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Blut und Immunsystem

Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

Modul:
Modul: Selbstpflege und berufliche Pflege
Grundlagen
Kapitel:
Kapitel: 3I
02_007
Baustein:
Baustein: HCAPBS
Ana & Physio
Bezeichnung:
Bezeichnung: Allgemeine
Blut Grundlagen
Immunsystem
Stand:
Zert.-Nummer: 29.07.2011
01072013_001
Stand: 05.09.2015 3.1 komplett neu bearbeitete Auflage
Inhalt Blut und Immunsystem
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

► Aufgaben des Blutes


► Blutplasma
► Blutkörperchen
► Erythrozyten und Erythropoese
► Leukozyten
► Blutgruppen
► Gerinnungssystem
► Bestandteile des Immunsystems
► Zellen des Immunsystems
► Zytokine
► Aufbau und Funktion der Antikörper
► Lymphe und Lymphknoten
► Lymphknoten
► Milz
► Thymus
► Allergien
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Aufgaben des Blutes
Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

Modul:
Modul: Selbstpflege und berufliche Pflege
Grundlagen
Kapitel:
Kapitel: 3I
02_007
Baustein:
Baustein: HCAPBS
Ana & Physio
Bezeichnung:
Bezeichnung: Allgemeine
Blut Grundlagen
Immunsystem
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Zert.-Nummer: 29.07.2011
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Aufgaben des Blutes
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Das Blut besteht aus Blutkörperchen (ca. 45 % des Blutvolumens)


und Blutplasma (ca. 55 % des Blutvolumens). Bei Männern beträgt
die Blutmenge ca. 7 % des Körpergewichtes, bei Frauen etwas
weniger, also je nach Konstitution 4-6 Liter.

► Abdichtung von Gefäßwanddefekten durch die Fähigkeit zur


Gerinnung.

► Abwehrfunktionen, da ein Teil der Blutkörperchen Abwehrzellen


sind und Krankheitserreger bekämpfen.

► Pufferfunktion durch die im Blut enthaltenen Puffersysteme für die


Konstanz des pH-Wertes (pH-Wert des Blutes: 7,36-7,44).

► Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen zu den Zellen


und Abtransport von Stoffwechselendprodukten und Kohledioxid.

► Signalübermittlung über Hormone.


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Blutplasma
Anatomie & Physiologie für Gesundheitsfachberufe

Modul:
Modul: Selbstpflege und berufliche Pflege
Grundlagen
Kapitel:
Kapitel: 3I
02_007
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Baustein: HCAPBS
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Bezeichnung: Allgemeine
Blut Grundlagen
Immunsystem
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Blutplasma
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Trennt man die zellulären Bestandteile (Hämatokrit) vom Blut ab, so


bleibt eine gelbliche, klare Flüssigkeit übrig, das Blutplasma. Es
enthält 0,9 l Wasser, 9 g Elektrolyte und 60-80 g Proteine pro Liter.

Elektrolytkonzentrationen
Natrium 140 mmol/l
Kalium 4 mmol/l
Kalzium 2,5 mmol/l
Magnesium 1 mmol/l
Chlorid 95.110 mmol/l

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Blutplasma
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Plasmaproteine
► Albumin dient der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen
Drucks, als Transport-vehikel für u.a. Kalzium und Bilirubin sowie
Proteinreserve beim Eiweißmangel.

► Globuline teilen sich weiter auf in α1-, α2-, β- und γ-Globuline


(Immunglobuline); dienen als Transportvehikel für kleinmolekulare
Stoffe.

► Fibrinogen ist wichtiger Bestandteil der Blutgerinnung, wird


enzymatisch in ein faseriges Netzwerk von Fibrinmolekülen
umgewandelt.

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Blutkörperchen
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Kapitel: 3I
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Blutkörperchen
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Zu den Blutkörperchen gehören die Erythrozyten (roten


Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und
Thrombozyten (Blutplättchen). Sie stellen die festen Bestandteile des
Blutes dar.

Hämatokrit (Hkt) ist der Volumenanteil der Blutkörperchen am


Gesamtblutvolumen. Da die roten Blutkörperchen dominieren,
bestimmen sie den Hämatokritwert. Er beträgt beim Mann 40-54 % und
bei der Frau 37-47 %.

