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TRAININGSEINHE TEN
DEUTSCH MEDIZIN
Trainerhandreichungen für
Trainingseinheiten 22-24

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LANGUAGE TESTS

TRA 1N1NGSE1NHE1 TE N
DEUTSCH MEDIZIN
Trainerhandreichungen für
Trainingseinheiten 22-24

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1

Diese Publikation und ihre Teile sind urheberrechtlich geschützt.


Jede Verwendung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf
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Herausgegeben von der tele gGmbH, Frankfurt am Main, www.telc.net


Alle Rechte vorbehalten
1. Auflage 2015
© 2015 by tele gGmbH, Frankfurt am Main
Printed in Germany
ISBN 978-3-86375-278-1
Best.-Nr.:/Order No.: 5037-PrK-000801

~~~~~~~~~~~- _...
1

Trainingseinheiten

Inhalt

22 Hausärztliche Versorgung 7

15
23 N e u r o l o g i e - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

24 Notfälle und Notaufnahme - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 28

Trai ni ng sein heiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 5


Trainingseinheit 22
HAUSÄRZTLICHE VERSORGUNG

1 Einstieg
b ja nein
1 Pädiaterinnen und Pädiater [X] D
2 Orthopädinnen und Orthopäden D [X]
[X]
3
4
5
praktische Ärztinnen und Ärzte*
Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin
Ärztinnen und Ärzte mit einer Zusatzausbildung für Naturheilverfahren
[X]
D [X]
B
6 lnternistinnen und Internisten** [X] D
7 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte D [X]
* Praktische Ärzte haben keine Facharztausbildung.
** Internisten mit einer Facharztausbildung als z.B. Gastroenterologen müssen nicht unbedingt Hausärzte sein.

c Es können beispielsweise folgende Punkte genannt werden:


Gruppe 1
Perspektive Hausarzt
• Es gibt eine gute Vertretungsregelung während Urlauben und Krankheitsfällen, die ortsnah organisiert ist.
• Es gibt eine ansprechende Website. Dort können Patientinnen und Patienten sich einen Überblick über die
Praxis verschaffen und online Termine vereinbaren .
• Das Personal ist freundlich und hilfsbereit.
• Die Praxis ist modern und gut ausgestattet.
• Das Mobiliar und die Atmosphäre sind ansprechend.
• Die Hausarztpraxis ist in ein ärztliches Netzwerk eingebunden.
• Die Arbeitszeiten liegen tagsüber und nicht am Wochenende.
• Die Patientenbindung ist groß, Patienten bleiben der Praxis über viele Jahre treu, sodass ihr Gesundheits-
und Krankheitsverlauf gut überblickt werden kann .
• Patienten bringen Arztbriefe von Fachärztinnen und -ärzten mit in die Sprechstunde.
• Das Personal unterstützt bei der Dokumentation.

Gruppe 2
Perspektive Personal
Die Arbeitszeiten sind familienfreundlich.
• Die Ärztin oder der Arzt ist bei Fragen ansprechbar.
• Fortbildungen werden selbstverständlich unterstützt.
Das Verhältnis zu den Patientinnen und Patienten ist positiv.
• Es gibt eine gute Aufgabenverteilung: Telefonanrufe, Praxisbesuche und Blutabnahmen müssen nicht
gleichzeitig bewältigt werden.
• Die Ärztin oder der Arzt übernimmt die Dokumentation .
• Gruppe 3
Perspektive Patientinnen und Patienten
• Die Ärztin oder der Arzt erläutert verständlich die Diagnose und die weiteren Therapieschritte.
• Die Praxis ist gut erreichbar.
• Es wird Einsicht in die Patientenakte gewährt.
• Die Ärztin oder der Arzt weist bei Bedarf auf Patientenschulungen und Selbsthilfegruppen hin.
• Es ist ersichtlich, dass die Ärztin oder der Arzt und das Praxispersonal sich weiterqualifizieren.
• Die Praxis hat einen Anrufbeantworter, auf dem man Nachrichten hinterlassen kann.
• Termine sind zeitnah mög lich .

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN 7


22 Hausärztliche Versorgung

• Es gibt auch abends und samstags Sprechstunden. Tipp


• Die Ärztin oder der Arzt verfügt über verschiedenste Zusatzqualifika- Sollten die Gruppen zu sehr
tionen . divergierenden Sichtweisen
• Das Praxispersonal hat immer ein offenes Ohr für die Patientenbe- kommen, schließen Sie anschlie-
lange. ßend eine Gruppendiskussion an,
• Es werden kostenlose Probepackungen von Medikamenten ausge- in der die Teilnehmerinnen und
geben. Teilnehmer sich auf die „perfekte
• Das Personal macht auf mögliche Vergünstigungen durch die Hausarztpraxis" für alle Beteiligten
Krankenkasse aufmerksam . einigen müssen.
• Die Ärztin oder der Arzt und das Personal sind über aktuelle Rege-
lungen im Gesundheitswesen bestens informiert.

3 Der Hausarztvertrag
a Unter einem Hausarztvertrag versteht man einen Vertrag

D zwischen einem niedergelassenen Arzt und Fachärzten, zu denen er seine Patienten


überweist, um den Austausch von Patientendaten zu vereinfachen.

IX] zwischen einem Hausarzt und gesetzlichen Krankenkassen, um sicherzustellen, dass


Patienten nicht eigenmächtig Fachärzte aufsuchen, sondern dorthin überwiesen
werden, wenn es medizinisch sinnvoll erscheint.

D zwischen Allgemeinmedizinern, Internisten und praktischen Ärzten und ihren Patien-


ten , die so die Möglichkeit haben, zu Hause untersucht und behandelt zu werden.

b + +/- - Notizen

- Hausarzt als Lotse im c:tesu//1,dhdtswese//1,


1 Herr Dr. Wagemeyer !XJ D D - Hausarztvertrag wertet Pos[t[o//1, der Hausärzte auf

- bessere Zusamme//1,arbdt für alle Betdllgte//1, //1,ützllch


- bessere Ho//1,orieru.//1,g für Hausärzte
2 Frau Wegner !XJ D D - Hausärzte bekomme//!, d//1,e//1, bessere//!, C<.berbllck über
kra//1,khdtsverlau f
- Patie//1,te//1, habe//1, wdterhl//1, freie Arztwahl

- Hausarztvertrag als Sparprogramm zugu//1,ste//1, der


kra//1,fee//1,kasse//1,
3 Herr Dr. Mellinghaus D D !XJ - mehr Bürokratie
- Pat[e//1,te//1, solle//!, damit d//1,geschrä//1,kt werde//!,

- C<.berflüssige /Vlehrfachu//1,tersuchu//1,ge//1, e//1,tfalle//1,


4 Frau Dr. Siebel !XJ D D - Hausarztverträge sollte//!, [//1, alle//1, Bu//1,deslä//1,der//1, d//1,ge-
führt werde//!,

- Die e//1,ge Arzt-Patie//1,t-Beziehu//1,g sollte im vordergru.//1,d


5 Frau Alba Mousil D !XJ D stehe//!,

c 1 Herr Dr. Wagemeyer: h, j


2 Frau Wegner: c, e
3 Herr Dr. Mellinghaus: b, g, i
4 Frau Dr. Siebel: d, f
5 Frau Alba Mousi l: a

8 Train i ngsein hei t en 22-2 4 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN

~
22 Hausärztliche Versorgung

Hörtext 1
oder negativ zum
Sie hören einen Ausschnitt aus einer Radiosendung. Äußern sich die Personen positiv, neutral
Hausarztvertrag? Worüber sprechen sie? Machen Sie sich Notizen.

Moderatorin: Herzlich willkommen bei unserer heutigen zwei Hausärzte zu Wort kommen lassen. Sie hören Herrn
Ausgabe von Polit-Talk. Wir haben uns dieses Mal ein Dr. Mellinghaus und Frau Dr. Siebel.
ganz brisantes Thema aus dem Bereich des Gesund- Herr Dr. Mellinghaus: Der Hausarztvertrag dient nur
heitswesens herausgesucht: den Hausarztvertrag. Je auf den ersten Blick dem Wohle der Patienten. In erster
nach Krankenkasse und Bundesland ist er bereits gän- Linie kann er als Einsparungsprogramm - und zwar zu-
gige Praxis. Zum Einstieg in die Sendung hören wir eini- gunsten der gesetzlichen Krankenkassen - angesehen
ge Meinungen zum Thema, die wir vorab aufgezeichnet werden. In unserer immer älter werdenden Gesellschaft
haben. Anschließend gehen wir in die Diskussion. möchte man den Patienten sozusagen an die Kandare
Hören wir zunächst einen Vertreter aus der Politik, Herrn nehmen, um Kostenexplosionen durch unnötige Besu-
Dr. Wagemeyer. che bei Fachärzten zu vermeiden. Doch warum suchen
Herr Dr. Wagemeyer: Der Hausarzt kann als eine Art Patienten wegen sogenannter Wehwehchen einen zwei-
Lotse im Gesundheitssystem angesehen werden. Er bie- ten und vielleicht sogar einen dritten Arzt auf? Weil ihnen
tet den Patienten im unübersichtlichen Dschungel der der vorherige nicht geholfen hat. Auch der Hausarztver-
Behandlungsmöglichkeiten Orientierung und überweist trag wird nicht verhindern, dass Leute so lange den Arzt
sie an entsprechende Fachärzte bzw. Kliniken. Aus poli- wechseln, bis sie die - in Anführungszeichen - „richtige"
tischer Sicht ist die Stellung der Hausärzte den Fachärz- Diagnose und entsprechende Therapie erhalten. Wenn
ten gegenüber gestärkt worden. Dies wurde bereits im der Hausarzt eine zweite Meinung bei einem Facharzt
Koalitionsvertrag von 2002 der damaligen Regierungs- nicht für nötig hält, werden Patienten in Zukunft eben
parteien in Paragraf 73b geregelt. auch den Hausarzt wechseln. Der Hausarztvertrag führt
Moderatorin: Kommen wir nun zu der Sichtweise von nur zu mehr Bürokratie und zu einem Parallelmodell in-
Frau Wegner, Geschäftsführerin bei der Gesundheits- nerhalb der hausärztlichen Versorgung.
kasse, Deutschlands führender Krankenversicherung. Frau Dr. Siebe!: Überflüssige Mehrfachuntersuchun-
Frau Wegner: Die Vorteile der hausarztzentrierten Ver- gen werden in Zukunft durch die hausarztzentrierte Ver-
sorgung liegen für mich klar auf der Hand. Von dem bes- sorgung entfallen. Die Einsparungen kommen dem Ge-
seren Zusammenspiel zwischen dem ambulanten, dem sundheitssystem und letztlich auch uns Hausärzten
teilstationären und dem stationären Bereich profitieren zugute. Man kann nur hoffen, dass die gesetzlichen
alle Beteiligten. So ist z.B. die höhere Honorierung der Krankenkassen bald flächendeckend Verträge mit den
Hausärzte zu nennen, die im Vergleich zu anderen nie- Hausarztverbänden in den einzelnen Bundesländern ab-
dergelassenen Arztgruppen am Quartalsende bisher schließen.
eher schlecht abgeschnitten haben. Gleichzeitig werden Moderatorin: Als letztes Schlaglicht wechseln wir die
Patienten bei ihrem Hausarzt als erstem Ansprechpart- Perspektive auf die Seite der Patienten und hören Frau
ner für gesundheitliche Probleme noch besser behan- Alba Mousil.
delt und beraten, da Hausärzte durch dieses Modell ei- Frau Alba Mousil: Mir als Patientin ist es relativ gleich-
nen umfassenderen Überblick über die gesamte gültig, ob mein Hausarzt an dem Modell teilnimmt. Er
Gesundheitsversorgung ihrer Patienten bekommen. Die kennt mich von klein auf und hat auch schon meine Eltern
freie Arztwahl bleibt natürlich unberührt. Insgesamt ist behandelt. Leider geht er bald in Rente. Er hat mich im-
diese Entwicklung ein wichtiger Schritt zu mehr Qualität mer ernst genommen, hat mir zugehört und sich beim
in der Patientenversorgung. Folgebesuch danach erkundigt, wie oder ob das Medi-
Moderatorin: Neben den beiden Vertretern aus der Po- kament angeschlagen hat. Nur das zählt für mich.
litik und dem Gesundheitswesen möchten wir aber auch

4 Sprechstunde: Praxis Dr. Hewal t


a
Dr. Hewalt: Guten Tag, Frau Sennefeld. Wie geht es Ihnen?

Frau Sennefeld : Mir ist seit gestern Morgen leicht 1 ~.c .lti.~.~""'.0.eL_~g. und ich habe das Gefühl,
dass ich in

meinem rechten Arm nicht mehr so viel 2 .k.: '..0f~ habe.

Dr. Hewa lt: Haben Sie eine falsche 3 ~-e ~~g-~ ""'.0. gemacht oder den Arm 4 .i:{~~'..~0.~.t~~?
tragen.
