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Grundlagen

Grundlagen explosionsschutz

explosionsschutz

Grundlagen explosionsschutz

vorwort

vorwort In der chemischen und petrochemischen Industrie, bei der Erdöl- und Erdgasförderung, im Bergbau und in

In der chemischen und petrochemischen Industrie, bei der Erdöl- und Erdgasförderung,

im Bergbau und in vielen anderen Industriezweigen entweichen bei Herstellung,

Verarbeitung, Transport und Lagerung brennbarer Stoffe Gase, Dämpfe oder Nebel.

Bei vielen Prozessen vor allem in der Nahrungsmittelindustrie entstehen auch brennbare

Stäube. Diese brennbaren Gase, Dämpfe, Nebel und Stäube bilden vermischt mit dem

Sauerstoff der Luft eine explosionsfähige Atmosphäre. Bei einer Entzündung dieser

Atmosphäre treten Explosionen auf, die schwerwiegende Personen- und Sachschäden zur

Folge haben können. Zur Vermeidung von Explosionsgefahren sind in den meisten Staaten

Schutzvorschriften in Form von Gesetzen, Verordnungen und Normen entwickelt worden,

die ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten sollen. Aufgrund zunehmender interna-

tionaler wirtschaftlicher Verflechtungen wurden große Fortschritte in der Vereinheitlichung

der Vorschriften für den Explosionsschutz erzielt. Die Voraussetzungen für eine vollständige

Vereinheitlichung sind in der Europäischen Union durch die Richtlinien 94/9/EG und

99/92/EG geschaffen; weltweit ist auf diesem Gebiet noch viel zu tun.

Diese Broschüre soll Fachleuten und interessierten Laien einen Überblick über das Gebiet

des Explosionsschutzes im Zusammenhang mit elektrischen Betriebsmitteln und Anlagen

geben; sie ersetzt nicht das Studium der jeweiligen Rechts- und Normengrundlagen.

Im Bergbau waren seit Anbeginn Bergleute von »schlagenden Wettern« bedroht. Hier

liegen die Anfänge des Explosionsschutzes, der sich bis heute in den Industrieländern

zu einem hohen Sicherheitsniveau entwickelt hat.

R. STAHL Explosionsschutz

der sich bis heute in den Industrieländern zu einem hohen Sicherheitsniveau entwickelt hat. R. STAHL Explosionsschutz
inhalt 1 Vorwort 2 2 Physikalische Grundlagen und Definitionen 6 3 Rechtsgrundlagen und Normen 9
inhalt 1 Vorwort 2 2 Physikalische Grundlagen und Definitionen 6 3 Rechtsgrundlagen und Normen 9

inhalt

inhalt 1 Vorwort 2 2 Physikalische Grundlagen und Definitionen 6 3 Rechtsgrundlagen und Normen 9

1 Vorwort

2

2 Physikalische Grundlagen und Definitionen

6

3 Rechtsgrundlagen und Normen

9

3.1

Einleitung

9

3.2

Europäische Richtlinien

9

3.2.1

Die EG-Richtlinie 94/9/EG (ATEX 95)

9

3.2.2

Die EG-Richtlinie 99/92/EG (ATEX 137)

13

3.3

Normen

14

4 Technische Grundlagen

16

4.1

Zoneneinteilung

16

4.2

Mindestzündenergie und Explosionsgruppe

16

4.3

Mindestzündtemperatur und Temperaturklassen

18

4.4

Zündschutzarten

19

4.4.1

Anwendung und Kombination der Zündschutzarten »d« und »e«

24

4.4.2

Anwendungen der Zündschutzart »Eigensicherheit«

25

4.4.3

Anwendungen der Zündschutzart »c«

27

5 Errichtung und Betrieb elektrischer Anlagen

28

in explosionsgefährdeten Bereichen

 

5.1

Pflichten der Errichter, Hersteller und Betreiber

28

Bereichen   5.1 Pflichten der Errichter, Hersteller und Betreiber 28 R. STAHL Explosionsschutz

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5.2 Klassifizierung der Bereiche und Auswahl der Betriebsmittel 28 5.3 Installationstechniken 29 5.4
5.2 Klassifizierung der Bereiche und Auswahl der Betriebsmittel 28 5.3 Installationstechniken 29 5.4
5.2 Klassifizierung der Bereiche und Auswahl der Betriebsmittel 28 5.3 Installationstechniken 29 5.4

5.2 Klassifizierung der Bereiche und Auswahl der Betriebsmittel

28

5.3 Installationstechniken

29

5.4 Instandhaltung und Wartung

30

6 Explosionsschutz in Nordamerika

31

6.1 Einleitung

31

6.2 Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche

31

6.3 Errichtungsbestimmungen

32

6.4 Baubestimmungen

32

6.5 Schutzarten von Gehäusen

32

6.6 Zertifizierung und Kennzeichnung

33

7 Anhang

34

7.1 Gegenüberstellung IEC-Publikationen – Europäische Normen (EN)

34

7.2 Sicherheitstechnische Kennzahlen brennbarer Gase und Dämpfe

36

7.3 Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika

37

7.4 Baubestimmungen für explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel

38

7.5 Schutzarten von Gehäusen nach IEC 60 529 – IPXX

40

7.6 Schutzarten von Gehäusen nach NEMA Standards

41

8 Literaturverzeichnis

42

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7.6 Schutzarten von Gehäusen nach NEMA Standards 41 8 Literaturverzeichnis 42 R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

2. physikalische grundlagen und definitionen

6

2. Physikalische Grundlagen und Definitionen

Unter einer Explosion versteht man die schlagartig verlaufende chemische Reaktion eines brennbaren Stoffes mit Sauerstoff unter Freisetzung hoher Energie. Brennbare Stoffe können in Form von Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben vorliegen. Eine Explosion kann nur ablaufen, wenn drei Faktoren zusammenkommen (Bild 1):

1. Brennbarer Stoff (in entsprechender

Verteilung und Konzentration)

2. Sauerstoff (aus der Luft)

3. Zündquelle

Für sicherheitstechnische Betrachtungen sind bestimmte Kenngrößen dieser Stoffe zu beachten. Der Flammpunkt gibt für brennbare Flüssigkeiten die niedrigste Temperatur an, bei der sich über dem Flüssigkeitsspiegel ein durch Fremdentzündung entflammbares Dampf-Luft-Gemisch bildet (bei normalem Luftdruck). Liegt der Flammpunkt einer brennbaren Flüssigkeit deutlich über den maximal auftretenden Temperaturen, kann sich keine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Der Flammpunkt einer Mischung verschiedener Flüssigkeiten kann tiefer liegen als der der einzel- nen Komponenten. In der Gefahrstoffverordnung bzw. Betriebssicherheitsverordnung dient der Flammpunkt einer Flüssigkeit neben ihrem Siede-

dient der Flammpunkt einer Flüssigkeit neben ihrem Siede- Bild 1: Eine Explosion kann nur ablaufen, wenn
Bild 1: Eine Explosion kann nur ablaufen, wenn diese drei Faktoren zusammenkommen
Bild 1: Eine Explosion kann nur ablaufen, wenn diese drei
Faktoren zusammenkommen

punkt der Klassifikation von Flüssigkeiten in hochentzündliche, leicht entzündliche und ent- zündliche Flüssigkeiten: (Tabelle 1). Um eine explosionsfähige Atmosphäre zu bilden, muss der brennbare Stoff in einem bestimmten Konzentrationsbereich vorliegen (Bild 2).

Bei zu hoher Konzentration (fettes Gemisch) und bei zu geringer Konzentration (mageres Gemisch) findet keine Explosion, sondern nur eine stationäre oder keine Verbrennungsreaktion statt. Nur im Bereich zwischen der oberen und der unteren Explosionsgrenze reagiert das Gemisch bei Zündung explosionsartig. Die Explosionsgrenzen hängen vom Umgebungsdruck und vom Sauer- stoffanteil der Luft ab (Tabelle 2).

Tabelle 1: Klassifikation von brennbaren Flüssigkeiten

Bezeichnung der brennbaren Flüssigkeit

bei Flammpunkt und Siedepunkt °C

hochentzündlich

Flammpunkt < 0°C und Siedepunkt < 35°C

leichtentzündlich

Flammpunkt < 0°C und Siedepunkt > 35°C oder 0°C < Flammpunkt < 21°C

entzündlich

21°C < Flammpunkt < 55°C

oder 0°C < Flammpunkt < 21°C entzündlich 21°C < Flammpunkt < 55°C R. STAHL Explosionsschutz

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Je nach Geschwindigkeit der abgelaufenen Ver- brennung spricht man von Deflagration, Explosion oder Detonation. Eine

Je nach Geschwindigkeit der abgelaufenen Ver- brennung spricht man von Deflagration, Explosion oder Detonation. Eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre liegt vor, wenn bei einer Zündung Gefahr für Menschen oder Sachgüter gegeben ist. Eine explosionsfähige Atmosphäre von wenigen Litern kann in einem geschlossenen Raum schon gefährlich sein.

Zündquelle

Eine Zündung explosionsfähiger Atmosphäre kann durch unterschiedliche Zündquellen erfolgen:

> Heiße Oberflächen

> Flammen und heiße Gase

> Mechanisch erzeugte Funken

> Elektrische Anlagen

> Elektrische Ausgleichsströme, kathodischer Korrosionsschutz

> Statische Elektrizität

> Blitzschlag

> Elektromagnetische Wellen (Hochfrequenz)

> Optische Strahlung

> Ionisierende Strahlung

> Ultraschall

> Adiabatische Kompression und Stoßwellen

> Exotherme Reaktionen

Kompression und Stoßwellen > Exotherme Reaktionen Tabelle 2: Explosionsgrenzen ausgewählter Gase und Dämpfe

Tabelle 2: Explosionsgrenzen ausgewählter Gase und Dämpfe

Stoffbezeichnung

untere Explosionsgrenze

obere Explosionsgrenze

[Vol. %]

[Vol. %]

Acetylen

 

2,3

100 (Selbstzerfall!)

Ethylen

 

2,4

32,6

Benzin

 

~

0,6

~ 8

Benzol

 

1,2

8

Heizöl/Diesel

 

~

0,6

~6,5

Methan

 

4,4

17

Propan

 

1,7

10,8

Schwefelkohlenstoff

 

0,6

60,0

Wasserstoff

 

4,0

77,0

     

Auszug aus den Tabellenwerken »Sicherheitstechnische Kenngrößen, Band 1:

Brennbare Flüssigkeiten und Gase« von E. Brandes und W. Möller sowie von K. Nabert und G. Schön – (6. Nachtrag)

7

und W. Möller sowie von K. Nabert und G. Schön – (6. Nachtrag) 7 Bild 2:

Bild 2: Explosionsgrenzen

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Grundlagen

2. physikalische grundlagen und definitionen

8

Grundlagen 2. physikalische grundlagen und definitionen 8 R. STAHL Explosionsschutz Vermeidung von explosionsfähiger

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Vermeidung von explosionsfähiger Atmosphäre (Primärer Explosionsschutz) Unter primärem Explosionsschutz versteht man alle Maßnahmen, die verhindern, dass eine

gefährliche explosionsfähige Atmosphäre entsteht. Dies kann erfolgen durch:

> Vermeidung brennbarer Stoffe (Ersatztechnologien)

> Inertisierung (Zugabe von Stickstoff, Kohlendioxid usw.)

> Begrenzung der Konzentration durch natürliche oder technische Belüftung

Beschränkung der Explosionsauswirkung (Konstruktiver Explosionsschutz) Kann das Auftreten gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre nicht sicher vermieden werden und

ist auch deren Zündung nicht auszuschließen, sind Maßnahmen vorzusehen, die die Auswirkungen einer Explosion auf ein ungefährliches Maß einschränken z.B. durch:

> Druckfeste Bauweise

> Druckentlastungs- und Druckausgleichs- einrichtungen

> Explosionsunterdrückung durch Lösch- einrichtungen

Verhinderung der Zündung explosionsfähiger Atmosphären Wenn Explosionsgefahren durch Maßnahmen zum Verhindern der Bildung explosionsfähiger Atmosphären gar nicht oder nur unvollständig auszuschließen sind, müssen Maßnahmen er- griffen werden, die eine Zündung explosions- fähiger Atmosphäre verhindern.

Das Prinzip des integrierten Explosionsschutzes fordert, dass die Explosionsschutzmaßnahmen in einer bestimmten Reihenfolge zu treffen sind.

