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KLAUSURVORBEREITUNG

Dauer: 60 Minuten

Theorie: 50-60%

Analyse, Selbstreflexion: ca. 40-50%

1. Allgemeine Einführung
 Der gesellschaftliche Hintergrund für die Notwendigkeit der Beschäftigung mit der interkulturellen
Kommunikation
 Begriffe Kultur, Interkultur, Interkulturelle Kommunikation, interkulturelle Kompetenz
 Das Eisbergmodell der Kultur

2. Interkulturelle Mißverständnisse

 Probleme interkultureller Kommunikation auf unterschiedlichen Ebenen

Missverständnisse betreffen nicht nur das Wahrnehmen und Denken, sondern auch andere
Bereiche. Erll/Gymnich (2017: 103) unterscheiden vier Ebenen, auf denen Probleme interkultureller
Kommunikation auftreten können.
- die Ebene der sprachlichen Kompetenz
- die Inhaltsebene
- die Beziehungsebene
- die Ebene der nonverbalen Kommunikation

1.1. Probleme auf der Ebene der sprachlichen Kompetenz


Eine mangelnde sprachliche Kompetenz ist eine der Hauptursachen von Schwierigkeiten bei
interkultureller Kommunikation. Bezugnehmend auf die sprachlichen Probleme sind drei
Basiskonstellationen zu differenzieren, so Erll/Gymnich (2017: 104-106).
 Konstellation 1: Sprecher 1 und Sprecher 2 haben unterschiedliche Muttersprachen. Sie
kommunizieren miteinander in eine Fremdsprache
 Konstellation 2: Sprecher 1 verfügt über muttersprachliche Kompetenz, Sprecher 2 über
fremdsprachliche Kompetenz.
 Konstellation 3: Sprecher 1 und Sprecher 2 sprechen unterschiedliche Varietäten einer
Muttersprache.
1.2. Probleme auf der Inhaltsebene
- Probleme interkulturelle Kommunikation, die auf der Inhaltsebene angesiedelt sind, erwachsen im
Westlichen aus Diskrepanzen hinsichtlich des kulturellen Wissens oder des Werte- und Normensystems
der Gesprächspartner.
- Probleme entstehen aus Unterschieden im kulturellen Wissen oder Werte- und Normensystem
der Gesprächspartner. Dies betrifft beispielsweise die im Gespräch zu behandelnden Themen. In jeder
Kultur gibt es bestimmte Themen, die für ein Gespräch oder für eine kommunikative Situation als
unangemessen angesehen und im Allgemeinen vermieden werden.
- Tabuthemen sind Themen, die in persönlicher sowie in mediatiserter Kommunikation nicht
angesprochen werden. Diese Themen sind zeitaktuell und können im Laufe der Zeit enttabuisiert
werden
(Tabuthemen in DL und VN?)

1.3. Probleme auf der Beziehungsebene


- Macht ist die Überlegenheit hinsichtlich von Handlungsmöglichkeiten
- Asymmertrische Machtsverhältnisse phân cấp địa vị xh zwischen Gesprächspartnern resultieren aus
+ sozialen Faktoren wie beruflichen Position, Alter usw
+ Diskrepanzen in den üblichen kulturellen Scripts
- Beziehungsdefinitionen werden vorgenommen durch Anredeformen, Proxemik etc. Inder Regel
wird die Beziehungsdefinition vom Überlegenen (cấp trên) vermittelt und wird vom Unterlegenen
akzeptiert oder neu ausgehandelt.
Beispiel duzen oder Siezen

Schwierigkeiten auf der Beziehungsebene sind mit asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen


Gesprächspartnern verbunden. Asymmetrische Machtverhältnisse müssen nicht stets aus sozialen
Faktoren resultieren, sondern sie ergeben sich "allein schon dann, wenn ein
Kommunikationspartner
nicht ausreichend über die verwendete Sprache oder die üblichen kulturellen Scripts verfügt."
(Auernheimer 2006: 152, zit. n, Erll/Gymnich 2017: 109).

