0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
839 Ansichten6 Seiten

TM 1 Aufgabe 1 Lösung

Das Dokument enthält vier Beispielaufgaben zur Statik. Die erste Aufgabe behandelt die Zerlegung einer Kraft in Einzelkräfte. Die zweite Aufgabe berechnet die auf eine Walze wirkenden Normalkräfte. Die dritte Aufgabe bestimmt die nötige Seilkraft zum Ziehen eines Fahrzeugs. Die vierte Aufgabe berechnet Kreuzprodukte von Vektoren.

Hochgeladen von

Peter Schulze
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
839 Ansichten6 Seiten

TM 1 Aufgabe 1 Lösung

Das Dokument enthält vier Beispielaufgaben zur Statik. Die erste Aufgabe behandelt die Zerlegung einer Kraft in Einzelkräfte. Die zweite Aufgabe berechnet die auf eine Walze wirkenden Normalkräfte. Die dritte Aufgabe bestimmt die nötige Seilkraft zum Ziehen eines Fahrzeugs. Die vierte Aufgabe berechnet Kreuzprodukte von Vektoren.

Hochgeladen von

Peter Schulze
Copyright
© © All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Technische Universität München

c Lehrstuhl für Numerische Mechanik


Wintersemester 2020/2021

Technische Mechanik I (Statik) – Lösungsblatt 1


(Prof. Dr.-Ing. Wolfgang A. Wall, Sebastian Pröll)

Aufgabe 1.1: Eine gegebene Kraft F~ ist eindeutig in Einzelkräfte zu zerlegen, deren Wir-
kungslinien gegeben sind. In welchen Fällen ist eine solche Zerlegung möglich?

F
F
F
ja ja ja
nein nein nein

Erläuterungen zu den drei Bildern (von links nach rechts):


1. Eine eindeutige Zerlegung der Kraft F~ ist in diesem Fall möglich, wie in der Vorlesung
erläutert wurde (siehe Skript, Box 4.10):

F2 F1

2. Die Kraft F~ verursacht ein Moment bezüglich ◦ und kann daher nicht entlang der
gegebenen Wirkungslinien zerlegt werden, die ja beide durch ◦ verlaufen.
3. Eine Zerlegung von F~ ist zwar möglich, aber nicht eindeutig (siehe Skript, Box 4.13).
In der Ebene kann eine Kraft auf eindeutige Art und Weise nur in zwei Richtungen
zerlegt werden. Für eine Zerlegung in mehr als zwei Richtungen gibt es unendlich
viele Lösungen.

1
Aufgabe 1.2: Eine glatte Stahlwalze mit Gewicht G liegt reibungsfrei in einer Führung. Seit-
lich werde die Walze mit einer Kraft F belastet. Querschnitte und Winkel entnehme man
folgender Skizze:

G
F

30◦
45◦ 60◦

Zahlenwerte: G = 500 N, F = 200 N

1. Welche Kräfte werden von der Walze auf die Führung übertragen?

Da keine Reibung berücksichtigt wird, treten als Reaktionskräfte nur Normalkräfte


auf. Freischneiden liefert:

G
F

30◦
45◦ 60◦

Fl Fr

Kräftegleichgewicht an der Walze:


! !
X
→ H = 0: F cos 30}◦ +Fl cos
| {z | {z45}◦ −Fr cos
| {z60}◦ = 0 (I)

= 3 = √1 = 12
2 2
! !
X
◦ ◦
↑ V = 0: −F sin
| {z30} −G + Fl sin
| {z45} +Fr sin
| {z60}◦ = 0 (II)

= 12 = √1 = 3
2 2

Aus (I): √ √
Fr = 3F + 2Fl
Einsetzen in (II):
√  √
F Fl 3 √ √  1+ 3
− −G+ √ + 3F + 2Fl = F − G + √ Fl = 0
2 2 2 2

2

2
Fl = √ (G − F ) = 155,3 N
1+ 3
√ 2 2
Fr = 3F + √ (G − F ) = √ · G + F = 566,0 N
1+ 3 1+ 3

2. Auf welchen Wert darf F höchstens anwachsen, wenn die Walze nicht aus der Führung
gedrückt werden soll?

Die Führung kann nur Druckkräfte auf die Walze übertragen, d.h. Fl , FR > 0. In fol-
gender Skizze sind die Kräfte G und F zu einer Resultierenden R zusammengefasst,
die durch Fl und Fr im Gleichgewicht gehalten wird. Mit zunehmender Kraft F ver-
ringert sich die Reaktionskraft Fl , bis diese negativ wird und damit keine Druckkraft
sondern eine Zugkraft darstellt, siehe rechte Abbildung.

