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Die Quecksilber-Resonanz-Hypothese

Alexander Wunsch

Zusammenfassung Quecksilber (Hg) ist ein toxisches Schwermetall, das sowohl photochemisch aktive Verbindungen bildet als auch als photochemischer Sensibilisator wirken kann. Der vorliegende Beitrag untersucht, inwieweit die Wechselwirkungen zwischen Queck- silber und Licht für die Heilkunde eine Rolle spie- len. Ausgehend von Erkenntnissen der Quanten- physik, die eine resonatorische Wechselwirkung zwischen Teilchen der gleichen Atomsorte kennt, wird die Frage gestellt, ob derartige Energieüber- tragungen prinzipiell auch auf Vorgänge im leben- den Organismus anwendbar sind. Sofern dies der Fall ist, ergeben sich Konsequenzen für die toxiko- logische Bewertung von Quecksilber, da angeregte Atome eine andere Pharmakodynamik aufweisen als gleiche Atome im Grundzustand. Sowohl im Körper als auch in der Umwelt kommen Quecksil- beratome und Quecksilberverbindungen vor, die z.B. über Lichtquanten miteinander kommunizieren können, also auch auf Distanz in einer resonatori- schen Wechselwirkung stehen. Da die heutige Kunstlicht-Umgebung vor allem in öffentlichen Be- reichen zu über 90% auf der Anwendung von Quecksilberdampf-Entladungslampen fußt, wurde von der Lichttechnik ein Sonderfall geschaffen, der so in der Natur nicht vorkommt, dass nämlich die Photonen einer solchen Kunstlichtquelle von ange- regten Quecksilberatomen abgestrahlt werden und damit die eindeutige Quecksilbersignatur tragen. Derartige Lichtquanten haben exakt die Quanten- energie, um ruhende Quecksilberatome in einen angeregten Zustand zu versetzen und damit ihre chemische Reaktionsbereitschaft und Toxizität zu verändern. Wenn derartig erzeugtes Kunstlicht so- weit in den Körper eindringen kann, dass es auf Gewebsschichten trifft, die quecksilberhaltig sind, muss man zwangsläufig von einer Wechselwirkung ausgehen, da die Gesetze der Atom- und Quan- tenphysik vor dem Körper nicht halt machen. In- wieweit diese Wechselwirkungen für die Körper- funktionen schließlich relevant sind, ist jedoch nicht ausreichend untersucht, obwohl diesbezügliche Erkenntnisse weitreichende Folgen für die Bewer- tung einer weiteren Verwendung von Quecksilber- licht im Bereich der Allgemeinbeleuchtung oder als Hintergrundbeleuchtung von Monitoren hätten. Der Artikel weist auf die Notwendigkeit hin, dass The- rapeuten bei einer Reihe von chronischen Erkran- kungen eine Kunstlicht-Expositionsanamnese er- heben sollten, um dem Ziel der Beantwortung drängender offener Fragen näher zu kommen. Somit könnte die Erfahrungsheilkunde einen wich- tigen Beitrag zur Aufdeckung bislang unberücksich- tigter Kausalzusammenhänge leisten und den Bo- den für zukünftige prophylaktische Maßnahmen ebnen.

Schlüsselworte: Quecksilber, Resonanz, Kunst- licht, Toxizität, photochemische Aktivierung, Ener- giesparlampen, Altersbedingte Makuladegenerati- on (AMD)

