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Sonderdruck aus

Herodot
und das Persische Weltreich
Herodotus
and the Persian Empire
Akten des 3. Internationalen Kolloquiums zum Thema
»Vorderasien im Spannungsfeld
klassischer und altorientalischer Überlieferungen«
Innsbruck, 24.–28. November 2008

Herausgegeben von / Edited by


Robert Rollinger, Brigitte Truschnegg,
Reinhold Bichler

2011
Harrassowitz Verlag . Wiesbaden
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft*

Günter Vittmann, Würzburg

Absicht dieses Beitrags ist es, einen soweit wie möglich chronologisch geordneten Über-
blick über die ägyptischen Quellen zur Perserherrschaft in Ägypten und über den aktuellen
Stand der Forschung aus der Sicht des Ägyptologen zu geben.1 Im Mittelpunkt stehen die
hieroglyphischen Quellen; das umfangreiche demotische Material konnte aus Raumgründen
nur zum Teil berücksichtigt werden. Vereinzelt wurden auch aramäische Dokumente
herangezogen.2

I. Elementare Probleme
Zu Beginn sind einige elementare Probleme zu besprechen, mit denen der Forschende kon-
frontiert wird, wenn er seine Quellen nach direkten oder indirekten Informationen über die
Perserzeit abfragen will.

1) Generelle Datierungsprobleme
Das erste häufige Grundproblem betrifft schlicht und einfach die Datierung: Fehlt die
namentliche Nennung eines Herrschers oder einer Person mit iranischem Namen3 oder
Titel, oder fehlen eindeutige ikonographische Elemente, die auf die Achämenidenzeit
weisen, ist eine Datierung nur auf Umwegen möglich und oft dementsprechend hypothe-
tisch.4
Während demotische Rechtsurkunden auf Papyrus standardmäßig Herrscher und
Regierungsjahr nennen und Tempelreliefs immer wieder den Pharao mit Namensbeischrift
opfernd vor den Göttern zeigen, ist die Situation mit Objekten von und für Privatpersonen
(Priestern, Beamten) wie Särgen, Totenstelen, Statuen und Statuetten besonders kompli-
ziert: Könige werden hier nur selten genannt, und Datierungsversuche auf stilistischer oder
epigraphischer Grundlage sind oft problematisch.

*
Ich danke den Herausgebern dafür, daß sie diesen Beitrag trotz seiner Länge für die Veröffentlichung
angenommen haben.
1 Eine inzwischen natürlich ergänzungsbedürftige Quellenübersicht gab Bresciani 1958; vgl. jetzt auch
die „monspaet“-Datenbank (http://www2.ivv1.uni-muenster.de/litw3/Aegyptologie/index03.htm) sowie
die „Trismegistos“-Datenbanken (http://www.trismegistos.org/index2.php). Während sich erstere eher
für die Suche nach hieroglyphischem epigraphischem Material eignet, ist die zweite für die Suche nach
demotischem und – in geringerem Maße – aramäischem Material nützlich.
2 Für die aramäischen Dokumente aus Ägypten vgl. zusammenfassend Vittmann 2003, 84–119 und die
dort 297 genannte Literatur.
3 Das Vorkommen eines iranischen Namens (vgl. Tavernier 2007) weist zwar meistens, aber nicht in
jedem Fall automatisch auf eine Datierung der betreffenden Quelle bzw. der mit diesem Namen
benannten Person in die Achämenidenzeit.
4 Zum Folgenden vgl. Vittmann 2009.
374 Günter Vittmann

Im großen und ganzen stehen wir folgendem Befund gegenüber: Einerseits gibt es eine
große Anzahl beschrifteter Objekte, die in der Literatur pauschal und großzügig in die
Spätzeit datiert werden, etwa nach dem Schema „26.–30. Dynastie“, oft noch weiter gefaßt,
so daß fast das ganze erste vorchristliche Jahrtausend den zeitlichen Rahmen abgibt.
Andererseits geht man aus verschiedenen guten Gründen davon aus, daß die Produktion an
Särgen, Totenstelen und Statuen während der Perserzeit stark eingeschränkt war bzw. teil-
weise überhaupt zum Stillstand gekommen war. So sehr diese Beobachtung in den großen
Zügen auch sicherlich zutrifft, so vorsichtig muß man im Einzelfall sein, um nicht mit der
Argumentation in einen circulus vitiosus zu geraten. Mit anderen Worten: Es ist oft nicht
sicher zu entscheiden, ob ein für Priestertum oder Zivilverwaltung relevantes Denkmal
noch in die 26. Dynastie oder bereits in die 27., also die Zeit der ersten Perserherrschaft,
datiert. In diesem Beitrag werden wir uns bewußt auf Quellen konzentrieren, bei denen
entweder die Datierung in die Perserzeit oder aber die rückblickende Bezugnahme auf diese
Epoche sicher ist.

2) Ägyptische Vorstellung von Weltordnung und Königtum


Ein zweites Problem liegt in den Eigenarten ägyptischer Weltanschauung, Königsideologie
und Geschichtsschreibung begründet. Wie bekannt, wurde Kambyses von dem Ägypter
Udjahorresnet unmittelbar nach der Eroberung nominell in die traditionelle Rolle eines
ägyptischen Pharaos eingeführt: Eine der wesentlichen Funktionen des Pharaos war von
jeher, den Kult für die Götter zu vollziehen, um dadurch die Weltordnung (Maat) instand-
zuhalten.5 Offizielle Inschriften und Bilddarstellungen fügen sich grundsätzlich in dieses
Konzept, und zumal für den regierenden Pharao – in bezug auf frühere Herrscher stellt sich
die Situation etwas anders dar – gilt unbedingt: Nicht maatgemäßes Verhalten wird tot-
geschwiegen. Undenkbar also, daß zeitgenössische ägyptische Quellen eventuelle Zer-
störungen von Heiligtümern durch die Perser schildern!
Man argumentiert in der neueren Forschung gern damit, daß die dem Kambyses von den
antiken Autoren zugeschriebenen Greueltaten antipersische Propaganda oder zumindest
stark übertrieben seien, da die ägyptischen Quellen kaum entsprechende Hinweise erkennen
lassen.6 Was etwa den angeblichen Apismord des Kambyses betrifft, wird regelmäßig
darauf hingewiesen, daß ein Apisstier nachweislich im Auftrag des Kambyses beigesetzt
wurde und die Denkmäler keinerlei Anhaltspunkt für die besagte Freveltat bieten. In den
letzten Jahren ist jedoch wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß diese Argu-
mentation zu kurz greift. So hat Jansen-Winkeln 2002 in einem wichtigen Beitrag die
Quellen zur Eroberung Ägyptens durch Kambyses auf ihre historische Aussagekraft hin
untersucht und dabei unter anderem Folgendes klargestellt:
– Die Überlieferung über den Apismord läßt sich durch ägyptische Quellen zwar nicht
beweisen, aber auch keinesfalls widerlegen.

5 Vgl. zu den Aufgaben des Königs Assmann 1995, 203–212.


6 Vgl. die kritische Zusammenfassung der verschiedenen Positionen bei Vittmann 2003, 125–126. Zu
Kambyses vgl. auch Kahn 2007. Aufrère 2005 war mir leider nicht zugänglich.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 375

– Selbst die berühmte Inschrift des Udjahorresnet, eines hohen Funktionärs unter den
letzten Saitenherrschern, der sofort mit den Persern zusammenarbeitete und, wie Jansen-
Winkeln es formuliert, „jedes Interesse daran haben (mußte), K. und die Perser nicht als
grausame Okkupanten darzustellen“, verschweigt nicht das schlimme „Wüten“ (nSnj),
das das Land im Zuge der persischen Invasion heimsuchte.7
– In dem berühmten Bagoasbrief8 ist davon die Rede, daß unter Kambyses ägyptische
Tempel geschädigt wurden, der Jahu-Tempel von Elephantine aber nicht. Wie Jansen-
Winkeln9 bemerkt, war ein offizielles Schreiben an die persischen Behörden nicht der
Ort, den Persern Taten zu unterstellen, die sie nicht begangen hatten.
Es steht außer Zweifel, daß die restriktiven Verfügungen Kambyses’ gegenüber den ägypti-
schen Heiligtümern, wie sie in ptolemäischer Zeit auf dem Verso der sog. Demotischen
Chronik überliefert wurden, auf Tatsachen beruhen, die dazu beitrugen, sein Ansehen in
priesterlichen Kreisen nachhaltig in Mißkredit zu bringen.10 Nun ist neuerdings argumen-
tiert worden, daß diese Maßnahmen dem Wortlaut des Kambysesdekrets zufolge lediglich
Güter betrafen, die sich die Tempel leicht selbst beschaffen konnten, nicht aber die traditio-
nell übliche Lieferung kostbarer Materialien durch den König; diesbezüglich vermeldet das
Dokument nämlich keine Einschränkungen.11 Aus den obenerwähnten Gründen – insbeson-
dere also wegen der Zwänge ägyptischer Vorstellungen von Königtum und Weltordnung –
sind aber in zeitgenössischen ägyptischen Dokumenten kaum12 explizite Angaben über
einschneidende, von der einheimischen Elite als negativ empfundene Veränderungen zu
erwarten. Daraus, daß in den unteren(!) Priesterrängen regional, soweit wir dazu überhaupt
Quellen besitzen, eine gewisse Kontinuität festzustellen ist – wir werden darauf noch zu
sprechen kommen –, läßt sich jedenfalls kein Argument gegen Maßnahmen der Perser zu
Ungunsten von Tempeln, Priestern und Beamten ableiten.
Ganz allgemein ist auch festzuhalten, daß Versuche, aus Floskeln und stereotypen
Wendungen und schon aus der Textauswahl das individuelle Verhältnis zum Königtum (in
der Perserzeit ebenso wie in anderen Phasen der Spätzeit) im Sinne von Akzeptanz oder
Ablehnung ablesen zu können, äußerst bedenklich sind.13

7 Jansen-Winkeln 2002, 312. Vgl. zu dieser Inschrift hier weiter unten.


8 Genauer: in den beiden Entwürfen des Schreibens an Bagavahya, den persischen Gouverneur von Juda;
vgl. Porten 1996, 142 (B19, Zeile 14) und – schlechter erhalten – 146 (B20, Zeile 13).
9 Jansen-Winkeln 2002, 316.
10 Vgl. etwa Devauchelle 1995a; Cruz-Uribe 2003; Agut-Labordère 2005 und 2005(a); Menu 2008, 145–
146 Anmerkung 4.
11 Vgl. hierzu Agut-Labordère 2005(a), der für Lieferungen von Rohstoffen und Mineralien den großen
Papyrus Harris aus der 20. Dynastie heranzieht.
12 Ausnahmen gibt es freilich, wie z.B. die Udjahorresnet-Inschrift, die von den Mißständen zu Beginn der
persischen Eroberung spricht (siehe unten).
13 Einen derartigen Versuch unternahm Rößler-Köhler 1991; vgl. hierzu die im Literaturverzeichnis
angegebenen Besprechungen.
376 Günter Vittmann

3) Beurteilung der „Kollaborateure“


Bei den Ägyptern, die mit den persischen Besatzern – allen voran dem berühmten
Udjahorresnet – zusammengearbeitet haben, spricht man gern von Kollaborateuren, was
nach heutigem Sprachgebrauch eine deutlich negative Wertung in sich schließt. Werner
Huß, der dem Thema einen eigenen Beitrag gewidmet hat, zitiert folgende Definition:
„Kollaboration, freiwillige, gegen die Interessen der eigenen Nation gerichtete Zusam-
menarbeit mit dem [das Land besetzt haltenden] Feind.“14
Nun sind Begriffe wie „Nation“ oder gar „Nationalismus“ auf die Verhältnisse im alten
Ägypten nur – wenn überhaupt – sehr eingeschränkt und dann mit größter Vorsicht
anwendbar. Einerseits war das Gefühl der eigenen kulturellen Überlegenheit gegenüber
anderen Völkern in Ägypten wie anderswo seit jeher fest verwurzelt, andererseits reduzierte
sich die „Fremdheit“ des Nichtägypters für den Ägypter, soweit wir sehen, in dem Maße,
als der Fremde die ägyptische Kultur assimilierte bzw., wenn er sich in der Position des
Herrschenden befand, sich maatgemäß verhielt. Wer die traditionelle Rolle eines Pharaos
übernahm und sich entsprechend verhielt, wurde akzeptiert und nicht mehr als „Fremder“
diskreditiert. Kambyses und Dareios haben sich natürlich nicht an die ägyptische Kultur
assimiliert, aber sie legten eben doch Wert darauf, als Pharaonen anerkannt zu werden.
Es besteht wohl kein Zweifel daran, daß die Perser ab einem bestimmten Zeitpunkt eher
mit feindlichen Augen betrachtet wurden, und Kambyses infolge seines harten Durchgrei-
fens vermutlich schon recht bald. Es ist aber fraglich, ob Männer wie Udjahorresnet oder
Ptahhotep von ihren Zeitgenossen als „Kollaborateure“ im Sinne der von Huß zitierten
Definition angesehen wurden. Ganz abgesehen davon, daß wir nicht wissen, ob die den
Achämeniden geleisteten Dienste wirklich immer freiwillig erfolgten, ließe sich im Falle
des Udjahorresnet sagen, daß seine Verbindungen mit dem Perserkönig aus ägyptischer
Perspektive dem Land eben gerade nicht zum Nachteil, sondern vielmehr zum Segen gerei-
chen sollten (siehe unten II.1; II.2.d.A).
Der Begriff „Kollaborateur“ sollte mithin, wenn überhaupt, nur mit Anführungszeichen
benutzt werden.

II. Datierte und datierbare Quellen der Ersten Perserzeit (525–404/401)


Wenn es, wie erwähnt, oft schwierig genug ist, zu entscheiden, ob ein bestimmtes Denkmal
überhaupt in die Perserzeit und nicht in eine frühere oder gegebenenfalls auch spätere
Epoche gehört, ist es dann nicht erst recht unmöglich, genauere Datierungen innerhalb der
rund 120 Jahre währenden Ersten Perserzeit vorzunehmen? Kann man aus den ägyptischen
Quellen heraus die drei Anfangsjahre unter Kambyses gegen die lange Regierungszeit des
Dareios abgrenzen? Und wie steht es um die späteren Herrscher des 5. Jahrhunderts?
Die Antwort ist ebenso einfach wie trivial: Eine pauschale Zuweisung zu einer
bestimmten Regierungszeit ist logischerweise am ehesten dann möglich, wenn der Name
eines identifizierbaren Herrschers genannt ist oder ein undatiertes Zeugnis aus prosopo-
graphischen Gründen mit einem datierten verknüpft werden kann. Schwierig kann es mit-
unter bei Herrschern gleichen Namens werden. Erwähnungen von „Dareios“ beziehen zwar
zu allermeist auf den ersten, gelegentlich aber auch auf den zweiten oder – zumindest bei

14 Huß 1997; er gibt 131 das Zitat nach Meyers Enzyklopädischem Lexikon, XIV (Auflage 1980)
s.v. Kollaboration.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 377

demotischen Urkunden tatsächlich nachweisbar – auf den dritten, und bisweilen ist eine
sichere Entscheidung nicht ohne weiteres möglich. Ähnliches gilt für Artaxerxes.

1) Kambyses (525–522)
Im Falle des Kambyses sind wir in Anbetracht seiner kurzen Regierungszeit in Ägypten
über jede explizite, kontextualisierbare Erwähnung froh. Von den eingangs schon
genannten Quellen (Apisstele, dazu Apissarkophag; Udjahorresnet-Inschrift, Bagoasbrief;
Kambysesdekret in ptolemäischer Überlieferung)15 ist zweifellos die „Autobiographie“16
des Udjahorresnet (WD#-Hr-rsnt),17 eines Mitarbeiters der ersten Stunde, die informativste;
es wird darin konkret Folgendes berichtet:

a. Kambyses ( kmbjTt18) kam mit seinem aus „Ausländern aus allen


19
Fremdländern“ (X#stjw n X#st nb, Zeile 11) bestehenden Heer nach Ägypten und ergriff
als „großer Herrscher von Ägypten“ (Hq# o# n Kmt) und „großer Fürst aller Fremd-
länder“ (wr o# n X#st nb, Zeile 11 und 12; umschreibende Ausdrücke dieser Art werden
gerne für Fremdherrscher gebraucht) die Herrschaft. Psammetich III., der ephemere
letzte Pharao der 26. Dynastie, wird nur als ehemaliger Dienstherr des Udjahorresnet
nach Amasis genannt (Zeile 10).
b. Der König ernannte Udjahorresnet zum Oberarzt (wr swnw(w)) – man weiß, wie sehr
die Perser ägyptische und griechische Ärzte schätzten20 – und ließ ihn als „Freund“
(smHr) und „Direktor des Palastes“ (Xrp oH) an seinem Hofe leben (Zeile 12–13; beides
sind übrigens traditionelle ägyptische Hofrangtitel21). Hier erfahren wir zum ersten Mal
indirekt etwas über Eingriffe der neuen Herren in die Verwaltung des Landes.

15 Die letzte Übersicht bei Blöbaum 2006, 344 nennt lediglich vier zeitgenössische hieroglyphische
Quellen (die Apisstele, den Apissarkophag und zwei Siegel in Moskau).
16 In Anführungszeichen im Hinblick auf die Problematik der in der Ägyptologie konventionell
gebrauchten Begriffe „Biographie“ und „Autobiographie“.
17 Posener 1936, 1–26 (hieroglyphischer Text in Typendruck mit Übersetzung und Kommentar). Die
Inschrift ist oft übersetzt und kommentiert worden, z.B. von Lichtheim 1980, 36–44. Einige weitere
Übersetzungen werden bei Vittmann 2003, 268 Anmerkung 7 genannt. Zur Rekonstruktion der Reihen-
folge der Textabschnitte vgl. Baines 1996. Die Datenbank „Aigyptos“ (http://www.aigyptos.uni-
muenchen.de) führt unter dem Schlagwort „Udjahorresnet“ 35 Einträge auf (letzter Zugriff Mai 2011).
Vgl. auch Menu 2008, 149–155; Kuhrt 2010, 117–122.
18 Diese in zeitgenössischen Denkmälern üblichste Form des Namens ist insofern eigenartig, als das
„Schilfblatt“ (j) keine normale Andeutung für das u im originalen Kambü/újiya ist (als mater lectionis
hierfür sollte w gebraucht werden wie auf den Moskauer Siegeln, siehe unten). Dagegen erklärt sich das
auf den ersten Blick befremdliche auslautende Tt als Gruppenschreibung T.t zur Wiedergabe von altpers.
-ji (ägyptische Aussprache etwa [þi]; die Femininendung.t hatte sich in der Aussprache längst zu [-i]
bzw. [-e] entwickelt).
19 Bzw. X#swt „Fremdländer“, da geschrieben ist, was aber jedenfalls im Sinne von „Ausländer“
gemeint ist.
20 Vgl. hier weiter unten zu Udjahorresnet unter Dareios I. sowie Burkard 1994; Tuplin 2004; Vittmann
2006, 143–147.
21 smHr (falls diese neue Lesung statt des bisher allgemein üblichen smr richtig ist) ist seit jeher äußerst
verbreitet, vor allem in der Form smHr wotj „einziger Freund (des Königs)“; zur Wiederbelebung von
Xrp oH in der Spätzeit vgl. De Meulenaere 1991, 251.
378 Günter Vittmann

Udjahorresnet war nämlich unter Amasis und Psammetich III., wie die Inschrift in Zeile
9–10 ausdrücklich angibt, „Vorsteher der königlichen kbnt-Schiffe“ (jmj-r# kbn(w)t-
nsw) gewesen. Noch nicht ganz geklärt ist dabei, ob es sich dabei um eine militärische
Funktion handelt („Admiral der königlichen Marine“)22 oder eher eine zivile, die
Kontrolle des Seehandels betreffende. Während man früher die erste Alternative
bevorzugte, tendiert man jetzt eher zur zweiten.23 Unter dem neuen Regime verlor
Udjahorresnet diese Position anscheinend. Ob das auch für die Titel eines „Vorstehers
der Schreiber im Tribunal“ (sHD sS(w) m D#D#t) und „Vorstehers der Schreibers der gro-
ßen Absperrung (d.h. etwa: des großen Arbeitslagers)“ (jmj-r# sS(w) Xnt wr) gilt, ist
nicht ganz klar, zumal es diese und ähnliche Titel in der Perserzeit, und zwar bei Leuten
mit ägyptischen Namen, durchaus noch gibt.24
c. Udjahorresnet entwarf für den Perserkönig eine ägyptische Königstitulatur (nXb, Zeile
13). Ein ägyptischer König hatte ja außer seinem Geburtsnamen, unter dem er heutzu-
tage in den Geschichtsdarstellungen geführt wird (gegebenenfalls mit einer von den
Ägyptern selbst natürlich nicht benutzten Numerierung wie etwa „Ramses XI.“ oder
„Psammetich III.“), noch eine Reihe anderer Königsnamen, insgesamt fünf, von denen
am wichtigsten der ebenfalls in eine Kartusche geschriebene Thronname sowie der sog.
Horusname waren.25 Während die kursivschriftlichen Verwaltungsdokumente der Spät-
zeit ausschließlich den Geburtsnamen des Königs gebrauchen,26 nennen hieroglyphische
Monumentalinschriften oft auch den Thron-, seltener den Horusnamen. Kambyses
erhielt nun den bisher von keinem Herrscher geführten Thronnamen Mstjw-Ro „Abbild
des Re“ (Zusammensetzung mit „Re“ sind für Thronnamen seit der 5. Dynastie allge-
mein verbindlich) sowie den – von Udjahorresnet nicht erwähnten, aber anderweitig
bezeugten – programmatischen Horusnamen cm#-t#wj „Vereiniger der beiden Länder“,
den in der Vergangenheit schon andere Könige getragen hatten, vor allem Mentuhotep
II., der die territoriale Einheit Ägyptens in der 11. Dynastie wiederherstellte, und zuletzt
der kuschitische Eroberer Pianchi.27