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Blutkörperchen
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Blutkörperchen Normwerte in Anzahl Lebensdauer und


/µl Blut Abbauort
Erythrozyten 4,5 – 5 Millionen / µl 120 Tage
Blut Milz, Leber,
Knochenmark
Leukozyten 4.000 – 10.000 / µl Blut Tage – Jahre
Eiterbildung
Thrombozyten 150.000 – 300.000 / µl 5-10 Tage
Blut Milz

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Erythrozyten und Erythropoese
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Kapitel: 3I
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Erythrozyten und Erythropoese
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Die Erythrozyten sind kernlose, in der Mitte eingedellte Scheiben mit


einem Durchmesser von 7,5 µm. Sie bestehen u.a. aus Hämoglobin
(roter Blutfarbstoff). Das Hämoglobin ist ein Eiweißmolekül, das aus
vier Untereinheiten zusammengesetzt ist, die jeweils ein eisenhaltiges
Farbstoffmolekül besitzen, das Häm.

Häm ist das rote Farbstoffmolekül, das Sauerstoff (O2) binden und
abgeben kann.

Die Hämoglobinkonzentration im Blut (Hb) beim Mann: 140-170 g/l,


Frau: 120-160 g/l.

Die Lebenszeit der Erythrozyten beträgt in etwa 120 Tage. Sie werden
in Knochenmark, Leber und Milz von Makrophagen (Fresszellen)
abgebaut.

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Erythrozyten und Erythropoese
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Bei der Erythropoese werden die roten Blutkörperchen aus den


Stammzellen gebildet. Diese spezialisieren sich und werden zunächst
zu den großen Proerythroblasten, aus denen sich anschließend die
kleineren und reiferen Erythroblasten entwickeln.

Diese Zellform beginnt bereits mit der Hämoglobinbildung. Die


Erythroblasten haben einen normal geformten Zellkern, der dann bei
den Normoblasten schrumpft und ausgestoßen wird.

Nahezu reife Erythrozyten sind die Retikulozyten. Diese gelangen aus


dem Knochenmark in den Blutkreislauf, bauen ihr endoplasmatisches
Retikulum ab und werden zu den reifen Erythrozyten.

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Erythrozyten und Erythropoese
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Erythropoese
Elsevier Verlag – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3. Auflage

Proerythroblast Erythroblast Normoblast Normoblast Retikulozyt Erythrozyt

Rotes Blut
Knochenmark

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Leukozyten
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Kapitel: 3I
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Leukozyten
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Neben den Erythrozyten enthält das Blut Leukozyten (weiße


Blutkörperchen), die relativ farblose und kernhaltige Zellen sind,
welche zur amöboiden Bewegung fähig sind und sich im Gewebe
fortbewegen könne. Die Leukozyten sind die eigentlichen Träger der
Immunabwehr und werden aus Stammzellen im Knochenmark
gebildet.

Vorläuferzellen der Leukozyten

Weiße Blutkörperchen Vorläuferzellen


Granulozyten Myeloblasten
Monozyten Monoblasten
Lymphozyten Lymphoblasten

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Leukozyten
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Lymphozyten
Man unterscheidet drei Typen von Lymphozyten (B- und T-
Lymphozyten, natürliche Killerzellen). Die B-Lymphozyten sind die
Vorläuferzellen der Plasmazellen und sind zusammen mit den T-
Lymphozyten für die spezifische Abwehr zuständig. Die natürlichen
Killerzellen (NK-Zellen) nehmen Aufgaben der unspezifischen
Immunabwehr wahr.

Bei der Phagozytose (Aufnahme und Abbau von Teilchen ins


Zellinnere) stirbt ein Teil der Granulozyten ab. Geschieht das im
größeren Ausmaß, so entsteht aus den abgestorbenen Granulozyten,
Zelltrümmern und plasmaähnliche Flüssigkeit Eiter (Pus). Eiter findet
sich gehäuft bei bakteriellen Entzündungen.

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Blutgruppen
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Kapitel: 3I
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Blutgruppen
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Mischt man das Blut von verschiedenen Spendern, so kommt es häufig


zu einer Agglutination (Verklumpung), da die unterschiedlichen
Blutgruppen (A, B, AB und 0) miteinander unverträglich sein können.