Frau Sennefeld : Na ja, ich habe wie üblich in der Bibliothek viel zu tun und muss schon mal etwas

Tr ai nin gseinhe ite n 22 - 24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


9
22 Hausärztliche Versorgung

Allerdings macht mir die Kälte draußen etwas zu schaffen. Heute Nacht hatte ich sogar 5 :?..c_~ 0-~~~.Lf~~~~· als

ob eine Erkältung im Anmarsch wäre, aber ich habe kein 6 .f.L.~.b_e,v:

Dr. Hewalt: Haben Sie Schmerzen?

Frau Sennefeld: Eigentlich nicht.

Dr. Hewalt: Wie ist es, wenn ich über Ihren rechten Arm streiche? 7 :?..P0-.~~'.':'. Sie einen Unterschied zum linken
Arm?

Frau Sennefeld: Das kann ich gar nicht genau sagen.

Dr. Hewalt: Und wie ist das, wenn Sie den Kopf zur Seite 8 .0. r.~~.e'.':'.?
Frau Sennefeld: Das ist unangenehm. Da dreht sich gleich wieder alles.

Dr. Hewalt: Hatten Sie in letzter Zeit 9 ~~-c.~.~~-P'..~.b.L.~~~?


Frau Sennefeld: Ab und zu habe ich mal einen 10 t-iex eV'vs.cVius.s., aber sonst eher nicht.
Dr. Hewalt: Ich schreibe Ihnen eine 11 .0:~.~.~~.~~.~ .~~0. zu einem Orthopäden. Ich möchte abklären, ob mit den

12 .fi:0 ~.s.~.~r.b.~.~'.':'. alles in Ordnung ist.


Frau Sennefeld: Hoffentlich ist es nichts Schlimmes! Nicht dass ich operiert werden muss.

Dr. Hewalt: Sogar bei einem 13 ~.ci.V\'.0.~~~~~.~ .~~:-'.0.r.f0. L.L. hieße es nicht unbedingt, dass man operieren muss.
Warten Sie erst einmal das Ergebn is der Untersuchung beim Orthopäden ab. Ich kann Sie bis Ende der Woche

krankschreiben.

Frau Sennfeld: Eine 14 .~V.0.V\'_~~-c .0.~~~.~ -~~g- brauche ich eigentlich nicht. Wenn nur das viele Bücher-
schleppen nicht wäre.

Dr. Hewalt: Wenn Ihnen bestimmte Tätigkeiten schwerfallen, kann Ihnen der Orthopäde ein 15 Attes.t ausstel-
·············
len.

Frau Sennefeld: Das wäre gut, aber bei Herrn Dr. Cortez muss ich immer so lange auf einen Termin warten.

Dr. Hewalt: Ah ja, ich werde ihn anrufen ...

b 1 richtig 2 falsch 3 c 4 falsch 5 falsch 6 c

10 Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN


22 Hausärztliche Versorgung

Hörtext 2
Sie hören ein Gespräch zwischen Frau Dr. Hewalt und einem Patienten. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig
oder falsch sind beziehungsweise, ob a, b oder c am besten passt.

Frau Dr. Hewalt: Guten Tag, Herr Brenner. Was führt Dr. Hewalt: Nehmen Sie Medikamente?
Sie zu mir? Herr Brenner: Ja, wenn es losgeht, nehme ich Parace-
Herr Brenner: Ich hatte am Wochenende mal wieder tamol, aber ich kann nicht sagen, dass mir die Tabletten
einen Migräneanfall. Es ist nicht das erste Mal, dass ich richtig helfen. Am besten ist es, wenn ich mich ruhig
freitags nach Feierabend eigentlich zu nichts mehr zu verhalte und die Vorhänge zuziehe. Manchmal habe ich
gebrauchen bin. das Gefühl, dass der Geruch von Lavendel etwas hilft.
Dr. Hewalt: Treten die Kopfschmerzen nur am Wochen- Es ist mir etwas peinlich, aber meine Frau träufelt mir
ende auf? dann ein paar Tropfen Lavendelöl auf ein Taschentuch
Herr Brenner: Nicht immer, manchmal kommen sie und legt es auf mein Kopfkissen. Wenn ich dann aufwa-
auch während der Woche, aber eher selten. Sie kommen che, geht es mir etwas besser.
plötzlich und anfallsartig. Ich muss mich dann sofort hin- Dr. Hewalt: Gut, dann würde ich jetzt gerne Ihren Blut-
legen und nach drei bis vier Stunden geht es mir ein druck messen und Sie kurz untersuchen.
bisschen besser. Treiben Sie Sport?
Dr. Hewalt: Können Sie die Kopfschmerzen beschrei- Herr Brenner: Nein, dafür fehlt mir leider in der Woche
ben? die Zeit und am Wochenende ist mir nicht nach Action.
Herr Brenner: Ich habe starke Kopfschmerzen auf der Soll Sport denn bei Migräne helfen?
linken Seite, meistens wird mir leicht schlecht und ich bin Dr. Hewalt: Es ist nicht geklärt, was eine Migräne ver-
sehr lichtempfindlich. ursachen kann. Verschiedene Auslöser kommen in Be-
Dr. Hewalt: Kündigt sich die Migräne auch durch Seh- tracht, zum Beispiel äußere Einflüsse wie bestimmte
störungen an, Lichtblitze oder Gesichtsfeldausfälle? Lebensmittel, Stress oder wie in Ihrem Fall, wenn der
Herr Brenner: Nein, mit einer Aura geht es eigentlich Stress zum Wochenende hin nachlässt. Migräne kann
nicht einher. Ich bin einfach nur total überempfindlich und genetisch bedingt sein. Sind Sie in dieser Hinsicht fami-
will einfach nur meine Ruhe haben. Und die Kopfschmer- liär vorbelastet?
zen sind unerträglich. Herr Brenner: Nein , ich bin der Einzige in der Familie,
Dr. Hewalt: Wann sind diese Migräneattacken zum ers- soweit ich weiß.
ten Mal aufgetreten? Dr. Hewalt: Ihr Blutdruck ist in Ordnung. Mir ist aufge-
Herr Brenner: Das kann ich nicht mehr genau sagen. fallen, dass Sie Ihren Kopf zu sehr im Nacken halten,
Vor vier Jahren ungefähr. daher würde ich Sie gern zu einem Orthopäden überwei-
Dr. Hewalt: Also mit Ende 20. Was machen Sie beruf- sen, um auszuschließen, dass Ihre Halswirbelsäule als
lich? Ursache in Frage kommt. Außerdem würde ich Sie gern
Herr Brenner: Ich arbeite in der Verwaltung eines Le- in die Migränesprechstunde der Universitätsklinik schi-
bensmittelkonzerns. cken. Die Adresse erhalten Sie von meiner Sprechstun-
Dr. Hewalt: Eine sitzende Tätigkeit also. Würden Sie Ihre denhilfe.
Arbeit als stressig beschreiben? Herr Brenner: Vielen Dank und auf Wiedersehen.
Herr Brenner: Nun ja, meistens, aber damit komme ich Dr. Hewalt: Auf Wiedersehen.
ganz gut klar.

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN 11


22 Hausärztliche Versorgung

6 Gesundheitsleistungen
c 1 Ärztinnen und Ärzte sollten:
• den Patienten sachlich über Nutzen und Risiken informieren.
• über ähnliche Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen informieren.
• den Patienten Bedenkzeit geben.
• über die Kosten aufklären.
• einen Behandlungsvertrag abschließen.
2 Vor- und Nachteile der IGeL:
• verursachen Kosten für Patienten
• unübersichtlicher Markt
• viele werden in ihrer Wirkung als negativ eingestuft
• Patienten sind unzureichend informiert
• Patienten können individuel l betreut werden
• möglicherweise eine Einnahmequel le für die Praxis

Nutzen Sie auch das IGeL-Ouiz auf der folgenden Seite zur Auflockerung oder Binnendifferenzierung.

• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
Zusatzaufgaben
1 Sollten Sie weitere Redeanlässe für Ihren Kurs benötigen, können Sie folgende Fragen besprechen lassen:
• Worin sehen Sie die Vor- und Nachtei le einer allgemeinmedizinischen Ausrichtung?
• Welche Fachrichtung haben Sie gewählt? Erläutern Sie Ihre Wahl.
• Können Sie sich vorstellen , als Hausarzt zu arbeiten?

2 Machen Sie mit den Teilnehmenden ein Projekt: Lassen Sie sie zur hausärztlichen Versorgung in ländlichen
Regionen recherchieren und ihre Ergebnisse im Kurs vorstellen.

• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •• ••

12 Trainingsein hei t en 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN


22 Hausärztliche Versorgung

Kopiervorlage IGeL-Quiz

1 IGeL bezeichnet
0 ein immunsuppressives Gel
0 individuelle Gesundheitsleistungen
0 internistische gastroenterologische Laborwerte

2 Wie viele IGeL gibt es?


D 127
D 25
0 wesentlich mehr als 360

3 Wer kann individuelle Gesundheitsleistungen anbieten?


0 sogenannte Hausärzte
0 niedergelassene Fachärzte
0 Ärzte aller Fachrichtungen in Praxen und Kliniken

4 Wie viele individuelle Gesundheitsleistungen wurden bisher ausschließlich positiv


bewertet?
D keine
D alle
D 250

5 Wie können individuelle Gesundheitsleistungen zwischen Arzt und Patient vereinbart


werden?
0 auf Nachfrage des Patienten
0 nach Angebot des Arztes
0 keine Regel vorhanden

6 Auf welcher Grundlage kann ein Arzt individuelle Gesundheitsleistungen abrechnen?


0 nach einer entsprechenden Fortbildung
0 bei unklaren Laborwerten
0 durch einen Beratungsvertrag

Trainingseinheiten 22-24 t el e DEU TSCH B2 ·C1 MEDIZIN


22 Hausärztliche Versorgung

Lösung: IGeL-Quiz
1 !Gel bezeichnet
0ein immunsuppressives Gel
[ZJ individuelle Gesundheitsleistungen
0internistische gastroenterologische Laborwerte
2 Wie viele IGeL gibt es?
D 121
D 25
[ZJ wesentlich mehr als 360
3 Wer kann individuelle Gesundheitsleistungen anbieten?
0 sogenannte Hausärzte
0 niedergelassene Fachärzte
[ZJ Ärzte aller Fachrichtungen in Praxen und Kliniken
4 Wie viele individuelle Gesundheitsleistungen wurden bisher aussch ließlich positiv bewertet?
[ZJ keine
0 alle
D 250
5 Wie können individuelle Gesundheitsleistungen zwischen Arzt und Patient vereinbart werden?
[ZJ auf Nachfrage des Patienten
0 nach Angebot des Arztes
0 keine Regel vorhanden
6 Auf welcher Grundlage kann ein Arzt individue lle Gesundheitsleistu ngen abrechnen?
0 nach einer entsprechenden Fortbi ldung
0 bei unklaren Laborwerten
[ZJ durch einen Beratungsvertrag

14 Tr ain in gsein he i t en 22-2 4 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


Trainingseinheit 23
NEUROLOGIE

1 Neurologische Erkrankungen
a Häufige Erkrankungen :

1
.0..~0.~0.~.~ ·· · ······ · ······ ·· ······· · ······ · ······· · ····
2
~.~.~~.0.0 .G1.~f0.~~··· · ······· ·· ············ ···· ······ ·
3 De V\A., eV\.,z eV\.,

4 .6.P.~~~P.~~.~............................................ .
5 PG1rRLV\.-S.OV\.-

1 .~~.e .~~~~V::~.t~~~.0. ~~~'.':'.0.ev: .... ........ .


s .0..~~~LP.~~.:?.~~.~'..?.~.e................. „ .... . ... .
9 .fj~.~":':~~.~~~.~.0~'.':: .............................. .

10 .0ß.Vi.L:,'.'::t.~~P'. ~.~·· · ····· · ·······················


11 .0..~'.'::L.~.g~~L.~(6.":':~.ep.~.0. L.~~.~~ .... „ ...... .

12 ~.G1.'.'::0.~~~.~~.~.~.~~.o .~f0 .L.L .. „ . . . . . . • „ . „ •.. „ .

13 .~.~.~'..~'P.0~~L.e .~....... ............................ .


14 .0.8 PP0.~.~.~~'.':: ......... ... „ •.....•.....• „ ...•.. „ .

Lösung: Neurologische Untersuchung


Kopiervorlage auf der Folgeseite
R M B F L Q E 0 s D E u M 0

X E w J D L p T c G Q 1 T R

s N M N Q w s N w p V w D F

c 1 s s s E N s 0 R 1 K M J

A N N B 1 J K Q u J K G G D

T G D X H M 0 T 0 R 1 K 0 u
R 1 E V 1 G 1 L A N z K D G

0 s 0 R 1 E N T 1 E R u N G

p M 0 G J w 0 T D J D B J u
H u V L p T R 0 z X K E s s

1 s X N B H y V c R K D H 1

K L F u F F J L G s L w V L

0 L 1 H 1 Q R E F L E X E E

L T 0 N u s c p c D E E z D

Training seinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 15


23 Neurologie

Kopiervorlage: Neurologische Untersuchung


In dem folgenden Wortsuchrätsel verstecken sich acht Wörter, die in Zusammenhang mit der neurologischen
Untersuchung stehen. Die Wörter sind von links nach rechts oder von oben nach unten angeordnet.

