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"Die Blutgruppen"

In diesem Bericht werden wir uns mit den Blutgruppen beschäftigen und da gucken wir uns
zuerst eine Definition an, was überhaupt Blutgruppen sind und dann beschäftigen wir uns
mit den beiden bekanntesten Blutgruppensystemen, dem AB0-System und dem
Rhesussystem.

http://www.youtube.com/watch

Abschließend noch ein kleiner Blick auf den sogenannten Coombs-Test, das ist ein Test zur
Feststellung von Antikörpern im Blut gegen die Blutkörperchen.

So, wenn wir jetzt mit den Blutgruppen anfangen, dann ist zunächst mal eine Definition
natürlich wichtig, was sind eigentlich Blutgruppen? Und da kann man sagen, worum es bei
der Geschichte geht, ist, dass sich auf den Blutzellen verschiedene Markierungen,
sogenannte Antigene, befinden. Diese Markierungen unterscheiden sich sowohl von
Individuum zu Individuum, aber auch von Familie zu Familie oder ethnischer Gruppe zu
ethnischer Gruppe, bis hin von Rasse zu Rasse und von Art zu Art. Das heißt, Menschen
haben andere Markierungen auf ihren Blutzellen und natürlich auf allen anderen Zellen, als
zum Beispiel Pferde oder Hunde, aber auch Menschen, die zum Beispiel aus dem
europäischen Raum kommen, haben teilweise andere Markierungen als Menschen, die
zum Beispiel aus Afrika oder vom Nordpol kommen. Natürlich haben auch einzelne
Individuen wieder ganz unterschiedliche Markierungen.

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Ja und durch diese Markierungen kommt es eben zu sogenannten Gruppen und in unserem
Fall, wenn wir uns mit den Markierungen auf den Blutkörperchen, insbesondere auf den
roten Blutkörperchen, also den Erythrozyten, beschäftigen, dann spricht man von den
Blutgruppensystemen. Die Markierungen sind sogenannte Antigene. Und was ist ein
Antigen?

Ein Antigen ist eine Substanz, die von einem Organismus als fremd oder eigen erkannt wird
und dementsprechend eine Reaktion auslösen kann. Entweder, wenn der Stoff, also das
Antigen als fremd erkannt wird, dann wird eine Immunantwort ausgelöst, das Immunsystem
geht gegen dieses Antigen vor, oder, wenn das Antigen als bekannt, als zum Körper, zum
Organismus gehörend erkannt wird, dann toleriert das Immunsystem dieses Antigen. Das
Antigen ist also wie ein Pass, durch den sich eine Zelle oder eine Substanz ausweist und
der Organismus stellt dann fest, ob eben dieser Pass anerkannt wird, oder ob er als fremd
eingestuft wird.

Die Immunantwort, die dann ausgelöst wird, wenn ein Antigen als körperfremd erkannt wird,
ist eine sogenannte spezifische Immunantwort und die erfolgt durch die Produktion von
sogenannten Antikörpern. Antikörper sind Stoffe, die die Immunzellen des Körpers
produzieren können, und die ganz genau, also spezifisch zu einem bestimmten Antigen
gehören, dieses Antigen sozusagen markieren und dadurch dann den Angriff des
Immunsystems gegen dieses spezielle Antigen auslösen.

So, nachdem wir jetzt die Definition von Blutgruppen kennen, schauen wir uns kurz die
wichtigsten Systeme an. Da ist zunächst das AB0-System. Das bedeutet, auf den
Erythrozyten sitzt Antigen A oder Antigen B. 0 bedeutet, dass weder das Antigen A noch das
Antigen B vorhanden ist. Und dieses AB0-System ist das bekannteste System, es wurde
1901 von dem Wiener Arzt Karl Landsteiner schon beschrieben, und der bekam 1930 dafür
den Medizinnobelpreis. Dieses AB0-System hat eine enorme Bedeutung bei
Bluttransfusionen, denn kommen da verschiedene Blutgruppensysteme zusammen, die
sich nicht miteinander vertragen, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Das
werden wir gleich genauer sehen, was es damit auf sich hat. Neben dem AB0-System ist
das zweit bekannteste System das sogenannte Rhesussystem.