Bild 3: Explosionsschutzmaßnahmen

Das erforderliche Sicherheitsniveau dieser Maßnahmen ist abhängig vom möglichen Gefährdungspotential am Einsatzort. Explosions- gefährdete Bereiche werden deshalb nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in Gefahrenzonen eingeteilt (siehe Abschnitt 3.2.2).

 
des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in Gefahrenzonen eingeteilt (siehe Abschnitt 3.2.2).  
Gefahrenzonen eingeteilt (siehe Abschnitt 3.2.2).   In den USA und in einigen weiteren Staaten existiert eine
Gefahrenzonen eingeteilt (siehe Abschnitt 3.2.2).   In den USA und in einigen weiteren Staaten existiert eine

In den USA und in einigen weiteren Staaten existiert eine Einteilung in Classes und Divisions (siehe Abschnitt 6.2). Für die so definierten Bereiche werden Anforderungen an die dort zu- lässigen Betriebsmittel gestellt und es wird fest- gelegt, wie die Einhaltung dieser Anforderungen nachzuweisen ist.

zu- lässigen Betriebsmittel gestellt und es wird fest- gelegt, wie die Einhaltung dieser Anforderungen nachzuweisen ist.
zu- lässigen Betriebsmittel gestellt und es wird fest- gelegt, wie die Einhaltung dieser Anforderungen nachzuweisen ist.
zu- lässigen Betriebsmittel gestellt und es wird fest- gelegt, wie die Einhaltung dieser Anforderungen nachzuweisen ist.
zu- lässigen Betriebsmittel gestellt und es wird fest- gelegt, wie die Einhaltung dieser Anforderungen nachzuweisen ist.
3. rechtsgrundlagen und normen 3. Rechtsgrundlagen 3.1 Einleitung Bereiche in denen Explosionsgefahr besteht, die zur

3. rechtsgrundlagen und normen

3. Rechtsgrundlagen

3.1 Einleitung

Bereiche in denen Explosionsgefahr besteht, die zur Schädigung von Personen oder der Umwelt führen können, unterliegen in den meisten Staaten der Welt gesetzlichen oder vergleichbaren Regelungen. Während zunächst diese Regeln auf nationaler Ebene erlassen wurden, wurden diese in den letzten Jahren durch regionale europäische Richtlinien und Normen ersetzt und teilweise auch durch international gültige Regelungen abgelöst, letzteres jedoch nur im Bereich der Normung.

3.2 Europäische Richtlinien

Der Rat der Europäischen Gemeinschaft hat be- reits 1976 mit der »Richtlinie zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten betreffend elektrischer Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsfähiger Atmosphäre (76/117/EWG)« die Grundlage für den freien Warenverkehr für explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel in der Europäischen Union geschaffen. Diese Richt- linie ist seither durch Einzel- und Ergänzungsricht- linien stets an den Stand der Technik angepasst worden, die jedoch nur elektrische Betriebsmittel betraf.

Eine vollständige Harmonisierung und Erweiterung auf alle Arten von Betriebsmitteln in diesem Bereich erfolgte im Jahre 1994 durch die neue Richtlinie 94/9/EG. Im Jahre 1999 erschien die Richtlinie 99/92/EG, die den Betrieb in explosions- gefährdeten Bereichen regelt und Maßnahmen zur Sicherheit der dort Beschäftigten festlegt.

3.2.1 Die EG-Richtlinie 94/9/EG (ATEX 95)

Zur weiteren Vereinheitlichung des Explosions- schutzes und zur Anpassung an ein neues Richtlinienkonzept wurde 1994 die EG-Richtlinie 94/9/EG »zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten für Geräte und Schutz- systeme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen« erlassen. Sie regelt die Anforderungen an die Beschaffen- heit explosionsgeschützter Geräte und Schutz- systeme, indem sie grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen (GSGA) vorschreibt. Sie stellt den freien Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union sicher, wie im Artikel 95 (früher 100 a) des EG-Vertrages zwischen den Mitgliedsstaaten vereinbart ist. Daher kommt auch die in Fachkreisen übliche Bezeichnung ATEX 95 bzw. 100 a. »ATEX« als Abkürzung der franzö- sischen Bezeichnung für explosionsfähige Atmo- sphären »atmosphères explosibles«.

Die Richtlinie war ohne Abweichung ins nationale Recht zu übernehmen. In der Bundesrepublik Deutschland erfolgte dies durch Erlass der Explo- sionsschutzverordnung (ExVO) als 11. Verordnung des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes.

Die Richtlinie gilt für alle industriellen explosions- gefährdeten Bereiche einschließlich Bergbau und bezieht auch den Staubexplosionsschutz mit ein. Der Anwendungsbereich erstreckt sich auf alle elektrischen und nichtelektrischen Geräte und Schutzsysteme.

Diese Richtlinie richtet sich an den Hersteller bzw. den Importeur und regelt das Inverkehrbringen explosionsgeschützter Geräte, durch Festlegungen zur Bauart, Zertifizierung, Herstellung und Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Betriebs- anleitung und die Konformitätserklärung.

und Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Betriebs- anleitung und die Konformitätserklärung. R. STAHL Explosionsschutz 9

R. STAHL Explosionsschutz

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und Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Betriebs- anleitung und die Konformitätserklärung. R. STAHL Explosionsschutz 9

10

10 Grundlagen 3. rechtsgrundlagen und normen Begriffsbestimmungen > Als Geräte gelten Maschinen, Betriebsmittel,

Grundlagen

3. rechtsgrundlagen und normen

Begriffsbestimmungen

> Als Geräte gelten Maschinen, Betriebsmittel, stationäre oder ortsbewegliche Vorrichtungen, Steuerungs- und Ausrüstungsteile sowie Warn- und Vorbeugungssysteme, die einzeln oder kom- biniert zur Erzeugung, Übertragung, Speicherung, Messung, Regelung und Umwandlung von Ener- gien und zur Verarbeitung von Werkstoffen be- stimmt sind, die eigene Zündquellen aufweisen und dadurch eine Explosion verursachen können.

> Als Schutzsysteme werden alle Vorrichtungen bezeichnet, die anlaufende Explosionen um- gehend stoppen und/oder den von einer Explosion betroffenen Bereich begrenzen sollen und als autonome Systeme gesondert in den Verkehr gebracht werden.

> Als Komponenten werden solche Bauteile bezeichnet, die für den sicheren Betrieb von Geräten und Schutzsystemen erforderlich sind, ohne jedoch selbst eine autonome Funktion zu erfüllen.

> Eine explosionsfähige Atmosphäre ist ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen,

Tabelle 3: Kategorien der Gruppe I: Untertage- und Übertageanlagen im Bergbau bei Gefährdung durch Grubengas/Staub

Kategorie M1

Kategorie M2

sehr hohes Maß an Sicherheit

hohes Maß an Sicherheit

sicher auch beim Auftreten von zwei unabhängigen Fehlern

Abschalten beim Auftreten von Ex-Atmosphäre

Tabelle 4: Kategorien der Gruppe II: Sonstiger Ex-Bereich

 

Kategorie 1

Kategorie 2

Kategorie 3

sehr hohes Maß an Sicherheit

hohes Maß an Sicherheit

Normalmaß an Sicherheit

sicher auch beim Auftreten von zwei unabhängigen Fehlern

sicher auch beim Auftreten von einem Fehler

sicher im normalen Betrieb

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Dämpfen, Nebeln oder Stäuben unter atmo- sphärischen Bedingungen, in dem sich der Ver- brennungsvorgang nach erfolgter Zündung auf das gesamte unverbrannte Gemisch überträgt. > Ein explosionsgefährdeter Bereich ist ein Bereich, in dem die Atmosphäre aufgrund der örtlichen und betrieblichen Verhältnisse explo- sionsfähig werden kann.

Anwendungsbereich Diese Richtlinie betrifft Geräte, Komponenten und Schutzsysteme für die Verwendung in explosions- gefährdeten Bereichen.

Sie gilt auch für Sicherheits-, Kontroll- und Regel- vorrichtungen außerhalb des gefährdeten Bereiches, wenn diese hinsichtlich der Explosionsgefahren für den sicheren Betrieb von Geräten im gefährdeten Bereich erforderlich sind. Die Richtlinie nimmt keinen Bezug auf festgelegte Normen, sondern legt grundlegende Sicherheitsanforderungen fest, die als verbindliche Beschaffenheitsanforderungen gelten. Auch der Schutz vor sonstigen Gefahren (z.B. elektrischer Schlag), die von diesen Geräten ausgehen, muss berücksichtigt werden.

Gerätekategorien Der Hersteller von Geräten, die eine potentielle Zündquelle aufweisen und die dadurch eine Explosion verursachen können, muss diese einer Zündgefahrenbewertung unterziehen und Maßnahmen entsprechend den grundlegenden Sicherheitsanforderungen vorsehen, um eine Zündgefahr durch diese Geräte auszuschließen. In der Richtlinie werden Geräte der Gruppe II in drei Kategorien eingeteilt mit unterschiedlich hohem Sicherheitsniveau (für den Untertage Bereich Gruppe I zwei Kategorien). Die erforder- lichen Schutzmaßnahmen sind dem jeweiligen erforderlichen Sicherheitsniveau angepasst (Tabellen 3 und 4).

Zertifizierung Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen erst dann in Verkehr gebracht werden,

Zertifizierung Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen erst dann in Verkehr gebracht werden, wenn sie dem von der Richtlinie vorgegebenem Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen wurden. Für Geräte der Kategorie 1 und M1 ist eine Ex-Baumusterprüfung und Zertifizierung durch eine benannten Prüfstelle durchzuführen. Gleiches gilt für elektrische Betriebsmittel und Verbrennungsmotoren der Kategorie 2 und M2. Für sonstige nichtelektrische Betriebsmittel dieser Kategorie wie auch für die der Kategorie 3 kann der Hersteller die Kon- formität mit den Anforderungen der Richtlinie feststellen und dokumentieren.

Prüfbescheinigungen einer benannten europäischen Prüfstelle werden innerhalb der gesamten EU anerkannt.

Kennzeichnung Zusätzlich zu den üblichen Daten (Hersteller, Typ, Serien-Nr., elektrische Daten) sind die den Explosionsschutz betreffenden Daten in die Kenn- zeichnung aufzunehmen (siehe Tabelle 5, Kenn- zeichnung nach Richtlinie 94/9/EG und der Normen EN 60079 ff und EN 61241ff).

Die CE-Kennzeichnung des Gerätes bestätigt die Einhaltung aller für das Gerät geltenden EU-Richt- linien. Beispielsweise muss eine mit CE gekenn- zeichnete explosionsgeschützte Leuchte sowohl der Explosionsschutzrichtlinie als auch der EMV-Richtlinie entsprechen.

als auch der EMV-Richtlinie entsprechen. 11 Bedienungsanleitung Die Bedienungsanleitung des

11

Bedienungsanleitung Die Bedienungsanleitung des Herstellers muss

den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Betriebs- mittels durch den Betreiber klar definieren. Mindestanforderungen an die Betriebsanleitung sind u.a.:

Angaben zur sicheren

> Inbetriebnahme

> Verwendung

> Montage und Demontage

> Instandhaltung (Wartung und Störungsbeseitigung)

> Rüsten

Falls erforderlich sind besondere Bedingungen für die sichere Verwendung, einschließlich der Hinweise auf sachwidrige Nutzung, die erfahrungsgemäß vorkommen kann, zu geben.

Konformitätserklärung des Herstellers Geräte und Systeme dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn diese mit dem CE-Zeichen gekenn- zeichnet sind und eine Bedienungsanleitung und Konformitätserklärung des Herstellers beigefügt ist. Die CE-Kennzeichnung sowie die schriftliche Konformitätserklärung bestätigen die Übereinstim- mung des Produktes mit allen Anforderungen und dem Bewertungsverfahren, die in den EG-Richt- linien festgelegt sind.

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allen Anforderungen und dem Bewertungsverfahren, die in den EG-Richt- linien festgelegt sind. R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

3. rechtsgrundlagen und normen

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Tabelle 5: Kennzeichnung elektrischer Betriebsmittel

 

Kennzeichnung festgelegt durch die Richtlinie und die Normen

 

Name oder Kennzeichen des Herstellers

Name oder Kennzeichen des Herstellers

Typ-Bezeichnung, (z. B.)

