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Merkblatt 876
Edelstahl Rostfrei
im Mauerwerksbau

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei


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Die Informations- Inhalt


stelle Edelstahl Seite Seite
Rostfrei 1 Einleitung 2 8.2 Andere Außenwand-
bekleidungen 19
2 Begriffe, Definitionen 2
9 Instandsetzung von Denk-
Die Informationsstelle Edelstahl Rost- 3 Grundsätzliches 3 malbauten und anderen
frei (ISER) ist eine Gemeinschafts- 3.1 Allgemeines 3 Bauten im Bestand 20
organisation von Unternehmen und 3.2 Statische Funktion 3 9.1 Denkmalbauten 20
Institutionen aus den Bereichen 3.3 Konstruktive Funktion 3 9.2 Andere Bauten im Bestand 21
– Edelstahlherstellung,
– Edelstahlhandel und Anarbeitung, 4 Werkstoff Edelstahl 10 Literatur 22
– Edelstahlverarbeitung, Rostfrei 4 10.1 Technische Regelwerke 22
– Oberflächenveredelung, 4.1 Werkstoffe für die 10.2 Fachliteratur 23
– Legierungsmittelindustrie, Bewehrungs- und
– Marktforschung und Verlage für Befestigungstechnik 4
nichtrostende Stähle. 4.2 Wichtige Normen für
Edelstahl Rostfrei 4
Die Aufgaben der ISER umfassen 4.3 Werkstoffprüfung bei
die firmenneutrale Information über Edelstahl Rostfrei 4
Eigenschaften und Anwendungen von 4.3.1 Werksprüfzeugnisse 4 Impressum
Edelstahl Rostfrei. Schwerpunkte der 4.3.2 Hilfe bei Werkstofffragen
Aktivitäten sind und Legierungsanalyse 4 Merkblatt 876
Edelstahl Rostfrei im Mauerwerksbau
– praxisbezogene, zielgruppen- 5 Bewehrung 6 1. Auflage 2009
orientierte Publikationen, 5.1 Statisch wirksame
– Online-Informationsplattform Bewehrung 6 Herausgeber:
unter www.edelstahl-rostfrei.de 5.1.1 Allgemeines 6 Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
– Pressearbeit für Fach- und 5.1.2 Technische Regelwerke 6 Postfach 10 22 05
Publikumsmedien, 5.1.3 Anforderungen 7 40013 Düsseldorf
– Messebeteiligungen, 5.1.4 Anwendungsbereiche 8 Telefon: 0211 / 67 07-8 35
– Durchführung von Schulungs- 5.1.5 Berechnungsbeispiele 9 Telefax: 0211 / 67 07-3 44
veranstaltungen, 5.2 Konstruktive Bewehrung 9 Internet: www.edelstahl-rostfrei.de
– Errichtung von Kompetenzzentren 5.2.1 Aufgaben 9 E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de
„Edelstahl-Rostfrei-Verarbeitung“, 5.2.2 Technische Regelwerke 10
– Informationen über Bezugsmög- 5.2.3 Anforderungen 10 Autoren:
lichkeiten von Produkten aus 5.2.4 Anwendungsbereiche 12 Dr.-Ing. P. Schubert, Aachen
Edelstahl Rostfrei, 5.2.5 Berechnungsbeispiel 13 Prof. Dipl.-Ing. K.-J. Schneider, Berlin
– individuelle Bearbeitung
technischer Anfragen. 6 Befestigungsmittel Abbildungen:
bzw. -elemente 14 Bekaert GmbH, Friedrichsdorf;
Ein aktuelles Schriftenverzeichnis wird 6.1 Anker 14 Elmenhorst Bauspezialartikel GmbH &
auf Anforderung gerne übersandt – 6.1.1 Verbindung der Wand- Co. KG, Hamburg;
oder ist einsehbar unter schalen bei zweischaligen Hilti Deutschland GmbH, Kaufering;
www.edelstahl-rostfrei.de/ Außenwänden 14 W. Modersohn GmbH & Co. KG,
Publikationen. 6.1.2 Verbindung von stumpf Spenge
gestossenen Wänden
(Stumpfstoß) 14 Titelfoto:
6.2 Wandanschlussprofile 14 Bauvorhaben Billstraße, Hamburg

7 Abfangungen 17 Die in dieser Broschüre enthaltenen


7.1 Konsolen für die Außen- Informationen vermitteln Orientie-
schale von zweischaligen rungshilfen. Gewährleistungsansprü-
Außenwänden 17 che können hieraus nicht abgeleitet
7.2 Winkel 18 werden. Nachdrucke aus dieser Doku-
mentation bzw. Veröffentlichungen im
8 Außenwandbekleidung 19 Internet, auch auszugsweise, sind nur
8.1 Außenbekleidung mit schriftlicher Genehmigung des
als Anmauerung auf Herausgebers und mit deutlicher Quel-
Aufstandsflächen 19 lenangabe gestattet.

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1 Einleitung nenten und Einflussfaktoren handelt tionen in einem gegebenen Korro-


(Korrosionssystem). Daher müssen sionssystem ohne Beeinträchtigun-
Ziel dieser Broschüre ist es, den Pla- diese Begriffe in technischen Texten gen durch Korrosion zu erfüllen.
ner, den Unternehmer sowie auch und Ausschreibungen immer durch
interessierte Studenten über die Vor- konkrete Angaben zu den einzuset- Erläuterung: Ist vom Planer gefordert,
teile des Einsatzes von Edelstahl Rost- zenden Werkstoffen, der Ober- dass ein Bauteil „korrosionsbestän-
frei im Mauerwerksbau kurz und tref- flächengüte, den Kontaktbaustoffen dig“ sein muss, so ist damit gemeint,
fend zu informieren. Schwerpunkt ist und weiteren Umweltbedingungen dass der Werkstoff (z.B. Edelstahl
die Befestigungs- und Bewehrungs- (Lichteinfluss, Temperatureinflüsse, Rostfrei), aus dem dieses Bauteil
technik. Die betreffenden Normen und besondere umgebende Medien etc.) hergestellt werden soll, unter den
Vorschriften werden dargestellt und ergänzt werden. Edelstahl Rostfrei gegebenen Randbedingungen dauer-
erläutert und es werden praktische gemäß den Widerstandsklassen der haft keinen Korrosionsschaden erlei-
Empfehlungen gegeben. Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulas- det. Es ist dann nicht zulässig, einen
sung Z-30.3-6 besitzt für die meisten Werkstoff mit Beschichtungen bzw.
Wer auch zukünftig als Unternehmer Bauteile erfahrungsgemäß besten Überzügen einzusetzen. Dies könnte
erfolgreich sein will, muss in verstärk- Schutz gegen die zahlreich vorkom- die Funktion des Bauteils einschrän-
tem Maße auf Qualität achten. Mauer- menden Systemeinflussfaktoren. ken und Korrosionsrisiken wieder
werk, vor allem die modernen Mauer- erhöhen.
stein- und Mörtelprodukte, sind nicht • Korrosionsschutz (DIN EN ISO 8044)
nur die wichtigsten Baustoffe für den • Korrosionswiderstand*
Wohnungsbau, sondern sie sind durch Veränderung eines Korrosionssys- (nicht normativ geregelter Begriff)
laufende Weiter- und Neuentwick- tems derart, dass Korrosionsschä-
lungen maßgeblich an der Verbesse- den vermieden werden. Dieser Begriff dient häufig der Werk-
rung von Wohnqualität, Umweltschutz stoffklassifikation korrosionsbestän-
und Wirtschaftlichkeit beteiligt. In Ver- Erläuterung: Unter Korrosionsschutz diger Werkstoffe. Er ist keine Werk-
bindung mit Edelstahl Rostfrei ist wird die Summe aller Maßnahmen ver- stoffkenngröße. Der Korrosionswi-
sichergestellt, dass die unterschiedli- standen, die dazu beitragen, Werk- derstand ermöglicht eine Einteilung
chen Baustoffe bzw. Bauteile perfekt stoffe vor der Zerstörung durch chemi- von Werkstoffen in Gruppen, die
und dauerhaft verbunden werden kön- sche und/oder physikalische Angriffe unter bestimmten Umgebungsbe-
nen und dadurch die Qualität noch (aggressive Medien, Bewitterung, Tau- dingungen die Korrosionsbeständig-
deutlich weiter gesteigert wird. wasser etc.) zu schützen. Ziel ist, das keit ohne zusätzliche Maßnahmen
Ausmaß der Korrosion so zu begren- dauerhaft sicherstellen können.
Edelstahl Rostfrei ist eine zukunftswei- zen, dass Korrosionsschäden, d.h. der
sende Werkstoffgruppe mit sehr guter Verlust oder die Einschränkung der Erläuterung: Zur Verdeutlichung sei
Ökobilanz. Nichtrostende Stähle wer- Funktion eines Bauteils oder einer auf die Definition von Korrosionswi-
den ressourcenschonend bis zu 80 % Anlage, vermieden werden. derstandsklassen in der Allgemeinen
aus legiertem Schrott erschmolzen. bauaufsichtlichen Zulassung Z-30.3-6
Zudem ist der Werkstoff zu 100 % • Korrosionsgeschützt „Erzeugnisse, Verbindungsmittel und
recyclingfähig und schließt damit den (nicht normativ geregelter Begriff) Bauteile aus nichtrostenden Stählen“
Materialkreislauf lückenlos. verwiesen. In Ausschreibungs- und
Dieser Begriff gibt an, dass Bauteile Planungsunterlagen ist die konkrete
mit Hilfe von Beschichtungen (orga- Vorgabe einer Widerstandsklasse
nische Schichten, z.B. Lack, Pulver- unbedingt erforderlich. Die zuständi-
2 Begriffe, beschichtung) und/oder Überzügen gen Prüfinstitute können, sofern ein
Definitionen (anorganische Schichten, z.B. Ver- Stahl nicht klassifiziert ist, diesen dem
zinkung, Chromatierung, Emaillie- Widerstandsklassensystem durch Ver-
In technischen Regelwerken und Aus- rung) vor den einwirkenden Umge- suche bzw. Messungen zuordnen.
schreibungen werden sehr häufig bungsbedingungen geschützt wer-
nachfolgend aufgeführte Begriffe bzw. den. • Korrosionssicher
Begriffskombinationen benutzt um (nicht normativ geregelter Begriff)
darzulegen, dass die behandelten Erläuterung: Teilweise wird dieser Be-
Bauteile und Materialien eine beson- griff auch für korrosionsbeständige Häufig in Regelwerken, Fachliteratur,
dere Widerstandsfähigkeit gegen orts- Werkstoffe verwendet, bei denen die Produktbeschreibungen und Bau-
spezifische Umwelteinflüsse besitzen vorhandene Korrosionsbeständigkeit
müssen. durch weitere Maßnahmen erhöht wur- * Verschiedentlich wird der Begriff auch für
de (z.B. Aluminium korrosionsgeschützt nicht korrosionsbeständige Werkstoffe ver-
Die nachfolgend aufgeführten Defini- gleich anodisch oxidiertes Aluminium) wendet, wenn die Korrosionsgeschwindigkeit
tionen sollen die richtige Anwendung von Werkstoffen durch bestimmte Maßnah-
men (z.B. Legierungszusätze) verringert wer-
dieser Begriffe erleichtern. Sie sollen • Korrosionsbeständigkeit
den kann. Man spricht dann häufig von einer
außerdem deutlich machen, dass es (DIN EN ISO 8044) Erhöhung des Korrosionswiderstandes, ohne
sich immer um ein System mit Wech- dass ein korrosionsbeständiger Werkstoff vor-
selwirkungen aus mehreren Kompo- Fähigkeit eines Metalls, seine Funk- liegt.