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Das wurde in den 40er Jahren auch wieder von dem Wiener Arzt Karl Landsteiner
beschrieben, zusammen mit dem Kollegen Wiener. Und auch das Rhesussystem hat für die
Bluttransfusion eine enorme Bedeutung, denn auch hier kann es, wenn zwei Blutgruppen
zusammenkommen, die sich nicht miteinander vertragen, zu schweren Komplikationen
kommen. Dazu gleich mehr. Neben diesen beiden bekanntesten Systemen gibt es noch
eine ganze Reihe, fast 30, weitere Blutgruppensysteme, die sich durch spezielle Antigene
auf den Erythrozyten auszeichnen, zum Beispiel das Kell-System.

Da aber nur 0,2 Prozent der Menschen Kell positiv sind, also das Kell-Antigen haben, wird
dieses System meistens ein wenig übergangen. Beim Duffy-System gibt es zum Beispiel
eine interessante Sache. Hier kann man sehen, wie etwas wie das Blutgruppensystem auch
auf ganz andere Zusammenhänge eine Wirkung hat. So ist es zum Beispiel so, dass das
Duffy-Antigen ein Rezeptor für einen bestimmten Erreger der Malaria ist, für das
sogenannte Plasmodium vivax und das bedeutet, dass Leute, die Duffy negativ sind, nicht
auf dieses Plasmodium vivax ansprechen, sie sind also resistent gegen diese Form der
Malaria, was ja in bestimmten Gebieten auf der Welt, wo die Malaria ja eine endemische
Erkrankung ist, durchaus von Vorteil ist.

Nun wollen wir einsteigen und fangen an, mit dem AB0-System, dem bekanntesten System.
Was hat es jetzt mit der Bezeichnung AB0 eigentlich auf sich? Diese Bezeichnung kommt
daher, dass auf den Erythrozyten entweder ein Antigen A oder ein Antigen B anzutreffen ist,
da spricht man von der Blutgruppe A beziehungsweise von der Blutgruppe B. Ist weder das
Antigen A noch das Antigen B auf dem Erythrozyten zu finden, dann spricht man von der
Blutgruppe 0.

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Manchmal kommen die beiden Antigene auch zusammen vor, also auf dem Erythrozyten
finden wir Antigen A und Antigen B, dann spricht man von der Blutgruppe AB. Jetzt ist es
noch einmal wichtig, sich klarzumachen, dass bei Blutgruppensystemen nicht nur die
Antigene auf den Erythrozyten eine Rolle spielen, sondern insbesondere beim AB0-System
auch das Blutplasma. Denn im Blutplasma finden sich jetzt beim AB0-System Antikörper
gegen das entgegensetzte Antigen, das heißt, wir haben im Blut entweder einen Antikörper
gegen das Antigen A, also Anti A, oder einen Antikörper gegen das Antigen B, also Anti B,
oder wir haben weder einen Antikörper gegen A oder B, oder wir haben Antikörper gegen A
und B.

Das bedeutet, jemand der die Blutgruppe A hat, bei dem findet man im Plasma Antikörper
gegen das Antigen B. Also, wenn jemand auf den Erythrozyten das Antigen A hat, dann
kann er natürlich nicht im Plasma den Antikörper gegen dieses Antigen haben, aber er hat
im Plasma den Antikörper gegen das Antigen B. Diese beiden Sachen sind bei der
Blutgruppe AB0 zu unterscheiden, wir müssen also sowohl auf die Erythrozyten mit dem
Antigen gucken als auch auf das Plasma, das ist sehr wichtig, gleich werden wir sehen, für
die Blutspenden.

Noch einmal im Überblick: Die Blutgruppe A hat also auf den Erythrozyten das Antigen A
und hat im Plasma Antikörper gegen das Antigen B. Die Blutgruppe B hat das genau
umgekehrt, da finden wir auf den Erythrozyten das Antigen B und im Blutplasma finden wir
Antikörper gegen das Antigen A. Hier lösen die Antikörper also keine Immunantwort aus, da
sie ja jeweils gegen das nicht vorhandene Antigen auflaufen würden. Hat jetzt jemand die
Blutgruppe AB, dann finden wir auf den Erythrozyten sowohl das Antigen A, als auch das
Antigen B und jetzt kommt im Plasma natürlich gar kein Antikörper vor, weder der Antikörper
A, noch der Antikörper B, sonst würde es ja schon wieder zu einer Immunantwort kommen.
Bei der Blutgruppe 0, die letzte Möglichkeit, die hier vorkommt, da finden wir auf den
Erythrozyten weder das Antigen A noch das Antigen B, dafür finden wir im Plasma
Antikörper gegen beide Antigene.