Einführung Die Biokompatibilität von Quecksilber (Hg) sowie seine Toxizität sind seit vielen Jahrzehnten Ge- genstand wissenschaftlicher Kontroversen. Das liegt teilweise an den äußerst komplexen Verhält- nissen, die daraus entstehen, dass Quecksilber in seiner elementaren Form als Hg 0 , aber auch in zwei Ionisationsstufen (als Hg + und Hg ++ ) im Kör- per vorliegen kann, wobei hier wiederum anorga- nische von organischen Quecksilberverbindungen wie z.B. dem Methylquecksilber unterschieden werden müssen. Alle genannten Quecksilberspe- zies unterliegen einem individuellen Metabolismus im Körper, wobei die einzelnen chemischen Ver- bindungen durch enzymatische Umwandlungen, aber auch über Verschiebungen von Reaktions- gleichgewichten ineinander übergehen können. Die Retention von Quecksilberverbindungen im Körper erschwert die Bewertung von Aspekten wie der akuten und chronischen Toxizität, da die Ver- weildauer bei Halbwertszeiten zwischen 40 und 60 Tagen recht groß ist. Daunderer geht bei Queck- silberablagerungen im Gehirn sogar von einer Re- tentionszeit von bis zu 18 Jahren aus [1]. Weder die Quecksilberausscheidung im Urin noch die Serumkonzentrationen können verläßliche Aus- kunft über die tatsächlich im Körper gespeicherten Mengen geben, da das lipophile Schwermetall die Tendenz hat, sich im bradytrophen Fettgewebe abzulagern, wo es aktiven Stoffwechselvorgängen wie auch der laborchemischen Diagnostik teilwei- se entzogen wird. Zielorgane bei Quecksilberver- giftungen sind das Zentralnervensystem und be- sonders die Nieren, wobei die induzierten neurolo- gischen Störungen häufig keine klare Dosis-Wir- kungsbeziehung erkennen lassen, während die nephrotoxischen Effekte klinisch besser zu erfas- sen sind. Daher wird bei der Festlegung von Grenzwerten die Nephrotoxizitat in den Vorder- grund gestellt, was möglicherweise dazu führt, dass die derzeitigen Grenzwerte viel zu hoch an- gesetzt sind. Dessen sind sich die Experten je- doch durchaus bewußt und fordern daher unisono, den Quecksilbereintrag in den Körper so gering wie irgend möglich zu halten. Diese Maßnahme soll z B. auch dem Umstand Rechnung tragen, dass Teile der Bevölkerung durch genetische De- termination ein besonders hohes Risiko für Quecksilberschädigung mitbringen. Außerdem müssen die Experten zugeben, dass letztlich noch

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zu viele Unsicherheitsfaktoren existieren, um das Phänomen Quecksilber im Körper als verstanden ansehen zu können.

Fehlerquellen Mit welchen Schwierigkeiten die Wissenschaftler mitunter zu kämpfen haben, illustriert beispielhaft ein Studienergebnis aus dem Jahr 2005, wo For- scher des Departments of Environmental Medicine der Universität Rochester, NY, inmitten einer Studie mit Ratten zur Toxizität von Methylquecksilber plötzlich feststellten, dass die Kontrollgruppe, die eigentlich quecksilberfrei sein sollte, signifikante Serumkonzentrationen von Quecksilber aufwies [2]. Zunächst blieb die Ursache unklar, dann aber untersuchten die Forscher das Futter, mit dem die Versuchstiere ernährt wurden. Das Ergebnis: eine Reihe gängiger Futtermittel sind signifikant queck- silberhaltig und können so zu erheblichen Verzer- rungen von Untersuchungsergebnissen führen. Sie stellten darüber hinaus fest, dass in den allermeis- ten Studien keine klaren Angaben zu dem verwen- deten Futter zu finden sind, so dass eine nachträg- liche Abschätzung der Validität einer solchen Un- tersuchung unmöglich ist. Damit muss nicht nur die Aussagekraft vieler Untersuchungen zur Toxizität von Quecksilber in Frage gestellt werden, sondern es werden auch Studien mit anderen Zielsetzun- gen davon berührt, da auch Wechselwirkungen zwischen Quecksilber und anderen pharmakolo- gisch wirksamen Substanzen bekannt sind: so wurde in einer Reihe von Experimenten festge- stellt, dass Quecksilber zu Antibiotikaresistenzen führen kann, einem immer stärker anwachsenden Problem in der heutigen Medizin [3]. Das Quecksil- berproblem, soviel ist jetzt schon klar, ist äußerst komplex und weit reichend, viele Aspekte können hier nur angerissen, andere müssen aus Platz- gründen gänzlich weggelassen werden, da der Fo- kus dieses Beitrags ein anderer ist. Eine gute Ü- bersicht zum Stand der Erkenntnis wird in den Air Quality Guidelines der WHO gegeben [4].