22 So die verbreitetste Ansicht; vgl. Posener 1936, 9 (e) (bezeichnet die kbnt-Schiffe als „bâtiments de
guerre“); Lloyd 1982, 168–169; Chevereau 1985, 324–325. Der Terminus kbnt kommt übrigens, was in
den einschlägigen Studien anscheinend nicht bemerkt wurde, nach Känel 1980, 44 auch in der Inschrift
des Wn-nfr vor; vgl. zu diesem Zeitgenossen der Zweiten Perserzeit unten III.2.d.
23 Vgl. Darnell 1992 (generell zu den kbnt-Schiffen in der Spätzeit in Auseinandersetzung mit A. Lloyd);
Cruz-Uribe 2003, 14–15. Zu den kbnt-Schiffen in früherer Zeit vgl. Bradbury 1996.
24 Posener 1936, 9–10 (f) nahm an, daß Udjahorresnet diese beiden Ämter unter den Persern ebenfalls
verlor, da sie in den Inschriften des Naophors später nicht mehr genannt werden. Zu den Titeln vgl.
Posener 1936, 8–9 (d–e) und Perdu 1998 (mir scheint die von ihm vorgenommene fundamentale Schei-
dung zwischen sHD sS(w) m D#D#t und sHD sS(w n) D#D#t zweifelhaft. Perdu beschäftigt sich nur mit der
letzteren Form; der „Kollaborateur“ Udjahorresnet wird von ihm konsequenterweise überhaupt nicht
berücksichtigt, denn der von ihm 179 behandelte Träger dieses Namens ist ja eine andere Person).
25 Zu Geschichte und Bedeutung der ägyptischen Königstitulatur vgl. Beckerath 1999, 1–29.
26 Dies ist, nebenbei bemerkt, ein markanter Unterschied zum Brauch im kaiserlichen China sowie in
Japan, wo nie nach dem persönlichen Namen, sondern nach der Regierungsdevise des Herrschers datiert
wurde bzw. – im Falle Japans – immer noch wird (was auch für Fremdherrscher wie Mongolen und
Mandschu galt).
27 Vgl. Serrano Delgado 2001, 176–179; Serrano Delgado 2004, 36–38.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 379

d. Udjahorresnet unterrichtete Kambyses über die religiöse Bedeutung von Sais, der
Hauptkultstätte der Neith – und Heimat des gestürzten Herrscherhauses28 – und seiner
Heiligtümer (Zeile 13–15).29 Im Zusammenhang damit bat er Kambyses, all die Frem-
den (X#stjw), die sich im Tempelbezirk der Neith niedergelassen hatten, zu vertreiben
(Zeile 16–19), was der Herrscher dann auch tat, indem er „alle ihre Häuser und alle ihre
Unreinheiten, die in diesem Tempel waren, beseitigte“ (Xm prw=sn nb sDb(w)=sn nb ntt
m Hwt-nTr tn) und die heilige Stätte „reinigen“ (swob) ließ und den ursprünglichen
Zustand, auch hinsichtlich des zugehörigen Personals sowie der Durchführung von
Festen und Prozessionen, wiederherstellte (Zeile 19–23). Weitere nützliche Handlungen
(#Xw) des Königs für den Kult werden in Zeile 29 erwähnt.
e. Der König persönlich begab sich in den Tempel der Neith, wo er der Göttin durch
Proskynesis (dhn t#) seine Verehrung bezeugte, „wie es (noch) jeder König getan hatte“
(mj jr.n nsw nb), und brachte ihr ein „großes Opfer an allen guten Dingen“ dar, „wie es
(noch) jeder treffliche30 König getan hatte“ (mj jr.n nsw nb mnX Zeile 25–26), da – wie
der Verfasser der Inschrift wiederum versichert – „ich seine Majestät die Größe ihrer
Majestät (der Neith) erkennen ließ“ (rdj.n(=j) sj# Hm=f wr n Hm=s Zeile 26).
f. Auf Befehl des Königs reorganisierte Udjahorresnet die Opferstiftung für Neith (Zeile
31–32).
g. Udjahorresnet stellt heraus, daß er die Menschen seiner Stadt (d.h. Sais) „aus einem sehr
großen Wüten (nSnj o# wr), das im ganzen Land entstand, desgleichen es in diesem Land
(noch) nie gegeben hatte, errettete“ (Zeile 33–34). Von den chaotischen Zuständen, die
zu Beginn der persischen Eroberung herrschten, ist noch ein zweites Mal die Rede,
zunächst aber sagt Udjahorresnet, er habe seine Angehörigen auf königlichen Befehl ins
Priesteramt (j#w(t) Hm-nTr) eingesetzt31 und mit Land ausgestattet (Zeile 38). Diese
Angabe ist auch insofern von Interesse, als zwar für den Vater priesterliche Titel ange-
geben werden,32 nicht aber für Udjahorresnet selbst, auch nicht in den Inschriften aus
seinem Grab (siehe unten).
Sodann spricht er in konventionellen Phrasen von seiner Fürsorge für Toten und Lebende,
der Schluß läßt aber wiederum aufhorchen: Er tat dies, „als ein Wüten in diesem Gau
entstand mitten unter dem sehr großen Wüten, das im ganzen Land entstand“ (js nSnj Xpr m
sp#t tn m-m nSnj o# wr Xpr m t# r-Dr=f, Zeile 40–41).

28 Was freilich nicht im Text steht.


29 Zu Sais vgl. El-Sayed 1975.
30 Das hier gebrauchte Wort mnX bedeutet „trefflich“, „wirksam“; es entspricht aber auch (z.B. im
Kultnamen Ptolemaios’ III.) griechischem İÞİȡȖñIJȘȢ.
31 Vgl. Papyrus Rylands 9, VII 11 „Er machte seine Kinder zu Wab-Priestern des Amun“ (die Handlung
spielt in der Zeit Psammetichs I. in der frühen 26. Dynastie); Vittmann 1998, 136–137 und 418.
32 Xrp-Hwwt Hrj-P rnp Hpt-wD#t Hm-nTr Nt Xnt c#w (Zeile 10); vgl. zu diesen Titeln Posener 1936, 10 (g-j).
380 Günter Vittmann

Das Grab des Udjahorresnet wurde von 1980–1993 von einer tschechischen Mission in
Abusir freigelegt,33 an den nahegelegenen Gräbern anderer Würdenträger aus der Zeit des
Überganges von der 26. zur 27. Dynastie wird noch gearbeitet.34 Das Grab enthält keinerlei
„autobiographische“ Inschriften und auch keine über das bisher Bekannte35 hinausgehenden
genealogischen Informationen. An Titeln werden in der Grabkammer sowie auf dem Sarko-
phag unter anderem wr-swnw(w) n Cmo MHw „Oberarzt von Ober- und Unterägypten“, jmj-
r# kbnwt nsw, jmj-r# sS(w) Xnt-wr (siehe oben) sowie interessanterweise jmj-r# X#swt H#(w)-
nbw, sinngemäß „Vorsteher der ausländischen Söldner“ angegeben.36 Mit Ausnahme der
ärztlichen, von Kambyses bestätigten Funktion hatte Udjahorresnet seine administrativen
und militärischen Funktionen unter den Persern wohl aufgeben müssen. Da hier aber,
anders als auf dem Naophor im Vatikan, keine „autobiographische“ Schilderung vorliegt,
sondern einfach eine Aneinanderreihung von Titeln, die auch Überholtes enthalten kann37,
wird dadurch über die reale Position des Udjahorresnet unter den Persern nichts ausgesagt.
Ganz abgesehen davon können die betreffenden Inschriften ohne weiteres noch am Ende
der 26. Dynastie angefertigt worden sein, denn eine Grabdekoration konnte längere Zeit in
Anspruch nehmen.
Auf den sechs aufgefundenen Uschebtis wird lediglich der Titel wr-swnw(w) „Oberarzt“
angegeben:38 Hier war strikte Beschränkung wegen Platzknappheit erforderlich; vielleicht
wurden die Uschebtis auch erst zum Zeitpunkt von Tod und Begräbnis hergestellt, so daß
der aktuelle und von den Persern anerkannte Titel ausgewählt werden mußte.
Es sei auch daran erinnert, daß Udjahorresnet von einer späteren, fragmentarisch erhal-
tenen und schwer lesbaren Inschrift aus Memphis bekannt ist, die der Priester Minirdis auf
einer Statue anbringen ließ, die die zerstörte Statue des Udjahorresnet „177 Jahre nach
seiner Zeit“ (rnpt 177 Hr-s# rk=f), also wohl tatsächlich etwa zu Beginn der Zweiten Perser-
zeit, ersetzen sollte.39 Die Angabe der zeitlichen Differenz ist übrigens ungewöhnlich; mir
ist nur ein weiterer Fall in Erinnerung, wo eine historische Persönlichkeit der Spätzeit in
einem sehr viel jüngeren Denkmal genannt und zeitlich eingeordnet wird40 (allerdings nicht

33 Bareš 1999.
34 Vor allem die Gräber von Jufaa (Jw=fo#) und Nikaumenchib (Nk#w-mnX-jb); vgl. einstweilen Bareš et al.
2005 und 2008 sowie Bareš 2007 mit weiterer Literatur.
35 Die Namen der Eltern (P#j=f-T#w-(m-)owj-nt und Jtm-jr-dj-s) waren schon bekannt; sie werden auch in
den Inschriften des Grabes erwähnt.
36 Vgl. die Zusammenstellung bei Bareš 1999, 38.
37 Das heißt, es können nach ägyptischem Brauch auch Ämter genannt werden, die man in einem früheren
Stadium Laufbahn bekleidet hat. So war Anchhor (onX-Hr), der in Theben amtierende Obermajordomus
der Gemahlin des Amun in der 26. Dynastie, irgendwann auch Gouverneur (H#tj-o) von Memphis,
Oxyrhynchos und der Oase Bahrija gewesen und gibt die entsprechenden Titel in seinem Grab an; vgl.
die Titelzusammenstellung bei Graefe 1981, 51.
38 Vgl. Bareš 1999, 67 und plate 13; 15.
39 Vgl. Anthes 1965, 98–100 und plate 36; Bresciani 1985 (nimmt plausibel an, daß es sich bei der von
Minirdis ersetzten Statue um das von Posener 1936, 26–29 und plate I nach knappen Aufzeichnungen
Rosselinis von 1828/29 bearbeitete, seither verschollene Stück handelt, das wie der Naophor im Vatikan
Amasis, Kambyses und Dareios nannte); Bareš 1999, 41–42; Vittmann 2003, 125.
40 Nämlich der hohe Funktionär Ahmosesaneith (JoH-ms-s#-nt), der aus zeitgenössischen Denkmälern der
späten 26. Dynastie bekannt ist und noch in einem Denkmal aus der Zeit Nektanebos’ I. (30. Dynastie)
korrekt als „Portikusvorsteher (jmj-r# rwt) des Königs von Ober- und Unterägypten Chnemibre
(= Amasis) selig“ tituliert wird; vgl. Jansen-Winkeln 1997; Mendel 2005, 40–44 (Dokument 1.17) und
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 381

unter Angabe konkreter Zahlen, sondern nur allgemein nach dem König, wobei die
verflossene Zeitspanne ähnlich hoch gewesen sein müßte wie bei Udjahorresnet). Auf der
Statue werden die Titel jmj-r# sS(w) Xnt wr jmj-r# kbnwt nsw (siehe oben) und abschließend
seine ihm unter den Persern verbliebene Funktion als wr swnw „Oberarzt“ genannt.
Den Umstand, daß Kambyses in Ägypten tatsächlich als legitimer Pharao dargestellt
wurde (auf wessen Initiative, können wir freilich nicht sicher sagen), spiegeln ein einem
namentlich nicht genannten Würdenträger gehörendes Siegel und ein Siegelabdruck in
Moskau:41 Kambyses (in der vokalandeutenden Schreibung k-m-b-w#-T#/ kmbwT )42
43
wird als „geliebt von Uto, Herrin von Buto, der Großen, dem Auge des Re, Herrin der
Götter, mit Leben beschenkt wie Re“ (mry W#Djt nb(t) Jmt o#(t) jr(t)-Ro Hnwt-nTrw dj onX mj
Ro) bezeichnet.

Von hieroglyphischen Graffiti im Wadi Hammamat in der ägyptischen Ostwüste wissen


wir, daß Athiyavahya, ein persische Funktionär, im Verlauf von gut fünfzig Jahren (unter
Kambyses, Dareios I. und Xerxes) mehrere Expeditionen zu den örtlichen Steinbrüchen
unternahm.44 Allerdings ist gerade die erste Expedition durch keine zeitgenössische
Inschrift bezeugt, sondern nur durch ein fünfzig Jahre jüngeres Graffito. Es besteht zwar
kein Grund, die Authentizität dieses Rückblicks anzuzweifeln, wir wissen nur nicht, ob
Athiyavahya bereits in seinen jungen Jahren unter Kambyses Gouverneur von Koptos, dem
Ausgangspunkt für die Expeditionen in die Steinbrüche des Wadi Hammamat, und „Saris /
Eunuch von Persien“ war. Diese Steinbrüche waren in der Perserzeit auch das Ziel anderer
Expeditionen; wir kommen darauf noch zurück (vgl. Tabelle 2).
Immerhin findet sich eine Nennung im demotischen Papyrus Rylands 9, einer äußerst
wichtigen Quelle zu den Zuständen an einem mittelägyptischen Provinztempel während der
26. und frühen 27. Dynastie: Unter Kambyses wollte der auswärtige Inhaber einer Priester-
pfründe seinen Anteil abholen, wurde aber von den lokalen Priestern ignoriert.45 Diese
überschrieben den besagten Anteil einem anderen Kandidaten. Insofern hatte sich die
Situation an jenem Tempel gegenüber der vorangegangenen Dynastie nicht geändert.
Aus der Gegend von Assiut stammt ein Archiv aus der Zeit von Amasis bis Kambyses,
das die Übertragung priesterlicher Einkünfte innerhalb einer Familie betrifft.46 In einer
dieser Urkunden (P. Kairo CG 50059) aus dem Jahr 8 des Kambyses (Datum rekonstruiert)
bestätigt ein Priester einem anderen, daß er ihm bestimmte Priester- und andere Ämter

Tafel XVIII. Weitere Angaben zur Person und zum Amt bei Vittmann 2009, 99, §7.
41 Hodjache / Berlev 1977, 37–39; vgl. Serrano Delgado 2004, 35 Anmerkung 11; Kuhrt 2010, 127.
42 Bei Beckerath 1999 nicht berücksichtigt; vgl. jedoch Blöbaum 2006, 392.
43 Die überaus geläufige Bezeichnung eines Pharaos als „geliebt“ von einer Gottheit bezeichnet ihn als
„erwählt“ (das ägyptische Verbum mrj bedeutet sogar primär „erwählen, vorziehen“; vgl. Vittmann
1998, 425–426).
44 Posener 1936, 122–123, Text Nr. 28 mit Nennung aller drei Expeditionen: Kambyses, Jahr 6; Dareios,
Jahr 36; Xerxes, Jahr 12. Vgl. auch Vittmann 2003, 147 Abbildung 64.
45 Papyrus Rylands 9, XXI 7–9; vgl. Vittmann 1998, 188–189 (dort wird 563–564 der interessante
Umstand besprochen, daß „Kambyses“ im Papyrus Rylands 9 anders als „Dareios“ mit dem normalen
Personendeterminativ, wie es auch bei Fremdnamen gebraucht wird, versehen wird).
46 Zu diesem Archiv (Papyri Kairo CG 50058–50062) vgl. Spiegelberg 1932, 39–53 mit Tafel 17–27. Zur
Interpretation vgl. Johnson 1994 mit weiterer Literatur.
382 Günter Vittmann

sowie die daraus erwachsenden Einkünfte übertragen hat. Von irgendeiner Notwendigkeit,
die persischen Behörden zu informieren bzw. überhaupt um Genehmigung zu ersuchen,
erfahren wir nichts. Ähnlich wie im eben zitierten Papyrus Rylands 9 bewegen wir uns auf
einer Ebene, in der die Einheimischen weitgehend unter sich zu sein scheinen, und es gibt
dafür noch viele andere Zeugnisse aus dem perserzeitlichen Ägypten, von denen noch die
Rede sein wird. Aus anderen Dokumenten wissen wir aber – auch dies sei bereits jetzt
angedeutet –, daß sich die persische Verwaltung ab einem bestimmten Punkt sehr wohl in
die scheinbar „inneren“ Belange des Priestertums einmischte (vgl. unten unter Dareios I.).

1a) Petubastis III. (ca. 522–520)


Die wenigen Dokumente des kurzlebigen Gegenkönigs Petubastis Seheribre, der sich gegen
die persische Herrschaft erhob, hat Yoyotte 1972 besprochen und richtig eingeordnet. Einer
der kürzlich veröffentlichten Briefe aus Herakleopolis war mit einem Siegel des
Siegelvorstehers (jmj-r# Xtm) Psammetich versehen, das den Namen des Königs nennt.47

2) Dareios I. (521–486)
Trotz der langen Regierung dieses Herrschers ist die Zahl der hieroglyphischen Monu-
mente,48 die ihn nennen bzw. nachweislich aus seiner Zeit stammen (von Serapeumsstelen
abgesehen), nicht sehr umfangreich. Das aus diesen Quellen gewonnene Bild wird jedoch
durch eine größere Anzahl demotischer Papyri stark erweitert.

a) Propagandistische Repräsentation der Staatsmacht


Unter dieser Unterüberschrift sollen hier große im Namen des Königs errichtete
Monumente subsumiert werden. Konkret handelt es sich hier um die sogenannten Kanal-
stelen und die ursprünglich vielleicht in Heliopolis aufgestellte, später nach Susa abtrans-
portierte Statue Dareios’ I.
Die drei – ursprünglich über drei Meter hohen, recht schlecht erhaltenen – mehr-
sprachigen Stelen49 sollen anläßlich der Erbauung eines Kanals von Dareios I.50 durch das
Wadi Tumilat beim Roten Meer bei Tell el-Maskhuta, Kabrit und Suez so aufgestellt
worden sein, daß passierende Schiffe sie sehen konnten. Die Datierung ist in allen Fällen
verloren; der übliche auf die Schreibung mit anlautendem nt ( , ) gestützte Ansatz in
die zweite Regierungshälfte ist nicht wirklich sicher.51 Der ikonographische Gehalt dieser
Stelen ist in der Forschung bereits untersucht worden.52 Wir können uns hier darauf
beschränken, zwei Aspekte hervorzuheben: einmal die Szene der Vereinigung der beiden

47 Die Edition von Cruz-Uribe 2004 kann an verschiedenen Stellen deutlich verbessert werden.
48 Vgl. die (nur zeitgenössische hieroglyphische Quellen berücksichtigende) Übersicht bei Blöbaum 2006,
344–345.
49 Posener 1936, 48–87; vgl. Briant 1996, 494; Briant 1999, 110–113; Bresciani 1998; Gozzoli 2006, 116–
121; Blöbaum 2006, 345 (27–D1–055/060/065); Lloyd 2007, 99–107. – Zum aktuellen Stand der
Forschung an den Keilschriftversionen der Kanalstelen vgl. Schmitt 2003 (mit Einzelbemerkungen).
50 Vgl. Tuplin 1991; Bresciani 1998.
51 Vgl. Gozzoli 2006, 116 Anmerkung 12.
52 Vgl. Briant 1999, 110–113; Gozzoli 2006, 116–121; Lloyd 2007, 99–117 (alle unter Einbeziehung der
Inschriften).
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 383

Länder53 durch zwei Nilgottheiten im Giebelfeld, die auch deswegen aufschlußreich ist, da
Kambyses, wie schon erwähnt, den passenden Horusnamen „Vereiniger der beiden Länder“
(cm#-t#wj) angenommen hatte. Sodann gilt es, die augenfällig gestaltete Reihung der unter-
worfenen Länder hervorzuheben. Auch wenn die wenigsten Passanten die Inschrift lesen
konnten, werden sie an der Art der Darstellung sehr gut gemerkt haben, worum es ging.
Von der hieroglyphischen Inschrift ist noch am meisten bei dem Exemplar aus Tell el-
Maskhuta erhalten; leider sind aber auch hier gravierende Lücken, gerade im narrativen
zweiten Teil, der von der Errichtung des Kanals handelte.54 Der erste Teil enthält die
propagandistische Präsentation des Königs als „Sohn“ der ägyptischen Göttin („sie wußte,
daß er ihr Sohn ist“, rX.n=s ntt s#=s pw Zeile 2) einerseits und als Pharao aus der Dynastie
der Achämeniden andererseits. Den konventionellen ägyptischen Bezeichnungen „König
von Ober- und Unterägypten, Herr der beiden Länder“55 (nsw-bjt nb t#wj) folgt der
Königsname, dahinter aber steht die Übertragung des altpersischen xšƗyașiya vazᒮka
xšƗyașiya xšƗyașiyƗnƗm „großer König, König der Könige“, nämlich p# o# p# wr n n# wrw56
„der Große, der Große der Großen“.
Die Selbstpräsentation des Achämeniden in der altpersischen Version (adam PƗrsa ami,
haþƗ PƗrsƗ MudrƗyam agᒮbƗyam „Ich bin ein Perser, von Persien aus ergriff ich
Ägypten“57) wurde in der hieroglyphischen Fassung sicherlich weggelassen (vgl. unten zur
Dareiosstatue).
Auch die Basis der berühmten, Weihnachten 1972 in Susa entdeckten Statue
Dareios’ I.58, der einzigen Großplastik eines Achämenidenherrschers, weist ein analoges
Dekorationsprogramm auf: Auf der Vorderseite der Basis findet sich die Szene mit der
Vereinigung der beiden Länder, wie sie oft auf den Sockeln von Königsstatuen dargestellt
wird, seitlich wiederum – diesmal bestens erhalten – die Namensringe der verschiedenen
Völkerschaften und Regionen der Perserreichs.59 Die Vertreter der betreffenden Länder
stützen abweichend von traditionellen ägyptischen Vorbildern sowie den Kanalstelen, aber

53 Zur „Vereinigung der beiden Länder“ vgl. Goedicke 1985.


54 Formal-stilistisch bemerkenswert ist das Vorhandensein von Wechselreden, und zwar – dies läßt sich
trotz des fragmentarischen Zustands sagen – nach Art der sog. „Königsnovelle“; vgl. Gozzoli 2006, 120.
55 Mit den „beiden Ländern“ ist grundsätzlich immer Ober- und Unterägypten gemeint, nicht etwa
Ägypten und Persien (auch wenn sich vielleicht manchen Zeitgenossen diese Assoziation aufdrängen
mochte).
56 Der paronomastische Genitiv wr wrw war zwar in bezug auf Götter wie Beamten in Ägypten seit langer
Zeit durchaus belegt; als Bezeichnung der Achämenidenherrscher aber – wie auch der Gebrauch des
neuägyptischen bestimmten Artikels zeigt – eine ad-hoc-Neuerung.
57 Siglum DZc (DZ = „Darius Suez“), Zeile 7–8; vgl. Vittmann 2003, 136 und die Literaturangaben 271
Anmerkung 76; Schmitt 2009, 149–150.
58 Vgl. Gozzoli 2006, 121–124 (druckt auch den hieroglyphischen Text nochmals ab) mit Literatur-
angaben; Übersetzung bei Kaplony-Heckel 1985, 609–613; Kuhrt 2010, 477–482. Besonders hervor-
gehoben sei die (auch von Gozzoli zitierte) Analyse von Calmeyer 1991. Vgl. auch Vittmann 2003,
136–138 mit Abbildung 58–59; altpersischer Text (mit Übersetzung) bei Schmitt 2009, 146–147.
59 Wenn in der demotischen Literatur viel späterer Zeit ferne Länder und Völker eine bedeutende Rolle
spielen, so wirkten zwar die Eroberungszüge Alexanders sicherlich fördernd und anregend, man darf
aber nicht vergessen, daß Länder wie Indien bereits durch die Völkerlisten der Perserzeit dem Namen
nach bekannt waren; vgl. Vittmann 1998a, 75–76.
384 Günter Vittmann

in Einklang mit altpersischen Darstellungen und Inschriften von den Königsgräbern den
königlichen Thron.60
Die Statue selbst dagegen ist stilistisch und ikonographisch die eines Achämeniden, fast
ganz ohne ägyptische Elemente. Der Kopf ist verloren, trug aber höchstwahrscheinlich die
Tiara der Großkönige.61
In der hieroglyphischen Inschrift wird wie in den Kanalstelen, und wie wir es schon bei
Kambyses gesehen haben, die Integration des Königs in die traditionelle ägyptische
Königsideologie herausgestellt; er ist von Atum von Heliopolis erwählt und zum Herrscher
bestimmt, „da er (Atum) wußte, daß er (Dareios) sein Sohn ist“ (rX.n=f ntt s#=f pw Text 2,
Zeile 2),62 und „Neith gab ihm ihren Bogen, der in ihrer Hand ist, um alle seine Feinde
niederzuwerfen, wie sie es erstmals für ihren Sohn Re getan hatte“ (dj n=f Nt pDt=s jmj o=s r
sXr(t) Xftjw=f nbw mj jr.n=s n s#=s Ro m sp dpj Text 2, Zeile 2), und dementsprechend ist er
tapfer und ein treffsicherer Bogenschütze (Text 2, Zeile 3–4).
Die genealogischen Angaben sowie die schon genannte Übertragung des altpersischen
Königstitels finden sich auch hier (Text 2, Zeile 4); bemerkenswert ist die in den Kanal-
stelen nicht erhaltene Berücksichtigung des altpersischen xšƗyașiya ahyƗyƗ bnjmiyƗ
vazᒮkƗyƗ „König dieses großen Landes“, das wohl wörtlich durch „Herrscher d[ies]es
[großen] Landes“ Hrj n p# t# [pn o#] (Text 2, Zeile 4) übertragen wurde.63
Die einzige direkte historische Information, die wir den Inschriften entnehmen können,
ist folgende Passage: „Die Statue, die dem guten Gott, Herrn der beiden Länder, gleicht, die
seine Majestät gemacht hat, um seine Monumente dauern zu lassen, daß seines Kas gedacht
werde neben seinem Vater Atum, Herrn der beiden Länder, dem Heliopolitaner, Re-
Harachte, bis in alle Ewigkeit“ (twt stwt r nTr nfr nb t#wj jr.n Hm64=f n-mry smn mnw=f sX#
k#=f r-gs jt=f Jtm nb t#wj Jwnj Ro Or-#Xtj m #wt Dt Text 3). Wegen dieser Stelle und der auch
sonst in dieser Inschrift zu beobachtenden Dominanz des Atum denkt man meist an eine
ursprüngliche Aufstellung in Heliopolis, aber sicher ist das nicht.65 Nach der altpersischen
Version ließ Dareios die Statue in Ägypten anfertigen, „damit derjenige, der sie künftig
sieht, [wiss]e, daß der persische Mann Ägypten in Besitz hält“ (avahyarƗdi hayašim
aparam vainƗti avahyƗ [azdƗ bavƗ]ti taya PƗrsa martiya MudrƗyam adƗriya Zeile 2).