R M B F L 0 E 0 s D E u M 0

X E w J D L p T c G 0 1 T R

s N M N 0 w s N w p V w D F

c 1 s s s E N s 0 R 1 K M J

A N N B 1 J K 0 u J K G G D

T G D X H M 0 T 0 R 1 K 0 u
R 1 E V 1 G 1 L A N z K D G

0 s 0 R 1 E N T 1 E R u N G

p M 0 G J w 0 T D J D B J u
·-

H u V L p T R 0 z X K E s s
1 s X N B H y V c R K D H 1

K L F u F F J L G s L w V L

0 L 1 H 1 0 R E F L E X E E t!)

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Tr ainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN

...
23 Neurologie

2 Der neurologische Status


a Beispiellösung
1 Kopfschmerzen
Stichworte zur Beschreibung
wie wü.r-de//'v sie die kopfschmer-ze//'v steche//'vd
hesch r-dhe//'v? - puLsier-e//'vd
- wa//'v//'v tr-ete//'v die schmer-ze//'v auf? dumpf
- l//'v welchem Ber-dch spü.r-e//'v sie die dr-ü.clee//'vd
schmer-ze//'v.? - el//'vSeltig/ he[dse[tig
- wie La//'vge dauer-//'v die schmer-ze//'v a//'v? Leicht mittel/ star-Je
- wie star-Je si//'vd die schmer-ze//'v? u//'ver-tr-tigUch
- Hahe//'v sie wtihr-e//'vd der- kopfschmer-ze//'v ü.helledt 6r-hr-eche//'v
a//'vder-e Beschwer-de//'v? - Laufe//'vde Nase
- was hllft lh//'ve//'v i//'v dieser- situatio//'v? - Auge//'vtYti//'ve//'v
- schwltze//'v
2 Schwindel
- Bettr-uhe
Stichworte zur Beschreibung - Du//'vfeelhdt
- schwa//'vleschwi//'vdel/ Dr-ehschwi//'vdel/ - umher-gehe//'v
Lager-u//'vgsschwi//'vdel
- hdm Bü.clee//'v/ Aufstehe//'v/ u..mdr-ehe//'v
- akut vor-ü.her-gehe//'vd/ a//'vhalte//'vd
- BegLdter-schd//'vu//'vge//'v: sehstör-u//'vge//'v/
Doppelhllder; kopfschmer-ze//'v/ Hör-stö-
r-u//'vge//'v/ ü.helledt

3 Sehstörungen

Stichworte zur Beschreibung


- ver-mi//'vder-te sehschtir-fe
- d//'vgeschr-ti//'vletes c:,esichtsfeLd
- Lichter-schd//'vu//'vge//'v (Blitze/ Lichtpu//'vlete/ kr-dse)
- FLlmmeY//'v
- Doppelhllder-
- u//'vschar--f ver-schwomme//'v/ ver-zer-r-t ver-schlder-t
- Jeur-zfdstig/ zu//'vehme//'vd
- BegLdter-schd//'vu//'vge//'v: Auge//'vschmer-ze//'v/ Rötu//'vge//'v/ tr-ti//'ve//'vde Auge//'v/
schwi//'vdel/ ü.helledt 6r-hr-eche//'v

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN 17


23 Neurologie

4 Empfindungsstörungen

Stichworte zur Beschreibung


- c,efühLLosigledt - spa//l,//l,U//l,gsgefühl
- Taubheit - s töru//l,ge//l, i//l, der wahr//l,ehmu//l,g
- krihhel//l, \/O//l, kälte/ w ärme
-_Juc/ee//l, - krihhelig
- Pricleel//l, - pelzig
- „A mdse//l,Laufe//l,// - tauh/ ,,d//l,geschlafe//l,//
- FSre//l,//l,e//l, - d//l,gesch//l,ürt
- A hsch//l,üru//l,gsgefühl

5 Stimm-, Sprech- und Sprachstörungen

Stichworte zur Beschreibung


- verwasche//l, - rau - stoclee//l,d
- U//l,deutlich - üherschie-be//l,d - LaLLe//l,d
- VVlO//l,OtO//l, - stotter//l,d - helegt
- ahgehac/et - U//l,\/erstä//l,dlich - verla//[,gsamt
- gepresst - d//l,förmig

b Sprechstörung contra Sprachstörung


Unter einer Sprechstörung versteht man ein rein motorisches Phänomen, nämlich das Unvermögen, Sprach-

laute korrekt und deutlich zu 1 ..... _r~~-~t,_t-~~Pß.~


0 ......... : Bei Sprechstörungen wird unterschieden zwi schen
Störungen des Redeflusses und Störungen der Sprechmotorik. Störungen des Redeflusses sind gekennzeich-

net durch 2 ......L:t.~~~.r.~.'.~~~ .L:<:'."'g.~ ~ - ... .' Pausen oder auch Wiederholungen. Eine zentrale Störung der
Sprachmotorik wird al s Dysarthrophonie bezeichnet. Sie betrifft die Artikulation , die

3 ..... ':5.~~.VV:-.VV:-.b.~~-c{~.~-0 ..... und die Sprechatmung. Der Begriff setzt sich zusammen aus den Wortteilen
Dysarthrie, also eine Störung der Artikulation , und Dysphonie oder 4 .... --~-~~?.e.'..~~L~ .... .
Zu den möglichen Ursachen einer Sprechstörung gehören Schädel-Hirn-Traumata, cerebrovaskuläre Störun-

gen, entzündliche Erkrankungen und Tumoren. Sie kann sich in einer undeutlichen

5 ..... ~.[;{~~P~0~~ -e .. „ , in Veränderungen der Sprechmelodie, des Sprechtempos, des Sprechrhythmus und
der Stimmqualität äußern. Ist ein Patient oder eine Patientin vo llkommen unfähig, Sprachlaute zu erzeugen, so

spricht man von 6 A 11\,Gl rtVi r~e

Deutlich davon zu unterscheiden ist die Aphasie oder 7 ..... ':5.P.r0~.~ -.S~~'..~.~-0 .... : Während bei Sprechstö-
rungen das Sprachvermögen an sich intakt ist, sind bei der Sprachstörung die Sprachproduktion und das

8 :?.-P.'..ci.~-~\/e.'.~~0 ~0.~.~?. ..... _im Zentralnervensystem beeinträchtigt. Patienten mit einer Aphasie - aus
dem Griechischen aphasia: Sprachlosigkeit - haben Schwierigkeiten beim Verstehen und Verarbeiten von

Sprache. Es kommt zu Störungen bei der 9 ... .. ~.o-~~f~.~-v{- ~-~.0 .... .' der Satzbildung und in der Sinngebung.

18 Train i ngseinhe it en 22-2 4 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN

...
23 Neurologie

Es gibt unterschiedliche Formen der Aphasie. Die schwerste Form ist die globale Aphasie, bei der es zu einem

fast vollständigen 10 .„.::?.P.~00.~Y~.~~.~~~„.„ .und einer schweren Beeinträchtigung des Sprachverständ-


nisses kommt.

c-d

Quantitative Bewusstseinsstörung, bei der sich der Patient/die Patientin Somnolenz


in einem schlafähnlichen Zustand befindet und nur durch starke akusti-
Zustand abnormer
sche oder mechanische Reize bestimmte Reaktionen wie z.B. Abwehrbe-
Schläfrigkeit
II
wegungen ausgelöst werden können.

Sopor
Schwerster Grad einer quantitativen Bewusstseinsstörung, bei der die
Patienten nicht ansprechbar sind, nicht auf starke Reize reagieren und in Form der Bewusst-
losigkeit, Reaktion nur
der Regel nicht selbständig atmen. auf Schmerzreize

Vigilanz
Zustand dauernder Aufmerksamkeit, in dem ein aktiver, wechselseitiger
Kontakt mit der Umwelt erfolgt oder möglich ist. Wachh eit

Eine Stufe der quantitativen Bewusstseinsstörung, die gekennzeichnet


ist durch eingeschränkte Aufmerksamkeit und abnorme Schläfrigkeit. Koma
Der Patient/die Patientin kann jederzeit durch Ansprechen geweckt Ti efe Bewusstlosigkeit,
werden. keine Reaktion auf
Schm erzreize

f Beispiellösung:
Tipp
.':':'!.~~.~.e~ ..~~ . ?.0~~.~ .Z.~'.. .~.~0.~.".':'~'.':'. .?.e.~:='.P.'.':'.'. ............... .................. . Häufig wird die Abfrage
nach der Orientierung in
.0. L~. p~:.s.ö.~~L.c.~ ~„ ~0 0ß: ... „ „ ..... „ „ ... „ „ „ ...... „ ...... „. „ .. „ „ „ .. .. . „ „ .... . „
der Reihenfolge des
.0~~ . :z.e.~~.~~.c.~.~.".':'..~'.':'.0.. Ö.'..~.~L~-~-~~ 0.~.0~~~-~~e.~~~.".':'.. „ „ ... „.
„ ............
ZSOP-Schemas gestal-
tet: Zeit - Situation - Ort
uV1vd dLe clf~tueLLe sLtulllhoV1v - Person .

g - kö//1,//1,e//I, sie mir sage//!,/ welcher Tag heute ist? - zeitlich


- welche_)ahreszeit ist gerade.? - zeitlich
- wisse//!, sie/ warum sie hier si//l,d? - situativ
- ///!, welcher Stadt si//l,d wir? - örtlich
- ///!, welchem kra//l,ke//l,haus hefi//l,de//I, wir U//l,S? - örtlich
- Ne//1,//1,e//I, sie mir bitte thr c,ehurtsdatum? - zur Perso//I,
- Hahe//I, sie ki//l,der? - zur Perso//I,
- si//l,d sie verheiratet.? - zur Perso//I,

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 19


23 Neurologie

3 Untersuchung
a

Hinterberger, Rudolf geb. 14. 02. 19 ..

Passi ve Beugung des Kopfes: -~Cl-~-~ .\JO.'..~e. -~~~c,-~ -~~. :z.~.r ?:~.~te_ .0.e~~~~C.~ ... „ „ „ ... „. „ „ „ „. „ „ „ „ „ „

.sd1 V1Aerzbecfü1\,gt e~V'vge.sc,Vi rti V'vRt


·· ·· ······ ·· ················ ······ ····· ··· ········· ········································ ·········· ········ ········· ········ ········ ·· ··············· ·
Nervenaustrittspunkte: .
f.~~-~ .. ~~+~-~-t 0. '..~.~ -~ .0.~.~~~~)................................ .......................................... .
A. temporalis: :P.0 Lp_ci.t_~O.~ . ~.~.0. ~ff0.~~.~0.. _(0.:.~: . -~-~~~~ . 0.r.~~~0.o .~~-~~( . P.~~-~-~~.'..~~0:...... .
V'v~e-Vit verd~d~t)
·································· ················· ············ ····· ····· ··· ·· ······· ········· ····· ··· ········· ········ ··
Brudzinski: V'vegcit~v
... ... ············· ········· ········· ········· ······ ··········· ··· ··· ················· ·········· ·········· ········ ·· ····

Hörtext 1
Sie hören ein Gespräch. Notieren Sie die Ergebnisse der Untersuchung.

Ärztin: Herr Hinterberger, wir haben heute eine Medi- Ärztin: Frau Bayram, durch Daumendruck prüfe ich die
zinstudentin zu Besuch in unserer Abtei lung. Frau Bay- Dolenz der Nervenaustrittspunkte, also des Nervus su-
ram möchte natürlich gerne so viel wie möglich sehen praorbitalis hier am kranialen Orbitarand in Höhe des
und lernen. Stört es Sie, wenn sie bei der Untersuchung medialen Anteils der Augenbraue und hier des Nervus
anwesend ist? infraorbitalis medial unterhalb des Unterlids. Alles in
Patient: Aber nein, gar nicht, Frau Doktor, die jungen Ordnung bei Ihnen, Herr Hinterberger?
Leute müssen schließlich auch ihre Erfahrungen ma- Patient: Jaja.
chen. Ärztin: Als Nächstes prüfe ich hier am Kinn ...?
Studentin: Das ist aber nett von Ihnen, vielen Dank. Studentin: Den Nervus mentalis.
Ärztin: Dann möchte ich Sie jetzt gerne untersuchen. Ärztin: Sehr gut. Nun die Palpation der Temporalarteri-
Setzen Sie sich bitte hierher. Ganz locker und entspannt, en: Tut das weh , Herr Hinterberger?
ja, so ist es gut. Ich beuge jetzt Ihren Kopf nach vorne Patient: Nein.
.. . und jetzt zur Seite .. . Ärztin : Arteria temporalis beidseitig indolent, pulsie-
Patient: Au , das tut so weh! rend, nicht verdickt.