Quecksilber in Umwelt und Körper Laut Trinkwasserverordnung darf ein Liter Lei- tungswasser in Deutschland bis zu 1 Mikrogramm Quecksilber enthalten. Ein millionstel Gramm klingt nach sehr wenig, fast unbedeutend. Diese Menge ist so gering, dass man sich kaum vorstel- len kann, dass davon eine Wirkung ausgehen soll. Allerdings gibt es durchaus Substanzen, die in derartig niedrigen Mengen schon erhebliche Effek- te hervorrufen. Um die Mengenangabe bezogen auf Quecksilber etwas griffiger zu machen, soll eine stöchiometrische Betrachtung erfolgen: Die Atommasse von Quecksilber beträgt 200,59 U, somit wiegt ein Mol Quecksilber 200,59 Gramm. Ein Mol eines Stoffes enthält 6,023 x 10h 23 Atome, damit enthält ein Gramm Quecksilber 3,00 x 10 21 Atome. Kennt man die Anzahl der Körperzellen, lässt sich leicht berechnen, wieviel Quecksilber- atome auf jede Körperzelle kommen. Diese relati- ve Maßangabe soll ppc (parts per cell, Teilchen pro Zelle) genannt werden. Der menschliche Kör- per besteht laut Schätzungen aus bis zu 100 Billi- onen Zellen (= 1 x 10 14 ), somit entspricht ein Mik- rogramm Hg dem stattlichen Wert von 30 ppc. Ein Liter Trinkwasser enthält so viel Quecksilber, dass auf jede einzelne Körperzelle 30 Quecksilberato- me kommen. Die Tabelle 1 zeigt weitere Beispiele anhand existierender Grenzwerte auf. Aus der Nahrung wird ca. 10-mal soviel Quecksilber auf- genommen, wie in der Tabelle angegeben, davon werden jedoch 90% nicht absorbiert. Da in Europa selbst die Luft stark quecksilberhaltig ist, muss man davon ausgehen, dass der moderne Mensch in Städten allein durch das Atmen pro Tag bis zu 320 Nanogramm metallischen Quecksilberdampf aufnimmt, dies entspricht einer Konzentration von etwa 10 ppc. Jede einzelne Impfdosis führte bis zum Jahr 2000 zu einem Quecksilbereintrag in der Größenordnung von 50 Mikrogramm, das ent- spricht immerhin ca. 1500 Quecksilberatomen pro Körperzelle, wobei das Verhältnis beim Säugling aufgrund der geringen Körpermasse noch wesent-

Säugling aufgrund der geringen Körpermasse noch wesent- Fußnote zu [4]: Im Internet sind zwei Dokumente des

Fußnote zu [4]: Im Internet sind zwei Dokumente des gleichen Kapitels verfügbar, die sich im Umfang jedoch erheblich unterscheiden. Lädt man sich die Air Quality Guidelines komplett als PDF herunter, so ist das Kapitel zu Quecksilber nur 5 Seiten lang, das ergiebigere Dokument erhält man, wenn man sich das gleich benannte Kapitel 6.9 von folgender Adresse herunterlädt: www.euro.who.int/document/aiq/6_9mercury.pdf. Erstaunlich, hier ist das Kapitel ganze 15 Seiten lang!

Tabelle 1: Beispiele für Quecksilbereinträge in den Körper unter Berücksichtigung üblicher Vorkom- men bzw. Grenzwerte. Basis für die Berechnung der relativen Konzentration (ppc) ist eine Anzahl von 10 14 Körperzellen.

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lich ungünstiger ausfällt. Mittlerweile haben die meisten Hersteller von Impfstoffen das quecksil- berhaltige Konservierungsmittel Thiomersal aus ihren Produkten verbannt, dennoch sollte man vor einer Impfung prüfen, ob der jeweilige Impfstoff tatsächlich frei von Quecksilber ist. Die WHO geht bei Amalgamträgern von einer täglichen Aufnahme zwischen 3 und 17 Mikrogramm Quecksilberdampf aus, was wiederum 90 bis 500 ppc entspricht. Die höchsten Quecksilbereinträge beobachtet man je- doch bei dem Verzehr von Seefisch, der bis zu ei- nem halben Milligramm pro Kilogramm enthalten darf. Eine 200g-Portion davon führt im schlimmsten Fall also zu einer relativen Konzentration von 3000 Quecksilberatomen pro Körperzelle. Insgesamt ist festzustellen, dass die Quecksilberkonzentrationen in Umwelt und Nahrung stetig zunehmen und damit auch die Belastung des Körpers wächst.

