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DIE GRIECHISCHEN

CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER

DER

ERSTEN DREI JAHRHUNDERTE

HERAUSGEGEBEN VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION

DER KÖNIGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

EUSEBIÜS

ERSTER BAND

LEIPZIG

J. C. HINRICHS'SCHE BÜCHHANDLUNG

1902

Druck von August Pries in Leipzig.

öermany

Hermann und Elise geb. Heckmann

Wentzel-Stiftung.

EÜSEBIUS WERKE

ERSTER BAND

ÜBER DAS LEBEN CONSTANTINS

CONSTANTINS REDE AN DIE HEILIGE VERSAMMLUNG

TRICENNATSREDE AN CONSTANTIN

HERAUSGEGEBEN

DI AUFTRÄGE DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION

DER KÖNIGL. PREUSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN

VON

De. ivar a. heikel

PROFESSOR AN DER KAISERL. ALEXANDERS UNIVERSITÄT IN FINLAND

LEIPZIG

J. C. HINRICHS'SCHE BUCHHANDLUNG

1902

IMEIKSTITUTE CF

iO ELMSLt.

- TORONTO e, c,

-9 1

3 &<

:IüL;:a

-H,

Inhalt von Ensebius Band I.

Einleitung.

, Die Handschriften

B. Die indirekte Überlieferung

C. Die Selbstcitate des Eusebius

D. Die Ausgaben

.

Zweck und Charakter der Schrift „Über das Leben Constantins" .

das Leben Constantins" nebst einigen

F. Disposition der Schrift

tiber

Bemerkungen

G. Über die Verordnungen und Briefe Constantins

H. Die religiöse Anschauung Constantins auf Grund seiner eigenen

^®^*^

IX

XX

XLV

LIII

LXVI

 

Schreiben

LXXXllI

L Die Rede an die heilige Versammlung

XCI

K.

Die Capitelindices

CHI

L. Die Tricennatsrede an Constantin

Schlusswort des Herausgebers

Verzeichnis der Abkürzungen

Text.

A. Über das Leben Constantins

CIV

CVI

CVIII

1

B. Constantins Rede an die heilige Versammlung

149

C.

ricennatsredeanCons tantin

193

Begister.

 
 

I.

Stell enregister.

 

Altes Testament

263

Neues Testament

263

Kirchliche Schriftsteller

264

Nicht-kirchliche Schriftsteller

265

II. Namenregister

266

III. Wort- und Sachregister

270

Nachträge und Berichtigungen

356

Emleitung.

. Die Handschriften.

Im J. 1S95 habe ich in den Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttin gen eine vorläufige Mitteilung gemacht über

die Handschriften der drei Schriften, die im vorliegenden Bande ent- halten sind. Im Folgenden sollen die Handschriften ausführlicher be-

sprochen, über mir damals noch nicht näher bekannte Manuskripte

Mitteilungen gemacht und die indirekte Überlieferung untersucht werden.

Von den Handschriften habe ich die Pariser, die Leidensis und die italienischen selbst verglichen. Über den Moskauer Codex und die

Handschriften in England und Spanien habe ich durch die Gefälligkeit

verschiedener Gelehrten (worüber im Folgenden Näheres) das Nötige

erfahren.

Bei der sich vielfach kreuzenden Überlieferung und dem oft will-

kürlich zurechtgemachten Texte ist es nicht möglich, einen in allen

Funkten sicheren Stammbaum herzustellen.

Ich ziehe es also vor, die

)

)

Handschriften zur vorläufigen Übersicht in Gruppen zu teilen und

tabellarisch vorzuführen. Weil an die Vita Constantini die Oratio

ad sanctum coetum als fünftes Buch angeschlossen worden

diese beiden Schriften eine gemeinsame Überlieferung. Der

{

ist, haben

Text der

Laus Constantini liegt zum Teil in besonderen Handschriften vor.

Die Handschriften der Vita Constcmti?ii

Oratio ad sanctum coettim

{

und der

folgende:

sind

) F. Vaticanus 149 [XI S.].

IIa)

R. Vaticanus 396 [XVI S.].

/. Moscoviensis 50 [XI S.].