Blutgruppe Agglutine Serum-Antikörper


(Erythrozytenantigene)
0 Weder A noch B Anti-A und Anti-B
A A Anti-B
B B Anti-A
AB A und B Keine

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Gerinnungssystem
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Gerinnungssystem
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Nach einer Verletzung des Gefäßsystems werden unmittelbar


Mechanismen zur Blutstillung (Hämostase) und Blutgerinnung in
Gang gesetzt, an denen Thrombozyten (Blutplättchen) und
Gerinnungsfaktoren beteiligt sind.

Nach einer Gefäßverletzung kommt es zu einer Vasokonstriktion


(Gefäßverengung). Anschließend lagern sich Thrombozyten an die
verletzte Gefäßwand an und bilden einen Thrombozytenpfropf, der die
Wunde verschließt.

Es kommt zur Aktivierung der Thrombozyten, die Serotonin und


Katecholamine freisetzen und die Bildung des Blutgerinnsels durch
Aggregation unterstützen.

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Gerinnungssystem
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Das Gerinnungssystem besteht aus Eiweißkörpern (mit Ausnahme


Faktor IV) im Blut, die bei der Aktivierung wie Enzyme wirken. Faktor IV
steht für Kalziumionen (wichtig für mehrere Reaktionsschritte des
Gerinnungssystems).

Die Gerinnung kann über zwei verschiedene Wege (das exogene und
das endogene System) aktiviert werden. Das exogene System wird
bei äußeren Gewebsverletzungen und das endogene System bei
Verletzungen innerhalb der Gefäße aktiviert. Beide Systeme führen zur
Bildung von Fibrin, das zu einem Gerinnsel führt.

Bei der Fibrinolyse (Abbau von Fibrin) werden


Plasminogenaktivatoren aus Gewebe und Blut aktivieren
Plasminogen, aus dem das Enzym Plasmin entsteht, das die
Auflösung des Fibrins in Gang setzt.

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Gerinnungssystem
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Die Gerinnungsfaktoren sind mit römischen Zahlen von 1 – 13


durchnummeriert. Die Zahlen sind aber mit der Reihenfolge der
Aktivierung bei der Blutgerinnung nicht identisch.

I = Fibrinogen
II = Prothrombin
III = Gewebsthrombokinase (hier beginnt die exogene Aktivierung)
IV = Kalzium
V = Proaccelerin
VI = ist kein selbständiger Faktor, weil es die aktivierte Form von V ist.
VII = Proconvertin
VIII = Hämophilie-A-Faktor
IX = Hämophilie-B-Faktor
X = Stuart-Prower-Faktor
XI = Rosenthal-Faktor
XII = Hagmann-Faktor (hier beginnt die endogene Aktivierung)
XIII = Fibrin-stabilisierender Faktor

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Bestandteile des Immunsystems
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Bestandteile des Immunsystems
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Das Immunsystem des Menschen besteht aus einer Vielzahl von


Zellen und Organen. Es schützt über einen komplexen Aufbau den
Organismus vor unterschiedlichen Krankheitserregern und vor
körpereigenen, tumorösen Zellen.

Die vier Teilsysteme der Immunabwehr

► Unspezifische humorale Immunabwehr, z.B. Komplementsystem,


Lysozym, Zytokine

► Unspezifische zelluläre Immunabwehr, z.B. Phagozytose durch


Monozyten, Makrophagen, Granulozyten

► Spezifische humorale Immunabwehr, z.B. Antigen-Antikörper-


Reaktion

► Spezifische zelluläre Immunabwehr, vermittelt über T-Lymphozyten


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Bestandteile des Immunsystems
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Komplementsystem
Abwehrkaskade aus Protein mit den Hauptkomponenten C1-C9,
Bildung vor allem in Leber und Makrophagen. Dieses System
kooperiert mit der spezifischen Immunabwehr und trägt zur
Entzündungsreaktion bei.

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Zellen des Immunsystems
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Zellen des Immunsystems
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Die Abwehrzellen des menschlichen Organismus gehören zur Gruppe


der Leukozyten. Viele von ihnen patrouillieren ständig im gesamten
Körper auf der Suche nach fremden Antigenen.

Zellen Funktion
Basophile Granulozyten Abwehr von Parasiten

Eosinophile Granulozyten und Beteiligung an allergischen


Mastzellen Reaktionen

Makrophagen u.a. Phagozytose im Gewebe und in


der Lymphe, Abgabe von
bakterienabtötende Substanzen

Plasmazellen Antikörperproduzierende Zellen

Zytotoxische T-Zellen (T- Zerstören von virusinfizierten und


Killerzellen) bösartigen Körperzellen
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Zytokine
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Zytokine
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Die Zytokine (Lymphokine) sind hormonartige Botenstoffe (Proteine)


für die Regulation der Immunreaktionen von Leukozyten.

