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Der lernerzentrierte Unterricht – eine harte Nuss

Prof. Iulian Untaru

Ich werde in diesem Artikel über die Schwierigkeiten, deren Ursachen und über die Vorteile des lernerzentrierten
Unterrichts in Rumänien kurz und bündig schreiben.
Schwierigkeiten, Ursachen
-Stoffdruck (man muss ein Programm für jedes Fach befolgen, weil dieses die Grundlage jeder National-
prüfung ist: Matura, Aufnahmeprüfung an einer Fakultät bzw. Fähigkeitsprüfung)
- Lehrerzentrierte Tradition und Schüler, die im Lichte dieser Methoden bisher gelehrt wurden
- Misstrauen dem Neuen gegenüber, das Neue setzt sich immer mit Ach und Krach durch
- Zeitmangel (2 Fremdsprachenstunden pro Woche – im allgemeinen)
- Zensurendruck – man muss die Schüler regelmäßig prüfen (nicht auf Herz und Nieren, wie manche es tun) und
Noten geben
- Überinformation – viele Lehrbücher enthalten ein Zuviel an Informationen
- Keine Motivation der Schüler – bei uns treffen die meisten Gymnasialschüler schon als 16jährige eine Entscheidung: sie
lernen eifrig nur in jenen Fächern, wo sie in Zukunft Prüfungen ablegen; sonst – soviel notwendig ist, um eine „Rettungsnote“
zu bekommen
- keine Motivation der Lehrer (niedrige Löhne)
- die Autonomie der Lerner ist sehr schwer zu erzielen, da unsere Gymnasialschüler 16/18 Fächer haben. Diese Autonomie
setzt voraus, dass die Schüler in ihrer Freizeit selbst Informationen suchen usw. Und ein Schüler kann das selbst nicht
bewältigen!
- die spielerische Komponente des lernerzentrierten Unterrichts (learning by playing) ist nicht sehr beliebt bei den
Gymnasialschülern (Lyzeum bei uns !), die auf reife Leute posieren wollen
- der größere Schwierigkeitsgrad der deutschen Grammatik im Vergleich zu anderen Sprachen (Englisch, z. B. ) – ich
erinnere mich an Mark Twains Worte: "Der Schöpfer der deutschen Sprache scheint sich überhaupt ein Vergnügen
daraus gemacht zu haben, sie auf alle erdenkliche Weise zu komplizieren."
- Probleme, was die Ausstattung anbelangt; man braucht Kopiergeräte, Laptops usw., um Materialien vorbereiten zu können
(eine Hauptkomponente des lernerzentrierten Unterrichts)
Vorteile
- die Förderung des Sprechens, der kommunikativen Kompetenz
- die Förderung der Lernerautonomie, die Übertragung der Lernverantwortung
- man baut die Notenangst ab
- das Interesse der Schüler der Selbstevaluation gegenüber
- die neue Rolle des Lehrers = Moderator, Partner, kein „Feind“ mehr
- keine Strafe mehr (sehr beliebt bei den Schülern)