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Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing.

Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 1

Urformen
Gießen metallischer Werkstoffe

• Definitionen und Begriffe


• Einteilung der Gießverfahren
• Grundlagen des Gießens
• Formen, Modelle, Kerne
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Urformen Gießen 2

n Einleitung und Übersicht Urformverfahren


n Grundlagen des Metallgießens
Beispiel Sandformguss

Bild: www.planet-wissen.de
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Quelle: DIN 8580


Einordnung und Definition des Urformens

Ändern der
Schaffen der Stoffeigen-
Ändern der Form
Form schaften
Zusammenhalt Zusammenhalt Zusammenhalt Zusammenhalt vermehren
schaffen beibehalten vermindern

Hauptgruppe 1 Hauptgruppe 2 Hauptgruppe 3 Hauptgruppe 4 Hauptgruppe 5 Hauptgruppe 6


Urformen Umformen Trennen Fügen Beschichten Stoffeigen-
schaft ändern

n Urformen ist das Fertigen eines festen Körpers aus formlosem Stoff durch
Schaffen des Zusammenhalts. Hierbei treten die Stoffeigenschaften des
Werkstücks bestimmbar in Erscheinung. Der formlose Stoff industrieller Ur-
formung ist häufig eine Flüssigkeit (Gießen) oder ein Pulver (Sintern)
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Quelle: DIN 8580


Einteilung der Hauptgruppe Urformen

Hauptgruppe 1 Hauptgruppe 2 Hauptgruppe 3 Hauptgruppe 4 Hauptgruppe 5 Hauptgruppe 6


Stoffeigen-
Urformen Umformen Trennen Fügen Beschichten schaftändern

Gruppe 1.1 Gruppe 1.2 Gruppe 1.3 Gruppe 1.4 Gruppe 1.5 Gruppe 1.8 Gruppe 1.9
Urformen Urformen Urformen Urformen Urformen Urformen Urformen
aus dem aus dem aus dem aus dem aus dem aus dem aus dem
flüssigen plastischen breiigen körnigen span- oder gas- oder ionisierten
Zustand Zustand Zustand oder faserför- dampfför- Zustand
pulverförm. migen migen
Zustand Zustand Zustand

Gießen
Spritz- von Galvani-
Gießen gießen Sintern Laminieren Bedampfen sieren
Keramik
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Quelle: Stark
Technologien des Gießens

Gießen ist immer der erste Verarbeitungsschritt nach der Gewinnung eines
metallischen Werkstoffs. Dabei gibt es zwei wesentliche Prozessvarianten:
Ø Stranggießen im Anschluss an die Stahlherstellung
Ø Formgießen von Werkstücken (Sandguss, Kokillenguss)

Gießen ist das Einfüllen von flüssigem Metall in Formen und Kokillen
Schmelze Gießen Bauteil

Formategießen Formgießen

Halbzeug Endprodukt
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Quelle: Südtiroler
Gießen ... Eine Technik mit langer Historie Archäologiemuseum

Kupferbeil
Südtirol
Österreich

ca. 3000 v. Chr.


Kupfer
zweiteilige Tonform
Länge Klinge: 9,5 cm
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Quelle: VDG, Hermann Historica


Gießen ... Eine Technik mit langer Historie

Kanonenkugel
Kokille
Deutschland, um Jahr 1400
Grauguss
Kaliber 100 mm

Bombarde
England, um Jahr 1430
Grauguss
Länge 4,1 m
Kaliber 505 mm

Radschlosskarabiner
Deutschland, um Jahr 1560
Zinkfeinguss
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Quelle: VDG, Honsel, Müller-


Bis hin zu heutigen Anwendungen Weingarten

Rohteil (mit Anguss) Fertigteil (nach Spanen)

Prototyp einer
gegossenen Autotür aus
Kurbelgehäuse
Magnesium
Volvo Fünfzylinder
Al-Druckguss
Magnesium-Druckguss
Wandstärken: 5 - 8 mm
EN-MC MgAl6Mn
Gewicht 60 kg
Wandstärken: 2 - 2,5 mm
Gewicht: 3,5 kg
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Quelle: MAN Augsburg


