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5 AHMBT Fürthauer David MSLA / AV

Handout Prüftechnik
1.) Übersicht Messen und Lehren:
 Messen: ist das Vergleichen einer Länge oder eines
Winkels mit einem Messgerät. Als Ergebnis erhält
man einen Messwert.
 Lehren: ist das Vergleichen des zu prüfenden Gegenstandes mit einer Lehre. Es
wird dabei kein Messwert erhalten, sondern nur die Information, ob das zu
prüfende Werkstück „Gut“ Oder „Ausschuss“ ist. Des Weiteren kann man
Lehren eingliedern in:
o Maßlehren
o Formlehren
o Grenzlehren
Im Detail werden die verschiedenen Arten zu
einem späteren Zeitpunkt beschrieben
 Messabweichungen: Messabweichung vom eigentlichen Wert können
entstehen durch:
o das Messgerät
o das Werkstück
o die Prüfperson
o Umwelteinflüsse

2.) Messmittelfähigkeit
 Die Auswahl von Messmitteln richtet sich
nach den Messbedingungen am Einsatzort
und der vorgegebenen Toleranz der
Prüfmerkmale. Jedes Messmittel besitzt
einen gewisse Messunsicherheit, welche
zufälligen und systematische
Abweichungen beinhaltet, wie z.B.
Schmutz, Temperaturschwankungen oder
das elastische Verformen unter der
Messkraft.
Ein Messmittel gilt dann als fähig, wenn die
Messunsicherheit höchstens 10% der Maß-
oder Formtoleranz beträgt!
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3.) Messmittel
 Messschieber: Der Messschieber ist aufgrund seiner einfachen Handhabung
und seiner verschieden Messmöglichkeiten das meistverbreitete Messgerät im
Metallgewerbe. Er besteht aus einer Führungsschiene mit Millimeterteilung
und einem beweglichem Messschenkel, sodass man Außen-, Innen- und
Tiefenmaße messen kann. Es gibt sowohl analoge als auch elektrische
Ausführungen, wobei bei elektrischen Messschiebern das „Nullen“ vor der
Benützung essenziell ist.

 Nonius: Der Nonius ist eine bewegliche Längenskala, die zur Steigerung der
Ablesegenauigkeit dient. Wichtig ist dabei, dass die Teilung des Nonius nicht
jener der Hauptskala entspricht – nur so kann
das Ablesen von z.B. 1/10 mm gewährleistet
werden. Beim Ablesen betrachtet man den
Nullstrich des Nonius als Komma, links vom
Nullstrich liest man auf der Strichskala die
vollen Millimeter ab und sucht dann rechts vom
Nullstrich den Teilstrich des Nonius aus, der sich
mit einem Teilstrich der Strichskale am
deutlichsten deckt. Die Anzahl der
Teilstrichabstände gibt dann je „Noniusart“ die
1/20, 1/50 bzw. 1/n Millimeter an.
 Bügelmessschrauben: Das wichtigste Teil der
mechanischen Bügelmessschrauben ist die
geschliffene Messspindel. Durch die Steigung
des Gewindes wird die axiale Bewegung pro
Umdrehung definiert, dass heißt: Sind am
Umfang 50 Teilstriche angebracht, so
verschieben sich die Messflächen bei
Weiterdrehen um einen Teilstrich um 0,5/50 mm = 0,01 [mm]. Auch dieses
Messgerät ist in analoger und elektrischer Ausführung erhältlich.
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4.) Lehren
 Maßlehren: sind Teile eines Lehrensatzes, bei
dem das Maß von Lehre zu Lehre zunimmt, z.B.
Prüfstifte
 Formlehren: ermöglichen die Prüfung von
Winkeln, Radien und Gewinden mit Hilfe des
Lichtspaltverfahrens
 Grenzlehren: verkörpern die zulässigen
Höchstmaße und Mindestmaße. Manche
Grenzlehren stellen neben den Grenzmaßen, auch
noch die Form da, z.B. das Profil von Gewinden
o Grenzlehrdorne: Verwendet man bei
Bohrungen und Nuten. Die „Gutseite“ muss dabei mit Hilfe ihres
Eigengewichts in die Bohrung oder Nut gleiten, die
„Ausschussseite“ darf jedoch nur anschäbeln. Bei allen
Grenzlehren ist die Ausschussseite zur besseren Unterscheidung
rot gekennzeichnet.
5.) Gewindebestimmung
 Prüfgrößen: Die wichtigsten Prüfgrößen bei der Gewindebestimmung
und Messung sind der Flankendurchmesser, Flankenwinkel und die
Steigung. Aufgrund von Kostengründen wird die Gewindemessung
jedoch nur bei Präzisionsgewinden durchgeführt.
 Steigungsprüfung: Die Prüfung der Steigung kann entweder mittels
Schablonen (Lichtspalt) oder einem Koordinatenmessgerät erfolgen.
 Messung des Flankendurchmessers:
o Kegel-Kimme Methode: Erfolgt mittels
Messschrauben, welche am Ende
jeweils eine Kimme und einen Kegel
haben die in die Gewindegänge
„eingreifen“
o Dreidraht-Methode: Das Messgerät ähnelt
einer Bügelmessschraube, mit dem
Unterschied, dass anstatt der Messflächen nun
in Summe drei Drähte angebracht sind. Das
Prüfmaß entspricht bei dieser Methode noch
nicht dem Flankendurchmesser, sondern
dieser muss erst durch ablesen aus einer
zugehörigen Tabelle bestimmt werden.
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6.) Passungen
 Werden zwei Bauteile zusammengebaut, so müssen die Maße an der
Fügestelle „passen. Dies wird durch Passungen (vordefinierte
Toleranzbereiche) sichergestellt
 Bei Passungen wird das Innenteil immer mit Bohrung und das
Außenteil mit Welle bezeichnet.
 Durch die Auswahl zweier Passungen (Toleranzbereiche) kann man
folgende Arten von Verbindungen erzielen:
o Spielpassung: Bei Spielpassungen tritt immer ein
Spiel (Luft) auf. Das Mindestmaß der Bohrung ist
also größer als das Höchstmaß der Welle
o Übermaßpassung: Bei dieser Passungsart wird ein
Auftreten eines Übermaßes gesichert. Das
Mindestmaß der Bohrung ist also kleiner als das
Höchstmaß der Welle
o Übergangspassung: Bei dieser Art kann sowohl ein
Spiel als auch ein Übermaß auftreten. Welcher der
beiden Fälle in Kraft tritt entscheidet sich allein
durch die Fertigung.