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Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nachhaltigkeitsbericht 2002
Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung bedeutet heute: den weltweiten und dauerhaften Erhalt der natürlichen Ressourcen, soziale Gerechtigkeit und eine wirt- schaftliche Entwicklung, die den Wohlstand steigert. Wie ist der Begriff der Nachhaltigkeit entstanden? Und wie hat er sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt?

Der Urvater der Nachhaltigkeit ist der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz. In dem Werk „Sylvicultura Oeconomica“ von 1713 stellt er eine ebenso einfache wie geniale Lösung zur Walderhaltung vor: In Zukunft darf nur soviel Wald genutzt werden, wie im gleichen Zeitraum nachwachsen kann.

Ausgelöst durch den Bericht des Club of Rome, der 1972 die „Grenzen des Wachstums“ aufzeigte und auf die Gefährdung der industriellen Ent- wicklung durch Bevölkerungswachstum und Res- sourcenknappheit hinwies, setzten die Vereinten Nationen eine Kommission mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ein. Im Abschlussbericht von 1987 – benannt nach der damaligen norwegischen Ministerpräsidentin und Kommissionsleiterin Gro Harlem Brundtland – heißt es: Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development) ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“.

Drei Säulen der Nachhaltigkeit

Lag beim Brundtland-Report der Schwerpunkt auf dem ökologischen Aspekt der nachhaltigen Entwicklung, so ging der Welt-Gipfel von Rio de Janeiro 1992 einen Schritt weiter: Nachhaltigkeit umfasst demnach auch eine angemessene wirt- schaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit.

180 Länder bekannten sich beim Rio-Gipfel dazu, das Leitbild der Nachhaltigkeit umzusetzen. Zehn Jahre nach Rio traf sich die Welt erneut, diesmal in Johannesburg. Die Teilnehmer waren sich einig:

Nur wenn alle Kräfte – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – partnerschaftlich zusammenarbei- ten, kann das große Ziel einer weltweiten nach- haltigen Entwicklung erreicht werden.

ten, kann das große Ziel einer weltweiten nach- haltigen Entwicklung erreicht werden. Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Inhalt

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Vorwort

Carl-Peter Forster

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Vorwort

Klaudia Martini

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Über diesen Bericht

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Nachhaltigkeit in einem lernenden Unternehmen

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Global Sullivan Principles

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Ökonomie

und Mobilität

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Zukunftsprogramm

Olympia

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Qualitätsoffensive

zeigt Wirkung

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Das modernste Automobilwerk der Welt in Rüsselsheim

31

Blick in die Zukunft

35

Intelligente Sicherheits- systeme

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Öko-Effizienz und Klimaschutz

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Nachhaltige Mobilität

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Eco-Modelle

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Ausgezeichneter

Erdgas-Zafira

53

Eine Strategie für die Zukunft

57

„Well-to-Wheel“-Studie

59

Umweltmanagement

62

Umweltleitlinien

63

Umweltprogramm

68

Standort Rüsselsheim

69

Standort Bochum

70

Standort Eisenach

71

Standort Kaiserslautern

72

Logistik

74

Öko-effiziente Produkt- Entwicklung

77

Umfassender Umwelt- schutz im gesamten Fahrzeug-Lebenszyklus

83

Soziale

Verantwortung

84

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

87

Qualifikation und

Teamgeist

92

Integration, Chancen- gleichheit und Toleranz

96

Frauen in technischen Berufen

99

Im Dialog mit der Gesellschaft

102

Gesellschaftliches

Engagement und

Sponsoring

107

GRI-Index

111

Impressum

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Vorwort

Vorwort Carl-Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG Zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte legt

Carl-Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG

Zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte legt Opel der Öffentlichkeit einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Darin dokumentieren wir in integrierter Form die ökono- mischen, ökologischen und sozialen Dimensionen unserer Arbeit in Deutschland. Zugleich verdeutlichen wir damit, dass wir das Nachhaltigkeitsmanagement bei Opel umfassend weiterentwickeln – eine Entscheidung, die wir im Einklang mit den Werten und Zielen unserer Muttergesellschaft General Motors getroffen haben. Wie GM beken- nen auch wir uns zu den Global Sullivan Principles.

Nachhaltigkeit als Leitbild

Das Leitbild unseres unternehmerischen Handelns ist klar bestimmt: Wir bringen die drei Elemente der Nachhaltigkeit, nämlich wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Verant- wortung für die Umwelt und soziales Engagement dauerhaft in Einklang. Wir erkennen und akzeptieren unsere Verantwortung für die Zukunft. Deshalb investieren wir in Innovationen und technische Fortschritte, die möglichst vielen Menschen individuelle Mobilität ermöglichen – ohne das ökologische Gleichgewicht unserer Erde zu gefährden. Wir sorgen dafür, dass der Kraftstoffverbrauch von klassischen Verbrennungsmotoren kontinuierlich sinkt und treiben den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Erdgas voran. Unser Ziel ist es, schließlich ein alltagstaugliches Brennstoffzellen-Fahrzeug zur Groß- serienreife zu bringen. Dies ist keine Utopie, sondern ein realistisches und realisierbares Vorhaben. Wir bekennen uns damit zu einer nachhaltigen Mobilität.

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Voraussetzung für den Erfolg unserer Strategie ist die dauerhafte wirtschaftliche Leis- tungsfähigkeit des Unternehmens. Deshalb steigern wir die Effizienz unserer Produktion und unserer Entwicklung. Das neue Werk in Rüsselsheim – das modernste Automobil- werk der Welt –, in das wir 750 Millionen Euro investiert haben, ist dafür ein heraus- ragendes Beispiel. Unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern wir zudem durch eine in der Geschichte des Unternehmens beispiellose Modelloffensive. Zehn Milliarden Euro investieren wir bis 2006 und bringen bis dahin durchschnittlich alle sechs Monate ein neues Modell auf den Markt. Dadurch gelingt es uns, das Opel-Produktportfolio strate- gisch neu auszurichten und auf die zukünftigen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden einzustellen.

Gesellschaftliche und soziale Verantwortung

Mit unserem Zukunftsprogramm Olympia schaffen wir die Basis dafür, die vor uns liegenden Herausforderungen zu meistern. Die schwierige gesamtwirtschaftliche Ent- wicklung und das sich rapide verändernde Unternehmensumfeld fordern „frisches Denken“ in jeder Hinsicht. Die Globalisierung der Wirtschaft mit starken sozialen und ökologischen Folgewirkungen, die rasante Dynamik technologischer Entwicklungen, knapper werdende natürliche Ressourcen, eine nach wie vor wachsende Weltbevölke-

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rung, der sich andeutende Klimawandel – das sind die Rahmenbedingungen und Aufgaben, denen wir uns zu stellen haben. Denn wir übernehmen gesellschaftliche und soziale Verantwortung – weit über den engeren Kreis der Opel-Beschäftigten und Geschäftspartner hinaus. In diesem Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren wir, was wir konkret tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Nachhaltigkeitsmanagement als Prozess

Um uns stetig weiter zu verbessern, entwickeln wir uns zu einem kontinuierlich lernenden Unternehmen, das Nachhaltigkeit als Prozess versteht: Auf Basis unserer Nachhaltig- keitsstrategie setzen wir konkrete Programme um, deren Ergebnisse wir prüfen. So lernen wir, vergrößern unser Wissen und passen unsere Strategien an. Dabei haben wir unsere Aufgaben und Ziele klar im Blick:

Wir tragen aktiv zur Sicherung der individuellen Mobilität bei, indem wir sie umweltverträglich gestalten.

Wir stellen Automobile mit effizienter Technik her, die sich viele Menschen leisten können.

Als verantwortungsvoller Partner unserer Mitarbeiter sichern wir eine respektvolle Zusammenarbeit sowie Chancengleichheit, Fairness und Toleranz.

Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und fördern Wissenschaft, Sport, Kultur und gemeinnütziges Engagement.

Mit innovativer Technologie und strikter Qualitätsorientierung erreichen wir nachhaltige Profitabilität.

Alle Leserinnen und Leser des Nachhaltigkeitsberichts 2002 möchte ich zum offenen und konstruktiven Dialog über die Perspektiven einer nachhaltigen Mobilität der Zukunft einladen. Ich freue mich auf Ihre Meinungen, Ideen und kritischen Anregungen.

Ihr

Ich freue mich auf Ihre Meinungen, Ideen und kritischen Anregungen. Ihr Nachhaltigkeitsbericht 2002 Carl-Peter Forster 7

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Carl-Peter Forster

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Vorwort

Vorwort Klaudia Martini, Vorstand Unternehmenskommunikation der Adam Opel AG Zehn Jahre nach der Konferenz über Umwelt

Klaudia Martini, Vorstand Unternehmenskommunikation der Adam Opel AG

Zehn Jahre nach der Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ist das Prinzip der Nachhaltigkeit und nachhaltigen Entwicklung weltweit zu einer Leitidee geworden: Immer mehr nationale Regierungen richten ihr Handeln daran ebenso aus wie eine große Zahl verantwortungsbewusster Unternehmen und Nicht-Regierungs- organisationen. Die in Rio beschlossene Agenda 21 benannte die dringendsten Probleme und bestimmte zugleich den Rahmen für ihre Lösung; sie war ein Durchbruch, weil sie aufzeigte, dass Entwicklung, wirtschaftliches Wachstum, soziale Gerechtigkeit und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen miteinander vereinbar sind, wenn sie sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren.

Verantwortung für die Zukunft

Auf dem langen und alternativlosen Weg zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Ent- wicklung ist deutlich geworden, dass Regierungen alleine nicht annähernd genug leisten können, um die großen Ziele der Agenda 21 zu erreichen. Deshalb sind es neben den politischen Entscheidungsträgern auf allen Ebenen vor allem Unternehmen, wirt- schaftliche Organisationen und Arbeitnehmervertretungen, die den 1992 in Rio in Gang gebrachten Prozess zu tragen und zu gestalten haben. Opel nimmt die damit ver- bundene Verantwortung sehr ernst und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des Nach- haltigkeitsprozesses – die konkreten Maßnahmen und Aktivitäten dokumentiert dieser Bericht. Dies geschieht in voller Übereinstimmung mit der Unternehmenspolitik und den Zielen der General Motors Corporation, der Muttergesellschaft von Opel, mit der wir zusammen auf dem Weltgipfel 2002 in Johannesburg vertreten waren. Dort haben wir dargelegt, dass wir die zukünftigen Herausforderungen erkannt und ange- nommen haben.

Partnerschaften über die Grenzen der Organisation hinaus

Ein zentrales Element unserer Aktivitäten sind Partnerschaften über die Grenzen unserer Organisation hinaus, in denen Win-Win-Lösungen realisiert werden können: Nach- haltigkeit erfordert Kreativität, neue Lösungen, mehr Zusammenarbeit von Unterneh- men, Staat und der Zivilgesellschaft – kurz: ein „frisches Denken“ wie wir bei Opel sagen. Im Dialog mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit verschiedenen Anspruchsgruppen und politisch Verantwortlichen suchen und finden wir wichtige praktische Umsetzungsmöglichkeiten für solche Partnerschaften.

Individuelle Mobilität als Grundbedürfnis

Für Opel als Automobilhersteller spielt dabei das Thema „Individuelle Mobilität“ natur- gemäß die wichtigste Rolle. Denn sie ist ein Grundbedürfnis der Menschen – und das Auto ist nach wie vor ihr wichtigstes Instrument. Daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Denn heute, da der Fahrzeugbestand in den Staaten der nordwestlichen Hemisphäre nur wenig Wachstum aufweist, wächst der Wunsch nach einem eigenen

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Auto bei den Menschen in den aufstrebenden Ökonomien Mittel- und Osteuropas, Asiens und Lateinamerikas. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, das weltweite Grundbedürfnis nach individueller Mobilität nachhaltig zu erfüllen. Das heißt: Auf eine Weise, die mit dem Schutz der Natur und des Klimas, der Schonung der natürlichen Ressourcen sowie der Sicherung der Energiequellen vereinbar ist.

Dieser Bericht zeigt, was wir auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität bereits erreicht haben. Er dokumentiert unsere Aktivitäten unter anderem zur Kraftstoff-Verbrauchs- senkung, zur Effizienz-Steigerung und zum Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Erd- gas. Zugleich legen wir dar, dass wir schon heute an den Lösungen für morgen und ganz konkret an der Großserienreife von Brennstoffzellenautos mit Wasserstoff arbeiten – eine machbare Alternative, die einen entscheidenden Durchbruch für den weltweiten Klimaschutz markieren wird.

Drei Wege zum Ziel

Unsere harte und kreative Arbeit an einer nachhaltigen Mobilität verstehen wir als gesellschaftliche, ökologische und zugleich ökonomische Aufgabe. Anders ausgedrückt:

Das Prinzip der Nachhaltigkeit bedeutet für Opel, soziale Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Gesellschaft zu vereinbaren mit dem Schutz der Umwelt und der Notwendigkeit einer dauerhaften Profitabilität unseres wirtschaft- lichen Handelns. In diesem Sinne sehen wir die Nachhaltigkeit nicht zuletzt auch als „Business Case“: Wenn es uns gelingt, die besten nachhaltigen Mobilitätslösungen an- zubieten, werden unsere Kunden, das Unternehmen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon in besonderem Maße profitieren.

Wir haben diesen Bericht mit Sorgfalt erstellt und uns Mühe gegeben, ein realistisches Bild zu zeichnen, wo wir stehen, was wir erreicht haben und wo wir hin wollen. Denn wir möchten der Öffentlichkeit ein ehrliches und aufrichtiges Zeugnis unserer Arbeit ab- legen – und uns daran im Dialog mit den vielfältigen Anspruchsgruppen messen lassen. Wir freuen uns, mit Ihnen unsere Ideen und Lösungen für eine nachhaltige Mobilität weiter zu diskutieren und zu realisieren.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Ihre

eine nachhaltige Mobilität weiter zu diskutieren und zu realisieren. Nachhaltigkeitsbericht 2002 Ihre Klaudia Martini 9

Klaudia Martini

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Über diesen Bericht

Mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2002 unternimmt es Opel zum ersten Mal, die Bereiche der Öko- nomie, Ökologie und der Sozialen Verantwortung in einer Darstellung zu vereinen. Darin eingegan- gen sind die Erfahrungen mit früheren Geschäfts- und Umweltberichten sowie der regelmäßig erstell- ten internen Sozialberichte. Dennoch betritt Opel mit seinem Nachhaltigkeitsbericht auch Neuland. Wie kann man Nachhaltigkeit messen? Wann ist ein Unternehmen nachhaltig? Was muss man berichten, was ist für den Leser uninteressant?

Dazu hat sich Opel an den kürzlich veröffentlich- ten Nachhaltigkeits-Standards 2002 der Global Reporting Initiative (GRI: www.globalreporting.org) gehalten und den Dialog mit seinen Stakeholdern ausgeweitet. Die Global Reporting Initiative (GRI) ist eine Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und des Netzwerks CERES. Die GRI hat mit wesentlichen Stakeholdern global verbindliche Nachhaltigkeits-Indikatoren erarbeitet. Opel hat sich an der neuesten Version dieser Leitlinien, die seit August 2002 vorliegen, orientiert. GM arbeitet seit Gründung der GRI im Jahre 1997 an den Leitlinien mit. Die GRI hat mit ihren Standards einen weltweit anwendbaren Leitfaden für Nachhaltigkeitsberichte entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, auf freiwilliger Basis über die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ausmaße ihrer Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen zu berichten. Die GRI-Kernindi- katoren sind in diesem Bericht in einem Index auf Seite 107 ff. dokumentiert. Dort finden sich auch die Querverweise zu den einschlägigen Stellen des Berichts, an denen Opel seine Aktivitäten zur Nachhaltigkeit dokumentiert.

Die ökonomischen und sozialen Teile dieses Berichts beziehen sich – ebenso wie der Finanz- bericht im Anhang – auf die Adam Opel AG und ihre wesentlichen inländischen Tochter- gesellschaften – abgegrenzt im Sinne der US- Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP). Der ökologische Teil hingegen berück- sichtigt bei den Betrachtungen der Standorte auch die Opel Powertrain GmbH und andere verbun-

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dene Unternehmen, weil eine trennscharfe Abgren- zung der Umweltauswirkungen an den deutschen Opel-Standorten praktisch nicht möglich ist. Be- richtszeitraum ist 2001/2002.

Opel auf einen Blick

Die Adam Opel AG ist einer der führenden und traditionsreichsten europäischen Automobilher- steller. Gegründet 1862 von Adam Opel, wurden seit 1899 rund 55 Millionen Automobile der Marke Opel sowie Fahrzeuge auf Basis von Opel-Tech- nologie produziert. Im europäischen Produktions- verbund werden Opel-Fahrzeuge in neun Werken in sechs Ländern gefertigt sowie an 15 weiteren Standorten außerhalb Europas. Weltweit werden Pkw und leichte Nutzfahrzeuge der Marke mit dem Blitz heute in mehr als 100 Ländern verkauft. Opel ist seit 1929 Tochtergesellschaft der General Motors Corporation, dem weltgrößten Automobil- hersteller.

In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 30.000 Menschen an den vier Standorten Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach. Allein im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim arbeiten über 6.800 Inge- nieure, Techniker und Designer an Konzepten und Lösungen für die automobile Zukunft. Überge- ordnete Zielsetzung aller Entwicklungsaktivitäten ist eine umweltverträgliche, nachhaltige, sichere und erschwingliche Mobilität. Das Motto des Unternehmens: „Opel. Frisches Denken für bessere Autos“.

Die traditionellen Stärken der Marke Opel wie tech- nische Innovation, dynamische Antriebs- und Fahrwerksqualitäten sowie das besondere Können der Opel-Ingenieure bei der Innenraumausnutzung und im Design sichern ein attraktives Produkt- angebot.

Nachhaltigkeit in einem lernenden Unternehmen

Sustainable Turnaround der Adam Opel AG

Opel übernimmt Verantwortung für die Zukunft. Deshalb hat sich das Unternehmen dazu entschlos- sen, ein systematisches Nachhaltigkeitsmanage- ment zu entwickeln und zu implementieren. Der wirtschaftliche Turnaround, den die Geschäfts- leitung von Opel mit dem Zukunftsprogramm Olympia auf den Weg gebracht hat (siehe S.18 ff.), wird nachhaltig sein: Nicht allein die schnelle Rückkehr zur Profitabilität steht am Ende dieser Restrukturierung, sondern Opel integriert das Prin- zip der Nachhaltigkeit in seine Unternehmens- strategie und identifiziert den unternehmerischen Nutzen (business case) von Nachhaltigkeit. Der Automobilhersteller macht sich damit die Erkennt- nis zu eigen, dass nachhaltiges Wirtschaften eine Grundvoraussetzung der langfristigen Exis- tenzsicherung ist – und zugleich ein bedeutender Wettbewerbsvorteil sein kann.

Breitenwirkung öko-effizienter Produkte

Öko-Effizienz in der Produktion, Sicherheit im Ver- kehr für alle Verkehrsteilnehmer, intelligente Mobi- litätslösungen – auch über das Auto hinaus –, umweltschonende Technologien, Null-Emissions- Fahrzeuge – das sind Ziele, an denen Opel arbei- tet. Nachhaltige Mobilität ist keine Frage des Verzichts, sondern des „besseren Autos“. Denn Opel bietet nicht exotische Sparmodelle mit begrenztem Alltagsnutzen, sondern setzt auf die Breitenwirkung von ressourcenschonender und sicherer Mobilität: auf Fahrzeuge mit anspruchs- voller Technik, die so früh wie möglich erschwing- lich ist.

Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung

Bei der Einführung des Nachhaltigkeitsmanage- ments kann Opel bereits auf wichtige Elemente einer zukunftsorientierten Unternehmensführung

kann Opel bereits auf wichtige Elemente einer zukunftsorientierten Unternehmensführung Nachhaltigkeitsbericht 2002 11

Nachhaltigkeitsbericht 2002

kann Opel bereits auf wichtige Elemente einer zukunftsorientierten Unternehmensführung Nachhaltigkeitsbericht 2002 11
kann Opel bereits auf wichtige Elemente einer zukunftsorientierten Unternehmensführung Nachhaltigkeitsbericht 2002 11

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aufbauen. Dazu gehören im Bereich der Ökologie unter anderem Umweltleitlinien, Umweltprogram- me und ein umfassendes Umweltmanagement in Entwicklung und Produktion (siehe S. 59 ff.), Studien zur Treibhausgas-Bilanz von Energieträ- gern für den Antrieb von Automobilen wie die Well-to-Wheel-Studie (siehe S. 57 f.) sowie die Opel-Dreifachstrategie zur Senkung der Kohlen- dioxid-Emissionen von Pkws und Nutzfahrzeugen.

Soziale und gesellschaftliche Verantwortung doku- mentiert Opel zum Beispiel durch vorbildliche Sozialleistungen für seine Mitarbeiter, durch die feste Verankerung und betriebliche Vereinbarung von Toleranz und Integration als Teil der Unter- nehmenskultur oder durch ihr Engagement unter anderem für Sport, Kunst und Kultur (siehe S. 83 ff.).

Nicht zuletzt kommt bei Opel das Prinzip der Nachhaltigkeit auch ökonomisch zum Ausdruck. In Form des Zukunftsprogramms Olympia ebenso wie durch Rekordinvestitionen in das modernste Automobilwerk der Welt (siehe S. 26 ff.), eine weitreichende Modelloffensive (siehe S.19 ff.) und durch nachhaltige Innovationen in Forschung und Entwicklung (siehe S. 31 ff.).

Systematische Analyse des Status quo

Aufbauend auf diese Elemente einer nachhaltigen Unternehmensführung hat Opel nun damit be- gonnen, das Nachhaltigkeitsmanagement in Form eines systematischen Prozesses zu implementieren. In diesem Prozess greifen drei Phasen – Analyse, Strategie und Umsetzung – ineinander und werden begleitet von einem kontinuierlichen unterneh- mensinternen und -externen Dialog. Damit ver- knüpft Opel das Prinzip der Nachhaltigkeit mit dem Leitbild des lernenden Unternehmens.

In die Analysephase fielen unter anderem die Be- urteilung des Status quo in Form eines Stärken- und Schwächen-Profils, die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Nachhaltigkeit und seiner Bedeutung für das Unternehmen und die Erarbei- tung Opel-spezifischer Indikatoren zur Messung

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von Nachhaltigkeit. Die Indikatoren haben eine zentrale Bedeutung für den Prozess, da sie eine Voraussetzung für die Überprüfbarkeit des bisher Erreichten sind und eine regelmäßige Dokumen- tation ermöglichen, anhand derer strukturelle Ver- besserungen im Unternehmen erreicht werden können.

Sustainability-Team

Die Steuerung des Nachhaltigkeitsmanagements bei Opel hat ein interdisziplinär besetztes Sustain- ability-Team übernommen, das sich aus Vertre- tern der Unternehmensbereiche Internationales Technisches Entwicklungszentrum, Personal, Unternehmenskommunikation und Finanzen zusammensetzt.

Das Sustainability-Team koordiniert das Nach- haltigkeitsengagement, stößt die verschiedenen Phasen des Prozesses an, unterstützt und beglei- tet zugleich den Gesamtprozess. Zu seinen Aufgaben gehören:

die Erfassung und Definition der Nachhaltig- keitsindikatoren für Opel;

das Monitoring und die Evaluation des Prozess- Fortschritts;

die Definition des „Business Case“ von Nach- haltigkeit bei Opel;

die Koordination konkreter Nachhaltigkeits- projekte;

die Unterstützung des Managements bei allen das Thema Nachhaltigkeit betreffenden Fragen;

die Koordinationen des unternehmensinternen und -externen Dialogs.

Die Dialogphase des Nachhaltigkeitsprozesses bei Opel verläuft synchron zu den übrigen Prozess- phasen. Denn für Opel hat die Kommunikation mit Kunden, Mitarbeitern, Zulieferern, Händlern und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zent- rale Bedeutung: Sie gibt wichtige Impulse für die dynamische Weiterentwicklung des Unternehmens, macht dessen Handeln transparent und trägt zu seiner positiven Integration in die Gesellschaft und das Wirtschaftssystem bei.

Opel beteiligt sich deshalb auch intensiv an den nationalen und internationalen Debatten zur Nachhaltigkeit und war unter anderem beim Johannesburger Weltgipfel zur nachhaltigen Ent- wicklung im September 2002 vertreten. In lokalen und internationalen Initiativen bringen Vertreter

des Unternehmens ihr Wissen ein und profitieren ihrerseits von den Erfahrungen der anderen teil- nehmenden Gruppen.

So ist Opel auf lokaler Ebene in der Umwelt-Allianz- Hessen aktiv. Und gemeinsam mit dem Mutter- konzern GM engagiert sich das Unternehmen auf internationaler Ebene im World Business Council for Sustainable Development und bei CSR (Cor- porate Social Responsibility) Europe. Ferner betei- ligt sich GM seit 1997 als Pilotunternehmen in der Global Reporting Initiative, die unter anderem weltweit verbindliche Standards und Indizes zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten erarbeitet.

Um den von Opel schon seit langem geführten Dialog mit gesellschaftlichen, politischen und anderen relevanten Interessengruppen zu syste- matisieren und zu intensivieren, veranstaltete das Unternehmen im Juni 2002 erstmals ein Stake- holder-Forum zum Thema Nachhaltige Mobilität (siehe S.100).

Strategie-Entwicklung und Umsetzung

Die Ergebnisse der Analyse und des kontinuier- lichen Dialogs sind wichtige Einflussgrößen für die Bestimmung der unternehmensspezifischen Nachhaltigkeits-Strategie, die im GM-Verbund abgestimmt wird.

Ein wichtiger Meilenstein der Nachhaltigkeits- Strategie-Phase bei Opel ist die Verankerung des Nachhaltigkeits-Leitbildes in den Unternehmens- grundsätzen und Leitlinien.

Darüber hinaus fällt in die Strategie-Phase die Erarbeitung eines „Fahrplans“ für konkrete Pro- gramme, Maßnahmen und Projekte, die das Unternehmen im Sinne seiner nachhaltigen Ent- wicklung voranbringen.

In der Umsetzungsphase geht es schließlich darum, die entwickelte Strategie und ihre konkreten Projekte in der Unternehmens-Praxis zu realisieren. Die Integration des Nachhaltigkeitsprinzips in die Produktstrategie gehört dazu ebenso wie die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts. In der Planung sind derzeit außerdem die verstärkte Zusammenarbeit bei lokalen Agenda-21-Projekten, interne Informationskampagnen und „Zukunfts- werkstätten“ als Themen-Workshops, Mitarbeiter- Kommunikationsprogramme und neue Koopera- tionsprojekte mit externen Partnern.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Als lernende Organisation durchläuft das Unter- nehmen die verschiedenen Phasen des Nach- haltigkeitsprozesses nach Abschluss eines ersten Analyse-Strategie-Umsetzung-Zyklus erneut. Dabei fließen die Ergebnisse und gesammelten Erfahrungen in die weitere Entwicklung des Unter- nehmens ein und sorgen – getragen vom internen und externen Dialog – für eine kontinuierliche Optimierung der Unternehmens-Performance.

Ziele des Sustainability-Teams für 2003/2004:

Start der Nachhaltigkeitsinitiative im europäischen Unternehmensverbund

Implementierung eines Management-Systems für Nachhaltigkeit

Konzeption und Durchführung von Stakeholder-Dialogen

Verstärktes Engagement im Bereich Bildung und Ausbildung für nachhaltige Technologien

Weiterentwicklung der spezifischen Indikatoren für Opel

Verankerung des Prinzips der Nachhaltigkeit durch geeignete Kommunikationsmaßnahmen im Unternehmen

Identifizierung und Durchführung von Partner- schaftsprojekten, die der Verankerung des Nachhaltigkeitsprinzips in der Gesellschaft dienen.

