Verzicht auf Fleisch allein bis dahin
noch nicht zur Todesstrafe geführt haben. Noch nicht.

Sicher ist aber: Beim Konzil von Ancyra im Jahr 314 legt die durch die kaiserliche
Bevorzugung rasch zur Macht aufsteigende Kirche im Kanon XIV. schon fest, dass
Priester, die auch das zusammen mit Fleisch gekochte Gemüse nicht essen, als
"Ketzer" zu entlassen seien. Doch wie gesagt: Erst ab dem Ende des Jahrhunderts
ist damit mehr und mehr auch die Todesstrafe verbunden. Doch wer weiß, was bis
dahin schon von der Kirche an Verbrechen verübt worden ist, die bis heute noch
nicht im Einzelnen bekannt geworden sind?

In dem Kampf gegen die vegetarische "Irrlehre" hatte die Kirche bis dahin schon
Erfahrung. So soll im 2. Jahrhundert im Osten des römischen Reiches z. B. ein
Abschnitt eines Glaubensbekenntnisses, das neue Mitglieder beim Eintritt in die
Kirche sprechen mussten, gelautet haben: "Ich verfluche die Nazarener, die Sturen,
die verneinen, dass das Opfergesetz von Moses gegeben wurde, die sich dem Essen
lebender Kreaturen enthalten und die nie Opfer darbieten". Das
Glaubensbekenntnis sei den Clementiner Erinnerungen beigefügt, so der Hinweis im
Buch des Qumran-Forschers Hugh J. Schonfield, Die Essener, Fulda 1985, S. 99, der
wiederum auf den bekannten Klassiker von James Parkes, The Conflict of the Church
and the Synagogue, London 1934, S. 398, verweist.

Im Osten lehrt z. B. der bekannte "Kirchenvater" Basilius der Große, Bischof von
Caesarea (330-379). Noch hatte der geistlose Katholizismus nicht bei allen
Kirchenführern die Empfindungen für die Tierwelt und die Schöpfung Gottes
abgetötet, und Basilius warnt ausdrücklich vor den negativen gesundheitlichen
Folgen der Fleischmahlzeiten und ihren negativen Auswirkungen auf die Seelen der
Menschen. Auch weiß er noch von der Bibelfälschung im 1. Mosebuch und schreibt
die "Erlaubnis" zum Fleischkonsum nach der Sintflut nicht etwa "Gott" zu, wie es
im 1. Mosebuch heißt, sondern er erklärt, dass "alles, was hernach
Menschenverstand ersann [!], wie das Weintrinken, das Schlachten der Tiere,
überhaupt alles, was den Menschengeist trübt, den im Paradiese Lebenden noch
nicht bekannt war" (Erste Predigt, Mauriner Ausgabe Nr. 1, Kapitel 5, zit. nach
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2625-5.htm). Wörtlich erklärt Basilius weiter: "Nach
der Sündflut [= Sinflut] hieß es: „Esset alles, wie das grüne Kraut!“ Als man die
Vollkommenheit aufgab, wurde der Genuss dieser Dinge erlaubt."

Und über die Tiere predigt Basilius: "Wenn die Löwin ihre Jungen liebt und der Wolf
für seine Jungen kämpft, was will dann der Mensch sagen, der das Gebot überhört
und die Natur verzerrt, wenn z. B. ein Sohn seinen greisen Vater nicht ehrt, oder der
Vater infolge einer zweiten Ehe die Kinder aus erster Ehe vergisst? Unbegreiflich groß
ist bei den Tieren die gegenseitige Liebe der Eltern und Jungen, weil Gott, ihr
Schöpfer, den Mangel an Vernunft durch ein Übermaß sinnlicher Gefühle ersetzt hat.
Woher kommt es denn, dass das Lamm, das aus dem Stalle hüpft, unter tausend
Schafen sogar Farbe und Stimme seiner Mutter erkennt, zu ihr eilt und seine
Milchquellen sucht? Und selbst wenn es das Euter seiner Mutter fast leer findet, so
gibt es sich mit ihm zufrieden und springt an vielen strotzenden und vollen Eutern
vorbei. Und woher kennt die Mutter unter tausend Lämmern ihr eigenes? Die
Stimme ist eine, die Farbe dieselbe, der Geruch bei allen gleich, soweit unser
Geruchsinn zu urteilen vermag; aber gleichwohl haben sie einen Sinn, der schärfer
ist, als wir zu beurteilen vermögen, (einen Sinn,) mit dem jedes das seinige zu
unterscheiden vermag. Solange der junge Hund noch keine Zähne hat, verteidigt er
sich mit dem Maule gegen seinen Angreifer. Noch hat das Kalb keine Hörner und
weiß doch, wo ihm seine Waffen wachsen werden. Das beweist, dass keine
(Tier-)Natur einer Belehrung bedarf, dass in der Kreatur nichts ungeordnet und
zwecklos ist, sondern alle Geschöpfe die Spuren der Weisheit des Schöpfers an sich
tragen." (Homilien über das Hexaemeron [die sechs Schöpfungstage], Neunte
Homilie, Kapitel 4, zit. nach http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2623-4.htm)

