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Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.1

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.1 Lehrstuhl für Grundbau, Bodenmechanik und Felsmechanik D
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.1 Lehrstuhl für Grundbau, Bodenmechanik und Felsmechanik D

Lehrstuhl für Grundbau, Bodenmechanik und Felsmechanik

D Vertikalspannungen im Boden

D.1 Allgemeines

Man unterscheidet im Boden folgende Spannungen:

Effektive Spannungen (σ’): werden vom Korngerüst übertragen Porenwasserdruck (u): im Porenraum wirkender Wasserdruck (hydrostatisch, wenn keine Strö- mung vorliegt; durch Auflasten und Konsolidation werden Strömungen und Porenwasserüberdrü- cke erzeugt) Totale Spannungen (σ): Summe aus effektiven Spannungen und Porenwasserdruck

D.2 Spannungen aus Bodeneigengewicht und Wasser

D.2.1 Geschichteter Baugrund

Für den in Bild D-1 dargestellten geschichteten Baugrund sind die Vertikalspannungen zu ermitteln und in das Diagramm einzutragen.

z

γ

σ

z

[m]

[kN/m³]

[kN/m²]

0

-

0

4,0

17,0

4 · 17,0 = 68,0

   

68,0 + 3 · 21 =

7,0

21,0

131,0

   

131,0 + 4 · 19,0 =

11,0

19,0

207,0

GOF ±0,0 lockerer Sand γ=17 kN/m³ -4,0 68,0 Schluff, sandig γ=21 kN/m³ -7,0 131,0 Ton,
GOF ±0,0
lockerer Sand
γ=17 kN/m³
-4,0
68,0
Schluff, sandig
γ=21 kN/m³
-7,0
131,0
Ton, schluffig, steif
γ=19 kN/m³
-11,0
207,0

σz

Bild D-1: Baugrund und Spannungen

An Schichtgrenzen entsteht bei unterschiedlichen Dichten der Böden immer ein Knick in der Vertei- lung der vertikalen Spannungen.

D.2.2 Grundwasser und großflächige Auflast

Bei dem in Bild D-2 dargestellten Bodenaufbau handelt es sich um einen weitgestuften Kies, das Grundwasser steht 2,0 m unter GOK an. Eine großflächige Auflast von p = 10 kN/m² (z.B. aus Ver- kehrslast einer Lagerhalle) ist zu berücksichtigen.

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Übung Vertikalspannungen

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D.2

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.2 Zuerst müssen aus den gegebenen Bodenkennwerten die Wichten
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.2 Zuerst müssen aus den gegebenen Bodenkennwerten die Wichten

Zuerst müssen aus den gegebenen Bodenkennwerten die Wichten ermittelt werden (siehe dazu im Skriptum Seiten C.9, C.10):

- Wichte trocken γ d :

γ

d

=

g

⋅ρ

s

(1

n)

=

10

2,65 (1

0,3)

=

18,55 kN/m³

- Wichte teilgesättigt γ:

γ =

g

⋅ρ

s

(1

n)

+

n

S

r

⋅ γ

- Wichte unter Auftrieb γ’:

γ ' =

(1

n)

(

γ

s

− γ

w

)

=

(1

w

=

10

2,65 (1

0,3)

+

0,3

0,4 10

0,3) (26,5

10)

=

11,55 kN/m³

=

19,75 kN/m³

Somit ergeben sich die effektiven Vertikalspannungen zu:

z

γ bzw.

γ

σ

z

[m]

[kN/m³]

[kN/m²]

0

-

p = 10,0

   

10,0 + 2,0 · 19,75 =

2,0

19,75

49,5

   

49,5 + 4,0 · 11,55 =

6,0

11,55

95,7

   

95,7 + 4,0 · 11,55 =

10,0

11,55

141,9

Die Porenwasserdrücke u haben einen hydrostatischen Verlauf, wenn keine Strömungen zu be- rücksichtigen sind. Die totalen Spannungen werden durch Addition der beiden Spannungsanteile errechnet:

σ = σ’ + u GOF ±0,0 p = 10,0 kN/m² 10,0 10,0 10,0 -2,0
σ = σ’ + u
GOF ±0,0
p = 10,0 kN/m²
10,0
10,0
10,0
-2,0
Sr = 0,4
49,5
49,5
GW
n = 0,3
ρs = 2,65 t/m³
-6,0
95,7
135,7
128,5
-10,0
141,9
80,0
221,9
174,7
Tst
σz'
u σz = σz' + u
σz'
(nach Absenkung)
effektive Spannungen + Porenwasserdruck
=
totale Spannungen