60 Vgl. Calmeyer 1991, 288–289; Vittmann 2003, 136. Speziell zu den die jeweilige „Nationalität“
angebenden Thronträgerbeischriften der achämenidischen Gräber I und V (Naqš-i Rustam bzw. Knjh-i
Rahmat) vgl. Schmitt 1999, 1–25.
61 Vgl. Gozzoli 2006, 124 Anmerkung 33, der ansprechend annimmt, daß selbst für den Fall, daß der
Herrscher die ägyptische Doppelkrone getragen haben sollte, „the impression of foreignness was still
preponderant“. – Der Kopf dürfte m.E. aber ohnehin eher wie der Terrakottakopf eines Achämeniden-
herrschers in Straßburg (Traunecker 1995; Vittmann 2003, Tafel 17a) in persischem Stil, d.h. mit
entsprechender Kopfbedeckung, gestaltet gewesen sein; vgl. Tuplin 2007.
62 Beachte dieselbe Aussage, jedoch mit Neith als Subjekt, auf der Stele aus Tell el-Maskhuta.
63 Etwas überraschend scheint, daß Hystaspes, der Vater des Dareios, mit dem Titel jt-nTr „Gottesvater“
bezeichnet wurde, einem Titel, der in früherer Zeit zur Bezeichnung des nichtköniglichen Vaters eines
Pharaos gedient hatte (vgl. Habachi 1977), in der Spätzeit sonst aber nur als Priestertitel gebraucht
wurde.
64 In der Textreproduktion bei Gozzoli 2006, 122 (Text 3, Zeile 2) fehlt vor dem „Horus auf der Standarte“
das Hm-Zeichen.
65 Bresciani 1998, 110 denkt sogar an eine Aufstellung in Pithom in unmittelbarer Nähe der Kanalstelen.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 385

Dieser begründende Nachsatz hat ebenso wie die inhaltlich ähnliche Aussage in der
Suezstele in der hieroglyphischen Version kein Pendant.

b) Wirken für die Götter


An vorrangiger Stelle ist hier natürlich der große, Amun geweihte Hibistempel in der Oase
Charga zu nennen, der von Dareios I. dekoriert wurde, im Kern aber auf die 26. Dynastie
zurückgeht.66 Wir kommen darauf in Zusammenhang mit der Frage nach einer Beteiligung
Dareios’ II. nochmals zurück. Darüber hinaus trat Dareios auch an einigen anderen Orten
Ägyptens als Bauherr auf: Ebenfalls in der Oase Charga, im ptolemäischen Tempel von
Qasr el-Ghueta, findet sich die aufgemalte Kartusche ( jn-tj-rw-y-w#-S#/ntrywS),67
68
also in derselben Form wie im Hibistempel (siehe unten).
Ein Reliefblock aus Busiris im Delta stellt eine sehr selten bezeugte Göttin MnXt-Hb69
sitzend dar und schreibt dazu die Worte „die Leben, Dauer und Heil dem Dareios gibt“ bei.
In einer unten abgebrochenen Vertikalzeile daneben steht „Herr der beiden Länder Dareios;
mögest du die beiden Länder beherrschen und mögest du leiten (sSm=k) wie Re“.70 Man
kann vermuten, daß Dareios einen Beitrag zur Dekoration des Osiristempels leistete;71
Genaueres läßt sich aber nicht sagen.
Was Theben betrifft, die heilige Stadt Amuns, die bis zum Ende der Saitenzeit eine her-
vorragende Rolle als Sitz der Gottesgemahlinnen des Amun und ihres Hofstaats spielte, so
mag es nach der offensichtlichen Abschaffung dieser Institution sicher schon unmittelbar
nach der Machtergreifung durch die Achämeniden nicht wundernehmen, daß im Reichs-
heiligtum des Amun in Karnak kaum Spuren der Tätigkeit Dareios’ I. – von den späteren
Achämeniden ganz zu schweigen – greifbar sind. Ebensowenig, wie wir für die Perserzeit
auch nur eine einzige Tempelstatue eines ägyptischen Priesters nachweisen können,72 läßt

66 Vgl. Cruz-Uribe 1987, 230; Arnold 1996, 153; Arnold 1999, 77 und 333 Anmerkung 77; Willeitner
2003, 20 und 27 (nennt Amasis oder Psammetich II.); Lloyd 2007, 107–111 (Dareios I., dieser „hard,
arrogant, calculating, and ruthlessly efficient organizer“ [111], war nach dem Autor nicht aktiv in die
Bauarbeiten involviert; seine Kartuschen waren wohl „no more than a date stamp“ [110]). Die
Datierung des Kernbaus auf Psammetich II. wird durch die Präsenz des von Dareios adaptierten
Horusnamens MnX-jb nahegelegt; vgl. Cruz-Uribe 1987, 227 Fig. 10; 230. Zum Hibistempel vgl. auch
Cruz-Uribe 2005; Sternberg-el Hotabi / Aigner 2006.
67 Gutes Farbphoto bei Willeitner 2003, 21 Abbildung 20. Für die seit Naumann 1939, 5 immer wieder
angenommene Gründung des Tempels in der 25. Dynastie (vgl. zuletzt Wilkinson 2000, 237
(„perhaps“) und 2005, 237 („wahrscheinlich“(!)) fehlen jegliche Indizien; vgl. Onishi 2005 (nach
Traunecker 1980, 209 Anmerkung 5 hatte übrigens bereits Sauneron bei einem Besuch im Jahr 1975 die
Dareios-Kartusche registriert; vgl. auch Cruz-Uribe 2001).
68 Beachte, daß hier wie dort das w#-Zeichen nicht in seiner Standardform , sondern wie die rwD-
Hieroglyphe ( ) geschrieben wird.
69 Naville 1890, 27 und plate VII (A). Der Name der Göttin müßte der Schreibung nach „Festgewand“
bedeuten; vgl. Leitz 2002, 316 (dort auch andere Göttinnen mit ähnlichen Namen).
70 nb t#.wj jn-tj-rw-y-w#-S# / ntrjwS Hq#=k t#.wj sSm=k &mj Ro\. Aus unserer optativischen Übersetzung darf
man nicht zu viel herauslesen. Solche Wünsche sind rein konventionell und implizieren nicht, daß dem
König die Herrschaft ernsthaft streitig gemacht worden wäre und er deswegen göttlichen Beistands
bedürfe.
71 Vgl. Arnold 1999, 318.
72 Zu diesem Befund vgl. bereits Vittmann 2003, 143.
386 Günter Vittmann

sich eine nennenswerte Involvierung des Großkönigs in den thebanischen Kultbetrieb fest-
stellen. Die Zeugnisse sind überaus spärlich und dürftig:73 Ein sog. Menat-Gegengewicht
mit dem Namen des Dareios in der üblichen Schreibung jn-tj-rw-y-w#-S# / ntrywS, ein
Fragment vom Beschlag eines Opfertisches mit dem Namen t#-r-y-w-S# / trywS sowie
schließlich das Bruchstück einer Säule, das ist alles. Trotzdem sind diese Stücke wichtig, da
sie eine wenn auch offenbar nur minimale und periphere Aktivität der Achämeniden in
Theben bezeugen. Auf dem zuletzt genannten Fragment wird Dareios als [nb] jr(t) jXt
„[Herr des] Ritualvollzugs“ bezeichnet, also in der traditionellen Rolle eines ägyptischen
Pharaos.
Wahrscheinlich Dareios I. zuzuschreiben sind auch der 1945 in den Ibisnekropolen von
Tuna el-Gebel / Hermopolis entdeckte, von jn-tj-rw-y-w#-S# / ntrywS gestiftete
schöne bemalte Holznaos in Mallawi74 sowie ein weiteres Exemplar unbekannter Herkunft
mit nahezu unleserlicher Kartusche im Britischen Museum.75
Ein Block aus Elkab in Oberägypten, wieder mit Darstellung einer sitzenden Göttin und
der Bezeichnung eines Dareios als nb jr(t) jXt „Herr des Ritualvollzugs“, wird später
erwähnt, da die Zuschreibung an Dareios I. zu unsicher ist.
Von den drei für die Regierung des Dareios I. bezeugten Apisbestattungen ist das
offizielle Epitaph des Jahres 4 erhalten (vgl. Tabelle I im Anhang).
Solchen Quellen wie auch den Inschriften des Udjahorresnet und des Ptahhotep (siehe
unten) läßt sich entnehmen, daß der Kultbetrieb in Theben wie andernorts trotz wirtschaftli-
cher Rezessionen während der Perserzeit nicht zum Erliegen gekommen war. Demotische
Dokumente treten ergänzend hinzu; siehe weiter unten.

c) Gefäße
Die sechs seinerzeit von Posener76 zusammengestellten, zumeist in Susa gefundenen und
fragmentarisch erhaltenen Aragonitgefäße Dareios’ I. weisen eine ausschließlich
hieroglyphische Beschriftung nach dem Muster „König von Ober- und Unterägypten, Herr
der beiden Länder Dareios, ewiglebend, Jahr X77“ (nsw-bjt nb-t#wj Jn-tj-rw-y-w#-S# /
NtrywS onX Dt H#t-sp X) auf. Inzwischen ist jedoch ein Kalzitgefäß unbekannter Herkunft
aus dem Jahr 36 des Dareios bekannt geworden,78 das zusätzlich zum hieroglyphischen

73 Für die folgenden drei Objekte vgl. Traunecker 1980 mit weiteren Angaben. Sie sind auch aufgelistet
bei Blöbaum 2006, 345 (27–D1–037/030/035). Vgl. auch Klotz 2006, 8–9.
74 Mallawi 200, siehe MyĞliwiec 1988, 67 (A 4) und plate LXX; MyĞliwiec 1991; Farbabbildungen bei
MyĞliwiec 1998, Tafel 9.1–2 (in der Bilderläuterung Dareios II. zugeschrieben; vielleicht nur ein
Lapsus calami, da der Autor sowohl im Textteil seines Buches, 198, als auch in seinen beiden früheren
Arbeiten von Dareios I. spricht). Kessler 2003, 215 Anmerkung 15 bezieht die Kartusche auf Dareios I.
Zu den Fundumständen vgl. Gabra 1947 (der den Naos übrigens ebenfalls schon Dareios I. zuschreibt).
Datierung auf Dareios I. auch bei Briant 1996, 494 und Blöbaum 2006, 345 (D27–D1–040).
75 BM 37496, vgl. Yoyotte 1972, 220 und planche 19(A); aufgelistet bei Blöbaum 2006, 345 (27–D1–
070).
76 Posener 1936, 137–140, Nr. 37–42; vgl. danach Blöbaum 2006, 344 (27–D1–015).
77 Von den bei Posener aufgeführten Exemplaren ist nur bei seinen Nummern 37 und 38 eine Datierung
erhalten (jeweils „Jahr 33“ und „Jahr 34“).
78 Stolper / Westenholz 2002 (Jerusalem, Bible Lands Museum 1979); bei Blöbaum 2006, 344 nicht
erwähnt.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 387

Standardtext zum ersten Mal auf einem Gefäß der Dareioszeit auch eine Beschriftung in
Altpersisch, Elamisch und Akkadisch enthält („Dareios, der große König“).
Auch ikonographisch ungewöhnlich ist das Salbfläschchen mit Löwenkopfattachen aus
der Norbert Schimmel Collection, auf dem der Königsname in der selteneren (und lautlich
präziseren) Wiedergabe steht.79
Die Gefäße wurden natürlich in Ägypten hergestellt und wenigstens teilweise als Behäl-
ter für Kosmetika und Salben etc. an die achämenidischen Paläste in Susa, Persepolis und
Babylon gesandt.80
Dareios galt den Ägyptern späterer Zeiten im Unterschied zu seinem Vorgänger und vor
allem seinem Nachfolger als positiv bewerteter Herrscher. Nach einem demotischen Text in
derselben ptolemäerzeitlichen Handschrift, die auch das Kambysesdekret enthält, soll er die
früheren Gesetze der Ägypter bis zum Jahr 44 des Amasis, also de facto bis zur persischen
Eroberung, und zwar das „Gesetz des Königs, der Tempel und des Heeres(?)“ (p# hp n pr-o#
n# |rpj.w p# mSo) gesammelt und in Ägyptisch und Aramäisch kodifiziert haben (vgl. Diodor
I 95, 4, der Dareios als sechsten und letzten ägyptischen Gesetzgeber nennt).81
Neuerdings ist im Hinblick auf die Mehrdeutigkeit des ägyptisch-demotischen Terminus
hp82 argumentiert worden, Dareios habe keine Gesetze als solche gesammelt, sondern viel-
mehr die Rechtsansprüche von König, Tempel und Militär in Erfahrung bringen lassen, um
speziell den Tempeln nach den Restriktionen seines Vorgängers materiellen Ausgleich zu
verschaffen und dadurch einen Rückhalt für seine Herrschaft zu gewinnen.83 Diese
Hypothese dürfte allerdings näherer Prüfung nicht standhalten; es besteht kein stichhaltiger
Grund, das (im Singular stehende) Wort hp nicht als „Recht“ zu verstehen und den Bericht
nicht mit der von Diodor erwähnten kodifikatorischen Tätigkeit des Dareios zu verbinden.
Zweck der Sammlung war vermutlich, den neuen Machthabern eine Richtschnur für die
Verwaltung des Landes auf Grund der einheimischen Rechtstradition zu bieten.84
Als interessantes Detail sei erwähnt, daß das demotische, in frühptolemäischer Zeit
aufgezeichnete Rechtsbuch von Hermopolis85 ausnahmsweise einen altpersischen, auch in

79 Settgast 1978, Nr. 256; Auktionskatalog Sotheby’s New York, 16. 12. 1992, Nr. 119; Vittmann 2003,
Tafel 16b. Das w#-Zeichen ist merkwürdig entstellt worden. Die seltene Schreibung, von Beckerath
1999, 221 nicht verzeichnete Schreibung von „Dareios“ mit (intervokalischem) h findet sich auch in
einem Graffito im Wadi Hammamat (Goyon 1957, Nr. 109: t#-rw-y-w-h-S# / trywhS) sowie auf einem
Block in Elkab (T-rw-y-h-w-S# / tryhwS; siehe unten); vgl. Cruz-Uribe 1992/93, 5–6; Tavernier 2007, 51
(zu den vielfältigen Wiedergaben von „Dareios“ in der akkadischen, elamischen, lykischen, ägyptischen
und aramäischen Nebenüberlieferung vgl. Tavernier 2007, 49–57), und jetzt Klotz 2008 (hält die
Schreibungen mit h für eine Wiedergabe des altpersischen Genitivs).
80 Zu Fundorten (in verschiedenen Teilen des Achämenidenreiches, wohin die Stücke als königliche
Geschenke gekommen sein dürften) und Funktion der Gefäße vgl. Stolper / Westenholz 2002, 6–7 und
11–13. Zur Entwicklung der Gefäßinschriften vgl. ebenda 7–11.
81 Papyrus Bibliothèque Nationale 215 Verso, col. c, 6–16; Spiegelberg 1914, 30–32 und Lippert 2008, 85
mit Hinweisen auf jüngere Abschriften dieses Gesetzescodex. Die kürzlich von Joisten-Pruschke 2008,
78 geäußerte Meinung, es gehe hierbei „nicht um eine Kodifizierung ägyptischen Rechts, sondern um
eine Sammlung von Lebensregeln, Grundlegungen – des Wissens Ägyptens schlechthin“, ist völlig
unfundiert.
82 Vgl. ausführlich Nims 1948.
83 Cruz-Uribe 2003.
84 Vgl. Lippert 2008, 85.
388 Günter Vittmann

aramäischen Rechtsurkunden vorkommenden Terminus technicus enthält (#bjkrm < altpers.


*abigarana-, aram. ’BYGRN, „Konventionalstrafe“).86
Noch in der spätesten Phase der ägyptischen Kultur scheint Dareios besonderes Anse-
hen genossen zu haben: Der Magische Papyrus London-Leiden schreibt die Abfassung
eines Zauberspruchs zur Gewinnung von Ehre einem König [...]S zu, und das kann de facto
niemand anderer sein als Dareios I.87

d) Nichtkönigliche Quellen

a) Udjahorresnet
Udjahorresnet berichtet, wie er im Auftrag des Königs aus Persien in seine Heimat zurück-
kehrte und dort das verfallene „Lebenshaus“ (pr-onX) reorganisierte.88 Wegen ihrer beson-
deren Bedeutung für die sanitären Maßnahmen des Perserkönigs sowie auch wegen
bestimmter sachlicher und terminologischer Details sei die Passage ausführlich zitiert:
„Die Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten Dareios ( ), ewig–
lebend, befahl mir, nach Ägypten zu kommen, während Seine Majestät in Elam war, indem
er großer Fürst aller Fremdländer (wr o# n X#st nb) und großer Herrscher von Ägypten (Hq#
o# n Kmt) war, um die Halle des Lebenshauses und des […]hauses zu befestigen, nachdem
sie verfallen war. Die Ausländer (X#stjw) brachten mich von Fremdland zu Fremdland und
‚überwiesen’ mich nach Ägypten gemäß dem Befehl des Herrn der beiden Länder. Ich
handelte entsprechend dem, was Seine Majestät mir befohlen hatte. Ich stattete sie (Pl.) mit
allen ihren Schülern aus, mit dem ‚Sohn eines (vornehmen) Mannes’ (s# s), indem kein
Sohn eines Geringen (s# Hwrw) darunter war (…).
Seine Majestät befahl, ihnen alle guten Dinge zu geben, damit sie alle ihre Arbeiten tun
könnten. Ich stattete sie mit allem, was für sie nützlich ist, aus, mit allen ihren Instrumen-
ten, die in den Schriften stehen, wie sie früher waren.
Seine Majestät tat dies, weil er den Nutzen dieser Kunst (Hmwt)89 kannte, um jeden mit
Krankheit Beladenen (xrj X#jt) zu beleben und um den Namen aller Götter, ihre Tempel,
ihre Opferstiftungen und die Leitung ihrer Feste dauern zu lassen ewiglich.“ (Zeile 43–45).