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ausschreibungen angewandter un- (1) Erhöhtes Korrosionsrisiko elemente unterschiedliche Anforde-


genauer Begriff zur Beschreibung rungen, die sich wie in Tabelle 1
einer Erwartungshaltung in Bezug Es wird wieder das Beispiel mit einem grundsätzlich unterscheiden lassen.
auf das Korrosionsverhalten. Er durch Duplex-Beschichtung geschütz-
dient entweder zum Ausdruck vorlie- tem Bewehrungsstahl gewählt. Män- 3.2 Statische Funktion
gender, langjähriger Erfahrungswer- gel während der Bauteilbeschichtung
te mit bestimmten Korrosionssyste- (Fehlstellen, z.B. durch Blasenbildung) Statisch wirksame Bewehrungen und
men oder als Ausdruck für eine oder Beschädigungen der Ober- Befestigungen müssen stets einen
gewünschte Eigenschaft, die durch flächenbeschichtung, die während der dauerhaft ausreichend hohen Korrosi-
geeignete Maßnahmen erreicht wer- Bauteilmontage (z.B. durch örtliches onswiderstand aufweisen, wenn nicht
den soll. Anpassen der Bauteile) entstehen, sichergestellt ist, dass keine korrosi-
führen hierbei sehr schnell zur Unter- ven Einwirkungen auftreten können.
Erläuterung: Um eine nachprüfbare und wanderung der Kunststoffschicht Dies betrifft beispielsweise den Ein-
sinnvolle Ausführungsbeschreibung zu durch Korrosion und es entsteht wie- bau von nicht mehr zugänglichen und
erhalten, muss dieser Begriff näher der das Risiko einer Funktionsbeein- damit nicht kontrollierbaren Befesti-
erläutert werden. Wird der Begriff „kor- trächtigung (Volumenvergrößerung, gungen – z.B. Verankerungen und
rosionssicher“ ohne weitere Angaben Verringerung der Rippenhöhe). Abfangungen bei zweischaligem Mau-
im direkten Zusammenhang mit dem erwerk.
Begriff „Bauteil, Produkt, Stahl oder
Werkstoff“ etc. angewandt, so muss Die spezifischen technischen Grund-
man für das Bauteil von einem korrosi- lagen für den Einsatz bei tragenden
onsbeständigen Werkstoff, z.B. Edel- Konstruktionen aus Edelstahl Rostfrei
stahl Rostfrei, ausgehen. Ansonsten ist 3 Grundsätzliches sind aus der Allgemeinen bauaufsicht-
die Beschreibung durch eine geeigne- lichen Zulassung Z-30.3-6 in der
te Schutzmaßnahme, wie z.B. schüt- 3.1 Allgemeines jeweils aktuellen Fassung mit dem
zendes Bauteil, Beschichtung oder Titel „Erzeugnisse, Verbindungsmittel
Überzug zu ergänzen. Für Bewehrungen und Befestigungs- und Bauteile aus nichtrostenden
elemente mit statischer Funktion im Stählen“ zu entnehmen.
Es ist grundsätzlich ein Fehler, anzu- Mauerwerksbau gilt allgemein – wie
nehmen, dass man bei richtiger Her- bei anderen Baustoffen und Bau- 3.3 Konstruktive Funktion
stellung und Montage nichtrostende weisen auch –, dass ihre Eigenschaf-
Stähle durch beschichtete Stähle er- ten dauerhaft erhalten bleiben müs- Bei Bewehrung und Befestigungen,
setzen kann. Das gelingt in den sel- sen. Dies betrifft bei Bewehrungen die konstruktive Aufgaben zu erfüllen
tensten Fällen. Nachfolgend zwei Bei- und Befestigungselementen vor allem haben, ist hinsichtlich des ggf. not-
spiele zu den Risiken, wenn statt eines den Widerstand gegen eine mögliche wendigen Korrosionswiderstandes
Bauteils aus korrosionsbeständigem Korrosion. Ist ein korrosiver Einfluss (nach der weit verbreiteten Auffas-
Werkstoff ein Bauteil mit Überzug und nicht auszuschließen, so muss ein sung) wie folgt zu unterscheiden:
Beschichtung eingesetzt wurde: dauerhaft ausreichend hoher Wider-
stand gegeben sein, um eine Beein- (1) Die Wirksamkeit ist nur zeitlich
(1) Funktionseinschränkung trächtigung der erforderlichen Qualität begrenzt erforderlich, z.B. bei
zu verhindern. Bewehrung zur Rissbreitenbe-
Statt zugelassener Bewehrungsstähle schränkung, wenn die rissverursa-
aus nichtrostenden Stählen 1.4571, Je nach Aufgabe, Einbausituation und chenden Vorgänge nach einer
1.4404 oder 1.4362 mit 6 und 8 mm möglichem Korrosionsangriff ergeben gewissen Zeit beendet sind
Durchmesser wurden Bewehrungs- sich für Bewehrung und Befestigungs- (Schwinden, Kriechen).
stähle aus BST 500 S vom Handel
gekauft und anschließend verzinkt
und kunststoffbeschichtet. Im Verar- Aufgabe Einbau- Korrosion möglich Anforderungen an den
beitungsprozess wurde nicht darauf situation Korrosionswiderstand
ja nein
geachtet, dass die bauaufsichtliche
Zulassung für Bewehrungsstähle eine dauerhaft
Mindestrippenhöhe vorschreibt, die x keine
trocken
durch die Duplex-Beschichtung, ins- konstruktiv
besondere bei dem 6 mm Beweh- Feuchteein- je nach Bedeutung
x
rungsstahl, um mehr als die Hälfte wirkung möglich und Wirkung
reduziert wurde. Die vorgeschriebene
dauerhaft
und notwendige Verbundwirkung ist trocken
x keine
nicht mehr gegeben und die Funktion statisch
des Bewehrungsstahls ist gemäß der Feuchteein- dauerhaft ausreichend
x
bauaufsichtlichen Zulassung, sowie wirkung möglich hoch
den daraus resultierenden statischen
Annahmen, nicht mehr gewährleistet. Tab. 1: Anforderungen an den Korrosionswiderstand