In groß ... Kurbelgehäuse eines 18 Zylinder Schiffsdieselmotors

Material: EN-GJS-400-18
Gewicht: 120 t
Länge: 11 m
Gießzeit: 90 s
Kühlen (in d. Form: T»300°C): 3 Wo
Luftabkühlung: (T»60°C): 1 Wo
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Quelle: IFAM, Heinz Kurz


In klein ... Endoprothesen aus biokompatiblen Materialien Medizintechnik

Gehörknöchelchen
Spritzguss
Titan TiAl6V4
Maße: ca. 1,5 x 1x 0,3 mm
Gewicht: < 10 mg
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Quelle: VDI 2012, IGM


Gegossene Bauteile ... überall im Einsatz Branchenreport 2012

Deutsche
Gießereiindustrie 2012
n > 65.000 Beschäftigte
Luftfahrt
Architektur Bauindustrie n Mittelständisch: 80% der
Betriebe < 200 MA
Schiffbau Kunst
n 13,3 Mrd. € Umsatz
Gießereitechnik
Medizin Elektronik n 5 Mio. t Eisenguss
Partner für
n 0,8 Mio. t NE-Metallguss
Schienenverkehr Energietechnik
n Nr. 1 in Europa
Raumfahrt Maschinenbau
n Nr. 4 der Welt (nach
Fahrzeugbau China, Japan, USA)
n Fahrzeugbau: > 50% des
Umsatzes
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Quelle: VDG/Pähler
Gießen – Vorteile und Herausforderungen

Vorteile Herausforderungen
§ Alle technisch bedeutenden § Viele Verfahrensvarianten, individuelle
Werkstoffe sind gießbar: Eisen, Grenzen und Möglichkeiten
Stahl, Blei, Zinn, Kupfer, Gold, § Auswahl des Gießverfahren nach den
Aluminium, Magnesium ... Bauteilanforderungen
§ Auch komplizierte Geometrien § Vergleichsweise geringe Genauigkeiten
realisierbar (Hohlräume,
Hinterschnitte)
§ Schwindung und Schrumpfung
§ Hohe Werkstoffausnutzung § Eigenspannungen, Lunker, Einschlüsse
§ Endkonturnah = geringer Aufwand § Angepasstes Design notwendig
für Fertigbearbeitung § Teure Anlagen und Werkzeuge
(verfahrensabhängig)
§ 100 % Recycelbarkeit
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Quelle: Flimm
Biegewerkzeug für eine Verpackungsmaschine aus 15CrNi6 (1.5919)

oben links:
als Feingussteil

unten rechts:
Baugruppe
(spanend hergestellte
Einzelteile)
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Quelle: Fritz/Schulze
Einteilung wichtiger Gusswerkstoffe

Gusseisen mit Lamellengraphit GJL

Eisen- Gusseisen mit Vermikulargraphit GJV


Gusswerkstoffe
Gusseisen mit Kugelgraphit GJS

Stahlguss, Temperguss ...

Al-Legierungen
Gusswerkstoffe Leichtmetalle
Leichtmetalle Mg-Legierungen
r < 5 kg/dm³
Nicht-Eisen- Ti-Legierungen …
Gusswerkstoffe
Cu-Sn-Legierungen
Schwermetalle
Cu-Zn-Legierungen
r > 5 kg/dm³
Blei, Nickel …
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Quelle: VDG
Die wichtigsten Eisen-Gusswerkstoffe

Gusseisen mit Gusseisen mit Gusseisen mit


Lamellengraphit GJL Vermiculargraphit GJV Kugelgraphit GJS
Schliffbilder
Ungeätzte

100 µm
REM

20 µm
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Quelle: Ambos
Zustandsschaubild des Eisen-Kohlenstoff-Systems