So, nachdem wir jetzt wissen, dass es bei dem AB0-System auf den Erythrozyten die
verschiedenen Antigen-Möglichkeiten gibt und im Plasma die gekreuzten Antikörper
vorkommen, schauen wir uns an, was das für das Blutspenden für eine Bedeutung hat.

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Zunächst müssen wir uns klarmachen, dass es beim Blutspenden nicht immer nur
darum geht, das gesamte Blut zu spenden, sondern es können Erythrozyten
gespendet werden, also die roten Blutkörperchen alleine oder es kann das Plasma
gespendet werden, ohne Erythrozyten. Schauen wir uns zunächst die
Erythrozytenspende an und zu was für Kombination es dabei kommt. Wenn wir uns
jetzt klarmachen, bei der Erythrozytenspende geht es um die Antigene, die auf den
Erythrozyten sitzen.

Da hat die Blutgruppe 0 einen großen Vorteil, denn auf den Erythrozyten der
Blutgruppe 0 kommen überhaupt keine Antigene vor. Das bedeutet, jede andere
Blutgruppe kann diese Erythrozyten bekommen, denn egal, welche Antikörper ich im
Plasma habe, sie können keine Reaktion mit den Erythrozyten eingehen, da diese
überhaupt keine Antigene besitzen. Die Blutgruppe 0 ist also ein sogenannter
Universalspender für Erythrozyten.

Umgekehrt ist es so, dass, wenn ich die Blutgruppe AB habe, dann kommen auf
meinen Erythrozyten sowohl das Antigen A als auch das Antigen B vor. Wenn ich
also jetzt Erythrozyten bekommen möchte, kann ich von allen Blutgruppen
Erythrozyten bekommen, denn ich habe sowieso alle Antigene schon auf meinen
Erythrozyten drauf, das heißt in meinem Plasma habe ich überhaupt keine Antikörper
und dann kann ich natürlich von 0 als auch von Blutgruppe A oder B die Erythrozyten
bekommen.

Andererseits ist es so, dass, wenn ich die Blutgruppe AB habe, ich niemandem
meine Erythrozyten geben kann, außer Menschen, die ebenfalls die Blutgruppe AB
haben, denn die Blutgruppe A hat Antikörper im Plasma gegen das Antigen A, die
Blutgruppe B hat Antikörper im Plasma gegen das Antigen A und die Blutgruppe 0
hat Antikörper im Plasma sowohl gegen das Antigen A als auch gegen das Antigen
B. Das bedeutet, je nachdem, wem ich es gebe, da ich beide Antigene auf den
Erythrozyten habe, kommt es immer zu einer Immunreaktion.

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Gucken wir das noch einmal kurz an zur Wiederholung: Die Blutgruppe 0 hat auf den
Erythrozyten keine Antigene, das heißt, alle Blutgruppen können Erythrozyten von
jemandem mit der Blutgruppe 0 empfangen. Es ist egal, welche Antikörper im
Plasma vorkommen. Die Blutgruppe AB dagegen hat alle beide Antigene auf den
Erythrozyten, das heißt, niemand kann Erythrozyten von AB bekommen, außer AB
selbst, denn nur AB hat keine Antikörper im Plasma, jede andere Blutgruppe hat
entweder Antikörper gegen das Antigen A oder gegen das Antigen B oder Blutgruppe
0 sogar Antikörper gegen beide Antigene.

Bei der Plasmaspende ist es jetzt genau umgekehrt. Da ist es so: Im Plasma eines
Menschen mit der Blutgruppe AB finden wir überhaupt keine Antikörper, das heißt,
dieses Plasma kann ich jetzt jedem geben, egal welche Blutgruppe er hat, denn ich
gebe ihm ja keine Antikörper damit. Für Plasma ist also die Blutgruppe AB ein
Universalspender. Umgekehrt, wenn ich die Blutgruppe 0 habe, habe ich im Plasma
Antikörper sowohl gegen das Antigen A als auch gegen das Antigen B, das heißt, ich
kann niemandem mein Plasma geben, es sei denn, er ist auch von der Blutgruppe 0,
sodass er auf seinen Erythrozyten überhaupt keine Antigene hat, dann stören ihn
natürlich die Antikörper im Plasma auch nicht.