Ärztin: Es tut mir leid, Herr Hinterberger, aber die Un- Bitte legen Sie sich nun flach auf die Liege, den Kopf
tersuchung wird nicht lange dauern. Frau Bayram, Sie auf diese Seite. Ja, so ist es gut. Ich umfasse jetzt den
sehen, dass die passive Beugung des Kopfes nach vor- Kopf im Nacken und beuge ihn vorsichtig nach vorne,
ne leicht, seitwärts hingegen deutlich schmerzhaft ein- keine reflektorische Beugung der Knie, Brudzinski ne-
geschränkt ist. Herr Hinterberger, tut es weh, wenn ich gativ.
hier so auf Ihren Kopf klopfe? Patient: Oh je, negativ. Ist das schlecht?
Patient: Ich habe Kopfschmerzen , aber das Klopfen Ärztin : Nein, nein, Herr Hinterberger, machen Sie sich
selbst ist nicht schmerzhaft. keine Sorgen. Ich werde Ihnen nach der Untersuchung
Ärztin: Gut. Haben Sie Schmerzen, wenn ich hier drü- ganz genau erklären, was ich gemacht habe, und die
cke? Ergebnisse mit Ihnen besprechen. Kommen wir zum
Patient: Nein, eigentlich nicht. nächsten Schritt.

Stichworte für die Diskussion


• Meningismus (Nackensteifigkeit)
• Ausschluss
• Meningitis
• Enzephalitis
• Blutungen
• Rückenmarkserkrankungen
• Degenerati ve Erkrankungen der HWS
• funktionelle Verspannung der Nackenmuskulatur

20 Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


23 Neurologie

Neurologischer Status bei Aufnahme


Patient wach, kooperativ, orientiert.
... kein Meningismus, Seitwärtsbeugung des Kopfes schmerzbedingt eingeschränkt, Nervenaustrittspunkte
frei ...

H-Ln.1\,V\,erveV\, (H-N):
N.I Riechfunktion anamnestisch unauffällig
N.11 Visus unauffällig, Gesichtsfeld frei
N.111/IV/VI Lidspalten gleichweit, kein Ex- oder Enophthalmus, Pupillen isokor, mittelweit und rund mit promp-
ter Reaktion auf direktes oder indirektes Licht; Okulomotorik frei, keine Doppelbilder, kein Nystagmus
N.V: Sens. unauffällig, Masseterreflex auslösbar, M. masseter o. B.
N.Vll : zentrale Facialisparese links, Geschmacksfunktion anamnestisch o. B.
N.Vlll: Gehör altersentsprechend
N.IX/X: Gaumensegel hebt symmetrisch, Uvula mittelständig, Würgereflex auslösbar, Schlucken o. B., keine
Heiserkeit
N.XI: M. trapezius und M. sternocleidomastoideus seitengleich innerviert
N.Xll: Zunge wird gerade vorgestreckt, keine Atrophien, keine Faszikulationen, Beweglichkeit in allen Richtun-
gen gegeben

obere Ex.tvew.LttiteV\, (o E):


...................................................................................... ....................................................................

Tonus unauffällig, Trophik o. B., Motilität in den großen Gelenken frei, Kraft seitengleich und altersentspre-
chend. Reflexe: BSR, RPR und TSR seitengleich und mittellebhaft, Knips und Trömner seitengleich, Armvor-
halteversuch (AVV): diskrete Pronation li., Finger-Nase-Versuch (FNV) bds. leicht dysmetrisch, Reboundphä-
nomen negativ, Feinmotilität und Diadochokinese li. eingeschränkt, Sens. für alle Qualitäten o. B. Kein Hinweis
auf Apraxie oder Neglect

~~.~p.f:.......................................................................................................................................... .
Wirbelsäule nicht klopfdolent; Bauchhautreflex (B HR) seitengleich, kein Hinweis auf sensibles Niveau

V\.V\,teve Ex.tvew.LttiteV\, (vcs)


························· ······· ····· ························· ······· ····· ······· ····· ·· ···· ······ ················ ······· ······ ·· ····· ·················· ··
Tonus o. B., Trophik o. B., Motilität in den großen Gelenken frei, Kraft stgl. und altersentsprechend. Reflexe:
PSR bds. mittellebhaft und ASR bds. nicht sicher auslösbar, Pyramidenbahnzeichen Babinski und Oppenheim
negativ, Beinhalteversuch (BHV) stgl. und regelrecht ohne Absinken , Knie-Hacken-Versuch (KHV) bds.
zielgerichtet, Feinmotorik stgl. und altersentsprechend unauffällig, Lasegue neg., Sens. für alle Qualitäten o. B.
Gangbild zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht überprüft

~.P'..0.~.~~.:..........................................................................................................................................
regelrecht, kein Hinweis auf motorische oder sensorische Aphasie

d D Der Patient wurde wegen einer zentralen Facialisparese sowie einer ausgeprägten Hemiparese der oberen
und unteren Extremitäten auf unsere Station aufgenommen.
IXJ Der Patient kam zur stationären Aufnahme aufgrund einer seit mehreren Tagen auftretenden zentralen
Facialisparese links und einer diskreten brachialbetonten Halbseitensymptomatik links.
D Der Patient wurde vorstellig wegen einer zentralen Facialisparese links. Darüber hinaus zeigten sich
keinerlei neurologische Ausfallerscheinungen .

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN 21


23 Neurologie

e
(
Normalbefund Pathologischer Befund
"

unaufftilUg dysmetdsch/hypermetr isch /hypome-


frei tris ch gerötet
gleichweit ( isoleor) eingeschrtinlet
mittel weit drucledolent
rund abgeschwächt/gesteigert/erloschen
prompte Reaktion auf Licht anisoleor
altersentsprechend seitendifferent (Li > re o. ti.)
s y mmetris eh vergröbert
seitengleich nicht auslösbar
gegeben verringert
regelrecht geschwollen
leein/feeine .. . (Nystagmus/ Doppelbil- fehlend
der)
sy m metris eh
mittelsttindig
reizlos
normal
physiologisch
auslös bar
o. p. F3. oder o. F3. ( ohne pathologi-
schen F3efund/ohne F3efund)

Ausschnitt 1 Armvorhalteversuch

Aussch nitt 2 Inspektion des Gaumensegels, Würgereflex

Ausschnitt 3 Knie-Hacken-Versuch

Ausschnitt 4 Lasegue-Prüfung

Ausschnitt 5 Finger-Nase-Versuch

22 Trainingseinheiten 22-24 t ele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


23 Neurologie

Hörtext 2
Sie hören fünf Gesprächsausschnitte. Welcher Ausschnitt 1 bis 5 pass t zu welcher Untersuchung?

Ärztin: So, Herr Hinterberger, ich möchte Sie jetzt bitten, sich hierhin zu stellen. Schließen Sie bitte die Aug en.
Nun strecken Sie bitte Ihre Arme waagrecht nach vorne au s, mit den Handflächen nach oben, und
1
halten Sie die Arme in dieser Position. Vielen Dank, Sie können die Arme jetzt wieder absenken und die
Augen öffnen.

Ärztin: Schließen Sie nun bitte die Augen und führen Sie Ihren Zeigefinger in einem weit au sholenden Bogen
langsam auf die Nasenspitze zu. Nein, versuchen Sie bitte wirklich , die Augen geschlossen zu halten.
„66-
Noch einmal, bitte. Danke.

Ärztin: Öffnen Sie bitte den Mund ganz weit, danke. Und jetzt sagen Sie ,,A".
Patient: Aa.
Ärztin: So, ich nehme jetzt einen Spatel, das empfinden Sie vielleicht als etwas unangenehm , ist aber gleich
3
vorbei , ja, das war's schon. Könnten Sie bitte einmal schlucken?

Ärztin: Legen Sie sich nun bitte hin und strecken Sie die Beine au s. Schließen Sie bitte die Augen und führen
Sie die Ferse des rechten Beines zum linken Knie und gleiten Sie dann mit dem Fuß am Schienbein
4
entlang nach unten. Ja, so ist es gut. Und nun mit dem anderen Bein. Ja, vielen Dank.

Ärztin: Bitte strecken Sie nun das Bein ganz aus und lassen Sie es gestreckt. Ich hebe das Bein jetzt an.
Spüren Sie Schmerzen?
Patient: Ja, schon.
5
Ärztin: Die Bewegung Ihres Beines scheint nicht eingeschränkt, ich kann es bis zu einem Winkel von ca. 70°
anheben. Wo spüren Sie denn die Schmerzen?
Patient: Im Oberschenkel, hier.
Ärztin: Ist das ein scharfer, einschießender Schmerz oder eher ein dumpfer Muskel schmerz?
Patient: Nicht einschießend, nein. Schmerz ist vielleicht zu viel ge sagt, ich spüre halt die Dehnung .

g 1 AVV: di skrete Pronation li.


2 FNV bds. leicht dysmetrisch
3 N.IX/X: Gaumensegel hebt symmetrisch, Uvula mittelständig, Würgereflex au slösbar, Schlucken o. B.,
keine Heiserkeit
4 KHV bd s. zielgerichtet
5 Lasegue neg.

h Beispiellösung
lil V<.s.Lös.bcir - l/\,LcJ1t lil V<.s.Lös.blil r
feViLeV\,d
verV1ALl/\,dert
lil bges.cViwti cVit
V1ALtteLLebVililft
LebVililft
s.eLteV\,g LeLcVil s.eLteV\,d Lffere 11\,t
ges.teLgert
SV<.V1AetrLe, eV<.V1AetrLs.cVi (dlils. Z LeL wLrd erreLcVit)
DLJS.V1AetrLe, dLJS.V1AetrLs.cVi (gestörter 1SewegV<.l/\,gs.lilbLlilV<.f)
H!jperV1AetrLe, Vi!jperV1AetrLs.cVi (C-<.ber dlils. Z LeL ViLV\,/ilV<.s.s.cViLe-ßeV\,d)
H!jpoV1AetrLe, Vi!jpoV1AetrLs.cVi (dlils. z LeL wLrd 11\,LcVit glill/\,Z erreLcVit, ZV<. RV<.rz /illl\,ges.etzt)
1V\,teV\,hoV\,s.treV1Aor (ZV<.V\,eV!V1AeV\,des. Z LtterV\, bdV1A AV\,11\,ti Vierll\, lil V\, d!ils. ZLeL)

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 23


23 Neurolo gie

• Masseterreflex
der Mund
Bei locker geöffnetem Mund Schlag von oben gegen die untere Zahnreihe oder das Kinn, worauf
geschlossen wird.
• BSR - Bizepssehnenreflex
im Ellbo-
Schlag auf die Sehne des M. biceps brachii bei leicht angewinkeltem Unterarm, worauf der Arm
gengelenk gebeugt wird.
• RPR - Radiusperiostreflex
und Pronati-
Schlag auf das untere Drittel des Radius bei leicht gebeugtem Unterarm (zwischen Supination
on), worauf der Unterarm im Ellbogenge lenk gebeugt wird.
• TSR - Trizepssehnenreflex
worauf
Schlag auf die Sehne des M. triceps brachii oberhalb des Olekranons bei angewinkeltem Unterarm,
der Unterarm gestreckt wird.
• Knipsreflex
Druck
Den Mittelfinge r der/des Pat. zwischen Daumen und Mittelfinger nehmen, mit dem Daumen einen
auf den Fingernagel ausüben und plötzlich loslassen. Der Finger wird gebeugt.
• Trömner-Reflex (Fingerflexorenreflex)
die
Bei gestrecktem Handgelenk und gebeugten Fingern Schlag gegen den Mittelfinger oder gegen
Fingerkuppen der Dig. II-V. Finger- und Daumenfle xion.
• Reboundphänomen (Rückstoßphänomen)
ückt,
Aufwendung von Kraft gegen Widerstand, indem die/der Pat. den Arm der/des Prüfenden herunterdr
der Widerstand aufhört, wird die Kraftaufwe ndung beim Gesunden
während der Prüfer gegenhält. Wenn
t.
sofort beendet. Rebound positiv, wenn die Kraft beim Nachlassen des Widerstandes überschieß
• BHR - Bauchhautreflex
oberhalb
Pat. in Rückenlage. Durch rasches Streichen unterhalb des Rippenbogens, auf Nabelhöhe und
der Leiste wird bds. von lateral nach medial geprüft, ob
sich eine Kontraktion der Bauchdeckenmuskulatur Tipp
auslösen lässt. • Wenn im Kurs entsprechendes Wissen
• PSR - Patellarsehnenreflex gegeben ist, lassen Sie einige Versuche in
Kniege- Zweiergrup pen vorführen.
Schlag auf die Patellarsehne bei gebeugtem
worauf das • Es gibt im Internet zahlreiche Filme (youtube
lenk, z.B. durch Überschlagen der Beine,
u. a.), auf denen die Reflexe und Versuche
Bein im Kniegelenk gestreckt wird.
vorgeführt werden. Anhand dieser können die
• ASR - Achillessehnenreflex
Teilnehmenden Beschreibungen und/oder
leichter Schlag auf die angespannte Achillessehne, Anleitungen entwickeln.
worauf das Sprunggelenk gebeugt wird (Plantarflexion).