85 Letzte Übersetzung Stadler 2004 (mit weiterer Literatur). Vgl. auch Lippert 2008, 192 Index s.v. Codex
Hermupolis.
86 Erstmals erkannt von Azzoni / Lippert 2000; vgl. Tavernier 2007, 442 (4.4.10.1).
87 Magischer Papyrus London-Leiden, XI 26; vgl. Griffith / Thompson 1904–1921, I, 86–87 und
Anmerkung ad loc. (bemerkt, daß von Dareios, Artaxerxes und Chababasch nur der erste in Frage
kommt, und verweist auf Diodor I 95 sowie Porphyrius, De abstinentia IV, 16, wo Dareios als ȝĮȖȚțĴȞ
įȚįȐıțĮȜȠȢ bezeichnet wird); Hoffmann 2000, 131–132; Dieleman 2005, 265 und Anmerkung 205.
Dagegen meint der von Dieleman 2005, 265 in diesem Zusammenhang genannte Beleg aus einem
späten Omentext (Parker 1959, 21; vgl. auch Hoffmann 2000, 133) mit einem Königsnamen [...]S
wegen des unpassenden „Tierfell“-Determinativs schwerlich Dareios, sondern viel eher den von Kim
Ryholt aufgrund anderer später Quellen identifizierten, mit eben diesem Determinativ geschriebenen
Nk#w-p#-SS = Necho II. aus der 26. Dynastie (Vortrag beim Internationalen Demotistenkongreß Leuven,
August 2008).
88 Vgl. hierzu klar und deutlich bereits Schäfer 1899.
89 Das Wort bedeutet „Kunstfertigkeit, Kunst“, auch kollektiv „Handwerker“.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 389

b) Chnemibre
Ähnlich wie Udjahorresnet war auch Chnemibre ($nm-jb-ro)90 als Leiter der königlichen
Bauvorhaben bereits unter Amasis aktiv: Die lange Reihe von Felsinschriften, die er über
einen langen Zeitraum hinweg in den Steinbrüchen des Wadi Hammamat hinterließ, setzt
mit einer Inschrift aus dem 44. Regierungsjahr seines namengebenden königlichen Patrons
ein.91 Chnemibre begleitete damals, am Anfang seiner Laufbahn, seinen Vater, den jmj-r#
k#t n Cmo MHw „Vorsteher der Arbeiten von Ober- und Unterägypten“ Ahmosesaneith (JoH-
ms-s#-nt), dessen ältester Sohn er war, nahm denselben Titel aber auch schon für sich in
Anspruch.
Die nächsten datierten Zeugnisse für Chnemibre sind wesentlich jünger und stammen
aus den Jahren 26, 27, 28, 30 des Dareios.92 Der Vater wird nur mehr in der Filiation mit
dem obengenannten Titel erwähnt; er war wohl inzwischen verstorben. Chnemibre stellt
seine Funktion als oberster Bauleiter in verschiedenen Titelkombinationen (jmj-r# k#t n Cmo
MHw Xrp k#t m t# Dr=f „Vorsteher der Arbeiten von Unterägypten, Leiter der Arbeiten im
ganzen Land“ und andere; zweimal auch jmj-r# k#t nbt nt nsw „Vorsteher aller Arbeiten des
Königs“93) heraus.
In Zusammenhang mit der Organisierung von Expeditionen in die Ostwüste stehen
zweifellos die militärischen Titel Hrj-mSo Hrj-pDwt „Oberster des Heeres, Oberster der
Bogentruppen“. Das ist insofern zu vermerken, als die höheren militärischen Ränge in der
Perserzeit in der Regel nicht Ägyptern, sondern der herrschenden „Ethnoklasse“ zufielen
(eine Ausnahme ist der „General“ Ahmose / JoH-ms, der mit plausiblen Gründen in die
frühe 27. Dynastie datiert wird).94

Sehr bemerkenswert ist die überaus lange Genealogie, die Chnemibre in einem weiteren
undatierten Graffito im Wadi Hammamat fixierte (siehe Tabelle 2).95 Die Vorfahren
werden zunächst, vom Vater an gezählt, über 21 Generationen zurückverfolgt. Alle sind sie
„Vorsteher der Arbeiten“, und man möchte annehmen, daß die genitivische Spezifizierung
„von Oberägypten“ bei Chnemibre, Vater und Großvater sowie dessen Urgroßvater
unausgesprochen auch für alle anderen gilt, denn beim Urahn Rahotep wird dieser Zusatz
ebenfalls angegeben. Ab dem Urururgroßvater sind sämtliche Vorfahren außerdem Wesire
(T#tj).

90 Die ihn erwähnenden Inschriften sind gesammelt bei Posener 1936, 88–116 (Nr. 11–23). Einen Ein-
druck vom charakteristischen, unverkennbaren Schriftduktus, in dem diese Graffiti gehalten sind, kann
man aus Vittmann 2003, Tafel 19b gewinnen (es handelt sich um Poseners Nr. 16).
91 Posener 1936, 88–91, Nr. 11. – $nm-jb-ro ist der Thronname des Amasis.
92 Posener 1936, 91–92, Nr. 12; 105–107, Nr. 15 (Jahr 26); 107–111, Nr. 16–18 (Jahr 27); 111–113, Nr.
19 (Jahr 28); 113–115, Nr. 21–22 (Jahr 30).
93 Der letztere Titel bei Posener 1936, 111 Nr. 19, Zeile 2; 113 Nr. 20 (nsw ergänzt). Die anderen Titel
erscheinen im Corpus (Poseners Nr. 11–23) immer wieder.
94 Vgl. Vittmann 2009, 99, §6 mit Literatur.
95 Posener 1936, 98–105, Nr. 14, von Posener um das Jahr 26 Dareios’ I. angesetzt. – Für lange Genealo-
gien im Ägypten des 1. Jahrtausends v.Chr. vgl. Jansen-Winkeln 2005 und Vittmann 2009, 110,
Anmerkung 100.
390 Günter Vittmann

Nicht recht klar ist der Platz, den die beiden nach Rahotep genannten Personen in der
ganzen Genealogie einnehmen. Die einfachste Lösung ist meines Erachtens immer noch,
die Zeichen am Ende von Zeile 28 ( ), die die Nennung von Rahotep mit der
anschließenden des berühmten Imhotep aus der 3. Dynastie koordinieren, als Verschrei-
bung für nfr(jt)-r „bis“ zu verstehen:96 Die Bindeglieder zwischen Rahotep, der in der Tat
zur Zeit Ramses’ II. nachweisbar ist, und dem ein gutes Jahrtausend früher lebenden
Imhotep sind also wohlweislich ausgelassen worden.
Herodots Überlieferung (II 143) über die genealogischen Kenntnisse der ägyptischen
Priester kann also im Kern auch durch zeitgenössisches Material gestützt werden.

g) Ptahhotep
Selbst wenn Ptahhotep (PtH-Htp), ein weiterer dieser sogenannten „Kollaborateure“, nicht
auf einer Serapeumstele mit der Kartusche des Dareios genannt wäre, könnte die Datierung
seiner kopflosen Brooklyner Statue97 ins erste Drittel der Perserzeit keinem Zweifel
unterliegen. Nicht der im Grunde zu Unrecht so (oder ähnlich) genannte „persische
Mantel“,98 sondern der Steinbocktorques, offenbar ein königliches Geschenk, stellt ein
deutliches Indiz für die Datierung in die Perserzeit dar.
Nach der Inschrift auf dem Rückenpfeiler war die Statue im Ptahtempel von Memphis
aufgestellt. Ptahhotep führt den Titel Xrp k#t nb nt nsw „Leiter aller Arbeiten des Königs“,
der auf dasselbe hinausläuft wie die Titel Xrp k#t m t# Dr=f „Leiter der Arbeiten im ganzen
Land“ und jmj-r# k#t n Cmo MHw „Vorsteher der Arbeiten von Ober- und Unterägypten“ bei
Chnemibre (siehe oben). Ptahhotep war demnach also mit der Durchführung staatlicher
Baumaßnahmen beauftragt, und sein weiterer Titel „Schatzhausvorsteher“ (jmj-r# pr-HD)
weist offenkundig auf die für Finanzierung und Ausstattung zuständige Institution.99

Die in den Tempel eintretenden Priester und Schreiber werden von Ptahhotep aufgefordert,
sich durch Gebete für ihn zu verwenden, da er seinerseits sich um die Tempel der Götter
und ihr Personal verdient gemacht habe: „Ich schützte ihre (der Götter) Heiligtümer, indem
ich zu jeder Zeit für sie sorgte und ihre Altäre mit Speisen versah (nD.n(=j) Hr Xmw=sn
wXr(=j) Hr=sn r tr nb sDf#(=j) X#w(t)=sn Zeile 2). Ich habe ihre Opfertische vermehrt und
ihre Tempel reichlich mit allen Dingen versehen (soS(#).n(=j) wdHw(w)=sn swr.n(=j) Hw(w)t-
nTr=sn m (j)Xt nb Zeile 2). (...) Ich habe die Wab-Priester im Haus des Ptah zahlreich
gemacht, ich habe seine Tempel-Stundenpriesterschaft vergrößert (soS#.n(=j) wobw m Hwt-
PtH swr.n(=j) wnwt Hwt-nTr=s Zeile 3), ich leitete alle Handwerker vom besten seiner (des
Ptah) Dienstmannschaft zu ihm (dem Tempel) (sSm=j Hmw nb (j)r=s m dp n wnwt=f Zeile

96 Posener 1936, 104 (q) zieht mit Sethe eine zeichengetreue Lesung Xrw=f r „dont la renommée était plus
grande que (celle du) (?...) chef des travaux (...)“ (102) vor, erwähnt aber Sethes – von diesem
verworfene, auf eine Lesung von Brugsch zurückgehende – Alternativdeutung nfrjt (r) „bis“ (Sethe
1900–1902, [106] Anmerkung 6).
97 Brooklyn 37.353, Bothmer et al. 1960, 76–77, No. 64 und plate 60–61; Fazzini et al. 1989 (unpaginiert),
Nr. 75 (Tafeln und Beschreibung); Vittmann 2003, 131 und Tafel 14b-c; zu den Inschriften Jansen-
Winkeln 1998, 163–172 und Tafel X.
98 Vgl. zuletzt Vittmann 2009, 97–98, §5.
99 Für die Vereinigung der Titel „Schatzhausvorsteher“ und „Vorsteher der Arbeiten“ (u.ä.) in den Händen
einer Person im Neuen Reich und die entsprechenden Aufgaben vgl. Awad 2002, 112–114.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 391

3). Ich habe die Kultbilder an ihren Platz eingeführt und jedes Schriftstück an seinen Platz
gelegt (bs.n(=j) sSmw r st=sn dj=j drf nb Hr st=f Zeile 3).“
Das klingt zwar eher nach konventionellen, unverbindlichen Phrasen und läßt sich nicht
mit den anschaulichen, viel konkreteren Angaben der Udjahorresnet-Inschriften (oder auch
denen der späteren Biographien) vergleichen, es ist aber Jansen-Winkeln darin zuzustim-
men, daß hier „genau die Maßnahmen erwähnt (werden), die man nach einer Plünderung
eines Tempels und der Entführung oder Vertreibung seiner Belegschaft erwarten sollte“,
also Neuausstattung des Tempels und Rückführung des Personals als Wiedergutmachung
der von den Eroberern angerichteten Schäden.100
Die erwähnte, von Ptahhotep gestiftete – leider unvollständig erhaltene – Serapeum-
stele101 legt ihm den Titel „Vorsteher des Schatzhauses, Vorsteher des Goldhauses in der
Residenz [des Königs von Ober- und Unterägypten, Herrn der] beiden Länder Dareios,
ewiglebend“ (jmj-r# pr-HD jmj-r# pr-nbw m ot-xn [nsw-bjt nb]-t#wj jn-tj-rw-y-w#-S# / ntrywS
onX Dt, Zeile 3–4) bei, darüber hinaus noch einige Priestertitel,102 wie dies auch in der
Perserzeit bei Verwaltungsbeamten üblich und auf den Serapeumsstelen dieser Zeit häufig
ist. In den letzten beiden Zeilen wird „sein ältester, von ihm geliebter Bruder“
(sn=f wr mr=f) – sein Name ist verloren – mit exakt denselben Titeln eingeführt.
Besonders interessant ist zwischen der Nennung des Namens Ptahhotep am Ende von
Zeile 4 und der Filiation die Angabe [...] qppS nsw (Zeile 5), ein Appellativ,
das Posener überzeugend mit ȀȩȝȕĮȕȠȢ‚ ȀȩȝȕĮijȚȢ, dem Namen eines treuen Eunuchen
des Perserkönigs, in Verbindung gebracht hat.103 Es würde sich demnach um eine
besondere Auszeichnung handeln, dann aber hoffentlich ohne die entsprechenden physi-
schen Implikationen.104
Von den drei bezeugten Apisbestattungen unter Dareios I., nämlich in den Jahren 4, 31
und 34 (vgl. Tabelle 1), kommt der hieroglyphischen Schreibung des Königsnamens nach –
– am ehesten eine der beiden späteren in Frage,105 sofern es sich nicht um eine
bisher nicht belegte – aber theoretisch anzusetzende – Bestattung zwischen den Jahren 4
und 31 handelt.
Es fragt sich, wo Ptahhotep Schatzmeister war. Da die obenerwähnte Ortsangabe „in der
Residenz des Königs (...) Dareios“ eher ungewöhnlich erscheint, nahm Posener an, daß

100 Jansen-Winkeln 1998, 168 bezeichnet seine Deutung als „keineswegs ausgeschlossen“; ich halte sie –
positiv formuliert – sogar für äußerst wahrscheinlich. Vgl. auch Jansen-Winkeln 2002, 315–316.
101 Posener 1986.
102 nb-pHtj jmj-Xt O# orq-jnsw qoH Hpt-wD#t (Zeile 4); dieselben Priestertitel auch beim Vater in Zeile 5.
103 Posener 1986; siehe auch Briant 1996, 280 und 283; Schmitt 2006, 245–246 (weist darauf hin, „daß
der Name nicht nur nicht-ägyptisch, sondern auch nicht-iranisch ist“).
104 Zu Eunuchen im Perserreich vgl. Briant 1996, 1173 Index s.v. „eunuque“ (speziell 279–288; 944–
945). In Ägypten scheint es übrigens berufsbedingte Kastration gerade auch in der Spätzeit tatsächlich
gegeben zu haben; vgl. Vittmann 2000, 167–173; Depauw 2003.
105 Vgl. zu den Schreibungen Anmerkung 169–170 (und Anmerkung 79). Posener 1986, 94 Anmerkung
16 mit Bezug auf die vorliegende Stele: „fin du règne de Darius“; 96: „490 av. J.C. environ“. Die
Angabe bei Fazzini et al. 1989 (unpaginiert), Nr. 75, sowie Zivie-Coche 1991, 285, die Stele sei ins
Jahr 34 Dareios’ II. datiert, ist nicht korrekt, da erstens überhaupt kein Regierungsjahr genannt wird
und zweitens, wie gesagt, auch das Jahr 31 in Frage kommt. Posener selbst ließ offenbar, wie unsere
beiden Zitate zeigen, die Entscheidung zwischen beiden Alternativen mit gutem Grund offen (die
Jahresdaten 31 bzw. 34 werden in dem Artikel nicht genannt).
392 Günter Vittmann

Ptahhotep diese seine Tätigkeit nicht in Ägypten, sondern fern der Heimat in Persepolis
oder Susa ausübte.106 Die besondere Auszeichnungen durch den Steinbocktorques sowie
den Titel qppS könnten als Ausdruck einer besonderen Nähe Ptahhoteps zum Großkönig
verstanden werden, obwohl es auch möglich ist, daß ihm diese Ehrungen in der Residenz
des Satrapen in Memphis verliehen wurden. Ein Ägypter als ganzabara107 am Achämeni-
denhof ist nicht so leicht vorstellbar, und der Umstand, daß auf der Stele auch dem älteren
Bruder dieselben administrativen und priesterlichen Titel beigelegt werden, läßt wohl doch
eher an einen Wirkungsbereich in Ägypten – und zwar unter der Oberhoheit des sogenann-
ten „Planers“, des senti (sntj) – denken.
Diejenigen Tätigkeiten, von denen Ptahhotep ausdrücklich berichtet, betreffen jedenfalls
Ägypten, wo er auch begraben wurde: Sein Sarkophag und einige Uschebtis sind in einem
Grab in Giza, das mehrere Sarkophage der 27.–30. Dynastie enthielt, entdeckt worden.108

d) Weitere Inschriften im Wadi Hammamat


Wenige Jahre nach dem schon erwähnten Chnemibre war auch der „SarƯs von Persien“ (srs
n Prs) Athiyavahya109 zur Zeit Dareios’ I., wie schon einmal Jahrzehnte zuvor unter
Kambyses und später unter Xerxes, in den Steinbrüchen des Wadi Hammamat zugange
(vgl. Tabelle 2).110 Der im AT wie auch im Reichsaramäischen (Ahikar 61; 63; 69)
bezeugte Titel ʱʩʸʱ sƗrƯs (von akkad. Sa rëSi abgeleitet) wird als „Hofbeamter“ und
„Eunuch“ übersetzt;111 ägyptisch kommt der Ausdruck ausschließlich in bezug auf
Athiyavahya vor.112

e) Serapeumstelen
Für die Jahre 4, 31 und 34 Dareios’ I. ist die Bestattung eines Apisstiers durch eine große
Anzahl von Stelen bezeugt, im ersten Fall auch durch ein offizielles königliches Epitaph
(vgl. Tabelle 1). Bisher ist erst ein Teil des gesamten Materials publiziert,113 etliche weitere
Quellen sowohl in hieroglyphischer als auch in demotischer (und manchmal auch
hieratischer) Schrift warten noch auf ihre Veröffentlichung. Die Dokumente, die hier nicht
im einzelnen besprochen werden können, stellen eine wichtige, in Anbetracht der

106 Posener 1986, 95–96.


107 *ganzabara-, wörtlich „Schatzträger“, medische Bezeichnung des Schatzmeisters, reichsaramäisch
GNZBR’, bibel-aramäisch *ʸʡʣʢ (gedƗbar); vgl. Tavernier 2007, 422. Zur Funktion vgl. Briant
1996, 440–442.
108 Vgl. Zivie-Coche 1991, 285 (mit Literatur).
109 Der Name erscheint in verschiedenen Schreibungen (#-t#-y-w-h-y; #-tj-y-w-h-y; #-tj-w-h-y, j-tj-w#-h-y;
vgl. Tavernier 2007, 127 (4.2.203; 4.2.205; rekonstruiert auf Grund der hieroglyphischen Wieder-
gaben die Varianten *ƖșivahyƗ und *ƖșiyavahyƗ. Ich verwende der Einfachheit halber durchgehend
die vollere Alternative in vereinfachter Wiedergabe).
110 Posener 1936, 117–119 Nr. 24 (Jahr 36).
111 Vgl. Koehler/Baumgartner 1998, 668, wo sowohl auf die akkadische Form als auch das arabische
Derivat αϴέδ sarƯs verwiesen wird (davon abgeleitet gibt es ein Verbum αήδ sarisa „impotent
sein“). Griechisch entspricht İÞȞȠĮȤȠȢ und ıʌȐįȦȞ; koptisch €v|‚.
112 Welcher altpersische Titel soll damit wiedergegeben werden?
113 Einen Überblick über die Bestände im Louvre, wo sich ja das meiste Material aus dem Serapeum
befindet, gibt Devauchelle 1994, 103–104.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 393

Publikationslage noch nicht ganz adäquat auswertbare Quelle zu Priestertum und Prosopo-
graphie des nördlichen Landesteils in der 25. und 27. Dynastie dar.114
Insgesamt erweisen sie eine Kontinuität des Priestertum in den unteren und mittleren
Rängen – es wimmelt förmlich von lokalen Priestertiteln –, auffallenderweise aber wesent-
lich weniger in den höheren: So sind z.B. die Hohepriester des Ptah von Memphis in der
Perserzeit kaum noch auszumachen, ebensowenig die in der Saitenzeit bedeutsamen „Ritu-
alisten und Magier“ (xrj-Hb Hrj-dp). Die Reduzierung der höheren Priesterränge deckt sich
mit dem Eindruck, den man auch von anderen Landesteilen gewinnt.
Was die Verwaltung angeht, liefern die Serapeumstelen nur wenig brauchbare Informa-
tionen: Das in der späten 26. Dynastie geschaffene Amt des sntj „Planers“, der ja auch im
demotischen Papyrus Rylands 9 eine große Rolle spielt (siehe unten), ist in den Serapeums-
stelen noch für die frühe Perserzeit nachgewiesen.
Verwunderlich sind diese Beschränkungen natürlich nicht: Die gehobenen Positionen in
Verwaltung und Militär waren den Angehörigen der persischen „Ethnoklasse“ vorbehalten,
die aber tritt in Monumenten und Dokumenten, die die kulturelle und religiöse Umwelt der
Ägypter betreffen, nur selten in Erscheinung (wie etwa auf der inzwischen berühmt gewor-
denen, vieldiskutierten, aber leider nicht genauer datierbaren Stele eines partiell assimilier-
ten Persers aus Sakkara115). Institutionen wie das Wesirat wurden in der Perserzeit über-
haupt abgeschafft; der Wesirstitel konnte also allenfalls – wie bei Chnemibre im Wadi
Hammamat – Vorfahren im Rahmen von Genealogien beigelegt werden, nicht aber den
Zeitgenossen. Grundsätzlich muß also differenziert werden: Wenn man auf der einen Seite
die Kontinuität der ägyptischen Kultur in verschiedenen Manifestation in der Perserzeit
betont,116 darf man auf der anderen Seite nicht vergessen, wie viel sich gerade im
administrativ-institutionellen Bereich eben doch geändert hat!
Eine demotische Stele aus Sakkara betrifft die Beisetzungen von „Müttern des Apis“ im
Jahr 37 des Amasis sowie im Jahr 33 Dareios’ I. Als Kuriosum verdient der Umstand
Beachtung, daß eine dieser Kühe, die am 21. Choiak (12. 4. 489) starb, N.t-|j.ß („Neith ist
gekommen“) hieß,117 was nichts anderes ist als Nitetis, eben jener Name, den nach Herodot
(III 1, 3) die Tochter des Apries trug, die Kambyses freien sollte.

z) Demotische Papyri und Ostraka


Eine größere Anzahl Papyri ist fest in die Zeit Dareios’ I. datiert. An erster Stelle ist wegen
seiner schon erwähnten großen Bedeutung für verschiedene Aspekte der ägyptischen Kultur
der sog. Papyrus Rylands 9 zu nennen.118 Es handelt sich dabei um das jüngste Dokument

114 Mehrere der im Folgenden nur angeschnittenen Bereiche werden ausführlicher in Vittmann 2009
behandelt.
115 Erstpublikation Mathieson 1995; vgl. auch Vittmann 2009, 104, §10, Anmerkung 78 mit weiterer
Literatur (der Verweis auf Briant ist allerdings zu streichen, da das betreffende Paper nicht mit
abgedruckt wurde). Die Stele belegt eine Mischehe zwischen einem Perser und einer Ägypterin:
Auch wenn das nach der Materiallage anscheinend eine seltene Ausnahme war, muß man darauf
hinweisen und darf nicht mehr einfach pauschal behaupten, Mischehen zwischen Persern und
Ägypterinnen seien nicht belegt (so aber Blöbaum 2006, 7).
116 Johnson 1994a, 159.
117 Smith 1972, 180 (Table 1).
118 Vgl. Vittmann 1998. Neueste Übersetzungen bei Hoffmann / Quack 2007, 22–54 (mit Anmerkungen
394 Günter Vittmann

eines privaten Archivs aus Hibeh119 / Teudjoi (v#j=w-Dj) in Mittelägypten, dessen früheste
Dokumente (die Papyri Rylands 1 und 2) in die Anfangsjahre der 26. Dynastie, genauer ins
Jahr 644 v.Chr., zurückreichen.120
Papyrus Rylands 9 ist das einzige in die Perserzeit datierte Dokument des Archivs, die
darin geschilderten, häufig auf Herrscher und Jahr datierten Ereignisse umspannen rund
150 Jahre. Was die auf die Perserzeit bezüglichen Abschnitte angeht, so merkt man von der
persischen Administration recht wenig: Außer Königsnamen kommt kein einziger persi-
scher Name vor, nur der Satrap wird andeutungsweise erwähnt. Es ist nämlich sehr wahr-
scheinlich, daß die Bezeichnung p# Hrj n Km.t „der Herr von Ägypten“ in II 17 realisti-
scherweise den Satrapen und nicht den fernab residierenden Großkönig meint, obwohl das
nicht ausgeschlossen ist (an der betreffenden Stelle heißt in einer Warnung an eine üble
Bande, die im Begriffe stand, Leute am hellichten Tag zu ermorden: „Diese Sache, die ihr
tut, wird bis zum sntj gelangen, sie wird (sogar) bis zum Herrn von Ägypten gelangen“).
Interessant ist, daß der vorhin erwähnte Beamte, der sntj, ein Beamter der Zentralver-
waltung, berechtigt ist, Priester zu ernennen bzw. in ihrem Amt zu bestätigen. Dies geht aus
einer Stelle ganz zu Beginn des Papyrus hervor.121
Die sogenannte Pherendateskorrespondenz aus Elephantine zeigt deutlich, daß sich die
persische Administration sehr wohl in die Tempelbelange einmischen konnte, wenn es um
Finanzfragen ging. So wissen wir genau, daß das Amt des Lesonis, des Tempeladministra-
tors, der jährlich neu gewählt wurde, von der persischen Zentralverwaltung bestätigt wer-
den mußte; die Priester konnten nur Vorschläge machen.122
Überhaupt können wir bei den administrativen Dokumente (einschließlich Briefen)
dieser Zeit – was natürlich für die Perserzeit generell gilt, in diesem Abschnitt aber wegen
der reicheren Quellenlage speziell für die Ära Dareios’ I. konstatiert wird – zwischen
solchen Texten, die sich auf ein rein ägyptisches Milieu beziehen, und solchen, bei denen
eine Interaktion zwischen Ägyptern und Persern, oder genauer gesagt: zwischen Ägyptern
und Angehörigen der regierenden Ethnoklasse, zu beobachten ist, unterscheiden.
Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen: Textgruppen dieser Zeit wie das sogenannte
Tsenhor-Archiv aus Theben oder das Archiv der „Gänsehirten von Hu“123 bewegen sich
ausschließlich in ägyptischem Milieu; außer den Namen der regierenden Könige gibt es
kaum etwas, das auf die Perserzeit hinweisen würde. Die verschiedenen Urkundentypen,
die etwa im Tsenhor-Archiv vertreten sind, sind natürlich ebensogut in anderen Epochen
nachgewiesen, also zum Beispiel Eheurkunden, Verkaufsurkunden etc. (auch zwei Sklaven-