IIb): M. Marcianus 339 [ vel XIH S.].

B. Farisinus 1432 [XIH S.]. A. Parisinus 1437 [XIH vel XIV S.].

Einleitung.

II c):

. Parisiniis 1439 [XVI S.].

D. Parisinus 414 [XVI S.].

lld)

Sc'- Scorialensis T—1-7 [XVI S.].

Marcianus 340 [XIII S.].

P. Palatinus 268 [XIII S.].

Parisinus 1438 [XV S.].

Sav. (nur Vita Libri IIII) Savilianus

Sc'- Scorialensis RII4 [XVI S.]

():

= C + ?

[XV S.] =

Die Handschriften der Laus Constantini

I) . Parisinus 1431 [XI S.].

+.

ilf. Marcianus 339 (vgl. oben).

B. Parisinus 1432 (vgl. oben) ^ contaminiert

Cant. Cantabrigiensis [XVI S.] /

mit III.

II) J. Moscoviensis 50 (vgl. oben).

III) •. Marcianus 340 (vgl. oben).

P. Palatinus 268 (vgl. oben).

C. Parisinus 1438 (vgl. oben).

. A^aticanus 1776 [XVI S.].

Contaminierte (= III + I) :

Sav. Savilianus (vgl. oben). /Sc''• Scorialensis R II 4 (vgl. oben),

0. Ottobonianus 91 [XVI S.].

Q. Palatinus 53 [XVI S.].

Leid{ensis) Bon. Vulcanii 35 [XVI S.].

In allen Handschriften der Vita kommen grössere Lückeii (vgl. S. 82, l ;

132, 10 u.

14;

140, 31) vor.

sind ihnen allen gemeinsam.

Eine bedeutende Zahl falscher Lesarten

Vaticanus 149 (F) ist eine Pergamenthandschrift des XL Jahr-

hunderts.

85a die

Vita Constantini, 85b 109b die Oratio ad sanctum coetum ent-

Sie besteht aus 109 Blättern,

von denen Foll. 1

halten.

Das Format ist sehr gross.

Auf jeder Seite

sind 30 Zeilen.

AVeder als adscriptum noch als subscriptum kommt das stumme l vor.

Die Inhaltsverzeichnisse am Anfange jedes Buches sowie die Über-

schriften der einzelnen Capitel sind in Semiuncialschrift.

^

Die zuletzt

sondern

genannten Capitelangaben sind nicht in den Text eingefügt,

stehen am oberen oder unteren Rande der Seiten. Mit Uncialschrift

stehen im Texte selbst die Überschriften S. 50, Z. 31

Kcov-

usw.;

61, 21

^^

106, 20;

Dass diese

109, 3;

. Die Handschriften.

99, 19;

erwähnt); 84, 17;

91, 19;

109, 25;

111, 14;

121, 9; 130, 28; 131, 15; 134,1.

Inhaltsangaben vonEusebiiis

selbst herrühren, kann man schliessen aus 109, 3

ijtl ]

,

und 130,28

-

. während in den gewöhnlichen Capitelüberschriften immer von

Eusebius wie von einer dritten Person mit Namen gesprochen wird.

Von den genannten Überschriften findet sich 109, 3 in VJMBA; 109, 25

und 111, 14 in VJ; 134, 1 in V und bei Theodoretus, der auch einige

von den übrigen in veränderter Form bietet. Sonst sind diese Inhalts-

angaben nur durch V

()

.

wohl auf die Worte

bewahrt worden. Hie und da kommen Rand-

6

Bei

10

steht

Auf den Anfang von I 3

/'/

, was

Am

(S. 11, 27) Bezug hat.

bemerkungen in V vor, alle völlig wertlos.

bezieht sich

Ende von I 28 steht kreuzförmig geschrieben

.

.