1.4. Probleme auf der Ebene der nonverbalen Kommunikation


- unabhängig von den verbalen Signalen furgieren nonverbale Codes auch als Bedeutungsträger.
- ein Teil des nonverbalen Ausdrucksrepertoires mag angeboren sein. Außerdem sind zahlreiche
Komponenten der nonverbalen Kommunikation hochdragig kulturspezifisch und werden im Prozess der
Enkulturation erworben
Nonverbale Codes gelten als Begleiterscheinungen der verbalen Signale. Dazu gehören folgende
Bereiche:
- Gestik
- Mimik
- Blickverhalten
- Proxemik: die Regelung der räumlichen Entfernung zwischen Menschen quy định khoảng cách
không gian giữa người với người.
- Haptik: das Berühungsverhalten
- Paralinguistische Codes: Sprechtempo, Lautstärke, Stimmhöhe und Intonation
Kulturelle Variabilität nonverbaler Codes und ihre unterschiedlichen Bedeutungen können zu
Fehlinterpretationen und Missverständnissen führen.

 Kulturelle Differenzen hinsichtlich des Modells kultureller Dimensionen nach Hofstede


In der Analyse interkultureller Kommunikation sind viele Ansätze zur Verfügung gestellt, die sich mit
kulturellen Differenzen beschäftigen. Modellen zur Beschreibung kultureller Differenzen liegen die
kulturellen Dimensionen zugrunde.
 Hinsichtlich des Kontextbezugs bei der Kommunikation wird zwischen High-context-Kulturen
und Low-context-Kulturen unterschieden. – Polare Differenzen
- High context : Hintergrundwissen eher explizit Inhalte im Vordergrund (asian, süd europa)
- Low Context: Hintergrundwissen stark implizit Beziehung im Vordergrund (nghĩ gi nói đó)

 Hinsichtlich der Gesellschaftsstrukturen wird zwischen individualistisch orientierten und


kollektivistisch orientierten Gesellschaften unterschieden.

 Kulturelle Differenzen nach Geert Hofstede mit vier kulturellen Dimensionen:


Machtdistanz: beschreibt das Ausmaß der Machtverhältnisse in einer Kultur
Individualismus/Kollektivismus: beschreibt das Ausmaß, inwiefern die Interessen eines Individuums
über denen der Gruppe stehen.
Maskulinität/Femininität: beschreibt das Ausmaß für Leistungserwartungen, Durchsetzungsvermögen
Unsicherheitsbewältigung: beschreibt den Umgang mit ambivalenten Situationen.
 Begriffe ‘Hotspots' & ‘Critical Incidents' und die damit verbundenen
Kommunikationsproblemen
3.1. Hotspots
Rich Points/ Hotspots werden als heiße Stellen in interkultureller Kommunikation bezeichnet. Sie
sind in jeder Kultur anwesend. Es handelt sich um Sprachhandlungen, die sowie sprachspezifisch als
auch kulturspezifisch sind, bzw. um Situationen und Aspekte, die in einer interkulturellen
Begegnung vorkommen und in denen die kulturellen Unterschiede der Gesprächspartner spürbar
werden (vgl.Heringer 2007: 162-165).
..

3.2. Critical Incidents


“Episodenartige Darstellung einer Konfliktsituation (aus der Perspektive eines Beteiligten); diese
Darstellungen werden in der Regel dazu benutzt, Wissen über Handlungsorientierungen und
Gewohnheiten von Personen in einer fremden Kultur und/oder über Mechanismen der Bearbeitung
interkultureller Situationen zu gewinnen.”
verbundenen Kommunikationsproblemen

3. Fremd- und Selbstbilder


- Missverständnisse können durch unterschiedliche Wahrnehmungen zum Selbst und Frembild entstehen.
Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung
So sehe ich mich So sehen mich anderen

- Fremd- und Selbstwahrnehmung beginnt in der eigenen Kultur.