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(2) Eine Korrosion kann infolge der (ABZ) Z-30.3-6 „Erzeugnisse, Verbin- DIN EN 10 088 – Teile 1 bis 3
damit verbundenen Volumenver- dungsmittel und Bauteile aus nicht- Technische Lieferbedingungen für
größerung zu Schäden führen, z.B. rostenden Stählen“ geregelt (Tab. 2 nichtrostende Stähle
durch Abplatzungen. und 3).
DIN EN ISO 3506 – Teile 1 bis 4
Bei Fall (1) wäre somit kein besonde- Die nichtrostenden Lean Duplex-Stäh- Mechanische Eigenschaften von Ver-
rer Korrosionswiderstand erforderlich, le eröffnen kostengünstige Alternati- bindungselementen aus nichtro-
wenn Fall (2) ausgeschlossen werden ven zu den austenitischen Werkstoff- stenden Stählen
kann. Andernfalls muss ein entspre- güten A5 (1.4571), A4 (1.4401), A4L
chender Korrosionswiderstand vor- (1.4404) oder A2 (1.4301). Der Lean 4.3 Werkstoffprüfung bei
handen sein. Allerdings ist auch bei Duplex-Stahl 1.4362 ist im Bereich der Edelstahl Rostfrei
Bewehrung und Befestigungen mit Bewehrungs- und Befestigungstech-
ausschließlich konstruktiven Aufga- nik derzeit die technisch interessante- 4.3.1 Werksprüfzeugnisse
ben ein dauerhafter Korrosionswider- ste Variante der Duplex-Stähle. Neben den bauaufsichtlich zugelasse-
stand aus nachfolgend genannten nen Mauerwerksbefestigungsproduk-
Gründen sehr zu empfehlen: Vorteile des Lean Duplex-Stahls ten aus nichtrostendem Stahl gibt es
1.4362 gegenüber den Werkstoff- häufig Sonderanfertigungen bzw. Spe-
• Korrodierte bzw. ungleichmäßig kor- güten 1.4404/1.4571 sind: zialbefestigungen, die unter Bezug auf
rodierte Oberflächen sind ein opti- einen besonderen rechnerischen
scher Mangel und deshalb auch ein • doppelt so hohe Grundfestigkeit, Nachweis angewendet werden.
Reklamationsgrund. auch im geschweißten Zustand;
Bei Befestigungskonstruktionen des
• Von einem Laien kann Korrosion hin- • bessere Korrosionsbeständigkeit, Herstellers, für die im Rahmen der
sichtlich ihrer Bedeutung (z.B. Ein- u.a. bei chloridinduzierter Span- werkseigenen Produktionskontrolle
fluss auf die Tragfähigkeit) nicht nungsriss- und Lochkorrosion; (ÜH) Prüfzeugnisse für bestimmte Vor-
beurteilt werden. Er wird die Produk- materialien (Bauteile) gewünscht wer-
te reklamieren, was in der Regel zu • geringere Wärmedehnung bei glei- den, empfiehlt es sich dringend, die-
Nachbesserungen führt. cher Wärmeleitfähigkeit; se vorab mit der Anfrage, spätestens
jedoch bei Bestellung, konkret anzu-
• Auch bei konstruktiver Bewehrung • höherer Elastizitätsmodul; fordern. Besonders bei Normteilen
können Beeinträchtigungen der sind aufgrund der überwiegenden
Funktion durch Korrosion auftreten. • günstigere Dauerschwingfestigkeit; Fernost-Importe in der Regel keine
Prüfbescheinigungen nach deutschem
In den letzten Jahren wird im deut- • deutlich niedrigerer Legierungsan- bzw. europäischem Standard verfüg-
schen Markt der Befestigungs- und teil an Nickel und Molybdän, damit bar und auch im Nachhinein nicht
Bewehrungssysteme für Mauerwerk preiswerter und höhere Preisstabi- mehr beschaffbar. Gefordert werden
im Außen- und Feuchtbereich vorwie- lität aufgrund relativ niedrigerer üblicherweise das Werkszeugnis 2.2
gend Edelstahl Rostfrei wegen der für Legierungszuschläge. (für Normteile) und das Abnahme-
die Praxis wichtigen Herstellungs- und prüfzeugnis 3.1 (für Bleche/ Profile/
Montagevorteile und der unübertrof- Neben der Allgemeinen bauaufsicht- Rohre) gemäß DIN EN 10204 „Metalli-
fenen Korrosionsbeständigkeit ver- lichen Zulassung für nichtrostende sche Erzeugnisse – Arten von Prüfbe-
wendet. Edelstahl Rostfrei gibt es in Stähle, die für alle Unternehmen und scheinigungen“. Prüfzeugnisse sind
verschiedenen Festigkeitsstufen, so Anwender im Bauwesen gilt, gibt es nicht kostenlos.
dass auch schlanke Konstruktionen, noch weitere nichtrostende Stähle für
d.h. Befestigungssysteme mit gerin- den Mauerwerksbau. Diese Werkstof- 4.3.2 Hilfe bei Werkstofffragen
gem Querschnitt bzw. geringer Mate- fe sind dann in der Regel von einzel- und Legierungsanalyse
rialdicke, möglich sind. nen Unternehmen beim Deutschen Bei entscheidenden Fragen zum Ein-
Institut für Bautechnik (DIBt) für satz von speziellen nichtrostenden
bestimmte Produkte oder Produktbe- Stählen innerhalb eines Bauprojektes
reiche zugelassen und unterliegen und bei Klärung von Werkstoffeigen-
einer strengen dauernden externen schaften an vorhandenen Baukon-
4 Werkstoff und unabhängigen Kontrolle. struktionen kann die Hilfe entspre-
Edelstahl Rostfrei chender Institute und Gutachter in
4.2 Wichtige Normen für Anspruch genommen werden. Dies-
Edelstahl Rostfrei bezügliche Adressen und Ansprech-
4.1 Werkstoffe für die partner sind auf der Internetseite der
Bewehrungs- und Folgende Normen sind neben der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Befestigungstechnik zuvor genannten Allgemeinen bauauf- unter www.edelstahl-rostfrei.de in der
sichtlichen Zulassung für die Aus- Rubrik „Werkstoff/Gutachter/Institu-
Die Verwendung von Edelstahl Rostfrei führung und die technischen Details te“ zu finden.
im Mauerwerksbau ist in der Allge- der nichtrostenden Stähle zu beach-
meinen bauaufsichtlichen Zulassung ten:

4
Stahlsorte1) Gefüge2) Festigkeitsklassen3) und Erzeugnisformen4) Korrosion

Tab. 2:
Widerstands-
Lfd. Kurzname W-Nr. S 235 S 275 S 355 S 460 S 690 klasse5)
Nr.

1 X2CrNi12 1.4003 F B, Ba, H, P D, H, S, W D, S D, S – I / gering


2 X6Cr17 1.4016 F D, S, W – – – –
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vom 20. April 2009


3 X5CrNi18-10 1.4301 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S B, Ba, D, H, S Ba, D, H, S S II / mäßig
4 X2CrNi18-9 1.4307 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S Ba, D, H, S Ba, D, S S
5 X3CrNiCu18-9-4 1.4567 A D, S, W D, S D, S D, S _
6 X6CrNiTi18-10 1.4541 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S Ba, D, H, S Ba, D, H, S _
7 X2CrNiN18-7 1.4318 A – – B, Ba, D, H, P, S B, Ba, H _
12.05.2009

8 X5CrNiMo17-12-2 1.4401 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S Ba, D, H, S Ba, D, S S III / mittel


9 X2CrNiMo17-12-2 1.4404 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S Ba, D, H, S Ba, D, H, S D, S
10 X3CrNiCuMo17-11-3-2 1.4578 A D, S, W D, S D, S D, S _
10:49 Uhr

11 X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, H, P, S Ba, D, H, S Ba, D, H, S D, S


12 X2CrNiMoN17-13-5 1.4439 A – B, Ba, D, H, S, W – – _
13 X2CrNiN23-4 1.4362 FA – – – B, Ba, D, S, W D, S
Seite 5

14 X2CrNiMoN22-5-3 1.4462 FA – – – B, Ba, D, P, S, W D, S IV / stark


15 X1NiCrMoCu25-20-5 1.4539 A B, Ba, D, H, P, S, W B, Ba, D, P, S D, P, S D, S D, S
16 X2CrNiMnMoNbN25-18-5-4 1.4565 A – – – B, Ba, D, S _
17 X1NiCrMoCuN25-20-7 1.4529 A – B, D, S, W B, D, H, P, S D, P, S D, S
18 X1CrNiMoCuN20-18-7 1.4547 A – B, Ba B, Ba – –

1) nach DIN EN 10088-1:2005-09 (09.2005)


2) A = Austenit; F = Ferrit; FA = Ferrit-Austenit (Duplex)
3) Die der jeweils untersten Festigkeitsklasse folgenden Festigkeitsklassen sind durch Kaltverfestigung mittels Kaltverformung erzielt.
4) B = Blech; Ba = Band und daraus gefertigte Bleche; D = Draht, gezogen; H = Hohlprofile; P = Profile; S = Stäbe; W = Walzdraht
5) gilt nur für metallisch blanke Oberflächen. Bei möglicher Kontaktkorrosion besteht Gefahr für das unedlere Metall.

Einteilung der Stahlsorten nach Festigkeitsklassen und Widerstandsklassen gegen Korrosion aus der ABZ Z-30.3-6

5
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Stahlsorte Korrosions- Kennzeichnung Kennzeichnung


widerstands- für Schrauben mit Kopf für Gewindestangen,
klasse1) in Anlehnung an Stiftschrauben, Muttern
DIN EN ISO 3506-1 und Scheiben
in Anlehnung an
DIN EN ISO 3506-1+2

Festigkeitsklasse Festigkeitsklasse
Lfd.
Nr. Kurzname W-Nr. Gruppe 50 70 80 50 70 80

3 X5CrNi18-10 1.4301 A2 II / mäßig ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M24


4 X2CrNi18-9 1.4307 A2L ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M24
5 X3CrNiCu18-9-4 1.4567 A2L ≤ M24 ≤ M16 ≤ M12 ≤ M24 ≤ M16 ≤ M12
6 X6CrNiTi18-10 1.4541 A3 ≤ M39 ≤ M20 ≤ M16 ≤ M64 ≤ M30 ≤ M24

8 X5CrNiMo17-12-2 1.4401 A4 III / mittel ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M24
9 X2CrNiMo17-12-2 1.4404 A4L ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M24
10 X3CrNiCuMo17-11-3-2 1.4578 A4L ≤ M24 ≤ M16 ≤ M12 ≤ M24 ≤ M16 ≤ M12
11 X6CrNiMoTi17-12-2 1.4571 A5 ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M24
12 X2CrNiMoN17-13-5 1.4439 2) ≤ M20 – – ≤ M64 – –
13 X2CrNiN23-4 1.4362 2) – ≤ M24 ≤ M20 – ≤ M64 ≤ M20

14 X2CrNiMoN22-5-3 1.4462 2) IV / stark – ≤ M24 ≤ M20 – ≤ M64 ≤ M20


15 X1NiCrMoCu25-20-5 1.4539 2) 3) ≤ M39 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M20
16 X2CrNiMnMoNbN25-18-5-4 1.4565 2) 3) – ≤ M24 ≤ M20 – ≤ M64 ≤ M30
17 X1NiCrMoCuN25-20-7 1.4529 2) 3) ≤ M30 ≤ M24 ≤ M20 ≤ M64 ≤ M45 ≤ M45

1) gemäß Anlage 1, Tabelle 1 der ABZ Z-30.3-6


2) Da derzeit keine normativen Festlegungen gelten, sind diese Stähle mit der Werkstoff-Nummer zu kennzeichnen.
3) Für Verbindungsmittel in Schwimmhallenatmosphäre gilt Anlage 7, Tabelle 10 der ABZ Z-30.3-6