• Babinski-Reflex
An der lateralen Fußkante von proximal nach distal und
der Digiti
vom Dig. V zum Fußballen Dig. II streichen; Babinski positiv: Extension der Großzehe mit Spreizen
II-V.
• Oppenheim-Reflex
eflex.
Kräftiges Bestreichen der Tibiavorderkante von proximal nach distal; Wirkung wie beim Babinski-R
• BHV - Beinhalteversuch
(Sitzhal-
Pat. liegt mit geschlossenen Augen . Die Beine werden angehoben und Hüfte und Knie gebeugt
tung). Prüfung, ob die/der Pat. diese Haltung halten kann.

4 Neurologische Diagnoseverfahren
a Bildgebende Verfahren
n
CT: dient in der Neurologie u. a. der Diagnostik von Blutungen , Tumoren oder Bandscheibenvorfälle
rks, der Rückenma rksnerven , der
MRT: Untersuchungen der Weichteile des Gehirns und des Rückenma
Bandscheiben und der Muskeln
Hirnstoffwech-
Emissionscomputertomographie (SPECT, PET): Diagnostik von Durchblutungsstörungen und
selstörungen
Ultraschall: Darstellung der Fließgeschwindigkeit in Arterien und Venen
Angiographie: z. 8. bei Verdacht auf Gefäßerweiterung oder Gefäßverschluss

Messverfahren
kann über
Elektroenzephalogramm (EEG): Darstellung der Hirnströme, deren Auswertung Aufschluss geben
z. 8. Epilepsien, Tumoren, Entzündun-
Funktionsstörungen des Gehirns bei verschiedenen Erkrankungen wie
gen, Intoxikationen etc.

24 Trai ningsein hei t en 22-2 4 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


23 Neurologie

Elektromyogramm (EMG): Messung der elektrischen Aktivität von Muskeln zur Feststellung einer Muskel-
schwäche, der auch eine Nervenschädigung zugrunde liegen kann .
Elektroneurographie (ENG): zur Bestimmung des Funktionszustands eines peripheren Nervs (pathologisch
z.B. bei Polyneuropathie, Karpaltunnelsyndrom ... )
Lumbalpunktion : Entnahme von Liquor zum Nachweis von Krankheitserregern, Tumorzellen etc.

Lösung: Lumbalpunktion
Die Kopiervorlage können Sie zur Vertiefung der neurologischen Diagnoseverfahren nutzen . Sie findet sich am
Kapitel ende.
Liquor
• Gehirnflüssigkeit, manchmal umgangssprachlich als „Nervenwasser" bezeichnet.
• umfließt das Gehirn und das Rückenmark und dient dem Schutz unseres Nervensystems gegen Stöße und
Druck von außen
• enthält Eiweiß, Zucker, bestimmte Blutzellen ...
Spinalkanal
• Rückenmarkskanal, Wirbelkanal. Der Kanal innerhalb der Wirbelsäule, in dem das Rückenmark liegt. Das
Rückenmark ist ein wichtiger Teil unseres Nervensystems.
• Der Kanal wird von den Wirbellöchern gebildet und verläuft vom Hals bis zum Kreuzbein .
• Im unteren Bereich enthält der Kanal Nervenwurzeln und Gehirnflüssigkeit.
indiziert: angezeigt
injizieren: einspritzen
Laborparameter: untersuchte Werte aus dem Nervenwasser
Antikörper: Schutzkörperchen, die vom Immunsystem/der körpereigenen Abwehr gebildet werden
Kontraindikation: ein Umstand, bei dem eine bestimmte Untersuchung oder eine bestimmte Therapie nicht
oder nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken angewendet werden darf
Punktionskanüle: eine spezielle Hohlnadel, die hier zur Entnahme von Gehirnflü ssigkeit aus dem Rücken-
markskanal verwendet wird
postpunktionell: nach der Punktion, also nach der Flüssigkeitsentnahme
lnzidenz: Auftreten
Hämatom: Ansammlung von Blut im Gewebe, Bluterguss, blauer Fleck

5 Multiple Sklerose
c
Seit der Diagnose hat sich mein Leben grundlegend verändert, leider nicht
Patient 1 zum Guten.
Herr Jessen
Die Diagnose ist wie eine Etikettierung. Seitdem die MS diagnostiziert wurde,
reduziert mein Umfeld mich nur noch auf die Krankheit.

Patient 2 Ich lebe jetzt - was soll ich mir Gedanken machen, wie es mir in ein
Herr Schöller paar Jahren geht?

Seit der Diagnose habe ich mich intensiv mit der Krankheit auseinander
gesetzt und alles für schlechte Zeiten vorbereitet.
Patientin 3
Frau Hernandez Ich bin jetzt optimistischer als vor der Diagnose. Ich kann jetzt meine Situation
besser einschätzen.

Kürzlich habe ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen.


Patientin 4 Mir gibt das neue Perspektiven.
Frau Hormann
\_ Die Selbsthilfegruppe war nichts für mich. Mir sind meine bereits bestehenden
Kontakte wichtiger.

Traini ngseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 25


23 Neurologie

Hörtext 3
Sie hören einen Ausschnitt aus einer Radiosendung. Ordnen Sie die Aussagen den vier Personen zu. Drei Aussa-
gen passen nicht.

Moderatorin: Liebe Hörerinnen und Hörer, ich begrüße aber von da an ganz genau informiert, was mir helfen
Sie herzlich zu unserer Gesundheitssendung am Mitt- könnte. Ich gehe zur Physiotherapie, besuche eine
wochabend. Unser Thema heute ist die Multiple Sklero- MS-Gesprächsgruppe und gehe einmal jährlich in die
se, kurz auch MS. In den letzten Jahren hat die Medizin Reha. Und ich habe schon genau geplant, wie es mal
große Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung weitergeht, wenn sich die Symptome verschlimmern.
dieser Erkrankung gemacht. Heilbar ist sie aber dennoch Moderatorin: Was meinen Sie, Frau Hernandez?
nicht. Heute berichten uns einige Betroffene, wie sie ih- Frau Hernandez: Bei mir war das vor drei Jahren genau
ren Alltag als Patientin oder Patient erleben. Vielen umgekehrt. Die MS-Diagnose war gleich bei der ersten
Dank, dass Sie gekommen sind. Herr Jessen, Sie sind ja Sehnerventzündung sicher und platzte mitten in meine
schon seit einigen Jahren an MS erkrankt, können Sie Ausbildung. Nach dem MRT war mir sofort klar, dass ich
uns vielleicht erzählen, wie es Ihnen mit Ihrer Diagnose die Schwesternausbildung abbrechen musste. Wer stellt
geht? schon eine Kollegin ein, die demnächst am Rollator geht?
Herr Jessen: Also, ich hatte schon vorher lange den Und dann die immunsuppressiven Medikamente, das
Verdacht, dass es bei mir MS sein könnte. Auch wenn wäre ja in der aktiven Pflege gar nicht gegangen. Das
mein Hausarzt und auch der Neurologe das lange nicht war ein echter Tiefschlag. Ein halbes Jahr war ich krank-
bestätigen konnten. Vor 15 Jahren war die Diagnosestel- geschrieben. Dann hat mir die Klinik, an der ich die Aus-
lung noch nicht so einfach. Und das hat dann dazu ge- bildung angefangen hatte, angeboten, mich nach einem
führt, dass ich neben meinen Krankheitszeichen auch Arzthelferinnenlehrgang in der Ambulanz zu überneh-
zusätzlich ganz schön eingeschränkt war, durch meine men. Ja, und da arbeite ich jetzt seit zwei Jahren. Aber
Zukunftsängste zum Beispiel. Weil ich nicht wusste, wie ich beneide meine Kolleginnen, die ihre Ausbildung ab-
es weitergeht. Oder weil ich meine zunehmende Inkon- schließen konnten. Ich habe durch meine Krankheit viel
tinenz verheimlicht habe und nicht mehr spontan etwas verloren.
mit meinen Freunden unternehmen konnte. Es musste Moderatorin: Und wie sehen Sie Ihre Situation als Pa-
ja immer ein WC in der Nähe sein. Ich habe jetzt mit tientin mit Ihrer MS-Therapie heute, Frau Hormann?
meiner MS-Diagnose mehr Lebensqualität und bin zu- Frau Hormann: Also, am schlimmsten finde ich immer
versichtlicher als vorher, wo ich nicht wusste, was mit mir noch dieses Auf und Ab. Mal mehr Symptome, mal we-
los war. niger, dann scheint eine Zeitlang wieder fast alles in Ord-
Moderatorin: Ist es Ihnen mit Ihrer Diagnose auch so nung zu sein. Mit viel Physiotherapie und dem neuen
ergangen, Herr Schöller? Entzündungshemmer geht es mir ganz gut. Den bekom-
Herr Schöller: Ich habe auch immer befürchtet, dass me ich einmal monatlich per Infusion. Aber insgesamt
meine Symptome etwas Ernstes bedeuten könnten, die bemerke ich doch immer wieder leichte Abwärtstenden-
Augenprobleme, die Gangunsicherheit, die Spastik zen, besonders in den Beinen. Während meiner ersten
manchmal - das alles ließ an MS denken. Vor meiner Reha-Einheit habe ich selber im Internet recherchiert
Familie habe ich versucht, das zu verheimlichen. Ich woll- und viel gelesen zu MS. Vor einiger Zeit war ich auch ein
te vor allem meine Eltern nicht belasten. Man denkt dann paarmal bei einem Patientenstammtisch für MS-Kranke.
ja gleich an ein Leben im Rollstuhl und so .. . Aber als Ich bin zwar eine chronisch Kranke, aber am meisten
nach den Cortisoninfusionen beim ersten großen Schub helfen mir meine Treffen mit alten Freundinnen, die ge-
klar war, was ich habe, war ich richtig froh . Klar, es ging meinsamen Unternehmungen mit ihnen und dass sie
mir dann ja auch erst wieder etwas besser. Ich habe mich mich nicht nur als Patientin sehen.

26 Tra ini ngseinhe it en 22-2 4 tele DEUTSCH B2·C1 ME DIZIN


23 Neurologie

Kopiervorlage: Lumbalpunktion
Lesen Sie den Text. Suchen Sie für die hervorgehobenen Begriffe Beschreibungen in patientengerechter Sprache.

Unter einer Lumbalpunktion versteht man die Ent- Bei einer entspannten Haltung empfinden die Pa-
nahme von Liquor aus dem Spinalkanal. Es han- tienten die Untersuchung in der Regel als wenig
delt sich um eine einfache und häufig eingesetzte schmerzhaft. Auf Wunsch kann auch vor dem
Methode, die weitgehend komplikationslos ist. Sie Stich eine leichte Betäubung der Punktionsstelle
wird zu diagnostischen Zwecken eingesetzt oder gegeben werden, was jedoch einen zweiten Stich
um Medikamente zu injizieren. Die Untersuchung erfordert.
ist unter anderem indiziert bei entzündlichen Er- Die Einstichstelle liegt zwischen dem dritten und
krankungen des Zentralnervensystems oder Au- vierten oder auch vierten und fünften Lendenwir-
toimmun-Erkrankungen wie Multiple Sklerose. bel. Auf dieser Höhe enthält der Rückenmarkska-
Sie dient dem Nachweis von Antikörpern, Tumor- nal kein Rückenmark mehr, sondern nur Nerven-
zellen, Subarachnoidalblutungen oder einer Stö- bahnen und Liquor. Würde an einer höheren
rung der Blut-Liquor-Schranke. In Form der Lum- Stelle in den Rückenmarkskanal gestochen, käme
balanästhesie oder Spinalanästhesie dient sie der es zu Verletzungen des Rückenmarks. Wenn der
lokalen Schmerzstillung bei chirurgischen Eingrif- Subarachnoidalraum erreicht ist, tropft aus der
fen wie zum Beispiel einem Kaiserschnitt. Nadel eine normalerweise farblose, klare Flüssig-
Die Diagnostik umfasst die folgenden Labor- keit, von der drei bis fünf Milliliter aufgefangen
parameter: Zellzählungen, Proteine, Glucose, werden.