Quantenphysik und Resonanz Jedes Atom ist eine potentielle Lichtquelle, da es Energie aufnehmen kann, die kurze Zeit später in Form von Lichtquanten wieder abgegeben wird (dieser Vorgang wird Fluoreszenz genannt, man macht ihn sich heute bei vielen Lichtquellen zunut- ze, die auf dem Prinzip der Quecksilberdampf-Ent- ladung beruhen, wie z.B. die Energiesparlampe). Die Energie wird von einem Elektron aufgenom- men, das mit einem Schalensprung reagiert, wobei die Energiemenge bestimmt, wie weit es sich nach außen bewegt. Je weiter außen ein Elektron sich befindet, desto leichter kann es im Rahmen einer chemischen Reaktion abgegeben werden. Die auf- genommene Energie kann also entweder als Strahlung genau definierter Wellenlänge wieder abgegeben werden, wenn das Elektron in seinen Grundzustand zurückfällt, oder auch einer chemi- schen Umsetzung dienen, wie dies bei photoche- mischen Reaktionen der Fall ist. Während der An- regungsvorgang dem Alles-oder-Nichts-Prinzip un- terliegt und auch mit Energiebeträgen möglich ist, die größer sind als die genaue erforderliche Men- ge, ist der Abgabevorgang eindeutig, da exakt im- mer derselbe Energiebetrag emittiert wird. Diese Konstanz und Reproduzierbarkeit der elementspe- zifischen Photonenemission ist z.B. die Grundlage der Spektralanalyse, die sich seit der Entdeckung der Flammenfärbung durch Kirchhoff und Bunsen im Jahre 1859 zu einem der wichtigsten Werkzeu- ge moderner Wissenschaft entwickelt hat. Alle chemischen, also auch die biochemischen Reakti- onen, gehen mit dem Austausch von Lichtquanten einher, können also auch als elektromagnetische Resonanzvorgänge verstanden werden. Es muss bei allen stofflichen Abläufen im Körper auch elekt- romagnetische Strahlungseffekte geben, der Vor- gang der Umwandlung von Materie geht immer mit

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photonischer Aktivität einher. Die Biophotonenfor- schung geht davon aus, dass die Regulation der Reaktionsabläufe unter anderem deswegen mög- lich ist, weil die DNS auch als Photonenspeicher dienen kann, also im Reaktionsvorgang freiwer- dende Photonen "zwischenlagert", bis diese Quan- tenenergie in einem der folgenden Reaktions- schritte wieder benötigt wird. Da die meisten bio- chemischen Reaktionsabläufe sich in Form von Kreisprozessen vollziehen, geht damit ein mehr oder weniger periodisches Absorbieren und Emit- tieren von optischen Photonen einher. Jeder bio- chemische Reaktionskreislauf wird von einem ty- pischen Photonenzyklus begleitet. Nur diejenigen Photonen, die dabei "verloren gehen", müssen ersetzt werden, wodurch sich im Idealfall eine sehr günstige Energiebilanz ergibt.

Lebenslichter Die Biophotonenforschung nach Popp geht davon aus, dass eigentlich nur diejenigen Photonen, die den Kreisläufen im Zellinneren verloren gegangen sind, gemessen werden können [5]. Stört man die Zelle durch Zugabe von Substanzen, die einen bestimmten Spektralbereich blockieren, weil sie dort z.B. stark absorbieren können, nimmt die An- zahl messbarer Photonen zu, was durch eine Ent- kopplung der Resonanzvorgänge erklärbar ist. Derartige Substanzen wirken wie Störempfänger und Störsender im Reaktionskreislauf von leben- den Zellen. Prinzipiell kommen hier alle optisch aktiven Stoffe in Frage, so z.B. auch Metallatome. Da sich Metallatome wie kleine Stimmgabeln oder Frequenzquarze verhalten, findet man sie im Kör- per z.B. in Form von Metalloproteinen und Metallo- Enzymen, in denen Eiweiße ein oder mehrere Zen- tren aufweisen, die mit einem Metallion besetzt sind. Diese Metallatome fungieren wie selektive Strahlungsantennen, die bestimmte Spektralberei- che bzw. Mischungen diskreter Spektrallinien ab- sorbieren und die aufgenommene Quantenenergie in das Molekül einspeisen. Wichtige Pigmente der Atmungskette zeigen einen derartigen Aufbau, wie z.B. die Cytochrome oder auch das Hämoglobin, wobei Eisenatome die wichtigste Rolle spielen. Auch die meisten Spurenelemente bekommen einen "Ehrenplatz" in Eiweißkörpern und wirken dort wie sehr präzise Sende-Empfangsstationen für Photonen ganz bestimmter Wellenlängen. Nicht nur die DNS, sondern schon wesentlich ein- fachere und kleinere Komplexmoleküle können die Aufgabe der Photonenabsorption mit anschließen- der Photonenspeicherung erfüllen, wenn sie z.B. über Ringstrukturen oder weitläufige lineare An- ordnungen verfügen. Selbst einzelne Metallatome können Photonen aufnehmen und bei gleicher oder veränderter Wellenlänge wieder abgeben.