Analyse Strategie Umsetzung Analyse Strategie Umsetzung Reflexion/Bewertung Dialog Dialog Dialog
Analyse
Strategie
Umsetzung
Analyse
Strategie
Umsetzung
Reflexion/Bewertung
Dialog
Dialog
Dialog

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Global Sullivan Principles

Opel bekennt sich zu den „Global Sullivan Principles of Corporate Social Responsibility“*. Sie sind ein Verhaltenskodex für Unter- nehmen und tragen den Namen des Pastors Leon H. Sullivan, ehemals Mitglied des GM Board of Directors, der diese Grund- sätze sozial verantwortungsvoller Unternehmensführung 1977 verfasste. Die Sullivan-Prinzipien beziehen sich vor allem auf die Achtung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und wirtschaft- liche Möglichkeiten für alle Arbeiter, in allen Industriezweigen und in allen Ländern. Bis heute haben sich weltweit mehr als 200 Unternehmen aller Branchen zu diesen Grundlagen verpflichtet. Die General Motors Corporation hat die Prinzipien bereits im Mai 1999 für den gesamten Konzern als verbindlich erklärt. Darüber hinaus sind sie die Basis einer europäischen Betriebsvereinbarung zwischen General Motors Europe und seinem Europäischen Arbeitnehmerforum, die im Oktober 2002 unterzeichnet wurde. Diese Vereinbarung über Grundsätze sozialer Verantwortung soll wirtschaftliche, umweltpolitische und soziale Ziele sowohl in die langfristige strategische Planung als auch in tägliche Entschei- dungen integrieren.

*Abdruck auf Seite 15 in der bindenden englischsprachigen Original-Fassung.

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The Preamble

The objectives of the Global Sullivan Principles are to support economic, social and political justice by companies where they do business; to support human rights and to encourage equal opportunity at all levels of employment, including racial and gender diversity on decision making committees and boards; to train and advance disadvantaged workers for technical, supervisory and manage- ment opportunities; and to assist with greater tolerance and understanding among peoples; thereby, helping to improve the quality of life for communities, workers and children with dignity and equality. I urge companies large and small in every part of the world to support and follow the Global Sullivan Principles of corporate social responsibility wherever they have operations.

The Reverend Leon H. Sullivan

The Principles

As a company that endorses the Global Sullivan Principles we will respect the law, and as a respon- sible member of society we will apply these Princi- ples with integrity consistent with the legitimate role of business. We will develop and implement company policies, procedures, training and inter- nal reporting structures to ensure commitment to these principles throughout our organization. We believe the application of these Principles will achieve greater tolerance and better understand- ing among peoples, and advance the culture of peace.

Accordingly, we will:

Express our support for universal human rights and, particularly, those of our employees, the communities within which we operate, and par- ties with whom we do business.

Promote equal opportunity for our employees at all levels of the company with respect to issues such as color, race, gender, age, ethnicity or religious beliefs, and operate without unac-

Nachhaltigkeitsbericht 2002

ceptable worker treatment such as the exploi- tation of children, physical punishment, female abuse, involuntary servitude, or other forms of abuse.

Respect our employees’ voluntary freedom of association.

Compensate our employees to enable them to meet at least their basic needs and provide the opportunity to improve their skill and capability in order to raise their social and eco- nomic opportunities.

Provide a safe and healthy workplace; protect human health and the environment; and pro- mote sustainable development.

Promote fair competition including respect for intellectual and other property rights, and not offer, pay or accept bribes.

Work with governments and communities in which we do business to improve the quality of life in those communities – their educational, cultural, economic and social well being – and seek to provide training and opportunities for workers from disadvantaged backgrounds.

Promote the application of these principles by those with whom we do business.

We will be transparent in our implementation of these principles and provide information that demonstrates publicly our commitment to them.

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Ökonomie und Mobilität

Nachhaltiges Wirtschaften – für Opel bedeutet das, schon heute die Grundlagen einer ökonomisch erfolgreichen Zukunft zu schaffen. Um dauerhaft profitabel zu wirtschaften, investiert das Unter- nehmen in modernste Produktionsstätten und in die Entwicklung innovativer Fahrzeuge, die höchste Qualitätsstandards erfüllen und die Sicherheit im Straßenverkehr weiter verbessern.

Aufbrüche:

Unterwegs zu neuen Zielen mit höchster Effizienz und kraftvoller Dynamik – in der Natur sind diese Eigen- schaften ebenso tragend wie in einem Unter- nehmen.

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Zukunftsprogramm Olympia

Die Grundlage des nachhaltigen Turnarounds bei Opel

Die umfassende Neuausrichtung des Unternehmens bringt Opel wieder auf Erfolgskurs: Das Zukunftsprogramm Olympia, benannt nach dem legendären Opel-Erfolgsmodell aus den 30er-Jahren, verbessert Erlöse und Kostenstruktur gleichermaßen. Die Rückkehr zur Profitabilität geschieht schnell und in Kooperation mit der Belegschaft und ihrer Vertretung.

Ökonomie und Mobilität

Tradition

und Zukunft:

„Olympia“ schlägt die Brücke zwischen den großen Erfolgen der Vergangenheit und dem Ziel der nachhaltigen Profitabilität.

Vergangenheit und dem Ziel der nachhaltigen Profitabilität. Olympia legt die Basis für ein langfristiges und

Olympia legt die Basis für ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum – mit innovativen und überzeugenden Produkten, weiter verbesserten Serviceleistungen und einer effizienten Unterneh- mensstruktur. Dazu entwickeln und implementie- ren 17 Experten-Teams seit Sommer 2001 stra- tegische Maßnahmen, die von einem „Turnaround Office“ koordiniert werden. Über 150 Einzelinitia- tiven dokumentieren die Dynamik, mit der Opel seine Neuausrichtung vorantreibt.

Produktoffensive: Neue Konzepte, neue Modelle

Ein zentrales Element von Olympia ist die bisher beispiellose Opel-Produktoffensive: Der Auto- mobilhersteller präsentiert in den nächsten Jahren durchschnittlich alle sechs Monate ein neues Modell und erneuert so bis zum Jahr 2006 die komplette Produktpalette. Zu dieser Offensive gehört auch eine strategische Neuausrichtung des Produkt- portfolios. Das bedeutet konkret: Opel baut den Anteil neuer unkonventioneller Fahrzeugkonzepte und Nischenmodelle deutlich aus. Das Ziel ist es, in den kommenden Jahren das Produktportfolio so fortzuentwickeln, dass Opel 40 Prozent tradi- tionelle Karosserieformen wie Limousine und Caravan, 40 Prozent neue Karosserieformen wie Großraumlimousinen und neue Konzepte sowie 20 Prozent Nischenmodelle anbieten kann.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Nischenmodelle anbieten kann. Nachhaltigkeitsbericht 2002 Handarbeit für die Mobilität von morgen: Im Prototypenbau

Handarbeit für die Mobilität von morgen: Im Prototypenbau entstehen die Modelle der Zukunft.

Beispiele dieser Modelloffensive sind neben dem neuen Vectra und der Sportlimousine Vectra GTS die hoch flexible Limousine Signum, auch der Mini-Van Opel Meriva und der Opel Combo Tour. Gleichzeitig geht das Unternehmen daran, seine sportlichen OPC- und die Ressourcen schonenden ECO-Produktreihen weiter auszubauen.

Weil Opel davon ausgeht, dass in Westeuropa der Markt für Fahrzeuge mit neuen, innovativen Konzepten bis 2005 auf über vier Millionen Ein- heiten anwächst, hat dieser Teil des Produktport- folios besondere Bedeutung. Innovative Fahrzeug- konzepte überschreiten klassische Segmentgrenzen und sprechen gezielt Kunden an, die sich nicht in bestehende Kategorien pressen lassen wollen, sondern nach außergewöhnlichen Lösungen für ihre besonderen Ansprüche an individuelle Mobili- tät suchen.

Trendsetter Zafira

Bereits mit dem Opel Zafira bewies das Unterneh- men, dass es in einem sich wandelnden Umfeld Trends setzt: Der Zafira definierte ein neues Segment, das es zuvor noch gar nicht gab. In der Nische der siebensitzigen Minivans war er über Jahre allein – und außerordentlich erfolgreich. Denn er wurde weit überproportional von Kunden gekauft, die bislang nicht zur klassischen Opel- Klientel gehörten.

Neue Flexibilität in der Kompaktklasse: Meriva

An diesen Erfolg knüpft Opel nun unterhalb des Zafira in der Kompaktklasse mit dem Meriva an.

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Langer Rad- stand, hohe Silhouette: Der Opel Meriva verbindet kom- pakte Außen- maße und her-

Langer Rad- stand, hohe Silhouette: Der Opel Meriva verbindet kom- pakte Außen- maße und her- vorragenden Komfort.

Clevere Wandlungsfähigkeit, großzügiger Innen- raum und modernes Design bei kompakten Außen- maßen – das sind die Kriterien, nach denen das Unternehmen den neuen Minivan mit fünf Sitz- plätzen konzipierte. Sein innovatives „FlexSpace“- Konzept ermöglicht es, das bisher in dieser Klasse nicht erreichte Platz- und Komfortangebot im Fond sowie die Gepäckraumkapazität individuell zu gestalten. Der Clou des Fahrzeugs: Man kann im Handumdrehen und ohne Sitzausbau den Fünf- sitzer in einen geräumigen Viersitzer verwandeln. Die beiden Fond-Passagiere haben dann so großzügige Platzverhältnisse wie in der automo- bilen Mittelklasse. Wer den Laderaum in der Viersitzer-Konfiguration vergrößern will, kann die äußeren Einzelsitze im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben.

im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich

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im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich
im Fond unabhängig vonein- ander nach vorne schieben. 2 0 Dank seines FlexSpace- Konzepts lässt sich

Dank seines

FlexSpace-

Konzepts lässt sich der Fünf- sitzer ohne Sitzausbau im Handumdrehen in einen geräu- migen Viersitzer verwandeln.

Die neue Business Class: Signum

Das Potenzial zum Trendsetter hat auch der neue Opel Signum. Denn dieses Auto setzt Zeichen: Es bildet eine einzigartige Synthese aus elegantem Auftritt, hoher Fahrdynamik, ausgeprägtem individuellen Komfort für die Passagiere und außergewöhnlicher Flexibilität im Innenraum. So können die Fondsitze unabhängig voneinander jeweils um 130 Millimeter in Längsrichtung ver- schoben werden, wodurch große Beinfreiheit ent- steht. Zusätzlich lassen sich die Lehnen auf eine Neigung von 30 Grad einstellen, die Sitzposition ist dann so bequem wie in der Business Class im Flugzeug.

Außerdem haben die Opel-Ingenieure den mittle- ren Teil der Rücksitze im unteren Bereich sehr variabel gestaltet – wenn man ihn umdreht, ent- steht eine Ablagekonsole. Werden die kompletten Rücksitze nach vorne geklappt, ergibt sich eine völlig ebene Ladefläche. Und in dieser Position

Ökonomie und Mobilität

schluckt der Kofferraum nach VDA-Norm rund 1.400 Liter Gepäck.

Modernste Antriebstechnologie – unter anderem drei neue Vollaluminium-Motoren und ein neues Getriebe – sowie das Interaktive Dynamische Fahr- system IDS sorgen für Dynamik und Fahrspaß pur.

Investitionen: Grundlage der Zukunftssicherung

Die Basis der Neuausrichtung bilden Rekordin- vestitionen. Von 2002 bis 2006 investiert Opel europaweit zehn Milliarden Euro in neue Modelle, um seine Position am Markt zu stärken und nachhaltig profitabel zu arbeiten. In das neue Werk Rüsselsheim hat das Unternehmen bereits 750 Millionen Euro investiert. Die Produktions- stätte, in der seit Anfang 2002 der neue Vectra gebaut wird, gilt als das modernste Automobil-

Ungestörte

Unterhaltung:

Mit dem Rear Audio System können Fond- passagiere ein

Mit dem Rear Audio System können Fond- passagiere ein eigenes Unter- haltungspro- gramm genie- ßen –
eigenes Unter- haltungspro- gramm genie- ßen – unab- hängig von den vorne Sitzen- den.
eigenes Unter-
haltungspro-
gramm genie-
ßen – unab-
hängig von den
vorne Sitzen-
den.

werk der Welt. Dort können bis zu vier unterschied- liche Modellvarianten auf einer Linie gefertigt und deshalb die Stückzahlen flexibel der Nachfrage angepasst werden. Weiterhin kennzeichnen strikte Qualitätsfokussierung und ein ausgefeiltes Logis- tiksystem die neue Produktionsstätte.

Weiteres Beispiel für Investitionen: Das Presswerk am Produktionsstandort Bochum wird für über 50 Millionen Euro modernisiert.

Kosteneffizienz: Schlüssel zur Profitabilität

Begleitet werden diese Investitionen in die Zukunft durch eine spürbare Verbesserung der Kosten- effizienz in allen Bereichen des Unternehmens.

Vordringliche Aufgabe ist die Anpassung der Kapazität an die schwierige Marktsituation und die Schaffung noch effizienterer Strukturen. Im Rahmen des Olympia-Programms entfallen rund 2.500 Stellen. Diese Personalreduzierung ist weitgehend erfolgt und wurde ohne betriebsbe-

Die neue Business Class von Opel: Der Signum setzt Zeichen mit ele- gantem Auftritt, hoher Fahrdyna- mik, individuel- lem Komfort für die Passa- giere und außer- gewöhnlicher Flexibilität im Innenraum. Eine Synthese, mit der Opel neue Käuferschichten erschließt.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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dingte Kündigungen größtenteils über Altersteil- zeit, Vorruhestand und mit Abfindungsprogram- men sozialverträglich gestaltet.

Im Juli 2002 erreichte die Unternehmensleitung bei den Verhandlungen zur Umsetzung von Kosten- einsparungen im Personalbereich eine in Koopera- tion mit dem Betriebsrat entwickelte Lösung, die bis zum 31. Dezember 2005 Gültigkeit hat.

Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent-

hat. Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent- Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der
hat. Mit dieser Einigung realisiert Opel eine Kostenent- Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der

Viel Platz für Familie und Frei- zeit: Der neue Combo Tour wen- det sich an aktive Menschen, die ein Auto mit großzügigem Raumangebot brauchen und Wert auf Fahr- komfort legen.

Kurzfristig Kosten zu senken, um Investitionen täti- gen zu können – dies ist ein wichtiger Beitrag, den Olympia leistet. Beispielsweise steuert und realisiert eine hoch spezialisierte Gruppe von europaweit 200 Ingenieuren und Experten die stän- dige Verbesserung von Fertigungsabläufen, Sys- temen und Komponenten.

Die Auswertung und Umsetzung von derzeit mehr als 4.200 konkreten Vorschlägen wird in einer vom Internationalen Technischen Entwicklungs- zentrum (ITEZ), den Werken, den Zulieferern sowie der Konzernschwester Saab und dem Partner Fiat gemeinsam genutzten Datenbank gesteuert.

Auch die Verbesse-

Olympia legt die Basis für langfristiges und nachhaltiges Wachstum

lastung im oberen zweistelligen Millionenbereich in den kommenden dreieinhalb Jahren. Auch dies ist eine Investition in die Zukunft, die das Verantwor- tungsbewusstsein aller Beteiligten dokumentiert.

Angesichts der mittelfristigen Marktentwicklungs- prognosen baut Opel ferner seine installierten Kapazitäten in Europa bis zum Jahr 2004 um 350.000 Einheiten ab. Dies erreicht das Unterneh- men vor allem durch die Einstellung einer Astra- Produktionsschicht in Bochum und gleichwertige Maßnahmen in Antwerpen.

Um die Vertriebs- und Verwaltungskosten zu ver- ringern, fasst Opel in Europa seine nationalen Vertriebsgesellschaften zusammen. Für die Kunden bleiben alle Servicefunktionen auf einem unverän- dert hohen Niveau. In der Verwaltung werden Funktionen konzentriert, bestehende Doppelfunk- tionen aufgelöst sowie Abläufe und Prozesse gestrafft. Gleichzeitig fokussiert das Unternehmen die Verantwortung für die Marke Opel in Rüssels- heim. Dies beschleunigt Entscheidungen und senkt zugleich Kosten.

rungsvorschläge aus den Reihen der Belegschaft können auf diese Weise wesentlich schneller bearbeitet werden. Zugleich sorgt die Vernetzung der verschiedenen Ideenlieferanten für weltweite Synergieeffekte. So hat das entsprechende Olympia-Team bereits im

Jahr 2001 knapp 100 Millionen Euro an Kosten- reduzierungen realisiert.

Alle Initiativen stehen unter der Leitlinie strengster Qualität und erste Erfolge sind bereits offenkun- dig: Die Zahl der Garantiefälle ging seit 1998 um 60 Prozent zurück. Zudem erzielte Opel sehr gute Ergebnisse in Qualitäts-Studien unabhän- giger Institute und in Langzeittests der Motorfach- presse.

Marke im Aufbruch: Frisches Denken für bessere Autos

„Frisches Denken für bessere Autos“ – Opels neuer Markenslogan steht für die Dynamik, Vielseitigkeit und Kreativität neuer Produkte. Als Bestandteil von Olympia dokumentiert die Kampagne Moder- nität und Zukunftsorientierung.

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Ökonomie und Mobilität

Carl-Peter Forster: „Es weht ein frischer Wind bei Opel. Mit der neuen Werbekampagne vermitteln wir das auch nach außen. In jedem Anzeigenmotiv heißt es dabei: ,Wir bauen Ihr Auto‘. Das ist ein großes Versprechen an unsere Kunden. Und das lösen wir ein.“

Auch der Blitz, Opels Traditionslogo, wurde erneu- ert. Im Zuge einer Modernisierung des Corporate

Gleichzeitig restrukturiert Opel sein Vertriebsnetz. Die Opel-Händler werden noch profitabler arbei- ten und zugleich verstärkt in die Qualität des Kundenservices investieren können. Dazu führt Opel ein neues Margensystem ein, bei dem Kun- denzufriedenheit und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben.

und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben. Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer.
und Leistungsstandards einen hohen Stellenwert haben. Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer.

Designs ist das Emblem nun kantiger und dyna- mischer. Zudem entwickelte Opel eine neue Haus- farbe, ein kräftiges Gelb, das zu einem attraktive- ren Erscheinungsbild beiträgt.

Vorteil für die Kunden: „Order to delivery“

Ein Paradebeispiel für das neue, bereichsübergrei- fende Denken, das bei Opel mit Olympia Einzug gehalten hat, ist „Order to delivery“ – ein Projekt, das mit dem Ziel gestartet wurde, die Lieferzeiten zu halbieren und dem Kunden für sein Wunsch- auto ein zuverlässiges Auslieferungsdatum zu nennen. „Order to delivery“ umfasst die Optimie- rung der gesamten Prozesskette vom Eingang des Kundenauftrages über die Materialplanung und Fertigung bis zur Auslieferung der Fahrzeuge an die Händler – schrittweise innerhalb von zwei Jahren für alle Baureihen. Neben der höheren Kundenzufriedenheit hat diese Maßnahme auch einen positiven Einfluss auf die Fahrzeuglager bei den Opel-Händlern und auf das Umlaufvermögen.

Durch Fusionen und neue Händlerverträge richtet das Unternehmen sein Händlernetz in Deutschland auf rund 470 Handelspartner und insgesamt zirka 1.850 Standorte aus. Entscheidend dabei: Auch zukünftig wird kein Kunde länger als 30 Minuten zum nächsten Opel-Standort benötigen.

Weichen sind gestellt: Olympia bringt Opel voran

Deutlich verbesserte Profitabilität liegt für das Unternehmen also in erreichbarer Nähe. Dank Olympia will Opel im operativen Geschäft schnell den Break-Even-Point erreichen. Ein Ziel, das im vierten Quartal des Jahres 2003 und für das gesamte Jahr 2004 erreicht werden soll. Beständige Profitabilität ist die Basis zukünftiger Investitionen und einer angemessenen Rendite. Dabei setzt Opel auf hochwertige Produkte und Dienstleistun- gen, erstklassige Qualität und wachsende Markt- anteile.

Variantenreich:

Der neue Vectra eröffnete die Modelloffensive. Die Stufenheck- Limousine und der sportliche Vectra GTS ka- men zum Auftakt.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Qualitätsoffensive zeigt Wirkung

Erfolge in Entwicklung, Produktion und Service

zeigt Wirkung Erfolge in Entwicklung, Produktion und Service Qualitätsaudit: Opel-Fachleute prüfen am Ende der

Qualitätsaudit:

Opel-Fachleute prüfen am Ende der Produktion 200 Einzel- aspekte des Fahrzeugs aus Sicht der Kunden.

Qualität hat für Opel höchste Priorität und mit einer umfassenden Qualitätsoffensive sorgt das Unternehmen dafür, dass dies von den Kunden wieder deutlich wahrgenommen wird. Die vier Eckpfeiler der aktuellen Offensive sind

absolute Qualitätsreife von neuen Modellen beim Serienanlauf,

kontinuierliche Verbesserung der laufenden Modelle,

Verbesserung und Standardisierung der Quali- tätsprozesse in allen Unternehmensbereichen sowie

enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten und Servicepartnern.

Die Ergebnisse der Maßnahmen sind spürbar. Die Auslieferungsqualität von Opel-Fahrzeugen ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gestie- gen. Aktuell sind 90 Prozent der Vertragshändler mit der Produktqualität sehr zufrieden oder zufrie-

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den. Bei den Gewährleistungsbeanstandungen hat sich Opel in den vergangenen vier Jahren um 60 Prozent verbessert. Zugleich sanken die Kosten in diesem Bereich in den letzten drei Jahren um rund 30 Prozent.

Qualitätssicherung beginnt in der Produkt- entwicklung

Um solche Fortschritte zu erzielen, beginnt die Qualitätssicherung bei Opel schon in der Konzept- phase mit der Festlegung der Qualitätsziele für das Fahrzeug und seine Komponenten. Im Entwick- lungs- und Validierungsprozess wird regelmäßig überprüft, ob diese Vorgaben erreicht werden. Im Falle von Abweichungen legen die Verantwort- lichen dann konkrete Maßnahmen fest, um die Zielvorgaben zu erfüllen.

Auch die Lieferanten werden in die Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität einbezogen. So haben sämtliche Zulieferer zerti- fizierte Qualitätsmanagement-Systeme. Ferner hat Opel einen 16-stufigen Qualitätssicherungs- prozess für die Zusammenarbeit mit den Lieferan- ten entwickelt. Er setzt bereits in der Projekt- planungsphase ein und erstreckt sich über den gesamten Produktionszyklus. Bei Opel gibt es für jedes wichtige Bauteil im Fahrzeug Projektteams, die sich aus Entwicklungs- und Qualitätsingenieuren zusammensetzen. Gemeinsam mit den Zulieferern führen sie Kapazitäts- und Qualitätstest vor dem eigentlichen Produktanlauf durch und verstärken die Kontrolle während der Anlaufphase noch.

Opel-Standorte mit zertifizierten QM-Systemen

Grundlage des Qualitätsmanagements bei Opel sind zertifizierte Systeme, die das Unternehmen an allen deutschen Produktionsstandorten eingeführt hat: Das Werk Rüsselsheim ist nach ISO 9002

Ökonomie und Mobilität

zertifiziert und führt im Jahr 2002 den neuen Qualitätsmanagement-Standard ISO 9001-2000 ein, der noch stärkeren Wert auf Kundenerwar- tungen und Kundenzufriedenheit legt. Gleiches gilt für den Standort Eisenach. Der Standort Bochum ist bereits nach ISO 9001-2000 zertifiziert und hat zudem eine Zertifizierung nach TS 16949 – einem Standard, in dem verschiedene für die Auto- mobilbranche relevante Normen wie QS-9000, VDA 6.1, EAQF und AVSQ vereinheitlicht wurden. Im Jahr 2002 wird auch der Standort Kaiserslau- tern nach TS 16949 zertifiziert, der darüber hinaus ein Qualitätsmanagement nach ISO 9002 hat. Auch das Internationale Technische Entwicklungs- zentrum (ITEZ) in Rüsselsheim besitzt ein eigen- ständiges Zertifikat für sein Qualitätsmanage- ment-System nach ISO 9001.

Darüber hinaus arbeitet Opel nach eigenen Ver- fahrensanweisungen und Qualitätsrichtlinien, die auf den Standards des GM-Verbunds basieren. Die Einhaltung dieser spezifischen Normen wird von internen, spezifisch geschulten Auditoren regelmäßig, wenigstens einmal jährlich, überprüft.

Null-Fehler-Prinzip

Insbesondere wenn neue Modelle eingeführt wer- den, wie im Jahr 2002 der neue Opel Vectra, sorgt das Unternehmen durch zusätzliche Qualitäts- checks für eine strikte Beachtung des Null-Fehler- Prinzips. So wurde aus jeder Tagesproduktion des neuen Vectra ein oder mehrere Fahrzeuge entnommen und einem eingehenden Produkt- Audit unterzogen. Das bedeutet: Die Auditoren suchten Fehler nach genau definierten Standards – und wenn sie Mängel identifizierten, wurde die gesamte Tagesproduktion auf diesen Fehler hin überprüft.

Grundsätzlich finden in den Werken Eisenach und Rüsselsheim, die nach dem Null-Fehler-Prinzip arbeiten, am Ende jedes Produktabschnittes Qua- litätskontrollen aus Kundensicht statt. Dadurch stellt Opel sicher, dass aufwändige Nacharbeiten am fertig produzierten Fahrzeug auf ein Minimum reduziert werden. Am Ende der Produktion steht eine Endkontrolle, bei der die Opel-Fachleute wie- derum aus Kundensicht 200 Einzelaspekte prüfen.

ISO Plus-Standards im Service

Auch für die Vertragshändler der Adam Opel AG existiert ein eigens entwickelter und über die Forderungen normaler ISO-Normen hinausgehen- der Standard: die Qualitätsnorm Opel ISO Plus. Die meisten Opel-Autohäuser und -Servicebetriebe

Nachhaltigkeitsbericht 2002

sind nach dieser Norm zertifiziert und werden in regelmäßigen Abständen von einer neutralen Organisation überprüft.

Durch das Qualitätsmanagement-System Opel ISO Plus werden alle Mitarbeiter eines Betriebs – von der Information bis zur Endabnahme – kon- sequent in einen kontinuierlichen Verbesserungs- prozess eingebunden. Alle innerbetrieblichen Abläufe werden sorgfältig durchleuchtet, doku-

Abläufe werden sorgfältig durchleuchtet, doku- mentiert und optimiert. Wichtigstes Ziel dabei ist die

mentiert und optimiert. Wichtigstes Ziel dabei ist die Zufriedenheit der Kunden: Die haben die Gewissheit, dass Opel ISO Plus zertifizierte Ver- tragshändler und Servicebetriebe Probleme als Ganzes betrachten und lösen, bei allen Tätigkeiten den Umweltschutz ganz obenan stellen und bei Service sowie Beratung konkrete Versprechen geben.

Präzise:

Presswerkteile

werden mit

optoelektroni-

schen Mess-

geräten über-

prüft.

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Das modernste Automobilwerk der Welt in Rüsselsheim

Investitionen für die Mobilität der Zukunft

Das Muster für die Zukunft des Automobilbaus ist in Rüsselsheim zu Hause, denn das neue Opel-Werk ist die modernste Fertigungsstätte weltweit und setzt höchste Maßstäbe in Qualität, Produktivität, Flexibilität und Ergonomie. Opel investierte die Rekordsumme von rund 750 Millionen Euro.

Ökonomie und Mobilität

Damit schuf das Unternehmen eine zentrale Grundlage für seine umfassende Neuausrichtung und sichert sich zugleich eine dauerhafte Spitzen- stellung in der Fahrzeugfertigung. Die Jahreskapa- zität des neuen hoch flexiblen Werkes liegt bei 270.000 Einheiten von bis zu vier verschiedenen Pkws. Als erstes Modell auf den Rüsselsheimer Ferti- gungslinien wird die Stufenheck-Limousine des komplett neu entwickelten Vectra produziert. 2003 folgen Signum, Vectra GTS und Vectra Caravan.

2003 folgen Signum, Vectra GTS und Vectra Caravan. Maßstäbe für das 21. Jahrhundert Der Blick in

Maßstäbe für das 21. Jahrhundert

Der Blick in die Zukunft der Automobilproduktion faszinierte hochrangige Vertreter der Bundesregie- rung und der Hessischen Landesregierung glei- chermaßen. Bei der Eröffnung des neuen Opel- Werks in Rüsselsheim im Februar 2002 sparten sie nicht mit Lob. Mit diesem Werk habe sich Opel in die Spitze des weltweiten Automobilbaus zurück- gemeldet, erklärte beispielsweise Bundeskanzler Gerhard Schröder. Und Ministerpräsident Roland Koch betonte die herausragende wirtschaftliche Bedeutung des neuen Werks für die Region und das gesamte Land.