1538°C

1153°C

738°C
Eisen-Graphit

üblicher Bereich
für Grauguß Masse-% C
Stahl graues (weißes) Gußeisen
2,06%C unter- 4,3%C über- 6,67%C
Eisen-Eisenkarbid (Fe-Fe3C): 0% eutektisch 100% Fe3C
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Quelle: VDG/Pähler
Erstarren von Metallen – Kontraktion beim Abkühlprozess

Phase 1: Flüssige Schwindung Vfl Flüssige Schwindung


VE Erstarrungsschwindung
n Abkühlen des flüssigen Metalls von VK Schrumpfung
Gießtemperatur bis (kubische Schwindung)
Liquidustemperatur
spez. Volumen
Phase 2: Erstarrungsschwindung [m³/kg]
n Beginn der Erstarrung der Schmelze 1
ab Liquidustemperatur. Ende der
Erstarrung bei Erreichen der Vfl
Solidustemperatur

Phase 3: Festkörperschwindung 2 VE
n Unterhalb der Solidustemperatur ist
die gesamte Schmelze zum Gussteil 3
erstarrt. Gussteil zieht sich bis zum VK
Erreichen der Raumtemperatur
zusammen
n Diese Festkörperschwindung RT Tsol Tliq TGieß Temp.
muss beim Bau des Modells
berücksichtigt werden!
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Quelle: Pähler
Schwindungsverhalten von Metallen - Beachtenswert

Vfl Flüssige Schwindung


§ Schwindmaße sind keine VE Erstarrungsschwindung
Werkstoffkonstanten! VK Schrumpfung
(kubische Schwindung)
§ Schwindmaße hängen ab von:
§ Verhältnis Volumen/Oberfläche spez. Volumen
§ Wärmeleitfähigkeit Formstoff [m³/kg]
§ Wärmeleitfähigkeit Gusswerkstoff 1
§ Schmelzaufbereitung, Impfung ... Vfl
§ Serienguss
§ Ermittlung der Schwindmaße durch
Probeabgüsse 2 VE
§ Danach Änderung des Modells
§ Großguss / Einzelfertigung 3

§ Berücksichtigung von Erfahrungen mit VK

ähnlichen Werkstücken
RT Tsol Tliq TGieß Temp.
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Quelle: DIN 1511


Anhaltsangaben für Schwindmaße
Gusswerkstoff Schwindmaß
[%]

Gusseisen mit Lamellengraphit EN GJL DIN 1691 1


mit Kugelgraphit EN GJS DIN 1693 Teil 1 0,5 - 1,2
Austenitisches Gusseisen DIN 1694 2,5
Stahlguss DIN 1681 2
Manganhartstahlguss 2,3
Temperguss GTW DIN 1692 1,6
Temperguss GTS 0,5
Aluminium-Gusslegierungen DIN 1725 Teil 2 1,2
Magnesium-Gusslegierungen DIN 1729 Teil 2 1,2
Kupfergusswerkstoffe DIN 17655 1,9
Kupfer-Zinn-Gusslegierungen (Gussbronzen) DIN 1705 1,5
Kupfer-Zinn-Zink-Gusslegierungen (Rotguss) 1,3
Kupfer-Zink-Gusslegierungen (Gussmessing) DIN 1709 1,2
Kupfer-Zink-(Mn,Fe,Al)-Gusslegierungen (Guss-Sondermessinge) DIN 1714 1,9
Kupfer-Aluminium-(Ni,Fe,Mn)-Gusslegierungen (Guss-Aluminiumbronzen) DIN 1714 1,9
Feinzink-Gusslegierungen DIN 1743 Teil 2 1,3
Gleitlager-Gusslegierungen (Weißmetall) DIN 1703 0,5
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Quelle: DIN 8580


Übersicht über die bedeutendsten Gießverfahren

Form- und Gießverfahren metallischer Werkstoffe (DIN 8580)

Dauerformen Verlorene Formen

Verlorene Modelle Dauermodelle


Ohne Modelle
(ungeteilte Formen) (geteilte Formen)