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Wenn die aufgenommene Quantenenergie etwas höher ist, als das betreffende Elektron für seinen Schalensprung benötigt, wird die überschüssig aufgenommene Energie in thermische Strahlung verwandelt. Dadurch können Metallatome auch als Frequenztransformatoren fungieren, indem sie Photonen höherer Frequenz einfangen und mir niedrigerer Frequenz wieder abgeben. Wenn diese Photonen Teil eines intrazellulären Photonenzyklus waren, können sie nach einer solchen Begegnung mit einem störenden Metallatom ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr erfüllen, da ihnen dazu ein kleiner Energiebetrag fehlt. Hier zeigt sich eine Gesetzmäßigkeit von Resonanzvorgängen, dass nämlich nur der schnellere Oszillator seinen Impuls an den etwas langsameren Oszillator übertragen kann, aber nicht umgekehrt.

Innere Quecksilberresonanz Wendet man diese Überlegungen auf das Queck- silber im Körper an, so kann man annehmen, dass das Schwermetall z.B. anderen Atomen, die in Ei- weiße eingebaut sind, ihren Platz streitig macht, wodurch ein davon betroffenes Metallo-Enzym vermutlich seine spezifischen Eigenschaften ver- liert. Neben dieser kompetitiven Inaktivierung gan- zer Komplexmoleküle kann es auch zu einer pho- tonischen Entkopplung kommen.

kann es auch zu einer pho- tonischen Entkopplung kommen. Abb. 1: Emissionsspektren von Wasserstoff (H) und

Abb. 1: Emissionsspektren von Wasserstoff (H) und Quecksilber (Hg). Der Bereich im roten Rechteck zeigt zwei wichtige Emissionslinien, die sehr nah beieinander liegen und daher in eine Resonanzbe- ziehung treten können.

Die Abbildung 1 zeigt zwei Elementspektren, das obere Spektrum ist dem Wasserstoff zugeordnet, das untere Spektrum stammt vom Quecksilber. Hier kann man schön erkennen, dass eine Spek- trallinie des Wasserstoffs bei 434 nm liegt, wohin- gegen das Quecksilber eine kräftige Linie bei 436 nm aufweist. Zwischen diesen beiden Elementen kann es somit zu resonatorischen Wechselwirkun- gen und Impulsübertragungen kommen, und zwar in Richtung von Wasserstoff zu Quecksilber, da die Wellenlänge und damit die Quantenenergie beim Wasserstoff-Photon etwas höher ist (434 zu 436 nm). Suchen wir uns einen Ort in der Zelle, an dem Metallo-Enzyme, Wasserstoffatome und Quecksil- beratome zusammentreffen, so werden wir z.B. in den Doppelmembranen der Mitochondrien fündig. Hier gibt es die Cytochrom-c-Oxidase, die eine zentrale Rolle in der Energiegewinnung von Zellen

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spielt, da sie die Reduktion von Sauerstoff zu Wasser (biologische Knallgasreaktion) katalysiert und als Protonen-Transportpumpe in der biologi- schen Membran fungiert. Sie enthält zwei eisena- tomhaltige Häm-Moleküle und eine kupferhaltige Untereinheit. Da metallisches Quecksilber stark lipophile Eigenschaften hat, ist ein Mitochondrium ein anziehender Aufenthaltsort, da es über viel Fett in Form der multipel zu Cristae gefalteten Doppelmembranen verfügt. Da besonders die größeren Mitochondrien in der Peripherie der Zelle gelegen sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Quecksilberatom, das in die Zelle eindiffundiert ist, sich dort erst einmal einlagert. Die Mitochon- drien sind sozusagen Hochsicherheitsbereiche innerhalb der Zellen, da es hier zu starken Strah- lungsphänomenen im Zusammenhang mit der Energiegewinnung kommt. Der Wasserstoff spielt hier eine zentrale Rolle, da er als winziger positi- ver Ladungsträger in Form von Protonen entgegen einem elektrochemischen Gradienten durch Mem- branen hindurchgepumpt wird. Dazu ist elektro- magnetische Strahlungsenergie erforderlich, da dem Atom zuerst das Elektron entfernt werden muss. Die drei Spektrallinien des Wasserstoffs im sichtbaren Bereich entsprechen jeweils verschie- denen Anregungsstufen seines Elektrons, das sich bei Aufnahme eines indigoblauen Lichtquants wei- ter von seinem Proton entfernt als bei Aufnahme eines niedrigenergetischeren roten Lichtquants. Wenn nun ein Elektron aus der "indigoblauen Schale" wieder in seine Ausgangsposition zurück- springt, gibt es ein Photon der Wellenlänge 434 nm ab. Dieses kann das Elektron eines benach- barten Wasserstoffatoms zu einem Schalensprung befähigen, da es über die exakt nötige Energie verfügt. Wenn sich hier allerdings ein Quecksilber- atom dazwischengeschaltet hat, ist die Energie schließlich zu niedrig, da die Wellenlänge nur noch 436 nm beträgt. Quantentheoretisch betrachtet müsste Quecksilber die Energieproduktion in Mit- ochondrien wie auch die Photosynthese also stö- ren, was auch tatsächlich der Fall ist [6]. Da es sich dabei um einen quantenbiologischen Strah- lungsvorgang und nicht um eine rein biochemi- schen Reaktion handelt, darf man hier keine linea- re Dosis-Wirkungsbeziehung erwarten.