S. 331–333) sowie in der „Datenbank demotischer Texte“, http://aaew.bbaw.de/tla/ (letzte Version


November 2010). Eine englische Übersetzung soll in einer von mir für die Reihe Writings from the
Ancient World (Society of Biblical Literature, Atlanta) vorbereiteten Anthologie demotischer
nichtliterarischer Texte erscheinen.
119 Die arabische Bezeichnung (genauer: al-OƯba); nicht zu verwechseln mit Hibis, dem antiken Namen
des Hauptorts der Oase Charga.
120 Maßgebliche vollständige Publikation des ganzen Archivs: Griffith 1909. Zum Bezug von Papyrus
Rylands 1–8 zu P. Rylands 9 vgl. Vittmann 1998, 674–677 (mit näheren Angaben zu den einzelnen
Dokumenten). Revidierte Umschrift von P. Rylands 1 und 2 Vittmann 1998, 224–226.
121 Vgl. Vittmann 2009, 91, §2.
122 Zur Sache vgl. (mit Literaturhinweisen) Vittmann 2003, 133–135. Dort auch weiteres zur Situation
der Tempel und ihrer Verwaltung unter Dareios.
123 Edition dieser beiden Archive: Pestman / Vleeming 1994; Vleeming 1991.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 395

verkaufsurkunden finden sich darunter)124. Dagegen ist in Briefen, die an Autoritäts-


personen der Verwaltung gerichtet sind, von diesen stammen oder sie erwähnen, das per-
sische Element logischerweise stärker präsent. So besitzen wir etwa einen (undatierten)
Brief aus Sakkara, der an einen persischen General adressiert ist125 (mehrere Dokumente
aus Memphis / Sakkara, wo es besonders viele Nichtägypter gab, wurden von Smith /
Martin 2009 veröffentlicht). Neuerdings ist ein weiterer Brief bekannt geworden, der –
leider ohne Titelangabe – einen persischen Funktionär nennt.126

2a) Psammetich IV. (um 486/85)


Dieser Gegenkönig, der in den Wirren nach dem Regierungsantritt des Xerxes nach der
Macht griff, ist von drei Papyri des vorhin genannten Dossiers der Gänsehirten von Hu
bekannt (Vleeming 1991, Texte Nr. 4; 7; 8). Es ist gut möglich, daß er mit dem gleich-
namigen Vater des Inaros (siehe unten 4a) identisch ist; sicher ist das in Anbetracht der
Beliebtheit des Namens Psammetich127 jedoch nicht. Die beiden erstgenannten Urkunden
nennen das Jahr 2, bei der dritten ist die betreffende Angabe verloren.

3) Xerxes (486–465)
Perserzeitliche ägyptische Quellen sind selten; demotische Nennungen sind bisher nicht
publiziert.
Quantitativ an erster Stelle sind zahlreiche zumeist aus Aragonit hergestellten Vasen zu
nennen, bei deren viersprachiger Beschriftung Posener ausgehend von der ägyptischen
Version zwei einander zeitlich ablösende Typen unterschieden hat:128
A: „König von Ober- und Unterägypten, Herr der beiden Länder, Xerxes, ewiglebend, Jahr
x“ (nsw-bjt nb t#wj %#-S#-y-#-rw-S# onX Dt H#t-sp x).
B: „Xerxes, der Großkönig“ (wörtlich „Pharao, der Große“, %#-S#-y-#-rw-S# pr-o# p# o#).
Am interessantesten ist das Stück mit der von Posener noch nicht bemerkten demotisch
geschriebenen Notiz, die das Fassungsvermögen angibt: Maßangabe kpD 12 „12 Kapithe“
(1,2 l).129

124 Pestman / Vleeming 1994, Nr. 7 (Turin 2122) und 8 (Bibliothèque Nationale 223). Zu einer weiteren
demotischen Sklavenverkaufsurkunde aus der Perserzeit vgl. unten zu Artaxerxes I.; zur Sklaverei im
alten Ägypten vgl. Vittmann 2006a.
125 Der Brief an den „General“ Mithracha(?) ist publiziert von Smith / Kuhrt 1982. Für Fremdnamen aus
den perserzeitlichen Sakkara-Papyri vgl. Smith 1992; Smith / Martin 2009; zur Analyse Tavernier
2007. Eine kurzgefaßte Auswertung des von Smith vorgelegten Materials unter ethnischen Aspekten
unternahm Johnson 1999.
126 Papyrus Groppi; vgl. vorläufig D. Devauchelle, in: Loeben / Wiese 2008, Katalognr. 111 mit
Farbtafel. Der Funktionär heißt Prtt, was eindeutig zu *FradƗta- (Tavernier 2007, 180f. (4.2.580)) zu
stellen ist.
127 Zu den verschiedenen Herrschern dieses Namens vgl. Carrez-Maratray 2005, 38–39.
128 Posener 1936, 140–145 Nr. 43–77 (ab Nr. 54 fragmentarisch).
129 Yale University Art Gallery 1.7.1954 (Leihgabe). Das Stück wurde aufgelistet von Posener 1936, 144
Nr. 53. Vollständige Publikation Ritner 1996; die demotische Inschrift ist aufgenommen bei
Vleeming 2001, 8 Nr. 22. Zur Etymologie von kpD vgl. zuletzt Tavernier 2007, 449 (4.4.14.3
*kapiþa-).
396 Günter Vittmann

Eine Apisbronze aus dem Jahr 17 eines ungenannten Herrschers ist der Regierungszeit
des Xerxes zugewiesen worden.130 Da für Xerxes sowie für seinen Nachfolger keine
Apisstelen nachgewiesen sind, wäre zeitlich natürlich genügend Spielraum vorhanden; die
Stele könnte aber auch in die Zeit Dareios’ I. zu datieren sein, denn hier muß es noch einen
weiteren Apis gegeben haben als die bisher bekannten (siehe Tabelle 1 im Anhang).
Der Versuch, Pshrs, Variante Psrs ( , ), den Namen des Sohnes des Stifters,
als p# srs „der SarƯs“ zu interpretieren, ist abzulehnen, wenngleich der Name in der Tat
auch sonst in der 27. Dynastie belegt ist und unägyptisch wirkt.131
In die Zeit des Xerxes (Jahr 1?) datiert nach H. Smith möglicherweise eine demotische
Inschrift, die die Beisetzung einer für uns anonym bleibenden „Apismutter“ betrifft.132
Drei Xerxes nennende demotische Ostraka aus den Grabungen in Ain Manawir
(Charga) sind noch unpubliziert.133
Eine hieroglyphisch-aramäische Totenstele134 aus dem Jahr 4 des Xerxes gehörte einer
Frau mit dem semitischen Namen Aᒒat-abu: Die Darstellung mit Opferszene, Einbalsamie-
rung und Totenklage ist nicht ungewöhnlich; wir besitzen mehrere vergleichbare Stücke,
die an Stil und Komposition verraten, daß die Stücke von Nichtägyptern für Nichtägypter
hergestellt wurden. Eine genaue Datierung ist jedoch sonst auf derartigen Stücken unüblich.
Darüberhinaus bemerkenswert ist aber auch die Angabe über die Herkunft der Steleninha-
ber, nämlich aus der Stadt ᏡSTMᏡ (%#st-VmHw), also Marea im libysch-ägyptischen
Grenzgebiet mit seiner von Herodot (II 30, 2) erwähnten Garnison.
Spätestens in frühptolemäischer Zeit stand Xerxes authentischer ägyptischer
Überlieferung zufolge – und nur von dieser soll ja hier die Rede sein – im Ruf eines
gottlosen Herrschers. Dies entnehmen wir der sogenannten Satrapenstele,135 die den König
%SryS als den Frevler nennt, der den Priestern von Buto tempeleigenes Land weggenommen
hatte. Um die Verworfenheit des Herrschers sinnfällig zu machen, wird sein Name nicht
nur ohne Kartusche geschrieben, sondern mit einem speziellen Feind-Determinativ
136
versehen ( ; ), außerdem werden dem Namen die Zeichengruppen

130 Schott 1967 (datierte Apisbronze aus Wiener Privatbesitz, unter Berücksichtigung der nicht explizit
datierten, eindeutig von derselben Person (P#-dj-Hr-Xb) gestifteten Bronze Louvre E 5888). Vgl. auch
Thiem 1996, 105.
131 Schott 1967, 95–97 identifiziert srs mit dem Titel srs (bei Athiyavahya, auf den sie den Namen als
Appellativ beziehen möchte) / sarƯs, erklärt aber das h in der Form Pshrs nicht. Auch waren ihr die
anderen hieroglyphischen und demotischen Belege für den Namen P#-shrs und sein weibliches
Gegenstück v#-shrs nicht bekannt; vgl. Vittmann 2006b, 578 Anmerkung 74.
132 Smith 1972, 180.
133 Erwähnt von Chauveau 2004, 39.
134 Porten 1999, 254 (D20.3); Photo bei Vittmann 2003, 107 Abbildung 47 (vgl. auch 106; 110). Die
Identifizierung des Ortsnamens auf Grund einer Neulesung der aramäischen Wiedergabe hat zuerst
Yoyotte 1995 erkannt.
135 Kairo CG 22182 (Kamal 1904/05, 168–171, plate LVI); hieroglyphisch am bequemsten zugänglich
bei Sethe 1904, 11–22. Letzte Übersetzung R.K. Ritner, in: Simpson 2003, 392–397 (und Literatur
579–580). Vgl. auch hier weiter unten.
136 Zeile 9; 10; 11 (Hieroglyphentype nicht exakt; es handelt sich um eine Sonderform, die einen
geköpften, niedergestochenen und gebundenen Feind darstellt).
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 397

für „Feind“ bzw. „Rebell“ vorangestellt.137


Auf die Frage „Seiner Majestät“ (Hm=f) – und das sollte aus phraseologischen Gründen
Chababasch sein, nicht Ptolemaios138 –, wie die Götter den Frevler bestraft hätten, antwor-
ten die Priester nach der allgemein üblichen Auffassung Folgendes: „Er (Horus) schickte
den Feind %SryS sowie seinen ältesten Sohn aus seinem Palast fort. Es wurde an diesem
Tage in Sais (der Stadt) der Neith bekannt neben der Gottesmutter (Neith).“ (wD.n=f Xftj
%SryS m sbXt=f Hn(o) s#=f wr sj#=s m c#w n Nt m hrw pn r-gs mwt-nTr Zeile 11).
Man kann nicht oft genug betonen, daß %SryS nicht einfach als Abkürzung „Xerxes“
anstelle von vollständigem „Artaxerxes“ interpretiert werden kann. Nach den vertrauten
gräzisierten Namensformen schiene dies zwar ohne weiteres vorstellbar, maßgeblich für die
ägyptischen Wiedergaben sind jedoch nicht die Gräzisierungen, sondern die altpersischen
Originalformen in (weitgehend exakter) aramäischer Vermittlung. Hier unterscheidet sich
nun altpersisch XšayaᒮšƗ / OCYARC (und ähnliches) „Xerxes“ fundamental von ᏼtaxšaçƗ /
ARvOCcC „Artaxerxes“, so daß %SryS (mit graphischer Metathesis) lautlich ohne jeden
Zweifel139 zu ersterem zu stellen ist.
Aus diesem Grunde scheint es mir methodisch geboten, %SryS nicht nur sprachlich, son-
dern auch historisch mit Xerxes zu identifizieren,140 auch wenn heute aus chronologischen
Gründen oft Artaxerxes III. bevorzugt wird.141 Träfe dies zu (vgl. im einzelnen unten unter
Artaxerxes III. und Arses), könnte aus den genannten Gründen auf keinen Fall eine Abkür-
zung (Arta-)Xerxes vorliegen,142 vielmehr wäre dann „Xerxes“ gleichsam als Appellativ
auf einen späteren Herrscher übertragen worden.143
Nach Ladynin ist diese Vertreibung aus dem Palast nicht wörtlich zu verstehen, sondern
auf die in Ägypten zurückgebliebenen Truppen des angeblich von seinem Sohne Arses
begleiteten Artaxerxes’ III., den er hinter %SryS erblickt, gemünzt.144 Ist dagegen %SryS
auch historisch mit Xerxes (I.) zu identifizieren, spielt die zitierte Passage der Satrapenstele
auf die von der griechischen Geschichtsschreibung überlieferte Ermordung des Xerxes und
seines Sohnes, des designierten Thronfolgers Dareios, an.145

137 Zu den verschiedenen Möglichkeiten, Herrscher graphisch als Feinde zu bezeichnen, vgl. Vittmann
2005, 210–211.
138 Ritner, in: Simpson 2003, 394 Anmerkung 6 bezieht Hm=f „with some hesitation“ auf Ptolemaios.
König war aber damals nach dem Zeugnis dieses Dokument Alexander IV.
139 Die Bemerkung von Ladynin 2005, 112, die phonetische Identität von %SryS mit Xerxes / sei „very
likely“, ist zu zahm. Sie ist nicht bloß sehr wahrscheinlich, sondern absolut sicher.
140 Vgl. in diesem Sinne zuletzt Klinkott 2007; Schäfer 2009.
141 Vgl. Briant 1996, 1044 („l’hypothèse Artaxerxes III (ou Artaxerxès IV/Arsès) me paraît plus
compréhensible que celle de Xerxès“); Ladynin 2005; Ladynin 2007, 340–345.
142 Ladynin 2005, 101–103 sieht sehr wohl, daß sich „Xerxes“ und „Artaxerxes“ im Altpersischen und
Ägyptischen voneinander stark unterscheiden, meint aber, der Grund für die Substitution von
„Xerxes“ anstelle von richtigem „Artaxerxes“ in der Satrapenstele gehe auf den Einfluß von „some
bearer(s) of the Greek language“, die auf die Textgestaltung Einfluß genommen hätten, zurück. Der
Ägypter müßte also dort, wo der Grieche „Xerxes“ für „Artaxerxes“ sagte, automatisch, schematisch
und gedankenlos das korrekte, aktenkundige Äquivalent von „Xerxes“, also eben im Sinne einer Aus-
sprache [XSayarSa] o.ä. substituiert haben. Das erscheint merkwürdig, denn der Name Artaxerxes war
in Ägypten natürlich aktenkundig (dagegen Arses nicht unbedingt).
143 Diese Erklärungsmöglichkeit schlägt Briant 1996, 1044 vor.
144 Ladynin 2005, 111–112.
145 Vgl. Klinkott 2007, 39–40.
398 Günter Vittmann

4) Artaxerxes I. (465–424)
In hieroglyphischer Überlieferung begegnet Artaxerxes I. in zwei Textgruppen.
Zunächst sind die meist datierten Inschriften des persischen Beamten Ariyavarta im
Wadi Hammamat146 aus den Jahren 5, 16 und 17 dieses Herrschers zu nennen (siehe
Tabelle 3). Aryavarta147 war ein – zweifellos jüngerer – Bruder des Athiyavahya und
offenbar dessen Nachfolger in der Leitung der Exkursionen in die Steinbrüche. Auch er war
Hrj Prs „Oberster von Persien“, während der Titel srs n Prs für ihn aus welchen Gründen
auch immer nicht bezeugt ist. Im Unterschied zu Eltern und Bruder führt er auch einen
ägyptischen Zweitnamen (Djedher, Ed-Hr), der auf ein gewisses Minimum an
Akkulturation deutet.148 (Diesen in der Spätzeit bei Ägyptern und Fremden verbreiteten
Namen trägt bemerkenswerterweise auch ein Wab-Priester, dessen Vater einen
iranischen(!) Namen hat).149
Die zweite Gruppe besteht aus viersprachigen Vasen mit der hieroglyphischen
Aufschrift „Artaxerxes der König“ (Typ A) bzw. „Artaxerxes, der Großkönig“ (Typ B)
( #-rw-T-X#-S-s-S# / #rtXSsS pr-o#, Typ B mit dem Zusatz p# o#).150 Typ B ist
also dem Typ B bei Xerxes analog.

Bemerkenswert, falls echt, ist die kurze Inschrift auf dem Fragment einer Dioritschale der
ehemaligen Sammlung Michaelides, wo auf eine verlorene Kartusche (nur der oberste Teil
des abschließenden Kartuschenrandes ist nach der publizierten Abzeichnung vorhanden)
die Zeichen s# #-rw-T-X-S-s-# / #rtXSs# „Sohn des Artaxerxes“ folgen.151
Der Sohn wäre dann wohl Dareios II. (vgl. zu diesem weiter unten).
Wenngleich keine Apisstelen bekannt sind, muß es heilige Apisstiere weiterhin gegeben
haben. Ganz abgesehen davon, daß dies die Zeit ist, auf die schließlich Herodots
einschlägige Schilderungen unmittelbar zutreffen sollten, haben wir vereinzelte demotische
Dokumentationen für die „Mütter des Apis“, die ebenfalls im Serapeum beigesetzt
wurden.152 Hier erscheint auf einer demotischen Stele, auf der die Daten mehrerer Apiskühe
aus der Zeit zwischen Amasis und Artaxerxes zusammengestellt sind, einmal der Königs-
name […]Ssß,153 also offenbar – vom regulären reichsaramäischen ’RTᏡŠSŠ abweichend –
die zum biblisch-aramäischen ʠʺʱ/ˈˇʧʺʸʠ (artaᒒšast) zu stellende Form von
Artaxšaça „Artaxerxes“ (I.?).154 Das Regierungsjahr ist leider nicht erhalten.

146 Posener 1936, 125–128 Nr. 31–34.


147 In den Schreibungen #-r-y-w-r-t#, #-r-y-w-r-tj, #-r-y-w#-r-t#, j-rw-y-w-r-t#; vgl. Tavernier 2007, 117
(4.2.134: *AryƗvrata- „ruling over Iranians“). Der Autor setzt ebenda (4.2.135) auf Grund der
elamischen Wiedergabe Har-ri-ia-mar-da einen weiteren altpersischen Namen *Aryavᒮta- „Iranian
hero“ an. Ich verstehe nicht, warum die Rekonstruktion *Aryavᒮta, wie sie für die elamische Wieder-
gabe gilt, nicht auch für die ägyptischen Formen möglich sein soll.
148 Vgl. Vittmann 2006b, 568.
149 Smith 1992a, 298 und 301; vgl. dazu Vittmann 2006b, 569–570.
150 Posener 1936, 146–147 Nr. 78–82. Zu den Artaxerxesvasen vgl. jetzt Schmitt 2001 und 2002.
151 Bresciani 1958a, 270 (mit Abzeichnung der linksläufigen Inschrift, aber ohne Photo); beschreibt das
Material als „diorite verde cupo e grigio“.
152 Vgl. Smith 1972 und 1992; Davies 2009.
153 Vgl. Smith 1972, 181; Davies 2009, 80 (x + 13). Die Lesung ist sicher.
154 Zur aramäischen, babylonischen, demotischen, hieroglyphischen und lydischen Nebenüberlieferung
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 399