Zytokine können Abwehrzellen zur Teilung (Proliferation) anregen und


dienen als Mittler zwischen den verschiedenen Abwehrzellen.

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Zytokine
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Die wichtigsten Zytokine

1) Interleukin 1: Granulozytenaktivierung und Entzündungsmediator


2) Interleukin 2: Stimulation der T-Helferzellen
3) Interleukin 4: Aktivierung der B-Zellen und der Mastzellen
4) Interleukin 5: Aktivierung der eosinophilen Granulozyten
5) Interleukin 6: B-Zellenstimulation
6) Interleukin 12: Aktivierung der zytotoxischen T-Zellen
7) Interferone: Makrophagenaktivierung, Stimulation der natürlichen
Killerzellen und Hemmung der Virusvermehrung
8) Tumor-Nekrose-Faktor: Makrophagenaktivierung und Stimulation
der neurophilen Granulozyten und Aktivierung der zytotoxischen T-
Zellen
9) Chemokine: locken Leukozyten zum Ort einer entzündlichen
Reaktion. Dieses Phänomen wird als Chemotaxis bezeichnet.

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Aufbau und Funktion der Antikörper
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Aufbau und Funktion der Antikörper
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Antikörper (AK, Immunglobine) sind hochselektiv für bestimmte


Antigene. Sie werden von Plasmazellen gebildet.

Antikörper bestehen aus vier verbundenen Proteinketten (zwei leichte


und zwei Schwere Ketten), die so angeordnet sind, dass sich ein
großes, Y-förmiges Molekül ergibt.

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Aufbau und Funktion der Antikörper
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1) Immunglobulin A (IgA): Einzelmolekül (Monomer) im Blut,


Doppelmolekül (Dimer) im Speichel, der Tränenflüssigkeit und im
Bronchialschleim.
2) Immunglobulin D (IgD): kommt auf der Oberfläche der B-
Lymphozyten vor und funktioniert dort als ein Antigen-
Erkennungsmolekül.
3) Immunglobulin E (IgE): spielt bei der Immunabwehr von Parasiten
und bei allergischen Reaktion eine Rolle, aktiviert Mastzellen.
4) Immunglobulin G (IgG): wird in der späteren Phase der
Erstinfektion und bei der erneuten Infektion mit demselben Erreger
gebildet. Immunglobulin G ist plazentagängig und kann das
Komplementsystem aktivieren.
5) Immunglobulin M (IgM): fünf Y-förmige Moleküle sind miteinander
verbunden (Pentamer). Wird als Erstreaktion auf ein Antigen von
einer Plasmazelle gebildet und freigesetzt. Komplementaktivierung.

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Lymphe und Lymphknoten
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Lymphe und Lymphknoten
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Die Lymphe ist eine aus den Blutkapillaren gefilterte Flüssigkeit. Sie
setzt sich aus Wasser, Elektrolyte und Proteinen zusammen. Die
Lymphe des Dünndarmbereichs enthält zusätzlich Fett
(Chylomikronen). Nachdem die Lymphe einen Lymphknoten passiert
hat, findet sich außerdem Lymphozyten und Immunglobuline in ihr.

1) Milchbrustgang
Elsevier Verlag – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3. Auflage

2) Mesenteriale Lymphknoten
3) Leistenlymphknoten
4) Lymphzisterne
5) Achsellymphknoten
6) Rechter Hauptlymphgang
7) Halslymphknoten

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Lymphe und Lymphknoten
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Die Lymphe
Lymphe wird von Lymphkapillaren aufgenommen, die überall im Körper
blind beginnen und ein dichtes Netz bilden. Sie verlaufen parallel zu
den venösen Gefäßen und münden in zunehmend größere
Lymphgefäße.

Diese sind neben den Venen ein zweites Abflusssystem, durch das
interstitielle Flüssigkeit wieder in den Blutstrom (venöses Blut)
zurückgeleitet wird.