Elektrolyte, Enzyme und Blutbeimengungen. Bei Die Lumbalpunktion dauert in der Regel zwischen
infektiösen Erkrankungen werden die Erreger fünf und zehn Minuten. Weil die Betroffenen an-
selbst oder Teilstücke derselben nachgewiesen, schließend eine bestimmte Zeit flach liegen und
oder man bestimmt Antikörper gegen diese. ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen sollten,
Im Vorfeld einer Lumbalpunktion werden routine- um einem postpunktionellen Kopfschmerzsyn-
mäßig die Blutgerinnung und die Thrombozyten- drom vorzubeugen, wird die Untersuchung meist
zahl überprüft, um eine erhöhte Gefahr von Blu- stationär durchgeführt.
tungen auszuschließen. Erhöhter Hirndruck stellt Zu den möglichen Komplikationen einer Lumbal-
eine Kontraindikation für eine Lumbalpunktion punktion gehören die erwähnten Kopfschmerzen ,
dar, weil infolge der Liquorentnahme das verlän- die sich im Stehen und beim Gehen verstärken
gerte Rückenmark eingeklemmt werden könnte. und beim liegen verschwinden. Sie können sofort
Um erhöhten Hirndruck auszuschließen, wird der nach der Untersuchung oder erst nach einigen
Augenhintergrund untersucht und bei einem ent- Tagen auftreten. Die Verwendung von besonders
sprechenden Verdacht eine Computertomogra- dünnen Nadeln senkt die lnzidenz der postpunk-
phie durchgeführt. tionellen Kopfschmerzen. An der Einstichstelle
Bei einer Lumbalpunktion wird eine Punktions- kann es zu lokalen Schmerzen kommen. Wenn die
kanüle in den Rückenmarkskanal eingeführt. Der Punktionsnadel eine Nervenwurzel berührt, kann
Patient oder die Patientin sitzt dabei vornüberge- es zu einem kurzen, elektrisierenden Schmerz
beugt oder liegt gekrümmt in seitlicher Position, kommen, der ins Bein ausstrahlt. Vereinzelt kön-
um die Lendenwirbel zu spreizen. Zunächst wird nen auch Entzündungen oder Hämatome auftre-
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die Einstichstelle angezeichnet und desinfiziert. ten.
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Trainingseinheiten 22-24 t ele DEUTSCH B2 ·C1 MEDI ZIN


·ningseinheit 24
NOTFÄLLE UND NOTAUFNAHME

1 Die Rettungskette
a 1 Sofortmaßnahmen ergreifen
• Unfallstelle absichern
• das Unfallopfer aus der Gefahrenzone bringen
• Notfallsituation einschätzen
• Patient beruhigen
• eventuell eine weitere Person um Hilfe bitten
• Eigenschutz

2 Notfall melden
Ersthelfer setzen einen Notruf ab und gehen dabei im Idealfal l nach dem W-Schema vor:
• Wo?
• Was?
• Wie viele Personen?
• Welche Verletzungen?
• Warten auf Rückfragen.
Leitstellen sind in Deutschland bei der Feuerwehr, der Polizei und den Rettungsstellen angesiedelt. Sobald der
Notruf eingegangen ist, werden Notärzte von der Leitstelle der Feuerwehr informiert. Sie arbeiten mit den
Rettungsassistenten und Rettungssanitätern der Feuerwehr zusammen. Der Notarztwagen ist in der Regel an
den Kliniken stationiert. Die Rege lungen können in den einzelnen Bundesländern jedoch unterschiedlich sein.

3 Lebensrettende Sofortmaßnahmen und weitere Schritte durch den Ersthelfer


• Wiederbelebung: Herzmassage, Beatmung
• Lagerung: z. B. stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
Schock bekämpfen , Beine hochlagern
• Erstversorgung der Verletzung : ggf. Brüche ruhigstellen, Verband anlegen, Wunden steril versorgen ,
Blutung stillen, Druckverband, ggf. Kühlung anbieten

4 Versorgung durch Rettungskräfte


• die Patientin oder den Patienten ansprechen und die Bewusstseinslage überprüfen
• Vitalfunktionen stabil halten
• Blutdruck und Puls messen
• Medikamentengabe
venöse Zugänge, Infusionen , Drainagen, Sonden legen, EKG

5 In der Klinik
• bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT, MRT, Doppler-Sonografie
• Anamnese und körperliche Untersuchung: Inspektion, Palpation, Auskultation, Perkussion
• we iterführende Untersuchungen durchführen oder anordnen
• EKG, EEG
• Behandlung
• Schocktherapie
• stationäre Aufnahme oder Entlassung

28 Tr ainingseinheiten 22 - 24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN


24 Notfälle und Notaufnahme

Notrufnummern in Deutschland Tipp


Notrufdienst Notrufnummer Sammeln Sie mit den Teilnehmen-
Polizei 110 den Notrufdienste und Notrufnum-
Feuerwehr 112 (einheitliche Nummer in der EU) mern in Deutschland. Hier finden
Notarzt: 112 Sie dazu eine Übersicht. Achten Sie
darauf, dass der Wortschatz korrekt
verwendet oder neu eingeführt wird.
Giftnotruf und Informationszentralen in Deutschland, die in den meisten
Fällen an Universitäten und Kliniken angeschlossen sind :
Berlin: 030 Ein heitliche Telefonnummer der Giftinformationszentralen: 1

Bonn: 0228
Göttingen: 0551 19240

Homburg (Saar): 06841


Mainz: 0613 1
München: 089
Erfurt: 036 1 73073
Nürnberg: 09 11 398-2451
J
Notrufnummern, die je nach Stadt unterschiedlich sind : Tipp
Ärztlicher Bereitschaftsdienst Lassen Sie die Fragen in
Psychiatrischer Notdienst Gruppen besprechen. Dort
Zahnärztlicher Notdienst kann der Fokus unterschied-
Zentraler Hebammenruf lich gewählt werden.

Bundesweit einheitlich:
Telefonseelsorge ev.: 0800 1110111
Telefonseelsorge kath.: 0800 1110222
Kinder- und Jugendsorgentelefon: 0800 1110333

b Krankenwagentransport (KTW)
Transport von Patienten, die keine Notfälle sind, mit einem Rettungsassistenten und einem Rettungshelfer
Ausrüstung : lnfusionslösungen, Beatmungsbeutel, Absauganlage, Sauerstoffanlage

Rettungswagen(RTW)
Tran sport von Patienten mit gestörter Vitalfunktion mit meist zwei Rettungssanitätern oder -as sistenten
Ausstattung zur Versorgung aller Notfälle: EKG, Defibrillator, Pulsoxymeter, Beatmungsgerät, lntubationsbe-
steck, lnfusionsbesteck und -lösungen, Sauerstoffanlage, Notfallkoffer

Notarztwagen (NAW)
Funktion wie beim Rettungswagen, aber mit ärztlicher Begleitung zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstel-
lung der Vitalfunktion
Ausstattung wie beim Rettungswagen mit zusätzlichen Ausrüstungen bspw. zur Erstversorgung von Brandver-
letzungen

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)
Fahrzeug, um den Notarzt und einen Rettungsassistenten schnell zum Unfallort zu bringen, ohne Transport-
möglichkeit für Patienten
Ausgerüstet mit Notfallkoffer/Notfallrucksack, EKG, Defibrillator, Sauerstoffanlage, Absaugpumpe

Rettungsassistent: zweijährige Au sbildung


Rettungssanitäter: einjährige Ausbildung
Ausbildungen sind bei den Rettungsdiensten oder der Feuerwehr möglich.

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 29


24 Notfälle und Notaufnahme

2 Symptome in der Notfallmediz in

1 zyanotisch - .~.~0.~~.~c,~ ··········· .......................................................................... ................................. .


2 dehydriert - .0.~:;.0~~.rp~~V\~~~ . ~'..~~.~.~."'.':' .... „„ ............. „„ .... „ .... „„ .... „„ .. ..„„„ ... „ .. ... „.„„.„.„.„„„ ...

3 Hämatom - ~-~ ~~~'..0~:?.S. .......................................................................... ........................................ .

4 bradykard - :Z:~..~0 .~0.S.0 .~~'... ~.~ '..~.s..~.~~.0 .0 .. „„„„„.„ ... „.„„.„ .. „„„„„„„ ..... „.„.„„.„„„ .. „.„„„.„.„ .. .

5 tachykard - .b.~ ~.~.~Y~.~~-g~~.'... r.'.~'..2:~~-~ . ~0 0...... „ ... „. „ .... „ ... „. „ .... „„ .... „ ... „„ .... „ „. „„ „ „ „. „ „ .„ .„ .. „.

6 Synkope - .~r.e~.~.L0 .~f~o.~~.ci. 'P~( ..ci.~.~ .Vi .. p ~.~ .~ .ci. e-. ~~: .. ~~.r:z:f'.~S.~.~g.e. ~.~~.~~~~~p~L.g .~~L~ .......... .

7 Ruptur - ~L:;.~„ ..... „ ...... „ ..... „. „ „ .. „ „ ...... „„ ... „ „ .. „. „ .. „. „ .... „ ..... „. „ .... „ „ .. ... „ „ .... „ „ „ „ .„ ....... „ .... „
„ ..

8 Dyspnoe - AteVl.A.vc,ot Tipp

9 Hämoptoe ~ „~_L·;.~.(g"~·'. "~·-~ ~;·~;_f'.. „.. ·.·. ·.·."".: ·. ·.. "" """ "". "... :":.: ..... : : : : .. : : . : : : . : .. : : : : . t~~~:~~eS~~~~t~~~ ~~~~~~
pfeLf~V\0.~~. J.\.~.~~0ß.~0.~~~~. „ „ ...„ .... ..... „ .„. „ .. ..„ .. „ .... „„.... r~il~~~~te~i~d~t:~~~:sd~ii~
10 Stridor -
11 Apnoe - AteVl.A.s.tLLLs.tci vc,v{ Teilnehmenden systematisch
·„ ····„ „ ·····„ ",' ··„ „ ····„ „ ····„ „ ·„ „ „ „ ·„ „ „ ·„ ·„ ·„ ·„ ·„ „ „ ·„ ···„ „ „ ····„ „ Wortschatz erarbeiten.
12 somnolent - :;.e-.Vi.~0f'..~.0 ... „ ....... „.„.„ .. „„ ..... „.„ ..... „.„„„„„ ... „.„„ ... „ ..... .

Beispiellösung - typische Symptome


Symptome der Haut
• Farbe: blass, zyanotisch, blau-grau, gelblich, gerötet
• Feuchtigkeit: schweißbedeckt, feucht, gut durchblutet, dehydriert, stehende Hautfalte
• Temperatur: kühl, warm, heiß, überhitzt
weitere Symptome: geschwollen, abgeschürft, mit Einblutungen , Prellungen, Hämatom (Bluterguss), Ouaddel-
bildung, Juckreiz

Temperatur
• unterkühlt, erniedrigt, Fieber, Schüttelfrost

Puls
• bradykard, tachykard, hoch, arrhythmisch

Herz und Kreislauf


• Synkope, Kreislaufstörung, Kreislaufschwäche, kurzfristige Bewus stlosigkeit, Kreislaufschock, Kreislaufstill-
stand, Blutdruckabfall, Durchblutungsstörung, Gefäßverschluss, Ruptur, innere Blutungen, Herzklopfen,
Brustschmerz, Schwarzwerden vor Augen

Bauchraum
• Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, brettharte Bau chdecke, lokale Abwehrspannung, aufgebläht, weich, keine
Darmgeräusche, Meteorismus (Blähbauch, ausgeprägte Blähungen), Loslassschmerz, druckdolent, anhaltende
Diarrhö

Atmung
• Dyspnoe, Hämoptoe, Kußmaul-Atmung, Stridor, Apnoe, Lähmung des Atemzentrums oder der Atemmusku-
latur

Bewusstsein
orientiert, ansprechbar, getrübtes Bewusstsein, verwirrt, benommen, kurzzeitige Bewusstlosigkeit, somnolent,
Sopor, bewusstlos, im Koma

weitere neurologische Symptome


• Kribbeln, „Ameisenlaufen", Taubheitsgefühl, Sensibilitätsstörungen, Empfindung sstörungen, (halbseitige)
Lähmung
• Augen: Pupillenstörung, Sehverschlechterung, Doppelbilder

Schmerz
gürtelartig ausstrahlend, stechend, dumpf, pulsierend, brennend, akut, chronisch

psychische Zustände
erregt, starke Unruhe, Angstzustand, Panikattacken

30 Trai ni ng seinheit en 22-24 tele DEUTSCH B2 ·C1 MEDIZIN

...
24 Notfälle und Notaufnahme

3 Fallbeispiele
a
Fallbeispiel 1
Walter Riebner
Ursache Sturz
Diagnose .':l.0~~'.:'.~~.~~f'..0~t-~'.. ... ............................................................................................
Prozedere .0.b..s·~-~~~~~_e~0.~..tv:\.0.-:ß.'.:'.0~.VV:-.~~~ - ~~~-~.0~5,L~~ ..':l.0~~'.:'.~~~~'..~P. ?.~.~\~~'.:'. ..... ...... .

Fallbeispiel 2
Michael Hauptmann

Ursache .~0~~~~~5,5,0.~~~'..0~.~ ·································································································


Diagnose ~~0.P.~8~0X.L.~:.. 0V'l:0P.n.t:J.~0.~~~~~~-e:..;;.~.0.?.0.~...... ............................................... .
Prozedere .l:<'.:'..~~~.L0.~f5,~.0.~~~L~~-~ -~~~0: ..~0.r~'.:'.0 L.~V'I::-.. lA.1'.':'.0.Y.9.~.~~~~0.0.~.e:..................... .

Y~'..~.~-~0.tA.1'.':'.0 ..0.lA.~~~ .. ':<'.:9.~.~~.0~ .~0.~~0 .V:-~........................................................................ .