Basilius, der die Tiere achtet und liebt und gleichzeitig noch Einfluss in der Kirche
hat, versucht vergeblich, die Entwicklung in eine andere Richtung zu lenken. Er lehrt
im 4. Jahrhundert den Verzicht auf den Fleischgenuss als Teil der für einen Christen
anzustrebenden "Vollkommenheit". Bei ihnen gilt:
"Kein Tier beklagt seinen Tod; kein Blut wird vergossen; kein Todesurteil wird von
dem unerbittlichen Bauche gegen die Tiere gesprochen. Es ruht das Messer der
Schlächter; der Tisch begnügt sich mit dem, was von selbst wächst ... Wenn aber
auch die Engel eine Speise haben, so ist es Brot, wie der Prophet sagt: „Engelbrot aß
der Mensch“ - nicht Fleisch, nicht Wein, nichts von all dem, wonach die
Bauchdiener gelüstet." (Erste Predigt, Mauriner Ausgabe Nr. 1; 7, 3 und 9, 17-18)

Augustin schreibt über die Tiere: "Aus ihren Schreien können wir ersehen, dass Tiere
qualvoll sterben", doch das tangiere den Menschen nicht, "denn das Tier entbehrt
einer vernünftigen Seele und ist deshalb nicht mit uns durch eine gemeinsame
Natur verbunden." (De moribus ecclesiae catholicae 2, 12, 54, 59)
"In Tieren gibt es keine Sehnsucht nach Ewigkeit … Deshalb ist die Seele eines
Tieres unfähig, an der Ewigkeit des Seins teilzuhaben". "Also geht sie mit dem
Körper zugrunde." (Summa contra gentiles II. 82)
Die Kirche, die heute die bestialische Haltung und Ermordung dieser Geschöpfe,
rechtfertigt, sollte deshalb entweder Basilius seine katholische "Heiligkeit" wieder
absprechen oder auf seine Worte hören, dass das "Schlachten der Tiere" "den
Menschengeist trübt" und diese Barbarei nicht länger rechtfertigen.

Doch daran denken die Kirchenoberen nicht im Allergeringsten. Im Westen des


Römischen Reiches wird damals das Lehrgebäude des Katholizismus gegen die Tiere
entwickelt, an dem man bis heute mit allen Mitteln festhält. So wird den Tieren
durch die Kirchenheiligen Augustinus (354-430) und später Thomas von Aquin
(1225-1274) eine unsterbliche Seele abgesprochen. Damit werden sie ausdrücklich
vom Heil in Christus ausgeschlossen. Und in diesem Umfeld bauen
Kirchenmitglieder nun Metzgereien auf, und kirchliche Metzgerzünfte werden
gegründet. Und Menschen, die kein Fleisch essen möchten, werden bedrängt,
verfolgt und schließlich hingerichtet wie die Tiere, die sie mit ihrem friedfertigen
Verhalten schützen wollten. Das ist das Erbe der Kirche, das in unserer Zeit dem
Höhe- = Kipppunkt zusteuert.