29

31 Anfang: ein kreuz-

förmiges Zeichen mit einem Kreis an der oberen Hälfte, und darin an

dem vertikalen Striche X und P; unterhalb des Kreises auf dem hori-

Auch später kommen einige

Bemerkungen vor, aber sie sind ebenso wertlos. Die Schriftzüge des

Textes sind ziemlich gleichmässig und gilt conserviert. An nicht wenigen

Stellen sind die Lesarten erster Hand verbessert worden, wie es scheint,

von einem Corrector des XVI. Jahrhunderts. Aber da dieser so vor-

sichtig war, nichts zu streichen, sondern alle Verbesserungen über die

Zeile oder an den Rand zu schreiben, ist die ursprüngliche Lesart nirgends verdunkelt worden. Dieser Corrector aus der Humanistenzeit hatte ein

verständiges Vorbild an dem ursprünglichen Schreiber des Codex, denn dieser hat einige Male offenbare Versehen, die er begangen, durch

Die junge Hand giebt uns

nichts von Wert, was nicht aus anderen Handschriften bekannt wäre. Der Handschrift V, die früher unbeachtet blieb und von mir zum ersten Male verglichen worden ist, verdanken wir die bedeutendsten Ver- besserungen des Textes, die die gegenwärtige Ausgabe gegen die früheren

aufweist. Fast auf jeder Seite kann man Beispiele finden, wo V allein

die richtige Lesart bietet. Durch V werden eine Menge von Lücken

interlineare Änderungen sauber verbessert.

zontalen Striche steht

(so!) .

ausgefüllt, einige im Umfange von mehreren Zeilen.

S. 100, 9 24;

165, 23166, 13; 171, 34172, ^ 10 kommen nur in V und J, 172, 14

173, 10 nur in V vor.

Fehlern ist die Handschrift nicht frei.

Besonders sind die orthographischen Fehler sehr zahlreich. Die ge-

wöhnlichen, wie z. B.

-

statt

,

statt

XII

Einleitung.

statt &,

,

statt

,

habe

ich nicht in den textkritischen Apparat aufgenommen.

In Betreff der

Elision und des beweglichen

ist V (ausser Vita II 24 42, vgl. unten)

für den Text massgebend gewesen. Die Abweichungen der übrigen HSS

in diesen Punkten sind nicht im Apparate verzeichnet worden. Es giebt Stellen sehr zahlreich sind sie nicht , wo ein in V ausgefallenes Wort oder eine falsche Lesart durch die anderen HSS ergänzt, resp. verbessert werden kann, die daher nicht wertlos sind. In zweifelhaften Fällen aber, wo sowohl die Lesart von V wie die der

übrigen HSS dem Sinne und dem Sprach gebrauche des Verfassers ge-

mäss

sind,

ist V der Vorzug zu geben.

An zwei Stellen

V,

JMBA und 49, 3

31, 8

vjto-

V,

JMBA hätte ich auch V folgen sollen aus Gründen,

die aus dem Wortregister hervorgehen.

Dagegen wird Avohl 82, 10,

wo V

, JMBA

haben, die letztere Lesart die richtige sein.

An einem Punkte bin ich über das Verhältnis von V zu den an-

deren HSS nicht ins Klare gekommen.

nischen Synode teilnehmenden Bischöfe wird III 8 (S. 81,

dieser Weise angegeben:

^

Die Zahl

der an der Nicä-

[]

2)

in V in

-

Bei der be-

-.

stimmten Zahlenangabe 318 scheint die Bemerkung, dass die Menge

diese Zahl überschoss, unpassend. Dagegen

&.

scheint die Wendung bei

dem Wortlaut der übrigen HSS ganz natürlich:

&

ijv

Ich nehme an, dass die Zahl 318 in V eine Randbemerkung Avar, die

die ursprüngliche Zahl aus dem Texte verdrängte; Woher die Zahl 31 S

stammt, sowie über die ganze Tradition von der Anzahl der Teilnehmer

an der Synode kann man Näheres erfahren bei Geizer, Hilgenfeld, Cunii :

Patrum Nicaenorum nomina, Lipsiae 1898. S. XLV seqq.

Vgl.

schon früher Seeck, Z. f. Kirchengesch. XVIL 1896. S. 60—61 u. 349,

Note 2. Von willkürlichen Änderungen oder Spuren einer Contami-

man hier leicht denken könnte, habe ich in V sonst

nation, woran

nichts bemerkt.