Fallbeispiel 3
Roswitha Menger
Ursache ?V-0~~. ~- ~~L.0~'.:'.t.~~-~L~ ..Y~r.0~f~v.<:~0 ...................................................................... ...
Diagnose .0.?~.~-~~-~~~~-'-~.t~X.~~.0.~.~~ '.:'. ..................................................................................... .

Prozedere .~'.'::~.~V'l:5,~::'.~.~ .0.~~-~V'l:~~-~ -0.~.. 0.\~~-'..".!.0.~~v.<:'.'::0:..~~0.~.~~-'..~0.~..~.0-~~.~~-·················


.~'.:'.fr.~~~-~-r~. ~~'..0~'.':: ..................... „ . . .. . ............................. ................... . ............... . ............... .
Fallbeispiel 4
Waltraud Hochfeld
Ursache :Z:: .~:.. ~i:JP.e'..~?.~e ..I:<'.:'..~~~ ....................................................... .................................. .
Diagnose ~.P?."P.L.~X.................................................................................................................... .
Prozedere ?..~"P.~.~~:-.?.~~~0.'..0.f~~~. 0.~f.;;~:.~~-~ --~'.:'.~~-··························································
Fallbeispiel 5
Barbara Lehmann
Ursache .~v.<:"P.\~'..L.~:.~~-~- -~~~'..0.~~'..~.~ -r0.~~-.s. :~ ~~[,(-~t:J5,~0 ..................................................... .
Diagnose '!-..~: ..~'.':'.~.~0:z:e.'..~~ '..0 ~-~ - ~ '.'::~.~'..t:J:~.V1A:0 ~ ~.~~lA.1'.':'.0 .................................................... .

Prozedere -~~~.".:'.~ . ~-~-g 0.~.~.1'.':'................................................................................................... .

Hörtext 1
Sie hören eine Übergabe mit fünf kurzen Fallvorstellungen. Was erfahren Sie über Ursache, Diagnose und das
weitere Prozedere?

Dr. Jablonski: Guten Tag. Dr. Röttgen: Das kann man wohl sagen. Machen wir eine
Dr. Röttgen: Ah, meine Ablösung. Guten Tag Frau Kol- kurze Übergabe?
legin. Dr. Jablonski: Gern.
Dr. Jablonski: Irre ich mich oder höre ich einen erleich- Dr. Röttgen: Abgesehen von einigen Patienten mit
terten Unterton? leichteren Beschwerden sind mehrere Notfälle eingelie-
Dr. Röttgen: Sie irren sich doch nie, oder? fert worden. Zunächst: Herr Walter Riebner, 37 Jahre alt,
Dr. Jablonski: Das will ich doch auch hoffen. War viel los? hat sich auf dem Fußballplatz eine Fraktur des Nasen-

Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·Ct MEDIZIN 31


- 24 Notfälle und Notaufnahme

beins zugezogen. Er hatte starkes Nasenbluten. Inzwi- ger, 56 Jahre, sieht es sehr kritisch aus. Intoxikation mit
schen ist es uns gelungen, die Blutung mittels Tampo- Colchicin.
naden zu stillen. Wir haben ein Schädel-CT gemacht. Die Dr. Jablonski: Oh weh, noch eine tragische Verwechse-
Schädelbasis ist nicht betroffen. Die Fraktur ist ruhig- lung?
gestellt. Der Patient ist bei Bewusstsein, klagt aber trotz Dr. Röttgen: Das kann man so sagen. Sie wollte Bär-
Analgetikum über starke Schmerzen und muss als lauch pflücken.
Nächstes operativ versorgt werden. Momentan ist er Dr. Jablonski: Das ist schon die dritte Patientin in die-
noch im Schockraum. sem Monat.
Dr. Jablonski: Sind die Kollegen von der HNO schon Dr. Röttgen: Leider ist sie erst fünf Stunden nach der
informiert? Mahlzeit mit Erbrechen, Durchfall und Koliken gekom-
Dr. Röttgen: Ja, Dr. Jensch müsste schon auf dem Weg men. Eine Nachbarin hat sie gebracht. Die anfänglichen
sein. Als Nächstes haben wir Michael Hauptmann, 24 Symptome, Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden,
Jahre, mit einem anaphylaktischen Schock. Er war bei hat sie für eine beginnende Erkältung gehalten. Kreislauf
Freunden zum Geburtstag eingeladen. Beim Kuchen hat und Atmung sind so weit stabil, die Intensiv weiß schon
er darauf geachtet, dass er keine Haselnüsse enthält, Bescheid. Sie müssten nur noch die Angehörigen infor-
nicht aber beim Getränk. Die Gastgeberin ist Veganerin mieren.
und hat den Cappuccino dummerweise mit Haselnuss- Dr. Jablonski: Ah ja, ich kümmere mich darum.
milch serviert. Herr Hauptmann ist mit Tachykardie und Dr. Röttgen: Eine weitere Patientin, Frau Waltraud
Dyspnoe eingeliefert worden. Vom Notarzt hat er Adre- Hochfeld, eine ältere Dame von 75 Jahren, wurde mit
nalin und Volumen bekommen. Er ist bei Bewusstsein, Verdacht auf einen Insult eingeliefert. Das hat sich leider
allerdings ist sein Blutdruck immer noch sehr niedrig. bei der Duplex-Sonografie bestätigt. Sie wird von den
Dr. Jablonski: Ok, soll ich gleich als Erstes nach ihm Kollegen der Stroke Unit betreut. Dann wäre da noch
schauen? Frau Barbara Lehmann, 50 Jahre, ist zu Hause zusam-
Dr. Röttgen: Nicht nötig, er wird gerade von Kollege mengebrochen und mit Verdacht auf intrazerebrale Blu-
Baumann versorgt. Bei einer Patientin, Roswitha Men- tungen eingeliefert worden. Das waren die Notfälle ...

Tipp
Um das schwere Gespräch zu vertiefen, können Sie auch
aus dem Fallbeispiel Frau Roswitha Menger (Intoxikation
durch Colchicin) einen Gesprächsanlass kreieren. Die
Ärztinnen und Ärzte können den Angehörigen die
Diagnose mitteilen und dass die Behandlung bei Vergif-
tung mit Herbstzeitlosen keine/kaum Aussicht auf Erfolg
bietet. Die Patientin wird voraussichtlich innerhalb von zwei
Tagen versterben.

4 Organspende
c Pflichten des Arztes:
• Information der nächsten Angehörigen über die geplante Organentnahme
• Organ- oder Gewebeentnahme nur nach schriftlicher Einwilligung des Patienten
• Angehörige befragen, falls keine Einwilligung des Patienten vorliegt, Angehörige auf den mutmaßlichen
Willen des Patienten hinweisen.
• Bei der Entnahme mehrerer Organe wird der Angehörige einmal über alle geplanten Entnahmen unterrich-
tet.

Rechte der Ange hörigen:


• Einsichtnahme in die Dokumentation der Organentnahme
• Entscheidung nur bei persönlichem Kontakt in den zwei Jahren vor dem Tod
• Hinzuziehung einer Vertrauensperson

Pfl ichten der Ang eh örigen :


• schriftlicher Widerspruch innerhalb einer bestimmten Frist
• mutmaßliche Pflichten des Verstorbenen beachten

d Als nächste Angehörige gelten:


1 der Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner,
2 die volljährigen Kinder,
3 sofern der mögliche Organ- oder Gewebespender zur Todeszeit minderjährig war, die Eltern oder Sorgein-
haber,
4 die volljährigen Geschwister,
5 die Großeltern.

32 Tra ini ngs ei nheiten 22- 24 t ele DEUTSCH B2 ·C1 MED I ZIN
24 Notfälle und Notaufnahme

6 Notfall Schock
d

Es ist ein klinisches Syndrom , das sich durch unzureichende


septischer Schock Sauerstoffversorgung von Organen auszeichnet.

Der Mangel an Glukose sorgt für eine Unterzuckerung.


anaphylaktischer Betroffen sind meist Diabetiker.
Schock
Diese Form des Schocks wird durch eine verminderte Pump-
leistung des Herzens aufgrund einer Herzerkrankung oder
hypovolämischer einer Lungenembolie verursacht.
Schock
Bakterielle Infektionen, die durch kleine Wunden wie Hautab-
schürfungen oder durch Entzündungen innerer Organe
hypoglykämischer hervorgerufen werden, überschwemmen das Blut mit Toxi nen.
Schock
Bei einem starken Blutverlust oder einem Flüssigkeit smangel
durch Erbrechen oder bei Verbrennungen kommt es zu einer
Verminderung der Blutzirkulation.
neurogener Schock
Eine schwere allergische Reaktion auf ein Lebensmittel, ein
Medikament, einen Pflanzenstoff oder einen Insektenstich löst
eine Gefäßweitstellung aus, sodass es zu einem Blutdruckab-
Schock
fall kommt.

Verletzungen oder eine Vergiftung durch Medikamente


kardiogener Schock beeinflussen die Gefäßmuskulatur. Sie erschlafft, sodass es
auch hier zu einem re lativen Flüssigkeitsmangel kommt.

7 Notfall Schlaganfall
a ,,-
Station Zustand der Patientin

Die stmke u._nit wu.r-de speziell fü.r- schlaganfallpatientin


schlaganfall-Patiente n eingedchtet. Lähmu.ngser-scheinu.n g
Är-zte ver-schiedener- Fachdchtu.ngen/ spr-achstör-u.ngen
Logopäden/ Eir-gother-apeu.ten und
Physiother-apeu.ten ar-heiten dor-t eng
zu.sat/11.Y11,en/ um so fr-ü.h wie möglich
mit der- wieder-her-stellu.ng der- spr-ach-
Liche//'v und motodschen Fähigkeiten
zu. beginnen.
'--~~~~~~~~~~~~~~~~~--'--~~~~~~~~~~~~~~~~~--

Trainingseinheiten 22-24 t ele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 33


24 Notfälle und Notaufnahme

b 1 Die Tochter sagt, dass


a die Haushälterin die Beschwerden nur im liegen beobachtet hat.
b die Symptome gestern früh begonnen haben.
)(c sie nicht weiß, wann die Symptome erstmals auftraten.

2 Die Tochter berichtet, dass die Patientin


)(a aufgrund eines leicht erhöhten Blutdrucks behandelt wird.
b kerngesund ist, obwohl sie vormalige Raucherin ist.
c bereits seit einigen Jahren das Bett nicht mehr verlassen kann.

3 Dr. Röttgen erklärt das weitere Vorgehen: Die Patientin


)(a braucht geduldige Unterstützung der Angehörigen.
b lernt bereits auf der Strake Unit, sich anzuziehen.
c wird morgen auf die Innere verlegt.

4 Dr. Röttgen
)(a empfiehlt den Angehörigen, sich professionelle Hilfe zu suchen.
b hat die Patientin bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe angemeldet.
c rät dazu, einen Pflegedienst zu bestellen.

5 Dr. Röttgen
a erklärt der Tochter den genauen Grund für den Insult.
b erläutert der Tochter die Blutzirkulation im Gehirn.
Xe gibt der Angehörigen die Möglichkeit zu weiteren Fragen.

Hörtext 2
Frau Schmidt, die Tochter von Frau Hochfeld, möchte wissen, wie es um den Gesundheitszustand ihrer Mutter
steht. Hären Sie das Gespräch mit Dr. Röttgen. Was erfahren Sie über die Station und über den Zustand der
Patientin?

Frau Schmidt: Herr Doktor, wie schätzen Sie die Hei- anfall durch Minderdurchblutung hat sich bei den Unter-
lungschancen meiner Mutter ein? suchungen bestätigt. Das heißt, dass ein Blutgerinnsel
Dr. Röttgen : Das lässt sich bei einem Schlaganfall zum ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Nun versuchen wir,
gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Wir dieses Blutgerinnsel medikamentös aufzulösen. Wie
haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich ein würden Sie den Gesundheitszustand Ihrer Mutter be-
schneller Therapiebeginn positiv auf den weiteren Ver- schreiben? War sie zuvor wegen Herz-Kreislauf-Proble-
lauf der Erkrankung auswirkt. Können Sie mir sagen, men in Behandlung?
wann die ersten Symptome bei Ihrer Mutter aufgetreten Frau Schmidt: Ihr Blutdruck war etwas zu hoch und
sind? dagegen hat sie seit ein paar Jahren Tabletten genom-
Frau Schmidt: Das weiß ich leider nicht genau. Gestern men, aber sie war noch sehr rüstig, obwohl sie fast acht-
früh hat die Haushaltshilfe, die einmal pro Woche zu mei- zig ist. Sie war in ihrem Leben selten krank und hat sich
ner Mutter kommt, sie noch im Bett vorgefunden. Da immer gesund ernährt, nie geraucht. Im Alter bettlägerig
hatte sie schon Lähmung serschei nungen und konnte und hilflos zu sein war für sie immer ein Schreckenssze-
sich nicht verständ lich machen. Der Notarzt kam dann nario.
auch sofort. Die Schwester hat mir gesagt, dass sie hier Dr. Röttgen: In ein paar Tagen wird sie von der Strake
auf einer Spezialstation liegt. Unit auf die Innere verlegt. Daran schließt sich dann die
Dr. Röttgen : Das ist richtig. Die Strake Unit wurde spe- Reha an. Sie brauchen jetzt vor allem Geduld. Das gilt
ziell für Schlaganfallpatienten eingerichtet. Ärzte ver- nicht nur für die Angehörigen, sondern auch für die Pa-
schiedener Fachrichtungen, Logopäden , Ergotherapeu- tienten selbst. Ihre Mutter muss viele Dinge neu lernen
ten und Physiotherapeuten arbeiten dort eng zusammen, und das geht nur durch tägliches Üben. Dazu zählt, sich
um so früh wie möglich mit der Wiederherstellung der anzuziehen, zu essen und andere alltägliche Verrichtun-
sprachlichen und motorischen Fähigkeiten zu beginnen. gen zu meistern.