 

6000/562

Anschrift

D-74638 Waldenburg

Kennzeichnung des Explosionsschutzes

EEx de IIC T6

 

Kennzeichnung nach CENELEC

EEx oder Ex (ab 12/2004)

Zündschutzarten

d, e, ib, [ib], … 1

Explosionsgruppe bei Gasen

IIA, IIB oder IIC

Temperaturklasse oder bei Stäuben die max. Oberflächentemperatur bei Betriebsmitteln

T1–T6

Kennzeichnung nach RL 94/9/EG

Kennzeichnung nach RL 94/9/EG II 2 G D

II 2 G D

 

Unterscheidungskennzeichen der EU

  Unterscheidungskennzeichen der EU

Gerätegruppe

I, II

Gerätekategorie

1, 2 oder 3

G: Gase, Dämpfe oder Nebel; D: Stäube

G, D

Prüfstelle, Nummer der Zulassung

PTB 97 ATEX 2031 2

CE-Zeichen, Nummer der überwachenden Stelle

CE-Zeichen, Nummer der überwachenden Stelle 0102

0102

Elektrische Daten

V, A, W, Hz

Umgebungstemperatur, wenn abweichend von –20°C…+40°C

Ta < +50°C

1 ib für eigensichere Geräte, [ib] für zugehörige Betriebsmittel 2 Mit … X wenn auf besondere Bedingungen für Einsatz usw. hingewiesen wird. Mit … U bei Ex-Bauteilen (Komponenten)

Bedingungen für Einsatz usw. hingewiesen wird. Mit … U bei Ex-Bauteilen (Komponenten) R. STAHL Explosionsschutz

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3.2.2 Die EG-Richtlinie 99/92/EG Neben der Richtlinie 94/9/EG, die das Inverkehr- bringen und damit die

3.2.2 Die EG-Richtlinie 99/92/EG

Neben der Richtlinie 94/9/EG, die das Inverkehr- bringen und damit die Beschaffenheitsanfor- derungen von explosionsgeschützten Geräten und Schutzsystemen regelt, betrifft die Richtlinie 99/92/EG »Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmo- sphäre gefährdet werden können« den Betrieb ex- plosionsgefährdeter Anlagen, richtet sich somit an den Betreiber (Arbeitgeber). Diese Richtlinie ent- hält nur Mindestvorschriften. Bei der Umsetzung ins nationale Recht, können die einzelnen Staaten weitergehende Regelungen treffen. Dies wurde bei der Übernahme ins deutsche Recht durch die Be- triebssicherheitsverordnung, die neben dieser Richtlinie weitere europäische Richtlinien des Arbeitsschutzes berücksichtig, praktiziert. Die Be- triebssicherheitsverordnung »Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereit- stellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb über- wachungsbedürftiger Anlagen und über die Organi- sation des betrieblichen Arbeitsschutzes« enthält z.B. detaillierte Regelungen zum Betrieb von Ex- Anlagen, insbesondere zur Überwachung, Prüfung und Instandhaltung dieser Anlagen (siehe Ab- schnitt 5). Vergleichbare Regelungen gibt es in anderen europäischen Ländern.

Der Betreiber hat gemäß Richtlinie 99/92/EG die Explosionsgefahr der Anlage zu beurteilen, die Anlage in Gefahrzonen einzuteilen und im Explosionsschutzdokument alle Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu dokumentieren.

Beurteilung der Explosionsrisiken

Bei der Beurteilung der Explosionsrisiken ist zu berücksichtigen

> Wahrscheinlichkeit und Dauer des Auftretens explosionsfähiger Atmosphäre

> Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins, der Aktivierung und des Wirksamwerdens von Zündquellen

> Die verwendeten Stoffe, Verfahren und deren mögliche Wechselwirkung

> Das Ausmaß der zu erwartenden Auswirkung von Explosionen

Zoneneinteilung Der Betreiber hat die Bereiche, in denen explo- sionsfähige Atmosphäre vorhanden sein kann, in Zonen einzuteilen und die Einhaltung, der in der Richtlinie geforderten Mindestvorschriften organi- satorischer und technischer Art, zu gewährleisten.

Zone 0 ist ein Bereich, in dem gefährliche explosions- fähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 1 ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln bilden kann.

Zone 2 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährlich explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt.

brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt. R. STAHL Explosionsschutz 13

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brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt. R. STAHL Explosionsschutz 13

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14 Grundlagen 3. rechtsgrundlagen und normen Zone 20 ist ein Bereich, in dem gefährliche explosions- fähige

Grundlagen

3. rechtsgrundlagen und normen

Zone 20 ist ein Bereich, in dem gefährliche explosions- fähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden ist.

Zone 21 ist ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brennbaren Staub bilden kann.

Zone 22 ist ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in Form einer Wolke aus in der Luft enthaltenem brenn- baren Staub normalerweise nicht oder aber nur kurzzeitig auftritt.

Einen Überblick über Zoneneinteilung und die Zuordnung von Geräten entsprechend ihrer Kategorie ist in der Tabelle 6 dargestellt.

Tabelle 6: Zoneneinteilung und Zuordnung von Geräten entsprechend ihrer Kategorie

 

Zone

Dauer des Vorhandenseins

Gerätekategorie

 

explosionsfähiger Atmosphäre

Gase, Dämpfe,

0

ständig, langzeitig, dauernd

1G

Nebel

1

gelegentlich

2G

2

selten

3G

Stäube

20

ständig, langzeitig, dauernd

1D

21

gelegentlich

2D

22

selten

3D

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Explosionsschutzdokument

Es ist ein Explosionsschutzdokument zu erstellen, das mindestens Angaben enthält zu

> der Gefährdungsbeurteilung

> den getroffenen Schutzmaßnahmen

> der Zoneneinteilung

> der Einhaltung der Mindestvorschriften. Diese teilen sich in organisatorische Maßnahmen

(Unterweisung der Arbeitnehmer,

technische Maßnahmen (Explosionsschutzmaß- nahmen) auf.

) und in

3.3 Normen

Bereits 1978 mit der Herausgabe der euro- päischen Normen für elektrische Betriebsmittel EN 50014 – EN 50020 wurden die bis dahin gültigen nationalen Normen für diese Geräte durch europaweit gültige Normen ersetzt. Neben den Normen für elektrische Betriebsmittel veröffent- licht durch CENELEC wurden in der Zwischenzeit durch CEN entsprechende Normen für nicht- elektrische explosionsgeschützte Betriebsmittel erarbeitet.

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der europäischen Normenorganisation CENELEC und der internationalen Normenorganisation IEC wer- den die europäischen Normen für elektrische Betriebsmittel seit einigen Jahren in der Regel ohne Abweichungen von der IEC übernommen. Die Reihe EN 50014 ff, die die Anforderungen an die Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche festlegt, wird in Schritten durch die Reihe EN 60079 ersetzt. In Deutschland sind diese Normen als VDE 0170 erschienen.

Die Anforderungen an die Zündschutzarten für Bereiche mit brennbarem Staub sind in der Normenreihe IEC

Die Anforderungen an die Zündschutzarten für Bereiche mit brennbarem Staub sind in der Normenreihe IEC 61241 hinterlegt. In Europa lösen diese Normen als EN 61241 die alte Reihe EN 50281 ab. Da viele Anforderungen jedoch

gleich sind mit denen aus den Normen für gasexplosionsgefährdete Bereiche, werden beide Normenreihen in Zukunft unter der Reihe IEC bzw. EN 60079 zusammengefasst (Tabellen 7 und 8).

Reihe IEC bzw. EN 60079 zusammengefasst (Tabellen 7 und 8). 15 Tabelle 7: Elektrische Betriebsmittel für

15

Tabelle 7: Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche

   
 

EN (alt)

EN (neu)

IEC

Allgemeine Anforderungen

EN 50 014

EN 60079-0

IEC 60079-0

Druckfeste Kapselung »d«

EN 50 018

EN 60079-1

IEC 60079-1

Überdruckkapselung »p«

EN 50 016

EN 60079-2

IEC 60079-2

Sandkapselung »q«

EN 50 017

EN 60079-5

IEC 60079-5

Ölkapselung »o«

EN 50 015

EN 60079-6

IEC 60079-6

 

Erhöhte Sicherheit »e«

EN 50 019

EN 60079-7

IEC 60079-7

 

Eigensicherheit »i«

EN 50 020

EN 60079-11

IEC 60079-11

 

Zündschutzart »n«

EN 50 021

EN 60079-15

IEC 60079-15

 

Vergusskapselung »m«

EN 50 028

EN 60079-18

IEC 60079-18

 

Eigensichere Systeme

 

EN 60079-25

IEC 60079-25

 

Elektrische Betriebsmittel für Zone 0

EN 50 284

EN 60079-26

IEC 60079-26

 

Eigensichere Feldbussysteme

 

EN 60079-27

IEC 60079-27

 

Optische Strahlung »op«

 

EN 60079-28

IEC 60079-28

 

Tabelle 8: Elektrische Betriebsmittel für Bereiche mit brennbarem Staub

 
 

EN (alt)

EN (neu)

IEC (neu)

IEC (alt)

Allgemeine Anforderungen

 

EN 61241-0

IEC 61241-0

IEC 61241-1-1

Schutz durch Gehäuse »tD«

EN 50281-1-1

EN 61241-1

IEC 61241-1

IEC 61241-1-1

Überdruckkapselung »pD«

 

EN 61241-2

EN 61241-2

EN 61241-4

Eigensicherheit »iD«

 

EN 61241-11

IEC 61241-11

EN 61241-5

Vergusskapselung »mD«

 

EN 61241-18

IEC 61241-18

 

R. STAHL Explosionsschutz

EN 61241-5 Vergusskapselung »mD«   EN 61241-18 IEC 61241-18   R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

4. technische grundlagen

16

4. Technische Grundlagen

4.1 Zoneneinteilung

Explosionsgefährdete Bereiche werden in Zonen unterteilt, um die Auswahl zweckentsprechender Betriebsmittel sowie die Gestaltung von sachgerechten elektrischen Installationen zu erleichtern. Informationen und Vorgaben für die Zoneneinteilung finden sich in IEC 60079-10 und in nationalen Regeln, wie in Deutschland der ExRL »Explosionsschutz-Regeln – Regeln für das Vermeiden der Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre mit Beispielsammlung« (BRG 104) oder den Technischen Regeln Betriebssicherheits- verordnung TRBS 2152.

Bei der Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen und der Festlegung der notwendigen Schutzmaßnahmen ist jeweils das höchstmögliche Gefahrenpotential zu berücksichtigen.

Steht im Unternehmen keine sachkundige Person (befähigte Person) zur Beurteilung der Explosions- gefahr und der Festlegung der notwendigen Maß- nahmen zu Verfügung, empfiehlt sich, eine fach- kundige Stelle einzuschalten.

Die in der festgelegten Gefahrenzone eingesetzten Geräte müssen die Anforderungen der entsprechenden zugeordneten Kategorie erfüllen (siehe Abschnitt 3.2.1).

zugeordneten Kategorie erfüllen (siehe Abschnitt 3.2.1). R. STAHL Explosionsschutz 4.2 Mindestzündenergie und

R. STAHL Explosionsschutz

4.2 Mindestzündenergie und Explosionsgruppe

Die Mindestzündenergie ist die kleinstmögliche Energie, die das zündwilligste Gemisch gerade noch zündet. Diese Stoffeigenschaft muss bei der Auswahl der Betriebsmittel berücksichtigt werden. Bei den Stäuben wird der gemessene Wert der Mindestzündenergie angegeben. Bei Gasen wird eine Einstufung in Explosionsgruppen vor- genommen.

Explosionsgruppen Es werden zwei Gruppen von Betriebsmitteln unterschieden:

> Gruppe I:

Elektrische Betriebsmittel für schlagwetter- gefährdete Grubenbaue.

> Gruppe II:

Elektrische Betriebsmittel für alle übrigen explosionsgefährdeten Bereiche.

Bei elektrischen Betriebsmitteln der Gruppe I (Bergbau) geht man davon aus, dass nur Methan als brennbares Gas auftritt, jedoch in Verbindung mit Kohlenstaub. Wenn in diesen Bereichen auch andere brennbare Stoffe auftreten können, muss die weitere Unterteilung wie in Gruppe II angewendet werden.

Für elektrische Betriebsmittel der Gruppe II, die in eine explosionsfähige Gasatmosphäre eingesetzt werden, erfolgt eine weitere Unterteilung in Explosionsgruppen.

Kriterien für die Unterteilung sind die Grenzspalt- weite und der Mindestzündstrom. Grenzspaltweite (MESG-Maximum Experimental Safe Gap) und Mindestzündstrom (MIC-Minimum Ignition Current) werden für verschiedene Gase und Dämpfe unter genau definierten Versuchsbedingungen ermittelt. Die Grenzspaltweite ist die Spaltweite, bei der

in einer Prüfapparatur mit 25 mm-Spaltlänge gerade kein Flammendurchschlag des Gemisches mehr stattfindet (IEC

in einer Prüfapparatur mit 25 mm-Spaltlänge gerade kein Flammendurchschlag des Gemisches mehr stattfindet (IEC 60079-1-1). Der Mindest- zündstrom wird bezogen auf den Mindestzündstrom für Laboratoriumsmethan.

Eine Übersicht über die Grenzspaltweiten und Mindestzündströme für die verschiedenen Explosionsgruppen zeigt Tabelle 9.