Die insgesamt seltenen demotischen Belege des Königsnamens sind mit Ausnahme der
Münzen (siehe unten) in der Regel auf Artaxerxes I. zu beziehen. Das gilt für den ins Jahr
5, 2. Paophi, des [#]rßXSsS datierten Elephantine-Papyrus Wien D 10151, den sein Heraus-
geber Lüddeckens 1965 in die Zeit Artaxerxes’ III. setzen wollte. Aus paläographischen,
prosopographischen und relativchronologischen Überlegungen ist die Datierung in die Zeit
Artaxerxes’ I. entschieden vorzuziehen.155 Das Dokument bestätigt, daß Pfründenhandel
auch in der Perserzeit üblich war.
Zwei fragmentarisch erhaltene, aus dem Fayum stammende und inhaltlich eng zusam-
mengehörige demotische Papyri mit einer Datierung – die Angabe des Regierungsjahres ist
leider verloren – auf König #rßX[SsS] sind zunächst in die Zeit Artaxerxes’ III. gesetzt
worden,156 wofür es jedoch keinen plausiblen Grund gibt.157 Die Urkunde betrifft den
Verkauf von Sklaven, der demotisch für die Zeit nach Dareios I. (siehe oben) bisher nicht
bezeugt war.
Das Fragment einer weiteren aus dem Fayum stammenden Urkunde ist ebenfalls in die
Regierung des #rßXSsS (hier vollständig erhalten) datiert,158 auch hier ist vermutlich Arta-
xerxes I. gemeint.
In einigen Fällen ist eine Zuweisung an Artaxerxes I. aus prosopographischen Gründen
möglich, auch wenn kein Herrschername erhalten ist. Dies gilt für die Papyrusfragmente
mit den Daten 30, 36 und 38 und dem Personennamen Arsames (#rSm),159 mit dem der auch
von aramäischen Papyri aus der Zeit Dareios’ II. bekannte Satrap gemeint ist – nach Pheren-
dates der einzige, der in ägyptischen Quellen nachgewiesen ist.
Artaxerxes I. konnte auch in den reichen Funden an frühdemotischen Ostraka in Ain
Manawir,160 unweit von Dusch im Süden der Oase Charga, identifiziert werden. Diese
Ostraka, die bisher noch zum größten Teil unpubliziert sind, ergänzen das bisher bekannte
Material in höchst willkommener Weise: Während die hieroglyphischen und demotischen
Quellen aus dem Niltal überwiegend aus den ersten Jahrzehnten der Achämeniden-

von „Artaxerxes“ vgl. Tavernier 2007, 44–47 (2.2.5). Der (noch nicht vollständig und nachprüfbar
publizierte) Beleg aus Sakkara ist dort nicht berücksichtigt.
155 Vgl. die Argumente von Devauchelle 1995, 38–39 und C. Martin, in: Porten et al. 1996, 348 Anmer-
kung 1.
156 Papyri Sorbonne 1276 (hier der Anfang des Königsnamens) und 1277, publiziert von Cenival 1972.
157 Vgl. Devauchelle 1995, 39–40. Ergänzend ist anzumerken, daß ganz abgesehen vom allgemeinen
Schrifteindruck, der in die erste Perserzeit weist, auch die Nichtschreibung des Suffixes der 1. P. Sg.
(in |w(=j) dj.t wj=f „Ich werde veranlassen, daß er sich entfernt“, Pap. Sorbonne 1277, 3) besser zu der
Frühdatierung paßt. Seit dem 4. Jh. (gelegentlich auch schon früher) wird das Suffix nämlich in der
Regel als =j ausgeschrieben.
158 Sottas 1921, 54–56, Nr. 27, und planche XIV (eine neuere Bearbeitung fehlt). Für Cenival 1972, 31
Anmerkung 1 ist die Zuweisung an Artaxerxes III. (vgl. auch schon Sottas 1921, 55 sowie Bresciani
1958, 185) aus paläographischen Gründen sicher; ich habe da aber Zweifel. Devauchelle 1995, 40
weist mit Recht auf „la fragilité de ce type d’argumentation“ hin.
159 Vgl. Vittmann 2009, 103 (Papyrusfragment Mainz 17 aus dem Jahr 36) mit Verweis auf Smith 1992,
297 (2); 299 (vgl. jetzt Smith / Martin 2009, 31–39, Nr. 4).
160 Zu diesen seit den 90er Jahren entdeckten Ostraka vgl. besonders die Vorberichte von Chauveau
1996, 2003 und 2011. Zum Ort selbst und zu den qanƗts (arab. qanƗt ΓΎϧϘ „Kanal“, Plural qanawƗt
Ε΍ϮϧϘ) vgl. Wuttmann 1996; Wuttmann 2003 (spricht von insgesamt 22 archäologisch identifizierten
qanƗts); Wuttmann et al. 2000; Briant 2001. Vgl. auch weitere Vorberichte im Bulletin de l’Institut
Français d’Archéologie Orientale.
400 Günter Vittmann

herrschaft – zu allermeist aus der Zeit Dareios’ I. – datieren, schließen sich die meisten
Ostraka aus Ain Manawir zeitlich daran an,161 eine Eigenschaft, die sie mit dem Großteil
des aramäischen Materials aus Elephantine gemeinsam haben.
Eine besondere Rolle spielte in Charga das offenbar von den Persern eingeführte raffi-
nierte Bewässerungs- und Kanalisationssystem, das durch die sogenannten qanƗts162 –
langen und tiefen unterirdischen, in den Fels gehauenen Galerien – bestimmt wird. Dem-
entsprechend geht es in den Ostraka öfters um die Rechte an der Nutzung von Wasser aus
diesen qanƗts.163

4a) Inaros (zwischen 463/462 und 454/453)


Im Jahre 2001 wurde in Ain Manawir (Charga) ein demotisches Ostrakon entdeckt, das ins
Jahr 2, Monat Tybi, eines gewissen Inaros datiert ist. Die Datierung nach einem offen-
sichtlich illegitimen Herrscher – der Herausgeber164 las hier AIr.t-Or-r=w p# wr n n# bks.w
„Inaros, der Fürst der Rebellen“ – ist natürlich höchst bemerkenswert. Dabei schien
zunächst nicht zu stören, daß ein Rechtsdokument (es geht hier wieder um Wasserrechte,
vgl. oben unter „Artaxerxes II.“) expressis verbis nach einem Rebellenführer datiert worden
sein sollte, und dies umso weniger, als ein libyscher, von Artaxerxes I. hingerichteter
Dynast namens Inaros, Sohn des Psammetichos, ja von antiken Quellen (Herodot III 12, 4;
15, 3; VII 7; Thukydides I 110, 3; Diodor XI 71, 3) gut bekannt war.165 In einer Inschrift
des 5. Jh.s v.Chr. aus Samos erscheint er als ş€o„Œ… ktz‡rŠ[‚(ˆ) Ù ‡ğ… UÐvƒ‡]‚(ˆ)
ut†|~xԊ.166
Kürzlich hat Winnicki überzeugend argumentiert, daß nicht bks.w „Rebellen“ zu lesen
ist, sondern Bkn.w, was dem von Herodot (IV 171) erwähnten libyschen Stamm der
ǺȐțĮȜİȢ entspricht; Inaros ist somit „Fürst der Bakaler“, die schon in der Ramessidenzeit
belegt sind.167 Inaros hat sich also auch als ein in den Oasen anerkannter Herrscher als Fürst
seines Stammes titulieren lassen in derselben Weise, wie die libyschen Könige der 22.
Dynastie von Haus aus „Große der Ma“ (wr M) – eines anderen libyschen Stammes –
waren.

161 Nach Chauveau (2003, 39) umspannen die datierten Ostraka den Zeitraum von 528 (Jahr 43 des
Amasis) bis 370/69 /Jahr 12 Nektanebos’ I.).
162 Vgl. oben Anmerkung 160.
163 Ein Beispiel aus dem Jahr 36 Artaxerxes’ I. (429) übersetzt bei Chauveau 2003, 40. Vgl. auch unten
4a) Inaros.
164 Chauveau 2004 (danach auch Vittmann 2005, 219).
165 Vgl. Briant 1996, 591–594; Winnicki 2006.
166 Zitiert von Winnicki 2006, 137 (mit Literatur in Anmerkung 9).
167 Winnicki 2006 mit Hinweis auf den Stamm der Bqnw im Papyrus Harris I 77,3 (in einer Aufzählung
libyscher Stämme). – Die demotische Schreibung (Chauveau 2004, Tafel IV) ist in der zweiten Hälfte
nicht ganz klar zu erkennen, die alte Lesung bks.w war aber wegen der für das angebliche s
anzunehmenden unüblichen Schreibung auffällig.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 401

5) Dareios II. (423–404)


Man liest nicht selten, daß dieser Herrscher in hieroglyphischen Quellen nicht bezeugt
sei.168 Zwar kennen wir keine wirklich gesicherten zeitgenössischen Belege, aber das Pro-
blem liegt darin, daß die ägyptischen Schreibungen für „Dareios“169 nichts darüber aus-
sagen, welcher gemeint ist: Es ist ja auch von vornherein nicht zu erwarten, daß die persi-
sche Originalform (DƗrayavahuš) von den Ägyptern je nach Herrscher unterschiedlich
wiedergegeben worden sein sollte.170
Aus diesem Grunde ist nicht mit letzter Sicherheit zu entscheiden, auf wen sich die
Kartusche T-rw-y-w-h-S# / TrywhS auf einem Block in Elkab171 bezieht. In Fäl-
len wie diesem geht man meist von Dareios I. aus, es läßt sich aber keineswegs ausschlie-
ßen, daß eher Dareios II. gemeint sein könnte (den dritten Namensträger glaube ich freilich
unbesehen ausschließen zu dürfen).

a) Dareios im Hibistempel?
Nicht einfach zu beantworten ist die Frage, ob Dareios II. am Hibistempel im Charga aktiv
war, wie des öfteren angenommen wird,172 oder nicht. Die Befürworter dieser mit stilkriti-
schen Mitteln kaum zu untermauernden Hypothese können darauf hinweisen, daß in der
Dekoration des Tempels drei verschiedene Thronnamen gebraucht werden. Einer regulären,
nur auf der rückwärtigen Außenwand belegten Bildung ctwt-ro („der an Re angeglichen
ist“?173) stehen auf den übrigen Außenwänden – und nur hier – stets Mry-jmn-ro „Geliebt
von Amun-Re“ sowie im Tempelinneren die unregelmäßig gebildeten Thronnamen Mry-
jmn-ro-nb-hbt-nTr-o#-wsr-XpS (und ähnliches) „Geliebt von Amun-Re, Herrn von Hibis, dem

168 Vgl. etwa De Meulenaere 1975, 993 („son nom n’y est attesté que dans les papyrus araméens
d’Eléphantine“); Schneider 1996, 163 („nur in den aramäischen Papyri aus Elephantine bezeugt“);
Beckerath 1999, 221 („Xerxes II., Dareios II. und Artaxerxes II. nicht hieroglyphisch belegt“).
169 Zu den Schreibungen vgl. Posener 1936, 162–163; für das Demotische vgl. Cruz-Uribe 1992/93 mit
weiterer Literatur.
170 Auch die unterschiedlichen Schreibungen des Anlauts, die bis zu einem gewissen Grad ein Datie-
rungskriterium für einen Ansatz innerhalb der ersten oder zweiten Hälfte der Regierung Dareios’ I.
darstellen (vgl. Posener 161–163; skeptisch jedoch Cruz-Uribe 1992/93, 8; vgl. auch Gozzoli 2006,
116 Anmerkung 12), können nicht zwingend eine eventuelle Bezugnahme auf Dareios II. aus–
schließen.
171 Vgl. Capart 1937, 9 (spricht hier neutral von „cartouche de Darius“, die auch reproduziert wird) und
1940, 21; Münsteraner „Monspaet“-Datenbank (vgl. Anmerkung 1; letzter Zugriff Mai 2009),
Datensatznummer 1076; als einziger Beleg für Darius II., jedoch mit Fragezeichen. Ein Farbphoto
eines in situ befindlichen Blocks bei Vittmann 2003, Tafel 19a. Datierung unter Dareios I. auch bei
Arnold 1996, 104; Briant 1996, 491; Blöbaum 2006, 344. Arnold 1999, 74 spricht in diesem Zusam-
menhang plötzlich von Dareios II., 318 jedoch von Dareios I. Zur Schreibung von Dareios mit h vgl.
oben Anmerkung 79.
172 Vgl. Briant 1996, 620 und 1007 (mit Literatur). Mit einer Tätigkeit Dareios’ II. im Hibistempel in
Charga rechnen unter anderen Gauthier 1916, 154–155 (obwohl er kurioserweise umgekehrt die ein-
deutigen Belege im großen Schenkungstext von Edfu Dareios I. zuschreibt, siehe unten Anmerkung
175); Arnold 1996, 153 (vorsichtigerweise mit Fragezeichen); vgl. auch Willeitner 2003, 30: „Neben
Darius I. (...) ist wohl auch Darius II. am Tempelgebäude inschriftlich belegt“ (ohne weitere
Angaben).
173 Zur Bedeutung vgl. Serrano Delgado 2001, 181 („Aquél que ha sido hecho igual / semejante a Ra“).
402 Günter Vittmann

großen Gott, mit mächtigem Arm“ gegenüber. Brugsch174 und später Gauthier175 bezogen
Mry-jmn-ro mit und ohne Erweiterung auf Dareios II., während Cruz-Uribe176 nach ein-
gehendem Studium der Dekoration zu dem Ergebnis gelangte, daß sich die Kurzform Mry-
jmn-ro am ehesten auf Dareios II. bezieht, die längeren Bildungen dagegen ebenso wie
ctwt-ro auf Dareios I.
Man erahnt die prinzipielle Problematik dieses Ansatzes: Wenn im Hibistempel wirk-
lich zwei Könige des Namens Dareios aktiv waren, wäre es a priori am logischsten und
einfachsten, den regulär gebildeten Thronnamen ctwt-ro auf den ersten und die Form Mry-
jmn-ro mit oder ohne Erweiterung auf den zweiten zu beziehen. Genau dies ist nun aber
offenbar nicht möglich; nach Cruz-Uribes Untersuchungen kommt man um die Annahme
eines Thronnamenwechsels Dareios’ I. nicht herum. Evident ist, daß ein Thronname mit der
Aussage „Geliebt von Amun-Re, Herrn von Hibis“ eine auf die spezielle lokale Situation
zugeschnittene ad-hoc-Lösung ist,177 während ein regulärer Thronname in Ägypten immer
mit „Re“ als letztem Bestandteil gebildet ist. Die Kurzform Mry-jmn-ro erfüllt diese Bedin-
gung zumindest äußerlich,178 so daß nicht recht klar ist, ob es sich einfach um eine Abkür-
zung von Mry-jmn-ro-nb-hbt-nTr-o#-wsr-XpS (und ähnliches) als Bezeichnung Dareios’ I.179
oder aber eben doch um den Thronnamen Dareios’ II. handelt. Hier eine Übersicht über die
Verteilung der verschiedenen Thronnamen:

Name Tempelinneres Außenwände


- 48; 49
ctwt-ro = Dareios I.
B (8–10; 12–14; 18); -
und ähnlich; E1 (16) G (18); J
Mry-Jmn-ro-nb-!bt-nTr-o#-wsr-XpS u.ä. = Dareios I. (21); M (30–35)
- 44–47;180 50;
Mry-Jmn-ro = Dareios I. oder II.? 51

174 Brugsch 1878, 17–21, demzufolge „aller Wahrscheinlichkeit nach der Thronname Mi-amun-rƗ auf
den zweiten Darius, das Schild Mi-amun-hib-user-Ȥopeš auf den dritten Darius zu beziehen sein
dürfte“ (18). So weit, auch den letzten Achämenidenherrscher im Hibistempel identifizieren zu
wollen, ging in der Folge allerdings meines Wissens niemand.
175 Gauthier 1916, 154–155.
176 Cruz-Uribe 1987, 228.
177 In gewisser Weise eine Parallele stellt der thebanische Hohenpriesters Herihor dar, der als König in
Theben einfach den Thronnamen ½Om-nTr-dpj-n-Jmn¿ „Erster Prophet des Amun“ annahm; vgl.
Beckerath 1999, 176–177.
178 Vgl. die Königsnamen Mry-Ro und Mr.n-Ro (jeweils die Thronnamen von Phiops I. und
Menthesuphis) aus der 6. Dynastie.
179 Dies ist die verbreitetste Annahme; vgl. Beckerath 1999, 220–221 (gibt irrig nXt-XpS anstelle von wsr-
XpS); Blöbaum 2006, 394–395 (beide rechnen alle diese Benennungen Dareios I. zu, ohne andere
Deutungsmöglichkeiten auch nur zu erwähnen).
180 Die Bauinschrift auf der nördlichen Außenwand (plate 44/45) spricht ausdrücklich von der
Erneuerung eines bestehenden Monuments: „Er erbaute dieses Haus erneut aus Kalkstein (...), <im>
Erneuern seines Denkmals als etwas, das anfänglich gemacht worden war“ qd.n=f pr pn <m> m#w m
jnr HD (...) <m> sm#wj mnw=f m jr {n} m-S#o (der ägyptische Text ist syntaktisch offenbar nicht ganz
in Ordnung). Vgl. Cruz-Uribe 1988, 148 „renewing his monument as what had been done before“.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 403

(Um Mißverständnissen vorzubeugen, ist darauf aufmerksam zu machen, daß zu jeder


dieser drei Namensformen der Geburtsname „Dareios“ explizit belegt ist, und zwar stets in
der Form . Einzelnachweise sind für unsere Zwecke überflüssig).
Das Argument, Dareios II. könne deswegen nicht gemeint sein, weil die Perserkönige
nach Dareios I. sich nicht mehr in die traditionelle Rolle eines ägyptischen Pharaos füg-
ten,181 ist untauglich (vgl. den folgenden Absatz); man erliegt hier leicht der Gefahr eines
Zirkelschlusses. Eine sichere Entscheidung zwischen Dareios I. und II. erscheint mir derzeit
kaum möglich, man sollte jedenfalls beide Alternativen im Auge behalten.

b) Dareios II. im Katastertext von Edfu


Es wird oft übersehen, daß es eine im Zusammenhang eindeutige, wenngleich postume,
Nennung Dareios II. gibt, und zwar in dem Katastertext, der an der östlichen Außenmauer
des Tempels von Edfu angebracht ist. In dieser umfangreichen Inschrift werden die Lände-
reien, die sich im Besitz des Horustempels von Edfu befanden, mit detaillierten Angaben
aufgelistet.182 Für unser Anliegen sind die folgenden Einträge, die die Gesamtsumme dieser
Ländereien angeben, von Bedeutung:183
„macht die Summe der Felder der Opferstiftung des Horus Behedeti, des großen
[Gottes, des Herrn des Himmels … … … ]
[die] Felder, die gestiftet wurden bis zum Jahr 15 des […:184 … …];
&Felder\, die gestiftet wurden bis zum Jahr 31[+5] des &Dareios\ (I.): 5128 1/8 1/16;
bis zum Jahr 19 des Dareio[s (II.): … … …] 1368 ½ 1/8 1/16;
was Nektanebos II.185 gestiftet hat: 1500.“
An anderer Stelle heißt es:186
187
„Der Gau von Pathyris bis zum Jahr 19 des Dareios (II.) ( ): Das, was
im Schreibbüro eingetragen wurde“ (etc.).

181 Winlock 1941, 7–8.


182 Maßgebliche Edition und Bearbeitung Meeks 1972 (vgl. Chassinat 1932, 216,7–250,13); neue
Transkription und Übersetzung bei Kurth 2004, 393–466.
183 Revidierter hieroglyphischer Text (vgl. Chassinat 1932, 219, 4–9; Chassinat 1934, planche 646, die
letzten beiden Zeilen links) bei Meeks 1972, 75*,14–76*,8; Übersetzung 52. Neueste, hinsichtlich der
Auffassung der Zahlenangaben jedoch abweichende Übersetzung (mit hieroglyphischer Transkrip-
tion) bei Kurth 2004, 402.
184 Nach Meeks 1972, 135 kommt nur Schabaka oder Necho II. in Betracht.
185 Der Herrscher ist durch die ägyptische Namensform (NXt-Hr-Hbjt) eindeutig identifiziert.
186 Chassinat 1932, 248, 3–4; Chassinat 1934, planche 654 (4. Zeile von rechts); Meeks 1972, 5*, 7–10
und Übersetzung 20; Kurth 2004, 459. Hieroglyphischer Text dieser Passage auch bei Leitz 2004,
102.
187 Beachte die Determinierung mit dem „Fremdland“-Zeichen (an der zuvor zitierten Stelle ist „Dareios“
beide Male stark beschädigt).
404 Günter Vittmann

Aus dem Zusammenhang geht eindeutig hervor, daß Dareios I. und II. mit ihren 36 bzw.
19 Regierungsjahren gemeint sein müssen.188 Die Erwähnung dieser beiden Achämeniden
impliziert staatliche Schenkungen an den Tempel, was besonders im Falle von Dareios II.
durchaus von Interesse ist: Vor diesem Hintergrund ist es also keineswegs unwahrschein-
lich, daß er auch im Hibistempel von Charga aktiv war, auch wenn dies bisher nicht zu
beweisen ist.189

c) Dareios II. in den Ostraka von Ain Manawir


Demotisch ist Dareios II. in den letzten Jahren durch eine Reihe von Ostraka aus Ain
Manawir (Charga) bekanntgeworden.190 Die Datierung gerade auf Dareios II. und nicht I.,
an den man zunächst natürlich denkt, ergab sich aus der in mehreren Ostraka vorkommen-
den Erwähnung des Staters. Der früheste Beleg für diese Währung in Ägypten kann nun-
mehr ins Jahr 14, Monat Mesore (November 410) datiert werden.191
Die aus einem Tempelarchiv stammenden Ostraka informieren uns über das Leben in
einer entlegenen perserzeitlichen Siedlung. Außer in den Königsnamen tritt uns nichts
Persisches entgegen, die erwähnten Individuen bewegen sich offenbar in einem rein
ägyptischen Milieu. Der Kult einer besonderen Osirisform Osiris-iu (Ws|r-|w), die im nahe-
gelegenen Tempel von Dusch verehrt wurde, tritt uns hier zum ersten Mal entgegen.192
Ohne Parallelen im Niltal ist eine Abmachung aus dem Jahr 17 Dareios’ II. (407), die
das Recht zur Vogeljagd betrifft.193

d) Dareios II. auf Serapeumsstele?


Eine Stele aus dem Serapeum194 dokumentiert die Arbeiten in der Gruft des Apisstieres im
Jahr 18 Ptolemaios’ III., wobei Aufstellungen der Arbeiterfamilien „vom Jahr 11 des
Königs Dareios (trj#wS) bis zum Jahr 18 des Königs (Ptolemaios)“ (B 5–6) auf Grund dreier
älterer Stelen – außer derjenigen vom Jahr 11 des Dareios ist es eine vom Jahr 3 des
Hakoris und eine weitere vom Jahr 12 eines Ptolemaios (I.?) – kopiert wurden. Da eine
andere demotische Serapeumstele195 aus dem Jahr 31 des Dareios genau dieselben Personen
(und noch einige weitere) nennt, gelangte Revillout196 zu der plausiblen Ansicht, daß die

188 Gauthier 1916, 154 Anmerkung 4 lehnte die schon von einigen früheren Gelehrten (er zitiert
Eisenlohr und Dümichen) gefundene Erkenntnis, daß sich die Angabe „Jahr 19 des Dareios“ in Edfu
auf Dareios I. bezieht, ohne nähere Begründung ab („doit être rapporté à Darius Ier“; vgl. in diesem
Sinne Gauthier 1916, 143 (XI)). Obwohl Meeks 1972, 20; 52; 57 (26) und 134–135 den Sachverhalt
klargestellt hat, wird die Erwähnung von „Dareios“ im Schenkungstext von Edfu in der „Monspaet“-
Datenbank (siehe Anmerkung 1; Datensatz 969, Eingabe 22. 6. 2001; letzter Zugriff Mai 2009)
immer noch – ohne Nennung der Publikationen von Chassinat und Meeks! – pauschal auf Dareios I.
bezogen. Richtig dagegen etwa Briant 1996, 1007.
189 Vgl. Chauveau 1996, 37 Anmerkung 8: „nullement prouvé“.
190 Vgl. Chauveau 1996; 2000; 2003; 2011. Die Publikation des Materials steht noch aus.
191 Vgl. Chauveau 2000, 138–139 (Doc. 1).
192 Vgl. Chauveau 1996, 38–39. Zum römerzeitlichen Tempel von Dusch siehe Dils 2000 (insbesondere
das Kapitel „Götter und Kulte“, 187–232).
193 Vgl. Chauveau 1996, 42–43 und Fig. 4 (mit teilweiser Übersetzung); 2003, 39 (kleines Farbphoto).
194 Louvre IM 3355, publiziert von Devauchelle 1994, 109–114.
195 Louvre IM 15. Für die Übersendung von Photos danke ich Didier Devauchelle sehr herzlich.
196 Revillout 1888, 134; Revillout 1896, 431 N° 110.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 405

Kopie auf der ptolemäischen Stele auf dem uns erhalten gebliebenen Original basiert, nur
daß der Kopist die Jahreszahl anstelle von 31 als 11 verlesen hatte. Wenn nun aber die
originale Stele aus dem Jahr 31 stammt und somit eindeutig Dareios I. zuzuweisen ist,197
muß diese Zuschreibung logischerweise auch für den Dareios der ptolemäischen Stele
gelten,198 schließlich liegen Jahr 31 Dareios’ I. (491) und Jahr 11 Dareios’ II. (412) fast
achtzig Jahre auseinander.