Bild D-2: Baugrundaufbau und Spannungen

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D.3

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.3 Durch eine Wasserhaltung wird der Grundwasserspiegel auf
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.3 Durch eine Wasserhaltung wird der Grundwasserspiegel auf

Durch eine Wasserhaltung wird der Grundwasserspiegel auf Kote –6,0 m abgesenkt, so dass nur mehr der Boden unterhalb dieser Kote unter Auftrieb steht. Dadurch erhöhen sich die effektiven Spannungen σ z ’. Für den Boden oberhalb des Grundwasserspiegels sei die Sättigungszahl weiter- hin S r = 0,4.

z

γ bzw.

γ

σ

z

[m]

[kN/m³]

[kN/m²]

0

-

p = 10,0

   

10,0 + 6,0 · 19,75 =

6,0

19,75

128,5

   

128,5 + 4 · 11,55 =

10,0

11,55

174,7

Durch die Grundwasserabsenkung ergibt sich auf Höhe OK Tonstein eine zusätzliche effektive Spannung von σ z ’ = 174,7 – 141,9 = 32,8 kN/m².

D.3 Aushubentlastung

Fundamente binden in aller Regel in den Baugrund ein, so dass zu ihrer Herstellung Boden ausge- hoben werden muss. Somit wird der Boden unterhalb der Fundamentunterkante entlastet und hebt sich; durch die Herstellung des Fundamentes und der aufgehenden Bauteile wird wieder zusätzli- che Last aufgebracht, so dass sich das Fundament setzt.

In etwa dem Umfang, in welchem der Boden entlastet wurde und sich zunächst gehoben hat- te, setzt sich das Fundament ohne größere Zeit- verzögerung und mit sehr flacher Last- Verformungs-Linie (Wiederbelastung). Wenn die Aushub- und die Wiederbelastungsfläche annä- hernd gleich groß sind, ist es vereinfachend möglich, Sohlspannungen unter einem Funda- ment um die Aushubentlastung zu reduzieren, siehe Bild D-3.

Die reduzierten Sohlspannungen ergeben sich zu:

σ

0

'

= σ

0

'

o.A.

γ

Boden

t

=

V t

γ

b

x

b

y

Boden

D.4 Spannungen infolge äußerer Lasten

σ 0 ’ σ 0 ’ o.A. σ ü ’ A ushub B elastung
σ 0 ’
σ 0 ’ o.A.
σ ü ’
A ushub
B elastung

ε

σ

Bild D-3: Entlastung durch Aushub, Wiederbe- lastung durch Fundament

D.4.1 Schlaffe Lastflächen – starre Lastflächen

Bei der Ermittlung von Spannungsverteilungen im Boden infolge äußerer Lasten wird der Boden als Halbraum verstanden, auf den die äußeren Lasten einwirken. Bei den auf den Halbraum wirkenden Lasten wird zwischen schlaffen und starren Lastflächen unterschieden.

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D.4

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.4 Eine schlaffe Lastfläche kann unter Bauelementen
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.4 Eine schlaffe Lastfläche kann unter Bauelementen

Eine schlaffe Lastfläche kann unter Bauelementen angenommen werden, die keine Biegesteifigkeit besitzen (z.B. ein Damm oder ein Tank einer Ölraffinerie). In diesem Fall geht man von einer linea- ren Verteilung der Spannungen in der Sohlfuge aus. Entsprechend der Wirkung der schlaffen Last- fläche entsteht unter dem Fundament eine Setzungsmulde mit dem Maximum unter der Funda- mentmitte (Bild D-4).

Eine starre Lastfläche kann unter Bauelementen mit großer Biegesteifigkeit angenommen werden (z.B. ein Stahlbetonfundament). Charakteristisch für eine starre Lastfläche ist eine konstante Ver- schiebung der Fundamentsohle. Um die zugehörige spezielle Form der Setzungsverteilung zu er- zeugen, muss der Sohldruck an den Rändern Spannungsspitzen aufweisen. Diese sind theoretisch unendlich groß, in der Natur werden sie aber durch plastische Verformungen des Bodens abgebaut (Bild D-4). Die Sohldruckverteilung unter einem starren Streifenfundament wurde von BOUSSINESQ ermittelt. (siehe dazu Abschnitt H.4.1.5 im Vorlesungsskript).