Die Gefährlichkeit der Gase nimmt von Explosionsgruppe IIA nach IIC zu. Entsprechend steigen die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel für diese Explosionsgruppen. Daher muss auf den elektrischen Betriebsmitteln gegebenenfalls angegeben werden, für welche Explosionsgruppe sie ausgelegt sind. Elektrische Betriebsmittel, die für IIC zugelassen sind, dürfen auch für alle anderen Explosions- gruppen verwendet werden.

auch für alle anderen Explosions- gruppen verwendet werden. 17 Tabelle 9: Explosionsgruppen Explosionsgruppe

17

Tabelle 9: Explosionsgruppen

Explosionsgruppe

Grenzspaltweite

Mindestzündstromverhältnis*

IIA

> 0,9

> 0,8

IIB

0,5 – 0,9

0,45 – 0,8

IIC

< 0,5

< 0,45

*bezogen auf Methan = 1

R. STAHL Explosionsschutz

IIB 0,5 – 0,9 0,45 – 0,8 IIC < 0,5 < 0,45 *bezogen auf Methan =

Grundlagen

4. technische grundlagen

18

4.3 Zündtemperatur und Temperaturklassen

Die Zündtemperatur eines brennbaren Gases, Dampfes oder eines brennbaren Staubes ist die niedrigste Temperatur einer erhitzten Oberfläche, an der die Entzündung des Gas/Luft- bzw. Dampf/Luft-Gemisches eintritt. Sie stellt praktisch den untersten Temperaturwert dar, bei dem eine heiße Oberfläche die entsprechende explosions- fähige Atmosphäre zünden kann.

Brennbare Gase und Dämpfe werden nach ihrer Entzündbarkeit in Temperaturklassen eingeteilt. Die maximale Oberflächentemperatur eines elek- trischen Betriebsmittels muss stets kleiner sein als die Zündtemperatur des Gas/-bzw. Dampf/Luft- gemisches, in dem es eingesetzt wird. Selbstver- ständlich sind Betriebsmittel, die einer höheren Temperaturklasse entsprechen (z.B. T5) auch für Anwendungen zulässig, bei denen eine niedrigere

Bild 4: Ermittlung der max. Oberflächentemperatur bei Staubschichten von 5 mm bis 50 mm

Oberflächentemperatur bei Staubschichten von 5 mm bis 50 mm R. STAHL Explosionsschutz Temperaturklasse gefordert ist
Oberflächentemperatur bei Staubschichten von 5 mm bis 50 mm R. STAHL Explosionsschutz Temperaturklasse gefordert ist

R. STAHL Explosionsschutz

Temperaturklasse gefordert ist (z.B. T2 oder T3). In Nordamerika existiert ein System mit einer weiteren Unterteilung in Untertemperaturklassen.

Bei brennbaren Stäuben wird keine Einteilung in Temperaturklassen vorgenommen. Die Mindest- zündtemperatur der Staubwolke muss mit der max. Oberflächentemperatur des Betriebsmittels ver- glichen werden. Dabei ist ein Sicherheitsfaktor zu berücksichtigen. Die max. Oberflächentemperatur des Betriebsmittels darf nur 2 /3 der Mindestzünd- temperatur der Staubwolke betragen. Da Stäube sich aber auch auf den Betriebsmitteln ablagern können, muss zusätzlich die Mindestzünd- temperatur der Staubschicht (Glimmtemperatur) betrachtet werden. Die Glimmtemperatur ist die niedrigste Temperatur einer heißen Oberfläche, auf der sich eine Staubschicht von 5 mm entzün- den kann. Der Abgleich mit der max. Oberflächen- temperatur des Betriebsmittels ist mit einem Sicherheitsfaktor von 75 K durchzuführen. Bei höheren Schichtdicken nimmt die Wärmedämmung zu. Dadurch kann sich die Staubschicht bereits bei niedrigeren Temperaturen entzünden. Deshalb ist eine reduzierte Oberflächentemperatur am Betriebsmittel zulässig. Diese wird nach dem Schema (Bild 4) (EN 61241-14, DIN VDE 0165-2) ermittelt. Wenn die Schichtdicke über 50 mm liegt, muss die Glimmtemperatur über Laborversuche ermittelt werden. Dies gilt auch für Schichtdicken größer als 5 mm, wenn die Glimmtemperatur bei 5 mm Schichtdicke kleiner als 250 °C beträgt. Laborversuche sind ebenfalls bei kompletter Ein- schüttung der Betriebsmittel mit brennbarem Staub notwendig.

4.4 Zündschutzarten In Bereichen, in denen man trotz Maßnahmen zur Vermeidung explosionsfähiger Atmosphäre mit deren

4.4 Zündschutzarten

In Bereichen, in denen man trotz Maßnahmen zur Vermeidung explosionsfähiger Atmosphäre mit deren Auftreten rechnen muss, dürfen nur explo- sionsgeschützte Betriebsmittel verwendet werden. Elektrische explosionsgeschützte Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche können nach den Baubestimmungen der Normenreihe EN 60079, früher EN 50 014 ff-(VDE 0170 Teil 1-ff) in verschiedenen Zündschutzarten ausgeführt werden. Sollen elektrische Betriebsmittel in Bereichen mit brennbarem Staub eingesetzt wer- den, so gilt die Normenreihe EN 61241. Zündschutzarten für nichtelektrische Geräte sind in der Normenreihe DIN EN 13463 festgelegt. Welche Zündschutzart der Hersteller bei einem Gerät anwendet, hängt im Wesentlichen von der Art und der Funktion des Gerätes ab. Einige Zünd- schutzarten gibt es in unterschiedlichen Sicherheits- stufen. Diese entsprechen den Gerätekategorien, wie sie in der Richtlinie 94/9/EG festgelegt sind. So gibt es bei der Eigensicherheit die Ausführung Ex ia, die als Kategorie 1 eingestuft werden kann. Diese kann in Zone 0 installiert werden. Die Ausführung Ex ib entspricht der Kategorie 2, die für die Zone 1 geeignet ist. Sicherheitstech- nisch sind alle genormten Zündschutzarten innerhalb einer Kategorie als gleichwertig zu betrachten.

Die Tabellen 10–13 geben einen Überblick über die genormten Zündschutzarten und beschreiben das Grundprinzip sowie die üblichen Anwendungsfälle.

Zündschutzarten und beschreiben das Grundprinzip sowie die üblichen Anwendungsfälle. R. STAHL Explosionsschutz 19

R. STAHL Explosionsschutz

19

Zündschutzarten und beschreiben das Grundprinzip sowie die üblichen Anwendungsfälle. R. STAHL Explosionsschutz 19

Grundlagen

4. technische grundlagen

20

Tabelle 10: Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen, Teil 1

 

Zündschutzart nach IEC, EN, UL, FM und NFPA

Darstellung

Grundprinzip

Hauptanwendung

(Schema)

Erhöhte Sicherheit »e«

Erhöhte Sicherheit »e« Hier sind zusätzliche Maßnahmen getroffen, um mit einem erhöhten Grad an Sicherheit die

Hier sind zusätzliche Maßnahmen getroffen, um mit einem erhöhten Grad an Sicherheit die Möglichkeit unzulässig hoher Temperaturen und das Entstehen von Funken und Lichtbögen im Innern oder an äuße- ren Teilen elektrischer Betriebsmittel, bei denen diese im normalen Betrieb nicht auftreten, zu verhindern.

Klemmen und Anschlusskästen, Steuer- kästen zum Einbau von Ex-Bauteilen (die in einer anderen Zündschutzart geschützt sind), Käfigläufermotoren, Leuchten

EN 60079-7

UL 60079-7

IEC 60079-7

FM 3600

Druckfeste Kapselung »d«

Druckfeste Kapselung »d« Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, sind in ein Gehäuse

Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, sind in ein Gehäuse eingeschlossen, das bei der Explosion eines explosionsfähigen Gemisches im Innern deren Druck aushält und eine Übertragung der Explosion auf die das Gehäuse umgebende Atmosphäre verhindert.

Schaltgeräte und Schaltanlagen, Befehls- und Anzeigegeräte, Steuerungen, Motoren, Transformatoren, Heizgeräte, Leuchten

EN 60079-1

UL 60079-1

IEC 60079-1

FM 3600

Überdruckkapselung »p«

Überdruckkapselung »p« Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Inneren eines Gehäuses wird dadurch

Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im Inneren eines Gehäuses wird dadurch verhindert, dass durch ein Zündschutzgas ein innerer Überdruck gegenüber der umgebenden Atmosphäre aufrecht- erhalten wird und dass, wenn notwendig, das Innere des Gehäuses ständig so mit Zündschutzgas versorgt wird, dass die Verdünnung brennbarer Gemische erreicht wird.

Schalt- und Steuerschränke, Analysegeräte, große Motoren

EN 60079-2

NFPA 496

IEC 60079-2

FM 3620

 
   

px = Einsatz in Zone 1, 2 py = Einsatz in Zone 1, 2 pz = Einsatz in Zone 2

Eigensicherheit »i«

Eigensicherheit »i« Die im explosionsgefährdeten Bereich eingesetzten Betriebsmittel enthalten nur eigensichere Strom-

Die im explosionsgefährdeten Bereich eingesetzten Betriebsmittel enthalten nur eigensichere Strom- kreise. Ein Stromkreis ist eigensicher, wenn kein Funke und kein thermischer Effekt, die unter festgelegten Prüfungsbedingungen (welche den normalen Betrieb und bestimmte Fehlerbedingungen umfassen) auf- treten, die Zündung einer bestimmten explosions- fähigen Atmosphäre verursachen kann.

Mess- und Regeltechnik, Feldbustechnik, Sensoren, Aktoren

EN 60079-11

UL 60079-11

IEC 60079-11

FM 3610

 
   

ia = Einsatz in Zone 0, 1, 2 ib = Einsatz in Zone 1, 2 [Ex ib] = zugehöriges elektrisches Betriebs- mittel – Installation im sicheren Bereich

EN 60079-25

 

Beurteilung der Eigensicherheit für definierte Systeme (Geräte und Kabel)

Eigensichere Systeme

IEC 60079-25

EN 60079-27

FISCO Ex ia IIC T4

Festlegung der physikalischen und elektrischen Grenzwerte des eigensicheren Busstranges.

Eigensichere Feldbussysteme (FISCO) für Zone 1

IEC 60079-27

FNICO Ex ia IIC T4

Nichtzündfähige Feldbussysteme (FNICO) für Zone 2

IEC 60079-27 FNICO Ex ia IIC T4 Nichtzündfähige Feldbussysteme (FNICO) für Zone 2 R. STAHL Explosionsschutz

R. STAHL Explosionsschutz

21 Tabelle 11: Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen, Teil 2  
21 Tabelle 11: Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen, Teil 2  

21

Tabelle 11: Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen, Teil 2

 

Zündschutzart nach IEC, EN, UL, FM und NFPA

Darstellung

Grundprinzip

Hauptanwendung

(Schema)

Ölkapselung »o«

Ölkapselung »o« Elektrische Betriebsmittel oder Teile von elektrischen Betriebsmitteln sind derart in eine

Elektrische Betriebsmittel oder Teile von elektrischen Betriebsmitteln sind derart in eine Schutzflüssigkeit (z.B. Öl) eingetaucht, dass eine explosionsfähige Atmosphäre über der Oberfläche oder außerhalb der Kapselung nicht gezündet werden kann.

Transformatoren, Anlasswiderstände

EN 60079-6

UL 60079-6

IEC 60079-6

FM 3600

Sandkapselung »q«

Sandkapselung »q« Durch Füllung des Gehäuses eines elektrischen Betriebsmittels mit einem feinkörnigen Füllgut wird

Durch Füllung des Gehäuses eines elektrischen Betriebsmittels mit einem feinkörnigen Füllgut wird erreicht, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ein in seinem Gehäuse entstehender Lichtbogen eine das Gehäuse umgebende explosionsfähige Atmo- sphäre nicht zündet. Es darf weder eine Zündung durch Flammen, noch eine Zündung durch erhöhte Temperaturen an der Gehäuseoberfläche erfolgen.

Sensoren, Anzeigegeräte, elektronische Vorschaltgeräte, Transmitter

EN 60079-5

UL 60079-5

IEC 60079-5

FM 3600

   

Vergusskapselung »m«

Vergusskapselung »m« Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, werden so in Vergußmasse

Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden können, werden so in Vergußmasse eingebettet, dass die explosionsfähige Atmosphäre nicht gezündet werden kann. Elektrische Betriebsmittel sind nicht in der Lage, eine umgebende explosionsfähige Atmosphäre zu zünden (im Normalbetrieb und unter definierten anomalen Betriebsbedingungen).

Schaltgeräte für kleine Leistungen, Befehls- und Meldegeräte, Anzeigegeräte, Sensoren

EN 60079-18

UL 60079-18

IEC 60079-18

FM 3600

 
   

ma = Einsatz in Zone 0, 1, 2 mb = Einsatz in Zone 1, 2

Zündschutzart »n _ «

Zündschutzart »n _ « Elektrische Betriebsmittel sind nicht in der Lage, eine umgebende explosionsfähige Atmosphäre zu

Elektrische Betriebsmittel sind nicht in der Lage, eine umgebende explosionsfähige Atmosphäre zu zünden (im Normalbetrieb und unter definierten anomalen Betriebsbedingungen).