6) Artaxerxes II. (in Persien 404–359)


Kurz nach der Thronbesteigung Artaxerxes’ II. fiel der Großteil Ägyptens ab. Ein libyscher
Fürst namens Amyrtaios (Jmn-jr-dj-s), der sich auch den libyschen Namen Psammetich
beilegte und darum jetzt als Psammetich V. gezählt wird,199 ergriff für kurze Zeit die Herr-
schaft (404–398). In der ganzen altägyptischen Geschichte ist es das einzige Mal, daß eine
Dynastie nur aus einem einzigen Herrscher bestand.
Artaxerxes II. wurde, wie die neuen Ostrakafunde aus Ain Manawir in der Oase Charga
zeigen, dort noch zwischen 404–401 anerkannt; die aramäischen Elephantinepapyri bieten
dasselbe Bild. Die in einem Ostrakon aus Ain Manawir vorkommende Datierung ins Jahr 3
eines Königs #rß „Arta“(!) muß sich auf Artaxerxes II. beziehen, da die Erwähnung des
Staters einen Ansatz schon unter Artaxerxes I. mit Sicherheit ausschließt.200

III. Zweite Perserzeit (343–332)

1) Statuentorso Brooklyn
Die ungewöhnliche Statue Brooklyn 71.139 zeichnet sich durch iranische Ikonographie aus
(in zwei Steinböcke endender Torques, „persischer Mantel“). Den Kopf ziert ein Uräus; die
Figur stellt aber wohl doch keinen König dar, sondern einen für uns anonym bleibenden
Beamten im Dienste des Großkönigs, vielleicht sogar den Satrapen. Die übliche Datierung
in die Zweite Perserzeit dürfte als sicher gelten.201

2) „Autobiographien“
Es erscheint merkwürdig, daß wir für diese so kurze Epoche202 mehr „biographische“ Quel-
len von Zeitzeugen besitzen als für die erste, die doch mehr als ein Jahrhundert währte.203
Allerdings sind diese Quellen leider undatiert, so daß bisweilen der exakte Ansatz der
betreffenden von in ihnen erwähnten Ereignisse in die Zweite Perserzeit nicht ganz klar ist.

197 Devauchelle 1994, 104 führt IM 15 dementsprechend unter den Quellen für die Apisbestattung im
Jahr 31 Dareios’ I. auf.
198 Devauchelle 1994, 104–106 schrieb das in Louvre E 3355 belegte Jahr 11 Dareios II. zu und
vermutete für dieses Jahr eine Apisbeisetzung. Diese Annahme ist im Hinblick auf den Zusammen-
hang mit IM 15, wie er mir freundlicherweise bestätigte (Email 9. 5. 2009), hinfällig.
199 Vgl. Chauveau 1996, 45–47.
200 Chauveau 1996, 43–44; Chauveau 2000, 139, Doc. 4.
201 Vgl. Josephson 1997, 2 und plate 1b; Málek et al. 1999, 155 (800–868–110) („probably a satrap
rather than a king“).
202 Vgl. zusammenfassend Lloyd 1994 und speziell zu den politisch-militärischen Aspekten der
Rückeroberung durch die Perser Agut-Labordère 2008.
203 Vgl. zusammenfassend Menu 1998a; Menu 2008; siehe auch Briant 1996, 878–881; Vittmann 2003,
142–144.
406 Günter Vittmann

Dazu kommt, daß der Schauplatz des Geschehens gerade in den entscheidenden Punkten oft
außerhalb Ägyptens liegt. Insofern dokumentieren diese Quellen also die persische
Herrschaft über Ägypten eher unter dem Gesichtspunkt des temporären Abzugs ägyptischer
Spezialisten an den persischen Hof, wie wir dies ja schon von Udjahorresnet kennen.

a) Der älteste Sohn Nektanebos’ II.


Die Inschriften auf dem Torso einer Tempelstatue weisen ihren Besitzer – der Name des
Mannes ist nicht erhalten, könnte aber Tjahapimu (V#-Hp-jm=w) gelautet haben – als ältes-
ten Sohn Nektanebos’ II. und als „Ersten Generalissimus Seiner Majestät“ (jmj-r# mSo wr
dpj n Hm=f) aus.204 Die Reste einer autobiographischen Passage lauten:
„[---] in meiner Arbeit für die Herrin der Götter (das heißt Isis). Ich war unter den
Ausländern (wn=j jmjtw X#swt). Sie (Isis) verschaffte mir einen Spitzenplatz im
Herzen ihres (der Ausländer) Herrschers (sXnt=s st=j m jb n Hq#=sn). Sie brachte
mich (zurück) nach Ägypten (jn=s wj r B#qt).“
Der Herrscher der Ausländer/Fremden ist wie in den Inschriften dieser Zeit fast immer
der Perserkönig. Anders als etliche seiner Landsleute war der Prinz gewiß nicht als Arzt am
persischen Hof, sondern als Geisel. Nach der Flucht seines Vaters nach Nubien und seinem
Verzicht auf den Thron wurde der Sohn nach Ägypten entlassen.

b) Sogenannte „Neapelstele“ des Sematauitefnacht205


Eigentlich handelt es sich um eine zu einer nicht erhaltenen Statue gehörende Naosplatte,
die die Römer seinerzeit herausgeschnitten hatten und von ihrem ursprünglichen
Aufstellungsort, dem Tempel des Harsaphes in Herakleopolis, nach Pompeji brachten und
dort im Isistempel verbauten. In eine Hymne an seinen Heimatgott Harsaphes baut
Sematauitefnacht (cm#-t#wj-t#j=f-nXt) die Schilderung persönlicher Erlebnisse ein. Gewiß
wegen seiner medizinischen Fähigkeiten gewann er wie Udjahorresnet die Gunst des
Perserkönigs und wurde von diesem als hochrangiger Arzt206 eingesetzt. Unter nicht näher
erläuterten Umständen wurde er Zeuge einer Schlacht, bei der es sich nach üblicher Ansicht
um die von Issos (333) oder Gaugamela (331) gehandelt haben muß,207 konnte aber schließ-
lich glücklich und wohlbehalten in die Heimat zurückkehren.
„Du (Harsaphes) hast mich ausgezeichnet unter Millionen, als du dich von Ägypten
abwandtest208 (Tn=k wj Xnt HH(w) m jr.n=k s#=k r B#qt),

204 Clère 1951 (die im folgenden übersetzte Passage auf 148); vgl. zuletzt die historische Interpretation
der Inschrift von Agut-Labordère 2008, 24 (korrigiere aber sein sXn.t=s |m |b zu sXnt=s s.t=| m |b).
Zur Familie der Könige der 30. Dynastie vgl. die neue Rekonstruktion von Engsheden 2006, der zwei
Träger des Namens V#-Hp-jm=w jeweils als Vater (wie bereits bekannt) und Sohn Nektanebos’ II.
ansetzt.
205 Hieroglyphentext an bequemsten zugänglich bei Sethe 1904, 1–6. Kommentierte Neuedition Perdu
1985; letzte Übersetzung Sternberg el-Hotabi 2005. Vgl. auch Verhoeven 2005, 280; 593–594.
206 Der ihm beigelegte Titel „Vorsteher der Wab-Priester der Sachmet“ kennzeichnet den Träger als
Experten der Heilkunst; vgl. Känel 1984.
207 Vgl. unter anderem Perdu 1985, 108 (t); Burkard 1994, 40 (mit weiterer Literatur Anmerkung 29).
208 Offenbar Anspielung auf die zweite persische Eroberung. Hinter dem ägyptischen Terminus jr s#
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 407

du setztest die Liebe zu mir ins Herz des Herrschers von Asien209 (dj=k mr(w)t=j m
jb n Hq# cTt), während seine ‚Freunde’ Gott um meinetwillen priesen (smHrw=f dw#
nTr n=j).
Er machte für mich das Amt eines Vorstehers der Wab-Priester der Sachmet an der
Stelle meines Bruders von meiner Mutter her, des Vorstehers der Wab-Priester der
Sachmet von Ober- und Unterägypten Nechtheneb (jr.n=f n=j j#wt jmj-r# wob(w)
cXmt m st sn=j n mwt=j jmj-r# wob(w) cXmt n Cmow MHw NXt-Hnb).
Du beschütztest mich im Kampf der Haunebu,210 als du Asien abwehrtest (mk.n=k wj
m oH# n H#(w)-nbw Dr Xsf.n=k cTt);
Sie töteten Millionen neben mir, (aber) da war keiner, der seine Hand gegen mich
erhoben hätte (sm#=sn HH(w) m-gswj=j n(n) f#j o=f r=j) (Zeile 8–11).“
(Der folgende Bericht über die Rückkehr, die ihm Harsaphes im Traum nahelegte und
ihm dabei seinen Schutz versprach, braucht hier nicht mehr übersetzt zu werden).
Wie man sieht, werden nicht nur keine Königsnamen oder Regierungsjahre genannt,
auch Ortsangaben sind mit Ausnahme der ausdrücklichen Erwähnung des heimatlichen
Herakleopolis dürftig und allzu unspezifisch: Hieroglyphische Monumentalinschriften sind
hier im Gegensatz zu demotischen Quellen generell sehr allgemein.

c) Djedher von Athribis


Um 325 und 323 ließ der Oberpastophor (Hrj jrj-o#w)211 des Horus-Chentechtai Djedher
(Ed-Hr) im Tempel seiner Heimatstadt Athribis im Delta zwei sogenannte heilende Statuen
(„statues guérisseuses“) aufstellen. In einer Anrufung seines Lokalgottes schildert Djedher
sein Wirken für den Falkengott von Athribis und berichtet, daß er sich um die Beisetzung
der heiligen Falken kümmerte: „Ich sorgte für die, die in der Balsamierungsstätte (wobt)
waren. Ich bestattete sie in der Nekropole (r#-sT#w) im Norden von Athribis, indem sie dort
vor den Ausländern verborgen waren“ (sdg(#) jm dp-o X#swt). (...) Viele Falken hatte man in
der ‚Kammer der Siebzig’ (ot 70)212 ohne Balsamierung gefunden. Ich veranlaßte, daß sie
mit dieser Salbe (mrH) einbalsamiert wurden, und ließ sie in der Nekropole (r#-sT#w)
ruhen.“ 213

(wörtl. „den Rücken machen“, d.h. „den Rücken zuwenden“) mit der Gottheit als Subjekt steht die
alte Vorstellung der Gottesferne, wie sie sowohl der einzelne als auch das ganze Land durchmachen
können.
209 Der „Herrscher von Asien“ (Hq# cTt) ist natürlich der Perserkönig (Dareios III.?).
210 Mit dem alten Ausdruck Haunebu (H#w-nbw) werden in dieser Zeit in der Regel die Griechen (wie
z.B. eindeutig nachweisbar im Stein von Rosette, hieroglyphische Version, Zeile 14) bezeichnet; vgl.
Vittmann 2003, 316 (Index s.v. Haunebut) und die 272 Anmerkung 102 genannte Literatur.
211 Sherman 1981, 90 „Chief Doorkeeper“. Bei jrj-o# handelt es sich wahrscheinlich um denselben Titel,
der im Demotischen meist wn-pr bzw. wn gelesen wird und in der Spätzeit den Pastophoren
bezeichnet (auch im Demotischen gibt es Hrj |rj-o# „Oberpastophor“; vgl. Belege über
http://aaew.bbaw.de/tla/).
212 Die Bedeutung dieses Ausdrucks ist unklar.
213 Chicago OIM 10589, Rückseite, 1–2; 9–11; siehe Sherman 1981, 88 (hieroglyphischer Text) und 90
(Übersetzung). Vgl. auch Vittmann 2003, 144.
408 Günter Vittmann

Auch hier ist es aus phraseologischen wie historischen Gründen am wahrscheinlichsten,


daß die heiligen Tiere in den Wirren der Zweiten Perserzeit geschützt werden mußten. Mit
einer gezielten antiägyptischen Religionspolitik der Perser214 hat das sicher nichts zu tun,
eher mit Ausschreitungen der Soldateska, wie sie gerade zu Beginn von Eroberungen sowie
bei der Niederwerfung von Aufständen an der Tagesordnung sind.

d) Inschriften aus dem Grab des Wennefer in Sakkara


Vor knapp drei Jahrzehnten ist ein ausführlicher Vorbericht über die Inschriften im heute
völlig zerstörten Grab eines gewissen Wennefer (Wn-nfr) veröffentlicht worden.215 Leider
ist die besagte Publikation immer noch nicht erschienen; mir ist auch nicht bekannt, ob in
absehbarer Zeit damit noch zu rechnen ist. Dieser Zustand ist um so mehr zu bedauern, als
erstens die Inschriften historisch, kulturgeschichtlich und philologisch äußerst wichtig sind
und zweitens von einzelnen Proben abgesehen keine Photos bzw. Facsimiles der
vorhandenen alten Abklatsche publiziert sind, die dem Forscher ein selbständiges kritisches
Arbeiten an diesen Texten ermöglichen würden.
Den Angaben im Vorbericht ist zu entnehmen, daß Wennefer zur Zeit der recht
kurzlebigen einheimischen 30. Dynastie (381–343) lebte. Nach der Flucht des abgesetzten
Königs Teos (bzw. Tachos) an den Perserhof kam er, einem Ruf seines früheren Herrn
folgend, sowohl mit diesem als auch mit dem Großkönig in Berührung;216 wesentlich waren
hier anscheinend wiederum seine medizinische Fähigkeiten: Neben zahlreichen
Priestertiteln, darunter dem eines „Propheten des Nektanebos des Falken“ (Hm-nTr NXt-Hr-
Hbt p# bjk), führt Wennefer nämlich auch den Titel „Vorsteher der Leiter der
(Skorpiongöttin) Serket“ (jmj-r# Xrp(w) crqt) und ist damit auf die Heilungen von
Schlangenbissen und Skorpionstichen spezialisiert. Außerdem ist er wie Sematauitefnacht
„Vorsteher der Wab-Priester der Sachmet“,217 was ebenfalls auf medizinische Tätigkeiten
hindeutet.

e) Petosiris von Hermopolis


Das Grab des Hohenpriesters des Thot218 Petosiris im mittelägyptischen Tuna el-Gebel /
Hermopolis aus der frühen Ptolemäerzeit ist abgesehen von seinen stilistisch und
kunstgeschichtlich sehr bemerkenswerten Darstellungen auch wegen seiner vielen origi-

214 Diese von Sherman 1981, 100 vertretene Ansicht ist von Briant 1996, 1075 mit Recht kritisiert
worden.
215 Känel 1980. Eine umfangreiche Titulatur des Wn-nfr gibt Känel 1984, 198–201 in Abzeichnung,
Übersetzung und Kommentar. – Alle Erwähnungen und Auswertungen der Erlebnisse des Wn-nfr in
der Literatur (Burkard 1994, 40–42; Briant 1996, 878–879; Vittmann 2003, 142–143; Vittmann 2006,
145–146 und 147 Abbildung 10 [aus Känel 1980, 43 entnommen] basieren zwangsläufig auf dem
genannten Vorbericht).
216 Beide Herrscher werden nur durch Titel gekennzeichnet, ihre Namen werden nicht genannt.
217 Vgl. Känel 1984, 198–199.
218 Wegen der von Petosiris herausgestrichenen Funktion als Lesonis (siehe unten) schreibt Kessler 1998,
129 Anmerkung 81: „Petosiris war kein Hoherpriester von Hermopolis, wie in vielen Publikationen
zu lesen ist“. Dies ist kaum richtig: Die ȜȘıȦȞİȓĮ war nur eine befristete Etappe im Lebensweg des
Petosiris; die lokale Hohepriesterwürde, wie sie durch die spezifischen Titel wr-djw Xrp nstj
bezeichnet wird, blieb dem Träger aber zweifellos bis zum Ende des Lebens erhalten.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 409

nellen Inschriften von großem Interesse.219 Auch hier erschwert der Umstand, daß die
erwähnten Herrscher nicht beim Namen genannt werden, eine sichere historische Verortung
der Ereignisse. In der „autobiographischen“ Inschrift Nr. 81220 berichtet Petosiris, daß er
sieben Jahre lang als Lesonis (jmj-r# Sn)221 Vorsteher der Tempelverwaltung war und die
Gottesopfer leitete (Zeile 26–27). „Es war nun aber der Herrscher der Fremdländer
Protektor Ägyptens (jw sw(t) Hq# n X#swt m nDtj Hr Kmt, Zeile 27–28), und nichts war mehr
an seinem früheren Platz, seit die Kämpfe in Ägypten begonnen hatten (jw nn (j)Xt nb Hr
st=s Xnt Dr w# oH# r Xpr m-Xnt B#qt, Zeile 28–30). Der Süden war im Aufruhr, der Norden
im Umsturz (rsj m nSnj mHtj m swh Zeile 30). Die Menschen liefen verwirrt (oder ähnlich)
umher (Sm rmTw m dp-Xns Zeile 31). Kein Tempel besaß mehr sein Personal, und die
Wabpriester hatten sich entfernt, da sie nicht wußten, was geschehen war (Zeile 31–33).
Nachdem ich aber Lesonis des Thot, Herrn von Hermopolis, geworden war, versetzte ich
den Tempel des Thot in seinen früheren Zustand (Zeile 33–35)“.
Es folgt eine sehr ausführliche Schilderung der Bautätigkeit des Petosiris im Tempelbe-
zirk von Hermopolis, wobei sich der Bauherr mit seiner Durchführung der Gründungsze-
remonien königliche Privilegien anmaßt. Der Terminus nSnj „Wüten“, „Aufruhr“ wird, wie
wir gesehen haben, auch von Udjahorresnet in bezug auf die Wirren zu Beginn der persi-
schen Eroberung gebraucht; Petosiris dagegen hat die Situation zwischen Zweiter Perser-
herrschaft und Beginn der Makedonenzeit im Blick.
Die Identität des „Herrschers der Fremdländer und Protektors Ägyptens“ ist unsicher.
Da Philipp Arrhidaios den Nebti-Namen „Herrscher der Fremdländer“ (Hq# n X#swt) führte,
hat man vorgeschlagen, daß er hier auch gemeint ist;222 Lefebvres Annahme, daß dahinter
ein Perserkönig steht,223 hat aber nach wie vor viel für sich. Es ist sehr wahrscheinlich, daß
sich die erwähnte Chaosbeschreibung grundsätzlich auf die Situation in der Zweiten Perser-
zeit bezieht.

219 Alle Texte und Darstellungen ediert von Lefebvre 1923/24; neue Photos (zumeist farbig) Cherpion et
al. 2007. Historische Auswertung in einer Artikelreihe von Menu (1994, 1995, 1996, 1998; siehe auch
Menu 1998a, 261–263); vgl. Briant 1996, 880–881. Zu den Hohenpriestern von Hermopolis in der
Spätzeit vgl. Broekman 2006 und Vittmann 2009, 113, §13.
220 Lefebvre 1923/24, I, 137 (Übersetzung); II, 54 (hieroglyphischer Text); Ockinga 1988, 531–534 (die
betreffende Passage 532–533); Menu 1998a, 261–262.
221 Zum Titel vgl. Vittmann 1998, 290–291.
222 Zu dieser bereits von W. von Bissing vertretenen Ansicht vgl. kritisch Lefebvre 1923/24, I, 11–12;
die Identifizierung wird unter anderen befürwortet von Ockinga 1988, 532 Anmerkung a zu Zeile 28
(„Wahrscheinlich Phillip (sic) Arrhidaeus“); Broekman 2006, 100 (hält es für unwahrscheinlich, daß
die Bezeichnung nDtj Hr [so!, nicht m – G.V.] Kmt auf einen Perserkönig angewandt wurde, und denkt
an Philipp Arrhidaios). Nach Menu 1998a, 261 und Anmerkung 21 (und zuletzt Menu 2008, 160)
lebte Petosiris unmittelbar nach der Zweiten Perserzeit, worauf ihrer Meinung zufolge die
obenerwähnte Inanspruchnahme königlicher Vorrechte deutlich weist.
223 Lefebvre 1923/1924, I, 11–12; vgl. in diesem Sinne auch Menu 1994, 326; Briant 1996, 880;
Vittmann 2003, 143; Ladynin 2005, 106 Anmerkung 51 (mit weiterer Literatur).
410 Günter Vittmann

3) Artaxerxes III. (343–338)


Die einzigen sicheren Erwähnungen Artaxerxes’ III. finden sich auf mehreren Tetra-
drachmen aus Silber (d.h. Statermünzen), die in Memphis geprägt, aber außerhalb Ägyptens
gefunden wurden.224 Der demotische Standardtext auf diesen Prägungen lautet #rßXssS225 pr-
o# „Artaxerxes, König“, also unter bezeichnender Nachahmung der im Altpersischen und
Aramäischen üblichen Nachstellung des Herrschertitels.
Andere demotische Erwähnungen von „Artaxerxes“ beziehen sich mit größter
Wahrscheinlichkeit auf den ersten oder in bestimmten Ausnahmefällen den zweiten Träger
des Namens, siehe oben II.4 und II.6.

3a) Chababasch (ca. 337–335)


In die Zeit der Zweiten Perserherrschaft zurück reichen mindestens teilweise die in der
sogenannten Satrapenstele (vgl. Anmerkung 135) berichteten Ereignisse. Im Mittelpunkt
steht der Satrap (XSdrpn < medisch xšașrapƗna-226, auch als „dieser große Fürst“
bezeichnet) und spätere König Ptolemaios (I.), der eine Landstiftung des Königs
Chababasch für die Priester von Buto im Delta neu einrichtet. Chababasch hatte seinerseits
eine frühere Stiftung, die der frevelhafte König %SrjS (sprachlich eindeutig Xerxes, siehe
oben II.3) den Priestern weggenommen hatte, erneuert.
Was Chababasch betrifft, weiß man, daß er nicht lange vor der makedonischen Erobe-
rung regiert haben kann: Der Schreiber einer ins Jahr 1 dieses ephemeren Herrschers
datierten Eheurkunde aus Theben ist auch in drei weiteren demotischen Dokumenten aus
den Jahren 330, 327 und 324 bezeugt.227 Man geht wohl zu Recht davon aus, daß das
höchstens zweijährige Interregnum des Chababasch in die Zeit unmittelbar nach dem Tod
Artaxerxes’ III. fiel,228 also in die Zeit von dessen Sohn und Nachfolger Arses, der viel-
leicht ebenfalls den Thronnamen Artaxerxes (IV.) annahm229 und von 338 bis 336 regierte.

4) Arses in ägyptischer Überlieferung?