Die vorteilhafte Vorstellung von V, die wir beim Vergleich dieser

und der übrigen HSS bekommen, wird beträchtlich vermindert, wenn wir später die indirekte Überlieferung zur Kontrolle heranziehen. Frei-

lich fällt der Schatten nicht auf V allein; wir werden vielmehr finden,

dass die Vorlage unserer sämtlichen HSS eine Überarbeitung oder, sagen wir lieber, eine Recension erfahren hat.

Vaticanus 396 (R), eine ausserordentlich schöne Handschrift des

. Die Handschriften.

XIII

VI. Jabrh., durch die Liberalität des Papstes Paul 111 hergestellt, aus

V abgeschrieben, ist durch eine grosse Anzahl von Fehlern entstellt;

darin finden sich,

sanctum coetum.

rarisinus 1431 (JI), bei Heinichen E^ besteht aus 328 verhältnis- mässig kleinen Blättern und enthält zunächst die Kirchengeschichte.

wie in V,

Vita Constantini und Oratio ad

An diese schliesst sich Foll. 269b— 275a

2442 (= S. 51, 3 59, 20), wofür

das Constantinsedikt II,

&

ein

Hauptzeuge ist. Diese Partie

^

--

{

(im Apparat nicht angeführt).

& .

(

'

nicht

von Eusebius herrührt)

^-

fängt mit folgenden Worten an:

ßaoü.icoc,

Xach den AVorten 59, 20

.

UVV &

folgt:

&

&

Dann (was natürlich

(Fol. 275a).

Mit

beginnt die Laus Constantini. - Die Handschrift

stammt aus

Namen

dem XI. Jahrb.

Auf dem letzten Blatte kann man den

entziffern. Das stumme

kommt weder als subscriptum

noch als adscriptum vor (nur einen einzigen Fall habe ich notiert).

ist für die Laus

lern frei.

unsere beste Quelle,

aber keineswegs von Feh-

Moscoviensis 50, früher 51 (t/), ist eine Handschrift des XI. Jahr-

hunderts. Ich verdanke der besonderen Güte des Herrn Professor A.

Sonny in Kiew eine genaue Collation dieser interessanten Handschrift.^)

Ausser der Kirchengeschichte enthält der Codex Laus Constantini Foll. 289 a 304 b. Doch fehlt das Proömium ganz, und der besonders

vom Capitel VIII an sehr lückenhafte Text endet mit Capitel X. Auf

Foll. 306a390 steht die Vita Constantini. Dann folgt die Oratio

ad sanctum coetum bis 411a, wo die Handschrift zu enden scheint,

1) Es ist mir leider unmöglicli, eine genauere Beschreibung der Handschrift

zu geben, weil sowohl die ausführliche Beschreibung, die Herr Sonny gleich in Moskau machte, als die er später aus dem Gedächtnisse in Kiew entwarf, unter-

wegs nach Helsingfors verloren gegangen sind! Zum dritten Male wollte ich ihn

nicht belästigen, da es mir bekannt war, dass er aus derselben Handschrift für

Herrn Prof. E. Schwartz die Kirchengeschichte des Eusebius verglichen hatte, und

vrir daher bald Näheres über das Äussere des Codex Moscoviensis erfahren werden. AVas Herr Sonny in das Collationsexemplar selbst eingetragen hatte, wird oben

mitgeteilt werden.

XIV

denn

hier lesen

wir

Einleitung.

:

&

7] "^^'

(^ : (so!). Die Inhaltsverzeichnisse vor den einzelnen Büchern sind

jedesmal am Anfange mit Gold geschrieben; aber von dem 5. oder auch lU. Capitelindex an nur die Anfangsbuchstaben. Auch im Texte sind

einzelne Buchstaben in jener Weise verziert. Die einzelnen Capitel

sind nicht im Texte durch Inhaltsangaben getrennt und auch nur aus-

nahmsweise mit Zahlen bezeichnet. Randbemerkungen (in Majuskeln mit Gold geschrieben) sind selten und beschränken sich auf einige Worte,

wie zu I 31 das

.

an

ein Kreuz angeschlossen; II 24 -

64 (wo V nur

, ,-

hat) steht

, was möglicherweise von Eusebius selbst herrühren könnte. Erwähnt zu werden verdienen die

Angaben zu 111 7 "Ooiov

^

,

7]

.

und zu III 11

und III 62, fast wie in ^,

61

steht wie in V

]

(im Texte nicht (im Texte nicht er-

erwähnt), IV 35

wähnt). An sehr vielen Stellen ist die ursprüngliche Lesart aus-

gekratzt und mit einer neuen Lesart (mit dunkler Tinte geschrieben)

ersetzt worden.