Mit der Investition von rund 750 Millionen Euro schuf Opel in Rüsselsheim die Grundlage zukünfti- ger Erfolge – kein anderer deutscher Hersteller wendete in den vergangenen Jahren eine ähnliche Summe für den Neubau eines Werks auf. Dies ist ein Bekenntnis zur Region und zum Standort Deutschland. Zugleich stellt das Werk die jüngste Evolutionsstufe des standardisierten Produktions- systems dar, das Opel erstmals 1992 im thürin-

Nachhaltigkeitsbericht 2002

gischen Werk Eisenach verwirklichte und das die gesamte Automobilfertigung beeinflusste. Seine wichtigsten Elemente sind das Prinzip der schlan- ken Produktion und die Gruppenarbeit.

Innovativ:

Das Fünf-Finger- Layout des neuen Werks ermöglicht takt- genaue Mate- rial-Anlieferung an die Ferti- gungslinie.

„Der konsequent qualitätsorientierte Fertigungs- ablauf, Prüfverfahren mit Hochleistungslasern und natürlich das Können und der Einsatz unserer Mitarbeiter garantieren hochwertige Produkte“, betonte Carl-Peter Forster, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Und zudem ist Opel nun in der Lage, noch schneller auf die sich wandelnden Wünsche der Kunden einzugehen. Denn vier ver- schiedene Modelle können auf einer Linie gefertigt werden. Diese können aufgrund der hoch flexiblen Ausrichtung der Anlagen und Organisations- strukturen im ständigen Wechsel und in praktisch beliebigem Mix produziert werden. Das erlaubt eine schnelle Reaktion auf aktuelle Marktentwick- lungen.

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Virtuelle Welt: Planung im 3D-Layout

Schon bei der Planung setzten die Opel-Ingenieure auf modernste Technologie: Das gesamte Werk entstand zunächst in virtueller Realität am Com- puter – von der Gebäudekonstruktion über die Anlagenkonzeption und den Fertigungs- wie Logistikfluss bis zur ergonomischen Optimierung der Arbeitsabläufe. Intensiv nutzten die Ingenieure

der Arbeitsabläufe. Intensiv nutzten die Ingenieure und Programmierer dreidimensional animierte Werks- und

und Programmierer dreidimensional animierte Werks- und Konstruktionspläne – so genannte 3D- Layouts – sowie innovative Simulations-Werkzeuge. Das Besondere daran: Virtuelle Mitarbeiter bauten schließlich an virtuellen Arbeitsplätzen virtuelle Autos. Mit diesem Hochtechnologie-Verfahren konnten – noch ehe der Grundstein gelegt wurde – genaue Konstruktionsdetails für die gesamte Anlage ermittelt werden. So präzise arbeiteten die Simulationsexperten, dass ihre Voraussagen höchstens ein Prozent Unterschied zur späteren Realität aufwiesen.

High-Tech im Karosserie-Rohbau:

Flexibilität mit modernen Anlagen

In den zentralen Werksbereichen Presswerk, Karosserie-Rohbau sowie Fertig- und Endmontage setzt Opel konsequent auf höchste Leistungsfä- higkeit und Produktivität durch den Einsatz von High-Tech-Anlagen. Im Presswerk kommt eine 35 Millionen Euro teure, neuartige „Saugertrans- ferpresse“ zum Einsatz: Luftgesteuerte Saugnäpfe mit frei programmierbaren Bewegungskurven

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übernehmen die Beförderung von Blechkomponen- ten zwischen insgesamt fünf Bearbeitungsstatio- nen. Die vollautomatische Anlage formt bis zu 15 Mal pro Minute aus vorgeschnittenen Blech- platinen Außenhaut-Teile wie Seitenwände, Türen oder Dächer – ein neuer Spitzenwert in der gesam- ten Automobilindustrie.

ein neuer Spitzenwert in der gesam- ten Automobilindustrie. Vision und Wirk- lichkeit: Mit Hilfe modernster Com-

Vision und Wirk- lichkeit: Mit Hilfe modernster Com- puter-Programme simulierten die Planer jeden Handgriff in der Produktion.

Im Karosseriebau fügen auf einer Hallenfläche von knapp 55.000 Quadratmetern anschließend 650 Roboter die rund 460 verschiedenen Blechteile des neuen Vectra zu einer belastbaren und ver- windungssteifen Automobilbasis zusammen. Dort haben die Opel-Ingenieure nicht nur den weltweit innovativsten Roboter- und Anlagenpark realisiert, sondern auch die fortschrittlichsten Prinzipien in Sachen Variabilität und Arbeitsorganisation umgesetzt. Flexible Fertigungszellen, in denen Roboter vollautomatisch und auf den Zehntelmil- limeter genau rund 4.500 Schweißpunkte pro Karosserie setzen, Verbindungskleber auftragen oder Blechkanten falzen, arbeiten exakt im Takt der Hauptlinie und schleusen die fertigen Karosse- riekomponenten ohne Zwischenlagerung direkt in den Fertigungsprozess ein.

Ein weiteres technisches Highlight sind die beiden Schweißstationen für die äußere Dachhaut. In dieser Anlage überprüft zunächst ein Kamera- system den offenen Karosserie-Dachausschnitt und überwacht anschließend das exakte Positio- nieren der äußeren Dachhülle. Danach verschwei- ßen zwei Hochenergie-Laser mit je vier Kilowatt

Ökonomie und Mobilität

Leistung die Außenhaut mit dem Dachrahmen. Entscheidender Vorteil gegenüber der sonst üblichen Punktverschweißung: Nacharbeiten an den Verbindungsstellen sind nicht mehr nötig – bei gleichzeitig erheblich verbesserter Stabilität der Karosserie.

Zukunftweisende Fertig- und Endmontage

Zweitgrößter Bereich des neuen Opel-Werks ist die Fertig- und Endmontage mit dem Grundriss eines halben Sterns auf 48.000 Quadratmetern. Die durch das Layout, das einem Flughafenterminal ähnelt, geschaffene intelligente Raumaufteilung ermöglicht kürzeste Wege sowohl für Mitarbeiter als auch für die Versorgung mit Material. Und zudem ist sie die Grundlage für eine effiziente Kommunikation zwischen allen Mitarbeitern in der Produktion und den Teams in angrenzenden Bereichen.

Der Stern-Grundriss der Fertig- und Endmontage mit seiner außergewöhnlich langen Außenfassade bietet enorme logistische Vorteile, denn über nicht weniger als 70 Andockstellen kann das Material direkt an den Einbauort der Montagelinie geliefert werden. Rund 80 Komponenten werden auf der Basis der exakt vorgeplanten Produktionsabfolge im benachbarten Logistik-Center oder in einem neu eingerichteten Lager für Kleinteile vormontiert und exakt dem Takt der Produktion entsprechend angeliefert. Lagerhaltung und aufwändige Vor- montagen am Band gehören mit diesem neuarti- gen Logistikkonzept der Vergangenheit an.

Vorbildliche Ergonomie

Ebenfalls unterstützt durch umfangreiche Simula- tionen entwickelten die Planer für die Fertig- und Endmontage eine Lösung, die in puncto Ergo-

die Fertig- und Endmontage eine Lösung, die in puncto Ergo-   Hochzeit: Die selbsttragende Karosserie wird
 

Hochzeit: Die selbsttragende Karosserie wird vollautomatisch mit dem Chassis

zusammenge-

Die Arbeit wird von den Mitarbeitern auf Mitfahr- bändern oder -paletten geleistet, so dass niemand mehr neben dem Auto herlaufen muss. Für alle Teile von mehr als zirka 10 Kilogramm Gewicht stehen Handhabungshilfen zur Verfügung, die die Mitarbeiter zusätzlich entlasten, was der Ge- sundheit der Mitarbeiter dient.

führt.

Bildung und Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Eckpfeiler der Opel-Qualitätsstrategie

Null-Fehler-Prinzip: Qualität hat oberste Priorität

nomie zukunftweisend ist. Beispielsweise trans- portieren selbst angetriebene Förderer die Karos- serien durch die Fertigmontage und stellen auto- matisch die für den jeweiligen Montageschritt optimale Arbeitshöhe ein.

Die Überkopfmontage von Tank, Kraftstoff- und Bremsleitungen gehört in Rüsselsheim der Ver- gangenheit an. Denn diese Teile werden jetzt auf eine mobile Montageplattform gelegt, die an den Unterboden fährt und die Teile verschraubt.

Oberste Priorität besitzt im neuen Opel-Werk die Qualität aller Abläufe, Prozesse und Produkte. Die Grund- lage des effizienten Qualitätssystems bildet das Null-Fehler-Prinzip. Konkret bedeutet das: Kein Mitarbeiter im gesamten Produktionsprozess darf Fehler einer vorhergehenden Station annehmen, selbst Fehler produzieren oder diese an die folgen- de Station weitergeben.

Den Mitarbeitern steht zur Umsetzung dieses Prin- zips ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verfügung. Das wichtigste Instrument: Im Bedarfsfall muss

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Hilfreicher Zugriff: Zieht ein Mitarbeiter die Andon-Leine rufen audio- visuelle Signale die Team- mitglieder zu

Hilfreicher Zugriff: Zieht ein Mitarbeiter die Andon-Leine rufen audio- visuelle Signale die Team- mitglieder zu Hilfe, um einen Fehler schnellst- möglich zu beheben.

jeder Beschäftigte den Produktionsprozess stop- pen, um die festgelegten, strengen Qualitätskrite- rien zu gewährleisten. Dies geschieht mit Hilfe des so genannten Andon-Systems: Entdeckt ein Mitarbeiter, dass es ein Qualitätsproblem gibt oder er selbst seine Operation nicht im entspre-

definierten „Standardisierten Inspektions-Prozes- ses“ (SIP) genau unter die Lupe. Am Ende der einzelnen Fertigungsabschnitte im Presswerk, dem Karosserie-Rohbau oder an zahlreichen Stellen der Fertig- und Endmontage checken die Qualitäts- sicherungs-Experten detailliert die Erfüllung sämtlicher Standards. Das bietet die Gewähr dafür, dass nur einwandfreie Ergebnisse in den nächsten Abschnitt gelangen.

Schulungen für Mitarbeiter

Weil aber das neue Werk nicht allein von der Hochtechnologie lebt, sondern die Qualität der Prozesse und Produkte ganz entscheidend von den Mitarbeitern abhängt, führte Opel das umfas- sendste Trainingsprogramm in seiner Unterneh- mensgeschichte durch. Ein internes Trainerteam

machte alle Mitarbeiter des neuen Werkes seit 1999 kontinuierlich fit für die Automobilfertigung der Zukunft. Die neuen Fertigungstechnologien, das innovative Opel-Produktionssystem und die Grundsätze der Standardisierung gehörten dabei ebenso zum Schulungsprogramm wie die Ver- mittlung der hohen Maßstäbe in Sachen Qualität, Produktivität, Arbeitssicherheit und Umwelt- orientierung. Und nicht zuletzt vermittelten die Trainer den Mitarbeitern im vergangenen Jahr die große Bedeutung von Kom- munikation und Zusammen-

arbeit für den Erfolg des neuen Werks.

Opel führte das umfassendste Trainingsprogramm in seiner Unternehmensgeschichte durch

chenden Takt ausführen kann, zieht er an der Andon-Leine, die an jeder Station der Montage- linie installiert ist. Dieser Griff löst ein akustisches und optisches Signal aus und ruft damit den Teamsprecher umgehend zu Hilfe. Kann der Fehler nicht innerhalb der Taktzeit behoben werden, bleibt das Band so lange stehen. Eine intelligente Entkopplung der Montagelinie – die insgesamt 175 Arbeitsstationen sind in Segmente von durch- schnittlich 21 Stationen aufgeteilt – sorgt dafür, dass ein solcher Stopp nicht die ganze Montage- halle betrifft.

„Die Mitarbeiter-Schulung war eine zentrale Voraussetzung für den qualitätsgesteuerten Anlauf des neuen Vectra, der einen neuen Standard im Unternehmen setzt“, erklärt Werksdirektor Arno Wiedenroth.

Zusätzlich sind in die gesamte Fertigungslinie spe- zifische Qualitätskontrollen integriert. So sorgen rund 150 robotergesteuerte Laser-Präzisionsmes- sungen für exakte Maßhaltigkeit zum Beispiel im Karosserie-Rohbau. Zudem gewährleisten flächendeckende Ultraschall-Prüfungen höchste Schweißqualität in den Fertigungszellen.

Die Mitarbeiter der Qualitätssicherung nehmen zusätzlich alle Fahrzeuge im Rahmen eines exakt

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Ökonomie und Mobilität

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Blick in die Zukunft

Hochtechnologie für die Mobilität von morgen

Modernste Computer, Hochleistungs-Software und 3D-Simulationen im Virtual-Reality-Studio gehören bei Opel zum täglichen Handwerkszeug der Entwick- lungsingenieure und Designer.

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Bei ihrer Arbeit setzen die Entwicklungsspezialisten immer stärker auf die Anwendung moderner Virtual-Reality-Technologie. Im ITEZ nutzen die Ingenieure das Hilfsmittel der 3D-Simulation im Design, im Prototypenbau, bei der Integration von Fahrzeugkomponenten sowie bei der Planung neuer Fertigungsstätten.

Virtuelle Realität für das Design

Mit dem VR-Studio (Virtuelle Realität), das über eine europaweit einmalige Konzeption und Aus- stattung verfügt, haben die Opel-Designer ein wirksames Hilfsmittel zur Umsetzung zweidimen- sionaler Skizzen in 3D-Entwürfe und zur drei- dimensionalen Darstellung von Fahrzeugen und Bauteilen aus allen Perspektiven. Die Technologie der 3D-Stereo-Projektion gibt den Designern eine Anschauung neuer Automobile in einem sehr frühen Entwicklungsstadium – lange bevor auf- wändige physische Modelle fertig gestellt sind. Wesentliche Komponenten des Systems sind ein Grafikrechner, spezielle Projektoren und aktive Brillen. Der Rechner erzeugt zwei Bilder, eines für das linke und eines für das rechte Auge. Und stellt diese mit hoher Frequenz abwechselnd dar. Die Software erlaubt es, Fahrzeuge in alle Richtungen zu drehen und dabei Farben, Reflexionen oder Darstellungen zu variieren sowie maßstäbliche Änderungen und Qualitätsbeurteilungen vorzu- nehmen.

Die Opel-Designer nutzen die 3D-Technologie auch, um Komponenten, Innenräume, aber auch ganze Fahrzeuge in Originalgröße zu evaluieren. Diese Technik ermöglicht es, Alternativen fundiert zu diskutieren, ohne jedes Mal mit viel Zeitauf- wand Prototypen aus Plastilin oder Kunststoff her- stellen zu müssen.

Integration von Fahrzeugkomponenten per Rechner

Ein weiteres wichtiges Werkzeug auf dem Weg zu einer Verkürzung der Entwicklungszeiten für neue Fahrzeuge ist das Digitale Mock Up (DMU): die computergestützte Integration von Komponenten in ein virtuelles Fahrzeugmodell. Anstatt wie früher mitunter wochenlang auf nach Zeichnungen gefertigte Musterteile für den Aufbau in einem Metallbock warten zu müssen, können die Inge- nieure heute den bestmöglichen Einbau der Kom- ponenten bereits anhand der reinen Konstruk- tionsdaten am Bildschirm ermitteln und Probleme frühzeitig erkennen und beheben. Werden dann noch Teile benötigt, so können diese mit der Rapid-

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noch Teile benötigt, so können diese mit der Rapid- 32 Prototyping-Technologie innerhalb weniger Stun- den erzeugt

Prototyping-Technologie innerhalb weniger Stun- den erzeugt werden.

Dreidimensional:

In Virtual-Reality-

Studios disku-

tieren Designer

ihre Entwürfe

und Alternativen

an Cyber-Model-

len.

Große Bedeutung hat das Digitale Mock Up zum Beispiel bei der Integration von Motorkomponen- ten. Hintergrund: Sogar Fahrzeuge der Corsa- Klasse sind heute mit Sicherheits- und Komfort- ausstattungen wie Antiblockiersystem, Klimaanlage und Automatikgetriebe ausgerüstet. Dazu kom- men stetig neue und größer dimensionierte Bau- teile zur Abgas- und Geräuschreduzierung. Kon- sequenz: Für die Raumausnutzung zählt heute jeder Millimeter. Die Entwicklungsingenieure müssen bei der Anordnung von Komponenten die im Fahrbetrieb auftretenden Aggregatbewe- gungen ebenso berücksichtigen wie die leichte Erreichbarkeit für Service-Arbeiten. Intelligentes „Packaging“ – die effiziente Aufteilung des verfüg- baren Fahrzeugvolumens – ist das A und O im modernen Automobilbau und eine traditionelle Stärke von Opel. Modelle wie der neue Vectra und der Compact Van Zafira setzen hier Bestmarken in ihren Segmenten.

Entwicklung im weltweiten Verbund

Grundlage dieses Systems ist die Sammlung sämt- licher 3D-Daten eines Fahrzeugs und seiner Bauteile. Opel nutzt das Digitale Mock Up nicht nur für Fahrzeug-Neuentwicklungen, sondern als Hilfsmittel für alle Stadien der Weiterentwicklung. Das DMU wird darüber hinaus auch in der Simu- lation der Produktion angewendet. So kann mit seiner Hilfe die „Hochzeit“ von Karosserie und Fahrwerk bereits im Voraus durchgespielt und auf mögliche Fehlerquellen hin untersucht werden.

Ökonomie und Mobilität

hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik
hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik
hin untersucht werden. Ökonomie und Mobilität Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik

Innovative Lösungen aus der internationalen Denkfabrik

Innovation und Hochtechnologie schaffen nachhaltige Lösungen. Das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) trägt mit über 6.800 Mitarbei- tern (31.12.2001) hat die Verant- wortung für Konzeption und Realisierung aller Opel/Vauxhall- und auf Opel-Technologie basierender Fahrzeuge weltweit. Darüber hinaus gehört das

Manufacturing Engineering, das heißt die Planung und der Auf- bau neuer Produktionsanlagen, sowie die Entwicklung und Ein- führung neuer Produktionstech- nologien zum Aufgabengebiet des ITEZ. Zu den Aufgaben- schwerpunkten zählen dabei die weitere Verbesserung der Um- weltverträglichkeit von Produk- tion und Produkten, die Erhö-

hung der Arbeitssicherheit und die Optimierung der Ergonomie. Die Fahrzeugentwicklung leistet zudem durch ihre Arbeit wich- tige Beiträge zur verbesserten Automobil- und Verkehrssicher- heit sowie zur Entwicklung inno- vativer Konzepte für die Mobi- lität der Zukunft.

Dreidimensionales Menschenmodell liefert Ergonomiedaten

Um den Platz des Fahrers und die Sitzposition der übrigen Mitreisenden ergonomisch sinnvoll gestalten und die entsprechenden Komfortziele erreichen zu können, setzt Opel schon im frühes- ten Entwicklungsstadium eines neuen Modells das rechnergestützte Anthropologisch-Mathe- matische System zur Insassen-Simulation ein. Das dreidimensionale Menschenmodell RAMSIS vermittelt den Ingenieuren ohne den zeitrauben- den Umweg über einen Versuchsaufbau Eindrücke darüber, wie sich die Insassen im Fahrzeug zurechtfinden.

Kernstück von RAMSIS ist ein realistisches Körper- modell mit innerem Skelettaufbau und einer Vielzahl von Gelenkpunkten. Die Datenbank um- fasst 90 realistische, statistisch abgesicherte Körperbautypen und deckt so nahezu 100 Prozent der Bevölkerung ab. Ein komplexes Animations- programm ermöglicht die Simulation von Bewe- gungsabläufen wie das Ziehen der Handbremse, Schalten, Lenken oder das Ein- und Aussteigen. Die Besonderheit: Insassenmodelle und Fahr- zeuginterieur lassen sich nicht nur von außen betrachten, RAMSIS gestattet ebenso den Blick aus der Fahrerperspektive auf die virtuelle Umwelt. Dabei berücksichtigt das System die Sehentfer- nung ebenso wie die natürliche Augenbewegung bei Kopf- und Halsdrehungen.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

bei Kopf- und Halsdrehungen. Nachhaltigkeitsbericht 2002 Lange bevor ein Modellaufbau existiert, können die

Lange bevor ein Modellaufbau existiert, können die Entwickler so die Übersichtlichkeit und Bedien- freundlichkeit von Instrumenten beurteilen sowie die Freiräume für Kopf, Schultern, Arme, Beine und Knie oder den Komfort von Ein- und Ausstieg bewerten – wichtige Kriterien beim Autokauf. Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von RAMSIS orthopädische Einschätzungen der Wirbelsäulen- krümmung treffen und Analysen des Haltungs- komforts sowie der Ermüdung vornehmen.

RAMSIS in Aktion:

Ein dreidimensi- onales Menschen- modell lässt erkennen, wie sich der Fahrer im Fahrzeug bewe- gen wird.

33

CFD-Simulationen – Virtuelle Strömungsuntersuchungen

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Strömungsuntersu- chung von Gasen und Flüssigkeiten ist für Opel die numerische Strömungsmechanik (Computional Fluid Dynamics, CFD). Eine spezielle Anwendung dieser virtuellen Analysemethode ist die Under- hood Thermal Management Simulation (UTM). Sie stellt am Bildschirm unter anderem die Durch- strömung des Motorraums dar und erlaubt die Temperaturberechnung der dort installierten Bauteile. So erkennen die Opel-Ingenieure genau,

Mitten im Strom:

Die Simulationen von Strömungen im Brennraum ermöglichen es, die Komponenten schon in der Planung optimal auf die spätere thermische Beanspruchung auszulegen.

auf die spätere thermische Beanspruchung auszulegen. Reduzierung der Geräuschemissionen infolge des günstigeren

Reduzierung der Geräuschemissionen infolge des günstigeren Verbrennungsvorgangs erreichen konnte.

Ein weiteres Beispiel für die Ergebnisse des intel- ligenten Einsatzes von Strömungssimulationen in der Motorenentwicklung ist die „Twinport“-Tech- nologie. Das innovative System erzielt bei kleinen Ottomotoren bis 1,6 Litern Hubraum ein Spritspar- Potenzial von bis zu sechs Prozent. Dabei bleibt der technische Aufwand übersichtlich und das neue Konzept für die Kunden erschwinglich. Mit Hilfe des Computers optimierten die Opel-Inge- nieure die Ansaugkanäle der kleinvolumigen ECOTEC-Triebwerke und die Gemischbildung vor und im Zylinder – Voraussetzung für die Reali- sierung der neuen Motorentechnik.

Schnellster Rechner der Automobilindustrie

Mit dem IBM-Supercomputer „Regatta“ nahm Opel im Jahr 2001 den ersten von insgesamt sechs neuen Hochleistungsrechnern in Betrieb. Der Com- puter gilt als derzeit schnellster Rechner in der Automobilindustrie und dient zur Simulation von Aufpralltests und zur Untersuchung der Aerodyna- mik.

Mit einer Leistung von mehr als 500 Milliarden Berechnungen pro Sekunde zählt das System zur Spitze der weltweiten Super-

Moderne Technik ermöglicht es, anhand virtueller Lösungen

fundiert Alternativen zu diskutieren

computer-Rangliste. Mit diesem

Rechnersystem können auch komplexe Simulationen „über Nacht“ durchgeführt werden, sodass das Ergebnis bereits am nächsten Morgen vorliegt. Die Folge sind kürzere Entwicklungszyklen beziehungsweise mehr Rechenläufe zur Optimierung eines Fahr-

zeugs.

ob alle Komponenten durch den eintretenden Fahrtwind optimal gekühlt werden. Wenn lokal erhöhte thermische Beanspruchungen entstehen, können bereits in einer frühen Konzeptphase, in der noch keine Prototypen für Messungen zur Verfügung stehen, gezielte Abhilfemaßnahmen eingeleitet werden.

Weitere Anwendungsfelder für CFD-Simulationen sind die Auslegung von Heizungs- und Lüftungs- einheiten sowie die Motorenentwicklung. So erreichten die ITEZ-Spezialisten bei den modernen DI-Direkteinspritzer-Dieselmotoren durch die virtuelle Darstellung des Einströmens von Ansaug- luft und Kraftstoff in die Zylinder eine nochmalige Verbesserung der Gemischaufbereitung. Die Simu- lationsdaten waren die Grundlage für strömungs- mechanische Modifikationen des Brennraums, mit denen Opel einen erhöhten thermischen Wir- kungsgrad, noch bessere Abgaswerte und eine

34

Ökonomie und Mobilität

Intelligente Sicherheitssysteme

Neue Entwicklungen zum Schutz von Fahrern und Passagieren

Die Anwendung modernster Technologie leistet einen signifikan- ten Beitrag zur weiteren Optimierung der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit: Elektronische Assistenzsysteme und Möglich- keiten der intelligenten Verkehrssteuerung weisen den Weg in die Zukunft.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

35

ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel
ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel
ESP Plus setzte neue Maßstäbe Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel

ESP Plus setzte neue Maßstäbe

Mit der Einführung des neuen Vectra beispielsweise hielt bei Opel eine neue Generation elektronischer Fahrsicherheitssysteme Einzug. Das Interaktive Dynamische FahrSystem (IDS) der neuen Mittel- klasse-Baureihe führt erstmals die mechanischen Fahrwerkskomponenten mit den elektronisch gesteuerten Brems- und Fahrstabilitätssystemen inklusive des neuartigen ESP Plus sowie der weiter- entwickelten kennfeldgesteuerten elektrohydrau- lischen Servolenkung zu einem höchst wirksamen Sicherheitspaket zusammen. Das innovative Netzwerk definiert den Sicherheits-Standard in der Vectra-Klasse neu. Highlight des IDS-Fahrwerks- systems ist das elektronische Stabilitätsprogramm der neuesten Generation ESP Plus . Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen bremst ESP Plus in kritischen Fahrsituationen statt nur des kurvenin- neren Hinterrades bis zu drei Räder durch gezielte Bremseingriffe ab. Das Fahrzeug wird dadurch sensibler und effektiver auf Kurs gehalten. Unter- stützt wird ESP Plus durch ein Vierkanal-ABS, die Traktionskontrolle TC Plus sowie einen umfassenden Verbund von elektronischen Bremshilfen: Mit Kurvenbremskontrolle (CBC), Bremsassistent und elektronischer Bremskraftverteilung (EBV) realisiert Opel den derzeitigen Stand der Technik.

Stabilitäts-Pro-

gramm: Leis-

tungsfähige

Sicherheitssyste-

me wie ESP Plus helfen dabei, das Fahrzeug auch in kritischen

Situationen zu

beherrschen.

das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und
das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und
das Fahrzeug auch in kritischen Situationen zu beherrschen. ESP-Bremsimpuls Radquerkräfte Giermoment schwindigkeit und

ESP-Bremsimpuls

Radquerkräfte

Giermoment

schwindigkeit und dem Lenkwinkel. Das Ergebnis ist eine subtile aber wirkungsvolle Unterstützung des Fahrers und somit ein weiteres Plus an aktiver Sicherheit. Basis all dieser vernetzten Systeme ist eine leistungsstarke Elektrik und Elektronik. Im neuen Vectra sorgt die zukunftsweisende CANBUS- Technologie für einen besonders schnellen Trans- port von großen Datenmengen.

Ziel von Opel bei der Entwicklung leistungsfähiger Sicherheitssysteme ist es, dem Fahrer dabei zu helfen, sein Auto auch in kritischen Situationen zu beherrschen. Die zunehmende Verkehrsdichte und steigende Endgeschwindigkeiten stellen immer höhere Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit des Autofahrers. Hier hat die Elektronik ihre Daseinsberechtigung im Sinne einer Assistenz und Ergänzung des Menschen und seiner Möglich- keiten.