So, jetzt kann man sich das noch mal mit speziellen Blutgruppentests ganz genau im
Einzelnen anschauen. Und solche Tests, früher der Minor-Test, heute der Major-
Test, müssen nach den Richtlinien der Bundesärztekammer jeweils direkt vor
Bluttransfusionen mit Patienten und Spendermaterial durchgeführt werden, um noch
einmal zu testen, welche Blutgruppe beim Spender und beim Empfänger vorliegt.

Das ist sehr wichtig, denn wenn Antikörper mit den entsprechenden Antigenen
zusammenkommen, kommt es zu einer Blutverklumpung. Eine Blutverklumpung kann dann
zu Verstopfungen in Blutgefäßen führen, sogenannten Embolien, und diese Embolien
sorgen dafür, dass dann der bestimmte Bereich des Körpers nicht mehr mit Blut versorgt
werden kann und das kann natürlich lebensgefährlich ausgehen.

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Ja, in den Tests sieht man diese verklumpten Stellen jeweils hier, wo es zu diesen
kleinen weißen Aufhellungen kommt, im Unterschied hier zu den Bereichen, wo es
einfach ganz rot bleibt und zu keiner Verklumpung kommt.

Ja, das kann man jetzt also sehr ausführlich machen. Wenn wir uns den Major-Test
zum Beispiel anschauen, dann haben wir hier ein Testfeld, auf dem von
verschiedenen oder von den ganzen vier Blutgruppen eben Material schon
aufgetragen ist. Und nun gibt man Erythrozyten dazu und schaut sich an, wo es zu
Verklumpungen kommt und wo nicht. Nehmen wir einmal an, wir haben hier das
erste Feld, das heißt, wir haben Material von der Blutgruppe A auf dem Teststreifen
und jetzt geben wir Erythrozyten dazu.

Sind die Erythrozyten auch von einem Spender mit der Blutgruppe A, kommt es nicht
zu einer Verklumpung, sind sie von einem Spender mit der Blutgruppe B, dann
kommt es zu einer Verklumpung, denn der hat auf den Erythrozyten das Antigen B
und das gibt nun eine Reaktion mit den Antikörpern gegen B aus dem Serum der
Blutgruppe A. Geben wir Erythrozyten der Blutgruppe AB dazu, so haben die, neben
dem Antigen A ja auch das Antigen B auf den Erythrozyten und so kommt es hier
auch zu einer Verklumpung.

Wie wir eben schon gesehen haben, ist es so, dass, wenn wir das Blut, wenn wir
Erythrozyten von der Blutgruppe 0 dazugeben, kommt es nie zu einer Verklumpung,
denn auf diesen Erythrozyten sitzen ja keine Antigene auf, sodass es nie zu einer
Reaktion mit Antikörpern kommen kann.

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Wenn die Blutgruppe B beim Empfänger vorhanden ist, dann sieht das etwas anders
aus, denn jetzt kommt es zu einer Verklumpung, wenn wir Erythrozyten mit Antigen
A dazugeben und nicht zu einer Verklumpung, wenn wir Erythrozyten mit Antigen B
dazugeben. Geben wir Erythrozyten mit A und B dazu, dann kommt es natürlich
wieder zu einer Verklumpung. Auch das können wir jetzt sehen, bei der Blutgruppe
AB kommt es nie zu einer Verklumpung, wenn wir Erythrozyten geben, denn die
Blutgruppe AB hat keine Antikörper im Plasma, also egal, welche Erythrozyten ich
gebe, unabhängig, welche Antigene sie tragen, es kommt nie zu einer Verklumpung.
Die Blutgruppe 0 hingegen hat im Plasma beide Antikörper, das heißt, egal welche
Erythrozyten ich gebe, wenn sie Antigen A oder Antigen B oder beide Antigene
tragen, kommt es jeweils zu einer Verklumpung und nur, wenn ich Erythrozyten der
Blutgruppe 0 gebe, dann kommt es zu keiner Verklumpung.