Photochemie des Quecksilbers Seit dem Altertum ist bekannt, dass Quecksilber- verbindungen lichtempfindlich sind: Schon Vitruv und Plinius d. Ä. beschrieben die Schwärzung des roten kristallinischen Zinnobers im Licht und war- nen vor der Verwendung dieses Farbstoffes zum Bemalen von Gegenständen oder Wänden, die der direkten Wirkung des Sonnenlichtes preisge- geben werden. Aber nicht nur Zinnober, sondern

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praktisch alle Quecksilberverbindungen sind licht- empfindlich [7], so z.B. auch die anorganischen Quecksilbersalze, das in den Erythrozyten aus me- tallischem Quecksilber gebildet werden. Da die anorganischen Quecksilberverbindungen nicht gut membrangängig sind, können sie weder die Blut- Hirnschranke noch die Plazenta überwinden. Das Gehirn stellt mit seinem großen Fettanteil, der z.B. für den Aufbau der Myelinscheiden erforderlich ist, ein wichtiges Kompartiment für die Speicherung von Quecksilber dar. Um in die lipophilen Kompar- timente des Körpers zu gelangen, muss Quecksil- ber in einer gut membrangängigen Form vorliegen, entweder als organische Verbindung oder im ele- mentaren Zustand. Licht entsprechender Wellen- länge kann aus anorganischen Quecksilberverbin- dungen über eine photochemische Reduktion ele- mentares Quecksilber freisetzen, das wiederum sehr gut membrangängig ist. Daher muss man photochemische Vorgänge bei der Frage der Ver- teilung von Quecksilberverbindungen im Körper mit einbeziehen, da sie die Ablagerung von Quecksil- ber im ZNS begünstigen können. Auf der Suche nach den Tatorten stellt man fest, dass Licht im Bereich der Haut auf Quecksilberverbindungen treffen kann, die sich in Epidermiszellen sowie in den Haaren verstärkt anreichert. Berichte aus dem 19. Jahrhundert sprechen von einer "besseren Wirkung" von medizinisch verabreichten Quecksil- berdosen im Sonnenlicht [8], was mit einer Erhö- hung der Toxizität gleichzusetzen ist. Es gibt aber zwei "Reaktoren" im Körper, in die sowohl Blut als auch Licht nahezu ungehindert einströmen, näm- lich die Augen. In den sehr gut durchbluteten Ge- fäßen von Netzhaut und Aderhaut kommt das Blut mit dem Licht in Kontakt, das in das Auge fällt.