Den wirklichen Wert der Handschrift festzustellen, war anfangs sehr

schwierig. Aber nachdem ich zu der Überzeugung gelangt war, dass

J keine einheitliche Tradition vertritt, sondern ein stark überarbeitetes

Textexemplar ist, erklärte sich Alles gut. Die Vorlage von J gehörte

zu derselben Gruppe wie die Mutterhandschrift von MBA oder var mit

derselben identisch. Aber bei dem Abschreiben hatte J daneben auch

eine der ^ ähnliche Handschrift vor sich, und benutzte ausserdem Hand- schriften der indirekten Überlieferung. Ausserdem hat der Editor J auf eigene Faust den Text zu verbessern gesucht, und es ist ihm auch

einige Male gelungen. Gegenüber MBA mit ihren zahlreichen Lücken

ist der Text in J vollständiger, doch nicht in demselben Umfange wie

V. Die Handschrift J nimmt also auch hierin eine Mittelstellung ein. An einigen Stellen, wie 18,2 und 42,19, wo der Text dem Schreiber unverständlich war, hat er leere Zwischenräume gelassen. In der Schrift Laus Constantini hat J mit grosser Willkür gewaltet, indem er

Bei der

sowohl einzelne Worte wie ganze Partieen fortgelassen hat.

Benutzung von J ist also grosse Vorsicht geboten.

Venetus oder Marcianus 339 {M), Papierhandschrift des XII. oder XIII. Jahrhunderts (nach dem Kataloge: Saec. circ. XIV), in Folio, be-

. Die Handschriften.

XV

des Eusebius und Vita Constantini II 24 42 mit denselben abschliessen-

(oben S. XIII); 105a 125a die Laus Con-

stantini; 125a 167a die Vita Constantini; 167a 178a (als fünftes

den Worten (59, 20 wie in

Buch der Vita) die Oratio ad sanctum coetum enthalten. Die zweite

Hälfte des Codex von 180 an wird von

^-

Socrates' Historia Ecclesiastica

&

'

-

eingenommen. Am Ende des Ganzen liest man:

{^. Liber Catechumenorum S, Laurae S. Athanasii in monte Atho,

secundae positionis. Auf jeder Seite stehen 39 Zeilen.

Die Schrift-

züge sind ebenmässig und deutlich. Nur wenige Compendien kommen subscriptum ist sehr selten. Die Zeichen für Spiritus asper und

vor;

lenis \verden oft verwechselt.

Die Handschrift wimmelt sowohl von

orthographischen als auch von anderen durch Kachlässigkeit des Ab-

schreibers entstandenen Fehlern; die Mehrzahl habe ich in meinem Colla-

tionsexemplar ruhen lassen.

stammt aus derselben Vorlage wie B,

ist aber viel schlechter als diese und hat eigentlich nur für die Oratio

ad sanctum coetum, wo

24 42 und Laus Const. ist

fehlt, einen W^ert.

aus

abgeschrieben.

In Vita Const. II

Parisinus 1432 (B), auf Baumwollenpapier geschrieben, gehört dem XIII. Jahrh. an. Der Schreiber hiess Longinus. Die Handschrift, die aus 197 Blättern besteht, enthält die Historia Ecclesiastica Foll. 1 125,

die Laus Constantini von Fol, 125 an, und die Vita Constantini

Ausserdem kommt Vita Constantini II 24 42 als

Anhang zu der Kirchengeschichte (123 b 125) in derselben Weise

von

Fol. 150 an.

wie bei

vor.

Aus dem leeren Räume in dem Rücken des Bandes

kann man schliessen, dass mehrere Blätter entfernt worden sind.