Bereits fünf Jahre nach der Erhebung des Katholizismus zur einzigen Staatsreligion
im Jahr 380 durch Kaiser Theodosius I. dem Großen (Foto links) bzw. sechs Jahre
nach dem Tod von Basilius beginnt die Kirche im Westen des Reiches mit den
Christenverfolgungen. Das erste Opfer ist der spanische Theologe Priscillan, der die
Kirche durch den Heiligen Geist erneuern lassen wollte. Sein irdisches Leben endet
im Jahr 385 in Deutschland, nachdem die Synode von Trier das Todesurteil
beschließt und es gleich an Ort und Stelle mit dem Schwert vollstreckt wird.
Priscillan lehrte die Christen, auf Fleischkonsum und Alkohol zu verzichten, und
auch nach seiner brutalen Hinrichtung befolgen Anhänger diese Hinweise. Doch die
Romkirche geht auch gegen sie vor. Auf der Synode von Toledo im Jahr 447 werden
unter dem "heiligen" Papst Leo I. dem Großen deshalb alle Menschen verflucht
und damit nach ihrem Tod in eine angebliche ewige Hölle verdammt, die den Mord
an den Tieren verabscheuen.

Wörtlich heißt es im bis heute gültigen (!) Synodendokument des Katholizismus:


"Wer sagt oder glaubt, man müsse sich vom Fleisch der Vögel oder des Viehs, das
zur Speise gegeben ist, nicht nur um der Züchtigung des Leibes willen enthalten,
sondern es verabscheuen, der sei mit dem Anathema [= dem Bannfluch, der
Verurteilung zur "ewigen Hölle"] belegt." (zit. nach Heinrich Denzinger,
Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen,
Herausgeber: Peter Hünermann, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 207; dies ist
eine der beiden heute noch gültigen Verfluchungen.)

Das ist eine massive Kampfansage an das Urchristentum. Denn vor allem im Osten
des Imperiums weiß man noch, wie sich Christen den Tieren gegenüber verhalten
sollen und was sie essen sollen. Und während im Westen des Reiches der Vegetarier
Priscillan im Jahr 385 bereits als "Ketzer" ermordet wird, predigt etwa zeitgleich der
bekannte Patriarch und Erzbischof von Konstantinopel Johannes Chrysostomos (345-
407) über die wahren "Streiter Christi", die im Osten noch sehr kurze Zeit ohne
Verfolgung durch die Kirche leben können. Seine Worte markieren die letzte Blüte
einer christlichen Lebenskultur mit Ethik, Moral und Stil kurz vor ihrer Vernichtung
durch die neue teuflische Staatsreligion, durch die Vertreter des "Systems Baal" im
kirchlichen Gewand, so wie sie es bis heute gibt. Johannes Chrysostomos schreibt
über die Urchristen:

"An ihrem Tische herrscht keine Üppigkeit, alles ist von der Mäßigkeit geregelt. Bei
ihnen werden nicht Ströme von Blut vergossen, wird nicht Fleisch in Stücke zerlegt,
da findet man keine Kopfbeschwerden, keine Leckerbissen, keinen widerwärtigen
Dunst oder unangenehmen Rauch, kein Herumrennen, Geräusche oder lästiges
Schreien, sondern bloß durch redliche Arbeit verdientes Brot und Wasser, das in
reiner Quelle sprudelt. Wenn sie einmal etwas vornehmer speisen wollen, so besteht
der Aufwand in Beeren, die ihnen ebensolche Wonne bereiten, als säßen sie an der
Tafel des Königs. Sie kennen auch weder Furcht noch Zittern, kein Beamter schilt,
kein Weib zetert, keine Kinder machen Sorgen, niemand lässt sich in ungezogenem
Gelächter gehen, niemand wird von Scharen von Schmeichlern zur Aufgeblasenheit
verleitet." (Kommentar zum Evangelium des heiligen Matthäus, 69. Homilie, Kap.
XXII, V.1-14)