 Das Johary Fenstermodell
- Ein Kommunikationsmodell
- Unterchiede zwischen Selbst – und Fremdswahrnemung grafisch darstellen
- Es wurde 1955 von den US – amerikanischen Sozialsychologen Jospeh
- Über Selbst – und Fremdswahrnemung erkennen wir, dass die Wahrnehmung eines jeden Einzelnen
subjektiv (persönlich) ist.
- Die unterschiede entstehen da man
1. Dinge verschieden einschätz.
2. Jemanden oder etwas noch nicht so gut kent.
3. Teile oder Teilbereiche beobachtet und daraus Schlussfolgerungen zieht oder Urteile fällt.
4. Beobachtung unterschiedlich interpretieren.
Bekannt unbekannt
Bekannt Öffentliche Person 1 Blinder Fleck 3
unbekannt Mein Geheimnis 2 Unbekanntes 4
(1) Das Öffentliche : das ist das was jeder über mich weiß.
Ich liebe Pho zu essen und mache jeden Tag mit meiner Freunden zum Mittag – alle wissen
(2) Das Private: Dinge, ich über mich weiß aber andere nicht.
(3) Der Blinder Fleck: Dinge, ich an mir selbst nicht sehen aber andere sehen es.
(4) Das Tabu: Dinge an dem Unterbewusstsein. Ich weiß es nicht und auch andere wissen es nicht.
Missverstandnis vermeiden: feedback geben von 3 zu 1

 Begriffe: Kulturelle Generalisierung, Stereotype, Vorurteile


- Solche allgemeinen Aussagen über eine Gruppe von Inviduen. Zwischen denen es viele kleine
Unterschiede geben kann, werden als Generalisierung bezeichnet. Generalisierung können auch kulturelle
Faktoren betreffen und werden dann als kuturelle Generalisierung.
- Stereotype sind stark vereinfachte, feste Vorstellungen oder Meinungen über die Mitglieder einer
Gruppe. Sie werden machmal als Übergeneralisierungen definiert d.h zu starke Genelisierungen
- Vorurteile sind auch stark vereinfachte, feste Vorstellungen oder Meinungen über die Mitglieder einer
Gruppe und haben somit viel mit Stereotypen gemeinsam.
 Unterscheidung zwischen Autostereotypen und Heterostereotypen, zwischen Stereotypen
und Vorurteilen
- Ein Autostereotyp ist eine Entscheidung (im Sinne von eine Meinung), dass sich eine Gruppe über sich

selbst bildet. Ein Heterostereotyp ist eher ein Vorurteil, das von einer Gruppe benutzt wird, um andere zu

definieren. Die positiven Eigenschaften existiert nämlich mehr in Autostereotyp als in Heterostereotyp.

- Stereotypen und Vorurteile sind schwer voneinander zu trennen. Der Übergang ist feißend.
Vorurteile định kiến, chủ yếu do ng khác kể cho Stereotypen khuôn mẫu
nghe và k kiểm chứng lại
Vorurteile sind meist negativ. Es sind falsche Stereotype können negativ oder positiv sein.
Vermutungen über Personen oder Sie sind eher vereinfachte Denkmuster, die sich
Personengruppen, die entstehen, weil man eine durch neue Erkenntnisse verändern.
andere Ansicht oder Meinung übernommen hat,
ohne ihre Richtigkeit zu überprüfen. Vorurteile
sind schwer zu ändern, sondern verstärkken sich
meist.

 Funktionen der Stereotypen


Sie helfen uns, die Komplexität der uns umgebenden Welt zu reduzieren, uns zu orientieren und Dinge
einzuordnen.

 Nationalstereotype über Deutschland und die Deutschen


positiv negativ
Die Harmonie mit der Natur unfreundlich
Die Veranwortung für Beruf ernsthaft
Das Disziplin humorlos
aktiv eng

4. Nonverbale Kommunikation
 Bestandteile des nonverbalen Verhaltens

 Besonderheiten der nonverbalen Kommunikation


 Beziehung zwischen verbalen und nonverbalen Mitteilungen
 Fragestellungen der Forschungen zu nonverbalen Kommunikation in Bezug auf die interkulturelle
Kommunikation
 Gesten als ein konfliktreicher Bereich der interkulturellen Kommunikation
 Unterscheidung zwischen berührungsfreudigen und berührungsarmen Kulturen
 Besonderheiten der Gesichtsausdrücke