Einen Schritt nach vorne bedeutet auch die kenn- feldgesteuerte Zahnstangenlenkung mit elektro- hydraulischem Antrieb, die mit der dritten Vectra- Generation erstmals in der Mittelklasse zum Einsatz kommt. Das intelligente System dosiert die Lenkhilfe in Abhängigkeit von der Fahrzeugge-

Bester Insassenschutz für alle Klassen

Opel hat in punkto Sicherheit eine eindeutige Philosophie: Progressive Sicherheitstechnik darf nicht das Privileg teurer Oberklasse- und Luxus- fahrzeuge sein. Deshalb arbeitet Opel daran, diese Technik für alle Autofahrer bezahlbar zu machen. So sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle

36

Ökonomie und Mobilität

sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive
sind sämtliche Opel-Pkw-Modelle 36 Ökonomie und Mobilität Sicherheits- Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive

Sicherheits-

Offensive: Kopf- Seitenairbags und aktive Kopfstützen verbessern den Schutz der Fahr- zeug-Insassen bei Unfällen.

Voraussetzung für ein hohes Maß an passiver Sicherheit ist eine steife, aufpralloptimierte Karos- seriestruktur. Die Entwicklung der Opel-Sicher- heitsexperten auf diesem Gebiet gipfelt in der neuen Vectra-Baureihe. Die hochwirksamen Ver- formungszonen der ausgeklügelten Karosserie- konstruktion wurden mit Hilfe dreidimensionaler Computer-Simulationen entwickelt. Durch den Einsatz spezieller Stahlsorten konnte die Torsions- steifigkeit der Karosserie gegenüber dem Vectra- Vorgängermodell um 74 Prozent auf nunmehr 18.000 Newtonmeter pro Grad verbessert werden; die Biegesteifigkeit stieg um 62 Prozent. Mit einer Zugfestigkeit zwischen 1.300 und 1.500 Newton pro Quadratmillimeter bildet ein Bor-legierter Stahl, der bei den B-Säulen Verwendung findet, die Spitze im neuen Vectra.

serienmäßig mit einem umfangreichen Ensemble von modernen Rückhaltesystemen ausgestattet:

Full-Size-Frontairbags, Seitenairbags sowie Drei- punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtschlossstraffern und Gurtkraftbegrenzern bieten optimalen Insas- senschutz. Hinzu kommen das patentierte System auskuppelnder Pedale und in fast allen Opel- Fahrzeugen aktive Kopfstützen.

Stabil: Die B-Säule des neuen Vectra trägt dank einer speziellen Legie- rung erheblich zur großen
Stabil: Die B-Säule
des neuen Vectra
trägt dank einer
speziellen Legie-
rung erheblich zur
großen Sicherheit
der Karosserie
bei.

Die Sicherheitsoffensive von Opel ging mit dem Modelljahr 2002 in eine neue Runde. Die neu entwickelten Full-Size-Kopf-Seitenairbags sind für eine Vielzahl von Modellen verfügbar, im neuen Vectra sind sie serienmäßig an Bord. Der Opel Corsa war weltweit der erste Kleinwagen, für den Kopfairbags angeboten wurden. In der Vectra-Reihe werden zudem erst- mals aktive Kopfstützen der zweiten Generation eingesetzt. Bei dieser Weiterentwicklung schwingt nicht nur die Kopfstütze selbst nach vorne, son- dern der obere Teil der Sitzrückenlehne richtet sich mit auf. Die Gefahr von Schleudertrauma-Verletzungen der Hals- wirbelsäule kann somit weiter reduziert werden.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

37

Nur wer hinterm Steuer wirklich fit und konzentriert ist, kann in kritischen Situationen schnell und sicher reagieren. Deshalb spielt die so genannte „Konditionssicherheit“ heute eine wichtige Rolle bei der Sicherheitsoptimierung von Fahrzeugen. Opel legt größten Wert auf eine perfekte Ergonomie in allen Modellen. Bestes Beispiel sind die Sitze des neuen Vectra. Opel investierte 75 Millionen Euro in die Entwicklung und wurde mit dem Gütesiegel des Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) belohnt. Neben hohem Sitz- und Bedienkomfort war über- ragender Insassenschutz oberstes Ziel bei der Konstruktion der Vectra-Sitze.

Auch eine Klimaanlage bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern leistet vor allem einen wesent- lichen Beitrag zur Sicherheit. Die Air Condition entfeuchtet die Luft im Innenraum, was im Herbst und Winter besonders wichtig ist, wenn die Pas- sagiere mit nasser Kleidung ins Auto steigen und die Scheiben beschlagen. Im Sommer kann sich ein in der Sonne abgestelltes Fahrzeug auf bis zu 70 Grad Celsius aufheizen. Mit einer Klimaanlage lässt sich die Temperatur in wenigen Minuten auf ein erträgliches Maß abkühlen und konstant halten. Klimaanlage beziehungsweise Klimati- sierungsautomatik sind vom Corsa bis zum Omega für alle Opel-Modelle verfügbar, je nach Ausstat- tung häufig serienmäßig.

Xenon-Scheinwerfer haben die Lichttechnik in den letzten Jahren revolutioniert. Der entstehende Lichtbogen liefert im Vergleich zu einer gängigen Halogenlampe den dreifachen Lichtstrom. Die Ausleuchtung der Fahrbahn ist deutlich breiter und heller, außerdem ähnelt das Xenon-Licht in seiner höheren Farbtemperatur dem natürlichen Tageslicht und erlaubt in der Dämmerung eine schnellere Adaption des Auges vom Umgebungs- licht zum Scheinwerferlicht. Opel setzt mit dem Astra bereits ab der kompakten Mittelklasse auf die lichtstarke Technik.

Intelligente Systeme zur Unfallvermeidung

Die individuelle Sicherheit im Straßenverkehr hat drei Elemente, die sich zu einem nachhaltigen Rundumschutz ergänzen. Die elektronischen Fahrsicherheitssysteme helfen Unfälle zu vermei- den, wenn der Autofahrer in eine instabile Fahr- situation geraten ist. Geschieht dennoch ein Crash, stehen moderne Rückhaltesyteme zur Verfügung, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Im günstigsten Fall kommt es allerdings gar nicht erst

38

Im günstigsten Fall kommt es allerdings gar nicht erst 38 zu einer kritischen Situation. Die Kommunikation

zu einer kritischen Situation. Die Kommunikation des Fahrzeugs mit externen Informations- und Leitsystemen – beispielsweise zur Stauvermeidung – erhält in der Sicherheitsforschung eine immer größere Bedeutung.

Integrierte

Services:

OnStarC@rWeb bietet Verkehrs- und Reise-Infos ebenso wie einen SOS Service Call im Notfall.

Opel beteiligt sich seit über 20 Jahren zusammen mit anderen namhaften Herstellern an nationalen und internationalen Projekten zur Entwicklung intelligenter Verkehrsinformationssysteme. Unter anderem unterstützt Opel mit maßgeblichen Beiträgen das europäische Prometheus-Programm und etliche vom Bundesforschungsministerium geförderte Feldversuche mit Verkehrsleitsystemen in deutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Bochum: Die Projekte MOTIV und WAYFLOW beschäftigen sich mit dem Mobilitätsmanagement für den öffentlichen und individuellen Verkehr in Ballungsräumen. In beiden Fällen arbeitet Opel daran, Daten und Informationen zur Verkehrsitu- ation maßgeschneidert für den Autofahrer auf- zubereiten. Im Rahmen des INVENT-Projekts ist Opel an der Entwicklung von Fahrerassistenz- systemen beteiligt, die die Umgebung des Fahr- zeugs erfassen und den Fahrer im Stop-and-go- Verkehr unterstützen.

OnStarC@rWeb-System

Mit dem OnStarC@rWeb-System hat Opel einen zukunftsfähigen Telekommunikations- und Internet-Service zur Serienreife entwickelt. Für den Compact Van Zafira und den Omega Caravan ist das System bereits seit Frühjahr 2002 bestellbar,

Ökonomie und Mobilität

andere Modelle werden folgen. OnStarC@rWeb bietet Zugriff auf Datenbanken, die Verkehrs- und Reiseinformationen bereithalten. Zudem kann das System so programmiert werden, dass es Verkehrmeldungen und Wetterberichte automa- tisch aufruft und den Fahrer frühzeitig warnt. Darüber hinaus steht dem Nutzer das gesamte Mobilitätsangebot von Opel zur Verfügung. Bei der Entwicklung von OnStarC@rWeb standen eine größtmögliche Sicherheit und damit eine leichte Bedienung von Beginn an im Mittelpunkt.

Die jüngste Innovation von OnStar ist der OnStar SOS Service Call, der rund um die Uhr einen automatischen Zugang zu standortbezogener und persönlicher Hilfe im Notfall ermöglicht. Je nach Unfallart werden Crashsensoren im Fahrzeug aktiviert, die Airbags oder die Gurtschlossstraffer auslösen. Das neue System ermittelt zeitgleich die genaue Position des Fahrzeugs über das Global Positioning System, GPS, und sendet diese mit den Fahrzeugdaten über ein Radio-integriertes Mobiltelefon an das OnStar SOS Service Center. Parallel hierzu wird eine Sprechverbindung zu einem speziell geschulten OnStar SOS Berater aufgebaut, der die erforderliche Hilfe koordiniert und den Kontakt mit den Insassen hält, bis Hilfe vor Ort ist.

In einem akuten Krankheitsfall oder wenn die Insassen des Fahrzeugs Zeugen eines Unfalls werden, können sie mit Hilfe einer SOS-Taste im Innenraum auch jederzeit manuell einen Notruf absetzen. Sollte nach Aktivierung des automa- tischen oder manuellen Notrufes ein OnStar SOS Berater mit niemandem aus dem Unfallwagen in Kontakt treten können, wird automatisch ein Rettungsteam zum Standort des Fahrzeugs dirigiert.

Der OnStar SOS Service Call kann seit Oktober 2002 bestellt werden und ist deutschlandweit überall dort verfügbar, wo die Mobilfunknetze von T-Mobile und Vodafone empfangen werden können, eplus und O2 werden ab Frühjahr 2003 angeschlossen sein.

Technik der Zukunft

Vor allem durch den verstärkten Einsatz von Elektronik wird sich die Verkehrssicherheit weiter steigern lassen. Ein großes Entwicklungspotenzial bieten dabei die Felder der elektronischen Sicherheitssysteme und der computergestützten Kommunikationstechnik.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Opel arbeitet an verschiedenen Systemen, um künftige Opel-Fahrzeuge noch sicherer zu machen.

Versuche laufen mit Lane Departure Warning (LDW), das erkennen kann, ob das Auto aus Un- achtsamkeit oder Müdigkeit des Fahrers dem Fahrbahnrand zu nahe kommt. Das System warnt mit einem akustischen und optischen Signal den Fahrer, der den Kurs rechtzeitig korrigieren kann. Adaptive Cruise Control (ACC) bremst das

korrigieren kann. Adaptive Cruise Control (ACC) bremst das Um die Ecke: Mit Adaptive Forward Lighting (AFL)

Um die Ecke:

Mit Adaptive

Forward

Lighting (AFL)

präsentiert Opel

eine wegweisen-

de Scheinwerfer-

Technologie.

AFL kombiniert

Bi-Xenon-Schein-

werfer mit einem

90-Grad-Abbie-

gelicht für Kreu- zungen und enge Biegungen.

gelicht für Kreu- zungen und enge Biegungen. Fahrzeug selbsttätig ab, wenn es zu vorausfah- renden Autos

Fahrzeug selbsttätig ab, wenn es zu vorausfah- renden Autos oder sonstigen Hindernissen einen definierten Mindestabstand unterschreitet. Ist die Fahrbahn wieder frei, beschleunigt das System auf die vorher gewählte Geschwindigkeit. Als Stauassistent kann ACC bei Kolonnenfahrt Schritt- geschwindigkeit einhalten und, wenn nötig, das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen.

39

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Individuelle Mobilität ist auch künftig unverzichtbar. Ihre Zukunft hängt davon ab, dass es gelingt, bei der Produktion und Nutzung von Automobilen, soweit wie technisch möglich, Emissionen zu vermeiden. Des- halb haben bei Opel seit Jahren öko-effiziente Pro- duktionsverfahren und Produkte einen herausragen- den Stellenwert.

Da fossile Brennstoffe derzeit noch die wichtigste Kraftstoff-Quelle sind, arbeitet Opel daran, diese Ressourcen effizient zu nutzen und die Emissionen wirkungsvoll zu reduzieren. Mit der Nutzung alter- nativer Kraftstoffe wie Erd- und Biogas sowie der Großserienreife eines Null-Emissionen-Fahrzeugs ab 2010 investiert Opel massiv in die Mobilität der Zukunft. Unser Ziel ist es, sowohl individuelle Mobi- lität in den aufstrebenden Märkten Europas, Asiens und Lateinamerikas aufzubauen als auch Klima, Natur und Ressourcen zu schützen.

Naturgewalten:

Urkräfte für eigene Zwecke nutzbar zu machen, gehört zu den großen Fortschritten in der menschlichen Entwicklung. Auch die Mobi- lität der Zukunft wird die Energien des Wassers, des Winds und der Sonne nutzen, um eine Balance mit der Umwelt herzustellen.

Nachhaltige Mobilität

Auf dem Weg zum emissionsfreien Fahrzeug

Die Vereinten Nationen haben errechnet, dass bis zum Jahr 2030 der weltweite Fahrzeugbestand von derzeit rund 800 Millionen Pkws und Lkws auf das Doppelte anwachsen wird. Opel steht zur Selbst- verpflichtung der im Verband der Europäischen Automobilhersteller zusammengeschlossenen Unternehmen, die Kohlendioxid-Emissionen in der Neufahrzeug-Flotte bis zum Jahr 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu verringern.

bis zum Jahr 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer zu verringern. 42 Um dieses Ziel zu

42

Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt Opel drei unterschiedliche Ansätze, die Teil einer Gesamtstrategie sind:

Erstens arbeitet das Unternehmen daran, den Verbrauch von Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren (Benziner und Diesel) zu senken.

Zweitens setzt Opel auf Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen wie Erd- und Biogas betrieben werden können – zum Beispiel auf den Zafira CNG (Compressed Natural Gas) und den Astra Caravan CNG.

Und drittens ist das langfristige Ziel die Markteinführung von emissionsfreien Fahrzeugen, so genannten „zero emission vehicles“: alltagstaugliche Brennstoffzellen- Autos mit Wasserstoff als Energieträger.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Eco-Modelle

Sparen ohne Verzicht

Weil klassische Verbrennungsmotoren auch in den kommenden Fahrzeuggenerationen überwiegen werden, liegt ein Schwerpunkt bei Opel darauf, deren Verbesserungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

43

Innovativ: Der Opel Astra Eco 4 ist das erste Vierliter-Auto in der kompakten Mittelklasse und

Innovativ: Der Opel Astra Eco 4 ist das erste

Vierliter-Auto in

der kompakten

Mittelklasse und

kombiniert be-

sonders geringen

Verbrauch mit

Alltagstauglich-

keit ohne Ein- schränkungen.

Maßnahmen und deren Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch in Prozent

Veränderungen des Kraftstoffverbrauchs 0 –1 –2 –3 –4 –5 –6 –7 –8 –9 –10
Veränderungen des Kraftstoffverbrauchs
0
–1
–2
–3
–4
–5
–6
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Rollwiderstand

Luftwiderstand

Fahrzeugmasse

Antriebsstrang

0 –2 –4 –6 –8 –10
0
–2
–4
–6
–8
–10

Veränderungen der Fahrzeug-Parameter

44

Der wichtigste Ansatzpunkt dafür ist die Weiter- entwicklung der Antriebe, also von modernen Verbrennungsmotoren und hoch effizienten Getrie- ben.

Darüber hinaus sind Verbesserungen am Fahr- zeug durch die Optimierung der Aerodynamik und durch bezahlbare Leichtbau-Lösungen möglich.

Bezahlbare Alternativen mit Breitenwirkung

Dabei setzt Opel in puncto Verringerung der Umweltbelastung konsequent auf Breitenwirkung. Statt exotische Sparmodelle mit begrenztem All- tagsnutzen auf den Markt zu bringen, arbeiten die Ingenieure des ITEZ an umweltverträglichen Technologien für jede Fahrzeugklasse, die für alle Autofahrer bezahlbar sind. Die Eco-Linie steht für Fahrzeuge, die sich durch einen besonders geringen Verbrauch auszeichnen ohne Alltags- tauglichkeit und Fahrspaß einzuschränken – und das zu einem äußerst attraktiven Preis-Leistungs- Verhältnis.

Mit dem Astra Eco 4, der von einem 1,7-Liter- Turbodieselmotor (55 kW/75 PS) angetrieben wird, und dem neuen Corsa Eco mit 1.0-Liter Benzin- motor bietet Opel zurzeit zwei Vertreter der umweltorientierten Modelllinie an; weitere Eco- Fahrzeuge befinden sich in der Entwicklung.

Der Astra Eco 4 war bei seinem Marktstart im Juni 2000 mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometer (MVEG-Norm) und einem CO 2 -Ausstoß von 119 Gramm pro Kilometer das erste Vierliter-Auto der kompakten Mittel- klasse.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Fahrspaß und Alltagstauglichkeit

Mit dem neuen Corsa Eco haben die Opel-Inge- nieure das erfolgreiche Konzept des Astra Eco 4 für einen Benziner angepasst. Ziel der Optimie- rung war es auch hier, ein Auto zu realisieren, das weder beim Fahrspaß noch bei Komfort, Sicherheit oder Alltagstauglichkeit zu Kompromissen zwingt und außerdem in der Anschaffung erschwinglich bleibt.

Der Corsa Eco basiert auf dem Corsa 1.0 mit Easytronic-Getriebe und erfüllt bereits die EURO-4- Abgasnorm, die erst ab 2005 in Kraft tritt.

Dank der angepassten Schaltkennlinie der Easy- tronic, Verbesserungen bei der Aerodynamik und weiterer Detail-Optimierungen konnte der Kraft- stoffverbrauch des ohnehin sparsamen, 43 kW/ 58 PS starken Dreizylinder-Motors auf 4,9 Liter pro 100 Kilometer im MVEG-Gesamtzyklus (118 Gramm CO 2 pro Kilometer) gesenkt werden. Damit ist der Corsa Eco der sparsamste Benziner seiner Fahrzeugklasse.

ECOTEC-Motoren

Die Aktivitäten von Opel bei der Optimierung kon- ventioneller Technologien beziehen sich nicht nur auf Modelle mit dem Beinamen „Eco“. Im Blickfeld der Forschung und Entwicklung befinden sich alle Baugruppen sämtlicher Opel-Modellreihen.

Einen entscheidenden Beitrag zur Verbrauchsopti- mierung leisten zum Beispiel die ECOTEC-Motoren, die Opel seit 1993 schrittweise, Modell übergrei- fend einführte. Aktuell gibt es drei Diesel-Direkt- einspritzer und acht Benziner mit einer Hubraum- Spannbreite von 1,0 bis 3,2 Liter und einem Leis- tungsspektrum von 40 kW/55 PS bis 155 kW/211 PS. Gemeinsames Charakteristikum aller ECOTEC- Motoren ist der Vierventil-Brennraum mit zentral angeordneter Zündkerze beziehungsweise Diesel- Einspritzdüse. Bei Benzinern sorgt dies für gleich- mäßig kurze Flammwege; beim Diesel für eine gleichmäßige Verteilung des Kraftstoffs im Brenn- raum. Dadurch wird ein günstiger Verbrennungs- ablauf unter allen Betriebsbedingungen erreicht.

Die ECOTEC-Motorenreihe zeichnet sich vor allem durch Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig hoher Leistung und hohem Drehmo- ment aus. Die Benziner erfüllen bereits die strenge EURO-4-Norm, die Direkteinspritzer-Dieselmotoren sind nach EURO 3 zertifiziert. Die Spitze bei den Selbstzündern bildet der durchzugsstarke und gleichzeitig sparsame 2,2-Liter-Turbodiesel-Direkt- einspritzer mit 92 kW/125 PS und dem maximalen Drehmoment von 280 Nm zwischen 1.500 und

Nachhaltigkeitsbericht 2002

2.750 min -1 , der in verschiedenen Modellen zum Einsatz kommt. Das Hightech-Aggregat wartet mit modernster Motorentechnik auf: Direkteinsprit- zung, variable Turbinengeometrie, Ladeluftküh- lung, Hochdruck-Einspritzung mit 1.800 bar, Vierventiltechnik sowie zwei gegenläufige Aus- gleichswellen für einen besonders kultivierten Lauf. Neben seinem Einspritzsystem und dem Oxi-

kultivierten Lauf. Neben seinem Einspritzsystem und dem Oxi- dationskatalysator sorgt eine Abgasrückführung für die

dationskatalysator sorgt eine Abgasrückführung für die Einhaltung der Grenzwerte. Die Abgasrück- führventile werden elektrisch angesteuert, was im Vergleich zu einer pneumatischen Regelung eine noch exaktere Anpassung an den Betriebs- zustand des Motors ermöglicht und zu einer weite- ren Reduzierung der Stickoxidemissionen führt. Bis Ende 2003 wird Opel vier neue Common-Rail- Dieselmotoren mit einem breiten Leistungsspekt- rum, geringem Gewicht und niedrigem Verbrauch einführen.

Machbar: Dank

technischer Inno-

vationen bringt

es die Studie Eco- Speedster auf rund 250 km/h

Spitzengeschwin-

digkeit – und einen Durch- schnittsverbrauch von 2,5 Liter Dieselkraftstoff.

Stärkster ECOTEC-Benzinmotor ist das 155 kW/ 211 PS starke 3.2 V6-Top-Triebwerk des neuen Vectra GTS. Er hat einen für diese Leistungsklasse ungewöhnlich genügsamen Verbrauch von nur 10,1 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer (Gesamt- verbrauch nach MVEG-Norm). Durch den Einsatz von Aluminium und dem ultraleichten Werkstoff Magnesium leistet das Kraftwerk einen wichtigen Beitrag zum Leichtbau-Prinzip.

45

Intelligenter
Intelligenter

Easytronic vereint Vorteile von Automatik und Schaltgetriebe

Eine Weltpremiere feierte Opel mit der Einführung des automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebes Easytronic, das seit 2001 zunächst serienmäßig im Corsa 1.2 16V zum Einsatz kam. Easytronic lässt dem Fahrer die Wahl zwischen einem auto- matischen Fahrprogramm und dem Schalten von Hand. Ihr Vorteil: Im Vergleich zu einem mecha- nischen Schaltgetriebe wiegt die Easytronic nur knapp vier Kilogramm mehr; eine Getriebeauto- matik mit Drehmomentwandler dagegen ist rund 25 Kilogramm schwerer.

Durch ihre hohe Effizienz – insbesondere im Corsa 1.0 ECO, bei dem die Opel-Ingenieure die Easy- tronic so programmierten, dass der Motor bei verhaltenem Gasfuß immer im verbrauchsgüns- tigsten Bereich läuft – und durch den Automatik- Komfort ist Easytronic für kleinere Triebwerke besonders attraktiv. Zukünftig wird Opel sie auch im neuen Meriva einsetzen.

„Twinport“: Spritspar-Technologie für kleine Ottomotoren

Mit der innovativen „Twinport“-Technologie hat Opel eine intelligente, zugleich technisch unkom- plizierte und deshalb ebenso verlässliche wie erschwingliche Lösung zur Verbrauchssenkung kleiner Benzinmotoren bis maximal 1,6 Liter Hubraum entwickelt. Mit „Twinport“ lässt sich die Gemischzufuhr zu den Motorzylindern bedarfs- gerecht steuern: Im Teillastbetrieb wird einer der beiden Einlasskanäle eines Zylinders gedrosselt. Daraufhin bildet sich im Brennraum ein intensiver Drall, der den verbrauchsgünstigen Betrieb des Motors mit einem hohen Anteil an rückgeführtem Abgas ermöglicht. Bei Volllast hingegen wird die Drosselvorrichtung geöffnet, die Füllung nimmt zu, und die volle Leistung steht zur Verfügung. Durch die Anpassung der Ladungsbewegung an die jeweiligen Erfordernisse des Motorbetriebs kann das Aggregat gezielt verbrauchsoptimiert arbeiten. Das neuartige „Twinport“-Konzept sorgt für einen Minderverbrauch von bis zu sechs Prozent. Weiterer Vorteil der variablen Einlass-Steuerung:

Die bewährte Saugrohreinspritzung und die Dreiwege-Katalysator-Technik können beibehalten werden, was den technischen Aufwand auf ein sinnvolles Maß beschränkt und die Innovation für alle Kunden bezahlbar macht.

Twinport:

Verbrauchsopti-

mierung im Teil-

lastbetrieb durch

Twinport: Verbrauchsopti- mierung im Teil- lastbetrieb durch Drosselung eines Zylinder-Einlass- kanals (l.) und bei

Drosselung eines

Zylinder-Einlass-

kanals (l.) und bei voller Leis- tung durch opti- male Füllung des Brennraums (r.).

Flexibel:

Easytronic macht

Automatik-Kom-

fort und Schalt-

getriebe-Dyna-

mik auch für kleinere Trieb-

werke möglich – bei optimalem

Kraftstoffver-

brauch.

Innovationen zur Gewichtsreduzierung

Mit intelligenten Konstruktionsmethoden und inno- vativen Werkstoffen arbeiten die Opel-Entwick- lungsingenieure daran, das Fahrzeuggewicht zu senken, ohne dadurch Abstriche bei Sicherheit, Haltbarkeit oder Fahrkomfort hinnehmen zu müs- sen. Die Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch

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Öko-Effizienz und Klimaschutz

den Kraftstoffverbrauch 46 Öko-Effizienz und Klimaschutz sind spürbar: Eine zehnprozentige Gewichts- reduzierung

sind spürbar: Eine zehnprozentige Gewichts- reduzierung beispielsweise senkt den Kraftstoff- verbrauch eines Pkw um zirka 3,5 Prozent.

Innovative Verfahren wendet Opel deshalb etwa im Karosseriebau des Vectra an. Durch den Ein- satz hochfester Stähle konstruieren die Ingenieure Bleche und Träger dünner und leichter. Die Sta- bilität dieser Komponenten ist jedoch ebenso groß wie bei den bisherigen Komponenten aus her- kömmlichem Stahl. Für hohe Stabilität einerseits und geringes Gewicht andererseits sorgen außer- dem die so genannten Tailored Blanks. Dies sind Karosserie-Bauteile, deren Materialstärke „maß- geschneidert“ ist, das heißt genau auf ihre jeweils spezifischen Anforderungen zugeschnitten.

Insgesamt verbesserte sich die Leichtbaugüte des neuen Vectra gegenüber seinem Vorgänger um 23 Prozent. Unter dieser Messgröße verstehen Ingenieure das Verhältnis des Gewichts zur Steifig- keit und Grundfläche eines Fahrzeugs. Trotz des wesentlich verbesserten Platzangebots, der ausgesprochen hohen Karosseriesteifigkeit und eines umfangreichen Ausstattungspakets konnte der Anstieg des Gewichts gegenüber dem Vorgän- germodell auf nur rund 40 Kilogramm begrenzt werden. Durch fast 300 Einzelmaßnahmen – darunter auch die verstärkte Vewendung von Aluminium und Magnesium – haben die Experten insgesamt mehr als 150 Kilogramm Gewicht sparen können.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Leichtbauquali- Bionik: Von der Natur lernen

tät: Die Motor- haube des neuen Vectra ist aus Aluminium – und deshalb 45 Pro- zent leichter als eine herkömm- liche Stahlblech- Haube.

Parallel zur richtigen Materialauswahl reduzieren Entwicklungsingenieure das Gewicht verschie- denster Komponenten durch innovative Konstruk- tionsverfahren. Der noch junge Wissenschaftszweig der Bionik ist auf diesem Gebiet führend und wird von Opel bereits bei der Konstruktion von Motorhaltern und Chassisbauteilen wie Achsschen- keln oder Lenkern angewendet.

wie Achsschen- keln oder Lenkern angewendet. Vorbildlich: Opel- Ingenieure machen sich Erkenntnisse der

Vorbildlich: Opel- Ingenieure machen sich Erkenntnisse der Biologie zu Nutze, um bioni- sche Anwendun- gen zu entwi- ckeln. Eigene

Software-Pro-

gramme helfen

dabei.