Die Sache würde einfacher, falls sich die Versuche, Arses in der gräzisierten(!) Form Oar-
ses in der Zeichenfolge wr-sj#-s230 (Satrapenstele Zeile 11) wiederzufinden,231 wider

224 Vleeming 2001, 1–4, Nr. 1–11C, und plate 1.


225 Die Zeichen sind gelegentlich teilweise mißglückt.
226 Vgl. zuletzt Tavernier 2007, 436–437 (4.4.7.132).
227 Depauw 2000, 92 (bb). Umschrift und Übersetzung des Papyrus Libbey aus dem Jahr 1 des
Chababasch ebenda, 235–236.
228 Vgl. etwa Beckerath 1997, 82 (zwischen 337 und 335); Huß 2001, 53 und 291 (338/37–336/35). A. B.
Lloyd, in: Shaw 2000, 390, setzt die Rebellion des Chababasch m.E. zu früh um 339/338 an (einer
Aufnahme in die chronologischen Tabellen a.a.O. 479–483 wurde Chababasch aber nicht für würdig
befunden).
229 Vgl. Briant 1996, 789. Zweifelnd Schmitt 1982, 86.
230 Die Schreibweise wäre zwar – vor allem hinsichtlich der Verwendung des sj#-Zeichens –
ungewöhnlich, aber keinesfalls undenkbar. Immerhin wird die Gruppe wr („groß“) auch sonst gele-
gentlich bei der Wiedergabe fremder Wörter in rein phonetischer Funktion, z.B. bei der iranischen
Gottesbezeichnung Ahuramazda, demotisch Wr-#mst u.ä. (vgl. Vittmann 2004, 149) oder bei dem
meroitischen Herrschertitel qore, demotisch k-wr (Erichsen 1954, 561; Tait 1977, 21–22), eingesetzt;
vgl. auch hieroglyphisch orq-wr „Silber“, das traditionell von ŸȡȖȣȡȠȢ abgeleitet wird. Zu vergleichen
wären zeitlich passend auch Schreibungen für „Arsinoe“ mit der Gruppe nfw u.ä. zur Wiedergabe des
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 411

Erwarten bestätigen sollten: Wider Erwarten deshalb, weil erstens die „Variante“ ŧȐȡıȘȢ
nichts anderes ist als Ù §ȡıȘȢ232 und zweitens iranische Namen und Begriffe, wie schon
festgestellt, grundsätzlich nicht über die gräzisierte Form, sondern mehr oder weniger im
Original ins Ägyptische aufgenommen werden: Die Originalform des Namens, wie sie auf
Grund keilschriftlicher Wiedergaben (mÁr-šú)233 sowie sprachgeschichtlicher Beobachtun-
gen zu rekonstruieren ist, lautet aber *ᏼšƗ,234 also mit /š/, nicht /s/. In ägyptischer Wieder-
gabe wäre dementsprechend *#rS, *#rS# zu erwarten.
Andererseits ist zu bedenken, daß Arses / *ᏼšƗ der persönliche Name, nicht der Thron-
name, war. Dieser (also vielleicht Artaxerxes (IV.)) sollte in der Satrapie Ägypten in der
korrekten Form aktenkundig gewesen sein, jener nicht notwendigerweise, und so ist die
Idee, daß „Arses“ in der Satrapenstele auf der Basis der mündlichen Gräzisierung durch
makedonische Soldaten und Gefolgsleute des Ptolemaios wiedergegeben wurde,235 viel-
leicht nicht völlig von der Hand zu weisen.
Größte Skepsis ist aber angebracht, zumal auch die Übersetzung „Er (Horus) schickte
an diesem Tage den Feind %SrjS sowie seinen ältesten Sohn Wr-sj#-s aus236 seinem Palast in
Sais (der Stadt) der Neith neben der Gottesmutter (Neith? Isis?) fort“ Fragen und Probleme
aufwirft. Ist der in der Satrapenstele genannte König nicht nur sprachlich, sondern auch
historisch Xerxes (siehe oben), ist eine Lesung Wr-sj#-s = Ù §ȡıȘȢ ohnehin hinfällig.
Eine in jeder Hinsicht sehr mangelhaft gestaltete Kartusche auf einem Gefäß-
deckel237 ist wiederholt dem Arses zugeschrieben worden,238 da die ersten drei Zeichen j-r-s
(es folgen noch zwei weitere undefinierbare) diese Identifizierung nahelegten. Da Arses als
König mit seinem Thronnamen benannt werden hätte sollen, nicht mit dem persönlichen
Namen – für den die Wiedergabe außerdem *#rS, *#rS# lauten sollte, siehe oben – und die

auslautenden –ȞȠȘ (Quaegebeur 1971, 260–261), aber schon aus etwas früherer Zeit Schreibungen
von „Dareios“ mit anlautendem „Land“-Zeichen (t#).
231 Kaplony-Heckel 1985, 617 übersetzt die oben zitierte Passage „er hat den Feind Xerxes samt seinem
Sohn Wer-sia-s in seinem Palasttor in (der Stadt) Saïs der (Göttin) Neith an jenem Tag in Gegenwart
der Göttermutter seinem bösen Geschick überwiesen“ (NB. „er hat (...) seinem bösen Geschick
überwiesen“ ist Kaplony-Heckels Wiedergabe des initialen wD.n=f „er hat (...) gesandt“). Kaplony-
Heckels Abtrennung wr-sj#-s mit der Analyse Arses wurde enthusiastisch aufgenommen von Ladynin
2005, 95–101; Ladynin 2007, 342–343.
232 Vgl. Schmitt 1982, 92 und jetzt Schmitt 2006, 75 mit Anmerkung 33.
233 Vgl. Schmitt 1982, 88; Hunger / van der Spek 2006; Tavernier 2007, 290 (4.2.1431). Die
betreffenden Belege beziehen sich auf Artaxerxes II.
234 Vgl. Schmitt 1982, 92.
235 Vgl. kombiniert Ladynin 2005, 95–96 (akzeptiert Kaplony-Heckels Analyse wr-sj#-s „Arses“) und
102 (spricht hier vom griechisch-makedonischen Einfluß in der Satrapenstele, der zur falschen Glei-
chung „Xerxes“ = „Artaxerxes“ geführt habe).
236 Auf keinen Fall – die Korrektheit des vorhandenen Texts vorausgesetzt – ist Ladynins Übersetzung
„to (Unterstreichung G.V.) his royal palace (...) from Sais“ möglich (2005, 89 und 94 (j)), denn hier-
für hätte die Präposition r gebraucht werden müssen, nicht m, das in diesem Zusammenhang nur
„(heraus) aus“ bedeuten kann.
237 Petrie 1917, 33; 40; plate LVII, Nr. 31.2. nimmt mit Selbstverständlichkeit eine Wiedergabe von
„Arses“ an. Er las j-r-s-z-z, wie aus seinen Wiedergaben Arsess (33) und vor allem Arseses (lvii,
neben plate LVII) hervorgeht.
238 Zuletzt Theis 2008, ein Beitrag, der leider an nahezu völliger Unkenntnis der wesentlichen Literatur
krankt.
412 Günter Vittmann

zwei unklaren Striche am Ende des Namens ungeklärt bleiben, muß dieses suspekte
Zeugnis außer Betracht bleiben.239

5) Dareios III. (336–332)


Dareios III. wird meines Wissens nur in zwei ägyptischen Quellen genannt:
1. Eine thebanische demotische Urkunde über Häuserteilung aus dem Jahr 2 des Dareios
(Louvre N 2430)240 wurde von einer Frau für ihren Vetter ausgestellt, während ihre –
zweifellos jüngere – Schwester241 sowohl in diesem Papyrus als auch in mehreren
deutlich späteren Urkunden der Zeit zwischen 314 und 282 erscheint. Bei Dareios
(vrjwS) muß es sich also um den dritten handeln, das Dokument datiert somit vom
Januar / Februar 335, und dazu paßt auch die Paläographie.
Der folgende Stammbaum, der sich noch erweitern läßt,242 soll lediglich dazu
dienen, die Kontinuität der Familie von der 30. Dynastie über die Zweite Perserzeit bis
in die frühe Ptolemäerzeit hinein zu veranschaulichen.

P#-xr-Xnsw oo Ns-H.t-Hr/Ns-nb.t-H.tf P#-dj-#s.t oo cT#.ß-|r.t-bnf


_____|_____ |
| | |
#s.t-rSf oo Ns-Mn O#.t-H#.t (P) oo Ns-Hr-p#-xrdf
| ______________________|______________________
| | | | | |
P#-dj-|mn-|p #s.t-Xbf P#-xr-Xnsw Mw-|mn-ro(?) va-nfrf va-Mnf oo Ed-Hr
(P) |
Ws|r-wr (P)

Die Namen der beiden erwähnten Schwestern sowie ihres Cousins sind fett gesetzt; die
Abkürzung P steht hier für „Pastophor des Amenophis“ (eine Form des Amun). Haes
(O#.t-H#.t), der Vater der Ausstellerin der Urkunde, der in der 30. Dynastie, wenn nicht
noch früher, geboren worden sein muß, hatte dieses Amt inne ebenso wie sein Neffe
Petamenophis (P#-dj-|mn-|p) zur Zeit Dareios’ III. sowie Osoroeris (Ws|r-wr) rund 50
Jahre später zur Zeit Ptolemaios’ II.
Wir stellen hier exemplarisch eine Kontinuität auf einer hierarchisch niedrigeren
Ebene fest, die auch nicht verwundern dürfte. Für höhere Positionen wie die der

239 Ich stimme der Einschätzung von Devauchelle 1995, 40 voll und ganz zu. Ladynin 2005, 96 äußert
sich ebenfalls zurückhaltend, hält es aber dann doch für möglich, daß Wr-sj#-s und Jrs...
Schreibungen desselben Namens sind. – Noch suspekter ist die Inschrift auf dem Terrakottakopf eines
Apisstiers, die als Name des Stifters, eines Goldarbeiters (nbj) Jrsss nennt: Bresciani
1958a, 271–272 mit Fig. 5b, wonach der Name „sicuramente iranico”, und zwar „una trascrizione del
noto nome persiano Arses, portato anche dal figlio di Artaserse III“ sei (272); vgl. auch Málek et al.
1999, 1123 (802–094–100). Ob wirklich echt? Diskussion dieser dubiosen Belege jetzt bei Tavernier
2007, 480, der sie ernst nimmt und an die ägyptische Wiedergabe der Gräzisierung von *ᏼšƗ denkt.
240 Cenival 1966; vgl. Devauchelle 1995, 43 und Anmerkung 41.
241 Die ältere Schwester heißt Esenchebis (#s.t-Xb), die jüngere Taminis (va-mn); vgl. den Stammbaum.
242 Vgl. Thissen 1971, Tafel 8.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 413

thebanischen Hohenpriester des Amun oder der memphitischen Hohenpriester des Ptah
fehlen die Quellen; diese Titel lassen sich erst wieder für die Ptolemäerzeit belegen.243
2. Eine anläßlich der Beisetzung des heiligen Buchisstieres in Hermonthis im Jahr 4,
Monat Paophi, Alexanders des Großen (Dezember/Januar 329/328) errichtete Stele
nennt in Zeile 4 den „König von Ober- und Unterägypten, Dareios ( jn-T-r-w-
S#), ewiglebend“.244 Die Stele ist stark beschädigt, nach Zusammenhang und Aufbau ist
aber klar, daß der Stier unter Dareios III. (das Regierungsjahr ist verloren, also
irgendwann zwischen November 336 und 332) geboren wurde.

IV. Anhang: Tabellen

Tabelle 1: Die Apisstiere der 26.-31. Dynastie245

Nr. Dynastie Geburt Inthroni- Tod Beisetzung Königliche Alter


des und Nr. sation und
Apis des Apis private
246
Monu-
mente
37 26/1 Taharka, (Tah, Psammetich I, (Psammetich I) IM 3733;247 21 J.
J. 26 J. 26?) J. 20, J. 21, zahlreiche
(665) IV prt 9 IV Smw 21 II #Xt 25 Stelen
(11.9.665) (16.1.644) (26.3.644)
38 26/2 (nach Psam I, - Psam I, - E 3335248 -
J. 21) J. 52 (613)
39 26/3 Psam I, Psam I, (Necho,) Necho, IM 133249 16 J.,
J. 53, J. 54, J. 16, J. 16, 7 M.,
II prt 19 III #Xt 12 II #Xt 6 IV #Xt 16 17 T.
(10.7.612) (4.4.611) (23.2.595) (4.5.595)
40 26/4 Necho, Psam II, (Apries,) Apries, IM 132; 17 J.,
J. 16, J. 1, III J. 12, J. 12, IM 2772 6 M.,
II #Xt 7 Smw 9 IV prt 12 II Smw 21 5 T.
(24.2.595) (23.11.595) (24.8.578) (1.11.578)
- 26/5 (nach Apries, - (vor Amasis, - 3 undatierte -
J. 12, J. 5, Stelen
II Smw 21) I #Xt 7)

243 Vgl. De Meulenaere 1998; Maystre 1992.


244 Fairman 1934, II, 3, Nr. 2; III, plate XXVIIA, Nr. 2.
245 Für Quellenangaben vgl. Devauchelle 1994 (chronologisch geordnet) mit den jeweiligen Hinweisen
auf die Bibliographie von Porter/Moss 1981.
246 Nach Mariette.
247 Perdu 2002, 36–38, Nr. 4 (Literatur, hieroglyphischer Text) und planche IV.
248 Perdu 2002, 39–41, Nr. 5 (Literatur, hieroglyphischer Text) und planche V.
249 Vgl. zuletzt Grallert 2001, 519 (Transkription und Übersetzung).
414 Günter Vittmann

Nr. Dynastie Geburt Inthroni- Tod Beisetzung Monu- Alter


und Nr. sation mente
41 26/6 (Amasis,) (Amasis,) (Amasis,) Amasis, IM 4131250; 18 J.,
J. 5, J. 5, J. 23, J. 23, 6 Stelen 6 M.
I #Xt 7 II Smw 18 III prt 6 I Smw 15
(18.1.566) (26.10.566) (11.7.548) (18.9.548)
- 26/7? (nach - - (vor Amasis, nicht belegt -
Amasis,
J. 23, J. 27 [...])
I Smw 15)
42 27/1 [Amasis], [...] [...] Kambyses, IM 4133251 [...]
J. 27 [...] J. 6,
III Smw 10(?)
(544) (6.11.(?)524)
- 27/1bis
Ein noch nicht inthronisierter, von Kambyses getöteter Apis?

44 27/2 [Kambyses], [...] (Dareios I), Dareios I, IM 4187252; 8 J.,


J. 5, J. 4, J. 4, mehrere 3 M.,
I prt 29 I Smw [4] III Smw 13 Stelen 5 T.
(29.5.525) (31.8.518) (8.11.518)
- 27/2bis
Vermutlich ein bisher nicht belegter Apis

45 27/3 - -253 - Dar I, mehrere -


J. 31, Stelen
zw. III #Xt und
I prt (22.2.–
22.5.491)
43 27/4 (Dar I, Dar I, Dar I, zahlreiche -
J. 31, zweite J. 34, J. 34, Stelen
Hälfte) IV #Xt 2 II prt 11
(24.3.488) (1.6.488)
- 27/5ff.
Unbestimmte Anzahl bisher nicht belegter Apisstiere254

250 Vgl. zuletzt Grallert 2001, 518–519 (Transkription und Übersetzung; mit irriger Lesung der Angabe
zur Lebenszeit); Barbotin / Devauchelle 2005, 122–123 (mit Tafel); Gozzoli 2006, 113 Fig. 10; 115
(Transkription).
251 Posener 1936, 30–35, Nr. 3, und planche II; Gozzoli 2006, 115 (Transkription).
252 Posener 1936, 36–41, Nr. 5, und planche III; Grallert 2001, 519–520 (Transkription und Über-
setzung); Gozzoli 2006, 114 Fig. 11; 115 (Transkription).
253 Hier würde theoretisch das „Jahr 17“ der von Schott 1967 publizierten Apisbronze passen (nach
Schotts Argumentation bezieht sich das Datum auf die Inthronisierung), doch ist die (von Schott auch
gar nicht befürwortete) Zuweisung völlig unsicher, da auch Xerxes – wie von Schott angenommen –
oder Artaxerxes I. in Frage kommen.
254 Zu einer angeblichen Apisbestattung aus dem Jahr 11 eines Dareios, die auf der ptolemäischen Stele
Louvre E 3355 bezeugt ist, vgl. oben unter „Dareios II.“ und Anmerkung 198.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 415

Nr. Dynastie Geburt Inthroni- Tod Beisetzung Monu- Alter


und Nr. sation mente
- 29/1 - - Nepherites I, Nepherites I, einige -
J. 2, J. 2, Stelen
II Smw (10) IV Smw 20
(6.9.398) (15.11.398)
- 29/2 - - Hakoris, Louvre E -
J. 3 3355
(392/391) (ptol.)255
- 30/1 - - Nektanebos I, Nektanebos I, Berlin -
J. 3, J. 3, 2127;
II prt 1 IV prt 11 Louvre E
(25.4.378) (4.7.378) 3337
- 30/2 - - (Nektanebos II, Nektanebos II, einige -
J. 2?) J. 2–3256 Stelen
46 31/1 - - - Chababasch, Sarkophag -
(Gegen- J. 2, im
könig) III #Xt Serapeum
(Jan./Feb.
336?)

Die Tabelle basiert auf Devauchelle 1994, 99–108. In den Anmerkungen zur vorliegenden
Tabelle werden hauptsächlich Literatur zu den königlichen Stelen der Perserzeit sowie
seitdem erschienene Literatur zu den offiziellen Epitaphen genannt.

Synoptische Transkriptionen und Übersetzungen der offiziellen königlichen Epitaphe mit


Einleitung und Tabelle zur Entwicklung des Formulars der offiziellen Apis-Epitaphe bei
Blöbaum 2006, 111–118.

255 Veröffentlichung dieser ptolemäische Stele, einer Kopie verschiedener älterer datierter Stelen:
Devauchelle 1994, 109–114.
256 Die verschiedenen Daten (mit oben nicht angegebenen Monats- und Tagesdaten) betreffen die
vorbereitenden Arbeiten für die Beisetzung, nicht diese selbst. Das späteste Datum ist Jahr 3, IV Smw,
also Oktober/November 358; vgl. Devauchelle 1994, 107.
416 Günter Vittmann

Tabelle 2: Genealogie des Chnemibre im Wadi Hammamat (Posener 1936, Text Nr. 14)

Kanefer (K#-nfr) VA(OägUäg) (30–31)


|
Imhotep (Jj-m-Htp) VA(OägUäg), W (29–30)257
| (auch xrj-Hb Hrj-dp nsw-bjt Esr)
:
Rahotep (Ro-Htp) PA; Hrj-sSt# n pr-Ro; VA(OägUäg), W (26–28)
|
Bakenchonsu (B#k-n-Xnsw) VA, W (25–26)
|
Udjachonsu (WD#-Xnsw) VA, VS, W (23–24)
|
Nefermenu (Nfr-mnw) VA, VS, W (22–23)
|
Mi (My) VA, W (21–22)
|
..?.. ( ) VA, W (21)
|
Pepi (Ppy) VA, VS, W (20)
|
Amunherpamescha (Jmn-Hr-p#-mSo) 2.-4. PA; VA, VS, W (18–19)
|
Horemsaf A (Or-m-s#=f) VA, W (17)
|
Merimeri(?) (Mr-mr(?), ) VA, W (16–17)
|
Horemsaf B (Or-m-s#=f) VA, W (16)
|
Tjahebu A (V#-hbw) VA, W (15)
|
Nesschutefnut(?) A (Ns-Sw-tfnwt(?), )258 VA, W (15)
|
Tjahebu B (V#-hbw) VA, W (14)
|
Nesschutefnut(?) B (Ns-Sw-tfnwt(?)) VA, W (13)
|
Tjahebu C (V#-hbw) VA, W (12–13)
|
Nesschutefnut(?) C (Ns-Sw-tfnwt(?)) VA, W (11–12)
|
Tjanehebu D (V#-n-(n#)-hbw [Vollform von V#-hbw]) VA(OägUäg), VS, W (10–11)
|
Nesschutefnut(?) D (Ns-Sw-tfnwt(?)) VA (10)
|
Wahibreteni (W#H-jb-ro-tnj) VA (9)
|
Anchpsammetich (onX-psmTk) VA(OägUäg) (8–9)
|
Ahmosesaneith (JoH-ms-s#-nt) VA(OägUäg) (7–8) oo Satnefertem (c#t-nfr-tm) HH (31–32)
|
Chnemibre ($nm-jb-ro) VA(OägUäg)
(und zahlreiche Priester- und andere Titel) (1–8)

257 Die genaue Art der Einbindung in die Genealogie ist unklar; vgl. im Text.
258 Sehr ähnliche bzw. identische Schreibung auch bei den anderen drei Trägern des Namens.
Ägypten zur Zeit der Perserherrschaft 417

Abkürzungen: HH „Herrin des Hauses“ (nbt-pr); PA „Prophet des Amenrasonther“ (Hm-nTr Jmn-Ro-
nsw-nTrw); VA „Vorsteher der Arbeiten“ (jmj-r# k#t), gegebenenfalls mit Zusatz (OägUäg) „von
Ober- und Unterägypten“ (Cmo MHw); VS „Vorsteher der Stadt“ (jmj-r# njwt, Beititel des Wesirs); W
„Wesir“ (T#tj). Die Zahlen geben die Zeilen für Titel und Namen an.

Tabelle 3: Perserzeitliche Inschriften im Wadi Hammamat

Nr. bei Kambyses Dareios I. Artaxerxes I. Xerxes I. Datums-


Posener259 umrechnung
Ch, 11
(Amasis, J. 44)
Ch, 12 J. 26, II Smw 10 30.9.496

Ch, 14 (undatiert, J. 26?) 496?


(Genealogie!)
Ch, 15 J. 26, IV Smw(?) 20.11–19.12.496

Ch, 16 und 17 J. 27, III #xt 23.2.–24.3.495

Ch, 18 J. 27, IV prt 13 4.8.495

Ch, 19 J. 28, I Smw 11 1.9.494

Porten / Yardeni J. 29 493


1999, 278
(D22.29)260
Ch, 20 (undatiert, J. 28?) 494?

Ch, 21 J. 30, IV prt 15 5.8.492

Ch, 22 J. 30, IV prt 22.7.–20.8.492

Ch, 23 (undatiert)

Ath, Goyon J. 26 (sic) 496


1957, Nr. 109
Ath, 24 J. 36 486

Ath, 25 J. 2, 9.1.484
I #Xt 19

259 Posener 1936 (soweit nicht anders angegeben).


260 Aramäisch (weitere undatierte Graffiti aus derselben Zeit a.a.O., 178–179, D22.30–35).
418 Günter Vittmann

Nr. bei Kambyses Dareios I. Artaxerxes I. Xerxes I. Datums-


Posener259 umrechnung
Ath, 26 J. 6 480
(+ jrj-pot Gbtjw)
Ath, 27 J. 10 476
(zusammen mit
seinem Bruder
Ar genannt)
Ath, 28 J. 6 J. 36 J. 12 524/486/474

Ath, 29 J. 12 474

Ath, 30 J. 36 J. 13 486 und 473


(+ jrj-pot Gbtjw)
Ar, 27 (nach J. 10 476
seinem Bruder
Ath genannt)
Ar, 31 J. 5 460

Anonym (Ar), 32 J. 16 449

Ar/Dj, 33 J. 16 und 17 449 und 448

Ar, 34 (Hrj Prs) (undatiert)

Ar = Ariyavarta (Hrj Prs)


Ar/Dj = Ariyavarta, genannt Djedher
Ath = Athiyavahya (immer als srs n/Ø Prs bezeichnet)
Ch = Chnemibre
J. = (Regierungs-)Jahr

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