Sie sind auf Seite 1von 5

Einteilung der Führungsstile:

autoritäre Verhaltensweisen

demokratische Verhaltensweisen

laissez-faire Verhaltensweisen

Merkmale der autoritären Führungsstils

Das typoligische Konzept nach Kurt Lewin

Alle Aktivitäten der Kinder werden vom Leiter bestimmt

Der Leiter gibt Befehle und Kommandos (etwa 60% der Tätigkeit)

Der Leiter übernimmt für alle Tätigkeiten der Kinder die Verantwortung

Der Leiter lobt und tadelt häufig und personenbezogen

Die Haltung des Leiters gegenüber der Gruppe ist unpersönlich und nicht sehr freundlich

Den Kindern ist ihr zukünftiges Tun meist nicht bekannt

Der Leiter bestimmt die Gruppenzugehörigkeit der Kinder

Der Leiter arbeitet mit „negativen“ Erziehungsmaßnahmen wie Drohungen, Strafe der Einschüchterung

Merkmale des demokratischen Führungsstils

Der Leiter gibt der Gruppe einen Überblick über die Gesamttätigkeit und das Ziel

Alle wichtigen Entscheidungen werden in der Gruppe diskutiert

Der Leiter unterstützt und ermutigt aktiv die Gruppenmitglieder

Jeder kann mit wem er will zusammenarbeiten, die Aufgabenteilung unterliegt der Verantwortung der Gruppe

Lob und Tafel erfolgen sachbezogen, „positive“ Erziehungsmaßnahmen überwiegen

Bei Problemen gibt der Leiter immer mehrere Lösungsmöglichkeiten vor. Die Auswahl und Entscheidung liegt dann bei den Kindern

Der Leiter versteht sich als richtiges Gruppenmitglied (ohne sich allerdings besonders an der Arbeit zu beteiligen, nur 25%)

Der Leiter ist zu persönlichen Gesprächen mit Kindern über ihre Probleme bereit

Die Gruppenarbeit wird nicht durch Befehle oder Kommandos unterbrochen

Merkmale des Laissez-faire-Führungsstils

Der Leiter verhält sich weitgehend passiv, er macht nur minimale Vorgaben

Die Rolle des Leiters beschränkt sich weitgehend auf das Anbieten unterschiedlicher Materialien

Der Leiter versichert, dass er Informationen und Hilfe geben wird

Die Arbeitsergebnisse werden kaum bewertet

Der Leiter beteiligt sich nicht an Untergruppen

Der Leiter verhält sich freundlich, aber neutral zur Gruppe

autoritär geführte Gruppen

Auswirkungen der Führungsstile auf die Kinder

Zeigten verminderte Vielfalt an Äußerungen und Verhaltensweisen.

Es wurden aggressive Tendenzen beobachtet, sofern sie nicht vom Leiter unterbunden wurden.

Aggression waren gegen Gruppenmitglieder gerichtet, seltener gegen den Leiter

Unterdrückte Feindseligkeiten richteten sich zum Teil gegen schwächere Gruppenmitglieder

Spontanität und Kreativität der Gruppe waren eingeschränkt, gearbeitet wurde nur auf Anregung des Leiters

Wörter wie „ich“, „mein“, „mir“, „mich“ dominierten vor „unser“, „wir“ (82% war egozentrischer Natur)

Kinder waren auf den Leiter fixiert, bei nicht anwesend sein, nahm Arbeitsaktivität stark ab

Demokratisch geführte Gruppen

Zeigten ein höheres Maß an kreativen Verhaltensweisen und konstruktiven Arbeitsprodukten

Atmosphäre war entspannter und die Kinder zufriedener

Feindseligkeiten waren seltener, einzelne Gruppenmitglieder wurden nicht zu Sündenböcken abgestempelt

Es bildeten sich stabile Untergruppen, deren Arbeitsergebnisse weitgehend optimal waren

Gruppen arbeiteten auch dann, wenn der Leiter nicht anwesend war

Schwierigkeiten wurden von der Gruppen gemeinsam bewältigt, es wurde kein einzelner dafür verantwortlich gemacht

Laissez-faire geführte Gruppen

Gruppen zeigten oft ein planloses und wenig zielstrebiges Verhalten

Häufig wurden Vorschläge unterbreitet, die aber mangels einer ausreichenden Mehrheit nicht verwirklicht wurden

Entsprechend oft machte sich in der Gruppe Enttäuschung oder Gereiztheit breit

Die dadurch entstehenden Aggressionen entluden sich auf andere Gruppenmitglieder

Beziehung der Gruppenmitglieder entwickelte sich nur locker und waren in der Regel instabil