(siehe dazu Abschnitt H.4.1.5 im Vorlesungsskript). Bild D-4 : Vergleich starres Fundament – schlaffes

Bild D-4: Vergleich starres Fundament – schlaffes Fundament

Vergleicht man die Setzungsverläufe unter einer schlaffen und einer starren Last, so ergibt sich ein Punkt, an dem die Setzungen gleich sind (Bild D-5). Dies ist der kenn- zeichnende oder charakteristische Punkt; er liegt im Abstand 0,37 · b vom Fundamentmit- telpunkt entfernt.

Punkt; er liegt im Abstand 0,37 · b vom Fundamentmit- telpunkt entfernt. Bild D-5 : charakteristischer

Bild D-5: charakteristischer Punkt

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Seite

D.5

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.5 Dieser Zusammenhang ermöglicht es, die Setzungen eines
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.5 Dieser Zusammenhang ermöglicht es, die Setzungen eines

Dieser Zusammenhang ermöglicht es, die Setzungen eines starren Fundamentes über die Ermitt- lung der Setzungen des charakteristischen Punktes unter einer schlaffen Lastfläche zu berechnen. Dazu wird in der Regel folgendermaßen vorgegangen:

1)

Berechnung der Sohlspannungsverteilung unter einem schlaffen Fundament (konstante Vertei-

2)

lung) Ermittlung der vertikalen Spannungsverteilung im Boden unterhalb des Fundaments im charak-

3)

teristischen Punkt infolge der Sohlspannungen Berechnung der Setzungen aus der in 2) ermittelten Spannungsverteilung (Näheres dazu siehe Übung Setzungen)

Diese Vorgehensweise bietet den Vorteil, dass die Spannungsermittlung im Boden nicht mit dem komplizierten Sohlspannungsverlauf eines starren Fundamentes durchgeführt werden muss, son- dern dass man auf die einfache, konstante Sohlspannungsverteilung eines schlaffen Fundamentes zurückgreifen kann.

D.4.2 Spannungen unter einem Damm

Im Zuge einer Baumaßnahme wurde der in Bild D-6 dargestellte Damm errichtet. Es soll die Span- nungsverteilung in Dammmitte aufgrund des Eigengewichtes des Damms ermittelt werden.

15,00 60,00 15,00 γ = 20 kN/m³ Ton k = 5 · 10 -9 m/s
15,00
60,00
15,00
γ = 20 kN/m³
Ton
k = 5 · 10
-9
m/s
- 15,0
Es = 5 MN/m²
Sand
Es = 75 MN/m²
- 35,0
Sandstein
10,00

Bild D-6: Dammquerschnitt und Bodenaufbau

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Übung Vertikalspannungen

Seite

D.6

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.6 Zunächst muss die Spannungsverteilung in der Sohlfuge
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.6 Zunächst muss die Spannungsverteilung in der Sohlfuge

Zunächst muss die Spannungsverteilung in der Sohlfuge zwischen Untergrund und Dammkörper berechnet werden. Da der Damm keine Biegesteifigkeit besitzt, handelt es sich um eine schlaffe Lastfläche (Bild D-7).

σ0 B Bild D-7: Sohlspannungsverteilung
σ0
B
Bild D-7: Sohlspannungsverteilung

Die Sohlspannungen ergeben sich zu:

σ

0

'

= γ

H

=

20

10

=

200 kN/m²

Näherungsweise soll die Spannungsermittlung mit einer rechteckigen Sohlspannungsvertei- lung durchgeführt werden. Dazu werden die eingeleiteten Spannungen auf ein Rechteck der Breite B = 75 m umgelegt.

Der allgemein gültige Ansatz zur Berechnung der Spannungen infolge einer schlaffen Rechtecklast wurde von STEINBRENNER für die Vertikalspannungen unter dem Eckpunkt und unter dem cha- rakteristischen Punkt einer rechteckigen Lastfläche ausgewertet. Da das Superpositionsprinzip gilt, können die Spannungen unter jedem Punkt der Lastfläche berechnet werden, indem man die Flä- che in entsprechende Teilflächen zerlegt.

Zur Ermittlung der Spannung in Dammmitte unterteilt man den Damm in vier Flächen mit den Ab- messungen a = ∞ (unendlich langer Damm) und b = 37,5 m, und ermittelt sich die Spannungsbei- werte für bestimmte Tiefen mit der STEINBRENNER-Tafel für den Eckpunkt. Für alle 4 Teilflächen

gilt

a

b

= ∞

.