5. Kulturstandards
 Begriff Kulturstandard
- Kulturstandards sind Werte bzw. Nomen, Konventionen oder Ideale, die für eine bestimmte Kultur
charakteristisch sind.
- Das Brgriff /Kulturstandards/ stammt von dem deutschen Psychologen Alexander Themas
Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns, die von der Mehrzal der Mitglider einer
bestimmten Kultur für sich und andere als normal, typisch und verbindlich angesehen werden. Eignes
und fremdes Verhalten wird aufgrund dieser Kulturstandards gesteuert, reguliert und beurteilt.
- Iindividuelle Abweichungen von den Standards sind zwar möglich, aber sie werden von der jeweiligen
gesellschaft /nur bis zu einem genissen Grad toleriert/

 Wirkung der Kulturstandards auf die interkulturelle Kommunikation


- Die Wirkung werden besonders deutlich, wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen begegnen
§ beide Seiten orientieren sich „ an den eigenen Werten und Normne“
§ Beide Seiten nehmen an, dass ihr eigenes Orientierungssystem das einzig gültige und „richtige“ ist.
§ Man sollte sich mit dem kulturellen Orientierungssystem, also den Kulturstandard des jeweiligen
Landes vertraut machen, um sich im fremden Land ohne Konflikt zu kommunizieren.
$ Werte, Normen, Ideale der Vietnamesen: fließig, indrirekt, kommunikation ehrlich, Manner arbeiten
mehr als Frauen, flexibilität.

 Deutsche Kulturstandards
 Vietnamesische Kulturstandards
1. Guppenorientierung
Aus dem Wunsch nach Harmonie hareaus definieren sich Vietnamesen eher über eine Gemeinschaft als
über inviduelle Eigenschaften
+ es herrscht ein starkes Gemeinschaft und Verpflichtungsgefühl gegenüber der Gruppe.
+ es wird versucht, die kollektive Harmonie zu wahlen, invidualle Äußerungen werden vermeiden.
+ entscheidungen werdenn gemeinsam gefällt.
2. Familienorientierung
Vietnamesen definieren sich über ihre Familie, sehen sich nicht als unabhängig von ihr
+ die emotionale und moralische Verbindung zur Familie ist sehr stark.
+ es besteht die Verpflichtung, die Familie materiell zu sichern.
+ eines der wichtigsten Lebensziele ist die Gründung einer eigenen Familie.
3. Hierarchie
Hierarchie spielt in Vietnam eine entscheidende Rolle, um die gesellschaftliche Ordnung und
soziale Harmonie sicherzustellen.
+ klare gesellschaften Erfahrungen bestimmten Rollen sind mit konkreten Verhaltensregel
verbunden.
+ wichtigstets Diefferenzierungsmerkmal in der Hierarchie ist die das Alter. Kính trên nhường
dưới.
4. Beziehungsorietierung:
Informelle Beziehungsnetwerk sind in VN oftmals die Grundlage von geschäpflichen
Beziehungen
+ Beziehungen sind gekennzeichnet von Bekanntschaft, Vertrauen und Kontinuität.
+ In der Neuphase einer Beziehung sind für den Vertrauensaufbauzeit und Geduld notwendig.
+ Beziehungen leben vom gegenseitigen Geben und Nehmen.
5. Öffentlichkeit des Privaten
Privatsphäre oder privateThemen sind auch im Berufsalltag relevant
+ es gibt keine strikte Trennung von Freizeit und Beruf
+ es besteht ein offenes Interesse für Private, das häufig auch am Arbeitsplatz thematisiert wird.
+ Diee Körperliche Distanz ist geringer als in DL
6. Gesicht wahren
Eher, würde und Ansehen (Gesicht) gilt es bei sich und anderen zu wahren.
+ offene Kritik, Fehlereingeständnisse und Kontrollverlust über die eigenen Emotionen bedrohen
das Gesicht.
+ Ziel ist es, einen Gesichtsverlust bei sich selbst und bei anderen, die für einen von Bedeutung
sind, zu vermeiden.
7. Wohlstandsmanagement
Wohlstandsmanagement beschreibt das Bestreben vieler Vietnamesenn den eigenen
Lebensstandard schnell zu erhöhen.
+ Der sehr große Arbeitseifer resultiert oft in einer Mehrfachbeschäftigung.
+ Der finanzielle Ausgleich zwischen Reich und Arm gilt als selbsverständlich
+ kommissonszahlungen sind üblich.
8. Indirekte Kommunikation
Vietnameesen meiden direktes Kommunizieren, um Harmonie zu wahlen
+ Gespräche dienen zunächst dem Aufbau einer positiven Beziehung und einer positiven
Atmosphäre.
+ Sachliches oder Kontroverses wird auf Umwegen, und „ durch die Blume“ thematisiert