Wenn Leiter, mit dem die Mitglieder oft unzufrieden waren, nicht anwesend war, wurde die Gruppe meist von einem Gruppenmitglied geleitet. Dabei konnte Ansteigen von Arbeitskreativität beobachtet werden

Kritik an der Erziehungsstilforschung

Lewin's Typologie ist weit verbreitet und hat die Erziehung nachhaltig beeinflusst. Sie kann in der Praxis zur Orientierung dienen und eine Hilfe sein. Jedoch wurde sie immer wieder aus wissenschaftlicher Sicht kritisiert:

Die Begriffe „autoritär“ und „demokratisch“ sind aus politologischem Sprachgebrauch entnommen und weltanschaulich gebunden

Die Einteilung in drei Typen ist zu undifferenziert und zu global. In Wirklichkeit ist das Verhalten von Erziehern wesentlich differenzierter und komplexer.

In der Praxis zeigt sich, dass ein Erzieher niemals nur einen Führungsstil praktiziert. Er wird immer verschiedene Verhaltensweisen geben, die durch Wechselwirkung zwischen Erzieher und zu Erziehendem geprägt sind

Die Typisierung von autoritär, demokratisch und laissez-fair hat in der Praxis nur eingeschränkte Brauchbarkeit

Sie sind keine echte Führungsverhaltensweisen, es handelt sich lediglich um die Annahme darüber, wie sich ein Leiter verhalten könnte

Der Erfolg vom Erzieher hängt nicht vom Stil, sondern auch von vielen anderen Faktoren, wie Persönlichkeit des zu Erziehenden oder momentaner situativer Faktoren ab.

Lewin's Typen geben lediglich Auskunft über kurzfristige Auswirkungen. Sie sagen nichts darüber aus, welchen Einfluss das Erziehungsverhalten auf die Entstehung von Persönlichkeitseigenschaften hat

Das dimensionierte Konzept nach Tausch/Tausch

Bei der Beobachtung von erzieherischen Verhaltensweisen stellten Tausch/Tausch fest, dass viele Verhaltensweisen nicht unabhängig voneinander auftreten, sondern zusammenhängen. Eine Dimension ist nach Tausch/Tausch eine Zusammenfassung ähnlicher, einander entsprechender Haltungen, Verhaltens- und Handlungsweisen, die mit Hilfe von Skalen gemessen werden können.

Es gibt vier Dimensionen, welche näher durch Skalen von 1 – 5 definiert werden.

Die Stufe

1 und 5 stehen für „deutliche Ausprägung“ (5 steht dabei für eine positive - 1 für eine negative Ausstrahlung)

2 und 4 stehen für „schwächere Ausprägung“

3 steht für gleich viel

Die 4 Dimensionen

Missachtung-Kälte-Härte

Achtung-Wärme-Rücksichtnahme

Kein Verstehen

Vollständiges Verstehen

Fassadenhaftigkeit

Echtheit

Keine fördernden nicht dirigierenden Tätigkeiten

Viele fördernde nicht dirigierende Tätigkeiten

Viele fördernde nicht dirigierende Tätigkeiten 1 2 3 4 5 Achtung-Wärme-Rücksichtnahme

1

2

3

4

5

Achtung-Wärme-Rücksichtnahme betrifft die gefühlsmäßige Grundhaltung und Einstellung des Erziehenden und äußert sich

in Anerkennung des anderen

in warmer Zuneigung

im Zeigen positiver Gefühle

in einem Sorgen für den anderen

in Herzlichkeit

in Vertrauen zu der anderen Person

in Anteilnahme

in Geduld

in Mitleiden

in Ermutigung

in Achtung vor der den Fähigkeiten und Möglichkeiten des anderen

in Akzeptirrung der Gefühle

Verstehen betrifft die Grundhaltung und Einstellung des Erziehers gegenüber dem zu Erziehenden und bedeutet

das Einfühlen in die innere Welt eines anderen

die Wahrnehmung und vorstellungsmäßige Vergegenwärtigung der subjektiven Welt eines anderen Individuums

das Verstehen des anderen so, wie sich dieser im Augenblick selbst sieht

das Mitteilen an den anderen, was man über dessen innere Welt verstanden hat

Unter Echtheit versteht man die erzieherische Grundhaltung und Einstellung bei der der Erzieher dem zu Erziehendem gegenüber aufrichtig ist und sein Verhalten mit seinen Einstellungen übereinstimmt

eine Person sagt das, was sie denkt und fühlt

sie gibt sich so, wie sie wirklich ist

sie verhält sich ungekünstelt, natürlich und spielt keine Rolle

sie ist ohne professionelles routinemäßiges Gehabe

Dirigierung – Lenkung ist die vierte Dimension und hat je nach Stärke der Dirigieren/Lenken eine nicht förderliche Auswirkungen.