Tab. 3: Stahlsorten für Verbindungsmittel mit Zuordnung zu Stahlgruppen nach DIN EN ISO 3506 Teile 1 und 2
aus der ABZ Z-30.3-6 vom 20. April 2009

eine ausreichende Verbundfestigkeit men die Schnittstellen bauseits korro-


5 Bewehrung zu den Mauersteinen aufweisen. Im sionsgeschützt werden. Dies ist in der
Gegensatz zu Beton schützen Mauer- Regel nicht sicher gegeben und auch
5.1 Statisch wirksame steine und Mauermörtel wegen ihrer nicht wirtschaftlich.
Bewehrung vergleichsweisen hohen Porosität die
Bewehrung nicht dauerhaft vor Korro- 5.1.2 Technische Regelwerke
5.1.1 Allgemeines sion. Bleiben die Mauerwerksbautei- Die technischen Regelwerke im Mau-
Mauerwerk ist – wie auch Beton – nur le nicht sicher dauerhaft trocken, so ist erwerksbau, die auch Angaben zu
wenig auf Zug beanspruchbar. Höhe- also Korrosion nicht auszuschließen Bewehrung enthalten, sind:
re Zugbeanspruchungen können des- und die Bewehrung muss korrosions-
halb vom Mauerwerk allein nicht auf- beständig sein. (1) DIN 1053-3 (02.1990)
genommen werden. Beispiele dafür Mauerwerk; Bewehrtes Mauer-
sind erddruckbeanspruchte Keller- Die am Markt gängigen Bewehrungs- werk; Berechnung und Ausführung
wände mit geringer Auflast oder auch systeme für Mauerwerk im Außenbe- (2) DIN 1053-4 (02.2004)
Mauerwerksbauteile unter hoher reich oder in Feuchträumen bestehen Mauerwerk-Teil 4: Fertigbauteile
Schubbeanspruchung, z.B. durch Erd- in Deutschland aus Edelstahl Rostfrei (3) DIN EN 1996-1-1 (01.2006)
beben. Zur Aufnahme größerer Zug- der Korrosionswiderstandsklasse II Eurocode 6: Bemessung und Kon-
kräfte wird deshalb eine stählerne oder III. Alle diese Bewehrungssyste- struktion von Mauerwerksbau-
Bewehrung verwendet. Diese wird me werden als Bewehrungsbänder, ten – Teil 1-1: Allgemeine Regeln
horizontal in den Lagerfugen oder Bewehrungselemente oder Beweh- für bewehrtes und unbewehrtes
auch vertikal in „Aussparungen“ ange- rungsstäbe bauseits angeliefert und Mauerwerk; Deutsche Fassung EN
ordnet. Damit die Bewehrung wirk- dort in der Länge angepasst. Edelstahl 1996-1-1 (2005)
sam ist – d.h. Zugkräfte aufnehmen Rostfrei stellt bei Verletzung der Ober- (4) DIN EN 845-3 (08.2003)
kann –, muss sie vollständig mit Mör- fläche seinen Korrosionsschutz eigen- Festlegungen für Ergänzungsbau-
tel (oder ggf. auch Beton) umhüllt sein ständig wieder her. Im Gegensatz hier- teile für Mauerwerk – Teil 3: Lager-
und der Mörtel bzw. der Beton müssen zu müssen bei beschichteten Syste- fugenbewehrung aus Stahl

6
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Anforderung, Bestimmung
Sachverhalt/ DIN 1053-3 DIN 1053-4 DIN EN 1996-1-1 DIN EN 845-3 Flachsturz-
Gegenstand Richtlinie
(02.1990) (02.2004) (01.2006) (08.2003) (08.1979)
– Mauertafeln –
Bewehrungsstahl gerippter Betonstahl nach nach pr EN 10080 geschweißte Stahl- Betonstahl BSt
Betonstahl nach DIN 488-1 bzw. Baustahl oder drahtgitter, glatter 420/500 RK oder
DIN 488-1 nach ABZ, Zustim- nichtrostender oder profilierter RU, oder bauaufs.
mung im Einzelfall Stahl, glatt oder oder gerippter zugelass.
gerippt, schweiß- Rund- oder Flach- Betonstahl BSt
geeignet, fyk muss draht, 500/550 RK oder
EN 1992-1-1 An- austenitischer RU
hang C entsprechen nichtrostender
––––––––––––– Stahl nach DIN EN
vorgefertigte 10088 R1 oder R8,
Bewehrung nach verzinkter Stahl-
DIN EN 845-3 draht
Stabdurchmesser dS ≤ 8 mm dS = 6 mm dS ≥ 5 mm Längsdrähte: bei 1 Stab:
dS, Lagerfuge dS ≥ 3 mm 8 mm ≤ dS ≤ 12 mm
Formsteine, Mörtel: dS ≤ 14 mm max dS: einhalten
Aussparungen Beton: der Verbundspan-
nach DIN 488-1 nung und Mörtel-,
Betondeckung
Korrosionsschutz dauerhaft trocke- nicht erforderlich Bewehrungsstahl nichtrostend, Betondeckung
nes Raumklima: bei: Innenwänden, korrosionsbestän- verzinkt mit mind. 20 mm bzw.
nicht erforderlich; einschaligen dig oder geeigneter organischer nach DIN 1045
Andernfalls: Außenwänden1), Schutzüberzug; Beschichtung
- betonverfüllte Innenschale zwei- Anforderungen
Aussparungen: schaliger Außen- nach
Überdeckung wände1); Abschn. 4.3.3
nach DIN 1045 Ansonsten: Korro-
- Bewehrung in sionsgeschützte
Mörtel: besonde- Bewehrung nach
rer Korrosions- DIN 1053-3
schutz erforder-
lich – durch ABZ
Verankerung der Nachweis nach DIN Normalmörtel: gerade Stabenden,
Bewehrung 1045 bzw. in ABZ Gerade Stabenden; Haken, Winkelha-
Leichtmörtel: End- ken, Schlaufen;
haken rechn. Nachweis
Mindestbewehrung s. Tab. 1 der DIN Abschn. 8.2.3
1053-3
Lagerfugendicke dF dF ≤ 20 mm dF ≥ dS + 5 mm
Richtmaß: dF ≈ 2 dS

ABZ: Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung 1) mit bestimmten Einschränkungen, siehe DIN 1053-4

Tab. 4: Statische Bewehrung im Mauerwerk – Anforderungen, Bestimmungen in Technischen Regelwerken

(5) Richtlinien für die Bemessung und überarbeitet. In DIN 1053-4 wird Bemessung und Ausführung.
Ausführung von Flachstürzen Bewehrung als Transportbewehrung
(08.1977); druckfehlerbereinigte eingesetzt. Bauaufsichtlich eingeführt sind bis-
Fassung 1979 lang die Technischen Regelwerke (1),
(6) Allgemeine bauaufsichtliche Zulas- Die Technischen Regelwerke (1) bis (3) (2) und (5).
sungen (ABZ) und (5) enthalten Bestimmungen zu
den stählernen Bewehrungen, zum 5.1.3 Anforderungen
DIN 1053-3 wird z.Z. überarbeitet. Korrosionsschutz der Bewehrung, Die wesentlichsten Anforderungen an
Auch die „Flachsturzrichtlinie“ wird zur Bewehrungsführung sowie zur statische Bewehrung im Mauerwerks-

7
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2)
Lagerfuge
Anforderungen
≥ 30
dF ≤ 20 ≥ 30 • genormte Mauersteine
• Lochanteil L ≤ 35 % 1)
• kein Stegversatz bei eckiger Lochung
dS ≤ 8
• NM III, NM IIIa; bei Formsteinen
auch Beton, mind. B15 (C16/20)
Formsteine nach DIN 1045 (DIN EN 206-1)
• Überdeckung:
zur Wandoberfläche ≥ 30 mm;
Bei Formsteinen
dS ≤ 14
≥ 60 ≥ 45 ≥ 45
- Mörtel: allseitig ≥ 2 dS
dS ≤ 14
- Beton: nach DIN 1045 (DIN EN 206-1)
• Stoßfugen sind vollflächig zu
vermörteln!
dF : Lagerfugendicke; dS : Stabdurchmesser
1)
Für Hochlochziegel mit L ≤ 50 % gilt die ABZ Z-17.1-480
2)
Anwendung und Maße nach ABZ 17.1- 603 Maße in mm

Bild 1: Bewehrtes Mauerwerk nach DIN 1053-3, horizontale Bewehrung – Bewehrungsführung und wichtige Maße

bau aus den technischen Regelwerken Andere Bewehrung ist mit entspre- den „Flachsturzrichtlinien“ bzw. nach
sind in Tabelle 4 zusammengestellt. chenden ABZ anwendbar. Allgemeiner bauaufsichtlicher Zulas-
sung, ggf. nach Typenstatik.
5.1.4 Anwendungsbereiche (2) Vertikale Bewehrung
(1) Horizontale Bewehrung Nach DIN 1053-3 kann vertikale Für werksgefertigte Flach- und Fertig-
Es kommt nur eine in den Lagerfugen Bewehrung in Formsteinen mit kleiner teilstürze werden als Bewehrung
– ggf. in Formsteinen – eingelegte oder großer Aussparung sowie in ein- Bewehrungsstäbe aus Stahl oder
Bewehrung infrage (Bild 1). zelnen oder durchgehenden ummau- Bewehrungskörbe verwendet. Der ggf.
erten Aussparungen angeordnet wer- erforderliche Korrosionswiderstand
Die wesentlichsten Anwendungsbe- den (Bild 5). Als Bewehrung kommen der Bewehrung richtet sich nach der
reiche sind: nur Bewehrungsstäbe aus Stahl infra- Ausbildung der Stürze und den
• Lagerfugenbewehrung zur Erhöh- ge. Bei durchgehenden ummauerten dadurch erreichten Korrosionsschutz
ung der Biegezugfestigkeit von Aussparungen sind z.B. auch Beweh- für die Bewehrung.
Mauerwerksbauteilen (Wände – DIN rungsmatten denkbar. Die beiden
1053-3): Bewehrungsstäbe aus Mauerwerksschalen müssen mit Sinnvoll und sicher ist jedoch immer
Stahl oder Bewehrungselemente Ankern verbunden werden. Edelstahl Rostfrei.
(Bild 2); Bemessung durch rechne-
rischem Nachweis. (3) Stürze Bauseits in Mauerwerk ausgeführte
• Lagerfugenbewehrung zur Ausbil- Zu unterscheiden ist zwischen werks- Stürze bedürfen einer Allgemeinen
dung von Ringankern (Aufnahme gefertigten Flach- und Fertigteilstürzen bauaufsichtlichen Zulassung; Bei-
von Zugkräften, erforderlich nach sowie bauseits ausgeführten Stürzen. spiel: Außenschale von zweischaligem
Abschn. 8.2.1 DIN 1053-1): Beweh- Die Bemessung der Stürze erfolgt nach Mauerwerk (Bild 6).
rungsstäbe aus Stahl oder Be-
wehrungselemente (Bild 3); aufzu-
nehmende Zugkraft:
30 kN; mind. 2 durchlaufende Stä-
be von mind. 10 mm Durchmesser
oder gleichwertige Bewehrung.
• Bewehrung zur Ausbildung von Ring-
balken (Aufnahme von Biege-
momenten und ggf. Zugkräften,
erforderlich nach Abschn. 8.2.2
DIN 1053-1): Bewehrungsstäbe aus
Stahl oder Bewehrungselemente –
in Lagerfugen bzw. auch in Mauer-
stein-U-Schalen (Bild 4); Bemessung
durch rechnerischen Nachweis.