Druckguss Feinguss Sandguss (Handformen)

Niederdruckguss Vollformguss Sandguss (Maschinenform)

Kokillenguss Schablonenguss

Schleuderguss Maskenformguss

Strangguss
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Quelle: Pähler
Prozesskette am Beispiel des Sandgussverfahrens

Konstruktion

Modellbau

Formherstellung

Abguss

Entformen und Entfernen


der Gusstechnik

Nachbearbeitung
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Quelle: Meyer-Eschenbach, Pries


Aufgaben von Modellen

Aufgaben von Modellen Einlegen des


§ Herstellung von Formen Kerns in die
Form nach der
§ Abbildung des Formhohlraums Entnahme des
incl. Gieß- und Speisesystem Modells
§ Setzen von Kernmarken für
das Anbringen von Kernen zur
Herstellung von Hohlräumen

Fertigteil mit Kernlage im Modell mit


Hohlräumen Fertigteil Kernmarken
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Quelle: Pähler
Sandguss Handformen - Beispiel

Konstruktion

Zeichnung Zeichnung
Modellzeichnung Kernzeichnung
Gussrohteil Formzusammenbau

a b>a
1. 2. 3. 4.

Gussrohteilzeichnung Modellzeichnung Kernzeichnung


Rohkontur = Modellkontur = Kernkontur =
Werkstückfertigmaße Rohteilaußenkontur Innenkontur
+ Bearbeitungszugaben + Schwindmaß + Kernauflagezapfen
+ Gusstoleranz + Ausformschrägen
+ Kernmarken
Teilungsebene festlegen geteiltes Modell einteiliger Kern
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Quelle: Pähler
Prozesskette am Beispiel des Sandgussverfahrens

Konstruktion

Modellbau

Modell Formherstellung

Abguss

Entformen und Entfernen


der Gusstechnik

Nachbearbeitung
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Quelle: Pähler
Anforderungen an den Modellwerkstoff

Widerstandsfähigkeit
mechanische Verdichtung
Beanspruchung Modellziehen
gute Bearbeitbarkeit
Anforderungen an
den Modellwerkstoff chemische Feuchtigkeit
hohe Oberflächengüte Beanspruchung Säuren / Laugen

geringe Dichte thermische Härten des


Beanspruchung Formstoffes

Fertigteil Modell Holz Drehen

Metall Fräsen
Modell-
Modellwerkstoff Bohren
herstellverfahren
Kunststoff
Spritzguss
Wachs
RP
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Quelle: DIN 1511


Farbliche Kennzeichnung von Modellen nach DIN 1511

GG GGG GS GT Schwer- Leicht-


Anwendung (GJL) (GLS) metallguss metallguss

Grundfarbe für unbearbeitet


bleibende Flächen am Modell rot lila blau grau gelb grün
und Kernkasten
Ziehkanten von Schablonen

Farbliche Kennung weist auch auf die Schwindung der Werkstoffe hin
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Quelle: Pähler
Prozesskette am Beispiel des Sandgussverfahrens

Konstruktion
Kern

Modellbau Kernherstellung

Modell Formherstellung

Abguss

Entformen und Entfernen


der Gusstechnik

Nachbearbeitung
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Quelle: Pries
Anforderungen an Formstoffe
für verlorene Formen und Kerne (1/4)

Rieselfähigkeit
Für die automatisierte Beschickung eines Form- oder Kernkastens mit Formstoff aus einem
Sandbunker muss der Formstoff möglichst locker und trocken, d.h. rieselfähig sein.