In der Bionik nutzen Ingenieure bei der Konstruk- tion gezielt die Erkenntnisse der Biologie. Denn die Natur setzt beispielsweise bei Bäumen oder Skeletten Haltbarkeit, Belastbarkeit und Material- einsatz in ein optimales Verhältnis. Bei computer- simulierten Wachstumsprozessen, die sich an diesen Regeln der Natur orientieren, sahen sich

Die Natur ist das Vorbild für innovative Konstruk- tionsverfahren

die Ingenieure bisher allerdings mit verschiedens- ten Einschränkungen konfrontiert. Denn auch modernste Fertigungsverfahren sind heute noch nicht in der Lage, zum Beispiel Gussteile in allen

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Formen zu erstellen, die die Computersimulation entwirft. Probleme entstehen besonders bei unge- wöhnlich geformten

Formen zu erstellen, die die Computersimulation entwirft. Probleme entstehen besonders bei unge- wöhnlich geformten Hohlräumen.

Opel-Spezialisten entwickelten deswegen die Soft- ware TopShape. Dieses Programm simuliert nicht nur die natürlichen Wachstumsregeln von Bäumen und Knochen, es berücksichtigt außerdem sämt- liche technischen Einschränkungen, die bei der Herstellung von Gussteilen auftreten. Bei der Kon- struktion von Motorhaltern und Chassisbauteilen erzielt diese Software gegenüber bisherigen, streng bionischen Computersimulationen deswegen eine Gewichtsreduzierung um 20 Prozent.

Virtual-Reality-Programme für weniger Luftwiderstand

Ausgezeichnete aerodynamische Eigenschaften haben bei Opel-Automobilen Tradition. Denn der Luftwiderstand eines Fahrzeugs hat erheblichen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Und obwohl eine Verbesserung umso schwerer fällt, je höher das bereits erreichte Niveau ist, gelang es den

48

Ingenieuren, beim neuen Opel Vectra den Luft- widerstandsbeiwert abermals zu senken. Mit einem c W -Wert von 0,28 gehören Vectra und Vectra GTS zu den aerodynamischsten Mittelklasse-Modellen überhaupt und unterbieten ihre Vorgänger deutlich.

Dieser Spitzenwert ist das Ergebnis frühzeitiger Strömungssimulationen am Computer und umfangreichen aerodynamischen Tests in ver- schiedenen Windkanälen.

Abgeschaut: Die Bionik analysiert die Konstruk- tionsprinzipien der Natur und nutzt sie für opti- mierte Anwen- dungen – zum Beispiel beim Bau von Achs- schenkeln.

Neuland betraten die Aerodynamik-Experten des ITEZ in Rüsselsheim bei der rechnergestützten Simulation. Anströmung des Fahrzeugs, Strö- mungsverläufe unter der Fronthaube und Motor- kühlung konnten erstmals gleichzeitig am Com- puter nachgeahmt werden. Dieser gleichzeitigen Simulation verdankt der Opel Vectra beispiels- weise optimierte Lufteinlässe im vorderen Stoß- fänger. Sie versorgen die Aggregate im Motorraum besonders effizient mit Kühlluft und bieten zugleich dem Fahrtwind den geringstmöglichen Widerstand.

Von modernsten Entwicklungsprogrammen pro- fitierte zugleich der neue Corsa ECO. In der Summe führten verschiedene Verbesserungen zu

ECO. In der Summe führten verschiedene Verbesserungen zu Windschlüpfig: Kontinuierliche Verbesserungen der

Windschlüpfig:

Kontinuierliche Verbesserungen der Luftwider- standsbeiwerte sind unter ande- rem das Ergebnis umfassender Simulationen am Computer.

einer Verringerung des c W -Wertes auf unter 0,30 – schon der Serien-Corsa ist mit dem c W -Wert 0,32 in dieser Disziplin für einen Kleinwagen vorbildlich.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Ausgezeichneter Erdgas-Zafira

Erd- und Biogasfahrzeuge

Das zweite Element der Dreifach-Strategie von Opel zur Schonung der Ressourcen und zur Senkung von Emissionen sind Automobile, die mit Erd- und Biogas betrieben werden können.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

49

Herausragendes Beispiel dafür ist der Opel Zafira 1.6 CNG (Compressed Natural Gas) mit Erdgas- antrieb. Auf der neuen Umweltliste 2002/2003 des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erreichte er bei den Vans den ersten Platz. Bei dem Öko-Check für Autos ist der wichtigste Bewertungsfaktor neben Lärm- und Schadstoffwerten der Kraftstoff- verbrauch und damit die Menge des ausgestoße- nen CO 2 .

Monovalent plus -Konzept: Maximale Effizienz im Erdgasbetrieb

Im Gegensatz zu bivalenten Fahrzeugen, die für den Benzinbetrieb optimiert sind und im Erd- gasbetrieb Leistungseinbußen von rund zehn Prozent verzeichnen, ermöglicht Opel mit dem „Monovalent plus “-Konzept des Zafira maximale Effizienz im Gasbetrieb. Da Erdgas mit bis zu 130 Oktan deutlich klopffester ist als Benzin, lässt sich der Motorwirkungsgrad durch Anhebung der Verdichtung entsprechend erhöhen. Die Folge:

Leistungswerte wie bei einem Benzinmotor.

Sicherheit: Genaue Überprüfung jedes einzelnen Gastanks

Die kompakte Verbundlenker-Hinterachse des Zafira ermöglicht eine optimale Unterbringung der Kraftstoffbehälter: Zwei Gasdepots sowie der Benzin-Reservetank sind vor der Hinterachse platziert, zwei CNG-Speichereinheiten dahinter. Ein Einbaurahmen aus hochfestem Stahl sorgt für eine hohe Aufprallsicherheit der Druckbehälter, in denen das auf 200 bar komprimierte Erdgas gespeichert wird. Alle vier Tanks werden individu- ell vor dem Einbau mit einem Druck von 300 bar geprüft. Zusätzlich ist jeder der für eine Druck- belastung von 450 bar ausgelegten Behälter mit einem eigenen Magnetventil ausgerüstet, das den Gasstrom abschaltet, sobald die Anlasser- drehzahl vom Motor unterschritten wird. Im Crashfall bewirken zusätzlich mechanische Durch- flussbegrenzer eine automatische Abschaltung. Sollte es zu einem Brand kommen, sorgt eine spezielle Schmelzsicherung an jedem Ventil für ein kontrolliertes „Abblasen“ des Erdgases, sobald eine Temperatur von 110 Grad Celsius überschrit- ten wird. Zusätzlich stellt eine Berstsicherung bei unzulässig hohem Druck in den Gastanks ebenfalls ein kontrolliertes Abblasen sicher.

Da Erdgas leichter als Luft ist, schlägt es sich im Falle eines Lecks im System – etwa nach einem schweren Unfall – nicht am Boden nieder. CNG- Automobile wie der Zafira können daher in Park- häusern und Garagen abgestellt werden.

Auch das Tanken von Erdgas ist völlig unproble- matisch. Ein ausgereiftes System mit genormten Zapf- und Füllstutzen stellt sicher, dass keine Bedienungsfehler auftreten können. Der Tankvor- gang erfolgt mit Hilfe eines Gaskompressors und nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie bei

und nimmt in etwa so viel Zeit in Anspruch wie bei Sicher und sauber: Die Inte-

Sicher und sauber: Die Inte- gration der aus hochfestem Stahl gefertigten Erd- gastanks und technische Vor- kehrungen wie die Gasstrom- abschaltung im Crashfall sorgen beim Zafira CNG für höchste

Sicherheitsstan-

dards.

Der seit 2002 in Serie produzierte Zafira 1.6 CNG ist für die Nutzung von Erdgas, Biogas oder belie- bige Mischungen von Bio- und Erdgas ausgelegt. Sein Motor basiert technisch auf dem 1.6 16V ECOTEC-Benzinmotor und ist monovalent, das heißt speziell auf den Gasantrieb abgestimmt, kann aber auch mit Benzin betrieben werden. Zusätz- lich zu seinen vier Unterflur-Gastanks mit einem Fassungsvermögen von 110 Litern ist der Zafira CNG mit einem Reservetank für 14 Liter Benzin ausgerüstet. Dank dieses innovativen Konzepts mit der Bezeichnung „Monovalent plus “ garantiert der Zafira CNG volle Alltagstauglichkeit und uneingeschränkten Fahrspaß bei einer Gesamt- reichweite von rund 500 Kilometern und gewohnter Zafira-Innenraum-Variabilität mit sieben Sitzen.

50

Öko-Effizienz und Klimaschutz

voll nutzbar. Gebaut wird der Erdgas-Zafira von der in Rüsselsheim ansässigen Opel Special Vehicles GmbH (OSV). Neben dem Compact Van planen die OSV-Spezialisten den Umbau weiterer Opel-Modelle auf CNG-Betrieb, so ist für 2003 der Astra Caravan mit Unterflur-Gastanks vorgesehen.

Auf der Umweltliste 2002/2003 des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erreichte der Opel Zafira 1.6 CNG bei den Vans den ersten Platz

Erdgas: Günstig für die Umwelt

den Vans den ersten Platz Erdgas: Günstig für die Umwelt Vorteilhaft ist der Erdgasantrieb besonders in

Vorteilhaft ist der Erdgasantrieb besonders in ökologischer Hinsicht:

Dank des hohen Wasserstoff- und niedrigen Koh- lenstoffanteils von Erdgas fallen deutlich weniger Schadstoffe an als bei Benzin- oder Dieselmotoren. So kann sich der Ausstoß von Kohlenmonoxid (CO) um bis zu 90 Prozent, von Kohlendioxid (CO 2 ) um rund 30 Prozent und von Kohlenwasserstoffen (HC) um 45 Prozent verringern. Ebenfalls um 90 Prozent reduziert werden kann die Emission von Stickoxiden (NO x ), was zu einer deutlichen Min- derung der bodennahen Ozonbildung führt. Erdgas ist zudem nahezu schwefelfrei und verbrennt ohne Rußbildung. Der Zafira 1.6 CNG erfüllt die strengen D-4-Abgasgrenzwerte problemlos und hat damit in Deutschland die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung von bis zu 307 Euro. Die Einstufung nach EURO 4 ist in Vorbereitung.

flüssigem Treibstoff. Der Zafira 1.6 CNG ist zudem mit einem einzigartigen Universal-Füllstutzen ausgestattet, der auch in Ländern mit anders ge- normten Erdgas-Tankanlagen – wie zum Beispiel in Italien – ohne zusätzlichen Adapter angeschlos- sen werden kann.

Vorteil: Innenraumvariabilität bleibt uneingeschränkt erhalten

Auch als Erdgasfahrzeug behält der Zafira alle praktischen Eigenschaften, die maßgeblich zum großen Erfolg des Opel Compact Van beigetragen haben. Dank der Raum sparenden Unterbringung der Tanks bleiben die einzigartige Innenraum- variabilität und das hohe Transportvolumen uneingeschränkt erhalten. So ist das Flex7-Sitz- system, mit dem sich der Zafira in kürzester Zeit und ohne Sitzausbau von einem Sieben- in einen Zweisitzer mit über 1.700 Liter Ladevolumen ver- wandeln lässt, auch an Bord des Zafira 1.6 CNG

Gas im Tank:

In Berlin sind „Tausend Um- welttaxis“ im

Einsatz – darun- ter auch Zafira

CNG-Sieben-

sitzer, die dank intelligenter Integration der Erdgastanks ein optimales Raum- angebot haben.

Ausbau: Tankstellennetz wird immer dichter

In Deutschland sind zirca 12.000 Automobile mit Erdgasantrieb zugelassen – ein Fahrzeugvolumen, das sich aufgrund neu verfügbarer Modelle und der sich stetig verbessernden Infrastruktur schnell erhöhen wird. So geht der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft davon aus, dass sich die Zahl der Erdgastankstellen in der Bundesrepublik von derzeit etwa 265 bis Ende des Jahres 2002 auf 300 erhöhen wird und dass in spätestens zehn Jahren über 1.000 Stationen eine flächendeckende Versorgung sicherstellen werden.

Engagement in nationalen und internationalen Projekten

Seit langem engagiert sich Opel in zahlreichen nationalen und internationalen Projekten, um Erd- gas als umweltschonenden Energieträger zum Durchbruch zu verhelfen. So war der Zafira 1.6 CNG zum Beispiel offizielles Fahrzeug des EU-Umwelt- Stadtprojektes „Bo01 – City of Tomorrow“, das im Jahr 2001 im schwedischen Malmö stattfand. Bei diesem europäischen Modellprojekt zur Stadt der

Nachhaltigkeitsbericht 2002

51

Zukunft, das Wege zur Versorgung von Wohnun- gen mit regenerativen Energien und zur Nutzung umweltverträglicher Transportsysteme aufzeigte, kamen zehn Erdgas-Zafiras im Rahmen eines Carsharing-Angebots für die Einwohner der Modell- stadt in Malmö zum Einsatz. Getankt wurde dort eine Mischung aus Erdgas und Biogas aus den Abfällen der Modellstadt.

Auch in der Bundeshauptstadt Berlin trägt Opel dazu bei, Erdgasfahrzeugen zum Durchbruch

Berlin trägt Opel dazu bei, Erdgasfahrzeugen zum Durchbruch zu verhelfen: Dort beteiligt sich der Automobilher- steller

zu verhelfen: Dort beteiligt sich der Automobilher- steller am Projekt „Tausend Umwelt-Taxis für Berlin“ (TUT), das von der Bundesregierung geför- dert wird. Die ersten fünf Zafira CNG-Siebensitzer übergab das Unternehmen im September 2001 an Berliner Taxi-Betriebe.

Schließlich unterstreicht die Teilnahme am „Trägerkreis Erdgasfahrzeug“, einer Initiative zur Förderung des Marktes für erdgasbetriebene Kraftfahrzeuge, der neben Unternehmen der Automobil- und Mineralölindustrie auch der Bundesverband der Gas- und Wasserwirtschaft angehört, das Engagement von Opel für den vermehrten Einsatz alternativer Kraftstoffe.

52

Unkompliziert:

Der Einbau der Erdgastanks in die Fahrzeuge ist dank der Inge- nieur-Leistungen auf dem Gebiet des Packaging eine einfache Angelegenheit.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Eine Strategie für die Zukunft

Brennstoffzellen-Autos mit Wasserstoff

Nachhaltigkeitsbericht 2002

53

Motorcheck: Die Leistungsfähig- keit der Elektro- antriebe, die von Brennstoff- zellen ihre Ener- gie erhalten,

Motorcheck: Die

Leistungsfähig-

keit der Elektro- antriebe, die von Brennstoff- zellen ihre Ener- gie erhalten, wird gemessen und kontinuier- lich verbessert.

General Motors (GM) und Opel haben eine Strategie für die Zukunft der nachhaltigen Mobi- lität entwickelt. Rick Wagoner, CEO und Präsident von General Motors, hat sie folgendermaßen formuliert: „Wir haben die Vision einer zukünftigen Wasserstoff-Wirtschaft als Grundlage für eine weltweite nachhaltige Mobilität. Eine Welt, in der Fahrzeuge mit erneuerbaren Energien ange- trieben werden und für die Umweltdiskussion nicht mehr relevant sind.“

Für GM und Opel ist die Kombination von Brenn- stoffzelle und Wasserstoff die Grundlage für das Antriebssystem der Zukunft. Denn mit dieser Kombination sind Antriebe machbar, die ohne Schadstoff- und CO 2 -Emissionen arbeiten, einen hohen Systemwirkungsgrad und deutlich redu- zierte Geräuschemissionen haben. Die Idee eines „Null-Emissionen-Fahrzeugs“ wird durch Brenn- stoffzellen-Autos mit Wasserstoff realisierbar.

Das Funktionsprinzip der Brennstoffzelle

Eine Brennstoffzelle ist ein elektrochemischer Ener- giewandler, in dem Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe eines Katalysators räumlich getrennt zu

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Wasser reagieren. Dabei wird die chemische Energie dieser Reaktion zum Großteil in elektrische Energie umgewandelt. Die für Fahrzeuganwen- dungen favorisierte Polymer-Elektrolyt-Membran- (PEM-) Brennstoffzelle arbeitet bei Temperaturen von 80 bis 90 Grad Celsius. Jede Brennstoffzelle setzt sich im Wesentlichen aus drei Bauteilen zusammen: der Brennstoff-Elektrode (Anode), der Sauerstoff-Elektrode (Kathode) und dem Elektro- lyten, der den Ionentransport bei der chemischen Reaktion übernimmt. Umspült man die Anode mit Wasserstoff, werden diesem die Elektronen entzogen. Die Wasserstoff-Ionen, die Protonen, wandern durch den Elektrolyten, das heißt durch die Polymer-Membran, in Richtung Kathode und verbinden sich dort mit Luftsauerstoff zu Wasser. Die Elektronen, die an der Anode entste- hen, können auf ihrem Weg zur Kathode elektri- sche Arbeit leisten. In größerer Anzahl zu einem Block in Reihe geschaltete Einzelzellen generieren genügend Leistung für den Antrieb eines Elektro- motors.

Obwohl der Engländer Sir William Grove das eigentlich simple Prinzip der Brennstoffzelle, näm- lich durch die Umkehrung der Elektrolyse Strom zu erzeugen, bereits vor über 160 Jahren entdeckte, ist erst heute die Massenanwendung der Brenn- stoffzelle realisierbar. Denn erst in den vergan- genen zehn Jahren sind die zentralen Fortschritte auf dem Gebiet der Membrantechnologie erreicht worden, die für die Entwicklung der PEM-Brenn- stoffzelle nötig waren. Wissenschaftler und Tech- niker haben erst heute das notwendige tiefere Verständnis für die in der Zelle ablaufenden Kata- lyseprozesse. Ebenso ermöglichen auch die Fort- schritte in der Computer-Technologie erst seit kurzem die Modellierung von Brennstoffzellen- Systemen in Hochleistungsrechnern. Ferner waren Entwicklungen auf den Gebieten der Oberflächen- technologie, der Fertigungsverfahren und der effizienten Hochleistungselektronik notwendig.

Auf dem Weg zur Großserienreife:

Der HydroGen3

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Serien- reife von Brennstoffzellen-Fahrzeugen mit Was- serstoff ist die Studie HydroGen3 – ein auf Basis des Opel Zafira gebautes und aus dem Versuchs- träger HydroGen1 weiterentwickeltes Brennstoff- zellen-Fahrzeug, mit dem GM und Opel nun in der Lage sind, die Flottendemonstration zu starten.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Der HydroGen3 verfügt über einen Brennstoffzel- len-Stack der neuesten Generation mit 200 in Reihe geschalteten Einzel-Brennstoffzellen, der eine Dauerleistung von 94 Kilowatt liefert. Diese wird über einen Spannungswandler dem Asynchron- Drehstrommotor zugeführt.

Der Elektromotor des HydroGen3 leistet maximal 60 Kilowatt. Mit seinem effizienten Antrieb be- schleunigt der HydroGen3 in rund 16 Sekunden von null auf Tempo 100 und erreicht eine elektro- nisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde. Ein moderner Edel- stahltank ermöglicht die sichere und zugleich Platz sparende Speicherung von flüssigem Wasser- stoff.

Bei einem Fassungsvermögen von 4,6 Kilogramm Wasserstoff ermöglicht das Kraftstoffspeicher- system eine Reichweite von 400 Kilometern im Europäischen Fahrzyklus. Parallel entwickeln Opel und GM auch Speichersysteme, die Wasser- stoff unter bis zu 700 bar Druck speichern können. Gegenüber dem Vorgängermodell HydroGen1 wurde der HydroGen3 in zahlreichen wichtigen Punkten deutlich verbessert. Ein Beispiel ist der Ver- zicht auf eine Hochleistungs-Pufferbatterie. Dieser Energiespeicher diente beim HydroGen1 noch dazu, Bedarfsspitzen des Antriebs abzudecken. Beim HydroGen3 ist es den Ingenieuren außerdem

gelungen, das Brennstoffzellen-System dynamisch so zu optimieren, dass es den Leistungsbedarf unverzüglich aus eigener Kraft erfüllen kann. Dieser Fortschritt brachte Gewichtseinsparungen und ein verbessertes Packaging mit sich, sodass der HydroGen3 über den vollen Laderaum des Zafira in der Fünfsitzer-Anordnung verfügt.

Die Optimierung der Architektur des gesamten Brennstoffzellen-Systems führte außerdem dazu, dass das durch die Reaktion von Wasserstoff und

dazu, dass das durch die Reaktion von Wasserstoff und Reif für die Flottendemons- tration: Mit dem

Reif für die

Flottendemons-

tration: Mit dem

HydroGen3

macht Opel einen entschei- denden Schritt auf dem Weg zur Großserienreife von Brennstoff-

Sauerstoff in den Zellen anfallende Wasser aus- reicht, um den Feuchtigkeitsbedarf der Brennstoff- zellen-Membranen zu decken. Das macht zusätz- liche externe Befeuchtungskomponenten für die Zellen überflüssig und bedeutet weitere Raum- und Gewichtsvorteile.

Weiterentwickelt wurde auch das elektrische Trak- tionssystem, das jetzt wesentlich kompakter ist. Das komplette aus Wechselrichter, Elektromotor

stoff.
stoff.

zellen-Fahrzeu-

gen mit Wasser-

Die Idee eines „Null-Emissionen-Fahrzeugs“ wird durch Brennstoffzellen-Autos mit Wasserstoff realisierbar

sowie Getriebe mit Parksperre und Differenzial bestehende Modul wiegt insgesamt nur 92 Kilo- gramm. Zudem kann das gesamte Antriebssystem auf dem Hilfsrahmen im Motorraum des Serien- Zafira montiert werden, was einen weiteren Schritt in Richtung Serienreife bedeutet.

Wasserstoffwas einen weiteren Schritt in Richtung Serienreife bedeutet. Sauerstoff Wasserdampf Einfach und effizient: In der

SauerstoffSchritt in Richtung Serienreife bedeutet. Wasserstoff Wasserdampf Einfach und effizient: In der Brennstoffzelle

Wasserdampfin Richtung Serienreife bedeutet. Wasserstoff Sauerstoff Einfach und effizient: In der Brennstoffzelle reagiert

Einfach und effizient:

In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff. Es ent- steht elektrische Ener- gie und als „Abfallpro- dukt“ Wasserdampf und Wärme.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

55

Entscheidend für die zukünftige Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit des HydroGen3 sind die ausgezeichneten Fahrzeug-Wirkungsgrad- Werte, also die Energieausnutzung des Antriebs.

Das Brennstoffzellen-Fahrzeug mit Wasserstoff von GM/Opel erreicht bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde einen Wirkungsgrad von deutlich über 40 Prozent – zudem liegen die Wirkungsgrade bei jeder Geschwindigkeit deutlich über denen eines modernen Diesel-Fahrzeugs. Im Europäischen Fahrzyklus ergibt sich für den HydroGen3 ein Wirkungsgrad von 36 Prozent, während das Direkteinspritzer-Diesel-Fahrzeug gleicher Leistung nur 22 Prozent erreicht. Dabei emittiert das Brennstoffzellen-Fahrzeug überhaupt kein Kohlendioxid im Gegensatz zu 177 Gramm CO 2 -Ausstoß pro Kilometer beim Diesel.

Die nachhaltige Mobilität der Zukunft ist mit den jüngsten Fortschritten der Brennstoffzellen- Technologie in greifbare Nähe gerückt. Denn Brennstoffzellen-Fahrzeuge mit Wasserstoff sind gegenüber Verbrennungsmotor-Antrieben wettbewerbsfähig,

weil die Leistungsfähigkeit von Brennstoff- zellen-Systemen dem Verbrennungsmotor überlegen ist,

weil heute die Integration dieser Systeme in Fahrzeuge technisch machbar ist und

weil Brennstoffzellen-Fahrzeuge keine funktio- nalen Einschränkungen aufweisen; der für die Kunden wichtige „Spaß am Fahren“ bleibt in vollem Umfang gewährleistet.

Blick in die Zukunft: Die Studie Hy-wire

Eine Vorstellung von den fortschrittlichen auto- mobilen Konzepten in der zukünftigen Ära der Brennstoffzellen-Technologie und Wasserstoffwirt- schaft ermöglicht schon heute die Studie Hy-wire, die General Motors auf dem Pariser Automobil- salon im September 2002 präsentierte. Sie ist das erste fahrbare Automobil mit Wasserstoff-Brenn- stoffzellen-Antrieb und By-wire-Technologie. Die By-wire-Technologie verschafft dem Fahrer größere Freiheit, indem sie eine elektronische statt mechanische Kontrolle von Lenkung, Bremsen und anderen Fahrzeugsystemen realisiert.

Für den Hy-wire nahm GM die heute verfügbare Technologie und integrierte sie in ein innovatives Automobil, das sich in Gewicht und Größe mit heutigen Luxusfahrzeugen vergleichen lässt. Alle Antriebs- und Kontrollsysteme des Fahrzeugs

56

lässt. Alle Antriebs- und Kontrollsysteme des Fahrzeugs 56 Futuristisch: Der Hy-wire verbindet zwei Zukunfts- konzepte

Futuristisch: Der Hy-wire verbindet zwei Zukunfts- konzepte in einer Studie. Denn die Möglichkeiten der Brennstoff- zellen-Technik sind hier mit der

By-wire-Techno-

logie in Einklang gebracht.

hier mit der By-wire-Techno- logie in Einklang gebracht. befinden sich in einem 279 Millimeter dicken

befinden sich in einem 279 Millimeter dicken Skateboard-artigen Chassis. Das maximiert den Innenraum für fünf Personen und ihr Gepäck. Es gibt keinen Motor, über den man hinwegschauen müsste, und es sind keine Pedale zu bedienen – nur eine Steuer- und Kontrolleinheit namens „X-drive“, die leicht auf die linke oder rechte Fahrerposition gebracht werden kann.

Hy-wire ist das Ergebnis globaler Kooperation. GM-Designer und -Ingenieure in den Vereinigten Staaten entwickelten das Fahrzeug-Chassis und das Karosserie-Design sowie die Systemplanung und die Integration des elektrischen Systems. Ingenieure des von GM und Opel gemeinsam gegründeten Zentrums zur Erforschung der Brenn- stoffzellen-Technologie in Mainz-Kastel integrier- ten das Brennstoffzellen-Antriebssystem. Es ist das gleiche System wie im HydroGen3.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

„Well-to-Wheel“-Studie

Einen wichtigen Beitrag zur Klärung der Frage, welche die sauberste und umweltverträglichste Energiequelle für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft ist, leisteten GM und Opel mit der von ihnen in Auftrag gegebenen Well-to-Wheel- Studie. Dabei untersuchten Experten von GM und Opel sowie der Energieindustrie zusammen mit dem Forschungsinstitut L-B-Systemtechnik GmbH die komplette Kette von der Treibstoffproduktion aus Basisstoffen bis zum tatsächlichen Verbrauch des Kraftstoffs im Auto, also vom Bohrloch bis zum Rad (Well-to-Wheel).

Nachhaltigkeitsbericht 2002

57

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen ins- gesamt 44 Wege zur Treibstoffgewinnung, so genannte Treibstoffpfade, sowie 18 konventionelle und alternative Antriebskonzepte – unter euro- päischen Bedingungen projiziert auf das Jahr 2010. Das in der Studie verwendete Referenzfahrzeug war der Opel Zafira 1.8, gefahren im europäischen Fahrzyklus (EDC), der sowohl Stadtfahrten als auch Hochgeschwindigkeitsanteile enthält. Alle untersuchten Antriebskonzepte mussten zudem imstande sein, die hohen Kundenerwartungen

Treibhausgas-Emissionen, Bohrloch zum Rad

Erdöl Erdgas Erneuerbar/Elektrizität 250 200 150 100 50 0 –50 Bohrloch zumTank Tank zum Rad
Erdöl
Erdgas
Erneuerbar/Elektrizität
250
200
150
100
50
0
–50
Bohrloch zumTank
Tank zum Rad
Benzin VMF
Diesel-Direkt-
einspritzer
VMF
Benzinreformer
Erdgas VMF (EU-Mix)
BZF
Fischer-Tropsch
Diesel-
Direkteinspritzer
VMF
(entlegene
Erdgasquellen)
Flüssigwasserstoff
VMF
(EU-Mix)
Methanolreformer
BZF
(entlegene
Erdgasquellen)
Flüssigwasserstoff
BZF
(EU-Mix)
Druckwasserstoff
BZF
(EU-Mix)
Ethanolreformer
(Zuckerrüben)
BZF Elektrolyse)
Druckwasserstoff
BZF
(EUHolzanbau)
Druckwasserstoff
BZF
(EU-Mix,
Elektrolyse)
Flüssigwasserstoff
BZF
(Windkraft,
Treibhausgas-Emissionen/
gCO
-Äquivalent/km
2

VMF: Verbrennungsmotor-Fahrzeug BZF: Brennstoffzellen-Fahrzeug

europäischer Autofahrer zu erfüllen. So waren Mindestwerte für die Beschleunigung oder die Höchstgeschwindigkeit festgelegt, auch eine Reichweite von 650 Kilometern war zu erzielen. Entsprechend dem bis 2010 gesteckten Zeit- rahmen fanden innovative Motor- und Antriebs- technologien wie Direkteinspritzung bei Benzin- und Dieselfahrzeugen sowie mit Erdgas oder flüssigem Wasserstoff betriebene Verbrennungs- motoren Berücksichtigung.