Das Gleiche kann man beim Minor-Test jetzt mit der Serumgabe machen, das heißt,
auch hier haben wir wieder ein Testfeld mit Blut der verschiedenen Blutgruppen
darauf, geben jetzt Serum dazu und schauen dann, wo es zu Verklumpungen kommt.
Und hier ist eben interessant, wenn wir die Blutgruppe 0 haben, dann ist es egal,
welches Serum wir geben, denn die Blutgruppe 0 hat auf den Erythrozyten keine
Antigene, das heißt, egal, ob im Serum Anti A, Anti B oder Anti A und Anti B
vorhanden sind, es kommt nie zu einer Verklumpung. Wenn wir die Blutgruppe AB
haben, dann ist es egal, welches Serum wir geben, wenn Antikörper im Serum
vorhanden sind, dann kommt es immer zu einer Verklumpung.

Es gibt noch den sogenannten Bedside-Test, das ist ein Kurztest, den man machen kann,
da haben wir Felder, auf denen verschiedene Antikörper vorhanden sind und jetzt geben wir
das Blut von einem Patienten dazu. Und wenn wir zum Beispiel ein Feld haben, auf dem
Antikörper gegen das Antigen A vorhanden sind und es kommt zu einer Verklumpung, dann
muss die Person zumindest schon mal die Blutgruppe A haben, wenn es auf dem Feld, auf
dem die Antikörper gegen B sind, zu keiner Verklumpung kommt, dann heißt das, auf den
Blutkörperchen sitzt das Antigen A, aber nicht das Antigen B, das heißt wir haben
tatsächlich die Blutgruppe A und nicht die Blutgruppe AB.

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Denn dann müsste es ja sowohl bei den Antikörpern A als auch bei den Antikörpern B zu
einer Verklumpung kommen.

Hier wird dann zusätzlich auch schon das Rhesussystem getestet, das heißt, ein
Feld mit Antikörpern gegen den Rhesusfaktor, das sogenannte D-Antigen, und wenn
es da zu einer Verklumpung kommt, dann heißt es, dass die Person Antigen D im
Blut, auf den Erythrozyten hat, denn es kommt hier zu einer Verklumpung und das
heißt, diese Person ist jetzt Rhesus positiv, sie hat auf den Erythrozyten das
Rhesusantigen aufliegen.

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die Verteilung der Blutgruppen vom AB0-
System und da sehen wir, dass zwei Blutgruppen deutlich überwiegen, nämlich zum
einen die Blutgruppe 0 mit 42 Prozent und zum anderen die Blutgruppe A mit 44
Prozent. Die beiden machen also zusammen den Löwenanteil aus. Wenn wir dann
das Rhesussystem noch mit dazunehmen, dann gibt es auch da wieder zwei, denn
die Blutgruppe A ist zum größten Teil mit 34 Prozent A positiv, also mit dem
Rhesus-Antigen und die Blutgruppe 0 ist ebenfalls mit dem Rhesus- Antigen mit 38
Prozent vorhanden, also A und 0 machen auch hier den Löwenanteil aus mit dem
positiven Rhesus-Antigen auf den Erythrozyten.

So, jetzt können wir uns dann auch dem Rhesus-System zuwenden. Der Unterschied
zwischen dem Rhesus-System und dem AB0-System ist also zum einen das
Antigen-D, das auf dem Erythrozyten vorhanden ist, dann spricht man davon, dass
jemand Rhesus positiv ist, wenn das Antigen-D vorhanden ist. Das sind ungefähr 85
Prozent der Bevölkerung, also die meisten Leute sind Rhesus positiv. Genauso wie
bei der Blutgruppe AB0, da ist es so, dass, wenn wir das Antigen auf den
Erythrozyten haben, dann können wir natürlich im Plasma keinen Antikörper gegen
dieses Antigen haben, das heißt, jemand, der Rhesus positiv ist, besitzt das Antigen-
D, aber keine Antikörper im Plasma.

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Wenn jetzt jemand Rhesus negativ ist, dann heißt das natürlich, er hat kein Antigen-D auf
den Erythrozyten. Der Unterschied zum AB0-System ist, dass jemand, der Rhesus negativ
ist, trotzdem keine Antikörper gegen das Antigen-D im Plasma besitzt. Das ist erst einmal
so die Situation, aber die muss nicht so bleiben, denn diese Antikörper gegen das Antigen-D
entwickeln sich im Plasma, sobald wir mit Rhesus positiven Blutkörperchen in Kontakt
kommen, dann entwickelt unser Immunsystem diese Antikörper und nach diesem
sogenannten Erstkontakt sind dann also Antikörper in unserem Blut vorhanden.