Aushärtung
Mit der Wahl des Bindemittels wird festgelegt, ob die Aushärtung des Formstoffes warm, kalt
oder chemisch, also z.B. bei der Kernherstellung nach dem Hot-Box-, Cold-Box- oder nach
dem CO2-Verfahren erfolgen soll.
Dadurch wird weitest gehend der Aufwand (Kosten) und die Zeitdauer bis zur Fertigstellung
der Form oder des Kernes festgelegt.
Beispielhaft ist beim Vollformgießen eine Warmaushärtung wegen des Styropormodells nicht
möglich. Eine CO2-Aushärtung wäre wegen der üblicherweise großen Werkstückgewichte zu
teuer. Ebenso ist Ton als Bindemittel nicht möglich, da der Formstoff nicht verdichtet werden
kann, so dass nur ein kalt aushärtender Binder (Harz + Härter) in Frage kommt.
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Quelle: Pries
Anforderungen an Formstoffe
für verlorene Formen und Kerne (2/4)

Bildsamkeit
Der Formstoff soll sich durch das Modell detailgetreu formen lassen und soll den
entstandenen Abdruck auch nach dem Entfernen des Modells sicher halten können.
Für eine hohe Abbildungsgenauigkeit ist ein kleiner Korndurchmesser erforderlich, was einer
evtl. benötigten Gasdurchlässigkeit widerspricht.

Belastbarkeit
Der Formstoff mußs während des Gießens der einströmenden Schmelze soviel Widerstand
entgegen setzen, daß besonders in den Gießkanälen keine Sandkörner ausgewaschen und
zum Werkstück transportiert werden. Der Formsand und das gewählte Bindemittel müssen
dabei besonders den Thermoschock aushalten können.
Nach dem Gießen darf sich die Form unter der Last der Schmelze nicht verändern. Alle
auftretenden Gewichts- und Auftriebskräfte müssen ohne Deformation (Bruch) der Form oder
eines Kernes ausgehalten werden. Formen werden überwiegend auf Druck beansprucht,
wofür sich als Bindemittel Ton anbieten. Kerne werden überwiegend auf Biegung und
Scherung beansprucht, weshalb meistens harzige Binder verwendet werden.
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Urformen Gießen 30

Quelle: Pries
Anforderungen an Formstoffe
für verlorene Formen und Kerne (3/4)

Feuerfestigkeit
Der Formstoff muß hohe Temperaturen aushalten können. Das Aufschmelzen des
Formsandes oder chemische Reaktionen des Sandes mit der Schmelze müssen
vermieden werden. Ebenso muß beim Einbringen der Schmelze der Thermoschock
ertragen werden, ohne daß die Sandkörner aufplatzen oder das Bindemittel versagt,
wodurch die Form sogar brechen kann.
Als Formsande, die mit zunehmendem Schmelzpunkt teurer werden, werden
verwendet:

Quarzsand SiO2 TSchmelz = 1750 °C

Chromsand Cr2O3 + FeO TSchmelz = 1850 °C

Zirkonsand ZrO2 + SiO2 TSchmelz = 2250 °C


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Urformen Gießen 31

Quelle: Pries
Anforderungen an Formstoffe
für verlorene Formen und Kerne (4/4)

Gasdurchlässigkeit
Der Formstoff muß in der Lage sein, das Gas, welches beim Abkühlen (nicht beim Eingießen!)
von der Schmelze freigesetzt wird, aus der Form abzuführen.
Dafür sind Sande mit einem gleichmäßigen großen Korndurchmesser (z.B. 0,30 mm)
erforderlich, damit die Struktur der Form großporig wird. Besonders ist darauf zu achten, daß
der Feinsandanteil gering ist, da dieser die freien Querschnitte verstopft. Da dieser
Feinsandanteil beim Wiederaufarbeiten von Formsand ansteigt, darf für eine Form mit
geforderter hoher Gasdurchlässigkeit nur Neusand verwendet werden (teurer).
Die Verwendung von Sanden mit großem Korndurchmesser widerspricht evtl. der Forderung
nach einer hohen Bildsamkeit.