Alle elektrischen Betriebsmittel für Zone 2

EN 60079-15

UL 60079-15

IEC 60079-15

FM 3600

 

nA = nichtfunkende Betriebsmittel nC = funkende Betriebsmittel, in denen die Kontakte in geeigneter Weise geschützt sind nL = energiebegrenzte Betriebsmittel nR = schwadensichere Gehäuse nZ = Betriebsmittel mit n-Überdruckkapselung

Optische Strahlung »op _ « EN 60079-28 IEC 60079-28

Optische Strahlung »op _ « EN 60079-28 IEC 60079-28 Durch geeignete Maßnahmen wird vermieden, dass eine

Durch geeignete Maßnahmen wird vermieden, dass eine optische Strahlung eine explosionsfähige Atmosphäre entzündet.

Lichtwellenleiter

Es gibt drei verschiedene Methoden:

     

Ex op is = eigensichere optische Strahlung Ex op pr = geschützte optische Strahlung Ex op sh = Sperrung optischer Strahlung

R. STAHL Explosionsschutz

Strahlung Ex op pr = geschützte optische Strahlung Ex op sh = Sperrung optischer Strahlung R.

Grundlagen

4. technische grundlagen

22

Tabelle 12: Zündschutzarten für elektrische Betriebsmittel in Bereichen mit brennbarem Staub

Zündschutzart nach IEC bzw. EN Darstellung Grundprinzip Hauptanwendung (Schema) Schutz durch Gehäuse »tD« EN
Zündschutzart nach
IEC bzw. EN
Darstellung
Grundprinzip
Hauptanwendung
(Schema)
Schutz durch Gehäuse »tD«
EN 61241-1
IEC 61241-1
Durch die Dichtheit der Gehäuse wird das Eindringen
von Staub verhindert oder auf ein ungefährliches Maß
eingeschränkt. Somit können zündfähige Betriebsmittel
in das Gehäuse eingebaut werden. Die Temperatur am
Gehäuse darf die umgebende Atmosphäre nicht
entzünden.
Schaltgeräte und Schaltanlagen, Steuer-,
Anschluss- und Klemmenkästen, Motoren,
Leuchten
td A21 = nach Verfahren A für Zone 21
td B21 = nach Verfahren B für Zone 21
Überdruckkapselung »pD«
EN 61241-4
IEC 61241-4
Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im
Inneren eines Gehäuses wird dadurch verhindert,
dass durch ein Zündschutzgas ein innerer Überdruck
gegenüber der umgebenden Atmosphäre aufrecht-
erhalten wird und dass, wenn notwendig, das Innere des
Gehäuses ständig so mit Zündschutzgas versorgt wird,
dass die Verdünnung brennbarer Gemische erreicht wird.
Schalt- und Steuerschränke, Motoren
Eigensicherheit »iD«
EN 61241-11
Die im explosionsgefährdeten Bereich eingesetzten
Betriebsmittel enthalten nur eigensichere Stromkreise.
Ein Stromkreis ist eigensicher, wenn kein Funke und kein
thermischer Effekt, die unter festgelegten Prüfungs-
bedingungen (welche den normalen Betrieb und
bestimmte Fehlerbedingungen umfassen) auftreten,
die Zündung einer bestimmten explosionsfähigen
Atmosphäre verursachen kann.
Mess- und Regeltechnik, Feldbustechnik,
Sensoren, Aktoren
IEC 61241-11
iaD = Einsatz in Zone 20, 21, 22
ibD = Einsatz in Zone 21, 22
[Ex ibD] = zugehöriges elektrisches Betriebs-
mittel – Installation im sicheren Bereich
Vergusskapeselung »mD«
EN 61241-18
IEC 61241-18
Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden
können, werden so in Vergußmasse eingebettet, dass
die explosionsfähige Atmosphäre nicht gezündet werden
kann. Elektrische Betriebsmittel sind nicht in der Lage,
eine umgebende explosionsfähige Atmosphäre zu
zünden (im Normalbetrieb und unter definierten
anomalen Betriebsbedingungen).
Schaltgeräte für kleine Leistungen, Befehls-
und Meldegeräte, Anzeigegeräte, Sensoren
maD = Einsatz in Zone 20, 21, 22
mbD = Einsatz in Zone 21, 22
Anzeigegeräte, Sensoren maD = Einsatz in Zone 20, 21, 22 mbD = Einsatz in Zone 21,

R. STAHL Explosionsschutz

23 Tabelle 13: Zündschutzarten für nichtelektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen und in
23 Tabelle 13: Zündschutzarten für nichtelektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen und in

23

Tabelle 13: Zündschutzarten für nichtelektrische Betriebsmittel in gasexplosionsgefährdeten Bereichen und in Bereichen mit brennbarem Staub

Zündschutzart nach IEC bzw. EN Darstellung Grundprinzip Hauptanwendung (Schema) konstruktive Sicherheit »c« EN
Zündschutzart nach
IEC bzw. EN
Darstellung
Grundprinzip
Hauptanwendung
(Schema)
konstruktive Sicherheit »c«
EN 13463-5
An Gerätearten, die bei Normalbetrieb keine Zündquelle
enthalten, werden bewährte technische Prinzipien an-
gewandt, sodass das Risiko von mechanischen Fehlern,
die zum Entstehen von zündfähigen Temperaturen
und Funken führen können, auf ein sehr geringes Maß
reduziert wird.
Kupplungen, Pumpen, Zahnradantriebe,
Kettenantriebe, Förderbänder
druckfeste Kapselung »d«
EN 13463-3
Teile, die eine explosionsfähige Atmosphäre zünden
können, sind in ein Gehäuse eingeschlossen, das bei der
Explosion eines explosionsfähigen Gemisches im Innern
deren Druck aushält und eine Übertragung der Explosion
auf die das Gehäuse umgebende Atmosphäre verhindert.
Bremsen, Kupplungen
Überdruckkapselung »p«
Pumpen
EN 13463-7
Die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre im
Inneren eines Gehäuses wird dadurch verhindert, dass
durch ein Zündschutzgas ein innerer Überdruck gegen-
über der umgebenden Atmosphäre aufrechterhalten
wird und dass, wenn notwendig, das Innere des
Gehäuses ständig so mit Zündschutzgas versorgt wird,
dass die Verdünnung brennbarer Gemische erreicht
wird.
Zündquellen-
Es werden Sensoren in das Gerät eingebaut, damit sich
anbahnende gefährliche Bedingungen festgestellt und
bereits in einer frühen Phase der Störung, bevor
potentielle Zündquellen wirksam werden, Gegenmaß-
nahmen eingeleitet. Die angewandten Maßnahmen
können automatisch durch direkte Verbindungen
zwischen den Sensoren und dem Zündschutzsystem
oder manuell durch Abgabe einer Warnung an den
Betreiber des Gerätes eingeleitet werden.
Pumpen, Förderbänder
überwachung »b«
EN 13463-6
Flüssigkeitskapselung »k«
EN 13463-8
Durch Eintauchen in eine Schutzflüssigkeit oder durch
ständiges Benetzen mit einem Flüssigkeitsfilm einer
Schutzflüssigkeit werden Zündquellen unwirksam
gemacht.
Tauchpumpen, Getriebe,
Flüssigkeitskapselung
schwadenhemmende
Kapselung »fr«
Durch eine wirksame Abdichtung eines Gehäuses,
kann das Eindringen von Ex-Atmosphäre so weit ein-
geschränkt werden, dass im Inneren keine explosions-
fähige Atmosphäre entstehen kann. Druckunterschiede
zwischen innerer und externer Atmosphäre durch
Temperaturänderungen müssen hierbei berücksichtigt
werden. Die Anwendung beschränkt sich auf Geräte-
kategorie 3.
Geräte ausschließlich für Zone 2 oder
Zone 22
EN 13463-2

R. STAHL Explosionsschutz

sich auf Geräte- kategorie 3. Geräte ausschließlich für Zone 2 oder Zone 22 EN 13463-2 R.

Grundlagen

4. technische grundlagen

24

4.4.1 Anwendung und Kombination der Zündschutzarten »d« und »e«

Die bei Schaltgeräten wichtigste Zündschutzart ist die »Druckfeste Kapselung«, meist gemeinsam mit der Zündschutzart »Erhöhte Sicherheit«. Da die Zündschutzart »Erhöhte Sicherheit« darauf beruht, dass Maßnahmen getroffen werden, um mit einem erhöhten Grad an Sicherheit das Entstehen von Zündquellen zu vermeiden, Schaltgeräte jedoch

betriebsmäßig Zündquellen produzieren, sind Schaltgeräte in dieser Schutzart allein nicht explo- sionsgeschützt auszuführen. Gemeinsam mit der »Druckfesten Kapselung« spielt die »Erhöhte Sicherheit« jedoch auch für Schaltgeräte und -anlagen eine wichtige Rolle. Auch bei modernen explosionsgeschützten Leuchten wird die Kombination mehrerer Zündschutzarten angewen- det, um sicherheitstechnisch, funktionell und wirtschaftlich das Optimum zu erzielen (Bild 5).

Bild 5: Kombination von Zündschutzarten bei der Notlichtleuchte C-Lux 6108

Ex e Ex em Ex e Ex m Ex ed Ex ed Ex ed Ex
Ex e
Ex em
Ex e
Ex m
Ex ed
Ex ed
Ex ed
Ex d
Ex e
Ex e
der Notlichtleuchte C-Lux 6108 Ex e Ex em Ex e Ex m Ex ed Ex ed

R. STAHL Explosionsschutz

4.4.2 Anwendungen der Zündschutzart »Eigensicherheit« Die Zündschutzart »Eigensicherheit« basiert auf dem Prinzip

4.4.2 Anwendungen der Zündschutzart »Eigensicherheit«

Die Zündschutzart »Eigensicherheit« basiert auf dem Prinzip der Strom- und Spannungsbegrenzung in einem Stromkreis. Die Energie des Strom- kreises, die in der Lage sein könnte, explosions- fähige Atmosphäre zum Zünden zu bringen, wird dabei so begrenzt, dass weder durch Funken noch durch unzulässige Oberflächenerwärmung der elektrischen Bauteile die Zündung der umgebenden explosionsfähigen Atmosphäre stattfinden kann.

Die Zündschutzart »Eigensicherheit« findet beson- ders in der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik ihre Anwendung, da dort keine hohen Ströme, Spannungen und Leistungen notwendig sind.

Begriffe und Definitionen

Eigensicherer Stromkreis Ein Stromkreis, in dem weder ein Funke noch ein thermischer Effekt eine Zündung einer bestimmten explosionsfähigen Atmosphäre verursachen kann.

Eigensicheres elektrisches Betriebsmittel Ein elektrisches Betriebsmittel, in dem alle Strom- kreise eigensicher sind.

Zugehöriges elektrisches Betriebsmittel Ein elektrisches Betriebsmittel, das sowohl eigen- sichere als auch nichteigensichere Stromkreise enthält und so aufgebaut ist, dass die nichteigen- sicheren Stromkreise die eigensicheren nicht beeinträchtigen können (Tabelle 14).

Mindestzündenergie Die Mindestzündenergie eines Gas- und eines Dampf-Luft-Gemisches ist die kleinstmögliche bei der Entladung eines Kondensators auftretende elektrische Energie, die das zündwilligste Gemisch eines Gases oder eines Dampfes mit Luft bei atmosphärischem Druck und 20 °C gerade noch zu zünden vermag.

Wesentlicher Gesichtspunkt der Zündschutzart Eigensicherheit ist die Frage der Zuverlässigkeit bezüglich der Einhaltung der Spannungs- und Stromgrenzen auch unter Annahme bestimmter

Spannungs- und Stromgrenzen auch unter Annahme bestimmter 25 Tabelle 14: Unterschied zwischen eigensicheren und

25

Tabelle 14: Unterschied zwischen eigensicheren und zugehörigen elektrischen Betriebsmitteln

 

Eigensichere Betriebsmittel

Zugehörige elektrische Betriebsmittel

Diese enthalten nur eigensichere Stromkreise

Diese enthalten eigensichere und nichteigensichere Stromkreise

EEx ib IIC T6

[EEx ib] IIC T6

EEx de [ib] IIC T6

Alle notwendigen Angaben wie Kategorie, Explosionsgruppe und Temperaturklasse sind vorhanden.

Die eckigen Klammern machen deutlich, dass das zugehörige elektrische Betriebsmittel einen eigensicheren elektrischen Stromkreis enthält, der in Zone 1, Explosionsgruppen IIA, IIB und IIC geführt werden darf.