Prüfung verschiedener Energieträger

Auf der Kraftstoffseite wurden die Pfade nach Energieträgern in vier Gruppen zusammengefasst:

Rohöl, Erdgas, Elektrizität – aus klassischen Kraftwerken sowie aus erneuerbaren Quellen – und Biomasse. Ein Ergebnis: Bei ganzheitlicher Betrachtung der Treibhausgas-Emissionen stellt sich die Erzeugung von Wasserstoff mit nachfolgen- der Verwendung in der Brennstoffzelle als die beste Nutzung von Erdgas heraus. In geringerem Maße zeigt auch der direkte Einsatz von Erdgas

58

im Verbrennungsmotor Vorteile gegenüber Benzin- und Dieselmotoren. Die Verwendung von Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wurde, in einem Verbrennungsmotor bringt allerdings keine Vorteile gegenüber Benzin- und Dieselmotoren mit sich. Außerdem wurde deutlich, dass auf Methanol basierende Brennstoffzellen-Fahrzeuge Diesel- und Benzinverbrennungsmotoren und Brennstoffzellen-Fahrzeugen mit Benzinreformer- Systemen nicht überlegen sind. Die beste Alternative ist eindeutig, Wasserstoff mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom – zum Beispiel aus Windenergie – herzustellen und in der Brennstoff- zelle einzusetzen. Dann gibt es praktisch keine Treibhausgas-Emissionen.

Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft

Die im Frühsommer 2002 in Berlin und Brüssel der Öffentlichkeit vorgestellte Studie – ihre Ergebnisse sind im Internet unter www.lbst.de/gm-wtw abrufbar – lässt zusammenfassend folgende Schlüsse zu:

Brennstoffzellen-Fahrzeuge können Treibhaus- gas-Emissionen von der Energiegewinnung bis zum Antrieb im Auto stark reduzieren oder, sofern sie mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen laufen, gänzlich eliminieren.

Brennstoffzellen-Fahrzeuge, die mit Wasser- stoff aus reformiertem Erdgas fahren, erzielen geringere Treibhausgas-Emissionen als Benzin- oder Dieselmotoren.

Durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff gene- riert hohe Treibhausgas-Emissionen, wenn die Elektrolyse mit herkömmlich erzeugtem Strom geschieht, und praktisch keine Emissionen, wenn die Elektrizität aus regenerativen Quellen stammt.

Mit Methanol betriebene Brennstoffzellen- Fahrzeuge bieten keinen Vorteil im Vergleich zu Benzin- oder Dieselmotoren oder zur Brenn- stoffzelle mit Benzinreformer.

Optimierte Erdgas-Fahrzeuge zeigen geringere Treibhausgas-Emissionen als Benzin- und Dieselmotoren.

Verbrennungsmotoren, die mit flüssigem Wasserstoff aus Erdgas fahren, verursachen zwar keine CO 2 -Emissionen im Fahrzeug, aber höhere Gesamtemissionen an Treibhausgasen als konventionelle Benzin- oder Dieselmotoren. Die Einführung von Wasserstoff-Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist also nur sinnvoll, wenn diese auf Basis erneuerbarer Energien fahren.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Umweltmanagement

Opel hat sich für eine dezentrale Umweltorganisation ent- schieden, damit alle Fachbereiche die Belange der Umwelt von Anfang an in ihre Entscheidungs- und Geschäftspro- zesse integrieren. Als Bindeglied zwischen den Bereichen dient der Umweltlenkungs-Ausschuss (ULA) als zentrales Gremium.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

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Umweltorganisation Adam Opel AG

Vorstand Adam Opel AG Direktoren Werksleitung Werksleitung Werksleitung Werksleitung ITEZ Umwelt-Lenkungsausschuss
Vorstand Adam Opel AG
Direktoren
Werksleitung
Werksleitung
Werksleitung
Werksleitung
ITEZ
Umwelt-Lenkungsausschuss
Umweltbeauftragte
bzw. Umweltmanagementvertreter
Unternehmens-
Vertrieb
Recht
Personal
Werk*
Werk*
Werk*
Werk*
kommunikation
u. Service
Rüsselsheim
Bochum
Kaiserslautern
Eisenach
Qualität
Finanz
Einkauf
ITEZ

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Umweltorganisation

Der ULA ist für sämtliche bereichsübergreifende Umweltthemen und für die Festlegung der über- geordneten Umweltstrategie von Opel verant- wortlich. Alle Unternehmensbereiche, zum Beispiel das Internationale Technische Entwicklungszent- rum (ITEZ) sowie die Werke, entsenden Vertreter in dieses Gremium. Damit kommen Verantwort- liche für alle Phasen des Produktlebenszyklus zusammen.

Ein wichtiges gemeinsames Ziel der ULA-Mitglieder ist es, ein funktionierendes Umwelt-Frühwarn- system kontinuierlich auszubauen und bereichs- übergreifend fachliche Synergien zu erhöhen.

Zu den Aufgaben des ULA gehören unter anderem:

den Informationsaustausch zwischen Geschäftsleitung, ULA, Mitarbeitern und Öffentlichkeit sicherzustellen,

die Opel-Umweltleitlinien, die er entwickelte und die seit 1996 unternehmensweit gelten, zu aktualisieren und nach innen und außen zu kommunizieren,

das Umweltprogramm der Adam Opel AG zu entwickeln und zu verfolgen,

umweltstrategisch relevante Themen zu son- dieren und dazu eine Unternehmens-Position zu entwickeln,

*gleichzeitig Vertretung der Standorte

Umweltleistungen zu bewerten und daraus Projekte und unternehmensübergreifende Lösungen zu initiieren, zu aktualisieren und zu kommunizieren.

Umweltmanagementsysteme

Bei der Gestaltung des Umweltmanagements orientieren sich alle Standorte des Unternehmens an der ISO-Normenreihe 14000 ff. Alle Abtei- lungen in den Standorten erheben nach diesen Anforderungen an Managementsysteme die umweltrelevanten Aspekte ihres Handelns und bewerten diese. Aus den Ergebnissen leitet jede Abteilung Maßnahmen zur Verbesserung ab und bringt diese schließlich in die laufenden Geschäfts- pläne ein. Somit entsteht ein kontinuierlicher Ver- besserungsprozess.

Die Werke Eisenach, Bochum und Kaiserslautern ließen ihre Umweltmanagementsysteme nach EMAS (Eco-Management and Audit-Scheme) zertifizieren. Dabei war das Automobilwerk in Bochum eines der ersten Werke in Deutschland, das bereits 1995 sein Umweltmanagementsystem nach diesem System validieren ließ.

In Überstimmung mit der GM-Unternehmenspolitik sind auch die Zulieferer von Opel dazu verpflich- tet, sich an Umweltmanagementsystemen nach ISO 14001 oder EMAS zu orientieren beziehungs- weise ihre Managementsysteme zertifizieren zu lassen.

Ein zentraler Teil des Umweltmanagements bei Opel ist die Erfassung und Bewertung aller direk- ten und indirekten Umweltauswirkungen – in der Produktion ebenso wie in der Planung und Ent- wicklung oder beim Bau neuer Produktionsanla-

Öko-Effizienz und Klimaschutz

gen. Zu den direkten Umweltauswirkungen etwa der Produktion zählen unter anderem Emissionen in die Atmosphäre, Einleitungen in Gewässer, die Nutzung von natürlichen Ressourcen, Rohstof- fen und Energie. Als indirekte Umweltauswirkungen bezeichnet man hingegen solche Auswirkungen, die mittelbar durch Tätigkeiten, Produkte oder

Ein zentraler Teil des Umweltmanagements bei Opel ist die Erfassung und Bewertung aller direkten und indirekten Umweltauswirkungen – in der Produktion ebenso wie in der Planung und Entwicklung oder beim Bau neuer Produktionsanlagen

und Entwicklung oder beim Bau neuer Produktionsanlagen Sparkurs: Gereinigtes Abwasser aus der Öltrennungs- anlage

Sparkurs:

Gereinigtes Abwasser aus der Öltrennungs- anlage im Werk Kaiserslautern wird anschlie- ßend in der Pro- duktion wieder verwendet.

Dienstleistungen verursacht werden. Dabei erfasst und bewertet ein Unternehmen zum Beispiel Umweltstandards seiner Lieferanten und die über die Produktion hinausgehenden Abschnitte des Produktlebens wie Entwicklung, Design, Transport, Verwendung und Verwertung.

Durch die Analyse der direkten und indirekten Umweltauswirkungen schafft Opel die Grundlagen einer integrierten Produktpolitik, deren Ziel es ist, die Umweltschutzleistungen des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern.

Faktor Mitarbeiter

Umweltschulungen sind fester Bestandteil der Ausbildung und der regelmäßigen Weiterbildungs- programme in den Werken ebenso wie im ITEZ. Denn nur, wenn die Mitarbeiter die umweltrele- vanten Zusammenhänge kennen, vermögen sie die Umweltauswirkungen ihrer Tätigkeit richtig zu beurteilen. Konstrukteure, Fertigungsplaner und Meister, die im ITEZ an der Entwicklung von Fahrzeugen und Produktionsanlagen arbeiten, besuchen beispielsweise Seminare der Abteilung für Zentrale Trainings- und Organisationsent- wicklung zur umweltorientierten Fahrzeugentwick- lung, zu Gefahrstoffen und zum Umweltrecht. Sie lernen dort unter anderem Verfahren kennen, mit denen sie die Recyclingfähigkeit eines Werk- stoffs berechnen können. Das hilft ihnen dabei, Fahrzeuge mit verbesserten Recycling-Eigenschaf- ten zu entwickeln. Speziell die Ingenieure lernen hier auch zentrale Zielkonflikte kennen, die etwa zwischen Leichtbau und Recyclingfähigkeit beste- hen. Ferner steht in den Seminaren zur umwelt- orientierten Fahrzeugentwicklung die Analyse der Umweltauswirkungen eines Automobils sowie die Umweltpolitik von Opel auf dem Programm.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

61

Umweltleitlinien

Mobilität ist eine unverzichtbare Voraussetzung für moderne Gesellschaften. Der damit verbun- dene Ressourcenverbrauch kann und muss durch stetige Innovationen kontinuierlich verringert werden. Dieser Gemeinschaftsaufgabe, die Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und jeden einzelnen Bürger herausfordert, stellt sich Opel für seinen Verantwortungsbereich.

Als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Mobilität arbeiten wir mit Sorgfalt und unserer technischen Kompetenz aktiv an innovativen Problemlösungen.

Für Opel in Europa ist die umweltorientierte Unternehmensführung ein wesentliches Instrument zur Sicherung der Zukunft des Unternehmens. Wir bekennen uns zu unserer besonderen Mitver- antwortung für den Schutz der menschlichen Gesundheit, der Natur und der natürlichen Res- sourcen. Es ist unser Ziel, durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Automobilentwicklung und -produktion, von der ersten Produktidee über die Nutzung bis zur Entsorgung, Umweltbelastungen bereits an der Quelle ihres Entstehens zu vermei- den beziehungsweise zu vermindern.

Wir verpflichten uns deshalb zu folgenden Umweltleitlinien:

1. Umweltschutz

Umweltschutz ist ein wesentlicher Teil unserer Unternehmenspolitik.

2. Produkt

Wir verpflichten uns, über den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte die natürlichen Ressourcen schonend einzusetzen und Materialien wiederzuverwerten. Wir entwickeln und fertigen Produkte, deren Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering sind. Wir informieren unsere Kun- den über den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Produkten.

62

3. Fertigung

Durch die Auswahl umweltverträglicher Fertigungs- verfahren und Materialien tragen wir zur Redu- zierung von Umweltbelastungen wie Energiever- brauch, Emissionen, Abwasser und Abfallaufkom- men bei.

4. Kontinuierliche Verbesserung

Wir setzen Technologien ein, die dem technischen Fortschritt entsprechen. Durch einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung in allen Unter- nehmensbereichen werden wir die Umweltverträg- lichkeit unserer Produkte, Dienstleistungen und Produktion ständig erhöhen. An diesem Prozess beteiligen wir auch unsere Partner in der Opel- Händlerorganisation und in der Zulieferindustrie. Die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen ist für uns selbstverständlich.

5. Kompetenz

Umweltschutz ist eine Führungsaufgabe. Wir unterstützen die Kreativität unserer Mitarbeiter, indem wir sie informieren, schulen und motivie- ren, damit sie im Sinne der Umweltleitlinien kompetent und verantwortungsvoll handeln.

6. Dokumentation

Das Erreichen unserer Umweltziele werden wir im Rahmen des Umweltmanagementsystems regelmäßig überprüfen und die Fortschritte dokumentieren.

7. Öffentlichkeit

Wir tragen dazu bei, das Umweltbewusstsein der Gesellschaft weiter zu fördern und suchen in allen Fragen des Umweltschutzes den sachlichen und offenen Dialog mit der Öffentlichkeit. Hierzu informieren wir Kunden, Lieferanten und Medien und arbeiten mit Behörden, Verbänden und ande- ren Institutionen im Umweltschutz zusammen.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Umweltprogramm

Auf Basis seiner Umweltleitlinien hat Opel sich im Rahmen eines Umweltprogramms Ziele gesetzt, die regelmäßig in Umwelt- berichten veröffentlicht wurden. Der vorliegende Bericht informiert über den Status bei der Verfolgung dieser Ziele und das neue Opel-Umweltprogramm.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

63

Umweltleitlinien

Umweltprogramm 2000/2001

Erfüllungsstatus

1. Weiterverfolgung und Neuentwicklung:

Umweltschutz

Opel arbeitet an der kontinu-

Das Verfahren zur Durchfüh-

Managementverfahrensanwei-

ierlichen Verringerung der Auswirkungen auf die Um-

sung „Umweltleitlinien“ wurde freigegeben.

welt, die von der Produktion, Nutzung und Entsorgung von Opel-Automobilen ausgehen.

rung des Reviews der Um- weltleitlinien wird formalisiert.

2. Emissionen und Kraftstoffverbrauch

Produkt

64

Weiterverfolgung:

Opel verfolgt Produktprogram- me, die auf die Selbstverpflich- tungen der Automobilindustrie auf deutscher und europäischer Ebene zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO 2 -Emissionen ausgerich- tet sind.

Um den Zielwert der europäi- schen Automobilindustrie von 140 g CO 2 /km als Durchschnitt der Neufahrzeugflotte 2008 zu erreichen, wird Opel verbrauchs- günstige Fahrzeuge in allen Klassen auf den Markt bringen.

Weiterverfolgung:

Opel wird die Erfahrungen aus dem Serienfahrzeug Astra Eco 4 und dem Konzeptfahrzeug G90 nutzen, um eine weitere Redu- zierung der CO 2 -Emissionen bis hin zu einem Serienmodell mit nicht mehr als 90 g CO 2 /km zu erreichen.

Ziel dieser Entwicklung ist es, den Kunden Automobile mit hohem Nutzwert und vollstän- diger Sicherheits- und Komfort- ausstattung anzubieten.

Weiterverfolgung:

Opel wird die begonnenen tech- nischen Maßnahmen zur Ver- besserung der Getriebe und des Antriebsstrangs weiterentwickeln und zum Serieneinsatz bringen.

Seit 1978 wurde der Flotten- verbrauch in Deutschland um 34,3 Prozent reduziert.

Serienmodelle auf dem Markt:

Astra Eco 119 g CO 2 /km

Corsa Eco 118 g CO 2 /km

Zafira CNG 145 g CO 2 /km

Twinport

Easytronic

Umweltprogramm 2002/2003

Opel arbeitet an der kontinuier- lichen Verringerung der Aus- wirkungen auf die Umwelt, die von der Produktion, Nutzung und Entsorgung von Opel-Auto- mobilen ausgehen.

Opel verfolgt Produktprogram- me, die auf die Selbstverpflich- tungen der Automobilindustrie auf deutscher und europäischer Ebene zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und damit der CO 2 -Emissionen ausgerich- tet sind.

Um den Zielwert der europäi- schen Automobilindustrie von 140 g CO 2 /km als Durchschnitt der Neufahrzeugflotte 2008 zu erreichen, wird Opel verbrauchs- günstige Fahrzeuge in allen Klassen auf den Markt bringen.

Dreifach Strategie:

1. Optimierung und Ausschöp-

fung des Potenzials bewährter

Antriebstechnologien;

2. Serieneinsatz von Fahrzeu-

gen, die mit Erd- oder Biogas- betrieben werden;

3. Entwicklung von marktreifen

Wasserstoff gespeisten Brenn- stoffzellen-Autos.

Opel wird die begonnenen tech-

nischen Maßnahmen zur Ver- besserung der Getriebe und des Antriebsstrangs weiterentwickeln und zum Serieneinsatz bringen.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Umweltleitlinien

Umweltprogramm 2000/2001

Weiterverfolgung:

Opel arbeitet weiter an Alterna- tiven zum Verbrennungsmotor. Bis 2004 will das Unternehmen ein Fahrzeug mit Brennstoff- zellen-Antrieb zur Marktreife bringen.

Weiterverfolgung:

Opel setzt seine technische Kompetenz dafür ein, die Stan- dards der EURO 4 mit allen Motoren bereits vor deren In- krafttreten 2005 zu erfüllen.

Werkstoffe und Komponenten

Weiterverfolgung:

Opel wird die bestehenden Werkstoff- und Komponenten- kreisläufe weiter ausbauen und neue Kreisläufe schließen.

Opel plant, den Einsatz von Kunststoffrezyklaten zu erhöhen.

Der Anteil der zu beseitigenden Abfälle aus der Altautoverwer- tung soll bis 2015 auf maximal fünf Prozent des Altautogewichts reduziert werden.

Um die materialorientierte De- montage bei den Altautover- wertern zu initiieren und Rezy- klatmärkte aufzubauen, setzt Opel auf die weitere Zusam- menarbeit mit Verwerterbetrie- ben.

Opel hat das Ziel, umwelt- und gesundheitsverträgliche Werk- stoffe einzusetzen.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Erfüllungsstatus

Hydrogen 1, 2 und 3

Michelin Challenge Bibendum 2001 Erfolg für HydroGen1 auf ganzer Linie: Einziger Brenn- stoffzellen-Pkw, der die gesamte Strecke zurücklegt.

Bestnoten in Disziplinen Emis- sionen, Handling, Geräusch.

Bibendum Design Award für hervorragende Integration des Brennstoffzellen-Systems.

Rund 60 Prozent aller Motor- typen erfüllen schon heute die Abgasgrenzwerte der zukünf- tigen EURO-4-Norm.

Anzahl der Komponenten im Re-Manufactering Program wurde erhöht.

Serien-Bauteile und Komponen- ten aus Versuchsfahrzeugen werden der Wiederverwertung zugeführt.

Anzahl der spezifizierten Rezy- klattypen wurde erhöht.

Durch produktspezifische Maßnahmen während der Ent- wicklung sowie verbesserte Verwertungstechnologien sind wir diesem Ziel näher gekom- men.

Gespräche mit Demontagebe- trieben (Verwertern) und Roh- stoffindustrie wurden geführt.

Messequipment wurde erneuert/ verbessert.

Neue Spezifikation wurde erstellt.

Umweltprogramm 2002/2003

Opel arbeitet weiter an Alterna- tiven zum Verbrennungsmotor.

Neue Strategie 2010: Groß- serienreife von Brennstoffzellen- Fahrzeugen mit Wasserstoff.

Opel setzt seine technische Kompetenz dafür ein, die Stan- dards der EURO 4 mit allen Motoren bereits vor deren In- krafttreten 2005 zu erfüllen.

Opel wird die bestehenden Werkstoff- und Komponenten- kreisläufe weiter ausbauen und neue Kreisläufe schließen.

Opel plant, den Einsatz von Kunststoffrezyklaten zu erhöhen.

Der Anteil der zu beseitigenden Abfälle aus der Altautoverwer- tung soll bis 2015 auf maximal fünf Prozent des Altautogewichts reduziert werden.

Um die materialorientierte De- montage bei den Altautover- wertern zu initiieren und Rezy- klatmärkte aufzubauen, setzt Opel auf die weitere Zusam- menarbeit mit Verwerterbetrie- ben.

Opel hat das Ziel, umwelt- und gesundheitsverträgliche Werk- stoffe einzusetzen.

65

Umweltleitlinien

Umweltprogramm 2000/2001

Erfüllungsstatus

Geräusch

Weiterverfolgung:

Opel wird kontinuierlich an der Verringerung der Vorbeifahr- und Innengeräusche seiner Fahr- zeuge arbeiten.

Flottengeräuschwert unter 73 dB, gesetzlich sind 74 dB vorgeschrieben.

Gleichzeitig arbeitet Opel inten- siv mit an der Entwicklung einer Geräusch-Messprozedur, die besser an reale Verkehrssitua- tionen angepasst ist.

Entwurfsstadium wurde erreicht. Details werden zur Zeit diskutiert.

3. Fertigung

Weiterverfolgung:

66

Die deutschen Standorte haben sich folgende aus den umfas- senden Umweltprogrammen ausgewählte Ziele gesetzt:

Standort Rüsselsheim

Erstellung eines Lärmkatas- ters

Standort Bochum

Optimierung der Abfallver- wertung insbesondere im Bereich Verpackungen

Ausstattung von Kleinwasch- maschinen mit technischen Einrichtungen zur Wasser- und Energieeinsparung

Optimierung des Abfallhand- lings und der Abfalllagerung durch Installation einer ge- eigneten Umschlagfläche

Standort Kaiserslautern

Erneuerung und Modernisie- rung der bestehenden Abwas- serbehandlung bis Dez. 2002

Altlastensanierungsmaßnah- men bis Dez. 2003

Standort Eisenach

Erstellung eines umfassenden Gefahrstoffkatasters auf Basis von Hazardous Materials Control System (HMCS)

Verbesserungsprogramm für

Kataster und Programm zu Lärmminderungsmaßnahmen wurden erstellt.

Kleinlastträger werden in allen Werken eingesetzt. Einwegver- packung nur bei Überseeanliefe- rung.

Installation von Reinigungs- anlagen zur Standzeitverlänge- rung der Waschlaugen.

Abfallumschlagplätze wurden neu errichtet.

Durch Verringerung des Abwas- seranfalls nur Teilumsetzung erforderlich und durchgeführt.

Geologische Gutachten werden zur Zeit erstellt.

Dieses Programm wird fortlau- fend umgesetzt.

Lärmemission konnte durch Ein-

Umweltprogramm 2002/2003

Opel wird kontinuierlich an der Verringerung der Vorbeifahr- und Innengeräusche seiner Fahr- zeuge arbeiten.

Gleichzeitig arbeitet Opel inten- siv mit an der Entwicklung einer Geräusch-Messprozedur, die besser an reale Verkehrssitua- tionen angepasst ist.

Erste Lärmminderungsmaßnah- men durchführen bis 2003.

Rest bis 2006.

Projekt Ressource Trinkwasser durch Mehrfachnutzung sparen.

Abwasseremissionen reduzieren, Chemikalien einsparen.

Altlastensanierungsmaßnahmen bis Dez. 2003.

Optimierung der vorhandenen Abwasseranlage.

Verminderung der Lösemittel- belastung für die Mitarbeiter bei der Reinigung der Auslaufzone

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Umweltleitlinien

4. Kontinuierliche

Verbesserung

Umweltprogramm 2000/2001

interne und externe Lärm- emissionen

Neuentwicklung und Weiterverfolgung:

Im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum wird ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 aufgebaut und implementiert.

Opel wird die Ökobilanzierung zur Beurteilung von Umweltaus- wirkungen weiterhin konsequent anwenden und parallel dazu am Forschungs- und Lernpro- zess zur schrittweisen Optimie- rung der Analyse-Methoden teilnehmen.

Die Richtlinie für die recycling- orientierte Konstruktion wird in den Konstruktionsbereichen umgesetzt.

Die Opel-Vertragshändler und -Servicebetriebe erhalten alle erforderliche Unterstützung zur weiteren Erhöhung der Umwelt- verträglichkeit ihrer Serviceleis- tungen.

Erfüllungsstatus

bau von Nachschalldämpfern gedrosselt werden.

Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 wurde in Kraft gesetzt.

Durchführung verschiedener Studien zu aktuellen Fahrzeug- projekten.

Interne Schulungen laufen.

Einführung von Longlife-Motor- ölen.

Aktualisierung des Sammel- ordners „Umweltschutz in Opelbetrieben“.

5. Weiterverfolgung:

Kompetenz

Opel wird sein Umweltbildungs- programm um fachspezifische und führungsbezogene Schulun- gen erweitern.

Umwelt-Schulungsmodule wurden zu unterschiedlichen Themen installiert.

6. Weiterverfolgung:

Dokumentation

Opel wird seine Umwelt-Infor- mationssysteme kontinuierlich ausbauen.

Lieferantenworkshops zum Thema Materialdatenbank wurden durchgeführt.

Weiterentwicklung übergreifend geltender Vorgabedokumente zum Umweltschutz.

AOAG-weite Bereitstellung einer Datenbank zum Thema Um- weltrecht.

Zwei AOAG-weit gültige

Umwelt-Managementverfah-

rensanweisungen freigegeben.

Öffentlichkeit

7. Weiterverfolgung:

Im Umweltbericht 2002 wird Opel über die Umsetzung des Umweltprogramms 2000 be- richten.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

2002 wird der erste Nachhaltig- keitsbericht der AOAG veröffent- licht, dadurch Review des Um- weltprogrammes und Ausrich- tung auf neue Unternehmens- strategien.

Umweltprogramm 2002/2003

nach der kathodischen Elektro- tauchlackierung (KTL).

Interne Audits durchführen und gegebenenfalls Maßnahmen umsetzen.

Opel wird die Ökobilanzierung zur Beurteilung von Umweltaus- wirkungen weiterhin konsequent anwenden und parallel dazu am Forschungs- und Lernpro- zess zur schrittweisen Optimie- rung der Analyse-Methoden teilnehmen.

Bedarfsgerechte Weiterschulung.

Die Opel-Vertragshändler und -Servicebetriebe erhalten alle erforderliche Unterstützung zur weiteren Erhöhung der Umwelt- verträglichkeit ihrer Serviceleis- tungen.

Bedarfsgerechte Weiterentwick- lung.

Opel wird seine Umwelt-Infor- mationssysteme kontinuierlich ausbauen.

Weiterentwicklung übergreifend geltender Vorgabedokumente zum Umweltschutz.

Gemäß den Umweltleitlinien wird in der nächsten Umwelt- berichtserstattung über die Umsetzung unserer Ziele berich- tet.