Werkstückausformbarkeit
Die Form soll, nachdem das Werkstück erstarrt ist, leicht zerfallen, damit das Ausformen
erleichtert wird.
Im Idealfall soll das Bindemittel die Sandform solange zusammenhalten bis die Schmelze die
Solidus-Linie unterschritten hat. Danach soll die Bindung unter der andauernden
Wärmeeinwirkung zerfallen und das Werkstück beim Ausformen unter geringer
Krafteinwirkung freigeben.
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Quelle: VDG
Aufgaben und Anforderungen Gießkerne

Aufgabe von Kernen


§ Kerne formen Aussparung in der Form
Bauteilinnenkonturen,
zur Aufnahme des Kerns
die nicht durch die
Formkasten
Formhälften
dargestellt werden können Kern
Formhohlraum

Formstoff = Formsand +
Bindemittel

Anforderungen an Kerne
§ Maßgenauigkeit und Temperaturbeständigkeit
§ Widerstand gegen Erosion beim Gießen durch die Schmelze
§ Formbeständigkeit gegen den Druck der Schmelze
§ Hohe Scherfestigkeit
§ Entfernbarkeit (Kernzerfall) muss gewährleistet sein
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Urformen Gießen 33

Quelle: VDG
Kernarten

§ Dauerkern
§ Stahlkern, kann gezogen und mehrfach
wieder verwendet werden
§ Schieber und Kernzüge werden meist
mechanisch angetrieben

§ Verlorener Sandkern
§ Kern kann nicht gezogen werden
§ muss beim Entleeren des Formkastens
zerstört werden, d. h. es muss ein
Sandkern eingesetzt werden
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Urformen Gießen 34

Quelle: VDG
Kernpaket für zwei Zylinderkurbelgehäuse

ca. 400 mm
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Urformen Gießen 35

Quelle: Ambos
Gestaltung und Funktion von Kernmarken

1 2 1 Modellteilung
A Kernmarken 2 Kernmarken
an einem Modell

B stabile Lagerung
des Kerns durch 3 Aussparung in der Form
Kernmarken zur Aufnahme des Kerns
in der Form 4 Formkasten

5 Kern
6 Formhohlraum

7 Formstoff = Formsand +
Bindemittel
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Urformen Gießen 36

Quelle: Spur, VDG


Verfahren zur Kernherstellung

Cold-Box Verfahren Hot-Box Verfahren


Sand-Binder- Sand-Binder-
Gemisch Gemisch
Katalysator
Luft / CO2 P

Gasauf-
bereitung

Kern 180-
Kern 250°C

Kernschießen Begasen Nachhärten Kernschießen Aushärten Nachhärten

Feuchter, schüttfähiger Formstoff wird bei Ein schüttfähiges Gemisch aus Kernsand und
Raumtemperatur in einen kalten Kernkasten warmaushärtendem Katalysator wird in eine
geschossen und katalytisch gehärtet heiße Metallform geschossen und härtet aus
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Urformen Gießen 37

Quelle: Loramendi, Ratingen


Kernschießmaschinen

Cold box Kernschießmaschine Cold box Kernschießmaschine


Loramendi SLC Loramendi SVA
Kernkastenwechsel < 90 s Eingleisig, mittlere bis große Kerne
Zweigleisig für Massenfertigung
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Urformen Gießen 38

Quelle: Halberg Guss (links),


Kerne können sehr komplex sein Loramendi (rechts)

LKW Zylinderkurbelgehäuse Sechteiliges Kernpaket


V-Motor: 8 Zylinder Für Zylinderkurbelgehäuse
Hubraum: 16 l
Leistung: 537 kW
Rohteilgewicht: 360 kg
Werkstoff: Gusseisen mit Vermiculargraphit
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Urformen Gießen 39

Quelle: Pähler
Prozesskette am Beispiel des Sandgussverfahrens

Konstruktion
Kern

Modellbau Kernherstellung

Modell Formherstellung

Form Abguss

Entformen und Entfernen


der Gusstechnik

Nachbearbeitung
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Urformen Gießen 40

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

Vorbereitung:
- Anbringen Eingusstrichter
- Anbringen Speiser
- Modellmontage (Kontrolle)
Speiser

Einguss
Modell
-trichter
Modell-
oberteil +
Kern

Modell-
unterteil Form
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Urformen Gießen 41