Das Betriebsmittel darf in Zone 1 eingesetzt werden.

Das Betriebsmittel muss außerhalb des explosionsgefährdeten Bereiches errichtet werden.

Das Betriebsmittel darf aufgrund des Einbaus in ein druckfestes Gehäuse (»d«) in Zone 1 eingesetzt werden.

R. STAHL Explosionsschutz

darf aufgrund des Einbaus in ein druckfestes Gehäuse (»d«) in Zone 1 eingesetzt werden. R. STAHL

Grundlagen

4. technische grundlagen

26

Tabelle 15: Schutzniveau eigensicherer Stromkreise

Schutzniveau »ia«

Schutzniveau »ib«

Elektrische Betriebsmittel des Schutz- niveaus »ia« dürfen nicht in der Lage sein, im Normalbetrieb, bei Auftreten eines Fehlers und beim Auftreten irgendeiner Kombination von zwei Fehlern eine Zündung zu verursachen.

Elektrische Betriebsmittel des Schutz- niveaus »ib« dürfen nicht in der Lage sein, im Normalbetrieb und bei Auftreten eines Fehlers eine Zündung zu verursachen.

Sicherheitsfaktor 1,5:

Sicherheitsfaktor 1,5:

Im Normalbetrieb und mit einem Fehler

Im Normalbetrieb und mit einem Fehler

Sicherheitsfaktor 1,0:

Sicherheitsfaktor 1,0:

Mit zwei voneinander unabhängigen Fehlern

Mit einem Fehler, wenn das elektrische Betriebsmittel keine ungeschützten Schalt- kontakte in den Teilen enthält, die einer explosionsfähigen Atmosphäre ausgesetzt sein können, und wenn der Fehler sich selbst meldet.

Bild 6: Trennstufen mit galvanischer Trennung IS pac

Bild 6: Trennstufen mit galvanischer Trennung IS pac R. STAHL Explosionsschutz Fehler. Eigensichere elektrische
Bild 6: Trennstufen mit galvanischer Trennung IS pac R. STAHL Explosionsschutz Fehler. Eigensichere elektrische

R. STAHL Explosionsschutz

Fehler. Eigensichere elektrische Betriebsmittel und eigensichere Teile von zugehörigen Betriebs- mitteln werden hinsichtlich dieser Zuverlässigkeit in unterschiedliche Schutzniveaus »ia« oder »ib« (zukünftig auch »ic«) eingeteilt. Das Schutz- niveau »ia« ist eine Vorbedingung für Geräte der Kategorie 1 und geeignet für den Einsatz in Zone 0, das Schutzniveau »ib« für Geräte der Kategorie 2 für den Einsatz in Zone 1.

Trennung eigensicherer von nichteigensicheren Stromkreisen Eine wichtige Schutzmaßnahme für eigensichere Stromkreise ist die sichere Trennung aller eigen- sicheren von allen nichteigensicheren Strom- kreisen (Bild 6). Mit Ausnahme von Sicherheits- barrieren wird stets eine sichere galvanische Trennung gefordert.

Für Zone 0 wird generell eine galvanische Trennung empfohlen. Zenerdioden zur Spannungs- begrenzung, wie auch andere Halbleiter- bauelemente, gelten als störanfällig und müssen somit durch redundante Bauteile abgesichert werden. Schicht- oder Drahtwiderstände zur Strombegrenzung gelten als nicht störanfällige Bauteile (im Fehlerfall werden sie hochohmig). Deshalb können sie einfach ausgeführt werden.

Einfehlersicherheit Bei Ausfall einer Zenerdiode muss eine zweite Zenerdiode deren Aufgabe übernehmen (Schutzniveau »ib«: eine redundante Zenerdiode).

Zweifehlersicherheit Bei Ausfall von zwei Zenerdioden muss eine dritte Zenerdiode deren Aufgabe übernehmen (Schutzniveau »ia«: zwei redundante Zenerdioden, Tabelle 15).

4.4.3 Anwendungen der Zündschutzart »c« Nichtelektrische Betriebsmittel werden häufig in der Zündschutzart

4.4.3 Anwendungen der Zündschutzart »c«

Nichtelektrische Betriebsmittel werden häufig in der Zündschutzart »Konstruktive Sicherheit« aus- geführt. Bei dieser Zündschutzart wird durch konstruktive Maßnahmen das Risiko von Fehlern, die zu Zündquellen an einem Gerät führen können auf ein geringes Maß reduziert. So werden zum Beispiel heiße Oberflächen, mechanisch erzeugte Funken sowie die elektrostatischen Entladungen betrachtet. Die Maßnahmen hängen im Wesentlichen von der Geräteart ab und können sehr unterschiedlich ausfallen. Hierbei spielen die Betrachtung der Materialpaarungen, der Dimensio- nierung, der Toleranzen und Schmiermittel an bewegten Teilen eine Rolle. Aber auch Wartungs- intervalle und die Überwachung der Lebensdauer können von entscheidender Bedeutung sein. Der Hersteller legt in der Betriebsanleitung die bestimmungsgemäße Verwendung fest. Dazu gehört die Festlegung der Umgebungs- und Einsatz- bedingungen, wie auch die zulässigen Betriebs- parameter. Der Betreiber hat den Angaben in der Betriebsanleitung Folge zu leisten.

Betriebs- parameter. Der Betreiber hat den Angaben in der Betriebsanleitung Folge zu leisten. R. STAHL Explosionsschutz

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Betriebs- parameter. Der Betreiber hat den Angaben in der Betriebsanleitung Folge zu leisten. R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

5. errichtung und betrieb elektrischer anlagen

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Grundlagen 5. errichtung und betrieb elektrischer anlagen 28 R. STAHL Explosionsschutz 5. Errichtung und Betrieb

R. STAHL Explosionsschutz

5. Errichtung und Betrieb elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen

5.1 Pflichten der Errichter, Hersteller

und Betreiber

Sicherheit in explosionsgefährdeten Bereichen kann nur durch die enge und gute Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen gewährleistet werden (Bild 7). Der Betreiber ist verantwortlich für die Sicherheit seiner Anlagen. Er muss die Explosions- gefahren beurteilen und danach die Zoneneinteilung vornehmen. Er muss sicherstellen, dass die Anlage ordnungsgemäß errichtet und vor der ersten Inbetriebnahme geprüft wird. Durch regelmäßige Prüfung und Wartung muss der ordnungsgemäße Zustand der Anlage aufrecht erhalten werden.

Der Errichter muss die Errichtungsanforderungen beachten und die elektrischen Betriebsmittel gemäß ihrer Verwendung richtig auswählen und installieren.

Hersteller explosionsgeschützter Betriebsmittel müssen bei der Herstellung durch eine besondere Vorkehrung des Qualitätssicherungssystem sorgen und sicherstellen, dass jedes gefertigte Gerät der geprüften Bauart entspricht.

5.2 Klassifizierung der Bereiche und

Auswahl der Betriebsmittel

Bei Planung neuer Anlagen ist in einer frühen Phase die Frage nach möglichen Explosions- gefahren zu stellen. Für die Einstufung explosions- gefährdeter Bereiche ist neben der Stärke möglicher Freisetzungsquellen brennbarer Stoffe auch der Einfluss der natürlichen oder technischen Lüftung zu berücksichtigen. Die explosionstechnischen Kennzahlen der ver- wendeten brennbaren Stoffe sind zu ermitteln

der ver- wendeten brennbaren Stoffe sind zu ermitteln Bild 7: Zusammenarbeit der beteiligten Stellen (Anhang

Bild 7: Zusammenarbeit der beteiligten Stellen

(Anhang 7.2). Erst dann kann über die Zonen- einteilung der explosionsgefährdeten Bereiche und über die Auswahl der geeigneten Betriebsmittel entschieden werden. Die Anforderungen für das Errichten elektrischer Anlagen in gasexplosions- gefährdeten Bereichen der Gruppe II sind in der Norm IEC 60 079-14 (EN 60 079-14) festgelegt. Für Bereiche mit brennbarem Staub gilt die Norm IEC (61 241-14 (EN 61 241-14).

Betriebsmittel dürfen nur in dem in ihrer Kenn- zeichnung festgelegten Umgebungstemperatur- bereich eingesetzt werden.

Enthält die Kennzeichnung keine Angabe, gilt der Standardbereich von --20 °C bis +40 °C.

Elektrische Betriebsmittel der Zündschutzarten »d« und »i« müssen einer Untergruppe IIA, IIB oder IIC entsprechen. Elektrische Betriebsmittel sind so auszuwählen und zu installieren, dass sie geschützt sind gegen äußere Einflüsse, die den Explosionsschutz beeinträchtigen könnten.

5.3 Installationstechniken Für elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen kommen im Wesentlichen drei

5.3 Installationstechniken

Für elektrische Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen kommen im Wesentlichen drei Installa- tionssysteme zum Einsatz:

> 1. Kabelsystem mit indirekter Einführung

> 2. Kabelsystem mit direkter Einführung

> 3. Rohrleitungssystem (Conduit System) Entsprechend unterschiedlich ist die technische Ausführung der bei den einzelnen Installations- arten verwendeten elektrischen Betriebsmittel.

In den USA sind nach NEC 501-4 für alle Anwendungen in Class 1, Division 1 nur das Conduit System oder mineralisolierte Kabel (MI) zulässig, wobei letztere hauptsächlich als Heiz- leitungen und als feuerbeständige Signal- und Steuerleitungen eingesetzt werden. In Division 2 sind außerdem auch Kabel und Leitungen bestimmter Typen erlaubt. Im Folgenden sollen die verschiedenen Techniken gegenüber gestellt werden.

Kabelsysteme In Europa sind überwiegend Kabelsysteme gebräuchlich. Dabei werden hochwertige Kabel und Leitungen freiliegend installiert. Nur in Bereichen, in denen mit mechanischer Beschädi- gung zu rechnen ist, werden sie in beidseitig offenen Schutzrohren verlegt.

Bei der indirekten Einführung werden die Kabel und Leitungen über Kabeleinführungen in einen Anschlussraum der Zündschutzart »Erhöhte Sicher- heit« eingeführt und an den ebenfalls in der Zündschutzart »Erhöhte Sicherheit« ausgebildeten Klemmen angeschlossen. Von hier aus werden die Einzeladern über druckfeste Leitungsdurch- führungen in den druckfest gekapselten Geräte- einbauraum geführt.

in den druckfest gekapselten Geräte- einbauraum geführt. 29 Diese Leitungsdurchführungen werden vom Hersteller

29

Diese Leitungsdurchführungen werden vom Hersteller eingebaut, so dass im Gegensatz zur direkten Einführung eine Stückprüfung des kom- pletten, druckfest gekapselten Gehäuses im Werk erfolgen kann.

Der Errichter muss für den Anschluss nur den Anschlussraum, nicht aber den druckfest gekapselten Geräteeinbauraum öffnen.

Bei der direkten Einführung der Kabel werden die Anschlussleitungen direkt in den druckfest ge- kapselten Geräteeinbauraum eingeführt. Für diese Art der Einführung dürfen nur speziell hierfür ausgelegte und geprüfte Kabelverschraubungen verwendet werden.

Bild 8: Die Installationstechniken weltweit:

Links: Kabelsystem mit indirekter Einführung; Mitte: Kabelsystem mit direkter Einführung; Rechts: Rohrleitungssystem (Conduit System)

Mitte: Kabelsystem mit direkter Einführung; Rechts: Rohrleitungssystem (Conduit System) R. STAHL Explosionsschutz

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Mitte: Kabelsystem mit direkter Einführung; Rechts: Rohrleitungssystem (Conduit System) R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

5. errichtung und betrieb elektrischer anlagen

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Grundlagen 5. errichtung und betrieb elektrischer anlagen 30 R. STAHL Explosionsschutz Der elastische Dichtring muss hier

R. STAHL Explosionsschutz

Der elastische Dichtring muss hier zusammen mit dem Kabelmantel einen zünddurchschlagsicheren Spalt bilden. Es ist daher zu beachten, dass je nach Art und Aufbau des Kabels sowie nach dem Einsatzort die passende Kabelverschraubung auszuwählen ist. Soll das druckfeste Gehäuse in eine IIC-Atmosphäre eingesetzt werden oder sollte ein druckfestes Gehäuse mit einem Volumen größer als 2 dm 3 in eine Zone 1 installiert werden, so sind Dichtungsvorrichtungen oder Kabelver- schraubungen mit Dichtungsmasse vorzusehen. Die Druckfeste Kapselung hängt hier maßgeblich von der Sorgfalt des Installateurs der Kabel und Leitungen ab.