Schon damals operierte die Machtkirche mit intriganten "Sektenbeauftragten" wie


Bischof Epiphanius von Salamis auf Zypern (ca. 315-403). Neben den Ebionitern, die
ihren Vegetarismus direkt von Jesus ableiten, nimmt Epiphanius auch die Nazaräer
bzw. Nazöräer ins Visier, und er nennt sie "Nassaräer", eine urchristlich orientierte
Gruppierung, die offenbar ein weitgehend authentisches Evangelium, das
Nazaräerevangelium, verwendet. Epiphanius macht sich in seinem Werk Panarion
über sie lustig und schreibt: "Die Nassaräer, was soviel heißt als: die Wilden,
verbieten den Fleischgenuss und essen überhaupt nichts vom lebenden Tiere. Sie
nehmen alle Patriarchen an, welche im Pentateuch bis zu den Zeiten des Moses
und Jesus, des Sohnes des Nun, vorkommen und schenken ihnen Glauben; also
Abraham, Isaak und Jakob und alle älteren, ebenso Moses, Aaron und Jesus.
Übrigens glauben sie nicht, dass der Pentateuch von Moses her rühre, und rühmen
sich, andere heilige Schriften neben diesem zu haben." (Panarion, Anakephalaiosis,
Häresien des ersten Abschnitts vom ersten Buch, Vers 19

Diese Aussage ist gleichzeitig ein weiterer bemerkenswerter Beleg dafür, dass die
fünf Bücher Mose, also der "Pentateuch", nicht (allein) von Mose stammen, sondern
von Priestern verfälscht worden ist. So wurden von den Priestern alle Tierschlacht-
und Tieropfervorschriften dort angeblich im Namen Gottes hinein gedichtet. Und
selbst im klassischen Judentum geht man ja davon aus, dass der Priester Esra diese
Bücher in der "Babylonischen Gefangenschaft" der Juden neu schrieb; allerdings
angeblich mit den Inhalten, die auch zuvor schon so existiert hatten.

So knüpft Papst Johannes III. auf der 1. Synode von Braga in Portugal im Jahr 561 auf
den Canon 14 der Synode von Ancyra im Jahr 314 an und natürlich zuvor auch schon
die Synode von Toledo im Jahr 447. Doch während in Ancyra erst die vegetarisch
lebenden Priester verflucht wurden, richtet sich die Kriegserklärung der römisch-
katholischen Kirche nun gegen alle Vegetarier, die samt und sonders als "Ketzer"
verurteilt werden.
Der 14. Bannfluch von Papst Johannes III. (561-574) auf der 1. Synode von Braga
wurde dann zur weiteren Grundlage für die Verfolgung der Vegetarier als "Ketzer" in
den folgenden Jahrhunderten, und er lautet: "Wer die Fleischspeisen, die Gott zum
Gebrauch der Menschen verliehen hat, für unrein hält und ... sich ihrer so enthält,
dass er nicht einmal von Gemüse, das mit Fleisch gekocht wurde, kostet, ... der sei
mit dem Anathema belegt." (zit. nach Heinrich Denzinger, Kompendium der
Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Herausgeber: Peter
Hünermann, 42. Auflage, Freiburg 2009, Lehrsatz Nr. 464)

Ein päpstlicher Bannfluch ist eine Art Todesurteil, denn er hat die so genannte
"Vogelfreiheit" zur Folge. Dies bedeutet: Der Gebannte bzw. Verfluchte wird aus
der Gesellschaft ausgeschlossen, er verliert alle Rechte, und jeder darf ihn straflos
töten. Möglicherweise hatte man die Vegetarier gezielt damit provoziert, indem man
ihnen Gemüse mit Fleischsoße angeboten hatte.

Im Mittelalter lässt die kirchliche Inquisition zum Beispiel Menschen aufhängen, die
sich weigerten, Tiere zu töten. Als Beweis ihres rechten römisch-katholischen
Glaubens müssen Verdächtige in bekannt gewordenen Fällen öffentlich ein Tier
schlachten. Der Philosoph Graf von Hoensbroech schreibt: "Durch eine
Bischofsversammlung in Goslar im Jahr 1051 wurden mehrere als Ketzer zum Tode
verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten; denn es entspräche den
Anschauungen der Katharer, keine Tiere zu töten. Ja selbst das Aussehen der
Angeschuldigten genüge, sie als Ketzer zu verurteilen, weil ihre Blässe
zurückzuführen sei auf den der Lebensführung der Katharer entsprechenden
ausschließlichen Genuss von Pflanzennahrung." (Paul Graf von Hoensbroech, Das
Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 35; PS: In Bezug
auf eine vernünftige vegetarische Ernährung ist die angebliche "Blässe" eine
Verleumdung)