6. Interkulturelle Besonderheiten in Alltagssituationen


 Das Zeitverhältnis in verschiedenen Kulturen
1. Zeitempfinden in unterschiedlichen Kulturen
"Zeit spiegelt den Charakter einer Kultur wieder", so Broszinsky-Schwabe (2011: 146). Die
Vorstellungen von zeitlichen Abläufen verschiedener Kulturen sind unterschiedlich, was in
interkultureller Begegnung zu Spannungen führen kann.
1.1. Zeitdimension
In fast jeder Kultur sind drei Zeitdimensionen vorhanden. Je nach Kultur wird eine von ihnen als
besonders wichtig erachtet. Man spricht von einer vergangenheits-, gegenwarts- oder
zukunftsorientierten Kultur.
1.2. Zeitverständnis
• Das Zeitverhalten in der Vergangenheit orientierte sich an Ereignissen. In vielen
Agrargemeinschaften ist die Vorstellung von 'Ereigniszeit' vorzufinden.
• Eine weitere Zeitauffassung wird in lineares und zyklisches Zeitverständnis unterschieden.
- Das lineare Zeitverständnis beschreibt den "Ablauf der Zeit als eine Straße, die linear
von der Vergangenheit bis in die Zukunft reicht" (ebd.: 148)
- Das zyklische Zeitverständnis beschreibt die Zeit als ein Zyklus, der immer
wiederkehrt. (vgl. ebd.)

1.4. Maßeinheiten für Zeit


Aufgrund von kulturellen Unterschieden gibt es verschiedene Maßeinheiten für Zeit. Die
Zeiteinteilung lässt sich in manchen Kulturen aus bestimmten Tätigkeiten ableiten. In anderen
Kulturen orientiert sich die Zeiteinteilung an die Beobachtung der Sonne, des Mondes oder der
Sterne. Heutzutage gilt der gregorianische Kalender überall als gemeinsamer Weltkalender.

 Begriffe ‘monochrones' und ‘polychrones Zeitverhalten'


1.3. Zeitverhalten
Nach Erward Hall (1959) lässt sich das Zeitverhalten in zwei Typen 'monochron' und 'polychron'
kategorisieren.
In monochronen Kulturen stellen Redewendungen wie "Alles hat seine Zeit" oder "Eins nach
dem andere" den Umgang mit der Zeit dar. Aufgaben werden dementsprechend
schrittweise erledigt und das Einhalten eines Zeitplans ist von elementarer Bedeutung.
Menschen in polychron geprägten Kulturen erledigen verschiedene Angelegenheiten
gleichzeitig und gehen mit spontanen Änderungen flexibel um.
Colett (1994) unterscheidet zwischen zeitbewussten und zeitvergessenen Ländern, die etwa der
Einteilung von Hall entsprechen. Zu den zeitbewussten Kulturen gehören beispielsweise England,
Deutschland, die Schweiz, usw. Als Beispiele für zeitvergessene Länder sind Spanien, Frankreich,
Griechenland. etc.

 Smalltalk: Gesprächsthemen und Tabus


Smalltalk wird verstanden als "eine beiläufige, unverbindliche Unterhaltung" (Müller/Gelbrich 2013:
87). Die Funktion und der Stellenwert von solchen kleinen Gesprächen ist je nach Kultur
unterschiedlich. Die Amerikaner z. B. gehen lässiger mit den Smalltalks um. Im Gegensatz dazu ist es
bei Deutschen eine scharfe Trennung zwischen privat und öffentlich bzw. beruflich zu beobachten.
Weltweit bieten Ereignisse und Sachverhalte, die geeignet für ein angenehmes, unverbindliches
Gespräch sind. Dazu zählen beispielsweise Wetter, Hobby, Gartenarbeit, etc. Dahingegen gibt es
Themen, die gemieden werden sollten. Solche Themen sind entweder zu privat oder können zu
Streitgesprächen führen.
7. Interkulturelle Besonderheiten im Beruf
 Begrüßung, Anrede und Hierarchie im beruflichen Kontext