Kote

z

z / b

i

Teilfläche

i Gesamtfläche = Σ i Teilfl.

Δσ z ’= i Gesamt · σ 0 [kN/m²]

[m]

[m]

[-]

[-]

 

[-]

0,0

0,0

0,0

 

0,25

 

4

· 0,25 = 1,0

1,0 · 200,0 = 200,0

-5,0

5,0

5,0 / 37,5 = 0,13

 

0,25

 

4

· 0,25 = 1,0

1,0 · 200,0 = 200,0

-10,0

10,0

10,0 / 37,5 = 0,27

 

0,247

4

· 0,247 = 0,988

0,988 · 200,0 = 199,2

-15,0

15,0

15,0 / 37,5 = 0,40

 

0,243

4

· 0,243 = 0,972

0,972 · 200,0 = 194,4

-20,0

20,0

20,0 / 37,5 = 0,53

 

0,236

4

· 0,236 = 0,944

0,944 · 200,0 = 188,8

-25,0

25,0

25,0 / 37,5 = 0,67

 

0,230

4

· 0,23 = 0,920

0,920 · 200,0 = 184,0

-30,0

30,0

30,0 / 37,5 = 0,8

 

0,220

4

· 0,22 = 0,880

0,880 · 200,0 = 176,0

-35,0

35,0

35 / 37,5 = 0,93

 

0,207

4

· 0,207 = 0,828

0,828 · 200,0 = 165,6

Grundbau und Bodenmechanik Seite Übung Vertikalspannungen D.7 D.4.3 Spannungen unter einem Rechteckfundament In Bild
Grundbau und Bodenmechanik
Seite
Übung Vertikalspannungen
D.7
D.4.3 Spannungen unter einem Rechteckfundament
In Bild D-8 ist ein quadratisches Rechteckfundament der Abmessungen b x · b y = 2,5 m · 2,5 m und
die dazu gehörige Baugrundsituation dargestellt. Das in Stahlbeton ausgeführte Fundament kann
als starr angesehen werden.
2.50
P = 3500kN
GOF ±0,0
0.50
550,0
G,s
γ = 20,0 kN/m³
-3,0
126,5
12,1
U,t,s'
γ = 19,5 kN/m³
GW=-5,0
17,6
60,5
γ' = 10,0 kN/m³
-7,0
15,4
31,9
Δσz'
Δσz'
Sst
unter dem charakteristischen Punkt
unter dem charakteristischen Pun
des Nachbarfundamentes

Bild D-8: Einzelfundament und Spannungen

D.4.3.1 Vertikalspannungen unterhalb des charakteristischen Punktes

Im Hinblick auf eine nachfolgende Setzungsberechnung wird die Spannungsverteilung im Boden unter Annahme einer schlaffen Lastfläche für den charakteristischen Punkt berechnet. Dazu wird die STEINBRENNER-Tafel für den charakteristischen Punkt verwendet. Es muss keine Flächen- zerlegung erfolgen.

Für das im Bild dargestellte Fundament ergeben sich die Sohlspannungen (schlaffe Last) zu

σ

'

0 o.A.

=

P

3500

=

A

2,5 2,5

= 560 kN/m²

unter Berücksichtigung der Aushubentlastung

σ

0

'

=

3500

2,5 2,5

20,0 0,5

=

550 kN/m²

Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.8

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.8 Kote z z / b i Δσ z ’ =
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.8 Kote z z / b i Δσ z ’ =

Kote

z

z / b

i

Δσ z ’ = i Gesamt · σ 0 [kN/m²]

[m]

[m]

[-]

[-]

-0,5

0,0

0,0

1,0

1,0 · 550,0 = 550,0

-3,0

2,5

2,5 / 2,5 = 1,0

0,23

0,23 · 550,0 = 126,5

-5,0

4,5

4,5 / 2,5 = 1,8

0,11

0,11 · 550,0 = 60,5

-7,0

6,5

6,5 / 2,5 = 2,6

0,058

0,058 · 550,0 = 31,9

D.4.3.2 Einfluss auf Nachbarfundamente

Im Beispiel soll es sich um eine auf Einzelfundamenten gegründete Fabrikhalle handeln. Das Stüt- zenraster sei 5,0 m. Im Folgenden soll untersucht werden, inwieweit sich die einzelnen Fundamen- te gegenseitig beeinflussen. Das heißt, gesucht wird die vertikale Spannung unter einem Funda- ment (im charakteristischen Punkt) hervorgerufen durch ein Nachbarfundament.