Und da auch die Waldenser in Verdacht stehen, keine Tiere zu töten und
vegetarisch zu leben, müssen sie folgendes Glaubensbekenntnis sprechen, wenn sie
eine Verfolgung vermeiden und in die Kirche zurück kehren wollen: "Den Genuss von
Fleisch missbilligen wir nicht im Geringsten" (= Carnium perceptionem minime
culpamus). Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen
Lehrentscheidungen von Heinrich Denzinger, überarbeitet von Peter Hünermann (42.
Auflage, Freiburg 2009)
Dieses Wissen von der Lebensweise von Jesus und den Jüngern zieht sich im
Untergrund durch die gesamte Geschichte der Christenheit und findet immer
wieder Nachfolger. Ein weiteres Beispiel sind die ebenfalls vegetarisch lebenden
Katharer im mittelalterlichen Südfrankreich. Sie werden - wie viele andere Urchristen
auch - von der Kirche grausam verfolgt und getötet.

Es folgen einige Zitate aus der katholischen Kirche über das Töten von Tieren:

"Wenn wir also das Verbot des Tötens nicht auf das Pflanzenreich anwenden, weil
es da keine Empfindung gibt, desgleichen nicht auf die unvernünftige Tierwelt mit
ihren fliegenden, schwimmenden, laufenden und kriechenden Geschöpfen, weil
ihnen im Unterschied von uns keine Vernunft verliehen ist, weswegen auch nach
der gerechten Anordnung des Schöpfers ihr Leben und Tod unserem Nutzen dienen
muss." (Der "heilige" Augustinus, De Civitate Dei I, 20)

"Keiner sündigt davon her, dass er irgendein Ding zu dem gebraucht, wozu es da ist
... so ... sind die Tiere um des Menschen willen da ... Unter allen
Gebrauchmachungen aber scheint die am meisten notwendig zu sein, dass die Tiere
die Pflanzen und die Menschen die Tiere zum Speisen gebrauchen, was nicht
geschehen kann, ohne sie zu töten. Darum ist es erlaubt ..." (Der "heilige" Thomas
von Aquin, Summa theologica III. 64. I)

"Hatte nicht schon der junge Theologieprofessor Ratzinger, damals also noch nicht
Bischof, Kardinal oder Papst, in seinen Vorlesungen vor seinen Theologiestudenten
vollmundig getönt, es könne dem Reh oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als
geschossen zu werden und auf dem Teller des Menschen zu landen, denn damit
erfülle das Tier seine Bestimmung, die der Schöpfergott ihm zugeteilt habe." (Der
ehemalige katholische Theologieprofessor Hubertus Mynarek in: Papst ohne
Heiligenschein, Sonderdruck, Odernheim 2006, S. 4)

"Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig
Menschen gebührt." (Katechismus der Katholischen Kirche, Lehrsatz Nr. 2418)

"Unter Gefühle verstehe ich Sympathie, Schuld, Verzeihung, Gewissen,


Barmherzigkeit, Liebe. All das kann ein Tier nicht empfinden. Gott hat den
Menschen die Welt geschenkt. Eine Welt, in der nur der Mensch lachen, lieben und
denken kann." (Der Kapuziner-Abt Bruder Paulus erklärt den heutigen Menschen im
Auftrag der Kirche den angeblichen Unterschied zwischen Mensch und Tier, Bild,
22.2.2003)

Papst Johannes Paul II. erklärte im Jahre 1985 in einer Rede vor Biologen: "Es ist
gewiss, dass Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden; das heißt, dass
sie auch für Experimente benutzt werden können."