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

1. Schritt
Modellunterteil einformen

Hinterfüllsand
Formstoff
Formunterkasten
Modellunterteil
Bodenplatte
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 42

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

2. Schritt
Modelloberteil einformen

Form-
oberkasten

Form-
unterkasten
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 43

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

3. Schritt
Modell entnehmen

Form-
oberkasten

Form-
unterkasten
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 44

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

4. Schritt
Form schließen
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 45

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

4. Schritt
Form schließen
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 46

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

5. Schritt
Gießen

m m
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 47

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

6. Schritt
In Form abkühlen

m m
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 48

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

7. Schritt
Entformen
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 49

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

7. Schritt
Entformen
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 50

Quelle: Pähler
Verfahrensablauf Formherstellung

8. Schritt
Putzen und Fehlerprüfung

Zur Qualitätskontrolle
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 51

Quelle: Gießerei Fronberg,


Anwendungsbeispiele: Bearbeitung von Gusswerkstücken Karlshütte, Rothenseer Guss- u.
Metallbearbeitung

Trennschleifen Handschleifen
(Speiser, Entgraten
Angüsse, Kern- (Kern- und
und Formgrate) Formgrate)

Gleitschleifen Brennschneiden
Entgraten (Speiser,
(innen, außen) Angüsse)
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 52

Quelle: Rothenseer Guss- u.


Anwendungsbeispiele: Bearbeitung von Gusswerkstücken Metallbearbeitung

Robotereinsatz
Trennschleifen
(Speiser, Angüsse)

Robotor
Bedienung
Entgratpresse
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 53

Quelle: konstruieren+giessen
Abgießen in Sandformen an teilautomatisierter Formanlage
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 54

Quelle: Pähler
Prozesskette am Beispiel des Sandgussverfahrens

Konstruktion
Kern

Modellbau Kernherstellung

Aufbereitung der
Modell Formherstellung Formstoffe

Form Abguss Schmelzbetrieb

Abguss Entformen und Entfernen


der Gusstechnik

Nachbearbeitung
Gussteil /Versand
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 55

Quelle: konstruieren+giessen
Anwendungsbeispiele: Sandformguss (Handformen) 2/2000, Zollern

Untergestell für eine


Karusselldrehmaschine
Werkstoff: GJL-200
Durchmesser: 5800 mm
Gewicht: 44 t

Antriebs- bzw. Schwungrad


für einen Keilriemenantrieb
Werkstoff: GJL-300
Durchmesser: 2850 mm
Flügel

Nabe

Flügel und Nabe


einer Schiffsschraube
Werkstoffe: CuAl9Ni7
CuAl10Fe5Ni5
Gewicht: Je Flügel ca. 1,3 t
Nabe ca. 3 t
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 56

Quelle: Siempelkamp, Krefeld


Anwendungsbeispiele: Sandformguss (Herdguss)

Abguss Laufholm
einer Rohrpresse
Werkstoff: GJS-400
Länge: 14 m
Breite: 2,5 m
Höhe: 2m
Schmelzgewicht: 255 t
Pfannen: 5
Abgusszeit: 2 min

Firma: Siempelkamp
Krefeld
Vorlesung Prof. Dr.-Ing Dietmar Pähler Prof. Dr.-Ing. Jens Telgkamp
Prof. Dr.-Ing. Christian Stark Prof. Dr.-Ing Enno Stöver
Fertigungstechnik Prof. Dr.-Ing. Christian Müller
Urformen Gießen 57

Quelle: Georg Fischer, Mettmann


Anwendungsbeispiele: Sandformguss (Maschinenformen)

LKW-Radnabe (Leichtbau) Ausgleichsgetriebegehäuse Kurbelwelle


Gusseisen mit Kugelgraphit Gusseisen mit Kugelgraphit Gusseisen mit Kugelgraphit
GJS-400-15 GJS-600-3
Gewicht: 17.6 kg Gewicht: 13.4 kg