dem anderen Angebote machen, ihm Anregungen geben, im Alternativen vorschlagen

für den anderen Materialien und menschliche Hilfsquellen ausfindig machen, sich für ihn verfügbar halten

dem anderen erleichtern, selbst für seine Mitmenschen fördernd und nicht-dirigierend tätig zu sein

Autoritative Erziehung

Elterliche Erziehungsstile

Eltern stellen Anforderungen an ihre Kinder und verlangen Einhaltung von Regeln

Akzeptieren die Kinder als ernstzunehmenden Gesprächspater Sie öffnen sich ihnen und sind an ihnen interessiert

Sie begründen ihre Regeln und Forderungen – erklären ihre Erziehungsmaßnahmen

Ermutigen die Kinder zur Autonomie und zum Suchen nach eigenen Standpunkten innerhalb der geforderten Regeleinhaltung

Autoritäre Erziehung

Eltern fordern die Einhaltung von Regeln, jedoch geht es ihnen dabei lediglich um strikte Gehorsamkeit

Das Befolgen von Regeln, Normen und die Achtung der elterlichen Autorität werden von ihnen als eigenständiger Wert angesehen

Es geht um psychologische Kontrolle im Unterschied zur Handlungskontrolle bei autorativen Eltern

Eltern ist egal welche Handlungsmotive bei Nichteinhaltung der Regeln von den Kindern ausgeht Eher werden die zu Erziehenden massiv und physisch bestraft

Beobachter beschreiben das Klima dieser Erziehung als kalt und feindselig

Permissive Erziehung

Eltern sind wenig lenkend und kontrollierend

Sie stellen wenig Anforderungen an das Kind und erlauben (den Impulsen des Kindes nachgebend) dass es sein Verhalten selbst steuert

Sie versuchen, so wenig wie möglich zu reglementieren (Bestrafung vermeiden)

Nachgiebige Erziehung

Eltern sind tolerant, warmherzig und dem Kind zugewandt

Üben wenig Lenkung und Strukturierung aus

Stellen wenig Forderungen an das Kind

Erlaubt, dass das Kind sein Verhalten weitgehend selbst steuert

Vernachlässigende Erziehung

Eltern sind in jeder Hinsicht unbeteiligt und haben sich aus dem „Geschäft der Erziehung“ zurückgezogen

Sie sind weder emotional zugewandt, noch interessiert am Kind

Kein Interesse, das Verhalten des Kindes zu bewerten und zu lenken

Überwiegend ist der autorative Erziehungsstil. Er führt zu großen Fortschritten in der psychosozialen Reife, Bereitschaft zu prosozialem Verhalten, interner Kontrollüberzeugung, wenig nach außen gerichteten Verhaltensproblemen, wenig nach innen gerichteten Verhaltensproblemen sowie wenig Drogenprobleme. Autoritäre Erziehung geht mit Gehorsam und Konformität einher. Diese Kinder zeigen ebenfalls wenig nach außen gerichtete Verhaltensprobleme sowie wenig Drogen- und Alkoholmissbrauch. Jedoch haben sie ein geringes Selbstvertrauen und eine Unterschätzungen ihrer schulischen und sozialen Kompetenzen. Nachgiebig erzogene Kinder sind desinteressiert an Schule, was mit schlechten Schulleistungen einher geht. Dazu kommen noch Disziplinprobleme und erhöhter Drogen- und Alkoholmissbrauch. Jedoch ist die Straffälligkeit genauso gering wie bei den anderen Erziehungsstilen. Außerdem haben sie Selbstvertrauen und große soziale Kompetenzen. Vernachlässigte Kinder schnitten am schlechtesten ab. Sozial abweichendes Verhalten und Störungen im emotionalen Bereich sind sehr häufig.

Synonym: Pädagogisches Verhältnis

Bedeutung der Beziehung in der Erziehung

Mit dem Begriff will man die besondere zwischenmenschliche Beziehung zwischen Erzieher und zu Erziehendem ausdrücken

Die Aufnahme positiver emotionaler Beziehungen geschieht mithilfe von:

Wertschätzung

positive gefühlsmäßige Grundhaltung des Erziehers gegenüber dem zu Erziehenden, die sich mit Achtung, Wärme und Rücksichtnahme umschreiben lässt!

Verstehen

die erzieherische Grundhaltung des Einfühlens, in die innere Welt eines anderen, der Wahrnehmung und vorstellungsmäßigen Vergegenwärtigung der subjektiven Welt eines anderen Individuums

Echtheit

die erzieherische Grundhaltung, bei der der Erzieher dem zu Erziehenden gegenüber aufrichtig ist und sein Verhalten mit seinen Einstellungen übereinstimmt