"Eine Seele besitzt allein der Mensch, diese verleiht ihm seine Würde, die ihn über
alle anderen Geschöpfe erhebt." Bischof von Eichstätt, Dr. Walter Mixa

"Im Gegensatz zum Tier verfügt der Mensch über eine Geistseele, die ihn dazu
befähigt, bewusst, abstrakt und zielgeleitet zu handeln. Dieses (Selbst-)
Bewusstsein des Menschen befähigt ihn letztlich auch dazu, zu Gott aufzuschauen
und ihn anzubeten - ein religiöses Verhalten, das man bei Tieren nun wirklich nicht
antreffen kann." Erzbistum Köln, Stabsstelle Glaubensfragen Dr. Raimund Lülsdorff

"Das weite begriffliche Feld "Seele" hat also mit der bewusst wahrgenommenen
Beziehung des Menschen mit Gott zu tun. Geistig, mit seiner Vernunft und seinem
Verstand, über Gott nachzudenken. Sich selbst als ein Geschöpf zu erkennen. (...)
Zu alledem ist ein Tier nicht in der Lage." Bischof von Regensburg, Bischöfl.
Sekretariat Dr. Chr. Schaller

"Die Seele ist also der Definition nach das, was den Menschen als Menschen
ausmacht und ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet. ...Insofern wird der
Begriff "Seele" allein auf den Menschen bezogen und ist auf Tiere nicht
anwendbar." Bischof von Limburg, Persönlicher Referent Sebastian Lindner

Der Katholische Katechismus, Nr. 2415 - "Das siebte Gebot verlangt auch, die
Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind
von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und
morgen bestimmt. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen
nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft
über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen
übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die
Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie
verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung."
"Eine Segnung ist ja nicht eine Gutheißung des gesegneten Subjektes oder
Objektes, der oder das gesegnet wird. Eine Segnung erbittet für jemand oder für
etwas den Zuspruch Gottes, damit letztlich die Menschen bzw. die Schöpfung
dadurch gestärkt und von innen her geheilt werden. Insofern könnte man sagen,
dass gerade kritisch zu betrachtende Einrichtungen der Massentierhaltung umso
mehr den Segen Gottes nötig haben, damit sich eine am Wohl der Menschen und
Tiere orientierte Wendung einstellt. Die Kirche segnet ja gerade auch kranke, alte
und sterbende Menschen, nicht, weil sie damit Krankheit, Alter und Sterben
gutheißen will, sondern um den Menschen in seiner Situation Gottes Geist und Kraft
an die Seite zu stellen." (Bischöflich Münstersches Offizialat, Offizialatsrat Christian
Gerdes am 28.9.2012 im Auftrag von Weihbischof Timmerevers an den
Kreistagsabgeordneten Bernd Kahlen)

"Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles Samen tragende Kraut gegeben, das auf
der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem Samen tragende
Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen; aber allen Tieren der Erde und allen
Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende
Seele ist, habe ich alles grüne Kraut zur Speise gegeben." 1.Mose 1:29-30

"Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs - sie haben ja
ein und dasselbe Geschick - ist dies: wie diese sterben, so stirbt jenes, und einen
Odem haben sie alle. Und einen Vorzug des Menschen vor dem Vieh gibt es
nicht..." Prediger 3:19

Der Hinduist Mahatma Gandhi, ein Anhänger der Bergpredigt des Jesus von
Nazareth, erklärt am 8.9.1920: "Es ist meine feste Überzeugung, dass das heutige
Europa nicht den Geist Gottes und des Christentums verwirklicht, sondern den Geist
Satans. Und Satan hat den größten Erfolg, wo er mit den Namen Gottes auf den
Lippen erscheint ... Ich meine, dass das europäische Christentum eine Verleumdung
des Christentums Jesu bedeutet" (zit. nach W. Gabriel: Gandhi, Christus und die
Christen, Halle 1931; auch in: Indische Geisteswelt, Band I, Glaube und Weisheit der
Hindus, Hrsg.: Helmuth von Glasenapp, Holle-Verlag, Darmstadt 1958, S. 280 f.)

Auch bei den Juden vor und zur Zeit von Yeshua war es eine Todsünde nicht vom
Passahlamm zu essen, welches einmal im Jahr am 14. des ersten Monats gegessen
wurde. Außerdem galt es Gotteslästerung (ebenfalls eine Todsünde) wenn man
behauptete, dass die Tieropfer nicht von Gott bzw. Moses angeordnet wurden.
„Nun war Judas Ischarioth in das Haus des Kaiphas gegangen und sagte zu ihm:
„Siehe, er hat das Passahmahl gefeiert innerhalb der Tore mit Mazzen an Stelle des
Lammes. Ich aber hatte ein Lamm gekauft; doch er verbot, dass es getötet werde.
Sieh, der Mann, von dem ich es gekauft habe, ist Zeuge.“ Und Kaiphas zerriss seine
Kleider und sagte: „Wahrlich, dieses ist kein Passahfest nach dem Gesetze des
Moses. Er hat eine Tat begangen, die todeswürdig ist; denn es ist eine schwere
Übertretung des Gesetzes. Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen?“ Evangelium
des vollkommenen Lebens, Kapitel 76