Als korrosionsbeständige Bewehrung


kommt Edelstahl Rostfrei infrage. Bild 2: Gebräuchliche Bewehrungssysteme nach Allgem. bauaufsichtlicher Zulassung

8
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Gitterbewehrung Stahlbetongurt Bewehrte U-Schalen


über Giebelmauerwerk über Giebelmauerwerk

Stahlbetongurt
U-Schalen
bewehrt
Stabstahl

en
nd
wi
Sch

––

Giebelmauerwerk Giebelmauerwerk

Bild 4: Ringbalken aus bewehrten Mauerstein-U-Schalen (Anwendungsbeispiel)

Kleine Aussparung, Formsteine


≤ 20 mm

Anforderungen
4 x ø 8 mm
≥ 60
• NM III, NM IIIa
vollfugig, MG III dS ≤ 14
≥ 60 • Überdeckung:
- allseitig ≥ 2 dS
- Wandoberfläche ≥ 30 mm
≥ 115 mm

≥ 30 mm Mörteldeckung
• Verfüllen: jede Steinlage!

Bild 3: Ringanker aus bewehrtem Große Aussparung, Formsteine ≥ 135


Mauerwerk

≥ 135

5.1.5 Berechnungsbeispiele ≤ 750

Berechnungsbeispiele für einen Sturz


aus bewehrtem Mauerwerk, einer
durch Erddruck belasteten Kellerwand
sowie für Ringanker und Ringbalken
Anforderungen
aus bewehrtem Mauerwerk befinden
sich in /10/. • NM III, NM IIIa
Ummauerte Aussparung oder Beton ≥ B 15 (C16/20)
≥ 135 • Überdeckung:
5.2 Konstruktive Bewehrung - Mörtel: allseitig ≥ 2 ds
Wandoberfläche ≥ 30 mm
5.2.1 Aufgaben - Beton: nach DIN 1045
Konstruktive Bewehrung hat keine sta- ≥ 135
(DIN EN 206-1)
tische Aufgabe zu erfüllen. Sie wird
• max. Stabdurchmesser:
zur Beschränkung der Breite von
- Mörtel: 14 mm
Rissen in Mauerwerksbauteilen ein- Ummauerte Aussparung (durchgehend) - Beton: nach DIN 488 - 1
gesetzt (Rissbreitenbeschränkung).
≥ 100 • Verfüllen:
Risse im Mauerwerk werden meist
- mind. je Meter Wandhöhe
durch Zug-, Biegezug- oder Schub-
spannungen hervorgerufen. Zugspan-
nungen entstehen z.B. durch be-
hindertes Schwinden und/oder Ab-
kühlung von Mauerwerksbauteilen. ds : Stabdurchmesser Maße in mm
Schubspannungen entstehen durch
Verformungsunterschiede zwischen Bild 5: Bewehrtes Mauerwerk nach DIN 1053-3, vertikale Bewehrung – Bewehrungs-
Mauerwerksbauteilen und mit diesen führung und wichtige Maße

9
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Bild 6: Bauseitige Herstellung eines Sturzes in der Außenschale eines zweischaligen Mauerwerks

verbundenen Bauteilen aus anderen Dies kann durch eine geeignete kon- rung in Bezug auf Risssicherheit im
Baustoffen, z.B. Betonringbalken auf struktive Bewehrung erreicht werden. Einzelnen behandeln, gibt es zur Zeit
Mauerwerk. Die häufigsten Rissfälle Die Bewehrung wird in der Regel in nicht.
sind in /1/, /2/ und /10/ behandelt. den Lagerfugen des Mauerwerks ange-
ordnet. Es existiert jedoch eine umfangreiche
Die Breite derartiger Risse ist so klein Fachliteratur zu diesem Thema. Bei-
zu halten, dass sie die Funktion des 5.2.2 Technische Regelwerke spielhaft wird auf /3/ bis /10/ verwie-
Bauteils bzw. die optische Beschaffen- Technische Regelwerke, welche die sen.
heit nicht wesentlich beeinträchtigen. Anwendung von konstruktiver Beweh-
5.2.3 Anforderungen
Varianten Lochband-Bewehrung Besondere Anforderungen an die kon-
struktive Bewehrung werden weder in
den technischen Regelwerken (s. Ab-
schn. 5.2.2) noch in der Fachliteratur
gestellt. Zum Teil wird jedoch darauf
hingewiesen, dass ein besonderer
Korrosionsschutz nicht erforderlich
ist, weil die Bewehrung nur solange
wirksam zu sein braucht, wie Zugspan-
nungen aus Zwängungen (Schwinden,
Temperatur, Kriechen) aufgenommen
werden müssen. Dies wird damit
begründet, dass derartige Zwängun-
gen – außer solche durch Tempera-
tur – zeitlich begrenzt auftreten und
Eckvarianten gerippter Bewehrungsstahl
eine mögliche Korrosion im Zeitraum
der erforderlichen Wirksamkeit sich
Zulage Bewehrung Zulage Bewehrung
noch nicht schädlich auswirkt.

Mit Ausnahme dauerhaft trocken blei-


bender Bauteile ist Korrosion von
ungeschützter Bewehrung grundsätz-
lich möglich. Auch können der Zeit-
raum vorhandener Zugspannungen
und damit die erforderliche Wirksam-
keitsdauer der Bewehrung nicht genau
genug angegeben werden. Mögliche
Schäden durch eine korrosionsbe-
dingte Volumenzunahme der Beweh-
rung sind sicher nicht auszuschließen.
Bild 7: Konstruktive Lagefugenbewehrung, Anwendungsbeispiele Aus den vorgenannten Gründen folgt,

10
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Große Aussparungen Große Querschnittsänderungen

Längsschnitt

ca. 0,5 m ca. 0,5 m ca. 0,5 m ca. 0,5 m

Bild 8: Konstruktive Lagerfugenbewehrung in Bereichen großer Aussparungen und Querschnittsänderungen

Typisches Rissbild Konstruktive Bewehrung

ca. 0,5 m ca. 0,5 m

ca. 0,8 m ca. 0,8 m

Bild 9: Konstruktive Lagerfugenbewehrung im Bereich von Öffnungen

11
InfoEdelstahl_MB876_inn_rz01.qxd 12.05.2009 10:49 Uhr Seite 12

dass im Außenbereich und in Feucht-


raumbereichen nichtrostende Stahl-
bewehrung verwendet werden sollte
(Bild 7). Bei dem grundsätzlich mögli-
chen Einsatz von verzinkter Beweh-
rung besteht die Gefahr der bauseiti-
gen Beschädigung der Zinkschicht und
dadurch die stellenweise Aufhebung
des Korrosionsschutzes.

Zur geeigneten Anordnung der Beweh-


rung und zum erforderlichen Beweh-
rungsquerschnitt siehe /3/, /6/ und
/9/.
Horizontalriss (Abriss zwischen Trennwand und Decke)
5.2.4 Anwendungsbereiche
Anwendungsbereiche konstruktiver
Bewehrung sind grundsätzlich dieje-
nigen Fälle, in denen breitere Risse
infolge behinderter Formänderungen
(i.W. Schwinden, Temperaturände-
rung) – Rissbreite etwa über 0,2 mm –
die Funktion (Feuchteschutz, ggf.
Schallschutz u.a.) und/oder die opti-
Rechnerischer Nachweis sche Beschaffenheit von Mauerwerks-
nach Mann/Zahn /3/ bauteilen inakzeptabel beeinträchti-
gen. Eine beispielhafte Auswahl sol-
cher Fälle ist nachfolgend mit
Bild 10: Konstruktive Lagerfugenbewehrung in nichttragenden inneren Trennwänden geeigneter Anordnung der konstrukti-
ven Bewehrung aufgeführt. Bei Dünn-
bettmauerwerk im Außenbereich und
in Feuchträumen werden zur Rissbrei-
Typisches Rissbild Konstruktive Bewehrung tenbeschränkung häufig Bänder und
flachgewalzte Drahtstäbe aus Edel-
stahl Rostfrei in die Lagerfugen einge-
ca. 0,5 m ca. 0,5 m
legt.
jede Fuge
• Bauteilbereiche mit großen Aus-
jede zweite Fuge sparungen, wesentlichen Quer-
schnittsänderungen (Bild 8).

• Brüstungsbereiche, Öffnungen
(Bild 9).

• Nichtragende innere Trennwände;


in /3/ ist ein Bemessungsverfahren
für die erforderliche konstruktive
Bewehrung hergeleitet worden.
Unter Bezug darauf wurden Praxis-
empfehlungen abgeleitet (Bild 10).

• Ecken, Versprünge in Bauteilen und


konzentrierte Lasten (Bild 11).