Es ist wahrscheinlich,

nahestehende Handschrift

hielten. Die Schriftzüge sind ziemlich blass; Compendien sind sehr

die Oratio ad sanctum coetum ent-

dass sie an entsprechender Stelle

wie

die

zahlreich.

Selten kommt

subscriptum vor, meistens bei dem Dativ

auf CO. Eine zweite Hand hat ziemlich viel ausgekratzt und verbessert.

und

gehören zusammen. In der Laus stammt

ebenfalls aus H,

ist aber mit der Gruppe, deren Haupt

ist. contaminiert worden.

Bei dieser, wie bei den übrigen Pariser Handschriften, hatte ich den

Vorteil; eine Herrn Geh. Reg.-Rat H. üsener gehörige Edition mit eingetragenen Collationen benutzen zu können. Da ich meine eigenen

Collationen mit diesen Tag für Tag verglich, werden die Angaben aus

diesen leider nicht besonders wichtigen Handschriften sehr zuverlässig

sein.

Auch an diesem Orte möchte ich Herrn Prof. üsener für diese

sowie für frühere liebenswürdige Beförderung meiner Studien herzlich danken.

XVI

Einleitung.

Parisinus 1437 {Ä) enthält die Vita Constantini Foll. 1 35 a

und den Anfang von Oratio ad sanctum

(= S. 17S,3)

vöaa {==

,&

ßiß?Jov

.

Foll. 35 a 42.

Valesius)

jcQog

coetum bis Cap. XVII 3

?

^

Unterst auf Fol. 42 steht

-

7]()

Dann folgt von zweiter Hand:

(so!). Sowohl hieraus, wie von dem Umstände, dass die Vita Con-

(desselben Eusebius) be-

stantini mit den Worten

ginnt, müssen wir schliessen, dass die Handschrift ursprünglich eine

andere Arbeit von Eusebius vor der Vita Const. enthielt, und dass sie mit dem jetzt mit 42 bezeichneten Blatte endete. Mit diesem verstüm- melten Reste sind später Foll. 43192 zusammengebunden worden, welche die Historia Ecclesiastica enthalten und mit ihrer schwärzeren

Tinte, grösseren Buchstaben und von Verkürzungen freien Schrift dem

XII. oder der Mitte des XIII. Jahrhunderts gehören.

Die Partie der

Handschrift, die uns hier interessiert, ist dagegen im XIII. oder im An-

fange des XIV. Jahrhunderts entstanden.

Die Schriftzüge sind sehr

klein, Compendien zahlreich, aber sonst ist die Handschrift ganz an-

genehm zu lesen.

kommt nicht vor.

Auf jeder Seite befinden sich 40 Zeilen. Das

subscr.

Die Zwischenräume zwischen den verschiedenen

Capiteln sind

so klein,

dass man

öfters in

Zweifel bleibt, ob der

Schreiber ein neues Capitel anzugeben beabsichtigt hat oder nicht.

Die Bemerkungen und Inhaltsangaben, die sich hie und da am Rande

befinden und meistens von zweiter Hand herrühren, sind vollständig

wertlos.

ist der „Codex regius" des Stephanus.

In der Gruppe

MBA bietet

in der Regel den correctesten Text.

bat eine andere

Vorlage als die für MB gemeinsame gehabt. Jene zwei Vorlagen aber

stammten aus einer gemeinsamen Quelle. Dies wird sich bei einem

Studium z. B. der ersten Capitel des zweiten Buches der Vita ergeben

(42,12

ist zu beachten,

dass

das

oder

in

unleserlich ist).

mitunter auch nach eigenem Verstände

Wenigstens zeigen die

Worte, mit denen er das Abschreiben des Textes der Oratio ad sanctum

coetum unwillig abbrach, dass er nicht nur als Schreibmaschine fun-

gieren wollte.

Parisinus 1439 (E), eine kleine Octavhandschrift des XVI. Jahr-

hunderts von nur 95 Blättern mit 27 Zeilen auf der Seite, sehr schön

geschrieben, mit roten Initialen und Rubriken. Der Katalog giebt Auge Vergece als den Schreiber an. Die Handschrift, welche die Vita

Constantini und Oratio ad sanctum coetum enthält, stammt

verbesserte, ist nicht völlig ausgeschlossen.