Der Erstkontakt selbst ist normalerweise unproblematisch, das heißt, wenn ich Rhesus
negativ bin und ich komme jetzt mit Rhesus positivem Blut in Kontakt, dann dauert es, bis
das Immunsystem reagiert hat und die Antikörper aufgebaut werden und bis das dann
geschehen ist, ist dieses Antigen-D schon längst wieder abgebaut, sodass es erst einmal
zu keinen Problemen kommt. Aber diese Situation, dass wir zunächst keine Antikörper im
Plasma haben, dann aber Antikörper bilden, kommt heutzutage nicht mehr so häufig vor.
Aber früher gab es da eine sehr problematische Situation, nämlich in der Schwangerschaft.

Schauen wir uns einmal eine bestimmte Ausgangssituation an: Nehmen wir an, die Mutter
ist Rhesus negativ, das bedeutet, sie hat kein Antigen-D auf den Erythrozyten und sie hat
zunächst auch keine Antikörper gegen D in ihrem Plasma. Wenn der Vater eines Kindes nun
Rhesus positiv ist, also auf den Erythrozyten das Antigen-D hat und diese Eigenschaft an
das Kind vererbt, sodass auch der Embryo Rhesus positiv ist, dann kann es zu einer
Komplikation kommen. Allerdings ist es so, dass bei der ersten Schwangerschaft diese
Komplikation normalerweise noch nicht auftritt. Bei der Geburt des Kindes kommt die Mutter
auf jeden Fall auch mit dem Blut vom Kind in Kontakt und jetzt entwickelt das Immunsystem
der Mutter Antikörper gegen die Rhesus positiven Erythrozyten, gegen das Antigen-D.

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Das tut ja hier noch keinem weh, das Kind ist geboren, es gibt keine Probleme. Aber die
Mutter ist jetzt sensibilisiert, das heißt, sie hat jetzt die Antikörper in ihrem Blut und kommt
es nun zu einer zweiten Schwangerschaft, bei der das Kind wieder Rhesus positiv vom
Vater ist, dann ist es so, dass diese Antikörper, die jetzt im Blut der Mutter vorhanden sind,
die sogenannte Plazentaschranke überwinden können. Das bedeutet, das Blut der Mutter
kommt ja nicht direkt in Kontakt mit dem Blut des Kindes, aber Stoffe im Blut der Mutter
treten aus dem Blut aus, durch die Plazenta hindurch und gelangen dann in das Blut des
Kindes. Normalerweise soll das so sein, Dinge wie Nährstoffe oder Sauerstoff sollen ja vom
Blut der Mutter in das Blut des Kindes übertreten, auch bestimmte Antikörper gegen
spezielle Krankheiten sollen natürlich zum Kind übertreten.

Aber leider können auch diese Antikörper gegen das Antigen-D übertreten und dann kommt
es zum sogenannten Morbus hämolyticus fetalis und leider kommt es dabei dann häufig zu
einer tödlichen Erythrozytenzerstörung beim Kind, denn die Antikörper der Mutter gehen
jetzt natürlich auf die Erythrozyten des Kindes los und zerstören sie. Seit man weiß, dass
das so ist - das weiß man noch nicht so lange, früher sind die Kinder gestorben, man wusste
nicht, woran das liegt - seit man das jetzt weiß, macht man eine Prophylaxe in diesem Fall.

Wenn also die Mutter Rhesus negativ ist und noch nicht sensibilisiert ist, das heißt, wenn
sie also noch keine Antikörper gegen das Antigen-D gebildet hat, dann verabreicht man der
Mutter prophylaktisch schon während der Schwangerschaft Antikörper gegen das Antigen-
D und das heißt, wenn jetzt die Mutter mit dem Blut vom Kind in Berührung kommt, dann hat
sie schon Antikörper und das Immunsystem bildet dann selbst keine, denn diese Antikörper
übernehmen jetzt die Aufgabe des Immunsystems, sodass es nicht selbst reagieren muss,
das heißt, die Mutter sensibilisiert sich nicht, bildet nicht selbst Antikörper und so sind dann
auch keine Antikörper im Blut der Mutter vorhanden, die bei einer weiteren Schwangerschaft
dann auf das Kind übergehen können.

Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf den sogenannten Coombs-Test, das
ist ein Test zum Nachweis von Antikörpern gegen Erythrozyten. Da unterscheidet
man zwei Arten, nämlich den direkten Coombs-Test und den indirekten Coombs-
Test.

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Was wird gemacht? Beim direkten Coombs-Test ist es so, dass man Blut des Patienten
nimmt, wenn auf diesem Blut schon Antikörper an die Antigene gebunden sind, wenn also
Antikörper im Blut schon vorhanden sind, dann kommt es, wenn man noch weitere Antigene
dazugibt, zu einer Verklumpung des Blutes.

Also, noch einmal im Einzelnen: Wir nehmen Blut vom Patienten ist auf den roten
Blutkörperchen bereits ein Antikörper an das Antigen gebunden und jetzt geben wir weitere
Antikörper ins Blut dazu, dann kommt es zu einer Verklumpung der Erythrozyten und diese
Verklumpung sagt uns, dass auch schon vorher Antikörper gegen die Erythrozyten
vorhanden gewesen sein müssen, sonst wäre es nicht zu einer Verklumpung gekommen.
Beim indirekten Coombs-Test fängt man an einer anderen Stelle an, das heißt man
verwendet jetzt das Plasma der Patienten oder das Serum, genauer gesagt, und gibt jetzt
Testerythrozyten dazu. Man vermutet, dass in dem Serum Antikörper sind, deswegen macht
man den Coombs-Test. Jetzt gibt man Erythrozyten dazu, an denen noch keine Antikörper
gebunden sind. Die Antikörper, die jetzt im Plasma schon waren, binden sich an diese
Erythrozyten, und wenn man jetzt noch einmal Antikörper wieder dazugibt, dann haben wir
das Gleiche, wie eben beim direkten Coombs-Test, denn jetzt kommt es zu einer
Verklumpung der Erythrozyten im Reagenzglas und daran sieht man, dass ganz am Anfang
schon Antikörper vorhanden gewesen sein müssen. Das Prinzip beim Coombs-Test ist also,
man gibt Antikörper zu den Erythrozyten dazu, allerdings nur in einer solch geringen Menge,
dass sie selbst nicht zu einer Verklumpung führen würden, das tun sie nur, wenn schon
vorher auch Antikörper an den Erythrozyten gebunden waren.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


Mein Name ist Stefan Barres

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Über HeilpraktikerAusbildung24

Um sich der Herausforderung der Heilpraktikerprüfung mit Aussicht auf Erfolg stellen zu können,
genügt es nicht, eine Heilpraktikerausbildung zu absolvieren, auch wenn die besuchte
Heilpraktikerschule einen guten Unterricht anbietet.

Die eigentliche Herausforderung beginnt, wenn Du aus der Schule nach Hause kommst. Waren die
Zusammenhänge eben in der Schule noch ganz klar, kommt Dir inzwischen das meiste wieder wirr und
unverständlich vor.

Wieso ist das Hormon jetzt erhöht? Oder war es doch erniedrigt? Und warum geht der Blutdruck dann
nach oben anstatt nach unten? Fragen über Fragen...

Und nun kommt der entscheidende Moment. Bist Du bereit, Dich durch Deine Fragen hindurch zu
arbeiten? Bist Du bereit in Deinem Leben Platz zum Studieren zu schaffen?

Da sind bei den meisten der Beruf, die Familie, Hobbies und tausend Dinge, die wichtiger sind als das
Lehrbuch für die Heilpraktikerausbildung. Und schaffst Du es dann doch, Dir einmal Zeit zu nehmen,
dann bist Du müde und unkonzentriert. Sicher kennst Du diese Dynamik.

Aber wahrscheinlich kennst Du es genauso, dass wenn Du diese Hürden überwunden hast, wenn Du
Dich einfach hinsetzt und anfängst, dann kommt plötzlich Freude am Lernen auf. Es ist interessant,
den Fragen hinterher zu forschen und immer wieder ein neues Geheimnis des Wunders Mensch zu
ergründen.

Aber wie oft kommst Du so zum Lernen? Und wie lange dauert es manchmal, eine Frage zu lösen?
Wie gerne würdest Du Dir dies oder jenes Buch kaufen, um darin endlich den Schlüssel zum

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Stefan Barres, Heilpraktiker

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