Rohrleitungssystem (Conduit System) Bei Installationen nach dem Rohrleitungssystem werden die elektrischen Leitungen als Einzeladern in geschlossene Metallrohre eingezogen. Die Rohre werden über Verschraubungen mit den Gehäusen verbunden und an jeder Einführungs- stelle mit einer Zündsperre (seal) versehen. Das gesamte Rohrleitungssystem ist druckfest ausge- führt. Die Zündsperre soll das Durchzünden von Explosionen, die im Inneren des Gehäuses auftreten können, in die Rohrleitung verhindern. Anderenfalls würde es durch Vorkompression in langen zylindrischen Rohren zu extrem hohen Explosionsdrücken kommen. Deswegen ist es empfehlenswert, nicht nur an den Einführungs- stellen, sondern auch in bestimmten Abständen Zündsperren einzubauen. An tiefen Punkten, an denen sich Kondenswasser sammeln kann, müssen Entwässerungsstutzen eingebaut werden.

5.4 Instandhaltung und Wartung

Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von elektrischen Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen ist eine regelmäßige Wartung notwendig. Das Personal, das solche Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ausführt, sollte unter der Verantwortung einer im Explosionsschutz sachkundigen Person (Befähigte Person, BetrSichV, TRBS 1203) stehen und über die besonderen Gefahren informiert sein.

Vor Änderungs- und Instandsetzungsarbeiten muss sichergestellt werden, dass während dieser Arbeiten keine Explosionsgefahr besteht. Hierüber ist normalerweise eine formelle schriftliche Erlaubnis bei der Betriebsleitung einzuholen. Nach Abschluss der Arbeiten sollte dokumentiert werden, welche Arbeiten durchgeführt wurden und bestätigt werden, dass alle relevanten Vor- schriften eingehalten wurden.

Bei Änderungen, die den Explosionsschutz beein- trächtigen können, ist eine Überprüfung durch eine von der Behörde anerkannte befähigte Person durchzuführen. Dies ist nicht notwendig, wenn der Hersteller des betreffenden Gerätes die Änderung durchgeführt hat.

Beim Austausch von Komponenten oder kom- pletten Betriebsmitteln sind die explosions- technischen und gerätetechnischen Kenndaten zu beachten. Es dürfen nur Originalteile des Her- stellers verwendet werden. Diese Prüfungen können auch von einer zugelassenen Über- wachungsstelle (ZÜS) durchgeführt werden.

6. explosionsschutz in nordamerika 6. Explosionsschutz in Nordamerika 6.1 Einleitung Die Grundprinzipien des

6. explosionsschutz in nordamerika

6. Explosionsschutz in Nordamerika

6.1 Einleitung

Die Grundprinzipien des Explosionsschutzes sind auf der ganzen Welt gleich. Dennoch haben sich in Nordamerika auf dem Gebiet des Explosions- schutzes elektrischer Geräte und Anlagen Techniken und Systeme entwickelt, die wesentlich von der IEC-Technik (International Electrotechnical Commission) abweichen. Die Unterschiede zur IEC-Technik liegen dabei u.a. in der Einteilung der explosionsgefährdeten Bereiche, der Konstruktion der Betriebsmittel und der Installation der elek- trischen Anlagen.

6.2 Klassifizierung explosionsgefährdeter

Bereiche

Explosionsgefährdete Bereiche fallen in Nord- amerika unter den Begriff »hazardous (classified) locations« und werden in den USA in Abschnitt 500 und 505 des National Electrical Code (NEC) und in Kanada in Abschnitt 18 und Anhang J des Canadian Electrical Code (CEC) definiert. Sie um- fassen Bereiche, in denen brennbare Gase, Dämpfe oder Nebel (Class I), Stäube (Class II) oder Fasern und Flusen (Class III) in gefahrdrohender Menge auftreten können.

Nach der Häufigkeit oder der Dauer des Auftretens dieser Stoffe werden die explosionsgefährdeten Bereiche traditionell in Division 1 und Division 2 unterteilt.

1996 wurde in den USA für Class I zusätzlich zu diesem bestehenden System das nach IEC übliche Klassifizierungssystem in Zonen eingeführt. Diese Änderung erfolgte durch Artikel 505 des NEC. Dies bietet dem Anwender nun die Möglich- keit, das für ihn technisch und wirtschaftlich optimale System zu wählen.

Auch in Kanada wurde das IEC-Zonenkonzept für Class I eingeführt (CEC Ausgabe 1988). Alle neu errichteten Anlagen müssen dort seither nach diesem Konzept klassifiziert werden.

Im traditionellen nordamerikanischen Klassifizie- rungssystem werden explosionsfähige Gase, Dämpfe und Nebel der Class I in die Gasgruppen (Groups) A, B, C und D eingeteilt und brennbare Stäube der Class II in die Gruppen E, F und G.

Hier bezeichnet der Buchstabe A die gefährlichste Gasgruppe, während nach IEC und nach der neuen Einteilung gemäß Artikel 505 Gruppe C die gefährlichste Gasgruppe ist.

In Kanada ist es möglich, bei der Zonenklassifi- zierung beide Gasgruppensysteme zu verwenden. Die Festlegung der maximalen Oberflächen- temperatur nach Artikel 505 im NEC erfolgt in Übereinstimmung mit IEC in sechs Temperatur- klassen T1 bis T6, mit einer zusätzlichen Unterteilung in Temperaturunterklassen im Division-System. Nach dem CEC 1998 wurde das bestehende System der Temperaturklassen nicht geändert.

Eine Übersicht über die Klassifizierung der explo- sionsgefährdeten Bereiche in Nordamerika findet sich im Anhang 7.3, Tabelle 19.

der explo- sionsgefährdeten Bereiche in Nordamerika findet sich im Anhang 7.3, Tabelle 19. R. STAHL Explosionsschutz

R. STAHL Explosionsschutz

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der explo- sionsgefährdeten Bereiche in Nordamerika findet sich im Anhang 7.3, Tabelle 19. R. STAHL Explosionsschutz

Grundlagen

6. explosionsschutz in nordamerika

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Grundlagen 6. explosionsschutz in nordamerika 32 R. STAHL Explosionsschutz 6.3 Errichtungsbestimmungen Für elektrische

R. STAHL Explosionsschutz

6.3 Errichtungsbestimmungen

Für elektrische Betriebsmittel und Anlagen, die in explosionsgefährdeten Betriebsstätten zum Einsatz kommen, gilt in den USA der National Electrical Code (NEC) bzw. in Kanada der Canadian Electrical Code (CEC). Diese haben den Charakter von Errichtungsbestimmungen für elektrische Anlagen in allen Bereichen und verweisen auf eine Reihe weiterer Standards anderer Institutionen, die die Bestimmungen für die Installation und den Bau geeigneter Betriebsmittel enthalten.

Die Installationsmethoden für das Zonenkonzept nach dem NEC 505 entsprechen weitgehend dem des traditionellen Class/Division-Systems. Neu im NEC ist neben der Verwendung von starren Rohrleitungen und mineralisolierten Kabeln Typ MI in Class I, Division 1 bzw. Zone 1, auch der Einsatz von zugelassenen metallummantelten Kabeln Typ MC.

Ein bedeutender Vorteil des CEC ist die verstärkte Anwendungsmöglichkeit von Kabeln und Leitungen. Kanada hat im Gegensatz zu den USA auch die Verwendung von speziellen Kabeln, die den stahldrahtarmierten Kabeln im IEC-Bereich ähnlich sind, schon seit einiger Zeit erlaubt.

6.4 Baubestimmungen

Die Bestimmungen des National Electrical Code und des Canadian Electrical Code geben vor, welche Betriebsmittel bzw. Zündschutzarten in den einzelnen explosionsgefährdeten Bereichen ein- gesetzt werden können.

Für den Bau und die Prüfung von explosions- geschützten elektrischen Anlagen und Betriebs- mitteln gelten in Nordamerika verschiedene Normen und Bestimmungen. In den USA sind

dies vorwiegend die Standards von Underwriters Laboratories Inc. (UL), Factory Mutual Research Corporation (FM) und der International Society for Measurement and Control (ISA). In Kanada, die der Canadian Standards Association (CSA).

Die Tabellen im Anhang 7.4 geben einen Überblick über die Baubestimmungen für die einzelnen explosionsgefährdeten Bereiche und Zündschutzarten.

6.5 Schutzarten von Gehäusen

Ebenso wie nach IEC 60529 die IP-Schutzarten für Gehäuse festgelegt wurden, gibt es in den USA u.a. den Standard Publ. No. 250 der NEMA (National Electrical Manufacturing Association), welcher die Schutzart von Gehäusen behandelt. Diese Schutzarten können nicht direkt mit denen nach IEC verglichen werden, da zusätzliche Umgebungseinflüsse (z.B. Kühlflüssigkeiten, Schneidöle, Korrosion, Vereisung, Hagel) behandelt werden. In den Tabellen 7.5 und 7.6 im Anhang sind die Schutzarten nach beiden Normen dargestellt.

6.6 Zertifizierung und Kennzeichnung In den USA und Kanada sind elektrische Ausrüstungen und Betriebsmittel in

6.6 Zertifizierung und Kennzeichnung

In den USA und Kanada sind elektrische Ausrüstungen und Betriebsmittel in explosions- gefährdeten Betriebsstätten in der Regel zulassungspflichtig. Ausnahmen bilden solche elektrische Betriebsmittel, die aufgrund ihrer Konstruktion und Eigenart die explosionsfähige Atmosphäre, in der sie eingesetzt sind, nicht zünden können. Über die Zulassungspflicht ent- scheidet die zuständige Behörde.

Geräte, die für explosionsgefährdete Bereiche entwickelt und gefertigt werden, werden in den USA und Kanada durch national anerkannte Prüfstellen geprüft und zugelassen. In den USA sind dies u.a. die Prüfstellen Underwriters Laboratories oder Factory Mutual und in Kanada die Canadian Standards Association.

Zusätzlich zu den Daten, wie z.B. Hersteller, Typ, Serien-Nr. und elektrische Daten, sind die den Explosionsschutz betreffenden Daten in die Kennzeichnung des Betriebsmittels aufzunehmen. Die Vorgaben dazu sind im NEC, dem CEC sowie in den entsprechenden Baubestimmungen der Prüfstellen vorgegeben.

Class I, II & III, Division 1 und 2 Zugelassene elektrische Betriebsmittel für Class I, Class II und Class III, Division 1 und Division 2

sollen so gekennzeichnet sein, dass sie die folgen- den Angaben tragen:

1. Class(es), Division(s) (optional außer für Division 2)

2. Gas-/Staub-Gruppe(n)

3. Betriebstemperatur oder Temperaturklasse

(optional für T5 und T6) Beispiel: Class I Division 1 Groups C D T4

Class I, Zone 0, 1 und 2 Bei Betriebsmitteln für den Einsatz in Class I, Zone 0, Zone 1 oder Zone 2 wird zwischen »Division Equipment« und »Zone Equipment« unterschieden.

(1) Division Equipment

Betriebsmittel, die für Class I, Division 1 und/oder Class I, Division 2 zugelassen sind, können mit folgenden Angaben gekennzeichnet werden:

1. Class I, Zone 1 oder Class I, Zone 2

2. Gasgruppe(n) IIA, IIB oder IIC

3. Temperaturklasse

4. Zündschutzarten

Beispiel: Class I Zone 1 d,e IIC T4

(2) Zone Equipment Betriebsmittel, die einer oder mehreren

Zündschutzarten nach Artikel 505 des NEC und Abschnitt 18 des CEC entsprechen, sollen folgendermaßen gekennzeichnet sein:

1. Class (optional in Kanada)

2. Zone (optional in Kanada)

3. Symbol AEx (USA) bzw. Ex oder EEx (Kanada)

4. Kurzzeichen der verwendeten Zündschutzart(en)

5. Gruppe des elektrischen Betriebsmittels II oder Gasgruppe(n) IIA, IIB oder IIC

6. Temperaturklasse

Beispiel: Class I Zone 0 AEx ia IIC T6

Gasgruppe(n) IIA, IIB oder IIC 6. Temperaturklasse Beispiel: Class I Zone 0 AEx ia IIC T6

R. STAHL Explosionsschutz

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Gasgruppe(n) IIA, IIB oder IIC 6. Temperaturklasse Beispiel: Class I Zone 0 AEx ia IIC T6

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Grundlagen

7. anhang

7. Anhang

7.1 Gegenüberstellung IEC-Publikationen – Europäische Normen (EN)

Tabelle 16: Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in gasexplosionsgefährdeten Bereichen

 

IEC

EN (neu)

EN (alt)

Allgemeine Anforderungen

IEC 60079-0

EN 60079-0

EN 50 014

Druckfeste Kapselung »d«

IEC 60079-1

EN 60079-1

EN 50 018

Prüfverfahren zur Bestimmung der maximalen Grenzspaltweite

IEC 60079-1-1

 

Überdruckkapselung »p«

IEC 60079-2

EN 60079-2

EN 50 016

Prüfverfahren zur Bestimmung der Zündtemperatur

IEC 60079-4

 