 1.1. Begrüßung
Nicht nur interkulturell ist die Begrüßung verschieden, sondern auch innerhalb einer Kultur gibt es bereits
verschiedene Begrüßungsrituale für verschiedene Situationen. Wir begrüßen uns nicht nur sprachlich (Wie
geht es Ihnen?), gestisch (winken), sondern auch körperlich (Handschlag). Wenn die Personen sich bei
interkultureller Begegnung an die ritualisierte Begrüßung ihrer Herkunftsländer orientieren, kann es schnell
zu Missverständnissen kommen. Der Handschlag beispielsweise ist nicht nur eine bloße Begrüßung,
sondern man kann damit einen guten oder einen schlechten Eindruck hinterlassen. Es gibt viel dabei zu
beachten: fest oder schlaff? kurz oder lang? mit oder ohne Augenkontakt, usw. Obwohl die
 Begrüßungsformeln der Kulturen unterschiedlich sind, wird in allen
 Kulturgemeinschaften eine Verweigerung des Grußes als ein Verstoß gegen die
Höflichkeitsregeln des sozialen Miteinanders angesehen.

 1.2. Anrede
Anredeformen verweisen auf die Beziehung der Gesprächspartner. Die Beziehung kann durch
Personalpronomina, Namen oder Titel definiert werden. Zu der Problematik des Eigen- und
Fremdbildes kommen auch Schwierigkeiten bei Personenbezeichnungen. Gerade bei diesem Thema
unterscheiden sich die europäischen und asiatischen Sprachen sehr stark voneinander. In asiatischen
Sprachen gibt es häufig ein komplexes Personenbezeichnungssystem, was sich häufig an der sozialen
Rolle bzw. Hierarchie oder am Alter orientiert.

 1.3. Hierarchie
Die hierarchische Relation bzw. der soziale Status zwischen den Gesprächspartnern stellt einen
wichtigen Faktor dar, entlang dessen Begrüßungsrituale variieren können (vgl. Erll/ Gymnich 2017: 128).
Im Vergleich zu europäischen Ländern ist die Hierarchie in vielen asiatischen Ländern stärker
ausgeprägt. Die untergeordnete Person stellt weniger Fragen als die Vorgesetzen und verhält sich auch
insgesamt passiver.

 Einladung & Geschenke


„Einladung sollte man auf ihre Ernsthaftigkeit prüfen können.“ (Heringer 2007: 168) Bei Einladungen
von Geschäftspartnern ist Vorsicht geboten, denn eine Absage auf eine ernst gemeinte Einladung
kann schlechte Konsequenzen auf die Beziehung haben.

Auch die Geschenke bilden einen Prozess der Kommunikation, denn sie gehören in allen Kulturen seit jeher
dazu. Das Überreichen von Geschenken kann unterschiedlich interpretiert werden, wie z. B.: als Pflege der
vorhandenen Beziehung, als Investition in die zukünftige Beziehung, als ein Dankeschön oder als Inszienierung
von Status. In stark hierarchischen Gesellschaften müssen Geschenke den Status des Beschenkten exakt
widerspiegeln – das höchstrangige Mitglied der Gruppe erhält das wertvollste Geschenk. Bei Geschenken sollte
man beachten, dass sie nicht zu teuer sind, sonst wird es als Bestechung gewertet oder sanktioniert.

 Direktheit von Aussagen


Der Kommunikationsstil, die Ausdrucksfähigkeit, die Genauigkeit von Aussagen oder die
Kommunikationsrichtig der Kulturen variieren stark von einander. Manche Leute geben detaillierte
Information heraus. Andere liefern wenig Informationen und gehen davon aus, dass der Gesprächspartner
über das Hintergrundwissen verfügt oder bei Unklarheit nachfragt. (vgl. Doser 2006: 45).

Nach Heringer (2014: 195) steht aber fest, dass die Deutschen im Arbeitsalltag:

• viel und oft diskutieren

• das Gespräch immer offen und direkt ist

• jeder darf/ soll seine Meinung sagen

• Entscheidungen werden schnell, meist direkt im Meeting, getroffen

• der Beginn und Schluss ist kurz und knapp, ohne viel Small Talk