Hierzu wird die STEINBRENNER-Tafel für den Eckpunkt verwendet, wobei die Flächen wie folgt zusammengesetzt werden (Bild D-9 / Bild D-10):

Teilfläche

Länge a

Breite b

Verhältnis a / b

1

1,25 + 5,00 – 0,93 = 5,32 m

2,50 – 0,32 = 2,18 m

5,32 / 2,18 = 2,44

2

5,32 m

0,32 m

5,32 / 0,32 = 16,6

3

5,32 – 2,50 = 2,82 m

2,18 m

2,82 / 2,18 = 1,29

4

2,82 m

0,32 m

2,82 / 0,32 = 8,81

Anmerkung: Es gilt immer a b

2,50 2,50 0,32 0,93 5,00 0,32 2,50
2,50
2,50
0,32
0,93
5,00
0,32
2,50

Bild D-9: Grundriss der Einzelfundamente

1 + - 3 2 + - 4
1 +
-
3
2 +
-
4

Bild D-10: Zusammensetzung der Teilflächen

Offensichtlich beeinflussen sich die einzelnen Fundamente nur in einem geringen Umfang gegenseitig.

Grundbau und Bodenmechanik

Seite

Grundbau und Bodenmechanik Seite

Übung Vertikalspannungen

D.9

 

Δσ z ´ =

i gesamt · σ 0 ´

[kN/m²]

0,0 · 550,0 = 0,0

0,022 · 550,0 = 12,1

0,032 · 550,0 = 17,6

0,028 · 550,0 = 15,4

i gesamt =

i 1 + i 2 – i 3 – i 4 [-]

0

0,022

0,032

0,028

 

4

[-]

0,25

0,038

0,018

0,011

Teilfläche 4 a / b = 8,81

i

z / b [-]

 

0

7,8

14,1

20,3

 

3

[-]

0,25

0,173

0,096

0,056

Teilfläche 3 a / b = 1,29

i

z / b [-]

 

0

1,15

2,06

2,98

 

2

[-]

0,25

0,043

0,021

0,015

Teilfläche 2 a / b = 16,6

i

z / b [-]

 

0

7,8

14,1

20,3

 

1

[-]

0,25

0,19

0,125

0,08

Teilfläche 1 a / b = 2,44

i

z / b [-]

 

0

1,15

2,06

2,98

 

z

[m]

0,0

2,5

4,5

6,5

Kote

[m]

-0,5

-3,0

-5,0

-7,0

Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.10

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.10 D.4.4 Spannungen unter einem Streifenfundament Zur
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.10 D.4.4 Spannungen unter einem Streifenfundament Zur

D.4.4 Spannungen unter einem Streifenfundament

Zur Ermittlung der Spannungen unter einem Streifenfundament kann man auch auf analytische Lösungen zurückgreifen. Mit den in Bild H04.80 im Skript angegebenen Winkeldefinitionen ergibt sich:

Δσ

Δσ

z

x

´

=

´ =

p

⋅ π p ⋅
π
p

π

(2

(2

ϑ 0

ϑ 0

+

cos(2

cos(2

ϑ

ϑ

m

m

) sin(2

) sin(2

ϑ

ϑ

0

0

))

))

(Winkel im Bogenmaß)

Die Spannungen müssen für jede Tiefenstufe einzeln berechnet werden.

Im Bild D-11 ist ein 1,0 m breites Streifenfundament dargestellt, welches mit einer Last von p = 300,0 kN/m belastet ist. Im Folgenden sollen die Vertikalspannungen direkt unterhalb der Fun- damentachse und in 1,0 m Entfernung von der Achse bestimmt werden.

1,00 p = 300 kN/m GOF ±0,0 283,2 UL γ = 21,0 kN/m³ 3,1 1,00
1,00
p = 300 kN/m
GOF ±0,0
283,2
UL
γ = 21,0 kN/m³
3,1
1,00
276,7
38,2
197,0
57,2
135,1
59,7
-3,0
-4,0
56,3
79,2
55,4
46,4
GW
γ = 19,5 kN/m³
γ' = 11,5 kN/m³
34,4
32,1
24,9
24,0
19,5
19,1
Δσz'
Δσz'
unter dem Fundament
1,0 m neben der
Fundamentachse
0,80

Bild D-11: Streifenfundament und Spannungsverteilung

D.4.4.1 Vertikalspannungen unterhalb der Fundamentachse

In der Sohle wirkt die Spannung (unter Berücksichtigung der Aushubentlastung)

σ

0

'

=

300

1,0

21,0 0,8

=

283 kN/m²

.