Lymphatische Organe
Hierzu zählen die Milz, der Thymus. Der lymphatische Rachenring mit
Rachen-, Zungen- und Gaumenmandeln, die Lymphknoten und
Lymphbahnen sowie das lymphatische Gewebe des Darms.

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Lymphknoten
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Lymphknoten
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Der Lymphknoten (Nodus lymphaticus) ist ein bohnenförmiges 2-20


mm langes Körperchen, das von einer Bindegewebskapsel umgeben
wird. Der Lymphknoten reinigt die Lymphe von Fremdkörpern und
Krankheitserregern.

1) Abführendes Lymphgefäß
Elsevier Verlag – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3. Auflage

2) Bindegewebskapsel

3) Zuführende Lymphgefäße

4) Markzone

5) Rindenzone mit Rindenfollikeln

6) Bindegewebsbalken

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Milz
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Milz
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Die Milz (Lien, Splen) ist ein ca. 150-200 g schweres, lymphatisches
Organ, das im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell liegt und täglich
von ca. 250 Liter Blut durchströmt wird.

Sie ist von einer derben Bindegewebskapsel umgeben, von der


Bindegewebsbalken (Trabekel) in das Organinnere einstrahlen.

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Milz
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Aufgaben der Milz


► Abbau von überalterten Erythrozyten
► Filter für körperfremde und körpereigene Strukturen
► Vorgeburtlicher Sitz der Blutbildung (Hämatopoese)

Elsevier Verlag – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3. Auflage


► Thrombozytenspeicherung

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Thymus
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Thymus
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Der Thymus (Bries) liegt mit zwei Lappen im vorderen Mediastinum


über dem Herzbeutel. Beim Kind ist der Thymus das wichtigste Organ
des Abwehrsystems. Beim Erwachsenen hat sich die Thymusrinde
zurückgebildet (Altersinvolution), das Organ bleibt jedoch
funktionstüchtig.

Im Thymus findet die Prägung der T-Lymphozyten statt. Die T-


Lymphozyten-Vorläufer wandern von Knochenmark in die Thymusrinde
ein und vermehren sich dort.

Die meisten der neu gebildeten Zellen gehen aber im Rahmen


komplizierter Selektionsprozesse wieder zugrunde. Ferner sezerniert
der Thymus verschiedene Hormone, die die Reifung der T-
Lymphozyten stimulieren.

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Allergien
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Immunsystem
Stand:
Zert.-Nummer: 29.07.2011
01072013_001
Stand: 05.09.2015 3.1 komplett neu bearbeitete Auflage
Allergien
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

Allergien (Überempfindlichkeitsreaktionen) sind erworbene


Abwehrreaktionen des körpereigenen Immunsystems gegen bestimmte
Antigene (Allergene).

Allergietyp Wirkungsmechanismus
Allergische Reaktion Typ I Soforttyp
Allergische Reaktion Typ II Zytotoxischer Typ
Allergische Reaktion Typ III Immunkomplextyp
Allergische Reaktion Typ IV Spättyp

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Klärung offener Fragen
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

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Literatur Angaben zur Präsentation
Anatomie und Physiologie für Gesundheitsberufe

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Shahrouz Porjalali – Lernkarten Anatomie und Physiologie – 3.Auflage 2011


Für Pflege- und andere Gesundheitsfachberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

Nicole Menche – Biologie Anatomie Physiologie – 6.Auflage 2007


Kompaktes Lehrbuch für Pflegeberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

C.Hick / A.Hick – Kurzlehrbuch Physiologie – 3.Auflage 2000


Kurzlehrbuch für Medizinstudenten
Urban & Fischer Verlag

Medizinische Fachwörter von A-Z – 1. Auflage 2012


Kleines Lexikon für Pflege- und Gesundheitsberufe
Elsevier GmbH – Urban & Fischer Verlag

Martin Trebsdorf – Biologie Anatomie Physiologie – 11. Auflage 2009


Lehrbuch und Atlas
Verlag Europa Lehrmittel

Paul Gebhardt – Anatomie Zeichenblätter für den Unterricht – 10. Auflage 2002
Lau Verlag GmbH by Verlag Europa Lehrmittel

Paul Gebhardt / Mathias Bardl – Anatomie Zeichenblätter Lösungsheft – 10. Auflage 2002
Lau Verlag GmbH by Verlag Europa Lehrmittel

Wynn Kapit / Lawrence M.Elson – Anatomie Malatlas – 3. Auflage 2008


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