67

Standort Rüsselsheim

Energieverbrauch in 1.000 MWh 2001 2000 1999
Energieverbrauch
in 1.000 MWh
2001
2000
1999
0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 Wasserverbrauch/Abwasser in 1.000 m 3 2001 2000
0
200
400
600
800
1.000 1.200 1.400
Wasserverbrauch/Abwasser
in 1.000 m 3
2001
2000
1999
0
1.000
2.000
3.000
4.000
5.000
Abfälle
in 1.000 t
2001
2000
1999

0

5

10

15

20

25

30

35

40

Erdgasin 1.000 t 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Heizöl

Heizölin 1.000 t 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas

Stromt 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas Heizöl Fernwärme

Fernwärme2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas Heizöl Strom Trinkwasser (Stadtwasser)

Trinkwasser0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas Heizöl Strom Fernwärme (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser

(Stadtwasser)

Brunnenwasser/40 Erdgas Heizöl Strom Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser) Brauchwasser Oberflächenwasser/ Brauchwasser Abwasser

Brauchwasser

Oberflächenwasser/Trinkwasser (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser Brauchwasser Abwasser Indirekteinleitung*

Brauchwasser

AbwasserBrunnenwasser/ Brauchwasser Oberflächenwasser/ Brauchwasser Indirekteinleitung* Abwasser/Kühlwasser *physikalisch,

Indirekteinleitung*

Abwasser/KühlwasserBrauchwasser Abwasser Indirekteinleitung* *physikalisch, chemisch, biologisch behandelt Verwertung

*physikalisch, chemisch,

biologisch behandelt

Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle*physikalisch, chemisch, biologisch behandelt Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung

Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfällebehandelt Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Verwertung überwa- chungsbed. AbfälleAbfälle Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung über- wachungsbed. Abfälle Emissionen in t

Beseitigung über-Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle wachungsbed. Abfälle Emissionen in t 1999 2000 2001

wachungsbed. Abfälle

Emissionen

in t

1999

2000

2001

Schwermetalle im Abwasser in kg

43

46

38

Organische Stoffe – VOC

687

768

680

Kohlenmonoxid

1

18

18

Kohlendioxid (CO 2 )

485.000

443.000

448.000

Stickoxid (NO x )

20

–*

–*

*nicht erfasst

68

448.000 Stickoxid (NO x ) 20 –* –* *nicht erfasst 68 Produktionsstart: 1862/1899 Mitarbeiter 2001: am

Produktionsstart: 1862/1899

Mitarbeiter 2001: am gesamten Standort rund 19.700

Produktionsprogramm: Vectra, Omega, Special Vehicles, Getriebe, Fahrzeugteilesätze, Schaumteile, Pressteile

Am Standort Rüsselsheim eröffnete Opel 2002 das moderns-

te Automobilwerk der Welt: Das neue Werk entstand paral-

lel zur laufenden Produktion mitten auf dem bereits

genutzten Gelände. Deshalb stellte es nicht nur in puncto Organisation, sondern auch im Hinblick auf die Produk- tionsstättenplanung außergewöhnliche Anforderungen. Heute erfüllt es höchste Maßstäbe in Produktivität, Qualität, Flexibilität, Ergonomie und Umweltschutz.

In Rüsselsheim befindet sich zudem die Unternehmenszen- trale, das ITEZ sowie ein Entwicklungsbereich der Fiat- GM-Powertrain, ein Teile- und Zubehörlager und die Opel Special Vehicles GmbH.

Innovative Technik bei Erstbetankung

Im neuen Opel-Werk Rüsselsheim verwirklichte das Unter- nehmen eine kreative Lösung zur Emissionsvermeidung bei der Erstbetankung neu produzierter Opel Vectra mit Benzin- motoren. Der Hintergrund: Bei der Betankung von Kraft- fahrzeugen schreibt der Gesetzgeber vor, die verdrängten Benzindämpfe in den Lagertank zurückzuführen („Gas- rückführung“).

Wegen der großen Entfernungen zwischen Zentral-Tank- lagern und Betankungsstationen in den Endmontagehallen

konnte die Automobilindustrie diese Forderung bisher technisch nicht erfüllen.

Opel fand für das neue Werk in Rüsselsheim eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung. Durch die Installation eines

Zwischentanks in der Nähe der Betankungsstationen kann die „Gasrückführung“ wie an einer öffentlichen Tankstelle erfolgen.

Bei maximaler Produktionsauslastung werden Neufahrzeuge jährlich mit rund zwei Millionen Liter Kraftstoff betankt. Die Emissionsvermeidung durch das neue System beträgt dann rund 2.000 Kilogramm Benzindampf.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Standort Bochum

Energieverbrauch in 1.000 MWh

2001 2000 1999 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 Wasserverbrauch/Abwasser in 1.000 m
2001
2000
1999
0
200
400
600
800
1.000 1.200 1.400
Wasserverbrauch/Abwasser
in 1.000 m 3
2001
2000
1999
0 200
400
600
800
1.000
1.200

Erdgasm 3 2001 2000 1999 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Strom Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser)

Strom2001 2000 1999 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Erdgas Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser) Abwasser

Fernwärme2000 1999 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Erdgas Strom Trinkwasser (Stadtwasser) Abwasser Indirekteinleitung*

Trinkwasser0 200 400 600 800 1.000 1.200 Erdgas Strom Fernwärme (Stadtwasser) Abwasser Indirekteinleitung* *physikalisch,

(Stadtwasser)

Abwasser1.200 Erdgas Strom Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser) Indirekteinleitung* *physikalisch, chemisch, biologisch

Indirekteinleitung*

*physikalisch, chemisch,

biologisch behandelt

Abfälle in 1.000 t 2001 2000 1999
Abfälle
in 1.000 t
2001
2000
1999

0

5

Emissionen

in t

10

15

20

25

30

35

40

Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfället 2001 2000 1999 0 5 Emissionen in t 10 15 20 25 30 35 40

Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle20 25 30 35 40 Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Verwertung überwa- chungsbed. AbfälleAbfälle Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung über- wachungsbed. Abfälle 1999 2000 2001

Beseitigung über-Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle wachungsbed. Abfälle 1999 2000 2001 Schwermetalle im

wachungsbed. Abfälle

1999

2000

2001

Schwermetalle im Abwasser in kg

620

421

44

Organische Stoffe – VOC

603

644

645

Kohlenmonoxid

37

65

65

Kohlendioxid (CO 2 )

400.000

392.000

381.000

Stickoxid (NO x )

150

97

97

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Stickoxid (NO x ) 150 97 97 Nachhaltigkeitsbericht 2002 Produktionsstart: 1962/1995 Mitarbeiter 31.12. 2001: rund

Produktionsstart: 1962/1995

Mitarbeiter 31.12. 2001: rund 11.000

Produktionsprogramm: Astra, Zafira, Fahrzeugteilesätze, Achsen, Motoren und Getriebe.

Der Opel-Standort Bochum, an dem das Unternehmen seit

40 Jahren Automobile produziert, wurde im Zuge der Grün-

dung der Opel Powertrain GmbH restrukturiert. Zugleich investierte Opel in die Modernisierung des Standorts und baute für 50 Millionen Euro ein neues Presswerk für hoch- wertige Karosseriestähle, das 2003 seinen Betrieb aufnehmen wird. Das Teile- und Zubehörlager versorgt Händler weltweit mit Fahrzeugteilen.

Der gesamte Opel-Standort Bochum, also die bisher als Bochum I, II und III bezeichneten Unternehmenseinheiten, Opel Powertrain sowie die neu angesiedelte Betriebsstätte der Opel Special Vehicles GmbH – werden bis Frühjahr 2003

das bisherige Umweltmanagementsystem nach EMAS auf

die internationale Norm ISO 14001 umstellen.

Konsequentes Risikomanagement

Auf dem Gelände der Achsen-, Motoren- und Getriebe- fertigung wurden 2001 die Bauarbeiten für ein neues Rück- haltebecken abgeschlossen. Im Ernstfall speichert dieses Becken das Abwasser der gesamten Produktionsanlage drei regenfreie Tage lang. In diesem Zeitraum verhindert es, dass die Abwässer der Fertigung in die öffentliche Kanalisation gelangen. Es handelt sich dabei um eine Vor- sichtsmaßnahme für mögliche Unfälle oder Brände im

Werk. Denn bei Bränden könnten wassergefährdende Stoffe

ins Löschwasser gelangen. Die neue Wasserrückhaltean-

lage stellt nun sicher, dass in solchen Situationen Abwässer zunächst gereinigt werden, bevor sie das Werksgelände

verlassen.

Auch in der Bochumer Automobilfertigung gab es innova- tive Weiterentwicklungen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit: Ebenso wie in anderen Werken führte Opel einen Chrom-VI-freien Korrosionsschutz ein. In der Phospha- tierungsanlage, einem der Lackiererei vorgeschalteten Bereich, wurde Chrom VI bislang als Schutzschicht auf Metallbauteile aufgebracht. Im Laufe des Jahres 2001 tauschte das Werk Bochum in seiner Karosserie- sowie in seiner Kleinteile-Phosphatierungsanlage dieses Material aus.

69

Standort Eisenach

Energieverbrauch in 1.000 MWh 2001 2000 1999 0 100 200 300 400 Wasserverbrauch/Abwasser in 1.000
Energieverbrauch
in 1.000 MWh
2001
2000
1999
0
100
200
300
400
Wasserverbrauch/Abwasser
in 1.000 m 3
2001
2000
1999
0
100
200
300
400
Abfälle
in 1.000 t
2001
2000 1999
2000
1999

Erdgas0 100 200 300 400 Abfälle in 1.000 t 2001 2000 1999 Strom Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser)

Strom200 300 400 Abfälle in 1.000 t 2001 2000 1999 Erdgas Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser) Brunnenwasser/

Fernwärme300 400 Abfälle in 1.000 t 2001 2000 1999 Erdgas Strom Trinkwasser (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser

Trinkwasserin 1.000 t 2001 2000 1999 Erdgas Strom Fernwärme (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser Abwasser

(Stadtwasser)

Brunnenwasser/2000 1999 Erdgas Strom Fernwärme Trinkwasser (Stadtwasser) Brauchwasser Abwasser Indirekteinleitung* Abwasser

Brauchwasser

AbwasserTrinkwasser (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser Indirekteinleitung* Abwasser Direkteinleitung *physikalisch,

Indirekteinleitung*

AbwasserBrunnenwasser/ Brauchwasser Abwasser Indirekteinleitung* Direkteinleitung *physikalisch, chemisch, biologisch

Direkteinleitung

*physikalisch, chemisch,

biologisch behandelt

Verwertung nicht über- wachungsbed. AbfälleBeseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Beseitigung nicht über- wachungsbed. AbfälleVerwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Verwertung überwa- chungsbed. AbfälleVerwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Beseitigung über-nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle

012345 wachungsbed. Abfälle

Emissionen

in t

1999

2000

2001

Schwermetalle im Abwasser in kg

3

7

3

Organische Stoffe – VOC

101

101

66

Kohlenmonoxid

38

38

38

Kohlendioxid (CO 2 )

79.000

79.000

74.000

Stickoxid (NO x )

19

19

19

70

) 79.000 79.000 74.000 Stickoxid (NO x ) 19 19 19 70 Produktionsstart: 1992 Mitarbeiter 31.12.

Produktionsstart: 1992

Mitarbeiter 31.12. 2001: rund 1.900

Produktionsprogramm: Astra und Corsa Pkw

Die Opel Eisenach GmbH arbeitet von Anfang an mit

modernsten Produktionsanlagen und -methoden, die hohen

Umweltschutz-Anforderungen entsprechen. Gleichwohl hatten die Maßnahmen zur kontinuierlichen weiteren Ver- besserung der Umweltleistungen auch im Jahr 2001 spür- bare Wirkungen. So sanken etwa die Mengen an Abfall und Staubpartikel-Emissionen, und die Lärmemissionen des Werks konnten durch den freiwilligen Einbau von Nach- schalldämpfern reduziert werden.

Zur Verringerung des Energie- und Wasserverbrauchs trug unter anderem eine neue Ultrafiltrationsanlage in der Lackiererei bei, die den Kreislauf der Wasserwiederverwer-

tung auf dem Werksgelände erweiterte und dadurch den

Frischwasserbedarf sowie die Abwassermenge reduziert.

Einen wichtigen Fortschritt erreichten die Verantwortlichen darüber hinaus durch die Einführung eines computerbasier- ten Umweltinformationssystems. Mitarbeiter können hier beispielsweise Schulungsunterlagen sowie gesetzlich festgelegte Umweltrichtlinien abfragen.

Einsatz für die Vielfalt

Das Werk leistete zudem einen wichtigen Beitrag zur För- derung der Biodiversität in der Region Eisenach: Opel in Eisenach nahm das offizielle „Jahr der Fledermaus“ 2001 zum Anlass, 25 Fledermauskästen auf dem Werksgelände aufzuhängen. Dafür zeichnete der Schirmherr der „Aktion

Fledermausfreundlich“, Dr. Volker Sklenar, Minister für

Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt des Landes Thü- ringen, das Opel-Werk im August 2001 aus. Der Hinter- grund: Die Fledermaus-Population in Thüringen ging in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des Landschaftswan- dels und zahlreicher Bausanierungsmaßnahmen drastisch zurück; manche Fledermausarten sind sogar vom Ausster- ben bedroht.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Standort Kaiserslautern

Energieverbrauch in 1.000 MWh 2001 2000 1999 0 100 200 300 400 Wasserverbrauch/Abwasser in 1.000
Energieverbrauch
in 1.000 MWh
2001
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1999
0
100
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300
400
Wasserverbrauch/Abwasser
in 1.000 m 3
2001
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0
100
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Abfälle
in 1.000 t
2001
2000
1999

0

5

10

15

20

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35

40

Erdgasin 1.000 t 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Strom

Stromin 1.000 t 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas

Trinkwassert 2001 2000 1999 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Erdgas Strom (Stadtwasser)

(Stadtwasser)

Brunnenwasser/10 15 20 25 30 35 40 Erdgas Strom Trinkwasser (Stadtwasser) Brauchwasser Abwasser Indirekteinleitung* *physikalisch,

Brauchwasser

AbwasserStrom Trinkwasser (Stadtwasser) Brunnenwasser/ Brauchwasser Indirekteinleitung* *physikalisch, chemisch, biologisch

Indirekteinleitung*

*physikalisch, chemisch,

biologisch behandelt

Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle*physikalisch, chemisch, biologisch behandelt Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung

Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfällebehandelt Verwertung nicht über- wachungsbed. Abfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Beseitigung über-

Verwertung überwa- chungsbed. AbfälleAbfälle Beseitigung nicht über- wachungsbed. Abfälle Beseitigung über- wachungsbed. Abfälle Emissionen in t

Beseitigung über- wachungsbed. AbfälleAbfälle Verwertung überwa- chungsbed. Abfälle Emissionen in t 1999 2000 2001 Schwermetalle im Abwasser in

Emissionen

in t

1999

2000

2001

Schwermetalle im Abwasser in kg

85

51

44

Organische Stoffe – VOC

40

30

38

Kohlenmonoxid

12

5

12

Kohlendioxid (CO 2 )

166.000

150.000

156 .000

Stickoxid (NO x )

35

35

27

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Stickoxid (NO x ) 35 35 27 Nachhaltigkeitsbericht 2002 Produktionsstart: 1966 Mitarbeiter 31. 12. 2001: rund

Produktionsstart: 1966

Mitarbeiter 31. 12. 2001: rund 3.150

Produktionsprogramm: Triebwerke und Komponenten

Am Standort Kaiserslautern beteiligen sich unter der Regie

der Adam Opel AG die GKN Gelenkwellenwerk Kaisers- lautern GmbH (GGK) sowie die Opel Powertrain GmbH an einem gemeinsamen Umweltmanagementsystem. Das gewährleistet auch in Zukunft die weitere Verbesserung der standortbezogenen Umweltleistungen trotz der bedeuten- den strukturellen Veränderungen, die in Kaiserslautern zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung von Arbeitsplätzen stattfanden. So übernahm die GKN Gelenkwellenwerk Kaiserslautern GmbH (GGK) im Herbst 2000 die Fertigung der Antriebswellen und die Härterei von Opel. Im Jahr 2001 übernahm zudem die Opel Powertrain

GmbH die Fertigung von Motoren und Motorkomponenten

sowie die Motoraufbereitung. Die Opel Motoren Kaisers- lautern GmbH und Teile der Opel Diesel Komponenten

GmbH sind in dieser neuen Gesellschaft aufgegangen.

Abluft ohne Rückstände

Der Standort Kaiserslautern erneuerte 2001 die komplette Teilelackieranlage. Sie dient dazu, die am Standort ge- fertigten Achsen vor Korrosion zu schützen. Im Zuge der Modernisierung war eine Umstellung auf wasserlösliche Lacke möglich. Da diese Lacke nur noch sehr geringe Konzentrationen von Lösemitteln enthalten, ist eine Nach- verbrennung der Abluft gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Verantwortlichen in Kaiserslautern entschieden sich trotzdem dafür, die Verbrennungsanlage beizubehalten.

Die Abluft enthält damit praktisch keine Lösemittelrück-

stände mehr. Zudem trägt diese Verbrennung zur Verbes- serung der Luftqualität auch in den Produktionshallen bei.

71

72

Logistik

Von zentraler Bedeutung für die Umweltauswirkungen der gesamten Produktionsphase sind die Logistik-Konzepte des Unternehmens. Deshalb werden bei Opel möglichst viele Transporte von der Straße auf die Schiene verlagert, Leerfahrten grundsätzlich vermieden und wieder verwert- bare Verpackungen eingesetzt.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Opel hat es geschafft, 95 Prozent des Zwischen- werksverkehrs im europäischen Produktionsver- bund auf die Schiene zu verlegen. Dabei sind rund 700 Güterwagen einer speziell für die Auto- mobilindustrie entwickelten Bauart im Einsatz. Dazu kooperiert das Unternehmen eng mit der DB Cargo AG.

Transport mit der Bahn

Beim Neufahrzeugtransport ab Werk zu den Händlern oder Wagenverteilzentren beträgt der Anteil von Bahn und Lkw jeweils rund 50 Prozent. Gerade beim Neuwagen-Transport spielt aber auch der Transport per Schiff eine immer wichti- gere Rolle. Das Opel-Logistik-System sieht bei- spielsweise den Transport der in Deutschland produzierten und für Südeuropa vorgesehenen Fahrzeuge nach Antwerpen zunächst per Bahn oder Lkw vor. Von dort aus werden die Fahrzeuge dann nach Rom verschifft und schließlich an die Endkunden in Italien und Griechenland ausge- liefert.

Die Materialanlieferung von den Zulieferern erfolgt zu 55 Prozent per Lkw, zu 39 Prozent per Bahn und zu je drei Prozent per Flugzeug und Schiff. Durch innovative Projekte wie den Otello (Opel Trans European Lean Logistics)-Express bemüht sich das Unternehmen, den Anteil der Material- anlieferungen per Bahn deutlich zu erhöhen. Der Otello-Express verbindet ein spanisches Logistik- zentrum sowie das Opel-Werk Zaragoza mit dem Werk Eisenach. Die meisten Zulieferer der iberi- schen Halbinsel, die für Eisenach und Zaragoza produzieren, liefern an dieses Logistikzentrum.

„Otello-Express“

Das Besondere am Otello-Express ist die bisher einmalige intensive Zusammenarbeit zwischen der spanischen, der französischen und der deutschen Bahngesellschaft. Für die Überwindung der spa- nisch-französischen Grenze kommt eine wichtige technische Innovation hinzu: Der Einsatz neuer Waggons erleichtert den Wechsel von den rund 20 Zentimeter breiteren spanischen Schienen auf die schmäleren deutsch-französischen Schienen, weshalb die Container nicht mehr umgeladen werden müssen. Der Otello-Express stellt fünfmal pro Woche sicher, dass rund 800 Tonnen Kom- ponenten aus Spanien „just in time“ für die Corsa- Produktion ins Werk Eisenach gelangen.

Jährlich kommen derzeit insgesamt rund 4.000 Waggons in Otello-Express Güterzügen zum Ein- satz – stünden die dadurch ersetzten Lkws alle

Nachhaltigkeitsbericht 2002

die dadurch ersetzten Lkws alle Nachhaltigkeitsbericht 2002 Stoßstange an Stoßstange aneinander gereiht, ergäbe dies

Stoßstange an Stoßstange aneinander gereiht, ergäbe dies eine 62 Kilometer lange „Schlange”. Künftig wird Opel die Otello-Technik unter ande- rem auch für den Bahn-Transport von und nach Polen nutzen.

Moderne Distributionszentren

Zügige Anlie- ferung: Kompo- nenten und Fahr- zeuge werden von Opel auch mit Güterzügen zu den Werken und Händlern

gebracht. In den

Distributions-

zentren der

Werke kommen

Elektrofahrzeuge

zum Einsatz.

Um die Anlieferung der Bauteile an alle Opel- Standorte ökonomisch und ökologisch nachhaltig zu gestalten, setzt das Unternehmen europaweit außerdem auf eine Vielzahl verschiedener Distri- butionszentren. Business Malls, Supply-in-Line- Centers (SILC) und Transplants dienen den Liefe- ranten unter anderem als Zwischenlager. Die Lage dieser Zentren erlaubt es, die Teile von dort aus genau zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Produktionsabfolge an die Linie im Werk zu liefern. Damit reduziert Opel die Lagerhaltung auf ein Minimum. Der Vorteil für die Umwelt: die Zwischenlager tragen zur Reduzierung der Lkw- Kilometer für den Transport bei, weil in den Distributionszentren ausreichend Lagerfläche zur Verfügung steht und die Lieferanten ihre Lkws immer optimal beladen können. Die Anpassung der Lieferungen an die Produktionsabfolge erfolgt erst in den Distributionszentren. Der Transport von den Business Malls an die Produktionslinien etwa in Bochum und Rüsselsheim erfolgt mit umwelt- freundlichen Elektrofahrzeugen.

Transplants und Business Malls funktionieren zugleich auch als Montagebetriebe; die Lieferanten können dort die letzten Fertigungsschritte durch- führen und vor allem sperrige Anbauten vor Ort montieren. Auch dadurch sparen die Lieferanten Ladekapazitäten im Verkehr zwischen den Pro- duktionsstätten und den Distributionszentren und damit Lkw-Kilometer.

73

Öko-effiziente

Produkt-Entwicklung

Das ITEZ entwickelt jedes neue Produkt auf der Grundlage verschiedener GM-Qualitätsrichtlinien, genau spezifizierter Marktanforderungen, der aktuellen und möglichen künftigen Gesetzgebung sowie der Umweltleitlinien von Opel. Das Ziel ist die Minimierung der Umweltauswirkungen von Opel-Produkten und -Werken.

74

Öko-Effizienz und Klimaschutz

GM-Qualitätsrichtlinien Umwelt

Umweltrelevante Aspekte definieren beispielsweise interne Spezifikationen wie die „GM-Qualitätsricht- linien Umwelt“. Diese geben den Entwicklern im ITEZ ebenso wie den Entwicklern bei den Zulie- ferern Auskunft über verbotene und deklarierungs- pflichtige Einsatzstoffe. Um über die dort definier- ten umweltrelevanten Gesichtspunkte hinaus die recyclingorientierte Konstruktion zu fördern, entwickelte ein Expertenteam im GM-Verbund eine weitere weltweit verbindliche GM-Qualitätsricht- linie. Diese „GM-Qualitätsrichtlinie recyclingorien- tierte Konstruktion“ enthält Vorgaben zur recyc- linggerechten Materialauswahl, zur Berechnung der Recyclingfähigkeit sowie zur demontage- gerechten Gestaltung. Konkret heißt das: Die Konstrukteure sind beispielsweise dazu angehal- ten, wo immer möglich, auf Klebe- und Schweiß- verbindungen zu verzichten und stattdessen leicht zu lösende Befestigungen wie Clips oder Schrau- ben zu verwenden. Denn dadurch lassen sich die Kosten bei der Demontage deutlich reduzieren. Die „GM-Qualitätsrichtlinie recyclingorientierte Konstruktion“ hilft den Entwicklern darüber hinaus, Bauteile, Zusammenbauten und ganze Fahrzeuge in Bezug auf ihre Recyclingfähigkeit hin exakt zu berechnen.

Bei der strategischen Auswahl der Materialien wenden die Entwickler außerdem das Verfahren der Ökologischen Bilanzierung an. Diese Analyse erfasst und bewertet den gesamten Lebensweg eines Bauteils von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Verwertung.

Ökologische Bilanzierung

Wichtige Entscheidungen bei der Entwicklung, wie die Auswahl von Werkstoffen und Produktions- verfahren, werden bei Opel immer mit Blick auf die Umweltverträglichkeit getroffen. Mit Hilfe der Ökologischen Bilanzierung lassen sich die Umwelt- auswirkungen der in Betracht gezogenen Alter- nativen entlang des gesamten Lebenswegs von der Rohstoffgewinnung bis zur Verwertung des Fahr- zeugs systematisch erfassen und bewerten. Dank ständiger Verbesserungen ist diese Analyse-Metho- de auf dem besten Weg, sich als fester Bestandteil des Produktentwicklungs-Prozesses zu etablieren.

Eine vollständige Ökobilanz besteht aus Zieldefini- tion, Sachbilanz, Wirkungsabschätzung und Aus- wertung. Bei der Zieldefinition werden zunächst der Gegenstand der Untersuchung und die System- grenzen festgelegt. Dabei ist beispielsweise zu klären, wie detailliert einzelne Prozesse – Beispiel:

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Struktur der Ökologischen Bilanzierung

Zieldefinition: Sachbilanz: Wirkungs- abschätzung: ● Festlegung des Untersuchungs- gegenstands ● Quantitative
Zieldefinition:
Sachbilanz:
Wirkungs-
abschätzung:
● Festlegung des
Untersuchungs-
gegenstands
● Quantitative Erfas-
sung der Input- und
Output-Größen für
Produktherstellung,
● Definition des
Bilanzrahmens
-nutzung und
-verwertung
● Prognose der Um-
weltwirkungen
des betrachteten
Produkts über
seinen gesamten
Lebenszyklus
betrachteten Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus Wiederverwert- bar: Stoßfänger aus Kunststoffen spielen

Wiederverwert-

bar: Stoßfänger

aus Kunststoffen

spielen eine

wichtige Rolle

bei der recycling- freundlichen

Fahrzeugkons-

truktion.

Wartungs- und Pflegevorgänge bei Kfz-Betrieben – berücksichtigt werden sollen. Es gilt: Die Daten- basis muss einerseits so vollständig wie nötig und die Bilanz andererseits so überschaubar und verständlich wie möglich sein.

In die Sachbilanz fließen als Input-Größen vor allem Material-, Energie- und Wasserverbrauch ein. Output-Größen sind Emissionen in Luft, Wasser und Boden. Eine zielführende Sachbilanz zeichnet sich durch die genaue Erfassung aller relevanten Daten und deren Plausibilitätsprüfung aus. Dabei werden Erfahrungswerte, die bei vergleichbaren Studien gesammelt wurden, zu Rate gezogen.

Die Wirkungsabschätzung als nächster logischer Schritt beleuchtet die potentiellen Umweltwirkun- gen des fraglichen Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg. Oft verwendete Wirkungs- kategorien sind: Treibhauseffekt, stratosphärischer Ozonabbau, Ressourcenverbrauch, Bodenver- sauerung oder die Überdüngung von Gewässern. Angesichts der Komplexität der Natur hat die Wirkungsabschätzung in der Regel eher einen Tendenzen beschreibenden Charakter.

75

Die Schlussfolgerungen aus der Ökobilanz mün- den in Empfehlungen für Materialien und Prozesse. Positiver Nebeneffekt der Analyse ist häufig die Identifizierung von Schwachstellen, die gezielte Problemlösungsansätze ermöglicht. Damit steigen einerseits die Chancen zur Verbesserung konven- tioneller Verfahren. Andererseits sind solche Anstöße dazu geeignet, neuen Materialien oder Prozessen zum Durchbruch zu verhelfen.

zur Gewichtsreduzierung wirkt sich vor allem auf den Treibstoffverbrauch und die Kohlendioxid- emissionen während der Nutzungsphase des Corsa aus.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Analyse: Die Kunststoffvariante schneidet in puncto Energie- verbrauch auch bei der Herstellung besser ab als Aluminium. Das liegt daran, dass die Aluminium- Gewinnung sehr energieintensiv ist. Hinzu kommt,

Materialzusammensetzung des Corsa

2,08 % 0,83 % 3,22 % 0,55 % 17,46 % 2,00 % 67,57 % 6,30
2,08 %
0,83 %
3,22 %
0,55 %
17,46 %
2,00 %
67,57 %
6,30 %
Stahl- und Eisen-
werkstoffe
Polymerwerkstoffe
Elektronik/Elektrik
Prozesspolymere
Betriebsstoffe
Leichtmetalle
und Hilfsmittel
Sonstige Werkstoffe
Buntmetalle
und Hilfsmittel Sonstige Werkstoffe Buntmetalle Bei der strategischen Auswahl der Materialien wenden die

Bei der strategischen Auswahl der Materialien

wenden die Entwickler das Verfahren der Ökologischen

Bilanzierung an

dass das Bauteil aus Kunststoff aus einem Teil gefertigt werden

kann, bei der Metallkonstruk- tion hingegen zwei Teile und damit ein höherer Fertigungs- aufwand nötig wären. Bei den Input-Größen hat Polyamid also eindeutige Vorteile. Bei der Betrachtung der Emissionen von Treibhausgasen sowohl in der Produktion als auch in der Nut- zungsphase stellte sich Polyamid ebenfalls als der bessere Werkstoff heraus.