• Außenschale (Verblendschale) von


zweischaligen Außenwänden;
die Anordnung einer Lagerfugenbe-
wehrung ist dann sinnvoll und not-
wendig, wenn bei langen, rissge-
fährdeten Außenschalen auf Deh-
Bild 11: Konstruktive Lagerfugenbewehrung im Bereich von Höhenversprüngen und nungsfugen verzichtet werden soll
konzentrierten Lasten oder auch wenn aus architektoni-

12
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Typisches Rissbild

Konstruktive Bewehrung

Bild 12: Konstruktive Lagerfugenbewehrung in Verblendschalen

schen Gründen ein von der Norm


abweichender Mauerwerksverband
– z.B. ohne Überbindemaß – ausge-
führt werden soll (Bild 12).

5.2.5 Berechnungsbeispiel
In /4/ wurde ein Bemessungsverfah-
ren für konstruktive Lagerfugenbeweh-
rung zur Rissbreitenbeschränkung
erarbeitet. Bei vorgegebener zulässi-
ger Rissbreite kann der notwendige
Bewehrungsquerschnitt ermittelt wer-
den, siehe dazu /4/ sowie /9/.

Bild 13: Sturzbereich mit Mauerwerksbewehrung

13
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6 Befestigungs- derliche größere Schalenabstände erfüllt. Eine Möglichkeit, die Stand-


und damit auch Ankerlängen bedürfen sicherheit zu erreichen, ist eine Lager-
mittel bzw. einer Allgemeinen bauaufsichtlichen fugen-Bewehrung der Außenschale im
-elemente Zulassung bzw. einer Zustimmung im
Einzelfall. Derzeit sind durch Allgemei-
Eckbereich. Wegen der erforderlichen
Korrosionsbeständigkeit ist Beweh-
ne bauaufsichtliche Zulassungen bis rung aus Edelstahl Rostfrei zu verwen-
6.1 Anker 200 mm zugelassen. Durch Zustim- den (Bild 15).
6.1.1 Verbindung der mung im Einzelfall werden in zuneh-
Wandschalen bei zweischali- mendem Maße noch größere Schalen- Größere Ankerdurchmesser sind
gen Außenwänden abstände angewendet. besonders bei linienhafter Veranke-
Nach DIN 1053-1 sind die beiden rung, aber auch bei großen Schalen-
Mauerwerksschalen durch Drahtanker In der Regel werden in der Außenscha- abständen erforderlich. Die dadurch
aus nichtrostendem Stahl der Werk- le Dehnungsfugen im Gebäudeeck- größere Steifigkeit der Anker behin-
stoffnummern 1.4401 oder 1.4571 zu bereich, ggf. auch außerhalb der Ecke, dert die infolge Temperatur- und
verbinden. Die Drahtanker müssen angeordnet. An beiden Rändern jeder Feuchteänderungen bedingte Verfor-
hinsichtlich Form, Maßen, Anordnung Dehnungsfuge sind mind. 3 Anker mung der Außenschale gegenüber der
und Mindestanzahl den Angaben in je lfd. Meter Fugenrand anzuordnen Innenschale. Dies kann zu Rissen, ggf.
Tabelle 5 und Bild 14a entsprechen. (Bild 14a). zur Beeinträchtigung der Standsicher-
Andere Verankerungsarten der Draht- heit der Außenschale führen. Das
anker (z.B. Dübel), Ankerformen (z.B. Im Eckbereich ist das erforderliche Ver- kann durch Verwendung von Gelenk-
Flachstahlanker) oder auch eine nicht- ankern in der Innenschale bei größe- ankern – aus Edelstahl Rostfrei –, die
flächige Verankerung (z.B. in Decken- rem Schalenabstand nicht mehr mög- eine unterschiedliche Verformung der
höhe) sind bei entsprechenden Nach- lich, es entstehen freie Wandenden. beiden Schalen gewährleisten, ver-
weisen zulässig (Tab. 6). Mit zunehmendem Schalenabstand mieden werden (Bild 14c).
vergrößern sich die freien Wandenden
Die Ankerlänge bezieht sich auf den der Außenschale, die Standsicherheit Im Attikabereich bietet sich die Veran-
zulässigen Abstand der beiden Mau- der Außenschale im Eckbereich ist kerung der Außenschale über einen
erwerksschalen von höchstens 150 nicht mehr gewährleistet, die Forde- Maueranschlusssanker aus Edelstahl
mm. Aus Wärmeschutzgründen erfor- rung der DIN 1053-1 wird nicht mehr Rostfrei an (Bild16).

6.1.2 Verbindung von stumpf


gestossenen Wänden
Drahtanker (Stumpfstoß)
Anwendungsfall Mindestanzahl Durchmesser Die Anker – es handelt sich um Flach-
je m2 Wandfläche (mm) stahlanker – werden in die Lagerfugen
der zu verbindenden Wände eingelegt.
Allgemein, sofern nicht nachfolgende Zei- 5 3
Sie sind so einzubringen, dass sie vom
len 2 und 3 maßgebend
Lagerfugenmörtel vollständig umman-
Wandbereich höher als 12 m über Gelän- 5 4 telt sind (Bild 17). In der Regel sind
de oder Abstand der Mauerwerksschalen 3 Anker je Geschosshöhe von 2,75 m
über 70 bis 120 mm ausreichend, genauere Angaben sie-
Abstand der Mauerwerksschalen über 7 4 he /13/. Die Anwendbarkeit der Anker
120 bis 150 mm muss durch eine Allgemeine bauauf-
5 5
sichtliche Zulassung geregelt sein.
Tab. 5: Verankerung der Mauerwerkschalen nach DIN 1053-1; Regelverankerung
6.2 Wandanschlussprofile
Wandanschlussprofile bzw. Stahl-
Verankerung Anforderungen Anwendbarkeits-
nachweis winkel werden zur zwängungsfreien
Halterung von Wänden verwendet
Drahtanker je Drahtanker ≥ 1kN Druck- Prüfzeugnis (Bild18).
und Zugkraft bei 1,0 mm
flächenhaft

Schlupf; bei < 1 kN entspre- Sehr häufig werden die sog. Maueran-
chend größere Ankeranzahl schlussanker – ein Flachstahl mit
Lochung und Hammerkopfprofil – zum
andere Ankerformen besondere Nachweise im in der Regel Verbinden von Mauerwerk mit Beton-
(z.B. Flachstahlanker, Rahmen des Zulassungs- Allgemeine bauauf- bauteilen oder Stahlträgern einge-
Dübelverankerung) verfahrens sichtliche Zulassung setzt. Beim Maueranschlussanker
besteht die Möglichkeit, die Anker stu-
linienförmig Standsicherheitsnachweis der Außenschale fenlos passend zur Höhe der Lagerfu-
gen des Mauerwerks einzulegen. Die
Tab. 6: Andere Verankerungen als die Regelverankerung nach DIN 1053-1 Anker befinden sich häufig in Berei-

14
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DF DF
Nordwand

≤ 500
≤ 500
Westwand Ostwand

≤ 500
DF
≤ 750 Südwand
DF

≥ 30 DF
≥ 25 1
Dehnungsfuge im Eckbereich
≥ 50
0
≥ 50

≥ 30 ≥ 25 1

DF

0,5 · aDF
Detail A Dehnungsfuge außerhalb der Ecke
Auflagerwinkel
1
1
Fugendichtstoff
Hinterfüllmaterial

DF
0,5 · aDF

Maße in mm aDF Dehnungsfugenabstand DF Dehnungsfuge 1 3 Zusatzanker je m Wandhöhe beidseits von DF und Gebäudeecke Bild 14a

Bild 14c Bild 14b

Bild 14: Verankerung von zweischaligem Außenmauerwerk

Verankerung der Vorsatzschale


mittels Drahtanker

chen, in die Feuchtigkeit von außen


eindringen kann. Deshalb ist es in die-
sen Fällen sinnvoll, Anker aus Edel-
stahl Rostfrei zu verwenden. Ein Bei-
spiel für Maueranschlussanker zeigt
Bild 17.

MOSO-Lochband
Typ 50 über Eck

Bild 15: Lagerfugenbewehrung im Bereich von freien Wandenden bei größerem


Schalenabstand

15
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Trennfuge im Putz
Maueranschlussanker
aus Edelstahl
Stumpfstoßfuge
vollflächig vermörtelt

Attika-Verblendanker
Edelstahl-Flachanker

Gleitfolie

Ankerschiene

Trennfuge im Putz

Außenwand

Bild 17: Mauerverbinder für den Stumpfstoßanschluss zweier Wände

Maueranschlussschiene mit Dellenankern und Vollschaumfüllung


Einbetonierte Ankerschiene
Gleithülle

Beton Fugendichtung Senkrecht/horizontal ver-


schiebbarer Anschlussanker

Bild 16: Verankerung der Außenschale


von zweischaligem Mauerwerk im
Attikabereich Bild 18: Beispiel eines Maueranschlussankers

16
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7 Abfangungen Abfangungen werden aber auch am tionselemente aus Edelstahl Rostfrei.