Äußere Quecksilberresonanz Im Auge können Quecksilberphotonen, die aus künstlichen Lichtquellen stammen, mit Quecksil- beratomen, die im Körper zirkulieren, zusammen- kommen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn man in einen Bildschirm blickt, der mit einer Quecksilberdampf-Hintergrundbeleuchtung ausge- stattet ist. Dies trifft heute für die allermeisten Computer-Flachbildschirme und LCD-Fernsehge- räte zu. Mit dieser Technik wurde ein Spezialfall geschaffen, dass nämlich ein toxisches Element, das, wie wir bereits gesehen haben, grundsätzlich auch im Körper vorkommt, ohne dass wir dies ver- hindern könnten, zusätzlich mit einem Photonen- strom bestrahlt wird, der seinen Ursprung in der Quecksilberdampfentladung hat und somit die Quecksilbersignatur in Form der spezifischen Spektrallinien trägt. Man kann hier völlig zurecht von einem System gestimmter Oszillatoren spre- chen, in dem die Resonanzbedingungen erfüllt

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sind. Der moderne Mensch verbringt immer mehr Zeit vor derartigen Bildschirmen, wodurch die ge- samte Blutmenge über die Augen (je nach Exposi- tionszeit sogar mehrfach am Tag) mit der Queck- silberstrahlung in Kontakt kommt. Dadurch kann es durch Veränderung der Hg-Pharmakokinetik sowohl zu lokalen wie auch systemischen Wirkun- gen kommen. Wenn aus dem Blut im Auge mem- brangängige Quecksilberatome freigesetzt wer- den, können diese sich beispielsweise in den "fet- tigen" Mitochondrien der Photorezeptoren oder des Pigmentepithels einlagern, was zu einer Stö- rung der energieaufwendigen Prozesse im Zu- sammenhang mit dem Sehvorgang selbst oder dem Abtransport von verbrauchten Pigmentschei- ben führen kann. Beide Störungen werden in der Pathophysiologie der Altersbedingten Makulade- generation (AMD) beobachtet, wobei die Makula für degenerative Prozesse besonders anfällig ist, da sie den am stärksten beanspruchten Bereich im Auge repräsentiert, der zudem nur durch Diffusion, nicht aber durch direkte Blutversorgung in den Stoffwechsel eingebunden ist [9]. In dieser Unter- suchung wird auch auf die wichtige Rolle des Al- terspigmentes Lipofuszin hingewiesen, das auf- grund seines optischen Absorptionsspektrums zwischen 430 und 440 nm eine enge Resonanz- beziehung zu schwingendem Quecksilber aufbau- en kann: Quecksilber zeigt seine stärkste Spek- trallinie im sichtbaren Bereich bei 436 nm und liegt damit exakt in der Mitte des Absorptionsspektrums von Lipofuszin. Lipofuszin wird mit zunehmendem Alter in postmitotischen Zellen wie Neuronen, Herzmuskelzellen und auch dem retinalen Pig- mentepithel (RPE) eingelagert. Je stärker die Ein- lagerung wird, desto mehr altert die Zelle und en- zymatisches Potential geht verloren. Daher wird Lipofuszin auch als ein Marker für oxidative Schä- digung von Zellen angesehen. Lipofuszin erzeugt unter Einwirkung von Licht freie Radikale, die die Zelle schädigen und bis hin zur Apoptose führen können. Es wirkt also als Sensibilisator für Licht, der aufgrund seines Absorptionsspektrums beson- ders sensitiv für Teile des Quecksilber-Emissions- spektrums ist. Diesen Sonderfall der äußeren Quecksilberresonanz muss man besonders her- vorheben, da er auch ohne Quecksilberspuren im Körper funktioniert und sich z.B. jedesmal abspielt, wenn man in einen Flachbildschirm blickt oder im Licht von Energiesparlampen liest.

Lichtexpositionsanamnese Eigentlich sollte jeder Therapeut bei seiner Anam- neseerhebung auch nach den Lichtgewohnheiten seiner Patienten fragen, also eine Lichtanamnese erheben, die nicht nur den Umgang mit dem Son- nenlicht, sondern auch mit Kunstlicht umfasst.

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Hier sollte zwischen dem Licht am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld differenziert gefragt werden, damit man abschätzen kann, wie das Verhältnis der Expositionszeiten für Glühlicht und Quecksil- berlicht ist. In den ersten 80 Jahren nach der Erfin- dung der Glühlampe sind praktisch keine oder we- nige Fälle von AMD beschrieben worden [10, 11], hingegen sind in den ersten 50 Jahren des heute flächendeckenden Einsatzes von Quecksilberlicht die Erkrankungszahlen für AMD in die Höhe ge- schnellt. In diesen Zeitraum fällt auch die Einfüh- rung des Fernsehens. Natürlich gehört zu einer vollständigen Kunstlichtanamnese auch die Frage nach dem Umgang mit Fernseher und Computer- bildschirm. Idealerweise differenziert man hier zwi- schen Elektronenröhren-Bildschirmen und moder- nen Flachbildschirmen mit Quecksilberdampf-Hin- tergrundbeleuchtung. Im Normalfall kann man da- von ausgehen, dass die meisten Flachbildschirme Quecksilberstrahlung abgeben, wer es genau wis- sen möchte, kann ein Spektroskop verwenden. Die Abb. 2 zeigt die Fotografie des Quecksilber- Spektrums von einem TFT-Computerbildschirm, wie es sich beim Blick durch ein Taschenspektro- skop darstellt.