Frau Schmidt: Und was genau passiert weiter mit mei- Frau Schmidt: Oh je, dann wird sie ja vielleicht gar nicht
ner Mutter? Bekommt sie Medikamente? mehr allein wohnen können. Das ist jetzt auch für meinen
Dr. Röttgen : Ja, richtig. Der Verdacht auf einen Schlag- Mann und mich nicht einfach. Wir werden sie zu uns neh-

34 Training seinheiten 22-24 tel e DEUTSCH B2·C1 MED I ZIN

J
24 Notfälle und Notaufnahm e

men und einen Pflegedienst engagieren müssen, wenn Frau Schmidt: Ah ja, und was bewirken diese Medika-
sie entlas sen wird. Das wird eine große Anpassung. mente genau?
Dr. Röttgen: Vielleicht ist es für Sie hilfreich, wenn Sie Dr. Röttgen: Die Gerinnungshemmer sorgen dafür, dass
sich zunächst an eine Organisation wie die Stiftung es nicht mehr so schnell zu einer Verklumpung des Blu-
Deutsche Schlaganfall-Hilfe wenden, die Angehörige tes mit einer nachfolgenden Verstopfung eines Gefäßes
mit Rat und Tat unterstützt. kommen kann .
Frau Schmidt: Muss man damit rechnen , dass weitere Frau Schmidt: Aha, ich verstehe.
Schlaganfälle auftreten? Dr. Röttgen: Sobald wir weitere Untersuchungsergeb-
Dr. Röttgen: Es wird natürlich versucht, das mit Medika- nisse vorliegen haben, erkläre ich Ihnen gern unser wei-
menten zu verhindern, mit sogenannten Gerinnungs- teres Vorgehen. Haben Sie im Moment noch Fragen?
hemmern. In der Zwischenzeit versuchen wir noch die Frau Schmidt: Nein, im Moment nicht. Vielen Dank,
genaue Ursache für den Schlaganfall zu klären. Herr Doktor.

d Was sagt der Patient? Medizinischer Fachausdruck

Blutgerinn sel

Gefäßverschluss

Schlaganfall 0."P.~."P L~~- ....... .. ..... ............................................................. „

unvollständige halbseitige Lähmung .IJ.~.~-L'P. 0_ve. ?.~.. ....... .......................................................... ... .


komplette halbseitige Lähmung .IJ.~.~-L'P.~.~g-~~ .. ....... ....... ................................ „ ........... . ..... . .. .

Gefühlsstörungen Plil vtistViesLeVl-


Aussackung eines Gefäßes 0.V\,.~.~~Jj_S_~.0...................... .............. .. „ ... .. ....... „ ...... . .... .. .. .

Gehirnblutung ~e.~~~V.0 ~.e . ~-~(,{~(,{_V\,. 0 ..... ..... ........ ...... .. ............. ....... .. ......... .
Koordinationsstörung A tlilx Le
····················· ····················· ····················· ····················· ·········
einseitige Sehstörung .IJ.~.~-L0kJs;.~ps;_~~- ................................ ····· ........................... .
Pupillendifferenz A Vl-LsoR,ovLe
Schluckstörung ?.t:J~P.~.0.g_L~..........................········ .................... .. .................
Übelkeit N liluselil
Schwindel .Y~'..~.~9.~...............................................................................
Erbrechen EVVlesLs

Trainingseinhei t en 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 35


24 Notfälle und Notaufnahme

Kopiervorlage - Stroke Units


Ergänzen Sie die Lücken mit den passenden Verben. Bringen Sie die Verben in die richtige Form.

Jedes Jahr ... .... „ .. „ . „ .. ... . . . „ . .. . . .. mehr als 200.000 Personen in Deutschland einen Schlaganfall.
Jede Minute ....... ... ... ........ .... .. .. .... , und das Zeitfenster für eine therapeutische Behandlung ist
kurz. Sie sollte innerhalb von 4,5 Stunden ... ....... .... ......... ....... .. .' um neurologische Langzeitschä-
den wie Lähmungen und Sprachverlust zu .. ...... ................ .... ..... Nicht alle Krankenhäuser
................................. über die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Schlagan-
fallpatienten. Für sie werden seit den 1990er-Jahren Spezialstationen ... .. .... ....................... .
Mittlerweile existieren nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe rund 200 Strake
Units in Deutschland, auf denen Patienten in den ersten Tagen von Ärzten unterschiedlicher
Fachrichtungen rund um die Uhr werden. An allen Plätzen können mithilfe
eines multimedialen Monitorings Atemfrequenz, Blutdruck, Temperatur, arterieller und venöser
Blutdruck sowie Herzfrequenz mittels EKG und Pulsoxymetrie werden.
Dadurch erhält das Team aus Kardiologen, Neurologen, Gefäßchirurgen und Radiologen eine
engmaschige Kontrolle über den Therapieverlauf. Bei akuten ischämischen Schlaganfällen
können sie eine intravenöse und intraarterielle Thrombolyse sowie ggf. Maßnahmen gegen den
Hirndruck Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten
................................. mit einer adjuvanten Therapie diese frühe Form der Rehabil itation.
In bisherigen Studien zeigte sich, dass dieses integrative Gesamtkonzept zu besseren Heilungs-
chancen und einem geringeren Sterberisiko .... .. ...... ..... ... ......... .... Der Aufenthalt von Patienten in
Strake Units nur wenige Tage. Danach werden sie auf anderen Stationen
oder in anderen Kliniken
Doch auch schon vor der Einlieferung in die Notaufnahme eines Krankenhauses sollen Patien-
ten optimal betreut werden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts setzt die Berliner Feuerwehr
ein sogenanntes Strake-Einsatz-Mobil (STEMO) Dieses Sonderfahrzeug ist

wie ein Notfalleinsatzfahrzeug .................... ............. und rückt aus, wenn in der Leitstelle nach
einem bestimmten Abfrageschema der Eindruck entsteht, dass es sich um einen Schlaganfall
könnte.

aufbauen einsetzen führen verfügen


ausstatten erfolgen handeln vermeiden
betragen ergänzen messen weiterbehandeln
einleiten erleiden überwachen zählen

36 Trainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN


24 Notfälle und Notaufnahme

Lösung: Stroke Units

Jedes Jahr .~'..~.~~.0.~~ mehr als 200.000 Personen in Deutschland einen Schlaganfall.
Jede Minute !:0.~.~\, und das Zeitfenster für eine therapeutische Behandlung ist
kurz. Sie sollte innerhalb von 4,5 Stunden .e'..fr.~g~~· um neurologische Langzeitschä-
den wie Lähmungen und Sprachverlust zu y_e.~~~~.0.~.~· Nicht alle Krankenhäuser
Y.~'..f0-.g~~ über die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Schlagan-
fallpatienten. Für sie werden seit den 1990er-Jahren Spezialstationen .0 .~fg.~~.0 .~~·
Mittlerweile existieren nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe rund 200 Strake
Units in Deutschland, auf denen Patienten in den ersten Tagen von Ärzten unterschiedlicher
Fachrichtungen rund um die Uhr .0:~~'..".!.0. ~~\ werden. An allen Plätzen können mithilfe
eines multimedialen Monitorings Atemfrequenz, Blutdruck, Temperatur, arterieller und venöser
Blutdruck sowie Herzfrequenz mittels EKG und Pulsoxymetrie .0~.~.e~~~~ werden.
Dadurch erhält das Team aus Kardiologen, Neurologen, Gefäßchirurgen und Radiologen eine
engmaschige Kontrolle über den Therapieverlauf. Bei akuten ischämischen Schlaganfällen
können sie eine intravenöse und intraarterielle Thrombolyse sowie ggf. Maßnahmen gegen den
Hirndruck .eL.~.L~L~~.~· Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten
.~'..0 .~.~~~~ mit einer adjuvanten Therapie diese frühe Form der Rehabilitation.

In bisherigen Studien zeigte sich, dass dieses integrative Gesamtkonzept zu besseren Heilungs-
chancen und einem geringeren Sterberisiko f.0:~'..\· Der Aufenthalt von Patienten in
Strake Units .~.~~'..00\ nur wenige Tage. Danach werden sie auf anderen Stationen
oder in anderen Kliniken weLterbeVJli!V\-deLt.
Doch auch schon vor der Einlieferung in die Notaufnahme eines Krankenhauses sollen Patien-
ten optimal betreut werden. Im Rahmen eines Forschungsprojekts ~~t?\ die Berliner Feuerwehr
ein sogenanntes Strake-Einsatz-Mobil (STEMO) .eL. ~. Dieses Sonderfahrzeug ist
wie ein Notfalleinsatzfahrzeug .0.~~.0~~~.0.~.~.~\ und rückt aus, wenn in der Leitstelle nach
einem bestimmten Abfrageschema der Eindruck entsteht, dass es sich um einen Schlaganfall
VJli!V\-deLV\, könnte.
Tipp
Nutzen Sie die Kopiervorlage auf
der Folgeseite, um eine Bespre-
chung in der Stroke Unit als
Rollenspiel zu simulieren. Geben
Sie den Teilnehmenden vorab
etwas Zeit, um den Fall noch
etwas auszuschmücken.

Tr ainingseinheiten 22-24 tele DEUTSCH B2·C1 MEDIZIN 37


24 Notfälle und Notaufnahme

Kopiervorlage - Fallbesprechung auf der Stroke Unit


Sie nehmen an einer Fallbesprechung mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen , Ergotherapeuten ,
Physiotherapeuten und Logopäden zum Therapieverlauf von Frau Hochfeld oder eines selbstgewählten Falles teil.
Wählen Sie eine Rolle. Dabei steht nicht so sehr das korrekte Verfahren im Vordergrund, sondern der Austausch mit
den Kolleginnen und Kollegen.

~ :··················„··························································:·········································································"···

Kardiologin/Kardiologe
Neurologin/Neurologe
Beschreiben Sie den Fall:
Fragen Sie nach den Fortschritten der • Diagnose
Anordnungen: • Befunde
• Therapie
• Mobilisation des Beines?
• Mobilisation der Feinmotorik? Geben Sie den Erwartungshorizont an.
• Sprachfertigkeit? In welchem Zeitraum rechnen Sie mit einer
Verbesserung bzw. Verschlechterung?

Physiotherapeutin/-therapeut Logopädin/Logopäde
Erkundigen Sie sich nach
Berichten Sie, was Sie erreicht haben. Schluckstörungen.

Die Patientin hat seit ein paar Tagen keine Berichten Sie über Erfolge/Miss erfolge bei
Fortschritte mehr gemacht. der Sprachtherapie.

"'0
""·;;;c

Q)
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c..CD

Ergotherapeutin/-therapeut Stationsleitung .<=


u
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Q)
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Weisen Sie auf Probleme bei der 2


c
Berichten Sie aus Ihrer Sicht über Umsetzung hin (Urlaubszeit). 2
'iii
Fortschritte beim .<=
c:
'iii
Ankleiden "'C1l
Geben Sie Auskunft über c:
c
• Ausziehen • Wünsche/Pro bleme der Patientin ~
• Lagern • Fragen der Angehörigen ~
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Trainingseinheiten 22-24 te le DEUTSCH B2 ·C1 MED I ZI N


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tele ltaliano A1 tele Franc;:ais A1 Junior tele PyccKHH RJblK A1

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Trainingseinheiten 22-24

TRA NNGSE NHE TEN


DEUTSCH B2·G1 MEDIZIN

Die Trainingseinheiten Deutsch B2·C1Medizin1-24 dienen dem fachsprachlichen


Unterricht von internationalen Ärztinnen und Ärzten, die sich auf die Prüfung tele
Deutsch B2·C1 Medizin vorbereiten. Jede Trainingseinheit bildet eine in sich ge-
schlossene thematische Einheit. Mit den Trainingseinheiten können Ärztinnen und
Ärzte sprachlich kompetent auf ihren Arbeitsalltag vorbereitet werden. Sie liefern
jeweils Material für etwa fünf oder sechs Unterrichtseinheiten. Zur Bearbeitung
der Trainingseinheiten sind in der Regel allgemeinsprachliche Deutschkenntn isse
auf dem Kompetenzniveau 82 oder C1 erforderlich.
Das Aufgabenheft sollte den Kursteilnehmenden als Klassensatz zur Verfügung
stehen.

www.telc.net