Dass der Abschreiber von

. Die Handschriften.

XVII

durch Zwischenglieder aus derselben Quelle wie A, ist aber viel schlechter als und hat neben derselben keinen Wert. Da aber für einen Teil der Oratio ad sanctum coetum fehlt, habe ich nach der im Besitze von Herrn Geh. Reg.-Rat Usener befindlichen Collation in dieser Partie

auch die Lesarten von aufgenommen. Etwas von Belang ist aber dabei nicht herausgekommen.

Parisinus 414 (D)= ,,R'^", „Veteres schedae", im XVI. Jahrh. von Nicolaus Sophianus geschrieben, enthält, ausser Gelasii Cyziceni Historia

concili Nicaeni, Eusebii Vita Constantini von Fol. 65 an, Oratio

ad sanctum coetum von Fol. 134, Historiae ecclesiasticae liber I

Fol. 155162.

D und

stammen aus derselben trüben Quelle, aber

D ist schlechter, wahrscheinlich mit C contaminiert. In Bezug auf D

verdient es erwähnt zu werden,

dass

sie

teils von erster,

teils von

zweiter Hand stellenweise aus ^ verbessert worden ist. Die somit ge-

botenen Lesarten wurden früher nur als geistreiche Conjecturen be- trachtet und fanden in die Texte keinen Eingang.

1—7 {Sd.), schöne Papierhandschrift in Folio aus

Scorialensis

dem XVI. Jahrb., enthält auf 95 Blättern die Vita Constantini und die

Oratio ad sanctum coetum. Die von Herrn Dr. Bruno Violet gütigst

gemachten CoUationsproben zeigen, dass die Handschrift mit der eben-

falls jungen Pariser Handschrift

Venetus oder Marcianus 340 {N), nach dem Kataloge aus dem XIL, meiner Meinung nach wahrscheinlicher aus dem XIII. Jahrb., in 4"

kleines Formats, umfasst 178 Blätter mit 23 27 Zeilen auf der Seite.

Die Compendien sind ziemlich zahlreich, l subscr. kommt oft vor. Die

zusammengehört.

Schrift ist blass und stellenweise von Wasserflecken zerstört.

Die An-

fangsbuchstaben sind gewöhnlich ausgelassen. Das beabsichtigte Aus-

zieren derselben beschränkt sich darauf, dass sie hie und da mit roter

Tinte ausgeschrieben worden sind. Mit derselben Tinte sind einige \^er-

änderungen und Nachträge in dem Texte vorgenommen worden; wie

es scheint, von erster Hand.

arbeiteter bezeichnet werden.

auch eine andere

ein stark über-

Der Text muss

als

Der Schreiber hat

Handschrift als seine eigentliche Vorlage, eine mit V verwandte bis-

weilen eingesehen und hat übrigens bei der Constituierung des Textes

ziemlich frei geschaltet und gewaltet. Änderungen über der Zeile und

Nachträge am Rande sind nicht selten. Einige Beispiele! I 7 (= S. 10, 8)

steht es in V:

kürlich: /'

'

.

.; in MBA:

.

^

d'

.:

in

.

-

.

dagegen ganz will-

^

XVIII .

Einleitung.

'

^

(=

7•

18, 26)

hat

die Worte:

,

welche in MBA fehlen,

aber in VJ vorkommen, am unteren Rande hinzugefügt. Dasselbe ist

mit —.

der Fall

\Vortlaut des Textes, nach V:

S. 21, 30

S. 29,

11

ist der richtige

-

-

vOd-at

^

lich

?&.

?}

In JMBA fehlen die ersten AVorte

ganz natür-

-. Den durch diese Lücke dem Editor

^,

unverständlichen Text hat er in folgender Weise mit einem Ver-

sich zurechtgemacht: oöov

such zu rhetorischer Satzbildung

.

enthält die Laus Constantini Foll. 1 51a; Vita Constantini

52a 150a; die Oratio ad sanctum coetum 150b 178b.

Die

Handschrift ist von mir vollständig verglichen worden. Doch habe ich

in der Vita und