Wandsockel (Wandfuß) bei fehlendem Besonders bei Gebäuden mit Fenster-
Fundament und unter Stürzen er- bändern (seitliche Mauerwerkspfeiler
7.1 Konsolen für die Außen- forderlich. Sockelabfangungen aus fehlen), die wegen der Forderung nach
schale von zweischaligen Edelstahl Rostfrei werden wegen der „lichtdurchfluteten“ Räumen immer
Außenwänden wirtschaftlichen Vorteile gegenüber mehr Anwendung finden, ist der
teueren anbetonierten Stahlbetonkon- Fassadenbereich ohne Trag- und
Die Außenschale von zweischaligen solen angewendet (Bild 20). Halteanker aus Edelstahl Rostfrei
Außenwänden ist in bestimmten kaum kostengünstig auszuführen
Höhen gesondert aufzulagern (abzu- Sturzabfangungen bei gemauerten (Bild 21).
fangen) (Bild 19). Angaben dazu ent- Stürzen sind eines der häufigsten
hält Tabelle 7. Anwendungsgebiete für Konstruk-

Dicke Abfangungs- Schalenhöhe Überstand Sonstige Bedingungen, Hinweise


Außenschale dA abstand Auflager üA
(mm) (m) (m) (mm)

115 ≈ 12 – ≤ 25 üA ist bei Nachweis der Auflager-


pressung zu berücksichtigen
≤ 2 Geschosse ≤ dA /3

≈6
≥ 90 < 115
ohne Abfangung
bei Gebäuden bis ≤ 20 über Gelände ≤ 15 Fugen-Sichtflächen in
2 Vollgeschosse Fugenglattstrich (Sollbestimmung)
einschließlich
Giebeldreieck mit
Höhe ≤ 4 m

Auflagerung vollflächig über ganze Länge, andernfalls (z.B. Konsollagerung) jeden Stein beidseitig auflagern

Tab. 7: Außenschale; Abfangung, Auflagerung nach DIN 1053-1

Bild 19: Anwendungsbeispiele für Konsolen zur Abfangung der Außenschale von zweischaligem Mauerwerk

17
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Ein weiteres wichtiges Anwendungs- Gegebenheiten Rechnung tragen: Sie hohen Kosten- und Zeitaufwandes bei
gebiet sind nachträglich errichtete Vor- müssen korrosionsbeständig, schnell erforderlichen Anpassungsänderun-
satzschalen im Zuge der Altbauin- und kostengünstig anzupassen sowie gen erhebliche Nachteile auf.
standsetzung. Bei Altbauten ist häufig kurzfristig zu liefern sein, um Korrosi-
nicht auszuschließen, dass die onsrisiken und kostspielige Bauverzö- Nach DIN 1053-1 sollen Abfangekon-
damals verwendeten Baustoffe korro- gerungen auszuschließen. Dies erfor- struktionen, die nach dem Einbau
sionsfördernde Bestandteile enthal- dert den Einsatz von Edelstahl Rost- nicht mehr kontrollierbar sind, dauer-
ten und dass unvorhersehbare Abwei- frei, da nur dann alle Anforderungen haft gegen Korrosion geschützt sein.
chungen von den zugrunde gelegten erfüllt werden. Beschichtete Befesti- Nach Meinung der Autoren müssen
Festigkeitseigenschaften sowie Maß- gungskonstruktionen weisen wegen solche Bauteile dauerhaft gegen Kor-
abweichungen auftreten. Die Befesti- möglicher bauseitiger Beschädigung rosion geschützt werden. Dies trifft
gungskonstruktionen müssen diesen der Beschichtung und wegen des für die Abfangekonstruktionen der
Außenschale im allgemeinen zu. Bei
einem Korrosionsschutz durch Verzin-
kung besteht die Gefahr der bauseiti-
gen Beschädigung der Zinkschicht bei
Einbau/Montage. Es ist deshalb drin-
gend zu empfehlen, Abfangekonstruk-
tionen aus Edelstahl Rostfrei zu ver-
wenden. Dies wird bei Außenbeklei-
dungen nach DIN 18515 und DIN
18516 gefordert, siehe Abschnitt 8.

7.2 Winkel
Winkelelemente zur Auflagerung bzw.
Abfangung des Sturzmauerwerks
in Bauteilen, die nicht dauerhaft
trocken bleiben – z.B. die Außenscha-
le von zweischaligen Außenwänden
(Bild 22) – müssen einen geeigneten
Korrosionsschutz erhalten. Auch in
diesen Fällen wird empfohlen, Edel-
stahl Rostfrei zu verwenden, da nur
dann ein dauernder sicherer Korro-
sionsschutz gegeben ist.

Bild 20: Anwendungsbeispiel für Sockelabfangungen für die Außenschale von zweischaligem Mauerwerk

Bild 21: Anwendungsbeispiele für Abfangungen von Stürzen in der Außenschale von zweischaligem Mauerwerk

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Bild 22: Winkelelemente aus Edelstahl


Rostfrei zur Wandabfangung bei
größeren Aufmauerungshöhen mit
Dehnungsfuge in der Außenscha-
le von zweischaligem Mauerwerk

8 Außenwand- len verwendet, so müssen diese nicht- 1.4541 (nach ABZ Z-30.3-6 zusätzlich
rostend oder korrosionsgeschützt auch Werkstoffnummer 1.4307) für
bekleidung nach DIN 55928-8 sein. Empfohlen zugängliche Konstruktionen bestehen.
werden Konsolen aus Edelstahl Rost- Bei der Anwendung nach (2) ist für die
8.1 Außenbekleidung frei. Diese Ausführungsart ist korrosi- Trag- und Halteanker nichtrostender
als Anmauerung auf onssicher und problemlos. Stahl der Werkstoffnummern 1.4401
Aufstandsflächen oder 1.4571, nach ABZ Z-30.3-6
8.2 Andere Außenwand- zusätzlich auch Werkstoffnummer
In DIN 18515-2 werden die Grundsät- bekleidungen 1.4404, vorgeschrieben.
ze für Planung und Ausführung für
Außenbekleidungen von Bauwerken Bei diesen Außenwandbekleidungen
und Bauteilen auf Aufstandsflächen, handelt es sich nicht um Ziegel- oder
die an der Rohbauwand angemauert Kalksandsteinmauerwerk, sondern
und verankert werden, behandelt. um

Die Dicke der Anmauerung beträgt (1) hinterlüftete Außenwandbeklei-


mind. 55 mm und weniger als 90 mm. dungen mit Naturwerkstein oder
Dickere Schalen sind in DIN 1053-1 Betonwerkstein nach DIN 18516-
geregelt, siehe Abschn. 7.1. Die ange- 3;-5 bzw. DIN 18516-1: Anforde-
mauerte Bekleidung darf eine Höhe rungen, Prüfgrundsätze bzw.
von 4 m (bei Wohngebäuden) bzw. 8
m (bei anderen Gebäuden) nicht über- (2) angemörtelte Bekleidungen (Flie-
schreiten. Sie ist mit der Rohbauwand sen, Platten) nach DIN 18515-1.
zu verankern. Die Verankerungsregeln
entsprechen denen in DIN 1053-1 für Für die Anwendung nach (1) müssen
zweischaliges Mauerwerk. Die die Befestigungselemente – Anker,
Drahtanker müssen aus nichtrosten- Dorne etc. – aus nichtrostenden
dem Stahl, Werkstoffnummer 1.4401, Stählen, Werkstoffnummern 1.4571,
1.4404 oder 1.4571 bestehen. Wer- 1.4401 oder 1.4404 für nicht zugäng-
den als Aufstandsfläche Stahlkonso- liche Konstruktionen und 1.4301 oder

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9 Instandsetzung tige Bauteile, wie Gewölbe, Pfeiler und substanz einzugreifen und Substanz-
Wände. Bei Gewölben können mei- verlust zu minimieren, kommen für die
von Denkmal- stens die Horizontalkräfte aus Gewöl- Instandsetzung, d.h. die Wiederher-
bauten und beschub nicht mehr sicher aufgenom-
men werden. Die Außenwände werden
stellung ausreichender Standsicher-
heit, im Wesentlichen nur zwei Verfah-
anderen Bauten durch Horizontalkräfte aus der Dach- ren infrage, nämlich das Vernadeln
konstruktion und meist hohen, außer- und das Vorspannen.
im Bestand mittig angreifenden Vertikallasten
beansprucht. Die Außenwände be- (1) Das Vernadeln (Bewehrung mit
9.1 Denkmalbauten stehen in der Regel aus zwei oder Verpressankern)
Bei historischen Bauwerken mit Denk- mehr Mauerwerksschalen, deren Durch das Vernadeln werden Mauer-
malcharakter – z.B. bedeutende Kir- Zwischenräume mit Steinresten und werksbauteile, z.B. die Schalen
chenbauwerke, Festungsanlagen, Bur- unterschiedlichen Mörtelanteilen aus- mehrschaliger Außenwände, zugfest
gen, Schlösser, Brückenbauwerke – ist gefüllt sind. Wegen der fehlenden bzw. verbunden, es werden eine Querzug-
häufig eine ausreichende Standsicher- unzureichenden Verbindung der Scha- sicherung, eine Gefügesicherung, die
heit nicht mehr gegeben. Dies betrifft len lösen sich diese ab oder beulen konstruktive Rissesicherung und die
das gesamte Bauwerk oder auch wich- aus. Um möglichst wenig in die Bau- Verbesserung der Tragfähigkeit er-
reicht.
Die Nadeln bestehen aus einem
Ankerstab, der zentrisch in ein vorbe-
reitetes Bohrloch eingelegt und mit
einer zementhaltigen Bindemittelsus-
pension verpresst wird (Bild 23). Ver-
wendet werden Betonrippenstähle,
Gewindestangen aus genormten Bau-
stählen oder zugelassene Gewinde-
stähle.

Um den erforderlichen Korrosions-


schutz zu erreichen, müssen mehrere
Voraussetzungen erfüllt werden, wie:
Geeignetes Verpressmaterial (Binde-
mittel, Wasser-Bindemittelwert, Ver-
presseigenschaften), eine Zement-
steinüberdeckung von mind. 20 mm,
Abstandhalter, vollständig gereinigte
Bohrlöcher, keine problematischen
Störungen im Mauerwerk. Um diese
Einflüsse auszuschalten und einen
sicheren Korrosionsschutz zu gewähr-
leisten, wird in zunehmenden Maße
Edelstahl Rostfrei angewendet. Da-
durch ergeben sich zusätzliche Vortei-
le, nämlich ein kleinerer Bohrloch-
durchmesser (geringerer Verlust an
Originalsubstanz, niedrigere Bohrko-
sten) und weniger Verpressmaterial.

(2) Die Vorspannung – ohne Verbund


oder mit nachträglichem Verbund
Die Instandsetzung mittels Vorspan-
nen empfiehlt sich bei schwerwiegen-
der Beschädigung des Mauerwerks,
z.B. nicht neutralisiertem Horizontal-
schub bei Gewölben, sowie zur kon-
struktiven Rissbeschränkung.