Studie: Aluminium oder Polyamid?

Beispielhaft wird eine Ökobilanz zum Beifahrer- airbag-Gehäuse des Corsa C erläutert. Dabei sollte geklärt werden, ob in diesem Fall ein Bauteil aus Polyamid oder eines aus Aluminium geeig- neter wäre. Welcher Werkstoff bei welchem Bauteil besser abschneidet, hängt von vielen unterschied- lichen Parametern ab, so dass die Ingenieure nur mit einer umfangreichen Ökobilanzierung stichhaltige Aussagen über die möglichen Umwelt- auswirkungen eines Bauteils treffen können.

Die Analyse ergab zunächst, dass das Bauteil aus Aluminium mit einer Abdeckplatte aus Stahlblech rund 860 Gramm wiegen würde, das gleiche Bauteil aus Polyamid dagegen nur 540 Gramm auf die Waage bringt. Dieser Beitrag des Polyamids

Wählerisch: Auch bei der Auswahl von Materialien

für das Fahrzeug- Cockpit sind öko- logische Aspekte von entscheiden- der Bedeutung. Jeder Beitrag zur Gewichtsre- duzierung trägt schließlich zu einem geringeren

Kraftstoffver-

brauch bei.

76

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Umfassender Umweltschutz im gesamten Fahrzeug-Lebenszyklus

Opel betrachtet die Umweltauswirkungen von Fahrzeugen in ganzheitlicher Weise, das heißt über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs hinweg von der Fertigung über die Nutzung bis hin zur Verwertung und Entsorgung.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

77

Deshalb unternimmt Opel zahlreiche Aktivitäten, um etwa die Geräuschemissionen der Fahrzeuge zu verringern, die Umweltauswirkungen zu mini- mieren, die im Händler-Netz durch Wartung, Fahr- zeugpflege und Reparaturen entstehen, sowie die umweltverträgliche Verwertung und Entsor- gung alter Fahrzeuge zu ermöglichen.

Hörbare Verbesserungen

Geräuschsenkungen tragen zur Minderung der negativen Auswirkungen des Straßenverkehrs bei und erhöhen außerdem den Fahrkomfort. Opel verfolgt beim Thema Geräuschemission das Ziel, die gesetzlichen Vorschriften jeweils deutlich zu unterbieten. Während das EU-Schallpegellimit für die beschleunigte Vorbeifahrt 74 dB(A) beträgt, ergeben Typprüfungen der aktuellen Opel-Pkws im Durchschnitt 72,7 dB(A). Einzelne Modelle, wie Corsa 1.0 und 1.2, Astra 1.8 und 2,0 DTI, Zafira 1,8 und Vectra 1,8 sind sogar ganze drei dB(A) leiser als gefordert. Das entspricht einer Halbie- rung der Schallenergie. Konkret heißt das: Zwei Fahrzeuge von je 71 dB werden als so laut emp- funden wie ein Fahrzeug mit 74 dB.

Um den Geräuschpegel im Fahrzeug und außer- halb weiter zu reduzieren, arbeiten die Ingenieure des ITEZ beispielsweise mit Spezialkameras, die Schwingungen als Streifenmuster in Hologrammen abbilden. Die so genannte Holographietechnik macht Geräusche also sichtbar. Spezifische Mess- und Analysesysteme erlauben es zudem, den Weg des Schalls von seiner Quelle bis hin zum Ohr des Fahrzeuginsassen zu verfolgen.

Emissionen: Zukünftige Normen schon heute erfüllt

In den letzten dreißig Jahren sanken die Abgas- grenzwerte für Pkws in der Europäischen Union um über 90 Prozent. Zur Umsetzung der einschlä- gigen Vorgaben ergriff die Autoindustrie vielfäl- tige technische Maßnahmen. Das führte vor allem in den Ballungsräumen zu einer deutlichen Ver- besserung der Luftqualität. Die gesetzlichen Abgasgrenzwerte definieren den erlaubten Aus- stoß an Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff, Stick- oxid und Partikeln. Seit 2000 gelten für neue Fahrzeugtypen mit Otto- und Dieselmotoren die strengen EURO-3-Grenzwerte. 2005 tritt schließlich die EURO-4-Norm in Kraft. Dadurch wird sich die Luftqualität in den nächsten Jahren noch weiter verbessern. Bis auf zwei Ausnahmen erfüllen

78

bereits heute alle Opel-Benziner die EURO-4- Norm. Die Fahrzeughalter kommen dadurch bis 2005 in den Genuss von Steuererleichterungen. Den Opel-Ingenieuren gelang die erneute Ver- besserung der Abgaswerte durch eine noch genauere Feinabstimmung des Motormanage- ments, motornahe Katalysatoren und Modi- fikationen bei Einspritzung und Verbrennung.

und Modi- fikationen bei Einspritzung und Verbrennung. die auf der Grundlage umfangreicher wissen- schaftlicher

die auf der Grundlage umfangreicher wissen- schaftlicher Untersuchungen geführt wurden, hat der Gesetzgeber diesen Zusammenhang aner- kannt. Seit November 2001 fördert er deshalb die flächendeckende Verfügbarkeit von Kraftstoffen mit besonders geringem Schwefelgehalt.

Opel-Vertragswerkstätten: Partnerschaft für den Umweltschutz

Partnerschaft für den Umweltschutz Mit den Augen hören: Holo- grafietechnik macht Geräusche

Mit den Augen hören: Holo- grafietechnik macht Geräusche sichtbar. Opel- Experten senken mit ihrer Hilfe den Geräusch- pegel im Fahr- zeug.

Testverfahren

Opel führt Tests mit modernster Technologie seit Anfang 2002 im neu errichteten Innovations- und Testzentrum der Opel Powertrain GmbH durch. Rund 50 Millionen Euro investierte das Unterneh- men unter anderem in einen neuen Höhen- und Klima-Prüfstand, der das Verhalten der Antriebs- Komponenten bei Temperaturen von minus 40 bis plus 50 Grad Celsius und Höhenlagen von Null bis 3.000 Meter über dem Meeresspiegel untersucht.

Zudem startete das Unternehmen im Jahr 2001 gemeinsam mit einem unabhängigen externen Prüfungsinstitut ein internes Programm zur Über- wachung der Abgasgrenzwerte von Automobilen, die bis zu 80.000 Kilometer gefahren sind. Das Institut überprüft regelmäßig, ob diese Opel-Fahr- zeuge in Kundenhand die gesetzlichen Abgas- grenzwerte noch einhalten. Als Basis hierzu dient ein gemeinsam mit dem Verband der Automobil-

Test: Moderne Prüfstände simu- lieren Fahrten auch unter extre- men Straßen- und Klimabedin- gungen.

industrie (VDA), dem Bundesverkehrsministerium und dem Kraftfahrtbundesamt entwickeltes Testverfahren.

Gemeinsam mit den Opel-Händlern arbeitet das Unternehmen daran, die Umweltauswirkungen eines Pkw in der Nutzungsphase zu vermindern. Autos mit längeren Wartungsintervallen und Verschleißteile, die immer länger halten, leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der neue Vectra. Denn die Serviceintervalle betragen bei den Varianten mit Benzinmotoren nur noch zwei Jahre beziehungs- weise 30.000 Kilometer. Bei Dieselmotoren gelang es den Opel-Ingenieuren, die Serviceintervalle sogar auf bis zu 50.000 Kilometer auszudehnen.

Diesel-Technologie: Partikel vermeiden ist besser als Nachbehandeln

Eine besondere Herausforderung stellt die ab 2005 gültige EURO-4-Norm bei Dieselmotoren dar.

Hintergrund dieses Erfolges: Opel entwickelte für den neuen Vectra spezielle Motoröle mit Longlife- Qualität. Außerdem zeigt im neuen Vectra ein Display am Armaturenbrett dem Fahrer erstmals an, wann der nächste Kundendienst ansteht. Diese Anzeige berücksichtigt

Mit einem flächendeckenden Entsorgungsprogramm stellt Opel die Entsorgung und Verwertung von jährlich 20.000 Tonnen Alt- material aus Servicebetrieben sicher

Dabei geht es insbesondere um die Reduktion der Stickoxide und Partikelemission: Sie gestaltet sich umso komplizierter, je höher Gewicht, Luft- und Rollwiderstand eines Fahrzeugs ausfallen. Opel arbeitet heute an einer Optimierung der Diesel- Motortechnik, um Abgase im Brennraum erst gar nicht entstehen zu lassen. Partkelfilter wird Opel einsetzen, soweit dies zur Erfüllung der EURO-4- Norm erforderlich ist.

Einflussgröße Kraftstoffqualität

Die Abgasemissionen sowohl von Benzin- als auch von Diesel-Fahrzeugen lassen sich mit Hilfe schwefelfreier Kraftstoffe beträchtlich verringern. Das gilt besonders für die Partikelemission, aber auch für Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Stickoxid. Denn Schwefel im Kraftstoff beein- trächtigt die Wirksamkeit des Katalysators. Nach intensiven Gesprächen mit der Automobilindustrie,

die individuelle Fahrweise und erlaubt dadurch die größtmög-

liche Optimierung der Service- intervalle. Das bedeutet nicht nur viel Komfort für den Kunden, es spart auch Motoröl und schont damit die Umwelt.

Umweltgerechte Dienstleistungen

Beim Service hat sich Opel außerdem zum Ziel gesetzt, sämtliche Opel-Händler intensiv bei ihren Bemühungen um umweltgerechte Dienst- leistungen zu unterstützen. Das Engagement reicht von der Förderung von Umweltmanage- mentsystemen bis hin zur Abfallverwertung und der Wiederaufbereitung von Komponenten aus Unfallfahrzeugen für die Reparatur defekter Modelle. Gemeinsam mit einem externen Dienst- leister entwickelte Opel ein speziell auf die Bedürf- nisse der Opel-Händler und -Werkstätten zuge- schnittenes Qualitätsmanagementsystem, OPEL ISO Plus. Darin nimmt der Umweltschutz einen zentralen Platz ein. Die Forderungen dieses Managementsystems, das auf der internationalen

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Nachhaltigkeitsbericht 2002

79

Altauto-Verwertung 95 % Verwendung/Verwertung, 85 % Verwendung/Recycling Obligatorische Zielvorgaben 85 %
Altauto-Verwertung
95 % Verwendung/Verwertung, 85 % Verwendung/Recycling
Obligatorische
Zielvorgaben
85 % Verwendung/Verwertung, 80 % Verwendung/Recycling
Neufahrzeuge
95 % verwendbar/verwertbar, 85 % verwendbar/recyclingfähig
frei von Blei, Quecksilber, Cadmium und Chrom VI
Unterstützung durch Demontageinformationen
Ablieferung bei Verwertungsanlage ohne Kosten für Letztbesitzer
Fahrzeugbestand
Ablieferung bei Verwertungsanlage ohne Kosten für Letztbesitzer
2000
2005
2010
2015
Jahr

80

Norm ISO 9000 basiert, orientieren sich unter anderem an den Opel-Umweltleitlinien. Bis Ende 2001 beteiligten sich bereits 800 deutsche Ver- tragspartner an diesem Programm. Sie verpflich- ten sich damit zu einer konstanten Verbesserung ihrer Arbeitsweise in puncto Umweltschutz.

Um zu überprüfen, inwieweit Umweltschutz-Maß- nahmen konkrete Verbesserungen bewirken, steht allen Opel-Partnern die Möglichkeit offen, den eigenen Betrieb einem „Opel Händler Umwelt Check“ oder einer „Opel Händler Umwelt Ana- lyse“ zu unterziehen. Unabhängige Sachverstän- dige prüfen dabei den Umgang mit Abfall, Ab- wasser, Gefahrstoffen sowie mit dem Transport im jeweiligen Betrieb. Die Umwelt-Analyse geht bei diesen Themengebieten stärker in die Tiefe als der Umwelt-Check und ist damit wesentlich aufwän- diger. Die beiden freiwilligen Kontrollen bieten den Opel-Händlern vielfältige Vorteile wie höherer Rechtssicherheit, niedrigere Beiträge zur Umwelt- schadenshaftpflichtversicherung sowie einen Imagegewinn beim Kunden. Betriebe, die alle Kriterien erfüllen, erhalten dafür ein Umwelt-Siegel.

Unerlässlich für ein funktionierendes Umwelt- management sind gut informierte Mitarbeiter. Das Unternehmen unterstützt die Opel-Händler deshalb in vielfacher Hinsicht bei der Umwelt- schulung ihrer Mitarbeiter. So entwickelt die Abteilung Opel-Händler-Service-Unterstützung einen Sammelordner „Umweltschutz in Opelbetrie- ben“. Dieser Ordner steht jedem Mitarbeiter der Opel-Händler und -Werkstätten zur Verfügung. Die Materialsammlung wird den aktuellen Um- weltauflagen stetig angepasst. Darüber hinaus

bietet Opel seinen Händlern und deren Umwelt- schutzbeauftragten Lehrgänge, Workshops sowie eine Telefonhotline an.

Mit einem flächendeckenden Entsorgungspro- gramm stellt Opel die Entsorgung und Verwertung von jährlich 20.000 Tonnen Altmaterial aus Service- betrieben sicher. Das Unternehmen kommt für die Kosten der Entsorgung auf. Die Händler stellen die sortenreine Trennung und Erfassung aller Werkstoffe sicher.

Recycling: Aus Alt mach Neu

Das Ziel der Recycling-Initiativen von Opel ist es, durch gezielte Maßnahmen das Aufkommen von Abfällen bei der Fahrzeugproduktion und bei der Verwertung von Altfahrzeugen zu mindern und damit wertvolle Rohstoff- und Energieressourcen zu schonen. Dabei setzt das Unternehmen auf recyclinggerechte Konstruktion, den Einsatz wieder aufbereiteter Kunststoffe in der Neuwagen- produktion sowie ein bundesweites Partnernetz qualifizierter Demontagebetriebe.

Bei der Rücknahme von Altfahrzeugen nimmt Opel eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Mit bundesweit mehr als 220 Vertragspartnern, die die Anforderungen des Altfahrzeug-Gesetzes bereits erfüllen, verfügt Opel über das bundesweit größte Verwerter-Netz. Das Unternehmen berät und unterstützt Demontagebetriebe bei der umwelt- verträglichen Behandlung und Entsorgung von Altfahrzeugen schon seit 1992.

Öko-Effizienz und Klimaschutz

Fahrzeugkonstruktion

Die von Opel schon lange verfolgte recycling- freundliche Fahrzeugkonstruktion erlaubt es, solch hohe Recyclingquoten auf effiziente Weise zu erzielen. Große Bedeutung haben bei der recyc- linggerechten Konstruktion die Kunststoffkom- ponenten. Im Interesse einer hohen passiven Sicherheit und niedriger Verbrauchswerte haben Kunststoffe schon heute einen Anteil am Fahr- zeuggewicht von bis zu 18 Prozent. Unterschied- liche Kunststoffsorten lassen sich allerdings nicht gemeinsam wieder verwerten. Opel beschränkt sich daher auf den Einsatz möglichst weniger Kunststoffe, die – wenn möglich – sortenrein verwendet werden. Definiert sind diese Kunststoffe in der GM-weit gültigen Qualitätsumweltrichtlinie zur recyclingorientierten Konstruktion.

In Deutschland gaben die Opel-Werkstätten im Jahr 2001 folgende Stoffe an die Entsorgungs-Fachbetriebe ab Wertstoffe in t

Stoßfänger

954

Batterien

1.880

Reifen

3.487

Verbundglas

1.256

Verpackungen

4.427

Besonders überwachungsbedürftige Abfälle/Flüssigkeiten in t

Altöl

3.333

Bremsflüssigkeit

326

Kühlflüssigkeit

266

Filter

4.497

Rezyklate

Zu einem auch ökonomisch lohnenden Teil des Lebenszyklus’ eines Fahrzeugs wird die Altauto- verwertung allerdings erst dann, wenn die Nachfrage nach Rezyklaten wächst. Opel baute deshalb 2001 schon über 30.000 Tonnen Rezyklate in Neufahrzeuge ein. Die GM-Kunststoffexperten ermöglichten dies, indem sie nach aufwändigen Forschungsarbeiten insgesamt über 70 rezyklierte Kunststoffqualitäten für den Serieneinsatz frei- gaben. Rezyklate müssen hohen Anforde- rungen an Qualität und Kosten genügen, deshalb bindet Opel alle Beteiligten frühzeitig in den Freigabe-Prozess mit ein. Die Recycling-Spezialisten akzeptieren dabei keinerlei Ein- schränkung etwa bei Haptik, mechanischer und thermischer Belastbarkeit, UV-Beständigkeit, Geruchsemissions-Freiheit oder optischer Anmutung. Ziel der Spezialisten ist, den Anteil der Rezyklate sukzessive auf bis zu 20 Prozent des Kunststoffanteils zu erhöhen.

auf bis zu 20 Prozent des Kunststoffanteils zu erhöhen. Wieder ver- wendet: Rezyk- late, die nach

Wieder ver- wendet: Rezyk- late, die nach Opel-Standards höchsten Quali- tätsansprüchen genügen, kom- men im neuen Vectra an zahl- reichen Stellen zum Einsatz (in der Abbildung gelb gefärbt).

Nachhaltigkeitsbericht 2002

81

82

Soziale

Verantwortung

Opel ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch guter Nachbar der Menschen an seinen Standorten, aktiver Förderer von Wissenschaft, Kultur und Sport sowie ein bürgerschaftlich engagiertes Unternehmen. Das Unternehmen steht als Corporate Citizen zu seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

Opel schafft sichere und gesunde Arbeitsplätze, weil Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zusammen- gehören. Zugleich sind Toleranz und Chancengleich- heit, Eigenverantwortung und Teamgeist, Qualifika- tion und kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter Kern des gelebten Prinzips der Nachhaltigkeit.

Um das Konzept einer nachhaltigen Mobilität zu überprüfen, sucht Opel den Dialog mit innovativen und kritischen Köpfen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wachstumsschü-

be: Erfahrungen teilen, gemein- same Werte pflegen, Verant- wortung über- nehmen – so wachsen Men- schen in einer offenen Gesell- schaft zu reifen Persönlichkeiten. Und soziale Ver- antwortung be- deutet, diesen Prozess kontinu- ierlich zu fördern.

83

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Spitzenposition in der deutschen Automobilindustrie

Gesundheit und Sicherheit eines jeden Mitarbeiters haben für Opel Priorität. Zu diesem Grundsatz haben sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Adam Opel AG unwiderruflich verpflichtet – zuletzt in einer gemeinsamen Erklärung im September 2002.

84

Soziale Verantwortung

Dabei liegt es in der gemeinsamen Verantwortung der Führungskräfte und der Mitarbeiter, für eine sichere und gesundheitlich unbedenkliche Arbeits- umgebung zu sorgen.

Verbindliche Grundsätze

Die Grundsätze der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes, zu denen sich Vorstand und Mitarbeiter von Opel verpflichtet haben und die für jeden und ohne Ausnahme gelten, sind:

1. Führungskräfte und Mitarbeiter tragen in ihren Bereichen gleichermaßen persönliche Verant- wortung für Arbeitssicherheit und Gesund- heitsschutz. Dabei kommt den Führungskräften eine besondere Vorbildfunktion für gelebtes Sicherheitsbewusstsein zu.

2. Jeder Mitarbeiter muss über vorhandene oder mögliche Gefahren informiert sowie über zu treffende Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen regelmäßig unterwiesen werden. Das Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter sicheres Arbeiten als wesentlichen Bestandteil ihres täglichen Lebens verstehen und danach han- deln.

3. Nichtbeachtung von oder Zuwiderhandlung gegen Vorschriften und Grundsätze für Arbeits- sicherheit und Gesundheitsschutz werden nicht toleriert und können arbeitsrechtliche Maßnahmen zur Folge haben.

4. Alle verwendeten Einrichtungen, Anlagen und sonstigen Arbeitsmittel bei der Adam Opel AG entsprechen dem gültigen sicherheitstech- nischen Standard.

5. Die Ursachen festgestellter Sicherheitsmängel werden umgehend abgestellt und durch geeig- nete Maßnahmen beseitigt.

6. Für Fremdfirmen, die im Auftrag beziehungs- weise auf dem Gelände der Adam Opel AG tätig sind, gelten die gleichen Sicherheits- standards und Sicherheitsgrundsätze wie für die Mitarbeiter der Adam Opel AG.

Seit sechs Jahren Platz eins bei der Arbeitssicherheit

Dank eines umfassenden Arbeitssicherheits- Systems ist es Opel gelungen, in den letzten sechs Jahren jeweils die Nummer eins bei der Arbeits- sicherheit in der deutschen Automobilindustrie zu werden.

Nachhaltigkeitsbericht 2002

Die Unfallhäufigkeit reduzierte sich im Jahr 2001 auf 3,6 Unfälle – bezogen auf eine Million geleis- tete Arbeitsstunden der gewerblichen Mitarbeiter. Zum Vergleich: 1994 lag die Unfallhäufigkeit bei Opel noch bei 18,0.

Wichtigste Voraussetzung für diese herausragende Verbesserung war die Einführung eines Arbeits- sicherheits-Systems seit 1995. Europaweit wurden

Arbeits- sicherheits-Systems seit 1995. Europaweit wurden insgesamt zwölf Kernelemente im Bezug auf „Health and

insgesamt zwölf Kernelemente im Bezug auf „Health and Safety“ aufgestellt. Alle Führungs- kräfte bis hin zur Ebene der Gruppensprecher wur- den trainiert. In den Business-Plänen der Bereiche war Arbeitssicherheit der wichtigste Punkt, um ein anspruchsvolles Ziel zu erreichen: Alle drei Jahre sollte die Zahl der Unfälle um 50 Prozent reduziert werden.

Durchblick: Im

Gesundheitszen-

trum des Werks- ärztlichen Diens- tes in Rüssels- heim finden die regelmäßigen Sehtests statt.

Dass diese Vorgabe erfüllt wurde, ist vor allem dem persönlichen Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters, der Arbeitssicherheits-Beauftragten und Führungskräfte der ersten Ebene, die sich als Champions zur Verfügung stellen, zu verdanken. Dabei können sie sich auch auf ein umfassendes Dokumentations- und Berichtswesen stützen, das die zu erreichenden Ziele spezifisch für alle Unter- nehmensbereiche definiert und ihre Erreichung monatlich überwacht.

Heute ist der Arbeitsschutz bei Opel soweit voran- geschritten, dass neben allen Unfallgeschehnissen mit Verletzungen das Hauptaugenmerk den so

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hygienische Untersuchungen an und beraten bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Ferner arbeiten die WÄD

hygienische Untersuchungen an und beraten bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Ferner arbeiten die WÄD in relevanten Gremien des Unternehmens mit, zum Beispiel in den Schwer- behinderten- und Arbeitssicherheits-Ausschüssen. Ein Hauptaugenmerk der Arbeit liegt darüber hinaus auf der Vorsorge. Dazu gehören unter anderem kostenlose Grippeschutz-, Tetanus- und Diphterie-Impfungen ebenso wie Vorsorgeunter- suchungen etwa in Bezug auf Hautkrebs, Lärm- schwerhörigkeit, Schilddrüsen-Erkrankungen oder Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiken. Auch Fitness-Angebote gehören zu den Angeboten der WÄD.

genannten Beinahe-Unfällen, das heißt Unfällen ohne Verletzungen, gilt. Konkret bedeutet das:

Beinahe-Unfälle müssen in allen Bereichen erfasst und berichtet werden, damit sie anschließend genau analysiert werden können. Daraus werden dann entsprechende Schlüsse gezogen und konkrete Maßnahmen, Methoden und Prozesse zur Gefahrenvermeidung abgeleitet, die in den Business-Plänen festgeschrieben und in der Praxis konsequent umgesetzt werden.

Dass das Thema Arbeitssicherheit eine zentrale Rolle in allen Bereichen des Unternehmens spielt, dokumentiert auch das Engagement, das schon die Auszubildenden beweisen: Für ihren Ideen- reichtum in Sachen Arbeitssicherheit wurden die Opel-Auszubildenden im Januar 2002 erneut ausgezeichnet. Zum dritten Mal in Folge erhielt die Arbeitsgruppe „Arbeitssicherheit“ in der Opel- Berufsausbildung den Sicherheitspreis der Süd- deutschen Metallberufsgenossenschaft. Die Aus- zubildenden aus dem ersten bis vierten Lehrjahr erhielten den Preis für einen Film zur Sicherheit am Arbeitsplatz und für einen Arbeitssicherheits- kalender.

Werksärztliche Dienste

Einen signifikanten Beitrag zur Gesundheitsvor- sorge und zur Förderung des Gesundheitsbewusst- seins leisten die Werksärztlichen Dienste (WÄD) von Opel an den jeweiligen Unternehmensstand- orten. Die Aufgaben der WÄD umfassen neben der medizinischen Betreuung der Opel-Mitarbeiter in akuten Fällen unter anderem gesetzlich vor- geschriebene Untersuchungen, Begutachtungen und Besichtigungen von Arbeitplätzen: Sie begutachten Produktionsabläufe, ordnen arbeits-

Fürsorglich:

Arbeits- und

Gesundheits- Vorbildliche Einrichtung

schutz werden bei Opel groß geschrieben. Der Werksärzt- liche Dienst

sorgt mit Unter- suchungen und

Vorsorgepro-

grammen für

die medizinische

Betreuung der

Mitarbeiter.

Zu den vorbildlichen Einrichtungen von Opel zählt das 1999 eröffnete neue Gebäude des WÄD in Rüsselsheim, für das das Unternehmen rund fünf Millionen Euro investierte. Es ersetzte die drei seit den 1960er Jahren betriebenen Einzelstationen und bietet fünf Ärzten, über 20 Schwestern und Pflegern, medizinisch-technischen Assistenten sowie dem Verwaltungspersonal eine Gesamtnutz- fläche von rund 2.500 Quadratmetern.

Dieses Gesundheitszentrum bietet optimale Vor- aussetzungen für die präventiv- und arbeitsmedi- zinische Betreuung und Versorgung der rund 20.000 Opel-Mitarbeiter am Standort Rüsselsheim. Die Ausstattung mit medizinischen Diagnose- und Therapie-Einrichtungen entspricht dem neuesten Stand.

Zentren für Fitness und Physiotherapie

Der Gesundheitsvorsorge dienen ebenfalls die zahlreichen Fitness- und physiotherapeutischen Angebote, die an allen Opel-Standorten in Deutschland vom Unternehmen gemacht werden – häufig in Zusammenarbeit mit externen sport- medizinischen Einrichtungen, Fitness Centern und qualifizierten Trainern und Übungsleitern.

Ein unternehmensinternes Angebot stellt das Opel Fitness Center in Rüsselsheim dar. Es bietet den Werksangehörigen und ihren Familienmitgliedern sportliche Betreuung – unter anderem Aerobic, Herz-Kreislauf-Ausdauertraining, Rückenschule, Hebe-Trageschule, Sport zur Rehabilitation und Bewegungstraining für körperlich Behinderte.

Am Standort Kaiserslautern richtete Opel ein Physiotherapeutisches Behandlungszentrum ein, das der Behandlung von Beschwerden im häufig belasteten Stütz- und Bewegungsbereich und der Prävention dient.

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Soziale Verantwortung

Qualifikation und Teamgeist

Ausbildung, Weiterbildung und Human Resources Development