!
Die kritische Kraft erhält man also, indem man genau den Grenzfall Fl = 0 ansetzt.
Daraus ergibt sich sofort:
F = G = 500 N

Aufgabe 1.3: Ein Pickup-Wagen soll mithilfe zweier Seile in Richtung der x-Achse gezogen
werden (siehe Bild). Dazu ist eine resultierende Kraft von 950 N in axialer Richtung
erforderlich.

3
y
FA
A
20◦
x
θ
B

FB

1. Setzt man θ := 50◦ , wie groß ist dann FB zu wählen?

Kräftebilanzen am Aufhängungspunkt:
! !
X
→ H = 950 N : FA cos 20◦ + FB cos 50◦ = 950 N (I)
! !
X
↑ V = 0: FA sin 20◦ − FB sin 50◦ = 0 (II)

Aus (II):
sin 50◦
FA = FB ·
sin 20◦
Einsetzen in (I):
sin 50◦
 
FB · cos 20◦ + cos 50◦ = 950 N
sin 20◦

950 N
FB = = 345,8 N
cot 20◦ · sin 50◦ + cos 50◦

2. Welcher optimale Wert ist für θ zu wählen, damit FB möglichst gering wird?

Analog zum vorherigen Ergebnis gilt für einen allgemeinen Winkel θ:


950 N
FB =
cot 20◦ · sin θ + cos θ

Für minimales FB muss der Nenner maximal werden. Differenzieren des Nenners
und anschließendes Nullsetzen der Ableitungsfunktion liefert:
d !
(cot 20◦ · sin θ + cos θ) = cot 20◦ cos θ − sin θ = 0

tan θ = cot(90◦ − θ) = cot 20◦

4
θ = 70◦

Dass es sich bei θ = 70◦ tatsächlich um ein Maximum der Funktion (cot 20◦ · sin θ + cos θ)
handelt, kann durch Einsetzen in die zweite Ableitung bestätigt werden:

d2
2
(cot 20◦ · sin θ + cos θ) <0 X
dθ θ=70◦

Grafisch hätte man auf das Ergebnis auch folgendermaßen kommen können:

950 N
20◦

optimales FB

Da die Richtung von F~A vorgegeben ist, ist die Länge von F~B im geschlossenen
Kräftedreieck F~A + F~B = 950 N · ~ex genau dann minimal, wenn F~B senkrecht auf F~A
steht.

5
Aufgabe 1.4: Berechnen Sie für die folgenden Vektoren jeweils das Kreuzprodukt ~a × ~b :
1. ~a = (1, 1, 1)T , ~b = (1, 1, −1)T

~a × ~b = (−2, 2, 0)T
√ √ T √ √ T
2. ~a = 1, 2, 3 , ~b = 2, 2, 6

~a × ~b = (0, 0, 0)T

3. ~a = (7, −2, 0)T , ~b = (2, −1, 0)T

~a × ~b = (0, 0, −3)T

4. ~a = (1, 1, 0)T , ~b = (2, −1, 0)T

~a × ~b = (0, 0, −3)T

Beantworten Sie darüber hinaus die folgenden Fragen:


• Ist ~b ein Kraftvektor und ~a der Ortsvektor des zugehörigen Kraftangriffspunktes,
welche Bedeutung hat dann der Vektor ~c = ~a × ~b ?

~c = ~a × ~b beschreibt das Moment der Kraft ~b mit Kraftangriffspunkt ~a bezüglich des


Koordinatenursprungs.

• Welchen mechanischen Zusammenhang zeigen die Fälle 3 und 4? Fertigen Sie even-
tuell eine veranschaulichende Skizze an.

In der Statik starrer Körper darf eine Kraft entlang ihrer Wirkungslinie verschoben
werden, ohne dass sich die (Momenten-)Wirkung der Kraft ändert:

(0, 0, 0)T

• Wie ist Fall 2 zu interpretieren?

Die Momentenwirkung einer Kraft verschwindet, falls die Wirkungslinie der Kraft
durch den für die Momentenberechnung verwendeten Bezugspunkt verläuft.

Das könnte Ihnen auch gefallen