Für die Vorspannung ohne Verbund


mit über Halteplatten endverankerten
Spanngliedern (Bild 24) sollte korrosi-
onssicherer Spannstahl – Edelstahl
Bild 23: Zuganker aus Edelstahl Rostfrei für das Vernadeln Rostfrei – verwendet werden, um die

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gestrahlt geschliffen
notwendige Korrosionsbeständigkeit
zu gewährleisten. Durch die zusätzli-
chen Vorteile des Wegfalls von Hüll-
rohren und des Verpressens sowie des
wesentlich kleineren Bohrlochdurch-
messers mit den dadurch verringerten
Kosten lassen sich die Mehrkosten für
den nichtrostenden Stahl ausgleichen.
Dies gilt prinzipiell auch für die übli-
che Vorspannung mit nachträglichem
Verbund.

9.2 Andere Bauten


im Bestand
Bild 24: Dekorative Halteplatten aus Edelstahl Rostfrei für Vorspannung mit nachträg- Auch bei älteren Wohnbauten, Bauten
lichem Verbund mit landwirtschaftlicher oder industri-
eller Nutzung ist häufig eine Instand-
setzung zur Wiederherstellung einer
ausreichenden Standsicherheit erfor-
derlich. Beispiele dafür sind:

(1) Die Nachverankerung von zwei-


schaligen Wänden mit Ankern
aus Edelstahl Rostfrei, weil die
damaligen nicht korrosionsbestän-
digen Anker korrodiert sind und
dadurch die Standsicherheit der
Außenschale nicht mehr gegeben
ist.

(2) Die Verankerung von Außenwän-


den mit Innenbauteilen (Wänden,
Pfeilern, Decken) zur Sicherung der
Stabilität.

(3) Der Ersatz von korrodierten Ab-


fangungen unter Stürzen durch
Elemente aus Edelstahl Rostfrei.

(4) Verankerung von Sturz- und Gewöl-


bewiderlagern zur Aufnahme der
horizontalen Zugkräfte mit Ankern
aus Edelstahl Rostfrei.

(5) Nachträglicher Einbau von Lager-


fugenbewehrung aus Edelstahl
Rostfrei zur konstruktiven Risse-
sicherung.

Da vor allem bei Altbauten korrosions-


fördernde Einflüsse (Baustoffe, Feuch-
tigkeit aus Leckagen, aufsteigende
Feuchtigkeit) nicht auszuschließen
sind, ist die Verwendung nichtrosten-
der Stähle für die Instandsetzung
unbedingt erforderlich.

Bild 25: Verankerungselemente aus Edelstahl Rostfrei zur Wiederherstellung der Stand-
sicherheit bei Altbauten

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10 Literatur GmbH, Burggrafenstrasse 6, 10772


Berlin)
10.1 Technische Regelwerke Allgemeine bauaufsichtliche Zulas-
sung Z-30.3-6 (04.2009)
DIN EN ISO 8044 (11.1999) Erzeugnisse, Verbindungsmittel und
Korrosion von Metallen und Legierun- Bauteile aus nichtrostenden Stählen.
gen – Grundbegriffe und Definitionen Diese Zulassung kann auf der Internet-
seite der Informationsstelle Edelstahl
DIN 1045-1 (08.2008) Rostfrei unter www.edelstahl-
Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und rostfrei.de in der Rubrik „Publikatio-
Spannbeton - Teil 1: Bemessung und nen“ als Sonderdruck 862 kostenlos
Konstruktion downgeloadet werden.

DIN 1053-1 (11.1996) DIN EN ISO 3506-1 bis -4 (03.1998)


Mauerwerk - Teil 1: Berechnung und Mechanische Eigenschaften von Ver-
Ausführung bindungselementen aus nichtrosten-
den Stählen
DIN 1053-3 (02.1990)
Mauerwerk – Teil 3: Bewehrtes Mauer- DIN EN 10204 (01.2005)
werk, Berechnung und Ausführung Metallische Erzeugnisse – Arten von
Prüfbescheinigungen
DIN 1053-4 (02.2004)
Mauerwerk - Teil 4: Fertigbauteile DIN 18515-1 (08.1998)
Außenwandbekleidungen - Teil 1:
DIN EN 1996-1-1 (01.2006) Angemörtelte Fliesen und Platten,
Eurocode 6: Bemessung und Kon- Grundsätze für Planung und Aus-
struktion von Mauerwerksbauten - Teil führung
1: Allgemeine Regeln für bewehrtes
und unbewehrtes Mauerwerk DIN 18515-2 (04.1993)
Außenwandbekleidungen - Teil 2:
EN 1996-2 (03.2006) Anmauerung auf Aufstandsflächen;
Eurocode 6: Bemessung und Kon- Grundsätze für Planung und Aus-
struktion von Mauerwerksbauten - Teil führung
2: Planung, Auswahl der Baustoffe
und Ausführung von Mauerwerk DIN 18516-1; -3; -5 (12.1999)
Außenwandbekleidungen, hinterlüf-
DIN EN 10088-1; -2; -3 (09.2005) tet - Teil 1: Anforderungen, Prüf-
Technische Lieferbedingungen für grundsätze; Teil 3: Naturwerkstein,
nichtrostende Stähle Anforderungen, Bemessung; Teil 5:
Betonwerkstein, Anforderungen,
DIN EN 10080 (08.2005) Bemessung
Stahl für die Bewehrung von Beton –
Schweißgeeigneter Betonstahl – DIN 55928-8 (07.1994)
Allgemeines Korrosionsschutz von Stahlbauten
durch Beschichtungen und Überzüge;
DIN EN 1992-1-1 (10.2005) Teil 8: Korrosionsschutz von tragenden
Eurocode 2: Bemessung und Kon- dünnwandigen Bauteilen
struktion von Stahlbeton- und Spann-
betongewerken - Teil 1-1: Allgemeine DIN EN 10296-2 (02.2006)
Bemessungsregeln und Regeln für den Geschweißte kreisförmige Stahlrohre
Hochbau für den Maschinenbau und allgemei-
ne technische Anwendungen - Techni-
DIN 845-3 (08.2003) sche Lieferbedingungen – Teil 2: Roh-
Festlegungen für Ergänzungsbauteile re aus nichtrostenden Stählen
für Mauerwerk - Teil 3: Lagerfugenbe-
wehrung aus Stahl DIN EN 10297-2 (02.2006)
Nahtlose kreisförmige Stahlrohre für
Richtlinien für die Bemessung und den Maschinenbau und allgemeine
Ausführung von Flachstürzen technische Anwendungen - Technische
(08.1977), druckfehlerberichtigt 1979 Lieferbedingungen – Teil 2: Rohre aus
(zu beziehen durch Beuth Verlag nichtrostenden Stählen

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10.2 Fachliteratur /6/ Meyer, U.; Schießl, P. /12/ Schneider, K.-J.; Volz, H.
Konstruktive Mauerwerk- Entwurfshilfen für Architekten
/1/ Schubert, P. bewehrung und Bauingenieure
Bauschädenvermeidung und Das Mauerwerk 1 (1997), Nr. 2, Berlin: Bauwerk Verlag, 2004
-sanierung S. 72-77
In: Mauerwerksbau aktuell, /13/ Schneider, K.-J.; Schoch, T.
Ausgaben 2002 bis 2007. /7/ Caballero González, A.; Schu- Stumpfstoßtechnik bei
Berlin: Bauwerk Verlag bert, P. Gebäuden bis 20 m Höhe
Bewehrtes Mauerwerk In: Mauerwerksbau aktuell
/2/ Schubert, P. nach DIN 1053-3 und 2002, S. E.63 bis E.72, Berlin:
Mauerwerk – Risse vermeiden DIN V ENV 1996-1-1 Bauwerk Verlag, 2002
und instandsetzen In: Mauerwerk-Kalender 23
Stuttgart: Fraunhofer IRB (1998), S: 749-767. Berlin: /14/ Hirsch, R.
Verlag, 2004 Verlag Ernst & Sohn Verzeichnis der Allgemeinen
bauaufsichtlichen Zulassungen
/3/ Mann, W.; Zahn, J. /8/ Caballero González, A.; für den Mauerwerksbau
Bewehrung von Mauerwerk zur Schubert, P.; Krechting, A. In: Mauerwerk-Kalender 32
Rissesicherung und Lastabtra- Bewehrtes Mauerwerk (2007), S. 511-542. Berlin:
gung – eine Zusammenstellung In: Mauerwerk-Kalender 25 Ernst & Sohn
von Grundlagen und Anwen- (2000), S. 319-332. Berlin:
dungsmöglichkeiten Verlag Ernst & Sohn
In: Mauerwerk-Kalender 15
(1990), S. 467-482. /9/ Beer, I.; Schmidt, U.;
Berlin: Verlag Ernst & Sohn Schubert, P.
Konstruktive Bewehrung im
/4/ Meyer, U. Mauerwerkbau
Zur Rissbreitenbeschränkung Mauerwerk 8 (2004), Nr. 1,
durch Lagerfugenbewehrung S. 36-42
in Mauerwerkbauteilen
In: Schriftenreihe Aachener /10/ Schubert, P.; Schneider, K.-J.;
Beiträge zur Bauforschung, Schoch, T.
Institut für Bauforschung der Mauerwerksbau – Praxis
RWTH Aachen (1996), Nr. 6, Berlin: Bauwerk Verlag, 2007
Dissertation
/11/ Zilch, K.; Schermer, D.;
/5/ Krechting, A.; Schubert, P. Grabowski, S.; Scheufler, W.
Bewehrtes Mauerwerk; Aktuelle Forschungsergebnisse
Bewehrungsregeln – zur Vermeidung von
Bewehrungssysteme Rissschäden im Bereich des
Weimar: Bauhaus-Universität, Wand-Decken-Knotens
1997. – In: 13. Internationale Mauerwerk 10 (2006), Nr. 6, S.
Baustofftagung, - ibausil -, 245-251
24.-26. September 1997,
Weimar, S. 2.1021-2.1039

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Informationsstelle Edelstahl Rostfrei


Postfach 10 22 05
40013 Düsseldorf
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