Sandkapselung »q«

IEC 60079-5

EN 60079-5

EN 50 017

Ölkapselung »o«

IEC 60079-6

EN 60079-6

EN 50 015

Erhöhte Sicherheit »e«

IEC 60079-7

EN 60079-7

EN 50 019

Einteilung der explosionsgefährdeten Bereiche

IEC 60079-10

EN 60079-10

 

Eigensicherheit »i«

IEC 60079-11

EN 60079-11

EN 50 020

Einteilung von Gas- bzw. Dampf/Luft-Gemischen in Bezug auf die Grenzspaltweite und den Mindestzündstrom

IEC/TR 60079-12

   

Herstellung und Betrieb von überdruckgeschützten Räumen und Gebäuden

IEC/TR 60079-13

   

Elektrische Anlagen für gefährdete Bereiche (ausgenommen Grubenbaue)

IEC 60079-14

EN 60079-14

 

Zündschutzart »n«

IEC 60079-15

EN 60079-15

EN 50 021

Künstliche Belüftung zum Schutz von Analysehäusern

IEC/TR 60079-16

   

Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen (ausgenommen Grubenbaue)

IEC 60079-17

EN 60079-17

 

Vergusskapselung »m«

IEC 60079-18

EN 60079-18

EN 50 028

Reparatur und Überholung von Betriebsmitteln, die in explosionsgefährdeten Bereichen verwendet werden (ausgenommen Grubenbaue und Explosivstoffe)

IEC 60079-19

EN 60079-19

 

Kenndaten von brennbaren Gasen und Dämpfen in Bezug auf die Verwendung von elektrischen Betriebsmitteln

IEC/TR 60079-20

   

Eigensichere Systeme

IEC 60079-25

EN 60079-25

 

Elektrische Betriebsmittel für Zone 0

IEC 60079-26

EN 60079-26

EN 50 284

Konzept für eigensichere Feldbussysteme (FISCO) und Konzept für nichtzündfähige Feldbussysteme (FNICO)

IEC 60079-27

EN 60079-27

 

Schutz von Einrichtungen und Übertragungssystemen, die mit optischer Strahlung arbeiten

 

EN 60079-28

 

Elektrische Geräte für die Detektion und Messung brennbarer Gase – Allgemeine Anforderungen und Anforderungen an das Betriebsverhalten

 

EN 60079-29-1

 
 
und Anforderungen an das Betriebsverhalten   EN 60079-29-1     R. STAHL Explosionsschutz

R. STAHL Explosionsschutz

35 Tabelle 17: Elektrische Betriebsmittel für Bereiche mit brennbarem Staub   IEC (neu) IEC (alt)
35 Tabelle 17: Elektrische Betriebsmittel für Bereiche mit brennbarem Staub   IEC (neu) IEC (alt)

35

Tabelle 17: Elektrische Betriebsmittel für Bereiche mit brennbarem Staub

 

IEC (neu)

IEC (alt)

EN (neu)

EN (alt)

Allgemeine Anforderungen

IEC 61241-0

IEC 61241-1-1

EN 61241-0

EN 50281-1-1

Schutz durch Gehäuse »tD«

IEC 61241-1

IEC 61241-1-1

EN 61241-1

EN 50281-1-1

Überdruckkapselung »pD«

 

IEC 61241-4

 

EN 61241-4

Einteilung von staubexplosionsgefährdeten Bereichen

   

EN 61241-10

 

Eigensicherheit »iD«

IEC 61241-11

EN 61241-5

EN 61241-11

 

Auswahl und Errichten

   

EN 61241-14

 

Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen (ausgenommen Grubenbaue)

   

EN 61241-17

 

Vergusskapselung »mD«

IEC 61241-18

 

EN 61241-18

 

Untersuchungsverfahren: Mindestzündtemperatur

 

IEC 61241-2-1

 

EN 50281-2-1

Untersuchungsverfahren: Widerstand von Staubschüttungen

 

IEC 61241-2-2

EN 61241-2-2

 

Untersuchungsverfahren: Mindestzündenergie

 

IEC 61241-2-3

   

Bemerkung zu den Tabellen 16 und 17: Einige Normen sind noch in Vorbereitung!

       

36

Grundlagen

7. anhang

7.2 Sicherheitstechnische Kennzahlen brennbarer Gase und Dämpfe

Tabelle 18: Sicherheitstechnische Kennzahlen: Zündtemperatur, Temperaturklasse und Explosionsgruppe

Stoffbezeichnung

Zündtemperatur °C

Temperaturklasse

Explosionsgruppe

1,2-Dichlorethan

 

440

T

2

II

A

Acetaldehyd

 

155

T

4

II

A

Aceton

 

535

T

1

II

A

Acetylen

 

305

T

2

II

C 3

Ammoniak

 

630

T

1

II

A

Ottokraftstoffe

 

220

bis 300

T

3

II

A

Benzol (rein)

 

555

T

1

II

A

Cyclohexanon

 

430

T

2

II

A

Dieselkraftstoffe

 

220

T

3

II

A

Essigsäure

 

485

T

1

II

A

Essigsäureanhydrid

 

330

T

2

II

A

Ethan

 

515

T

1

II

A

Ethylacetat

 

470

T

1

II

A

Ethylalkohol

 

400

T

2

II

B

Ethylchlorid

 

510

T

1

II

A

Ethylen

 

440

T

2

II

B

Ethylenoxid

 

435

(Selbstzerfall)

T

2

II

B

Ethylether

 

175

T

4

II

B

Ethylglykol

 

235

T

3

II

B

Heizöl EL, L, M, S

 

220

bis 300

T

3

II

A

i-Amylacetat

 

380

T

2

II

A

Kohlenoxid

 

605

T

1

II

A

Methan

 

595

T

1

II

A

Methanol

 

440

T

2

II

A

Methylchlorid

 

625

T

1

II

A

Naphtalin

 

540

T

1

II

A

n-Butan

 

365

T

2

II

A

n-Butylalkohol

 

325

T

2

II

B

n-Hexan

 

230

T

3

II

A

n-Propylalkohol

 

385

T

2

II

B *

Phenol

 

595

T

1

II

A

Propan

 

470

T

1

II

A

Schwefelkohlenstoff

 

95

T

6

II

C 1

Schwefelwasserstoff

 

270

T

3

II

B

Toluol

 

535

T

1

II

A

Wasserstoff

 

560

T

1

II

C 2

* Für diesen Stoff ist die Explosionsgruppe noch nicht ermittelt worden.

 

1 Auch Explosionsgruppe II B + CS2

2 Auch Explosionsgruppe II B + H2

3 Auch Explosionsgruppe II B + C2 H2

II B + CS2 2 Auch Explosionsgruppe II B + H2 3 Auch Explosionsgruppe II B

R. STAHL Explosionsschutz

37 7.3 Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika Tabelle 19: Klassifizierung explosionsgefährdeter
37 7.3 Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika Tabelle 19: Klassifizierung explosionsgefährdeter

37

7.3 Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika

Tabelle 19: Klassifizierung explosionsgefährdeter Bereiche in Nordamerika

 
 

Stäube

Fasern und Flusen

Gase, Dämpfe oder Nebel Klassifizierung Class I

Klassifizierung Class II

Klassifizierung Class III

NEC 500-5

NEC 505-7

NEC 500-6

NEC 500-7

CEC J18-004

CEC 18-006

CEC 18-008

CEC 18-010

Division 1 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Gase, Dämpfe oder Nebel ständig oder gelegentlich unter normalen Be- triebsbedingungen vorhanden sind.

Zone 0 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Gase, Dämpfe oder Nebel ständig oder langzeitig unter normalen Betriebs- bedingungen vorhanden sind.

Division 1 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Stäube ständig oder gelegentlich unter normalen Betriebsbedingungen vorhanden sind.

Division 1 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Fasern und Flusen ständig oder gelegent- lich unter normalen Betriebs- bedingungen vorhanden sind.

 

Zone 1 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Gase, Dämpfe oder Nebel gelegentlich unter normalen Betriebs- bedingungen vorhanden sind.

   

Division 2 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Gase, Dämpfe oder Nebel unter normalen Betriebsbedingungen voraussicht- lich nicht vorhanden sind.

Zone 2 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Gase, Dämpfe oder Nebel unter normalen Betriebsbedingungen voraussicht- lich nicht vorhanden sind.

Division 2 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Stäube unter normalen Betriebs- bedingungen voraussichtlich nicht vorhanden sind.

Division 2 Bereiche, in denen gefährliche Konzentrationen brennbarer Fasern und Flusen unter normalen Betriebs- bedingungen voraussichtlich nicht vorhanden sind.

Class I Groups

 

Class II Groups

Class III

NEC 500-3

NEC 505-7

NEC 500-3

 

CEC J18-050

CEC J18-050

CEC J18-050

Division 1 und 2

Zone 0, 1 und 2

Division 1 und 2

Division 1 und 2

A (Acetylen)

IIC (Acetylen + Wasserstoff)

E (Metall)

keine

B (Wasserstoff)

F (Kohle)

C (Ethylen)

IIB (Ethylen)

G (Getreide)

D (Propan)

IIA (Propan)

Class I Temperaturklassen Division 1 und 2

Zone 0, 1 und 2

Class II Temperaturklassen Division 1 and 2

Class III Temperaturklassen Division 1 und 2

T1 ( 450 °C)

T1 ( 450 °C)

T1 ( 450 °C)

keine

T2 ( 300 °C)

T2 ( 300 °C)

T2 ( 300 °C)

 

T2A, T2B, T2C, T2D ( 280 °C, 260 °C, 230 °C, 215 °C)

 

T2A, T2B, T2C, T2D

 

T3 ( 200 °C)

T3 ( 200 °C)

T3 ( 200 °C)

 

T3A, T3B, T3C ( 180 °C, 165 °C, 160 °C)

 

T3A, T3B, T3C

 

T4 ( 135 °C)

T4 ( 135 °C)

T4 ( 135 °C)

 

T4A ( 120 °C)

 

T4A ( 120 °C)

 

T5 ( 100 °C)

T5 ( 100 °C)

T5 ( 100 °C)

 

T6 ( 85 °C)

T6 ( 85 °C)

T6 ( 85 °C)

 

R. STAHL Explosionsschutz

100 °C)   T6 ( ≤ 85 °C) T6 ( ≤ 85 °C) T6 ( ≤

38

Grundlagen

7. anhang

7.4 Baubestimmungen für explosionsgeschützte elektrische Betriebsmittel

Tabelle 20: Baubestimmungen in Europa, USA, Kanada und International im Vergleich, Teil 1

 

Zündschutzart

Kurzzeichen

Region

Einsatzort

Norm

Allgemeine Anforderungen

 

US

Class I, Division 1 & 2 Class I, Zone 0, 1, & 2 Class I, Zone 0, 1, & 2 Zone 0, 1, & 2 Zone 0, 1, & 2

FM 3600

AEx

US

ISA 60079-0

Ex

CA

CSA E60079-0

Ex (EEx)

EU

EN 60079-0

Ex

IEC

IEC 60079-0

Erhöhte Sicherheit

AEx e Ex e Ex e (EEx e) Ex e

US

Class I, Zone 1 Class I, Zone 1 Zone 1 Zone 1

ISA 60079-7

CA

CSA E60079-7

EU

EN 60079-7

IEC

IEC 60079-7

Non-incendive

(NI)

US

Class I, Division 2 Class I, Division 2

FM 3611 C22.2 No. 213

(NI)

CA

Nichtfunkende Betriebsmittel

AEx nA Ex nA Ex nA (EEx nA) Ex nA

US

Class I, Zone 2 Class I, Zone 2 Zone 2 Zone 2

ISA 60079-15

CA

CSA E60079-15

EU

EN 60079-15

IEC

IEC 60079-15

Explosionproof

(XP)

US

Class I, Division 1 Class I, Division 1

FM 3615 C22.2 No. 30

(XP)

CA

Druckfeste Kapselung

AEx d Ex d Ex d (EEx d) Ex d

US

Class I, Zone 1 Class I, Zone 1 Zone 1 Zone 1

ISA 60079-1

CA

CSA E60079-1

EU

EN 60079-1

IEC

IEC 60079-1

Sandkapselung

AEx q Ex q Ex q (EEx q) Ex q

US

Class I, Zone 1 Class I, Zone 1 Zone 1 Zone 1

ISA 60079-5

CA

CSA E79-5

EU

EN 50017

IEC

IEC 60079-5

Geschützte Einrichtungen und Bauteile

AEx nC Ex nC Ex nC (EEx nC) Ex nC

US

Class I, Zone 2 Class I, Zone 2 Zone 2 Zone 2

ISA 60079-15

CA

CSA E60079-15

 

EU

EN 60079-15

IEC

IEC 60079-15