es sich beim Blick durch ein Taschenspektro- skop darstellt. Abb. 2: Die farbigen Streifen zeigen das

Abb. 2: Die farbigen Streifen zeigen das Spektrum eines TFT-Bildschirms, der Kaltkathodenröhren als Hintergrundbeleuchtung hat. Dadurch stellt sich das selbe Spektrum dar, das man auch von Ener- giesparlampen und anderen quecksilberhaltigen Lichtquellen kennt. Zum Vergleich ist in Grau ist die spektrale Verteilungskurve einer Energiesparlampe mit 6500 K korrelierter Farbtemperatur überlagert dargestellt.

Da Licht über den retino-hypothalamischen Trakt auch Einfluss auf das Hormonsystem nimmt [12, 13], ist die Kunstlichtanamnese nicht nur im Rah- men von Augenerkrankungen, sondern auch im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Reihe von zivilisationsbedingten Krankheitsbildern sinnvoll. Bei folgenden Krankheitsbildern sollte daher aus Sicht des Autors in jedem Fall eine Kunstlicht-Ex-

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positionsanamnese erhoben werden: Augener- krankungen wie Grauer Star und AMD, Störungen des Hormonsystems, Herz-Kreislauf-Erkrankun- gen, vegetative Störungen, Schlafstörungen, ma- lignes Melanom, Osteoporose, M. Alzheimer und Krebserkrankungen.

Literatur

[1] Daunderer, M. Amalgam. Klinisch-toxikologische Einzel- stoffinformationen; Ecomed: Landsberg/Lech, 1990.

[2] Weiss, B; Stern, S; Cernichiari, E; Gelein, R. Methylmercury contamination of laboratory animal diets. Environmental health perspectives 2005, 113 (9) 1120–1122.

[3] Summers, A O; Wireman, J; Vimy, M J; Lorscheider, F L; Marshall, B; Levy, S B; Bennett, S; Billard, L. Mercury released from dental "silver" fillings provokes an increase in mercury- and antibiotic-resistant bacteria in oral and intestinal floras of primates. Antimicrobial agents and chemotherapy 1993, 37 (4)

825–834.

[4] Theakston, F. Air quality guidelines for Europe, 2. ed.; WHO regional publicationsEuropean series; World Health Organizati- on Regional Office for Europe: Copenhagen, 2000, Vol. 91.

[5] Popp, F-A. Biologie des Lichts: Grundlagen der ultraschwa- chen Zellstrahlung; Parey: Berlin, 1984.

[6] Stratton, G W.; Huber, A L.; Corke, C T. Effect of mercuric ion on the growth, photosynthesis, and nitrogenase activity of Anabaena inaequalis. Applied and environmental microbiology 1979, 38 (3) 537–543.

[7] Plotnikow, J. Allgemeine Photochemie: Ein Hand- und Lehr- buch für Studium und Forschung, Zweite Auflage; Walter de Gruyter & Co.: Berlin und Leipzig, 1936.

[8] Neuberg, C. Beziehungen des Lebens zum Licht; Allgemei- ne Medizinische Verlagsanstalt: Berlin, 1913.

[9] Algvere, P V; Marshall, J; Seregard, S. Age-related maculo- pathy and the impact of blue light hazard. Acta ophthalmologica Scandinavica 2006, 84 (1) 4–15.

[10] Schieck, F. Grundriss der Augenheilkunde für Studierende, 4. Aufl.; Julius Springer: Berlin, 1930.

[11] Engelking, E. Grundriss der Augenheilkunde für Studieren- de, 12. Aufl.; Springer: Berlin, Göttingen, Heidelberg, 1955.

[12] Wunsch, A. Kunstlicht und Gesundheit: Ein medizinisches Plädoyer für die Glühlampe. Erfahrungsheilkunde 2007, 56, 348–354.

[13] Wunsch, A. Kunstlicht und Sehen: Stress für das Auge durch moderne Lichtquellen. Erfahrungsheilkunde 2007, 56, 734–739.

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