Von Anfang an hat der Teufel seine Lüge verbreitet und den Menschen dazu
angestiftet Blut zu vergießen, damit sie sich am heiligen Gesetz versündigen und
nicht zum ewigen Leben kommen. Kain war der erste, der Blut vergoss, menschliches
wie auch tierisches. Bis dann angeblich Noah erlaubt wurde, „alles was sich regt“ zu
töten und essen (was im übrigen nicht nur gegen 1.Mose 1:29 verstößt, sondern
auch gegen die Speisegebote in 3.Mose 11). Im Essene Humane Gospel of Christ und
im Evangelium des vollkommenen Lebens sagt Yeshua dazu Folgendes:

„Denn Abel bot die Körner und Früchte der Erde an, aber Gott verlangte nur, dass
das heilige Gesetz eingehalten wurde. Denn das reine Opfer ist das Herz des
Menschen, dass er nach Wahrheit und Gerechtigkeit und nach der reinen
Anbetung des Ewigen All-Vaters sucht. Aber ich sage euch: Satan, der Böse, machte
die Wahrheit zur Lüge und gab den Menschensöhnen Fleisch und Blut, das
Brandopfer, das unheilige Gesetz des Bösen, das, was mein Heiliger Vater hasst
und verabscheut. Wisst ihr nicht, dass vor euch ein größerer als Mose steht, ja, der
Heilige, von dem Mose geredet hat, ist hier und stellt die Wahrheit des Gesetzes
wieder her, damit alle mit Sicherheit wissen können, dass Gott wahr ist und jeder,
der das heilige Gesetz nicht hält, ist ein Lügner.“

„Und einige der Ältesten und Schriftgelehrten des Tempels kamen zu ihm und
sagten: „Warum lehren deine Jünger die Menschen, dass es wider das Gesetz ist,
das Fleisch von Tieren zu essen, da sie doch nach dem Befehl des Moses als Opfer
dargebracht werden? Denn es ist geschrieben: Gott sprach zu Noah: Furcht und
Schrecken vor euch soll auf jedes Tier des Feldes kommen und auf jeden Vogel der
Luft und jeden Fisch im Wasser, wenn sie in eure Hände gefallen sind.“ Und Jesus
sprach zu ihnen: „Ihr Heuchler, wohl sprach Jesaja von euch und euren Vorvätern:
Dieses Volk ist mir nahe mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen,
aber ihr Herz ist ferne von mir, denn sie beten mich vergeblich an und lehren in
meinem Namen als göttliche Lehren, was Gebote der Menschen sind, um ihre
eigenen Gelüste zu befriedigen. Und ebenso gibt Jeremia Zeugnis, wenn er über die
Blutopfer sagt: Ich, euer Gott, befahl nichts davon in den Tagen, als ihr aus Ägypten
gekommen seid, sondern ich befahl euch nur Rechtschaffenheit, Festhalten an den
alten Gebräuchen, Gerechtigkeit zu pflegen und demütig vor eurem Gott zu
wandeln. Ihr aber habt nicht auf mich gehört, der euch von Anfang an alle Arten von
Samen gab und Früchte der Bäume und Kerne für die Nahrung und zur Heilung von
Mensch und Tier.“ Und sie entgegneten: „Du sprichst wider das Gesetz.“ Und er
sprach abermals über Moses: „Wahrlich, ich spreche nicht wider das Gesetz,
sondern gegen die, welche sein Gesetz verdarben, das er wegen der Härte eurer
Herzen erlaubte. Doch siehe! Ein Größerer denn Moses ist da!“ Und sie gerieten in
Zorn und hoben Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Aber Jesus ging mitten durch
sie hindurch und war vor ihrer Gewalt verborgen.“