Direkt unterhalb der Achse gilt:

ϑ

1

= 2π ϑ

0

ϑ

2

= ϑ

0

ϑ

m

=

1

2

(ϑ

1

+ ϑ

2

) = π

ϑ

0

=

arctan

b

2z

Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.11

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.11 Die weitere Berechnung erfolgt tabellarisch. p = 283
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.11 Die weitere Berechnung erfolgt tabellarisch. p = 283

Die weitere Berechnung erfolgt tabellarisch.

p = 283 [kN/m²]

Kote

z

ϑ 0

Δσ z ´

[m]

[m]

[-]

[kN/m²]

-0,8

0,0

3,14 = π

283,0

-1,0

0,2

2,38

276,6

-1,5

0,7

1,24

197,0

-2,0

1,2

0,79

135,1

-3,0

2,2

0,45

79,2

-4,0

3,2

0,31

55,4

-6,0

5,2

0,19

34,4

-8,0

7,2

0,14

24,9

-10,0

9,2

0,11

19,5

cos (2

ϑ

m

)

=

cos

()2

π

= 1

Δσ

p ´ = ⋅ (2 ⋅ ϑ + cos(2 ϑ z 0 m π p
p
´ =
(2
ϑ
+
cos(2
ϑ
z
0
m
π
p
=
(2
ϑ
+
sin(2
ϑ
))
0
0

π

) sin(2

ϑ

0

))

D.4.4.2 Vertikalspannungen 1,0 m neben der Fundamentachse

In diesem Falle müssen die Winkel einzeln berechnet werden:

0,5 ϑ 1 = arctan( ) z 1,5 ϑ 2 = arctan( )
0,5
ϑ 1 = arctan(
)
z
1,5
ϑ
2 = arctan(
)

z

p = 283 [kN/m²]

2

2

⋅ϑ

⋅ϑ

= ϑ + ϑ m 1 2 ϑ − ϑ 0 = 1 2
= ϑ
+ ϑ
m
1
2
ϑ
− ϑ
0 =
1
2

Kote

z

ϑ

1

ϑ

2

ϑ m

ϑ 0

Δσ z ´ [kN/m²]

[m]

[m]

[-]

[-]

[-]

[-]

-0,8

0,0

0,00

0,00

0,00

0,00

0,0

-1,0

0,2

1,19

1,44

2,63

0,25

3,1

-1,5

0,7

0,62

1,13

1,75

0,51

38,2

-2,0

1,2

0,39

0,90

1,29

0,50

57,2

-2,5

1,7

0,29

0,72

1,01

0,44

59,7

-3,0

2,2

0,22

0,60

0,82

0,37

56,3

-4,0

3,2

0,15

0,44

0,59

0,28

46,4

-6,0

5,2

0,10

0,28

0,38

0,18

32,1

-8,0

7,2

0,07

0,21

0,27

0,14

24,0

-10,0

9,2

0,05

0,16

0,22

0,11

19,1

In der Darstellung der Ergebnisse ist ein deutliches Maximum in ca. 2,5 m Tiefe zu erkennen.

Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.12

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.12 D.5 Anhang D.5.1 Spannungseinflusswerte I unter dem Eckpunkt
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.12 D.5 Anhang D.5.1 Spannungseinflusswerte I unter dem Eckpunkt

D.5 Anhang

D.5.1 Spannungseinflusswerte I unter dem Eckpunkt

D.5 Anhang D.5.1 Spannungseinflusswerte I unter dem Eckpunkt Bild D-12: STEINBRENNER-Tafel für den Eckpunkt einer

Bild D-12: STEINBRENNER-Tafel für den Eckpunkt einer Rechteckfläche unter konstanter Last

Grundbau und Bodenmechanik

Übung Vertikalspannungen

Seite

D.13

und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.13 D.5.2 Spannungseinflusswerte I unter dem charakteristischen
und Bodenmechanik Übung Vertikalspannungen Seite D.13 D.5.2 Spannungseinflusswerte I unter dem charakteristischen

D.5.2 Spannungseinflusswerte I unter dem charakteristischen Punkt

Spannungseinflusswerte I unter dem charakteristischen Punkt Bild D-13: STEINBRENNER-Tafel für den charakteristischen

Bild D-13: STEINBRENNER-Tafel für den charakteristischen Punkt einer Rechteckfläche unter konstanter Last